( 5 Pfennig) BbealicmentS'Bcfflngintytih KBomwmenH• Vrri« ptämiinnimb»! Bmtpljaftri. SJO Mi. monail. 1.10 Mi, teädjenüidi W Psg. frei in» H-u»� Ewzeln« Stammet 6 Pfg. Sonntag»« mmrat« mit iHuflrifrtet Somtiog«- Betloge.Di« Reue äSctt* 10 Bf«. Post- R&onnetnent; 1,10 Marl pro Monat. Einaelrage» ta die Vost< ZeitanaS- Vrei-Zliste. llnier Krell Kb and für Deutickiland und Oesteiteich• Unoarn ZBO MatI, ffit da» übrige Ausland » Mati vto Monat. Postabonnement» nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland. Italien. Luxemburg, Portugal. , Schweden und die Schwer» OMdal lZzüch. Verlinev Volksblelkk. Zentralorgan der rozialdcmohrati fehen Partei Neöaktion: EW. öS, Linöenftraße Z. Kernivrecher: Ami Morivplav. Rr. ISI SV— läl 37. Sonntag, den 20. Febrnar 1916. Expedition: EW. 68, Lindenstraße Z. Heruwrecher: Amt Moritzplatz, Nr» lM90— 151V7. l—pilHUMMI WIIWBIMPBMBSaBMWBMMl W».SY.-M.ZlchvK. Die InlerUsnz-Sedodr leirüg! für die sechZaest>altene Kolonel> »eile oder deren Äaitm 6C1 Psg,, für i-.oluüche und gewerkschaftliche Verein». und VersamnunngI. Anzeigen SO Psg, „HileZne Hnzeige'n", da» fettgedruStr SSort SS Psg.(zulüssig 2 seitgedruckr Worte), jedes weitere Wort 10 Psg, Stellengesuche und Schlafilellenan. zeigen das erste Wart 10 Psg,, jedes weitere Wort SPfg, Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte, Jnserai? ntr die nächste Rümmer inütsen bis 5 Uhr nachmittags in der Cxbedition abaegeben werdet:. Die Srdeditro» ist bis 7 Uhr abends gcoRrtei. rekegramm-Ad reffe: �cxliltemoSrai RerOo". Dcutfcblanda. Nochmals Rohstoffbezug und Landesgrenzen. Von G u st a v Eckstein. Den heftigen Angriff Hues gegen meine Ausführungen habe ich mit stets wachsendem Erstaunen gelesen, und den meisten Lesern des„Vorwärts" dürfte es kaum anders er- gangen sein. Daß Genosse Kaliski, wie sein Artikel in der Chemnitzer„Volksstimmc" vom 5. Februar zeigt, noch immer nicht begriffen hat, um was sich der Streit dreht, hat mich nicht weiter wunder genomnien. Aber von einem Manne wie dem Genossen Hue hätte man doch etwas anderes erwarten können. Hue schreibt:„Vielleicht hätte ich mich noch korrekter ausgedrückt, wenn ich schrieb: die Produktionsbedingungen einer Industrie seien am günstigsten, wenn sie in der Lage sei, sich ihre Roh- und Halbrohstofse in ausreichendem Maße zu erschwinglichen Selbstkosten aus nichtzu ent- fcrnt gelegenen Gewinnungsbezirkcn zu der- schaffen." Ja, wenn Genosse Hue das geschrieben hätte, dann hätte ich gewiß nichts dagegen eingewendet. Dieser Satz ist tat- sächlich selbswerständlich. Was ich gn den Betrachtungen, die verschiedene Mitarbeiter des„Buche der Ist" über das Problem der Rohstoffversorgung anstellten, auszusetzen hatte, war ja eben gerade, daß sie diese selbstverständliche Wahrbeit für gleichbedeutend hielten mit dem von Hue formulierten Satz, daß„selbstverständlich eine Industrie in der Regel am günstigsten gestellt ist, die ihren Bedarf an Rohstoffen und halbfertigen Materialien im reichlichsten Maße aus dem Inland decken kann." Daß in diesem Unterschied der springende Punkt liegt, glaubte ich für jeden, der überhaupt verstehen will, ge- nügend deutlich nochmals gleich im Eingang meines Artikels im„Vorwärts" vom 2. d. M. gesagt zu haben: „Die Deckung des inneren Bedarfs eines Volkes ebenso wie die Konkurrenzfähigkeit gegenüber dem Auslande wird um so besser gewährleistet sein, je billiger die Rohstoffe und Halb- fabrikate beschafft werden können, deren Weiter- Verarbeitung die Hauptaufgabe der Industrie bildet. Wie ich schon in.meiner Besprechung des„Buchs der 1(5" am Beispiel der Erz- Versorgung der Eisenindustrie gezeigt habe, fällt die Billig- keit der Versorgung keineswegs mit dem Um- st and zusammen, daß die betreffenden Stoffe heimischen Quellen entstammen." Daß die Billigkeit der Nobstoffversorgung für die In- dustrie eines Landes der größte Vorteil ist, habe ich also nicht nur nicht bestritten, ich habe diese Selbstverständlichkeit in nieinem Artikel vom 2. d. M. noch besonders betont, weil inir Kaliskis Entgegnung gezeigt hatte— daß meine Gegner es so hinstellen wollten, als wenn ich dies l)ätte leugnen wollen. Daß ein Hue auch dann noch in dasselbe Mißverständnis ver- fallen würde, ließ ich mir freilich nicht träumen. Hue selbst gibt als das Ziel seiner Untersuchung an, er habe„die Rohstoffversorgung des deutschen Reichsge- b i e t s beleuchten" wollen.. Seine Aufgabe als Mitarbeiter an dem Sammelwerk sei es gewesen,„gewissenhaft zu unter- suchen, ob die von bestimmter Seite aufgestellte Behauptung, unsere Industrie bedürfe zu ihrer künftigen Sicherstellung eine Aenderung der Reichsgrenzen, richtig sei". In dieser Fragestellung handelt es sich also nicht darum, ob es für die deutsche Industrie und die deutschen Arbeiter lebenswichtig ist, daß die Rohstoffe billig beschafft werden, sondern daß sie im deutschen Reichsgebiet ge- Wonnen werden. Daß Hue selbst die Frage so verstanden hat, get.k auck' daraus hervor, daß er z. B. in seiner Abhandlung im„Buch der 16" schrieb:„Würde also nach den Auslassungen französs'ck'gr Annerionisten Elsaß-Lothringen von Deutschland gerisiin. so wäre unserer Eisen- und Stahlindustrie ein töd- licher Stoß versetzt."(S. 46.) Hue fragt gar nicht, ob durch diese Losrcißung die Rohstoffversorgung der deutschen Eisenindustrie verteuert würde, was ja nicht notwendig der Fall sein müßte. Weist doch Hue selbst sofort darauf hin, daß auch dann noch die französische Eisenindustrie von der deutschen Kohlenzufuhr abhängig bliebe, daher auch bereitwillig Eilen- erze abgeben würde. Hier zeigt sich sebr klar, daß Hue selbst diese beiden so außerordentlich verschiedenen Gesichtspunkte, den politischen und dsn ökonomischen, gar nicht auseinander gehalten hat. Die Konfusion, die sich aus solcher Vermengung ergibt, ist charakteristisch für fast das ganze„Buch der 16". Freilich sagt Hue:„Wer wird auch so doktrinär verschro- ben sein, zu verlangen, wenn außerhalb unserer Landes- grenzen ein Rohstoff für uns rationeller gewonnen würde, so müßten trotz alledem eventuell minderwertigere inländische Bodenschätze bevorzugt werden." Vielleicht wird sich auf diesen Aufruf Genosse Kaliski mit einem laut vernehmlichen„Hier!" Mw Des Wen hWMkiels. Amtlich. Großes Hauptquartier, deu Ig. Februar 1916. jW. T. B.j Westlicher Kriegsschauplatz. Auch gesteru brachten ousere Truppe» einen durch starkes Feuer vorbereiteten englischen Angriff südöstlich von Aperu zum Scheitern- Im Abschnitt nördlich und nordöstlich von Arra» Minen- und Handgrauatcnkämpfe. Wir besetzten einen von uns gesprengten Trichter. Auf der Front zwischen der AiSn e und der Maa» lag stellenweise stärkeres feindliches Artillerie- und Minenfcner. Durch eine größere Sprengung zerstörte« wir einen Teil der französischen Stellung auf der Combres-Höhe. Nordöstlich von L a r g i tz e n snahe der frauzöfischen Grenze südwestlich von Altkirch) stießen deutsche Abteilungen in die feindliche Stellung vor. zerstörten BerteidigungS- anlagen und Hindernisse des Gegners und kehrten mit einigen Gefangenen und zwei erbeuteten Minenwerferu zurück. Unsere Flieger griffen deu Flugplatz Abeele fsüd- westlich von Popcringhe) sowie feindliche Lahnanlagen er- folgrcich au. Oestlicher und Balkan-Kricgsschauplatz. Keine Ereignisse von besonderer Bedeutung. Oberste HeereSlertvug. »» Dkl öllmeWW GM«««. Wien. 19. Februar. einem drei Spalten langen Artikel über das Buch im„Vor- .'ärts":„... Die Auwren haben nicht das Thema allgemein zu v.chairdeln gesucht, sondern jeder hat die Verhältnisse des Industrie- wciges, mit dem er durch langjährige praktische Tätigkeit vertraut i i, dargestellt, und tatsächlich bieten viele von den Beiträgen . nie Fülle interessanter Mitteilungen... Schipper an öer(Dsifront. Ein im Osten stehender Pankower Genosse schreibt uns: Tief verschneit liegen die weite», vom Krieg verödeten Gefilde. iuf den Siraßen stauen sich stellenweise meterhohe Sckineewehen, . urch die sich mühsam ein langer Zug?lrmieruiigssoldatcii vor- wäpts arbeitet. Bei einer Feldscheune wird Halt gemacht. Dort leben Hunderte von sogenannten„spanischen Reitern", wie die aus öolz und Stacheldraht gefügten Gestelle genannt werden, die man - Hindernisse vor den Stellungen überall da aufstellt, wo die Nähe des Feinde» oder gefrorener Boden das Herrichten ordent- chcr Trahwcrbaue nicht gestattet. Und hier liegen beide Gründe vorl Je zioei Mann nehmen die Enden der schweren und unge- iigen Dinger aus die Schultern, und weiter geht es in langem lug nach„vorn". Vor ihnen liegt der löv— 250 Meter breite Strom, von Frost in Banden geschlagen. Auf den Höhen des dies« citcgeu Ufer» zieht sich ein endloses Labyrinth von Erdwcrken „ii. 2lus der anderen Seite liegt die gut ausgebaute russische Stellung, ans der dann und wann ein Schuß aufblitzt und eine �kugcl herüberschnurrt. Nun biegen die Vordersten von der Ehaussee ab und nehmen die gerade Richtung aus die Stellung und teu Ftuß. Es ist Neumond, und der Nachthimmel lastet mit schnee- iaitschtvercr Dunkelheit auf dem endlosen Schneefeld. Dennoch liüssen„die von drüben" was gehört oder gesehen haben, so vor- ichtig mau auch aus Werk geht, denn jetzt beginnt mit cinemmal us User sich zu beleben. Blitz aus Blitz flammt auf, dein das Geräusch der sich irgendwo in der Nacht verlierenden Kugel aus dem Fuße folgt. Doch mit gespenstiger Beharrlichkeit schlängelt sich die lange schwarze Schlange weit über das leuchtende Schnee- vtd, quer über die Felder nimmt sie den Weg. über Laus- und ccbützcngräben schiebt sie sich fort, den steilen Uscrhang kriecht sie inbeirrt hinunter. Unten am Strand stutzt sie einen Moment wie icntschlossen und schlängelt sich dann nach rechts am Ufer entlang. - Es ist keines von den leichten Stücken heute abend! Bis zur •ilbei, Kiüehöhe waten die Männer im Schnee. Ein tückisch über- 'chneitcs Loch, ein zugewehter Graben läßt manchen bis zum Leib arin versinken. Die'Schützengräben müssen mit der bohindernden 'asi im Sprung überquert werden. Viele gleiten ab oder springen w kurz und stürzen in die Tiefe,— Mit zerschundenen Gliedern ■rcten einige den Rückzug an.— Derweil haben die Vordersten mit em Aufstellen der Hindernisse begonnen. Nur langsam geht diese Arbeit vor sich. Doch keiner weicht zurück, obwohl die Russen jetzt vie verrückt knallen. Doch schießen sie durchweg zu hoch, wenn auch ,'aiiche Kugel durch den Draht ritscht. hier und da auch einen Mantel durchlöchert. Wohl zwanzigmal und noch öfter liegen die Leute im Schnee und warten, bis die bleiernen Schlössen wieder weniger dicht kommen. Zwischen dem Aufblitzen der Gewehre und 'ein Herankommen der Kugeln vergehen immer einige peinvolle Sekunden, und diese kurze Wartefrist— trffst's oder trifft's nicht"— ist eine schreckliche Nervensolter. Doch es geht alles glück- und Flugzeuge im Abschnitt von Riga werden häufiger. An vielen Stellen wurden Bomben geworfen. Ju der Gegend der Chaussee bei Baldon(15 Kilometer südwestlub Uexkuell) heiliger Artilleriekompf. Unsere Flieger warfen Bomben in die deutieben Linien südlich Dolen (12 Kilometer südöstlich Riga). In der Gegend von Jatobsladt der- breiteten die Deutschen erstickende Gase in unseren Gräben. In G a l i z i e n warfen unsere Flieger am 16, Februar Bomben auf Buczacz. Am Dnjester setzte der Feind nach langer Artillerie- vorbereilung einen Angriff auf unsere Gräben bei Uszieczko an, er wurde aber durch Feuer abgewiesen. Nordöstlich Czernowitz zerstörte unsere schwere Artillerie durch ihr Feuer eine feindliche Batterie. Kaukasusfront: Im Küstenabichnitt warfen unsere Truppen den Feind aus einer Reihe von Stellungen, machten Gefangene, er- beuteten Munilionsvorräte und Pioniermaterial, Die Tatsache der Niederlage der tüikiichen Armee, die in den Kämpfen um Erzerum die schwersten Verluste erlitt, erscheint in immer hellerem Lichte. Die Forts der Festung und ihrer Umgebung liegen voller Leichen. Unter unseren Angriffen räumten die Reste der türkischen Armee in Unordnung mehrere Ortschaften und gingen in verschiedenen Richtungen zurück. Unsere Abteilungen verfolgte» sie trotz starker Schneesturms, töteten viele oder machten Gefangene von den Nachbulen der feindlichen Kolonne. In E r z e r u m erbeuteten wir die ganze Artillerie der Festung und einen großen Teil der Feldartillerie. Bis jetzt find zwei- hundert Geschütze gezählt, auch erbeuteten wir große Artillerie-Munitionsvorräte, große Mengen von Handwaffen, viele Aulomobile, Funkenstationen und Pontonierparks. Die Zählung der anderen Beulestücke und der türkischen Sol- baten, die in der Umgegend der Festung Erzerum gesangen wurden, ist beendet. Die Truppen der KaukasuSarmee, die trotz außer- gewöhnlicher und ununterbrochener Anstrengungen in mehr als einem Monat gegen einen Gegner in besestiglen und schwierigen Stellungen kämpften, hatten nur leichie Verluste und sind bereit zu neuen Unlernehmungen unicr dem Befehl ihres Oberbefehlshabers. Schwarzes Meer: Unsere Schiffe setzten ihre Operaiionen in der Küstengegend fort. Westlich Trapezunt wurden Brücken zer- stört; 15 Segler sind versenkt. Zum§aU von Erzerum. Paris, 18. Februar.(T. U.) Nach dem Beispiel der russischen Zeitungen beeilt sich auch die französische Presse, den Fall von Erzerum durch maßlose Uebertreibung seiner Bedeutung auszubeuten. Erzerum, so sagt der„Matiii", stellte die ganze Verteidigung des türkischen Reiches in Asien dar. Bern, 19. Februar. kW. T. B.) Zur Einnahme von Erzeruin schreibt der militärische Mitarbeiter des„Bund": Die Einnahme hat hauptsächlich Bedeutung für die Sichersiellung der russischen Kaukasus- front und ihrer Offcnsivkraft in Pcrsien, läßt aber die strategische Lage auf den europäischen Kriegs- schauplätzen unberührt. Die weitere Entwicklung hängt davon ab,>vie stark die Offcnsivkraft der Russen noch ist, und was die Türken zur Wiederherstellung der Lage westlich von Erzeruin noch zu tun vermögen. Die Linie Trapezunt— Ersingpaii— D i a r b c k r müssen sie unter allen Um- ständen behaupten. Erzcrum ist von der eigentlichen türkischen Operationsfront viel zu weit entfernt gewesen, um einem starken Feinde gegenüber vollkonrrnene Sicherheit zu bieten. Meldung des türkischen Hauptquartiers. Konstantiilopel, 18. Februar.(W. T. B.) Das Haupt- quartier meldet: Au der Jrakfront bei Kut el Amara Artillerie- und Infantericseuer. Im Abschnitt von Felahie wurden feind- liche Kräfte, die auf dem rechten Ufer des Tigris vorstoßen wollten, nach einem dreistündigen Kampf gezwungen, zu weichen und bis in die zweite Linie ihrer Verschanzungen ver- folgt. Nach einem Kamps mit einer feindlichen Eskadron floh diese unter Hinterlassung von mehr als 30 Toten. In P e r s i e n südwestlich von Hamadan wurden die Russen, die Kengaivcr anzugreifen versuchten, nach einem Gegenangriff unserer ans persffchen Freiwilligen bestehenden Abteilungen verjagt. Sie erlitten beträchtliche Verluste. An der Kaukasusfront nichts von Bedeutung. lich ab, der alte„gute Stern", der schon in so vielen Gefahren ge- leuchtet, iit auch in dieser dunklen Nacht tren geblieben. Doch auch nicht immer ist dem so!— Eine zienrlich mondhelle Nacht ist es. Eine'Abteilung Armierungssoldaten ist beim Ausbau der erst dürftig begonnenen Gräben begriffen. In gebückter Haltung stehend muß gearbeitet werden, denn bei der Beleu-chtung ist von User- zu Userrcrnd ein Beobachten sehr leicht. Sowie sich jemand gerade aufrichtet, folgen die Quittungen auf den Fuß. Und sie haben sich gut eingeschossen, die Herren Russen. Ost spritzen Erde und Steine der die Brustwehr bestreichenden Geschosse den Soldaten ins Gesicht. Da heißt es krumm stehen— denn hier gibt's nur Kopfschüsse. Da ist kurz rechnen. Schließlich aber ver- steckt sich der Mond etwas hinter die Wolken und einige klettern schnell hinaus, um den Grabeilrand zu planieren. Angst kennt kaum noch einer, die verlernt man bei der täglichen Gefahr. Und ohne der pfeifenden Kugeln zu achten, arbeiten sie ruhig weiter, mit gedämpfder Stimme gleichgültige Gespräche führend. Bi» plötzlich einer wortlos Kehrt macht, ein paar Schritte taumelt— und nnt durchschossener Brust sterbend in den Graben siiüt.— Da verschwindet alles schnell in der Deckung, das Grausige der eigenen Lage kommt jedem wieder zum Bewußtsein. Bchcrzle Kameraden tragen den Röchelnden fort— doch vergebens alle Mühe. Und auf jedem der zurückbleibenden bleichen Gesichter steht stumm, aber ein- dringlich die bange Frage:„Wer ff't der Nächste?" Doch am schlimmsten ist das sich-neu-Eingraden vor dem Feind, noch dazu bei hartgefrorenem Boden. Jeder Soldat weiß, was das bedeutet. Die Stellung soll weiter verlängert werden. Im Schlußstück des alten Grabens stehen die Armierung». soldarcn dicht gedrängt. Der Vollmond erhellt das gesamte Ge- lande taghell, daß man drüben den Posten beobachten kann. Mit Kreuzhacke und Spate schlüpfen die Mannschaften einzeln heraus und beginnen mit der Picke den steinharten Boden zu �bearbeiten. Weit umher spritzen die Erdsplitter. Doch der spröde Boden spottet fast jeder Anstreitguug; kaum merklich vertiefen sich die Löcher, obwohl den Männern trotz der Kälte der»schweiß in Strömen herunterrinnt. Wenn der?lrm erlahmt, springt schnell die'Ablösung aus dem Graben, während sich der Ermattete in Deckung ausruht. Jeder Erdbrocken wird sorgfältig zur Brustwehr — zum ersten Kugelschutz— gesammelt. Doch merkwürdig! Die Russen schießen� nicht viel mehr als sonst. Jeder'Augenblick kann die erwartete Salve bringen. Langsam dringt die Picke durch die ziemlich einen halben Meter dicke Frosischicht, erweitern sich die Löcher, wachsen langsam zu Gräben und Schulterwchrcn aus. Fürchten die Russen eine Antwort oder haben sie Mitleid mit den schutzlosen Menschen?--- Manchmal sind die„Rußtis" doch ganz schnurrige Kerle. Wir kennen schon„die von drieben" an ihrem Benehmen und wissen ganz genau, an welchen Tagen die Ablösung erfolgt. Die eine Kompagnie hat ganz niederträchtige Kerle. Die liebe lange Nacht knallen sie wie oerrückt, leuchten dauernd mit ihren Raketen das Gelände ab. Von Munitionsmangel haben wir bei denen noch nichts gemerkt. Ihre Ablösung ist anständiger. Oft versuchen sie sich mit un» zu unterhalten,'manchmal in ganz gutem Deutsch. An den Dardanellen schössen ein feindlicher Kreuzer und Torpedoboote in der Höhe der Meerengen am 13. und am 16. Februar einige Granaten ab und zogen sich dann auf die Erwiderung unterer Batterien hin zurück. Drei feindliche Flug- zeuge, die die Meerenge überflogen, wurden durch unser Feuer vertrieben. Melüung öer italienischen Heeresleitung. Rom, 13. Februar.(W. T. B.) Amtlicher Bericht vom Freitag. Feindliche Arlillerieumernehmungen gegen die Ortschaften Crosana stm Lagarinatal), Roncegno und Borgo(im Suganatalj, wodurch einiger Schaden angerichtet wurde, liniere Artillerie zerstreute feind- liche Abteilungen auf dem Wege nach Luierna und feindliche Arbeiter- gruppen in der Gegend des Hoch-Mico. Man meldet Infanterie» zusammenstöße im Suganatal, unsere Infanterie trieb die feindliche zurück und machte Gefangene. Am mittleren Jionzo bei Canaie beschoß eine unserer Batterien Barken, in welchen der Feind versteckt ankam. Auf dem Karst östlich Vermegliano machte eine unserer Ab- teilungen einen Einbruch in feindliche Verickanzungen und sügle den Truppen, welche diese besetzt hielten, Verluste zu. C a d o r n a. Erklärung üer englischen Mmiralität. London, 18. Februar.(W. T. B.> Meldung des Reuterichen Bureaus. Die Sl d m i r a l i t ä t veröffentlicht folgendes: Da in deutschen Blättern noch immer der unwahre Bericht vorkommt und von de» Korrespondenten in Deutschland nach den neutralen Ländern weilergegeben wird, daß in der Nacht zum 10. Februar zwei Kriegsschiffe oder Minen schiffe bei der Doggerbant versenkt worden seien, erklärt die Admiralität nochmals, daß von vier Minensuchern einer, nämlich die„Arabts", vermirftich vom Feinde versenkt worden ist, die andern unbeschädigt nach dem Hasen zurückgekehrt sind. «» • Amtlich. Berlin, 19. Februar.(23. T. 23.) Die britische Admiralität hat durch dos Reuterbureau in einer Veröffentlichung vom 18. Februar den Verlust eines zweiten Kriegsschiffe» bei dem Gefecht in der Nacht vom 10. zum 11. Februar auf der Dogger- bank in Abrede gestellt, indem sie die deutschen Berichte als unwahr bezeichnet. Gegenüber dieser amtlichen Auslassung wird festgestellt, daß die Vernichtung eines zw e i t e n Schiffes außer„Arabis" auf Grund einwandfreier Beobachtungen der deutschen Seestreit- kräfte erwiesen ist. Die amtliche Veröffentlichung vom 12. Februar über den Verlust des zweiten Schiffes besteht daher nach wie vor zu Recht. Der Chef des Admiralftabes der Mariue. Der amerikanische Senat über die deutsche Marineüenkschrist. Washington, 18. Februar.(W. T. B.) Meldung des Reutcrschcn Bureaus. Im Senate befürwortete S t c r- l in g seine Resolution gegen eine Zustimmung der Vereinigten Staaten zu der Rote Deutschlands gegen die bewaffneten Handelsschiffe. Er erklärte, der deutsche Befehl an die Marine habe die Vereinigten Staaten in die schwerste intcr- nationale Krffe gebracht. Er verteidigte Englands Recht, Handelsschiffe zur Verteidigung zu bewaffnen, und fragte, was dem amerikanischen Handel geschehen würde, wenn England nicht Herrin der Meere wäre. Senator L o d g e gab zu, daß eine llnterstütznng des deutschen Befehls durch die Vereinigten Staaten ein un- neutraler Akt sein würde. indirekte Melöung aus Kamerun. Loudou, 18. Februar.(W. T. B.) Meldung des Reuter- scheu Bureaus. DaS Presseburcau teilt mit: der General- gouverneur von Fernando Po ersuchte den Befehlshaber von Kamerun General Dobell für den früheren Gou- verneur von Kamerun Ebermaier ein Telegramm nach Berlin senden zu lassen mit der Mitteilung, daß M u n i t i o n s m a n g c l ihn gezwungen habe, zusammen mit all seinen Truppen und dem Stabe Doch es ist nicht ratsam, darauf einzugehen, weil man dadurch seinen Platz oerrät und so die Kugeln aus sich lenkt. ZLeihnachten erkundigten sich die Russen nach dem, was uns beschert worden sei. Da logen ihnen einige Kavalleristen das Leder voll, daß uns ordeni- lich das Wasser im Munde zusammenlief. Das Fest liegt nun auch hinter uns. Es war wohl kaum einer, der nicht im Innersten seines Herzens bis zum letzten'Augenblick ein Fünkchen Hoffnung mit sich herumgetragen hat, Weihnachten daheim bei seinen Lieben zu verbringen. Sich in diesen schönen Gedanken zu vertiefen, war auch eine Art Vergnügen. Doch nur ganz wenige traf dieses Glück. Wir anderen mutzten uns ohne das behelfen. Zwar hatten wir zwei freie Nächte— sie waren in wochenlangem schwerem Nachtdienst redlich verdient— aber richtige Ruhe war es doch uichl. Es wurde mit einem Ueberrumpelungsversuch der Russen ge« rechnet, demgemäß mußten wir alarmbereit liegen. Den ganzen Heiligabend bis zur einsetzenden Dunkelheit feuerte die russische Artillerie, und die unweit unseres Ouartier» aufgefahrenen Hau- bitzen blieben ihnen nichts schuldig, so daß die Kreuze und Sternchen an unserem dürftigen Weihnachtsbemmchen in dauerndem Schwingen blieben. Das stand aus dem wackligen Tisch in- mitten unseres raurnbeschränkten„Panjehäuschens"; als Tischtuch diente, in Ermangstung eines solchen, eine rotbraune Zeltbahn— um dem Ganzen etwas Feierliches zu geben. Es hatte zur Feier des Tages reichlichen Proviant gegeben, auch mit der Post waren wir leidlich zufrieden, und diese beiden Punkte waren die besten Voraussetzungen für eine gute Stimmung. Und als sich die Dunkelheit niedergesenkt hatte, da zündoten auch wir das halbe Dutzend Pfenniglichte an und sangen ein Weihnachtslied. Mit ein paar schlichten Worten feierte dam, einer das Fest, gedachte der Lieben daheim und der Kameraden, die nicht mehr bei uns weilten und gab unser aller Wünschen und Sehnen Ausdruck, daß es kommen möchte, das„Friede auf Erden". Daun wurden die Geschenke verlost. Jeder hatte eines gsstiftet; jedes Los gewann, und es gab dabei viel Spaß. Dann versuchten wir noch ein paar ZSeihnachtslieder zu singen; gut. daß keine Zuhörer dabei waren, sonst hätten wir uns blamiert. Einige versuchten dann die aussteigenden wehmütigen Erinnerungen an vergangene Jahre in unnatürlicher Lustigkeit und mit heißem Punsch zu betäuben. Andere saßen still und einsilbig da, und es ist fraglich, welche sich mehr gesehnt haben. Mancher drückte sich unauffällig auf sein hartes Lager, damit die anderen nicht die Tränensurchen auf der stoppelbärtigen Wange sehen konnten.— Draußen heulte ein die ganzen Feiertage andauernder wütiger Nordoststurm ums Haus, Schneemasscn um Schneemassen anhäufend. Eine schneidend« Kälte benahm fast den Atem und es war schier unmöglich, die Augen offen zu halten. Ein tiefes Mitgefühl mit den Kameraden überkam uns, welche in dieser unwirtlichen Nackt die zu den Reserven führen- den Telephonleitungen bewachen nmßten. damit im Falle eines An- griffs alles klappte. Doch sie rührten sich nicht, die Russen, saßen jetzt jedenfalls auch in ihren Unterständen; und wenn sie auch ihr WeihnachtSfcst erst 12 Tage später hatten, wird ihre Heimatssehn- sucht dock» auch mcht viel geringer gewesen sein als die unferige.— spanisches Gebie! zu betreten. Spanien Be-' absichtigt, die Truppen nach Fernando Po zu befördern. Die Verhandlung über die Einzelheiten hinsichtlich ihrer Jnter- nierung sind im Gange. Stimmen öer Verständigung ans Frankreich. Der»Verständiyungs"-Artikel des.Vorwärts" findet lebhaften Widerhall im.Populaire du Centre", einem der Organe der französischen Minorität. Anschließend an seine an die Adresse Vanderveldes gerichtete Zurückweisung der Ausfassung, daß die Zu- sammenkunft des Internationalen Bureaus von der Befreiung der besetzten Gebiete abhängig gemacht werden müsse, da die deutsche Sozialdemokratie keinen genügenden Einfluß auf die Friodensver- Handlungen besitze, bespricht das Blatt nun die Frage, was getan werden müsse, um den Völkern, dem Frieden und dem Sozialismus zu dienen. »Das wichtigste ist, zu wissen, in welchem Augenblick die Unter- dandlungen beginnen, was man hier entscheiden wird, und ob der Sozialismus nicht Fähigkeit und Macht hat, die Stunde zu be- schleunigen und die Beschlüsse zu beeinflussen." Di« durch nichts zu behindernde Anstrengung und Beharrlich- keit, die Oberhand zu gewinnen, scheint dem„Populaire" das ein- z:ge Mittel, das Ende des Krieges zu beschleunigen und die Frie- denöbedingungen auf eine solide Grundlage zu stellen. Je mehr das Gewissen und der Willen der Völker an der Errichtung des Friedens teilhaben, um so dauerhafter werde er sein. Keine andere Partei aber als die sozialistische Partei könne mit Recht von sich sagen, daß sie die Forderungen der Massen vertrete, keine andere besitze wie sie den internationalen Organismus, der diesen Wünschen und dem Willen, sie durchzusetzen, erlaube, ans Tageslicht zu ge- langen. Der Zeitpunkt sei gekommen, in diesem Sinne zu handeln. „Die Stunde des Wasfenstillstandes oder des Morgens nach dmn Kriege abzuwarten, um das Leben wieder aufzunehmen, würde für die Internationale die traurigste und dunkelste Sefte der ganzen Arbertergeschichte sein. Es ist nötig, sogleich, unverzüglich zu handeln." Der„Vorwärts" verlange eine internationale Konferenz, was jedenfalls eine vorbereitende Sitzung be- deuten soll«, die einem internationalen Kongreß vorangehen müsse. Man wetde versuchen, über die hauptsächlichsten Prmzftnen und die großen Linien eines möglichen und baldigen Friedens Uebcrein- stimmung zu erzielen. Es würde bedauerlich sein, wenn das nicht gelänge.„Aber haben wir Vertrauen und Hoffnung." Das Blatt erinnert an die Wort« auf der Glocke im Dom zu Basel, die Jaures zu so bewegenden Worten begeisterten:„Ich be- nvine die Toten, ich rufe die Lebenden!"„Beweinen wir die Toten, alle Toten, selbst diejenigen der feindlichen Armeen, und schämen wir uns dessen nicht! Aber rufen wie die Lebenden an, klopfen wir an ihr Gewissen, an ihren Geist, appelliere» wir an ihren Verstand, an ihre Interessen, um sie zu bestimmen, nicht die Hekatomben fortzusetzen, nicht die Ruinen zu vermehren, nicht die letzten moralischen und materiellen Quellen zu opfern, ohne die die gesellschaftliche Ordnung nicht wiederhergestellt werden und überleben kann. Noch einmal, der Sozialismus allein kann es. Es ist überflüssig hinzu- zufügen, daß er es muß. Wir werden zu prüfen haben, mit welchen Mitteln." ** * In einem zweiten Aussatz untersucht der„Populaire du Centre", was zuerst geschehen müsse. Man murmele von einer Vorkonferenz der Sozialisten der Verbündeten. Dagegen sei nichts einzuwenden, aber man solle schnell machen und den festen Willen haben, zum Ende zu gelangen. Es sei keine Zeit mehr für Ausflüchte, für Reden von fünf Stunden, für zweideutige Resolutionen, die nichts entscheiden. „Die Stunde ist gekommen, wo jeder vor seinem Bst�e/la nd, vor dem Sozialismus und vor di�r Ges ch i ch te die volle und ganz-e Ve ra n t- wörtlich! eit auf sich nehmen muß." Mögen zunächst Franzosen. Belgier, Engländer, Russen, Jta- licner untereinander reden mit der einzigen Voraussetzung, daß ein Kongreß mit den Delegierten der anderen Nationen abgc- halten werden soll. Die Verständigung werde um so leichter sein, als es auf dem dreifachen Gebiet, dem nationalen, dem sozialisti- schen und dem menschlichen keinen seines Namens würdigen Men- schen gebe, der ein Anhänger unserer Lehren und unserer Ideale sei, und in diesem Augenblick nicht die gleichen Wünsche und die gleichen Urteile über die allgemeine Lage der Völker und der Staaten habe. „Hat man genügend darüber nachgedacht, welchen ewigen Tribut der Anerkennung die Generationen von morgen dem So- zialismus schulden, wenn dieser seinen ganzen politischen Einfluß und seine ganze moralische Macht, sein ganzes Gehirn und sein ganzes Herz der Rettung Europas und des Werkes von Jahr- Hunderten widmet? Und welche Abdankung, welcher Verrat, wenn in diesem Sinne nichts versucht wird! Wehe denjenigen, die in dieser feierlichen Minute feindlich oder nur untätig bleiben!" Kein« der sozialistischen Parteien beherrsche ihr Land. Aber wenn ein Uebereinkommen getroffen werde über die Hauptprinzipien eines Friedens, der die Unabhängigkeit der Nationen wahrt, und wenn in allen Parlamenten der Welt der Wille der Jnternatio- nalc in gleichen Worten zur selben Stunde verkündet werde, so könne keine Regierung, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen, dem furchtbaren Strom der Meinung widerstehen, der die Völker elektrisieren werde. Englische Anregung zu einer Regienmgs- erklärung über IrieöensverhanöUmgen. Laut„Daily Neivs and Lcader" vom 14. Februar erklärte das Parlamentsmitglied Philips S n o w d e n am 13. Februar in einer Versammlung des Unabhängigen Arbeiter- Verbandes in Keighley, daß er und eine Anzahl seiner Kollegen in der Parlamentssitzung vom 15. Februar einen Antrag einbringen würden, der vorschlägt, daß die eng- ltsche Regierung sich nach vorhergegangener Ans- spräche mit den Verbündeten bereit erklären solle, die Ziele •und Bedingungen für einen gerechten und dauerhaften Frieden bekanntzugeben. Früher oder später müsse man doch dahin kommen; es sei wohl kaum zweifelhast, daß kein vernünftig denkender Mensch im Lande noch auf einen vollständigen und entscheidenden Sieg hoffe. Ebenso trügerisch sei es. die endgültige Auseinandersetzung von der wirtschaftlichen Erschöpfung zu erwarten. Der Augenblick sei günstig, da sowohl Kriegführende als auch Neutrale zu Unterhandlungen be- reit seien. Wenn die Einberufung einer Friedenskonferenz auch nicht möglich sei, so wisse man dann doch wenigstens, daß der Krieg bis zur Entscheidung durch Waffengewalt oder wirtschaftliche Erschöpfung fortgeführt werden müsse. Die engtische �Stop the war�propaganüa. Im Tagesbericht der„Morning Polt" vom 14. Februar heißt es: lleberall in London sind jetzt„Stop the war'-Ausschüfle ge- bildet worden, so hieß eS bei der ersten Versammlung deö East London-AuSschusseS. Die Hauptredner waren I. Scott Dückers und ■■.... 1 RNÖK?'-:T' E. H. Norman, Vorsitzender Bezw. Schatzmeister des britischen„Stop' the war"-Ausschusses. Ohne Karten war der Eintritt nicht gestattet. Ungefähr öv Männer und Frauen waren anwesend. Mr. Scott Duckers sagte, die Propaganda sei in vollem Gange, und selbst wenn er und Norman festgenommen würden, werde die Agitation doch vorwärts gehen. Er bedauere, daß man für die Un- abhängigleit Belgiens kämpfe. Nach seiner Meinung sei Belgien nicht verwüstet, denn sieben Millionen Belgier wären noch im Lande verblieben. Wie könne König Albert, der außer Landes sei, wissen, ob diese Leute nicht mit dem Stand der Dinge zufrieden seien? Der in Belgien angerichtete Schaden werde aus 40 Millionen Pfund Sterling geschätzt: nach seiner, Duckers, Meinung könnten England und seine Verbündeten diese Summe in einer Woche be- zahlen. Deutschland könne auch etwas dazu beitragen. Ueber die militärischen Operationen sagt er, daß nach achtzehn KriegSmonaten England nicht einen Erfolg gehabt habe, dagegen viele Fehlschlüge— Antwerden, Möns, Neuve, Chapelle, Loos und Gallipoli. Er prophezeite auch, daß die Verbündeten Saloniki werden räumen müssen. Er sprach freundlich von den Deutschen in England, die den Wohlstand des Landes gefördert hätten. Er glaube nicht, daß, selbst wenn Deutschland geschlagen würde, dadurch der Militarismus vernichtet werde. Bei der Besprechung der Kosten und moralischen Wirkungen des Krieges entwarf der zweite Redner, C. H. Norman, ein düsteres Bild von der Lage der von der Front zurückkehrenden Leute. Der Krieg habe die englischen Arbeiter zu Sklaven gemacht. Er prophe- zeite ernste Unruhen nach dem Kriege. Er werde die Agitation fortsetzen und sich jeder von der Regierung eingeführten reaktionären Maßnahme widersetzen. Eine Entschließung, welche die Regierung auffordert, den Krieg zu beenden, und die Parlamentsmitglieder ersucht, keine weiteren Mittel zu bewilligen, wurde mit allen gegen eine Stimme angenommen. Die englischen Kriegsausgaben. London, 19. Februar.(W. T. B.)„Daily Talegraph" zufolge wird die neue KredÄvorlage den Betrag von 8499 Millionen Mark anfordern, wodurch der Gesamtbetrag d�r Kreditvorlagen für das Finanzsahr auf 34 499 Millionen Mark steigen wird. Bis Ende März weiden 2499 MiNonen Mack nötig sein und 6999 Millionen Mark bis Ende Mai. Die angenommenen Kredite seit Begmn des K«eges werden dann insgesamt 49 Milliarden 649 Millionen Mark betragen. Kriegsöebatte im englischen Parlament. London, 18. Februar.(W. T. B.) Unterhaussitzung vom 17. Februar. Minister Samuel sagte auf eine Anfrage: Ein tv eidlicher Spion ist zum Tode verurteilt woidcn, die Todesstrafe wurde in lebenslängliches Zuchthaus um- gewandelt.— Auf eine andere Frage antwortete Preinienninisier ?! s q u i t h, die Beschränkung der persönlichen Freiheit beziehe sich nur auf britische Untertanen feindlicher Herkunft oder mit feindlichen Verbindungen. In der Fortsetzung der Adressedebatte beantragte P e t o (Unionist), das Unterhaus solle sein Bedauern darüber aussprechen, daß die Regierung nicht die Handelsflotte unter Staats- kontrolle gestellt und die Bewegungen der Frachtraten bestimmt habe. Der Redner führte aus, daß fast zwei Drittel der Handels- marine für Krieg�toecke requiriert worden seien, daß aber von ihnen kein ökonoirchfther Gebrauch gemacht worden sei. Eine sehr beträchtliche Anzahl von Schiffen sei durch feindliche Kreuzer und später durch Unterseeboote zerstört worden. Die Handelsflotte ver Miftelwächte sei ausgolchaltet gewesen, aber jeder Bau von neuen Schrfsrn habe auMyvrt, und es sei nichts geschehen, um die durch den Krieg erlittenen Verluste wettzumachen. Der Schiffs- mangel sei durch die Uetofullung der Häsen vermehrt worden; eS herrsche Chaos in bef SSWfmhrlswelt. Ein Verbot der Einfuhr dieser oder jener ArtVek löse das Problem nicht. Nachdem die Regierung zwei Drittel der.Handelsflotte requiriert habe, dürfe der Rest nicht nach dem Grundsatz des laisser faire fortbestehen. B a lfo ur sagte, die Admiralität handle in Schiffahrtsfragen nach dem Rate von achtzehn bedeutenden Reedern. Der Vorschlag, der Handelsschiffahrt die Frachtraten vorzuschreiben, sei unmöglich, solange die Schiffe der Zllliierten und der Neutralen die Markt- konjunktur beulen dürften. Die Verschwendung des Schiffs- raumes könne oermindert werden, wenn jeder General oder Ad- miral, der beispielsweise Operationen im Mittelmeer ausführt, die volle� Kenntnis eines erfahrenen Rssders besitze. Es bestehe ein beständiger Konflikt zwischen den Bedürfnissen des Schiffs- raumes und den Bedürfnissen der Kriegführung. Der Schiffs- mangel sei wesentlich eine Folge der ungeheuren Anforderungen der allgemeinen Militärpolitik der Alliierten insgesamt und nicht Enatands allein. Es wäre jedoch der größte denkbare Fehler, die Militärpolitik zu beschränken oder zu ändern, selbst wenn es sich um die wichtigsten subsidiären Rücksichten handle. Houston iUnionist) sagte, die ganze Schwierigkeit des un- zureichenden Schiffsraumes sei dadurch entstanden, daß die?ld- mtralität früher die kleinen Kriegsschiffe abgeschafft und nur Dreadnoughts und Ueberdreadnoughts und Kreuzer gebaut und die Handelsstraßen unbeschiitzt gelassen habe. Jiffolgedessen sei die Lkd- miralität bei Ausbruch des Krieges genötigt gewesen, eine graße Zahl von Ozecmfahrern von der Handeisslotte wegzunehmsn und sie als Kreuzer und für andere Zwecke auszurüsten. Der Redner kritisierte es, daß Jatlien britische Schiffe beanspruche statt die in itialenischen Häfen liegenden deutschen Schiffe zu benutzen. Der Redner führte Beispiele großer Verschwendung von Schiffs- räum durch die Admiralität an.— R u n c i m a n sagte, von hundert Schiffen, die vor dem Kriege für den Handel verfügbar gewesen seien, seien jetzt nur etwa 67 verfügbar, und davon seien LI bis 24 neutrale Schiffe. Das zeige, in welch gewaltigem Maße England von den Diensten der neutralen Schiffahrt abhänge. Eine Festsetzung von HöÄtfrachtsätzen gehe nicht an. Eine der größten Gefahren wäre ein Mangel an Schiffen, die Borräte für England, Italien, Frankreich und Rußland beschaffen sollen. Die Staats- kontrolle der Schiffahrt sei jetzt so weit, daß kein Schiff ohne Er- laubnis ausreisen dürfe.— Der Antrag Peto wurde abgelehnt. London, 18. Februar.(2B. X. 23.) Unterhaus vom 17. Februar.(Schluß.) Ellis Grifsith bestritt, daß die Erörterung dem Zweck diene, Panik hervorzurufen, und kritisierte die häufigen Aenderungen in der Politik der Regierung, die keine Verbesscrurigen gewesen seien. B a l f o u r sogt«, es sei bekannt, daß England unvorbereitet in den Krieg gegangen sei. Die Regierung habe nicht versäumt, Kriegsmaterial zu bestellen, aber sie habe es nicht erhalten können. Balfour erlrähnte, daß auch die Kriegsflotte nicht alle Geschütze habe, die sie brauche. Sir Henry D a l z i e l fragte, wann die Regierung die Geschütze bestellt habe. Es sei nicht 15, nicht 12, auch nicht 6 Monate her, denn vor sechs Mo- natcn waren viele Werkstätten des ganzen Landes nur halb be- schäftigt und hätten gerne Aufträge angenommen. Es sei unrecht, dem Parlamente zu sagen, daß man Maschinen und Flieger nicht bekommen könne. Das wahre Geheimnis sei die völlige Nachlässig- keit der Regierung. Man könne nichts tun, als Geduld emp- fehlen. Redner sprach den Wunsch aus, daß eine Llbstimmung statt- finde. Bonar Law versprach, dem Hause eine neue Gologen- heit zur Debatte zu geben. Die Regierung sei keineswegs völlig mit dem Lustdienste vaheim zufrieden und versuche dem Uebel- stände abzubelfen. Tarauf zog Johnson Hicks seinen Llntrag zurück. Die Liberalen waren sehr besorgt, daß eine Abstimmung über den Antrag stattfinden könnte. Auf ihre Veranlassung ge- stand Asquith zu, daß über die Frage nochmals verhandelt werde. « ÄSMätetie»rtlsi-!»IC WMIMtjWMMAWWW Londo«, 19. Februar.(25. X. 58.T SberhauZsitzung botrt 17. Februar. Lord Oranmore erörterte die Zeppelingesahr und fragte die Regierung, welche Maßregeln sie plane, die künftig eine größere Sicherheit gegen diese Angriffe geben würden, und ob die Regierung den Bau einer Lustschifflottc beabjickitige oder andere und bessere Mittel für die Verteidigung habe.� Der Redner erklärte es für wünschenswert, daß ein Minister für das Luftfahrwesen ernannt würde.— Lord Peel fragte, ob die Re- gierung sicher sei, daß sie den besten Flugzeugtyp besitze, um gegen die deutschen Fokkermaschinen aufzukommen. Er, Redner, habe er- fahren, daß der Bau der Flugzeuge in Farnborough nicht in den Händen von Männern liege, die praktische Kenntnis der Bedürf- nisse der Armee in Frankreich besäßen. Die an der Front be- findlichen Flugzeuge seien nicht die für Manöver und Angriff geeignetsten. Lord Kitchener erwiderte, eine öffentliche Erörterung dieser Dinge könnte dem Feinde Informationen und Beistand geben. Bei dem Bau von Flugzugen werde alle praktische Ersah- rung zu Rate gezogen, und alle neuen Typen würden im Felde ausgeprobt. Die Besprechung des Luftkrieges im Parlament und in der Presse, sagte� Kitchener, darf beim Feinde nicht den Ein- druck hinterlassen, als ob der durch die Lustangriffe angerichtete materielle und moralische Schaden größer sei, als er wirklich ist. denn das würde die Deutschen zu weiteren Angriffen ermutigen. Die bisherigen haben die Kriegführung nicht beeinflussen können, und ich glaube nicht, daß die Ätation wünscht, ihnen eine allzugroße 23edeutung beizulegen und die Kriegsoperationen durch sie beeinflussen zu lassen. Wir haben das Vertrauen zu dem Volke, daß es seine bisherige Kaltblütigkeit bewahren wird, denn im Kriege kann man nicht immer und überall Sicherheit gewähren, sondern muß hier und da Gefahr laufen, um an den Punkten, auf die es ankommt, genügend stark sein zu können. Das Kriegsamt hat beim Flugwesen zunächst an die Bedürfnisse der verschiedenen Kriegsschauplätze gedacht, und das Fliegerkorps verdient alle An- erkennung. Den britischen Inseln können wir nicht verbürgen, daß die Luftangriffe sich nicht wiederholen. Ein Jnformatsons- dienst wird über das ganze Land eingerichtet, um das Publikum zu warnen und die Verteidigung zu organisieren. Hegen öie törichten MinifterreAen. „Pall Pall Gazette" vom 14. Februar veröffentlicht folgendes Eingesandt von Oberst A, P. Macdonald:„Gestatten Sie mir, gegen die ruhmredigen Worte unseres Ministers des Innern Samuel auf dem Bankett der Ieitungsb-sitzer öffentlich Stellung zu nehmen. Zu sagen:„Wir haben einen Sieg errungen, ohne eine Schlacht schlagen zu müssen", und„die britische Flotte ist so stark daß der Feind nicht wagt, unS die Seeherrschast streitig zu machen", heißt das Unglück heraufbeschwören. Ich habe beobachtet, daß das jedesmal. wenn einer der Herren Minister zu einer Ruhmesrede solcher Art seinen Mund auftut. ein Unglück passiert und unsere armen Osstziere und Leute zu leiden haben. Und was soll man zu der übermütigen Behauptung sagen:„Großbritannien ist ein unangreifbarer Fels'? Solches Gerede fordert zu Luftangriffen auf unverteidigte Städte geradezu heraus! Kein Soldat würde so sprechen. Warum dürfen Politiker es tun? Warum kümmern sie sich nicht um ihre eigenen Geschäfte, anstatt einen an sich schon so wilden Feind zu weiteren Ausfällen der Barbarei zu reizen? Jetzt warte ich auf die nächsten Monate und auf die Folgen von Mr. Samuels Torheiten." Vor öem �lltar ües vaterl«t»öes. Kurz vor Töeihnachten fand in einem Geschäftsladen in Peters- bürg eine sagenannte„Expropriation", d. h. ein bewaffneter Ueber- fall statt, bei dem einige der Uebeltäter verhastet und dem Kriegs- geeicht übergeben wurden. Bei einer Durchsuchung der Verhaf- teten wurden außer Cyankali und Waffen auch Flug Rätter der „Nördlichen Gruppe der Anarchisten" gefunden. Die Einzelheiten dieser Affäre scheinen bei der Untersuchung so deutlich auf die schmutzigen Hände von Lockspitzeln hingewiesen zu haben, daß sich ein in diesen Dingen so wohl bewandertes Organ wie die„Nowoje Wremja" bewogen sah, einen seiner Mit- arbeiter zu dem bekannten Lockspitzel-Entlarver B u r z e w zu ent- senden, um seine Meinung über den vorliegenden Fall zu erfahren. Burzew, der nach seiner Rückberufung aus der Verbannung zurzeit in Petersburg lebt, beantwortete die neugierige Frage des Ausfragers mit dem Gemisch von selbstbewußter Würde und diplomatischer Zurückhaltung, das sich für einen neugebackenen „sozialistischen" Patrioten geziemt. Keine politische Partei, so er- klärte er, habe an dieser Affäre teilnehmen können. Man müsse dieser Frage gegenüber besondere Vorsicht tvatten lassen, da es in früheren Jahren grelle Beweise für das Treiben von Lockspitzeln gegeben habe. Jetzt jedoch, während des Weltkrieges, erachte er es für inopportun, in einer heiklen Lockfpitzelaffäre aufzu- treten I Diese Antwort Bnrzews, der monatelang in der Westeuro- päischen Presse unvevdienterweise als Repräsentant des russischen Sozialismus ausgegeben wurde, liefert erst den richtigen Maßstab für'die Tiefe des patriotischen Aufschwunges dieses Mannes. Daß er sich nach Kriegsausbruch nach Rußland begab und sich ver- trauensvoll in die Hcnrde der Grenzgeirdarmen lieferte, war echt, war vielleicht der Ausfluß eines Gefühls, mit dem nicht zu rechten ist. Wenn er eS aber jetzt ablehnt, sich zu einer offensichtlichen Lockspitzelaffäre zu äußern, er. der seit Jahren die ganze Welt- geschichte»ur unter dem Gesichtswinkel der Entlarvung von Lockspitzeln betrachtete, so zeigt er, daß er mit ruhiger Ueberlegung sein Liebstes, seineu Beruf eines„revolutionären Sherlock Holmes" auf dem Altar des Vaterlandes darzubringen vermag. Letzte Nachrichte«. Eine Verschwörung auf Madagaskar. Paris, 18. Februar.(W. T. B.) Ueber die Verschwörung auf Madagaskar erfährt.Le Journal" aus Antananarivo: Ziemlich ernste Ereignisse haben sich auf Madagaskar zugetragen.�?lm 31. Dezember sollten die europäischen Offiziere, Unteroffiziere und Soldaten vergiftet werden. Tie Verschwörer hofften dadurch die(eingsboreuen) Schützen auf ihre Seite zu bringen, oder zum mindesten in den Besitz von Waffen zu gelangen. Die hohen Be» amten sollten gleichfalls vergiftet oder niedergemetzelt werden, ebenso wie die anderen Kolonisten. Vor fünf Jahren war die Organisation der Verschwörer unter dem Deckmantel einer patrio- tischen Gesellschaft gegründet worden. Es liegt auf der Hand, schreibt das Pariser Blatt, daß sie ihre Propagandamittcl von den dort wohnenden Deutschen erhielt. Eine Anzeige ermöglicht� es, die madagassische Verschwörung zu entdecken. Es wurden über zweihundert Verhaftungen vorgenommen. Die Untersuchung geht weiter. Die Bevölkerung bleibt ruhig, ebenso wie die große Masse der Eingeborenen, welche von der deutschen Propaganda nicht bc- rührt wurde und die unserer treu bleibt. Hier Wie auch in den anderen Kolonien ist die deutsche Bestechung ohne Wirkung ge- blieben. Besetzung der Insel Othonoi. Athen, 19. Februar.(W. T. B.)(Reutermelbung.) Amt- sich wird mitgeteilt, daß eine Abteilung der Allnerten die kleine Insel OthonoibeiKorfu besetzt hat. Gewerkschaftliches. Verlin und Umgegenü. Sitte Gauleiter-Konferettz des Zentralverbattdes der Fleischer tagte im Berliner- GewerkschaftshauS. Die Entwickelung des Bsr- bau des kann als zufriedenstellend bezeichnet werden. Im Jahre 1315 wurden 3826 Neuaufnahmen gemacht. Ein sehr erheblicher Teil der gewonnenen Mitglieder wurde nach kurzer Zeit zum Kriegsdienst eingezogen. Durch das Fehlen geeigneter Mitarbeiter war die Agitation keine leichte. Die Einnahmen des Verbandes betrugen für das Jahr 1915: 172 726,15 M.. die Ausgaben 137 332,27 M. Für Unterstützungen wurden 39 364,96 M. gezahlt. Aus dem Kriegshilfsfonds des Verbandes wurden an Frauen im Kriege befindlicher Mitglieder bis Jahresschlust 47 883 M. gezahlt. Beschlossen wurde, Unterstützungen aus dem Kriegshilfsfonds weiter zu zahlen. Während der Kriegsdauer wird nur Arbeitslosenunterstützung gezahlt. Die KranSenunterstützung soll nach Kriegsbeendigung wieder eingeführt werden. Eingehend beschäftigte sich die Konferenz mit der Kriegs- beschädigten-Fürsorge. Die Innungen wollen auch hier nicht mit der Organisarion gemeinsam arbeiten. Die Abneigung der Fleischer- meister gegen die Organisationen ist die alte geblieben. Besonders betont wurde, daß die Städte auf ihren Schlacht- und Viehhöfen viele kriegSbeschädigte Fleischergesellen beschäftigen können. Der Ausbau der Arbeitsvermittelung wurde ebenfalls ein- gehend behandelt. Die Organisation der Arbeitsvermittelung im Fleischergewerbc läßt viel zu wünschen übrig. Die Jnnungs- avbeitsnachweise sind nicht in der,Lage, einen Ausgleich zu schassen. Während in einigen Bezirken Arbcitsmangel ist, herrscht in anderen Gesellenmangel. Eine reichsgesetzliche Regelung der Arbeitsver- Mittelung ist dringend notwendig. Die während des Krieges eingeführte Frauenarbeit wurde ebenfalls besprochen. Bedauert wurde, daß die Schutzgesetze außer Kraft gesetzt sind. Ueberall soll darauf hingewirkt werden, möglichst hohe Löhne für Frauenarbeit zu erzielen. Des weiteren beschäftigte sich die Konferenz mit Agitations- Und Verbandsangelegenheiten. Mindestgehälter für Werkmeister und Abteilungs- Vorsteher. Die Ortsgruppe Berlin des Werkmeister-Verbandes für das deutsche Buchbindergswerbe und verwandte Berufe i Buchbinderei— Druckereien— Album— Kartonagen— Luxuspapier— Vrägerei— Galanterie-, Portefeuiller-, Lederwaren usw.) hat in ihrer Sitzung vom 12. Februar dieses Jahres einstimmig beschloffen, für alle Werkmeister und Abteilungsvorsteher im Ortsbezirk Grotz-Berlin eine Mindestgehaltsgrenze von 223,— M. vro Monat festzusetzen; die während der Kriegszeit bereit- gezahlten Teuerungszulagen kommen hierbei als Gehalt nicht in Anrechnung.— Im Anschluß hieran gibt die Geschäftsleitung bekannt, daß der Stellennachweis des Verbandes, Berlin NO. 55, Woldenburger Str. 28 sAmt Königs- ftadt 6531— vorm. 13— 1, nachm. 5— 8 Uhr), Stellenangebote unter diesem Mindestgehaltssatz nicht mehr vermitteln wird. Lohnzuschlag aus Versehen. Eine Anzahl Sattler, die in der Mllitäreffektenmbrik von H. Lecker u. Co. beschäftigt waren, erhielten außer dem tarifmäßigen Slückiobn eine KriegSzulage von 23 Proz. Da der Tarif den Unter- nebmer zu einer Kriegszulage von nur 13 Proz. verpflichtet, aber tatsächlich manchmal höhere Zuschläge bezahlt werden, um tüchtige Arbeiter an den Betrieb zu fesseln, so glaubten die Sattler, das sei auch hier der Fall. Sehr erfreut über die Noblesie der Firma arbeiteten die Sattler drei Wochen mit Vergrü ben unter dieien Bedingungen. Dann aber kam l die Firma dahinter, daß sie nur durch ein Versehen deS Meisters 23 statt 13 Proz. Zuschlag gezahlt hatte. Am nächsten Lohntage wurden den Sattlern dann die während der drei Wochen über den Tarif bezahlten 13 Proz. mit einem Mal abgezogen. Dadurch wurde der Glaube an eine besondere Noblesse der Firma zerstört. Zwei von den betreffenden Sattlern wandten sich an das Jnnungs schredsgericht mit dem Antrage, daß ihnen die Firma den Abzug— in einem Falle 13.83 M., im anderen 14,55 M.— zurückzahle.— Das Schiedsgericht verurteilte die beklagte Firma zur Zahlung dieses Betrages. Das Ur.eil wurde wie folgt zutreffend begründet: Wenn die Kläger statt der tariflichen 13 Proz. einen Zuschlag von 23 Proz. erhielten, so konntcn sie in gutem Glauben annehmen, die Firma wolle ihnen eine besondere Vergütung zuwenden, um die Arbeitslust anzufeuern, was einzelne Firmen tatsächlich getan haben. Ein nachträglicher Abzug des übertariflichen Zuschlages ist un- zulässig. Nach der Verkündung des Schiedsspruches versicherte Herr Becker. er werde Klage beim Amtsgericht erheben. Denn außer den beiden Klägern würden noch etwa 23 andere mit derselben Forderung kommen, so daß die Firma 533 M. zurückzuzahlen hätte. Tie Berliner Textilarbeiter im Jahre lSIS. Der Jahresbericht der Filiale Berlin des Deutschen Tcxtil« arbeiterverbandes gibt, was die Arbeitsgelegeuhert anbetrifft, im all- gemeinen kein günstiges Bild. Gut beschäftigt waren nur die Bc< triebe, welche iür den Heeresbedarf arbeiten: die Tuchfabriken, die Branche der Seiler und ein Teil der Posamentenbranche. Im übrigen war der Geschäftsgang infolge der Kriegsverhäliniffe ein iebr ungünstiger. Wegen der durch de» Heeresdienst stark ver- minderten Arbeiterzahl war zwar die Zahl der Arbeitslosen nicht groß, aber die Mehrheit der Textilarbeiter halte das ganze Jabr hindurch unter einem Notstand zu leiden, denn ein Teil der Betriebe war monatelang gänzlich geschlossen und nach Wiederaninahme des Betriebes wurde nur bei verkürzter Arbeitszeit und dementsprechend Vermindertem Verdienst gearbeit. Obgleich in einer Reihe von Be- trieben Lohnaufbesserungen oder Teuerungszulagen durchgesetzt werden konntcn, blieb der Verdienst infolge der beschränkten Arbeits- Möglichkeit so gering, daß die Teuerungsverhältnisic für die Textilarbeiter doppelt fühlbar sind. Ein Teil der Textilarbeiter haben sich anderen Berufen zugewandt, wo sie höhere Löbne erzielen. Nicht in allen Zweigen der Textilindustrie herrschen die gleichen Verbältnisse. In der Weberei war— abgesehen von den für Militärbedarf beschäftigten Betrieben— wenig Arbeit. Noch trauriger sind die Verbältnisie in den Färbereien und chemischen Waschan'�lten. Arbeit ist hier nur zeitwelse vorhanden. Der Verdienst ist deshalb außerordentlich niedrig. Die Möbel- und Konfektionsposamentenbranche liegt fast völlig darnieder. Dagegen haben die ans Militärartikel beschäftigten Poiamenliere ihre Wochen- löbne über 53—63 M. erhöhen können.— Die Dekateure werden erheblich über den Tariftobn bezahlt, denn in dieser Branche sind die Arbeitskräfte besonders knapp, weil die Beschäftigung nur kräftige Männer erfordert.— Sehr gering ist die Arbeitsgelegenheit in der Strick- und Wirkwarenbranche. Am ungünstigsten sind die Ver- hällniffe in der Stickerei. Diese'Branche, die vor dem Kriege 4— 5003 Personen beschäfrigte, ist jeyt so gut wie tot. Die Stickerei ist eine Luxusindustrie. Ihre Erzeugnisse werden jetzt nicht verlangt.— In der Seilerei, die nur für Kriegsbedarf arbeitet, herrschte während des ganzen Jahres ein guter(Geschäftsgang. Es konnten deshalb auch Lobnerhohungen erzielt werden. Die Mttgltederzahl hat sich im Laufe des Jahres um 696 per- ringert. In dieser Zahl sind 356 zum Heere eiiigezogene Mitglieder eingeschloffe». Rechnet man dieie noch als Mitglieder mit. so be- trägt der Rückgang 343. Am Schluß des Jahres zählte die Filiale 936 männliche und 478 weibliche, zusammen 1413 Mitglieder. Wie der Filialleiter Gruhl in der Generalversammlung am Donnerstag mitteilre, find noch in keinem Jahr« solche Erfolge in der Lohnaukbefferung erzielt worden, wie im vergangenen Fahre. Nach dem Kriege wird es in erster Linie Aufgabe des Verbandes sein, den Kollegen diese Erfolge nicht nur zu erhalten, sondern für eine dauernde Besserung der Lage der Texlilarbeiler zu wirken. veutsÄes Neich. Der Bäckerverband im Kriegsjahre ISIS. Die Arbeiter der Nabrungsmittclgewerbe wurden durch die Einziehungen zum Heeresdienst insofern doppelt detroffen, alz sie nicht nur zum Kampf an der Front Verwendung finden, sondern sehr viele von ihnen werden in den Etappen, in den Proviant- ämtern usw. für die Verpflegung der Truppen gebraucht. Deshalb haben auch die zuständigen Gewerkschaftsorganisaiionen, und unter ihnen der Bächerverband. verhältnismäßig die größten Schwierigkeiten in den verflossenen Kriegsmonaten zu überwinden gehabt. Der Verband zählte, nachdem er bereits im Jahre 1914 von 28 7»4 Mitgliedern auf 17 554 am Jahresschluß zurückgegangen war— also bereits 11200 Mitglieder eingebüßt hatte—, Ende 1915 noch 9110 Mitglieder, davon 6644 männliche und 2466 weibliche. Ader auch die Kassenverbältnisse zeugen davon, daß die Mil- gliedcr erfreulicherweise es auch während der Kricgszeit mit der Erfüllung ihrer Pflichten gegenüber der Organisation ernst ge- nommen haben. Die Zahl der auf je ein Mitglied entfallenden Wochenbeiträge ist ständig gestiegen. Es liegt hierin sicher auch eine Anerkennung der Leistungen der Organisation. Die Gesamt- einnähme des Verbandes betrug 851 322 M.(einschl. einem Vor- trag von 461 593 M.), die Ausgabe 389 128 M., so daß ein Kassen- bestand von 461 894 M. verbleibt. Das sind 831 M. mehr als am Schluß des Vorjahres. Die Hauptkaffe hat aber einen um 13 259 Mark höheren Bestand, während die Lokalkassen allerdings 12 958 Mark weniger aufweisen, da sie ans ihren Mitteln noch Unter- stützungen in Höhe von 18 663 M. zahlten. Der allgemein günstige Stand der Kassenverbältnisse wurde erreicht, obgleich auch die Hauptkasse große Uitteritützungssummen auswarf. Für Arbeitslose wurden 1915 gezahlt 27 349 M., für Kranke 28 374 M., an Unterstützungen für die Familien der Ein- gezogenen einschließlich der Weihnachtsunterstützung und Not- fällen 97 158 M. Das sind im Berichtsjahre insgesamt 154 497 M. In allen 17 Kriegsmonaten bis Ende des Vorjahres wurden für ..Kriegsunterstützungen" von der Organisation allein 146 529 M. ausgegeben. Lohnbewegungen kamen(einschl. der Bewegung zur An- erkennung des Reichstariss in 66 Konsumgenossenichaften) 7 zum Abschluß, die sich auf 52 Orte mit 427 Betrieben erstreckten, in denen 1635 Beschäftigte gezählt wurden. Alle Bewegungen waren friedlicher Natur. Erreicht wurde für 126 Beteiligte eine Arbeits- zeitverkürzung um 215 Stunden pro Woche. 1554 Beteiligte haben eine wöchentliche Lohnerhöhung von 1956 M. erzielt. 477 konntcn eine erhöhte Bezahlung der Ueberstunden und 71 einen höheren Aufschlag für Sonntagsarbcit erlangen. Tie 7 Bewegungen endig- ten für 1555 Beschäftigte mit Abschluß eines Tarifes. Der Verband bat also in jeder Weise die Interessen der Mit- glieder auch tu diesem Kvegsjahre gewahrt. Es besteht somit die bestimmte Zuversicht, daß er die jetzige schwere Zeit so überstehen wird, daß er nach Friedensschluß bald wieder ebenso gefestigt da- sieht wie früher. Das ist dringend notwendig, da ihm die große Aufgabe gestellt ist, unter allen Umständen die dauernde Beseiti- gung der Nachtarbeit aufrechtzuerhalten, und weil, wie viele andere, auch das ganze Bäcker- und Konditorengewerbe durch den Krieg in eine Periode der wirtschaftlichen Umwälzung gekommen ist, die alle Kräfte der Arbeiterschaft in Anspruch nehmen wird. BSetterauSsichten für das mittlere NorddentI«t>Iand vis Montag mittag. Im Südosten anfangs noch starke, in den meisten anderen Gegenden geringe Schncesälle; später von Nordwest nach Südost sortschrcitcnde allmühtiche Ausheiterung und weitere Abküdlung. G.rn. b. H. Damenkleider Wollkleid Stofjgörlel u. Rodtparlie, Harudie tec und Kragen aus faiblger Seid«......... Wollkleid Se dangarniJur, Bai istkregen und WesJe, Hais-, Aerm.i und Gürteipaiile «esniokf................... 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Glockenrock Stoff, mil Gürtel und Täsdidien... aus leldilem, sdwarzem Wo.lslofj. am Gürtel gezogen................. aus sdiwarzem Wollstoff. \ mit gezogener Passe.. Einsegnungs-Anzüge fwww*�ywwyvywvwvww%p�,wwww%fwv�rfvwwtfw%fv��« Kleiderstoffe Gestreifte Blusenstoffe.......... n-,- Iis Schwarz u. weih karierte Stoffe I.40 für Blusen und Röcke, O etwa 1 05 cm breil Meter£ M. 130 cm breit*").. .. Meier Z.9ü Gestreifte Kleiderstoffe Gemusterte Kostümstoffe T Halbseidene Stoffe Tl frÄ 4.25 Seidenstoffe Gestreifte Blusenseide......«-.-r I.90 2.90 Karierte Blusenseide...� I.90 2.90 3.25 Karierte Seide schwarz-wet� für Blusen und Kleider Meter 2.25 Diamant-Seide............. Meter 3.75 4.25 China-Krepp in allen Farben, etwa 100 cm breit. Meter 6.25 Seiden-Kaschmir 6.25 Bluse eus �aij:nwo"mijsse'''1' verschiedene Formen und Farben r> I aus Wollmusse'in, mit DlUSe modernen Aermeln und Knopjgarnllur............. 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Februar, vormittags 11 Uhr. Em Ministertiich: S y d o w. Die zweite Lesung des Etats wird mit der Besprechung über Handel und Geldverkehr fortgesetzt. Abg. Lippmanu(Vp.) berichtet ausführlich über die Verhandlungen der Kommission und hebt u. a. hervor, daß in der Kommission aucb Klagen darüber laut geworden seien, dag die großen Monopolaesellschaslen wie die Zentraleinkaufsgesellichaft nicht immer lediglich im gemeinnützigen Interesse gewirlschail hätten. Die Kommission habe verlangt, daß auch die Tochlergesellschaften in dieser Beziehung beaufsichtigt würden.— Die Ausfuhr nach dem neutralen Auslande soll möglichst vergrößert und erleichtert werden. Schon während des Krieges seien die nötigen Borbereitungen zu treffen, um die volle Wiederbelebung des deutschen Handels sofort nach Friedensschluß zu sichern. Die Monopolgesellschasten dürften nur während des Krieges aufrecht er- halten bleiben, nachher müsse der Handel sich wieder frei entfalten lönnen, um die ihm zukommende Stellung als Pionier für Deutsch- lands Größe und Ruhm in der Welt wieder zu gewinnen. Abg. v. Werder(k.): Auch wir sind der Meinung, daß die großen Monopolgesell- schaften nur Kriegseinrichtungen sein sollen. Die eine oder andere Gesellschaft wird natürlich, wenn sie sich bewährt, auch in den Frieden übernommen werden können, aber das wird sorgfältigster Prüfung bedürfen. Die Einschränkungen des Handels durch einzelne Generalkommandos können wir nicht billigen; Deutschland ist ein einheitliches Wirlschaflsgeblet.— Die Einfuhr von Luxuswaren sollte verboten werden. Abg. Dr. Bell(Z.): Bei den Kriegsgesellschaften legen auch wir den Hauvtwert auf das gemeinnützige Wirken. Spekulation darf in ihnen nicht gelrieben werden. Die Interessen des freien Handels müssen gewahr: werden. Es müssen wirkliche Sachverständige aus dem Handel von ihnen zugezogen werden, wie das der Deutsche Handelstag gewünscht hat. Am schwersten ist der Kleinhandel vom Knege betroffen. Ihm sollte durch Kreditgewährung geholfen werden.— England hat ganz o'fiziell durch seinen Handelsminister verkündet, daß es unfern Handel auch nach dem Kriege vernichten wolle. Gegenüber dieser Skrupellofigkeil Englands sind die ener- gischstcn Abwehrmaßnahmen notwendig.(Sehr richtig I) Angesichts der konzentrierten Bestrebungen des Bierverbandes in dieser Richtung müssen beizeiten wirksame Maßnahmen ergriffen werden. Hierzu gehört vor allem eine wirtschaftliche Vereinigung Deutschlands, Oesterreich-Ungarns, Bulgariens und der Türkei. Möge eS gelingen, eine wirtschaftliche An- näberung zwischen diesen verbündeten Reichen in weitesten Kreisen populär zu machen. Vor allem muß als Folge der Erfahrungen dieses Krieges der Gedanke der Solidarität von Landwirtschaft, Handel und Industrie unL in Fleisch und Blut übergehen.(Bravo'.) Handelsminister Sydow: Zur Belebung der Ausfuhr werden geeignete Maßnahmen er- griffen. Es wird geprüft, in wie weit man Ausnahmen von den bestehenden Ausfuhrverboten zulaffen kann. Vor allem soll das Genehmigungsversahren vereinfacht werden. Die Einsuhr entbehrlicher Gegenstände wird binnen kurzem von Reichs wegen durch Verordnung einschränkt werden.(Bravo!) Die Zentraleinkaufsgescllschasr untersteht nicht der preußischen Re- gierung; ich werde aber die vorgebrachten Beschwerden an den Staatssekretär des Innern weitergeben. Den Angehörigen des Mittelstandes sollen Darlehen zu billigem Zinssuß zur Veriügung gestellt werden. In der Frage unseres wirtschaftlichen Berhältrrisses zu Oesterreich- Ungarn muß ich mir natürlich große Zurückhaltung auserlegen und kann keine Erklärung namens der Regierung ab- geben. Nur einige allgemeine Bemerkungen. Es spielr bei diesen Forderungen neben politischen Erwägungen auch zum großen Teil das Gefühl mit. Wirtschaftliche Fragen sind aber keine Gefühlsfragen, sondern Jnteressenfragen.(Sehr richtig!) Die Regelung muß so erfolgen, daß den Jnlereffen beider Teile dabei Rechnung getragen wird, sonst wirkt eine solche Regelung nicht verstärkend aui die politischen Verhältnisse, sondern trennend. Wir müssen erst wissen, wie Industrie, Handel und Landwirtschaft in Oeuerreich-Ungarn selbst zu der Frage stehen, und darüber schwebt noch ein ziemlich dichter Schleier. Also das sollten wir � erst mit Ruhe abwarten.(Sehr gut!) I n u n s e r e m I n t e r e s s e l i e g t esserner, diese Verhandlungen so zu führen, daß dadurch unserem Handel und unserer In- dustrie nach dem Kriege der Verkehr mit den Neutralen undmrt den uns jetzt noch feindlichen Staate» nicht erschwert wird. Wir werden für u n i e r e I n d u st r i e und unseren Handel den Welt- markt nicht entbehren können.(Bravo I) Abg. HauSmanu(natl.) verlangt Beschaffung von mehr Kleingeld mid begrüßt die recht- zeilige Einführung von kleinen Scheinen vor dem Kriege. Die Ausfuhr wllte so viel wie möglich befördert werden, soweit nicht militärische Jnlereffen dagegen sprechen. Der Ausfuhr von Medi- kamenten stehen keine Bedenken entgegen. Ich stehe auf dem rein- menschlichen Slandpunkl, daß man den Kranken auch bei unseren Fcmden ruhig dadurch helfen kann.— Den Ausführungen des Ministers über unser zukünitiges wirtschaftSpolllliches Verhällnis zu Oesterreich- Ungarn kann ich zustimmen. Immerhin sind die Ziele des Mitleleuropaischen Wiruchaflsverbandes durchaus gute. Abg. Oeser(Vp.): Der Kleinhandel ist in einer wenig beneidenswerten Lage, denn er wird von dem Publikum für alle Mißstände in der Preispolilik verantworilich gemachl.~ Für die Zu'uhr von Rohstoffen nach dem Kriege muß rechlzeilig geiorgl werden.— Eine vaterländische Pflicht ist es. der gieichsbank möglichst alle Banknoten zuzuführen und mit Schecks zu bezahlen. Es sollte jeder bei der Post oder bei der Bank «in Schcckkonlo haben.(Sehr gut!)— Der Gedanke des wirt- schaftspolitischen Zusammenschlusses mit Oester- reich. Ungarn gewinnt ersreulich an Boden. Natürlich lönnen wir uns nicht auf den Osten allein konzentrieren, unser Handel bedarf des Weltmarktes. Es ist psycho- logisch interessant, daß man sich in England schon mit der Frage be- schäitig,. wie man den deutschen Handel lot machen kann. Man ist also doch offenbar von dem Glauben abgekommen, daß der Plan, Deutschlands Handel durch den Krieg zu vernichten, ausführbar ist. Diese Hoffnung Englands hat sich als illusorisch erwiesen. Durch eine Fülle von wertvollen und glücklichen Erfindungen ist es gelungen. Lücken auszufüllen. DaS ist einer unserer glänzendsten Siege.(Bravo I) Wir haben eine ganze Anzahl wertvoller Aktiv- Posten, unsere Landwirtschaft, unsere Industrie mit ihren Arbeilern. die zu den allerersten der Welt gehören, und unseren Handel. Aus dieie können wir auch nach dem Kriege vertrauen und ferner auf den Geist festen, entschlossenen Zugreifen«, der in diesem Kriege alle Schwierigkeiten überwunden hat.(Bravo I) Ministerialdirektor LuseuSkH erklärt zu einem zu dieser Materie vorliegenden Antrag des Zentrums. dag eure bestimmt abgegrenzte Vertretung einzelner Erwerbszweige' in den Preisprüfungsstellen nicht zugebilligt werden könne. Die! Kommunalverbände würden auch ohne besondere Vorschriften jeden-! falls für eine genügende Vertretung der Interessen des Kleinhandels! in diesen Prüfungsstellen sorgen.— Die weiter gewünschte gleich- zeitige Festsetzung der Höchstpreise für Groß- und Kleinhandel stehe in scharfem Gegensatz zu der bisher geübten Praxis und lasse sich schwer durchführen. Die weitere Debatte wird vertagt auf Montag, 12 Uhr. Schluß l'/z Uhr._ Der?ustizetat. Die SiaatShaushaltskom Mission de» Abgcord- netsnhauseS beriet den I u st i z e t a t.— Auf eine Anregung von konservativer Seite wurde die Einsetzung einer Subkommission beschlossen, die einheitliche Grundsätze sür die Abhilfe der durch den Krieg hervorgerufenen Notlage von B e a nr t e n der Justiz- Verwaltung aufstellen soll. Die Besprewung wandte sich darauf der Bundesratsverordnung über die Entlastung der Gerichte zu, insbesondere auch im Hinblick auf den dereinstigen Ucbergang aus dem Kriegs- in den Friedenszustand. Es bestand Uebereinstimmung darüber, daß die durch 3 des Ermächtigungs- geietzes vom 4. August 1914 dem Bundesrat erteilte Gesetz- gebungSvollmachl mit dem Kriege ohne weiteres aushöre, so daß zu einer etwaigen Verlängerung ein Reichsgcsetz er- forderlich sein würde. Ein fortschrittlicher Abgeordneter wies darauf hin, daß der Frieden ja nicht über Nacht kommen werde, sondern daß zunächst ein Zwisckenzusiand eintreten dürfte, innerbalb dessen die Ueberleitung würde erfolgen können.— Der Justizminisier gab Aufschluß über den Rückgang der Tätig- keit der Justiz während des Krieges und über den Rückgang des Beamtenperionals, wobei er hervorhob, daß die jetzt in Tätigkeit befindlichen Justizbeamten stärker und nicht schwächer beschäftigt seien als im Frieden, was aber durchaus angemessen erscheine. Ein Rückgang des ArbeitSumfangeS habe namentlich stallgefunden in Grundbuchiächen und in Zivilprozessen, eine Zunahme dagegen in Vormundschaflssachen. Die männlichen Strafgefangenen im Kammergerichtsbezirk seien von 4593 am 1. Januar 1919 auf 2S99 am 1. Januar 1916 zurückgegangen, die weiblichen in derselben Zeit von 233 auf 418 gestiegen. Eine große Zahl der kleinen Gefängnisse sei geschloffen. Von den Nationalliberalen wurde beantragt, daß bei Hypotheken- klagen eine einjährige Zahlungsfrist und bei Zinsklagen eine sechs- monatige Zahlungstrist vom Richter soll gewährt werden dürfen. Ein forlschrittlicher Abgeordneter unterstützte den Antrag grundsätz- lich; nachdem der Justizminister wohlwollende Erwägung zugesagt hatte, wurde der Antrag aus geschäftlichen Gründen zurückgezogen, ebenso ein weiterer nationalliberaler Antrag, wonach die Vergleiche der Einigungsämter Vollslreckbarkeit erlangen sollten. Ein Zentrumsrcdner bemängelte, daß ein General- kommando an den Oberlandesgerichtspräsidenten ein Ersuchen um Verhau gung schwerer Strafen gerichtet und daß der Oberlandesgerichtspräsident dieies Ersuchen den Richtern des Bezirks zur Kenntnisnahme weitergegeben habe. Entsprechend einer An- regung von fortschrittlicher Seile erklärte der Minister, den Oberlandes- gerichlspräsidenten zur Aeußerung über die Gründe dieser Weilergabe auffordern zu wollen. Ein fortschrittliches KommrisionSmitglied bemängelte. daß die stellvertretende Intendantur des 9. Armeekorps in Altona, eine preußische Behörde, ständig in ihren Verträgen die Zuständigkeit der preußischen Gerichte zugunsten der hamburgischen Gerichte ausschließe und dadurch nicht bloß preußiscfae finanzielle Interessen schädige, sondern auch ein ideales Interesse der preußischen Gerichte verletze. Der Minister erwiderte, daß die Intendantur der Kommando- gewalt unterstehe, er daher nicht eingreifen könne. Den, wurde entgegengebalten. daß die stellvertretende Intendantur dem preußi- scheu KriegSmiiusierium und nicht dem Generalkommando unterstehe. Nach einer«ingehenden Aussprache über die Verhältnisse der Assessoren, die Kanzleibeamten und andere Beamtenkategorien sowie über die Notprüfungen wurde der Etat unverändert genehmigt. Nächste Kommissionssttzung Dienstag. politische Uebersicht. Abgeordnetenhaus und mitteleuropäischer Wirtschafts- verband. Das Abgeordnetenhaus setzte am Sonnabend die zweite Lesung des Etats des Staatsministeriums mit der Beratung der Fragen fort, die sich auf Handel und G e l d V e r k e h r beziehen. Hierbei berührten fast alle Redner das Thema unserer Handelsbeziehungen nach dem Kriege, vor allem unser Verhältnis zu England einerseits und zu unseren Verbündeten andererseits. Die Sprecher der bürgerlichen Parteien meinten, daß Engtand auch nach Friedensschluß den deutschen Handel zu schädigen suchen wird, ebenso herrschte bei ihnen darüber Einigkeit, daß unsere Beziehungen zu Oesterreich-Ungarn, der Türkei und Bulgarien engere werden müssen. Abg. Bell(Z.) sprach den Wunsch aus, daß es gelingen möge, eine Wirtschaft- liche Annäherung im weitesten Umfange herbeizuführen. Diesem Gedanken war an sich auch der Handelsminister Dr. Sydow nicht abgeneigt, doch wollte er namens der Regierung keine Erklärung abgeben; vielmehr befleißigte er sicb größerer Zurückhaltung. Er warnte davor, sich vom Gefühl leiten zu lassen und deutete die Schwierigkeiten an. die sich bei Regelung der Frage ergeben. Mit Recht er- innerte er daran, daß es nötig sei, dafür zu sorgen, daß nach dem Kriege der Verkehr unseres Handels und unserer Industrie mit den Neutralen und den uns jetzt feindlich gegenüber- stehenden Ländern nicht erschwert wird— ein Gedanke, der durchaus beherzigenswert ist. Die Ziele des imtteleuropäschen Wirts chaftsverbandes bezeichneten auch die Abgg. Hausmann(natl.) und O e s e r(Fortsch. Vp.) als gut und erstrebenswert, obwohl auch sie nicht verkannten, daß Deutschland nach dem Kriege auch mit dem jetzt feindlichen Auslande wieder Beziehungen anknüpfen muß. da unser Handel des Weltmarktes bedarf. Am Montag wird die Debatte wester geführt. Sachsen fordert Aufhebung der Fahrkartensteuer. Die Reichsfahrkartcnstcuer hat nach den Feststellungen des Eiscnbahnausschusies der sächsischen Zweiten Kammer eine derartige Abwanderung aus den höheren in die unteren Fahrklassen bewirkt, daß der Einnahmcausfall das Doppelte des Betrages der Steuer beträgt. Der Ausschuß fordert des- halb die Regierung auf, im Bundesrate für die Beseitigung der Steuer einzutreten._ ReventlowA„Homöopathie". Der imperialistische Schriftsteller und Mitarbeiter der.Deut- scheu Tageszeitung", Graf Reventlow? hielt im Herrenhaus einen Vorrag über.Volkstum und Weltwirtschaft". DaS Wolffsche Telegraphenbureau verbreitet darüber einen Bericht, dem wir fol» geudc Ausführungen ReventlowS entnehmen: Für das Deutsche Reich bestand die Weltwirtschast vor dem Kriege uo Wesenstichen im Export und Import. Heute wissen wir' | aber alle, daß bei dem Wettkampf die Wirtschaft allein ohne die � Stütze der Politik nicht gedeihen kann. Jede wcltwirtschafliche Frage läuft letzten Endes auf die Macht frage hinaus. Wir sahen vor dem Kriege auf der einen Seite ein beispielloses Ge- deihen der Ausfuhr, Industrie, der Schiffahrt, des Handels usw. Andererseits war es uns aber nicht gelungen, die Macht in der- selben Weise zu fördern wie die Weltwirtschaft.... Dieser Krieg bat uns gezeigt, daß alles, was wir nicht mit der Waffe schützen können, für un» verloren ist. Um Welstvirtschaft treiben zu können, ist vor allen Dingen die Freiheit der Meere nötig. und zwar eine Freiheit, die auf Macht und nicht auf papierne Verträge gegründet ist. Da wäre in erster Linie nötig, daß wir an der Nordseeküstc mehr Häfen, und zivar näher dem Aermelkanal anlegen könnten. Wir wollen hoffen, daß wir einen Arzt finden, der diese geographische Krankheit auf dem Wege der geographischen Homöopathie heilen kann. Man hört jetzt viel das Schlagwort„M i t t c l e u r o P a", spricht von einem Wirtschaftsverband zwischen Teutschland, Oesterreich-Ungarn, der Türkei, Bulgarien und hofft auf den Anschluß Rumäniens und einiger kleinerer Staaten in Nord und West. Man empfiehlt, sich mit ganzer Kraft auf Rußland zu werfen, da man ja durch die Türkei an den Suezkanal gelangen könne und so die Hand an der Gurgel Englands halte. Aber wir dürfen als wirkliche Sicherheiten nur solche Maßnahmen betrachten, die in un- serer eigenen Kraft und in unserem geographischen Bereich liegen. DaS ist Bismarcksche Rcalpolitik." Kundgebungen elsast-lothriugischcr Bezirkstage. Zu gleicher Zeit wie der Bezirkstag des Unterelsaß tagten auch die Bezirkstage von Lothringen und Ober-Elsaß. Der Bezirkstag des Ober-ElsasseS hat den Beschluß des Bezirks- tageS des Unter-ElsaffeS, der ausspricht, daß eine günstige Ent- Wicklung Elsaß-LothringenS nur im engeren Anschluß an das Deutsche Reich zu finden sei und der Verwahrung einlegt gegen die Auf- fassung in Frankreich, nach der die Angliederung Elsaß-Lothringens an Frankreich als Hauptkriegsziel bezeichnet wird, einstimmig zu dem seinigen gemacht. Der lothringische Bezirkstag hat folgende Erklärung beichloffen: .Der Bezirkstag Lothringens gibt mit dem erneulen Gelöbnis der Treue zu Kaiser und Reich der Hoffnung Ausdruck, daß ein auf den endgültigen Sieg unserer deutschen Waffen sich aufbauender ehrenvoller Friede die Wohlfahrt Lothringens und das weitere Blühen und Gedeihen seiner Landwirtschaft und Industrie in immer engerem Anschluß ans deutsche Volksleben sichert." Tie Vereinigung der Fürstentümer Schwarzburg. Rudolstadt, 19. Februar.(W. T. B.) Der Landtag be- schloß heute dem Regierungsantrag gemäß einstimmig.� aus seiner Mitte einen Ausschuß von sechs Mitgliedern zu wählen und ihn zu beauftragen, mit einem gleichen Ausschuß des Souderhäuser Landtags Vorberatuugcn darüber zu Pflegen, auf welche Weise die Vereinigung der beiden Fürstentümer zu einem Staate oder wenigstens eine teilweise Vereinigung der Ministerien zu einer gemeinsamen Behörde und eine gleich- mäßige Fortentwicklung der Gesetzgebung in den Schwarz- burgischen Ländern zu schaffen sei. Der Landtag wurde darauf geschlossen._ Eine Mahnung an die Landwirtschast. Folgende ernste Mahnung an die Landwirtschaft sprach unlängst der Landrat deS Kreises Lüdinghausen. Graf von Westphalen, ein Freund und Förderer aller Bauern und Kölker, in einer Versammlung des Landwirtschaftlichen Kreis« Vereins aus: .Im großen und ganzen haben die Landwirte ihre Pflicht ge« tan. Leider aber haben sich hier, wie an anderen Orten des Kreises Lüdinghausen auch Landwirte gefunden, die glauben, sich über die zur Sicberung des LebenSmittelbcdarsS getroffenen Maßnahmen hin- wegsetzen zu können. Sic verfüttern noch Brotgetreide und machen sich an den Verfehlungen der Müller gegen die Be- schränkungen in deren Gewerbe mitschuldig. Ihre eigene und ihrer Kinder Wohlgenährtbeit und die kugelrunden Bäuche ihrer Pferde stehen in scharfem Gegensatz zu dem vielerorts herrschenden Mangel. Wer heute noch Brotgetreide der« fültert, ist ein Verräter nicht nur am Valerlande, sondern auch am eigenen Stande. Wenn unsere Landwirlsckast jetzt versagt, dann kann sie sich nach dem Kriege auf bitterböse Folgen in der Zoll- und Agrargesetzgebung gefaßt machen. Die Polizei kann unmöglich alles konlrolliereir. Möge jeder sparen mit semen Vorräten, und die aus zwingenden Gründen erlassenen, in den Zeiiungen veröffentlichten Vorschriften beobachten, zu seiner eigenen und seiner Lollsgenosseu Wohlfahrt."_ Die Verhältnisse am Kartoffelmartt. Eine Grotzhcmdelsfirma für Kartoffeln schreibt: Die Gestaltung des Speifekartoffelmarktes steht unter der Einwirkung der Preisgestaltung für Sa a t k a r t o f f e l n. Für Saaikartoffeln bestehen keine Höchstpreise uird der Markt zeigt bereits eine ähnliche Entwickelung wie im vorigen Jahre, insofern. als alle verfügbaren Kartoffeln nunmehr nur noch als Saatkartoffeln zum Angebot gelangen. Da mit der baldigen Einführung von Großhandel shöchstpre-ifen in Saatkartoffeln gerechnet wird, besteht die Zleigung, möglichst umfangreiche Mengen Kartoffeln durch Einkäufe zu hohen Preisen als Saatkartoffeln sicherzriskellen. Dieser Umstand uiuß natürlich zu einer Stockung des Angebots im Speisekartoffelmarkt führen, zumal für Saatkartoffeln nach wie vor phantastische Preise gefordert und bewilligt wevden. Gewöhnliche Sorten, wie Wohlt- mann und Silesia, die sonst zum gesetzlichen Höchstpreis als Speisekartoffeln an den Markt gelangen, werden bereits im Hau- delsverkehr mit 6— 7 M. für den Zentner gehandelt, und Früh- kartoffeln baben Preise von 10 R. pro Zentner erreicht, d. h. Preise, wie sie im vergangenen Jahre kaum zur Zeit des dringend- steu Bedarfs in Saatkartoffeln bezahlt wurden. Es bleibt abzu» warten, wie unter diesen Umständen sich die Weiterentwickelung des Angebots von Speisekartoffeln gestalten wird. Die Nachfrage in Speisekartoffeln ist unverändert dringend, ebenso werden Fabrikkartoffeln zur Flockensabrikalion stark gefragt. Wünsche zur Schwcinefleischversorgung. Nachdem nunmehr durch Bundesratsverfügung vom 14. Fe- bruar Stallpreise für Schweine statt der bisherigen Marktpreise festgesetzt worden sind, erscheint ein« einheitliche Berord« n u n g über die Bildung der Viehmarkt- und K l e i n v e r- kaufSpreise Vonnöten. Es besteht die Gefahr, daß aus Kon« i kurrenzgründen die den Städten zur Pflicht gemachte Festsetzung 'der Fleischpreise, wie fast immer bisher, zu ständige» PcelSer�ohunge» unS schReßsich, wenn bte Spannung zwischen Stall- und Marktpreis für den Handel nicht mehr hoch genug ist, zu einer Entblößung des Marktes führt. Diesen Schmie- rigkeiten will der Kriegsaus schütz für Konsumenten- i n t c r e s s e n durch folgende Regelung, die er dem preutzischen Landwirtschaftsministcrium und auch den übrigen Bundesstaaten in Eingaben unterbreitete, begegnen: Bildung des Viehmarkt- Preises: 10 Proz. fester Aufschlag auf den im Stall bezahlten Kaufpreis. der durch Schlutzschein nachzuweisen ist, für Ge- Wichtsverlust; ein fester Spesensatz für das Stück, berechnet nach den durchschnittlichen Frachtkosten, Viehmarktspesen usw.; ein Wandel- barer Zuschlag für Reingewinn in ungefährer Höhe von 2 Proz. Bildung des Kleinvcrkaufspreises: Oberste Grenze für rohes Fett 180 Proz., für rohes Fleisch 140 Proz. des am Vieh- markt zu zahlenden Preises der Gewichtsklasse von 110 bis 120 Kilogramm. Festsetzung von Orts höch st preisen nur für Kon- sumfleisch: Kamm, Blatt, Bauch, Beine, Kopf und Salzknochen, alles frisch und gepökelt. Bei Keule nur ein Richtpreis von etwa 1,75 M. das Pfund(ohne Zulagen) roh. Desgleichen Ortshöchst- prreise für die allein noch zuzulassenden drei Wurstsorten: zwei Qualitäten Leberwurst, zwei Qualitäten Blutwurst lwo ortsüblich eventuell noch billigere Sorten mit vegetabilischen Zusätzen), drei Sorten Rohwurst lschnittfeste feinere Wurst, weiche schmierfäbige Wurst und grobe Wurst, d. h. polnische, Plock-, rheinisch-lvestfälische .Kochmettwurst). Für diese Wurstsorten soll die Landesregierung Normalpreise als Richtschnur für die Gemeinden festsetzen. Nutzer- dem sollen für gesalzenen oder geräucherten Rücken- und Bauch- speck sowie für Sülze Ortshöchstpreise bestimmt werden. Dagegen nicht für Schinken aus den vier Keulen, eventuell ein Richtpreis, der durchschnittlich eingehalten werden müßte. Bei diesen Bestim- mungen glaubt der KriegsauSschutz die erforderliche Rücksicht auf die billigen Wünsche des Handels und des Fleischergcwerbes ge- nommen zu habem Schließlich beantragt er noch, daß den Ver« b r a u ch e r n eine angemessene Vertretung in dem neuen G e- samtviehhandelsverband und außerdem drei Delegierte in jedem Probinzialverband zugebilligt werden. Landtagsersatzwahl. Der konservative LaNdtagSabgeovdnete für den Wahlkreis Liegnitz I von Neumann-Großen- b o r a u ist im Alter von 82 Jahren gestorben. Mus See Partei. Stellungnahme zur FraktionShaltuug. Die Vertrauensmänner des Kreises Wetzlar-Altenkirchen waren vorigen Sonntag zusammengekommen, um sich u. a. auch mit den Vorgängen im ReichSlag zu boichättigen. Nach reichlicher sachlicher Aussprache fand folgende Reiolulion einstimmige An- nähme:»Die heutige VertrauenSmänner-Konferenz des Sozialdemo- kratischen Kreiswahlvereins für den Kreis Wetzlar-Altenkirchen erklärt sich mit der Haltung der 20 Abgeordneten im Reichstag einverstanden und bedauert lebhaft, daß nicht sämtliche Gegner der Kriegökredite dies öffentlich im Parlament bekundeten. Die Ver« trauensmänner erwarten bestimmt, daß unsere gesamte Reichstags- fraktion eirdlich nach unserem Programm und bestehenden Kongreß- und Parteitagsbeschklissen handelt, und... * Der erweiterte Vorstand deS Sozialdemokratischen Vereins des Wahlkreises Reichenbach-Neurode faßte nach einem Referat des ReichSiagSabgeordneten Genossen F e l d m a n n, der den Stand- punkt der Mehrheit der Fraktion vertrat, mit 24 gegen 1 Stimme folgende Entschließung: .Der Vorstand des Wahlkreises Reichenbach-Neurode steht nach wie vor auf dem Boden der am 4. August 1014 und später von den offiziellen Vertretern der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion ab- gegebenen Erklärungen. Er anerkennt das in diesen Erklärungen abgegebene Bekenntnis zur Pflicht der Landesverteidigung und hält demgemäß die Bewilligung der KriegSkrcdite für notwendig. Der Vorstand hält die Sonderaklion der zwanzig Abgeordneten für eine schwere Parteiichädigung; er erwartet von dielen Genossen, daß sie ihr Verhalten bedauern und von weiteren Disziplinlosigkeiten ab- sehen.'_ Nochmal die Kieler Bersammlung. Genchäe Fröhlich, der Vorsitzende des sozialdemokratischen Verein« Gnoß-Kiel, schickt unS eine umfangreiche Erwiderung auf die Richtigsielluna Ledebours. Sachlich ist daraus zu entnehmen, daß Ledebour aus die Frage Fröhlichs, ob er zu einer eventuellen zweiten Versammlung wiederkommen wolle, kurz angebunden geant« wortet habe: Nein, nein, nein! Dafür seien nicht nur der stell« vertretende Vorsitzende, sondern auch noch andere Genossen Zeugen. Für Fröhlich sei damit die Angelegenheit erledigt gewesen. Er habe Legien mitgeteilt, daß Ledebour mcht kommen wolle, woraus dieser erklärt habe, dann liege für ihn selbstverständlich auch kein Anlaß vor. wiodeWuiommen. Von der Abmachung LedsbourS mit der Minderheit habe Fröhlich keine Kenntnis gehabt. Erst am 9. Februar nachmittags habe er einen Brief LedebourS vorgefunden, in dem er um Mitteilung über die nächste Versammlung ersucht wurde. Darauf habe er brieflich sofort am Abend noch geantwortet. Anlaß, mit einem Telegramm zu antworten habe er nicht gehabt; denn er hätte nicht geglaubt, daß Ledebour unaufgefordert vom Vorsitzenden der zuständigen Organisation zur Versammlung kommen würde. Günstige Entwicklung eines Parteiorgans. Wie auf der mittelscklesischen Parteikonferenz mitgeteilt wurde. gewann die.VolkSwacktt' in Breslau seit dem 1. Oktober 1915 ohne jede Agitation 1150 neue Abonnenten, 700 in der Heimat, 450 im Felde(gegen Einsendung eines Ein-Mark-ScheineS pro Monat). Im ganzen gehen täglich 2400 Nummern der.VolkSwacht' ins Feld, außerdem werden 700 gratis an Soldatenheime, Lazarette, Wachlstuben und Kasernen geliefert. Der ungünstigste Stand des Blattes während des Krieges ist mit 12 Proz. Verlust bezeichnet, die sich jetzt bis auf 1 Proz. vermindert haben. Eingeschlossen ist dabei ein Straßenverkauf, der in den stillen Wintermonaten 1500—2000 Stück täglich beträgt._ Julie Romm gestorben. Wie wir der erst jetzt eingetroffenen.New Dorker VolkSzeitung' vom 8. Januar d. I. entnehmen, ist Genossin Julie Romm(eine Schwägerin Eduard Bernsteins) in New Dork einer Lungen- entzündung erlegen. Das New Dorker Bruderblatt widmet der Genossin, deren Tod für die New Dorker sozialistische Bewegung und die sozialistische Frauenbewegung einen schweren Verlust bedeutet. warme Worte der Anerkennung. Genossin Romm leitete seit Jahren die Frauenseite der.New Dorker VolkSzeitung'. Noch ein Beigeordneter. Die Stadt Wald(Kreis Solingen, 28 000 Einwohner) bat ebenfalls einen sozialdemokratischen Beigeordneten erhalten. Ge- wählt wurde am Donnerstag der Genosse Stadtverordneter Karl D ü l t g e n in Wald._ Sozialdemokratisches Schulvorstandsmitglied. Die Wahl des Re- dakteurs Gen. Otto Hoffmann zum Mitglied der städtischen Schul- deputation in Landsberg a. W. ist von der Regierung in Frank- fürt a. O. bestätigt worden._ Bon der schweizerische» Sozialdemokratie. Die GeschästSleitung der sozialdemokratischen Partei deS KantonS Zürich veröffentlicht soeben den GeschäflSbericht über die Tätigkeit und den Stand der Partei im verflossenen Jahre, der ein erfreu- licheö Bild regen Schaffens und schöner ErsolM» bietet. Die Ein- leitung deS Berichts ist Betrachtungen über den Krieg und seht« unheilvollen Folgen aller Art gewidmet und insbesondere auch über die allseitige schwere Schädigung der Schweiz. Im politischen Teil wird der kolportierten Behauptung vom angeblichen Abschluß eines .Burgfriedens' für die Dauer des Krieges zwischen der sozialdemo- kratischen Partei und den bürgerlichen Parteien entgegengetreten. Im Berichtsjahre ist der 45. sozialdemokratische Vertreter im Züricher KantonSral gewählt worden. Dem Andenken des verstorbenen Ge- nassen Professor Dr. EriSmann werden ehrende Worte der An- erkennung gewidmet. AuS dem geschäftlichen Teil ist zu ersehen, daß fleißig« Agitationsarbeit geleistet wurde. Leider ist trotzdem der organisatorische Bestand der Partei mit 117 Sektionen und 8711 Mitgliedern im Jahre 1914 auf 113 und 7792 in 1915 zurück- gegangen. Die Einnahmen der kantonalen Parteikaffe betrugen 7026 Fr., die Ausgaben 6924 Fr., daS Vermögen ist von 9717 Fr. auf 9059 Fr. zurückgegangen. Schließlich widmet die Geschäftsleitung auch noch der Parteieinheit einige Worte, die in nicht allzu langer Zeit werde verwirklicht werden müssen..Und mancher, der ihr heuw noch mit großem Bedenken gegenübersteht, wird in späteren Tagen feine jetzige Furcht nicht mehr begreifen.' Mus Inöustrie und Handel. KriegSgewmne. Die Lederwerke Wicmann Akt.- Ges. in Ham- bürg erhöhen ihre Dividende von 20 auf 30 Proz. Der Brutto- gewinn hat eine Steigerung von 1600 014 M. auf 4 529 937 M. er- fahren. Di« Unkosten sind nur von 804 161 M. auf 867 806 M. ge- stiegen. Die Abschreibungen werden von 122>81 M. auf 302 919 Mark gesteigert. Der Ueberschuß stellt sich aus 1960 305 M. (i. V. 691 256 M.). Dabei ist zu berücksichtigen, daß die Gesellschaft von vornherein einen Betrag von 1,4 Millionen Mark als Kriegsgewinnrücklage abgesondert hat. der gar nicht durch die Gewinn- und Verlustrechnung geht. Diesem Betrag werden noch 150 000 M., die als freie Kriegsrücklage aus dem Vorjahre vorhanden waren, zugewiesen, wodurch sich jetzt die KriegSgewiirn- rücklage auf 1 550 000 M. stellt. Aus dem lleberschutz erhält der gesetzliche Reservefonds 18 000 M.(0), der Reservefonds II 150 000 Mark(60 000 M.j. Die Ausschüttung der Dividende erfordert 600 000 M.(300 000 M.), wobei zu berücksichtigen ist. daß die Ge- sellschast inzwischen ihr Aktienkapital von 1,5 auf 2 Millionen Mark erhöht hat. Die Kriegsrücklage erhält 250 000 M.(50 000 M.). Die Tantieme erfordert 109 340 M.(32156 M.). Tie Akt.- Ges. für Chemische Industrie vorm. H. Scheidemanidcl in Berlin verteilt in diesem Jahre eine Divi- dende von 6 Proz., während die Aktionäre im Vorjahre leer aus- gingen. Das Stahlwerk Mannheim hat bei einem Aktien- kapital von 1,2 Millionen Mark einen Betriebs- gewinn von 2,06 Millionen Mark erzielt(i. V. 185 200 Mark). Die Abschreibungen wurden auf 271 300 M. erhöht(62 200 Mark). HandluxgSunkoften u. a. zeigen die enorme Erhöhung auf 894 900 M.(134 300 M.). Es bleibt danach ein Reingewinn von 929 500 M.(7270 M. Verlust). AuS dem Reingewinn wird eine Dividende von 20 Proz.(i. V. 0) vorgeschlagen. Ferner werden für Sonderabfchreibnngen auf Maschinen 205 600 M. bereitgestellt, für Neuanlagen 300 000 M. und für Unterstützungen 100 000 M. reserviert. Ter Bericht bemerkt, daß das Werk während deS ganzen Jahres zu lohnenden Preisen voll beschäftigt war. Die Emil Schmölder Spinnerei Akt.- Ges., Rheydt, erzielte einschließlich eines Vortrages von 10 739 M. ff. V. 15 923 M.) eine Gesamteinnahme von 2 189 055 M.(2 207 767 Mark). Nach Abzug der Löhne und Generalunkosten von 1 814 058 Mark, ferner nach Absetzung von Knie gsnnierstü Hungen in Höhe von 5331 M. und Abschreibungen von 113 890 M. ergibt sich ein Reingewinn von 255 774 M.(10 739 M.). aus dem eine Divi» dende von 10 Proz. W verteilt werden soll. Die Sektfabrit Kuvferberg u. Co. in Mainz kann ihre Dividende von 7 auf 14 Proz. erhöhen. Nach dem Geschäfts- bericht bat das zweite KriegSjabr ein febr befriedigendes Ergebnis gebracht. Trotz der stark verminderten Ausfuhr war der Absatz erheblich besser als im Jahr 1914. Ter Bruttogewinn steioerte sich von 1030 071 M. aus 1 690 722 M. Nach Abzug der Unkosten und Ab sckirei bungen in Höhe von 892 822 M. verbleibt ein Ueberschuß von 797 900 M.(im Vorjahre 226 721) bei 2 Mill. M. Aklienkapilal. Für die neue Kriegsgewinnsteuer werden 33 500 M. zurückgestellt. 280 000 M. erfordert die Auszahlung der Dividende. Dem Beamten- und ArbeiterunterstützungSfondS werden 50 000 M. zugewiesen, für Kriegsfürsorgezwecke 60 000 M. in Anspruch ge- nommen. An»nutzungSmäßmen Vergütungen' d. h. Tantiemen und so weiter zahlt die SelUabrik dagegen 161 092 M. Die August Riedinger Ballonfabrik Augsburg A.-G. ichlägt vor, nach Bildung der gesetzlichen Rücklage für Kriegs- gewinnsieuer, Zuweisung von 50 000 M. an die gesetzliche Reserve und 5000 M. Rücklage für Talonsteuer-Reserve für da« erst« Geschäfts« jähr 15 Prozent Dividende zu verteilen und 42 548 M. auf neue Rechnung vorzutragen. Die Nürnberger Metallwarenfabrik Gebr. Bing A.-G. schlägt 13 Prozent Dividende(i. V. 6 Prozent, früher 12 Prozent) vor. Die großen Vorrät« an Fertigwaren konnten vor- teilhaft verwertet werben. Die Uebernahme von HeereSausträgen brachte eine wesentliche Umsatzerhöhung. Die Freiberger Papierfabrik zu Weisenborn zahlt 8 Ppoz.(i. V. 0 Proz.) Dividende. Dl« Continental-Caoutchouc« und Guttapercha- Compagnie Hannover schlägt für 1915 30 Proz. Dividende wie im Vorjahre vor. HoffmannS Stärkefabriken A.-G. in Salzuflen schlagen eine Dividende von 12 Proz. gegen 6 Proz. im Vorjahre und 10 Pro,, vor zwei Jahren vor. Der Aufsichtsrat der Bergwerks-Aktiengesellschafi ,.C o n i o l i d a t i o n' zu Gelsenkirchen beschloß in seiner heutigen Sitzung, der aus den 1. April 1916 einzuberufenden Generalver- sammlung die Verteilung einer Dividende von 18 Proz. gegen 15 Proz. i. V. vorzuschlagen._ Sch ifsakjrtS-Divid ende. Der AufsichlSrat der Hamburg-Südamerikanischen Dampf» schiffabrisgesellschaft schlägt eine vierprozentige Dividende für daS verflossene Jahr vor._ Erschweruug der Einfuhr nach Oesterreich. In Oesterreich-Ungarn ist durch eine neue Ministerialverfügung die Anordnung getroffen worden, daß bei einer sehr großen Anzahl von Artikeln, die als LuxuSwaren angesehen werden, die Zahlung der Zölle in effektivem Golde vorgeschrieben wird. Bisher wurden Zollgoldanwesiungen nicht nur gegen Sinlieferung effektiver Goldmünzen, sondern auch gegen Banknoten mit dem dem gegen- wältigen Valutapreise entsprechenden Zuschlage seitens der Banken ausgeliefert. Dieser Modus der Zollzahlung ist nunmehr nicht mehr zulässig,—«z wird vielmehr effektive Gold- , a h l u n g verlangt. Diese Maßnahme ist vor allem im Interesse der Besserung der österreichischen Valuta getroffen worden. Der Begriff der L u x n S w a r e n ist sehr weit gesaßt. Reben privaten Gold-, Silber- und Galanteriewaren und dergleichen sowie feinen Delikatessen, Tabak und Tabak- f a b r i k a t e n kommen besonders die Erzeugnisse der Kon- fektionS» und Textilindustrie in Betracht. So wird u. a. die Einfuhr folgeoder Amikel in der oben bezeichneten Weise erschwert: Tülle und TÄllstoffe, Spitzen und Spitzentücher. Stickereien aller Art. Samte und Samtwaren, Knüpfteppicke. ganz- und halbseidene Gewebe, ganz« und halbseidene Wirk« und Strick- waren, ganz- und halbseidene Bänder mit Ausnahme der Hut- bänder, künstliche Blumen, künstliches Federpelzwerk, Hüte und Fächer, elegante Regen- und Sonnenschirme. KonfektionSwaren der verschiedensten Art, Herren- und Damenwäsche feinerer Art, alle anderen konfektionierten feineren Waren, zum Beispiel konfektionierte Weißwaren, Wirk- und Posamentierwaren aus Seide, Floret- oder Kunstseide, Pelzwerk aus feinen Fellen konfektioniert oder nicht kon- fektioisiert, Vorhänge, StoreS, Möbelnetze u. a. m. Gegen die Einfubr und Durchfuhr von Luxusartikeln auS feind- liehen Staaten sind noch besonders strenge Schutzbestimmungen er- lassen worden._ Ter Kur? der Krone. Die österreichische Postsparkasse hat den Umrechnungskurs im Verkehr mit dem Deutschen Reich für 100 Mark auf 146 Kronen festgesetzt. Türkische Kassenscheine mit Zwangskurs. Die neuen Kassen- scheine zum Zwangskurse von einem halben und einem viertel Pfund sind kürzlich in Umlauf gebracht worden.(W. T. B.) Zunahme des französischen Außenhandels. Laut„Temps' haben im Januar 1916 betragen: der Wert der Einfuhr für Nahrungsnsittel 168,9 Millionen Fr., was gegen Januar 1915 eine Zunahme von 52,4 Millionen Fr. bedeutet, für die Bedürfnisse der Industrie 289.6 Millionen Fr.(Zunahme 161 Millionen Fr.), füe Fertigware 152 Millionen Fr.(Zunahm« 63,8 Millionen Fr.). Der Gesamtwert der Einfuhr beläuft sich also auf 610,99 Mil- lionen Fr.(Zunahme 277,5 Millionen Fr.). Der Ausfuhr- wert für Nahrui�smittel beträgt 29,63 Millionen Fr., was einer Abnahme gegen Januar 1915 um 4 Millionen Fr. gleichkommt, der für Jndustriebedürfnisse 49,7 Millionen Fr.(Zunechme 16,88 Mil- lionen Fr.), der für Fertigwaren 106,1 Millionen Fr.(Zunahme 28,5 Millionen Fr.), der für Postpakete 15,4 Millionen Fr.(Zu- nähme 6,38 Millionen Fr.). Der Gesamtwert der Aus- fuhr erreicht also den Betrag von 200,996 Millionen Fr.(Zu- nähme 47,7 Millionen Fr.). Soziales. Soldat oder Arbeiter? Staats- oder Privatbetrieb? Ein Kläger, der jetzt Soldat ist und durch seine Frau vor dem Gewerbegericht vertreten wurde, fordert von der Firma„WaffeninstandsetzungSwerkftätte' Schadenersatz, weil ihm seine Jnvalidcnkarte nach Lösung des Arbeitsverhältnisses zwei Tage vorenthalten wurde. Der Vertreter der bsiklagten Firma machte den Einwand, der Kläger sei nicht als Zivilarbeiter, sondern als aSkoinmandierter Soldat bei ihr beschäftigt gewesen. AIS solcher habe er kein anderes ArbeitSverfjältniS eingehen können, also sei ihm durch Vorenthaltung der Jnvalidenkarte lein Schaden entstanden. Alle bei der Firma beschäftigten Arbeiter ständen im MMtärvesihälinis. Wenn doS Arbeitsverhältnis gelöst werde, müsie die Firma dies dem Bezirks» kommando melden und der Betreffende müsse zu seinem Truppenterl zurückkeheen. Eine andere Aeußemmg deS Veetrelers der Firma ging im Widerspmtch zu der vorstehenden Bemerkung dahin, daß ihre Arbeiter vom Militärdienst reklamiert seien und nach Lösung deS Arbeitsverhältnisses und Meldung beim BiziASkommando ein- gezogen würden. Es scheint also, daß man sich in der Firma selbst nicht klar ist über die Beziehungen der Arbeiter zum Militär. Die Frau des Klägers gab zu diesem Punkt an. ihr Mann habe vor seinem Eintritt bei der Beklagten in einem Land- sturmbataillon gestanden. Um bei der Firma in Arbeit zu treten. fei er vom MNitär enttaffen worden. Bei dieser Gelegenheit habe er ein Schriftstück unterzeichnet, worin ansdrückkich gesagt werde, daß er au« dem Militär- in das Zivilverhältnis übergehe. Dem« nach fei der Kläger während seiner Beschäfsigung bei der Bellagten ohne Zweifel gewerblicher Arbeiter gewesen. Nach Angabe des Vertreters der Beklagten hat der Kläger das Arbeits- Verhältnis gelöst mit der Begründung, er wolle zu seinem Truppen- teil zurückgehen. Später habe er seine Jnvakrdenkarte veAangl, um sich andere Arbeit zu suchen. Da sei ihm von der Firma gesagt worden, daS dürfe er nicht, wenn er bei ihr aufhöre müsse er wieder Soldat werden. Das sei dann nach Meldung beim Bezirks-- kommando auch geschehen. Hierzu bemerkte die Frau des Klägers: Die bei der Firma beschäftigten Leute würden in jeder Hinsicht als Zivilarbeiter behandelt. Aber wenn sie ihre Rechte aus dem Arbeitsverhältnis geltend machten, dann hieße es, sie seien Soldaten. Im Laufe der Verhandlung warf der V o r s i tz e n d e die Frage auf, ob die beklagte Firma, weil sie angeblich nur Soldaten be- schäftige, als gewerblicher Betrieb anzusehen und das Gewerbe- gerichr zuständig sei. Der Vertreter der Beklagten sagte, daS Gewerbegericht sei zuständig. Die Firma habe ihren Gewerüe- betrieb angemeldet. Ein Gewinn solle aber nicht erzielt werden. Der Betrieb sei von der Feldzeugmeisterei eingerichtet und werde von einem Hauptmann ehrenamflich geleitel. Das Gericht beschloß, von der Feldzeug« meisteret Auskunft darüber einzuholen, ob das Unternehmen der beklagten Firma ein Gewerbe- betrieb oder ein vom Staate eingerichteter Be- trieb sei, der keinem gewerblichen Zweck diene. Ferner soll vom Generalkommando Auskunft darüber eingeholt werden, ob der Kläger zur fraglichen Zeit im MNitärverböltinS stand oder ob er lediglich für die Dauer seiner Beschäftigung bei der Beklagten vom Militärdienst zurückgestellt war.(z) Zum Familicnunterstühungsgesetz. Das Kriegsministersiim hat angeordnet, die Belehrungen der Mannschaften über die Zahlung von Familienunterstützungen auch darauf zu erstrecken, daß die im Roichsgesetz und in der Bundes- ratsvocordnung vom 21. Januar genaimten Mindestsätze(15 M. für die Ehefrau, 7,50 M. für jedes Kind) allein nicht die richtige Vorstellung geben von den dem einzelnen zuteil werdenden Leistun- gen der LreperungSverbände, daß diese vielmehr, wo die Bedürftig- keit eS erfordert, durch Zuschüsse, Mietbeihilfen und einmalige Zu- Wendungen eine wesentliche Erhöhung erfahren, in vielen Fällen um das Doppelte und mehr. Auch wird erneut darauf hingewiesen, daß Gesuche und Beschwerden in Famiüenuntesstützungsangelegen- heiten nicht an das Kriegsmimsterium, sondern an die gemäß 8 7 der Bundesratsverordnung zuständigen Ausi'ichtsbehörden(in Preußen die Regierungspräsidenten und der Minister des Innern) zu richten sind. Es wäre dringend zu wünschen, daß die Lieferungsverbände insbesondere auf dem Lande sich ihrer in dem kriegsministeriellen Hinweis mit Recht betonten gesetzlichen Verpflichtung allgemein bewußt werden, durch Zuschüsse zu den Mindestsätzen(die später vom Reich zu ersetzen sind) die Bedürftigkeit voll einzu- räumen. Gerichtszeitung. „Gestrecktes" Schmalz. Wegen Vergehens gegen&ie BunbesratsverorHinmg vom 23. Juli 1915 stand der K a u f m a n nA u g u st Könneke in Oberschöneweide vor der �tpaffammgr. Die Gemeinde Oberschöneweide hatte für ihre Gemeindemit- glieder Nahrungsmittel gekauft, darunter auch Rohschmalz, welches nur an die Personen abgelassen wuvde, die am Orte wohnen. Am 20. August erhielt der Angeklagte zum Verlauf an das Publikum 351)4 Pfund und am 3._ September 3-1/4 Pfund Rohschmalz zugewiesen. Die leeren Fässer gab er am 8. und 10. September zu- rück. Es war vorgeschrieben, daß die Verkaufer auf einer Tafel anzeigen, daß sie Gemeinde-Schmalz verkaufen, und es mußte auch ein Plakat mit den Preisangaben aufgehängt werden. Nun herrschte in Oberschöneweide ein großer Buttermangel. der um so fühlbarer wuvde, als auch die Möglichkeil, Schmalz zu erhalten, immer geringer wurde. Der Landrat hatte eine Revision der Ge- schäfte angeordnet, um festzustellen, ob die Geschäfte etwa das Schmalz zirtfiifjWfen itni nicht zum Verlaufe brachten. Äl? die Revisionsbeamten am 23. Oktober bei dem Angeklagten erschienen, erklärte er diesen, Schmalzvorrät« nicht mehr zu be» sitzen, es war auch die Tafel entfernt. Im Verkaufsraum fan- den die Revisoren nichts, aber im Keller zwei Margarine- kübe l, die nach der Angabe des Angeklagten leer sein sollten, aber bei näherem Zusehen Schmalz in einer Menge von 100 Pfund enthielten.— Tos Schöffengericht verurteilte den Angeklagten wegen Zurückhaltung von Schmalz zum Zwecke übermäßiger Ge- winnerzielung zu zwei Wochen Gefängnis und 2S0 M. Geldstrafe und verfügte auch die Bekanntmachung des Urteil?. Sowohl der Staatsanwalt als auch der Angeklagte hatten Berufung eingelegt. Der Angeklagte behauptete im Termin, daß er nur beabsichtigt habe, das Schmalz zu„strecken", da ihm von der Behörde gesagt worden sei, es gebe erst in fünf Wochen wieder Schmalz. Der Staatsanwalt hielt die erkannte Strafe für zu gering und beantragte zwei Monate Gtfäng- nis und 500 M. Geldstrafe. Das Gericht erkannte an, daß gerade in der heutigen Zeit eine derartige Verfehlung mit hoher Strafe belegt werden müsse, beließ es ober mit Rücksicht auf die bisherige Unbescholtenheit des Angeklagten bei dem ersten Urteil. Was auf dem Lande üblich ist. Vor dem Rostocker Schöffengericht hatte sich ein Dienstknecht zu verantworten. Er hatte gegen einen Strafbefehl in Höhe von 10 M. Widerspruch erhoben. Die strafe war ausgesprochen, weil der Knecht ohne Grund seine Stellung bei dem Erbpächter Peter Klörs in Kritzmow verlassen habe. Der Angeklagte machte geltend, daß sein Dienstherr ihn eines Morgens, als er zu lange schlief, aus dem Bettaufdie Steindiele seiner Schlafkammer gerissen habe, so daß er sich beim Aufschlagen auf die Stein- diele Mund und Nase verletzte. Wegen solcher Mißhandlung habe er einen Rechtsgrund zum Verlasen des Dienstes gehabt. Der Erbpächter Klörs als Zeuge erklärte, daß er allerdings an dem betreffenden Morgen das Unterbett niit dem Angeklagten daraus aus der Bettstelle„gezogen" habe; ob der Angeklagte sich dabei ver- letzt habe, wisse er nicht. Das Gericht erhöhte in seinem Urteil die in der Strafverfügung auf 10 M. festgesetzte Geldstrafe auf Lünfzehn Mark. Begründend führte der Vorsitzende aus, daß rS Gericht ein« Mißhandlung des Augeklagten durch den Dienst- Herrn in dem Herausziehen aus dem Bett nicht gesehen habe. Di« Handlung des Dienstherrn entspräche der Ued- lichkeit; man müsse einem Dienstherrn auch durchaus daS Recht zusprechen, derbe Mittel anzuwenden, wenn ein Dienstbote nicht rechtzeitig aus dem Bett komme. Dem Rechtsempfinden mehr behagt hätte es, ivenn das Gericht berücksichtigt hätte, daß der Bruch solch übler Ge- wohnhgit mehr ehrt, als die Befolgung. Wird auch das Land- gericht des Knechtes Einwand verwerfen? Ter Russe als vreustischer Hilfsschutzmann. Am psreitaa trat das Reichsaericht wieder einmal der zu starren sformekousleauna des Belagerunasgesetzes durch ein Landgerrcht entgegen. Das Landgericht Essen a. R. hat am 3. Juli V. I. den Kaufmann Paul Hirsch wegen Zuwiderhandelns gegen die des Krieges in dem Orte Buer als Kriegsfreiwilliger gemeldet. Da er jedoch im deutschen Heere nicht gedient hatte und auch keinen Landsturmschein vorzeigen konnte, wurde er als russischer Untertan abgewiesen. Darauf meldete er sich bei der schütz- mannschaft und erhielt tatsächlich eine«teile BelagcrungsgesetzeS_______ jemtej 1014 einen Defehl dahin erlassen, daß sich alle Angehörige« des feindlichen Auslandes bis zum 2S. März 1015 bei der jeweils zuständigen Poltzeibähöibe anzumelden haben. Dies hatte der An- geklagte unterlassen. Hierin ist das ihm zur Last gelegte Vergehen gegen das Belagsrungsgesetz gefunden. Sein Einwand, er habe als preußischer H i l f s sch u tzm a n n sich nicht mehr als Aus- länder gefühlt und deshalb geglaubt, daß er sich nicht anzumelden brauche, hat ihn nicht zu schützen vermocht. Das Gericht ist der Ansicht gewesen, daß der Angeklagte, der als Kriegsfreiwilliger ab- gewiesen wurde, hätte wissen müssen, daß er als russischer Staats- angehöriger angesehen wurde. In seiner Revision beschwerte sich nun der Angeklagte darüber, daß ihm dieser Irrtum, in dem er sich befunden, nicht als Strafausschließungsgrund zugute ge- rechnet worden sei. DaS Reichsgericht hielt die Revi- sion für begründet. Es hätte vor allen Dingen geprüft wenden müssen, ob der Angeklagte durch seine eigen« Fahrlässig- keit zu jenem Irrtum gelangt ist. Mangels genügender Fest- üellungen nach dieser Richtung hin hob daS Reichsgericht das Urteil a u f und verwies die Sache an die Vorinstanz zurück. Ttos aller Welt. Tie Sturm- und Hochwasserschäden. Immer mehr Nachrichten über Sturmschäden und Usber» schwemmungen treffen«in. Tie Vernichtungen an lebendem und totem Inventar sind zum Teil sehr erheblich. In den am N i e d e r- r h e i n gelegenen Orten Odenkirchen, Süchteln, Vier- s e n und Dülken sind Dächer abgedeckt und zahlreiche Bäume entwurzelt worden. In Burgwaldniel ist die Kirchturmspitze umgeweht worden. In den Seitentälern des Rheins verursachte daS Hochwasser große Verkehrsstockungen. Im Wuppergebiet mußten zahlreiche Betriebe stillgelegt werden. Der Fernsprechverkehr mit den meisten Orten Süd- und Mittel- deutschlands ruht vollständig. Auch im Saartal verursachten Sturm und Unwetter große Verheerungen. In B e s s e r i n g e n überhörte infolge des Sturms ein Landwehrmann beim Bahnschutz einen Personenzug. Ter Soldat wurde überfahren und getötet.— Mehrere an der Lippe und Nebenflüssen gelegene Ortschaften sind überschwemmt.— Aus Nordwestdeutschland werden umfangreiche Deichbrüche gemeldet. Namentlich an der C i d e r litten die Bewohner der Kooge außerordentlich. Fast die ganze Strecke von Friedrichstadt bis Süderstapel bildete eine wogende Wasserfläche. Viel Vieh und Material ist verloren gegangen.— Im Thüringer Wald haben die gewaltigen Stürme ebenfalls großen Schaden angerichtet, dessen Umfang sich noch nicht feststellen läßt. In den Hochwäldern sind zahlreiche starke Bäum« entwurzelt oder abgebrochen worden. » Eine gewaltige Sturmflut suchte die nordfriesischen Inseln, Halligen und Küsten heim. Zahllos sind die Deich- schaden, die die Flut bei der Husumer Schleuse anrichtete. Bei Westerland auf Sylt ist die Strandmauer teilweise beschädigt. * Im holländischen UeberschwemmungSgebiet steigt das Wasser noch an. Die Wasserwehr in Monnikcndam ist gebrochen. Tie eine Stadthälfte steht unter Wasser. Die Ein- wohner von Anna-Paulowna-Polder, die wieder zurück» gekehrt waren, sind erneut geflüchtet. Der Eisenbahndreich droht zu durchbrechen. Die Lage von Purmerend ist furchtbar. Das Wasser strömt in die Häuser mit furchtbarer Kraft. Militär per- sucht, durch Purmerend einen Deich von Sandsäcken anzulegen, aber die Säcke werden durch daS Wasser fortgeschleudert. Die Be- wohner des Polders Wyde Wormer müssen diesen verlassen. Alle Schiffe sind aufgefordert, sich an der Rettung der Bewohner zu beteiligen. « Seit drei Tagen wütet, wie der„Voss. Ztg." gedrahtet wird, im Tyrrhenischen Meer ein furchtbarer Sturm, so daß die der Verbindung zwischen Sardinien und dem Festland dienenden Dampfte nicht verkehren können. Die Insel ist von der Welt völlig abgeschnitten. Der von dem sardinischen Hafen Terranova herkommende Dreimaster„Filippo" scheiterte bei Castagnctto, die Mannschaft wurde mit Ausnahme des Kapitäns gerettet. Pflichtvergessene Landwirte. Unter dieser Ueberschrift berichtet die„Vossische Zeitung": In Grotz-Düben wurden bei mehreren Besitzern Haussuchungen im Zusammenhang mit der Getreidebestandsaufnahme vorgenommen. In mehreren Fällen sind erheblichere Getreidcvorräte festgestellt als von den Besitzern angegeben worden sind.— Vor dem Gubener Schöffengericht hatten sich 19 Landwirtsfraucn aus der Gemeinde Niemaschklema wegen Nahrungsmittelverfälschung zu verantworten. 17 Angeklagte unter ihnen hatten nachweislich die Milch unter Wasserzusatz verpaitscht. Sie wurden zu Geldstrafen verurteilt. „Zum Wohl« des Voltes." In Dortmund, wo auch überall die Fleisch, und Futter- Vorräte überaus knapp sind, wurde die Bevölkerung dieser Tage überrascht durch folgenbes Inserat im dortigen„Generalanzeiger": Durch große Abschlüsse verkaufe ich von Montag ab Münsterstr. 38 sowie Mittwoch und Samstag auf dem Haupt-Fleischmarkt zirka 12 000 Pfd. prima geräuch. Schinken zu 1,85 M. das Pfund im ganzen. Robert Schotten." DaS ganze Ladenlokal und daS Schaufenster des Lokals waren gefüllt mit Schinken. Woher kamen sie iure? Da wurde erzählt von der Sturmflut in Holland und daß die Bauernhöfe hätten schnell geräumt werden müssen. Der Zulauf war riesig, das Publikum drängte sich auf der Straße. Die Schinken wurden im ganzen berkauft. Die Ware schien äußerlich tadellos; auch die Kost- probe fiel günstig aus. So schwand der Vorrat im Nu. Aber dann ging der Skandal los. Beim Anschneiden der Schinken zu Hause ergab sich, daß sie alle mehr oder minder verdorben waren und Fäulnisherde enthielten. Die Polizei wurde benachrichtigt, der Laden geschlossen und die noch vorhandenen geringen Vorräte be- schlagnähmt. Der um das„Wohl des Volkes" besorgte Verkäufer ist weder Metzger noch Fleischhändler; er tauchte plötzlich auf, wie so manche andere fragwürdige Existenz in der heutigen Zeit.— Schlimm ist es, wie damit das Volk beschwindelt wird; noch schlimmer ist es aber, daß so große Vorräte verkommen konnten, wo das Volk unter der Teuerung leidet. Chronik der amerikanischen Brände. Aus Kingsport(Tc- nessee) wird gemeldet: Eine große Munitionsfabrik wurde durch Feuer zerstört. Der Schaden wird auf eine Million Dollar geschätzt. Gasvergiftung. In B r e i s a ch am Rhein erfolgte nachts ein Gasrohrbruch. Der Sturm trieb das Gas in die Häuser, wodurch sieben Personen erkrankten. Ein Erwachsener und drei Kinder sind bereits tot. Drei Knaben ertrunken. Bei Rodeln verunglückten in der Ortschaft Pobethen in Ostpreußen drei elfjährige Knaben da- durch, daß sie auf die dünne Eidecke eines Teiches fuhren. Sic brachen ein und ertranken. wurden grauen bezogen. Im Kriege 137(5/71 mS Feld gesandt. Verlustlisten. Der Verlustliste Nr. 459 der p r c u ß i s ch m Armee enthält Verluste folgender Truppen: Infanterie usw.: Garde: 7. Gavde-Jnfanterie-Negiment; Garde-Grenadier-Regimenter Alexander, Franz, Augusia; Garde- Füsilier-Regiment. Lehr-Jnfanterie-Regiment. Grenadier-� bzw. Infanterie- bzw. Füsilier-Regimonter Nr. 9, 10, 11, 13, 33 ss. auch Res.-Jnf.-Regt. Nr. 21). 34, 41, 42. 44, 45. 47, 48. 50, 51. 53, 55, 57. 58, 59, 61 ss. auch Res.-Jnf.-Regt. Nr. 21). 62. 63. 66, 77 ss. Ref.- Jnf.-Regt. Nr. 91), 84. 86, 87, 89, 90(letztere beide s. auch Ref.- Jnf.-Regt. Nr. 214), 91 bis einschl. 95, 97, 98, III, 112, 113. 116. 128 bis einschl. 131, 135 bis einschl. 138, 140, 145 bis einschl. 154, 156, 157, 158, 160, 161, 162(s. Res.-Jnf.-Regt. Nr. 21), 164(s. auch Res.-Jnf.-Regt. Ar. 91), 166, 167, 170. Rcserve-Jnfanterie-Regi- menter Nr. 1, 9, 12, 21, 32, 46, 48, 49, 51, 65, 56, 60, 61(s. auch Ins.- Regt. Nr. 61). 64, 65. 87, 88. 90. 91, 93, 99, 109, III, 214, 224, 226 bis einschl. 230, 232, 234, 235, 249, 250, 252 bis einschl. 261, 264, 266. Landwehr-Jnsanterie-Regimenter Nr. 9, 87, 48, 49, 51, 66, 84, 85, 87, 99, 109, 116, 118. Feld-Ersatz-Bataillon der 2. Garde-Sles.- Division. Brigade-Ers.-Bataillon Nr. 78(s. Landw.-Jnf.-Regt. Nr. 51). Jäger-Regiment Nr. 3; Bataillon Nr. 7(s. Res.-Jnf.» Regt. Nr. 21); Reftroe-Bataillon Nr. 24. Festungs-Nadfahrer- Kornpagnie Neubrsisach. 2. Schneeschuh-Bätaillon(s. Jäger-Regt. Nr. 3). Feld-Maschinengewelir-Züge Nr. 86(s. Füs.-Regt. Nr. 86) und 186(s. Füs.-Regt. Nr. 33). Kavallerie: 3. Gavde-Ulanen. Dragoner Nr. 2, 14, 18, 21; Husaren Nr. 2, 8, 19, 11, 15; Reserve-Husaren Nr. 6; Ulanen Nr. 8 (s. Kav.-Regt. Nr. 84); Jäger zu Pferde Nr. 3. Kavallerie-Regi- menter Nr. 84 und 85. 2. Mobile Ersatz-Eskadron des 17. Armee- korps(s. Kav.-Regt. Nr. 85). Fcldartillerie: 1. und 2. Garde-Regiment. Regimenter Nr. 11. 18, 22, 24, 80, 37(s. Feldfliegertruppe), 61, 58; Rcftrve-Rcgimenter Nr. 10 und 29. Fußartillerie: 1. Garde-Regiment; x. Garde-Reserve-Regimen l; 1. Garde-Landwchr-Bataillon. Regimenter Nr. 1, 3, 6, 8, 20; Reserve-Regiment Nr. 1, 3(s. auch Fußart.-Rogt. Nr. 3); Fuß- artillspie-Bataillone Ar. 28, 34, 36, 38, 40, 50, 218; Landwebr- Bataillon Nr. 40. Fußartillerie-Batterien Nr. 104, 107, 204. 235, 264, 272, 304. 316, 325, 355. 434, 461, 480, 522, 534; 2. Landsturm- Bataillon des 8. und 2. Landsturm-Batterie des 5. Armeekorps. Pioniere: Regimenter Nr. 19, 20, 23; Bataillone: I. Nr. 2, II. Nr. 6, I. Nr. 9. II. Nr. 10, II. Nr. 26. I. und III. Nr. 28; Ersatz. Bataillon des Pionier-BataillonS Nr. 9; Rescrvc-Pionier-Kom- pagnie Nr. 52; 1. Landwehr-Kompagnie deS 6. und 1. des 14. Armee- korps. Feld-Scheiniwerferzüge Nr. 233 und 262. Minenwerftr- Badaillon Nr. 4; Mine nw e r ftr- K ompa gnie n Nr. 217 und 252; Mittlere Minenwerfer-Abteilung Nr. 154. Feldfliegertruppe. Avmicrungs-Bataillone Nr. 14, 28, 38, 53, 55, 74, 101, 105, 107. »» Der Schluß der sächsischen Verlustlifte Nr. 255, deren Inhalt wir gestern mitgeteilt haben, wird veröffentlicht. Die Verlustliste Nr. 65 der Kaiserlichen Marine wird veröffentlicht. MeriäkfcetMc rSkrOhCi& t Wir liefern direkt tn Private eis Spezialitat; m 9er(mcr undOänexü Oäfiexiatrmdsier* Jtexandcnircuse 4Z MeMilW«cIltlW!> >» jeder Holz- and Stilart, nnr erstklassiger Ausfabrung za konkurrenzlos billigen Preisen. 10 Jährt GarantU. SchlafzIrnrneP: M. 1 83, 21 9, 270, 328, 428, 532 bis 3500. Bsita Vtrarbeitans. Speleazlasrner; 11.298,333,426, SOS bis 4000 i Wohnzimmer; M. 242, 369, 429, 543 bis 2500 Herrenztmmer: M. 209, 328, 487, SSO bis 3000 I Neuzeit). KOchan; M. 51, 58, 75, 93 bis 450 Sttndlgea Leger von ca. 500 Einrichtungen. Enorme Auswahl bis zum Auserlesensten. Illustrierter Kstslog mit KeferejucnUste gratis. Frankolieferung durch ganz Oeutscbland direkt ab FabrikgeMode. Clnselmöbel ohne Preiserhöhung i Dentsches Theater. Direktion: Max Reinhardt. 7Vi ühr: wer Biberpelat. Naohm. 21ls Uhr(id. Pr.): Kinna von Barnhelm. Jlonta;:: Ein Sommcrnachtstraum. In der Neuainatniliemng.) Kamnierspiele. 8 Uhr: Der Weibsfenfel. Naotm. S'/a Uhr(kl. Pr.): Die deutschen Kleinstädter. Mentaer: Gyjes und sein King.(In der Neueinstudierung.) Vollcsbühne. Theater a.BQIowpl. S'lt: Kön!«;®«dlpu«. Nacänu. Ü Uhr(iL Pr.): Traumulus. ■ilontag. zum ersten Male: Fhbnnonn Hcnsche]. Dir. Heinhard-Bernauer. Theator i.d.KöniggrätzerstraSe 8 ötn: Kameraden. Kachin. o Uhr: Waase!». fComüdienhaus S'L U; l>le Pätsolhsift© I'ran Naehm..J Uhr;„Eitrablätler!" BerSesier Theaf. 8 Chr: Wenn zwei Hochzeit machen. Xaehm. 3 Uhr: Wie einst im Mai. ferM der Freien MMm 6onntag, 20. Fedutar ISIS: Nachmittags Z NHr: VnlkSSühne, Theater am Bülowplatz Traumulus. Schiller-Theater Charlotteniurg: Nora. Deutsches Künstler-Theater: Datiert! Lesstng-Theater: Baumeister Solne Abends 8 Uhr: Deutsches Künstler-Theater: Motttag und Frettag: Die selige Exzellenz. Abends 8'/. Uhr: VoUZbühne, Theater am Bülowplatz: Montag bis Donnerstag: Fuhr- mann Henschel. Uiteen-Tkeatef. 3 Uhr: S�uitersegen. 8 Uhr— Wochentag- 8,15; Charlotte Klinger Mittwoch 4 Uhr: Struwelpeter. Theater für Sonntag;, d. 20. Februar. Deatsches Opcmliaus Cbarlottbg. fflontls Operctten-Theatep 3 Uhr: Die Enttuhrang aus d. Serail 8 uhr: Carmen. Priedrich-Wilhclinstädt. Theater. 3 Uhr; Der Troubadour. s uhr: Das DreimaMaus. oobr. Herrnffelca.Tb.e»er 8 Dir: MfM Ulli! Sileines Theater. ;>/, Uh-: Der Raub d. Sabinerinnen. 8 uhr: Jettchen fc-ebept. Komische Oper. 31/, Uhr: Das>iiIZe Hödel. 8 Ühr: Jung muS man sein. T.nstspieliuius. 31/, Uhr: Krieg im Frieden. sv. ühr: Der Gatte des FraiÄ Metropol-Theater 3 Uhr: Der Waffenschmied. euhr: Die Kaiserin tSU Hesidcnx-Theater Uhr: Die Prinzessin vom Nil. S'Ia Uhr: Loge Ho. 7 m. H. Bonder. S'/�Uhr; Hoheit tanzt Walzer. Gastsp. Ed. Lichtenstein aus Hamb. s uhr: Der Slerngaeker. Schiller Theater O. 3 Uhr: Faust I. s uhr; Die fünt Frankfurter. Sehlller-Th.Oharlottcnbg. 3 Uhr:(Vora. uhr: Halbe Dichter. Thalia-Theater. 3 Uhr: Kam'rad H&nne. 8 Uhr: Drei Paar Schuhe Theater am Xollendorfpl. 31/, Uhr: Der Obersteiger. sv. u.: Immer feste druff! Theater des Westens s uhr: Das Fräulein vom Amt. mit Guido Thielscher. 3'/. Uhr: Polenbint. Trianon-Theater. 4 Uhr: Das GlEck im Winkel. sv.ü.: Ferheiratete jiigggessllen. Rose-Theater. 3 Uhr: Ich lasse Dich nicht. 8 uhr- Der Hochtourist. Walhalla-Theater. Nachm. 8 Uhr: Die Förster-Christi. suhr- Grigri- se. — 8 Uhr. M Heute 2 Vorstellungen 2 ZV, Uhr: kleine Ißndor die Hälfte. Clot Ilde von Dcrp. Tänze. 4 Veras,.Drahtseilakt, 2 Miltords, Üsoentric;:.WiimB,Sun'tmai orin. Maz u. Moritz, radfahror.do Äffen. Kaufmanns RoUschuhläuferinn. Gebert Belling, kern. Dressuren u- a. m.— Kinematograph. Außerdem abends 9 ühr; Die sebönc Komüdiantia Operette in 1 Akt v. Eugen Burg u. Louis Taufstelo. Musik von I-eo Ascher. Reiehshallen-Theater. Stettiner Sänger. Saut Schlnst: Aniang Souiitags 71/, Uhr. Casino- Theater Lothringer Str. 37.. Tagt. 8 Uhr: Heute vorlekte� Sonnabend des Posseu-SchlagerS Was machfte nn? Ab 3. März ein neues VoltSstück. Sonntag 4 Uhr: Ihr Gottlieb. V«KKt-VheatSP. Badstr SZ. Bsdstr. 58. Heute Sonntag 3 Uhr: vis Mer des Braödstilters. Heute Sonntag 8 Uhr abends: Hie deutsebe Beiden sterben. Jlo Montag: Das bemooste Haupt. Ädmirajspalast Eis-Arena. Heute 2 Vorstellungen um 4 und H1/, Uhr: Gr- Eis-Baileü Eine Zaubernacht in Bagdad ■od das Qbrige program». Haehm. kleine Preise. Abends L, 8, 4 Zlk. Voriflgllche KOehe. | ♦| tsxsssgmTxsxSij rt j Freler Ruder=Bund Berlin. Voranzeige I Sonntag, 27. Februar 1916, im„Dresdener Casino", Dresdener Straße 96: Lichtbilder-Vortrag „Ruderers Freud und Leid». ErOflnoog S Uhr! Aatang präzise( Uhr! Preis SO PL Schluß? 282/3 voi&ad®" Gemütliches Beisammensein. Fahrverbindung: Stadtbahnhof JarnowjtzbrQcke. Straßenbahn Nr. 1, 2, 4, 5, 11, 27, 28, 29, 32, 36, 37, 41, 91. m Berliner Konzertbans. Zimmerstr. 90/91. Je Manerstr. 82. Weln=Terrasse! Heute Großes Konzert. Berliner Konzerthaus-Orchester _______ Anfang 4 Uhr.__ verantwortlicher Rebatteur: Slftej) Wielepp,»cutdOu. Lessin�-Theater. Direktion: Victor Barnowsky. 8 Uhr; Die gutgeschnittens Ecke. Isachm. 3 Uhr; Baumeister SolneB. Montag: Komödie d. Worte Deutsches Künstler-Theater. Allabendlich 8 Uhr: Die selige ExzeUenz. MÄKAU Heute: Uhr BMDT.Milil. nachm. X Kind frei(autz. Galerie). Weitere Kinder halbe Preise. Mw'/« Million Besueher drängten sich bisher zu und noch immer m der Andrang so gewaltig In beiden Borstellungen: h urkomische Bären. L lebende Windmühlen. Atemberauberde Matrosenspiele. Todessprung m. d. Zweirad. UH&mik Tanbcnstr. 48/49. Sonntag 8 Uhr: Aegypten, derSuezkanal und der Weltkrieg. Montag 8 ühr: Kurland u. die Dünafront. Possen-Theater Linienstraße, a. d. Priedrichßtr. 8'/. Jlelonenbaum&l/4 TIeschngge ist Trumpf Dienstag, den 22. Februar er. zum I.Male: Kohls Abenteuer Der große Augenblick 2 2 Heute_ Vorstellungen 31/, und 8 Uhr. Nachm. jeder Erwachs. 1 Kind frei. In beiden Vorstellungen Joseph Plant in seinen lustigen Vorträgen für Jung u. Alt u. der ungekürzte Qleiehwertig dm Sehmalz und der Butter zam Bestreichen der Brotschnitte ist in unserer fettarmen Zeit, wo die Hausfrau die Butter für andere Speisen notwendig braucht, die Bestreichung mit Kunsthonig oder Honig, so erklärt in seinem Artikel:„Kriegsernährung" Herr Geheimrat Professor Dr. J. Reinke in Kiel in dem„Breslauer General- Anaeiger" vom 13. Februar 1916. Ebenso hat der Kriegiaunchuß für Fette u.Oele (dem Herrn Reichskanzler unterstellt), schon darauf hingewiesen, daß in dieser Zeit Kunsthonig etc. als Brotaufstrich gewählt werden sollte. Am beste» stellen Sie sich den Kunsthonig selbst her für ca. 25 Pfg. per Pfund mit dem eckten Bernh. Regdielt's/< Pfund auf eine Brotkarte abgegeben werden darf. Selbstver- ständlich darf die Brotkarte nur zu einmaligemBezug verwendet werden; das M i t t e l st ü ck ist deshalb zu entwerten(durch Lochung, z. B. durch Schere, oder durch Stempelaufdruck„Butter" auf die Vorderseite). Die Abfertigung des Publikums soll durch die Vorschrift beschleunigt werden, daß der Butterkleinverkauf nicbt eher beginnen darf, bevor nicht alle zum Verkauf bestimmte Buller in lU' oder �/g-Pfund-Paketen verpackt zum Verkauf bereitgestellt ist. Auch muß verhindert werden, daß eine einzelne Person, die sich reichlich mit Brotkarten versieht, zuviel Butter auftauft; dem dient die Bestimmung, daß im Einzelfall keineswegs mehr als 1 Pfund abgegeben werden darf. Der— meist durch die Post erfolgende— Butterbezug aus Bezirken außerhalb der in der ButterveriorgungS« stelle Groß-Berlin zusammengeschlossenen Gemeinden wird durch die neue Regelung nicht berührt. Ebenso gelten die Bestimmungen nicht für Krankenhäuser und ähnliche Anstalten. Gast-, Speisewirtschasten usw. sind in ihrem Butterbezug im G r o ß Handel und von auswärts nicht behindert. Die Groß-Berliner Bevölkerung hat bisher allen Anordnungen über die Lebensmittel- Versorgung volle« Verständnis entgegengebracht. ES ist dringend zu hoffen, daß sie auch die neue Regelung über den Butterverkauf zum Anlaß nehmen wird, jeden unnötigen An- drang zu vermeiden und sich unbegründeter Lengstlichkeit zu ent» halten. » Die neue Verordnung gilt auch für die Berlin umgebenden Landkreise Niederbcrrnim und Teltow, und zwar in letztgenanntem Kreise für die Stätde: Cöpenick, Teltow, Zossen, und für die Ge- meinden: Adlershof. Altglienicke, Berlin-Britz, Berlin-Friedenau, Berlin-Grunewald, Bcrlm-Johannisthal, Berlin-Lankwitz, Berlin- Lichterfelde, Berlin-Mariendorf, Berlin-Mcrrienfelde, Berlin-Niedcr. schüneweide, Berlin-Schmargendorf, Berlin-Steglitz, Berlin-Tempel- Hof, Berlin-Treptow, Blankenfelde, Bohnsdorf, Brusendorf, Buckow, Dabendorf. Dahlewitz. Deutschwusterhciusen, Diedersdorf, Drewitz, Eichwalde, Glasow, Großbeeren, Grotzkienitz, Großmachnow, Großziethen. Grünau, Hoherlehme, Kleinbeeren, Kleinglienicke, Königs- Wusterhausen, Lichtenrade, Mahlow, Miersdvrf, Müggelheim. Nächst- neuendorf, Nikolassee,"' NokvckWeS, RanKSdo-tf,' RotziS, Rudow, Ruhlsdorf, Schmöckwitz, Schönefeld, Selchow, Senzig, Stahnsdorf, Wannsee, Waßmannsdorf, Zohlendorf, Zernsdorf, Zeuthen. Feststellung der Kartoffelvorräte. Wer Vorräte von Kartoffeln mit Beginn des 24, Februar tS16 i n M e n g e n v o n 20 P f u n d u n d m e h r in Gewahrsam bat. gleickviel. ob er der Eigentümer ist oder nicht, ist verpflichtet, die vorhandenen Vorräte dem Statistischen Amt der Stadt Berlin, Post- straße 16, anmeiflen. Handel- und Gewerbetreibende, die ihre gewerbliche Nieder« lassunq in Berlin haben, müssen außerdem die Mengen von Kar- toffeln angeben, welche sie auf Grund rechtsgültiger LieferungS- Verträge zu fo»dsrn borecbtigt und zu liefern verpflichtet find Auf Grund der Ausfiihrungsanweisung zu Z 2 der Bundes« ratsverordnung vom 7. �Februar 1916 hat der Magistrat die Haus- besitzcr oder deren Stellvertreter verpflichtet, die ihnen zur Aus- führung der Erhebung, zugehenden Hauslisten bis spätestens zum 27. Februar 1916 ausfüllen zu lassen. Hausbesitzer oder deren Stellvertreter, welchen die Hausliste bis einschießlich 22. Februar 19 16 nicht zugestellt worden ist, haben sie von ihrer zuständigen B r o t k o m m i s s i o n oder vom Statistischen Amt der Stadt Berlin Zimmer 49 abzuverlangen. Wer seine Anzeige bis zum 27. Februar 1916 nicht mittels der Hausliste erstattet hat, muß sie am folgenden Tage schriftlich und portofrei beim Stakisttschen Amt der Stadt Berlin, Poststr. 16, einreichen. Wer vorsätzlich die Anzeige, zu der er auf Grund dieser Bekanntmachung verpflichtet ist, nicht in der gesetzten.Frist erstattet oder wissent- lich unrichtige oder unvollständige Angaben macht, wird mit Gefängnis bis zu sechs Mo« naten oder mit Geldstrafe bis zu 1699 Mark bestraft._ Arbeiterbildungsschule. Heute Sonntag, den 20. Februar, abends 7'/z Uhr, findet der dritte Vortrag mit Licht- bildern im Zyklus:„Die Kunst im täglichen Leben in Vergangenheit und Gegenwart" statt. Herr Dr. B-ernoulli, Assistent an den Königlichen Museen, wird über das Thtzma:„Möbel und Gerät" sprechen und zwar über: Zweck und Schönheit. Handwerks- .kunst und Fabrikware. Schaugerät und Gebrauchsgegenstand. Die Spuren der Entstehung als Schönheitswerk. Das heutige deutsche Kunstgewerbe und sein Einfluß auf die Fabrikation. Die Vorträge finden im Hörsaale der Schule, Linden- straße 3. 4. Hof rechts 3 Treppen statt. Der Eintrsttspreis beträgt 10 Pf. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß die Vorträge pünktlich beginnen._ Fahrplanänderung bei der Strastenbah«. Bei der Großen Berliner Straßenbahn und ihren Nebengescll- schaften tritl am 21. Februar d. Ii ein neuer Fahrplan in Kraft, durch den im allgemeinen die Abfahrtzeiten der Wagen von den Linienendpunkten nur geringfügige Veränderungen erfahren. Gleich- zeitig treten die folgenden, durch den Mangel an Fahrern bedingten Betriebseinsckiränkllngen ein: Auf der Linie 3, Großer Ring, wird von etwa 9 Uhr abends ab der Fahrabstand von 7Vz auf 15 Minuten erweitert, die Linie 17 wird von etwa 9 Uhr vormittags ab in Abständen von 16 statt 7Vz Minuten betrieben, auf der Linie 74 tritt an Stelle der nachmittags von 4 bis gegen, 8 Uhr bestehenden 'Zugfolge von 7l/z Minuten ebenfalls ein 10 Minutenbetrieb. Ferner wird der Betrieb auf der Einsetzlinie IIB, Schöneberg, Eisenacher Straße— Tempelhof, Gottlieb-Durüel-Straße nachmittags bis auf weiteres eingestellt. Ob eS außerdem erforderlich werden wird, aus der Einsetznnie20B, Neukölln— Dönhoffplatz Einschränkungen vorzunehmen, hängt von dem Umfange der weiteren militärischen Einberufungen von Fahrern ab. Zum Ausgleich wird das Platzangebot auf den in Betracht kommenden Lmieu durch vermehrte Mitführung von Beiwagen erhöht._ Raubmordversuch in der Orauieustraste. Ein schwerer Ueberfall wurde gestern morgen in der Oranien- straße verübt. In dem Hause Nr. 177, an der Ecke der Adalbert« straße, betreiben im ersten Stock die alten Eheleute Kloß, die dort auch wohnen/ eine Pfandleihe. Freitag abend erschienen bei ihnen noch spät zwei junge Männer, um einen Ulster zu versetzen. Sie wurden jedoch von der Frau abgewiesen, weil sie das Geschäft schon geschlossen hatte. Gestern morgen kurz nach 8 Uhr kamen die beiden wieder. Es waren, wie sich später ergab, ein 20 Jahre alter aus Gransee ggJM»!agter Paul Wern ermann und ein zwei Jahre jüngerer Erich Hechtfstch, der a«S Günteröhagen stammt. Die beiden waren bis vor kurzem in der Irrenanstalt Dalldorf zu Wittenau als Pfleger beschäftigt. Dort batteu sie sich auch kennen gelernt. Sie legten gemeinsam die Arbett nieder und gingen nach Hamburg. Hier nahmen sie auf der Werst von Blohm u. Voß Beschäftigung an. Diese Arbeit gaben sie aber auch bald wieder auf. Gestern fuhren sie nach Berlin und kamen hier mittellos an. Wemermann kam nun auf den Gedanken, sich irgendwie Geld zu verschaffen. Dieser Plan verdichtete sich dahin,, eine Pfandleihe aufzusuchen, um Geld zu rauben. Gestern morgen bot Wernermann, den Hechtfisch begleitete, wieder seinen Ulster an. Die alte Frau sah sich zunächst allein das Kleidungsstück an, rief dann aber zur Abschätzung auch ihren Mann dazu, der noch beim Kaffee saß. Bevor Kloß noch den Geschäftsraum erreicht, versetzte Hechtfisch der Frau mehrere wuchttge Hammerschläge auf den Kopf, während Wernermann mit dem Dolch auf sie einstach. Als jetzt der Mann kam, fielen beide über ihn her. Hcchlsifch schlug so stärk auf ihn, daß der Hammerstiel brach. Auf die Hilferufe und den Lärm glaubten einige Leute, die an einen Ueberfall nicht dachten, daß jemand im Hause irrfinnig geworden sei, und holten die Feuerwehr, llnterdeffen gab es schon einen großen Austauf vor dem Hause. Ein Soldat und ein Bürger eilten kurz entschloffen hinauf. sahen nun, was geschehen war. nahmen die beiden Räuber, die jetzt entfliehen wollten, auf der Stelle fest und brachten st» nach der Re- vierwache. Die Verhasteten, die später der Kriminalpolizei zugeführt wurden, legten ein umfasiendeS Geständnis ab. Einer von ihnen hatte bereit» eine Brieftasche mit S90 M. geraubt. Die beiden Eheleute wurden durch Hammerschläge und Dolch- stiche schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt, am schwersten die Frau. Beide wurden nach der Rettungswache in der Sdalbertstraße gebracht. Nachdem sie dort verbunden worden waren, konnten sie nach ihrer Wohnung zurückgebracht werden, um dort in ärztlicher Behandlung zu bleiben.__ Die ZenträNommisfio» der jkrankenkasse» Berlins und der Vororte veranstaltet auch in diesem Jahre wiederum hygienisch- Vorträge, die nachstehend aufgeführt find. Der Zuttitt zu diesen Vorträgen»st unentgellliw. Am Montag, den 21. Februar, spricht im Bürger- saal des Berliner Rathauses Herr Sanitätsrat Dr. Munter über d a.s Thema:„Arbeitsfähigkeit __ und Arbeitsunfähigkeit bei Nervenkrankheiten". Am Donnerstag, den 24. Februar, spricht in der 89./96. Ge- meindeicbule, Schwedter Straße 232/284, Herr Dr. O. Abraham über da» Thema:, Frauen krankh eiten und ihre Verhütung", flkur für Frauen.) Am Freitag, den 251 Februar, spricht in iKr 81./109, Gemeinde- schule. Tilsiier Straße 4/S, Herr Dr. G. Siefart über das Thema: „Frauenkrankheiten und ihre Verhütung". Mur für Frauen.) In C ö p e n i ck in der Dorotheensckule. Freiheit, spricht am Dienstag, den 22. Februar Herr Dr. G. Siefan über das Thema: „Verhütung und Behandlung von Frauenkrankheiten"./z Pfund berechtigt. Um dem Andrang in den Verkaufsstellen zu verhindern, sind für jede Woche bestimmte Nummern der Brotkarten zum Verkauf zugelassen. Vom Montag ab wird auf Brotkarten der Serie 22 von 50 601—100 000 Schmalz verkauft. Leb ensmittelkarten in Steglitz. Vom Montag ab erfolgt der Verkauf von Lebensmitteln sowohl in der Gememdeverkaussstelle Kieler Str. 7. wie auch bei denjenigen Händlern, denen Waren von der Gemeirtbc überwiesen sind,, nur gegen Vorlegung von AuSweiskaeten, die den Familien durch die Hausbesitzer zu übermitteln sind. Jeder Hausbocktungsvoistand muß die Karte eigenbändig unterschreiben und die Zahl der Familien- Mitglieder eintragen. Der Verkäufer hat jeden Kauf in das Feld der betressenden Woche einzutragen und darf nur das vorgeschriebene Quantum verabfolgen._ Stellungnahme der Lichterfelder Genoffen. Eine am 15. Fobrnar in Lichterfelde tagende MitgTiederter- scnnmlung des Wahkvereins stimmte der in Treptow gefaßten Resolution mit ein« geringfügigen Abänderung zu. Die Rssolution, die wir in der Froitagnummer abdruckten, eraftfrrt sich ein»«»standen mit der Haltung der zwanzig Genossen, die gegen die Kredite stimmten. partekveranftalwngen. in de» Paflage-Festsälen geplante Mi- 3 findet aus naheliegenden Gründen StenkSkl«. Di« für gllederverfammlung deS Wahlver' nicht statt. Dreptow-Baumschnlenweg. Dienstag, den 22. Februar, abends 81/, Uhr, findet bei Hubat, Am Treptower Park 66, eine Mitglieder- Versammlung statt. Bortrag bei Genossen Joses Hartman» über.Kommunale Politik�. Ausstellung der Kandidaten zur bevorstehende» Gemeiodevertreterwahl. Bericht von der Borsitzendenkonserenz, NegliN. Die Mitgliederversammlung des WahlvereinS findet am Dienstag, den 22, d. M.. pünktlich um>/,S Uhr, bei Schcllhase, Abornstr. lös, statt. Tagesordnung: 1. Beschluhsassung über die Ge- meindewähl 2. Bericht von der Vorständekonserenz. rn, find freundlichst eingc< Iugenöveranftaltungen. . Arbeiterjugend Ott und Nordost. Heute Sonntag, abends pünktlich 5 Uhr(Einlaß 4 Uhr) findet in den Alhambra-Festiälen, Wallnertheateritr. 15, ein Festabend statt, bestehend aus Mufii, Ge- sang, Reziratiqn. Mitwirkende find: das Kestenberg-Trio(Mufik), das B'okaltcrzett(Gelang), Fräulew Klara Schabbel«Rezitation). Nach den, künstlerischen Teil geselliges Beisammensein. Das Programm verspricht einen genußreiche» Abend. Alle jugendlichen Arbeiter und Arbeiterinnen mit Zlngebörigen, besonders de» Elter laden. Eintritt 25 Ps. Weistetisee. Heute Sonntag, abend» 7 llhr, findet im Jugendheim, Gäbleritr. 46, ein Elternabend, bestehend aus Bortrag, Rezitationen,BolISIteberg»li»gen und Volkstänze» statt. Der Emtritt ist frei._ Eingegangene Druckschriften. Borbote. Internationale Marxistische Rundschau. Rr. I. geber: A. Pannrkoek und Henriette Roland Holst. 50 Ps. g. Zürich, Rotachsir. 23. Taschenkalender für Aerzte. Herausgegeben»o» Sanitätsrat Dr. P. Rosenberg. Geb. 2,50 M. Verlag ptr Fachliteratur, Berlin W 30. en, '* �StiMMen öer Reöakkkon:' Die wriwsche Svrechstund« findet sfir Abonnenten Linbenstr. 5, TV. Pos recküs. varterre. am Montag bis Freitag von t bis 7 Ui)t, am Sonnabend von 5 bis 6 Uhr statt. Jeder sür den Briefkasten bestimmten Antrag« ist ein Buchstabe und eine Zahl als Merkzeichen beizüsilgen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen keine AüonnementZauitlung beigefügt ist, werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Svrechltunde vor. Verträge, EchriststiiSe und dergleichen bringe man in die Sprechstunde.mit. A. Th. 84. Nein, eS ist dort sicherer, als irgendwo anders.— Gruft. Neukölln, l. Das m der Mitte des Auges befindliche Schloch, 2, Eine derartige' Beschreibung liegt außerhalb des Rahmens einer Brieskasten- behandlung. In jedem Lexikon können Sie darüber volle Auillärung iindwi. Unter anderem kostenlos ewzusehcn in her Bollsbibliotbck, Adalbertstr. 41. 3. Nein.— W. P. 100. 1. Wenden Sie, sich an die Stistungsdeputlltion des Magistrats, PvUtr. 16. 2. Dagegen ist nichts zu machen. Wenn Sie eingezogen find, können Sie erneute Uirtertuchung beantragen.— t— R. Jr. 125. Fragen Sie doch einrnal beim Bczjrkskommaudo wegen der Sache am— Nr."7. Feld. Jbre Anfrage ist bier nicht eingegangen. Die gegen Sie verfügte' Strafe wird durch den Gnadenerlaß nicht aus- gehoben.— K. 150. Nein.—(?. 33. Wenn Ihr Mann in Arbeit tritt, kommt die Kriegsunterstützung in Fortfall.— F. 76. 1. Sie müsse» bis zum 4. AprU abends die Wohnung geräumt haben, sind aber ver> Pfiichlet, schon am Sonnabend, den t. April, dem künstigen Mieter einen Wohnraum zur Beifügung zu stellen. 2. Sie sind verpflichtet, sich das Bett zn holen. Fragen Sie aber vorher an, ob der. jchige Inhaber des Bettes zur Herausgabe bereit ist. Anderenfalls müßten Sie die Herausgabe des Bettes erst durch Klage bewibkem— G. K. 1000. 1. Die Berechnung der W«isenrente mit 10,80 M. ist richtig. 2. Die Mutter kann Antrag aus KriegSelterngeld bei der Steucrkasse, stellen.— A, 91. B., Zt. Gallen. 1. Nein. 2.■ und 3., Dieie Strasbeitimmungen bestehen bereits. 4. Die Einziehung zum Militärdienst kann ersolgcm 5. Davon ist uns nichts be- kannt. Unseres Wissens ist das Erbrecht für eine solche Person nicht aus- gehoben. 6. Nein. 7. Ja. Wegen Fahnenflucht 6 Monate bis zu 2 Jahren Gefängnis. 8. Das ist unrichtig. Nur diejenigen Personen, die in Deutsch- land ständig ihren Mffenthalt haben und die ihre ausländische Staats- angehörigkeit� verloren und die deutsche nichk erworben haben, können als sogenannte«taateniose zum Heeresdienst eingezogen werden.— Helene. 1. Die Unterstützung kann Ihnen in diesem Falle zum mindesten gekürzt werden. 2. Ja. Zimüldeinolll'stisciler ffahlverein für den 3. Verl. Reichstagswahlkr. Dienstag, den 22. Febrnar, abends 8% Uhr: Mitglieder-Versammlung im Gewerkschastshanse, Engelufer 13. Ohne Jlltjjlledubnch kein Zutritt. Um rege Beteiligung ersucht 200(6 Der Vorstand. SüMldkmolttüWr MaWkreul Eharwttenbnrg. Dienstag, den 22. Februar, abends H'/e Uhr, im Bolkshomse, Rofinenstr. 4: Mitglieder Uersammlung. Vortrag der Genossin Luise Ztetz:- 9yFrauenpfi5ofateii im Kriege.11 Diskussion und BerMedenes. � Tie Mitglieder, besondeiS die Franc» sind eingeladen. 250(4 Mitgliedsbuch legitimiert. Der Vorstand. Verein f. fraucn u* Jftädchcit der Arbeiterklasse. Montag, dop 21. Februar, abends 8st, Uhr. in der Ne«» PhiNiarmonic, Köpenicker Straße 96/97: „Unsere Erzicheranfgaben nach dem llriege." Rejerent: Reichstags-Abg. iieinrick Seinilr. 52/3 Der Ventand. Htler torWer-ltrM Verwattung Berlin. Del-Amt Moritzplatz 10623, 3578. Bureau: Rungestraße 30 Mitglieder- Versammlung. Tischler! Bezirk Osten lll. Montag, de» 21. Februar, abends 5'/, Uhr, bei Vrederndort, Frankfurter Allee 24. Tagesordnung: 1. Bericht der Rommtssio» und Neuwahl derselbe». 2. Wahl der Delegierten zur Generalversammlung. 3. VerbandSangelcgcnhesten. Sranehen-Versammlmigen: Bürsten- und Pinselmacher. Mittwoch, den 23. Februar, abends 8 Uhr, bei Tauneuberg. Holzmarktslr. 21. Tagesordnung: 1. Di« Lehren der letzten Branchenkonferen� 2. Disluffion. 3. Branchenangelegenheite». Stellmacher. Tounerstag, de» 24. Februar, abends«-/. Uhr. tw Skoseukhaler Hof, Rosenthaler Straße 11/12. Tagesordnung: Verbands- und Branchenangelegenheite». Berlin L HD Wallstr. 13 Gardinen Möbel-Angebot. Solide Mödeifirma lleferl Spczlal-Eln- nnd ZweLclmmer- Elnrlchtansen sowie Einzelmttbel gegen«Mge Vergütung bei kleiner Anzahlung nnd aorinqen monatlityeu Nate»--. zahlungeu.»jwrten». 2 an die ErpeLDon des.Vovwäztz-.» > nlnanlvrer. Grtflite Kulan». Keine der) Zahlstelle Berlin. Engelufer 14/15, Part.— Telephon: Amt Moritzplatz Rr. 8430. Mittwoch, de« 23. Februar, abends 8'/, Uhr» bei Boeker, Weberstr. 17: General-Bersammlung. Tagesordnung: 1. Kassen, und Geschäftsbericht vom 4. Quartal WIR. 2. Jahresbericht von 1915. 3. Neuwahl der Ortsverwnllnng t. Bericht der Berhandluuge»«dt de» Ze-tralberet» für Arbcitsnachn»eis und dem Berbaude der Berliner Schuh- fabrikanten über die Errichtung eines paritätische» Arbeits- Nachweises, eveut. Beschlußfassung. 5. Verschiedenes. Indem wir zu dieser Generalversammlung einladen, mache» wir inS- besondere die te den Schuhfabriken beschäftigten Mitglieder aus die hohe Bedeutung deS 4. Punktes der Tagesordnung ausmerlsam und erwarten eine zahlreiche BeteUtgimg. 169/3 Die OrteTerwaltnng. Verband der Sattler u.Portefeuiller Ortsverwalfang Berlin. Mittwoch, de» 23. Februar, abeudS präzise 8 Uhr, t» de« Arminhallen, Kommaudaateastr. 58/59: Jahres- General■ Versammlung Tagesordnung: L Abrechnung M» IV. Quartal 1915. 3. Jahresbericht dos 1916. 3. Neuwahl der Revisoren. 4. Neuwahl der BeschwerdetommtsfimH 5. Be. «cht des vergnügungSkomitee« und Neuwahl des Lorfitzende» sowie Kassierers vom BergnüguugSkomitee. 6. Verschiedene». BW Ohne MitgliedSbach(ein Zutritt."Wm Rechtzeitiges und vollzähliges Erscheinen der Mitglieder erwartet 157/5___ Tie OrtSverwaltuug. Vacholöerextrakt .Marke Medico', die altberühmte ärztlich verordnete Spezial- marke, ist ein vielseifig erprobtes und tausendfach bewährtes Naturheilmittel, das vermöge ssiner kräftig blutreinigen de», ableitenden und ausspülenden Wirkung zugleich auf den inneren und äußeren Körper den wohltätigsten Einfluß ausübt. Un- endlich viele Erfolgsberichte bestätigen die überaus heilsame, natürliche Wirkungskraft bei Rheumatismus, Ischias, Nieren-, Blasen- und Frauenleiden, Wechselzuftänden, Haut- und Hä- morrhoidalleiden, asthmatischen Beschwerden, Blutverdickung, Magenschwäche, Nervosität usw. Garantiert echt und unver- dünnt nur in Originalflaschen M. 2.0O u. 3.25, zur längeren Kur große Kanne M. 7.75, in den Apotheken und Drogerien, wo nicht erhältlich, wende man sich an Otto Reichel, Berlin 43, Eisenbahnstraße 4, Fernspr. Moritzplatz 4751— 4753. Man achte beim Einkauf scharf auf die Marke»Medico* und meide Nachahmungen, wie auch ausgewogene Ware. Die Marke.Medico" bürgt Dr Güte uns Wirksamkeit Bei Nerven« und Kopf- schmerzen wirken Togal-Ta- S ketten rasch und sicher, selbst wenn andere Mittel versagen. Aerztltch glän- zend begutachtet. In allen Apotheken zu M. 1.40 und M. 3.50. Uicie Herwig Kurt Ziatel Neukölln. Verlobte Helft unseren Verwundeten Ziehung 23. bis 26. Februar 1916. Rote+ Geld-Lotterie 17 851 Geldgewinne— Mark 600000 Hauptgewinne Mark lOOOOO 50000 30000 I ne M??kl Porto o. Listo LOo ffli OiOU 30 Pfg. extra. H. C. Halm's Vve. Berlin S. 14, Aiexandn'nenstr. 70. Postpakete an Private pr. Psund-Pakete: Kaffee 140, Tee 20 Ocre, Leberpastete 90, Blut- pudding 90, Fischwurst 100, Gulasch 90. Mindestestens 6 Pfund. Nachnahme und Porto. 122/6 13. Hellbntb, Nörrebrogade 34, Kopenhagen. Uestmann's TrauermakKln Größte AoswaM. Billigste Preise. I MobrenstreCe 37a (KolQnnadftH IL Or. FranKTurter Str. IIS (nahe Aqdreaastt.) 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Sem Meute» mifetet od! dem SlleMWW gefoDeoen(Ben»den! Ulm t Februar fiel im Silier von 33 Jahren der Klempner Arno Kießling Falckensteinstr. 42, Sej. 182 1. Km 84. Januar fiel im Wer von 33 Jahren der Web« Berthold Liebing 218/3 ©ofeletftr. 28, Bez. 301 IL Sozlaltfemokr. Wehlverein f. d. 4. Bert. Relehttagrrahlxreis Am 7. November fiel im Alter von 2S Jahren der Former Mex Lehmann EotzkowSlystr. 34, 13. Abt., Bezirt 687. Am 9. Januar verstarb im Lazarett der Arbeit« AugneK Barisch 40 Jahre all. Emdener Str. 55, 13. Abt., Bezirk 711. 224/20 üozlnldemokr. Wahlverein f. d. 6. Berliner Reichetagswahlkr. Am 29. Januar fiel d« Kupferschmied Max Temnitz geb. 2. November 1894. Gruppe 6. In den Kämpfen am 7. Februar 1316 fiel d« Genosse Gustav Krause Rupprechtstr. 7a. 4. Viertel. Willi Lietsche 12/8 Wllhelmstr. 13, gefallen am 14. August 1915. Sezlald. Wahlverein Kreis Niederbarnim, Bez. Llehteaherg. All Opfer bei Weltkriege! fiel aus dem Schlachtfelde der Genosse Friedrich Schachert. 248/10 Sozialdemekr, Krelswahlver. Niederbarnim, Bez. Stralau. r Bezirk Groß-Berliu. Folgende Kollegen find im Felde gefallen: Karl BalhOUss, Industriearbeiter. Hermann Filter, Stall«.«». Gustav Krause, Geschäftskutscher. August Krüger, Gesch-ft-diener. August Leckner, Müllschaff««. Ernst Neumann, Fensterputzer. Georg Simon, Geschsstsdie»«. OttO Schulz, Bierfahrer. Georg Schumann, Antowsscher. Karl Wollin, Miillschaffner. «vre ihre««nde.kenk 62/8 vle It«»lnll»Ie>ItU»i»g!. VesbsinI ll«s Sclmeider, Schneiderinnen und Wäschearbeiter Deutschlands. Filiale BerUn. De««ubenkeu unserer ans de« Kriegsschauplatz ge- falleneu Koüegeu l Am 10. Eeptemb« 1915 fiel d« Herren mafischneid«, Kollege Anton Worsch, geb. 10. August 1878. I« Dezember 1915 fiel der Zuschneider, tkollege Bohert Wachholz, geb. 16. April 1882. Fern« starb infolge Verwundung durch Bajonettstich und Ober- schenkelbruch im Lazarett in Lübeck du Kollege Gustav Warneche. 162/18 Die OrtaTerwaltnac. Deutsch. Metallarbeiter-Verband Ortsverwaltung Berlin. Ten. Andenken unserer im Fselde gefallenen Kollegen. Paul Hahn, Klempner, geb. 1. April 1892 Leuschten. Arno Klesling:, Klempner. geb. 27. Dezember 1884 MierSIing. Friedrich Niermann, Metallarbeiter. geb. 19. Dezember 1882 Osnabrück. Otto Polensky, Metallarbeiter. geb. 1. September 1888 Berlin. Karl Schilowsky, slemp«», geb. 16. Februar 1878 Würben. Ehre ihrem Andenke«! ll2/l0 Die OrtSverwaltnng. �iachruk. Am 16. i M. Tervchied plötzlich am Herzaehlaga dar Vorsitzende unseres Ausschusses, Herr Brauereidirektor Otto Ullrich im Alter von 63 Jahren. Der Verstorbene hat in zehnjähriger T&tiekeit als Vorsitzender der Ortskrankenkasse der Bierbrauer die Interessen der Versicherten und der Arbeitgeber mit sozialem Verständnis und zu allseitiger Zutriedenheit wahrgenommen. Seit der Vereinigung dieser Kasse mit der unsrigen ist er als Vorsitzender des Ausschusses erfolgreich tätig gewesen und bat sich bei allen, die ihn kannten, ein ehrendes, dauerndes Andenken erworben. Berlin, den 19. Februar 1916. Der Vorstand der Allteaieinea Ortekrankcakasse 122/1 der Stadt Berlin. Deutscher Holzarbeiter-Verband Zahlstelle Berlin. Im Felde gefallen find folgende Mitglieder: Hermanii Jahre, �Ki--,««»-««. 28 J-w a». Ernst Teich, Tifchi«. R Iah«-u. Alhort Fischer, Tischl«. s? sah«-s. Ehr« ihrem Andenke«! 83/1 Die Ortsrerwaltnac. Im Geburtstage am UFebnar. BIS Opfn deS furchtbaren Weltkrieges stet am 25. Januar durch ewen Brustschutz mein über alles gelieber, herzenSguterMann. unser lieber Sohn, Bruder, Schwager und Onkel, der Jöger Max Marschall ANioeS Jäger-Bataillo» Nr. 5 im 32. Lebensjahre. 122A Im ttesste» Schmer» Martha Marschall geb.Krentzderger als Frau, Sogaste lldel verw. Marschall als Mutter, Alkrad Marschall als vrnd« nebst krau, Elte Modrow als Schwester, Otto Modrow als Schwager, z. Z. im Felde, Trndchea Modrow als Nichte, Hermann Schumann nebat Frau, Julias Labrlch, beide als gute Freunde. I» FewdeSland Dein treneS Auge brach, Dew gutes Herz tat seine» letzten Schlag; Zu» fernen Grab schweift tränend unser Blick, In weh« Klage um'S bttlorine Glück. Schlaf Wehl, Du gutes Herz Du hast den Frieden, wir den Schmerz ES ist«w schmerzlich ditbreS Leiden. Auf nimm«, nimmer Wiederfehn> 'Ach, mit« allen Erdenleiden Sann tiefer keinS zu Herzen oehn. Nicht einmal in die Augen blicken, Die mich so lieb stets angeschaut, Nicht einmal innig an mich drucken Das Liebste, dem ich fest vertraut. Wir wollten beide glücklich werden, Doch grausam griff daS Schicksal«in, Nahm mir mein Liebstes aus der Erden, Und läßt mich hier im Schmer; allein. Kew FUV» und kein Weinen gitt Dich mir zurück. Verloren ist das Beste, wa» ich hatte; Vorbei ist Siebe, Hoffnung. Glück I Sri« Wunsch war nur ein Wiedersehn I Freunden und Parieigenoffen zur Nachricht, daß meine liebe Frau und gute Mutter v». storben ist. Um stilles Beilekd bttte» Fritz Klauenberg und Töchter. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 20. Februar, nachmittags 3'/, Uhr, von der Leichen. Halle des Neuen St. PauIS-Kirch- Hofes auS statt. Am 19. Februar, morgens srüh 1 Uhr, entschlief sanst nach Ichw«en Leiden meine mnigftgeliebte Frau und Mutler Klara SehQhmann Xb,. im 51. Lebensjahre. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 23. Februar, nach- mittags 5 Uhr, in Weitzensee auf dem AuserstehungS-Kirchhos, Sich. tenbergei Stratze, statt. 287b Verstorben ist der Buchdruck« Adalbert Fischer FriedrichSseld« Str. 13. Die trauernden Hinterbliebenen. Beerdigung: Montag. 2l. Fe- bruar, nachmittags 4 Uhr, auf dem Andreas-Kirchhof, MlhelmSberg. Als Opfer des Weltkrieges starb am 9. Februar 1316, nach 18 Monaten schweren Kämpfen unser lieber Sohn, Brud«, Neffe, der MuSketter Max Rachowe Jnfanterie-Regtment 151, 6. Kompagnie, im blühenden Alter von 22 Jahren. DteS zeigen In tiefstem Schmerz an Deine untröstliche» Elter» und Brüder Alfred Nachowe sz. Z. im Felde), Erich nebst Tanten. Onkel und Grotz- mutier. Allzu früh und fern b« Heimat Gruben sie Dir«in Grab, Während hoffnungsvoll wir waren, Datz ein Wieberfeh'n es gab. Da traf uns die Trauerkunde, Datz Dein Leben schon entflohen. O, wie schlug den Herzen Wunden UnS Dein Tob, lieb« Sohn. Du schaust nicht«nsre bittren Tränen, Nicht das gebrochne Elternherz, Nicht Deiner Bruder bittren Schmerz. So schlaf denn wohl, v» steh« Sohn und Brud«. Ruh« sanst! 9S3b Deutseher Transportarbeiter-Terhanit. Bezirksverwaltung eraB-Barlin. Den Mitaliedern zur Nachricht, datz uns« Kollege, d« Packer ltalaus Feieroviez von der Firma Simon u. Ob«- länder am 16. d. MtS. im AU« von 32 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenke«! Die Beerdigung findet am Montag, den 21. d. MtS., nach- mittags 3>/.UHr, von der Leichen- Halle des Zentral- FriedhoseS in FriedrichSselde auS statt. Den Nachricht, datz unser Kollege, Kohlentut" «r Mitgliedern t, datz Kohlenkutscher ÄHar Klann von der Firma Nicolai am Don- nerStag, den 18. d. MtS. tm AU« von 35 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenke«! Die Beerdigung findet am Montag, den 21. d. MtS., nach- mittag» 3 Uhr, von d« Leichen- halle deS Lazarus- Friedhofs in Ahrensselde aus statt. Um rege Beteiligung wird«sucht 62/4 Dia Bezirksverwaltowg, ■g gegen kleine monatliche Teilzahlung. Für jedes Instrument gewähre ich langjährige Garantie. 143/20* ä Conrad Krause Heilig., VerantSStttfstM SÄftSflrat: Mfrep Wietepp, Neukölln. Für den Zktieralenteil verantw.: Th-Wloite, Berlin. Druck u-LerlagiLorwiIrK Vuchdruckeret u. DrrtagSanfi«ai Pant Sftrger ft< Verband der Sattier und PortefenlUer. Ortsverwallung Berlin. Am 26. Januar verstarb Im Reservelazarett der Kollege Vlldelm Sedoelle 31 Jahre alt. Ehre seinem Andenken! 157/6 Die OrtSverwaltnng. AI« Opfer des Weltkrieges fiel am 8. Januar 1S16 bei einem Siunn cm griff mein lieber Mann. uns« guter Sohn und Bruder, der Eisatzreservist Ulli Sander im 26. Lebensjahre. 124A Die trauernde Witwe Omni» Sander geb. Biese, Wriezen« Straße 37, nebst Eltern u. Geschwistern. Leicht sei ihm die fremde Erde! Als Opf« de» Welt. kriege« fiel am 14. Januar 1916 insolge Kopf. schuffeS uns« lieber, un- vttgetzlichec Sobn, Bruder. Schwa. ger. Onkel und Neffe, der MuSlett« Willi Döring stn blühenden AU« von 80 Jahren In tiefem Schmerz Leuls Daring nebst gra», als Eltern. Als Brüder- Dustav Ddrlng nebfi Aram. Artur Daring nebst Frau. Oskar Daring, znrzett st» Felde. nebst Frau. Fritz DBring.»urzeft du Felde. AI» Geschwist«: Elise Pflugrad. Mai Pllugrad. Klara MOnohaberg. r-j» Barla Leppuhaer. Paul Leppuhner. Wir denken Dein, rötet fich der Morgen. Wir denken Dein, flieht d« junge Tag. Und all uns«e heißen Tränen folgen Dir nach. Ztuu Hegst Du in Feindesland ge- bettet, ach so jung I Warm» konnte es denn nicht ge- tcheh'n. Wie D» so«st ichriebft: Aus Wiederjeb'n. Zu» ferne» Grab schweijt tränen- schwer unser Blick, In weh« Klage umS verlorene Glück. 134A Ruhe sanft in Feindesland. Am Freitag, den 18. Februar, früh i'l, Uhr. verschied sanst nach kurz«, schwer« Krankheii uns« heißgeliebtes Töchterchen, Enkelin und Nichte KSthchen Herrmann im Atter von 11 Monate». Die»»eigen ttefbetrübt an Walter Berrmaaa nebst Fra». Die ve«digung findet Montag, den 21. d. M., nachmittags 1 Uhr, vom Trauerhause, PichelSdorfer Stratze 43, aus statt. 128A Am 3. Januar 1316 starb stn Feldlazarett an fein« Ichw«en Verwundung mein lieber Sohn, unser guter Brud«, Schwager und Ontel, d« Landswrmmann Hilbelm Hartkopl. In tiefem Schmerz die trauernde Mutter Wwe. Hartkopf. Anna und Hedwig als Schwestern. Ein llebeS Herz kehrt nicht zurück. Vernichtet hat'S ein Augenbltck. Deutseher minder-Verband. (Zahlstella Berila.) Den Mitgliedern zur Nachricht, datz unsere Kollegin EHs Müller noch kürzet Krankheit gestorben ist. Ehre ihrem Andenken! Die Be«dtgung findet am Montag, den 21. Februar, nach- mittags 3 Uhr. aut dem Emmaus- Kirchhos in Neukölln, Hermann« stratze, statt. 23/6 Zahlreiche Beteiligung«wartet Die OrtSverwaltnng. üSü Danksagung. Für die vielen Beweise herzlichster Tetlnahme hei der Beerdigung meine« lieben ManneS tage ich allen Ver- wandten und Betannten, den Herren der Braueret Habel, dem Zentral- verband der Böttcher, den Mietern de« Hauses sowie dem Redner Herrn Kühne meinen heupiichsten Dank. Wwo. Marie Rlewe, Ä. Herzlichen Dank für die bezeugte Teilnahme bei dem Tode meines lieben ManneS, und allen, die mir hilfreich zur Seite ttanden. 28« Berta Schütze. Für ontre DankVaffung. die Beweise ausrichttg« Teil- nabn-e bei d« Beerdigung meiner lieben Frau, unserer guten Mutter, Schwteaer-, Grotzmutler, Schwester und Schwägerin sagen wir unseren Herzlichsten Dank. Ernst Aurich, Putzer, 122A und Kinder, Schöneberg. Kolonnenftr. 38. LpsÄslsrÄ Dr. med. WeekentaB, Friedrlohstr. 128(Oranienb. Tor), fdr Syphilis, Htm. u. Frauenleiden— Ehrlleh-Hata-Ettu(Dauer 12 Tage), Blutuntersuohong. Schnell«, siohara schmerztote Heilung ohne Berate- Störung. Teilzahlung. Sprechstunden: 10— 2 und 4— 8 Schlanke Figur Reichel«„Gra«I«nn".enlfcttunn8. lee, reines Pflanzenprodutt, dessen unschädliche natüritihe Wirkung wissen» schastlich anerkamtt ist. beseitigt ohne strenge Diät jede unschöne und bc- schwerliche Korpulenz, starken Leib. breite Husten. Doppellinn usw. 2ö jähr. glänzende Erfolge. Paket 2,50 M. 3 Palete 7.- M. Otto Reichel, Berlin 43, Etfendahnftr. 4. J. Baer fiidStr.llprinzi-Allee Herren- and Knaben. «ed.,Elnsegn..Anzllge. Cleg. Paletots, Ulster. 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