Keüaktion: SW. HS, Ltnüenstraße Z. fferusprectier: Ami Moritzvlatz. Rr. IM 90—151 97. Dienstag, de« 7. März 1916. Cxpeüitton: SA). HS» Llnüeastraße 2. Zyeruivrecher: Amt Moritzvla«. Nr. 15190—15197. Ur. 66.-33. Jahrg. 5 Pfennig) Die ItjlerHons.Gcl}ü!)r Prftäjt für die jetlc oder deren Saum 60 SgfS-, M Vnlirische und gewer!ickaftll>6e Vereins' und Berfammlungs-Anje�en 20 P?z „meine Hnzcigcn", das settgedruS!-! Wort L0 Dfg.(zulässig 2 fetlgcitudlc Worte), icocS weitere Wort 10 Psg. ktellenaesucke und Echloistellenar- zeigen das crsie Wort 10 Pfg. jedes weitere Wort S Pfg. Worte Wer IS Juck» siaben zäblen für zwei Warle. Inserate für die nächste Nummer unästcn bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition »dgcgcden werden Die Ezvcditio» ist ViS 7 Uhr abends geojstuch Berliner Volksblnlt. der rozialdemohratifcher» Partei Deutfchlands. Xelegramm-Ad reffe: �»ziaidtnrtraf Etriia'. UdonnementZ-Keiilngunzen: UoonneuientS- Preis pränumerando: Nierleljährd 6�0 Mb. nionatl. IstO Mk. rwchentiich 25 Pfg. frei ins HauZ. Einzelne Siummer S Pfg. Sonntags» nminner mit iUustrierter sonntags» Nrilage.Tie Neue Weit' 10 Pfg. Post- Ebonnement: 1,10 Marl pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitung s< Preisliste. Unter Kreuzband für Teutschland und Oesterreich. Ungarn I.SO Marl, für das übrige Ausland 4 Marl pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemarl, Holland. Italien, Luxemburg, Porwgal. Rumänien, Schweden und die Schweiz. vlchtibt lZgüch. �entralorgan Deutsche Lustschiffe über Hütt. Droht nach öem Zrieöensfthluß ein tzanöelskrieg! Je länger der Krieg dauert, um so verheerender sind feine nicht allein wirtschaftlichen, sondern, wie es scheint, auch psychischen Folgen. Diese Tatsache läßt sich leicht feststellen, wenn man die Stimmung der Völker beobachtet. Zwar hört man jetzt weniger von expansiven Ausbrüchen der Feindselig- leiten, wohl aber haben sich die Verbissenheit und die Ab- neigung gegen einander tiefer eingewurzelt. Man befürchtet angesichts dieser Stimmung eine Rückwirkung auf die zu- künft'ge kulturelle Zusammenarbeit der Völker und vor allem auf ie der sozialistischen Parteien. Auch eine Verschärfung der wirtschaftlichen Gegensätze wird vielfach erwartet. Die Wirtschaft paßt sich während des Krieges den veränderten Ver- Hältnissen an und beginnt sich so einzurichten, als ob sie gar nicht anders kann. So schwärmt ein großer Teil der deutschen Industrie heute schon für einen gesicherten mitteleuropäischen Markt, als ob sie niemals den weiten Weltmarkt gekannt hätte. Achnlich ist es zu erklären, wenn in den Ententeländern heute die Fragen eines engeren wirtschaftlichen Zusammenschlusses eifrig beraten werden: auch hier scheint man die zufällige. zeitweilige Situation verewigen zu wollen. Man spricht davon, daß England einen Handelskrieg führt, daß sein„Kriegsziel* die Vernichtung des deutschen Handels sei. Die 16 Gewerkschaftsführer, die das bekannte „getperkschaftliche firiegsbuch" herausgegeben haben, gehen alle mrtsUÄs yappn.gixs,. daß England einen Handelskrieg(im Zeitälter des.Imperialismus führe und suchen auf Grund dessen die Arbeiter' für den Imperialismus zu gewinnen. In Wirklichkeit herhalten sich gerade die matzgebenden Kreise Englands allen solchen Plänen gegenüber durchaus ablehnend. So erklärte der Handclsminister R u n c i m a n am 11. Januar im Unterhause, daß ein Zollverein mit den Alliierten noch un- durchführbarer sei als ein Reichszollverein. Private Vorschläge, um den deutschen Handel zu„ver- Nichten", werden allerdings von allen Seiten gemacht; der „ E c d n o m i st* teilt mit, daß ihm jeden Tag die Post Berge von solchen„Plänen" bringt. Indes, sie sind nichts weniger alS ernst, zu nehmen: der Wunsch ist hier sehr oft der Vater des Gedankens; die bedrängten Unternehmer möchten natür- lich sehr gern die deutschen Konkurrenten los werden. Die Frage ist nur, wie, und darauf kommt es an. Die von der Untersuchungskommission des englischen HandePministeriums veröffentlichten Maßnahmen zur Er- Haltung der neuen, während des Krieges gegründeten In- dustriezweige zeigen, daß auch sie nichts Wesentliches vor- zuschlagen weiß. Sie empfiehlt nur die Verschärfung des schon bestehenden Patentgesetzes und der„Made in Germany"-SJer- sügung. Ferner wünscht diese Kommission die Kapitalmacht mehr in den Dienst der Industrie zu sehen usw. Daß man mit solchen kleinlichen Mitteln eine Umwälzung der Wirtschaft- lichen Beziehungen hervorrufen kann, ist selbstredend ans- geschlossen. Warum sind aber alle Bemühungen, den deutschen Handel zu„vernichten", von vornherein aussichtslos? Die Antwort darauf gibt ein guter Kenner der wirtschaftlichen Beziehungen, Paul Jacobs, im Schmollerschen Jahrbuche. Er geht von der falschen Annahme aus, daß England tat- sächlich den deutschen Handel dauernd lahmzulegen wünscht und bemerkt dazu: „England unternahm nichts Geringeres, als einen Handel im Werte von rund 20 Milliarden Mark plötzlich ans dem Weltverkehr auszuschalten, ohne daß es imstande war und ohne imstande sein zu können, etwas Gleichartiges an die Stelle zu setzen. Die Leistungen eines Volkes von 67 Millionen intensiv arbeitender Menschen lassen sich nicht durch theore- tische Pläne... ignorieren... Die uns angedrohte, auf die Dauer berechnete industrielle Lahmlegung Teutschlands wird im großen ganzen eine leere Phrase bkiben." In Wirklichkeit hat Runciman umgekehrt betont, daß die dauernde Niederhaltung der deutschen Industrie nicht im Interesse Englands sei. Wie dem aber auch sei, unerschütter- lich bleiben folgende Argumente Jacobs: „Der Durchführung eines derartigen Planes," sagt er, „stellt sich der Umstand entgegen, daß die Oekonomie in Pro- duftion und Absatz in den einzelnen Ländern durch natürliche, von der menschlichen Einwirkung unabhängige Bedingungen, wie Bodengestaltung, Rohstoffvorkommen, geographische Lage usw.. bestimmt wird' und durch einen langfristigen inner- lichen Entwicklungsprozeß allmählich entstanden ist. Sie läßt sich mit einer gewissen Leichtigkeit auf einzelnen Gebieten mit besonders günstigen Verhältnissen schnell weiterbilden; nie wird es aber möglich sein, eine Volkswirtschaft in allen ihren Teilen plötzlich wesentlich zu forcieren. Dazu würden außer den natürlichen Bedingungen Menschen, Maschinen und Geld sehten, mm Des Mn ßlWWMS. Amtlich. Großes Hauptquartier, des 6. März 1916.(W. T. S.) Westlicher Kriegsschauplatz. Lebhaste Miueukämpfe nordöstlich vo« Lermelles. Die englische Jnfauterie, die dort mehrfach zu kleiuereu Aogriffeu ausetzte, wurde durch Feuer abgewiese«. Auf dem östlicheu Maasufer verlief der Tag im all» gemeine» ruhiger als bisher. Immerhin wurden bei kleiuereu Kampfhaudlungeu gesteru uud vorgesteru au Ge- faugeneu vierzehn Offiziere, ueullhundertvierullddreißig Manu eingebracht. Oestlicher und Balkan-Kriegsschauplatz. Keine besoudereu Ereiguiffe. Ob erste Heeresleitung. « Luftsthiffbombarüement auf tzull. Amtlich. Berlin, 6. März.(W. T. B.) Ein Teil unserer M a r i u e l u f t s ch i f f e hat iu der Nacht vo« 5. zum 6. März den Marinestützpunkt H u l l am Hnmber und die dortigen Dockanlagen auSgiebig mit Bomben beworfen; gute Wirkung beobachtet. Die Lust- schiffe worden heftig aber ohne Erfolg beschoffeu. Sie find sämtlich zurückgekehrt. Der Chef des AdmiralstabeS der Marine. •• * Jet öRerteiMe GenmWMMl. Wie», 6. Mär».(SB. T. 23.) Amtlich wird verlautLart: Russischer uud südöstlischer Kriegsschauplatz. Nicht? Neues. Jtalieuischer Kriegsschauplatz. Die Kaulpftätigkeit ist seit mehrere« Tagen durch außer« gewöhnlich starke Niederschläge, im Gebirge auch durch Lawiueu- gefahr, fast völlig aufgehoben. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabe«: von Hoefer. Feldmarschalleutuant. die auch durch die sorgfältigste Organisation nicht auS dem Boden gestampft werden können."(S. 214/13). Dann beweist Jacobs, daß insbesondere England nicht fähig ist. Deutschland aus dem Produktionsprozeß auszuschalten. „Infolge ihrer hohen Produktionskosten kann die englische Volkswirtschaft mit denen der anderen Länder erfolgreich konkurrieren, wenn sie die hochwertigsten Fabrikate liefert. Gerade auf die Herstellung der Fertig- fabrikate ist die englische Volkswirtschaft eingestellt; ihre Arbeitsbilanz verlangt, daß die verfügbaren Hände und Köpfe sich vornehmlich mit der Verfeinerung von vorgearbeitetem Material beschäftigen. Wenn England also das, was es bisher auS Deutschland an Halbfabrikaten der Eisenindustrie, Teerfarben usw. erhalten hat, selbst herstellen oder aus anderen Ländern beziehen wollte, so müßten im erstercn Falle der englischen Verfeinerungsindustrie Arbeits- kräfte entzogen und diese einer weniger subtilen Beschäftigung zugeführt werden, die weniger lohnend ist und die Konkurrenz- fähigkeit der großbritannischen Industrie herabdrücken würde. Ferner würde dabei die englische Arbeitsbilanz und dadurch die englische Volkswirtschaft aus dem Gleichgewicht kommen. Es bliebe also nur noch der zweite Weg offen. Doch auch dieser ist für England nicht gangbar, denn erstens erscheint es mehr als ftaglich, ob ein anderes Land die bisherigen deutschen Lieferungen überhaupt an England ausführen kann. Zweitens müßten aber— das Unwahrscheinliche zugunsten Englands angenommen— für derartige Lieferungen wesentlich höhere Preise und Frachten angelegt werden �ils bei einem Bezüge aus Deutschland, wodurch ebenfalls die englische Konkurrenzfähigkeit gemindert werden würde." Was besagt gegenüber diesen Tatsachen der Hinweis darauf, daß der oder jener Händler sich durch die deutsche Konkurrenz bedroht oder selbst aus seinem eingesessenen Orte verdrängt fühlt: die Grundtendenz der wirt- schaftlichen EntWickelung solcher Länder in i t differenzierter Verfeinerungsindustrie ist eben die Zusammenarbeit mit den anderen Kulturländern, von denen sie sich gar nicht abschließen können. Im gleichen Sinne äußert sich in der Wiener„Neuen Freien P r c s s e" der Direktor der Deutschen Bank, von Gw inner. Er sagt: .ES ist mir nicht bange davor, daß uns auch das feindliche wie das unfreundlicke Ausland nach dem Kriege seine Waren gern verkaufen und auch die unsrigen beziehen wird, wenn sie besser und billiger bei uns als anderswo zu haben sind. Geschäfte werden nicht aus Sentimentalität gemacht; da entscheidet das Jntereffe, wenigstens auf die Dauer. Das einzige, was Deutschlands hochent- wickelte Industrie nicht vertragen kann, ist, siit> durch einseitige Einräumung von Vorzugs- zollen an die nächsten Freund e mit der ganzen Welt zu verzanken." Diese Gefahr des Zusammenschluffes der Zentralmächte hat wohl auch Runciman im Auge gehabt, als er erklärt hat, man erwäge die Frage, ob die Meistbegünstigungsklausel in der Zukunft aufrechterhalten werden soll... Im allgemeinen wird aber die unerbittliche wirtschaftliche Not die Völker wiederum zwingen, sich einander zu nähern Schon infolge der Entwertung des Geldes mutz ihnen viel daran liegen, möglichst viel auszuführen, also die Handelsbeziehungen mit den anderen Ländern wiederum aus- zunehmen. Der Verkehr wird schon auch so geschwächt sein. daß seine weitere Schwächung durch künstliche Absperrung� maßnahmen sofort unerträglich werden müssen, ganz gleich, wie der Krieg auf den Schlachtfeldern auch geendet wird. Denn die wirtschaftlichen Fragen werden am allerwenigsten aus Schlachtfeldern entschieden, sondern folgen ihren eigenen imma- nenten Gesetzen. Werden aber keine chinesischen Mauern ein Land von den anderen wirtschaftlich trennen, so werden auch bald die Kultur- und sozialen gegenseitigen Beziehungen wiederum angeknüpft werden: so war es früher und so wird cß auch in der Zu- kunft sein._ Der englische Hericht über Hul!« London, S. März.(W. T. B.) A m t l i ch. In der Rächt zum Sonniag kreuzten zwei feindliche Luftschiffe über der Rordostküste. Einige Bomben fielen nahe dem Ufer ins Meer. Bis jetzt war keine Nachricht darüber zu erhalten, ob qm Lande Schaden angerichtet worden ist._ Der französische Tagesbericht. Paris, ö. März.(W.T.B.) Amtlicher Bericht von Sonnrag nachmittag: In Belgien hat unsere Artillerie süd« lich von Lombaertzyde feindliche Gräben zum Einsturz gebrachl. In den Argonnen zahlreicheSchüsse unserer Batterien auf Gräben und Verbindungswege des Feindes in der Gegend von Haute Chevauchee und BoureuilleS, wo ein Brand verursacht wurde. In der Gegend von Verdun hat sich der Kampf, der auf daS Dorf Douaumont lokalisiert war, gestern abend ausgebreitet. Um 6 llhr richtete der Feind nach heftigem Bombardement gegen unsere Linien vom Gebölz von Haudremont bis zum Fort Douaumont euren sehr lebhaften Angriff, der durch unser Sperrkeuer und unser Jnfanteriefeuer zurück- gewiesen wurde. Im Laufe der Nacht war die Beschießung an» dauernd weiter sehr lebhaft auf unserer ganzen Front östlich der Maas, westlich Morl Homine und der Cote Oie. Paris, 6. März.(23. T. B.) Amtlicher Bericht vom S. März abends. Nördlich von Soissons richteten unsere Batterien ein Zerstörungsseuer auf die feindlichen Werke. In den Argonnen beswotz unsere Anillerie feindliche Arbeiten in der Nähe des Weges von Binarville, nördlich von La Harazec und bei Haute Chevauchee. Nördlich von Verdun sehr lebhaftes Bombardement, namentlich zwischen dem Gehölz von Haudremont und dem Fort Douaumont. Doch hat der Feind seine Angriffe in dieser Gegend nicht erneuert. Keine Veränderung beim Tors Douaumont, besten unmittelbare Zugänge wir ballen. Angriff im Gehölz östlich von Bacherauville. Im Woevre starte Beschießung in der Gegeno von FresneS und östlich von Haudiomont. Unsere Artillerie hat sich sehr läiig gezeigt auf der gesamten feindlichen Front und hat in Bc- wegung befindliche Truppen nördlich von Bacherauville sowie am Gehölz, den Gräben und den Zugängen von Louvemont beschoffeu. Ewer unserer Flieger schleuderte in der letzten Nacht mehrere Bomben auf den Bahnhof ConflanS, wo große Tätigkeit herrschte. Belgischer Bericht: Durch Pausen unterbrochene Vo schießung auf der belgischen Front. Die englische Meldung. London, 6. März.(W. T. B.) A m t l i ch e r B e r i ch t vom S. März. Der Handgranatenkamps dauerte gestern abend an den Trichlern nordöstlich von Vermelles an. Der Feind zeigte sich tätig bei Loos und nordöstlich von Fpern. Am Kanal Upern— Commines ist die Lage ruhig. Wir halten den am 2. d. M. ge- wonnenen Boden. Die Kriegslage bei verüun. General der Infanterie z. D. ö. Blume schreibt untevpi 4. März zu diesem Thema: Am 22. v. M. griffen statte deutsche Kräfte den Teil der großen französischen Verteidigungsstellung an, der nördlich der Zestuug Verdun» etwa 10 Kiltweiec von deren *cnt erilfetiil, auf dem rechten Maasufer vsn Cunsenbohe ostwärts ach Azanncs verlief. Der von unserer Obersten Heeresleitung �n folgenden Tage bekanntgegebene Zweck des Angriffs war, eine ir uns unbequeme Einwirkung des Feindes auf unsere Ver- uidungen im nördlichen Teile der Woevre zu beseitigen. Der Er- .'lg des Angriffs war so durchschlagend, dag er schon am zweiten age über dieses Ziel hinaus, am vieten Tage aber bis in die nur ' ua 7 Kilometer von dem Festungskern entfernte Linie anipneuville— Louvemont— Fort Touaumont führte. Das letzt- mannte Festungsfort wurde von den unaufhaltsam vorwärts tonenden Martern erobert. Daran schloh sich am folgenden '.age die Erstürmung der östlich jenes Forts liegenden aus- ..'dehnten LcfestigungSanlagen von Hardanmrmt, auf dem rechten 'ügel die Vertreibung der Franzosen von der Eote de Talus. In esen Kämpfen gelangten mehr als ISMO unverwaudcte � Ge- - geue sowie 78 Geschütze und zahlreiches Material des Feindes l die Hände unserer siegreichen Truppen. Auch in der Woevre nd inzwischen die Unseligen gegen die auf der Ostseite von Verdun kindliche Verteidigungslinie der Franzosen zum Angriff_ ge- britlen. Eie haben den Feind dort gleichfalls aus seinen Stellungen geworfen, ihn gegen die Cötes Lorraines in den letzten agen zurückgetrieben und den Fuß des BergkammeS an einzelnen ■Stellen bereits erreicht. Dem Angriff auf der Nordseite von Verdun mußte jedoch. i-.-hdem er am LS. Februar bis in die vorher angegebene Linie 'langt war, seitens der Oberleitung zunächst Halt geboten werden. lau war tu den Feuevbereich einer der stärksten Festungen ge- mieil, die von mindestens einer Armee verteidigt wurde und jeder» Verstärkungen erhalten kann. Das Gewonnene zu sichern, die üureich erfolgenden Gegenangriffe des Feindes abzuwehren und sürforge für-die durch fünftägige schwere Kämpfe ermüdeten ruppen zu treffen, war die nächstliegende Aufgabe. Während vessen halte die Oberleitung sich schlüssig zu machen, ob sie fich it dem erzielten Erfolge begnügen solle, oder wie er weiter cSzunutzen sei. So nahe vor der Festung abwartend stehen zu ei ben, wird ihr nicht verlockend erschienen sein, vor einer Festung. wen Besitz zweifellos begehrenKoert ist, da er die Kriegslage .»wohl in strategischer wie taktischer Hinsicht wesentlich verbessern vürde. Aus demselben Grunde ist freilich anzunehmen, daß der ''iegner alles aufbieten wird, um die Festung zu behcmpren. Es .gl auf der Hand, daß ein Angriff auf Verdun, zumal unter den luvalKirben Verhältnissen, nicht out so einfachen Mitteln und nicht ;o schnell zum Ziele führen kann, wie die meisten unserer Festung-- iiigrifje in diesem Kriege, sondern daß es dazu gründlicher Vorbe- eitung und schrittweisen Vorgehens bedürfen wird. Andererseits dürfen wir mit Sicherheit annehmen, daß unsere »ewährte Oberste Heeresleitung, wenn sie sich auch zunächst ein escheideneves Ziel gesetzt hatte, doch durch die jetzt eingetretene age nicht überrascht sein, sondern mit deren Möglichkeit, vielleicht »gar mit ihrer Wahrscheinlichkeit gerechnet und die ihr entsprechen- xn Vorbereitungen getroffen haben wird. Die jetzt eingetretene Kamvfpause widerspricht dieser Annahme nicht. Sie ist vielmehr ,»er. östlich zur Heranziehung»des erforderlichen schweren Angriffs- naterialS und zur Vorbereitung seines Gebrauchs. Schon die nächsten Tage werden uns vermutlich hierüber Gewißheit der- schaffen. Wenn hiernach der Angriff auf Verdun erfolgen sollte, so t mit der Wahrscheinlichkeit zu rechnen, daß die Gegner die Ge- xgeuheit zu cineui Angriffsversuch großen Stils an anderer Stelle »enutzen werden. Kleine Unternehmungen, die ihrerseits in diesen lagen stattgefunden haben, sollten vielleicht bereits demselben .'Iweck dienen. Aber wenn jener Fall eintreten sollte, so dürfen wir m- dadurch um so weniger beunruhigen lassen, als auch unsere Hcerc-ieitung ihn sicherlich im voraus erwogen un-d die Zuversicht ■ il, d' ß unsere Kräfte auch für ihn ausreichen. Der wert französischer Nachrichten. Amtlich. Berlin, 6. März.(W.T.B.) Der amtliche Bericht er deutschen Obersten H e er e S I e i t u n g sagt über die w ä m p f e, die am 3. M ä r z bei Verdun stattgefunden haben, ■, lgeudcS: Beiderseits der Maas verstärkten die Franzosen ihre Artillerie« Atigleit und griffen nach bedeutender Steigerung ihres Feuers das Lorl Douaumont und unsere anschließenden Linien an. Sie wurden, teilweise im Nahkampf, unter großen Verlusten zurück- �schlagen und derloren außerdem wieder über 1000 unverwundete Gefangene." An der Zuberlässigkeit der amtlichen deutschen Berichterstattung Weiseln wohl auch die Franzosen nicht. Trotzdem oder vielleicht deshalb werden die deutschen Berichte dem ftanzöstschen Volke vor- enthalten. Anstatt dessen schildert der offiziöse französische Auch richtendien st die gleichen Ereignisse in einem um i. 3. von Lyon aus verbreiteten Funkspruch, der für das fron» ■öfische Volk und die neutrale Welt bestimmt ist. der man auch die amtliche deutsche Berichterstattung fernzuhalten trachtet, mit folgenden Worieu: Das Bestreben der Deutschen, Verdun um jeden Preis erobern zu wollen, hat ihnen gestern wieder außergewöhnlich hohe Verluste ekostct. Die Presse stellt fest, daß ste 76 000 Mann Verluste zu- .eben: dies gibt eine Idee ihrer tatsächlichen Verluste. Der feind- siche Plan, welcher darin besteht, die im Norden der Stadt geschlagene Bresche zu erweitern, um den siegreichen Truppen den Durchzug zu ge- stalten, scheiterte gestern wiederum gänzlich. 3 bis 400 Meter vor- läufigen GeländegcwinnS bilden da? einzige Ergebnis der letzten Tage der Schlacht vor Verdun. Der.Petit Parisien" ichreibt: Bis jetzt ist vom Feinde noch kein taktisches Resultat er- ielt worden. Der Kampf wird fortgesetzt, es handelt fich tatsächlich v.m eine große Schlacht, in welcher wir erst einen schwachen Teil unserer Reserven eingesetzt haben. Dem.M atin' zufolge ergeben uch wertvolle Feststellungen aus dem Verlauf des verflossenen TageS. Erstens haben wir dem furchtbaren Feuer, das gegen unsere Werke gerichtet wurde, standgehalten, unter Berücksichtigung des wechselnden Vorgehens und Zurückweichens, das bei einem so heftigen Gefechte stattfindet. Wir haben unsere Linie behauptet, ohne zu wanken und ohne dem Feinde zu gestatten, gegen uns den geringsten Vorteil zu bewahren. Zweitens ist es unbestreitbar, daß liie Deutschen gestern wiederum bedeutend höhere Verluste erlitten uts wir. Auf den blutigen Schneefeldern der Höhen von Touaumont wurde die Elite ihrer Bataillone niedergemetzelt. An gewissen Stellen befanden die Leichen sich so dicht nebeneinander, ouß ihnen der Platz fehlte, um zu Boden zu sinken. So find fie ausrecht stehend geblieben, eine graustge Phalanx bildend." Diese Darstellung überschreitet selbst das bisher üblich gewesene Maß der von dieser Stelle verbreiteten Lügen. Der 3. März war -in Schlachttag, an dein die wütenden Angriffe der Franzosen unter ichwersten Verluste» und unter Einbuße von über tausend unver- mundetet, Gefangenen zerschellten, während die Deutschen planmäßig keinen Fuß gerührt und das Eroberte unter durchaus erträglichen Verlusten fest behauptet haben. Ein franzö'sisiher Armeebefehl. Berlin, 0r März.(W. T. B.) Folgender Befehl des Ge- tterals Pötain wurde bei eurem Gefangeiren des französischen I n f a n t e r i ereg m e n t s Nr. 33 gefunden: ..Seit dem LI. Februar greift die Armee des Kronprinzen nrrt der äußersten Kraftanstvengung unsere Stellungen um Verdun an. Noch irre hat der Feind soviel Artillerie in Tätig- !-ii gesetzt, nie soviel Munition aufgewandt. Bereits hat er seine besten Armeekorps, die er seit mehreren Monaten sorgfältig in Ruhe hielt, aus dem SchlachtfeLie restlos eingesetzt. Er er- neuert seine Jnfanterieangrisfe ohne Rücksicht auf schwere Ver- lüfte. Alles beweist, welchen Wert Deutschland dieser Offensive öeilegt, der ersten großen Stiles, welche es seit über einem slahre auf unserer Front versucht. Es beeilt sich, einen Erfolg herbeizuführen, welcher einen Krieg beendet, unter dem seine Bevölkerung mehr und mehr leidet. Die Träume einer Aus- breitung in: Orient schwinden. Das Antoachsen der russischen und englischen Armeen ruft Beunruhigung hervor. Der Ans- rui des Kaisers, den uns Uebertäufer gebracht haben, ist ein Geständnis der wahren Ursachen dieses verzweifelten Angriffs. Unser Vaterland, hat er gesagt, ist zu dtasem Angriffe gezwungen, aber unser eiserner Wille wirb den Feind vernichten, daher bs- fehle ich den Angriff. Ihr eiserner Will« wirb sich an unserer Standhastigkeit brechen, wie in Lothringen, in der Picardre, im Artois, an der User und in der Champagne, und schließlich werden wir sie be- zwingen, und das Scheuern dieser verzweifelten Kraftanstrengung, bei der die besten Truppen, die ihnen noch blieben, sich Lergeblich verbraucht haben werden, wird den Auftakt ihres Zu- sammeuÄruches bedeuten. Ganz Frankreich blickt auf uns. Roch einmal erwartet«S, daß fsder feine Pflicht bis zum Letzten tut. (Unterschrift.) Der Kommandierende General der 2. Armee. P e t a i n. Zusatz de? Regiments-Kowmandeurs: Diesem Erlaß deS Generals Petain, des ehemaligen Kommandeurs des 33. Regiments, hat der Oberst nur eines hinzu- zufügen: Das 83. Regiment wird sich seines ehemaligen Kommandeurs würdig erweisen, das 33. Regiment wird, wenn nötig, zu sterben wissen, aber weichen wird es niemals. Zusatz des Bataillons. Kommandeur«: Dieser Befehl ist sofort den versammelten Komvagniten vor- zulesen. Die Ereignisse haben dem franzöfischen 83. Infanterie- regiment, an das der Befehl sich wendet, folgendes Schicksal beschert: Am 3. und 4. März kämpfte es um das Dorf Douaumont. An beiden Tagen erlitt«s starke Verluste, die Gefangenen zeigten ver- zweifelte Stimmung, klagten über Führung und Verpflegung. Die Zahl der Gefangenen des Regiments erhöhte sich am 5. Marz auf 24 Offiziere und 874 Mann. Der anfeuernde Befehl des Armee- ihrers,'der sich nicht scheut, mit einem natürlich nie erlassenen ufruf des Kaisers zu arbeiten, hat das Regiment also nicht zum ! Siege geführt._ Der rujsisihe Heeresbericht. Petersburg, S. März.(W. T. 8.) Amtlicher Bericht vom Sonntag. Westfront: In der Nähe von Jlluxt ließen wir gestern 14 Minen springen; um den Besitz der Sprengtrichter entstand ein heftiger Kampf, sechs find fest in unserem Besitz. Bei dem Kampf um einen Sprengtrichter drangen die Deutschen unter sehr schweren Verlusten in ein halbzerstörtes Blockhaus ein. In der Nacht zum 4. März gegen 3 Uhr griffen die Deutschen nach ein- einhalbstündiger Artillerievorbereitung das Dorf Alssewitschi südlich von Kraschrn, 12 Kilometer nordöstlich des Bahnhofes Varanowitschi an, wir warfen den Angreifer zurück. Auf der Front des Generals Jwanoff vernichteten unsere Aufklärer einige Posten, außerdem be« setzten sie einen vorgeschobenen Graben bei Michalcze, nordwestlich von Uscieczko und schlugen drei Versuche deS Feindes, den Graben lviederzunehmen, zurück. Am Dnjester, in der Nähe von Samuszyn, ließen loir Minen springen, deren Explosion einen Teil der feind- lichen Gräben zerstörte. Die Trichter in den vorgeschobenen Gräben sind von unseren Abteilungen besetzt.— Kaukasus front: Die Verfolgung der Türken dauert an. Meldung der italienischen Heeresleitung. Rom, 6. März.(W. T. 8.) Amtlicher Bericht vom 6. März. Auf der ganzen Front ist nichts zu melden außer der Tätigkeit von Artillerie und von Patrouillen. E a d o r n a. Meldung des türkisihen Hauptquartiers. Konstantiuopel, 5. März, abends.(W. T. V.) Das Hauptquartier teilt mit: Von den verschiedenen Fronten ist keine Nachricht eingetroffen, die eine wichtige Veränderung meldet. Englischer Dampfer versenkt. London, g. März.(W. T. 8.) Einer Lloydsmeldung zufolge wurde der englische Dampfer.Rothesoy"(2007 Tonnen) versenk:, die Besatzung ist gerettet. Die Jährten der Möwe". In Tilbury sind am Freitag 18 Offiziere und Mamrschasten der«Clan Mactavish" angekommen, jenes Schiffes, das von der»Möwe" aufgebracht und in Grund gebohrt worden ist. Wie die»Frankfurter Zeitung" aus London meldet, erzählte der dritte Offizier der»Clan Mactavish' u. a.: Der Kampf mit der»Möwe" fand am Sonnlag. den IS. Januar, statt. Die »Clan Mactavish" fubr ungefähr 100 Meilen südlich von Madeira, als sie zwei Schiffe sichtete; das eine Schiff hatte ein Licht am Vordermast. Wlr überHollen es rasch. Ilm 6 Uhr 60 Minuten gab das Schiff ein Morscstgnal ab, und ich ant- wartete. DaS Schiff fragte: Was für ein Schiff? Wir fraglen zurück, mit was für einem Schiff wir es zu tun Härten und erhielten die Antwort:»Aulhor" von Liverpool. Darauf teilten auch wir unseren Namen mit. Plötzlich erhielten wir das Signal: So- fort stoppen, ich bin ein deutscher Kreuzer! Der Kapitän gab allen Maschinisten Befehl, die größte Geschwindigkeit zu enlsalten. Ich signalisierie aber zurück, daß loir stoppen würden. ES war dies also ein Bluff. Sobald das deutsche Schiff merkie, daß wir nicht Sielten, eröffnete eS das Feuer. Unsere Kanoniere erhiellen Be- fehl, das Feuer zu erwidern, und nun begann der Kampf. Die erste Granate, die ankam, riß einen Ventilator herunter und tötete einen Laskaren. Die nächste Granale ging durch die Kabine deS Steward und des zweiten Offiziers und streute Splitter überall an Deck umher. Ein weiterer Sckmß war ein Treffer auf die Kommandobrücke. Eine Granale pfiff uns über die Köpfe hinweg, eine jedoch traf den Oberteil des Maschinenraums, tötete siebzehii Laskaren und verwundete fünf. Dann traf eine Granate das Schiff unrer der Wasserlinie. Jetzt gab der Kapitän Befehl, �dem Feuer Einhalt zu tun und da« Schiff zu stoppen. Sobald die Deutschen unsere Signale sahen, gaben ste Antwort und stellten das Feuer ein. Mit mehreren Begleitmannschaften kam ein deutscher Offizier an Bord. Kapitän Oliver erschien, und der Deutsche fragte, warum der Kapitän auf den deutschen Kreuzer ge� feuert hätte. Der Kapitän erwiderte: Ich feuerte, um mein Schiff zu schützen. Wenn meine Regierung mir eine Kanone an Bord meines Schiffes stellt, so benutze ich sie auch, denn eine Kanone ist nicht zur Verzierung da. Die Deutschen stellten uns nun auf Deck in einer Reihe auf. Sie sagten, daß jeder, der eine Bewegung mache, erschaffen würde. Nach einiger Zeit erhielten wir den Befehl, in die Boote zu gehen. DaS Boot deS zweiten Oistziers und mein Boot erhielten den Befehl, zum Begleitschiff der.Möwe", der„Appam", zu fahren, während der andere Schiffsosfizier und der Kapitän auf die»Möwe" gebracht wurden. An nächsten Tage nachmittags wurden die an- deren gefangenen Mannschaften von der.Möwe" auf die.Appam" gebraibt und wir selbst ous die„Möwe". Ein Name war nicht an dem Kreuzer angebracht. Aber an Kaisers Geburtstag erschienen die Deutschen in Gala mit dem Name«»Möwe� auf de» Mützen. Als wir von der.Appam" fortfuhren, versenkten die Deutschen die „Corbridge". Sie pinselten dann der»Möwe" eine dunkel- gelbe Farbe auf und nahmen noch andere Maskierungen vor. Nach 24 Tagen wurde die. W s st b u r N" gekapert. 228 Mann von uns wurden auf die.Westburn" gebracht. Das Schiff stand unter Bewachung von acht Mann. Man hatte Bomben an dem Schiff angebracht, und als wir am 22. Februar in Teneriffa ankamen, wurde uns gedroht, daß wir alle in die Lust gesprengt würden, wenn wir uns rührten.»Westburn" fuhr von der Südseite her in den Hafen von Teneriffa ein, ein britischer Kreuzer kam von Norden. AtS wir am nächsten Tage auf die»Lthenic" gebracht wurden, sahen wir, wie die.Westburn" von den Deutschen, die sie eine halbe Meile in die See htnauSgebracht hatten, angesichts des britischen Kreuzers vor Teneriffa versenkt wurde.(W. T. B.) Stone an Wilson. New Jork, 4. März.(Durch Funkspruch vom Vertreter des W. T. B.) Der bereits veröffentlichte Brief des Präsidenten Wilson an den Senator Stone war die Antwort auf ein Schreiben, das Stone an Wilson gerichtet hatte und dessen Inhalt im Zusammen- hang mir der Haltung, die der Senat inzwischen eingenommen hat, nicht ohne Interesse ist. DaS Schreiben Stones hätte fol- genden Wortlaut: Seit der Unterredung, die am Montag zwischen Ihnen, Senator Kern, Herrn Flood und mir stattgefunden hat, bin ich stärker beunruhigt, als es seit langem der Fall gewesen ist. Ich habe mich nicht für ermächtigt gehalten, den Inhalt unserer Unterredung weiter- zugeben, doch habe ich versucht, auf zahlreiche Anfragen hin meine Kollegen vertraulich auf die allgemeine Auffassung hinzuweisen, die ich von Ihrem Standpunkt gewonnen habe. Diese Auffassung Ihres Standpunktes habe ich im wesentlichen wie folgt, bar- gelegt: Daß Sie es sehr bedauern würden, wenn England Herrn Lansings Vorschlag ablehnen sollte, der dahin geht. daß es seine Handelsschiffe entwaffnet, und zwar unter der Voraussetzung, daß Deutschland und seine Verbündeten auf ein Handelsschiff nicht mehr feuern werden, falls es, wenn dazu auf- gefordert, beilegt und nicht zu entkommen versucht, sowie daß die deutschen Kriegsschiffe nur das anerkannte Recht der Durchsuchung und Ausbringung ausüben und das aufgebrachte Schiff nickt zer- stören, eS sei denn unter Berhältniffen, welche die Sicherheit der Pasiagiere und der Mannschaft als gewährleistet erscheinen lassen. Sie seien ferner der Meinung, daß England und leine Alliierten, falls sie den Vorschlag ablehnen und auf der Bewaffnung ihrer Handels- schiffe bestehen sollten, dazu unter dem Völkerrecht be- r e ck t i g t seien. Sie seien weiterhin geneigt, bewaffneten Schiffen die Ausfahrt aus amerikanischen Häfen zu gestatten, könnten sich aber nicht mit dem Gedanken befreunden, daß die amerikanische Regierung endgültige Schritte unternehme, um amerikanische Bürger an der Fahrt auf bewaffneten Handelsschiffen zu hindern. Sie würden es ferner als ihre Psticht betrachten, Deutschland streng verantwortlich dafür zu machen, falls ein deutsches Kriegsschiff auf ein bewaffnetes feindliches Handelsschiff feuern sollte, auf dem amerikanische Bürger Paffagiere sind. Zahlreiche Mitglieder des Senats und des Repräsentanten- Hauses haben mich aufgesucht, um mit mir über diesen Gegenstand zu sprechen. Ich habe gemeint, daß die Mitglieder der beiden Häuser, die sich mit dieser ernsten Frage zu befassen haben, berechtigt sind, die Lage, der wir uns gegenüber sehen, zu kennen. Meiner Auffassung nach glaube ich Ihnen sagen zu sollen, daß die Mitglieder beider Häuser sehr besorgt und beunruhigt find über das, was sie lesen und hören. Ich habe einige von ihnen sich dahin aussprechen hören, daß manche Leute sagten, daß daZ sogenannte Programm der Bereitschaft(gemeint ist das amerikanische Rüstung!-- Programm) schließlich doch gerade mit einer solchen Lage in gewiffem Zusammenhang steht, der zu begegnen wir jetzt berufen sind. Ich habe allen, die mit mir gesprochen haben, geraten, ihre kühle Ueberlegung zu bewahren und habe gesagt, daß diese ganze Angelegenheit noch immer Gegenstand diplomatischer Behandlung ist. daß Sie fich auf da? äußer ste bemühen, einen friedlichen Ausgleich herbeizuführen, und daß der Kongreß in der Zwischenzeit eS vermeiden sollte, eine diplomatische Angelegenheit durch irgend eine vorschnelle oder mangelhaft erwogene Maßnahme zu erschweren. Immerhin ist die Lage im Kongreß derartig, daß ste die sorgfältig Wägenden und Besonnenen mit tiefer Besorgnis erfüllt. Ich glaubte eS Jbnen schuldig zu sein, Ihnen dicS zu sage». Ich glaube, Sie verstehen den Standpunkt, den ich persönlich hinsichtlich dieses Gegenstandes einnehme. So tief ich es auch be- dauern würde, entsckieden anderer Meinung sein zu müssen als Sic, so kann mein Pflicht- und Verantwortungsgefühl es doch nicht überwinden, meine Zustimmung dazu zu geben. daß unsere Nation in den Strudel dieses Welt- krieges gestürzt wird, einerseits wegen der unverständigen Eigenwilligleit irgendeiner der Mächte oder andererseits wegen der einer Art ideellem Hochverrat gegen die Republik gleichkommenden Narrheit unserer Bürger, die sinnlos ihr Lebe» auf bewaffneten Schiffen der Kriegführenden aufs Spiel setzen. Ich kann mich nicht der Einsicht entziehen, daß eine solche Handlungsweise zu ungeheuerlich ist, um verteidigt werden zu können. Ich wünsche, nnt Ihnen zu gehen und Sie zu unterstützen, und ich beabsichtige, dies bis zur äußersten Grenze zu tun. Ick möchte mit Ihnen und Staatssekretär Lanfing mit der größten Offenheit reden. Ich möchte mit Ihnen beraten, Ihr Urteil hören und Ihren Rat, und ich möchte über den Lauf der Ereignisse auf dem Laufenden gehalten werden, wozu ich berechtigt zu sein glaube. In- zwischen suche ich eS zu verhindern, daß ein Senator oder Abgeord- nerer irgend etwas tut. was Ihre diplomatischen Verhandlungen er- schweren könnle. Sie sollen bis zum letzten Augenblick frei sein, auf diplomatischem Wege so zu handeln, wie Sie es zur Erledigung der in Betracht kommenden Fragen für am besten halten. Meine Ansicht ist. Ihne» zu helfen, nicht Sie zu hindern. Der Krieg in üen üeutschen Schutzgebieten. Ueber die Kämpfe in den deutschen Schutzgebieten macht das Reichskolonialamt eine weitere(die siebente) Mitteilung, lieber Ostafrika wird u. c. gesagt: Ueber die Ereignisse an den Grenzen von Deutsch-Ostaftnka in den letzten Monaten liegen nur spärliche Nachrichten vor. Diese stammen zudem aus feindlichen Quellen. Immerhin geht aus diesen Meldungen hervor, daß die Kämpfe sich auf außerdeutschem Gebiet und meist auch zu unfern Gunsten abgespielt haben. An einer Stelle allerdings wollen die Engländer in deutsches Gebiet eingedrungen sein; sie behaupten, den Longidoberg ohne ernsten Widerstand zu finden und trotz schweren Regens besetzt zu haben. Von sonstigen Unternehmungen an der Küste verlautet nichts. Im Nordostgrenzgebiet spielten sich, mit Ausnahme von zwei Einzelfällen am Longidoberg, alle kriegerischen Ereig- nisse in dieser Gegend auf englischem Boden ab. Deutsche Abteilungen haben in der Richtung auf die Ugandabahn und deren Nebenstrecken erfolgreiche Borslöße ausgeführt. Nach den neuesten Nachrichten hat sogar eine stärkere deutsche Trupps bis zur Ugandabahn bei Voi vordringen und sich dort festsetzen können. Wie bereits früher erwähnt, haben die Engländer eine von Bot an der Ugcmdabahn abzweigende Bahn in Richtung Ma- fafatv— JCäBtla in Bau genommen. Diese Bahn ist wiederhol! von Abteilungen der deutschen Schutzmipps angegrifsen worden. Ilnschcmend um sich nach vorwärts Luft zu machen, hatten die Engländer bereits im Juli v. I. mit stärkeren Kräften einen Vorstoß in Richtung Taveta unternommen, der jedoch bei Mbuyuni am 11. Juli mit einer empfindlichen Niederlage für sie endete. In letzter Zeit war es ihnen nur gelungen, sich etwas weiter vor- zuschieben, Mbuyuni zu besetzen und den Westrand der Serengesti- steppe zu erreichen, woselbst sie angeblich eine dort stehende kleine deutsche Abteilung vertrieben. Gleichzeitig melden sie, daß die Ziveigbahn die Lerengeti erreicht habe und daß es trotz des herrschenden starken Regens gelungen sei, den Longidoberg snord- westlich des Kilimandscharo), ohne starken Widerstand zu finden, zu besetzen. Aber ebenso wie der Angriff am 14. Juli v. I. bei Mbuyuni scheint auch dieser erneute Vorstoß etwa einen Tage- marsch östlich Taveta, vollkommen und unter schweren Verlusten gescheitert zu sein. Ernstere Aufmerksamkeit verdienen die Ereignisse, die sich in jüngster Zeit auf dem Tanganjikasee abgespielt und höchst- wahrscheinlich zu dem Verlust unseres kurz nach Kriegsbeginn dorthin gebrachten kleinen Dampfers„Kingani" geführt haben. Reuter teilt�mit, daß die Engländer besonders konstruierte und lewaffnete schiffe aus England nach dem Tanganjika befördert hätten, die jetzt dort eingetroffen seien und die Operationen der englischen Truppen unterstützen sollen. Es soll oabei zwischen dein kleinen deutschen Dampfer„Kingani" und zwei englischen Motorbooten zu einem Gefecht gekommen sein, wobei„Kingani" außer Gefecht gesetzt worden und in Feindeshand gefallen sei. Wahrscheinlich befand sich„Kingani" auf einer Patrouillenfahrt und wurde von den schnellfahrenden und modern bewaffneten Motorbooten überrascht. Von amtlicher deutscher Seite erfahren wir noch nachträglich, daß die Abteilung deD Leutnants der Reserve Wahle Ende Juni vorigen Jahres bei der Farm Jerichs mehrere erfolgreiche Ge- fechte hatte, in denen der Gegner S Europäer und über 4 Askari an Toten verlor, während auf deutscher Seite Unteroffizier Monich und ein Askari fiel, drei Europäer leicht verwundet wurden.— Wir hatten schon in der 6. Mitteilung darauf hingewiesen, daß England sich die Mithilfe der südafrikanischen Union in größerem Maße gesichert habe. Die hohen Truppenzahlen jedoch, die anfangs genannt wurden, sind ganz erheblich zurückgegangen; die Anwer- büngcn scheinen nicht in dem gewünschten Maße gelungen zu sein. Immerhin ist jetzt die 2. Berittene Brigade oder wenigstens ein Teil derselben in Britisch-Ostafrika eingetroffen(die 1. Brigade befindet sich in Aegypten), und wir haben gehört, daß sie in dem Gefecht am Salitahügel zum ersten Male gegen unsere Schutz- truppe gekämpft hat, geschlagen wurde und 133 Mann verlor. Eine 3. Brigade soll zurzeit aufgesrellt werden, und bereits früher sind einzelne Abteilungen südafrikanischer Truppen teils nach Britisch-Ostafrika, teils nach Nordostrhodesien geschickt worden. Die neue englische Anleihe in /tmerika. London, 6. März. Pf. pro Tag. Die höchste Fahrzulage von 90 Pf. pro Tag erhalte» alle Fahrer, welche 10 Jahre in de« Diensten der Gesellschaft stehen. Die unverheirateten Fahrer und Schaffner resp. Fahrerinaeu und Schaffnerinnen erhalten zn der zuletzt gewährten Zulage von 3 M. eine weitere Zulage von 2 M.. also zusammen 5 M. pro Monat. Die verheirateten Fahrerinnen und Schaffncrinnen erhalten zu der zuletzt gewährten Zulage von 3 M. eine solche von 2 M. pro Monat; außerdem wird die bisher gewährte Teuerungszulage für jedes Kind von 2 auf 3 Mk. erhöht. Demnach betragen die während der Dauer des Krieges ge- währten Teuerungszulagen inklusive der Erhöhung sonstiger Be- züge für die verheirateten Fahrer mit 2 Kindern 21,80 M., für un- verheiratete Fahrer löchv M., für verheiratete Schaffner unt 2 Kindern 19 M., für ledige Schaffner 13 M., für verheiratete Schaffnerinnen mit 2 Kindern 13,40 M. und für ledige Schaffne- rinnen 7 M. pro Monat. veutsches Netcb. Der Sattlervcrband im Jahre tSlS. Wohl wenig deutsche Gewerkschaften haben während der Kriegs- zeit unter einer so starken Wechselwirkung gestanden als der Ber- band der Sattler und Portefeuiller. Da ein großer Teil der an- geschlossenen Berufsgenossen in der Luxusindustrie beschäftigt war. mußte mit Ausbruch des Krieges eins große Arbeitslosigkeit ein- setzen. Die beiden ersten Kriegsmonate zeigten daher auch ein sehr trostloses Bild, das sich aber schon rm Lause des Monats September änderte. Trotz vermehrter Einziehung der Mitglieder zum Heeresdienst zählte der Verband Anfang des Jahres 1915 bereits wieder 1600 Mitglieder mehr als am Schluß des dritten Vierteljahres 1914. Die vermehrten Rüstungsarbeiten zogen eine Anmenge ftemde Berufsangehörige, Angelernte und insbesondere Frauen zu dieser Be- schäftigung heran. Mangels fteistshender Kräfte war es nicht mög- lieh, dieses neue Agitationsgebiet in vollem Maße für die Organi» sation auszunützen, lieber die kolossalen Organisationsarbeilen, die durch?keuaufnQhmen usw. verursacht wurden, geben nach- stehende Ziffern ein Bild. Am 1. Januar 1913 zählte der Verband 13121 Mitglieder, darunter 1148 weibliche. Im Laufe des Jahres wurden 9640 männliche und 2566 weibliche Mitglieder neu aufgenommen. Außer den Eingezogenen verlor die Organisation noch 7384 männliche und 2178 werbliche Mitglieder durch Ausscheiden aus der Produktion. Trotz dieser stank beweglichen Mitglieder- ziffern ist die durchschnittliche Mitgliederzachl vom Jahre 1915 mit 13 879 wenig verändert gegenüber 1914 mit 13699. Die Kasse weist einen sehr günstigen Bestand auf, was insbesondere auf ein Weniger von Ausgaben zurückzuführen ist. Die gute Koujunktur drückte die Ausgabe für Erwerbslosenunterstützung auf insgesamt 20 309 M. herunter, das sind 1,46 M. pro Kopf gegen 15,60 M. im Vorjahr. Die übrigen Ausgaben waren normal mit Ausnahme der für die Lohnbewegungen, für die weniger aufgewendet wurde. Durch den im Anfang des Jahres geschaffenen Reichstarif wurden die Lohn- und Arbeitsbedingungen für die gesamte Lederindustrie geregelt. Es fehlt der Organisation jede Aebersicht darüber, wieviel Personen Vorteile und Nutzen durch diesen Tarif gehabt haben, es läßt sich das statistisch auch nicht annähernd erfassen. Sollte der Krieg in absehbarer Zeit beendet werden, dann wird sich über die Bedeutung dieses Reichstarifes eher ein Urteil abgeben lassen, weil er nicht nur für die Kriegszeit, sondern auch für den Frieden geschaffen wurde. Die Organisation hat daher gegenüber früheren Jahren und trotz geringerer Beitragsleistung, die durch die starke Fluktuation bedingt war, 211 000 M. Ueberschuß für die Haupt- kasse und 34 700 M. für die Lokalkasse gemacht. Die Unterstützung der im Felde stehenden Mitglieder hat im Laufe des Krieges 163171 M. erfordert, davon wurden 143 000 M. durch freiwillige Sammlungen aufgebracht. Außerdem wurden diese Familien durch die Lokalkassen unterstützt, worüber geurnie Ziffern noch nicht vor- liegen, jedoch dürften allein im Jahre 1915 dafür 55 000 M. auf- gewendet worden sein. Während der Kriegsbauer wurden aus den Mitteln der Haupt- kasse 316 000 M. für Unterstützungen ausgegeben. Die Organisa- tion bat also durch die überaus günstigen Arbeitsverhältnisse für die Angehörigen der Ausrüstungsindustrie bedeutende materielle Vor- teile erzielt, und haben auch die alten Starnmitglieder sich an den Sammlungen der Organisation zur Unterstützung der Kriegsopfer gut beteiligt. Darüber hinaus wurden Reserven geschaffen, die me Organisation in die Lage versetzen, auch nach dem Kriege ihre Auk- gäbe zu erfüllen und den Anforderungen der heimkehrenden Brü- der aus den Schützengräben gerecht zu werden. Zu de» Tarifverhandlnngen im Baugewerbe. Eine Konferenz des Deutschen Bauarbeiterverbandes für den Bezirk Pommern beschäftigte sich mit dem Verlauf der Tarif- Verhandlungen und dem Ablauf des Tarifvertrages. Nach einem Vortrag des Vorstandsvertreters. Genossen Töpfer-Hamburg, setzte eine sehr lebhaste Diskussion ein, in der von allen Rednern das ungenügende Angebot des Arbeitgeberbundes zurückgewiesen wurde. » Im ZweigvereinSgebiet Delmenhorst beschäftigten fich die Bauarbeiter in zwei Versammlungen mit der Tariferneuerung. In der Diskussion wurde besonders betont, daß die örtliche Teuerung nicht, wie amtlich festgestellt, 40 Proz., sondern für die Arbeiter mindestens 100 Proz. betrage. Die Versammlung war einstimmig der Ansicht, daß der Tariflohn am 1. April um mindestens 15 Pf. erhöbt werden müsse; sonst lieber keinen Vertrag. In Jever beschloß die Versammlung, für die Tariferneuerung eine Lohnerhöhung für Maurer von 18 Pf. und für Bauarbeiter eine solche von 20 Pf. die Stunde zu fordern. Bei dieser Forderung ist in Erwägung zu ziehen, daß das Lohngebiet Jever direkt an das Lohngebiet Wilhelmshaven grenzt. In Wilhelmshaven aber wird ein Stundenlohn für Maurer mkl. Teuerungszulage von 77 bis 82 Pf. gezahlt, während in Jever nur 56 bis 60 Pf. inkl. TeuerungS- zulage für Maurer gezahlt werden. * Die Vertreter des Deutschen Bauarbeiterverbandes aus den Landesteilen der Provinz Hessen-Nassau, dem Groß- Herzogtum Hessen-Darmstadt und den angrenzenden Be- zirken nahmen zu den Tarifverhandlungen, die am 11. und 12. Fe- bruar in Berlin geführt sind. Stellung. Die Konferenz war von 36 Delegierten aus 12 Vereinen besucht. Der Bericht wurde von dem Bezirksleiter Hüttmann gegeben, der die wichtigsten Seiten der Frage behandetle und die wirtschaftliche Bedeutung der Tarif- erneuerung Hervorbob. An der Debatte, die recht lebhaft und an» regend war. beteiligten sich Vertreter fast aus allen Vereinen. In einer Resolution wurde u. a. einstimmig folgendes beschlossen: »Die bisherige Lohnpolitik des Arbeitgeberbundes kür das Bau- gewerbe. wie sie auch wieder in den erwähnten Verbandlungen von neuem vertreten, steht im Widerspruch mit den großen Ereignissen der Zeil. Eine Schädigung des Gewerbes durch eine angemessene Lohnerböbunq anzunehmen ist wirtschaftlich unrichtig, die eigent- lichen Ursachen der Baukrists sind andere. Um das Ziel der Berlragsvertängerung zu erreichen, sind weitere Zugeständnisse dringend notwendig, um mindestens 30 bis 50 Proz. der Teuerungs- lasten von den Arbeitern und ihren Familien abzubürden. Die Konferenz begrüßt daher im vollen Einverständnis mit den Mit- gliedern der Zweigvereine die entschiedene und feste Erklärung rhrer Vertieter in den Verhandlungen. Lehnen die Arbeitgeber aui der angezogenen Basis die Vertragsverlängerung ab. so müsien sie dafür die volle Verantwortung tragen. Die Arbeiter haben es sicher an ernstem Willen zur Verständigung nicht fehlen lassen.' Ausland. Erfolgreiche Lohnbewegung der Schuhmacher in St. Gallen. Die organisierten Schuhmacher in St. Gallen haben in Form einer ftiedlichen Lohnbewegung ihren Tarifvertrag verbessert, indem sie die Erhöhung der Akkordlöhne um 5 bis 8 Proz., des minimalen Stundenlohnes von 50 auf 60 Cts. und des für Spezialarbeiter von 70 auf 75 Cts. erreiwten. Der neue Tarifvertrag gilt für zwei Jahre. Die erreichte Lohnerhöhung ist den Arbeitern natürlich willkommen, aber gegenüber der Verteuerung der Lebenshaltung um 30 Proz, ist sie ungenügend und bildet nur eine Abschlagszahlung. flu» Industrie und Handel. Verbot der Verwendung von Oelen. Im Z 3 der Bekanntmachung über das Veobot der Verwendung von pflanzlichen und tierischen Oelen und Fetten zu technffchen Zwecken vom 6. Januar 1916 Bar Sovgefehen, das zunächst nur für die Herstellüng?on Seifen und Ladm ausgesprochene Verbot oSr Verwendung pflanz- sicher und tierischer Oele und Fette auch auf cradere Verwendungszwecke auszudehnen. Eine solche Ausdehnung ist inzwischen durch die Reichskanzlerverordmrngerr vorn 29. Februar 1916 und vom 2. März 1916 für die Herstellung von Druckfarben sowie von Lacken, Firnissen und Farben und van Tegras erfolgt. Zur Herstellung der im Stein», Licht- usw.-Truckgewerbe verweirdeten Druckfarben darf vom 20. März 1916 an Leinöl überhaupt nicht mehr verwendet werden. Die im MalergewerbS verwendeten Lacke, Firnisse mrd Farben dürfen dorn 15. März 1916 an pflanzsiche Oele nur noch in Mischungen von 25 vom Hundert des Endproduktes enthalten. Zur Herstellung von Degras und der bei der Lederfabrikation verwendeten Lacke. Firnisse und Farben dürfen dagegen pflanzsiche oder tierische Oele oder Fetts überhaupt nur noch mit Genehmioinrg des Kriegsausschusses für pflanzliche und tierische Oele und Fette, der sicb hierbei der Ver- rnittlung der Krisosleder-Mtiengss ellschaft bedient, verarbeitet werden. Wlederaufwahme des Wiener Börsenverkehrs. In einer Sitzung der Wiener Börsenkammer gelangte der Antrag des Komitees zur Wiederaufnahme des Börsen- ve r k e h r s. demnächst einen Privatverkehr an der Börse unter b-estnmnten Beschränkungen aufzunehmen, zur einstimmigen Annahme. Die betreffende Kundmachung besagt folgendes: Der Effeitensaal der Wiener Börse wird ab... März(das Datum ist noch festzustellen) an den Wochentagen von 11 Uhr 30 Minuten bis 1 Uhr für einen beschränkten Privatverkshr in Effekten und in Eskompte zur Verfügung gestellt. Es dürfen nur Kassageschäfte abgeschlossen werden, wobei lautes Anbieten zu ver- meiden ist. Geschäfte in Pfandbriefen sind nicht gestattet. Ge- schäfte in österreichffch-ungarischen Staatsrenten sowie in öfter- reichffch-ungarischen Kriegsanleihen dürfen nur durch Vermittlung eines beeideten Effektensensales abgeschlossen werden. Diese Vor- schrift gilt auch für den Verkehr der Börsenbesucher untereinander außerhalb des Börsensaales. In österreichisch-ungarischen Staats- renten sowie in österreichisch-ungarischen Kriegsanleihen ist die Ausführung von Bestensorders nur für Käufe gestattet. In allen übrigen Effekten ist die Ausführung von Bestensorders sowohl für Kauf als Berkauf ausnahmslos untersagt... Aufträge zum Ver- kauf oder zur Belehnung von Eftekten dürfen nicht angenommen werden, wenn sie unmittelbar oder mittelbar von einem feindlichen Ausländer oder aus dem feindlichen Auslände herrühren. Die Börsenbesucher sind an diese Vorschriften auch bezüglich chrer Geschäfte außerhalb des BörsensaaleS gebunden. Zahlenmäßige Angaben über vorgefallene Preise dürfen weder in öffentlichen Ver« lautbarungen noch in Mitteilungen, die für einen größeren Kreis von Personen bestimmt sind, gemacht wenden. Das Verbot der Annoncrerung bleibt auftecht. Die Budapester Effektenbörse wiid, wie verlautet, gleichzeitig mit der Wiener Börse wieder eröffnet werden. Eine amtliche Notierung der Kurse findet nicht statt. Nur Kaffageslyäft« sind zulässig. Staatspapieve werden ausschließlich durch zwölf Agenten gebändelt werden, die von der Korporation der Agenten vorgeschlagen werden._ Russische SelbstversorgungK-Jllirfiolleu. Der Krieg hat nicht nur in Deutschland seilsame Auffassungen über die Wünichbarkeit und Möglichkeit der Selbstversorgung eines Staates mit industriellen und anderen Rohstoffen bervoigebracht. Auch im Auslande hat die imverialistische.Selbstversorgungs'-Jdee allerlei llnbeil angerichtet. Ein charakteristisches Beispiel dafür liefert ein Bericht der.Toraowo-Promyschlennaja-Gazeta' über den Teeanbau in Transkaukasien, den die»Nachr. f. Handel. Industrie u. Landw.' mitteilen. Ter Bericht der»Torg.-Prom.-Gaz.' stützt sich aus eine Veröffentlichung der Oberverwallung der indirekten Steuern in Rußland. Danach existierten im Jabre 1914 in Tians- kaukasien 242 Teepflanzungen mit einer Gesamtfläche von 835 Dessä- tinen(a 109,25 Ar). Mit der Bearbeitung des Tees waren sechs Fadriken beschäftigt; sie erzeugten 1914 insgesamt 323 947 Ptund. Der hier gewonnene Tee kostet in Moskau 70 Kopeken pro Piund. Dagegen kann man dort chenesischen Tee für 44 Kopeken und indi- scheu und Ceylon-Tee für 53 Kopeken das Pfund liefern. Der Tee« anbau stößt infolgedeffen auf große Schwierigkeiten. Die Ober- Verwaltung der indi-ekten Steuern bäll ihn aber für entwickclungS« sähig. Sie befürwortet Schutzzölle und ein Eingreifen deS Staates, von dem sie hofft, daß es ermöglicht, den kaukasischen Tee frei Moskau für 40 Kopeken das Pfund zu liefern. Tie Folge wäre: »bei einer weiteren Entwickelnng des Teeanbaues könnte TranS« kaukasien etwa 55 Millionen Pfund Tee liefern, das beißt fast voll- ständig den russischen Bedarf an mittleren und geringeren schwarzen Teesorten decken.' In der Zwischenzeit aber soll das russische Volk die Kosten des Zollschutzes trogen bis— der Sprung von weniger als auf 55 Millionen Pfund in der einheimi« Ichen Teeproduktton gelungen ist. ttenCsctiei, Theater. Direktion: Max Reinhardt. 7'/, Dhr: Macbeth. Mittwoch: Ein SornrnernachUtraum. (In der Neueinstudierang.) RammerMpleie. 8 Dhr: Der WelbstenfeL Mittwoch: Gaw&n. Volksbühne. Theater a. BDIowpl. S'HU.: Fuhrmann Henschel. Mittwoch: Fuhrwann Henschel. Dir. Meinharil-Bernauer. Theater i.d.KoniggrätzerstraOe 8 Uhr: Kameraden. Komödienhaus 8' st: Das Mädchen aus der Fremde BerSiner Theat. 8 Uhr: Wenn zwei Hochzeit machen. Lessing-Theater. Direktion: Victor Parnowsky. 8 Dhr: Komödie der Worte. (Ulbert Bassermann.) Mittwoch: Die gutgeschnittene Ecke. Deutsches Künstler-Theater. Allabendlich 8 Uhr: Die seilte Exzellena. URANIA Taube nstr. 48/49. 8 Dhr: Aegypten, der Soezkanal und der Weltkrieg. Theater für Dienstag� den 7. Mänu Deutsches Opernhaas Charlottbg. 8 uhr: Rigoletto. Friedrich-Wilhelmstädt. Theater. 8 uhr: Das Dreimüderlhaus. Osbr. Herrnfeld. Theater 8 uhr: Sokim uDd ferlmoiter. Kleines Theater. 8 uhr. Liebelei. Komische Oper. 8 Uhr: Jnng mnß man sein. l.nst spiel haus. sv, uhm Der Gatte des Fräuleins. Metropol-Theater s uhr: Die Kaiserin ÄSU Montis Operetten-Theater 8 uhr: Der Sterngucker. Uesidena-Theater SV« Uhr; LOgC NO. 7�� Schiller-Theater O. s uhr: Das Lumpengesindel. Schlller-Th.Charlottenbjr. s uhr: Romeo and Julia. Thalia- Theater. s uhr: Biondinchen. Theater am Xollendorfpl. a'st Uhr: Hasemanns Tfichter. b'u u.: Immer teste druft! Theater des Westens 8 uhr: Das Fräulein vom Amt. mit Guido Thielscher. Trlanon-Theater. sv.u.: yerheiratete Jirnggeseilen. RoserTheater. 8 uhr: ver Hochtourist. Morgen: Ei» Schlag ins Gesicht. Wsthatls-Thester. s ra/r: Die Förster-Christi. Morgen i Uhr: Die 7 Raben. Luisen �Theater Täglich 8,15, Sonntags 8 Uhr: Charlotte Klinger. firatsSusch Tägl8, Sonnab.u. äomtt.S1/,». 8 U. Das neue Märzprogramm � Elwino's, in«fetten gejesselt. Todessturz ins Manege-Bassin. 4 Reneltes, am Luftreck. Elise Martens, der lebende Pfeiler! Goliath, d. größte u. schw.SckulPferd der Well, geritten v. Frl.Botünt. 3 iainczicks, Etslausalrobaten. Zum Schluß 4ns g Uhi.. Sonnt. ZV. n. 8 Voller Erfolg des Riesen-März- Programnifl Olga Oesmond in ihr. Neuheit: Ein Geigertraum. Bernhard Bttrbita der berahmte Komiker. Wiederauftreten Eene Land, die popuh Paro ch n. d. übrigen Schlager. 12 erstkl. Nummern. Relebstiallen-Tbeater. Stettiner Sänger. Zum 132. Male: „Die von der Emden." Für MUitärper- ionen freier Eintritt den «niang 8 Uhr. Steil. Sängern. JU Berliner Konzerthaus. Mauerstr. 82. Zimmerstr. 90/91. Täglich: Großes Konzert. Berliner Konzerthaus-Orchester Fr««. v.Xon! Anfang; 8 Uhr. Eintritt 30 Pf. Anfang 8 Ehr. Freitag, den 10. März; rnnTac VnnTOrl Besten der Verimndeten des Königin- UrUliCd hUlUCl l Elisabeth-Garde-Grenadier-Regiments Nr. 3. Permitm nt-W»-»tifc-h sÄi-iepp. ffifulMn. Inj, ratenteif st�stntw. Ol Wiacke. Berltn. Druck a. Vertag: Vorwärts Buchdt. fl. iSetlaasonitoü Paul Singer o. Co, Berlin S W. Hierzu 2 Beilagen u. UnterhaUiulgsbl. Der neue bunte abweohs- Inngsreiche Spielplan! Außerdem Die sehöne Komödiantin Oper, in 1 Abt v. Burg u.Taufstein. Musik von Leo Ascher. Mitwirkende• Else Berns— Lotte Werkmeister v. Thalia-Th. a. G.— Gustav Matzner— Heinrich Peer— Julius Splelmana Frühjahrspreise(wochentags inkl. Steuer): Parhett-Fauteuil 1.-3. Reihe 4.—, Parkett-Faut. 4-6. Reihe 3.—, Tribüne 3.—, Fauteuil 2.—, Reserv. Platz 1.50, Eintritt I.—, Eintritt 0 60. Casino- Theater Tä�L 8 Uhr: Lothrmger Str. 37. Neu! Neu! Das erste Voltsstück fn dieser Spielzeit I Die Vogelscheuche. Dazu da? grobe Märzprogramm. sonntag 4 Uhr: Ihr Gottlieh. V olgt-Theater« Badstr 58. Badstr. 58. Morgen Mittwoch, den 8. März 1915 Volts tiück anS dem Schwarzwalde in 5 Aufz. von Siegfr. äonr. Staock. Kasseneröffnung 7 Uhr. Ant. 8 Uhr. Admiralspalast Lis-Arens Kroße«. 8is-3allett. ■st» Uhr 2. 3. 4 JI. Vorzügliche Küche! Possen-Theater LmienEtraße, a. d. Fnedriohstr. 8'st 8'st Kobis Abenteuer Der große Augenblick mit Leonhard Haskel und Siegfried Berisch (ffildmilvedtfü/nmuna hohe Schultern und Hüften bekämpft mit großem Erfolg bei Erwachsenen und Kindern mein verstellbarer OeradetvaHer- Apparat Orlglaal�Syslemt Haas Mehrfach preisgekrönt. Ausführliche reichillustrierte Broschüre kostenlos. Nr. 66. 33. MrMg. »lim llollisllllllt. Aieilstag. 7. Mar; 1916. /lbgeorönetenhaus. 21. Sitzung. Montag, den k. März, vormittags 11 Uhr. Tin Ministerlisch: Dr. S Y d o w. Vor Eintritt in die Tagesordnung teilt Abg. Frhr. v. Zedlitz(fk.) zu dem von ihm früher erstatteten Kommissionsbericht über Belage- rungszustand und Zensur ergänzend mit, daß der Journalist, der in der Berliner Pressekonferenz eine Indiskretion begangen hatte, dafür aus der Pressekonferenz ausgeschlossen worden sei. Diese Tat- fache habe er erst nach seiner damaligen Rede erfahren. Auf der Tagesordnung sieht zunächst eine Novelle zum Knappschaftskriegsgesetz. Nach der Vorlage dürfen Militärhinterbliebenengelder auf die ZPitwenpcnsionen und. ErzichungSboihilfen der Knappfchafiskafsen nicht angerechnet werden. Ferner werden Knappschastsleistungen auch für verschollene Mitglieder gewährt bei eidesstattlicher Ver- sicherung der Hinterbliebenen, daß sie von den Vermißten keine Nachricht erhalten. Tie Kammission beanttagt die Einfügung einer Bestimmung, wonach die Gültigkeit der während des Krieges ablaufenden Mandate der Knappschastsvertteter bis nach Kriegsende verlängert und Neuwahlen erst dann vorgenommen werden, falls nicht das Oberbergamt nach Anhörung des Knappschäftsvorstandes anderes bestimmt. In einer Resolution ersucht die Kommission die Re- gierung um nachdrückliche Forsietzung der Bemühungen für die Verschmelzung preußischer Knappschaftsvereine zur Sicherstellung ihrer ausreichenden Leistungsfähigkeit sowie zur Bildung eines knappschaft- lichen Ruckversicherungsverbandes über das ganze Reich. Abg. H«e(Soz.): Wir stimmen dem Gesetzentwurf gern zu, er entspricht einem dringenden Bedürftris. In der Kommission herrschte volle Ernmütig- keit über die Notwendigkeit dieser Maßnahmen. Bei allen Parteien machte sich da? Bestreben geltend, in der Fürsorge für die Kriegs- teilnehmer und ihre Hinterbliebenen möglichst weit zu gehen. Hoffentlich erleben wir die gleiche Einmütigkeit auch bei anderen sozialen Aktionen. Redner richtet des weiteren eine Reihe von Fragen an die Regierung, in denen er um Aufklärung über be- stehende Unklarheilen bei der Auslegung des Knappschaftskriegs- gesetzes ersucht. Weiler wäre eZ sehr wünschenswert, wenn die Regierung fest- stellen und uns mitteilen würde, in welchem Umfange die hier vor- genommene Fürsogegesetzgebung auch in den anderen Bundesstaaten eingetreten ist. Ferner ist ein Gegenfeitigkeitsverhältnis in diesen Fragen mit Oesterreich abgeschlossen. Durch die betreffende kvnigl. Verordnung ist den deutschen Reichsangehörigen, die österreichische Bruderladenmitglieder sind, und für das Deutsche Reich Kriegs-, Sanitäls- und ähnliche Dienste tun, die Wohltat des§ 9 des österreichischen BruderladengesetzeS zugebilligt worden. Das ist an sich sehr erfreulich. Aber dieser§ 9 bietet uns sehr wenig als Gegenwert. Bei einem Gegenscitigkeitsverhältnis sollten aber Anerbietungen und Leistungen sich einigermaßen die Wage halten. Ich spreche daher den dringenden Wunsch aus, daß die Staats- regierung in dieser Richtung auf die öfter- r e i ch i s ch-un g a ris ch e R e g ierun g einzuwirken sucht. Wenn meine politischen Freunde im österreichischen Reichsrat Ge- legenheit hätten, die Gesetzgebungsmaschine zu benutzen, so würden sich ihre jahrzehntelangen Bemühungen zur Sanierung der Bruder- ladenverhältnifse in Oesterreich jetzt ganz besonders fortsetzen. Aber der'öfft e r r e i ch i s ch e Rerchsrarrritt wicht zusammen lind Jo bleibt nichts übrig, als daß die Regierung auf diplomatischem Wege versucht, zu erreichen, daß unsere Reichsangehörigen als öfter- reichische Bruderladenmitglieder nicht viel schlechter gestellt sind als die andere Seite. Schließlich hat die Kommission einen Antrag von mir an- genommen, der darauf abzielt, die große Zersplitterung im Knapp schaftSwesen, diezur Existenz so vieler leisiungsunfähiger Kassen führt, zu beheben. Viele dieser Katzen stehen, so wie der Krieg sie erheblich stärker belastet, vor dem Zusammenbruch. Das ist kein Resultat des Krieges, sondern diese LefftungSunfäbigkeit der kleinen Kasten besteht schon seit Jahrzehnten. Schon lange haben wir verlangt: Zusammenlegung der kleinen Vereine in einem Revier zu einem Revierverbande, weiter zu einem Staats- und Reichs- verbände. Weiter verlangt der Antrag die Bildung eines Rück- verficherungS- oder Garantieverbandes aller deutschen Knappschafts- vereine. Zwei Drittel unserer KnappschaftSvereine können heute ihren Leistungen nicht nachkommen. Inwieweit das durch einen Rückversichcrungsverband, der zu Anfang des vorigen Monats be- schlössen ist, gelingen wird, darüber kann die Regierung uns vielleicht Aufschluß geben. Eine Vereinheitlichung unseres Knappschaftswesens über das ganze Reich ist eine dringende Notwendigkeit.(Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Wirklicher Geheimer Oberbergrat Reuß: Die Frage der rechtlichen Stellung der Kriegsgetrauten ist zu entscheid«! nach den besonderen Bestimmungen der einzelnen Knapp- schaftsvsreinssatzmigen. Durch die Satzungen des Bochumer Vereins, der fast die Hälfte aller Knappschaftsmitglieder umfaßt, ist für die Krtegsgetrauten gut gesorgt. In anderen Knappschaflsvereincn fehlt es au ähnlichen Bestimmungen. Diese Frage kann also nur von Fall zu Fall entschieden werden. Ueber die Hütten- PensionSkast'en kann ich nichts Näheres sagen, da sie nicht zum Geschäftsbereich der Bergverwaltung gehören.— WaS das Gegenscitigkeitsverhältnis mit Oesterreich betrifft, so ist sclbstverständ- liche Voraussetzung die Gleichzeitigkeit der Leistungen. Was die Eni- scheidung des Reichsversicherungsamts und des KnappschaftSober- schiedSzerichtS anlange, so stehe letzteres mit seiner Entscheidung nicht allein.' Immerhin sei es wünschenswert, zu einer einheitlichen Aus- fassung zu gelangen. Abg. Althoff(natl.) stimmt dem Gesetz zu. Was das Gesetz wolle, sei im Bochumer Knappschaftsverein schon in den Satzungen vorgesehen. Daraus er- gebe sich, wie ungerecht man diesem sozialpolitische Rückständigkeit vorgeworfen habe. Nachdem sich noch die Abgg. W a I l b a u m(k.), B r u st(Z.) und R o s e n o w(Vp.) für die Vorlage erklärt habeu, wird das Gesetz in der Fassung der Kommission angenommen, ebenso die Resolution der Kommission. Es folgt die zweite Lesung des Etats der Bcrgverwaltung. Hierzu liegt ein Antrag Braun(Soz.) und Gcnoffen vor, die Regierung zu ersuchen. 1. die von den Bergbehörden seit Beginn des Krieges zugelaffene Beschäftigung jugendlicher Arbeiter in Bergwerksbetrieben unter Tage sofort aufzuheben, 2. die Beschäftigung weiblicher und jugendlicher Arbeiter in Berg- und Hüttenwerken mit Arbeiten, die ihre Kräfte übersteigen, und sich sür weibliche Arbeiter nicht eignen, zu untersagen, und 3. überhaupt nur zuzulassen, wenn vorher die erforderlichen Be« diiigungeu für den Schutz der Gesundheit und Sittlichkeit dieser Ar- beitcr erfüllt sind. Abg. v. Hassel(k.) begrüßt die KriegSfllrsorge der Bergveiwaltung und hofft, daß trotz der hohen Aufwendungen dafür der Gesamtabschluß günstig sein werde. Die Kohlenpreise seien zwgr hoch, aber die Kohlen bei uns reichlicher und billiger als in England. Die fiskalischen Bergarbeiter- löhne sind bis 19 Proz. gestiegen, bei privaten Ruhrwerken bis 22 Proz. Es ist möglichste Anpasiung der Löhne an die Teuerung zu wünschen. Die Hauptsache sei aber, daß die Gemeinden mehr als bisher billige Lebensmittel abgeben. Nach unseren Erfolgen bei Verdun wollen jetzt unsere Feinde vereinbaren, daß keiner mit uns einen Sonderhandelsvertrag abschließen darf. Nun, unsere braven deutschen Arbeiter werden, gestützt auf die in der Welt einzig dastehenden Bodenschätze Deutschlands, diese Woikenkuckucksheimereien zum Scheitern bringen.(Beifall.) Abg. Brust(Z.) spricht die Hoffnung aus. daß das Verstummen der Auseinander- setzungen zwischen den Bergarbeiterorganisationen von anhaltender Dauer sein werde. Die englischen Bergleute erzwingen durch Streiks höhere Löhne. Die deutschen Berg- leute st eilen das Vaterland über alles. Man möge ihnen das Durchhalten auch materiell ermöglichen.— Der sozialdemokratische Antrag, Ausnahmebestimmungen zugunsten der Beschäfti- gung von Frauen und Jugendlichen m den Bergwerken aufzuheben, geht uns in dieser Form zu weit. Abg. Vorster(fl.): Such wir können uns diesem Antrage nicht anschließe«. Der Krieg verlangt Ausnahmezustände. Die Haltung unserer Berg- arbeiter im Gegettiatz zu den englischen begrüßen wir mtt be- sonderer Freude. Abg. Dr. Ehlers(Vp.): Der Etat ist allzu vorsichtig aufgestellt, die Einnahmen werden sicher überschritten werden. Das Kohlengeschäft ist so gut, daß ich gern mit dem Minister eine Wette eingehe, daß ich mit meiner Schätzung recht habe. lHeiterkcit.) Der sozialdemokratische Antrag ist uns an sich sympathisch vom hygienischen Standpunkt aus. Doch sollten sich die Antragsteller damit begnügen, wenn die Regierung über die gesundheitsschädlichon Wirkungen der Beschäftigung von Frauen und Jugendlichen in Bergwerken Erhebungen anstellt. Handelsminrster Sydow: Keine Wette würde ich lieber verlieren, als die mir von dem Vorredner angebotene.(Heiterkeit.) Die in Oberschlesien gewährten Kinderzulagen sind jetzt auch im Saarrevier eingeführt und bettagen für das erste Kind 3 M., sonst 2 M. monatlich. Die Beschäftigung von Frauen und Kindern im Bergwerksbetrieb ist nur als Aus- nahmezustand für den Krieg zugelassen, ist für diese Zeit aber auch notwendig. Unter Tage werden jugendliche Arbeiter Übrigens nur mit ganz leichten Arbeiten beschäftigt. Abg. H«e(Soz.): Der Etat ist in der Tat übervorsichtig aufgestellt. Da» dunkelste Bild in unserem Bergbau ist die K a l i i n d u st r i e. Der Gesami- absatz ist seit 1913 von 11 auf 6,7 Millionen zurückgegangen. Das liegt an der Unterbindung der Ausfuhr. Es bestehen viel mehr Werke als dem Bedarf entsprechen und noch immer entstehen neue Werke. Die Regierung sollte diesem wahnsinnig irraticmellen Treiben endlich ein Ende machen. Auch falls nach dem Kriege die Ausfuhr wieder einsetzt, sind über die Hälfte der Werke überflüssig. Die Ausfuhr darf nur gehindert werden, wenn wirklich tristige Gründe vorliegen. Die festgesetzten Höchstpreise bedürfen der Erhöhung. Es ist eine geringe Erhöhung geplant, die eS der Kaliindustrie ermöglichen würde, die sehr notwendige Erhöhung der Arbeiterlöhne vorzunehmen. Von einer irgendwie beträchtlichen Verteuerung der landwirtschaftlichen Produktionskosten durch eine solche Erhöhung der Kalipretse kann keine Rede sein.— Notwendig ist ferner eine Rege- lung der Bergschädenfrage.— Für die Kontraktabschlüsse mit ausländischen Arbettern müssen klare, rechtliche Bestimmungen geschaffen iverden.— Wir werden nach dem Kriege überhaupt Stellung nehmen müffen gegenüber dem Herauschlcppen ausländischer Arbeiter mit niedrigen Löhnen. Wenn die Industriellen und Agrarier Zölle zum Schutz ihrer Waren verlangen, müssen wir Ar- beitcr doch auch das Recht haben, Maßnahmen gegen die Einführung von Lohndrückern zu verlangen, denn für uns handelt es sich hierbei um unsere einzige wert- volle Ware Arbeitskraft, die ebenfalls des Schutzes bedarf. Zu den Ueberschichten drängen sich allerdings maffenhaft Arbetter, es ist der U n v e r st a n d d e r M a s s e n, nicht etwa Zwang der Werkslciwngen, aber diese sollten sich diesem Unwesen widersetzen. Den Bergarbeitern sollte man guten Sprengstoff liefern und Preis- änderungen immer anschlagen, da die Arbeiter selbst die Spreng- stoffe bezahlen müssen. Gerade während des Krieges sollle die Kontrolltätigkeit der Sicherheitsmänner möglichst wenig eingeschränkt, Schießmeister und Wetterkonttolleure sollten nicht eingezogen werden. Eine ungebührliche Ausbeutung sind ge- wisse ganz überflüssige Atteste bei Arbeitswechsel im Bergbau. Allen Arbeitern und Unterbeamten aus den fiskalischen Gruben sollten gleiche Tcuerungs- und Kinderzulagen gewährt werden. In der Kommission wurde gesagt, in Oberschlesicn seien die Löhne um 169 Proz. gestiegen. Davon kann keine Rede sein. Daß die Löhne gestiegen sind, haben wir nie geleugnet. Jntereffant ist, daß man jetzt zugibt, daß man mit der Durchschnittslohnberechnung sehr vorsichtig sein müsse. Wir haben diesen Standpunkt stets vertreten. Die Lohnklaffe 1 mit den höchsten Löhnen ist während deS Krieges sehr vernrmdert worden. Die Folge ist, daß die Summe der höchst- bezahlten Arbeiter ganz wesentlich geringer geworden ist. Das be- deutel eine beträchtliche Vermindermig der Produktionskosten. Der durchschnittliche Höchstlohn beträgt für Hauer und Lehrhauer im Ruhrgebiet 7,94 M., im Saargebiet 6,22 M. Aber 79 Proz. etwa dieier Arbeiter bleiben unter diesem Durchschnitts- lohn.(HörtI Hört!) Die Löhne gehen vielfach unter b, ja bis 3 M. zurück. Für Untertagsarbeiter und erwachsene verheiratete Obertagsarbeiter in Klasse II werden Löhne von 3.60 bis 4,89 M, gezahlt. Ueber 60 Prozent der gesamten Bergarbeiter erhalten nicht einmal den Lohn von 5 M. pro Tag. Ueber 80 Prozent der Bergarbeiter haben unter 7 M. Lohn pro Tag, während doch 7 M. bei den heutigen Lebensmittelpreisen sür einen Familienvater als außerordentlich niedriger Lohn zweifellos zu bezeichnen ist.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Man sollte daher endlich daran gehen, die Löhne so weit zu erhöhen, daß wenigstens einigermaßen ein Ausgleich für die Verteuerung der Lebensverhältnisse eintritt.(Sehr wahr l bei den Sozialdemokraten.) Wenn 30 Pf. Kinderlohnzulage gewährt worden ist, so werden sie ja allein schon durch die Kartoffelpreiserhöhung wieder weg- genommen.(Hört I hört l bei den Sozialdemokraten.) Die Herren, die immer gegen jede Lohnerhöhung um ein paar Pfennig Sturm laufen, sollten daher doch auch einmal Alarm blasen gegen die fort- gesetzte Verteuerung der landwirtschaftlichen Produkte, auf deren Verzehr wir hauptsächlich angewiesen sind.(Sehr richtig I bei den Sozialdemokraten.) Eine weitere allgemeine Lohnerhöhung ist durchaus möglich, denn die Ucbcrschüsse der Werke steigen ständig. Daß bei diesen großen Gewinnen der Unternehmer jede Erhöhung der Kohlenpreise große Erbitterung�im Volle hervorrufen muß, wird auch von Kreisen, die nicht der Sozialdemokratie angehören, zu« gegeben. Besondere Aufmerksantteit verdient die Braunkohlen- industric. Schon vor dem Kriege wurden in ihr Dividenden von 12 bis 25 Prozent bezahlt. Jetzt haben sich die Gestehungskosten noch verbilligt. Der Minister hat in der Kommission gesagt, ihm sei von der Erhöhung der Braunkohlenbrikettpreise nichtSsbekamtt. Sie ist aber in offiziellster Weise von der neugcbildeten Vereinigung der mitteldeutschen Braun- kohlcnbrilettherren für die Jndustriesortcn angekündigt worden. ES wird hier genau so gehen wie mit der Vutter. Wenn die� Preise für die Judustriesorten erhöht werden, dann wird cS f nachher nur noch Jndustriesorten geben.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Der Minister hat die Pflicht, gegen diese fortgesetzte Verteuerung der Kohlen sür die ärmsten Leute einzuschreiien.. Hier handelt es sich keineswegs um eine notleidende Industrie, hier liegt bewußte AuSwucherung vor.(Sehrrichlig l bei den Sozialdcmokralen.) Wenn der Minister die Stimmung des Volkes nicht kennt, so möge er sich dem Beispiel Harun al Raschids folgend selbst unter das Voll be« geben; er wird sich wundern, was er da zu hören bekommt. Nach den eigenen Angaben der Unternehmer betragen die Selbstkosten pro Tonne höchstens 8 M. Die Verkaufspreise aber schon im Groß- Handel belaufen sich auf 12— 15 M. Bei den Lausitzer- Brandenburgischen Braunkohlenbesitzern betragen die Selbst« kosten mit kriegsmäßigem Zuschlag 6 M. Im Großhandel betragen die Preise 10—12 M., im Kleinhandel werden pro hundert Stück Briketts 1,35 M. bis 1,49 M. verlangt. (Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Das ergibt 31 bis 33 M. pro Tonne bei einem Selbstkostenpreis von 6 M.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Die Kleinhändler trifft dabei keine Schuld. das sind meist Leute, die selbst schwer arbeiten müssen und sich mit einem ganz minimalen Verdienst begnügen müssen. Ich habe schon vor vierzehn Tagen den Minister gebeten, er solle fest- stellen lasten, wie der kolostale Unterschied zwischen Nicht- preisen des Syndikats und Verkaufspreisen in einem bestimnucn Falle zu erklären sei. Ich habe auf Grund dieser Ausführungen aus Mitteldeutschland Zuschriften erhalten, in denen festgestellt ist, daß Gewerbetreibende pro Tonne Ruhr- und Saarkohle heule 7—19 M. mehr zahlen wüsten als vor dem Kriege, während die Richtpreise nur um 2—3 M. erhöht find. Wie ist dieser Unter- schied zu erklären? Man hat auf die Erhöhung der Arbeiterlöhue hingewiesen. Ich erkläre hier vor dem Lande: es ist nicht wahr, daß die kolossale Erhöhung der Verkaufspreise für Brennstoffe auch nur im entferntesten durch eine Erhöhung der Arbeiter- löhne bedingt ist.(Hört, hört I bei den Sozialdemokraten.) Wer das behauptet, kennt die Verhältniste in der Industrie nicht. Noch gestern ist mir aus der Laufitz eine Zuschrift zugegangen, aus der zu ersehen ist, daß durch die Einführung von Baggern eine ganz kolostale Verbilligung der Gestehungskosten erzielt ist. Dabei erhallen die Arbeiter in dieser Braunkohlenindustrie Löhne von 2,49 M. bis 4 M. Es kommen auch Löhne unter 3 M. vor in diesen außer- ordentlich profitablen Gruben.(Hört I hört I bei den Sozial- demokraten.) Ich komme nun zu unserem Auflag. Diese Ausnahmen waren schon vorher in Mansfeld und Oberschlesien zugelassen, Taufende eben schulentlastener Kinder arbeiten da unter Tage— Kinder, deren Altersgenossen im Bürgertum noch in höhere Schulen gehen. Das wollen wir für unsere Kinder wenigstens bis zum sechzehnten Jahr. Wir fordern nicht Beseitigung der Fauenarb eit über- Haupt, aber wohl dort, wo sie mit dem Mutterschutz unvereinbar sind. Wir haben bewiesen, daß wir die Kriegsnotwendigkeiten berücksichtigen, aber eine Schranke gibt e», über die uns keinerlei Redensarten hinweggehen lasten: das ist die Rücksicht auf die Frauen und Kinder. Zu niedrigeren Löhnen werden heute Frauen tu Hochöfen, Walzwerken, beim Kessel« heizen usw. beschäftigt und die Kinderarbeit unter Tage niu»mt ständig zu. �Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Der preußische Bergarbeitertag von 1995 hat nach einem Referat des christlichen Sekretärs Effert einstimmig Forde- rangen erhoben, die durchaus unserem Antrage entsprechen. Warum hat die Regierung darauf nicht gehört und immer mehr Frauen- und Kinderarbeit zugelassen? Ja, Kollege Brust, kann man da von nnr volles Vertrauen zu unverbindlichen Erklärungen des Ministers verlangen? Ich habe in der Kommission einfach die Forderungen des danufligeu Kongresses.aller Richtungen erhöben, warum haben Sie sie abgelehnt?(Abg. Brust: Weil Sie zu lange geredet haben!— HörtI hört! bei den Sozialdemokraten.) Das ist ja das Neueste! Man hat in der Komnrission das allergeringste Maß von Würdigung dafür gehabt und gegen die Fortschrittler und uns Ueber gang zur Tagesordnung über eine jo wichtige sozialpolitische Forderimg beschlossen!(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Wie kann man behaupten, daß mein Antrag die Betriebe ge- fährdete? Noch ist die Zahl der Jugendlichen verhältnismäßig gering, aber ihr Wachsen muß verhindert werden. Der Antrag zielt auf Mutter- und Kinderschutz, nicht auf Beeinträchtigung der Kriegsnvtwendigkoiten. Letzthin wurde hier über die geringere Geburtenzahl und größere Sterblichkeit der Jndustriebevölkc- rung geklagt. Diese Verhandlung müßte als leere Deklamation erscheinen, toenn wir hier die Gelegenheit nicht wahrnehmen, gegen klar zutage liegende Ursachen dieser Entwicklung vorzugehen. Die fürstlich Pkeßsche Knappschaftsverwalttmg stellt ausdrücklich die elenden Lebensverhältnisse fest, unter denen die Arbeiterkinder in Oberschlesien aufwachsen.(HörtI hört! bei den Sozialdemokraten.) Und Oberschlesien ist in der Frauen- und Kinderarbeit obenan. Trotz aller vorgebrachten Bedenken bleibt Ihnen also nichts übrig, wenn Sie diese Zustände ändern wollen, als unfern Antrag anzu- nehmen!(Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Althoff(rnitT.): Die Durchschnittslohne vor dem Kriege sind mit den jetzigen nicht vergleichbar, deshalb gehen die Ausführungen des Abg. H u e fehl. Auf einer Grube, die ungefähr ein zutreffendes Bild der westfälischen Verhältnisse gibt, sind die Löhne der Hauer und Lehr- Hauer ständig gestiegen, und zwar um 22 Proz. seit Kriegsbeginn. Bei objektiver Betrachtung muß mau eine ganz erheblidte Steigerung der Löhne zugeben, wobei die übrigen Selbstkosten gleichfalls stark gestiegen sind. Gewiß, so stark wie die Lebensmittelpreise sind die Löhne nicht gestiegen; auch ich bin für weitere Lohnerhöhung, aber auch dafür, daß die Lebensmittelpreise nicht über das absolut Not- wendige steigen. Auch den Angaben des Abg. Hue über die Ueber- schüsse und Ueberschichten muß ich widersprechen. ES liegt weder im Interesse der Arbeiter noch in dem der Zechen, bei den der- fahrencn Schichten Maß zu halten. Die Arbeiter sollten sich Vor» ficht bei den Sprengstoffen angewöhnen. Punkt 1 des sozialdemo- kratischen Antrages lehne ich ab. Die Ausführungen Hues hier- über bezogen sich auf Friedenszoiten und ließen die jetzigen Rot- Verhältnisse außer Betracht. Erst jetzt hat das Oberbergamt Dort- mund die Beschäftigung Fünfzehnjähriger gestattet, es werden nur die kräftigsten beschäftigt.(Abg. Ad. Hoffmann: Schicken Sie mal Ihre eigenen!) Es gibt in der Grube eine Reihe Arbeiten, die das Wachstum und die Gesundheit eines kräftigen Fünfzehnjährigen nicht beeinträchtigen können. Nur solche Arbeiter dürfen in Be- tracht kommen.— Die Punkte 2 und 3 halte ich für überflüssig, weil dafür schon die Reichsgetoerbeordnung sorgt. Ein großer Teil der Hueschen Klagen sind verallgemeinert und werden verschwinden, wenn die Arbeit der Frauen und Jugendlichen so gehandhabt wird, wie ich das angedeutet habe.(Beifall bei den Nationalliberalen.) Die Besprechung schließt. Ein Antrag Aronsohn(Vp.) will die Regierung auffordern, über den Inhalt des sozialdemokratischen Antrages Erwägungen anzustellen. Die Abgg. Dr. v. Hehdcbrand(k.) und Frhr. V. Zedlitz(fk.) er» klären sich gegen diesen Antrag, weil seine Annahme als eine Aeußerung von Mißtrauen gegen die Staatsrcgierung auf- gefaßt werden könnte.(Heiterkeit links.) Bei der Abstimmung wird Ziffer 1 des Antrags Braun gegen die Sozialdemokraten abgelehnt. Zu den Ziffern 2 und 3 wird der fortschrittliche Antrag gegen die beiden konservativen Fraktionen angenommen. Dienstag 11 Uhr: Weitcrberatung des Etats. Schluß Glj Uhr. die neue Verkehrssteuer. Der dem Bundesrat vorgelecite Entwurf eines Ouittuncts- fi e m p e l g ese tz e s wird beute in der„Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" veröffentlicht werden, lieber den Inhalt des Gesetzenlwuris teilt W. T. B. mit: Dem OuittungSsiempel sind grundsätzlich unierworsen alle Wertumsätze, die sich in einer Zahlung ausdrücken, mithin der gesamte Zahlungsverkehr, einerlei in weichen Formen er sich ab- wickelt. Es ist jedoch darauf Bedacht genommen, das; der sogenannte »bargeldlose Zahlungsverkehr", an dessen Förderung ein gesamtwirtschaftliches Interesse besteht, auch dann durch den Ouittungsstempel nicht stärker als der Bargeldverkehr getroffen wird, wenn sich ein und derselbe Wertmnsatz in einer Mehrzahl bank- mäßiger Uebertragungen vollzieht. Gegenstand der Be« steuerung ist beim Barverkehr die Quittung über die Geld- zahlung oder die Tilgung einer Geldschuld, beim bargeldlosen Ver- lehr im wesentlichen die Bescheinigung über die erfolgte Gutschrift des überwiesenen Betrages an den endgültigen Zahlungsempfänger. Der Scheckstempel, der bisher eine Sonderbelastung des bar- geldersparenden Zahlungsverkehrs ausmachte, kommt' mit dem Zeitpunkt des Inkrafttretens des Quittungsstempels in Wegfall. Frei vom Quittung s st empel sind Zahlungen von 10 M. und darunter. Der Ouittungsstempel ist als Fest- st empel gedacht; er betragt 1» Pf. bei einem Betrage von mehr als 10 und nicht mehr als Ivb M., 20 Pf. bei Beträgen von mehr als 100 M. Abgesehen von Zahlungen bis zu 10 M. sind eine Reihe von Zahlungen vom Quittungsstempel f r e i g e st e l l t, teils zur Ver- meiduug einer doppelten Besteuerung, teils in Rücksicht auf die glatte Abwickelung des Zahlungsverkehrs, teils auS Erwägungen sozialer Natur. In letzterer Beziehung kommen vor allem folgende Steuerbefreiungen in Betracht: Arbeits- und Dien st lohn, Gehalt oder so n st ige D i e n st b e z ü g e oder Ruhegehalt, sowie Witwen-, Waisen- und Eltern geld, Zahlungen auf Grund der Reichsversicherung, Zahlungen auf Grund einer gesetzlichen Unterhaltspflicht sowie Unterstützungen, Krankengelder und ähnliche Zahlungen auS öffentliche» oder aus privaten, nicht auf Gewinn der Unternehmer berechneten Kassen und Anstalten; Zahlungen für W o h n u n g S m i c t e. sofern der Mietzins, auf daS Jahr gerechnet, 360 Mark nicht übersteigt. Die Durchführung des Grundsatzes, daß— von den vorbczeich- neten Ausnahmen abgesehen— der gesamte Zahlungsverkehr dem Ouittungkstcnipel unterliegen soll, ist erforderlich zur Erzielung des Betrages von 80 bis 100 M i l l i o n e n M a r k, der aus dieser neuen Abgabe erwartet wird; sie ist möglich nur im Wege deS Q u i t t u n g s z w a n g e S, der seinerseits die Wirkung hat, der von einem Ouittungsstempel ohne OuittungSzwang zu befürch- tenden RechtSunsicherheit vorzubeugen. Der Quitlungszwang greift nicht Platz für diejenigen Zahlungen, die von dem Ouittungsstempel befreit sind; außerdem ist der OuittungSzwang nicht vorgesehen für Zahlungen zur Gewährung von üblichen Gelegenheilsgeschcnken, Almosen, Beiträgen zu Sammlungen für mildtätige, gemeinnützige und kirchliche Zwecke, ebenso nicht für Geldzahlungen zwischen Fa- milienangehörigen. Im bargeldlosen Zahlungsverkehr paßt sich der OuitiungSstcmpel den Formen an, in denen sich dieser Verkehr voll- zieht. ES ist hier zu unterscheiden zwischen dem Wechsel- und Scheck- verkehr und dcmKassenführungSverkehr der Baukcii, der den ZahlungS- Überweisungsverkehr in sich schließt. Der Wechselstempel, der vom Wechsel als einem Krcditiustrument erhoben �vird. bleibt vom Ouittungsstempel unberührt. Dagegen soll der Scheckstempel, wie erwähnt, nunmehr ausgehoben werden. Wenn Wechsel oder Schecks oder diesen gleichgestellte Papiere in Zahlung gegeben werden, so ist hierüber eine versteuerte Quittung in gleicher Weite wie bei der Barzahlung auszustellen. Dagegen soll die Einlösung eines Wechsels guittungsstempclfrei sein; des- gleichen die Einlösung eines Schecks, soweit sie durch Gutschrift, also unter Vermeidung der Barauszahlung, erfolgt. Im Kassensührungsverkehr. also in dem Verkehr, in dem der Zahlungsausgleich durch Gutschrift oder Lastschrift auf dem Konto eines Guthabeninhabers erfolgt, sind zur Vermeidung einer doppelten Besteuerung desselben Zahlungsvoraangs nur die Gutschriften für steuerpflichtig erklärt, die Lastschristen aber frei. In der gleichen Absicht ist auch dafür Fürsorge getragen, daß, wenn ein Geldbetrag von dem Konto eines Privalkunden einer Bank auf das Konto eines Privatkuuden einer anderen Bank überwiesen wird, der Zahlnngs- ausgleich zwischen den Banken sich steuerfrei vollzieht. An Stelle der Besteuerung der Bescheinigungen über die Gutschriften kann der Bundesrat auch eine andere Form der Entrichtung gestatten, ins- besondere eine Abrechnung aus Grund der Anschreibungen auf den Konten. Gänzlich unberührt vom OuittungSstempel�esctz bleiben die Zahlungen im ZahlnngSvermittlungsverkehr der Post, also der Poslanweisungs«, Postnachnahme-, PostauftragSvcrkehr und die Ein- ziehung des ZeitungSbezugSgeldes sowie die Zahlungen, Gut- schriften und Lastschriften im Postscheckverkehr, endlich die Zahlungen von Gebühren deS Post-, Postscheck-, Telegraphen- und Fernsprech- Verkehrs. Die Heranziehung zu einer steuerlichen Belastung soll hier durch die gleichzeitig vorgeschlagene außerordentlicheReichs- abgäbe ersolgen, die gl'eicdzeisig mit den Post- und Tele- graphengebühren nach den für diese geltenden Vorschriften erhoben werden soll. flus öer Partei. Der 5. Berliner Kreis zur Fraktionshaltung. In einer am Sonntag, den 5. März 1916, stattgesundenen Funktionärkonfercnz des ö. Kreises wurde nach einem eingehenden Referat des Abgeordneten des Kreises, Genossen Robert Schmidt, und einem Korreferat des Genossen Ledebour, woran sich eine ausgedehnte Diskussion anschloß, nachfolgende Resolution mit 45 gegen 30 Stimmen angenommen: „Die Funktionärkonserenz des 5. Kreises erklärt sich mit der Abstimmung der Zwanzig im Reichstag einverstanden. Sie stehen nach wie vor auf dem Boden der Parteitagsbeschlüsse von Dresden, Nürnberg und Magdeburg und erkennen keiner Parteiinstitution oder Körperschaft das Recht zu, Parteigrundsätze willkürlich aus- zulegen oder abzuändern. Die Konferenz erwartet im Interesse eines.... bei den kommenden Etatsabstimmnngen im Reichstage, den Abgeordneten des Kreises aus feiten der Ablehner zu sehen. Ferner erklärt sie sich mit einer Zukunftspolitik, wie sie von feiten verschiedener Vertreter der Generalkommission und der Partei gefordert und gefördert wird, das heißt einer Politik, die den bisherigen sozialdemokratischen An- schauungen und Prinzipien entgogem'tehcn, nicht einverstanden. Sic fordert von ihrem Vertreter im Reichstag weiterhin unge- schwächten Kampf.... und nicht.... Aufgabe sozialdemokratischer Grundsätze und Forderungen. Stellungnahme zur FraktionShaltung. Eine Konferenz der Reichstagswahlkreise München I und ll unter Hinzuziehung der Vorstände der Gewerkschaften und der Delegierten des Gewerkschastsvereins befaßte sich an fünf Abenden mit der Haltung der Reichstagssraktion. Als Referenten sprachen die Genossen Franz Schmitt und Georg Maurer. Ein An- trag, auch einen Abgeordneten der Minderheit, den Genossen Haase, zu hören, wurde abgelehnt. Die Versammlung nahm am Schlüsse mit 194 gegen 11 Stimmen bei einer Anzahl Stimm- cnthaltungcn folgende Resolution an: „Tie Konferenz für die Reichstagswahlkreise München I und II erklärt sich einverstanden mit dem Gedanken der LandeZver- tcidigung und der Sicherung des Reiches, der in der Abstimmung vom 4. August 1914 und in der späteren Bewilligung der Kriegs- kredite durch die sozialdemokratische Reichstagssraktion zum Aus- druck kam. Die Konferenz ist der Ansicht, daß es sich bei diesen Abstim- mungen weder um ein Vertrauensvotum für die Regierung, noch um ein Entgegenkommen gegen die bürgerlichen Parteien handelt, sondern um die Lebensinteressen des deutschen Volkes und der deutschen Arbeiterbewegung. Die Konferenz bedauert daher das Verhalten der Minderheit der Reichstagsfraklion am 21. Dezember 1915. weil es die Ge- schlossenbeit der Partei stört und dadurch der Einfluß der Partei auf die Entscheidungen der inneren und äußeren Politik gefährdet werden kann und weil durch dieses Auseinandersallen die Werbe- kraft der Partei gehemmt wird. Die Konferenz verurteilt auf das allerentschiedenste die unsach- liche und persönliche Art, in der auch in dieser Frage von Partei- genossen gegeneinander gekämpft wurde, und verlangt von den Parteiinstanzen, daß diesem unsachlichen Kampfe sowie den Spat- tungsbestrebungen entschiedener als bisher entgegengetreten wird. Die Konferenz beauftragt den Parteivorstand, wie bisher mit allen geeigneten Mitteln aus die Beendigung des Krieges hin- zuwirken und trotz des bedauerlichen Verhaltens namentlich der Mehrheit des französischen sozialistischen Parteitags wieder inter- nationale Fühlung zu suchen. Von der Reichstagssraktion erwartet die Konserenz, daß sie noch nachdrücklicher als bisher in voller Geschlossenheit die Be- seitigung der außerordentlichen Mißstände in der Siche«tellung des Lebensbedarfs rücksichtslos erkämpft, damit dem herrschenden Spekulantenwesen und dem landesverräterischen Wucher schonungö- los das Handwerk gelegt wird. Angesichts der gewaltigen wirtschaftlichen und politischen Pro- bleme, die dieser Weltkrieg gerade der arbeitenden Klasse stellt, erachtet die Konferenz ein einiges, geschlossenes, vom Geiste brüder- licher Demokratie getragenes Handeln aller verantwortlichen Parteistellen und Parteimitglieder für ebenso unbedingt crforder- lich wie eine rastlose Werbearbeit aller für unsere Organisation und Presse."_ Mit der Lebensmittelversorgung beschäftigten sich in Chemnitz die Ausschußvertretcr der Partei- vrganisation des 16. sächsischen Wahlkreises. Nach eingehender Aussprache wurde eine Anzahl Leitsätze angenommen, wie solche im wesentlichen auch von der obersten Parteiinstanz festgelegt wor- den sind. Außerdem wird gefordert die Freigabe der Erörterung von Mißständen auf dem Gebiete der Lebensmittelversorgung durch Presse und Persammlungen. Tie Debatte gipfelte vor allem aber in dem Verlangen nach wirklich durchgreifenden Maßnahmen. Eine Erwiderung Heines. Bezugnehmend auf die von uns in der Sonnabendnuinmcr abgedruckte Erklärung des Genossen Ed. B c r n st c i n ersucht uns Genosse Heine um die Aufnahme nachstehender Erwiderung: „Es ist mir nicht eingefallen, alle 20 Teilnehmer an der SondcrbundSaktion außerhalb der deutschen Sozialdemokratie stellen zu wollen. Gerade weil ich sie für Sozialdemokraten halte, bitte ich sie, sich durch die Tatsachen belehren zu lassen. Aber Leute vom Schlage Rühles und Liebknechts noch zu uuS zu rechnen, habe ich keine Veranlassung. Es fällt mir nicht ein, zu bestreiten, daß die meisten der Zwanzig auch die Pflicht zur Verteidigung des Vaterlandes prin- zipicll anerkennen; täten sie das nicht, so würde ich kein Wort an sie verschwenden. Bernstein unterstellt mir etwas, das ich nicht gesagt habe. Wohl aber leite ich aus dieser VcrtcidigungSpflicht auch die Pflicht des Abgeordneten her, im Kriege dem Vaterlandc die Mittel zu seiner Verteidigung zu gewähren. Ich habe nicht, wie Bernstein behauptet,„die äußere Lage Deutschlands im schwärzesten Lichte dargestellt", sondern habe nach unbestreitbaren Aeutzcrungen unserer Feinde deren A b s i ch- ten gegen Deutschland festgestellt. Daraufhin spricht mir Bern- stein.�Verständnis für die Gedankenwelt der westdeutschen Demokratie" ab. Er hätte statt dessen lieber beweisen sollen, daß er Verständnis für die Bedürfnisse des deutschen Volkes, also auch der deutschen Demokratie hat, indem er aus die Fragen eingegangen wäre, die ich an die Zwanzig gerichtet habe: Ich hatte diese gefragt, ob sie nach den Vorgängen in den Budgetkommissionen des Reichstages und des Landtages noch be- Haupte» wollen, die Politik gewisser privater Kreise wäre die des Deutschen Reiches, ob sie nach den Aeußerungen des Auslands zu der Rede des Kanzlers noch dabei bleiben, daß Deutschland es wäre, das sich nicht zum Frieden bereit erklärte, ob sie noch be- streiten, daß die Feinde Deutschland politischs und wirtschaftliche Vernichtung androhen, ob sie noch nicht zugeben, daß Deutschland deshalb alle Mittel zur Abwehr bereit- stellen müsse, ob sie jetzt anerkennen, daß der«ica noch nicht errungen, unser Land noch nicht gesichert, der Friede noch nicht von dem guten Willen der Regierung abhängig sei, ob sie nun einsehen, daß die Aktion der Zwanzig, anstatt wie sie glauben, dem Frieden und den Interessen der Arbeiterklaffe zu nützen, sie in Wahrheit schädigt? Auf alles dieses gibt Bernsrein keine Antwort. Aber er hält mir die Notwendigkeit vor, die Arbeiterinternationale wieder herzustellen. Niemand kann mehr als ich den Wunsch haben, daß die Völker sich versöhnen und internationale Beziehungen wieder an- knüpfen. Ich habe mich auch deutlich genug gegen jede Völker- Verhetzung gewendet. Aber freilich halte ich es für unsere nächste Pflicht. Deutschland, das heißt seine staatliche Unverfehrcheit und Riacht, sein Wirtschaftsleben und seine Kultur zu erhalten. Erst wenn dies geschehen ist, kann an die neue Herstellung einer Internationale gedacht werden, von der der Stuttgarter inter- nationale Sozialistenkongretz ausdrücklich festgestellt hat. daß sie die Existenz der Nationen zur Voraussetzung habe. Wolfgang Heine." Mus Groß-Serlin. Ein„wohlbernitteltei*. Ach, daß ich ein Minderbemittelter wäre! Nach meiner Meinung bin ich es ja. Aber die Brot- kommission glaubt eS mir nicht. Sie hält mich für einen „Wohlbemittelten", und das hat gewisse Schattenseiten. Ich gebe zu: In normalen Zeiten konnte man allen- falls darüber streiten, ob ich diesseits oder jenseirs der schtver bestimmbaren Grenze stehe, welche die Menschen in Minder- bemittelte und Wohlbemittelte scheidet.— Aber jetzt, in dieser Zeit der Teuerung?— Du lieber Himmel!— Ein Zeitungs- schreiber kann keine Kriegsgewinne einheimsen. Von Kriegs- und Teuerungszulagen haben wir wohl aus anderen Berufen gehört, aber in unseren! Berufe gibt es so was nicht. Mit der Arbeitsmöglichkeit und den Einkünften eines sogenannten »freien Schriftstellers", der nicht umgelernt hat, ist es jetzt man so, so. Also, ich bin ein Minderbemittelter, gelte aber offiziell als „wohlbeinittelt". Eine Wertschätzung, die ich nicht meinem Einkommen, sondern lediglich meiner Bcrufsbezeichnung zu danken habe. Aber diese Ueberschätzung meines Wertes hat den Nachteil, daß ich keine Lebensmittel aus den städtischen Vor- räten kaufen darf.— Na, ich habe mich damit abgefunden, wie mit manchen anderen Erscheinungen dieser Zeit. So ertrage ich den Mangel an Butter und sonstigem Fett zwar ungern, doch mit leidlichem Humor. Wenn ich schließlich mein Brot sogar ohne jeden Zubiß verzehren müßte, so wird mir das erleichtert durch die Erinnerung an meine Jugend. Da war ich froh, wenn ich mich in trockenem Brot sattessen und es mit Zichorienkaffee hinunterspülen konnte. Allerdings: Jetzt ist ja die Brotration etwas knapp. Als„Wohlbcmittclter" und nicht körperlich schwer Arbeitender bekomme ich keine Zusatzkartc. Aber auch darüber komme ich hinweg, so lange ich Kartoffeln in ausreichenden! Maße habe. Die esse ich, wenn sie gut sind, sogar sehr gerne. Nun fehlt mir schon seit mehr ats einer Woche dieser wichtige Bestandteil meiner Nahrung. In der proletarischen Stadtgegend, wo ich wohne, sind weit und breit keine Kar- toffeln zu haben. Wenn sich die Gelegenheit bot, ging ich an den letzten Tagen durch die Markthalle eines anderen Stadt- teils. Da sind vier städtische Verkaufsstellen, reichlich mit Kartoffeln versehen und von Käufern umdrängt. Doch für mich bleibt dieses Nahrungsmittel unerreichbar. Werde ich doch zu den„Wohlbemittelten" gerechnet und darf deshalb für gutes Geld städtische Kartoffeln nicht kaufen. Die Ver- kaufsstände der privaten Ktortoffclhändler aber stehen leer! Alte Ware zu neuen Preisen! Der Fachausschuß der Preisprüsungsstelle Groß-Berlin hat Anlaß gehabt, die Preisaufschläge einer hiesigen Großhandelsfirma zu beamianden. welche für alte, zu billigen Einkaufspreisen gekaufte Bestände annähernd die Marktpreise verlangt. Der FachauS- ich np kann diese Preis st ellung in Erfüllung der ihm obliegenden Pflichten grundsätzlich nicht zugestehen und sieht hierin einen Verstoß gegen die Bundes- ratsverorduung gegen übermäßige Preissteigerung vom 23. Juli 1913, durch welche gerade jeder durch den Krieg ermögltchte Konjunkturgewinn für Gcoenstäu»e des täglichen Bedarfs verhindert werden soll. Nam dieser Ver« ordnung wird bestraft, wer für solche Waren„Preise fordert, die unter Berücksichtigung der gesamten Verhältnisse, insbesondere der Marktlage, einen übermäßigen Gewinn enthalten oder solche Preise sich oder einem anderen gewähren oder versprechen läßt".... Demnach ist für die Beurteilung der Frage, ob ein Konjunktur- gewinn vorliegt, nicht der Marktpreis allein der Maßstab, wie viel- facb irrtümlich der Handel meint, sondern es sind die gesamten Ver- hältnisse zu berücksichtigen, unter denen der Einkaufspreis nur eine wichtige Rolle spielt._ Tie Zuteilung der Butter. Zur Vorbereitung der Austeilung von Butterkartcn soll jeder das Mittelstück seiner vorwöchigen Brotkarte bei seinem Bulter- Verkäufer abgeben. Es mag nochmals hervorgehoben werden, daß es sich bicrbci darum handelt, der Behörde den Ueberblick darüber zu geben, an welchen Stellen der Stadt das Publikum die Butter verlangt. Jeder einzelne ist daher an der Befolgung der Vorschrift lebhaft interessiert. Die Bestimmung, daß der Ankauf der Butter selbst nur gegen Vorlegung der laufenden Brotkarle erfolgen darf, bleibt einstweilen selbstverständlich in Kraft. Im Publikum ist die Meinung verbreitet, daß die Butter- Versorgung in der neugeplanten Form schon in dieser Woche bor sich geht. DaS ist ein Irrtum. Die neue Verordnung tritt erst am 20. März in Kraft._ Konferven-Wucher. In der»Deutschen Schlacht- und Viehhoszeitung" bericktet der Berliner städtische Obertierarzt D r. I u n a ck über eine Erfahrung, die er mit Konservenfett machte. Herr Dr. Jnnack kaufte vor einiger Zeit in einem Laden im Osten Berlins V« Pid. einer als»Leber- schmalz" angezeigten Ware zum Preise von 43 Ps.. deren Preis pro Pfund sich nach Abzug der Packung auf 1,92 M. stellte. Das Präparat war eine bräunliche, fade und stark gepfefferte Masse- Die nähere Analyse ergab folgende Zusammensetzung: Trockensubstanz 22 Proz., Fett 4 Proz., Leberbestandleile waren nicht nachzuweisen. Für 43 Pf. erhält der Käufer also in seinen 123 Gramm Ware 92,3 Gramm Wasser, 5 Gramm Feit, 18 Gramm Stärke, viele zerkleinerte Pfefferkörner, 4,3 Gramm Fleischfasern und Blutbcstandteile: auf die heutigen Preise um- gerechnet ist der Fett-, Stärke- und Eiwcißgehalt der für 43 Pf. gekauften Ware aus 5 Pf. zu veranschlagen; dem Käufer wird also das Neunfache des reellen Wertes abverlangt. Genußwert ist bei dicicm Leberschmalz sozusagen gar nicht vorhanden. Die Konservendose trug keine volle Firmenbezeichnuiig, sie stammte nach der Ansicht deS Herrn Dr. Junack, die durch seine sonstigen Er- iabrnngen auf diesem Gebiete gestützt ist. wahrscheinlich aus Dänemark. Mit um so größerem Bedenken muß man derartige ausländische Fettsurrogate betrachten, als nach Zeitungsanzeigen in Dänemark auch eingegangenes Vieh dort zu hoben Preisen nachgekragt wird. Vermutlidh ist die Ware in großen Mengen noch Deutschland ge- bracht worden. Der heringsartige Geruch dieses„Leberschmalzes" läßt darauf schließen, daß die beigegebenen Fleischfasern aus Fisch« fleisch irgendwelcher Art besteben. Diesem Wucher und Schwindel ließe sich mit Leichtigkeit be- gegnen, wenn eine Verordnung erlassen würde, wonach auf jeder Konservendose in deutlicher, nicht verlöschbarer Schrift der Name und Wohnort des Herstellers und die Bestandteile des Inhalts nach Gewicht angegeben werden müssen. Oeffentlicher Weg? In einem Rechtsstreit zlvischen dem Prinzen Friedrich Leopold von Preußen und dem Amtsvorsteher von Klein- Glienicke handelte es sich um die Frage der Oeffeutlichkeit eines Weges, der vor langer Zeit ein Teil der alten Dorf- straße war, jetzt aber im Privatbesitz des Prinzen steht. Die frag«chcn Parzellen stellen aucd jetzt noch einen Weg dar, der parallel mit der K u r f ü r sl e n st r a ß e zu Klein« Glienicke läuft und au dem einen Ende in die Parkstraße, bei der Karlstraße, mündet, während er mit dem anderen Ende auf die Wannseeslraße stößt. Am Anfang und am Ende deS Weges stehen Tafeln mit der Aussckirisl„Privatweg". Die Gemeinde halte seiner- zeit vergeblich das Hosmarschallamt des Prinzen darum gebeten, den Weg für den öffentlichen Verkehr freizugeben. Später erließ dann der A m t s v o r st e b e r eine wegepolizeiliche Verfügung, durch die er den Weg, also die beiden ihn bildenden Parzellen, s ü r den öffentlichen Verkehr in Anspruch nahm und zugleich die Beseitigung der beiden Tafeln verfügte. Prinz Friedrich Leopold focht die Verfügung durch die Klage an. Der Kreisausschuß in Teltow gab der Klage statt und hob die Verfügung des Amtsvorstehers auf. Der Bezirksausschuß in Potsdam bestätigte das Urteil. DaS Oberverwaltungsgericht hat nunmehr aus rechtlichen Gründen das Urteil dahin abgeändert, daß die eine Parzelle einen öffentlichen Weg darstelle, die andere aber nicht. Ein eigenartiger Zustand. Man darf jetzt den Weg ein Stück binaufgehen, muß dann aber wieder umkehren, um nicht mit den Interessen des Privateigentümers in Konflikt zu geraten. Oder wird nunmehr das Hofmarschallamt des Besitzers den öffentlichen Durch- gang durch den ganzen Weg steigeben? In Berlin ergriffen wurde der 17 Jahre alte Bankbote Max Rcinhold aus Chemnitz, der dort einem Prokuristen 900 Mark ge« stöhlen hatte. Der Verhaftete hatte sich gleich hierher gewandt, um in der Großstadt unterzutauchen. Das Handwerk gelegt. Dem Necht-Zlcmsulentcn LinuS Weih, hier,(Smmmiustraue tmb Rosenthaler Straße 60, ist durch Verfügung des Oberkommandos in den Marken wegen Unzuverlässigkeit auf Grund des Z öd des Gesetzes über den Belagerungszustand die Besorgung fremder Nechtsangelegenheiten verboten worden. Für 40 000 M. Leder erbeuteten Einbrecher in der vergangenen Nacht in der Lederfabrik von Eichlcr in der Kaiser-Frie'drich- Straße 264 zu Neukölln. Sie suchten sich mit Sachkenntnis das beste Sohlenleder aus und schafften es wahrscheinlich mit einem Handwagen weg. Auf die Wiederbeschaffung der Beute ist eine angemessene Belohnung ausgesetzt. Alle Mitteilungen über ihren Verbleib nimmt die Neuköllner Kriminalpolizei im Zimmer 62 cnt- gegen. Die städtische Kochschulc in der DunSerstr. 62/66, in der Nähe der Ringbahnhüfe Schönhauser Allee und Prenzlauer Allee und der Hochbahnhaltestelle Tanziger Straße, hält Tages- und Abend- kurse ab. Das Sommerhalbjahr beginnt am 3. April 1916. Der Unterricht wird vormittags von 8 Uhr bis 12 Uhr und abends von 6 Uhr bis 0 Uhr erteilt. Das Schulgeld beträgt für ein halbes Jahr bei einmaligem wöchentlichen Besuche 6 M., bei zweimaligem wöchentlichen Besuche 12 M. und berechtigt zur unentgeltlichen Teil» nähme an einem Schneider- und Plättkursus in einer städtischen Fortbildungsschule. Auswärtige zahlen doppeltes Schulgeld. Nähere Auskunft wird mündlich und schriftlich erteilt. An- Meldungen werden in der städtischen Kochschule, Tunckerslr. 62/66, Donnerstag, Sonnabend mittags von 12—1 Uhr svom 15. bis zum 89. März, vom 7. April bis zum 13. April, auch Monntag, Donners- tag 8—9 Uhr abends) entgegengenommen. Mit 700 Mark durchgebrannt ist der 23 Jahre alte Dreiradfabrer Martin Libera aus der Stettiner Straße, der in der Kaffee-Grotz- Nösierei von Maaß. Friechrichstr. 292, beschäftigt war. Libera hatte ani vergangenen Sonnabend für 709 Mark Kaffee an die Kundschaft ausgefahren und das Geld gegen Quittung einzuziehen. Er besorgte das auch, ließ dann aber das leere Rad auf dem Lützowplatze stehen und behielt das Geld sllr sich. Er ist noch nicht erinittelt. Ei» tödlicher Straßcnunfall hat sich am Sonnabend am Spittel- markt ereignet. Dort wollte an der Ecke der Seydelstraße ein Herr Oskar Rütter einen Straßenbahnwagen der Linie 91 während der Fahrt besteigen. Er kam jedoch dabei zu Fall und zog sich bei dem Sturz auf das Siraßenpflaster einen schweren Schädelbruch zu. Dieser Verletzung erlag R. auf der nahen Unfallstation, wohin er gebracht worden war. Im Wintergarten ging nunmehr Burg und Taussteins zug- kräftiger Operetteneinalter„Die schöne Komödiantin" mit unvermindertem Erfolg mehr als fünfzlgmal in Szene.— Der bunte Teil des Programms bietet in seiner neuen Zusammenstellung wieder eine reichhaltige und erlesene Fülle erstklassiger Varietekunst. Der Kunstpicifer Gialdini fesselt durch seinen reinen und geschulten Vor- trag. Der Flammen- und Schleifentanz der Spiegellänzerin La Poquita ist reich an wundervollen Effekten. Erstaunliches an equilibristischen und gymnastischen Künsten bietet die Gruppe„Das lebende Spielzeug". Die von A. Salge gestellten klassisch wirkenden Marmorbilder halten sich im Rahmen ernster, hoher Schönheit. Die Tierdressuren, die Ernst Parzina mit seinen Papageien und Therese Renz mit ihrem Elefanten, ihren Pferden und ihrem Hund vor- führten, fordern lauten Beifall heraus. Elegant, schön und sicher wirken die Reigen- und Gruppenläuse der Rollschubläuferinnen. Schließlich trugen auch Karl und Camilla Schwarz mit ibrer ge- schickt durchgeführten Burleske«Der zerbrochene Spiegel" einen vollen Erfolg davon. Strasienspcrrung. Die Oraniensiraße zwischen der Oranien- brücke und der Adalbertstraße wird wegen Gleisarbeiten vom 8. März ab auf ungefähr 6 Wochen für den ganzen Fahrverkehr gesperrt. ßus öen Hemeinöen. Kreistag Niederbarnim. Die nächste Sitzung des Kreistages Niederbarnim findet am Dienstag, den 21. März d. IS., im Kreishause statt. Die Tages- ordnnng enthält 23 Punkte, von denen einige öffentliches Interesse haben. So soll die Uebernahme deS Wasserwerkes der Gemeinde Heinersdorf durch den Kreis erfolgen, um eine gemeinsame Ver- sorgung mit Wasser von Heinersdorf und Buchbolz unter Führring des Kreises zu ermöglichen. Die noch nicht ganz 1009 Einwohner zählende Gemeinde Heinersdorf hat im Jahre 1910 ein Wafienverk mit einem Kostenaufwand von 189 090 M. erbaut, das in Er- Wartung einer größeren Bevölkerungszunahme wesentlich größer angelegt wurde, als dem Anfangsbedarf entsprach. Die erwartete Zunahme der Bevölkerung ist aber ausgeblieben und die Folge davon ist die Unrentab«lität des Werkes. Wird nun die fünfmal größere Gemeinde Buchholz unter der Führung des Kreise? an dieses Werk angegliedert, so ergibt sich erstens größere Rentabilität, und zweitens können auch die benachbarten Gememden Blankenburg und Karow des Segens einer Wasserleitung schneller teilhaftig werden, als das sonst der Fall wäre. Finanziell gestaltet sich die Sache folgender- maßen. Der Kreis tritt in die Verbindlichkeiten der Gemeinde Heinersdorf im Betrage der oben genannten 189 090 M. ein. Die Herstellungskosten einer Verbindungslinie Heins»Sdorf— Vuchholz betragen 61 000 M. und sollen durch ein mit 4� Proz. verzinsliches Darlehen bei der Kreissparkasse aufgobrachl werden. Für die Deckung vielleicht zu erwartender Mindereinnahmen der ersten Zeit wird der Anteil des Kreises an der Reichszuwachssteuer heran- gezogen. Ein anderer Punkt der Tagesordnung betrifft die Bewilligung eines weiteren Kredits zur Zahlung der gesetzlichen Familienunter- stüyung und der dazu gehörigen Kreisguschläge. Die Ausgaben sind durch neue Einbemisungen fortgesetzt gestiegen. Mein im Monat Januar waren dafür 1799009 M. erforderlich. Da die vorhandenen Mittel erschöpft sind, wird vom Kreislage einschließlich der bereits bewilligten Summen ein Gesamtkredit bis zur Höhe von 15 Millioneu Mark gefordert werden. Ueber die Tilgung dieser als Darlehn auf- genommenen Mittel soll kein Beschluß gefaßt werden. Eine weitere Vorlage verlangt die Ausgabe vierprozentiger Schuldverschreibungen des Kreises Niedcrbarnmr bis zur Höhe von 29 Millionen Mark, um für die Kreissparkasse vorübergehend flüssige Mittel zu beschaffen._ Neuregelung der Kartoffclversorgung in Tchöncbcrg. Zur besseren Regelung der� Versorgung der Einwohner mit Kar- toffeln hat der Magistrat die Stadt in drei Versorgungsgebiete ein- gereilt, deren jedes von einem Kartoffelgroßhändler versorgt wird, und zwar in der Weise, daß jeder in einem dieser drei Gebiete wohnende Kleinhändler die von ihm benötigte Menge Kartoffew von seinem für ihn bestimmten Großhändler erhält. Am gestrigen Tage, von dem an diese Einteilung Platz greift, sind wieder 20 Waggons guter Speisekartoffeln eingetroffen, die in der angegebenen Art ver- teilt werden. Der Preis beträgt augenblicklich noch 4 M. für den Zentner._ Keine Erhöhung der Tteuerznschläge in Spandau. Wie der Magistrat bekannt gibt, sollen die bisher gezahlten 159 Proz. Steuerzuschlag auch für das neue Finanzjahr bestehen bleiben. Spandau gehört zu den wenigen Städten, in denen sich die Finanzlage während des Krieges nicht verschlechtert, sondern eher noch gebesseil hat, da Arbeitslosigkeit infolge der Masseneinstellungen in den königl. Fabriken nicht vorhanden war. Die Staatsarbeiter habe» bisher durch Sammlungen etwa 339 000 M. aufgebracht und zur Unterstntzlmg der Familien der Kriegsteflnehmer an die Stadlkasse abgesiihrt. Da Spandauer Krieger- frauen bei der Einstellung in den königlichen Fabriken bevor- zugr werden und insbesondere ans linderlose Kriegerfraucn ein Druck auf Arbcitsannahme ausgeübt wird, spart die Stadt große Summen au UnterstiitzungSgeldern. Der Elcktrizitäts-Etat weist so große Ueberschüsse auf, daß es möglich war, die Kilowaltstunde»m 3 Pf. zu verbilligen. Verichwunden ist auch die lange Jahre bc- stehende Kinderwagensteuer, die allerdings nur einen lächerlich ge- ringen Beirag brachte. Bedauerlicherweise ist die 4-M.-Steuerstufe für Personen mit einem Einkommen unter 900 M.. trotzdem ein diesbezüglicher Antrag der Stadtverordneten vorlag, nicht aufgehoben worden. Außerordentlich stark gehoben hat sich der Straßenbahn- verkehr, so daß es der Siraßenbahndireklion trotz größerer Ein- stellnng von Arbeitern nicht möglich ist, den gewaltigen Verkehr zu bewältigen._ Krankcnkasscn-Ausschuhtvahlen in Britz. Zu deu� bevorstehenden Ausschußwahlen für die Arbeitnehmer der Britzer OrtSkrankenlasse werden die bei obiger Kasse Versicherten sowohl als auch die Vertrauensleute der einzelnen Betriebe ersucht, bis spätestens 13. März beim Obmann der Unterkommission Genossen A. Hendrischke, Neukölln, Thomasstr. 26, geeignete Vorschläge einzu- reichen. Zu wählen sind 20 Ausschußmitglieder, 40 erste und 40 zweite Ersatzmitglieder. Wählbar ist jede über 21 Jahre alte bei obiger Kasse versicherte männliche oder weibliche Perlon. Berliner Gewerkschaftskommission, Bezirk Neukölln-Britz. Soziales. Eine Tänzerin ohne Gage. Ein Engagementsvcrtrcig, durch den die Unternehmerin ihr geschäftliches Risiko auf die Arbeituehmenn abzMvälzen sucht, unterlag der Beurteilung der Kammer 6 des Geweroegerichts. Es handelt sich um einen Fall aus Artistenkreisen. Die Beklagte, Frau Ida Bauer, hatte als Ensembleleiterin vier Tänzerinnen engagiert, eine alrobatische Tanznummer mit ihnen eingeübt und suchte für diese Nummer Engagemeuts in Varietes. Frau Bauer war also ihren Tänzerinnen gegenüber Arbeit- geberin, die durch das Aufireteu ihrer Truppe Ge- schätze machen wollte. Derartige Verhältnifie sind im Arlistengcwerbe alltägliche Erscheinungen. Ein Mitglied der Truppe war die Klägerin, Fraulein Tilla Pincus. Sie wurde Mitte Oktober von der Beklagten engagiert gegen eine Monatsgage von 120 M. Nach dem EngagementSvertrage sollte die Klägerin die Proben un- entgeltlich mitmachen, Gage erst vom Tage des öffentlichen Auf- tretens ab erhalten und zwar die volle Gage nur für die Zeit, wo die Truppe ein Engagement bat und die halbe Gage für die Zeit, wo die Truppe ohne Engagement sein würde. Die übrigen Mitglieder der Truppe wurden von der Beklagten erst am 1. Dezember engagiert. Dann begannen die Proben, die einige Wochen dauerten. Darauf wartete Frau Bauer auf Engage- ment für die Trupve, bekam aber keins und löste die Truppe im Januar wieder auf. Nach dem Wortlaut des Vertrages hätte nun die Klägerin für die drei Monate, wo sie bei der Beklagten im Engagementsverbältniö stand, keinen Pfennig zu beanspruchen, denn die Truppe war ja nie öffentlich aufgetreten. Die Beklagte glaubte aber besonders großmütig zu sein, indem sie Fräulein Pincus für jeden Monat 39 M. zahlle. Doch diese war damit nicht zufrieden, sondern beanspruchte durch ihreKlageZahluugderhalbenGage, also noch 39 M. pro Monat. Der gerichtliche Sachverständige für Artistcnangelegenhciten, Vorsitzender der Jnier- nationalen Artisienloge, Buldermann-Konorah, den das Gericht zur Abgabe eines Gutachtens geladen hatte, bekundet, der v o r l i e g e n d e V e r t r a g widerspreche den i m A r t i sten- beruf üblichen Gepflogenheiten, lieblich sei, daß für die Zeit, wo eine neue Nummer einstudiert wird, Sustentationsgage oder freie Beköstigung gewährt und dann für die engagementslose Zeit die Hälfte, für die Zeit, wo die Truppe im Engagement steht, die volle Gage gezahlt werde. Daß der Leiter einer Truppe für die Zeit, wo er kein Engagement für die Truppe bat, den Mitgliedern die sogenannte Pausiergagc zahle, sei als llnternehmerrisiko anzusehen. Auf Grund dieses' Gutachtens kam das Gericht zu dem Standpunkt, der Vertrag enthalte für die Klägerin unzulässige Härten, er stehe mit den im Gewerbe herrschenden Gebräuchen so lehr im Widerspruch, daß er nicht als bindend angesehen werden könne. Die Klägerin habe für die ersten vier Wochen die Sustentationsgage und für die folgende Zeit die Pausiergage zu beanspruchen. Hierauf schloffen die Parteien einen Vergleich, wonach die Klägerin 69 M. bekommt. Koiiiniiinale Steuerfreiheit der Gencralsupcrinteildcntcn. Geistliche sind nach der Verordnung von 1897 hinsichtlich ihres Diensieinkommens von der Gemeindeeinkommensteucr frei. Mit Rücksicht auf die entsprechenden Vorschriften beanspruchte Herr Dr. Keßler in Berlin, Pfarrer an St. Matthäi und General- superintendent für die Neumark und Niederlausitz, durch Klage gegen den Berliner Magistrat seine gänzliche FreisteLung von der Gemeinde- einkommensteuer, zu der er für das Jahr 1913 mit 146 M. heran- gezogen worden war. Es kam nur Drensteinkommen in Frage. Der Magistrat trat dem Klageanipruch entgegen. Herr Keßler sei im Hauptamt Geucralsupscindeut und als solcher Staatsdiener. Da er für das mit seinem Amt als Generalsuperintendent ver- bundene Pfarramt von der Matthäikirche kein besonderes Gehalt bekomme, so stehe ihm nicht die gänzliche Freiheit von der Ge- meindeeinkommensteuer zu. die nach der Verordnung von 1867 den «Kirchendienern"(G e i st l i ch e n) zukäme. Das Steuervorrecht der Staatsbeamten— Heranziehung nur nach dem halben Dienst- einkommen— sei schon bei der Heranziehung des Klägers berück- sichligt worden. Der Bezirlsausschnb stellte aber Herrn Keßler gänzlich von der Gemeindeeinkommenfteucr frei. Das Oberverwaltungsgericht bestätigte am Montag die gänzliche Freistellung und führte aus: Der Gerichtshof stehe auf dem Standpunkt, daß alle Generalsuperinten deuten, auch wenn sie nicht an einer bestimmten Pfarrstelle angestellt sind, ein g e i st l i ch e s A m t in der evangelischen Landeskirche bekleiden und das Stcuervorrecht der Geistlichen genießen. Gerichtszeitung. Doppelche. Unter der Anklage der Doppelehe stand gestern die Frau Minna Karoline Reetz geb. Frank vor der ersten Strafkammer des Landgerichts I. Die Angeklagte hatte im Jahre 1993 in KöSlin einen Arbeiter geheiratet, mit dem sie dann in sehr unglücklicher Ehe lebte. Ihr Ehemann war ein Säufer, der sie arg mißhandelte. Sie machte eines Tages kurzen Prozeß und lief ihm davon. Sie vermietete sich, um von dem Manne nicht gefunden zu werden, unter dem Namen einer Bekannten namens Birkholz, die ihr ihren Geburtsschein über- lasten hatte. Im Jahre 1997. als ihr erster Mar» noch lebte, ging sie eine neue Ehe mit einem Landarbeiter Reetz ein. wobei sie sich dem Standesbeamten gegenüber des Mädchennamens Birkholz unter Borweisung des Geburtsscheins bediente. Erst nachdem sie ein paar Jahre wieder verheiratet war, starb ihr erster Ehemann, indem er in der Trunkenheit von einem Wagen herunter fiel und sich den Schädel zerschellte. Mit dem neuen Ehemann, der jetzt im Felde steht und dem sie zwei Kinder geschenkt bat, lebt die Angeklagte in glücklicher Ehe. Die ganze Sacke ist durch Zu- fall gelegentlich eines gerichtlichen Aktes ans Tageslicht gekommen. Das Gericht berurieikie die Angeklagte zur geringsten zu- lässigen Strafe von 6 Monaten Gefängnis. Man darf wohl erwarten, daß eine Vollstreckung der Strafe nicht crsolgcn wird.___ Verlustlisten. Die Verlustliste Nr. 472 der preußischen Armee enthält Verluste folgender Truppen: Infanterie usw.: Garde: 4. Garde-Reg. z. F.; Gardc-Füs.- Neg.; Garde-Ros.-Jäger-Bataillon. Grenadier-, Infanterie- oder Füsilier-Rogimenter Nr. 1, 2, 7, 9, 12, 14, 16, 19(f. Res.-Jnf.-Rcg. Nr. 222 und Besatz.-Reg. Nr. 3 Posen der Besatz.-Brig. Nr. 2 jNüdigerj), 24(s. Nes.-Jnf.-Neg. Nr. 222), 31, 33, 35. 39, 42, 43, 44, 58(f. Besatz.-Reg. Nr. 3 Posen der Besatz.-Brig. Nr. 2 sRüdiger)), 67, 79. 74. 78, 81 bis einschl. 86, 89. 01 bis einschl. 97. 99, 199 (s. Fernspr.-Abt. Nr. 14), 119 bis einschl. 114, 118 ts. Res.-Ins.- Reg. Nr. 222), 128 bis einschl. 131. 186, 137. 138, 149. III, 144 (f. Nes.-Jnf.-Neg. Nr. 2221, 146, 147, 148, 150 bis einschl. 133, 15] (ß Besatz.-Reg. Nr. 3 Posen der Besatz.-Brig. Nr. 2 sRüdigeri), 155 bis einschl. 161, 163. 164, 166. 167, 169, 179, 171, 173, 189. 193. 373 bis einschl. 377. Res.-Jnf.-Regimenter Nr. 8, 5(f. Ins.-Reg. Nr. 375), 7, 8, 9, 11, 34, 35, 67 bis einschl. 70, 79, 81 bis einschl. 84, 87, 88, 93, 98, 99, III, 118, 130, 201(f. auch Res.-Jnf.-Rcg. Nr. 1>, 203, 204, 205, 207, 208, 209, 212 bis einschl. 219, 221 bis einschl. 224. Ers.-Jnf.-Nogimenter Königsberg Nr. 2(s. Jnf.-Reg. Nr. 376) und Hoffmann. Res.-Ers.-Jnf.Reg. Nr. 4. La ndw.-Ins.-Regimenter Nr. 2, 7, 19, 11, 15, 13(s. Landw.-Jnf.-Neg. Nr. 841, 35. 76, 83, 84, 93, 99, 118. Besatzungs-Negimenter Nr. 2 Posen der Besatz.-Brig. Nr. 1(Toussin) und 3 Posen der Besatz.-Brig. Nr. 2 /Rüdiger>. Landst.-Jnf.- Bataillon Tilsit(f. Ers.-Jnf.-Reg. Hofsmann). Jäger- Bataillone Nr. 4, 11, 14. Feslungs-Radtz-Komp. Neubreisach. Maschinengewehr-Abt. Nr. 3; Maschinengewehr-Ergänzungszug Nr. Nr. 339(f. Jnf.-Reg. Nr. 02) Kavallerie: Dragoner Nr. 4, 21, 24. Husaren Nr. 1, 12, II. 16, 17. Ulanen Nr. 11. Jäger zu Pferde Nr. 3 und 13. Kav.-Rcg. Nr. 85. Feldartillevie: 4. Garde.-Reg. Regimenter Nr. 2, 17, 24, 38, 45, 46, 75, 92, 108; Res.-Regimenter Nr. 11, 21, 239. 1. Landst.- Batterie des 6. Armeekorps. Fußartilleric: Regimenter Nr. 6, 7, 9; Nef.-Reg. Ztr. 7. Pioniere: III. Garde-Pionier-Bataillon. Reg. Nr. 23. Ba- taillone: I. Nr. 2. I. Nr. 9, II. Nr. 11, II. Nr. 15. Kompagnie Nr. 194; Res.-.Komp. Nr. 82; 2. Landw.-Komp. des 18. Armeekorps. Minenwerfer-Kompaginen Nr. 162, 246, 312. Verkehrstruppen: Militär-Ersenbahn-BctriebSamt Gent I. Eifenbahn-Hilfs-Bataillon Nr. 4. Telegraphen Bataillon Nr. 2. A rmee-Fe r n sp r.- Abt. Nr. 14; Fernfp.-Abt. Nr. 14. Fcldflieger- truppe. Kraftfahr-Bataillon. Train: Tram-Abt. Nr. 2. Leichte Proviantkolonnc Nr. 6 dcc 11. Armee; Schwere Provianttolonne Rr. 5 des 2. Armeekorp--. Res.-Proviantkolonne Nr. 21. Res.-Fuhrparkkolonnen Rr. 5 des 9. Armeekorps und 19. Res.-Bäckereikolonne Ar. 4. Sanitäts-Formationen: Sanitäts-Äomp. Nr. 2 des 14. Armee- korps; Res.-Sanitäts-Komp. Nr. 49. Bewachungskommando des Kriegsgefangenenlagers Parchim. Referve-Bekleidungsamt. des 7. Armeekorps. # Die bayerische Verlustliste Nr. 253 veröffentlicht Liste Nr. 1 der iu 5triegsgefangenschaft befindlichen und jetzt in der Schweiz untergebrachten bayerischen Heeresangehörigen. Außerdem meldet sie Verluste des 1., 2., 3., 5., 6., 7., 8., 9., 19., 11., 13., 14.. 15.. 16., 17., 18., 19., 21., 22., 23.. 24., 25. Infanterie- Regiments; Res.-Jnf.-Regimenter Nr. 1, 2, 3, 5, 6, 7, 10, 11, 12, 13, 14, 15, 16, 18, 20, 23; Landw.-Jnf.-Reg. Nr. 1, 2, 3, 4, 5, 7, 8. 10, 12, 15; Brigade.-Ers.-Bataillon Nr. 2, 4, 7; Landsturm-Jnf.- Bataillone: Ansbach, Kissingen, Passau II; Landst.-Juf.-Ers.-Bat!. Unterfrankeu I. 2. Schweres Reiter-Reg.; 1., 2. Ulanen-Reg. 1., 10., 11., 12., 19. Feldart.-Reg.; Res.-Feldart.-Regimsutcr Nr, 8, 19; Landw.-Feldart.-Rcg. Nr. 6. 1., 2. Fußart.-Reg.; Batterien Nr. 359, 577, 616; Res.-Fußart.-Regimenter Nr. 1, 3; 1. Landst.- Bataillon III A. K. Pionier-Reg.; 1„ 2., 3. Pionier-Bataillon; Pioirier-Komp. Nr. 196; Minenwerfer-Romp. Rr. 1, 295, 298; Ref.- Pionier-Bataillon Nr. 4; 1. Landw.-Pionier-Komp. des 1. Armee- korpS; 1. Pionier-Ers.-Komp. Armee-Telegr.-Abt. 6; Fernspr.- Abt. 1 und 2; Art.-Flieger-Wt. 102. Jnf.-MuuitionSkolonne 1 (Staffel 3); Art.-Munitionskolonne 2(11. Jnf.-Tiv.); Sanitäts- Komp. 1 dcö 1. Armeekorps. Etappen-Fuhrparkkolounc 4 des 1. Armeekorps. Etappen-Kraftlvagenkolonne 2(6. Armee). Ar- mierungs-Wataillon Nr. 3. Berichtigungen. Die sächsische Verlustliste Nr. 269 veröffentlicht Liste IV über die aus englischer Gefangenschaft zurückgekehrten sächsischen Heeresangehörigeu(Austauschgefaugene) und Liste Rr. 1 der in Kriegsgefangenschaft befindlichen und jetzt iu der Schweiz unter- gebrachten sächsischen Heeresangehörigeu. Außerdem cuthält sie Verluste der Jnf.-Regimenter Nr. 193, 194, 178, 181, 182, 346; Res.- Jnfantcric-Regimenter Nr. 109, 102, 244; Landwchr-Jnfautcric- Regimentcr Nr. 199, 192, 194; Ers.-Jnfanterie-Regimentcr Nr. 23, 24, 32, 49; Jägcr-Bataillon Nr. 13; Feld- Maschin engeweh rz iige Nr. 98, 180, 181, 387, 390, 391; Feldart.-Rcguncuter Nr. 64, 68, 77, 78, 245; Res.-Feldart.-Reg. Nr. 54; Feldart.-Ers.-Reg. Nr. 47; Fußart.-Reg. Nr. 10; Landst.-Bcrtaillon(XIX. 1); Batterien Nr. 123, 291._ Mus aller Welt. „Unser trocken Brot gib uns heute l" Der evangelische Pfarrer Adolf Kappus in Dortmund preist in der„Christlichen Freiheit" in hohen Tönen das trockene Brot. Der Schluß seiner Predigt lautet: «Und auch für den Frieden werden wir ein gutes Stück von dem Spartanertum brauchen können, als dessen Verkörperung Brot ohne jeden Belag gelten kann. Ja, wenn es nicht gegen die preußische Agende ginge, so möchte ich wohl im Einllang mit dem Geist Jesu in der nächsten Zeit allsonntäglich beten: Unser trocken Brot gib uns heute!" Der Herr Pfarrer gibt sich Mühe, seine Predigt vom trockenen Brot dem Volke vorzuleben, denn er erzählt:„Wenn ich des Abends beim Weine sitze, so lasse ich mir immer schon Brot dazu geben und freue mich der kopfschüttelnden Blicke der Kellner." Demnach scheint das neue Vaterunser auch nach der gewünschten Aenderung des Pfarrers Kappus noch nicht ganz vollständig zu sein. Die Bitte„Unser trocken Brot gib nn? heute!" müßte doch Wohl den Zusatz erhalten:«Und einen guten Tropfen dazu!" Erziehung ohne Völkerhah. Aus Amsterdam wird der Wiener„Arbeiter-Zeitung" geschrieben: Ein Mitarbeiter deS.Nieuwe Notterdamschcn Courant", der seine Tochter in einer Schule in Peters field hat, hat sie unlängst besucht und erzählt nun folgendes über die in dieser englischen Erziehungsanstalt herrschende Denkweise:„Ein Lehrer hatte einmal am Abend einen Vortrag über BrahmS gehalten und deutsche Lieder gesungen. Niemand nahm Anstoß daran. Keiner der hundertsechzig Schüler wurde durch entrüstete Eltern nach Hause gerufen. Und meine Tochter berichtete Iveiter: Als sie schon drei Wochen in der Schule war, fragten einige Mädchen im Gespräch so beiläufig, ob sie eine Deutsche sei. Die Frage beweist schon, daß sie auf die Antwort kein besonderes Gewicht legten. Im andern Falle würden die Mädchen doch die Kopfe zu- sammengefteckt haben, um über diese Möglichkeit, daß ein„feind- licheS" Kind in der Schule fei, zu sprechen, und hätten diejenigen Schüler, die den Bruder dieser Schülerin noch als Kollegen gekannt hatten, gesagt:„Nein, sie ist eine Holländerin". In der Haltung der Mädchen war nichts, was darauf wies, daß sie der Frage irgend welches Gewicht beilegten, und sie zeigten sich als würdige Schülerinnen des Direktors, Herrn I. H. B a d l e y, der mir sagte: „Wir haben ehemalige Schüler auf beiden Seiten des Kampsfeldes". So gibt es in England Kreise, die noch von keiner unbarmherzigen Erbitterung ergriffen sind. Es wird nach dem Krieg noch Menschen geben.._ Ter Wcize» als Ttrohsack. Das„Fränkische Volksblatt" des Zentrumsabgeordneten Gerstenberger berichtet am 15. Februar„aus dem Kahlgrmrd": „Die Aufnahme der Getreidevorräte wird diesmal sehr genau ge- nommen, und vielfach finden Durchsuchungen der Räume durch die mit der Ausnahme betrauten Leute statt. Es wird hierbei Getreide an manchen Orten wohlversteckt gefunden zum Schaden der Besitzer. In einem Orte des Kahlgrunides rühmte sich ein Landwirt, daß bei ihm nichts gefunden worden sei. Eine weitere unvorsichtige Aeußerung scheint aber ihren Weg zur Gen- darmcrie gesunden zu haben, denn eine nochmalige Nachschau förderte ein schönes Quantum Weizen zutage, das im Bett als Strohsack verborgen war." Diese findige Art, das Getreide den suchenden Blicken zu cnt- ziehen, scheint bereits Nachahmer gefunden zu haben. So meldet die„Post" einen Fall aus Gustedt(Bezirk Hildesheim), wo bei einem Hofbesitzer üv Zentner Weizen und Hafer in den Betten entdeckt wurden, die der Beschlagnahme verfielen. Große Heringsfinige. Wie der„Tägl. Rundschau" auS Schleswig- Holstein geschrieben wird, ist dort die Nachricht von dem Fang ungeheurer Heringszüge im Skagerrai und im Kattegat eingetroffen. An einem Tage der vergangenen Woche wurden von den Heringsfischern Fische im Werte von über 675 000 M. gefangen und gleich verkauft. Die Ware füllte 20 000 Kisten, der Preis be- trug zwischen 83 und 34 M, die Kiste. Das ist. wie die«T. R." zutreffend bemerkt, im Verhältnis zu dem Riesenfang ein viel zu hoher Verkaufspreis. Ein einziger Fischdampfer hatte für 43 000 M. Heringe an Bord, die das Ergebnis eines einzigen Zuges waren. Seit langen Jahren ist ein derartiges Fangergebnis eines einzigen Tages nicht dagewesen. Da die Nordseestürme nachgelassen haben, sind weitere große Heringsfänge und auch Sprottenfänge zu er- warten. Leider stehen Sprott und Hering immer noch viel zu hoch im Preise, wurden doch in Kiel auf dem Wochenmarkie, also an der Zufuhrquelle, 43 Pf. für das Pfund Heringe verlangt und bezahlt. Parteiveranstaltungen. Karlshorst. Mitgliederversammlung Miltwoch, den 8. März, abends 81/3 Uhr, bei P e r s l c, Ecke Adalbert- und Rödel- stratzc. Der Frauen-Leseabend findet am 15. März in der „Sonne" statt. Borsigwalde-Wittenau. Der Zahlabcnd sür sämtliche Bezirke findet Witteitra(je 75 bei Bethwetl statt. Friedrichshage». Mittwoch, den 8. März, abends 80, Uhr, Mitgliederversammlung bei Witwe Lerche. Friedrichstraße 112. Vortrag des Parteisekretärs Genossen Hermann Müller(Milgl. des Parteivorstandes) über:„Ans der englischen Arbeiterbewegung." Die Mit- glieder und die Frauen der Mitglieder der Kriegsteilnehmer werden ge- beten, recht pünktlich zu erscheinen. Stegllh. Eemeinsäiner Zahlafiend sür den Südender Orts teil bei Jacob, Stephaustr. V. Für alle anderen Abteilungen Bei Schellhaasc, Ahornstr. 15a. Sriefkaften der Redaktion. S. 33. 1. Ja. 2. Die Ausstellung erfolgt unseres Wissens gebühren- frei aus dem Polizeipräsidium.— W. N 100. Die Berpflegungsgeider sind zu zahlen, der Betreffende müßte sich beschwerdeführend an den Vor- gesetzten wenden.— 10. M. Eine Schadenersatztlage gegen die Bahn halten wir sür völlig aussichtslos.— R. U. 100. Dauernd gannion- und arbeitsvcrwendungSnnsähtg.— B. K. 55. Da Sie erst im"Januar 1914 aus der Kirche ausgeschieden sind, haben Sie noch die Kirchensteuer für das Kalenjahr 1915 zu zahlen.— 21. Bö. 50. 1. Ja. 2. Der Antrag ist an die Polizeibehörde, Beschwerde an das Kriegsministerium zu richten.— I. I. 18. Die Unterstützung wird nicht nachbezahlt, ein Antrag hat keine Aussicht auf Ersolg.— W. M. 057. 1. und 2. Ja, 3. Nein. — 21. L. L. 100, Ihr Mann muß um Rückzahlung des Fahrgeldes nochmals mahnen.—(T-. K. 37a. Zeitig garnisonverwendungssübig. — K. R. 29. 1. Die Steigerung und Kündigung kann erfolgen. 2. Ja. — W. W. 87. Ja.— Marie 3. Wir würden Ihnen zum Abschluß eines neuen Vertrages nicht raten; der erste Vertrag mit der Unterschrift Ihres Mannes ist gültig.— Sch. 1083. Mahnen Sie um Zusendung der Papiere.— Vi. M. Nein.— W. Sz. 100. 1. ES kommt zwar aus die über die Kündigung getroffene Vereinbarung an, die Kündigung zu deni genannten Tage aber erscheint unS unzulässig. 2. Ja. ein gesetzlicher Anspruch darauf besteht nicht. 3. Ja.— B. Z. 100. 1. Der Gnadenerlaß bezieht sich nicht auf militärgerichtlich erkannte Strafen. Ihre Strafe ist deshalb nicht gelöscht. 2. Ja.— 2l. S. 2. Wegen Lungen- krankheit zurückgestellt.— C. 3. 1. und 2. Nein. 3. Die Mutter kann beantragen, daß ste selbst als Vormund bestellt wird. 4. Nein. 5. Ja. WettcrauSfichte» für das mittlere Norddcutschland vis Mittwoch mittag. Kühl und vorherrschend wolkig oder nebelig. Im Süden ziemlich zahlreiche, im Norden mehr vereinzelte geringe Nieder- schlage. Dazwischen zeitweise aufklarend. Am Sonnabend, den 4. März, verstarb nach schwerem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater und Bruder, der Schrijtsctzerinvalide Adolf Mantel | im 71. Lebensjahre. Pauline Hantel und Töchter. Emma Gressin. 358b I Die Beerdigung findet Mittwoch, nachmittag? 8 Uhr, von der j 1 Leichenhalle des städtischen Zenwalsriedbofes in Friedrichsfelde aus statt. TYPOERAPHIA. Den Mitgliedern die betrübende Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied, Kollege Adolf Mantel am Sonnabend nach schwerem Leiden verschieden ist. Ehre seinem Andenken: Die Mitglieder werden gebeten, unserm braven Kameraden das letzte Geleit zu geben. Beerdigung siehe vorstehend. Ader Verstand. �isIlimoiff'Mvei'Vziilvmiii sreptM-öwMeMki]. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse »ans Tübbecke gestorben ist. Ehre seinem Andenken: Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 8. März, nachm. 5 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Treptower Gemeinde- Friedhofes. Kicshotzstraße(Lahn- station Bamnschuleweg) aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Verdsrn! il. taera- o, Miihlen- arbeitepujerw.Benilspossen. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, baß unser Mitglied, der Brauer Hans kiexer (Brauerei Fricdrichshain) Nach Iffzjährigem Kriegsdienst bis zur'Entlassung beurlaubt verstorben ist. Ehre feinem Andenken: Die Beerdigung findet heute Dienstag, den 7. März, nach. mittags ö'l, Uhr, auf dem Bar- thotomäuS-Kirchhos in Weißcnsee, Fatkenbcrger Straße, statt. Wir teilen serner mit, daß der Kollege, Mitjahrer Otto Riemke (Schloßbraucrei Schöneberg) gestorben ist. Ehre seinem Andenken: Die Beerdigung findet heute Dienstag, den 7. März, nach- mittags 3'/, Uhr, ans dem Ge- meindesriedbose der Stadl Schöne- berg(Blanke Hölle, Eythstraße) statt. Um zahlreiche Beteiligung wird ersucht. 43/11 Die Ortsverwaltung. Am 4. März starb im Kreis-, kranienhaus Britz an Herzschwäche mein lieber Viani: und treu- sorgender Vater seiner Kinder, unser guter Sohn, Bruder und Schwager, der Schriftsetzer, zuletzt� Lagerverwalter ttans Tübbecke im Alter von 37 Jahren. Im Austrage der trauernden Hinterbliebene,: Amanda Tübbecke geb. Feld, nebst Kindern, Berlin-Baumschulenweg, Schraderstr. 1. Die Beerdigung findet am Mitt- wvch, den 8. März, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Treptower Gemeinde-Fried- hoses, Kicsholzstraße(Bahnstatton Baumschnlenweg) aus statt. 3ögb MM der Ireien Gast- und Schankwirte Dentsctilands. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, j daß der Kollege Fritz Goerke Ebcrtystr. 39, Bezirk 3 am 3. März verstorben ist. Ehre feinem Andenken? Die Beerdigung findet heute| Dienstag, den 7. März, nachmittags 4 Uhr, von der Halles des AuserstehungS- Ktrchhoses in Weißensee aus statt. 73/11 Die Ortsverwaltung. Deutscher Holzarlieiterrerbanl Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Tischler Robert Krüger Manteuffelstr. 72 im Alter von 95 Jahre» ge- storben ist. Ehre seinem Andenken: Die Beerdigung findet am Dienstag, den 7. März, nach- mittags 2'/„Uhr, von der Halle des Zentral-Fn'edhoseS in Friedrichs- selbe aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 83/14 Die Ortsverwaltung. Verband der Gemeinde- u. Staatsarbeiter, Filiale Groß-Berlin. Unseren Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege Gustav Strempel welcher im Betriebe des Gas- Werkes Gitschiner Straße be- schäsligt war, verstorben ist. Wir werden ihm ein ehrende? Andenken bewahren. Die Bestattung findet am Dienstag, den 7. März, nach- mittags 1'/, Uhr, von der Leichen- Halle der Sankt-Simeonsgemeinde, Tempelhoser Weg, aus statt. 32/15 Die Drtsverwalwng. Deutscher Transportarbeiter-Verband. Bezirksverwaltung GroB-Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Nollkutscher Hemneli Spaarmann am 3. März in: Alter von 68 Jahren verstorben ist. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Dienstag, den 7. März, nach- mittags 4 Uhr, von der Leichen- Halle des Gemeinde-FriedhoseS in Liebcnbergen aus statt. 62/11 Die Bezirksveewaltung. Drtskrankenkasseüir die Gewerbe der Tischler a. Pianolortearbeiter zu Berlin. Am 3. März verschieb noch kurzem Leiden unser langjähriges Borstandsmitglied Robert Krüger im Aller von 65 Jahren. Ehre feinem Audenke»? Die Beerdigung findet heute Dienstag, den 7. März, nachmittags 2>/, Uhr, auf den: Zentral-Fried- hos in Friedrichsseide statt. 267/3 Der Verstand und die Angestellten der Kasse, Soziaidemokraüscber Wahltferein Kreis Kiederbarniin. Bezirk Eichten berg. Am Freitag, den 3. März, ver- starb nnier Mitglied, der Genosse Schankwirt l.ouis Wildner Frtedrich-Karl-Straße 9/10 (Gruppe 14). Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Dienstag, den 7. März, nach- mittags 2'/, Uhr, von der Leichen- halle des neuen Jakobi-Kirchhofes, Neulölln.Hermannftraße, aus statt. Rege Beteiligung erwartet 12/9_ Die Bezirksleitung. Ein Opscr des Weltkrieges wurde am 25. Februar 1916 unser Sohn und Bruder im Aller von 24 Jahren. In ttesem Schmerz A Otto und Ottilie Gerndt Kurt Gerndt(z. st. i« Feld.). Fahrradankanf Weberstraße 42. AIS Opfer des Weltkrieges fiel am 11. Februar 1916, nachdem er daS vierte Mal ins Feld zog. unser lieber Bruder, Schwager und Onkel, der Füsilier A Richard Albrecht hn 28. Lebensjahre. Die trauernden Geschwister. Ruhe sanst in fremder Erde! Kinmeu- und örantdiilderki von Hoberl Meyer,' Jnh.; P. Golletz Marianncnstr. 3« T6l.Mpl.346 SMt» Ml 119(1 Wenn der Dichter von Schönheit schwärmt, so verweilt er besonders gern bei den Augen. Sie sind der Spiegel der Seele. Dennoch scheuen viele Mqns�n nicht davor, diese koßbaren Spiegel schlecht, hä�fich oder schief einzurahmen, indem sie ebenso unschöne wie unpassende Auqengläfer tragen. Solche minder- wertiaen oder unvechtändrg angepaßten Formen haben es vechchuidet, daß manche Leute glauben, Augengläser entstelen immer selbst das schönste Frauenzimmer. Grade da? Gegenteil ist aber wahr. Ein schöne», gutsitzendes, gutanOepaßteS Augenglas ist nicht nur überaus kleidsam, sondern verleiht auch dem Träger einen Ausdruck von Intelligenz und Bildung. Ja. in früheren Jahrzehnten wurde jeder besser gekleidete Herr, der einen Kneifer trug, mit„Herr Doktor' angeredet. Vielleicht entsprang daraus die Unsitte, daß junge Leute Kneifer oder Monocle unnötig trugen. Heute ist eS anders geworben. Man weiß, daß richtig angepaßte Augengläser dem Sehen nützen und dem Aussehen zum miichesten nicht schaden. Wenn aber eine Dame dennoch für die Straße ein Augengla» vermelden will, so findet sie bei miS schöne stilvolle Lorgnetten und Lünetten, die sicher schön und vornehm wirken. Kostenlos Sind'* die Augen, Geh' tu Ruhnket prüfen wir Augen und Sehkraft mit Sorg> falt und garantieren für paffende ET-'- sowie für Hastbarkeit aller Fasfungen 4.K0 M. an. Dafür erhallen Sie vei un» gen von bon einen guten Gok-DouRb-Kneifer(ohne Gläser) und dazu noch ein Jahr Garantie, d. h.„so lange alle Reparaturen umsonst". selbst wenn die Fassung durch Ihre Schuld zerbrochen wird. Rur für Hornteile, Schild- Patt und für zerbrochene Gläser haben Sie zu zahlen. Ein Paar einfache Gläser kosten bei iulS 1 M, stcri gewölbte. punktuell abbmende Punktorit» Gläser nur S M. da» Paar. Taucntzien-Str.15, ELfiarburgerSlr. -kriedrich-Str. 150, E. Dorotheän-Str. „ 180, Ecke Tauben-Sir. Leipziger Str. 113. Ecke Mauer-Str. Optiker Ruhnke, Verlin. inger| cruHe-Skk. 72 Lilll-Mr.l, s.Potsdam«: e SonMag» von j?— L Uhr geöffnet i.ELruimen-Tt,. -Str. Auf dem Schlachtfelde fiel unser lieber Kollege, der Schriftsetzer Wilbelm Fölsch im Alter von 33 Jahren. 363b Ehrendes Andenken bewahren ihm Die Kollegen der Allgemeinen Fleischer-Zeitnng A.-G,, Berlin C. 19. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden meiner lieben Frau und Mutter sagen wir allen sowie der Kranken- und Sterbe- lasse der Deutschen Wagenbauer (Bezirk 11) und dem Deutschen Zi- garrcnhändler-Bund(Bezirk Rosen- thaler Vorstadt) herzlichen Dank. � Frilz Lampe«cw Tochter. _ Kopenhagener Str. 34. A AlIpeiDe ÖrtsMente für den Stateirk Köpenielc. Infolge Ausscheidens von Ver- tretern und deren Ersatzmänner aus dem Vorstande sind für den Rest der Wahlperiode bis zun: 31. Dezember 1917 4 Vertreter und 15 Ersatzmänner der Bersicherten zil wählen. Die Wahl erfolgt in den Räumen der Kasse Berliner Str. 3 (Eingang Gutcnbergstraße) und zwar am Dienstag, den 23. März 1916 von 8—9 Uhr abends. Die Wahl ist geheim, gewählt wird nach den Grundsätzen der Verhältnis- wähl nach näherer Bestimmung der Wahlordnung, Die Vertreter der Versicherten werden hiermit aufgefordert Wahl- Vorschläge aufzustellen und dem unter- zeichneten Vorstande, Berliner Str. 3, spätestens bis zum 14. März 1916 ein- zureichen. Später eingehende Vor- schlüge sind ungültig. Die Wahlvorschläge müssen von drei Vcrsicherten-Vertretern des AuS- schusses unterzeichnet sein. Bezüglich des Wahlverfahrcns ver- weisen wir aus die Bestimmungen der Wahlordnung. 267/4 Sind aus die gültigen Wahlvor- schlüge im ganzen nur soviel wähl- bare Vertreter beuannt. wie Vor- standsmitglieder zu wählen sind, so gelten sie gemäß§§ 9 und 25 der Wahlordnung als gewählt. Die Versicherten-Verttcicr im Ans- schuß erhalten nach§ 23 fiejm. 27 der Wahlordnung noch schriftliche Mitteilung über die Vornahme der Ergänzungs-Vorstandswaibten. Köpenick, den 6. März 1916. Oer Torstsnd. Otto Nickel, Fr. Murcken, Vorsitzender. Schriftführer. 10«(Muck M 2,-,200St.4,35lrk., 1000 St.15,S0 frk. Otto Reichel, Berlin 43, Ejsenbahnstr.4. mstf«tzenaj/äUtn u. liafrerSKfcnieiniunn findet rotrifarae Hilfe k durch Rrlcdel» Ecbte AuUiraa- --„-------- durch tüte Wirkuua. Lahlrciche Erfolgdberichle. EI. 2. SO M. Ott« Reichel, Berlin 49, Stseiibchnstraße 4, ©ewtccsv-Sürkvleck-'IS 5� jStempelßiWik Robert Hecht, Inh.:Alir. Schneller Brrllii S. XS, Ritterstr. 110, liefert schnell und billig alle Arte» Stempel in bester Ausführung._ kskSNttvorlMer yietzaitem: Alfres Wielepp. Neukölln. Für den Jnjeratentett verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u-BerlagtBorwarr« Buchdruckerei u. Berlagsanftalt Paul Singer&£0« Berlin SW«