Pr. 71. RbonneiDentS'BeflnQim�ah Abonnements- Preis prünumernndm VierteljShrl. 3£0 M!, monntt UO 3KL, WScheiMich 25 Pfg. frei WS HauS. Sinzewe Nummer 5 Pfg. Sonntag S- n ummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„Di- Neue Welt* 10 Pfg. Post. Slbounement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in tue Post. Zeitung S. Preisliste. Unter Kreuzband für Teutschland und Oesterreich> Ungarn 2.50 Marl, für das übrige Ausland 4 Mark pro Monat. PostabonnemeMS nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien. Luxeinbmg. Portugal, Kumänien, Schweden und die Schweis SlchelM tZgstch. liairt 33. Iahrg»mg. Die Tnfertlons-GebCljr »etrstgt für die fechSgespallene Äolonel- zeile oder deren Aauin M Pfz., sür politische und gewerkschaftliche Vereins, und Lersamiistungs �Anzeigen L0 Pig. „Aleinc ZZnreigrn", das icUgedruclte Wort 20 Pfg. szuläffig 2 fettgedrinkie Worte), jcdeS ivestere Wort 10 Pig, Stellengesuche und Schlafstellenmi. zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buch» ftaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste'Nuinmer müjjeii bis ti llhr nachmlltags in der Expedstion abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Vevlmev Volksblstt. ?c!cgramm�!tdressrt „Sszialdemokrat Berit»" Zcntralorgan der rozialdcmokrati f eben partei Deutfchlands. Redaktion: EW. öS» Linüenstraße Z. Feruivrecher- Amt Moritzplatz, Nr. IM 90—151 97. Sonntag, den lÄ. März 1916* Expedition; SM. 08, Linöenftraße Z. 7?erniprechcr: Amt Moritzplatz, Nr. 15190—15197. €r!oIarekl)er deutscher Uorltoss bei Keims. Das Steigen der Rindviehpreise. Die Preise für Rindvieh und Rindfleisch haben sich bis zum Herbst vorigen Jahres auf erträglicher Höhe gehalten, was auch der Marktlage entsprach. Zwar stiegen die Preise für Futtermittel, aber es war doch nur ein Teil der Vieh- Halter, der für die Rinder diese teuren Futtermittel kaufte, da m der Hauptsache mit Heu, Häcksel, Futterrüben, Kartoffeln aus der eigenen Ernte gefüttert wird. Um nicht Futter kaufen zu müssen, haben vielfach die Landwitte die überflüssigen Fresser, vor allem schlecht melkende Kühe und zum Teil Jungvieh abgestoßen. Daher war das Angebot an Vieh ziemlich reichlich. ES machte sich wohl Mangel an erstklassig voll ausgemästeten Ochsen fühlbar, die Qualität des Fleisches wurde geringer, aber der Martt war reichlich versorgt und die Preise blieben erschwinglich.— Erst seit die Kalamität mit dem Schweinefleisch begann, wurde auch der Markt für Rindvieh desorganisiert. Weil die Produzenten für Schweine fabelhafte Preise erreichten, ivollten sie sie auch für Rinder erzielen. Die Schweine wurden zurückgehalten, Schweinefleisch war überhaupt nicht zu haben, daher nahm der Konsum von Rindfleisch stark zu, die Nachfrage nach Rindern ging sprunghast in die Höhe und ebenso die Preise. Vergleicht man für B e r l i n die Preise mit jenen vor einem Jahre, so ergibt sich folgendes: Es wurden gezahlt Ende Febr. ISIS Ende Febr. ISIS für 1 Zentner lebendes Vieh: Junge fleischige Ochsen.... 1t 1,50 49,00 Gut genährte ältere Bullen... Sö.Si) 41,00 Vollsleischige, ausgemästete Kühe. 1 12,50 47.00 Jungttndcr(Fresser)..... 85,-00 36,00 für 1 Zentner Fleisch im Großhandel: Ochsen zweiler Qualität..,, 183,20 77,00 Bullen zweiter Qualität.... 180,00 70,30 Fette Äühe........ 195,00 63,80 Jungrindcr(Fresserj..... 177,50 65,00 s ü r 1 Pfund Fleisch im Kleinhandel: Keule......... i 2,23 1,06 Brust.......... 2,13 0,88 Gerade in den letzten Wochen sind die Preise für Vieh ani Berliner Markt sprungweise gestiegen. Noch Mitte Januar wurde gezahlt für Ochsen 70 M., für Bullen 52,50 M., für Kühe 69 M.. für„Fresser" 50 M. Diese Preistreiberei steht im Zusammenhang mst dem gettngcren Aufttteb auf dem Viehmarkte. Die Preisbettchtstelle des Deutschen LandwirtschastsrateS spricht von einer„Verwilderung der deutschen Schlachtviehmärkte". Sie setzt das in Verbindung mit der„unseligen Höchstpreispolitik für Schweine und Schweinefleisch" und führt folgende Zahlen an: Es betrug der Aufttteb am Berliner ScAachtviehmattt nach den amt- lichen Berichten im Monat Rinder Kälber Schafs Schweine Oktober 1915... 46 038 14 453 53 649 85 376 November„... 41776 12313 36447 55237 Dezember„... 47 854 15 561 43 523 53 910 Januar 1916... 42 394 12 367 36 378 40399 Februar.... 81 516 10512 33 035 21 116 Wer trägt nun die Schuld an diesem Zustande? Halten die Landwirte das Vieh zurück oder die Händler? Vermutlich werden wir darüber demnächst scharfe Auseinandersetzungen zwischen den beiden Jnteressentengruppen haben. Die Preis- berichtsstelle deS Landwittschaftsrates glaubt allerdings den Schuldigen in der Regierung gefunden zu haben, die„die un- seligen Höchstpreise für Schweine im November festsetzte. Sie meint:„Ohne den staatlichen Eingriff im November hätte Berlin im Februar zweifellos einen Aufttteb statt von 21 000 von etwa 90 000 bis 100 000 Stück für die Fleischversorgung seiner Bevölkerung gehabt." Das darf man füglich bezweifeln. Ohne den staatlichen Eingttff wären die Preise für Schweine ins ungeheuerliche gestiegen. Da aber die Bevölkerung solche Phantasiepreise nicht leisten kann, so wäre eben der Konsum zurückgegangen, der Aufttteb hätte also nicht in dieser Weise steigen können. Dattn aber hat der Landwittschaftsrat recht und wir haben das von vornherein sofort im November betont: regelte man die Preise für Schweine und Schweinefleisch, so mußte man es auch für Rinder und Rindfleisch tun. Außerdem rächt sich prompt das Schwanken der Regierung: die im November festgesetzten Höchstpreise wurden im Februar erhöht und da haben nicht etwa die Landwitte geliefett, sondern sie sagten sich, daß sie nun erst recht Aussicht haben, noch viel höhere Preise zu erzwingen. Genau so halten sie es aber wohl auch mit den Rindern. Nun hat man bekanntlich den Handel mit Vieh Zwangs- verbänden der Viehhändler übettragen in der Weise, daß nur die von diesem Verbände autorisierten Händler Vieh aufkaufen mrd an dic städtischen Märkte briogeu dürfen. Gerade MW des Mn SlWtWllw. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 11. März 1916.(28. T. 23.) Westlicher Kriegsschauplatz. Sächsische Regimenter stürmten mit ganz geringen Ber- lüften die stark ausgebaute» Stellungen in den Waldstücken südwestlich«ud südlich von Ville-aux-Boisszwan- zig Kilometer nordwestlich von Reims) in einer Breite von etwa vierzehnhnndett Meter und einer Tiefe bis etwa ein Kilometer. An unverwundeten Gefangenen fielen zwölf Offiziere, siebeuhundettfüufnndzwallzig Manu in unsere Hand, an Beute eine Revolverkanone, fünf Maschinen- gewehre, dreizehn Minenwerfer. Auf dem westliche» Maasufer wurde« die letzte« von den Franzosen noch im Raben- und CumiereS- Walde behaupteten Nester ausgeräumt. Feindliche Gegen- stöße mst starken Kräften, die gegen den Södraud der Wälder und die deutschen Stellunge» weiter westlich ver- sucht wurden, erstickten in unserem Abwehrfeuer. Auf dem O st u f e r kam es zu sehr lebhafter Artillerietätigkeit besonders in der Gegend nordöstlich von Bras» westlich vom Dorf, um die Feste Baux und au mehrere« Stelleu in der Woevreebene. Entscheidende Jnfauteriekämpfe gab es nicht; nur wurde in der Nacht ei» vereinzelter französischer Neberfallsversuch auf Dorf Blanzee blusig abgewiesen. Durch eine» Bolltreffer«userer Abwehrgeschütze ge- troffen, stürzte ein französisches Flugzeug zwischen den beiderseitigen Linien südwestlich von Chateau-Salins brennend ab. Die Insassen sind tot und wurden mit den Trümmern des Flugzeuges von aus geborgen. Oestlicher und Baltau-Kricgsschauplatz. Nichts Nene?. Oberste Heeresleitung. »* da llmeiMe senmlWMW. Wie», 11. Mörz.(W.T.B.) Amtlich wird verlantbntt: Russischer Kriegsschauplatz. Leine besonderen Ereignisse. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Di««och am unteren Semeni verbliebenen italieuischen Kräfte habe« vorgestern, in der östlichen Flanke bedroht,«ach Ab- gäbe weniger Kanonenschüsse schleunigst den Rückzug angetreten. Sie stellte» sich vorübergehend noch auf den Höhen nördlich von FeraS, räumten aber bald auch diese und wichen, alle Nebrr« gänge hinter sich zerstörend, ans daS südliche Bojnsa-Nfer zarück. In Nordalbanicn und Montenegro herrscht nach wie vor Ruhr. Italienischer Kriegsschauplatz. Da» feindliche Arsilleneseuer war gestern a« der küstea- kindischen Front gegen die gewohnten Punkte wieder lebhafter. I« Abschnitt der Hochfläche von Doberdo kam eS auch zu Minrnwrrfer- und Haudgranatenkämpfen. Der Siellvertreter des Chefs des Generalstabe». v. Hoefcr» Fcldmarschallcuwant. seitdem diese Regelung eingetrete« ist, ist aber der Austrieb scharf zurückgegangen und die Preise steigen so sprunghaft. Jetzt hat der Verband für Brandenburg— mit bchörd- sicher Genehmigung— Höchstpreise für Berlin und die Pro- vinz Brandenburg festgesetzt. Es handelt sich um Stall- preise, also Preise, die an die Viehhalter gezahlt werden sollen, wobei nach Lebendgewicht gerechnet wird(nüchtern ge- wogen 12 Stunden nach der letzten Fütterung). Sie lauten: .. Vollfleischige Mastochsen �(bis zu 6 Jahren alt), Bullen, Kühe und alte Ochsen TiereS Färien(noch nicht gekalbt) Preis für den Zentner Preis für den Zentner Zentner höchstens Mark höchstens Mark 11 und mehr 100 90 10 95 83 9 90 80 8 85 76 7 80 70 S 76 65 5 70 60 4 65 56 3 60— Beim Verkauf seitens der Händler sollen zu diesen Preisen die Frachtkosten und höchstens 5 Proz. des Einstandspreises geschlagen wfrbnt, Die Preise sind mit den bisher amtlich nottcrten Preisen am Viehmarkt schwer zu vergleichen, weil die Kategorien andere sind. Wenn der amtliche Bettcht„junge fleischige Ochsen" nennt, so sind damit wohl Tiere nicht unter 8 Zentner gemeint. Für diese wurden Ende Februar 115 M. notiert, während es vor einem Jahre 49 M. pro Zentner waren. Jetzt soll der Stallpreis 85 bis 100 M. betragen. Bei 5 Proz. Zuschlag sind eS 89,25 bis 105 M., wozu noch die Transportkosten kommen. Tiere von 3 bis 5 Zentner sind „Fresser". Für diese nosierte man Ende Februar 85 M. pro Zentner, während der Stallprcis 60 bis 70 M. beträgt: mit dem Zuschlag 63 bis 73,30 M. und die Transpottkosten. ES scheinen also die Februarpreise zugrunde gelegt, Preise, die mehr als das Doppelte höher sind, als die Preise vor einem Jahre. Mit anderen Worten: nachdem man zugelassen hat, daß der Markt„manifestiert" wurde, daß die Preise zu schwindelhafter Höhe ge- trieben worden sind, fixiert man diese Preise. Da erfahrungsgemäß die Höchstpreise alsbald zn Mndest- preisen iverden, unter denen nichts zu haben ist, so bedeutet das, daß auf eine Herabminderung der Preise am Vichmarkt und daher auch der Fleischpreise nicht zu rechnen ist. Wird nun wenigstens der Aufttteb zunehmen? In der Veröffentlichung über die Stallpreise befindet sich das ominöse Wörtchen„bis ans lveitereS". Da ist zu befürchten, daß die Herren Landwirte vor allem darauf die Betonung legen. Sie haben die Erfahrung gemacht bei Getreide, bei Kartoffeln, bei Schweinen, daß noch allemal„auf weiteres" die Höchstpreise außer Kraft gesetzt und weiter erhöht wurden und werden daher aller Wahrscheinlichkeit auch mit den Rindern lvciier zurückhalten.. Erstaunlich ist die Bestimmung, daß die Händler nur 5 Proz. Zuschlag auf die Einstandspreise macheu sollen, ivorin alle„HaudelLunkosten einschließlich den Handelsgewinn" einbegriffen sein sollen. Das reimt sich offenbar nicht. Man kaust Vieh nicht anders, als nach Besichtigung an Ort und Stelle. Schon die Fahrten der Händler verursachen also Kosten, die oft mehr als 5 Proz. des Einstandspreises betragen. Und daß beim Viehhandel nur 5 Proz. verdient werden sollen, ruft unwillkürlich ein Lächeln hervor. Da uns der fromme Glaube fehlt, daß die Viehhändler plötzlich ihr Geschäft ans reinem Altruismus betreiben und noch dabei zusetzen wollen, so bleibt uns die Bestimmung vorläufig voll- kommen rätselhaft. Soviel ist jedenfalls sicher: diese Stallprcise mögen den Landwirten sehr willkommen sein, aber sie bedeuten un- erschwingliche Fleischpreise. Daher ist eine andere Regelung der Fleischversorgung mit erschwinglichen Preisen und— wenn es nicht anders geht— mit zwangsweiser Beschlagnahme unausbleiblich._____ Der französische Tagesbericht. Paris 10. März.(W. T. B.) Amtlicher Bericht von Freitag nachmittag. In den A r g o n n c n beschoß unsere Artillerie feindliche TranSpotte, die auf der Straße Montfaucon— Avocourt bemerkt worden waren. Westlich und östlich von der Maas ist die Lage unverändert. Der Feind versuchte während der Nacht keinen Jnfantcrieangriff gegen unsere Stellungen. Die gegenseitige Beschießung hält an der ganzen Front an, am rechten und am linken MaaSufer heftig, in der Woevre mit Unterbrechung. Im Elf aß zerstörten unsere Batterien feindliche Schützengräben auf der Höhe 425, östlich von Thann. An der übrigen Front verlief die Nacht ruhig. Im Laufe des 8. März war die Täsigkeit unserer Flugzeuge besonders lebhaft. ES wurden zahlreiche Flicgerkänipfe geliefert, zumeist über den feindlichen Linien. Im Laufe dieser Luft. kämpfe wurden 15 deutsche Flugzeuge in die Flucht geschlagen, zehn stürzten, wie beobachtet werden konnte, senkrecht in die feindlichen Linien ab. Außerdem wurden nach sicheren Berichten zwei deutsche Flugzeuge, darunter ein Folker, in der Champagne, und drei in der Gegend von Berdun abgeschossen. Diese Flugzeuge fielen in de» deutschen Linien nieder. PariS, 11. März.(W. T. B.) Amtlicher Bericht von Freitag abend. Im Artois brachten die Deutschen westlich der Straße von Lille eine Mine zur Explosion, deren Trichter ivir be- setzten. In den Argonnen beschossen wir eine feindliche Äolomie, die in der Richtung deS Waldes von Montfaucon marschiettc. Westlich der Maas, wo die Beschießung während des Tages mit Unterbrechung andauerte, richtete der Feind hartnäckige Angriffe gegen unsere Stellungen deS Rabenwaldes. Mehrere Angriffe wurden nacheinander durch unser Artillerie-, Infanterie- und Maschinengewehrfeuer abgewiesen, das in den feindlichen Reihen schwere Verheerungen verursachte. Trotz ihrer in keinem Verhältnis mit dem angestrebten Ziel stehenden Verluste warfen die Deutschen in einem letzten Swrmangriff TruppenbestLnde in Stärke von mindestens einer Division vor. Im Laufe diese? Sturmangriffes konnten sie wieder den Teil des Rabe«» tvaldeZ Lesetzen, den wir ihnen abgenommen hatten. Westlich der Maas griff der Feind zweimal unsere Gräben westlich deS Dorfe- Douaumont an, wurde aber durch unser Maschinengewehrsperrseuer angehalten und konnte unsere Linien an keiner Stelle erreichen. Ein gegen das Dorf Vaux vorbereiteter Angriff wurde durch unser Artilleriefeuer verhindert und kam nicht zur Durchführung. Es besÄtigt sich, daß die Jnfanterieunter- nehmungsn, die die Deutschen gestern gegen das Dorf Vaux und gegen unsere Gräben am Fuge deS vom Fort Vaux gebildeten Rückens unternahmen, ihnen ungeheuere Opfer gc- kostet haben. Im Woebre war die durch unsere Batterien kräftig beantwortete feindliche Beschießung von Eix. Moulainville, VillerS— SouS—Bouchamp und Bonzee besonders heftig. Die Deutschen haben ber Saint Mihiel schwimmende Minen in die Maas geworfen, die wir cruffischen konnten, bevor sie Schaden anzurichten vermochten. In Lothringen zerstörten wir durch ein vernichtendes Feuer die feindlichen Gräben auf der Front Halloville- Brcmenil. Belgischer Bericht: Nichts Besonderes zu melden. Die englische Melöung. London. 10. März.v i l l, um die Banditen gefangen zu nehmen. Dies wird nicht als ein Einfall in Mexiko betrachtet, sondern lediglich alS eine Verfolgung von Räubern, die sich der lokalen Gelvalt entzogen haben. London, 11. März.(W. T. B.) Nach einem Telegramm der„Times" aus Washington wurden die amerikanischen Truppen, die Villa verfolgen, zurückgerufen. Wilson ist vorläufig noch gegen eine kräftige Intervention, die darauf ausgeht, das ganze Land zur Ruhe zu bringen. Die Amerikaner haben ihr Vertrauen zu Carranza verloren und seine Macht nimmt beständig ab. Alle Berichte stimmen darin übcrein, daß der Zustand unter seiner Herrschaft schlimmer sei, als je. Douglas(Arizona), 11. März.(W. T. B.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Eine Bande von 200 Anhängern Villas überfiel gestern abend eine Farm in Osborn Jünction in Arizona, tötete einen Amerikaner und stahl das Vieh. Sechs Eskadrons Kavallerie sind bereit, die 8Zerfolgung VillaS aufzunehmen._ Kriegsbekanntmachungen. Keine Slusweispapiere ins Ausland senden. Berlin, 11. März.(W. T. B.) Es ist wiederholt auf dos Äe- sährliche hingewiesen worden, deutsche Ausweispapiere— Militär- Pässe, Reisepässe, Hcimotschcine, Geburlszeugnisie u. dergl.— mS Ausland zu senden. Die Gefahr besteht darin, daß solche Papiere dem sclndNchen Nachnchlendiciist in die Hände gespielt werden oder doch tatsächlich in seine Hände gelangen, und daß sie dann ziir AilS- stanung von Spionen benutz! werden, die mit ihrer Hilfe als Deutsche unsere Grenze überschreite». Derartige Sendungen müssen daher unterbleiben. Dies gilt insbesondere auch von Sendungell nach Amerika, da, wie belannt, die amerikanische Post von den Engländern abgefaßt und beschlagnahmt wird. Bekanntmachung. Der Po st verkehr zwischen Deutschland und P o r t u« g a l ist gänzlich eingestellt und findet auch auf dein Wege über andere Länder nicht mehr statt. Es werden daher keinerlei Post- iendungen nach Portugal mehr angenommen, bereits vorliegende oder durch die Briefkästen zur Einlieferung gelangende Sendungen werden den Absendern zurückgegeben. Der Staatsselrelär des Reichspostamts. K r a e t k e. Leiste Nachrichten. Asquith für den Freihandel. London, 11. März.(W. T. B.) Die„Morning Post" enthält einen erbitterten Leitartikel, worin sie ihre Enttäuschung und Empörung über eine Erklärung ausspricht, die Asquith am Donnerstag gegeben hat und in der er sagte, daß die Regierung sich aus der bevorstehenden Pariser Konferenz zu nichts verpflichten lverde und daß er persönlich Anhänger des Freihandels geblieben sei. Gewerkschaftliches. Die Arbeiterinnen in üen GeVertsthaften. Seit ihrem Besteheil sind die Gewerkschaften unablässig bemüht gewesen, die ständig an Zahl zunehmenden erwerbs- tätigen Frauen und Mädchen zu organisieren. Bei allen sich nur bietenden Gelegenheiten, wie bei Werkstattbesprechungen, in öffentlichen Versammlungen und durch Hausagitationen ivurde versucht, neue weibliche Mitkämpfer zu gewinnen. Und um diese Neugewonnenen dauernd an die Organisationen zu fesseln, blieb gleichfalls kein Mittel unversucht. Has Wirt samste Zugmittel war zweifellos, neben der Gewähr der Er- reichung besserer Lohn- und Arbeitsbedingungen, die Ehr führung der Arbeitslosen-, Kranken- und Wöchnerinnenuntcr- stutznng in den Gewerkschaften. Tie erzielten Erfolge waren denn auch, in Anbetracht der Schwierigkeiten, die einer erfolgreichen Werbetätigkeit unter den Arbeiterinnen entgegenstehen, bis vor Kriegsausbruch als durchaus befriedigend zu bezeichnen. Es wurden inr Jahres Die Zahl der weiblichen Gewerkschaftsmitglieder hat sich demnach von 4355 im Jahre 1892, wo sie erstmals von der Gencralkommission festgestellt wordeil ist, auf 223 676 im Jahre 1913 erhöht. Mit dieser Zunahme erhöhte sich auch gleichzeitig der prozentuale Anteil der weiblichen Mitglieder an dem gesamten Umfang der gewerkschaftlichen Organisationen. Er stieg von 1,8 im Jahre 1892 auf 8,8 im Jahre 1913. Dieser glänzende Aufstieg wurde jedoch im Jahre 1914 durch den Krieg jäh unterbrochen. Im Jahresdurchschnitt wurden lloch 293 648 und am Jahresschlüsse gar nur 185 633 weib- liche Mitglieder gezählt, was gegenüber dem Schlüsse des Jahres 1913 eine Abnahme von 35 956 weiblichen Mitgliedern bedeutet. Der prozentuale Anteil dagegen hat sich im Jahre 1914 nach den Berechnungen der Generalkommission weiter auf 9,9 erhöht. Dies ist aber irreführend, da die zum Kriegs- dienst eingezogenen männlichen Mitglieder nur vorübergehend aus der Organisation geschieden sind. Für das Jahr 1915 liegen leider noch keine genauen ab- schließenden Zahlen vor. Wir können sonach nur die im „Reichsarbeitsblatt" veröffentlichten Mitgliederzahlen zu Ver- gleichen heranziehen. Diese sind zwar nicht ganz einwandfrei, die Differenz ist aber gering. Nach diesen Zählungen weisen auch im Jahre 1915 die Gewerkschaften in ihrer Gesamtheit eine erhebliche Abnahme von weiblichen Mitgliedern auf. Das ist umso betrübender, weil inr Laufe des Jahres die Zahl der weiblichen Beschäftigten nahezu um eine Million gestiegen ist. Von den über«der nahezu 1999 weibliche Mit- gliedcr zählenden Gewerkschaften haben wohl die der Metall- arbeiter, Schneider, Handlungsgehilfen, Sattler und Gemeinde- ' arbeiter gegenüber dem Jahre 1914 zusammen eine Zunahme von rund 4699 weiblichen Verbandsangehörigen zu ver zeichnen, diesen stehen aber 16 Gewerkschaften gegenüber mit einer weitaus größeren Abnahme weiblicher Mitglieder gegenüber. Die Ursachen dieses Mitgliederrückganges während des Krieges sind mannigfacher Art. Ausschlaggebend war und ist zweifellos die große Arbeitslosigkeit, unter der besonders die Arbeiterinnen zu leiden hatten und noch leiden müssen. Erschwerend kommt noch hinzu, daß auch zu gleicher Zeit ein Ansteigen der Lebensmittelpreise einsetzte. Mit dazu beigetragen an dem Mitgliedervcrluste haben dann ferner die Einstellung der gewerkschaftlichen Kämpfe, sowie die Massen einberufungen der Vertrauensleute, die die Agitations arbeit in den Betrieben verrichteten. Vielleicht hat auch die in den meisten Gewerkschaften nach Kriegsausbruch erfolgte Aufhebung der Krankenunterstützung bei den Arbeiterinnen das Interesse für die Organisation verloren. Aber alle Gründe vermögen nicht darüber hinwegzutäuschen, daß trotz der riesigen Zunahme der Frauenerwerbsarbeit die Zahl der organisierten Arbeiterinnen zurückgegangen ist. Es läßt vielmehr daraus schließen, daß das Verständnis für den Wert der gewerkschaftlichen Organisation nicht so ausgeprägt war, als es im Interesse der Sache zu wünschen lväre. Dieses Interesse für die gewerkschaftliche Organisation wieder erneut zu wecken, ist eine der Hauptaufgaben unserer diesjährigen Agitation unter den Frauen. Möge derselben auch nach dieser Richtung ein voller Erfolg beschieden sein. Deutsches Reich. Der Schneiderverband an das sächsische Kriegs- Ministerium. DaS KriegSbekleidungsamt 12 in Dresden hat eine empfindliche Herabsetzung der Arbeitslöhne für Mäntel und Tuchhosen vor- genommen, durch die der Dresdener Filialvorstand des Schneider- Verbandes veranlaßt wurde, das Kriegsministerium durch eine Ein- gäbe zu ersuchen, auf das Kriegsbekleidungsamt dabingehend einzuwirken, daß eZ die vorgenommenen Kürzungen rückgängig macht und bei zukünftig geplanten Veränderungen an der Lohnzahlung vor dem Erlaß von Verfügungen die Vertreter der Arbeiter- lchaft hört, lieber den Umfang der Lohnkürzungen wird in der Ein- gäbe gejagt: .Das KriegsbekleidungSamt XH zahlte bisher für den Einheitsmantel 9,26 M. und für die Tuchhose 3,89 M. Diese Sätze sind nunmehr auf 8,66 M. für den Mantel und auf 3,69 M. für die Tuchhose herabgesetzt, also eine Kürzung von zirka 7ffz bezw. 8 Proz. Die vorgenannten Sätze zahlt das Amt dem Unternehmer. Durch die weiteren Bestimmungen des Amtes gestaltet sich der Lohnverlust des Arbeiters, der 6,39 M. für den Mantel(statt bisher 7,29 M.) und 2,59 M. für die Hose(statt bisher 2,85 M.) erhält, noch größer, da die Kürzung hier 11 bezw. 9 Proz. beträgt I" Angesichts dieser Kürzungen kann nur gewünscht werden, daß der im übrigen ausführlich begründeten Eingabe des Schneider- Verbandes der Erfolg nicht versagt bleiben möge.(z) hak und sich daher mit einem gewissen Lukaszewitz auf den Lebens- mittelgroßhandcl verlegt hat, 69 999 Pfunddosen angeblicher Leber- Pastete geliefert, die keine Spur von Leber aufwies. Glücklicher- weise wurde dieses angenehme Produkt sofort beschlagnahmt; 15 999 Dosen verschenkte Hetzberg, der gern als Wohltäter glänzt, an den Landrat des Kreises Pmnebcrg, bei dem er in einiger Gunst zu stehen scheint,„zu wohltätigen Zwecken". Da Heßbcrg gleich bei Lieferung bezahlt hatte, so war er diesmal der Hinein- gefallene; seinen Schaden gibt er aus mehr als 29 999 Mari an. Die niikroskopische Untersuchung ergab, daß die Ware aus Kaldaunen oder Kopfflcisch, Mehl, Wasser und etwas Fett bestand. Leberzellen waren überhaupt nicht festzustellen. Trotzdem behauptete der Angeklagte in der Verhandlung, er habe bei der Herstellung 26 Prozent Leber verwandt. Hetzberg und sein„Prokurist" hätten ganz genau gewußt, daß bei dein vereinbarten Preise— 89 Oere die Pfunddose, die von Heßberg im Großhandel mit 16 Pf.(!) Profit verkauft wurde— Kaldaunen zur Verwendung kommen würden. Die Kopenhagener Marktlage sei ihnen genau bekannt gewesen, zumal die Geschäfte zum Teil in Kopenhagen, im dortigen ZentralhotA, ab- geschlossen wurden. Heßberg und sein Mitarbeiter stellten das natürlich energisch in Abrede. Tatsächlich hat denn auch Heßberg seinem dänischen Lieferanten einen Brief geschrieben, in welchem es hieß, Kaldaunen dürften nicht ver- arbeitet werden. Vielleicht hatte der Verteidiger des Angeklagten nicht unrecht, wenn er sagte, das sei nur ein schlaues Vorbereitungs- Manöver gewesen, um für einen etwaigen Prozeß den„guten Glauben" zu sichern. Im übrigen bezeichnete der Anwalt beide, Hetzberg wie Lukaszewitz, bei ihren moralischen Qualitäten für völlig unglaub- würdig. Das Gericht verurteilte den Angeklagten wegen Betruges zu fünf Monaten Gefängnis und 3999 M. Geldstrafe, gegebenenfalls zu weiteren 399 Tagen Gefängnis. Es erklärte, daß ganz zweifellos auch Nahrungsmsttelfälschung vorliege. Da diese aber im Auslande begangen sei, so seien die deutschen Gerichte nickst zu- ständig. Die Festnahme Sörensens war übrigens dadurch möglich ge- wesen, daß ihn Heßberg unter dem Vorgeben, er wolle ein neues, großes Geschäft abschließen, nach Blankenese gelockt hatte. Als der Däne hier eintraf, wurde er verhaftet. An dem Urteil ist an sich kaum etwas auszusetzen: schärfste strafe dem Fälscher! Auf alle Fälle haben aber Heßberg und sein „Prokurist" ihre Unzuverlässigkeit im Handel vollkommen dargetan; die Beffignis zur Führung eines Handelsbetriebs muß ihnen unter allen Umständen entzogen werden. BersammlimgSvcrbot. In Hamburg wollten die Werftarbeiter des großen Betriebes von Blobm u. Voß am 8. März nach Arbeits- sckiluß eine Versammlung abhalten. Die Versammlung wurde i>n letzten Augenblick verboten. Der Streikbrecheragent und die Leberpastete. Unter der Anklage der NahrungZmittelfälschung und des Be- truges hatte sich vor der Strafkammer II des Landgerichts zu AI- o n a der Konservenfabrikant Carsten Sörensen aus Kopenhagen zu verantworten. Sörensen hat vor Monaten dein rüheren Streikbrechervermittler Adolf Heßverg in Blankenese bei Altona, der im alten Metier während des Krieges nichts zu tun Arveitcr-Samariterbund. Kolonne Trotz. Berlin. Lehr- stunde sindet statt: l. Abteilung Köpeiiickerswatze 62, abends 3 Uhr: Berbandsübungen. Die Tellnehmer länUIicher Abteilungen werde» ersucht, daran teilzunehmen.— Donnerstag, den 16. März, pünlillch abends Lst, Uhr, Kövenicker Stratze 62: Prüfung derTeilnehmer durch Herrn Dr. Moses._ Eingegangene Druckschristen. Wandlungen. Roman von F. Huch. 1 M., geb. 1.25 M.— Vom Schaltwerk der Gedanken. Bon C. L. Schleich. 4 M., geb. 5 M.— Nachfechsuug. Von P. Altenberg. 4,50 M., geb. 6 M.— S. Fischer, Berlin, Bülowstr. 90. Das Deutschtum im Anslaud. Bon H. Deck. L M., geb. 4 M.— G. Müller, München. Rechtsfragen beim Gruppenakkordvertrage. Von Dr. K. A. Ihrig. Geh. 3 M.— Duiicker u. Humblot, Leipzig. Was die Hausfrau vom Gas wissen muft. Herausgegeben von Josepha Wirtb. 60 Pf.— Verlag: Licht und Wärme, Dessau. Die Kulturarbeit des deutsche« Werkbuudes. Von W. Riezlcr. 60 Pf.— Fr. Bruckmann, München. G.m. b. H. Gardinen Tüll-Künstlergardin. o rrklO ca g-vebie, 2Schats, 1 Querbdi, fast. O.DU 1 ErbslüllKOnsIlergard.Q 11«n 2 Sdiatj, 1 Querbeh. ufl Vo.', krm». J � 1 1. J V Färb, Etaminegarn. Q rn 1£ M 2Sdiol5,lQaerbch.m.Frönf..FeMkr JU lU M. Gewebte Tüllgardin. �«jq§ 75 Gewebt.Tüllvorhang2 qq 5 25 Erbstüll-Vorhang'nfl C ca 7 7C reldier Bandarbefl o. Volants, Stück/•tJ Erbslüil Halbvorhang C 7c Q mit reidi. Bandarbeit II. Vol., SlOik/ J �4. Gewebte TüUsioffe or-i Klein gemuslert... Meter O J Pf- X.ntU Bettdecken 3.75 5.50 5.25 8.75 5.75 8.25 12n.15.50 3.40b.5.75 2.45b.4.80 6£!. 12.59 Tüll- Bettdecken (ür 1 Bett....... 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In der DormittogSzOhung vom 10. Mär) muh ei H eigen: 1169 anftntt 1069. Nr 42311 ist nicht, d-zegn, 62211 gezogen morde» und 131268 mit 600 eei.— In der Räch. mt»«,,z(,dun, mutz e» d-tten: 20496»nstalt 20492. 40038»nsteN 40088. 49801 anft»N 49601.— Rr. 43974 ch nicht ,«,»,«> tagchea find tzinzuzujstge» 81904, 91931 and 9410« TN»«» 9801«. 7. VrenMch.Süddeutsch« (233. König». Zfrenff.) Klass-nlvtterl- 3. Klasse Z. ZiehungStag II. März ISIS Nachmittag Auf jede gezogene Stummer Und zwei gleich hob» (Scwinne gefallen,»nd zwar je einer o»f die Lol« gleicher Stummer in den beldrn Abteilungen I n. II. Nur die Gewinn« über 144 M. stnd in Klammern beigesügl. (Ohne Gewähr A. Et.-A. f. Z.)(Nachdruck verboten) 46« 62? 639 71 1141«3 448«84«40«38 221« 8««1« 49 (3 631 666 3111 238 404 604 4066 163 80 200 673 760«27 5239 40 63 6016 62 302 22 668 7162 331 623 76 603 709 982 £336 643 739 61 0164 331 34 83( 400) 419 24 623 10224 438( 600) 62 630 810 11094 255 304 810 1 2070 668 674 710 820 22 30 979 1 3294 410 728 1 4031 441 609 41 82 15110 267 82 416 9 7 744 71 16348«29 643 631 743 844-400) I 7079 271 369 658 830 83 836 39 1 0030 379 446 677«3 843 856 1 0674 630 727 803 35 941 72 26062 128 82 203 47 644 21007 271 857 493 612 90 941 43 2 2224 620 43 73 666 824 2 3022 462 77 93(300) 637 766 24117 94 221 32 433 661 83 2 5 021 69 239 366 2 6128 303 60 79 454 90 621 669 88 989 2 7 049 72 84 87 106 22 429 673 28073 194 251 360 63 76 615 38 5 0437 35«79 913 30103 609 764 808 31023 346 699 748 89 899 939 32323 CTO 79 972 3 3 016 31 44 667 606 873 8 4000 29 281 886 92 594 762 3 8118 278(600) 469 610 17 905 39 83 36071 102 31 03 647 92 832 8 7 034 280 439 079 8 81C9 497 639 917«7 75 8 0227 72 348 460 799 927 65 7« 4 0226 69 66 70 393 650 916 41183(300) 470«83 49016 164 288 372 928 4 3201 335 745 831 44184 266 406 677 804 907(300) 4 8669 830 4 0 442 779 831 47103 83 291 602 46 06 620 66 794 663 911 4 8014 123 70 681 944 83 4 8 009 194 206 12 327 423 91(600) 631 726 65 6O230 351 402 623 81024 73 89 212 39(300)«90 TOS (600) 878 6 20)2 114 603 17 5 3239 360 96 431(300) 678 861 969 6 42)0 318 463 653 608 78 5 6)95 610 765(3001 04) 66037> 40 202 318 87 466 6 7010(300 l 200 65 926 58120(300) 802 602 47 862 6BÜ84 300 846 645 736 626 Cl 70 6 0 88 632 652 742 994 6906« 778 058 84 0 2008 669 03386 492 644 701 6 4648 0 5059 68 397 499 669 6« 788 0 6200 367 426 9 9 678 93 814 93 0 7056 148 217 464 683 86 812 941 6 8293 414 601 874 94 7 0320 65 70 427 672 603 23 976 71729(300)«42 60 7 2026 149 97 266 497 932 84 7 3)69 272 679 7 4462 736 72 690 7 6 464 621 832 921 66 94 7 /350 668 928 02 7 801« ES«(400) 747 807 7 9236 389 619 99 817 88 938 89 80082 104 213 36 83 773 880 81)82 432 77 8 2033 773 «37 61 83120 93 312 602 78 84118 318 674 601 907 80 00190 647 702 33 843 937 8 6028 165 211 46 437 747 0 7223 no 835 419 8 8111 72 266 34« 601 745 8 6329 493 617 21 41 RO 93 624 48 63 BO007 48 292 680 646 98 788 83« 81036 339 627 692 4 2 049 163 208(400) 30 68 603 668 765 080 85 6 3417 610 61 04079 203 486 791 835 931 97 9 6391 486 99 723 9 6006 50 >00 562 76 77 97 709 853 9 7398 8S4 937 60 6 8023 43 634 718 20 36 68 918 9 9326 833 166021 35 469 607 67 717 1 01234 78 361 417 737 1 02169 SOS 613 1 0 3 095 359 642 840 946 1 0 4042 120 499 151 67 10 8 067 69 88 161«78 708 929 10 8040 351 606 73« 43(300) 952 1 0 7422 70« 10 6036 941 10 8556 66 601 820 91 110136 224 639 888 938 86 111129 483 729 84 835 112023(300) 121 382 89 776 97 806 969 89 113255(300) 637 625 726 31 79 114061 282 333(BOO) 677 638 716(300) 809 115028 330 627 764 96 118476 692 005 804(400) 86 117103 (300) 365 471«12 84 729 98 884 116093 141 260 84 472 988 119271 380 454 83 638 80 610 960 12 0038 131 307(300) 65 745 804(300) 984 1 21113 359 726 49 958 1 2 2678 795 967« 2 3 226 637 46 702 64 63 889 124125 28 212 78 381 889 679 75? 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Klssjui-LoillkiO sind» am 7. und S. llpril ISIS stau. ' n M W i � 1 7 � Die Summe, die von unseren Kunden im Deutschen Reiche im Lahre-19�5 gespart wurde, dadurch, daß sie bei uns ihre Garderobe eingekauft haben, ist mit �,990,990 keineswegs zu hoch geschaht. Em ansehnlicher Betrag, von dem jeht sicherlich ein sehr großer Teil den Bedürfnissen des Reiches zugeführt wird. Darüber hinaus aber sollte diese Tat- fache jeder Frau zu denken geben, wenn sie überlegt, wo sie in diesem Lahrs ihre Garderobe besorgen soll. Kindermöniel GlegantesKostüm wie stets in sehr großer LiuSwahl in reizen Sen, kindlichen Formen von 6.50 SN aus rel.iwoll. Röderstoff mit modernen Taschen und kurzem Schoß, sehr jugendliche Form M.oo Taftkleid ans reichem Seidenstoff mit mooera gerafftem, weitem und schön garniertem Ztock und dem beliebten Frackschoß 99.60 Königstraße 33 am Z?ahnhos Alexanderplatz Chausseestraße beim Stettiner Bahnhos Sonntags geschlossen! Denescdv« iTheater. Direktion: Max Kemhardt. T'/a Ulir: Mnefocth. Kaclna. S'/j Ulir(kloine Dreise): Minna van Barnheim. Montag; Der Bäfeerpelis. KnmiEicrspiele. 8 Uixr; Der elngobüdcte Kranke. Xaohin. d1/- Uhr(kleine Preise): Die deutschen Kleinstädter. Montag: Ucr Weihsteufel. Volksbühne. Theater a. Bülowpl. 8'; ,11.; Fiihrninnn llenschel. Naohm. 3 Uhr(kl. Pr.): Traumulus. Montag: Viel Lärm um Nichts. Dir. Meinharri-Bernauer. Theater in der Königgräfzer Str. 8 Uhr: lüamciruden. Nachm. 3 Uhr: Hansch. Komii die nhaus. S1/,: Das Mädchen aus der Fremde. N'aohm. 3 Uhr:„Extrablätler!" Berliner Theater. 8 Uhr: Vlenn zwei Hochzelt machen. Naohm. 3 Uhr: Wie einst Im Mal. Iferlanii der Freien folksünen Sonntag, den 12. März 1916: Nachmittags 3 Uhr: Volksbühne, Theater am Bülowplatz: TrauinuluZ. Deutsches Opernhaus: Der Vettel« studcnt. Schiller-Theaier Charlottenvurg: Nora. Deutsche? Künstler-Theater: Dotterich. Lessing-Theatet: Baumeister Solnctz. SlbendS 8 Uhr: Deutsches Künsiler-Theater: Montag und Freitag: Die selige Exzellenz. AbendS 8'/. Uhr: Volksbühne, Theater am Bülowplatz: Montag: Viel Lärm um Nichts. Dienstag n. Mittwoch: Fuhrmann Henschel. Donnerstag: Doppel- selbstmord. Theater für Deafschcs Opernhaas Cbarlottbg, 3 Uhr;»er Bettelstndent. 8 tHrr: MMm EFZlllOp. FriedricMVilhelnistädt. Theater. 3 Uhr: öer Troubadour. 8 uhr: Das Dreintäderihaus. cebr. l�erS,inifefi€i.Th«at.r s uhr: Senates iüiiI Perimiiner. Kleines Theater 37, Uhr: Der Raub der Sabinerinnen. 8 uhr: Liebelei. Komische Oper. SVjUhr: Das süße Mlldel. 8 Uhr: Jung muß man sein. Itiontis Operetten-Theater 3'/« Uhr: Hoheit tanzt Walzer. 8 Uhr: Der Sterngaeker. XiUstsplelbans. 3'/, Uhr: Die zärtlichen Verwandten. sv« ubr: Ger Gatte des Fräoleins. Bcsldcuz-Thcater 87, Uhr: Die Prinzessin rem Nil. 87, Uhr: Loge No. 7 in. H. Bender. Sonntag, den 12. März. Metropol-Theater 3 Uhr: Wiener Blut. 77. u.: Die Kaiserin Äa). Schiller-Theater O. 3 Uhr: Maria Stuart. 8 uhr: Äll-Heidelberg. Schlller-Th.Charlottcnbg:. 3 Uhr: Nora. s uhr: Das Lümpengeslndel. Thalia-Theater. 8 Uhr: Drei Paar Schuhe. 8 uhr: Blondineben. Theater am IVolIendorfpl. 37. Uhr: Der Oberatelffer. 87,u.: Immer feste druff! Theater de» Weaten» s uii; Das Fräulein m Amt. mit Guido Thielscher. 37« Uhr: Polenblnt. Trlanon-Theater. i Uhr: Das Glück im Winkel. 87,: Verhcir. Jnnssesellon JU Berliner Honzerthans. Mauerstr. 82. Zimmerstr. 90/91. Wein=Terrasse! Heute Lessing-Theater. Direktion: Victor Barnowsky. 8 Uhr: Die gutgcschnittsne Ecke. Nachm. 3 Uhr: Baumeister Solneß. Montag: Die gutgeschnittene Ecke. Deutsches Könstler-Theater. Allabendlich 8 Uhr: Die selige llxzellouii. URANIA Ta4sTü.tr- Sonntag 8 Uhr: Aegypten, der Suezkana! und der Weltkrieg. Montag 8 Uhr: im Kampf Dm lODMnopel. M 1 Thrnfer Hm-ZO O Heute ZM" Vorstelluagsn 37, und 8 Uhr. Nachm. Jeder Erwach». 1 Kind frei. In beiden Vorstollimgon der ungekürzte sensationelle März- Spielplan mit Oiga Oesmond, Lene Land, Bernh. Merbitz, 10 Taczslernen; Sdress. Bären usw. iÄ nnerrcichte Schlager 12 Heute 2 Vorstellungen 2 37, Uhr: kleine Preise, Kinder die Hälfte,— 8 Uhr ermäßigte Preise mit dem ahwechslüngsfeiclien Spielplan! Außerdem abends 9 Uhr: Die schöne Komiiiiiantls Oper, in 1 Akt v. Burg u.Taurstein. Musik von I-co Ascher. Mitwirkende: Else Berna— Lotte Werkmeister v. Thalia-Th. a. G.— Gustav Mafzner— Heinrieh Peer— Julius Spielmann. Uorstellungen 2 Nachm. 1 Kind frei(auf;, fflaleric). Weitere Kinder halbe Preise. In beiden Vorstellungen: Da! neue Märzprogramm! Zum Schlus;: V olgt-Theater. Badstr. 63. Badstr. 58. Heute Sonntag 3 Uhr: Ein Teufelsweib. Heute Sonntag 8 Uhr: tLuZsen«Theater 8 Uhr: Meine Preise: Die Räuber. Abends 8 Uhr: Churlotte Klinzer. Montag: Eharlotte Äliuger. Casino- Theater Lothringer Str. 37. Tägl. 8 Uhr: Neu! Neu 1 Das erste Vollsstück in dieser Spielzeit! Die Vogelscheuche. Dazu das graste Nlarzprogramm. Sonntag 1 Uhr: Ihr Gotttteb. Rossen-Theater Linienetraße, a. d. Priedrichstr. 87, 87, Kobls Abenteuer Der große Augenblick mit Leonhard Haskel und Siegfried Berisch Admiralspalast Eis-Arena Heute L Vorsteilungen um 4 und 81/« Uhr: Gr. Eis-Balleit Eine Zaubernacht in Bagdad Großes Konzert. rliner Konzerthaus-Orchester Fran.Kv.mi�w __ Anfang 4. I hr.__________________ �__________ Kerannvortlicher Neöctüeur: MfflhWsNepp; Mufölln. KL?'KT Lnseratentsil'berantw.lTH. G!otke«Aerlin«Druck ü. B Mag iLorwärtl Luchdruckerei«. ver und das übrige Programm. Nachm. hieiue Beeise. Aheud» 3, 3, 4 Hb. Voriüglicho Köche. Walhalla-lheater. Nachm. 3 Uhr: Die FSrstor-Christl. s mr: Gregrs. Rsse-Theater. 3 11: Gestern noch auf stolzen Rossen. Sicht; Ein Schlag ins Gssicht. Reiehshailen-Theater Stettiner Sänger. Zum 137. Male: 1 m iL Auf. EenutagS 77- Ustr. Im Baer Bäljstr.2ßppii"-Allee Herren- und Knaben- Med., Elnsegn.-Anzüge. Eleg. Paletots, Ulster. Joppen i.jed. Preislag. Gr. Stottlager z. eleg. MaBanfartigung AM- Billigste, feste Preise. Foa wimilErliar. 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In diesem Jahre wurde eine von den Chronisten als sehr erheblich bezeichnete Verbcsierung eingeführt: in den Haupt- straßen der Stadl wurden die dreiseiligen Laternen durch größere vierseitige mit Doppelreflektoren vorgesehene Hängelaiernen ersetzt, die mitleist Ketten oder Stricken beim Putzen und Anzünden herunter- gelassen wurden. Die Beleuchtung lag der staatlichen Polizei ob. Während der Kricgszeit übernabnr das cormtö administratif— ein von den Franzosen eingesetzter Mischmasch zwischen einem staatlichen und städtischen Organ— die Speisung der Oellampen. Vor dem llriege mit Napoleon waren die Mittel sük.die Beleuchtung lebcnso für die Straßenreinigung und das Feuerlöschwesen) aus der Nachtwacht- lasse aufgebracht. Diese wurde aus Gebühren der verpflichteten Eigentümer, aus einem geringfügigen städtischen Zuschuß und in der Hauptsache aus der fiskalischen Schatulle gespeist, die etwa 24 006 Taler jährlich zuschoß. Nach dem Kriege konnte in den Jahren 1808 und 1800 weder der Staat noch die Gemeinde das Fehlende zuschießen. Die Oellieseranten drohten mit Einstellung der Lieferung. Nächtliche Finsternis stand für die Stadt Berlin in Aussicht. Der Sommer 1809 half eine Zeitlang über die Schwierig- keit hinweg: im Sommer fiel die öffentliche Beleuchtung ganz in Forlfall. Als einzigen Ausweg für den Winter fand das Polizei- Präsidium dann, daß eS die Laternen statt vom 1. September bis zuin 1. Mai vom 1. Oktober bis t. April und täglich nur sechs Stunden statt vorher 8—10 brennen ließ. Außerdem sollte bei mond- und bei frosthellen Nächten die Beleuchtung ausgesetzt werden. Aus diese Weise und durch einen Zuschuß des Ober- Präsidenten sowie durch Beschwichtigung der Lieferanten gelang es, den Winler zu überstehen. Im nädisten Jahre war es ähnlich. Dann leistete der Staat wieder Zuschüsse. Die Stadtverwaltung zahlte vorläufig noch keine Beiträge. Tie Beleuchtung verblieb auch nach Einführung der Städte- ordnuug vom Jahre 1803 Aufgabe der Polizei. Langjährige Streitig« leiten entstanden infolge der eigenartigen Verhältniffe Berlins darüber, Ivelche Zweige der Verwaltung der Stadt zufielen, welche dem Staat verbleiben sollten. Nur allmählich fiel der Stadt daS Armenwesen und der Elementarunterricht, noch später die Sorlse für die öffentlichen Straßen zu. Erst ain 31. Dezember 1838 ordnete eine Kabineltsorder die BeleuchiungSfrag« dahin: die Beleuchtung der Stadt soll innerhalb der Ringmauern nach den b>§- herigen Grundsätzen vom Polizeipräsidenten besorgt und auS der Nacknwachkasse unterhalten werden, zu der derStaat jährlich33 000 Taler zuschoß, außerhalb der Ringmauern solle der Magistrat für die Beleuchtung zu sorgen verpflichtet sein. Diese Kabinetlsorder und eine im Jahr 1841 ergangene bilden den Schlußstein zu dem Kampf um Anerkennung, daß zur Stadtgemeinde Berlin auch die städtische Feldmark zu rechnen sei. Die Städteordnung von 1808 verlangte, daß säintliche Grundstücke der Stadt und der Vorstädte zum Stadlbezirk gehören sollten. Aber man wollte diese Vorschrift nur dahin ou tgelegt wissen, daß unter Stadt nur der mit der Mauer umgebene Häuscrlomplex zu verstehen sei, allenfalls noch die sich ganz unmittelbar und ohne Unterbrechung daran anschließenden Etablissements außerhalb der Stadtmauer, so daß die ganze städtische Feldmark, die man früher zum Weichbild rechnete, ausgeschloffen war. Den schier endlosen Streitigkeiten, die aus dieser Auf- fasiung der Berliner Einwohner mit den Nachbarkreisen und Gemeiiidell sowie dem Fiskus hervorgingen, machte ein im Jahre 1841 zwischen Berlin, den Kreisen Teltow und Niederbarnim, den Gemeinden Charlottenburg, Deutsch- und Böhmisch-Nixdors sowie dem Domänenfiskus geschloffener Vergleich und seine behördliche Bestätigung ein Ende: das Weichbild Berlins fiel fortan mir der Sladtgcnieinde zusammen. Dies damalige Weichbild Berlins umfaßte 3511 Hektar. Es ist im Jahre 1861, 1878 und 1831 erheblich erweitert worden. Es traten— diese Abschweifung auf das Wachstum Berlins vor Be- trachtung der Entwickelung seiner Oellampen zu helleren Beleuchtung?- körpcrn mag wegen des Zusammenhangs beider gestattet sein— am 1. Januar 1831 zum Weichbild Berlins auf Grund einer Kabineltsorder vom 28. Januar 1860 große Teile im Westen und Süden hinzu, nämlich a) auf dem linken Spreeufer: die zu Alt-Schöneberg gehörigen Grundstücke vor dem Potsdamer Tor bis zum Boranischen Garten einschließlich, die zu Tempel- h o f gehörigen Grundstücke vor dem Hallcschen Tor sowie der Kreuzbcrg, der nötdlichc Teil der H a s e n b e i d e, ern großer Teil der Feldmark Rixdors, der zu Charlottenburg gehörige Teil der Lützower Feldmark, die Umgebung des ehemaligen Exerzier- Platzes vor dem Brandenburger Tor, der größte Teil der Umgegend des Tiergartens, b) auf dem rechten Spreeuter: ein Teil der Tegeler Forst, A l t- M o a b i t nebst dem kleinen Tiergarten. Neu- Moabit, der W e d d i n g. das Luiscnbad nebst Kolonie und dem Terrain der ehemaligen Pulvermühlen. Diese Erweilcrungen des Weichbildes umfaßten 2412 Hektar, so daß das Berliner Gebiet aui 5923 Hekiar anwuchs. Die Einwohner- zahl im allen Weichbild zählie 493 400, die des Zuwachses damals nur 35 500 Einwohner. Die Stadtmauern wurden dann in den Jahren 1867 63 abgebrochen, ebenso die Tore mit Ausnahme des Brandenburger Tores. Zum Weichbild kam im Jahre 1828 noch daS zur Errichtung des Viehhofes gekausie Terrain nebst Umgebung lFrankfurter Allee bis zur allen Verbindungsbahn) mir 132 Heklar Umfang und damals etwa 1750 Einwohnern. 1881 wurden noch zirka 255 Hektar(von denen 200 auf den Tiergarten und 36 auf den Park Bellevue ent- fielen) an Berlin abgetreren lder Tiergarten, Bellevue, Zoologischer Garten). Dieser Teil wurde damals nur von etwa 100 Einwohnern bewohnt. Ihre Zahl ist nicht erbeblich vermehrt. Das Terrain des Weichbildes Berlin ist durch diese Einverlei« Hungen auf etwa 6310 Hektar Umfang angewachsen. Wie sich die Beleuchtung Berlins in dieser Zeit der Um- wandlniig des Berliner Weichbildes aus einer mittelallcrlichen mit einer Stadlmauer umgürteten zu einer modernen Stadt änderte, werden wir später zeigen. Mus Groß-öerlin. Die Kartoffelkarte kommt! Spät kommt sie— doch sie kommt! Die Kartoffel- karte nämlich. Mit der Butterkarte zugleich soll sie am 20. März in Groß- Berlin ihren Einzug halten und die Kartoffelnot aus dem Felde schlagen helfen. Wir befinden uns jetzt m ber Jahreszeit,. in der eigentlich in der Stadt immer ein gewiffer Mangel an Kartoffeln geherrscht hat. Nur hatte das zu gewöhnlichen Zeiten bei reichlichen Zufuhren an anderen Lebensnutteln, an Brot, Fleisch, Hülsen fruchten usw., nicht die Bedeutung wie im Augenblick. Berlin braucht jeden Tag etwa 20 000 Zentner Kartoffeln für seine Bevölkerung. Eine im Februar vom Magistrat vorgenommene Stichprobe ergab, daß wir damals in ganz Berlin nur einen Bestand von 126 000 Zentnern hatten. Bei äußerster Einschränkung hätten Wir davon nur etwa neun Tage leben können. Wir lebten sozusagen von der Hand in den Mund. Als dann der Frost einsetzte, erhielten wir statt 80— 90 Waggon Zufuhr sehr oft nur 20—30 an einem Tage, ja manchmal deren nur 10. Dadurch kamen wir zu einer Untcrbilanz. Es ist kein Zweifel, daß nicht nur die Witterungsverhält- nifse, sondern auch verfehlte Maßnabukkn zur Herbeischaffung der Vorräte uns in die Kalamität der letzten Tage gebracht haben. Die Behörden haben das ja durch Aenderung der geltenden Bestimmungen selbst zugeben müssen und die jetzt fester zufassende Hand der Rcichskartoffelstelle hat uns denn ja in den letzten paar Tagen einen größeren Zufluß der kostbaren Knollen gebracht. Freilich an eine Ueber- schwemmung mit Kartoffeln nach dem 15. März brauchen wir nicht zu glauben. Wir werden nach wie bor haushalten müssen und erst die Oeffnung der Mieten bei dauernd gelind bleibender Witterung kann diese Verhältnisse ändern. Uns über die Zwischenzeit durch möglichste, allen Kreisen gleichmäßig aufgezwungene Sparsamkeit hinwegzuhelfen, daS soll die Aufgabe der Kartoffclkarte sein, die wir längst hätten haben müssen. Die Reichskartoffelstelle geht bei der Zerteilung der Vor- rate von der Idee aus, daß auf den Kopf der Bevölkerung pro Tag ein Pfund an Kartoffeln entfallen soll. Dieser Verbranch ist auch der Einteilung der Berliner Kartoffelkarte zu- gründe gelegt. Sie gilt für 60 Tage und enthält 5 Abschnitte für je 10 Pfund Kartoffeln. Das ersparte Quantum soll der schwer arbeitenden Bevölkerung durch Erteilung von Zusatz- karten angewiesen werden. Für die Kartoffelkarte ist eine gewisse Freizügigkeit innerhalb Groß-Berlins vorgesehen, der sich leider nicht alle Gemeinden angeschlossen haben. Gesichert ist dieselbe unter den Städten bereits für Berlin, Neukölln, Schöneberg, Wilmersdorf und Lichtenberg. Charlottenburg hat sich merkwürdigerweise von dieser Gemeinschaft aus- geschlossen. Dagegen sind ihr die Landgemeinden des Kreises Teltow fast einstimmig beigetreten. Ablehnend verhalten sich aber auch die Mehrheit der zum Kreise Niederbarnim ge- hörigen Landgemeinden. Hoffentlich kommt es da noch zu einer Einigung. Was die Kartoffelkarte nun allerdings nicht kann, das ist die Heranschaffung der Vorräte! Sie kann nur eine ge- rechtere Verteilung der in«nsere Hand gelangenden Kartoffel- massen bewirken. Tie Herbeischaffung derselben wird Auf- gäbe der Reichskartoffelstelle sein müssen, die hoffentlich die Machtmittel, die ihr durch die Verordnung vom 7. Februar gegeben sind, machtvoll gebraucht und mit fester Hand zu- packt. Im vergangenen Frühjahr wurde uns bekanntlich ja die „freudige" Ueberraschung, daß nach einer monatelangen er- zwungenen Sparsamkeit im Kartoffelverbrauch sily das Vor- handensein eines so gewaltigen Segens an dieser Frucht herausstellte, daß wir uns vor Kartoffeln nicht zu retten ver- mochten. Man darf wohl neugierig sein, wie sich in diesem Jahre die Verhältnisse gestalten werden. Wir wollen nicht prophezeien. Aber soviel muß doch schon jetzt gesagt werden. Sollten sich unsere Landwirte etwa in demselben Maße wie damals über die vorhandenen Vorräte„geirrt" haben, dann darf dieser Irrtum ihnen unter keinen Umständen wieder einen unverhofften Vorteil in den Schoß werfen, dann muß die Regierung schon im Frühjahr die vorhandenen Ueberschüsse unserer Kriegswirtschaft zugänglich machen, indem sie zu Kartoffelmehl, Stärke, Trockenpräparate usw. verarbeitet werden. Extraprofite, die der Einzelne ans solchen Irrtümern zieht, würde aber das Volk nicht verstehen. Für den Herbst aber gilt es, ernstliche Vorsorge zu treffen, daß wir ohne die Kartoffelkarte über den Winter hinwegkommen. So unentbehrlich uns im Augenblick die Kartoffelkarte ist, und so sehr wir ihre Einführung begrüßen: sie ist und bleibt nur ein mangelhafter Notbehelf! Bekanntmachung. Bcrsin, 11. März.(W. T. B.) DaS Oberkommando in den Marken erläßt folgende Bekanntmachung: Auf Grund deS Z 9b des Gesetzes über den Belagerungszustand bestimme ich für das Gebiet der Stadt Berlin und der Provinz Brandenburg: § 1. Die Beförderung von schriftlichen Mittel- lungen oder Postsendungen aus Deutschland nach den besetzten russischen Gebieten oder umgekehrt darf nur durch Vermittelung der Reichspost erfolgen. Jede andere Art der Beförderung derartiger Sendungen, insbesondere die Mitnahme durch Reisende, wird verboten; desgleichen jede Handlung, die einen Versuch solcher Beförderung, eine Anstiftung oder Beihilfe dazu dar- stellt. ' 8 2. Ausgenommen von dem Verbot des 8 1 ist die Beförderung von Sendungen auf Grund ausdrücklichen Auftrages einer deutschen Militärbehörde. 8 3. Zuwiderhandlungen gegen da? Verbot de? 8 1 werden mit Gefängnis bis zu einem Jahre, bei Vorliegen mildernder Um- stände mit Hast oder Geldstrafe bis 1500 Mar! bestraft. 8 4. Diese Verordnung tritt mit dem 20. März 1918 in Kraft. Der Oberbefehlshaber in den Marken. von Kessel, Generaloberst. Ein 5?uchenbalkv erbot. Berlin, 11. März.(W. T. B.) Dos Oberkommando in den Marken erläßt folgende Bekanntmachung: Die Prüfung der Klagen über vorübergehenden Mehl- mangel, die von einigen Bäckern erhoben sind, hat ergeben, daß an zahlreichen Stellen dort, wo Brot vermißt wurde, Kuchen in größerer Menge vorhanden war. Da dieses Miß- Verhältnis in der Bevölkerung als unbillig empfunden wird und die etwa bestehenden Uebergangsschwierigkeiten am besten dadurch beseitigt werden, daß das zum Kuchen verwendete Mehl für das Brot vorübergehend ganz freigemacht wird, verordne ich hiermit für das Gebiet der Stadt Berlin und für das Gebiet, in welchem die Groß-Berliner Brotkarten gelten, aus Grund des 4 des Gesetzes über den Belagerungs- � zustand und. der§§ 12� 17 Her Bundesratsverordnungen über l die Errichtung von Preisprüfungsstellen und die Versorgungs- regeluna vom 25. September und 4. November 1915(R.-Ges.- Bl. S. 607, 728): 1. Wer Brot(Roggen- oder Weizenbrot) gewerblich her- stellt oder feilhält, darf Kuchen vom 13. März d. I. ab nicht mehr herstellen und vom 15. März d. I. nicht feilhalten. 2. Im übrigen ist es verboten, vom 13. März d. I. ab Kuchen unter Verwendung von Weizenmehl, Roggenmehl oder Kartoffelmehl(Kartoffelstärke- und Kartoffelwalzmehl) ge- werblich herzustellen, und vom 15. März d. I. ab Kuchen, zu dem Noggenmehl, Weizenmehl oder Ltartoffelmehl(Kartoffel- stärke, und Kartoffelwalzmehl) verwendet ist, feilzuhalten. 3. Die Vorschriften zu 2. finden auf Keks keine An- Wendung. 4. Zuwiderhandlungen werden mit Gefängnis bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 1500 M. bestraft. 5. Diese Verordnung bleibt bis zum 19. März 1916 ein- schließlich in Kraft. Der Oberbefehlshaber in den Marken von Kessel, Generaloberst. Zusatz von Weizenmehl zum Schwarzbrot. Die Beratungen der Groß-Berliner Gemeinden über die Brot- Herstellung wurden am Freitag fortgesetzt. Bon allen Seiten wurde der Auffassung Ausdruck gegeben, daß es sich um Schwierigkeiten handele, die vornehmlich ans einen Mangel an Streckungsmitteln zurückzuführen seien. Hinzu komme aber ein verhältnismäßig starker Zufluß an Weizenmehl, welcher die Bäcker beranlasie, an S:elle des sättigenden und auch billigeren Roggenbrotes allzuviel Weißgebäck— Weißbrot und Kuchen herzustellen. Nachdem die Beschaffung der ge- nügenden Streckungsmittel vorläufig sicher gestellt ist, müßten sich danach die Maßnahmen zur Abhilfe in der Richtung einer Ein- schränkung des Weißgebäcls bewegen, um dadurch Mehl zur Her- stcllung von Schwarzbrot zu gewinnen. Für Groß- Berlin ist daher von gemeindlicher Seite durch Verordnung ein obligatorischer Weizen- mehlznsatz zum Schwarzbrot in Menge von etwa 20 Prozent an- geordnet werden._ Konzert des Bezirksbildungöausschusses Groh-Bcrlin. Sonnabend, den 13. März, abends S1/� Uhr, findet das dritte Winterkonzert des Bezirksbildungsausschusses für Groß-Berlin in der Festhalle des Berliner Stadthauses statt. An dieser für die Berliner Arbeiterschaft bestimmten künstlerischen Veranstaltung werden mitwirken: Herr Alfred Wittenberg(Violine), Herr Sidney B i d e n(Gesang), Herr Wilhelm Scholz(Klavier) und der Berliner Sängcrchor unter Leitung des Dirigenten Herrn Franz B o t h e. Der Preis der Einlaßkarte beträgt 3 0 Pfennig. Da eine Abendkasse nicht stattfindet, müssen die Karten im Vor- verkauf erivorben werden. * Die Billetwerkaufsstellen befinden sich: a) Berlin: Restaurant Paersch, NW., Oldenbnrger Str. 10. Rcstavrant Schade, N., Cösliner Str. 9. lllestauranl Bahr, N., Badstr. 44. Restaurant Dobrohlaw, N., Swinemünder Str. 11. Restaurant Dahms, N., Schlegelstr. 9.„Vorwärls"-Spedilion Mars. Greifen- Hagener Sir. 22. Restaurant Nochhaus, Schliemaimstr. 39.„Vor- wärlS"-Spedilion Zucht, JmmanucUirchstr. 12. Zigarrengeschäft Weise, Georgenkirckstr. 61.„Vorwärls"-Svedilion Hanisch, Ackcr- straße 174. Restaurant Stein, An der Siraiauer Brücke 3. Nestau- rant Rcguhl, Bischofftr. 12. Restaurant Weihnacht, Grünstr. 21. Wahlvereinsburcau 4. Kreis, Slralauer Platz 10/11. Zigarren- geschäft Dietrich, Romintener Str. 46. Zigarrengeschäft Peters. Wilhelm- Stolze- Str. 6. Restaurant Mix. Skalitzer Str. 53o, Zigarrengeschäft Horsch, Engelufer 15. Restaurant Felsmann. Oranienstr. 130. Zigarrengeschäft Baier, Sefiönleinstr. 23 Zigarrengeichäfl Lazarus, Steinmetzstr. 60. Zigurrengeschäft Schröder, Hagelberger Str. 53. b) In den Vororten: Steglitz-Friedenau: Fritz Hellmann, Steglitz, Schild» hornstr. 8'3. S cd ö n e b e r g:„Vorwärts"« Spedition Bäumler, Marlin- Luther» Str. 69. Charlottenburg: Hildebrand, Wallstr. 23 llioniumgeschäft). Neukölln: Bureau des Wahl- vererns, Neckarstr. 3. Treptow- Baumschulenweg: Restaurant Scholz, Treptow, Graetzsir. 49. Lichtenberg: Bureau des 5kreiswahlvereins, Neue Bahnhofstr. 81. Ober- schöneweide: W. Badclt, Edisonslr. 50(Konsumgeschnst). Pankow: W. Graßmann, Krenzstr. 14. Weisensee:„Vor- wärls"«Spedition Roßtops, Berliner Allee 11. Reinickendorf: „Vorivärlc.'-Spedilion Ginsch, Provinzstr. 56. Wilmersdorf: �onülingeichäsl, Wilhelmsaue 25. Tempelhos: Konsumgeschäft, Dorfstr. 21/22. Bohnsdorf: Otto Oppeuborn, Paradiesstr. 7. Nrbcitcr-Bildnngsschnle. Heute Sonntag, den 12. März abends Vit Uhr, findet der zweite Vortrag im Zyklus„Die Bedeutung der Viusik für unser Gefühls- leben" statt. Der Vortragende, Leo Kestenberg, ivird diesmal das Thema„Oratorium und Oper" behandeln, und zwar: Entstehung der Oper, des Oratoriums, der Kantate, des Konzerts.— Meister des Oratoriums: Händel und Haydn; Meister der Oper: Gluck, Weber, Verdi, Wagner. Der Vortrag wird durch GesangS- und Klaviervorträge erläutert. Der Vortrag findet im Hörsaal der Schule, Lindenstr. 3, 4. Hof rechts, 3 Treppen statt. Der Eintrittspreis beträgt 10 Ps.__ Darifcrhohungen auf den Straßenbahnen! Der Verein Deutscher Straßenbahn- rrnid Kleinbahnverwaltungen hielt gestern im Beisein von Vertretern verschiedener Mi- nisterien, Staats- und städtischer Bebärdcn im Architektenhaus eine außerardcntliche Generalversammlung ab. Zur Verhandlung stand ein Antrag, bei den städtischen Behörden die Erhöhung der Mindest- sahrpreise auf allen Straßenbahnen voit 10 auf 15 Pf. zu fordern. Begründet wurde diese 50 prozentige Erhöhung damit, daß der seit Jahren geltende 10-Psennig-Tarif nicht mehr dem Gesetz, von Leistung und Gegenleistung entspreche. Neben der Steigerung der Löhne und Gehälter hätten im Interesse der Fahrgäste liegende Maßnahmen, wie z. B. die Erhöhung der Fahrtgeschwindigkeit, die Ausgaben weiter gesteigert. In der Diskussion gaben sämtliche Redner dieser Meinung ebenfalls Ausdruck. Bei diesem organisierten Vorstoß sämtlicher großen Straßen- bahngesellschaften Deutschlands ist sehr zu befürchten, daß diese un- geheure Belastung des Publikums schließlich doch noch eintritt. Es wird eines energischen Protestes überall bedürfen, um die" Behörden zu bewegen, ihre Genehmigung zu den beantragten Fahrpreis- erhöhungcn zu versagen. Im allgemeinen kann von einem sinanzi- ellen Notstand der Straßenbahngesellschastcn keine Rede sein. Gemeinsame Verwaltung der Gas- und Elcktrizitäts- werke. Unter dem Vorsitz �des Stadtverordneten L. Jacobi trat am Sonnabendmiltag der SladrverordnelenauSsctiusi zur Vorberatung der Magistratsvorlage über einen Gcmeindebeschlutz wegen der Ein- richtung der Städlischen Gaswerke Berlin und des Äufsichtsrates der städtischen Eletlrizitätswerke Berlin zu einem gemeinsamen Auf- sichtsrat beider Werke zusammen. Ter Magistrat war durch den Oberbürgermeister Werinulh, die Stadträte Hamburger und Rast sowie durch den Syndikus Dr. Brühl vertreten. Diese gaben aus- führliche Erklärungen zu der Vorlage ab. und lvurde dann nach ein- gehender Beratung die Vorlage mit einigen unwesentlichen Aendc- rungen angenommen. II a. wurde die Zahl der Mitglieder des Magistrats auf 5 beschränkt, um das Verhältnis in der Vertretung der Stadtverordnetenversammlung und des Magistrats im Auisichts- rat nicht zu verschieben. Hunr Berichterstatter wurde der Vorsitzende gewählt, der schon am Ili. d. Wils, in der Vollversammlung der Stadtverordneten berichten wird. Durch diese neue Einrichtung wird eine enge Verbindung zwischen der Verwaltung der Gaswerke und der Elektrizitätswerke herbeigeführt. Blutiger Kampf mit Einbrecheru. Ein schwerer Kanipf zwischen zwei Einbrechern auf der einen und einem Juwelier und einem Schutzmann auf der anderen Seite fand in der Nacht zum Sonnabend in dem Hause Oraniensir. 143 statt. Ein Einbrecher wurde dabei von dem Beamten erschossen. der zweite durch zwei Schüsse in die Brust schwer ver- w u n d e t. In dem bezeichneten Hause hat der Juwelier Eduard Heyden, ein noch junger Mann, ein Ladengeschäft mit einem Schaufenster und der EingangStür an der Straste. Hinter dem Laden liegt die Werkstatt, hinter dieser die Wohnung des Geschäftsmannes. Vom Hausflur führt eiue Tür in die Werkstatt. Sie ist mit Eisen beschlagen und durch eine Stange gesichert. Heyden hat ein Zweiggeschäft in der Prinzenstraste. In der Nacht kam er zwischen 1 und 2 Uhr nach Hause. Er ging durch die Ladcntür an der Strasie, liest den Rollvorhang wieder herunter. Dann sah er sich im Laden noch um, fand alles in Ordnung, ging durch die Werkstatt nach seiner Wohnung und legte sich schlafen. flurz vor 2 Uhr horte er an der Flurtür zur Werkstatt ein ver- dächtigeS Geräusch. Er vermutete Einbrecher, ging leise durch Werkstatt und Laden hinaus und holte vom Moritzplatz den Schutzmann Habcrland. Dieser richtete, sobald er mit Heyden den Hausflur betreten hatte, seine elektrische Blendlampe auf die Werlstatttür und fand die Einbrecher an der Arbeit. Mit der Aufforderung: Hände hoch! schlug er seine Dienst- Pistole auf die beiden an. Statt aber der Aufforderung nachzu- kommen, sprangen die Einbrecher sofort auf den Beamten und Heyden ein und erhoben ihre Brechstangen, um ihre Gegner nieder» zuschlagen. Bevor sie jedoch dazu kamen, gab Haberland 5 Schüsse auf die Angreiser ab. Auch Heyden schost mit seinem Revolver, fehlte aber. Von der Kugel des Schutzmanns in die Brust getroffen, brach einer der Einbrecher auf der Stelle tot zu- sammen. Ter andere ergriff die Flucht, kam aber auch nur durch die Hintertür bis auf den Hof. Hier sank auch er zusammen. Er hatte zwei Kugeln in die Brust bekommen, die beide die Lunge trafen. Der Schwcrverwundete wurde nach der Rettungswache in der Kommandantenstraste und von dort als Polizei- gefangener nach der Charits gebracht. Die Leiche des toten Ein- Brechers wurde gestern morgen nach dem Schauhause gebracht. Der Schwerverletzte wurde festgestellt als ein 33 Jahre alter Karl Hensel der aus Friedrichsberg stammt. Der Tote ist noch nicht festgestellt, ist aber wahrscheinlich ein gewisser Reich, ein gcwcrbsmästiger Ein- Brecher._ Ein schwerer Straßenbahnzusammeustoß hat sich in der Nacht zum Sonnabend in Schöneberg ereignet. Dort fuhr an der Ecke der Haupt- und Koburger Straste ein Strastcnbahnwagen der Linie in die falsch stehende Weiche und stieh infolgedessen gegen den aus entgegengesetzter Richtung kommenden Triebwagen 2926 derselben Linie. Der Anprall war so heftig, datz an dem an- gefahrenen Wagen die Plattform, daS Dach und die Stirnwand, an dem andern Wagen die Plattform und der Fustbodcn beschädigt und austerdem an beiden Wagen mehrere Seitenscheibenzcrtrmnmertwurden. Bei dein Zusammenstoß erlitten 4 Fahrgäste schwerere, mebrere Personen leichtere Verletzungen. Einem Herrn Emil Kramer wurde der linke Unterschenkel abgequetscht,. Frau Anna Schulze trug einen Bruch deS linken Schlüsselbeines, Fräulein Anna Kienitz eine Wunde am Unterschenkel und Fräulein Anna Müller eine Kopfwunde und Ver- stauchung des rechten Kniegelenks davon. Austerdem erlitten mehrere Perionen durch umherfliegende Glassplitter Schnittwunden. Während alle übrigen Verunglückten, nachdem sie auf der nächsten Unfall- station ärztliche Hilfe erhalten hatten, nach ihren Wohnungen geleitet werden konnten, mustte Kramer nach dein Schöneberger Krankenhause gebracht werden.- Ter Unfall verursachte eine halbstündige Verkehrs- slörung.____ Gcmeindcschulferien. Da§ Provinzialschulkollegium hat folgende Ferientermine für die hiesigen Gemeindeschulen festgesetzte Ostern: 11. bis 26. April. P f i n g st e n: 9. bis 16. Juni. S o in m e r: 7. Juli bis 15. August. Her b st: 30. September bis 11. Oktober. Weihnachten: 22. Dezember 1916 bis 4. Januar 1917. Ostern 1917: 29. März bis 13. April.___ Ms öen Gemeinöen. Gcmcindevertreterttahlen. In verschiedeneu Orten unseres Landkreise finden am heutigen Tage Wahlen zur Gemeindevertretung stalt. Selbst in den Fällen, wo sich die Parteien gegenseitig den Besitzstand garantiert haben, ist es doch unbedingte Pflicht unserer Parteifreunde, ihr Wahlrecht aus- zuübcn. Gewählt wird in Adlershof von 1—4 Uhr im Lokal Lohengrübner, Bismarckstr. 2. Kandidat: Genosse Karl S ch w a r z l o s e. iöriß von 12— 2 Uhr in der Turnhalle Werderstr. 24. Kandi- daten: Genossen Franz Kitzing und Emil Eberhardt. Fricdrichshagc» von 3—6 Uhr im Lokal von Conrad, Friedrich- straste 137. Kandidat: Genosse Otto Barth. Johannisthal pünktlich 2 Uhr nachmittags im Ratskeller. Kandidaten: Genossen Gustav Radumke und Gustav P i d s i»ch. Treptow-Baumschulcnweg von 3—12 Uhr für den in Treptow gelegenen 1. Bezirk im Lokal Paradiesgarten. Kandidat: Genosse Adolf K r ö b e l. Für den in Baumichuteuweg gelegenen 2. Bezirk in der Turnhalle Kiesholzstr. 274. Kandidat: Genosse Joseph H a r t m a n n. Karlshorst. Montag, den 13., nachmittags 1—9 Uhr, findet bei König am Bahnhof die Wahl von drei Gemeinde« Vertretern der 3. Wählcrklasse statt. Man wollte uns überraschen, indem man die Wahl erst jetzt bekannt werden liest. Trotzdem hoffen wir, diesmal besser wie srüher abzuschneiden, wenn alle Genossen heule und morgen ihre Pflicht tun. Wir bitten zu beachten, dast unser Wahlausruf vom Genossen Baumeister unterzeichnet ist. Wer noch helfen kann bei den Wahlarbeiten, der möge sich sofort bei ihm melden. �Telephon 882.) Schlepplokal, Montag: Sport- restaurant, Ecke Dönhoffstraste. Friedrichsfeldc. Montag, den 18. März, mittag? 1 Uhr, findet im Parkrestaurant von Berthold Ulke, Schloststraste 2, die Er- gänzungswahl für die am 1. April d. I. aus der Gemeindevertretung ausscheidenden Gemeindeverordnelen der d r i t l e n A b- t eilung statt. Unsere Kandidaten sind Gewerkschaftsbeamier Emil Oehlert und Gastwirt Heinrich B a ch n i ck e. Es ist dringende Pflicht der Genossen, die Wahl unserer Kandi- daten zu sichern. Die Stimmabgabe wird abends 9 Uhr geschloffen. Einrichtung einer neuen F-ettverkaufsstelle in Steukölln. Der Magistrat hat die Einrichtung einer 6. Verkaufsstelle für Fleisch, Fleischkonserven und Schmalz in den Geschäftsräumen des Schlächtermeisters Wilhelm Kögel. Wissmannstr. 46, genehmigt. Aus der Treptower Gemeindevertretung. Die Gemeindevertrehmg war in ihrer Sitzung vom 16. März in der angenehmen Lage, wieder der Annahme einer erheblichen Stiftungssumme zustimmen zu können. Der Fabrikbesitzer Franz Stock Hai. um— wie er in der StiflungSurkunde sagt,„in dieser ernsten Zeit einer sittlichen Pflicht zu genügen"— der Ge- meinde eine halbe Million Mark für Wohlfahrls- zwecke zur Verfügung gestellt. Gedacht ist dabei, im Ansckilust an bereits vorhandene Stiftungen in einem günstig und schön belegenen Gebäude Säuglingsfürsorge, Kinderhort, Jugendfürsorge und der- gleichen zu vereinen. Die Gemeinde hat jedoch über die Verwendung des Betrages im einzelnen freie Hand. In der gleichen Sitzung wurde die Besetzung der verschiedenen Ausschüsse für weitere drei Jahre vorgenommen. Dem Zentralkomitee der Auskunfts- und Fürsorgestelleu für Lungenkranke. dessen Einrichtungen den Gemeindeangehörigen zur Verfügung stehen, wurde für das Jahr 1916 ein Beitrag von 666 M. bewilligt. Ein Modell des Bebauungsplanes von Treptow soll für 1466 M. beschafft werden. Die Wabl eines Gemeindeschöffen ergab die Wiederwahl des Herrn Lücke auf weitere sechs Jahre. Die Schwierigieiten bei dem Lebens mittelvertrieb der Ge- meinde wurden von unseren Vertretern besonders hervorgeboben und Mastregeln gewünscht, die das lange Stehen entbehrlich machen. Der Gemeindevorsteher wies darauf hin, dast mit der am 26. März in Grost-Berlin zur Einführung kommenden Kartoffclkarte und der sich steigernden Zufuhr manches besser werden würde, im übrigen aber der Gemeindevorstand jedem Verbessernngsvorschlag zugängiq sei. Auf eine Anfrage erklärte der Gemeindevorsteher, dast es unzulässig sei, jetzt die Abgabe von Butter an die Verbraucher davon abhängig zu machen, dast diese sich verpflichteten, die Bulter dauernd ans der gleichen Stelle zu kaufen. Soweit Butter vorhanden sei, müsse diese auch an die Verbraucher abgegeben werden, die ihre Brotkarten- stücke nicht bei dem betreffenden Händler abgegeben haben. Dazu wurde aus der Versammlung betont, dast es sich dagegen empfehle, nach der Neuregelung der Bnlterverteilung, also nach dem 26. März, die Butter möglichst dort abzufordern, wo die Abschnitte abgegeben sind. Etatsberatungen in Spandau. Der Hauptetat schliestt ab in Einnahme und Ausgabe ins- geiamt mir 26 947 346 M., und zwar die ordentliche Verwaltung mir 15 378 666 M. und die austerordentliche Verwaltung mit 5 569 346 M. All Gemeindesteuern sollen erhoben werden: 156 Proz. Zuschlag zur StaatSeinkommelisteuer, 257,65 Proz, Zuschlag zur Grund- und Gebäudesteucr(3,35 Proz. des gemeinen Wertes der bebauten und unbebauten Grundstücke), 56 Proz. Zuschlag zur Bc- triebsstcuer und 246 Proz. Zuschlag zur Gewerbesteuer. Gleichzeitig lag ein Antrag des Magistrats vor, vom 1. April ab Steuerpflichtige mir einem Einkommen von nichr mehr als 966 M. mchr mehr zur Gemeindeeinkommensteuer heranzuziehen. Stadtkämmercr Weber entrollte in seiner Etatsrede im all- gemeinen ein günstiges Bild über die Finanzlage Spandaus, die es ermögliche, ohne Erhöhung der Stenerznschläge auszukommen, trotz- dem eine Million Mark für DürchfüHnmg der Stresowentfeftigung, zwei Millionen Mark für Hypotheken für Kleinwohnungen, austerdem noch groste Summen für Rieselfeldanlage und Kanalisation. Neubau der Eharloltenbrücke, Erwcilerungsbau des Krankenhauses uilv. ausgebracht werden müssen. Der erhebliche Ausfall an Ilmsatz- und Wertzuwachssteuern und die Aufwendungen für Erhöhung der Löhne der städtischen Arbeiter werden ausgeglichen durch groste Ueberfchüsse der Sparkasse und des Elektrizitätsetats und in erster Linie durch Mehrcinnabmc von Steuern. Erfreulicherweise sei im Gegensatz zu anderen Städten dieSteuerkrast der�pmidauer Einwohner gestiegen in- folgeHochkonjnnktur in den Staatsbetrieben. Auch die Hausbesitzer haben nur wenig Mietausfälle, da groste Nachfrage nach Wobnungen herrscht. Die Erhöhung der Äanalisalionsgebühren soll den Mielein auferlegt werden, da die Hausbesitzer dieselbe mcht tragen könnten. In der anschlietzenden ausgedehnten Debatte wurde von fast allen Rednern die Linderung der grosten Wohnungsnot in den Vordergrund gestellt. ES wurde ausgeführt, dast am 1. April 166—136 Familien nicht in der Lage wären, eine Wohnung zu bekommen und alte eingesessene Familien daher gezwungen seien, nach auswärts zu ziehen. Das Armenhaus sei von wohnungSlosen Kriegerfrauen vollständig belegt, ebenso das alle Rathaus von anderen wohnungslosen Familien. Kritisiert wurde ferner, dast beim städlischen Fleiichverkauf 3 M. für daS Pfund Slbweinefleiscki Verlangl wurde und die PreisprüfimgS- stelle der Erhöhung der Milchpreise von 36 auf 46 Pf. zustimmen will. Genosse Pieck führte aus, dast der Krieg erst kommen mustte, um die 4-Mark-Steuerstufe zu beseitigen, die seine Fraktion schon seit 26 Jahren verlangt habe. Der Haupielat wurde genehmigt. Gleich« zeitig wurde eine Kommission zur Errichtung eines'statistischen Amtes eingesetzt. Zwecks Beleihung der zwischen der Altonaer, Lazarus-, Bremer und Johannastrahe von der Aktiengesellscbost für Kleinhausbau zu errichtenden Kleinhaussiedlung wurden 1 846 666 M. verlangt. Da jedoch von allen Rednern starke Bedenken, insbesondere gegen die zu hohen Terrainpreiie erhoben wurden, ging die Vorlage zur weiteren Prüfung an einen Ausschuß. Genchtszeitung. Tic diebische Hilfsschwcster. In der Kömglichcn Ilnivcrsitäts-Polillinik hatte im vergangen neu Jahre die K au fm a n n s f r a u Margarete Mosel. deren Mann im Felde steht, bei dem herrscheirden Personalmangel Anstellung als Hilssschwester gefunden und wurde der Frauen- abteilung, die dem ersten Assistenten Dr. med. L-chirokauer unter- steht, zugeteilt. Hier tat sie Dienst in dem Zimmer, in dem die Untersuchung der erschienenen Patientinnen vorgenommen wurde. Wenn diese sich entkleideten und ihre Sachen beiseite legten, wur- den sie von der Mosel angewiesen, sich aus einen Stuhl zu setzen und zum Fenster hinauszusehen— angeblich weil im Zimmer ärzt- liche Handlungen vorgenommen wurden, die die Patientinnen nicht beobachten sollten. Die Mosel nahm dann die Kleidungsstücke und legte sie an eine andere Stelle. Seit ihrem Eintritt in die Poli- klinik ereigneten sich wunderbare Tinge. In zahlreichen Fällen wurden nämlich die Kranken deitohlen, indem ihnen aus ihren Handtaschen die Geldtaschen teils ganz entwendet, teils ihres Inhalts Beraubt wurden. Verschiedene Personen wurden grundlos verdächtigt durch anonyme, an Dr. Schirokauer gerichtete Briefe, die offenbar von der Mosel selbst geschrieben waren. In einem solchen war auch gesagt worden, man solle einmal auf dem Wasserkasten der Toilette, die von den Studenten benutzt wird, nachsehen, dort werde man Geldtaschen finden. Tatsächlich wurden solche vorgefunden, obgleich zur damaligen Zeit Studenten nicht da waren, da die Vorlesungen noch nicht begonnen hatten. Schließlich fiel der Verdacht auf die Mosel. Sie wurde in einem Falle über- führt, wo einer Patientin eine Geldtasche, die neben anderem Gelde auch einen Zehnmarkschein enthielt, gestohlen worden war. Ter Ehemann der' Bestöhlenen, ein Kanzleibeamter, hatte sich vor- jichtigerweise die Nummer deS Zehnmarkscheins notiert. Dieser '.Schein wurde bei der Mosel vorgefunden. Ihre Neberführung gelang auch noch in zwei weiteren Fällen. Wegen dieser Diebstähle hatte sie sich vor der 4. Strafkammer des Landgerichts I zu ver- antworten. Trotz ihres Bejtreitcns wurde sie durch die Beweis- aufnähme überführt. Der Staatsanwalt beantragte gegen die schon vorbestrafte Angeklagte 2 Jahre Zuchthaus. Das Gericht hegte keinen Zweifel, dast die Angeklagte wie ein Rabe gestohlen habe, zumal seit ihrem Verlaffen der Poliklinik dort Dieb- stähle nicht mehr vorgekommen sind. Das Urteil lautete auf 1 Jahr 6 Monate Gefängn is. Mus aller Welt. Kriegsgefangene in Turkestan. Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" veröffentlicht den Brief eines deutscben Kriegsgefangenen, der in Taschkent, der tzaup!. stadt von Turkestan, auf seine Befreiungsstunde wartet. Wir geben den Brief, der auch unsere Leser interessieren wird, nach« stehend wieder: „Versuche mal, Dir einen Brief zu schreiben. Vom Lager selbfi kann ich Dir wenig mitteilen; ein Tag vergeht wie der andere und nun sind es schon Monate geworden, bald sechs Monate. Hoffent« lich werden es keine Jahre mehr! Von Taschkent will ich Dir einiges schreiben; was eben so ein Gefangener sieht, ist ja nichr sebr viel. Es ist die Hauptstadt von Turkestan lRussisch-Zentrai- asten) und ein großer Handelsplatz, allerdings nickt eine Handels- stadt wie bei uns in Europa mit Auto und sonstigen modernen Betriebsmitteln, nein, Äameliarmvanen treffen ein in langen Zügen, eine nach der anderen; besonders Samstags, dann ist Hauptmarkt in Rindvieh, Schafen. Pferden und Hühnern, wie in Baumwolle usw. Jetzt in der Obsternte ist kolossaler Betrieb in Tomaten und Melonen, von letzteren werden ungeheure Mengen verzehrt; sie bilden die Hauptnahrung bei den Eingeborenen, es ist dies ja sebr billig, denn eine Melone bekommt man schon für 2 Kopeken(4 Pfennig), und ein Mann hat mit einer Melone genug. Fleisch kostet 8 Kopeken das Pfund— 16 Pf. Manchen ergötzlichen Auftritt bietet so ein Martltag. Hier kommt ein Kirgise zu Pscrd (Fußgänger Seltenheit, alles reitet, Männer und Frauen, kleine Kinder von 9 Jahren an), und hat ein Sebas oder einen Hammel vor sich liegen, oder ein halbes Dutzend Hühner, dort einer mit Frau und Kind, alles auf einem Pierdc; wieder andere, lvclche nuc kaufen, kommen mit ihren zweirädrigen Holzkarren und ans den Pferden. Der Wagen mit verschleierten Frauen(seinen Frauen) ist vollgespickt. Schade, daß man das Gesicht der Frauen nickt sehen kann, es soll viele Schönheiten geben. Einige sah ich in der Stadt, denn im Hause bzw. in der Hütie legen sie den Schleier ab. Ich sah da schöne Orientalinnen mit großen, schwarzen Augen, schwarzem Haar, goldenem Stirnreifen und den anderen charakteristischen Einzelheiten. Die europäischen Damen find gekleidet wie bei uns, wenn möglich noch luftiger, denn die Hitze erreichte bicr 55 bis 66 Grad. Hier wogt das modernne und pri- mitivste Leben durcheinander. Tic Eingeborenen halten seit an ihren.Gewohnheiten und Sitten, die Europäer wollen kuliivicren. Hier gibt es für Europäer wenig Vergnügen; Teehäuser, wo man mit übercinandergeschlagenen Beinen aus einem Teppich sitzend Tee trinkt oder Opium raucht, sagen ihnen wobl wenig zu. Nun die Reise nach hier; sie währte 27 Tage, davon 6 Marschtage. Sie war langmeilig, die letzten Tage sogar durch eine Wüste. Auf der Fährt bekamen wir Kopeken und kauften Brot und anderes. Gern möchte ich die Fabrt noch einmal machen, denn dann ging es zu: Heimat, zn Dir und zu meinen Lieben zu Hanse. Sind sie noch alle gesund und Du auch? Möge recht bald Friede werden. Lebt wohl bis dahin." � Drei Mädchen ertrunken. Aus dem bei Riesenburg(West- Preußen) gelegenen Sorgensee brachen vier Mädchen durch di« morsche Eisdecke.■ Tic zwanzig- und dreizehnjährigen Geschwister Leschinski und die neunjährige Märtin sind ertrunlen. Ein Dienst« mädchen konnte von dem Stallschweizer Martin unter großer Lebensgefahr gerettet werden. Parteiveranftaltungen. Trcptow-Baiimschnleuweg. Am Dienswq, den 14, März, abends H'L Mr. bei Friede, Kubat in Treptow. Am Treptower Park öS: Mitgliederversammlung. Tagesordnung: 1. Fortletzung der Diskwiioii iwer den Bericht von der Vorützendenkonserenz, 2. Aussprache über die Lebensmiltclvcrjorguug iu der Eemeindc, 3. VereinSangelegen- heiten und Verschiedenes.— Die Versammlung wird pünktlich um 8'/, Ubr eröffnet,. Mitgliedsbuch legitimiert, Fricdrichstiagcn. Heute nachmittag 4 Uhr: Märchen- vorftellung jür Kinder, AbcndsSUhr: Nur sür Erwachsene: Bcht- bilder.Bortrag:.Tie KriegSverslümmclten und die Arbeiter". Beide Ver- anstaltungen finden in„Lerches Bürgersälen" statt. Eintrittsgeld wird nicht erhoben. Um pünktliches Erscheinen aller Parteigenossen mit ihren Familien- angehörigen wird gebeten, Jugenöveranftaltungen. YBarlottenburg. Heute Besuch des Kunstgewerbemuseums, Treff- punll 16 Uhr im.Jugendheim", Rofincujtr, 4. Snefkasten öer Reüaktion. H. B. 14. An das Dänische Rote Kreu, in Kopenhagen unter Angab« der Ihnen zuletzt bekannten Zldressc,— G. S» Sipnüken. Zu empfehle» ist AndrccS Handatlas, Preis Zö M. Ein KriegsatlaS ist schon zu 1,56 M. zu baden. Wenden Sie sich au die Buchhandlung Vorwärts, Lmdenstr. S. — 21. W. 50. Anträge aus einmalige Zuwendungen an Hinterbliebene von Kriegsteilncbmern sind an die unteren Verwaltungsorgane(Polizei, Simtsvorsleber) einzureichen. Sie werden gczablt, wenn das Einkommen jäbriich über 1566 M. betragen hat. Diese Zusatzrcntcn werden aus der Miliiurpcnjionskasse gezahlt.—<£. K. 159. Zurückgestellt wegen Herzkrankheit,-2 W. G.. Lichtenberg 7. Die Duchstabcnbezeichnung kennen wir nicht, sie ist vielleicht nicht richtig wiedergegeben. Die Ziffer bedeutet Erkrankung der Harn- und Geschlechtsorgane.— Fr. H. 166. 1. und 3. Ja. 2. Der Magistrat ist nur verpflichtet, einer Behörde gegenüber Aus- kunst zu geben, 4, Ja, denn diese Zuwendung ist freiwillig, es liegt im Belieben des Chess, sie Ihnen zu gewähren. 5. Nein,— C. K. 40. Die Aenderung müssen Sie vom Bezirkskommando vornehmen �lassen. — P. 3. 84. Wegen Ausbändigung des Totenscheins wenden Sie sich an die AuStunstsstellc des Kriegsministeriums in der Dorotheenstr. 48. wegen der Sachen an das Rcgimeick. Der Antrag aus Löhnung ist an daS Ersatzbataillon des Regiments, von dem der Vermißte eingezogen wurde, zu richten,— B. N. 47. Eine Verurteilung wegen Beamlenbcleidignng wird deshalb nicht erfolgen können. Sollten Sie ein Slrafmaiidat_cr- hallen, müssen Sic gerichllichcu Einspruch erbeben; eventuell kommen Sie zu uns in die Sprechstunde.— P. St. 206. 1. Die Unsallrente unterliegt für Privatsorderungen nicht der Pjändung, 2. Da nur Sie Schuldner sind, kann das Vermögen der Frau nicht gcpsändet werden.—Rgt., 12. Kp., im blühenden Alter von L2fi, Jahren. DieS zeige» tiesbetrübt an Ang. Lange nebst Frau und Kindern, Berlin, Zwmglistratze 18. Danksagung. Für die überaus zahlreichen Beweise der ausrichtigsten Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben, Herzens- guten und unvergeßlichen ManncS, unseres geliebten VaterS Gebert sprechen wir allen den so zahlreich er- schienenen Freunden und Bekannten, besonders Herrn Zubci! für die trost- reichen Worte wie für die schönen Kranzspenden vom Vorstand der Ortski ankenkasie, der Zentral-Kranien- und Stei belasse der Tischler, dem Holz- ardciterverband, dem Wahlverein, den Kollegen der Firma Reschke wie dem Meister und Kollegen der Firma Nöske hiermit unseren innigsten, tief- empfundenen Dank aus. Die trauernde Gattin Rosa Krttgep a»h»t Klndsra und Verwandten. 12221 Heute früh starb nach langem schweren, in Geduld ertragenem Leiden meine liebe Frau und gute Mutter meines Sohne» Mi florwitz g°b. Dentsefilantl im 68. Lebensjahre. Die» zeigt tiesbetrübt a» Isidor Horwttz. Die Beerdigung findet Montag, den 13. d. Mts., 2 Uhr nachm., aus dem Jüdischen Kirchhos in Weitzcnsee statt. 387b Herzlichen Dank sagen wir allen, die meinen lieben Mann, unseren guten Sohn, Bruder und Schwager, dem Schriftsetzer, zuletzt Lagerver« Walter Ran», Ttibbecke, aus Anlah seines Hinscheidens die letzte Ehre erwiesen, seinen Hügel durch Kränze und Blumen schmückten, ins- besondere dem zweiten Vorsitzenden des Vereins Berlwer Buchdrucker und Schriftgieher, Herrn Rudolf Albrecht, für die trostreichen Worte, den Herren Sängern von der Thpo- graphia, dem Wahlverein für Trep- tow-Baumschulenweg, dem Personal der Schriftgießerei Gursch und den Angestellten der OrtSlrankenkasf« für das Buchdruckgewerb«. Amanda Tlibbecke geb. Feld nebst Kindern. 8966 Heines Werke Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und Kranzspenden bei der Beerdigung unseres sieden Bruders, des Metallarbeiters krieänck Qrimra sagen wir allen Freunden und Bc- kannten sowie dem Metallarbeiter- verband und der Firma Lindström, auch den Sängern und dem Redner Herrn Melle für die trostreichen Worte am Sarge des teuren Entschlafenen auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen Niailllti Grinrni als Schwester, Wilhelm Grimm°»»rüder (zurzeit im Felde). 132A Tranii�zln Größte Auswahl. Billigste Preise. t. MohrenstrsDe 37a (Kolonnaden i Ii. Or. Frsnkfurter Str. 115 (nahe Andireasstr.) Auswahlaendungon aolerL Amt Zentrum 7890. Sosntag 12—2 Uhr geültnet. Gustav Pinner anö trau � zum 2Sjährigen Gesohäfis- Jubiläum 337b gratulieren die Genosien des 512, Bezirks d. 6. B. R.-W. m Ä �SSSSSSSSSSSSSSSD� Spezialarzt f für Haut-, Hain-, Frauenleiden, > nero. Schwäche, Beinkranke jeder i an.(fhilidichnta-fiiirfii, Friedrictislr, 81, f sprchst. 10-2, 6-9, Sonutgs. 11-2. , Honorar mätzig, auch Teillzahl. � i— Separates Damenzimmer.— 9 s sind« 4 ntoct- Buchhandlung vorwärts Stoff© für feine Damen-Kostüme, Berren-Änzüge usw. Mtr.4,- 6-, 8-,10,-,12,-M. Tuch-Lager Koch& Seeland G.m.b, GeripaütltenstrJ0/2i, Kirche*- Jedes Wort 10 Pfennig. Das fettgedruckte Wort 20 Ptg.(zulässig 2 fett gednaekt« Worte). Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen 5 Ptg.i das erste Wort(tettgedruckl) 10 Pfg. Worte mit mehr eis IS Buchstaben zählen doppelt. Kleine Anzeigen ANZEIGEN für die nächste Nummer werden in den Annahmestellen(Or Berlin bis 1 Uhr, für die Vororte bis 12 Uhr, In der Haupt-Expedition, Lindenstrasse 8. bis S Uhr angenommen. Verkäufe. Bettenverkanf! Prachtvolle 11,75, 15,75, Aussteuerbetten 17,50, 19,50, Daunenbetten 23,50, Kinderbetten 5,75. svottbilltg. Teppiche, Steppdecken, Tischdecken, Läuferstoffe, Gardinen. 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