Ar.TY.-SS.Ichrs. H bon ncmen tS'Bcdlngungen: Bionncmeiüä• Prei» ScinuctetOKbi): «lerteliShrl. S,SO Mk. ciona*! 1.10 SRI, wOchsnllich 25 Psg. jtei tt:£ HauZ. Einzelne Kumniet 5 EonntagS» numutct mit illustrier! er Sormtag'- Kcu'agc.Die Nene ffieU* 10 Pfg. Soff libonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post» Zeitung vreis liste. Unter Kreuzband für Deiusit.land und Oesterreich- Unzarn S.50 Mark, für das übrige Zlusliuid l Mark pro Monat. Voitaramielnenl» nehmen an: Beigten, Dänemark, Holland. Italien. Luxemburg, Portugal, Nmnünien. Schweden und die Schweis «chewl iStfiX o Verlinev VolkSblAkt. ( 5 Pfennig) Die Tnfcrticns-debßlif betragt für die sechSgcstillllene Kokouef »eile oder deren Raum 00 Psg. für tolittschc und gewcr lfchastliche Leretnö. und BersanunlangL-blnzeigen 00 P>g. ..lilctne Anreizen", da« lettgedrullik Wort 20 Pfg.(zulässig 2 fettgedruckte Wertet, tedcS wettere Wort 10 Pfg. Stellenoesuche und Schlasilclleruu.- »eigen de.S erste Wort 10 Psg. jede» weitere Wort b Pfg. Worte über 15 Bua>- Ilaben zählen für zwei Worte. Inserate slir die liächstc Nummer nMcn bl« k Uhr riachmutagS w der Ervodilror »dgegedel! werden. Die EKeettu« V tu 7 Uhr ebeirdS geöffnet. Utgtamm-Bd reftc jScrtsWprcttrat BtrUs". Zentralorgati der rozialdcmokratifcheii partci Daitfcblands. NeSaktion: SV. öS, Liaüeastraße 2. Fernivrccher: Amt Moritzvlach. Rr. IS» SU— ISl»7. Sonnabend, den 11. März 191(5. Expeüttioa: EW. dS, Linüenstcaße 2. Keruivrechrr: Amt Moritzvlatz, Nr. lSl SV—»Sl. S7. Heftiges Kingen um vaux und bei vousumont Zinnlänöisihe Militärfragen. Von einem finnischen Genossen wird uns geschrieben: In der letzten Zeit war in der russischen Presse ost die Rede vom glücklichen Finnland. Dabei wurde be- sonders herausgestrichen, daß Finnland von dem militärischen Kriegsdienst befreit sei und aucki finanziell durchaus nicht das- selbe leiste als wie Rusiland. Während Rußland sich auf das Höchste anstrenge, um die Feinde zu überwinden, schaue Finn- land dem Kampfe wie ein Unbeteiligter zu, niache dabei noch gute Kriegsgewinne und sympathisierc zu alledem noch mit dem Feinde. Wenn es sich nur um den Aiilitärdienst handle, so könnte man sagen, daß die Anwürfe der russischen Presse nicht ganz unberechtigt sind. Finnland fühlt sich inmitten des Welt- ringenS insofern entschieden alS glücklich, da es feine Männer nicht in die Schützengräben zu senden brauchte. Was aber die finanzielle Seite anbelangt, so muß man doch wohl sagen, daß die russische Geroalt es ausgezeichner gut versteht, auch Fiiinland ilnrer dem Ramen„Kriegssteuern" Millionen abzu- nehmen. Und die Dienstfreiheit, wem har Rußland die zu verdanken, lue an nicht denselben chauvinislischen Kreisen in der Nähe der russischen Regierung, die es seinerzeit durch ihre Hetzereien soweit gebracht haben, daß Finnland gezwungen war, den Kampf gegen die gewaltsame Lktroyienkng der russischen Militärordnung und gegen die eigenmächtige Auf- Hebung der finnischen Militäreinrichtungen aufzunehmen? Diesen Kampf hat Finnland erfolgreich durchgeführt. Rußland sah sich gezwungen, die verfassungswidrig proklamierte ru'sischc Militärordming loieder aufzuheben. Da aber die finnischen Kadrcs mittlerweile aufgelöst worden waren, trat in Finn- laud eine militärlosc Periode ein, die vom Jahre 1905 datiert. — Ter Hergang ist interessant genug, um in kurzen Haupt- Momenten mitgeteilt zu werden/ Bis in die 90er Jahre hatte Finnland eigene kleine Truppenteile, die sogenannten„Finnländischen B a- taillone". Nach der letzten gesetzlichen Regelung im Jahre 1878 war ihre Friedensstärke aus 5600 Mann festgelegt. Tie finnischen Bataillone standen letzten Endes unter deni Oberbefehl de» Zaren oder seines Kriegsministers. Finnischerscits war ein höherer Ossizier dem Oberbefehlshaber als sachkundiger Berater beigeordnet.— Jeder Finne war vom 21. bis zum 40. Jahre dienstpslichtig. Etwa 8000 Mann erreichten jährlich das Dienstpflichtalter. Bon denen wurden 1900 Mann durch da» Los in den akriven Dienst ausgehoben, die übrigen wurden zur Reserve gezählt. Letztere hatten in den drei ersten Jahren je eine dreimonatige Uebung durchzu- machen. Ter attioe Dienst war dreijährig und ivurde in Finnland geleistet, d. h. in Fricdenszeir konnten die finnischen Baraillone nicht außerhalb Finnlands kommandiert werden. Die finnischen Bataillone bestanden ausschließlich aus finnischen Staatsbürgern, sie wurden von Finnland unterhalten und auch von finnischen Offizieren finnisch kommandiert und recht- lich standen die Bataillone nicht unter den russischen, sondern finnischen Gesetzen und finnischer Gerichtsbarkeit, nicht nur in Zivilangelegenheiten, sondern auch Hinsichtlich der Dienstgesetze. Auch war die ilniformicrung von der russischen abweichend. Doch bestand ein gewisser Kontakr mit der russischen Armee. So z. B. waren die finnischen Bataillone an den sommerlichen Lagerübungen in Rußland beteiligt, die Offiziere mußten der russischen Sprache mächtig fern und auch die Mannschaft sollte das russische 5lo:nmando verstehen.— In allen Kriegen, die Rußland zu führen hatte— mit Ausnahme des Krieges gegen Japan— kämpften die finnischen Bataillone zur vollen Zufriedenheit der russischen Generalität und des Zaren mit. Sie wurden sogar für außerordentlich tapfer ge- halten und vielfach mit hohen militärischen Ehrenzeichen de- koriert. In den 90er Jahren jedoch, als die Russifizierungshetze gegen Finnland eine besonders ernste Form annahm, kam auch die Unzufriedenheit gegen die finnische Militärordnung leb- Haft auf die polnische Tagesordnung. Die chauvinistischen Nationalisten fanden an ihr vieles als mft der Würde Rußland» unvereinbar und verlangten�, daß Finnland nebst den finnischen Bataillonen vollständig den russi- scheu Militärgesetzen untergeordnet lverden sollten. Man bemängelte die" finnischen Leistungen in militärischer Hinsicht als zu gering, und da man russischer- scitö nie aufgehört har. Finnland des Separausmus zu beschuldigen, so wurden auch diese Beschuldigungen mit der Existenz der finnischen Bataillone in Verbindung gebracht.— Stach solchen„Vorbereitungen" wurden die finnischen Land- stände extra dazu(19. Januar 1899) einberufen, um ihre Zustimmung zur Einführung der russischen Militärordnung zu geben. Der Landtag erklärte sich schon aus formalen Gründen dagegen und gab die Erklärung ab, die Landstände könnten bei der Behandlung dieser Frage keinen anderen Weg geben. als den, der durch die Landtagsordnung gegeben sei. Aus Seim des Große« ß«»km8. Amtlich. Großes Hauptquartier, deu 10. Marz 1916. ,W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Auf dem westlicheu Maasufer wurde» bei der Säube- ruug des Rabcnwaldes und dcr feindlichen Gräben bei Bethincourt sechs Offiziere, sechshundertcrunndachtzig Manu gefangen, sowie elf Geschütze eingebracht. Ter Ablainwald und der Bergrücken westlich von Donaumont wurden in zähem Ringen dem Gegner cnt- rissen. In dcr Woevre schoben wir unsere Linie durch die Waldstücke südöstlich von Damloup vor. Gegen nnsere ueuc Front westlich und südlich des Dorfes sowie bei der Feste L a u x führten die Franzose« kräftige Gegenstöße. In ihrem Verlauf gelang eS dem Feinde, in der Pauzerfeste selbst wieder Fuß zu fasse«; im übrigen wnrdcu die Angreifer unter starken Vcrlnficn abgewiesen.___ Unsere Kampfflieger schössen zwei englische Flugzeuge ab, eiueu Eindecker bei Wistschaete(südlich von Apern) und eine» Doppeldecker nordöstlich vou La Bassse. Der Insasse des erstereu ist tot. Im Monat Februar war die Aagriffstätigkeit uuserer Fliegerverbändc, die Zahl ihrer weitreicheudeu ErkuudungS- und nächtlichen Geschwaderfläge hinter der feiudlicheu Front erheblich größer als je zuvor. Die folgende Zu- sammenstellnug beweist nicht nur aufs neue unsere lieber- legeuheit, sondern widerlegt auch die von gegnerischer Seite beliebte Behauptung, nnsere Lnftkriegverluste seien nur des» halb so gering, weil sich unsere Flugzeuge nicht über die feindlichen Linien wagten. Der deutsche Verlust an der Westfront im Februar beträgt; im Luftkampf..............— durch Abschuß von dcr Erde.........— vermißt..•«.....•*.....6 im ganzen 6 Die Franzosen und Engländer habeu verloren: im Luftkampf.............. 13 durch Abschuß vou der Erde......... 5 durch unfteiwillige Landung innerhalb unserer Linien. 2 im ganze» 30 Hierbei ist zu berücksichtigen, daß wir grundsätzlich nur die in unsere Hand gefallenen oder brennend abgestürzten, nicht die zahlreichen sonst hinter den feiudlicheu Linien ab- geschosseneu Flugzeuge des Gegners zähle». Oestlichcr und Balkau-Kriegsschauplatz. Keine wesentlichen Ereignisse. Ober st e Heeresleitung. O» Sn SffmMlNe äerniftMeilW. Wien, 10. März.(23. D.S.) Amtlich wird verlauibart: Russischer und sndöstlischcr KriegSschanplutz. Nichts NeueS. Jtalieuischer Kriegsschauplatz. S» der rsfiealäudifchen Front unterhielt die itolkeulfche Artillerie stellenweise ein mäßige« Feuer. daS nur vor dem Tolmeiner Brückenkopf lebhafter wurde. Au der Kärntner und Tiroler Front ist die Gefcchtsiätigkcit nach wie vor gerinz. Durch eine Untersuchung wurde festgestellt, daß die Italiener — diesmal im Rombon-Gcbicte— Gasbomben bcrwcndctcu. Ter Stellvertreter des ChcfS des Gencrasstades. v. Hoescr, Feidmarschallcutnant. diese Antwort reagierte die russische Regierung durch die Ernennung des Generals Bvbrikolv zum Generalgouvenicur von Finnland.— Bei der Eröffnung de» Landtags— den 24. Januar 1900— führte sich Bobrikow mir folgender Erklärung bei den Finnen ein: Er sehe seine Mission in Finnland darin, auch Finnland ganz unter den Schutz des allmächtigen russischen Zaren zu bringen. Dieser Landtag erhielt eine neue Militärreformvorlage. Alle Militärgesetze sollten mit den russischen Gesetzen in Einklang gebracht werden; die Dienstzeit sei von drei auf fünf Jahre zu verlängern, und die Reservepflicht auf das 43. Altersjahr auszudehnen. Dafür sollten die dreimonatigen Uebungen in Wegfall kommen. Die suuüscheu Bataillone sollte« überallhin kommandiert werdeu können, und ihr Charakter sollte vollständig dcrändert, allen übrigen russischen Truppenteilen gleich gemacht werden: finnische Rekruten sollten in russische Truppenteile und Russen in finnische Bataillone eingefügt lverden können, russische Offiziere sollten die Bataillone kommandieren und sie sollten vollständig unter die russische Gerichtsbarkeit gestellt werden Größe und Zusammenstellung der Bataillone sollte einzig Sache des russischen Kriegsministers werden. Während der Landtag seine Beratungen kaum begonnen hatte, tat der Zar am 15. Februar 1900 plötzlich kund, daß er von nun an auch für Finnland selbstherrlich Gesetze erlassen wolle. Damit war die finnische Verfassung sozusagen beseitigt obgleich der Landtag seine Beratungen fortsetzte. Anfang Ma: ließ der Zar dem Landtage zwei neue Militärgefetzvorlagen zugehen. Nach dem einen Prosekt sollte das finnische Nekrutenkontingen: innerhalb zehn Jahren ans jährlich 7200 Mann gesteigert werden. Bei fünfjähriger Dienstzeit hätte dies eine Friedensstärke von zirka 36 000 Mann ergeben. Nach dem anderen Projekt sollte Finnland nicht nur die eigene Mannschaft in dcr geforderten Stärke unterhalten und aus- rüsten, sondern außerdem noch an Nußland eine Beisteuer zu seinen Militäralisgaben in der Höhe von über 10 Millionen Finn. Mark entrichten. Der Landtag lehnte alle Anträge ab. Bezüglich des Februarmaniseste» erklärte er, daß die angekündigte selbst- herrliche Gcsetzerlassung eine Verletzmig der Verfassung be- deute. Das Manifest könne daher nicht als zu Recht bestehend anerkannt werden. Eine Abänderung des finnischen Militär- gesetzes könne nur in dcr Weise geschehen, wie die Landes- Verfassung den Wog weist. Der Landtag halte sich für der- pflichtet, die Rechte des Landes zu wahren. Dessen ungeachtet verfügte der Zar den 12. Juli 1901 die Einführung der neuen Militärordmmg, und bald daraus die Auflösung dcr finnischen Bataillone. Tie russische Militär- Verwaltung nahm die finnischen Kasernen, die Ausrüstung und die Ausstattung in Besitz— mehrere Zchnmillionen wert. Gleichzeitig wurde das in Finnland stehende russische Militär stark vermehrt, weil man glaubte, diese Maßnahmen würden daS finnische Volk zum Ausstände provozieren. Dazu kam es freilich nicht. Dagegen bekämpfte das finnische Volk diese Maßnahmen durch einen zähen passiven Widerstand. Allgemein wurde von den finnischen Behörden verlangt, daß sie sich an dem Widerstand beteiligen sollten. In erster Linie handelte es sich um Gomeindeschreiber und Prediger. Beide gemeinsam hatten die Verzeichnisse der Rekruten aufzustellen, die von den Predigern vor der Rekrutierung in den Kirchen öffentlich zu verlesen lvarcn. Ferner verlangte man dasselbe von den Aerztcn und anderen bei dcr Aushebung beteiligten Beamten. Von den Pastoren beteiligten sich an dem Widerstand aller- dingS nur wenig über sechzig Mann. Aber daS Volk wußte sich selber darin zu helfen. Sobald die Prediger daran gingen, die Aushebungsproklamationen zu verlesen, erhoben die Zuhörer einen solchen Lärm in den Kirchen, daß diese gesetzliche Amtshandlung voll verhindert wurde. Was aber die Hauptsache war, die Rekruten stellten sich uicht! Die jungen Leute wanderten in Mafien nach Amerika oder hielten sich auch im Lande selbst verborgen aus, ohne verraten zu werden. Sie wurden darin von allen Seiten begünstigt Denn ganz Finnland stand wie ein Mann zu ihnen. Die russische Gewalt versuchte die Schuldigen zu bestrafen. Sie ließ widersetzliche Prediger ihrer Aemter zcittveilig verlustig erklären. Diese Herren wurden aber durch die Gesellschaft ostentativ unterstützt und geehrt. Den Gemeinden diktierte die Administration Geldstrafen. Die Strafen wurden nicht bezahlt es mußte also der Eemeindebesitz öffentlich versteigert werden. Zur Versteigerung erschien sehr viel Volk, aber nie- wand bot etwas, eS konnte also so gut wie nichts verkauft werden, die Strafen konnten also nicht eingetrieben tverden. — Die Rekruticrungsvcrsuche wurden völlig vereitelt Sie wurden drei Jahre sortgesetzt— von 1902 Bis 1904. Den 25. März 1805 zog die russische Gewalt die Fordcrttng zurück. indem sie die Militärverordnnng vom 13. Juli 1901 als aufgehoben erklärte. Die verhaßte Militärverordmmg fiel also schon vor de? Revolution. Int November 1905 kapitulierte die russische Gewalt bekanntlich am der ganzen Linie, die Verfassung wurde wiederhergestellt. Dies hielt aber nur einige Jahre an. Als die Reaktton sich in Rußland stark genitg fühlte, wurde der Feldzug gegen Finntand neu aufgenommen.— Einer gesetzlichen Regelung dcr finnischen Militärfrage ist Rußland seitdem ausgewichen. Gleichzeitig mit der Aushebung der Ver- ordnung"vom 12. Juli wurde den Landständen eine Geldforderung von 10 Millionen Finn. Mark für die Jahre 1905 und 1906 eingereicht. Diese Summe lvurde interimistisch für die genannte Zeit bewilligt. Dabei ivurde die Erwartung ausgesprochen, daß die Angelegenheit demnächst eine dauernde gesetzliche Regelung erfahren möge.— Von der einmaligen Geldbewilligung leitet nun die russische Gewalt das Recht ab, seitdem das Geld Jahr für Jahr cigenmächtig aus dcr Staats- kasse Finnlands zu entnehmen, und zwar nicht mehr in der ursprünglichen Höhe, sondern sie ging bald dazu über, die Sumnie jährlich um eine Million zu erhöhen und so die Summe bis 192(1 auf 29 Millionen jährlich anwachsen zu lassen. Bei 20 Millionen sollte sie dann stehen bleiben—„bis zu einer endgültigen gesetzlichen Regelung". Im laufenden Jahre beträgt die Summe 16 Millionen, im nächsten 17 usw. Von 1905 an ist russischerseits wiederholt betont worden, daß mit den jährlichen Geldsummen, die Rußland aus den Mitteln Finnlands eigenmächtig entnimmt,„die per- fönliche Dienstpflicht der Finnen abgelöst wird". Finnischcrseits wird die Angelegenheit anders be- urteilt: Die russische Gewalt hat die gesetzliche Militär- organisation des Landes mutwillig zerstört und somit den Finnen den Militärdienst unmöglich gemacht. Denn anders als auf Grund von Landesgesetzen halten sich die Finnen nicht für dienstpflichtig. Auch die Geldablösung ist nichts weniger als gesetzlich. Gegen die ungesetzliche Entnahme der Kontributionsmilliouen hat sich die finnische Volksvertretung oft ausgesprochen und eine endgültige gesetzliche Regelung der Militärfrage gewünscht. Dcnl ist aber die russische Ge- walt bisher ausgewichen. Jetzt dürfte eS ihr— angesichts des großen Bedarfs an Äanonenfuttec— wohl sehr ungelegen sein. Denn Finnland könnte vielleicht auf zirka 300 000 waffenfähige Männer geschätzt werden, die Rußland jetzt gebrauchen könnte. Wenn aber Rußland während des Krieges noch nicht daran gegangen ist, die finnischen Männer zwangs- weise unter die Waffen zu pressen, so wohl aus dcni Grunde, weil es fürchtet, jetzt dieselben schlimmen Erfahrungen zu machen,>vie während der ZwangSrekruticrung von 1902 bis 1905. Eine solche Niederlage wäre während des Krieges noch unangenehmer als damals. Eine Zwangsmobilisation in diesem Umfange und direkt zu Kriegszwecken könnte aber auch das ganze Land in Aufruhr versetzen. Denn in Finnland ist der Krieg nichts iveniger als populär, und die russische Ge- walt hat sich auch während deS Krieges keinerlei Mühe gegeben, unr die Sympathien des Volkes zu gewinnen. Sie hat im Gegenteil alles getan, um sich immer mehr in Miß- kredit zu bringen._ Der französische Tagesbericht. Paris, 10. März.(W. T. B.) Amtlicher Bericht von D o» ii e r S t a g n a ch m i t t a g. In den A r g o n n e n setzte unsere Ariillerie ihr Feuer auf die VerbindungSstrahen deS Feindes jort, namentlich in den Ostargonnen in der Gegend von Montfaucon und NantilloiS. Westlich der Maas versuchte der Feind im Laufe der Nacht zu wiederholten Malen, seine gestrigen Mitzcrfolge wieder gut zu machen. Zwei Angrifföversuche gegen daS Dorf Bethincourt, denen eine kräftige Artillerievorbereitung voranging, wurden durch unser Sperrfeuer angehalten, das den Feind ver- hinderte, sich zu entwickeln. Jni Naben walde konnten die er« Heuerten Anstrengungen deS Feindes uns nicht aus dem breiten wiedereroberten Geländestück, welches wir befestigen, hinauswerfen- D e st l i ch der Maas wurde der Kampf gestern bis zum späten Abend und im Laufe der Nacht mit Erbitterung in der Gegend zwischen Douaumont und dem Dorfe Vaux fortgesetzt. Die Deutschen richteten mit starken Kräften mehrere Angriffe gegen unsere Stellungen. Trotz der Heftigkeit seines Artilleriefeuers und der Kraft seiner Stürme konnte der Feind unsere Linie nicht zum Weichen bringen, sondern würde vollständig zurückgeschlagen. Einige deutsche Infanterie« ubteilnngen, die einen Augenblick in das Dorf Vaux eingedrungen waren, wurden sogleich durch einen Bajonettgegcnangriff daraus ver- trieben. In der Woewre zeitweiliges Bombardement von beiden Seiten ohne Jnfanterieunternehmung. In Lothringen gestattete uns ein Handstreich westlich vom Priesterwalde, etwa 20 Gefangene zu machen. Paris, 10. März. sW. T. B.) Amtlicher Bericht von Donnerstagabend. In Belgien beschoß unsere Artillerie die feindlichen Stellungen südlich von Lombaertzyde. In der Champagne baben wir wirksam feindliche Verteidigungswerke westlich Navarin, östlich der Butte McSnil und in der Gegend von Massiges beschossen. Westlich der Maas fuhren unsere Truppen fort, im Laufe des Tages im Rabenwalde Fortschritte zu erzielen, den sie beinahe vollständig besetzt halten. Oestlich der Maas richteten die Deutschen mehrere Angriffe auf unsere Front von Douaumont bis Vaux. Als sie aus dem Dorfe Douaumont hervor- brachen, wurde der Angriff durch unser Infanterie« und Artilleriefeuer gebrochen. Wütende Angriffe auf das D o r f Ba ux wurden gleichfalls unter großen Verlusten für den Feind abgewiesen. Schließlich unternahmen die Deutschen gegen unsere Gräben, welche den Fuß der Abhänge der von dem Fort Vaux gekrönten Bergkuppe einsäumen, heftige Angriffe mit geschlossenen Massen, die zurück« geworfen wurden, wobei sie infolge unseres Sperrfeuers ungeheure Verluste erlitten. Allenthalben Artillerietätigkeit. Im Woevre zeitweise aussetzende Beschießung. Im Oberelsaß haben wir nach einem Kampf mit Handgranaten ein feindliches Grabenstück in der Gegend zwischen den beiden Tälern der Largue östlich von Obersept genommen. Belgischer Bericht. Beiderseitige Artillerietätigkeit, be- sonders in der Gegend von Dixmuiden und weiter nördlich. Die englische Nelüung. London, 10. März.(W. T. B.) Amtlicher Kriegsbericht vom Donnerstag: Gestern abend schlugen wir einen kleinen Angriff in der Nähe der Hohenzollernschanze ab. Heute sprengte der Feind eine Mine bei Biveiichy, unternahm aber keinen Jnfanterieangriff. ,fii der Umgebung von Dpern fand beiderseits lebhafte Artillerie« lätigkeit statt. tzervs über öie Lage bei verüun. Bern, 9. März.(W. T. B.) Zur Beruhigung de» Publikums verbreitet die Agence HavaS angebliche Aussagen deutscher Ge« sangener auS der Schlachr von Verdun, die die fürchterliche Wirkung der französischen Artillerie, die Mutlosigkeit in den deutschen Reihen und das völlige Scheitern des Angriffsplanes hervorheben. Ganz anders nimmt sich ein Leitartikel HervsS in der„Bictoire" aus, der eine ganze Reihe besorgter Fragen an die Regierung richtet. Hervs fragt: Sind genügend tiefe Stacheldrähte gezogen? Liegen die Reserven gegen das feindliche Feuer gedeckt? Hat man Pioniere für die letzten Be« festigungen zur Hand? Sind genug Lebensmittel aufgestapelt, fall« daS Sperrfeuer das Heranbringen neuer hindert? Werden überall GeneralstabSosfiziere am Platze sein? Ist reichlich Geschütz— Ge» schoßmaterial zur Stelle? Begreifen unsere Führer die außerordent- liche Wichtigkeit eines französischen Siege« bei Verdun? Hervs iürchtet eine Bedrohung der Eisenbahn Verdun— Paris. Er erkennt da» erfolgreiche Borgehen der Deutschen an, indem er u. a. schreibt: Man muß dem deutschen Generalstab zugeben, daß er die Dinge immer groß anlegt und Sinn für daS Gewaltige hat. Die einzige Gefahr für uns ist gegenwärtig, daß wir die Stärke deS Gegners unterschätzen. Der rusiische Heeresbericht. Petersburg, 10. März.(W. T. B.) Amtlicher Bericht vom 9 März. Westfront: Eine starke deutsche Kolonne versuchte bei Schloß Kockenhusen östlich Friedrichstadt die Düna zu überschreiten, sie wurde jedoch durch unser Feuer zur Umkehr gezwungen. Nord- westlich Jakobstadl beschoß deutsche Artillerie unsere Unterkünste. Feindliche schwere Artillerie beschoß den Ort Livenhos und die Bahn- höie Zargrad und Nizgal san der Düna, südlich Livenhofi. Bei Jlluxt vernichteten unsere JagdlommandoS einen feindlichen Posten und machten Gefangene. Nordwestlich de« Bahnhofes Olhka s41 Kilo- mcter nordwestlich Rowno) drangen Ausllärer von uns am hellen Tage in einen feindlichen Graben ein, ein Teil der Verteidiger wurde niedergestochen, der andere gefangen genommen. An der oberen Jkwa zerstreute unser Feuer eine stärkere feindliche Abteilung, al« sie gegen unsere Gräben vorgehen wollte. In G a l i z i e n bei Cebrow(21 Kilometer nordwestlich Tar« nopol) ging der Feind unter dem Schutze von Feuerwellen seiner Artillerie zu einem nächtlichen Angriff vor, der jedoch durch unser Jnfanteriefeuer abgewiesen wurde, auch dort machten wir Ge- sangene. K au ka s uS fr o n t: In der Küstengegend warfen Abteilungen von uns die Türken über den Fluß Kalapolamo»(Khala, 22 Kilometer südöstlich Alma) zurück. Nelüung öer italienischen Heeresleitung. Rom, 10. März.(W. T. B.) Amtlicher Kriegsbericht vom Donnerstag. In den hohen Gebirgsgegenden hält daS schlechte Wetter an. Der Feind sucht es zu unserem Nachteil zu benutzen. So brachte er in der Gegend von Lagacio(Hochtal deS Travenanze«) durch Granaten von großer Explosivkrast Lawinen gegen unsere Stellungen zum Absturz, ohne indessen dort Schaden anzurichten. Trotz der Ungunst der Jahreszeit und der Nachstellungen des Feindes harren unsere Truppen in ihrer ruhigen und kühnen Tätigkeit auS. In den letzten Tagen gelang es ihnen, unsere Stellungen in dem rauhen Abschnitt zwischen dem ersten und zweiten Tofana ein wenig vorzutragen. Im mittleren Jionzotal wurden im Abschnitt von Zagora einige Fortschritte erreicht. Gestern bekämpfte unsere Artillerie an der ganzen Front die deS Gegners. Sie zerstreute feindliche mit Befestigungsarbeiten beschäftigte Truppen und beschoß wirksam Reserven und Baracken hinter der Front. C a d o r n a. Nelüung ües türkischen Hauptquartiers. Konstantinopel, 10. März.(W. T. B.) Das Haupt- quartier meldet: Nachdem der Feind an der Irak- front östlich von Felahie keinen Erfolg mit seinen unvor- bereiteten Angriffen gehabt hatte, hatte er seit einem Monat zu allen möglichen Mitteln seine Zuflucht genommen, um sich unseren Stellungen zu nähern. In den letzten Tagen hatte der Feind sich bis auf 150 bis 200 Meter unseren vorgeschobenen Schützengräben genähert und durch Anzeichen verraten, daß er einen entscheidenden Angriff vorbereite. Am 8. Februar morgens griff der Feind vom rechten Ufer des Tigris mit seinen Hauptkräften an. Der Kampf dauerte bis Sonnenuntergang. Der Feind hatte mit Hilfe von Unterstützungen, die er eilig mit seiner Stromflotte auf diesen Hügel gebracht hatte, einen Teil unserer Schützengräben besetzen können, aber dank einem kräftigen und Helden- hasten Gegenangriff unserer Reserven wurden die vom Feinde besetzten Gräben vollkommen wieder erobert, und der Feind nach seinen alten Stellungen zurückgejagt. Der Feind ließ in den Gräben 2000 Tote und eine große Menge von Waffen und Munition liegen. Unsere Verluste sind verhältnismäßig geringer. Keine wichtigen Nachrichten von anderen Fronten. Kämpfe bei Kut el /lmara. London, 9. März.(W. T. B.) A m t l i ch e r K r i e g« b e r i ch t. General Ahlmer rückle am 6. März auf dem rechten Ufer de« Tigris vor und erreichte Efsinn, eine Stellung sieben Meilen östlich von Kut el Amara. Die Stellung wurde augegriffen, aber Aylmer ver- mochte den Feind nicht daraus zu vertreiben. Aylmer meldet, der Feind leide sehr und zeige, abgesehen von VcrstärkungSarbeiien an seiner Stellung, leine Tätigleit. Unsere Verluste seien nicht schwer. Zwei englische Kriegsschiffe aus Ninen gelaufen. London, 10. März.(W. T. B.) Die Admiralität teilt mit, daß der Zerstörer„C o q u e t t e" und da» Torpedoboot N r. 1 1 an der Ostküste auf Minen liefen und versanken. Vier Offiziere und 41 Mann sind ertrunken. vom �"öoottrieg. London, 10. März.(W. T. B.) Lloyds meldet: Die französi- sche viermastige Bark„Ville de Havre" wurde versenkt. Zwei Mann der Besatzung sind tot. Heschlagnahme von Effektensenüungen üer hollanüischen Post üurch Englanü. Amsterdam, 10. März.(W. T. B.) Im„HandelSblad" wird mitgeteilt, daß Effektensendungen der holländischen Post von den englischen Behörden beschlagnahmt wurden. Nach Telegrammen auS New Jork ist nur ein Teil der anaelündigten Effekten und Coupon« dort eingetroffen. Es wurden auch Coupons aus rein holländischem Besitz zurückgehalten. Die englischen Behörden haben die wenig tröstliche Mitteilung nach Holland gelangen lassen, daß die zurück« gehaltenen Effekten vor ein Prisengericht kommen sollen. Dernsiorffs Nitteilung über üen U-Doot- Krieg an Lansing. Amtlich. Berlin, 10. März.(W. T. B.) D e r K a i s e r l i ch e Botschafter in Washington hat im Auftrage der Kaiserlich Deutschen Regierung dem Staats- selretär der Vereinigten Staaten folgende Mit- teilu ii g gemacht: Die Kaiserliche Regierung legt Wert darauf, die bisherige Eni- Wickelung noch einmal mit aller der Offenheit zu präzisieren, die den freundschaftlichen Beziehungen der beiden großen Völker und dem ehrlichen Wunsch der Kaiserlichen Regierung, diese vor Trübungen zu bewahren, entspricht. Bei Beginn des Krieges hat die Deutsche Regierung auf Vor- schlag der Bereinigten Staaten von Amerika sich sofort bereit erklärt, die Londoner SeekriegrcchtS-Erklärung zu ratifizieren. Die deutsche Prisenordnung wurde schon vorher auf Grund der Bestimmungen der Londoner SeelriegSrechiS-Erklärung ohne jede Einschränkung erlasien. Dadurch wurde anerkannt, daß die geltenden Be- stimmungen deS Völkerrecht«, die dem legalen Handel der Neu- traten— auch mit den Kriegführenden—.Freiheit des Meeres" sicherten, deutscherseits in vollem Umfange berücksichtigt werden sollten. England hat es im Gegensatz hierzu abgelehnt, die Londoner See- kriegSrechtS-Erklärung zu ratifizieren, und begann nach Ausbruch des Krieges den legalen Handel der neuiraleu Staaten zu beichränlen, um dadurch Deutschland zu treffen. Den systematischen Ver- schärsungen der Konterbandebestimmungen vom 5. August, 20. August. 21. September und 29. Ollober folgte am 3. November 1914 der Erlaß der britischen Admiralität, daß die ganze Nord« see als ein KriegSgebiel anzusehen sei, in welchem die Handesichiff- fahrt jeder Art den schwersten Gefahren durch Minen und Kriegs« schiffe ausgesetzt sei. Der Prolest der neutralen Staaten hatte keinen Erfolg. Schon von diesem Zeitpunkt an gab eS kaum noch Freiheit deS neutralen Handels mit Deutschland. Im Februar 19lS sah Deulschland sich gezwungen, Gegenmaßnahmen zu treffen, die das völkerrechtswidrige Verfahren der Gegner bekämpfen sollten. Es wählte für feine Gegenmaßnahmen neue KriegSmutel, deren Verwendung im Völkerrechl überhaupt noch nicht geregelt war. brach damit kein geltendes Rewt, sondern trug nur der Eigenart der neuen Waffe— des Tl-Bootes— Rechnung. Der Gebrauch der neuen Waffe mußte die Bewegungsfreiheit der Neutralen ein- schränken und bildete eine Gefahr, der durch besondere Warpung begegnet werden sollte, entsprechend der vorausgegangenen englrschcn Warnung vor den Gefahren de« Kriegsgebietes der Nordsee. Die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika trat, da beide kriegiührenden Parteien, in der deutschen Note vom 17. Februar 191ö und in der englischen Note vom 18. und 20. Februar 1915, den Anspruch erhoben, daß ihr Vorgehen nur Vergeltung der Rechts- brüche der Gegner sei, an beide kriegführenden Parteien heran, um nochmals zu versuchen, das vor dem Kriege anerkannte Völkerrecht wieder zur Geltung zu bringen. Sie forderte einerseits Deutsch« land auf, den Gebrauch seiner neuen Waffe den Bestimmungen für die alten Seekrieg- mittel anzuvassen, andererseits England. Lebensmittel für die nichttämpfende Bevölkerung Deutschlands zur Verteilung unter amerikanischer Kontrolle passieren zu lassen. Deutschland erklärte am 1. März 1915 seine Bereitwilligkeit, während England ani 15. März«lue Verständigung auf Grund der amerikanischen Vorschläge ablehnte. England beseitigte sogar durch seine Order vom 11. März 1915 den letzten Rest der Völkerrechts- mäßigen Freikeit des neutralen Handels mit Deutschland und dessen neutralen Nachbarländern; der Zweck war, Deutschland durch Aushungerung zu bezwingen. Trotzdem entsprach Deutschland im weiteren Verlaus de« Krieges, nachdem bei verschiedenen Gelegen- beiten gegen seinen Wun>ch und Willen neutrale Bürger ums Leben gekommen waren, in der praktischen Verwendung seiner 11-Boots-Waffe den Wünschen dee Regierung der Vereinigten Staa- ten in so entgegenkommender Weise, daß die Rechte der Neutralen auf legalen Handel tatsächlich deutscherseits überall unbeschränkt waren. Nunmehr macht England dem O-Boot die Ausübung des den Völterrechtsvestimmuiigen entsprechenden Handelskriegs dadurch unmöglich, daß es nahezu sämtliche Handelsschiffe bewaffnete und angriffSweisen Gebrauch der Geschütze anordnete. Die Phokogra- phien der englischen Befehle sind den neutralen Regierungen mit der Denkschrift vom 8. Februar 1916 zugestellt worden. Tie Be- fehle widersprechen direkt den Erklärungen des englischen Botschai- ters in Washington vom 25. August 1914. Die kaiserliche deutsche Regierung hat gehofft, daß dies Tatsachenmaterial die neutralen Regierungen auf Grund der von der Regierung der Vereinigten Staaten am 23. Januar d. I. gemachten Entwaffnungsvorschläge instand setzen würde, die Entwaffnung der Handelsschiffe durchzu- setzen. Tatsächlich ist aber die Bewaffnung mit Geschützen von unseren Gegnern mit großer Energie weiterbetrieben worden. Der Grundsatz der amerikanischen Regierung, ihre Bürger von feindlichen Handelsschiffen nicht fernzuhalten, wurde von England und seinen Alliierten dazu benutzt. Handelsschiffe für den Angriff zu bewaffnen. So können nämlich Kauffahrteischiffe die U-Boole leicht zerstören und sich im Falle des MißglückeriS ihres Angriffs durch die Anwesenheit amerikanischer Bürger an Bord gefiel ert glauben. Der Befebl des Waffengebrauchs wurde ergänzt durch die Weisung an die Führer der Handelsschiffe, falsche Flaggen zu führen und die U-Boote zu rammen; die Nachrichten über aus- gezahlte Prämien und Verleihung von Ehrenzeichen an erfolgreiche HandelSschifssfübrer zeigen die Wirkung dieser Befehle. Diesem englischem Vorgehen baben sich die Verbündeten angeschlossen. Jetzt steht Teutschland vor der Talsache: a) daß eine völkerrechtswidrige Blockade(vgl. amerikanische Note an England vom 5. November 1915) seit einem Jahr den neutralen Handel den deutschen Häfen fernhält und Teutschlands Ausfuhr unmöglich macht; h) daß völkerrechtswidrige Verschärfungen der Konterbande- Bestimmungcil(siehe amerikanische Note an England vom 5. No- vcmber 1915) seit eineinhalb Jahren den für Deutschland in Frage kommenden Seeverkehr der neutralen Nachbarländer verhindern; c) daß völkerrechtswidrige Eingriffe in die Post(siehe amen- kanisches Memorandum an England vom 10. Januar 1916) jede Verbindung Deutschlands mit dem Ausland zu verhindern streben; d) daß systematisch gesteigerte Vergewaltigung der Neutralen nach dem Grundsatz„Macht über Recht" den Verkehr mit Deutsch- land über die Landgrenzen unterbindet, um die Hungerblockade der friedlichen Bevölkerung der Zentralmächte zu vervollständigen; e) daß Deutsche, die von unseren Feinden auf See angetroffen werden, ohne Rücksicht darauf, ob Kämpfer oder Nichtkämpfer, der Freiheit beraubt werden; t) daß unsere Gegner ihre Handelsschiffe für den Angriff be- waffnet und dadurch die Verwendung des U-BooteS nach den Grundsätzen der Londoner Deklaration unmöglich gemacht haben (siehe deutsche Denkschrift vom 8. Februar 1916). Das englische Weihbuch vom b. Januar 1916 über die Unter- bindung des deutschen Handels rühmt, daß durch diese Maßnahme Deutschlands Ausfuhrhandel fast völlig unterbunden, seine Einfuhr vom Belieben Englands abhängig gemacht ist. Die kaiserliche Regierung darf hoffen, daß gemäß den freund- schaftlichen Beziehungen, die in einer hundertjährigen Vergange»he:t zwischen den beiden Völkern bestanden haben, der hier dargelegte Standpunkt trotz der durch das Vorgehen unserer Feinde erschwerten Verständigung zwischen beiden Völkern von dein Volk der Ver- einigten Staaten gewürdigt werden wird. Keine Warnung vor üer Benutzung bewaffneter HanÜelsfchiffe. Washington, 9. März.(W. T. B.) Meldung des Reuter- scheu Bureaus. Staatssekretär La n sing hat eine nachdrückliche Erklärung veröffentlicht, in der er die von einigen Blättern gebrachte Nachricht, die Amerikaner würden eine indirekte, aber wirksame Warnung vor der Benutzung bewaffneter Handelsschiffe erhalten, von Anfang bis Ende für falsch erklärt. Gefechte im Kilimanüfcharogebiet. London, 10. März.(W. T. B.) Kriegsbericht aus Ostafrika. Die Truppen unter SmutS rückten gegen die deutschen Streit. kräfte im Gebiet des Kilimandscharo vor. SmutS bemächtigte sich am 7. unter unbedeutenden Verlusten der Uebergänge über den Lumifluß. Mehrere feindliche Gegenangriffe wurden erfolgreich ab« geschlagen._ Die Seüeutung üer Wahl ües Genoffen Gnüerli. Am 5. März ist bei der Wahl eines BezirkSrichierS in Zürich der Bürgerliche Dr. HanS Aeppli unserem Genoffen Enderli unter- legen. Zwar stehen noch die Stimmen eines Teils der mobilisierten Truppen aus, aber man nimmt allgemein an, dah sich das Stimmen- Verhältnis nicht sehr verschieben wird und dah Genosse Enderli, der 14 067 Stimmen erhielt, während Dr. H. Aeppli eS auf 18 783 brachte, Sieger bleiben wird. Bereits im Jahre 1S13 kandidierte Enderli für den Posten eines Bezirksrichters, unterlag damals jedoch mit 794 Stimmen, die er weniger hatte als sein Gegner. Der Umschwung in diesem Jahre erhält nun sein« besondere Bedeutung dadurch, dag die Bürgerlichen nicht nur dem sozialdemokratischen Kandidaten, sondern auch den Anschauungen der Partei über den Oberstenprozest eine empfind- liche Niederlage bereiten wollten. Das wird ganz deutlich in dem bürgerlichen Blatt»Journal de Gbneve" ausgesprochen, dessen Aus- führungen wir hier folgen lassen. »Es ist immer bedauerlich, dafi sich die Politik in die juristischen fragen hineinmischt. Aber diesmal hat man sich von der einen und von der anderen Seite auf das Terrain begeben. Die Proklamation der Vereinigung der bürgerlichen Parteien hat die Wähler, nachdem sie sie an die Freisprechung der Obersten erinnert hatte, auf- gefordert, den Sozialisten eine ernste Lehre für die Haltung, die sie in dieser Affäre eingenommen haben, zu erteilen. Und das Resultat? Ein Gewinn von 300 Stimmen für die Sozialisten und ein Verlust von beinahe tausend Stimmen für die bürgerlichen Parteien. Die Enthaltungen sind— vor ollem in der Stadt— zahlreich gewesen. Und die Wähler, die. ohne ihre Stimmen einem sozialistischen Richterkandidaten geben zu wollen, zu Hause geblieben sind, hatten gute Gründe dazu. Diese Abstimmung ist der Ausdruck der Unzufriedenheit, die die Affäre der Obersten in gewissen öffentlichen Kreisen hervorgerufen hat. Es ist deshalb nicht nötig, dafi die antimililaristischen Sozia- listen ihre Sache als gewonnen ansehen. Sicher ist das Züricher Volk weit davon entfernt, den Ideen, die dem Herrn Raine teuer sind, zuzustimmen. Aber es hat ganz von selbst gefunden. datz der Augenblick gekommen ist, um gegen andere, kaum weniger gefährliche Tendenzen zu reagieren, die sich im Züricher Prozeß kundgetan haben. Deshalb nimmt diese Abstimmung vom 6. März als Epilog des Prozesses und als Prolog der Session der vereinigten Kammern eine politische Tragweite an, die nicht verkannt werden darf. DaS Resultat ist um so bedeutungS- voller, als die am Anfang des Krieges sehr geschwächte sozialistische Partei in der letzten Zeit eine Beute von inneren Meinungs« Verschiedenheiten infolge deS gegen die Grütlianer ausgesprochenen Ausschlusses war. Da» hier macht sie wieder flott.' /lsquiths Ablehnung üer Zrieüenswünsche hat nichts zu bedeuten. Im Anschluß an die Erklärung, die Asquith im Unter- Hause in der Friedeusdebatte gab, meint der„E c o n o m i st" vom LS. Februar: Der Premierminister könne sich wirklich nicht wundern, daß man zu wissen wünsche, wie seine Worte eigentlich aufzufassen sind? „Eine wörtliche Auslegung ist unmöglich. Belgien und Serbien können nach dem Kriege nicht besser daran sein als sie vorher waren. Selbst der Friede kann die Toten nicht wieder er- wecken. Was bedeutet eine„angemessene Sicherheit für Frank- reich?" Schließen„die kleineren Nationen" Europas die des europäischen Rußlands ein? Natürlich muß zugegeben werden, daß die diplomatische Lage sehr schwierig ist. Jeder kluge Mensch mutz in seine Meinung iiber das, was wünschenswert und was erreichbar ist, von jedem anderen mehr oder weniger abweichen. Wahrscheinlich konnte das Kabinett sich nur auf eine Wiederholung der alten Phrasen einigen, und wahrscheinlich wird irgendeine Bewegung in der Richtung auf den Frieden von dem Festlande oder von den Neutralen kommen müssen. Die Uninteressiertheit Großbritanniens muß genügend klar sein. Wenn wir wünschen, datz Belgien, Polen und die Balkan- siaatey frei und unabhängig sind, so geschiem das nicht, weil wir irgendwelche Pläne der Gebietvergrößerung haben. Lange bevor Mr. Gladstone die Homerule für Irland auf das liberale Programm schrieb, war es eine Uederlieferung der bri- tischen Diplomatie, für die Stationen Europas Selbstregierung zu befürworten. Indessen war es eine noch gleichmäßigere und kräftigere Uederlieferung der britischen Diplomatie, die Lehre von dem europäischen Gleichgewicht zu unterstützen— eine Lehre, die trotz aller politischen Torheiten, die sie in der Vergangenheit ge- fördert haben mag, mindestens stets gegen die vollendete Torheit sprechen wird, die in dem Versuche liegt, große Nationen aus der Welt zu vertilgen. Tatsächlich besteht unserer Meinung nach durchaus keine Notwendigkeit, die Rede des Premierministers dahin aus- zulegen, datz sie einem solchen vernünftigen F r i e d e n s s ch l u s f e ungünstig sei, der nicht in sich die Saat eines anderen Krieges oder einer Reihe von Kriegen trägt. Denn Mr. Asquith ist, wie wir immer wieder merken, nicht nur Staatsmann, sondern Rechtsanwalt, und da er es für richtig hält, mit Hinweisen zu arbeiten, so müssen wir, solange kein Wort- erllärec auftaucht, einen Hinweis durch einen anderen deuten. Ehe er seine Guildhall-Rede vom 9. November 1914 zitierte, bezog er sich aus eine Rede, die er noch früher im Kriege in Dublin gehalten hatte, und erklärte, daß der Teil, der von Mr. Trevelyan zitiert worden war, einer sei,„an welchem ich in jeder Richtung festhalte." Diejenigen also, die aus dem hastigen Lesen der Rede ASquithS folgern, er sei weniger zum Frieden geneigt als die Minister Frankreichs, Rußlands oder Italiens, können vielleicht ihre Mci- nung einer Neureoision unterziehen, namentlich, wenn sie die ganze Dubl>in-Nede und die ganze Guildhall-Rede lesen wollen/'(z) Sur üas Imperium. London, 9. März.(W. T. B.) Bei einem zu Ehren des austra- lischen Premierministers Hughe« abgehaltenen Frühstück, sagte v o n a r Law u. a.: Wir haben schon früher unsere Bereitwillig- keit gezeigt, die Dominion?(Kolonien) zu unseren Beratungen zuzu- lasten, aber die Dominions haben soviel für uns getan, daß die Lag« nach dem Kriege nicht dieselbe bleiben kann. Wir hoffen, nach diesem Kriege ein Reich zu schaffen, das für alle Zeiten ein- b e i t l i ch aufgebaut ist. Der Minister fuhr fort, seiner Meinung nach hänge die Zukunft davon ab, waS die Dominions unternehmen werden. Das Mutterland würde jeden von ihnen gutgeheißenen Vorschlag annehmen. Dinge, die vor dem Kriege unmöglich gewesen wären, werden nach dem Kriege leicht sein und ein großer Schritt nach vorwärts würde nicht schwerer fallen als ein kleiner. Vertagung der italienischen Kabinettskrise. Bern, 9. März.(W. T. B.) Die italienische Kabinettskrise hat. wie die Blätter melden, nach den Besprechungen der Minister mit dem König zu halben Zugeständnissen SalandraS an die Kammer geführt, wodurch die Krise für kurze Zeit vertagt worden ist. Die Regierung hat nämlich drei Anstagen über wirtschaftliche Themata zur Besprechung angenommen. Damit kommt Salandra einerseits den Obstruktionisten entgegen, die infolge der wirtschaftlichen Nöte des Volkes einen breiten Teil der öffentlichen Meinung für sich haben. Andererseits gibt er dem Parlament den Beweis einer Rücksichtnahme, die den Eindruck seiner gezeigten Halsstarrigkeit in den letzten Tagen zu verwischen geeignet ist. Deutschlands Wirtschaftspolitik und Rußland In einem Artikel mit der Ueberschrift:„Die künftigen Han- delsverträge" schreibt„Kolokoi" vom 22. Februar: Das wechselseitige Zusammenarbeiten der Völker im inter- nationalen Handels- und Jndustrieleden ist so sehr ineinander verwoben, daß selbst der europäische Krieg diese Verflechtung nur stören, nicht aber vernichten konnte. Das private Kapital er- kennt keine nationale Politik an und sucht dort zu arbeiten, wo es mit der größten Sicherheit den größten Gewinn erzielen kann. Die Rolle des Staates besteht dabei in der Politik der Handels- Verträge und Zolltarife, und die Regulierung der handelspoli- tischen Beziehungen mit dem Auslande gibt dem ganzen Volks- wirtschaftlichen Leben eines Landes den bestimmten Charakter. Die Deutschen bereiten schon jetzt in verstärktem Matze die Wiederaufrichtung eines friedlichen Lebens von Handel und In- dustrie vor und studieren alle mögluyen Bedingungen und Veränderungen, welche der Krieg im Innern und im internationalen Leben hervorrufen wird. Mit Rücksicht auf die gegenwärtige Lage der Dinge denken die deutschen Wirtschaftspolitiker an einen ge- schlossenen Handels st aat. In Zukunft soll nach Ansicht der deutschen Gelehrten das Land in seinem Innern olles produ- zieren, was das Volk nötig hat. Die Einfuhr von Produkten soll nur aus solchen Ländern erfolgen, welche unter deutschem Einfluß stehen, deshalb sollen die landioirtschaftlichen Zölle nach notwendig gewordenen Aendernngen erhalten bleiben. Selbst große Gelehrte, die auf dem �.landpunkt des Freihandels stehen, treten jetzt für den Schutzzoll ein. Gleichzeitig mit einer Beschränkung der Einfuhr wünschen die deutschen Handels- und Jndustriekreise eine weitgehende Entwicke- lung der Ausfuhr. Im Schutze und in der Erweiterung ihrer Aus- fuhr sehen die Deutschen eine Befestigung ihrer Weltmacht. Zur Schaffung der künftigen Handelsverträge sammeln unsere Feinde schon jetzt energisch alle Materialien. Ein vorteilhafter Handelsvertrag mit Rußland er- scheint als ein wesentlicher Faktor zum Gedeihen Deutschlands. Damit nun der Feind uns nach dem Kriege bei der Beratung künftiger Handelsverträge in voller Rüstung finde, müssen auch wir mit ungeschwächter Energie die vorbereitenden Arbeiten in dieser Richtung treiben. Unsere Handels- und Finanzagenten in den verbündeten und namentlich in den neutralen Ländern können uns zu einer Revision unserer Handelspolitik wertvolles Material liefern. Nachdem dieses gesammelt und bearbeitet worden ist, können wir ruhig auf die Erneuerung der Verhandlungen über die internationalen Handelsverträge warten.(z) Mklagereüen in der Duma. In der Dumasitzung vom 19. Februar(3. März) nannte der Progressist K o n o w a l o w, laut einem telegraphischen Bericht der„Franks. Ztg." vom 8. März, das Anwachsen des Budgets einen Beweis für die katastrophalen Schwierigkeiten des Landes. Sieben Achtel des Volkseinkommens fallen dem Kriegsmoloch an hei m. Tie Möglichkeit bestede, daß die diesjährigen Kriegsausgaben das Volkseinkommen übersteigen. Falls der Krieg 1913 zu Ende käme, werde das Budget bh Milliarden Rubel bc- tragen, loobei die vergrößerten ZukunstsauSgaben noch nicht mit- gerechnet seien. Das Tempo de« Wirtschaftslebens werde sich noch dem Kriege sehr verringern. Bei anhaltender Teuerung fallen die Arbeitslöhne. Dann werden die Volks massen im Kampf ums Dasein in elementare Bewegung ge- raten. Es sei Aufgabe der Behörde, diese Bewegung durch«ine Reihe sozialer Reformen in richtige Bahnen zu leiten. Die Kapital- bildung sowie die Anlage fremden Kapitals in Rußland werde sich nach dem Kriege stark oerlangsamen. Voraussichtlich können nur die Amerikaner als künftige Weltbankiers sich die Lage zunutze machen und versuchen, mit Rußland Verbindungen anzuknüpfen. Der Redner bezweifelt, ob nennenswerte Mehreinnahmen durch die Einführung der geplanten Monopole geschaffen wecken, da damit gleichzeitig viele bisherige Stempelabgaben, Verbrauchssteuern, Lizenzgebühren und Posteinnahmen wegfallen. Gegenüber dem Ausfall von 700 Millionen durch die Beseitigung des Sckmapi- Monopols stehen höchstens 2ö0 Millionen aus den neuen Mono- polen, die außerdem der privaten Unternehmungslust zuwiderlaufen. W e r s ch i n i n(Arbeitsgruppe) führte aus, daß die Ersparnis, die das Volk infolge des SchnapsverboteZ mache, durch die Teuerung wieder draufgehe. Der Sozialdemokrat Skobelew führte aus: Der Krieg habe sich allmählich in ein ge s ch ä f t l i ch e s Großunternehmen und einen Kampf gewaltiger Staatsorganismen gegen- einander verwandelt. Die Werte, die der Militarismus bisher verschlungen habe, seien mehr als 12 Prozent von allen von der Kultur nienschheit bisher gesammelten Reichtümern. Deshalb sei eS verständlich, daß in den letzten Monaten die F r i e d e n s s e h n s u ch t in allen kriegführenden Ländern stark gewachsen sei. Die Losung:„Krieg bis zum Ende" bedeute einen Krieg ohne Ende. Während die Bourgeoisie in Europa alle Götter der Moral und Tugend entthrone, verteidige allein die Arbeiterklasse das kulturelle Recht und kämpfe für eine baldige Beendigung des Krieges. Ein Weiterführen deS Krieges bis zu Ermattung bedeute für Rußland die Untergrabung aller Grundlagen seiner selbständigen WirtschaftS- cntwickelung. Wenn England bisher nur 71 Proz. seiner Einnahmen für den Krieg hingab, so gibt Rußland mehr als das gesamte jährliche Volkseinkommen aus. Der Krieg hat England mitten in der Blüte seiner� kapitalistischen Wirtschaft, im Besitz großer angehäufter Reichtümer angetroffen. Der englische Bürger erzeugt an Werben das Sechsfache des russischen. Ueber Rußland hing bis zu den Tagen der Katastrophe der Fluch seines historischen Schicksais, ein halbasiatischer Staat mit halbbarbarischen Einrichtungen zu fem; daher kommen die Ausartungen des GlücksjägertumS und Be- stechungswesens. Unter der Loiung der„nationalen Einigung" ver- steht man die Verfolgung der Juden und Baptisten. Di« Slawen Galiziens hatten ja nun Gelegenheit, sich von den Segnungen der russischen StaatSocknung zu überzeugen. Bezüglich des Budgets stimmt Skobelew den früheren kritischen Ausführungen Schin- garews zu. Er erhält wegen der Frage, aus welchem Fonds der neue Regierungschef 5 Millionen Rubel zur Geheimverwendung erhalten habe, einen Ordnungsruf. Die Ausgaben für das Unter- richtS- und Verkehrsministerium, fuhr Skobelew fort, seien gekürzt, dafür aber aus dem Zehnmillionenfonds für GeheimauSgabcn fünf Millionen dem Ministerium deS Innern angewiesen wocken. In noch schärferer Form als Schingarew habe der Redner seine Bedenken gegen di« unbegrenzte Vermehrung des Papiergeldes schon in der vorigen Dumasession geäußert. Schingarew habe ihin damals gesagt, er würde der Arbeiterklasse Rußlands«inen großen Dienst erwiesen haben, wenn er seine Aeußerungen nicht in den Zeitungen gemacht hätte; die Zeitungen dürften über seine Worte gar nicht wiedergeben. Ohne die damalige Geheimtuerei wären dem Lande die letzigen Enttäuschungen erspart geblieben. Nie. mand prüfte die zuversichtlichen Erklärungen, die Suchomlinow damals in der Kommission bei verschlossenen Türen machte. Erst Warschau und Kowuo brachten eine Ernüchterung. Ueber die Bekämpfung der Teuerung sagte der Redneri Ihr erwartet von der Regierung, der ihr nicht vertraut, die Aus- arbeitung eines großen finanzwirtschaftlichen Planes. Ihr habt diesen Plan am 9. Februar zur Wiedereröffnung der Duma er- wartet, aber er liegt bereits als Geheimzirkular vom 9. Januar vor. Hat nicht der Minister des Innern, dem zu Unrecht Untätig- keit vorgeworfen wick, durch sein Neujahrstelegramm an die Gouverneure, die die Judentreibjngden in Moskau und Rostow verursachten, dort und an anderen Orten genug Tätigkeit hervor- gerufen? Man macht setzt unsere Wirtschaftsentwicklung vom Kriegsglück abhängig. Wir sind aber die entschieden- sten Gegner aller territorialen und Wirtschaft- l i ch e n Annexionen. Die ersten setzen eine politische Recht- losigkeit voraus, die anderen haben einen unerträglichen Charakter. Die Möglichkeit wirtschaftlicher Annexionen hängt hauptsächlich von der Widerstandskraft des wirtschaftlichen Organismus und der Entwicklung eines Landes ab. In diesem Sinne waren wir aber schon bedroht vor dem Kriege, sind wir gegenwärtig bedroht und wecken wir später bedrodt sein, sowohl von Westen wie von Osten, einerlei, wie auch der Krieg ausgehen möge. Bei der Entwicklung der Produktionskräfte sorgt der Finanzminister nur für die In- dustriellen, aber nicht für die Arbeiter, von denen viele tatsächlich hungern. Als einzige Waffe bleibt den Arbeitern der Streik. Ten Zeitungen war verboten, über Ausstände zu schreiben, aber daß sie vorkoiwnen, ist kein Geheimnis. Sofort erscheinen dann Maueranschläge, die den Ausstand als Hochverrat erklären und vorn„Gold feindlicher Agenten" sprechen. Rur Leute, die selber bis ins Mark verkäuflich sind, können die russischen Ar- beiter der Verkäuflichkeit beschuldigen. Ein Suchomiinow wird nicht dem Gericht übergeben. Suchomlinow soll allerdings gewisse Papiere besitzen, die ihn sichern. Der Äcmdwirtschaftsministcr kündigte die Heranziehung von Kulis an. Wir haben nicht-» gegen ihre Zulassung, wir sind aber gegen einen M a s s e n i m p o r t. Man beklagt den Mangel an gelernten Ar- � beitern, aber ihr kennt ja den Ausgang der Streiks auf der bal- tischen Schiffswerft, in den Nikolajewwerken und bei Putilowl Man schickte die besten Leute in die Verbannung oder in die vordersten Schützengräben. Der Redner erklärt schließlich, die Stellungnahme seiner Parteigenossen sei klar und in II e b e r e i n st i m m u n g mit der der G e- s i n n u n g s g e n o s s e n aller Länder. Er werde nicht mit dem fortschrittlichen Block die Buchführung des Finanzministers unterschreiben.„Hindert die Volksherrschaft nicht auf ihrem Wege, wie ihr«s 1905 getan. Di« Stunde der Demo- kratie wird kommen, dann wird die Zukunft Rußlands in guten' Händen lein." Zum Schluß verlas Kap n ist eine Entschließung des fortschrittlichen Blocks, die die Forderung enthält, daß als Grundbedingung der Niederwerfung des Feindes die An- spannung aller Kräfte unter einer Regierung verlangt werde, die auf das Vertrauen des Volkes gegründet sei und die vollkommene Acndcrung des gegenwärtigen Vcrwaltungssystems, das Aufhören aller Willkürherrschaft und bureaukratischen VerantwortungSlosig- keit verbürge. Die Mehrheit fordert die Ausarbeitung eines breiten Wirtschaftsprogramms auf dem Wege einer fortschrittlichen Gesetzgebung. Die bisherige Regierungsackeit sei entgegen den Wünschen des Landes und der Mehrheit der Volksvertreter, sie ge- sähcke das Land und lege de? Regierung die schwerst« Verant- Wartung auf. Japanische ßreunüschaftsbeteuerungen für Amerika. London, 9. März.(W. T. B.) Reuter erfährt, daß bei einem Festmahl in Tokio am 6. März, an dem der Botschafter der Ver- einigten Staaten, der japanische Mi»ist erPräsident und der M i n i st e r des A e u ß e r e n teilnahmen, letzterer folgende Erklärung über die japanisch-amerikanischen Beziehungen abgab. Die Beziehungen Japans zu Amerika seien niemals besser oder so gut gewesen, wie heute. Die Be- ziehungen würden von Jahr zu Jahr idealer und freundschaftlicher werden. Kriegsbekanntmachungen. Keine Osterliebesgaben. Berlin, 10. März.(W. T. B.) Di« Heeresverwaltung macht darauf aufmerksam, daß bei voller Anerkennung der Opferfreudig- keit der Bevölkerung besondere Osterliebesgaben- s e n d u n g e n aus Anlaß de? bevorstehenden Osterfestes nicht zugelassen werden können. Sie würden eine außerordent- liche Belastung der Verkehrsmittel zur Folge haben, die unbc- dingt vermieden werden muß. Aber auch im Interesse der zur- zeit gebotenen Sparsamkeit wäre eS unwirtschaftlich, au? Anlaß dieses Festes leicht verderbliche Dinge, wie Eier, Wurstwaren usw. zu verschicken. Letzte Nachrichten. Tätigkeit deutscher Seeflugzeugc im Schwarzen Meere. Amtlich. Berlin, 10. Mär,«W. T. B.)«m S. Mär, vormittags wurde bei Kaliakra nordöstlich Warna im Schivarze» Meer ein ruffffkycr Schiffsverband» bestehend auS einem Linien- schiff, fünf TorpedobootSzerstörcrn und mehreren Frachtdampfcrn von deutschen Seeflugzeugc» angegriffen und mit Bomben belegt. ES wurden Treffer auf Zerstörern beobachtet. Trotz heftiger Befchichung durch die Russen kehrten sämtliche Flug» zeuge unversehrt zurück. Der Chef de» Admiralstabs der Marine. Eine Erklärung des englischen Botschafters in Washington. London, 10. März.(T. U.) Reuter meldet aus W a» shington: Im Anschluß an die gestvige deutsche Note, in welcher England der Vorwurf gesetzwidriger Handlungen gemacht wird, hat der englisch« Botschafter in Washington, Spring Rice, eine Erklärung veröffentlicht, worin er sagt, daß die deutschen Il-Bootc sich schon vor dem 18. Februar 191S, dem Tage, an welchem der U-Boot-Krieg durch Deutschland beginnen sollte, ver- schiedener Missetaten schuldig gemacht Imben. Deutschland wirft England, so sagte der Botschafter, vechtsividrig« Handlungen vor. England soll sich z. B. nicht an die Londoner Konvention vom Jahre 1909 gehalten haben. Es habe die Konberbandelistc ausgedehnt, Handelsschiffe vor Minen in der Nordsee gewarnt und am 0. Fe- bruar die„Wilhelmina", die Lebensmittel an Bock hatte, beschlagnahmt. Die Londoner Äoiwention, so sagte der Boffchafter, sei niemals von England ratifiziert wocken und nie bindend für Eng- land gewesen. Ein Grund, weshalb England die Konvention nicht ratifizierte, war der, daß Deutschland Lebensmittel als Konter- bände behandelt wissen wollte. Auf Ausdehnung der Konterbande- liste hätten die Alliierten ein althergebrachtes Recht. Die„Wilhelnrina" mit ihrer Ladung Lebensmittel für Ham- bürg wurde deshalb angehalten, weil Deutschland gleichzeitig im September 1914 das niederländisckie Schiff„Maria" und die „William P. Frehe" im Jahre 1915, mit Getreide nach England unterwegs, vernichtet hat. Beschlagnahme holländischer Post. Amsterdam, 10. März.(W. T. B.) Der Dampfer„Frist a", der sich auf der Fahrt nach Südamerika defindet, mußte die Post in Falmouth ausschiffen. Gewerksthastliches. Serlin und Umgegend* Liebesgaben auf Kosten der Arbeiterinnen. Wer unseren Soldaten Liebesgaben ins Feld schickt, handelt gewiß löblich, wenn aber das Geld dafür vom Arbeitslohn des Personals abgezogen wird, so gewinnt die LiebeStntigkeit einen im* sozialen Charakter. Stach dieser Methode aber hat der Probinzialverein deS Bater- ländischen Frauenvereins gehandelt, indem er Liebes- gaben an Landsturmleute ins Feld sandte, am Stücklohn der von ihn beschäftigten Arbeiterinnen jedoch 10 Pf. abzog. Auf eine Be» schwerde des Schnsiderverbandes hin, teilte der Berein mit, daß das Geld zu dem angegebenen Zweck verwendet werde. Ter Verband antwortete hierauf: die Arbeiterinnen hätten ihren vollen Tariflohn zu erhalten. Wolle der Verein den Sol« baten Gutes erweisen, so möge er das aus seiner Kasse bewerl- srelligen. Der Verein erbot sich hierauf, der Arbeirerin den abgezogenen Betrag zu„schenken". In der letzten Sitzung bezeichnete K u n z e vom Schneiderverband diese Antwort als eine llngehörigkeit; der Verein habe laut Tarif den Betrag zu entrichten, von Schenken könne keine Rede sein. Erst müsse er die Frau ordnungsgemäß aus« zahlen, wenn er ihr dann nebenbei noch euoas schenken wolle, so sei das etwas anderes. Im übrigen unterstehe der Verein eben- falls der Gerichtsbarkeit der Schlichtungskommission wie jeder andere Arbeitgeber, und habe der Ladung Folge zu leisten, was nicht geschehen sei. Sowohl die Kommission als auch Haupimann Helmboldt vom BskleidungSamt stimmten Kunze bei. Der Verein sei ebenso wie jeder andere Unternehmer verpflichtet, die Bedingungen deS Be- klsidungsamteS einzuhalten. Wolle er Liebesgaben schenken, so müsie er dieS aus den 25 Proz. Unternehmergewum bestreiten, nicht aber aus den 75 Proz., die den Arbeitern zustehen. Kunze beantragte, den Verein nochmals vorzuladen und zur Zahlung des strittigen Betrages zu verurteilen. Er lehne eine Schenkung ab. Die Kommisstou beschloß demgemäß und behielt sich vor, eventuell Beschwerde beim Oberkommando zu führen. Die Staats- und Gemeindearbeiter nahmen in einer stark be- suchte» Beriammlung Stellung zur Teuerungsfrage. Folgende Reso- lution wurde einstimmig angenommen: Die gut besuchte Mitgliederversammlung der Filiale Groß- Berlin des Verbandes der Gemeiude- und Staatsarbciter nimmt Kenntnis von der infolge der ungeheuren Preissteigerung aller Lebensmittel und Bedarfsartikel in den einzelnen städtischen Betrieben entstandenen Bewegung um Aufbesserung der Lohnbezüge. Die Versammlung heißt diese Bestrebungen nicht nur gut, sondern erkennt sie als dringend notwendig an. Da die Teuerung aber eine allgemeine Erscheinung ist, von welcher alle Arbeiter und Arbeiterinnen schwer, die niedrigst be- zahlten und kinderreichen Familien jedoch am schwersten Betroffen werden, da ferner die bisher in den einzelnen städtischen Betrieden gewährten Teuerungszulagen außerordentlich verschieden sind, beauflragt die beutige Versammlung die OrtSverwaltung des Verbandes der Gemeinde- und Staatsarbeiter, Filiale Groß- Berlin, mit den Vertrauensleuten und Arbeiterausschüsteu der einzelnen Betriebe unverzüglich in Verbindung zu treten, um in gemeinsamer Beratung allgemeine und.einheUliche Grundsätze festzulege»,«ach denen die Teuerungszulage« bemesien werden sollen. Die Grundsätze find dem Magistrat und den Stadtverordneten mit dem Ersuchen um alsbaldige Berückstchligung zu unterbreiteil. Von den städt. Körperschaften erwarten wir. daß sie die ihnen unterbreileten berechtigten Forderungen der städtischen Arbeiter so weit wie irgend möglich berücksichtigen werden. Es kam auch zur Sprache, daß in einem Betriebe eine zwölf- stündige Arbeitszeil verlang: wird anstelle der bestehenden acht- stündigen. Dagegen wurde protestiert und verlangt, daß die be- treffenden Arbeiter eine solche Zumutung zurückweisen sollen. In die OrtSverwaltung wurden gewählt: Brumm und Doberstein.____ Teuerungszulage der Schuhmacher. Nachdem die Schuhmacher der Schoßbranche schon bor einiger Zeil eine Teuerungszulage von 10 Proz. bewilligt erhalten hatten, sind sie neuerdings an den Arbciig eberverband herangetreten mit der Forderung, ihnen mit Rücksicht auf die fortgesetzt steigenden Lebens- mittelpreise nochmals 10 Proz. zuzulegen. Hierüber fand eine Aus- spräche in der Schlichtungskomunssion statt. Gegen die Forderung selbst erhoben die Arbeitgeber keine Einwendungen. Nur wünschten sie, daß die Geltungsdauer der Zulage begrenzt werde. In dieser Hinsichl wurden Vorschläge von beiden Seiten gemacht. Schließlich kam es zu folgender Vereinbarung: die Alkordarbeiter erhalten eine erneute Teuerungszulage von 10 Proz.. die Lohnarbeiter eine solche von 5 Proz. Beim Eintritt des Waffenstillstandes werden die Zu- lagen um 10 Proz., vier Wochen nach Friedensschluß um weitere 10 bezw. 5 Proz. gekürzt, so daß die Löhne mit diesem Zeitpunkt wieder ihren alten Stand erreichen. Sollten dann aber die Teue- rungSvrrhältniste noch fortbestehen, so werden die Arbeitgeber wegen einer Weiterzahlung der Zulagen mit sich reden lassen. Die neuen Zulagen werden für die Lohnarbeiter vom Monrag, den 13. März. ab, für die Akkorbeiter auf die vom Sonnabend, den 11. März, au ausgegebenen Arbeiten berechnet. Der Arbcitgebervetband hat diese Vereinbarungen angenommen. Am Donnerstag stimmte ihnen auch die Mitgliederversammlung der Schuhmachrr der Schoßbranche zu. veutsches Neich. Die Antwort der Zecheuherren. Auf die Lohneingabe der vier Bergarbeiterverbände ist folgende Antwort eingegangen: La den Verband der Bergarbeiter Deutschlands, z. H. des Herrn H. Sachse, Bochum. Wie Sie in Ihrer Zuschrift schon hervorhoben, und wie wir «ach unserer Kenntnis der Verhältnisse bestätigen können, ist den Arbeitern und Arbeiterinnen auf einer größeren Zahl von Zechen- Verwaltungen die von Ihnen beantragte Kinderzulage bereits be- willigt worden. Es ist hiernach zweifellos mit einer baldigen allgemeinen Einführung dieser Beihilfe im ganzen Revier zu rechnen. Ihre durch daS Vorgehen der Zechenverwaltungen bereits überholte Eingabe zum Gegeustand einer besonderen Besprechung im Vorstande unseres Verbandes zu machen, dürfte sich daher wohl erübrigen. Die Geschäftsführung: _ v. Loewenstein. Mus der Partei. Nochmals Scherdemauns Erwiderung. Im.Vorwärts" vom 25. Februar veröffentlichten wir eine Er« klärung, die sich unter anderem dagegen wendete, daß ein nicht be- glaubigter, ganz unwahrscheinlicher Ausspruch Sembars ausgebeutet werde, die Minderheit unserer ReichStagSfrartio» wrd ihre Politik zu diskreditieren. Scheidemantt antwortete Tags darauf in einer längeren Zuschrift. Sie blieb ohne Beantwortung und der.Vorwärts" teilte mit, wir seien nicht in der Lage zu erwidern. Wie wir jetzt aus vielfachen Anfragen ersehen, haben zahlreiche Genossen merkwürdigerweise den Grund nicht hcrauSgesunden, der uns Schweigen auferlegt, und gemein!, Scheidemanns Ausführungen erschienen uns so einwandSfrei, daß wir nichts dagegen zu sagen wüßte«. Das war so wenig der Fall, daß wir schon am 27. Februar dem.Vorwärts" eine Erwiderung schickten, in der die Hohlheit der Scheidemanuschen Antwort bloßgelegr wurde. Wenn sich dann cm Schild schützend vor Scherdemann erhob und unsere Entgegnung nicht in die Oeffentlichkeil gelangen konnte, liegt das nicht au mtS. E. Bernstein. K. Kants kh. Aus dcu Orgaursatloucir. In einer Parteiveriammlung in Kassel sprach Senost« S ch e i d e m a n u über die neuen Steuern und erklärte: S e l b st- verständlich ist, daß eitte Volk Spartet w i e die sozialdemokratische alles daran setzen muß, um die werktärige Bevölkerung vor neuen Lasten, Handel und Verkehr nach Möglichkeit vor neuen Hemmnissen zu schützen, dagegen aus hohen Ein- ioiiimen, Vermögen und Erbschaflen heraus- zuboleu, was herauszuholen ist. Was jetzt schon, bevor noch der Krieg zu Ende ist. au Steuern aufgebracht werden muß. um den Etat ms Gleichgewicht zu bringen, kann und muß aus der KricgSgewiunsteuer sowie den Steuern der Reichsbau k'und der Darlebnskassen gedeckt werden. Baudersmissen gestorben. Der Sekretär der belgischen Arbeiterpartei, Laurent Bandet- smiffen, ist nach kaum achttägigem Krankenlager am 6. März an einer Lungenentzündung verstorben. Seme Beerdigung fand am 8. März in Brüssel statt. Der tapfere Kämpfer der sozialistische» Sache hat leider nur ein Alter von 42 Jahren erreicht. „Die Befirrbungcn für eine wirtschaftliche Annäherung Deutsch- lands und Oesterreich- Ungarns". Zm Verlage der Buchhandlung Vorwärts, Berlin 8 IV 6«, ist nunmehr das Protokoll der Vorhand- lungen der Winschahskon'erenz erschienen, die am 9. Januar d. I. im Reichstagsgcbäude von Vertreierschasten der politischen, gewerl- schaftlichen und genossenschaftlichen Organisationen der Sozialdemo- lratie Deutschlands und Oesterreichs abgehalten wurde. In zwei Referaren wurden von Karl Renner und Heinrich Cunow die ge- schichtliche Bedeutung und die wirtschaftlichen Möglichkeiten der bandelspvlilischen Annäherung beleuchler. An der Debatte beteiligten sich von deut'cher Seile Robert Schmidt, Ledcbour, Hoch. Cohen« Reuß, E. Meyer, Mollenbuhr, David, von österreichischer Seile Viktor Adler, Ellenbogen. Seitz und Renner. Auch dieie Debattereden sind nach dem Srenogramm in der Prolokollschrift zum Ab« druck gelangt. Bei einem Umfang von 56 Druckseiten Protokoll- format koster die Schrift 1 M. Zu beziehen ist sie durch alle Buch- Handlungen sowie direkr vom Verlag. Freireligiöse«Semeinde. Sonntag, den 12. März 1016, vormittags 9 Uhr. Pappel-Allee 15,17; Neukölln, Jdeal-Paffage; Tegel, Bahn« hosflr. 15, und Trerschöneweide, Klaraftr. 2: Freireligiöse Vorle'ung,— Vormittags 11 Uhr, Kleine Frankfurter Straße 6: Vortrag des Herrn Dr. M. Brie:.Gerhard Hauptmanns Dramen". Allgemeine Kranken- und«terbekajie der Metallarbeiter a. G.) Hamburg. Filiale Baumschulenweg. Den m Treptow wohnenden Aütgllcdern zur Kenntnis, daß heute Sonnabend, den 11. März, abends von bst, bis 1b Uhr, im Lokal von Wolfram, Elfen» itrage 101(Elle Kiesholzstrave) kassiert wird. Olliar Alllm Berlin M, 56 a.57 Briinnenstr.56 1 57 Konfektionshaus für Damen- nnd Mädchen-Bekleidung. tleuhelten für dos Frütilaiir keine Preissteigerung. 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Ter Minister erklärte, es sei zu bedenken, daß ein Unterschied im Besuch der höheren Schulen bestehe zwischen erstens den Söhnen der kleinen und mittleren Beamten, zweitens den Söhnen der Akademiker, Fabrikanten und Gewerbe- treibenden, und drittens den Söhnen der Arbeiter und Handwerker. Auf die erstere Serie kämen jetzt 14, auf die zweite 64 und auf die dritte 21 Proz. der aus ärmeren Klassen zugelassenen Schüler. Schulgelderlaß würde staatlich bis zu 16 Proz. gewährt, wozu ein Kommunalcrlaß bis 5 Proz. käme. Beim Kapitel„Vorschule" erklärte der Minister, daß 867 höhere Schulen Vorschulen habeil, 462 keine. Die Mittelschulen seien am besten geeignet zur Vermittelung des Ueberganges in die höheren Schulen. Don Antrag der Freisinnigen, in jeder Provinz Volksschülern die Möglichkeit zu bieten, in eine höhere Schule aufgenommen zu wer- den und in 5— 6 Jahren das Reifezeugnis erhalten zu können, er- klärte der Minister als nicht empfehlenswert. ES seien nach dieser Richtung hin Versuche im Gange, die noch nicht abgeschlossen sind.— Der Antrag wurde abgelehnt. Weiter wurde die Annäherung der verschiedenen Arten von Schulen verlangt, wobei hervorgehoben wurde, daß h e u t e 61 Pro- zent der Jugend die Volksschule besuchen.— Abg. Cassel wünscht Maßnahmen dahingehend, daß die Schüler, die aus Volksschulen in höhere Schulen übergehen, nicht m Jahr verlieren; dann könnte man auch daran denken, die Vorschulen aufzu- heben. Er wünscht auch, daß dem Lande und den kleinen Städten die Möglichkeit gegeben wird, die Kinder höheren Schulen zuzu- führen.— Der Minister warnt vor einer Ausdehnung, wie sie hier gewünscht wurde. Angenommen wurde ein Zentrumsantrag, der geeignete Maß« nahmen fordert, damit die für die Schüler der sogen. Vorschulen bestehende Bevorzugung beim Uebcrgang in die höheren Schulen aufgehoben werde.— Abg. v. Zedlitz erklärte, allen Kindern die gleiche Bildungsmöglichkeit zu gewährleisten, wäre der Zeit gewiß angetan. Ein weiterer Zentrumsantrag fordert die Unterstützung der Rektoratsschulen, da diese Schulen vorzüglich geeignet seien, unbc- mittelten Kreisen zur höheren Schulbildung zu verhelfen.— Dieser Antrag wurde Nach ausführlicher Diskussion abgelehnt.— Abg. Sav igny sprach gegen den Antrag der Freisinnigen, da er eine vollständige Umwälzung des höheren Schulwesens verlange. Er wendet sich dann gegen Herrn v. Zedlitz, der deswegen gegen die Rektoratsschulen zu sein'scheine, weil vielfach den Schülern der Weg zum katholischen Geistlichenstand dort eröffnet würde.— Abg. Eickhoff glaubt, einen Widerspruch zwischen den Anträgen des Zentrums, die sich mit Rektoratsschulen und Vorschulen bcschäf- tigen, zu finden.— Abg. Wildermann(Z.) verteidigt die Zen- trumsanträge,>— Der Minister wandte sich aus finanziellen Gründen gegen die Anträge. Die Rektoratsschule gehöre eigentlich in diesen Rahmen nicht hinein; übelwollend stehe er diesen nicht gegenüber.— Genosse Adolf Hoffmann erklärt: Alle Anträge, die von den verschiedenen Parteien zu dieser Diskussion gestellt sind, ergeben, daß eS sich Um nichts weiter als um Flicken und Ver- legenheitsannäge auf ein Gewand bandelt, das nicht mehr zu flicken ist. Ter Kultusminister sagte selbst. 61 Proz. der Jugend besuche die Volksschule, also um so nötiger wäre es gewesen, daß Sie den sozialdemokratischen Antrag, der die Einheitsschule, die Unentgclt- lichkeit und damit das Recht, bis zur Universität zu gelangen, für jeden Befähigten anerkennen wollte, angenommen hätten. Tie jetzige Zeit sollte doch die Gleichberechtigung im Schützengraben auch fü? die Kinder der Kämpfer anerkennen, um so mehr, da ja nach diesem fürchterlichen Ringen eine Zeit komme, wo nicht die größten Kanonen, sondern die größten Kenntnisse, Bildung und Wissen im Kampf der Küliurnationen über den Vorrang in der Welt entschei- den.— Ein Antrag der Nationalliberalen, die königliche Staats- regierung zu ersuchen, die Aufnahme weiblicher Zöglinge an allen höheren Lehranstalten für Knaben da zuzulassen, wo für da» weibliche Geschlecht geeignete höhere Lehranstalten nicht be- stehen, wurde abgelehnt. In der Sitzung am Freitag beschäftigte sich die Kommission mit dem Etat des Ministeriums der auswärtigen Ange- legenheiten. Es wurde kaum eine Viertelstunde über eine Anfrage der Abberufung resp. Verlegung der deutschen Gesandt- schaft bei dem Papst von Rom nach der Schtveiz verhandelt. Der Staatssekretär v. Jagow machte dann noch einige vertrauliche Mitteilungen, und der Etat deS Ministeriums der auswärtigen An- gelegenheiten war erledigt._ politische Ueberflcht. Der Reichshaushaltsetat für ISIS. Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" veröffentlicht den Reichshaushaltsetat für das Jahr 1916. Die Ausgaben und Einnahmen im ordentlichen Etat balancieren mit 3669 Mil- lionen Mark.— Es verlohnt nicht, die Zahlenkolumnen im einzelnen wiederzugeben, weil sie in keiner Weise irgend- einen Anhalt für die wirklichen Einnahnien darbieten, son- dyrn nur einen Abdruck des Etatsvoranschlages des vorigen Jahres darstellen. Denn was als Ein- nähme aus den Zöllen, indirekten Steuern, Eisen- bahnen usw. rein fiktiv angenommen wird, läßt sich in keiner Weise mit den wirklich eingehenden Beträgen in Vergleich stellen. Es sind eben Annahmen, auf denen der Etat basiert. Interessant ist nur. daß sich die Ausgaben für die Verzinsung der Reichßschuld gegenüber den 1267 Millionen vom Jahre 1913 auf 2303 Millionen erhöht haben. Dem- gegenüber figuriert unter den veranschlagten Einnahmen ein Betrag aus den neuen Kriegssteuern in Höhe von 480 Mil- lionen Mark. Die Ausgaben haben sich nur dadurch mit den Einnahmen in rechnungsmäßige Uebcreinsttnimung bringen lassen, daß man sämtliche Ausgaben für Heer und Flotte diesnial aus dem Etat entfernt hat. Während im Etat für 1916 unter den fortdauernden Ausgaben des ordentlichen Etats noch immer 537 Millionen Mark gebucht wurden, sind diese Ausgaben diesmal aus dem Etat überhaupt entfernt und auf das Anleihekonto verwiesen worden, das durch die Kriegsanleihen zu decken ist. Durch die Ausschaltung sämtlicher Militärausgaben, die sich vor dem Kriege auf mehr als V/g Milliarden Mark beliefen, ist bei weitem der größte Teil der in einem normalen Etat zu deckenden Aus- gaben geschwunden, so daß mit Hilfe der neuen Kricgssteuern und der angenommenen sonstigen Einnahmen aus Reichs- zollen usw. der Etat ins Gleichgewicht gebracht werden konnte. Alles das beweist, daß die ganze Etatsaufstellung keinerlei wirkliches Bild der faktischen Reichscinnahmen und-ausgaben und ihrer DeckungSmöglichkeit durch den Etat gewährt, sondern nur einen ungefähren Anschlag bedeutet und Anhaltspunkte darüber gewährt, was auch künftig durch Anleihen zu decken sein wird. In den Erläuterungen, die das Reichsschatzamt dem Etatentwurf beigibt, findet sich auch die Bemerkung, daß diesmal der Etat nicht mit einem Kriegs» kredit verbunden iv erden wird. Der im De- zembcr 1915 bewilligte Kredit von 10 Milliarden werde noch für einige Monate ausreichen, so daß einstweilen in Verbindung mit dem Etat kein neuer Anleihekredit gefordert werde. Die für die Durchführung des Krieges, dessen'Dauer sich noch nicht voraussehen lasse, benötigten Mittel würden nach Bedarf durch besondere 5triegskredite angefordert ivcrdcn. Nach den früheren Berech- nungen über die Kreditbedürfnisse des Reichs erachtete man die Kriegskostcn durch die letzte Anleihe aus dem Dezember bis zum 1. April 1916 gedeckt. Nach der Versicherung der Erläute- rungcn sollen die Beträge noch weiter reichen. Immerhin dürfte innerhalb der nächsten Monate mit einer neuen Kriegs- anleihe zu rechnen sein._ Eisenbahnerfrage«. DaS Preußische Abgeordnetenhaus hat am Frei- tag die zlveite Lesung des Etats der Eisenbahnverwaltung beendet. Aus der Debatte sind besonders zwei Punkte hervor- mheben, die Frage des Streikrechts der Eisenbahner und die finanzielle Seite der Eisenbahnverwaltung. Die Haltung, die der Minister zum K o a l i t i o n s- recht und Streikrecht der Eisenbahner einnimmt, erfreut sich im Landtage der Zustimmung aller bürgerlichen Parteien. Sogar der Vertreter der Fortschrittlichen Volks- Partei, Abg. O e s e r, der einer alten fortschrittlichen Forde- rung gemäß die Schaffung eines besonderen Staatsarbeiterrechts verlangte, billigte ausdrücklich die Stellungnahme des Ministers. Das Koalitionsrecht will er den Staatsarbeitern lassen, aber ein Streikrccht will er ihnen nicht einräumen. In ausführ- lichcr Weise beschäftigte sich Genosse L e i n e r t mit der Hal- tung deS Ministers, die er unter gleichzeitiger Ablehnung des Gedankens eines besonderen Staatsarbeiterrcchts scharf kritisierte. Aber vergebens, Herr v. Breitenbach läßt sich von dem Wege, den er vor dem Kriege und den er während des Krieges beschritten hat, nicht abdrängen, er ver- langt, daß die Eisenbahner sich auf das Wohlwollen der Ver- waltung verlaffen, daß sie auf das Streikrccht verzichten und sich dem Willen ihrer Vorgesetzten strikte unterordnen. Im übrigen befürwortete Leinert warm die Uebertragung der Eisenbahnen auf das Reich und weiter regte er die so- fortige Inangriffnahme weiterer Bauten im Interesse einer Verringerung der Arbeitslosigkeit an. Von besonderer Bedeutung war die Rede des Finanz- Ministers, der das mit der Eisenbahnverwaltung ab- geschlossene Finanzabkommen verteidigte, sich gegen den Ge- danken der Reichseisenbahnen wandte und die Notwendigkeit betonte, weitere Ueberschüsse aus den Eisenbahnen herauszu- wirtschaften, da die neue Reichsvermögenszuwachssteuer, die konfiskatorischer Natur sei, ohnehin die Einnahmen Preußens erheblich beschränke. Auf der Tagesordnung der nächsten Sitzung, die erst am Dienstag stattsindet, steht der K u l t u s e t a t. Die Parteien und die neuen Steuer». Der«Verl. Lokalanzeiger" schreibt: „Mitteilungen über die Stellungnahme der Reichstagsfraktionen zu den KriegZsteuervorlagen sind verfrüht und beruhen auf Ver- mutungen, da erst nach der Eröffnung der Reichstagsverhandlungen die einzelnen Fraktionen sich hierüber schlüssig macheu werden. Zu- treffend ist aber, daß an Stellen, die über die parlamentarische Stimmung unterrichtet sind, mit einem starken und nicht leicht zu überwindenden Widerstand, auch in bürgerlichen Kreisen gegen manche Steuervorschläge gerechnet wird, und daß man deshalb recht langwierigen Ausschußverhandlungen entgegensieht. Die Haupt- bedenken richten sich, soweit man erkennen kann, gegen teilweise sehr beträchtliche Zuschläge zu den Po st«, Telegraphen- und Fernsprechgebühren. Darüber hinaus ist namentlich in ZentrumSlreisen eine Strömung vorhanden, die grundsätzlich gegen Kriegs st euern ist und die Meinung vertritt, daß es richtiger wäre, sich jetzt mit Anleihen zu behelfen und neue Steuern auf die Zeit zu verschieben, wo auch nach der Regierungsabsicht eine vollständige Neuordnung der Reich« finanzen erfolgen soll." Für die unveränderte Annahme der Vorschläge des Herrn Helfferich wird wohl auch unter den bürgerlichen Parteien eine Mehr- heit nicht zustande kommen. Nach den Erfahrungen bei der Finanz- reform von 1669 darf vielmehr angenommen werden, daß die Kommission diverse Ersatzsteuern in Vorschlag bringen wird. In welcher Form die benötigten 666 Millionen Mark aufgebracht werden, steht also noch keineswegs fest. Damit rechnet auch die Regierung, denn sie hat in den Etat nicht den Ertrag der einzelnen Steuern eingestellt, sondern einfach die Pauschsumme von 486 Millionen Mark aus den neuen Kriegssteuern. Damit ist die Frage offen gelassen, wie diese neuen Steuern gestaltet werden. Handel mit Saatkartoffel«. Der Stellvertretende Kommandierende Gene« ral deS II. Armeekorps in Stettin hat soeben einen Erlaß ver- öffentlicht, durch den die bisher an Händler und Genossenschaften erteilten Erlaubnisscheine zum Handel mit Saatkartoffeln außer Kraft gesetzt werden. Der Erlaß hat folgenden Wortlaut: „Da durch Mißbrauch im Handel mit Saatkartoffeln die zur Ernährung des Heeres nnd der Bevölkerung angeordnete Kartoffel- lieferung gefährdet wird, ordne ich hiermit im Interesse der öffentlichen Sicherheit auf Grund der KZ 4 und 9 des Gesetzes über den Belagerungszustand vom 4. Juni 1861 folgendes an: Sämtliche bisher an Händler und Genossenschaften erteilten Erlaubnisscheine zum Handel mit Saatkartoffeln werden für den Bereich der zum 2. Armeekorps gehörigen pommerschen Landkreise außer Kraft gesetzt. Zum Handel mit Saatkartoffeln innerhalb dieses Bereiches ist nur noch die Landwirtschaftskammer der Provinz Pommern berechtigt. Inwieweit die bis zum heutigen Tage verkauften Saatkartoffeln aus den betreffenden Landkreisen aus- geführt werden dürfen, entscheidet der Landrat nach Anhörung der Landwirtschaftskammer. Die von der Landwirtschaftskammer selbst angekauften Saatkartoffeln unterliegen dieser Beschränkung nicht. Diese Verordnung tritt mit dem heutigen Tage in Kraft. Zuwider- Handlungen hiergegen werden nach§ 6b des Gesetzes über den Be- lagerungszustand vom 4. Juni 1861 bestraft."(z) Organisierung der Frühjahrsbestellung. DaS Kriegsministerium hat nach dem„Nachrichtendienst" an die stellvertretenden Generalkommandos einen Erlaß über die Organi- satioir der Frühjahrsbestellung gerichtet, der die wichtige Frage der Feldbestellung ins Auge faßt. Gemäß diesem Erlaß sollen die stell- vertretenden Generalkommandos in Verbindung mit den Zivilbehörden Vorsorge treffen für die Beschaffung fehlender Arbeitskräfte, und zwar sowohl der Bedarf an leitenden Kräften wozu auch WirtschaftS- bcamte, Futtermeister, Vorarbeiter usw. rechnen— wie auch der Bedarf an ausführenden Arbeitskräften, auch soweit sie mittel- bar zum größeren Wirtschaftsgebiet gehören fStellmacher, Schmiede usw.) gedeckt werden. Für die Versorgung mit leitenden Kräften gilt, soweit kleinbäuerliche Beiriebe in Frage kommen, der Grundsatz der Arbeitsgemeinschaft. Nach Möglichkeit und Bedarf sollen benachbarte Betriebe sich gegenseitig aushelfen. Eine solche arbeitsgerneinschaftliche Organisation obliegt den Landräten und Gemeindevorstehern; von ihnen gehen Anträge an die stell- vertretenden Generalkonnnandos auf Zurückstellung und Zuweisung geeigneter, möglichst nicht kriegsverwendungsfähiger Personen aus. Die nötigen Kräfte sind zunächst zu entnehmen aus den garnison- und arbeitsverwendungsfähigen landwirtschaftlichen Arbeilskräiten; sie sind den Betrieben zu belassen; auch Kriegsverwendungssähige sind zu belassen, sofern sie nicht rechtzeitig durch andere Personen ersetzt werden können. Außerdem sind heranzuziehen nicht kriegsverwendungssähige in Garnisonen, Genesungskompagnien, Lazareticn usw. befindliche land- wirtschaftliche Arbeitskräfte. Vorsorge ist ferner zu treffen für die Zuteilung der erforderlichen Zahl Kriegsgefangener und internierter Zivilgefangener; notfalls sollen auch Kriegsverwendungssähige, äußerstenfalls aus der Front beurlaubt werden. Die Preistreiberei in der Bekleidungsindustrie beginnt! In den Verfügungen über die Beschlagnahme der Webstoffe ist eine Bestimmung enthalten, nach der die Verkäufer von Web-, Wirk- und Strickwaren keinen höheren Preis fordern dürfen, als er vor dem 31. Januar 1616 bei gleichartig oder ähnlichen Verkäufen erzielt wurde. In der jüngsten Nummer des„Konfektionär" wird nun aber darauf hingewiesen, daß die Konfektionäre mit der Verarbeitung ihrer Stoffe zurückhalten, da sie hoffen, daß die Preise im Herbst gegenüber den jetzigen bis 66 Proz. steigen. Der Lippesche Landtag trat am 6. März zusammen. In der ersten Sitzung wurde der Vor« anschlag besprochen, der mit einem erheblichen Fehlbetrag abschließt. Von der Regierung wurde hervorgehoben, daß es notwendig sei, neue Steuern zu bewilligen. Es wird zugleich vorgeichlagen, die Summe der vom Staate auszugebenden Schatzanweisungen auf 7 Millionen Mark zu erhöhen. Nach einer Mitteilung von W. T. B., die auch in die Partei- presse gelangt ist, wäre durch eine Ersatzwahl die Mehrheit im Landtage auf die Konservativen übergegangen. Das stimmt nicht. Die Konservativen haben jetzt zehn, die Liberalen ebenfalls zehn Ab- geordnete; dazu kommt ein Sozialdemokrat. Mitteleuropäische Annäherung. Die Zeitschrift des Handelsvertragsvereins„Deutscher Außen- Handel" beschäftigte sich in ihrem Februarheft mit einem Aufsatz Schippcls, der unter dem Titel„llebertri ebene Meistbegünstigungs- sorgen" für den mitteleuropäischen Zollverband Stimmung machte. Der„Außenhandel" kommt dabei zu einer durchaus skeptischen Stellungnahme zu den Plänen Schippels. Er schreibt: „DaS, was im Friedensvertrag vom unterlegenen Gegner er- reicht werden kann, ist ein b e st i m m t e S Quantum von Z u- geständnissen, dessen Geiamtumfang von der militärischen und politischen Situation beim Friedensschluß abhängt. Tun wir in das, dieses Fordcrungsqnantum umfassende Gefäß— nämlich de» Friedensvertrag— ein neues gewichtiges Verlängen, wie das des Bevor- zugungsvorbchalts mit Ocstcrrcich-Ungarn, hinein, so gleitet natur- gemäß ein gleich großes Zugeständnis unserer Gegner aus der an- deren Seite heraus. Mit anderen Worten: wir müssen, um die Zu- stimmung unserer Gegner zu einem VorzugSverhällnis mit Oester- reich-Ungarn zu erreichen, auf irgend etwas anderes ver- z i ch t e n, was wir sonst im Friedensvertrage statt dessen erreichen könnten. Es kommt somit ganz daraus an, was für uns bedcut- samer ist: der Borbehalt der eventuellen Bevorzugung im Verhält- nis zu Oesterreich-Ungarn oder das an ihrer Stelle sonst im Frie- densvertrag zu erreichende andere Zugeständnis, mag dies nun ein wirtschaftliches, politisches, militärisches oder finanzielles' sein..... Dazu kommt ein zweites: In den Friedensverträgen tonnen wir doch nur die Zustimmung t>er uns feindlichen Staaten durch- setzen. Wie aber wird es mit den neutralen?... Wie sollen wir diese nun zwingen oder gütlich dazu bringen, ihre Zu- stimung mit dieser einseitigen Verschlechterung ihres Meistbe- günftigungsrechtes in Deutschland und Lesterreich-Uirgarn zu er- längen? Sollen wir unsere— zum Teil seit Jahrzehnten unange- tastet laufenden— Handels- und M e i st b e g ü n st i g u n g s- Verträge mit ihnen— z. B. mit Dänemark, Norwegen, Holland, Spanien, Portugal, Argentinien und anderen südamerikanischen Staaten(von Griechenland und Rumänien zu schweigen)— unsererseits kündigen? Und ztvar ausgerechnet in dem Augenblick, wo England und seine Kriegsgenossen alles daran setzen werden, durch ihren politischen, wirtschaftlichen und finanziellen Einfluß uns dort den Boden abzugraben und gegen uns Stimmung zu machen? Wo wir mit aller Energie suchen müssen, den während deS ganzen Kriegszustandes unterbrochenen Absatz deutscher Waren dorthin wieder aufzunehmen und auszudehnen? Niemand wird bestreiten, daß eine wirtschaftlich« Annäherung mit Oesterreich-Ungarn, Bulgarien und der Türkei durchaus er- wünscht ist. Aber ob eine Zollbevorz ugung hierfür,, wichtig ist, daß wi r auch eine etwaige ernstere Bce int rächt ignilg unserer sonstigen Ausfuhrinteressen dafür in Kauf nehmen könnten, muß füglich doch bezweifelt werden."(z) Mus Inöustrie und Handel. Gesellschaften in der Türkei. Im„HilaI"(KonstantinopeU vom 23. Februar schreibt Tekine Alp: Die anonymen Aktiengesellschaften bilden das Tagesgespräch. Die Regierung reguliert sie durch Spezialgesetze. Solcke Gesell. schaften sind uberall in der Welt das wirksamste Mittel für die Verwertung der nationalen Ersparnisse und die Verwahrung des Kapitals zur Ausnutzung der Hilfsquellen des Landes. Bis jetzt war diese Geschäftsform fast ausschließlich den fremden Gesell- schaften vorbehalten, welche zur Ausnutzung öffentlicher Arbeits- betriebe bestimmt waren. Auf Grund der Kapitulationen arbei- teten die fremden Gesellschaften bei uns wie in ibrcm eigenen Lande. Sie wurden regiert durch die Gesetzgebung ihres eigenen Landes. Insbesondere stellten die Versicherungsgesellschaften eine Anomalie dar. Nichts hinderte sie an einer skrupellosen Ausbeutung des Publikums, da unsere Behörden und unsere� Gerichte keine Macht über ihn hatten. Hunderttausende von Pfund tvauderten jedes Jahr ins Ausland unter dem Namen„Versicherung". Erst nach Abschaffung der Kapitulationen konnten unsere Behörden die Hand aus die Versicherungsgesellschaften legen. Nach der Anwendung der neuen Gesetze über den Gebrauch der türkischen Sprache in den fremden anonymen Gesellschaften werden diese nicht mehr als fremde betrachtet. Sie bilden einen integrierenden Bestandteil unseres eigenen Wirtschaftslebens. Die anonymen Gesellschaften sind nur noch„K a p i ta l g« s e I l- schaften" und nicht„Personalgesellschaften". Da sie sich den Landesgesetzen unterwerfen, da sie die offizielle Sprache gebrauchen, so kann man sie vollkommen als zu uns gehörig betrachten. Das Geld hat. wie die Wissenschaft, keine Nationalität, und da die ano- nymen Gesellschaften nur Kapitalgesellschaften sind, so braucht man sich um die Herkunst deS investierten Geldes nicht zu kümmern. Schon beginnen die nationalen Ersparnisse sich zu betätigen. Etwa zwölf anonyme Gesellschaften sind ausschließlich mit einhei- mi schein Gelds gegründet worden. Bis seht sind wir ader leider noch nicht mit einem entsprechenden Gesetz ausgerüstet, das unserem Wirtschaftsleben entspricht. Das alte Gesetz über die anonymen Gesellschaften erfüllt jedenfalls nicht die modernen Forderungen. Ueberdies verlangt unier Handelsrecht vom 28. Juli 1850 eine gründliche Reform.'(z) Soziales. Herabsetzung der Altersgrenze. Dem Bundesrat ist eine Vorlage zugegangen, in welcher dem am 15. Januar im Reichstag einstimmig ausgesprochenen Wunsch entsprochen werden soll, die Altersgrenze für den Bezug der Altersrente vom 70. auf das 65. Lebensjahr herabzusetzen. Wie wir von zuverlässiger Seite hören, lehnt die Vorlage das auch von uns bekämpfte Verlangen einiger Prestorgane ab. das Inkrafttreten der neuen Vor- schriften bis nach Friedensschluß hinauszuschieben, jedoch den Bestimmungen rückwirkende Kraft beizulegen. Vielmehr will die Vorlage, der Willensäußerung des Reichstages ent- sprechend, die geplante Acnderung der Reichsversicherungs- ordnung sofort in Kraft treten lassen. Der Versuch einer Hinauszögerung war seinerzeit durch den Hinweis begründet, daß eine große Zahl Beamter zur Bearbeitung der im ersten Jahre zu erwartenden zahlreichen Anträge erforderlich sein dürfte. Diese Befürchtung ist von der Regierung mit Recht nicht geteilt worden, weil die ge- schäflliche Behandlung der Altersrentenanträge sehr einfach ist und es sich leider laum um mehr als 100 000 Anträge im ersten Jahre handeln wird, so daß auf jede Versicherungs- anstalt nur etwa 2500 leicht zu behandelnde Anträge entfallen werden. Dezernent oder Kollegium? In zwei Fällen entschied dieser Tage das Oberverwal- tungsgencht gegen den Schöneberger Magistrat, weil statt des Kollegiums lediglich der Dezernent den Entscheid erteilt hatte. In dem einen Rechtsstreit handelte es sich um Reichszuwachs- fteuer. Den der Klage vorangehenden Ginspruchsbescheid hatte nicht der Magistrat als Kollegium und auch nicht eine den Magistrat ver- tretende ständige Deputation erteilt. Die Erteilung war durch einen Dezernenten erfolgt. Das Obcroeinvaltungsgericht als letzte Instanz setzte den Ginspruchsbejchetd außer Kraft. Begründend wurde gesagl: Für die Erteilung eines solchen EinspruchSbescheides sei ein Beschluß des Kollegiums des Magistrats oder einer für die fraglichen Angelegenheiten gebildeten, den Magistrat in der Angelegenheit vertretenden Deputation erforderlich. Mangels eines solchen kollegialen Beschlusses habe der Einspruchsbescheid keine Rechtswirksamkeit, soweit der erwähnte Streitgegenstand in Frage kam.— Dem Magistrat sei es indessen unbenommen, nunmehr einen ordnungsmäßigen Einspruchsbescheid zu erlassen. Denselben Grundsatz stellte das Oberverwaltungsgericht in einem anderen Rechtsstreit gegen den Schönebcrger Magistrat auf, bei dcm es sich um Erteilung eines Bescheides auf einen Antrag aus 8 34 des Zuwachssteuergesetzes handelte, nämlich auf einen Antrag auf nachträgliche Ermäßigung, weil der Beräußerer nach- iräglich wegen Gruudstücksmängel den Vcräußerungsprois wesent- lich hatte herabsetzen müssen. Ein Bescheid auf einen solchen An- trag aus 8 34 sei zu dc handeln wie ein Einspruchsbescheid. Auch in diesem Falle wurde der fragliche Bescheid außer Kraft gesetzt. In beiden Fällen erklärte das höchste Gericht eS für u n e r- bebt ich, daß der Magistrat nachträglich die fehler- basten Bescheide durch Beschluß des Kollegiums gebilligt hatte. Denn maßgebend sei der Zeitpunkt, wo der Bescheid ergehe. Gerichtszeitung. Der Mord bei Fiukenkrug. In der gestrigen Verhandlung wiederholten die vernommenen Zeugen im Wesentlichen ihre früheren Aussagen. Der Vorsitzende stellie fest, daß bei dem Angeklagten 38 Briese von Frauen und Mädchen gefunden sind, die sich aus seine Heiratsannonce gemeldet halten. Die Frau des Angeklagten erklärte auf Beftagen, daß von dem brieflichen Verkehr ihre» Ehemannes mit Damen ihr nichts bekannt gewesen sei, ebenso nichts davon, daß er daS Paket mit den Löffeln, Gabeln, nicht wertvollen Schmucksachen und dem Sparkaffenbuch im Eisenbahnabteil gefunden habe. Sie könne sich das Mitnehmen dieser Sachen und das Weglegen in den Schreib- tisch nur dadurch erklären, daß ihr Mann sehr nachlässig war und sich die ganze Sache nichr sehr überlegt habe. Sie wisse genau, daß ihr Ebenrann schon am 16. Juni angekündigt habe, daß er Tags darauf nach Leipzig fahren wolle; er sei auch am 17. Juni morgens abgesahren, nachdem sie zulammen Kaffee getrunken. Sie wisse sich das schreckliche Rärsel, welches hier obwalle, nicht zu lösen. Er sei abends 6 Uhr zurückgelehrt, sei durchaus ruhig und liebenswürdig ge- Wesen und habe den Kindern»täsekuchen und Kleinigkeiten mitgebracht. Professor Kolbe erklärt, das Aussinden eines kleinen Quantums Zyankali in der Behausung des Angeklagte» sei nicht auffallend, da jeder Entomologe fKälersammler) Zyankali habe, um die Käfer zu töten. Der Zeuge Mewes kannte die Kliem. Er hat von ihr in der Schweiz ein vom 16. Juni 1914 datiertes Schreiben erhalten, welches sie mit.Fritz" unterschrieben hatte. Sie teilte darin unter anderem mit, daß sie»morgen(17. Juni) früh nach Finkenkrug fahre, wenn das Wetter gut sei! sie sei eingeladen ivorden und freue sich auf die Partie(nicht Rad!)' Irgend einen Anhalt, wie die Kliem zu Tode gekommen sei, hat der Zeuge nicht. Einige Zeugen bekundeten, daß am 18. Juni in der Wohnung der Kliem Schritte gehört sind. Festgestellt wird, daß die Tasche mit den Schlüsseln, die die Berstorbene bei sich zu führen pflegte, nicht bei der Leiche lag. Der Staatsanwalt erklärte, er sei nicht in der Lage, einen Schuldspruch wegen Mordes zu beantragen, er empfahl, nur die Schuldfrage wegen des Diebstahls zu bejahen. Gegen den Angeklagten sprächen ja sehr viele Momente. Aber so lange nicht bewiesen werde, daß die Kliem als Opfer einer Gewalt- tat zu Tode gekommen ist, so lange die Möglichkeit besteht, daß sie eines natürlichen Todes gestorben ist, könne die Schuldfrage nach Mord oder Tötung nicht bejaht werden. Der Verdacht einer Ver- giftung mit Zyankali liegt durchaus nahe, aber gegenüber der ab- toluten Ergebnislosigkeit der Untersuchungen der Lerzte und Chemiker könne die Staatsanwaltschaft nicht die Veranlwortung tragen, daß eine Person bei unzureichender Ueberführung verurteilt werde. Der Verteidiger beantragte, nur die Frage wegen Fundunterschlagung zu bejahen. Die Geschworenen sprachen den Angeklagten nur der Unterschlagung schuldig. Der Staatsanwalt beantragte 6 Monate Gefängnis. Das Gericht erkannte auf einen Monat Gefängnis. Die Strafe wurde als durch die Untersuchungshaft verbüßt erachtet. flus aller Welt. Tie neue Zeit und der alte Geist. Bei dem Postamt 1 in Posen sind seit einiger Zeit infolge Personalmangels etwa zwölf weibliche Personen als Brief- trägerinnen beschäftigt. Eines dieser jungen Mädchen war Mitglied des, MusikvereinS Posen', dessen Dirigent ein Kinderarzt und Postvertrauensarzt Dr. Burow war. DaS Mädchen, dcsien Vater Koch und jetzt zum Heeresdienst eingezogen ist, war bisher Schneiderin und wohnt bei den Eltern. Nun traf eS sich, daß dieses Mädchen beim Bestelldienst mit der Briefträgertasche eines Tages auf der Straße der Frau Dr. Burow begegnete, d i e ihren Gruß kaum erwiderte. Kurze Zeit darauf erhielt die junge Briefträgerin, nach Mitteilung der»Berliner Beamten- Korrespondenz' folgendes Schreiben: Posen, 11. Februar 1916. Fräulein Gr....... Posen. »Es sind im Kreise de« Verein»»Damenchor des Musik- verein«' Bedenken laut geworden, ob Ihre jetzige Beschäftigung als Briefträgerin sich mit den Grundsätzen des Vereins deckt. Der Vorstand des Verein» hat in seinem Interesse deshalb beschlossen, Sie zu ersuchen, den Proben und Aufführungen, solange Sie Ihrer jetzigen Beschäftigung nachgehen, fernzubleiben. Eventuell geliehenes Notenmaterial wollen Sie bitte bald dem Verein wieder zustellen. Der Vorstand des Vereins»Damenchor des MusikvereinS Posen'. (Unterschriften.) Die Borniertheit, die aus diesem Schreiben spricht, übersteigt wahrlich alle Grenzen. Die JöereinSdamen. die vor dem Kriege sich noch herabließen, mit einer Schneiderin zusammen in einem Verein zu wirken, rücken nun in dieser verletzenden Form von derselben Person ab. nur weil sie infolge nicht genügender Erwerbsmöglichkeit in ihrem Berufe sich nach einem anderen umsah, der festen Damen nicht mehr standesgemäß erscheint. Das ist Kastengeist schlimmster Sorte, der um so bezeichnender ist. als er durchaus im Widerspruch steht zu dcm im Kriege oft bekundeten Willen, die Standesunterschiede zu verwischen. Das Vor- gehen dieses Vereins hat auch bereits Verurteilung in bürgerlichen Kreisen gefunden, die sich in scharfen Worten dagegen wandten. Vorgänge ähnlicher Art, die uns zu Ohren gekommen sind und über die wir zum Teil berichtet haben, lassen aber erkennen, daß von dcm neuen Geist der KriegSzeit bei vielen Leuten nicht« zu.spüren ist. Ihr Standesdünkel ist so tief erngefresseir, daß er sich auch durch den stärksten Gcmeinschaftswillen nicht be- seitigen läßt.___ Durch Klatsch in den Tod getrieben wurde«ine 34jährlge Straßenbahnschaffnersfrau in Leipzig. Sie warf ihre beiden 7 und 2 Jahre alten Kinder in die Pleiße und sprang dann selbst hinein. All« drei ertranken. In einem hinterlasseneir Brief teilt die Unglückliche mit, sie sei durch H a u S k l a t s ch bei ihrem im Felde stehenden Mann grundlos verdächtigt worden. Die Brände in Nordamerika. Ein Amsterdamer Blatt meldet aus New Fork, daß im Monat Februar in den Vereinigten Staaicn und in Kanada durch Brände ein Schaden von 24 77114 1600) 270 601 763 2 B 060 101 211 307 603 6)0 28 700 9 860 861 94 2 7 373 438 690 877 2 8087 291 393 458 68 630 886 2 0073 89 361 93 30071 238 383 482 733 9« 804 13 21 900 81412 29 71 814 36 3 2)40 698 682 3 3146 201 88 798 3 4754 696 85067 349 74 681 3 8605 93 664 89 711 074(3000) 3 7 3U 87 45S 831 90« 65 82 8 8406 620«37 8 9 245 82 496 679 40010 83 89 108 210 888 412 83 662 731 961 41450 631 «12 45 707 916 30 4 2 009 80 160 365 607 20 43 49(400) 938 48145 601 80« 074 4 4056 464 632 737 07 980 4 5009 50 175 389 48166 236(400) 81 708 94 910 97 4 7668 838 4 8000 110 303 663 854 969 93 4 9279 310 522 63 722 47 61 601 50080 419 870 91 51166 326 45 613 632 777 5 2028 703 5 8274 356 45« 791»4176 274 487 771 886 980 65184( 400) 411 555 868» 9213 6 4 424 48 63 625 40 741 6 7 283 701 58112 297 332 426 621 89)04 420 ■ 00176 373 636 761 85 994 61309 92 449 631 732 6 2189 887 437 65 689 614 68 6 3114 179 390 457 8C6 929(300) 64447 636 873 77 6 5 307 478 871 66488 722 6 7460 879 68120 SS 219 307 45 738 906 6 8021£5 235 663 674 807 816 17 21 7 0246 309 88 662 71207 61 78 429 44 74 87 905 7 2413 641(300) 7 3013 100 92 317 447 840 7 4389 481 807 7 5 023 344 92 432 761 817 34 982 7 0134 267 463 68 83 682 720 64 64 884(500) 77106 7 227 490 543(400) S2S 80 7»ISS 287 487 S47 896 7 9031 538 42 89 866 80)17 66 214 891(300) 406 619 29 01320 673 k30M 848 ■ 2240 44 362 97 624 607 701 608 9 940 47»3242 348 606 887(1000) 84104 56 380 645 759» 6784 817 8 8303 743 892 87117 324 404 91 822 40 708 830 71 84 887»»184 498 735 878 5 8070 134 43 47 76 274 892 • 0387 437 653 72 728 82 81424«21«5 682 800 0214« 330 450 625 98 677 767» 8411 740 66 833 56 0 4316 446(400) 63« 82 93(3000) 708 23 0 5 006 99 309 661 712 837 48 9 6016 260 9 7146 92 511 662(400) 961»»276 88 444 S3 C40 678 813 99146 632 624 863 65 100376 80(360} 477 608 734 860 101003 371 38 102481 676 844 893 903 103319 1 04049 130 335 682 88t 105029 406 638 603 700 2 98 606 1 06)24 28 63 66 98 298 334 471 78 611 45 613 1 0 7212 384 703 632 943 108568 71 807 31 108026 132 363 86 481 740 110079(300) 360 433 78«80 784 85 82 800 111282 478 898 852 68 966 112081 146 361 621«09 70 714 838 1130)4 122 489 636 45(3000) 797 907 114644 49 788 116141 204 37« 607 708 829 907 67 116363 621 808 36 83 91 916 62 117007 17« 79 218 667(300) 87 118020 250 370 436 526 607 61 920 118019 186 98 282 344 480 893 909 16 37 69 12 00)3 30 68 732 1 21009 229(300) 351 435 649 758 953 12 9033 256 62 416 690 962( 400) 12 3307 799 1 24050 103 475 613 722 93 903 22 91(cOO) 12 5 049 665 797 879 1 2 S319 47 600 21 12 7 027 78 89(300) 284 321 79 461 659 910 98 120013 116 263 727 1 2 9361 83 621 49 666 82 96 765(400)886 ISOwe 353 634 66 621 71 131196 219 399 822 1 3 2090 289 891 927 37 1 38109 223 604 36 43(1000) 99 649 937 56 134107 863 918 63 135024 23 118 571 613 1 5 0432 C69 942 96 1 8 7 296£27 716 1 38123 403 74 594 633 1 39403 636 773 140080 86 290 815 734 913 23 98 141057 147 66 362 435 41(300) 616 86 794 1 42161 261 442 809 992 1 4 3 040 626 777 63 898 907 1 44050 97 653 723 70 78 89 1 4 5 269 93 627 643 707 I4B1I6(400) 236 317 63 496 691 869 1 47115 92 489 652(300) 148324 740 952 14 9063 326 78 407 645 748 806 15 0090 235 323 929 1 61239 420 73 695 853 1 5 2460 652 «91 776 1 5 8060 187 969 604 72 91 616 76 1 926 1 54043 233 93(300) 319 765 1 65)69 380 431 66» 898 1 5 6258 366 407 97 643 914 43 1 6 7 020 33 466 1 5 8 049 80 96 299( 400) 371 413 #18 76 87 1 6 9012 26 195(300) 230 464 85 805(300) 83 10 0236 644 782 1 01042 419 46(400) 83 1 0 2073 238 368 449 670 1 6 3 023 224 342 697 1 0 4372 716 1 6 6 056 190 266 360 607 17 98 992 1 66189 426 38(600) 80 1 0 7 063 161(400) 237 403«7 603 46 646 783 91 94 821 168023 174 247 334 430 670 109107 311 621 660 998 170151 419 722 841 77 1 71186 207 28(400) 663 67 77 628 1 72166 310(300) 86 644 086 1 73)72 359 479 657(300) 862 1 74145 395 648 62 509 10 31 17 5371 97 405 33 636 88 930 1 7 8295 439 644 720 66 828 1 77160 612(300) 686 17 0231 469 628 77 785 817 1 79150 862 180028 166 494 890 1 81197 368 403 829 1 8 2061 165 83 «58 613 900 6 49 1 8 3073 306 18 424 78 1 84274 455 92 642 789 828 67 984(300) 18 5 007 365 422 46 61(300) 931 18 8083 98 634 98 1 0 7384 896 719 I0033S 493 636 944 188106 493 602 960 190173 666 73« 866 63 181)50 418 636 739 43 76 79 970 74 1 9 2425 684 1 0 3 4)4 22 61(400) 71 81 619 638 738(500) 61 031 19 4 273 376 585 701 I9B062 348 460 679 943 1 9 6 208 453 701(4001 838 94 913 1 0 7 053 67 509 822 69 1 98105 43(300) 79 208 453<1000! 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Ww 2Kartoffe!scliüS8ein...]fiß 1 Tunkenschüssel Äl pl IWaschoarnitüFSGhössels.-cM68 1 Waschgarniturkanne�eSpi zns&mmen Glas 1 ObsfkörhchensCU qQ 4 0b8iteller.......... j pl 1 Sturzkaraffe mit£chliir68 PL r: n ir—L- r-"r tiiL 2 Konservengläser mit Gamm!- CO ring,•/. Liter 4 Schüsseln ÄSau 68 pl 2 Weingläsern�11; 68 3 Salatschüsseln groaee Form........ 1 Käseglocke gg pL 68 pl modern. Prasimnster' 2 Salatschüsseln eo gross..............böPl l Blumenvase«idÄd 68 pl Boderae« Preaimotter 68 pl 1 Butterglocke 1 Zuckerschale 3 Weissbierpokale....... 68 pl 6 Bierbecher mit Kante... 68 m 13 PL 1 Glanzbürste 1 Schmutzbürste 1 Asftragebürste 1 Staubwedel 68 pl 1 Kleiderbürste 68 1 Glanzbürste 68 1 Kopfbürste 68pt 1 Schrubber 68 pl 1 Eokbreit. 68pl 1 Klosettbürste 68 lWaschständ8r68 2 Ourchscbläge... 1 Reibeisen 1 Kochenblech 68 1 Königskuchen form zusammen ca. 30 cm 1 Putzkasten 1 WioMasten I zusammen (68* 1 Fussbank............. m 1 Rudelrolla I Reibekeule....... 2KüGtienbretter68 1 Paar Messer und Gabel ÄtßS pl 1 Briefkasten 68 1 Teppichhandfeger....... 68pl_ 2 Küchenhrettor.- 0 1 Fleischhammer..... jOo iwrai� KK 1 Rosshaarhandfeger.. Vv 1 Reibeisen.......... 1 Gurkenhobel...... 1 Sieb.............. 1 Trichter......— zusammen PL PL zusammen KS 1 Handtuchhalter..... � 1 Barderobenleiste Ä 63 m 1 Topfbrett 70 tm 68 Pf. 1 Kuchenbrett(ron 68 pl 1 Gebäckkasten.......... 68 pl Pf. xa- ! 52 17, MSN 1 Sohrsib-Unterlage mit Koken, srüner Stoff und gutes LSsohpapier........ 59 Bogen Briefpapier.... 59 dmstjbläge undurchsichtig j 68 1 Postkarten-Album �g.°ter«« Einband, für 300 Karten..... 1 Brieftasche mitXotizbnch, aus Kunstleder oder Achtem �KWWWF steif 68 MMfe 1 Ifsefon!ür Erinnerungen CO I ftiSlö.I mit Bandverzierung p*> lPcslkart8n-Album100Kpies.. Ro Postkarten, in Stoff Einband.. 1 Schraibtasohe ÄastVn) Ro ans Kunstleder mit Zngsohloss 50 gemischte Postkarten 68 pl 1 Kasserolle mit Ring, CO 16 cm.... 00 PI* 2 ut8r R3 Inhalt... 00 PL 1 Kehrschaufel dekoriert. 68 m I Waschschüssel 1 Küchenschüssel 32 cm................ 1 Schmortopf 68 klS cm.. 68 pl jl Fleischtepfem 68 pl 1 Kasserolle � 63 pt. 1 Durchschlag»cm 68 1 Kaffeeflasche 1 Litfnrhait68pL 1 Nudelofanne............. 68 m Galanterie IMarktiasche benÄm sammen 1 Wellenschere IBrennmasokine 1 Haussegen ÄÄ 68 pl 1 Geldtasche für Damen od. R0 Herron....... M 1 Kammgarnitur Kugalkamm und da zupatsende Spange 68 pl 1 Einkaufsbeutel riT�ÖS 68 m 1 Schwarzwälder Uhr.... 68 m 1 Halskette u. Brosche Sfi Bernstein-Nachahmung... UU PI. IWandspieselsS'�": 68 Seile 68 PL 1 Flasche Erillantine 11 Pakete Blitzblank.......... 68 m 3 Stück Toilette- Seif6sortiert... 68 m 2 Pakete Streichhölzer........ 68 M 1 Flasche Putzwasser... 68 m 1 Flasche Bay-Rum...... 68 pl Porzellan 1 Butterdose 1 Tunkenschüssel.. 1 �1�ea 1 Salz-, Pfeffer- u. L» Senf-Eebälter....] ÜW 4 Kaffeetassen mitüntortassen, CO Golddokor..... OO M IKuchentellerno reich dekoriert...®® P'* lOKompotteüer 68 llBratenplatteßj, *5 cm gros»...... DO 1 Schöpflöffel_____ 1 Schaumlöffel...... 1 Teesieb 6 Abendbrot feiler..... 68 pi 4 Spciseteüer tief oder flach 68pL 1 Kaffeekanne 68 m 3 Kaffeebecher dekorier«.. 68 m PL PL Delftdekor zusammen 4 Portionskaffeetassen Cß mit Dntertaseen............ DO M 2 Blumenvasen ÄÄ 68 m 1 Gemüseschüssel gross, rerippte Font 68 m 1 Teekanne 1 Kaffeekanne...... 1 Milchtopf........ 1 Zuckerdose...... 1 Biechtablettdekoriert zusammen 68 PL 6 Rasier- SS m 1 Brat- i pfanne 68 EaalllaJ Pi. Essen- EsufllaJ .träger SS 1 ZisiietteD- dehSiw aus Metall 68m ZUded- äp|8 Emaille 68 Pl. 1 Saraen- üaiiiüastiiE ▼ersshiedene Formen 68 pl 1 Milch- [ kanneamau;. 1 Liter Inhalt 68pl ToilettEpapiEi, »PL. 1 Paar Filzpantoffel mit Linoleumsohlen, ifir Damen oder Kinder, in schönen Farben........ yonfAnw, güg fiea aniexateateü oeitaiüa,': Sfeffllbde.kkhim. Sind Oietiaa; kiouDGra'iBuQiiucteiei u.$aui Sutgec& vo, iSetlta SW. Nr. 70. 33. Zatimvg. 2. Ktiligk des Jorniärto" Kerlim Wsdlslt. Zonnabend.\l Marz 1916. drohenöe Gaspreiserhöhung für öerlin. Die Stadlverordnetenversammlung Rat. wie bereits von uns erwähnt, die Vorlage des Magistrats, die eine Erhöhung des Gas- Preises von 13 Pf. auf 16 Pf für das Kubikmeter, alio um rund 13 Proz.. verlangt, nach Beratung in geheimer Sitzung einem iluSichuh zur Vorberatung überwiesen. Da bedouerlrcherwerse die Verhandlung über die Vorlage in geheimer Sitzung erfolgt ist und über die Berarungen in geheimen Sitzungen(mit Ausnahme des Endergebnisses) Verschwiegenheitspflicht besteht, wissen wir nicht, aus welchem Grunde nicht sofort die Ablehnung der Vorloge erfolgt ist Die Erhöhung des Gaspreises wäre eine sozial un» gerechlfertigte B e l a stu n g insbesondere des Mittelstandes, der Arbeiter und eine Begünstigung desjenigen Teile? der Be- völkerung, der elektrisches Licht brennt oder Gas von der englischen Gesellschaft llruperial Oontinental(Zasassooiatiou) bezieht. Wie kommt der Magistrat zu dem Verlangen auf Erhöhung des Gas- Preises? ES wird für die Erhöbung die Tatsache angeführt, daß die Herstellungskosten des Gases infolge der Kriegsverhältnisse er- heblich gestiegen sind. DaS trifft zu; derPreiS derKohlen ist gestiegen: die Ausgaben der Verwaltung mögen infolgedessen über IL Millionen Mark mehr als in der FriedenSzeit be- tragen. Die Einnahmen aus den Nebenprodukten �Koks. Teer usw.) sind aus jährlich über 2 Milk. Mark gesunken. Endlich mag mit jährlich rund einer Million Mehrausgaben für Arbeiterlöhne zu rechnen sein, weil infolge der Einberufungen vieler leistungsfähiger Arbeiter zu den Fahnen ungeübte Arbeits- kräfte beschäftigt werden müssen und dadurch ganz erhebliche Mehrkosten der Verwaltung erwachsen. Demnach würde die Mehrausgabe rund 15 Millionen Mark betragen. Infolge dessen wird der Etat der Gaswerke nominell statt mit einem zu umecht erwarteten Ueber- schuh von 5 bis 6 Millionen mit einem nominellen Defizit von über 8 MillionenMark abschließen. DaS rechtfertigt aber keineswegs eine Erhöhung der GaSpreise. Eine solche wäre nur gerechtfertigt, wenn das Desizit tatsächlich besteht, ein dauerndes zu werden droht und weder aus Rücklagen auS früheren Jahren noch aus ollgemeinen Steuern gedeckt werden könnte. Keine dieser Voraussetzungen trifft zu. Zunächst ist das Defizit von 8 Millionen in dieser Höhe nur«in nominelles. Von dem Defizit wäre zunächst die Summe in Abzug zu bringen, die die öffentliche Beleuchtung erfordert, daö mögen etwa 6 bis 6 Millionen Mark für das Etatsjahr seien. DaS dann noch verbleibende Defizit der Gaswerke von 2 bis 3 Millionen Mark beträgt weit weniger als durchschnittlich jährlich der allge- meine Stadlsäckel aus den Gaswerken bar bezogen hatte. Ist eS da ungerecht, daß aus der allgemeinen Stadtkasse, in die das Reservckapital der Gaswerke geflossen ist, jetzt das Defizit, das ja voraussichtlich bald nach dem Frieden wieder verschwinden wird, gedeckt wird? Freilich würde möglicherweise für das komniende Jahr zur Deckung von 8 Millionen Defizit eine Erhöhung um rund 26 Proz. der Einkommensteuer erforderlich sein. Diese Erhöhung wäre aber für den Mittelstand und die Arbeiter erheblich niedriger als die Gaspreiserhöhung. ES kann sich das leicht jeder an der Hand seiner Gasrechnung und feines Steuerzettels ausrechnen. Diese Art der Deckung des Defizits hat forner den Vorteil, daß sie gerechter ist, weil sie auch die Wohl- habenden trifft. In Berlin sind rund 12606 Personen mit einem Einkommen von 3666 bis 60OOM., und rund 23 000 Steuerpflichtige mit einem Einkommen von mehr als 6066 M. veranlagt. W e s- halb sollen diese Wohlhabenderen, die zumeist elektrische! Licht brennen, von der Deckung der durch den Krieg herbeigeführten vorüber- gehenden Mindereinnahmen der Stadt befreit fein? Würde der GaSpreis erhöht, so hätte darunter auch der sich in Bedrängnis befindliche Teil der Hausbesitzer erheblich zu leiden. Werden diese nicht die neue Last auf die Mieter abzuwälzen suchen? Würde dadurch nicht der Mittelstand und die Arbeiter doppelt belastet? ES käme die Ungerechtigkeit hinzu, daß der Teil der Be- völkerung, der an die Werke der englischen Gesellschaft angeschlossen ist, die Gaspreiserhöhung nicht- zu zahlen hätte. Nach dem Bertrage zwischen Berlin und dieser leider noch immer privi- legierten englischen Gesellschaft darf keiner von beiden Teilen die Gaspreise einseitig erhöhen. ES ist schon glaublich, daß auch die reiche englische Gesellschaft ihre Einwilligung zur Preiserhöhung gibt, um auch ihre Preise erhöhen zu können. Aber der Reichskanzler wird sicherlich seine nach der BundeSratSverordnung erforderliche Zustimm ung hierzu versagen. Oder glaubt in der Tat ein Magistrats- Mitglied, der höchste Beamte des Reichs werde genehmigen, daß eine englische Gesellschaft jährlich 8 bis 12 Millionen Mehreinnahmen erhält, weil durch Abschneidung der englischen Kohlen sie eine Mindereinnahme in dieser Höhe hatte? DaS hiehe ja geradezu eine Prämie auf die versuchte Blockade Deutschlands setzen, deutsche Bürger für die Belastung besteuern, die England einer englischen Gesellschaft auferlegt. Wir erwarten mit Bestimmtheit, daß die Stadtverordneten- Versammlung die Vorlage ablehnen wird. Ob eS überhaupt erforderlich sein wird, den Ausfall aus den Gaswerken zu decken, wird sich erst nach Bekanntgabe dcS Etats ersehen lassen. Allerdings neigen wir der Ansicht zu. dah eine solche Deckung notwendig wird, auch wenn in Rücksicht gezogen wird, daß daS Reich bislang schon über 50 Millionen Mar! vorgestreckter Unterstützungen für Krieger« familien der Stadt Berlin zu ersetzen hat. *• Die geplante Gaspreiserhöhung bedroht nicht nur die Stadt Berlin, sondern auch die von den städtischen Gaswerken versorgten Gemeinden. Dos find: Ahrensfelde, Alt-Glienicke. Basdorf, Blankenburg. Blankenfelde, Blumberg, Bohnsdorf, Buch, Falkenberg, Gosen, Karow. Klosterfelde. Liebenwalde. Mahlow. Mühlenbeck, Neu- Zittau, Nlederlehme, Pankow, Plötzensee, Reinickendorf. Rummels- bürg, Schildow, Schmöckwitz, Schönerlinde. Schönwalde, Stralau. Treptow, Wandlitz, Wartenberg, Wernsdorf, Zepernick. Ms Groß-öerlin. Die Neuregelung üer Dutterverteilung. Zur Vorbereitung der Einführung der Butterkarten werde« am Sonnabend, den 11. März. Sonntag, den 12. März, und Montag, den 18. März, den Hausbesitzern oder deren Stellvertretern Formulare zugehen, in welche die in den Häusern wohnenden Haushaltungsvorstände mit Namen und Beruf und der Gesamtzahl der in dem Haushalt befind- lichen Haushaltsangehörigen(einschließlich der Aftermieter, Schlafburschen usw.) einzutragen sind; ferner ist einzutragen. wieviel Kinder in dem Haushalt in den Jahren 1914, 15, 19 und wieviel in den Jahren 1992 bis 1913 geboren sind. Die Eintragung kann durch den Hausbesitzer oder durch den Haushaltsvorstand erfolgen. Der Hausbesitzer oder dessen Stellvertreter ist für die ordnungsmäßige Ausfüllung ver- antwortlich und hat die Liste zu unterschreiben. Die Haushalts- Vorstände ihrerseits sind, sofern sie nicht die Eintragung selbst vornehmen, veipflichtet, dm Hausbesitzer oder dessen Stell- Vertreter wahrheitsgemäße Angaben zu machen. Die ordnungs- mäßige Erledigung liegt im eigenen Interesse der Beteiligten, da irgendwelche Unklarheiten und Unrichtigkeiten die Nicht- berücksichtigung bei der Verteilung der Buttexkarten zur Folge haben können. Die Ausfüllung der Listen muß bis spätestens Montag, den 13. März, nachmittags 5 Uhr. erfolgt sein, da dann die Listen wieder abgeholt werden. In der Bevölkerung ist vielfach die Ansicht verbreitet, daß die Abgabe der Brotkartenmittelstücke der 54. Woche in einem Buttergeschäft dem Brotkarteninhaber ein Recht und eine Garantie für den künftigen Butterbezug gewährt. Diese Auffassung ist irrig. Die Anordnung, daß die Mittel- stücke beim Butterhändler abzugeben sind, diente lediglich dazu, d ie en d gülti g e Verbrauchsregelung für Butter vorzubereiten. Selbstverständlich sind auch die Butterhändler keineswegs berechtigt, den Personen, die ihnen keine Brotkartenmittelstücke abgegeben haben, die Abgabe von Butter etwa zu verweigern. Ein solches Verfahren ist auch gemäß der Aushangverordnung der Preisprüfungsstelle vom 28. Januar d. I. strafbar._ Bekanntmachung. Der Oberbefehlshaber In den Marken erläßt folgende Bekanntmachung: Auf Grund des§ 9b des Gesetzes über den Belagerungs zustand vom 4. Juni 1851 bestimme ich hiermit für das Ee- biet der Stadt Berlin und der Provinz Brandenburg: Die Herstellung einer Druckschrift ohne die im§ 6 des Gesetzes über die Presse vorgeschriebenen Vermerke der Namen und Wohnorte des Druckers und des Verlegers oder Heraus gebers ist v e r b o t e n. Es ist ferner verboten, Druckschriften ohne die genannten Vermerke auf irgendeine Weise, sei es als Bote, Zettelverteiler, Kolporteur oder sonstwie zu verbreiten. Tiefe Anordnung tritt sofort in Kraft. Zuwiderhandlungen werden, wenn die Gesetze keine höhere Strafe bestimmen, nach Maßgabe des 8 9b des Gesetzes über den Belagerungszustand mit Gefängnis bestraft. Berlin, den 19. März 1916. Der Oberbefehlshaber in den Marken. gez. von Kessel. Heraufsetzung der Kartoffelmehlpreise. Nachdem die gesetzlichen Höchstpreise für Kartoffelmehl seit 29. Februar 1916 heraufgesetzt worden sind, hat der Berliner Magistrat einer Heraufsetzung der Kartoffelmehl- preise im Kleinhandel vom 13. März 1916 ab, bis zu welchem Tage er Kartoffelstärkemehl noch zu den bisherigen Preisen zur Verfügung stellt, zugestimmt. Er hat deshalb die von ihm zur Abgabe von Kartoffelstärkemehl ermächtigte Stelle verpflichtet, darauf zu halten, daß vom 13. März ab im Berliner Kleinhandsl für das Pfund Kartoffelstärkemehl dem Verbraucher höchstens 35 Pf. berechnet würden. Bei der Heraufsetzung des Preises bleibt der Nutzen der Händler unverändert. Kein Höchstpreis für Sprossenkohl. Der zuständige Fachausschuß der Preisprüfungsstelle Groß- Berlin für Kartoffeln, Gemüse, Obst hat in seiner letzten Sitzung festgestellt, daß Sprutenkohl(Sprossenkohl) nicht unter die Höchst- Preisverordnung des Magistrats vom 9. Februar fällt, weil dieser Kohl bereits als zur Ernte 1916 gehörig anzusehen ist. Als Fliegerleutnant und sein Bursche treten zwei Schwindler auf, die eS aus Zimmervermicterinnen abgesehen haben. Der „Offizier*, der sich von seinem.Burschen* begleiten läßt, erzählt de» Vermieterinnen, besonders in Charlottenburg, daß er in Doberitz beschäftigt sei. aber dort nicht wohnen wolle. Sobald er gemietet hat. soll der Bursche sein Gepäck holen. Unter irgend einem Vor- wände braucht er dazu Geld und läßt sich von der Wirtin aushelfen. In einem Falle ließ er auch ein Pfand zurück, ein« Stoppuhr. die aus Gold fein sollte, sich aber hinterher als fast wertlos erwies. In diesem Falle erbeulete er 40 M. Der falsch« Leutnant, der sich Fritz Denoler nennt, ist etwa 26 Jahre alt und mittelgroß, hat blondeS Haar, spricht schwäbische Mundart und trägt zu seiner Uniform württembergisch« und bayrische Ordensbänder. Der an- gebliche Bursche, ein Mann von etwa 30 Jahren ist übermittelgrob, ebenfalls blond und bartlos und trägt Jnfanterieuniform mit grauem Mantel und Mütze. Er kehrt vom.Gepäckholen' nie zurück, und sobald er seinen Gang angetreten hat, verschwindet auch der .Herr Leutnant*._ Keine neue Gemeindewählerliste. Der Magistrat hat beschlossen, auf Grund der Verord- nuug vom 7. Juli 1915 für dieses Jahr von der Berichtigung und Auslegung der Gmeindewählerliste abzusehen. Auf frischer Tat überrascht wurde in der vorletzten Nacht ein Geldschrankknacker, der einen Einbruch in die Geschäftsräume der Kopier-Union-Gcsellschaft in der Helmstädter Straße verübt hatte. Auf einem Streifaange bemerkte in der Nacht gegen 2 Uhr ein WilmerSdorser Swutzmann in der Helmstädter Straße einen Mann. der ihm infolge seines scheuen Benehmens verdächtig vorkam. Der Beamte versuchte dem Verdächtigen vorsichtig zu folgen, verlor diesen jedoch plötzlich aus den Augen. Nun be- gab sich der Schutzmann nach dem Hause Helmstädter Str. 29. aus dem der Unbekannte gekommen zu fein schien. Hier begegnete ihm eine Hausbewohnerin, die soeben erst nack Hause gekommen war, und machte ihn darauf aufmerksam, daß offenbar in die in dem Hause befindlichen Geschäftsräume der Kopier-Union-Gssellschast ein- gebrochen worden sei. Diese Vermutung erwies sich als zutreffend. Die Türen waren gewaltsam erbrochen und von dem Geldschrank waren bereit» die Beschläge entfernt und der Geldbebältor selbst an einer Stelle schon angebohrt. Der Schutzmann versuchte nun. die Spur de» Verdächtigen wieder aufzunehmen und in der Giintzel- straße sah er den Gesuchten. Der Ueberraichte versuchte sich zwar zur Wehr zu setzen, wurde jedoch von dem Schutzmann überwältigt. Auf dem nächsten Polizeirevier entpuppte sich der Festgenommene als ein 27 Jahre alter„Gelegenheitsarbeiter* Emil Klehne. Daß man mit seiner Verhaftung einen guten Fang gemacht hat. geht daraus hervor, daß bei dem Festgenommenen eine vollständige Aus- rüstung modernster Cinbrecherwerkzeuge vorgesunden wurde. Der Verhaftete wurde dem Schöneberger Polizeipräsidium zugeführt. KindrSaussevung. Im Hausflur de» Hauses Mühlenstr. 8b in Berlin fanden Bewohner einen etwa drei Monate alten Knaben, der erst kurz vorher dort niedergelegt worden sein mußte. Der Kleine war in einen rottarierten Uunchlag gewickelt und mit rol-weiß pestveifter wollener Jacke mit blauen Bändern bekleidet. Der Find- liug wurde dem nächsten Polizeirevier übergeben und von dorr nach dem städtischen Waisenhauie gebracht. DaS Gerücht ven einem Frauenmorde war gestern im Nordosten von Berlin verbreitet. Aui einem Wageuplatz am Danziger Platze wurde eine unbekannte Frau tot aufgefunden. Ihre ganze Kleidung war stark beschmutzt, als wenn sie im Schmutze hörumgewülzl worden wäre. Weil man mit der Möglichkeit eine! Bei brechen! rechnete, so benachrichligte daS 98. Revier die Kriminalpolizei. Polizeirat Braun begab sich alsbald mit mehreren Beamten hinaus, um den Befund festzustellen. Es ergab sich, daß die Leiche keine Spur von Gewalt aufweist. Die Tote ist eine ältere Obdachlose, die in jener Gegend dem Ansehen noch bekannt war. Sie hat wahr- scheinlich schwer betrunken wieder da» Asyl aufsuchen wollen, aber nicht mehr hingefunden und ist in der Nacht auf dem Platze unter der Einwirkung des Alkohols und der Kälte gestorben. Die Frau ist etwa 50 bis 60 Jahre alt, hat graugemischtes Haar und blaue Augen, ist klein und schwächlich von Gestalt und trug abgerissene Kleidungsstücke, deren Farbe vor Schmutz noch nicht festgestellt werden konnte. Wahrscheinlich hat sie sich im Todeskampfe rrmyer- gewälzt._ Eine schwere Gasexplosion ereignete sich gestern nachmittag gegen 7 Uhr in dem Hause Ruppiner Straße 37. Die dort in einer auf dem Hofe befindlichen Parterrewohnung wohnende Frau des im Felde stehenden Handelsmannes Peters war von ihrer Ar- beitsstätte nach Hause gekommen und wollte mit einem Streichholz Licht anzünden. Da in dem Hause seit etwa 14 Tagen Gasleitungen verlegt werden, war jedenfalls an einer Stelle Gas entwichen und hatte sich in der Wohnung verbreitet. Dieses entzündete sich an der Flamme des Streichholzes und es erfolgte eine gewaltige Ex- plosion. Dadurch wurden nicht allein die Fenster des betreffenden Grundstucks, sondern auch noch die in verschiedenen Gebäuden der Nachbarschaft zertrümmert. Frau PeterS selbst und ihr fünf- jähriges Söhnchen wurden schwer verletzt, und auch andere Personen erlitten durch umherfliegende Glasscherben und Mörtelstücke leichtere Verletzungen. Die herbeigerufene Feuerwehr löschte den entstandenen Brand, Die schwerverletzte Frau Peters und das Kind wurden nach Anlegung von Notverbänden nach dem Lazarus- krankenhause gebracht._ Der Etat der städtischen Markthallen(Berlin) für 1916/17 sieht einen Neberschuß von 273 000 M. gegen 327 000 M. im laufenden Etat vor. Die Einnahmen sind um rund 1800 060 M. geringer bemessen lind danach die Ausgaben ebenfalls. Das Extraordinarium ist um rund 4 Millionen aus rund 1068 006 M. verrmgerl worden. Der Hauptabschluß sieht Einnahmen in Höhe von 4,4 Millionen Mark gegen 10,2 Millionen Mark im laufenden Etat und Ausgaben in Höhe Von 4 129 600 M. gegen 9,36 Millionen Mark im Jahre 1915/16 vor. Aus Standmieten werden insgesamt rund 2,2 Millionen Mark oder 94 060 M. weniger erwartet, dafür sollen Keller-, Ladenmieten, Äühlräume usw. 60 000 Mark mehr oder 810 600 M. einbringen. In allen Hallen ist die Besetzung der Monalsstände sehr erheblich zurückgegangen. Und ein weiterer Rückgang ist nicht ausgeschlossen. Auch bei den täglichen Stand- mieten macht sich schon ein Rückgang geltend. Am Pranger! Ein wirksames Abschreckungsmittel verfügte das Neuköllner Schöffeilgericht in einer Verhandlung gegen eine Milchpanscherin. Die Mollereibesitzerin Ida Kaupsch vom Weichselplatz 1 zu Neu- kölln hatte Milch, die sie verkaufte, 40 Proz. Wäger zugesetzt. Da! Schöffengericht verurteilte sie zu einer Geldstrafe von 60 M. oder 20 Tage Gefängnis und verfügte, daß sie das Urteil im Schaufenster ihres eigenen Milchladens auSzu- hängen habe.__ Verbesserte Postverbindungen nach dem Osten. Vom 15. März d. I. ab werden zwei Postzüge den postalischen Verkehr nach der Ostfront beschleunigen, die von Berlin als dem Zeirtral- Punkt abaehen. Bisher mußte ei» Teil der Päckchen, die iür die Ostfront besnmmt waren, mit den gewöhnlichen Zügen in EinzekwaggonS befördert werden, wobei es unvermeidlich war, daß diese Elsenbabn- Feldpostwagen unterwegs gelegentlich Verzögerungen erlilieu. Mit der Einlegung eines zweiten regelmäßigen Postzuges soll die sichere Beförderung der Feldpost nack dem Osten, vor allem aber die be- schleunigte Beförderung, gewährleistet werden. Selbstmord eines Fünfzehnjährige«. Mit einer Sckußwuitde wurde in besinnungslosem Zustande der löjäbrige Kontorbursche Willi Holzheuer aus Hohenneuendors aus dem Gelände bei Röbels- dorf am Rangiergleis der Berliner Ostbahnen aufgefunden. Neben dem Bewußtlosen lag ein Revolver, aus dem H. sich eine Kugel in die Schläfe golchosien halte. Der Schwerverletzte wurde nach dem Königin-Elisabelh-Hospital in Oberschöneweide gebracht, wo er un- mittelbar nach seiner Aufnahme, ohne die Besinnung wiedererlangt zu haben, starb. Was den jungen Mann in den Tod gelrieben hat, konnte bisher noch nicht testgestellt werden. H. war bei der Petroleum-VerkaufSgosellschast, Abteilung Berlin, am Kuvfergraben beschäftigt. Dort hat er sich nichlS zuschulden kommen lassen. Zweiter 25- Pfennig- Sonntag im Zoo. Auch die Verwaltung unseres Zoo trägt den Kriegsumständen Rechnung. Zunächst versuchsweise für 1916 soll das biMge Eintrittsgeld von je 25 Pf. für Zoo und Aquarium außer am ersten, fortab auch am dritten Sonn- lag jeden Monats gelten.__ Verhaftung dreier Vtlleneiubrecher. In Falkenbagen-Äest, wo viele Berliner Landhäuser besitzen, waren seit einiger Zeit fortgesetzt Einbrüche in unbewohnte Villen verübt worden, ohne daß es gelwgen wollte, der Täter habhaft zu werden. In der Nacht zum Donnerstag hatten die Einbrecher zwei Villen in der Bethmannstwße heimgesucht und nach vollbrachter Arbeit ein wüstes Gelage veranstaltet. Dabei hatten sich die Spitz- buben etwas verspätet und so wurde eS Vs? Ahr morgens, als der erste Einbrecher sich mit einem Teil der Beute nach dem Bahnhof Seegefeld hegab, während die übrigen Burschen an Ort und Stelle verblieben, um die gemachte große Beute mittels Handwagens fortzuschaffen. Aus dem Wege zum Bc-Vibof begegnete der Einbrecher dem Tratnsoldaten Gottschalk, der aus Fallenhagen stammt und dem der Bursche verdächtig vorkam. Kurz eupchlossen faßte der Soldat den Fremden am Kragen und zwang ihn einzugestehen, wo er seine Beute gemacht hatte. Dan» mußte der Nnbrecher mit dem Soldaten nach dem Schauplatz der nächflichen Einbrüche wandern. Kurz vor dem Hause sperrte GostschaK den Fest- genommenen in einen Stall ein und machte sich dann auf, die übrigen Spitzbuben zu überraschen. Als er das Grundstück betrat, türzlen drei junge Männer au! dem Erdgeschoß an ihm vorüber und suchten zu entfliehen. Der Soldat nahm jedoch sofort die Ver- folgung auf und nach einer aufgeregten Jagd gelang eS ihm, einen der Burschen einzuholen und zu überwältigen. Dann brachte der Soldat die beiden von ihm ergriffenen Einbrecher nach der Polizei- wache. Bald darauf wurde dort ein dritter Komplice eingeliefert, der auf dem Bahnhof Seegefeld ergriffen worden war. "' Tet Vcrcin für Kindcrdofksküchcn und VolkZkinderhorte der« teilte im Mona: Fedruar i» seinen �-t RindervoltSküchen 43b 149 Portionen Mmaaesien an die bcbürftinen Gemeindcscliulkinder der Siadr Berlin. In der gleichen Zeil wurden kostenlos oder gegen mäxiges Entgelt 108 957 Miltagsporlionen abgegeben. Außerdem wurden in den 24 Bürger- und Miitelslandsknchen des Vereins 439 927 Mittags- und Abendporlionen ausgeleilk. Neueröffnet wurde in den Nänmen des früheren Reslauiants.Zum Veit vom Staffel- stein", Print- Louis- Ferdinand- Straße 1, die Mittelstandslüche Friedrichsladt. Straßensperrungen. Das Polizeipräsidium teilt mit: Die Friedrich st rahe zwischen der Georgen- und der Dorotheen- straße wird wegen Untergrundbahn-Bauarbeiten vom 13. März ab für den Fahrverkehr gesperrt.— Die Prinz-Louis-Ferdi- iiand-Straße zwischen Georgcnstratze und Straße Am Weiden- dämm wird wegen Kanalisationsarbeiten vom 13. März ab auf ungefähr 2 Monate für den Fahrverkehr gesperrt. /ius öen Gemeinden. Metallablieferung in Wilmersdorf. Der Magistrat Wilmersdorf schreibt uns: Es gehen wiederholt Anzeigen ein. daß es immer noch Personen gibt, die die in ihrem Besitz befindlichen des chlagnahmlen Metallgegen stände nich! abgeliefert haben. ES wird daraus hingewiesen, daß in Wilmersdorf vom 13. d.MtS. ab die Sammelstelle l. Gemeindeschule I, Brandenburgische Str. 5/7, bis auf weiteres täglich von t/�g Ubr vormittags bis 12 Uhr mittags zur Abnahme der abzuliefernden Metallaegenftände geöffnet bleibt, und daß für alle Gegenstände, auch für die seinerzeit nicht gemel- deten, der gesetzliche Uebernahn, epreis gezahlt wird. Neuregelung der Mietsbeihilfen in Weisteusee. Die Kriegshilfskommission hat mit Unterstützung unserer Frak- tion beschlossen, vom 1. April ab das Existenzminimum zur Er- reichung der Mietsunterstützung in folgender Weise zu erhöhen: Für erne Frau ohne Kind von 40 M. auf 69 M, mit 1 Kind von 59 M. auf 75 M., mit 2 Kindern von 69 M. auf 85 M., mit 3 Knrdern von 63 M. auf 95 M., mit 4 Kindern von 76 M. auf 195 M., mit 5 Kindern von 84 M. auf 115 M., mit 6 Kindern von 89 M. auf 125 M. und für jedes weitere Kind 19 M. mehr. Alle Anträge, die nach den alten Bestimmungen abgelehnt worden sind, müssen und können jetzt schon erneut gestellt werden. Fettverkäufe in Reinickendorf. I» den Lebensmittel-VerkaufSgeschäften der Gemeinde wird vom Montag, den 13. März, ab ein einmaliger Verkauf von Schmalz, Butter und Margarine stattfinden. Es werden, soweit die zur Verfügung stehende beschränkte Menge reicht, pro Fettkarte 199 Gramm Schmalz oder Butter oder 125 Gramm Margarine, für einen Haushalt insgesamt aber nicht mehr als ein Pfund abgegeben. Der Verkaufspreis beträgt für Schmalz 2.79 M. pro Pfund, Butter 2,65 M. pro Pfund, Margarine 1,59 M. pro Pfund. Die Köpenicker Genossen zur Vorständekonferenz im Kreise Teltvw-Veeskow. Auf dem gemeinschaftlichen Zahlabend des Wahlvereins Köpenick. an dem 45 Pertonen tetlnahmen, wurde über die Konserenz der Wahlvcreinsvorstände im Kreise berichtet. Vom Genossen Krüger wurde folgende Dleiolulion vorgelegt:.Der gemeinschaftliche Zahlabend zu Köpenick billigt es. daß die Kreisvorsländekonferenz Teltow- BeeSkow am 39. Januar zu der Sonderaktion der Zwanzig im Reichstage Slellung genommen und diese Sonderaktion verurteilt bat." Genosse Beyer stellte einen Antrag am Mißbilligung dieses Beschlusses und auf Einberufung einer Kreis-Gencralveriammlung. In der Debatte hierüber wurde auch das Ei scheinen der.Fackel" kritisiert. Genosse Heinrich bezeichnete die Herausgabe der .Fackel" als einen Skandal und erklärte aus Aufforderung, darüber im nächsten Zablabend weitere Ausführungen machen zu wollen. Der Antrag Krüger wurde gegen 19 Stimmen an» genommen. Der zweite Teil des Anirages Beyer, aus Ein- beruiung einer Kreis-Generalversammlung, wurde gleichfalls angenommen._ Gcmeindevcrtretcrwahlen. Treptow-Baumschulcnwcg. Sonntag, den 12 März, vormittags von 8—12 Ubr, finden die Wahlen für die dritte Abteilung im 1. und 2. Wahlbezirk statt. Die Wähler des 1. Wahlbezirks, im Ortstcil Treptow gelegen, wählen im Paradiesgarten, Alt-Treplow 4'b. Kandidat ist der bisherige Gemcindcvertreter Architekt Adolf K r o e b e l. Die Wähler des 2. Wahlbezirks, im Ortsteil Baumschulenweg gelegen, wählen in der Turnhalle der Gemeindeschule, Kie f h o lz st r. 274. Kandidat ist der bisherige Gemeindevertreter Metallarbeiter Joseph Hartmann. Wahlberechtigt ist, wer am 39. Januar 1915 ein Jahr in einem der beiden Bezirke wohnte. Voraussetzung ist, daß derselbe in der Wählerliste steht und seine Steuern für das Steucrjahr 1914/15 entrichtet hat. Die Abgrenzung der Wahlbezirke ist aus dem im Orte aus- hängenden Plakate ersichtlich._ Britz. Sonntag, den 12. März 1916, mittags von 12—2 Uhr, findet in der Turnhalle der 2. Gemeindeschule, Eingang Werderstraße 24, die Wahl von zwei Gemeindevertretern für dre III. Abteilung statt. Unsere Parteiorganisation hat als Kandidaten die beiden bisherigen Vertreter, die Genossen: Eigentümer Franz K i tz i n g, Rudower Straße 85, und Lackierer Emil Eberhardt, Werderstr. 39, wieder aufgestellt. Der Wahl liegt die Wählerliste des Jahres 1915 zugrunde. Wahlberechtigt ist, wer am 39. Januar 1915 ein Jahr in Britz wohnte und zurzeit noch wohnt. Loraussetzung ist, daß derselbe in der Wählerliste steht. Johannisthal. Sonntag, den 12. März 1916, nachmittags 2 Uhr, findet im„Ratskeller", Königsplatz 1, die Ergänzungswahl zur Ge- mein deVertretung für die 3. Klasse statt. Die beiden ausscheidenden Parteigenossen Gustav Radumke und Gustav Pidsich sind wieder als Kandidaten aufgestellt worden. Da die Wahlhandlung als Wahlversammlung bor sich geht io muß jeder Wähler vor 2Uhrim Wahllokal anwesend sein. Wer zu>päl kommt, geht seines Wahlrechts verlustig. Gewählt wird auf Grund der Wählerliste von 1914. Dieselbe ist noch einzusehen beim Gen. Albert Gobin. Es ist Ehrenpflicht aller Parteigenossen, sich an der Wahl zu be- teiligen und säumige Wähler zur Wahl zu veranlassen. Sriefkaften üer Reöaktwn. Dt« lurittlllv- Sprechstunde findet für Abonnenten Lindenftr. 3. IV. Hoi recbts parterre am Montag bis Freitag von« bis I Uor, am Sonnabend von i bis 0 Ubr statt Jeder für den B r> e 1 1 u it e N bestimmten Anfrage tlt ein iiuchltabe and eine Zahl als Mert.teiaien beizufügen. Brieslickie Antwort wird nicht ertetlt. Antragen, denen leine AbonnemeiitSauituiiig beigefügt ist, werden ntckf beantwortet. Eilige Fragen lrage man in der Sprechstunde vor Verträge, Schriststülkc und dcrglcichcn bringe ma, in die Spreibsillnde mit Herta 71. 2. Erkundigen Sie sich zunächst beim Absender, ob die Kartoffeln cm Sie abgesandt sind. Evenlnell können Sie Schadenersatz von der Babnverwallung verlangen.— E. F. 8. Eine nochmalige Reklamation durch die Firma erscheint uns zwecklos:~ie müssen abwarlcn, ob die Eni- lassung ertolgi.— E. K. 1999. Durch ote Einziebung zum Militär sind die Rrchte aus der Invalidcnvcrsichernng nicht erloschen� Sic brauchen für Ihren Mann leine Marken kleben.— Kartoffel. Sie müßten sich mit einer Beschwerde an das prcuniiche Miniiierütm des Innern wenden.— K. H. 8. Wegen allgemeiner Körpcrschwächc zurückgestellt.— Wittenberg. Die Verordnung ist in Krasl getreten: Jbre Mutter muß unter Vorlegung des Unierslützungsscheins Antrag aus Unterstützimg bei der zu- ständigen Sleuerkasie stellen.— V. 70. Erwirken sie beim Amtsgericht gegen den Mann einen Zahwiigsbesebl: er muß für den Schaden haften.— E. Sch. 28/29. Ablöiung soll ersolgen, soweit Ersatz vorbanden ist.— Landstiirm 81. Sie können Arbeit annebrnen. — 81. R. 23. 1. Erhebliche chronische Erkrankungen eines Ohres; land- simmpflichtig. 2. Herzkrank: zurückgestellt. 3. Herzkrank: dicnstiäbtg. 4. DaS können wir mit Sicherheit nicht sagen, da! liegt in der Kommando- gewalt deS Kaisers. 5. Ja.— R. 18. Sie können nur von einer Krankenkasse die Wochenbeibilse bezichen.— M. W. 100. 1. Da/.. Uhr, von der Leichen- balle des EmmauS-KirchboseS in Neukölln, Hermannstraße, aus statt. Um zahlreiche Beteiligung der Kolleginnen und Kollegen ersucht her personalsussctiuk. Am 8. März entschlief sanft nach langen, schwere» Leiden mein lieber Mann ZMhent Traute im 66. Lebensjahre. Dies zeigen ticfbctrübt an Witwe Wanda Traute nebst Angehörigen, Falckensteinstraße 32. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 11. März, nach- mittags 4 Uhr, von der Leichen- balle des EmmauS-KiichhoseS, 3!eukölln, Hermannstraße, auS statt. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme bei der Beerdigung meines inniggeliebten Vaters, des Gastwirts 11331 Ujihs Wildner sage ich allen Freunden und Bc- kannten, sowie den Vereinen und Verbänden meinen herzlichsten Dank. Emmy Wildner. Friedrich-Karl-Straße 9/19. Rsbuilmariien der KonsumBenossenschaft Berlin und Umgegend, Äußerst günstig! I! Niedrigste Preise bei größler Auswahl! 1! 1500 Gummimantel, 1200 Modell-Kostume c/ti-kevie/r- C�icUo 2� 5�. prachtvoll© Ausführungen, blau, grün, reseda, woiniofc. a gold, kastanienbraun, Glockenformea, recht weite Schnitte, in Wolle, Popeline, Gloria Seide, federleicht, beste Gummierung, teilweise aus Friedenszeiicn, für Damen (auch für Herren, sowie Offizieismäntel) «6.—. 45,-. 32,-, 25.—, 20 Vj. 19.-. Seidene und wollene Mäntel, imprägniert, Ersatz für Gummi, wetterfest, 48.-. 36.-, 25,-, 15.- Am 26. Februar 1016 fiel im Kanrpie unser inniggeliebter boff- nungsvoller Sohn, mein guter Bruder Maliai' Gast Einjähriger im Leib- Grenadier- Regiment Nr. 8 im blühenden Alter von 21'/, Jahren Dies zeigen im tiefsten Schmerz an Karl und Marie(Saft als Eltern Otto Gast als Bruder. Simon-Dach-Straße. Deßtseher Transportarbeiter-Verband. Bezirksverwaltung Gruß-Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Arbeits- kutsch er Aa�I Ziese um 9. März im Alter von 17 Jahren verstorben ist. Ehre feinem Andenken k Die Beerdigung findet am Montag, den 13. März, nach- mittags 3>/z Uhr, von der Leichen- halle des Bartholoinäus-Friedboss in Weißensee, Falkenberger Str., aus statt. 62/15 Die Bezirksverwaltung. Von Paul Hirsch, Mitgl. des preu ß. Abgeordnetenhauses, Stadtverordneter Preis 1 Mark VerelnsausgabeSOPf. 18 Eine Schrift, die in allgemeinen Umrissen eine sach. liehe Uebersicht über die wichtigsten Geschehnisse deutscher Stadt- und Landgemeinden auf dem Gebiete kommunaler Kriegsfürsorge gibt. 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Hest. 86 Ps.— Art. Institut Orell Füjzli, Zürich. Die Verweiiduiigsmöglichkeite» der Kriegsbeschädigten. Herausgegeben von F. Krais. 455 S.— Verlag F. Krais, Stuttgart. Den Sterne» zu. Ein Schillerroman von W. v. Äiolo. 4 M., geb. 5 M.— Schuster u. Locffler, Berlin XV. 57. LH I III« lüLTJlJlJIJULILlüLll II JULEt J H I H h hjulililiüi h h» lULrEnnocxiODDnnaDmn�müUüüLJiJLijaDmümuumannnnrrinfT-innn! innnnnrrTTT�nnnrrinnnnnrrinnnn Jugendl. Schutenform i handgenäht, mit Blumen- �95 3 ranke u. SEmtietband../ Wilhelm Stein Berlin N., Chausseestrasse 70-71 ? Grosser Rundhut mit Blumenranke und«n50 Sammetband....... %• Eleganter grosser Hut Tagal oder Litze, mit Blumen u. Band garniert Wasserdichte Regenmäntel bester Ersatz iür K OO Gummi....... dSi W» Damen- Konfektion Rlnezar» Oberhemden, gute Zephir- UlUocll stoße, soweit Vorrat 1.75," J Pf BlliSeri aus iesL VVasehstoßen, 2.SS, Rlitcon in Matrosenform, aus Leinen Q25 UlUoCll Und Baumwollstoßen.... 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H■ ..... ■••.,.., A s f � MM W| W � Jfibtotä&n KW Wh Ml «hesöMW Eine Reisebeschreibung von Ludwig Lessen— Mit Zeichnungen v.IlseSchühe-Schur Gebunden Alk. 1.50 Mfliiiiünlg vorwörls Berlin. Lindeuftraße 3, Laden. --iSE- Quaiitfcfäf- Hoden»te empfehle nach MaK paffend gearbeitete Sliileolnlsgon faivie »rriokband«!?«» aller Art, Leibbinden. StützkorfellS ullv., Sirtilel zur iÄesundheilS» a Kranlenpflege.* Pollmann, Kalldagist, Berlin N, Lothringer Str. 60, Lieterant für Krankenkassen Zeitungs-Ausgabestellen und Inseraten-Annahme. Cent rmti: SIBert H adnlfch.«ckerstr. 174, am Koppenpia».«eSffnet von ll— 1'/, und von 4'/»— 7 Ubr. 2 Wahlkreis: S. und SW.: ßufttt» Schmidt, värwaldstr. 42, an der»neiienauslrafie. Geöffnet«on 11—1'?, und von 4»/,— 7 Ubr. L M a4il kreis: St. Fritz. Vrinzenilr. 21, Hof recht» Part. Geöffnet ' von 11—1'/. und von 4«/,— 7 Uhr. VI jrfinrreiB; Oden: fffobert Senge l». MarkuSftr. Ss. Geöffnet von II— IS und von 41/,— 7 Ubr.— Karl Melle.»elerSdurgerpla» 4. lLadera. 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Utrechter wtr� Laden ,jjzpen!ck: Emil Geöffnet von 11-1-/, und von �"7 Uhr. morgens 7 Uhr bis R<>.«M>«luUei- und Oraoiejnbnrgcr Vorztndt. O, Solgast i,ichtenbere 1. Fi Hermann B i I U n g, Pönhoffstr. 2_8. Geöffnet von 11—1'/, ff-»- v"'1*'1}'. F j i ch e r.«astlanstr. e, Laden. und von 4'?,— 7 Uhr. Geöffnet von Wallstratze ü. G e su n dhrownen ßehttoiewLer1 Karl Mars. Greifenh agener Str. 22. GeöKicl von 11—1'?, und von 4'?,— 7 Uhr. Adici-o.(>«< tllarlSchivarztoje. LiSmar-lftr. 28. Geöffnet von 7 Uhr morgens MS 8 Uhr abends. �It.f löcdclie. Falhenherx: Sichel« Dörre. Kopemcker Str.«. RanmeehalenveU: H. Hornig, Marienthaler Str. 18, 1. »ernan, Rt>n<|ien4al, Zepernick, Schönow,»eh«n 1t u ch: Heinrich B r o i», Mühlenstr. ö, �aden. Paul Genich. Bohnsdori, Genoi>emcha,tshauS. Ortick und ttäcli: Heinrich Broie, Mühlenstr. ö, �aden. vehne>dertt Paul Gen ich, BohnSd .Paradies'. C b nt'lortenbiiTe: Gustav E charnb erg, Seienbenner— lr. 1. öffnet von 11—1'/, und von 4'?,— 7 Uhr. 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