Nr.36.-33.Ia!srg. HbonnemcntS'Bedlngangen: NZomiemsnIS» Preis prSwimerands: Vierteljährl. ZA) monatl. 1.10 Mk, wöchentlich LZ Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 95t«. Sonntags- imrnmer mit illustrierter Sonntags- Vellage»Die Neue Well">0 Pfg. Post» klbonnement: l,l0 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post. Zeitungs- Preisliste. Unter Kreuzband für Sieulschland und Oesterreich. Ungarn LA) Marl, für das übrige Ausland « Mark pro Monat. Poslabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien. Luxemburg, Portugal, Siumänicn, Schweden und die Schweiz. Erscheint Lg sich. a Devlinev Vollrsblntk. ( 5 Pfennig) Di« InicrüenS'Gcbüisf betrüg! für die sechsgelvallene Kesonel- zcile oder deren Raum W Pfg, für politiiche und geiverkschaflüche Vereins- und Bersammlnngs. Anzeigen Li) Pfg. ..krlkine ZInreigen", da» letigedrulkte tlZort Lv Pfg.(zmäisig L fcitgedruckic Wortes, jedes weiierc Wort II) Pfg. Siellengofuche und Echlafftellenan- zeigen das erste Wort lll Pfg, jede» Ivcitere Wort ö Pfg. Woric über 15 Buch- siaben zähle:: iür zwei Werte, Inseraie ftr die nächlte Nummer müssen bis 5 Ithr nachmiltags in der Expedition «dgeneden wtrden. Dia Expedilio» tjl tis 7 Uhr abent-s geöffnet. Delegrainm-Ndresse: .Ldlti-iäcmollki!! eckün". ZentYnlorgan der rozialdemokrattfchcn Partei Deutfcblands. Redaktion: Ew. HZ, Linöenstraße Z. Fernsprecher: Ami Morivplatz- Nr. lSl SV— läl S7. Sonnabend, den Ä6. Febrnar 1N1H. Expedition: SN). 68, Ltnöenstraße Z. Kernivrecher: Amt Morittplak, Nr. 15! SV— löl S7. KeWessung des Hafens von Nochmals Sie Monopolfrage. Von Heinrich Cunow. In einem zweiten Artikel(Nr. 47 vom 17. Februar) kommt der„Vorwärts" nochmals auf die„Monopolfrage" zurück. Daß sein Kritikus meinen Ausführungen über die Verstaatlichung des Kohlenbergbaues und Kohlenhandels nicht zustimmen werde, wußte ich im voraus. Ich habe gar nicht darauf gerechnet. Zwar erklärt der„Vorwärts", er fei nicht schlechtweg für oder gegen die Verstaatlichung von Industrie- zweigen: es handle sich dabei um eine Zweckmätzigkeitsfrage, die„je nach den konkreten Bedingungen des Einzelfalles zu entscheiden" wäre. Aber es ist völlig klar, daß, wenn man, wie der„Vorwärts" der Ansicht ist, es sei„gebüpft wie ge- sprungen", ob der Staat den Kapitalprosit durch direkte Be- steuerung oder durch Verstaatlichung privater Betriebe an sich bringe, eS dürfe ferner keine Verstaatlichung zu fiskalischen Zwecken erfolgen und auch in keinem Falle eine Preiserhöhung der hergestellten Produkte eintreten, man dann notwendig unter den heutigen kapitalistischen Wirtschaftsverhältnisjen zur Ablehnung jedes Staatsmonopols kommen muß: denn die Verstaatlichung erfolgt heute, wie ich bereits früher ausge- führt habe, zu fiskalischen Zwecken— nämlich zu dem Zweck, Staatseinnahmen, die sonst durch Steuern aufgebracht werden niüßten, durch Einstreichung des Kapitalprofits zu beschaffen. Möglich, daß in einem fernen Zeitalter, vielleicht nach hundert, zweihundert, oder dreihundert Jahren, der Staat aus ganz anderen Motiven Industriezweige verstaatlicht, aber das komnit jetzt nicht in Betracht. Hier handelt es sich um die Aufbringung der Milliardenbeträge nach dem Kriege. Wohlweislich hütet sich denn auch der„Vorwärts", näher anzugeben, welche Staatsmonopolc er unter den jetzigen Wirtjckiaftsverhältnissen für zweckmäßig bält und wie diese eingerichtet sein müßten, wenn sie seinen Ansprüchen genügen sollten. Er hat geradezu einen Abscheu davor, sich auf be- stimmte konkrete Fragen einzulassen. Diese Abscheu vor allem Konkreten geht sogar so weit, daß er die von mir er- wähnte Tatsache, die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hätte sich früher, z. B. bei der Beratung des Kaligesetzes, ganz anders zur Monopolfragc gestellt wie er und damals bereits bestimmte Vorbedingungen für die Zustimmung zur Ver- staatlichung festgesetzt, einfach ignoriert. Statt dessen debilst sich der„Vorwärts" mit allerlei Ent- stellungen meiner Ausführungen. Er sagt: „Da er(Cunow) nur den fiskalischen Effekt im Auge hat, tritt er für die Verstaatlichung nicht des Bergbaues, sondern nur des Kohlenhandels ein. Entscheidend ist nämlich für ihn. daß boi einer solchen Operation der Auftauf von Kohlengruben, wozu ein großes Kapital nötig wäre und wodurch die Ergiebigkeit des Monopols herabgesetzt würde(die bohe Rente, die den Eigen- tümern der Gruben zu kapitalisieren wäre, würde in den ersten Jahren Ueberschüsse kaum möglich machen), wegfällt. Der Staat übernimmt einfach die Vertriebsgeschäfte des Kohlensyndikats und sucht bei dem Kohlenhandel herauszuschlagen, was irgend herauszuschlagen ist. Und die Bergarbeiter? Ja, die bleiben einfach unter der Herrschaft der privaten Monopolisten. Das kümmert den Neo-Marxisten nicht weiter. Ebensowenig kümmert ihn, wie diese privaten Monopolisten mit den Kohlenvorräten wirtschaften. In der Tat muß man stark umlernen, um zu solchen Gesichtspunkten zu gelangen." Demgegenüber konstatiere ich, und jeder Vorwärtsleser kann ja die Richtigkeit nachprüfen, indem er meinen Artikel in Nr. 42 zum Vergleich heranzieht: 1. Es ist unrichtig, daß ich nicht für die Verstaatlichung des Kohlenbergbaues eintrete, sondern nur für eine Verstaat- lichung des Kohlenhandels. Ich fordere zwar nicht sofort Verstaatlichung sämtlicher einzelnen Gruben, sondern zu- nach st nur die Enteignung eines Teils des bisher den Zechenbesitzern zugefallenen Unternehm ergewin-ns, aber nur deshalb, weil meines Erachtcns einer vollen Verstaatlichung unter den Kapitalver- Hältnissen, wie sie nach dem Kriege bestehen werden, sehr große Schwierigkeiten entgegenstehen. Ich schlage daher vor, die Kohlensyndikate vorläufig bestehen zu lassen, fordere aber, daß sie unter staatliche Kontrolle gestellt werden, und zwar soll der Staat„überAusdehnungundEinschrän- kung der Förderung und die Festsetzung der Preise" bestimmen. Er soll auch bei Uebernahme der Kohlenmengen von den Zechen nicht jene Preise bezahlen, die von den Zechenbesitzern gefordert werden, sondern nur solche Preise, die„den Zechenbetrieben eine mäßige Rentabilität sichern und nach den Durchschnittspreisen der letzten zehn od er fünfzehn Jahre berechnet werden". 2. Es soll keineswegs dem Staat respektive� der Monopolverwaltiing überlassen bleiben, wie der„Vorwärts" das unterstellt, aus dem Kohlenvertrieb berauszuschlagen, �vas irgend herauszuschlagen i st", sondern ich Mim lies Wen SWkMkim. Amtlich. Großes Hauptquartier, de« 25. Februar 1916.(28. T. 23.) Westlicher Kriegsschauplatz. Auf dem rechteu Maasnfer wnrden auch gester« die schon berichteten Erfolge nach verschiedenen Richtungen ausgewertet. Die befestigten Dörfer uud Höfe Champ- Neuville au der Maas. CoteletteS. Marmont. Beaumont. ChambretteS und OrneS wurden genommen, außerdem sämtliche feindliche Stellungen bis an de« Lonvemontrückcu gestürmt. Wieder wäre« die blutigen Verluste des Feindes außerordentlich schwer, die nnsrigen blieben erträglich. Die Zahl der Gefangenen ist um mehr als 706(1 auf über 10 660 gestiegen, über die Beute au Material lassen sich noch keine Angaben machen. Oestlicher und Balkan-Kriegsschauplatz. Keine Ereignisse von besonderer Bedeutung. Ober st e Heeresleitung. •» ün llemlMe GeMaMsderW. Wie». 25. Februar.(W. T. B.) Amtlich wird ver- lautbart: Russischer Kriegsschauplatz. Stellenweise Geschüykämpfe. Italienischer Kriegsschauplatz. Keine lrsonderen Ereignisse. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unsere Truppen in Albanien haben gestern die tag? zvvor östlich und südöstlich von Durazzo geschlagenen Italiener in scharfer Verfolgung auf die Landzunge westlich der DurS-Tciche zurückgetrieben. Die Hafenanlagen von Durazz» liegen im Feuer unserer Geschütze. Die Einschiffung von Mannschaft nnb Kriegs- gerät wird erfolgreich gestört. Das Austreten einiger italicni- scher Kriegsschiffe blieb ohne Einfluß auf den Gang der Ereig« nisse. Wir nahmen iu diesen Kämpfen bisher elf italienische Offiziere und über ficbrnhundert Mann gefangen uud erbeuteten fünf Geschütze und ein Maschinengewehr. Der Stellvertreter des ChefS des Gencralstabe»: von Hoefer. Feldmarschalleutnant. fordere als selbstverständlich eine Mitwirkung des Reichstags sowie die Erwählung von Beiräten und Prüfungsausschüssen. 3. Ebenso unrichtig ist. daß ich die Arbeiter einfach unter der Herrschaft der privaten Monopolisten belassen wolle und michumsiegarnichtkümmere. Zu Anfang meines Artikels in Nr. 42 des„Vorwärts" teile ich die Bedingungen mit, welche die Reichstagsfraktion beim Kaligesetz bezüglich der Stellung der Arbeiter in staatlichen Monopolbetrieben aufgestellt hat(volle Koalitionsfreiheit, Arbeiterschutz, acht- stündiger Arbeitstag, Wahl von Arbeiterausschüssen, Fest- setzung von Mindestlohnsätzen) und füge hinzu, es käme weiter- hin noch in Betracht,„wieweit die in der Arbeit Verbleibenden sich künftig besser stehen würden, welche hygienischen Maß- regeln garantiert würden usw.". Ferner habe ich nicht behauptet, es sei mir gleich, ob die Kohlen nach dem Kriege teurer würden, sondern nur, es sei wahrscheinlich, daß eine Preissteigerung erfolge, ob nun das heutige Privatmonopol bestehen bleibe oder aber dieses durch ein Staatsmonopol ersetzt würde. Dazu meint der„Vor- wärts", Preissteigerungen brauchten gar nicht einzutreten, der Staat müsse ihnen kurzweg einen Damm entgegensetzen. Schön, aber eine solche Preisregulierung kann, soweit das überhaupt im kapitalistischen Staat möglich ist, nur durch eine Art Staatsmonopol erfolgen. Oder glaubt tatsächlich der „Vorwärts", eine solche Preisregulierung könne jederzeit ohne Rücksicht auf die Verhältnisse des internationalen Kohlen- Marktes einfach durch Festsetzung von Höchstpreisen erfolgen? Das wäre herrlich: der Staat setzt kurzweg für alle wichtigen Artikel niedrige Höchstpreise fest— und alle Preisprobleme sind gelöst! Doch kommen wir auf die Hauptfrage zurück: Wenn nach dem Kriege eine Aufbringung der nötigen Milliarden durch direkte Steuern nach der Ansicht aller, die etwas von Steuer- Politik verstehen, unmöglich ist. indirekte Steuern aber die ärmeren Volksschichten zu sch.mer belasten und Staats monoPole zu fis- kalischen Zwecken nicht eingeführt werden dürfen, wie sollen dann die Milliorden auf- gebracht werden? Hat der„Vorwärts" ein Rezept da- für in Bereitschaft? Dann heraus damit. Die ganze Partei wäre aus einem Dilcnima befreit. Weiß aber der„Vorwärts" kein solches Rezept und konzentriert sich seine ganze Weisheit ans die bloße Formel:„Was geht uns der ganze heutige Staa! und seine Steuernöte an: wir machen überhaupt nicht mit'" — nun so bedeutet das nichts anderes, als eine dir ekle Preisgabe der Arbciterint er essen, denn die Folge wäre, daß die bürgerlichen Parteien einfach die neue Steuer- und Finanzreform nach ihrem Gutdünken m:d ihren Interessen durchführten. Sobald der„Vorwärts" niil praktischen Vorschlägen kommt, bin ich gerne zu tveiterer Diskussion bereit. Tai- Hineinreden ins Blaue hat keinen Zweck. Zum Schluß wird gar noch der„Vorwärts" poetisch und empfiehlt mir zur Beherzigung einige Verse ans Gretchens Klage über ihre verlorene Unschuld. Das Zitat hat mir sehr gefallen— zumal da mir dabei die reine Unschuld des �„Vor- wärts" vor die Augen trat. Aber da der„Vorwärts" für den Goetheschen Faust eine solche Vorliebe hat, wird er nicht übel- nehmen, wenn ich mit einem anderen Zitat aus Faust ant- Worte: Sitzt ihr nur immer! Leimt tplsammen, Braut ein' Ragout von andrer Schmanö, Und blast die kümmerlichen Flammten Aus eurem Aschenhäufcherr raus! Bewunderung von Kindern und von Affen, Wenn euch danach der Gaumen steht■— Anmerkung der Redaktion: Wir haben den Genossen Cunow sehr ausführlich zu Worte kommen lassen, müssen aber unsere Antwort, die kürzer sein wird, wegen starken Stoffandranges auf einige Tage verschieben. Bemerken möchten wir heute nur, daß Genosse Cunow über ein Jahrzehnt lang gerade in Steuerfraxeu die.RagoutS" des.Vorwärts".gebraut" hat. Oer französische Tagesbericht. Paris, 28. Februar.(SB. T. B.) Amtlicher Bericht von Donnerstag nachmittag. Im ArtoiS Handgranatenkampf östlich von Souchcz. In der Gegend nördlich von Verduu dauerte der Kampf mit derselben Hestigleir während der ganzen Nacht vom rechten Maasuser bis südlich von OrneS an. Infolge der Heftigkeit der feindlichen Beschießung unserer vorgeschobenen Stellung von Brabant-sur-Mense räumten unsere Truppen das Dorf, von der Dunkelheit begünstigt und durch das Seitenseuer von unseren Stellungen auf dem linken Maasufer unterstützt. Ein aui Samogneux gerichteter Angriff wurde abgeschlagen. Ein anderer durch mindestens eine Brigade unternommener, gegen den Wald von Caurcs gerichteter Angriff nahm uns einen Teil dieses Waldes wieder ab. deffen südlicher Zipfel von nnS gegenwärtig gehalten wird. Sämtliche auf Beaumont gerichteten Augriffe waren rächt imstande. uns aus diesen Ort zu verlrerben, vor welchem Misere Stellunge» liegen. Oestlich dieses AbschuiiteS beherrschen wir jenseits OrneS die südlich HerbeboiS gelegenen Laufgräben. Die zur Bermeidung unnötiger Verluste vorgeschriebenen RückzugSbeweguugen wurden in ausgezeichneter Ordnung durchgeführt, ohne daß dcx Feind, der nur unter beträchtlichen Schwierigkeilen uud Verlusten vordringt, unsere Front an irgend einem Punkt zu durchbrechen vermochte. Langsame und andauernde Beschießung in dem Abschnitte Ornes— Fromezey. In Lothringen faßte der Feind in einen unserer vorgeschobenen Posten am Cheminetwald Fuß. aus dem wir ihn sofort verjagten. Einige Palrouillenzusammensiöße östlich von Reillon. Im Laufe der gestrigen Nacht warf ein? unserer BeschießungSgeschwader 15 Ge- schösse, darunter mehrere starken Kalibers, auf die Bahnanlagen von Metz— Sablon und auf die Gaswerke dieser Gegend, wo wir soforr einen großen Brand bcobachlelen. Paris, LS. Februar.o a r z e S Meer: In der Nähe des Bosporus wurden unsere H-Boote zweimal erfolglos von zwei feindlichen Fliegern angegriffen. Die U-Boote versenkten einen mit Kohlen bcladencn Segler. Kaukasus: Unsere Abteilungen dringen erfolgreich dem Feinde nach._ Melöimg öer italienischen Heeresleitung. Rom, 21. Februar. lW. D 23.) Amtlicher Bericht. Im Popcnatale(Rienz) entfaltete die feindliche Artillerie eine besondere Tätigkeit gegen unsere Stellungen auf dem Monte Piano, ohne Schaden zu verursachen. Auf den Höhen nordwestlich von Görz näherten sich feindliche Abteilungen in der Nacht zum 23. Februar unseren Linien im Abschnitt von Pcvma, wo sie anfingen, Boniben mit betäubenden Gasen zu schleudern. Das Feuer unserer Infanterie und einige gntgezielte Granaten einer Batterie genügten, um den Angreifer zurückzuwerfen. In der gesamten Operationszone fft reichlich Schnee gefallen.____ C a d o r n a. Melöung ües türkischen Hauptquartiers. Koustautiliopcl, 23. Februar.(W. X- 23.) Das Hauptquartier teilt mit: 2lm 2;>. Februar schleuderten an den Dardanellen rm feindlicher Panzer und zwei Kreuzer, deren Feuer durch 23eobachtungsslugzeuge geleitet wurde, erfolglos einige Granaten gegen die Küsten von Kilia und Palaniutluk. Eins unserer Wasserflugzeuge trieb die feindlichen Flugzeuge in die Flucht. Ein anderes Linienschiff und ein Kreuzer schleuderten eben- mlls erfolglos einige Geschosse gegen Sedd ul Bahr und Tele Burun und zogen sich darauf zurück. Bon den verschiedenen anderen Fronten ist keine Nachricht über wichtige Veränderungen eingetroffen. Gmchifther Protest gegen Neutralitäts- verletzimg. Athen, 24. Februar. geschlagen und zogen sich nach Kueichow zurück.( politische Ueberflcht. Tas Abgeordnetenhaus über den Gebnrtenrückgang. Das preußische Abgeordnetenhaus widmete seine Sitzung am Freitag der Erörterung des Geburtenrückgangs, einer Frage, die schon lange vor dem Kriege die Aufmerksamkeit der Regierung und weiterer Kreise des Volkes erregt bat, und angesichts der gewaltigen Opfer des Weltringens erst recht die ernsteste Beachtung verdient. Der konservative Abg. Frhr. Schenk zu Schweinsberg hielt dabei eine seiner üblichen Kapuzinerpredigten und erging sich in Ausfällen gegen die Sozialdemokratie. Von unserer Seite griff Genosse Hirsch in die Debatte, der auf den Zusammenhang zwischen Volksgesundheit und wirtschaftlicher Lage des Volkes hinwies und Reformen größeren Stils verlangte. Unser Redner trat bei dieser Gelegenheit unter anderem auch für die Gewährung des Koalitionsrechts an das Personal der Krankenpflege ein. Die Leistungen der Krankenpfleger namentlich während des Krieges hatte auch der Minister des Innern rühmend hervor- gehoben, aber über seine Stellung zum Koalitionsrecht sich zu äußern, hatte er nicht für nötig befunden. Die vorliegenden Anträge, die sich auf die Regelung deS Haltekinderwesens, auf finanzielle Unterstützung der Säuglingsfürsorgestellen und auf Aenderung der Reichs- Versicherungsordnung nach der Richtung beziehen, daß die Reichswochenhilfe zur Regelleistung der Krankenversicherung wird, wurden zur Vorberatung an Kommissionen verwiesen. Angenommen wurde ein Antrag, der die Einbringung eines Wohnungsgesetzentwurfs verlangt, sowie die An- träge der Staatshaushaltskommission auf Förderung des Bczirkshebammenwesens und auf Erlaß eines Reichsgesetzes betr. Verbot des Vertriebs von Gegenständen, die zur Ver- hütung der Empfängnis geeignet sind. Sonnabend: Etat der Handels- und Gcwerbeverwaltung. Preußisches Herrenhaus. Während im Abgeordnetenhause eine vielstündige Debatte über den Geburtenrückgang, die Volkskrankheiten und die Sittlichkeit ge- führt wurde, vertiefte man sich gestern im Herrenhause in das preußische Fischereigcsetz. Das Gesetz wurde in einer einzigen Sitzung erledigt. Aber daS Haus nahm doch noch eine Aenderung vor. Während nämlich nach der ursprünglichen Regierungsvorlage und nach den KominiisionSbcschlüssen die Angelscheine gebührenfrei sein sollten, fanden sich im Herrenhause Stimmen dafür, daß die Angler für ihr Vergnügen doch auch etwas bezahlen sollen ein Verlangen, das man schließlich nicht gerade als unbillig bezeichnen kann. Dieser Meinung schloß sich auch der Landwirtschafts« minister an, indem er seine Zustimmung zu dieser Aenderung gab, die dann auch schließlich in das Gesetz hineinkam. Es werden also die ganzjährigen Angelscheine S M. und Angelscheine für ein- zelne Monate 1 M. kosten, wenn das Abgeordnetenhaus sich gleich- falls dieser Aenderung anschließt. Mit dieser einen Modifikation wurde das Fischereigesetz angenommen. Darauf nahm das Herrenhaus noch den Gesetzentwurf an, der der Universität Münster einen Vertreter in der Generalsynode ein- räumt, und das Haus genehmigte die Abänderung der Verordnung zur Förderung des Wiederausbau Ostpreußens. Am Sonnabend mittag werden kleinere Vorlagen beraten. Ankauf bulgarischer Schweine für Breslau. Die Stadtverordneten in Breslau beschlossen in geheimer Sitzung, 3Vs Millionen Mark für den Ankauf bulgarischer Schweine zu bewilligen. Finanzsorgen der Kommunen. Der Hamburger Staatshaushalt wurde am 23. Fe- bruar in der Bürgerschaft beraten. Der Senat hatte eine vorläufige Abrechnung für das Jahr 19lS vorgelegt, nach der sich ein Fehl- betrag von mehr als 105 Millionen ergibt. Senator Dr. Diestel bemerkte einleitend, daß diese Summe höher erscheine, als sie in Wirklichkeit sei, und daß sie durch Mehreinnahmen und Minder- ausgaben sich noch wesentlich verkleinern werde. Vom Reich erhoffe man jetzt schon, nach dem Kriege an Mindestunterstützungssätzen 20 Millionen zurückzuerhalten. Wenn das Gesamtergebnis auch hocherfreulich sei, solle man sich doch keine Illusionen machen. Die Erhöhung der Einheit bei der Einkommensteuer von 8stz auf 10 werde nicht genügen. Der Senat berate bereits, wie die direkten Steuern ertragreicher gestaltet werden könnten. Im Fortgang der Beratung wurde der Erhöhung der Einkommensteuer vou Est/z auf 10 Einheitssätze zugestimmt. Die Schuldenlast der Stadt Dortmund ist in den letzten zwei Jahren gestiegen von 110 Millionen auf 120,0 Millionen Mark. Wie der Bürgermeister Dr. Köttgen in der Stadlverordnelensitzung mitteilte, weist der Haushalt der Stadt am Beginn des Geschäfts- jahres 1010 einen F e h I b e t r a g von 2 220 000 M. auf, während am Anfang des Jahres 1014 frühere Ueberschüsse in Höhe von 2 250 000 M. zur Verfügung standen. Es sind also in den zwei KriegSjahren 1014/15 rund 4,5 Millionen Mark mehr verbraucht worden, als gedeckt werden konnten. Das starke Anwachsen der Schuldenzinsen, die Mindererträge der Umsatzsteuer, Wertzuwachs- und Lustbarkeitöstcuer, sowie die erhöhten Bedürfnisse der Armen- und Schulverwaltung, haben die Verschlechterung des Finanzwesens herbeigeführt. Der Fehlbetrag von 2 220 000 M. soll nach dem Vor« anschlag gedeckt werden durch höhere Ueberschüsse des Eteltrizitäts- Werkes, Ersparnisse in der Tiefbau- und Gartenbauverwaltung, der Straßenbeleuchtung und Straßenreinigung. Ferner soll die Straßen- bahn aus ihrem angesammelten Gewinnausgleichsfonds 100 000 M. beitragen, der Rest toll durch anderwcite Regelung städtischer Gebühren (Müllabfuhr, Entwässerung usw.) und Einführung einer Biersteuer gedeckt werden. Bis Ende 1016 hat die Stadt Dortmund insgesamt über 11 Millionen Mark an Kriegsunterslützungen verausgabt, davon etwa 2 Millionen Mark für Micrszuschüsse, und für Kinder«, Kranken- und Wöchnerrnnenfürsorge Va Million Mark. Jnnerbelgischer Paketverkehr. Vom t. März ab können innerhalb des Gebietes des General- gouvernements für Belgien Paleie mit der Post versandt werden. Der neue Dienst ist in abgehender und ankommender Rickuung vor« erst auf die Mehrzahl derjenigen belgischen Orte beschränkt, in denen sich Postämter unter Leitung deutscher Beamter befinden. Dies sind gegenwärtig 58 Städie. Zugelassen sind gewöhnliche und ein- geschriebene Pakete bis 6 Kilogramm. Alle Pakete müssen vom Ab« sender freigemacht werden. Gebühr 50 Centimen ohne Unterschied deS Gewichtes oder der Entfernung, Einscbreibegebühr 25 Centimen. Belastung der Pakete mit Nachnahme ist bis 800 Mark<1000 Frank) gestattet. Den Pakelen dürfen keine Briefe oder schriftliche Milteilungen beigegeben werden. Das Postamt des Bestimmungsortes benachrichligt den Empfänger vom Eingänge der Sendung; dieser hat sie beim Postamt abzuholen, wobei sie geöffnet und der Inhalt geprüft wird. Ersatz für Be- schädigung oder Verlust von Paketen wird nicht geleistet. Für eingezogene Nachnahmen haftet die Post wie für Postanweisungs- benage. GewerkfthaWchss. Serlin und Umgegend. Ter Bauklempnertarif. In einer am Donnerslac; ab.?ehaliencn Klempnerversammlunci bericknele die Brancheuleiiunfl, dag sich eine Vertrauensmänner- konferenz mit der Zsrage der Kündigung des Banklempnertariis be- schäiligt und beschlossen hat von einer Kündigung abblieben. Der Beschlutz wurde damit begründet, datz die gegenwärtige» Verhältnisse im allgemeinen und die Lage des Bauklenivnerberufs im besonderen keine Aussicht auf eine Verbesserung des Tarifs biete, so sehr eine solche auch zu wünschen sei. Eine Tarifbewegung würde erst dann mit Erfolg durchgeführt werden können, wenn sich übersehen liege, wie sich die Verhältnisse nach dem Kriege gestalten. Der Äündigunaslermin ist bereits verstrichen, der Tarif gilt also vom 1. April ab als aus ein Jahr verlängert. Ter vor einiger Zeit ge- machte Versuch, eine allgemeine Tenerungszulage bewilligt zu be- kommen, ist nicht gelungen. Eine Reihe von Firmen zahlen aber Stundenlöhne voir 85 Pf. bis l M.. während der Tai'flohn 8l Pr. beträgt.— Die Versammlung erklärte sich mit der Bcrlängeriing des Tarikes einverstanden und beauftragte die Branchenkommission. bei der Schlichtungskommission die Gewährung einer allgemeinen Teuerungszulage von mindestens 20 Proz. zu beantragen. Das sei das mindeste, was bewilligt werden müsse, wenn die Löhne einiger- matzen den Teuerungsverhältnissen entsprechen sollen. Die Elektromonteure und Helfer Groß-Bcrlrns beschäftigten sich in einer gut besuchten Branchenversammlung mit ihrer Lage. Der Mindeststundenlohn ist im Jahre 1911 auf 70 Pf. für Monteure und 55 Pf. für Helfer festgesetzt worden. Veranlaßt durch den Weltkrieg und die dadurch verursachte enorme Teuerung, welche die Ernährung des Volkes immer mehr herabdrücken, hat die Branchenversammlung der Elektromonteure Groß-Berlins am 27. Januar 1916 sich mit diesen Lohnsätzen beschäftigt. Die alten Löhne stehen in keinem Ver- hältnis mehr zu der heutigen teuren Lebenshaltung sowie zu den jetzt erzielten Unteenehmergewinnen, die ganz erheblich gestiegen sind. Eine Aufbesserung der Löhne aber ist nur Vereinzell erfolgt. Die Mitglieder sind der Auffassung, daß auch die Löhne diesen veränderten Verhältnissen angepaßt werden müssen. Bei den gegen- wältigen teuren Lebensmittelpreisen kann natürlich niemand für den Mindestlohn arbeiten. In der letzten Versammlung wurde allgemein erklärt, datz als Mindestlohn in Grotz-Berlin für Monteure zwei Jahre nach beendeter Lehrzeit oder nach zweijähriger Praris 90 Pf., für Hilfsmonteure nach zweijähriger Beschäftigung 75 Pf. Stundenlohn sicher nicht zu hoch sind. Dazu kommen die üblichen Zuschläge (Heberswnden, Gefahrenzulage usw.) Für auswärtige Montagen ist ohne Landzulage von 5 M. pro Tag nicht auszukommen. Im ersten und zweiten Jahre der Beschäftigung sindifür Monteure 80 bzw. 85 Pf., für Hilfsmonieure 65 resp. 70 Pf. Mindestlohn dringend am Platze. Die Versammlung stimmte diesen Sätzen einmütig zu. Es ist Aufgabe der Mitglieder, in den einzuberufenden Wcrkstattver- sammlungen dazu Stellung zu nehmen, soweit nicht bestehende Tarife diese Stellungnahme verhindern, und den Branchcnleiter der Elektro- Monteure, Berlin N. 54, Linienstr. 83/85, rechtzeitig zu benachrichtigen, wann und wo die Sitzungen stattfinden. Es liegt jetzt an ihnen, ihre Lage zu verbesiern, denn die Zeit'st augenblicklich günstig. Jeder mutz dafür sorgen, datz diese Grundsätze allgemein zur Durchführung gelangen. An die Eltern und Lehrlinge der Stark- und Schwachstrombranche soll ein Mahnwort geschickt werden, das demnächst in Druck erscheint. Die Gründe für dieses Mahnwort sind die immer mehr durch diesen Krieg veranlatzte erhöhte Einstellung von Lehrlingen in Betrieben, die vielfach nicht in der Lage sind, den Jungen die nötige Ausbildung angedeihen zu lassen. Die Versammlung beschloß, betreffs Unterstützung des Mahn- Worts, sich an die Handwerkskammer zu wenden. veutfches Neich. Konferenz im Verbände der Kupferschmiede. Durch den Tod des bisherigen ersten Vorsitzenden und Redak- teurs S a u p e machte sich eine Ersatzwahl notwendig. Zentralaus- schütz und-vorstand, denen nach dem Statut des Verbandes diese Wahl, sofern sie sich während einer Amtsperiode notwendig macht, obliegt, haben den bisherigen zweiten Verbandsvorsitzenden M. Hecht einstimmig zum ersten Vorsitzenden und Redakteur des.Kupfer- schmied" gewählt. Die Stellung als zweiter Vorsitzender und Ägi- tationsleiter wurde unter den Verbandsmitgliedern ausgeschrieben. Unter den vier Bewerbern wurde der bisherige Vorsitzende des Jen- tralausschusses Paul Rabe-Dresden gewählt; er wird zum 1. März 1913 die Stellung antreten. Eine Konferenz der Bezirksleiter, des ZentralausschusicS und Verbandsvorstandes bestätigte diese Wahlen. Diese Konferenz be- schäftigte sich ferner mit der Frage: Wie ist der vor und nach dem Friedensschluß zu erwartenden großen Arbeitslosigkeit zu begegnen? Wie der Verbandsvorsitzende Hecht hierzu ausführte, ließe sich nicht voraussehen, wie sich die Arbeitsverhältnisse kurz vor Friedens- schlutz und bei Beendigung des Krieges gestalten werden; mit großer Wahrscheinlichkeit sei anzunehmen, datz die dann sicher eintretende Stagnation in der Industrie auch dem Kupferschmiedegcwcrbe eine größere Arbeitslosigkeit bringen wird. Da ferner zu erwarten sei, daß infolge der enormen Verteuerung der Lebenshaltung, die mit Be- endigung des Krieges nicht sogleich schwinden werde, nach Friedens- schlutz wieder lebhafte wirtschaftliche Kämpfe einsetzen werden, so gelte es beizeiten Vorsorge zu treffen. Nach eingehender Aussprache wurde beschlossen den Zentralausschutz und Zentralvorstand aufzufordern, falls die Arbeitslosigkeit emen größeren Umfang annimmt, von den statutarischen Rechten Gebrauch zu machen und rechtzeitig eine Er- höhung der Verbandsbeiträge vorzunehmen; sollte sich auch das nicht als ausreichend erweisen, so müßte eine mätzige Kürzung der Kranken- Unterstützung erfolgen. Die Arbeitslosenunterstützung soll unter allen Umständen in der statutarischen Höhe aufrechterhalten bleiben. Es wurden ferner einige Anträge angenommen, die eine besiere Regelung des Arbeitsnachweises bezwecken; der Zentralvorstand soll als Haupt- Vermittlungsstelle zwischen den Bezirken wirken.— Die vom Verband auf Grund von Extrabeiträgen seit Kriegsausbruch gezahlte Familienunterstützung wurde vom 1. März 1916 ab auf 5 M. für die Frau, auf 1 M. für jedes Kind pro Monat herabgesetzt, jedoch soll für die später Eingezogenen in den ersten 5 Monaten der höhere Satz von 9 M. bzw. 2 M. bestehen bleiben.— Weiter beschloß die Konferenz, in vierteljährlichen Intervallen während der Kriegsdauer Erhebungen über die Dauer der Arbeitszeit und die Höhe der Löhne vor- zunehmen. Das so gewonnene Material soll nach Friedensschluß be- arbeitet und veröffentlicht werden.— Den Verbandsangestellten wurde eine Teuerungszulage ab 1. Oktober 1915 bewilligt.— Die gewerk- schaftliche Frauenzeitung soll allen Filialen ein Vierteljahr lang in einem Exemplar auf Kosten des Verbandes zugestellt werden, um für ihre Verbreitung unter den Mitgliedern zu wirken. Da es neuerdings des öfteren vorkommt, daß Mitglieder zur Arbeit abkommandiert oder auf bestimmte Zeit beurlaubt werden, ohne datz diese Mitglieder sich zurückmelden, wird beschlossen, daß sämtliche Mit- glieder bei ihrer Rückkehr aus dem Heeresdienst den Militärpaß vor- zulegen haben, und soweit sich ergibt, daß sie zur Arbeit kommandiert oder beurlaubt waren, haben sie für diese Zeit die fälligen Beiträge nachzuzahlen. Zu den Tarifverhandlungen im Baugeiverbe. Eine Versammlung der Zimmerer in Spandau beschäftigte sich recht eingehend mit den Verbandlunoen über die Verlragsver- iängerung. In sehr ausgedehnter Diskussion wurde besonders auf die teuren örtlichen Verhältnisie verwiesen, demzufolge mindestens eine Lohnzulage von 25 Proz. erfolgen müsie. Schars kritisiert wurde auch die Erklärung der Arbeitgeber:„Wir sind für die Teuerung nicht veranlwoitlich.* Das erweckt fast den Anschein, als ob die Arbeiter für die Teuerung verantwortlich gemacht werden sollen. In einer Resolution erklärte sich die Versammlung mit dem Verhalten der Arbeiter Vertreter bei den zentralen Verhandlungen einverstanden, sie wünscht serner. daß bei künftigen Verhandlungen der neue Vertrag mindestens eine Lohnerhöhung von 25 Proz. ent- halten müsse. Eine Ablehnung der Forderung würde die Aufhebung des Burgfriedens bekunden. In Emden beschloß eine Versammlung der Bauarbeiter, für die Tarisverlängerung eine Lobnerböhnung jür Maurer von 18 Pf., für Hilfsarbeiter solche von 20 Pf. die Stunde zu fordern. Bei dieser Forderung muß berücksichtigt werden, daß jetzt die tarifliche Arbeitszeit von 10 auf 9�2 Stunden ohne Lohnausgleich verkürzt wird. Die Uniernehmer waren 1913 beim Tarifabschluß nicht z» bewegen, für diese Arbeitszeitverkürzung einen Lohnausgleich während dieser Venragsperiode zu gewähren, sie stellten diese vielmehr bei der Tarisernenerung für 1916 in Aussicht. Bedauert wurde, daß trotz der verhältnismäßig niedrigen Löhne im Hochbaugewerbe die Unternehmer nicht für eine Teuerungszulage zu haben seien, während die Tiefbau-Unternehmer, die schon höhere Löhne als im Hochbau üblich, zahlen. Teuerungszulagen von 4— 6 Pf. die Stunde bewilligt haben. Die Versammlung war einstimmig der Meinung, daß erne Tarifverlängerung nur mit der erwähnten Lohnerhöhung in Betracht kommen könnte; sonst sollte von jeder Tariferneuerung Abstand ge- nommen werden._ Ms der Partei. Die„Gewöhnlichen" an die„Bornehmen". Anläßlich der Stellungnahme der Kieler Parteiorganisation hatten wir einen Bericht veröffentlicht, der erhebliche Vorwürfe gegen Ge- noffen Ledcbour enthielt. Ledebour als Angegriffener schickte uns darauf eine Richtigstellung, zu deren Abdruck— wenn auch nicht un- gekürzt, wie behauptet wird— wir uns verpflichtet fühlten. Der Darstellung Ledebours folgte eine Erklärung des Voisitzendcn der Kieler Organisation, deren Abdruck uns neue Entgegnungen von der anderen Seite gebracht hätte. Wir entschloffen uns daher die darin enthaltenen wichtigsten Momente in gekürzter Form, wie es auch die übrige Parleipresie getan hat. zu veröffentlichen. Darob große Ent- rüstung bei der.Schleswig-Holsteinischen Volkszeitung', die uns in einer längeren Notiz unter der Ueberichrift:„Der.vornehme'„Vor- wärts' einige Liebenswürdigkeilen, darunter auch Unanständigkeit vorwarf. Na wir haben so manchen Vorwurf in dieser langen Kriegs- zeit auf uns genommen, so daß wir glaubten, diese Bürde auch noch tragen zu können. Erstaunt waren wir aber doch, als am nächsten Tage die Kieler Redaktion in ihrem Blatte mitteilte, daß ein Genosse ihr eine längere Berichtigung gesandt habe, die jedoch nach Ansicht der Redaktion keinerlei tatsächliche Feststellungen enthieki und infokgedeffen nicht abgedruckt werden könne. Aber mit dieser Motivierung der Ablehnung der Notiz be- gnügte sich die Redaktion nicht, sondern sie griff einzelne Behaup- lungen dieser nicht abzudruckenden Erklärung heraus und polemisierte dann in dreiviertel Spalten dagegen. Wir stellen also fest, datz es nach Ansicht der Kieler Redaktion nicht vornehm ist, wenn man aus einer zugesandten Erklärung nur den wesentlichsten Teil abdruckt. Vornehm dagegen nach Kieler Begriffen ist es, eine Erklärung gar nicht abzudrucken und damit Anhänger der Minorität mundtot zu machen, aber trotzdem dann dagegen zu polemisieren. Wir müssen allerdings gestehen, daß uns diese Art von Vor- nehmheil fremd ist.__ Ter Aufschwung des„Labor Leader". In seiner Nummer vom 17. d. M. teilt der„Labor Leader�mit, datz seine Wochenauflage seil dem Beginn des Krieges u m 27 000 gestiegen ist. Das deutet jedenfalls nicht auf eine zunehmende Kriegsbegeisterung der englischen Arbeiter hin. Ms Industrie und Kandel. Erhöhung der Spirituspreise um 50 Prozeut. Die Spirituszentrale hat den Tagespreis für Prima« sp rit frei Berlin zur prompten Lieferung auf 150 M lVerbrauchs« abgäbe mit 125 M zu Lasten des Käufers) festgesetzt. Der Preis betrug bisher 100 M. Es ergibt sich nunmehr die folgende Ent- Wicklung der Spwituspreiie: 15. August 1911. 18. Januar 1912 20. Februar 1913 16. Oktober 1914 16. Januar 1915 58,50 M. 61,60. 62 50, 69,-, 74-. 10. Februar 1915 27. Februar 1915 5. Juli 1915. 25. Februar 1916 79— M. 89.—. 100—. 150,-. Die heulige Erhöhung um 50 M. ist die größte, die jemals in einem Zuge von der Zentrale vorgenommen wurde und wird natürlich zur Folge haben, datz auch der Spintuepreis für die Konsumenten eine erhebliche Herauffetzung erfahren wird. Der Grund zu der starken neuen Steigerung ist nach Angabe der Spirituszentrale in der Mindererzeugung der östlichen Provinzen zu suchen. Um die Herstellung von Spiritus anzuregen, hatte schon kürzlich die Zentrale die Äbicvlagspreise. d. h. die vorläufige Ver- gütung für die Brenner von 62 M. aui 65 M. gesteigert. Auch soll beim Reichskanzler die Genehmigung daiür eingeholt werden, datz für alle vom 14. Februar bis 15. Scvlember 1916 steueramtlich ab- gefertigten und der Zentrale überlassenen Mengen ein Sonder- Zuschlag von 13 M. pro Hektoliter gezahlt wird. Die neue Preiserhöhung trifft nur den Spiritus für Trink- zwecke._ Kriegsgewinne» Die Aktienspinnerei Aachen zahlt 12 Proz. Dividende. Die Aktionäre waren im Vorjahre leer ausgegangen; im Jahre 1913 hatten sie 7 Proz. erholten. Der Robgewinn der Firma stieg von 126 220 M. sim Jahre 1913 209 000 M.j auf 685 650 M. Der Reingewinn erhöhte sich von 232 auf 372 646 M. Die Lux ichen JndustriewerkeA.-G. in Ludwigshafen e Sozietät wieder aus. Auch das Kauimannsgericht konnte ihm nicht helfen. Es mutzte ihn abweisen, weil kein Anstellungsverlrag zu- standegekommen war. Mode Moderne Moderne blcfciie Aii2£llc|e sclvwarae An�ilgie Prliftings � Ari�Ug© Obert-iemden, Krogerv Stulpen, Vomemden, HUte, KrovoAen, Handschuhe, Hosenträger, Unlerwfische usir. usir. Jeder KHuter eines Anzuges erh5K reizende Beigaben umsonst BAER SOHN Clukusseettraae 2.9-30 BERLIN 1t BrU cR e n- Sir oft o 11 Or. Frazdtfurlcr Str. 20 Oegr. ISRl SdiOneBero» Hoiiptltr. lO Sonnt a<| 12— X 0eO0iiet. fS-enohlcn Sie meine sieben Scbnulensler. Ostar Miniro, 56 a 57 Brunnenstr. 56 a. 57. Zur Jugendweihe sm«llerbUUssten Freisem In nur soblolccr Aastflbniag: schwarze, weiße, farbige Kleider lui Popeline Kssduoir Voile Samt 19" 2650 32,- 44- Beim Einkauf ein SpHcentueh rratisl Backfisch-Kostüme aus blau Oavardine u. melierten Slofien 19, 50 24," 32,- 37.- Frühjahrs• Modelle: in Kostümen, PaUtota, Röcken, Binsen, Kinde r- nfiTS und Backfisch-Konfektion etc. Fescha» Bn-«*50 mal schon große Auswahl in entzückenden Neuheiten.»egnunii«ai«id M. Sonnlog» von 12—2 Blsr g Cölln cl. [ewesene Jackett- and Itock- — SO M., größtenteils auf Seide _ billig. Riesenposten Kleider, Kostüme, Piilschmäntel. ant Seide, jetzt nur 30—35 M. Große Posten l'elz- MtoluN in Sknnks, Härder..Ver«, Füchsen, jetzt nur 30—75 M. Große Auswahl in Herren-Gehpelzen, Gelegenheitskäufe in Damen-, Reise- and Wagen- Pelzen. Extra-Angebot in Lombard gewesener Teppiche,<»a~dinen, Portieren. Helten, Wäsche, Brillanten, Uhren und Goldwaren zu enorm billigen Preisen „.mi. Vorwärtsleser erhalten 10 0 0 extra.■■....... j Berantw. Redakt.: Alsred Wielevv, Neukölln. JnkratenteU oeranuo. Ttz. Glocke. Berlin. Truik u. Verlag: Borwärts Buchbr. iL VerlaZsanmui Pckul Singer n. Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u. Uutkrhaltuugsbl. Nr. 56. 38. Jahrgang. „üurwils" Sttlim Jalblilfltl ZollNbeud. 26. Februar 1916. Das Mgeorönctenhaus über öen Geburtenrückgang 16. Sitzung. Freitag, den 25. Februar. vormittags 11 U h r. Am Ministertisch: v. L ö b e I l. Zunächst gelangt ein Antrag der Geschäftsordnungskommission ?ur LZerhandlung. die beantragt, daß der Abg. König(Z.), dadurch. das; er statt des Titels„Gebeimer Obcrpostrat"' jetzt den Titel „Wirklicher Geheimer Oberpostrat" erhallen habe, sein Mandat nicht verloren habe. Das Haus stimmt diesem Autrag debatte- los zu. Hierauf wird die ziveite Beratung des Etats des Ministeriums des �nnern beim „Mcdizinalwesen�' fortgesetzt. Abg. Schenk zu SchweinSberg(k.): Wir stimmen dem Kommissionsantrage betreffend das Verbot don Mitteln zur Verhüinng der Empfängnis usw. zu, würden es aber für richtiger halteii, wenn diese Materie durch die Landcsgesetz- gebung geregelt würde. � Ebenso ziehen wir in der Wohnungs- gesetzgebung die landesgesetzliche Regelung der reichsgesetzlichen vor. Wollen wir nicht zu französischen Zuständen kommen, so müssen ivir den Fragen dcS Geburtenrückganges und der Sittlichkeit höchste Aufmerksamkeit zuwenden. Sind doch in einem Jahre KiOlXIO Fälle von Abtreibung zur Kenntnis gelaugt. Aller- dings bui ich nicht der Meinung des Abg. Mugdan, das; mit Geld die Sünden unseres Vaterlandes zu heilen sind. Will das Volk gesunden, so mutz es sich daran gewöhnen, sechs Tage unausgesetzt zu arbcten, und der siebente darf allein dem Verkehr mit Gotr gc- widmet sein. Solange unser Volt bei seinem Gott bleibt, wird auch Goltz unser Volk nicht verlassen.(Bravo! rechts.) Minister v. Löbell: Dem�Lob de? Abg. Mugdan an die ärztliche Wissenschast und die Militär-Medizinalverwaltuug kann ich mich nur anschlichen. Seine Angabc, das� 80 Prozent unserer Verwundeten wieder völlig geheilt werden, trifft zu, der Prozentsatz ist vielleicht noch größer.— Die Frage des Geburtenrückganges ist in der Tat die Frage des Tages und vor allem die Frage der Zukunft. Sie ist vom Vorredner mit tiefem sittlichem Ernst und warmer lieber- zeugung behandelt worden. Von einem Sinken unserer Volkskraft, einer � Schwächung unserer Schlagfertigkeit im allgemeinen kann allerdings keine Rede sein, llnsere SlerblichkeitSzisfer ist sehr günstig und ebenso der Ueberschuß der Zahl der Geburten über die der Sterbe- fälle. Also in diesem Kriege wird uns der Geburtenrückgang »licht schaden und bis zum n äch st en Kriege, den Gott uns hoffentlich noch lange fernhalten wird, wird es uns hossentlich, wenn alle beteiligicu Faktoren mit der Regierung zusammenai betten, ge- lingeu, der Gcsahr dcS Geburtenrückganges Herr zu lverden. Die vorliegenden Anträge zu dieser Materie lverden eingehende Berücksichtigung finden. Die Regelung des Haltekinderiveieiis ist Sache der ltandesgesetzgebung, ebenso die lltegelung des Wohnungswesens. Wir haben der rcichögesetzlichen Regelung widersprochen und bcab- sichtigen, nach dem Kriege einen»eile» Wohniiilgsgesetzcntivurf vorzulegen. Aber Regierung, Gesetzgebung und Polizei können in der Frage des Geburtenrückganges nicht allein helfen. ES bandelt sich noch nicht um eine Entartung unseres Volkes. Es ist tief bedauerlich, daß gerade die Schichten, die uns vorangehen sollten auf dem Wege zun, sittlichen Ausstieg, vollkommen versagt und ein böses Beispiel gegeben haben.(Sehr richtig!) Die Frage ist nur zu löse», tveir» alle sittlichen Faktoren im öfientlichen Leben hier initbclfeli. Deshalb muß der Appell ergehen an unser ganzes Volk, das Volk inuß aufgerüttelt, ans den richtigen Weg zurück- geführt werden. Au diesem heiligen Werke müssen initwirken Kirche »lud Schule, Elternhaus, Arbeitgeber, alle Genossenschaften, alle Berufe, die Frauen, alle sozialen Vereine, alle Faktoren des öffent- lichen Lebens, denen die Liebe zum Vatcrlande tief in, Herzen ruht. Erst Ivenn wir dieser Hilfe sicher sind, könncii wir den Kampf ans breiter Grundlage aufnehmen und dann bin ich überzeugt, lverden wir auch in diesem Kriege siegen.(Bravo!) Geheimrat Krohne: Seit Beginn dieses Jahrhunderts erleben wir bei UNS geradezu einen Geburtcnabsturz. Die Gebnrtenzifscr ist von llö ans 27 Lebendgeborene auf 1000 Einwohner gesunken.(Hört! hört!) Besonders bedenklich ist, daß seit 1900 die Zahl der Geburten um 75 Proz. rascher gesunken ist als die Sterblichkeils- ziffer.(Hört, hört!) Einen Rückgang der Geburtenziffer, zu dein Frankreich 70 Jahre gebraucht Hätz haben ivir in 12 Jahren erreicht. (Hört, hört!) Wir haben heute schon KSOOOO Geburten weniger, als wir haben müßten, ivenn wir die Geburtenziffer von 1900 be- baltsn hätten. Was sind min die Ursachen dieses Rückgangs der Geburtenziffer? Eine Rassenverschlechteriing kommt nicht in Betracht, denn diese äußert sich stets in einer Zunahme der Sterblichkeit. Die Zahl der Eheschließungen hat zugenommen, die Geschlechts- krankheiten, auf die man häufig hinweist, haben infolge der Maß- nahmen zu ihrer Bekämpfung gerade seit 1900, also mit der Zeit des Geburlcnabsturzes abgenommen. Wirtschaftliche Ursachen sprechen natürlich mit, vor allem die Wohnungsverhält- n i s s c. Gibt es doch leider Hausbesitzer, die Familien mit Kindern überhaupt nicht ansnehmen. Ich erinnere auch an den traurigen Fall des A r b e i t e r S, d e r s i ch das Leben nahm, weil er»til seinen sieben Kindern voi, keinem HauS- wirl Wohnung bekam.(Hört! hört!) Aber im übrigen sind doch die Einkommen und Löhne so gestiegen, daß wir nicht sagen könnten, das deutsche Volk könne heute nicht ebenso viel Kinder aufziehen wie vor 30 Jahren. Der Hauptgrund liegt tvohl in der Umwertung der Begriffe, die in den Kindern nur eine un- beaueme Last sieht. SS gibt heute Frauen, die am liebsten wenig oder gar keine Kinder haben. Diese Frauen ziehen das höchste, waS es für ein Weib gibt, in den Staub. (Sckir richtig!> Sie verkennen die höchste sittliche Bestimmung: die Forlpflanzung des Geschlechts. Eine andere Ursache liegt in dem Vertrieb der antikonzeptionellen Mittel, der geradezu zu einem öffentlichen Skandal geworden ist.(Hört! hört!) Auch die Vernichtung des keimenden Lebens hat erschreckenden Umfang an- genommen. Ueber die Maßnahmen, die dagegen zu ergreifen sind, finden eingehende Beratungen innerhalb der Regierung statt. Die große Bedeutung eines vermehrten Säuglings- und Mutterschutzes in dieser Verbindung erkennt die Regierung durchaus an. Noch muffen in Deutschland täglich 18 Frauen die Mutterschaft mit dem Tode bezahlen. (Hört! hörtl) Das Hebammenwesen bedarf zweifellos der Reform in der Richtung einer Hebung der sozialen Stellung der Hebammen. Unsere ganze Entwicklung beruht auf fortdauernder Vermehrung unteres Volkes. Darum gebietet die Zeit energisch, daß alle Klassen aufwachen. Nur dann tvird das deutsche Volk die glänzende Zu- kunft erleben, die wir alle als Preis der unerhörten Opfer dieses Krieges erhoffen.(Lebhafter Beifall.) Abg. Dr. Faszbender(Z.): Zur Bekämpfung des GeblirtenrückgangcS sollte die Regierung bei Besetzung von Beamtenstellen linderreiche Beamte bevorzugen. Der übermäßige Alkohoigenuß, der übermäßige Fleischgenuß ficht auch in Zusammenhang mit dem Geburtenrückgang. Vor allem aber ist dies Problem ein elhisch-religiöses.(Bravo! im Zentrum.) Abg. Dr. Lohma!!«(natl.): Die Anregung des Abg. Mugdan, dem Krankenpflegerpersonal das Koalitionsrecht zu gewähren, werden wir wohlwollend prüfen. — Die Tatsache, daß die Geburtenziffer gerade seit 1900 stark ge- funken ist, beweist, daß tvirtschastliche Ursachen nicht der Hauptgrund sein können, denn gerade die Jahre seit 1900 waren Fahre eines starken wirtschaftlichen Aufschwungs. Der Hauptgrund für den Geburtenrückgang liegt in der ge- wollten Beschränkung der Kinderzahl bei vielen Elternpaaren in guten Vermögcnsverhältnissen, die nicht mehr Kinder haben wollen. iveil sie daS Leben nach jeder Richtung genießen wollen. Für die evangelischen Kreise ist eine bedenkliche Erscheinung, daß der Geburten- rückgang in den evangelischen Lande-Steilen viel stärker ist als in den latholischen. Geht das so weiter, so lverden sich in etiva 20 Jahren in Deutschland der evangelische und der kaiholische Volkstcil die Wage halten.(Hört! hört! bei den Nalionalliberalen.) Ter Gerechtigkeit wegen sei übrigens fcstgcstelll, daß in Berlin der Rückgang der Geburtenziffer nur sehr gering ist. Ministerialdirektor Kirchner: Die Tätigkeit unserer Aerzie im Kriege ist über jedes Lob erhaben. Zur Bekämpfung der Bollsseuchen sind überall umfassende Maßnahmen getroffen. Ter Erfolg ist, daß in diesem Kriege ins- gesamt rn unserer Armee nur 300 Cholcrafälle vorgekominen sind, in ganz Preußen im Jahre 1915 trotz der Einschleppungs- gefahren nur 23 Cholerafälle. Diese großen Erfolgs sind den Schutzimpfungen zu verdanken. DaS hat sich auch bei der Typhusbekämpfung gezeigt. Gegenüber den Geschlechts- krankheiten herrscht bei uns leider noch vielfach eine geradezu rmverständliche Gleichgültigkeit, die dann infolge Unvorsichtigkeit zu einer Weiterverbreitimg dieser Seuchen führt. Der Hauplqncll der Geschlechtskrankheiteir bleibt die Prostitution. Hier muß der Kampf einsetzen, indem man die Pro- slituierten gesund zu crhalteit sucht, ohne ihnen die Erwerbsmöglich- keit ganz zu nehmen. Eine Anzeigepflichl der Geschlechtskrankheiten lehnen Ivir ab, sie würde nur zu einer Verheiinlicknmg und dadurch weiteren Verbreitung der Krankheiten führen. Geivallige Aufgaben stehen der Medizirialverwaltinig für die Zeit nach dem Kriege bevor. Sie dürfen der Zuversicht fein, daß wir im Interesse der Fördenmg unserer Volksgesundheit an ihre Lösung herangehen werden.(Lebhafter Beifall.) Abg. Hirsch(Soz.): Auf die Angriffe dcS Abg. Schenk gegen meine Partei gehe ich nicht ein. Die Sacke, die ich zu behandeln habe, steht mir zu hoch, i»n sie mit parteipolitischen Fragen zu verauickcn. Bei der Förde- rrmg aller Maßnahmen zur Regelung der Vollsgesnndheit bandelt es sich um eine Angelegenheit, an der alle Kreise des Volkes in gleicher Weise interessiert sind und an deren Lösung mitzuwirken, vaterländische Pflicht ist. Meine Freunde haben jede Gelegenheit wahrgenommen, um im Reichstage, in den Gemeinden und auch hier von jeher die Notwendigkeit durchschlagender Maßnahmen zur Hebung der Volks- gesundheit zu betonen. Wir stimmen mit dein Minister darin über- ein, daß diese Fragen jetzt von besonderer Bedeutung sind, loa Tausende und Aberlausende kräftiger Meirichen in der Blüte der Jahre dahingerafft lverden. Wenn wir Erfolge auf diesem Gebiete erringe» tvollcn, muß der Kampf planmäßig geführt lverden. Wollen ivir den Geburtenrückgang bekämpfen, so rnüssen wie seine Ursachen erforschen. Gewiß spielen dabei auch sittliche Momente eine Rolle, aber die Wurzel dcS Ilcbcls liegt doch in unseren wirtschaftlichen Einrichtmigen. Wenn Herr Loh- maiin meinte, das könne nicht zutreffen, Iveil die wirlschaslliche Lage des Volkes seit Jahren sich gebessert und trotzdem die Zahl der Ge- burten abgenommen habe, so balle ich das für einen Trugschluß. Man darf hier nicht bloß die Zahlen der Statistik reden lassen, sondern muß sich etwas näher mit ihnen beschäftigen. Zweifellos ist das Einkommen der Bevölkerung in dcir letzten Jahrzehnten gestiegen, aber andererseits ist auch die Lebenshaltung teurer g c- worden. Nun will ick nicht sagen, daß die Kosten der Lebens« Haltung— abgesehen natürlich von den abnormen Zeiten, in denen >vir gegenlvärlig leben— hoher gestiegen seien als das Ein- kommen, aber sie sind zweifellos ganz crbeblich geilisgen und insbesondere für die minder beinilleklen Schichten kommt dabei die Erwägung in Betracht, daß sie sich sagen, wir sind Ivohk in der Lage, noch etwa zwei Kinder anständig zn ernähren, aber nicht sechs und sieben. Sie greifen also zur Geburtenbeschränkung, um ibre Kinder davor zn belvahrcn, ins Proletariat herabzusinken, um ihnen den bitteren Kamps umS Da- sein zu erleichtern.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Hier also spielen ztvcifellos wirtschaftliche Gründe mit. Dagegen ist allerdings bei den Frauen der besitzenden Kreise oft Bequemlich- keit und zunehmende Unsitlkichkeit der Grund der Beschränkung der Kinderzahl. Dagegen ist auch mit gesetzlichen Maßnahmen oder durch Aufklärung nicht viel zn erreichen, diese Frauen sind ans- geklärt— vielleicht zu aufgeklärt. Beiden Arbeiterfrauen aber kommt noch in Betracht die erhebliche Zunahme der Frauenarbeit. Die Frauen sagen sich, wenn sie schwanger werden, verlieren sie die Arbeit. Sorge man dafür, daß der Verdienst der Männer sich hebe, so daß die Frauen nicht gezwungen sind, zu arbeiten, dann tvird man die Frauen ihrem ureigensten Beruf zurückgeben.(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Dein Anlrage der Koni« Mission zur Frage des Geburtenrückaanges können wir nicht zu- stiinmen. Wir erkennen die gute Absicht der Antragsteller an, aber durch solche Polizeimaßnahmen wird das Ziel nicht erreicht und außerdem besteht die große Gefahr, daß dann auch Mittel verboten werden, die notwendig sind ini Kampfe gegen die Gcscblechtskrank- heiten. Die Frauenarbeit wird nach dem Kriege zweifellos noch zunehmen; ebenso wird die Lebensmittelpreissteigeruirg dann nicht ihr Ende finden. Dazu kommt dann noch der WohnungS- mangel. Die Fachleute stimmen darin übercin. daß nach dem Kriege namentlich in den großen Städten ein Mangel an kleinen Wohnungen vorhanden sein tvird. Wir fordern deshalb, daß mehr Sozialpolitik geirieben wird und ztvar schon während des Krieges.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Dazu gehört auch die Gewährung des K o a l i t i o n S r e ch t s an das K r cr n l e n p s l e g e- personal. Dem Auirage auf Unterstützung dcS BezirlShebainmeu- Wesens schließen wir uns gleichfalls an. � Die hiersür im Etat aus- geworfene Summe ist jetzt bertits überschritten. Daraus wird die Regierung selbst ersehen, daß diese Summe erhöht werde» muß. Das Haltckinderwesen muß streng überwacht werden. Das sollte aber nicht durch Polizeiorgaue geschehen, sondern den Gemeinden überlasicn bleiben. Vor allem eignen sich hiersür Frauen, die selbst Kinder haben. Was die Wohnungsfrage anlangt, so haben wir von jeher reichsgesetzlicke Regelung verlangt. In dieser Auffassung sind wir bestärkt worden dnrch das Schicksal des letzten Wohnungs- g e s e tz c n r w u r f e S in Preußen. Da nach den Erklärungen der Regierung an ein Reichsgeietz auf diesem Gebiete nicht zn denken ist, erwarten wir zum mindesten, daß bei dem neuen preußischen Entwurf die Wohnungsinspektion besser geregelt wird als in dem früheren Entwurf.(Sehr wahr! bei den Soz.) Dem Antrage in bezrig auf die SäugliiigSfürsorge stimmen wir zu. Die Kusteafrage kann bier nicht ins Gewicht sallen.� Viele Gemeinden haben Sänglingsfüriorgcstellcn eingerichtet; leistungsschwachen Ge- meinden sollte der Staat zu diesem Zwecke unterstützen und bei armen Gemeinden die ganzen Kosten dasür übernehme». Auch gegen das Verlangen, daß die jetzigen Leistungen der Reichswochendilfe Regelleistungen der Krankenkassen werden, tvird niemand Ein- Wendungen erheben können. Die ans dem Gebiete auch vielfach von den Gemeinden gclrosseiren Maßnahmen, schwangere Frauen durch Beihilfen zrim Stillen zn veranlassen, haben sich sehr gut bewährt. Sehr wichtig ist die Frage, welche Einwirkungen der Krieg aus die SäligliiigSstcrblichkcit haben wird. In eingehenden Untersuchnngen war die Zeit noch zn kurz. Soweit Feststellungen erfolgt sind, hat aber in Preußen die Säuglingssterblichkeit nicht nur in den Städten, sondern auch auf dem flache» Lande im Ansang de« Krieges erheblich zngcnommeir. Freilich stammt die be- treffende Statistik ans den Sommermonaten, und muh die ganze Unruhe der Zeit bei Kriegßvegiun mag dabei eine Rolle gespielt habe». Jeden- falls sollte die Regierung dieser Frage ihre volle Arrfurcrksanikeit widmen und umgehend die livtweiidigen Maßnahmen ergreifen. Schutz der Schwangerichait und Schutz der Wöchnerinnen muß hier Hand in Hand gehen.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Eine große Gefahr liegt darin, daß viele Gemeinden nach dem Kriege infolge der großen Leistungen, die ihnen der Krieg auserlegt hat, finanziell zn schwach sein werde», um ihre Tätigkeit auf diesem Gebiete m dem bisherigen Maß« fortzusetzen. Hier muß der Staat eingreifen. Neben der Fürsorge für dich Säuglinge und für die Kinder im schulpflichtigen Alter muß auch für die Kinder im vorschulpflichtigc» Alter gesorgt werden. Die Einführung der S ch u l ä r z t e hat sich gut bctvährt, nur sollte ihnen neben dem Recht der Ueberwachung auch das Recht der Behandlung der Kinder cingeräunrt werden. In der ersten Zeit des Krieges hat man viel- rnrh mir hti».fthihi»r pinrrphilrfh bntt illdlt 10 biet S3rüt tU blC einsichtige Lehrer gegen diesen Uebereifer eingetreten. Der K a in p s gegen die Tuberkulose muß nach dem Kriege noch energischer ausgenommen werden. Ebenso der Kampf gegen die Geschlechtskrankheiten, denn die Zahl derjenigen, die ge- schlechtskrank aus dem Felde zurückkehren, bedeutet eine große Gefahr für die weitere Ausbreitung dieser Krankheiten. Ter Regierung?- Vertreter hat erklärt, daß er der Einrichtung von Beratungsstellen durch die Landesversicherungsanstalten sympathisch gegenübersteht. Vereinzelt haben heute schon Gemeinden solche Beratungsstellen für Geschlechtskranke eingerichtet. Die Schtvierigkeit besteht nur darin. die Geschlechtskranken auch wirklich dorthin zn bekommen. Hier ist ein Haild-iii-Hand-arbeiten aller beteiligten Organe im Kampf gegen die Geschlechtskrankheiten notwendig. Im Kampf gegen den A l k o h o l i s m u s wird vor allem mit Arbeitszeitverkürzung, dnrch Besserung der Wohnungsverhältnisse und ähnliches Erfolg zn erzielen sein. Weiter ist aber auch erforderlich, daß die höheren schichten den unteren mit gutem Beispiel vorangehen. (Sehr wahr bei!den Sozialdemokraten.) In der Arbeiterklasse hat, soweit organisierte Arbeiter in Frage kommen, der Alkoholgenuß in- folge der erzieherischen Arbeit der Organisationen bereits ganz cr- heblich abgenommen.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Gegenüber einer Aeußerung des Abg. Schenk tvill ich zum Schluß bemerken i Wir erkennen selbstverständlich die großen Opfer, die unsere Krieger draußen gebracht haben, ebenfalls dankbar an, sowie auch die Opfer, die all die Männer und Frauen gebracht haben, die Während des Krieges in der Fnrsorgetätigkeit mitgewirkt haben. Aber ivir Ivollen es nicht bei Worten bewenden lassen, sondern wir wollen den Worten Taten folgen lassen. Genau so Wie die Arbeiterorganisationen während des Krieges tätig gewesen sind, um die Wirtschaft- liche Lage des Volkes zu heben, genau so werden wir auch nach dem Kriege mitarbeiten an der Beseitigung der wirtschaftlichen Schäden des Krieges und an der Gesundung des Volkes und werden so zu unserem Teile niit dazu beitragen, daß die kommenden Generationen hoffentlich ungestört von äußeren Gefahren in friedlicher Kulturarbeit tätig sein tönncn zum Segen des eigenen Volkes, zum Segen der Menschheit.(Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Wagner-Breslau(fk.) empfiehlt die Schaffung einer ReichsmutterschaftSversicherung an Stelle der jetzigen Neichswochenhilfe. Tie Beschränkung der Kinder- zahl sei gerade in den begüterten Kreisen sehr verbreitet. Schuld sei die Nachlässigkeit gegenüber dem Vertrieb gewisser Mittel und die laxe Aufsassnng der Ehe durch viele Frauen. Damit schließt die Debatte. In der A b st i m in u n g wird der Antrag der Kommission in bezug auf den Vertrieb antikonzeptioneller Mittel angenommen, ebenso der Antrag der Koinmission auf Uiiterstiitzuiig des Bezirks- hcbammenwesens. Die fortschrittlichen Anträge ans reichsgesetz- liche Regelung des Haltekinderwesens, staatliche Unterstützung der gemeindlichen Säuglingsfürsorgestellen und Hineinarbeitung der Reichswocheiihilfe in die Neichsversicherungsordiiuiig werden der Haushaltskommission überwiesen. Damit ist der Etat des Mi- nisteriums des Innern erledigt, es folgt der Etat der Handels- und Gewerbeverwaltung. Der Berichterstatter Abg. Ocscr(Bp.) bespricht eingehend die Errichtung und Organisation der Kriegs- Hilfskassen, deren Kapital von den Provinzen und vom Staat aus- gebracht tvird und die durch Gewährung von Darlehen den Wieder- aufbau der durch den Krieg zerstörten Existenzen des Mittel- standcs, der freien Berufe und von Angestellten ermöglichen sollen. Weiter weist er hin auf die Bewegung, die die deutsche Mode vom Auslande unabhängig machen will, welchem Zweck bereits eine Studieranstalt in Frankfurt a. M. diene. Das Haus vertagt die Weiterberatung auf Sonnabend 11 Uhr. Schluß 5 Uhr. die neuen Steuervorlagen. Tie„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" veröffentlicht den Entwurf eines Kricgsgewinnsteuergesetzes Und gibt zugleich eine allgemeine Erläuterung der zu erwartenden Kriegssteuervorlagcn. Wir behalt-?, uns eine ausführliche Erörterung des Artikels vor, der im wesentlichen lautet: „Ter Entwurf entspricht in seilen Grundzügen der Ankündigung, die gelegentlich der Beratung des Gesetzes über vorbereitende Maßnahme zur Besteuerung der K r i egs g ew i n n e vom 2t. Dezember 191ö, erfolgt ist. Die Reichsleitung weiß sich bei der Einbringung des Entwurfs im grundsätzlichen Einverständnis mit dein deutschen Volke in seiner Wohl ausnahmslosen Gesamtheit. Die SondcrbcstcucrLng der Personen und Unternehmungen, die aus der während der Kris�szeit sich vollziehenden großen Wertverschiebung mit einer Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Lage hervorgehen, ist nicht nur finanzpolitisch gerechtfertigt, sie entspringt in erster Linie ethischen Motiven, sie ist eine Forderung des sozialen Gewissens. Herrscht über ihre grundsätzliche Berechtigimg keine Meinungsverschiedenheit, so entstehen doch mancherlei Schwierigkeiten, um die richtige Mittellinie bei ihrer Ausgestaltung zu finden. Es ist vcr- ständlich, wenn von der einen Seite immer wieder auf die hohen Ge- Winne hingewiesen wird, die einzelne gemacht haben, und dem gegen- über die wirtschaftlichen und finanziellen Opfer unterstrichen werden, dje der Krieg der großen Mehrzahl des Volkes auferlegt hat. An- defcxrseits ist jedoch zu berücksichtigen, daß die Kapitalbildung ein notwendiges Stück des Durchhaltens, des Wiederaufbaus und der Weiterentwicklung unserer Volkswirtschaft ist. Unsere Feinde haben sich als �riegsziel gesetzt, die, wirtschaftliche Kraft des deutschen Volkes zu vernieten. Nicht nur diq von ihnen für die Zeit des Krieges in Wirkung gesetzten Anordnungen, sondern auch die teils bereits ge- trosfcncn, tsgls vorgesehenen Maßnahmen für die Zeit nach dem Kriege zeigen uns dieses Bestreben in aller Deutlichkeit. Es wäre falsch, den Unternehmungsgeist und die Arbeits- sreude des: deutschen Kaufmanns, des deutschen Industriellen und des deutschen Landwirts durch allzu scharfe Steuermaßnahmen zu unterbinden. Dem Unternehmungsgeist und der rastlosen Arbeit unserer schaffen- den Stände verdmüen wir in erster Linie die erfolgreiche Umstel- lung der Friedenswirtschaft auf die Kriegswirtschaft und die Vermei- dung schlimmer Stoikungen in der Fortentwickelung deS Wirtschafts- lcbens, deren Folge Arbeitslosigkeit und Brotlosigkeit gewesen wären. Auf diese Kräfte müstB» wir für die kommende Friedensarbeit zählen können. Der Entwurf versucht, diese Forderung mit den sozialen und finanziellen Notwendigkeiten in Einklang zu bringen. Neben der Kriegsgewinnsteuer beabsichtigt die Reichsregierung dem Reichstag in seiner nächsten Tagung eine Reihe von Steuergesetz- entwürfen vorzulegen� die insgesamt etwa SM Millionen Mark er- bringen sollen, nämlieh: 1. Entwurf eines Gesetzes über ErhShung der Tabakabgaben, 2. Entwurf eines O.uittuugsstempclgeseyes. ll. Entwurf eineS Gesetzes über eine mit den Postgebühren ,u erhebende Reichslichgabe, 4. Entwurf eines G-Metzes, betreffend den Frachtnrknndenstempcl und seine Ausdehnupg auf Stückgüter. Diese Gesetzentwürfe bilden eine notwendige Ergänzung zu dem :im März dem Reichstage zugehenden Etatsentwurf des Deut- scheu Reichs. Die Sstuervorlagen bezwecken nicht eine Lösung der Frage nach der Deckung der gesamten aus dem Kriege sich er. geben'den Belastung; diese Aufgabe wird nach Beendigung des Krieges zu lösen sein. Die Erschließung neuer Reichseinnahmen wird vielmehr zurzeit nur insoweit vorgeschlagen, als die feststehen- den Grundsätze einer guten Wirtschaftsführung, die auch während des Krieges nicht preisgegeben werden dürfen,, dies erfordern.... Bei der Entscheidung, welche Steueryuellen zu dem genannten Zweck erschlossen werden können, müssen folgende Gesichtspunkte ausschlaggebend sein. Eine weitere direkte Besteuvrung neben der Kriegs- gewinnsteucr scheidet aus. Bereits jetzt haben Einzelstaaten und Kommunen die direkten Steuern stark in Anspruch genommen, und es läßt sich nicht übersehen, bis zu welcher Höhe dies im weiteren Verlaufe noch geschehen muß. Es ergibt sich hieraus für das Reich die Notwendigkest, auf dem Gebiete der indirekten Besteuerung die Erschließung weiterer Einnahmen zu suchen. Diese Steuern müssen auf einen möglichst weiten KreiZ gelegt werden, tunlichst unter Schonung der durch den Krieg ohnedies in ihrem Einkommen und Vermögen hart Betroffenen, insbesondere der minderbemittelten Klassen der Bevölkerung. Schließlich muß mit möglichst einfachen Mitteln ei» möglichst hoher Ertrag erreicht werden. Für die Erhöhung der Reichseinnahmen können in der alle Kräfte aufs äußerste anspannenden KriegSzeit nur Maßnahmen ergriffen werden, die ohne neue Organisationen und möglichst ohne Vermehrung des Beamtenpersonals durchführbar find. " Unter Berücksichtigung dieser Gesichtspunkte sind die vorliegen- den Entwürfe aufgestellt, und unter diesen Gesichtspunkten werden sie von der Oeffentlichkeit und von den durch sie Bettoffenen auf- zunehmen und zu beurteilen sein. Bereits in früheren Vorlagen der Regierung ist nachdrücklich auf eine erweiterte Besteuerungsfähigkeit des Tabaks hingewiesen worden. Die Belastung mit Tabakabgaben auf den Kopf der Be- völkerung betrug im Jahre 1912 in Deutschland.,,, 2,73 M. in England,<,,. 6,28 M. in Frankreich.,-, 7,68 M. Eingehende Verhandlungen mit sachverständigen Vertretern deS Tabakgewerbes haben ergeben, daß eine Erhöhung der Tabakab- gaben im gegenwärtigen Zeitpunkt für Gewerbe und Verliraucher erträglich ist. Der Tabak ist ein entbehrliches Genußmittel, so daß mit seiner Besteuerung keine unbedingte Belastung deS Haushalts ver- Kunden zu sein braucht. Die Einschränkung oder Mehrbelastung, die dem Verbraucher zugemutet wird, steht in keinem Verhältnis zu den Opfern, die der Krieg von allen verlangt Die Vorlage sieht eine verhältnismäßig niedrige Belastung für den Massenverbrauch an billigen Tabaken(Rauch- und Kautabak, billige Zigarren), eine wesentlich stärkere Belastung für den Luxuskonsum vor. Ter Entwurf legt besonderes Gewicht darauf, den im Inland gewonnenen Tabak, der hauptsächlich für die Herstellung billigen Rauchtabaks und billiger Zigarrensorten in Frage kommt, gegenüber dem eingeführten Tabak zu begünstigen. Eine ge- wisse Verringerung des Verbrauchs von ausländischen Tabaken wäre, selbst auf die Gemhr einer Minderung des Steuerertrages hin, unter dem Gesichtspunkt der Verbesserung unserer Handelsbilanz und Va- luta durckaus erwünscht. Tie Ertragserhöhung der Abgaben auf Zigaretten soll zur möglichsten Schonung der Betriebsverhältnisse in der Zigarettenindu- jtrie durch die Erhebung eines Kriegsaufschlags vorgenommen I werden, der äußerlich als Aufdruck deS erhöhten Verkaufspreises auf das Steuerzeichen(Banderole) erscheint. Andere Verbrauchsbelastungen als die Erhöhung der Tabakab- gaben sind nicht geplant. Dagegen wird der Verkehr, der trotz der , Kriegszeit eine erfreuliche Leistungsfähigkeit bewiesen hat, in erheb- lichem Umfang herangezogen. Die Einführung eines Quittungsstempels wird nicht ohne eine Belästigung des Verkehrs abgehen. Denn ein Quittungsstempel � ohne Quittungszwang würde nicht die erforderlichen Erträgnisse bringen. Hier wird nach Möglichkeit durch Vorschristen zu helfen sein, welche Zahlung von geringeren Beträgen und zu bestimmten Zwecken von der Steuer befteien. Eine völlige Auslassung des Bar- Verkehrs von der Stempelabgabe wäre aus Rücksicht auf die not- ivendige Förderung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs nicht zu recht- fertigen. Andererseits würde eine Befreiung des bargeldlosen Ver- kehrs von der Abgabe eine einseitige Belastung der minderbemittelten. Bevölkerungsschichten zur Folge haben, da gerade die Bessergestellten sich des Banküberweisungsversahrens bedienen und große Zahlungen fast immer auf diesem Wege geleistet werden. Den Bestrebungen zur Förderung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs trägt die Vorlage in weitem Umfang Rechnung; u. a. soll mit dem Zeitpunkt des Inkrafttretens des Gesetzes der Scheckstempel in Fortfall kommen. Eine ansehnliche Einnahmesteigerung ist durch eine stärkere Her- anziehung des Post-, Telegraphen- und Telcphonverkrhrs zu erzielen. Eine solche stärkere Heranziehung ist möglich, ohne daß eine Volks- wirtschaftliche schädliche Einschränkung des Verkehrs befürchtet zu werden braucht. An der Aufbringung dieser neuen Einnahmen wird fast die ganze Bevölkerung teilnehmen, doch werden nur leistungs- fähige Schultern durch sie in stärkerem Maße belastet. Für breite Schichten wird der Gebührenzuschlag durch die für die Feldpost- sendungen bestehenden Vergünstigungen in ganz besonderem Maße leicht gemacht. Mit dieser Reichsabgabe steht die Einführung eines Stempels auf Frachturkunden von Stückgutsendungcn auf Eisenbahnen und Schiffen in engem Zusammenhange. Einer Abwanderung des Post- pakctverkehrs auf die Eisenbahnen soll vorgebeugt werden. Neben der Einführung eines Stückgutstempels ist eine Erhöhung des bestehenden Frachturkunden st empels geplant. Die Veröffentlichung der Einzelheiten dieser verschiedenen Gesetz- entwürfe bleibt vorbehalten. Die neuen Steuern find Kriegssteuern; nichts mehr und nichts weniger. Sie sollen den Forderungen der Stunde genügen und der künftigen Neuordnung der Reichsfinanzen nicht vorgreifen. Was da- von später zu beseitigen und zu ändern, was beizubehalten und in die künftige Finanzverfassung deS Reichs einzuordnen sein wird, ist spätere Sorge. Für den Augenblick handelt es sich darum, die ordent- liche Finanzwirtschaft des Reichs auch während des Krieges im Gang zu halten. Es ist ein Kriegserfordernis, daß uns dieser feste Boden gesichert bleibt. Nachdem das deutsche Volk in 20monattgem militärischen und wirtschaftlichen Ringen mit bewunderungswürdiger Einmütigkest und beispiellosem Opfersinn seinen Entschluß bewiesen hat, den ihm auf- gezwungenen Daseinskampf zum siegreichen Ende zu führen, ist kein Zweifel gestattet, daß es auch die finanziellen Lasten auf sich nehmen wird, die dieses Ziel erheischt." « Die nunmehr veröffentlichte Kriegssteuervorlage bewegt sich in dem Rahmen�dessen, was bereits an die Oeffentlichkeit durchgesickert war. Sie hat ganz die Tendenz, die zu erwarten war: die Tendenz, die breiten Massen zu treffen. Was zunächst die Kriegsgewinn st euer anbelangt, so werden dadurch die während des Krieges zusammen- gerafften Vermögen keineswegs in sehr erheblichem Maße ge- troffen. Während die nichtbesitzenden Schichten mit Gut und Blut die Opfer des Krieges aufbringen mutzten, während ins Feld gerückte Arbeiter, Handwerker und Kleingeschäfts. treibende in ihrer wirtschaftlichen Existenz gefährdet wurden und ihre Familien der keineswegs sehr üppigen Unterstützung durch Staat und Gemeinde anhennfielen, konnten durch die Konjunktur des Krieges gewisse besitzende Schichten zuni Teil sehr große Vermögen anhäufen. Diese Vermögen sollen ja nun besteuert werden. Aber wie I Ein Vermögenszuwachs bis zu 20000 Mark soll mit 5 Prozent versteuert werden. Wenn einer also während des Krieges und durch den Krieg 20 000 Mark Vermögen„gemacht" hat, soll er davon 1000 Mark abgeben müssen. Für weitere 30 000 Mark Llriegsgewinn soll er 6 Prozent abführen. Das sind 1800 Mark. Wenn also ein Kriegsspekulant 50 000 Mark Gewinnst während des Krieges eingeheimst hat, soll er davon 2800 M. abgeben. Für weitere 30000 M. soll er mit 8Proz. Kriegssteuer herangezogen werden. Das sind 4000 M. Jemand, der also unter geschickter Ausnutzung der Kriegs- konjunktur zu einer Zeit, wo die breite Masse des Volkes sich auch die schwersten Entbehrungen auferlegen mutzte, 100 000 M. Geschäftsgewinn erzielte, soll davon 1000-s- 1800+ 4000, also im ganzen 6800 M. Steuern abzuführen haben. Sein Rebbach beziffert sich dann also immer noch auf 93 200 M. Das ist der furchtbare Aderlatz, der den Kriegsspekulanten und Rüstungsindustriellen aufgebürdet wird! Bei solch einer Be- steuerung läßt sich natürlich immer noch glänzend leben, läßt sich dem Ende des Krieges, wie fern es auch noch sei, mit aller Seelenruhe entgegensehen! Außer dieser Kriegsgewinnsteuer soll keinerlei direkte Steuer vorläufig erhoben werden, dieweilen ja die Einzelstaaten hinlänglich herangezogen würden. Das heitzt, alle die Riesenvermögen und Rieseneinkommen, die schon vor dem Krieg vorhanden waren, sollen auch jetzt nicht in höherem Maße herangezogen werden, als es den Klassen- Vertretungen der Einzelstaatcn gefällt. Der preußische Staat, der zwei Drittel der Einwohnerschaft des gesamten Reiches umfaßt, soll z. B. damit das Höchstmaß an Leistungsfähigkeit bewiesen haben, daß er die Riesensumme von 110 Millionen neuer direkter Steuern jährlich aufbringt! Diese Enthaltsamkeit im Steuerzahlen wird damit moti- viert, daß der Kapitalbildung während des Krieges keine allzu schweren Fesseln auferlegt werden dürfen. Außer der Kriegsgewinnsteuer sollen 500 Millionen Mark durch indirekte Steuern aufgebracht werden; durch eine Erhöhung der Tabakabgaben, eine Erhöhung der Stempel- abgaben, der Postgebühren und der Frachturkundenstempel. Alle diese indirekten Lasten werden letzten Endes nicht von den z u n ä ch st Getroffenen, den Tabakfabrikanten, den Kaufleuten usw., getragen, sondern schleunigst auf die b r e i t c Masse der Bevölkerung abgewälzt werden, sofern sie nicht, wie bei der Erhöhung der Postgebühren, sogleich und direkt die besitzlosen Schichten treffen. Früher hat die sozialdemokratische Fraktion für eine der- artige Deckung der Reichs- und Staatsausgaben nur das schärfste Verdammungsurteil gehobt. Und obwohl inzwischen � ja infolge der famosen Neuorientierung die wunderbarsten i Auffassungen- auch auf steuerpolitischem Gebiete ihre Per- 1 fechter gefunden haben, möchten wir denn doch einstweilen an- nehmen, daß auch die Mehrheit der Reichstagsfraktion sich unmöglich mit diesen indirekten Belastungsplänen der breiten Massen befreunden kann. Ist doch das deutsche Volk bereits durch Lebensmittelzölle und alle möglichen anderen indirekten Steuern so schwer belastet— schwerer als im Vergleich irgend- eine andere Nation—, daß es unrecht wäre, den breiten � Massen des Volkes auch noch diese neue Bürde auferlegen zu wollen. In dem Regierungsentwurf wird allerdings versichert, daß diese Steuern ja alle nur Kriegs st euer n seien und keineswegsetwasEndgültiges darstellten. Daran ist wenigstens soviel richtig, daß diese Steuern erst den allerersten und schüchternsten Anfang neuer Steuerlasten verkörpern und daß das dicke Ende erst noch kommen wird. Auf Abbürdung bereits vorläufig auferlegter Steuern wird das deutsche Volk kaum zu rechnen haben, aber mit größter Bestimmtheit wird es annehmen dürfen, daß zu diesem Steuerbukett noch ein überaus reiches Sortiment neuer Steuern kommen wird, dessen Höhe in runden M'l. liarden sich einstweilen noch nicht entfernt übersehen läßt. Kunögebung zur Tabak- bcsteuerung. Wie bereits durch die Presse cm gekündigt, beabsichtigt die Reichsregierung dem im März zusammenttetendeu Reichstage eine neue Tabaksteuervorlage zu unterbreiten, nach welcker neben den 200 Millionen Mark, welche die Tabatindusttie bereits zu tragen hat, weitere 200 Millionen Mark aus ihr herausgeholt werden sollen. ES soll dieses in der Weise geschehen, daß eure schematische Erhöhung nach Art der bisherigen Tabakbesteuerung stattfindet. Demnach wird die Jntandsteuer, der Zoll und die Wertsdeuer er- höht werden. Für die Zigarcttenindustrie ist eine Kriegsmarke zur bestehenden Banderotesteuer geplant. Die drei Organisationen der Tabakarüeiter, Deutscher Tabakarbeiterverband, Zentralverband christlicher Tabak- arbeiter und Getverkverein der deutschen Zigarren- und Tabal- arbeiter(H.-D.), nahmen in einer zu Frankfurt a. M. abgehaltenen Konferenz Stellung zu den Tabaksteuerplänen und beschlossen fol- gende Kundgebung: Obwohl seit längerer Zeit Gerüchte einer stärkeren Heran- ziehung der Tabakindustrie zu den Reichseinnahmen laut wurden, glaubten die deutschen Tabakarbeiter und-arbeiterinnen, dis ReichSregiermrg werde sich scheuen, einer Industrie, die bereits so außerordentlich hoch belastet ist, weitere Opfer aufzuerlegen. Wenn auch der Krieg an die Finanzwirtschaft des Reiches ungeheure An- fovdenmgeii gestellt hat und ferner noch stellen wird, so kann es nicht Aufgabe der Regierung und Gesetzgebung sein, die entstehen- den Lasten einseitig zu verleilen. Gerecht ist nur die gleichmäßige Verteilung der Lasten auf alle Volksangekörigeu nach Einkommen und Vermögen. Wenn die Regierung beabsichtigt, woran leider nicht mehr zu zweifeln ist, der Tabakindustrie eine weitere Belastung von mehreren Hundert Millionen aufzubürden, so bedeutet das in Anbetracht der bohen Summen, welche die Tabakindustrie bereits zu leisten hat, etue starke Lähmung dieser Industrie, von der sie sich kaum jemals wieder erholen kann. Noch heute, im Jahre l9I6, bat sich insbesondere die Zigarrenindusttie von der. im Jahre 1909 beschlossenen Wertsteuer nicht erholt. Die Regierung mag annehmen, wie bei früheren Belastungen auch, daß die kommende Belastung von den Konsumenten gettagen wttd; das trifft jedoch nicht vollständig zu, insbesondere nicht für die Zeit des. lieber- ganges. Nicht nur, daß die Tabatindusttie zur Investierung größerer Kapitalien gezwungen ist, deren Verzinsung gleichfalls herausgewirtschaftet werden muß. wird sie, wie bei anderen Steuer- matznabmeu die Erfabrung gelehrt hat, zahlreiche mittlere und kleine Existenzen vernichten. Vor allem aber werden es die Ar- beiter und Arbeiterinnen der Tabakindustrie sein, wie früher auch, die in schwere Bedrängnis geraten werden. Dabei ist die Arbeiter- schaft der Tabakindustrie die schlechtest gestellte unter der deutschen Arbeiterschaft überhaupt. Noch bis unmitietbar vor dem Kriege, also in rubiger Zeit, hat die deutsche Tabakarbeiterschaft mit starker Arbeitslosigkeit zu kämpfen gehabt, und ihre Organisationen haben erheblich höhere Summen für Arbeitslosenunterstützung als vor 1909, im ganzen und pro Kopf, ausgeben müssen. Außerordentlich schwer wird es den Tabakarbeitern, Haupt- sächlich infolge der starken steuerlichen Belastung, ihre niedrigen Arbeitslöhne, so wie es andere Arbeitergruppen vermögen, aufzu- bessern. Eine erweiterte Belastung wivd nicht nur die Arbeits- losigkeit vermehren. Die Entlassungen werden, wenn die Belastung. wie tn der Presse angekündigt, mehrere hundert Millionen betragen soll, zu Tausenden erfolgen. Das kann die Tabakarbeiterschaft mit dem besten Willen nicht mehr ertragen. Hinzu kommt, daß eine weitere Folge die Verlegung der Betriebe nach abgelegenen Dörfern sein wird, so daß ganze Ortschaften, in denen jetzt die Tabak» Industrie stark vertrete» ist, schwer geschädigt werden, wie auch außerdem noch die in der Tabakindustrie stark verbreitete Heimarbeit zum Schaden der Volisgesundheit weiter verbreitet wird. Nicht unberücksichtigt zu lassen ist, daß nach Beendigung des Krieges der Tabakindustrie und vor allem ihrer Arbeiterschaft schwere Zeiten bevorstehen. Der Krieg und die damit verbundenen Heereslicferungen haben zwar eine verhältnismäßig günstige Kon- junktur geschaffen, doch darf trotzdem behauptet werden, daß sich selbst jetzt die Tabakindustrie in recht unsicheren Verhältnissen be- findet. Nach dem Kriege wird ohne Zweifel der Konsum an Tabak- fabritaten, schon in Rücksicht auf die noch anhaltenden hohen Lebensmittelpreise, eine erhebliche Einschränkung erfahren, so daß auch ohne Steuererhöhung ein starker Rückschlag eintreten wird, dessen erste Folgen Arbeittrentlassungen sein müssen. Dabei kommt in Betracht, daß während der Kriegszeit viele Tausende Arbeiterinnen, vor allem aus der Webwarenindustrie, neu angelernt worden sind, außerdem kehren Zehntausende Tabakarbeiter aus dem Heeresdienst zurück. Drückt dann noch eine solch ungeheure Steuererhöhung, wie sie geplant ist, aus den Konsum und damit auf die Tabak- industvie, so läßt sich ermessen, wie groß das Elend ist, das den Tabakacbeitern in Aussicht steht. Nicht unerheblich- ist, daß die Tabakarbeiter als Staatsbürger sowieso zu den Lasten, die der Krieg bringt, herangezogen werden, also demnach doppelt und viel schwerer als alle übrigen Staatsbürger unter den Folgen des Krieges leiden sollen. Aus allen diesen Erwägungen heraus weiß sich die Konserenz eins mit der gesamten deutschen Tabakarbeiterschast, wenn sie gegen jede weitere Belastungder deutschen Tabak- industrie den ernstesten Protest erhebt und an Regie- rung und Reichstag das Ersuchen stellt, von jeder weiteren Be- lastung der Tabakindustrie abzusehen. Sollten sich dennoch Regierung und Reichstag zu einer weiteren Belastung der Tabakindustrie entschließen, so setzt die deutsche Tabak- arbeiterschaft voraus, daß eine Form gewählt wird, welche am wenigsten geeignet ist, die Industrie, insbesondere die Arbeiterschaft zu schädigen; als solche kann die schematische Erböhung der Inland- steuer, des Zolles, der Wcrtsteuer, wie auch die Einführung der „Kriegsmarke" für Zigaretten nicht angesehen werden. Die deutsche Tckbakarbeiterschaft setzt weiter voraus, daß Rc- gierung und Reichstag, die durch eine etwaige weitere Belastung der Tabatindusttie arbeitslos werdende» und in Not geratenen Tabakarbeitcr und-arbeiterinnen enffchädigen werden, wie sie auch anderen durch den Krieg geschädigten Teilen der Bevölkerung ihre Fürsorge zugewandt haben. Ms Groß-Serlkn. wajler unü walö im Kriegswinter. Da hat einer den Einfall gehabt, Dampferfahrten auch im Winter zu veranstalten. Manche halten das für originell. Sie schwimmen in Begeisterung und finden die Wintcrfahrt über Wasser grohartig schön. Andere bleiben enttäuscht. Es war ein herrlicher Wintertag, auch ohne steifen Frost und starken Schnee. Im fast zu gut geheizten Decksalon des Dampfers saß man um kleine Marmor- tische in drangvoll fürchterlicher Enge. Durch den niedrigen Raum zog ein mächtiger„Hecht" von Tabaksgnalm. Ein Klavier hämmerte, eine Geige kratzte. Viel lustiges junges Volk mit Wimmerhölzern und Mundharmonikas tollte sich aus. Ein Paar ältere Leute, die keinen Spatz verstehen wollten, rümpften schon die Nase. Nein, in der Sing- akademie sitzt man hier nicht. Der Schiffskellner macht ein grämliches Gesicht. Die weit hinaus ins Freie wollen, haben wenig Sinn für Alkohol. Au den Fenstern klebt eine Nebelwand. Nur ab und zu sieht man flüchtig Boots- Häuser, Laubenkolonien im Winterschlaf, trostlos öde Sprcelokale und lange Reihen von Fabnkgcbäudcn. Na da draußen an der Oberspree wird ja nicht schlecht industriell gebaut und sogar am Sonntag gemauert. Man merkt, daß Krieg ist und der Profit regnet. Vorn durch die Kajütcntür klettern Männlein und Weiblein auf das luftige Verdeck. Gleich schreien die Stubenhocker:„Tür zu... es zieht!" Wenigstens zieht der„Hecht" ab. Nach zweistündiger Klimbimfahrt, die ohne Schneelandschaft wirklich wenig Natur- reize bietet, wird endlich gestoppt. Grün ist der märkische Wald auch im Winter. Und da draußen liegt sogar stellenweise noch eine leichte weiße Hülle aus Frau Holles Federbetten. Es läuft sich famos. Man kommt noch einmal so schnell vorwärts als im Sommersand. Die überschwemmten Wiesen sind mit dünnem Eis überzogen. An den Ufern der Seen und der Dahme schieben sich Eis- schollen zu Tausenden. Auf den Müggelbergen ist zwischen Teufclssce, Spindlcrturm und Maricnlust der früher sehr bc- schwerliche Auf- und Abstieg bedeutend erleichtert. Dank der fleißigen Arbeit der Pioniere, die im Kriegs- übungsdicnste das Militärische mit dem Nützlichen verbanden! Wir lechzen nach dem Nachmittags- kaffee. Aber viele große Sommerlokale sind wegen des Krieges ganz geschlossen, die wenigen offenen Säle über- füllt. Was sich im Wald verkrümelte, sitzt hier wie in einein Pökclfaß. Man hat auch kein Sitzfleisch, drängt wieder nach draußen. Einige Schnuvfenfeste trinken schon im Freien ihren labbrigen Mokka. Von Berlin kommt mit den Eisenbahnzügcn neuer Zuzug. Aber noch viel mehr sollten sich entschließen, am schönen Wintcrsonntag nicht in Berlin und in den aller- nächsten Vororten hängen zu bleiben. Am Bahnhof Grünau gab es gegen sieben Uhr zum Abschied die übliche Drängelei. E i n Schalter nur offen und ein Beamter mit bewunderns- werter Ruhe tätig. Man nimmt eS ohne Schimpferei mit in den Kauf... es ist ja Kriegszeit. Und alle sind ja so froh- gelaunt, daß sie die Lungen mit herrlicher Winterluft voll- gepumpt haben. Da arbeitet es sich am nächsten Tage noch einmal so gut. Zur Erhebuug des Kartoffelbestandes. Die Hausbesitzer oder deren Stellvertreter werden in ihrem eigenen Interesse nochmals darauf hingewiesen, daß sie die voll« ständig ausgefüllten Hausli st en zur Erhebung des Kar» toffelbestandes vom 24. d. M. späte st ens bis zum 23. d. M. Bei der nächsten Steuerkasse abzugeben baben. Es wird bemerkt, daß die Angaben bei dieser durch den Bundesrat angeordneten Erhebuug um so eingehender auf Voll- ständigkeit und Richtigkeit werden geprüft werden, als sie nach der Verordnung vom 7. d. M. die Grundlage der Bedarfsfeststellung zu bilden haben._ Oskar Schröder. Am DonnerStaguachmittag wurden nach einer würdigen Trauerfeier die sterblichen Ueberreste eines den alten Berliner Genossen wohlbekannten Parteiveteranen auf dem städtischen Friedhofe in der Secstraße zur letzten Ruhe bestattet. Man sah in dem zahlreichen Trauergcfolge so manchen der noch übrig gebliebenen alten Kämpen der Partei. Oskar Schröder, dem die Feier galt, ist am Sonntag plötzlich an den Folgen eines Schlaganfalls gestorben. Alle, die ihm in der Bewegung nahestanden, bedauern aufrichtig den Tod dieses überzeugungstreuen, schlichten und einfachen Mannes. Im Jahre 1856 geboren, erlernte er das Handwerk eines Lederzurichters. Schon frühzeitig, mit 26 Jahren, trat er in die Arbeiterbewegung ein und hat bis zum letzten Lebens- tage unablässig für dieselbe gewirkt. Er war einer der Mit- bcgründcr der Berufsorganisation der Lederarbeiter und wurde als solcher 1899 anläßlich des Anschlusses der Lokalorganisiertcn an den Zentralverband der Lederarbeiter zum Verbandstage delegiert. Er rief mit anderen die Freie Hilfskasse der Lohgerber und Lederzurichter ins Leben und hat jahrelang dem Vorstande derselben an- gehört. Nachdem er sich im Jahre 1896 in seinem Berufe selbständig gemacht hatte. übernahm er im Jahre 1963 eine Gastwirtschaft in der Stromstr. 36, die bis zum heutigen Tage ein Treffpunkt aller bekannten Moabiter Genossen geblieben ist. Als Mitglied des Verbandes der freien Gast- und Schankwirte Berlins hat er jahrelang den Ehrenposten eines Kassierers des Bezirks I bekleidet und weilte als Vertreter der Berliner Organisation auf dem Verbands- tage zu Köln. Während des Sozialistengesetzes hat er im dritten Kreise der politischen Organisation mit allen Kräften gedient, was besonders diejenigen zu würdigen wissen, die die damalige Sturm- und Drangperiode der Partei miterlebt haben. Seit 1889 war er im sechsten Kreise jahrelang als Bezirks- und Avteilungssührer tätig und gehörte auch unter dem Bier- boykott der Lokalkommission an. Wiederholt wurde er als Vertreter zu Provinzial-Parteitagen delegiert. Im Jahre 1916 lähmte ein Schlaganfall, von dem er sich nur schwer wieder erholte, die Schaffenskraft deö opferfreudigen Mannes. Vier seiner Söhne stehen ini Kriege vor dein Feinde, doch der Sturm, der im jetzigen Weltbrande über die Erde dahinbraust, hat ihn nicht in seiner lleberzeugung zu erschüttern vermocht. Er lebte und starb im festen Glauben an die befreiende Macht des Sozialismus._ Ter Durchgang durch die Linden-Halle. Unter dem Vorsitz des Sladlverordneten Prof. Dr. Ritter trat am Donnerstag der Petilionsaussitmß der Berliner Sladlverordneten» verianimlung zu einer Lokalbeficknigung in der Markthalle II. Linden» straße, zusammen. Zu dieser Besiebrigung waren u. a. Stadtrat Kalisch mit mehreren Stadtverordneten der Friedricbstadl, des Halleschentorviertels und der Luisenstadt und dem Direktor der städtischen Markthallen erschienen. Die Besichtigung ergab, daß die Bedenken der städtischen Verwaltung gegenüber den Anträgen und Gesuchen um Herstellung eines Durchganges von der Friedrichstraße nach der verlängerten Charlottenstraße lEnckeplatz) von keiner Seite unterstützt wurden. Allseitig wurde die Notwendigkeit der baldigen Herstellung dieses Durchganges für den allgemeinen Verkehr ununiwunden anerkannt. Der Magistratsvertreter stellte eine wohlwollende Prüfung in Aussicht. Damit scheint der Durchgang gesichert und ein langgehegter Wunsch der Bevölkerung der Friedrich- und Luisensiadt der Erfüllung nahe zu sein. Billige Schuhe verschafft sich auf eine eigene Art ein Schwindler, der in Groß-Berlin austritt und gestern in Neukölln wieder Erfolg hatte. Der Mann geht zu irgend einem Schuhmacher, gibt an, Frau Schulz oder Frau Müller, oder wie er sich gerade nennt, habe ihn beauftragt, ihre dem Meister zur Ausbesserung übergebenen Schuhe abzuholen und zeigt gleich auf ein Paar mit den Worten: Da stehen sie ja! Der Meister erklärt ihm, das sei ein Irrtum, Frau Schulz habe ihm keine Schuhe gebracht� die, die ihr Auftraggeber meine, gehörten nicht ihr, sondern einer andern Frau, deren Namen und Wohnung der Meister arglos nennt. Damit hat der Schwindler seinen Zweck erreicht. Er empfiehlt sich mit vielen Entschuldigungen, daß er seine Anstraggeberin mißverstanden haben und zu einem verkehrten Meister gegangen sein müsse. Bald darauf schickt er einen Jungen, den er sich wohl auf der Straße annimmt, mit einem Briefe, der die Unterschrift der Frau trägt, die der Meister ahnungs- los genannt hat. Der Junge bringt auch so viel Geld mit, daß er die geringen Kosten für die Ausbesserung bezahlen kann. Auf den schriftlichen Austrag, dem Neberbringer deS Briefes die Schuhe mit- zugeben, erhält der Junge sie ohne weiteres. Der Schwindler er- wartet ihn jedenfalls irgendwo an einer Straßenecke, um sich die Beute geben zu lassen, die er ohne Zweifel wieder verkaust. Den Schaden haben jedesmal die Schuhmachermeister, die ihrer Kundschaft für den Verlust haften._ Untersagter Handel. Das Polizeipräsidium teilt mit: Auf Grund der Bundesrats- Verordnung vom 23. September lLlö hat der Polizeipräsident von Berlin dem Kaufmann Jean Schwerfens in Berlin- Wilmersdorf, Konstanzer Str. S6, den Handel mit Nahrungsmitteln wegen llnzuverlässigkeit in bezug auf diesen Handel untersagt. Die Endabrechnung der Opfertage liegt nunmehr vor. DaS Er- gebnis der Sammlung beträgt 429 160,90 M. An diesem Betrage sind außer dem Roten Kreuz von Berlin beteiligt die Rote Kreuz- Organisationen von Charlottenburg. Schöneberg-Wilmersdors, Neu- kölln und Lichtenberg._ Ms den Gemeinden. 170 Proz. Kommunalsteuerzuschlag. Die westlichen Groß-Berliner Stadtgemeinden Charlotten- bürg, Schöneberg, Wilmersdorf haben nunmehr ihre Beratungen über den nächstjährigen Haushaltsplan abgeschlossen. Trotz größter Sparsamkeit ist in allen drei Gemeinden ein Ein- kommensteuerzuschlag von 170 Proz. zur Herstellung des Gleich- gewichts im nächstjährigen Haushaltsplan notwendig. Bon einer Er- höhung der Grundsteuer hat man gleichmäßig unter Berücksichtigung der Notlage des städtischen Haus- und Grundbesitzes Abstand ge- nommen._ Erneuter Fleisch ankauf in Weisteusee. Durch den äußerst schnellen Absatz der vor kurzem beschafften Schweinefleisch- und Lammfleischmengen sah sich der Gemeindevor- stand und die Finanzkommission veranlaßt, erneut 300 Zentner ge- srorenes Schweinefleisch durch die Einkaufsgesellschaft zu bestellen.. Dieses Fleisch soll zu den bestehenden Höchstpreisen an die Ein- wohnerschaft abgegeben werden, trotzdem die Gemeinde dafür einen höheren Preis entrichten muß. Ebenso sind weitere 60 Tonnen zu je 2'/« Zentner gepökeltes Lammfleisch in Bestellung gegeben worden. Tie Steglitzer Gemeiudewahle». Eine außerordentliche Mitgliederversammlung deS Sozialdemo- kratischen Wahlvereins beschloß, im 1. B e z i r k der Hl. Klasse den ausscheidenden Vertreter, Genossen Fritz Hamburg, wieder aufzustellen. Die Wahl findet am Mittwoch, den 1. März, von 10—2 und Z'/z— 8 Uhr, im Saale des„Schloß- parks" statt. Ter erste Wahlbezirk umfaßt die Schloßstraße mit ihren Nebenstraßen bis zur Eisenbahn, mit Ausnahme der Nummern 69—86 der Schloßstraße, der Straße Kuhligkshof, Bahnhof 1 und 2, Lichierfelder Chaussee, Fraunhoferstraße sowie Albrechtstr. 1—6 und 123—132. Für den zweiten Wahlbezirk wurden diesmal keine Kandidaten aufgestellt, deshalb werden sich dort die Parteigenossen überhaupt nicht an der Wahl be- l eiligen. Die Wahlen in der I. und II. Klasse haben für die Arbeiterschaft von Steglitz insofern keine Bedeutung, als sie in diesen Klassen über nur wenige Stimmen verfügt. Von den Wählern des ersten Bezirks wird vollzählige Be- teiligung erwartet und nochmals darauf hingewiesen, daß weder amtliche Ausweiskarten zugestellt werden noch besondere Wahl- aufforderungen durch die Partei ergehen. Tue jeder seine Pflichtl'_ Spandauer Stadtverordnetenversammlung. Wegen der Sperrung der Charlottenbrücke für jeglichen Fuhr- werksverkehr ist fast der gesamte Slraßenbahnverkehr wiederum sehr stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Wie bei der Beratung der Vorlage über den Einbau eines Gleiswechsels berichtet wurde, ist es aber möglich, daß die Brücke für leichte Fuhrwerke freigegeben wird. Eine gründliche Besserung der Verkehrsverhältnisse wird jedoch erst mit dem Bau der Hufsbrllcke eintreten. Bezüglich der beschlossenen Herabsetzung der ElektrizitätSgebühr lag ein Kompromißantrag des Magistrats vor, wonach den phhstschen Personen ein Rabatt von 3 Pf. für die mit 38 Pf. zu berechnende Kilowattstunde gewährt werden soll. Stadtv. Kirch(Kommunale Vereinigung) sprach sich wiederum gegen die Ermäßigung der ElektrizitätSgebühr aus, da dieselbe nur einem kleilieii Teil der Steuerzahler und in erster Linie den großen Geschäftsleuten zugute komme. Redner ersuchte, die Ermäßigung der Eleklrizitäts- gebühr abzulehnen und an deren Stelle die 4-Mark-Steuerstuie für Personen mit einem Einkommen unter 900 M. aufzuheben. Genosse Pieck wies den voni Stadtv. Kirch gegen ihn erhobenen versteckten Vorwurf, daß er Verwandtschaitsinterefieli vertrete, energisch zurück. Die Ermäßigung der Clektrizilätsgebühr wurde mit großer Majorität beichlosfen. Eine längere Diskussion rief der Sckrnletat hervor, der mit 1 828 090 M.'(293 990 M. mehr als im Vorjahre) abschließt. Der Staalszuichuh beuägt 44 100 M., der städtische Zuschuß 1336 996 M. (173 981 M. mehr). Stadtv. Ducksch bemängeil das niedrige Gehalt der HUislehreiinnen, das nur 100 M. monatlich betrage und bei teuren Zeilen und den hohen WobnungSnneten bei weitem nicht ausreiche. Redner stellt den Antrag, 10 990 M. in den Etat ein« zustellen und dafür das Gehalt der Hilfslehrerinnen um 26 M. zu erhöhen. Stadtv. B a r t h e l(Kommunale Vereinigung) sprach sich gegen den Antrag aus und vertröstete die Hilfslehrerinnen auf spätere Zeilen. Genosse Pieck bedauerte, daß seit zwei Jähren kein Bericht der Schulärzte herausgegeben worden sei. Wenn es nach der Kommunalen Vereinigung gmge, die die Erhöhung der Gehälter der Hilfslehrerinnen bis nach dem Kriege hinausschieben wollen, seien dieselben mittlerweile an Unterernährung gestorben. Der Etat wurde unverändert angenommen und die Erhöhung der Gehälter der Hilfslehrerinnen abgelehnt._ Schweinefleischhöchstpreise im Kreise Teltow. Der Kreisausschnß des Kreises gibt die für den Kreis fest- gesetzlen Schweinefleischhöchstpreise bekannt, die in gleicher Höhe wie für die Groß-Berliner Städte normiert worden sind. Gerichtszeitung. Eine Meineidsfabrik. Die Geheimnisse einer Meineidsfabrik werden in einem großen Meineidsprozesz enthüllt, dessen Verhandlnng vor dem Schwurgericht des Landgerichts I unter Vorsitz des Land- gerichtsdirektors S p I e t't st ö ß e r begann. Unter der Anklage des wissentlichen Meineides wurde der ehemalige Ver- sicherungsbeamte Kurt D a u in l c h n e r aus der Strafhaft vorgeführt, wegen Anstiftung zum Meineide sind die Schneiderin Charlotte S ch u h m a n n und der frühere Privatdetektiv Kurt Eckert angeklagt. Es handelt sich um ganz raffinierte Schliche, die vom Angekl. Eckert ersonnen waren, um in zwei der alltäglichen Alimenten« Streitsachen einen Zeugen zu finden, dessen Aussagen die Ansprüche des betreffenden llagenden Mädchens als un- begründet erscheinen ließen. In beiden Fällen ist der Angellagte Daumlehner, der vorübergehend auch unter dem Namen Lehnert als Schauspieler aufgetreten ist. als der rettende Zeuge ausgetreten. In der ersten Sache(Katsch) ist Daumlehner wegen Meineides � in drei Fällen zu vier Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust verurteilt worden. In dieser Sache war die Vorunter- suckmng ursprünglich auch aus die Schubmann und den Eckert ge- richtet gewesen: diese waren aber auf freien Fuß gelassen worden und erst nach Abschluß deS Verfahrens wurde auf Grund eines um- fangreichen Geständnisses des Daumlehner nach seiner Verurteilung das Verfahren gegen Schuhmann und Eckert wieder aufgenonnnen. Die Schuhmann lvurde in Untersuchungshaft genommen, Eckert war im Oktober 1914 freiwillig in das Heer eingetreten und hat in Rußland gekämpft, ist aber dann mit Rücksicht auf die Schwere der Straftaten aus dem Heeresdienst entlassen und in das UntersuchungS- gefängnis eingeliefert worden. Die Angeklagte SchnhmaM hatte zuerst jegliche Schuld bestritten, dann aber nach mehrmonatiger Untersuchungshaft sich zu einem umfangreichen Geständnis bequemt und darin Angaben zur Belastung des Eckert gemacht, die im allgemeinen mit denen des Daumlehner übereinstimmten, und die Behauptung aufstellte, daß sie bei ihrer Mmmrknng zur Herbeiführung der Danmlehnerschen Meineide völlig unter dem Einflüsse des Angeklagten Eckert gestanden habe. Zwischen ihr und dem Eckert bestanden nahe persönliche Beziehungen. Beide hatten unter der Firma„Schuhmacher u. Eckert, Kriminalisten", ein Deleitivbnrean eröffnet, sie hatten sieb ancki mit einander verlobt, die Verlobung wurde aber wieder aufgelöst, ebenso das Geschäft, als die Ermittelungen wegen der Meineide eingeleitet wurden. Er hatte in beiden Rechtsstreitfällen den Auftrag erhalten. Ermitte- lungen über etwaige Beziehungen der Mädchen zu anderen Männern anzustellen und hat diese Ermittelungen, lvie die Anklage behauptet, in geradezu unerhörter und gewissenlosester Weise ausgeführt. Nach dem Geständnis des Daumlehner hat dieser den Eckert zufällig kennen gelernt und zwar zunächst als„Sohn eines Fabrikbesitzers"; bei einer Unterhaltung im Cafo Friedrichshof habe Eckert dann gesagt, er sei „Kriminalanwärter" und stehe vor dem Examen als Kriminal- kommissar; um sich aber inzwischen noch Geld zu verdienen sei er privatim als Detektiv tätig. Dann habe er ihm den Fäll Runge vorgetragen und ihn so lange und unablässig bearbeitet, bis er sich nach vielem Sträuben dazu hergegeben, vor dem Amtsgericht und später vor dem Landgericht den Eid zu leisten, daß er mit der Runge, die er vorher gar nicht gekannt hat, in intimen Vermehr gestanden habe. Um ihre Persönlichkeit vor Gericht genau beschreiben zu können, wurde folgender Trick ersonnen. Die Runge diente in einem Pensionat in der Mohrenstraße. Dort mietete sich die Angeklagte Schuhmann ein, die dann chort den Besuch des Daumlehner empfing und diesen Gelegenheit gab, sich die Persönlichkeit der Runge so genau einzuprägen, daß er vor Gericht ohne Siockew-riqe genaue Personalbeschreibung geben konnte. Für seine Hilfeleistung wurden dem D. 190 M. ver- sprochen, die er aber nicht erhielt»- da Eckert erklärte, daß er sein Honorar erst nach einem Vierteljahr bekäme. Eckert drückte ihm aber 10 M. in die Hand. D. will unter vielen Gewissensskrupeln dann vor Gericht sein wohleinstudiertes Sprüchlein vorerzählt haben. Aehnlich ist es im Falle Kätsch gewesen. In diesem Falle batle nach der Behauptung des D. Eckert diesen eines Tages in ein Cafä be- stellt, dort mit Bier und Schnaps traktiert und ihn unter Auf- gebot aller Ueberredungskuust. teilweise auch unter Drohung. dazu gebracht, auch in diesem Falle dieselbe verbrecherische Rolle zu spielen. Auf seine Weigerung habe Eckert nur betont: er sehe doch, wie glatt die Sache im Falle Runge gegangen sei. Als er-schon ziemlich betrunken gewesen, habe ihm Eckert ein Schreiben vorgelegt. das er, ohne sich um den Inhalt recht zu kümmern, unterschrieben habe. Erst nachträglich habe ihm Eckert auf seine Weigerung, in diesem Falle mitzuwirken, gesagt, daß er ja schon eine eidesstattliche Versicherung unterschrieben habe und nun nicht mehr zurück könne, sondern den Eid leisten müsse. Auch in diesem Falle war die Möglichkeit für D. geschaffen worden, das Mädchen zu sehen und sich alle Einzelheiten ihrer Persönlichkeit einzuprägen,— Mit diesen Ausführungen stimmt das Geständnis der Schuh mann völlig überein. Eckert dagegen bestreitet alle diese Behauptungen und erklärt sie für freie Erfindungen. Die Schuhmann habe ihm Rache geschworen, weil er das Verlöbnis mit ihr aufgehoben. Sie allein habe den D. zu den Meineiden verleitet, D. aber habe lediglich aus Liebe zu ihr die Meineide geleistet. Eckert operiqrt auch anscheinend mit dem§ 61 St.-G.-B., denn er erzählt vor Gericht lmmdersame Geschichten, wonach ihm im Gefängnisse sowohl seine Mutler, als auch sein Feldwebel erschienen seien, lange Zwie- spräche mit ihm gehalten hätten und dann plötzlich spurlos ver- schwunden seien. Bei den Widersprüchen, in denen sich die Leiden ersten Ange- klagten zu Eckert setzen, ist eine umfangreiche Beweisaufnahme erforderlich. Die Verhandlung wird voraussichtlich erst am Montag zu Ende gehen._ Ms aller tvelt. Drei Personen verbrannt. In Dan zig verbrannten am Donnerstag bei einem Wohnnngsbrande die über 60 Jahre alle Witwe Bruchmann und zwei Enkel von ihr, Knaben im Alter von zwei und vier Jahren. Verurteilung eines„Wunderdoktors". Tie Strafkammer in Schweidnitz verurteilte mach mehrtägiger Verhandlung den früheren Fabrikarbeiter, jetzigen„Wunderdoktor" Seyfsert aus Reichen dach wegen Betrugs zu sechs Monaten Ge- fängnis und 600 M. Geldstrafe. Der Angeklagte, der einen großen Kreis von Patienten hatte, betrieb einen schwunghaften Handel mit angeblichen Heiige wässern, die aus gewöhn- lichem Leitungswasser bestanden und die er durch Bestreichen der Flaschen mit der Hand„wundertätig" machte. Auch die Kranken, die zu ihm kamen,„heilte" er durch Handauflegen, d. h. er wenig- stens wurde„gesund" dadurch, daß er für seinen Hokuspokus den Leuten das Geld abnahm. Betrügereien eines„Frcmdenlegwnärs". Wegen umfang- reicher Betrügereien verurteilte die Strafkammer in Braun- schweig den angeblichen Kaufmann und Reiseingenicur Alwin Heide zu Jahren Gefängnis und 3 Jahren Ehr- Verlust. Heide tauchte im vergangenen Sommer in Begleitung einer Frau in verschiedenen deutschen Städten aus und er- schwindelte unter allerlei Angaben über sein abenteuerliches Leben in der französischen Fremdenlegion, Jnterniernng als feindseliger Deutscher verlorenes Vermögen usw. bei deutschen Hilfsstellen größere Geldbeträge. Mehrere gut bezahlte Stellungen, die man ihm verschafft hatte, verließ er bald wieder, da es ihm gar nicht darum zu tun war, auf ehrliche Weise Geld zu verdienen. UcbcrschwemmungSgcfahr in Amsterdam. In der Nacht zum Donnerstag stand Amsterdam nahe vor der Gefahr, durch einen infolge starken Sturms drohenden Teichbruch überschwemmt zu werden. Einern militärischen Aufgebot gelang es sedoch, diese Gefahr nochmals abzuwenden.— Die Nachrichten aus dem holländischen Ue'berschwemmungZgebiet sind immer noch sehr ernste. Aus verschiedenen Gegenden werden andauernd Einstürze von Häusern und Brücken gemeldet. An einzelnen Stellen steigt das Wasser noch immer. Jugenüveranftaltungen. Neukölln. Soimlnn, den 27. Februar, iinM eine Wanderung der Slibeitcvjupcnd nach den Grunewaldseen statt. Absähet 6.15 srüh ab Babn- hoj Neukölln(Bergstraße). Fahrt bis Zehlendors-Milte. Fahrgeld 50 Ps. Baumschnlenweg. Sonntag, den 27. Februar, findet ein Besuch des Museums für Bergbau- und Hüttenwesen statt. Abfahrt Bahnhos Baum- schulenweg, vorm. KP/, Uhr. Friedriclishage». Sonntag, den 27. Februar: Tages- V artic. Tour: Rahnsdorf— Erlner— Rüdersdorf— Grllnheide— Erkner. Treffpunkt S Uhr morgens Sleinplap. Proviant und Liederbücher sind mit- zubring'». Fahrgeld 10 Ps. Gäste sind willkommen. F-reireligiöie Gemeinde. Sonntag, den 27. Februar tgtb, bor- niiltags ll Uhr, Pappel-Allee 15/17 Neukölln, Jdeal-Passage; Tegel, Bahn- hosjlr. 15, und Lberfchöneweide, Klarastr. 2: Freireligiöse Vorlesung.— Vormittags 11 Uhr. Kleine Frankfurter Straße 6: Bortrag des Herrn Ernst Rotter: Theorien der Weltentstehnng. Jirbetter-Samartterbiliid. Kolonne Groß-Berlin. Lehr- stunde haben nächste Woche, abends 9 Uhr: VI. und I. Abt. Montag, den 28. Februar, Lichtenberg, Scharrnweber, Ecke Kronprinzenstraße (Schulz). Hl. und VI. Abt. Freitag, den 3. März, Schöneberg, Vorberg- straße 11(Restaurant Hacndel). Vortrag: Dr. Moses und Bundes- oorsiherder E. Stein. Nach dem Vortrag praktiiche Verbandsübungen. Zurückgabe sämtlicher Bibliotheksbücher an die Bibliothekare. Eingegangene Druckschristen. Katarrhe und Tod. Winke nach Dr. K. Doebereiners. 20 Pf. E. Abigt, Wiesbaden. Wetteraussichten für das niittlerc Norddeutschlaud bis Tonutag mittag. Vorwiegend trübe, nebelig und an den meisten Orten geringe, nur im Süden etwas stärkere Niederschläge. Temperaturen in der Nähe des Gefrierpunktes. Briefkasten Aer Neöaktion. Dl« luristische Sprechstunde findet für Abonnenten Lindenftr. 3, IV. Hof rechts, varierre. am Montag bis Freitag von 1 bis 7 Nor, am Sonnabend von ä bis 6 Uhr statt. Jeder für den B r i c f l a st e n bestimmten Anfrage ist ein Luchstabs und eins Labt als Merkzeichen beizukügen. Lrtesltchs Antwort wird nicht erteilt. Antrage», denen lstne lüdonnementsalltltung beigefügt ist, werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. Lerträge, Echriftstückc»»b dcrgtcichen bringe mar in die Sprrchstunde mit. 3f.. Z!. T. Herzkrank: landsturmpflichtig.— M. Z. II». Nein.— 51. P. 17. 2luch� incnii der Mann gefallen ist. köniieit Sw nicht ohne weiteres ziehen. Sie hätten kündigen müssen. Fetzt tönnen sie bis zmit 3. April zum 1. Füll kündigen. Sic müssen aber inindeüens L Tage ab- warten, ov der Wirt gegen die Kündigung nicht gerichtliche Entscheidung beantragt.— M. K. III. Sie sind verpflichtet, das Werk zu nehmen. Die Firma würde mit Erfolg klagen. Sie konnten den Vertrag, zumal«ie den Bestellschein unterschrieben haben, nicht rückgängig machen.— E. L. 4. Der llmcinetjmci' ist verpflichtet. Jnvaiideiimarken für Sie zn kleben.— M. B. Die Preiie für die Zlrbeil sind uns im einzelnen nicht bekannt. Fragen Sie beim Sehneiderverband, Sebastianstraße 37/33, an.—• R. 8. 36. Ein solches Testament ist gesetzlich zulässig.—(£. 9. Nein. A.3andorf&6 Bellß-flllinncß-Strasse Gr. Frairäfurtßr Mm Brunnßn-Sirassß Koitiioser Mm Wilnißrsdorfer Mm Wurstwaren ZwieSseSwurst................ rt°°s 1,40 LandSeherwursl(t'ommeracJ1pItrna 1,70 Jagdwurst.................... ��2,1© Sülzwurst..................... Pfund 1,50 Zervelatwurst.............. Pfnnd2.80 Grüne Usep» 35,40 Frissiie Sciloilen Felttierlnse Pfund .Stück Apfelsinsnontz.75, 85 p' Blutapfelsinen Dutz. 88, VZpt. Mandarinen...... Pfund 48 pt Obst* CSirnEsa Räucherwaren Sprotten..................... j;,plcnd 43p'- Sprcltbückünge..........-/.pinnd 40 p-. Bücklinge................. 2stttek ZS?/. Mskrelen-Bückünge....... stack 40 pt Lachsheringe................. stack 3B?t. Grosse Kochäpfel p-d.ZZ pt. Grosse Essäpfel Pfand 3® pt. Kochbirnen...... Pfund ZZPk. Kranzfeigen..... Pfund GZpt. Wirsingkohl(hoUÄ Itzpr Schwarzwurzeln pfnnd 1 ZPk. Ghicsree.......... Pfund ZZpt. Rhabarber........ Bund IZp«. Maronen......... pmad ZIpi. Deutsches Theater. Direktion: Max Reinhardt. 8 Uhr: Der Biberpelz. Sonntag: Der Biberpelz. Konntag: nachm. 21/s Uhr(kl. Pr.): i.iinna von Barnhelm. Kamin erspiele. 8 Uhr; Der Wetbstcnfel. Sonntag: Der Yl'elbsteufel. Sonntag nachm. 21L Uhr(kl. Pr.): ■Wetterleuchten. Volksbühne. Theater a.Bölowpl. 8'/« Uhr: KUnig Ocdipus. Dir. Meinhard-Bernauer. Theater i.d.Königgrätzerstraße 8 Uhr: Kameraden. SComödlenhaus 8'/, U: Die riitsclhaftc Frau Beriisner» Theal- 8 Uhr: Wenn zwei Hochzeit machen. felt- dicht 400 Blatt Lessing-Theater. Direktion: Victor Barnowsky. 8 Uhr: Die gutgeschnittene Ecke. Sonntag: Die gutgeschnittene Ecke. Mont.: Kaiser und Dallläcr. Deutsches Künstler-Theater. 8 U; Die Kellte Exzellenz. Nachm. 31/« Uhr: K�niont. weisse gezackt i 00 Stück Gekreppt, 4 grosse Rollen URANIA Taubcnstr. 48/49. 4 Uhr(halbe Preise); Kurland n. die DUnafront. 8 Uhr: Aegypten, der Suezkanal und der Weitkrieg. Theater für Sonnabend, d. 26. Februar Deutsches Opernhaus Charlottbg. 8 Uhr: �311116�. Friedrich-Wilhelmstädt. Theater. 8 uhr: Das Dreimäderlhaus. Gebr. HerfWl CSd-Thealor 8 uhr: Sakrales und Perlrautler. Kleines Theater. 8 u�: Münchhausen. Komische Oper. 8 Uhr: Jnng nuiU man sein. Jjnstspielhans. 8'/. uhm Her Gatte des Fräuleins. Sonntag w/z Uhr: Schnldlg. Metropo!-Theater 8 uhr: Die Kaiserin iSsia). Sonntag 3 Uhr.: Martha, Kesidcnz-Thcatcr 8'/, Uhr: LOg0 NO. 7 Beeden Montis Operetten-Theater 8 uhr: Der Sterngucker. Schiller-Theater O. I.Y.hMaie; Das i.üliipknges!nliki. Schlller-Th.Charlottenbg. s uhr: Mein erlaucht. Ahnheer. Thalia-Theater. s uhr: Drei Paar Schuhe. Theater am Gollendorf pl. 3>/, Uhr: Pldelio. s'/f u.: Immer feste druff! Theater des Westens 8 uhr: Das Fräulein vom Amt. mit Guido Thielscher. 3«/. Uhr; Wilhelm Teil. Trlanon-Theater. S'/.U.: Verheiratete Junsgesellen. Anf. 8 Uhr. Sonnt. 3'/, u. 8 Uhr. Das pr. Fobriiar-Propinni! M. Wulds flieg. Hunde Joseph Plaut! Morgensterns Landsturm usw. 12 zugkräftige Nummern IL Reichshalien-Theater. Stettiner Sänger. 3. Schlust z. 1S1.M.! „Die von der Emden." Anfang 8 Uhr. Für Mtitärper- ionen freier Eintritt zu den Sielt. Sängern. öerimer Konzerthaus. Mauerstr. 82. Zimmerstr. 90/91. Tägiich: Großes Konzert. Berliner Konzerthaus-Orchester i�an�v.lSion! Anfang S Ihr. Eintritt SO Pf. Anfang 8 Ihr. An allon Wochentagen Xachmittagw-Konzcrt bei vollem Orchester und freiem Eintritt Honte und morgen: A'/s und 8 Uhr: nachm. 1 Kind frei(auß. Galerie). Weitere Kinder halbe Preise. Geher'/« Ülioü Besuclier drängten sich bisher z» und noch immer ist der Andrang sehr gewaltig. In beiden Tlorstelliingen: A urkomische Bären. 2 lebende Windmähien. Atemberaubends Matrosenspiele. Todessprung m. d. Zweirad. Die schöne Komödiantin Oporette in 1 Akt v. Eugen Burg u. Louis Taufstein. Musik von Eco Ascher. Mitwirkende: Else Berna— Lotte Werkmeister v. Thalia-Theat. a. G. Gustav Matzner— Heinrich Peer Julius Spielmann. Außerdom; Clctiide von Derp Tänze sowie der reichhaltige Februar- Spielplan. Luisen-Theater. Seiinabend 1 Uhr: Prinz A'tandclkcriiS Brantfahrt. Täglid) 8,15— Sonntags L Uhr: Llisrlolte Wnger 1l°uhr°?SeÄe!stuöenten. K«se-Theater. 4 Uhr: iOOl Nacht. s uhr: Der itochtnurist. Waihaüa-Theater. 8 Uhr: Os�igri. Morgen 3 Uhr: Die Forster-Christl. f Udmiralspalast Sis-Hrena Droße» Sis-BaU@tt. 'Is9 Uhr. S, 3, 4 31 Vorzügliche Küche! Heute Nsclimittags-Konzert in der Eis-Arena. 1.50 3 Volgt-Tlieater. Badstr. 58. Badstr. 58. Sonnabend, den 26. Februar: Das bemooste Haupt. Schausp. in 4 Akten von ZI od. Bencdix. Sonntag 3 Uhr nachm.: Wie deutsche Helden sterben. Ab Montag: Ein Teufelsweib. Kajjencröffnung 7 Uhr. Ans. 8 Uhr. IHiaheii- und Jünglings- Anzüge. Paletots. P.vjsaks, Koiifirmattions- Anzüge. Einzelverkauf zu Fabrikpreisen. Königstr.§5, 1. Etage, gegenüber Rathaus. Sonntag gcschl. Spezialarzt Dr. med. WocUenfaß, Friedrichsir. 125(Oranienb. Tor), ; für Syphilis. Harn- u. Frauenleiden— j Ehrlicli-Hata-Kur(Dauer 12 Tage), | Blutuntersuchung. Schnelle, sichere schmerzlose Heilung ohne Berufsstörung. Teilzahlung. Sprechstunden: 10—2 und 4— S J Casino- Theater Lothringer Str. 37. Tägl. 8 Uhr: Heute letzter Sonnabend dcS Posscn-Schlagers Was machste mt? Freitag, den 3. Marz z. 1. Male ein neues Berliner Voiksstück. Sonnlag 4 llhv: Ihr Göttlich. Possen-Theater Linienstraße, a. d. Friedrichstr. 8'/« i 8'/, Kobis Abenteuer Der große Augenblick mit Leonhard Haskol und Siegfried Beriseh Awgeböft »SfcllPl Burschen- und »® S@nder-e<* «. o e » © & ö ® Burschen- und* ® KonfiriRanden-Änzfige© ® zu ganz besonders l'i'lic:. Prcisco � (A bei erleichterten 0 @ Zah2«aagahr(3far;ungea. � % �aßanfertigung o ® in tadeüosor Ausführung. O Glesses Lauer in O 0 deutsche« SaoTfon � & OD Schneider melster 0 Gr. Fmnkiurtßr Sir. 33® 2 Julius Fabian & und TurinstrJB ä«€ ®®®C9©CSB®® rai fei Zahlstelle Berlin. Montag, den 28. Rchruav 1916, abends 8 Ilhr, im Saal 1 deS Gewerkschaftshauses, Engelnfer lö: General-Versammlung. Tagesordnung: 1. KcschäjtS- und Kassenbericht vom Jahre 1915. 23/3 2. Wahlen und Bestätigung der Funktionäre. 3. Verbandsangelegenheiicn, Anträge. 4. Verschiedenes. Die Versammlung wird pünktlich'iß Uhr eröffnet. Zahlreichen Besuch erwarwi Tie Ortsverwaltnng. Möbel-Angebot. Solide Möbelflrma liesert Spezial-Eln- and Zsvelzinimor- Einrictatungcn sowie Einzclmbbcl gegen mätzige Zinsvergütung bA kleiner Anzahlung und geringen monatlichen Raten- zahlungen. Offerte» V. Ä au dw Expedition des„Vorwärts". Keine Kassierer. DriiStc Kulanz. so AllgeFr,elR.,Vsrscb.», (st. Schcllcnberger, Csff u. Coidli.Ü ( Neukölln. Bcrgatrifie 2ö?d. U 'fäcSarTiBlKi� Oschersl ücrdslsrn lab. t dlialtn im Süd •JatkU-i ■Erscheint wöchentlich einmal Bezugsquellen- Verzeichnis :: Berlin-Süden:: Inh. Gast. Müller Filial»! im SS jf n, 0 Märchen AltindieiiS. Erzählt von?>. Vl'ngmamv Kart. L M.— Qrplidbüchcr. Bd. IS: Landsturm. Lieder von der Fioiit. — Bd. t6:»«efniigcnlager. Zeichnungen von W. Wagner.— Bd. 17: Das CrsJltb A 1t t". Bon!c>. Botin.— Bö. 18: Im Tunkel der wrostiladt. Zcichiiunqcn von F. Woifj.— Bd. 19: Tas Tcufelselixier. Legendensiiicl von IS. Püchau.— Bd. 90: Spaniiche Miniaturen. Bon P. Baroja. Uebcrseht von A. Büchner.— Bd. 21: Lucinde. Bon iy. Schlegel.— Bd. 22; Ninvn de Lenclos. Bon G. E.Holstein. Einzel- band Taschenformat 1 M.— 21. Juncker. Berlin W 15. Wie wir unser Eisern Kreuz erwarben. Selbsterlebnisse, bear- bdlel von Frbri v. Tincklagc Eainpc. Licscr. 1. Erscheint in 20 Heilen zu je 50 Pi.— Bong u. Ev.. Betliu.57. Ter Kruppsche Kieinwohnungsbau. Herausgegeben von der Gesellichaii für Hcimlultur. Text von Dr.-Jng. H. Hcckcr. 10 Licferg. zu je 1 M. Hcimküllur-Berlagsgcsellschait, Wiesbaden. Weltkrieg-Geschichte». Herausgegeben von W. v. Molo. Geb. 1,80 M. Dculjchc Dichter-Gedächtnisstiftung in Hamburg-Grotzborsicl. Humor und Becher, zivei Sorgenbrecher. Satiercn von?t. C. Weber. Brosch. 60 Pf. H. F. S. Bachniair Bcrlag, Berlin>7� 62. ZI lt. Flandern nnd Brabant Artois Hennega» Lüttich Namnr. Pholographischc Ziusnahmen. Herausgegeben von Proscjsor Dr.!ii. Graul. Kart. 1,90 M., geb. 0 M. Roland. Bcrlag, Dachau- München, Vei'isnyen Sie bei ihren Einkäufen Spar- Marken! Wirtschaft 1 Putzkasten............ 1 Wichskasten.......... 1 Eierschrank........... 1 Eierschrank mit Einlage... 1 Besteckkasten Hartholz... 1 KleiÖerleiste mit 4 Haken.. 1 Hanötuchhalter........ 1 Küchenkonsole........ 1 Löffelbrett mit Einlage.... 1 Eckbreft.............. 1 Konsole mit Einlage...... 1 Gewürzschrank........ 1 Klosettpapier-Halter---- 3 Rollen Klosettpapier.•. 1 bezog. Aermelplättbrett 1 Wäschetrockner........ 1 großes Fleischbrett..... 1 Fleisdibrettu.l Rührkeule 1 Fleischbrett und 1 Fleischhammer.............• 3 Schinkenteller......... 2 Patent-Hosenstrecker... 1 Patent- Kleiderbügel und 1 Hosenstrecker....... 6 polierte Kleiderbügel.•. 12 Kleiderbügel......... 1 Kopfbürste........... 1 Kleiderbürste.......... 1 Blankbürste und 1 Auftragbürste............ 1 Borstenhanöfeger...... 1 Petroleumkanne........ 1 Vorratstonne bunt....... 1 Briefkasten............ 1 Besteckkorb aus Draht.... 1 Pfeffermühle.......... 6 Pack Blitzblank........ 1 Solinger Essbesteck"alfM''.' 1 Semmelkasten bunt..... 1 Zwiebelkasten bunt...... 1 Brotkorb Korbgefl. m. Einlage 1 Marktnetz und 2 Pack Kohlenanzünder....... Wilhelm Stein 45 Pi- 45 Pf. 45 Pi- 45 Pi- 45 Pf- 45 Pf- 45 Pf- 45 Pi- 45 Pf- 45 Pf- 45 Pf- 45 Pi- 45 Pf- 45 Pf 45 Pi- 45 Pf- 45 Pf. 45 Pf- 45 Pf. 45 Pf 45 Pf- 45 Pf 45 Pf- 45 Pf- 45 Pf. 45 Pf. 45 Pf- 45 Pf- 45 Pf- 45 Pf. 45 Pf. 45 Pf. 45 Pf. 45 Pf. 45 Pf. 45 Pf- 45 Pi. 45 Pf. 45 Pf. Wirtschaft 1 Kohlenlöffel u.l Feuerhak. 45 pö 1 vernick. Körbchen m. Einlage 45 Pf- 6 Gläserleller mit Einlage... 45 f'1- 1 Rasiergarniturmitspleseiu. Pin«i 45 Pi 1 Rasierapparat mit Klinge.. 45 Pf- 6 Rasierklingen......... 45 Pf- Porzellan 2 Paar Tassen dünn, mit Kante 2 Paar Tassen dünn, mitGoldband 2 Speiseteller mit Qoidband.. 3 Mittelteller mit Goldband... 2 Mittelteller mit Kante..... 2 Paar Tassen dazu passend.. 1 großer Salatnapf mit Gold. 6 kleine Salatnäpfe mit Qoid. 1 Fruchtschale mit Fruchtdekor. 6 kleine Fruchtteller 1 Brotkorb durchbrochen oval. 1 Brotkorb durchbrochen, rund 1 gr. Kompottschüssel uö�en 6 kl Kompottschüsseln 1 grosser Kuchenteller... 1 Butterdose mit Qoid..... 1 Teekanne mit Qoid...... 1 Eiersatz mit Gold........ 3 Mittelteller mit bunter Kante 1 Frühstücksatz......... Steingut 2 Vorraistonnen weißodcr bunt 1 /Vlcsts in,t�oIzriiclicn' we!ß otIer 6 Kaffeebecher.......... 1 Vorratstonne Dein....... 1 Essig- od. Gelflasche Dem 3 Gewürztonnen Dem..... 8 Speiseteller........... 1 Wasserkanne.......... 3 Speiseteller mit Goldrand.. 3 Mittelteller mit Goldrand... 1 Satz Näpfe 5 Stück...... 2 große Näpfe........... 45 Pf- 45 Pi- 45 Pf- 45 Pf. 45 Pf- 45 Pf. 45 Pf 45 Pi- 45 Pf. 45 Pf- 45 Pf 45 Pf. 45 Pf- 45 Pf. 45 Pf. 45 Pf. 45 Pf. 45 Pf. 45 Pf- 45 Pf. 45 Pf- 45 Pf- 45 Pf- 45 Pf. 45 Pf- 45 Pf- 45 Pf. 45 Pf- 45 Pf- 45 Pf- 45 Pf. 45 Pf. Emaille 1 Milchkanne........... 45 m 2 flache Kasserollen...... 45 Pf 1 Klosettbürstenhalter.... 45 Pf 1 flache Schüssel........ 45 P> 1 tiefe Küchenschüssel... 45 Pf 6 Emailleteller.......... 45 Pf 1 Konsole mit Mass...... 45 p 1 Wasserkanne......... 45 p 1 Topflappenbehälter---- 45 p 1 Zwiebelbehälter....... 45 p 1 Bratpfanne............ 45 p Ein Waggon Emaille- Geschirre mit kleinen Fehlern zum££ Aussuchen...... Piund ww Pf. Parfümerie, Seife 3 Stck. Blumenseife...... 45 Pf. 1 Stck. weisse Fiieberseife 45 Pf- 1 Stck. Glyzerinseife..... 45 Pf 2 Pakete Seifenpulver... 45 Pf- 6 Pakete Blitzblank...... 45 m- 2 Scheuertücher......... 45 Pf- 2 Wischtücher........... 45 Pf. 1 Paket Streichhölzer und 1 Flasche Putzwasser.. 45 P 1 Fl. echtes Köln Wasser 45 p 1 Fl. aromat. Mundwasser 45 p 1 Flasche Franzbranntwein 45 p 1 Flasche Bayrum....... 45 p 1 Flasche Kiefernadelduft 45 p 1 Toilettenspiegel....... 45 p 1 Tube Zahnpasta....... 45 p Holzgalanterie Spiegel i. yeiichledcocD A isrühransen 45 Pf. Kleiberriegel............ 45 Pf Konsole................ 45 Pf- Haussegen............ 45 Pf. Lebensmittel GemischteMarmelabe Sorte III........ Eimer Apfel- Marmelade Sorte III........ Eimer Pflaumen-Marmelade Sorte I......... Eimer ItäcEter- und Kondftorelsn 1 iäcM üopdsieriiS K... J?1'-_Gwst. Möller h �Filialen im Sfiden. Osten ü.Uingebannr n Stralauer Allee 23L uilüch.Frühstück fr.lls.C OezugsQuellen- VerzeicHois Berlin-Osten Ersdieint tfödientlinh einmal.:: Untenstelieiiiie Geschäfte empfehlen sich bei Einkäiifeii pt Butter, Eier, Käse gP.H, Ackermann, 8 Filialen.g Mehlhandiung Königsborge Straße 26 27 iJoli.Pietstli-ö,ü?!bor>?er Fleisch'ü. Wurstwar.s cidenfeld 7. urst-Spezialgesch.j . Täclilwtide"fel<17: ajyl. liötiHin3.:L'�tenberg | Kolonialwaren Ericli Barlscli, Berlin Hfl. LandsbergerAllee 49,Eberty-J [str. 2, Landsberger 3�.1 Molkereien Lichten Pr�kaneratr. A.M K Piictograph. Ateliers KHaynn, I'i-ankl'urt�nnf�fjt Mgeg. Rluzbnh. Frankt. Allee.B Uhren unJlöRiujarBn Otto Friede Uhren und Goldwaren Gollnowstraße 24. iAün.Letzner��S'i�i [Warenhäuser[ Hamburger IVarenhmsMsi Flemmingl lAll-Slraiau II.Varw.-Us. erb- ä° Chaussee- Strasse 7C«71 Galanlerie-Nippes Postkarten-Rahmen...... 45 Pf- Kabinett-Rahmen........ 45 pi. Glas- Vasen............ 45 Pf- Porzellan-Vasen......... 45 Pf- Bijoyferie Wachsperlen-Kollier. stü:k Kollier imitierter. Bernstein Stück KnlllPr Koralle mit Annbaud, iWJllld zusammen............. l?ut versilbert mit Simili-.Vn- r\oiiier i.iiUScr........... stu u /4� öy-» imitierter Bernstein oder orübcneii Limiu......... stuck Patriotische Broschen stnck Boleronabeln � Ringe Platin, m. Simiüsteinen Stck. Moderne Kämme--.- stück Haarpfeile besetzt.... stück 45 Pf- 45 Pf. 45 Pf. 45 Pf 45 Pf. 45 Pf- 45 Pf- 45 Pf. 45 Pf- 45 Pf- Schreibwaren Postkarten-Alben....... 45 Pf Poesie-Alben........... 45>'>. 2 Rollen Klosettpapier.... 45 Pf. Kriegs- Erinnerungsmapp. 45 Pf- Lederwaresi Collegmappen........... 4Z ni. Kindertaschen........... 45 Pf- Brieftaschen............ 45 pi. Kinber-Frühstücksfasdien- 45 Pf. Konfitöreri V2 Ptb '/- Pfd. Vz Pfd. 3/4 Ptb 3/ 4 Pfd. 3li Pfd. v« Pfd. z Ptd. Konfekt- Mischung 45 Pf. Pfefferm.- Fondants 45 Pf Messina-Drops.-.- 45 Pf. Honigbonbons.... 45 Pf. Malzbonbons..... 45 Pf. Brust-Karamellen 45 Pf. Praline.......... 45 Pf- Bonbonmischung. 45 Pf ReBiaine ist ein mserai im.lezisimei eiMjepzeiciis" Bsi gemeinsamem Bezug Preisermässigung Berlin, LOtzowstr. 94. Verlangen Sie Preisliste� li�isnschßlhliissn 5 Adler-Apotheke■ Den Gengagen Im Felde ist esBedürfnis, über das politische und organisatorische Leben in der Heimat stets unterrichtet zu sein. Darum sendet ihnen regelmäßig die Neuerscheinungen der parteigenössischen Literatur des Krieges. Sie sind zu beziehen durch die Zeitungsausträger oder direkt durch die BUCHHANDLUNG VORWÄRTS BERLIN SW. SS, LindenstrsBe 3 rma g Arbeiter- g m Scsundheits-Bibliochek g 0 Erster Band rbeiterfamilie! Arbeitep-Gesundheits-Bibliothek Das Buch ist auf gutem Papier gedruckt, enthält ein zerlegbares Modell, viele Illustrationen und präsentiert sich in einem schmucken Einband. Behandelt werden folgende Gebiete: Die erste Hilfe bei Unglücksfällen. Von Dr. Christeller.— Das erste Lebensjahr. Von Dr. Silberstein.— Gesundheitspflege des Nervensystems. Von Dr. Hirschlaff.— Der Achtstundentag. Von Dr. Zadek.— Alkoholfrage und Arbeiterklasse. Von Dr. Fröhlich.— Das Schulkind. Von Dr. Silberstein.— Geschlechtsverkehr und Geschlechts-Krankheiten. Von Dr. Gebert.— Wahrung und Ernährung. Von Dr. Chajes.— Wio sollen wir uns kleiden? Von Dr. P. Bernstein.— Der Arbeiterschutz. Von Dr. WI. Epstein.— Vom medizinischen Aberglauben. Von Dr. E. Thesing. — Das Wasserheilverfahren in dar Gesundheitspflege des Arbeiters. Von Dr. S. Munter.— Verhütung und Heilung des Stotterns. Von L. Jordan.— Geschlechtliche Erziehung in der Arbeiterfamilie. Von Or. J. Markuse.— Zähne und Zahnpflege. Von Gertrud Rewaid. — Bau und Lebenstätigkeit des menschlichen Körpers. Von Dr. Christelier.- Oer Geschlechtstrieb. Von Eduard Bernstein.— Die Krankenpflege im Hause. Von Johann Ranker-Mannheim. — Die Proletarierkrankheil. Von Dr. J.Zadek. Buchhandlung Vorwärts Ssirife & & M, ?D & & w c Ii fö ü ä O ® Q 2 k» ü G o o c S1 o '5 N c. Q n o Q G Jl o S '■>•-•• Zu allerbilligsten Tagespreisen empfehle in allen meinen Verkaufsstellen Butter, Bier, Käse IHamteladen md andere Nahrungsmittel ia besten Qualitäten. J. F. Assmann Butter-Großhandluvig� 35 Verkaufsstellen in Groß-Berlin. (KGGGGGGSSGGGG Zu die Wohnung jedes Arbeiters, jeder -K Arbeiterin gehört der 9 9 H.Pfau, Baiiilapli ®c!,in Bireksenstraße 20 zwischen Babnboj Zllcrandcrviax und Pytizeipräsidiuiii.— Amt Kst. 3-208. Für Oamen Frauen-Bedienung.• Lieierant jüc alle Kranfenkaisen GGSGGGGGG'GGGG einer IjO.ibbimle? Sämtliche Systeme am Lager rcsp. nach Maßanfertigung sowie Bruchbandagen � Artikel z. Gesundh.- u. Krankenpflege Poümann, Bandagist Berlin N., Lothringer Str. 60. Lieferant füi Krankenkassen. Mvz llvi» mi Eine Reisebeschreibung von Ludwig Lessen— Mit Zeich- nungenv.IlscSchütze-Schur Gebunden Mk. 1,50 bvlhWvißllng ygMörls Berlin, Lindenstrahe Z, Laden. -!Bdikfr4kc/ft tr c3aUo(tfxPr � bOOOCXDOO Um in dieser schweren Zeit allen unseren q werten Kunden eins besondere Gelegenheit Q zu geben, ihren Bedarf an Q nr billigst zu beschaffen, raten wir Ihnen gut, wenn Sie dieses Angebot besonders beachten. HerreiistieM AR in modern. Formen Gelegenheitskäufe..J Osoienstiefe! Iftas Spangen-Solniiiä M elegante Ausführg.�-iJ m. höh. u. flach. Absatz Einsep.-Sti8fel||a5 Oara.-HausscIiylieVG Prima Qualität... ijj] enorm billig..... Q 0 0 0 Kinder- Stiefe! grösste Ausv/ahl In Leder und Formen WinterSchuhs- In allen Qualitäten enorm billig! Gr. Frankfurter Strasse 141 Ecke Fruchfstr. Fernruf Alsxander-"3S1. Aeitungs-Ausgabestellen und Inseraten-Annahme. Centriim: Albert v ft S n i( 4, üftferftr. 174, am Koppcnplatz. Geöffnet von 1 1— i'l, und von 41/.— 7 llfir. 2. Wahlkreis: S. und SW.: Gustav Schmidt, Bärwald str. 42, cn der(jitciicnmn'trnbc. Geöffnet von 11— l'l, und von l'/s— 7 Uhr. 3. Wahlkreis: St. Fritz. Prnizenl'lr. 31, Hof rechts part. Eeöffncl von 11— i'l, und von 4'/,— 7 Uhr. 4. w alilkrcis: E Ii e n; Noberl W e n g e ls. Markusstr. 36. Geöffnet von 11— l1 5 und von 4'/.— 7 lUir.— Karl Welle,-velersburgerxiatz 4. tLadent. Geöffnet von 11— 1'/, und von 41/,— 7 Nhr. 4. Wahlkreis. Südosten: Paul Böhm, Laufltzerptatz 14/13. Geöffnet von 11- l'l, und von 4'/,— 7 Ubr. 6. W ahlkreis: Leo Zucht, yinrnanueikirchstr. 12(Hof). Geöffnet von 11—1-/. und von 4�.-7 Ubr. 0. Wahlkreis iltleahitf: Solomon I o I e p kr WilhclmZhavcnci Stiaffc 48. Geöffnet von 11— l1/, und von 41/,— 7 Udv. W ed«ii»is:?. H ö n i j ch, Müllcrstr. illa Ecke Utrechter Str., Laden Geöffnet von 11-1'/. und von 4'/z— 7 Uhr. I!«! er.tlaler mit Oranienburger 1<»rs«»,I«: A. Wolgast Waltstraffe ä. Geöffnet von 11—1'/,"nd von 4',,— 7 Uhr. Gesundbrunnen: Filcher, Bastian str. 6, Laden. Geöffnet von 11— l1/, und von i'l,— 7 Uhr.. Selibniianser Vorstadt: Kar! Mars, Grei,enhagcner Str. 22. Geöffnet von 11—1'/, und von i'j,— 7 Uhr. Adtershul: Karl Eck warzioj-. Bismarck, tr. LS. Geöffnet von 7 Ubr morgens bis 8 Ubr abends. A! t-«. I i e» iek e. t'alke n her«- Wilhelm D ü r r e. Kopenicker>!otr. 6. Itaniiiseaalean ex: H. Hornig, Maricnibalcr Str. 13, 1.� ts ei ii»». Ilüiiteeiilal, JCeperniek. Schiinow, Schön brück und Itiich: Heinrich B r o| e, Mühlen str. ö. Laden. «ohnsdoit: Paul Genjch, Bohnsdorj. Genoffenichajlshaus. .Paradies'. � Oharloltenbnrp:: Cuffnv Scharnberg, SejenHeimer Str. 1. Ge- öffnet von 11—1'/, und von 4'/,— 7 Uhr. Fllchtvalde, Schmöckwitz: O s I a r M a b I c, Lisrnarckstr. 4. lirkiier. � eii-XItt-»»: G u b c l a, Waldstr. 11. redcrstlork-I'etcrshazrv», Hxi-ersdorf: Ussenwasser, PelersHagen. Friedenau. Steglitz, Siidende, OrcJl- I.ichterfelde, {.ankwitz: H. Bernfee, Alsenstr. 6 m Sieglitz. Geöffnet von 11— i'l, und von i'/,— 7 Uhr. f D iedrichshagen. Lichtenau. Ifahnsdnrf, SchÖneiche, kil.-Schönebeck: Ernst Wcrlmann, Friedrichshagen, Köve° »Icker Slrajzc 13. tZrünan: Franz Klein, Friedrichstr. 10, Joliaa»isthai. Itndotv: ststax G o n i ch u r. Parlstr. LZ Karishorst: Hermann SiUiitq, Dönhoffstr. 28. Ii önigs-W usterhausen, Wildau, Xicderlehme: Friedrich B a u m a Ii n, Luckeiuvalder Slrage ö. Köpenick: Emil fiSijjler. Kietzerstr. 5, Laden. Geöffnet von u.oigens 7 Uhr bis abends 8 Ubr. I.i. jitenborg I. Frledrlciisfcide. Hohenschönhausou Cito Seite!, Warieubergsirage 1(Laden). Geöffnet von 11— 1'/, und nun 4'/,— 7 Ubr. Uchteiiberg II, Uuniuielsburg, Stralau: A. R o i c n» Ii onj,.'lil-Boxhogen öti. Geöffnet von 11— Ist, und von 4'/,— 7 Um. 11 alilsdort, Kaiiisdorf. Kiesdori: P. H e g b e r g, Kauls- bort, Ferdinandstraße 17. ZZ arte aoor t, 1:» rienfelde: Äugust L e I p, Sbau'jeeUr. 29. Keucnhasea, lioppegarteu: Woiszcloiosli, Schmidt» jiraj>c 20. ötzeukölln: M. Heinrich, Necknrftr. 2, im Laden. Geöffnet von 9—2 und von 4— 7 llhr i Ncutöstn, Britz: 1! o h r,«iegsriedslrage 28/29. Geöffucl von 11—1'/, und von i'l,— 7 Uhr. Siieder-Schöueweide: Wilhelm Unruh, Brückenftr. 10, IL A ow awe»: Karl Krohnberg, Friedrichlirchplatz 27. Dber-Schoneweidc: Zllired Ander, Wilbelininenhosstr. 17, Lad j Geöffnet von 7 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. Pankow. Vicderschönhausen, Xordend, Frz.-Bncl i holz, Itlankcnburg:;)liijmanii, Mühlenstr. 30. Geöffi | von 11—1'/, und von i'l,— 7 Uhr. Heliiickendorf- Ost, Wilhclnisruh und SchönhoL P.® u r s ch, Brovinzitr. 36. Laden. Geöffnet v. 11—1'/, u. i'l,— 7 U! Schenkendorf b Königs-Wnsterhausen: Ehr. H a n t s ch t e, Dorsstr. 1 Schöneberg: Wilhelm B äuinl er, Martin Lntherstr. 69, im Lad Geöffnet von 11—1'/, und von i'l,— 7 Uhr. Spandan, VoRiieiidaniiu. Staaken. Seegefeld u l alkenhagcu: Schumacher, Breilestr. 64. Geöffnet von 8 U morgens bis 8 Uhr abends. feget. ilorsigvrulde, Wittenau, Waidmannslus llermsdorf, Hohen- Veneiulorf, itirkenwerde: Freie Scholle u. Keinickendopf- West: llaul Miena l � Boriigiualde, dlänich trage 10. Geöffnet von 11—1'/, u. von i'L— 7 Uh Teltow: Lcn ichner, Haoelstr. 2. Tempeihot: �oj. Strohn. Bornsiiaftr. 62. Treptow: Roo. Grame uz. itiesgoizitrage 412, Laden. Geöffnet vi 7 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. Weiliensee, lleinersdorf: Gust. N o g I o p j, Berliner Allee 1 lliuersdort, Halensee, Schiuargeudorf: Paui Schuber i Wilhelmsaue 27._ Reuthen,, Kiersdorf: SilH. Schulz, Zeuthen, Ziethenstr. 16. Bossen: 3! ö n Ii e b e ck, Stubenrauch str. 27. öämtliche Parteiliteratur sowie alle wiffenichastlichen Werte werden gelie! sonntags find die Ausgabestellen geschloffen. st■■■.' i'-":■ v: