Nr.84.-33.Iichrg. flbonncments-Bcdlngungen: KBonncmentä• QSrelä pränumerando! Vierteljährl. 330 SA« monatl. 1,10 Mk« wöchentlich 23 Pfg, frei ins Haus. Einzelne Nummer b Pfg, Sonntags- nuinmer mit illustrierter Sonntags- Beilage„Die Neue Sell� 10 Pfg, Post- Abonnement: 1,10 Marl pro Monat. Eingetragen in die Pojt- Zeitungs- Pretslistc. Unter Kreuzband für Deutichland und Oesterreich. Ungarn 2.50 Marl, für das übrige Ausland s Mark pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland. Italien. Luxemburg, Portugal, Runiänicn, Schweden und die Schweis 5 Pfennig) BIc Tnfertions*Get)ü!)r beträgt für die fcchSgcfpallcnc Kolonel- Zeile oder deren Raum KO Pfg., für politische und gewerlfchaftlichc Pereins- und Verfammlungs- Anzeigen 00 Pfg. „Kleine Znreigen", das fettgedruche SZort 20 Pfg. fziuäisig 2 fettgedruche c), jedes wcücre P-ort 10 Pfg. Worte), Stellengesuche und Schlasltellenan- zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere WortäPfg. Worte über löBuch- stabcn zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste stummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben leerden. Die Expeditio» ist bis 7 Uhr abends geöffnet. ttlcheliit tZglich. Verlinev Volksblstt. Tclegramm-Zldrcssc: „hsÄZi-tcmelitZt lletllii" �cntralorgan äer foÄaläemokratif�ien Partei VeutfcklanÄs. Neöaktion: EW. HS, Ltnüenstraße Z. Fernsprecher: Amt Moritzplatz. Rr. 1S1 90—131 97. Sonnabend, den ÄÄ. März 1916* Expedition: SW. HS, Linöenftraße Z. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 131 90—131 97. Kl« eißne Awii m WMMMe« MWt. Die Spaltung der fozialöemo- kratischen Reichstagsfraktion. Taß sich innerhalb der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion in der Stellung zu den Kriegsfragen tiefgehende Meinungsverschiedenheiten aufgetan hatten, ist seit vielen Monaten ein öffentliches Geheiinnis. Sie begannen mit der Abstiininung über die Kriegskredite, gegen die— damals erst innerhalb der Fraktion selbst— bereits bei Kriegsausbruch sich 1-l Genossen erklärt hatten. Je länger der Krieg dauerte, se markanter sich innerhalb der Kreise der Fraktionsmehrhcit eine inimer deutlichere Abkehr von deni bisherigen sozial- demokratischen Standpunkt vollzog, je rückhaltsloser sich zahl- reiche Abgeordnete für die Politik des DurchHaltens und des Burgfriedens einsetzten, desto mehr erstarkte innerlich und an Zahl auch die Fraktionsmindcrheit, desto schwieriger ge- stalteten sich die Verhältnisse des Zusammenarbeitens in der fraktionellen Arbeitsgemeinschaft. Die Fraktionsminderheit wuchs von Parlamentstagung zu Parlamentstagung. Zwar ergaben sich auch innerhalb dieser wachsenden Minorität wiederum taktische und prin- zipielle Meinungsverschiedenheiten, allein die Zahl derer, die die Zustimmung zu den Kriegskrediten nicht mehr mit ihrem Gewissen vereinbaren konnten, schwoll unausgesetzt an, bis sie bereits im Dezember vorigen Jahres 44 Abgeordnete um- faßte. Und die Bekundung dieser Opposition nahm in gleicher Weise deutlichere Formen an. Man begnügte sich nicht mehr mit der Bekanntgabe der Fraktionsabstiminung und dem bloßen.Hinausgehen, sondern am 21/. Pezember gaben 20 Ab- geordnete im Plenum des Reichstags selbst die motivierte Er- klärung ab, gegen den mit den Kriegskrediten verbundenen Etat stimmen zu müssen. Tie Begleiterscheinungen dieser Vorgänge in der Partei- presse und im Leben der Parteiorganisationen sind bekannt. In der lebhaftesten Form wurde für und wider die„Disziplin- brccher" Stellung genommen, wurde deren Verhalten gebilligt oder auch in der härtesten Weise verurteilt. Tie der Fraktionsmindcrheit, speziell der Gruppe der 20, angehörenden Reichstagsabgeordneten kamen dabei immer mehr in eine schiefe und mißliche Lage. Sic sahen sich den schärfsten Angriffen ausgesetzt, ohne— unter den bekannten Umständen— in der Presse oder sonst öffentlich ihren Stand- Punkt so deutlich entwickeln zu können, wie das die Abwehr und eine ausreichende Rechenschaftsablegung den Partei- genossen gegenüber geboten hätte. Immer dringlicher stellte sich für die Fraktionsminderheit die Notwendigkeit heraus, wenigstens an der einzigen Stelle, wo wenigstens zeitweilig Gelegenheit zur freien Aussprache gegeben war, von der Parlamentstribüne selbst herab, ihre Auffassungen darlegen zu können. Die Fraktionsmehrheit hielt es dagegen für not- wendig, die Redner zur allgemeinen Etatsdcbatte aus ihren eigenen Reihen zu stellen. So blieb der Minderheit schließ» lich nichts anderes übrig, als endlich die Gelegenheit zu er- greifen, auch ohne Genehmigung der Mehrheit ihre Stellung darzulegen, wie das in der Freitagsitzung des Reichstags ge- schchcn sollte. Daß die Genossen der Minderheit, in deren Namen Ge- nosfe Haaje am Freitag sprach, der Fraktion selbst nicht vor- her ihre Absicht bekanntgegeben hatten, sondern erst kurz vor der Sitzung davon den Vorsitzenden der Fraktion, den Ge- Nossen Scheidemann, verständigten, hat zwar die stürmische Entrüstung der Fraktionsmehrheit hervorgerufen, will uns aber von geringem Belang erscheinen. Daß bei der Minder- heit der dringende Wunsch zu einer solchen Aussprache im Parlament bestand, war der Mehrheit gut genug bekannt. Sic konnte gar nicht im Zweifel darüber sein, daß die Minderheit ebenso wie am 21. Dezeniber handeln wüvde. Uebrigens durfte die Minderheit hinlängliche Ursache zu der Annahme haben, daß nian ihr bei vorhergegangener formeller Ankün- digung ihre Absicht zu vereiteln suchen werde. Sicherlich nicht bloß aus dem Machtgcfühl der Majorität, sondern aus der gutgemeinten Absicht heraus, daß das Aus- sprechen der von der Minderheit vertretenen Auffassung und überhaupt eine Aufrollung innerhalb der Fraktion Vorhan- denen Meinungsgegensätzc eine politisch schädigende Wirkung ausüben werde. Darin eben b e st a n d e n Kern und Bedeutung der Meinungsgcgensätze, und ge- rade deshalb hielt es ja auch die Minderheit für absolut ge- boten, endlich das Schweigen zu brechen und sich nicht zum imm des icoien Mnottieis. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 24. Mörz 1916.«W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. In der Champagne an der Straße Somme— Py— Souain, in den Argonnen im Maasgebict und bis zur Mosel hin steigerte sich die Heftigkeit der Artilleriekämpfe zeitweise erheblich. Westlich von H a« c o n r t besetzte» wir in Auswertung des porgestrigen Erfolges noch einige Gräben, wobei sich die Zahl der Gefangenen auf 32 Offiziere 879 Mann erhöhte. Oestlicher Kriegsschauplatz. Während sich die Russen nur zu einem starken Vor- stoß im Brückenkopf von I a k o b st a d t östlich von Busch- hos aufrafften, unternahmen sie nachts wiederholte Angriffe nördlich der Bahn Mitau— Jakobstadt, sowie einen Neber- rumpclungsversuch südwestlich von Dünabnrg und mühen sich in ununterbrochenem Ansturm gegen unsere Front nördlich von Widsy ab. Alle ihre Augriffe sind in unserem Feuer spätestens am Hindernis unter schwerer Einbuße an Leuten zusammengebrochen. Weiter südlich sind keine neuen Angriffe erfolgt. Balkan-Kricgsschauplatz. In der Gegend von G j e v g j e l i kam es beiderseits des Bardar in den letzten Tagen mehrfach zu Artillerie- kämpfen ohne besondere Bedeutung. Aus einem fcind- lichcu Fliegergeschwader, das Colovec westlich des Dojran- SeeS augegriffen hatte, wurde ein Flugzeug im Luftkampf abgeschossen; es stürzte in den See. Oberste Heeresleitung. * Ein Seegefecht in üer Norüsee. Amtlich. Berlin, 24. März 1916.(W.T.B.) Nachrichten zufolge, die von verschiedenen Stellen hierher gelangt und neuerdings bestätigt sind, hat am 29. Februar in der nördlichen Nordsee zwischen dem deutschen Hilfskreuzer„Greif" und drei englischen Krenzern sowie einem Zerstörer ein Gefecht stattgefunden. S. M. S.„Greif" hat im Laufe dieses Gefechts einen großen englischen Kreuzer von etwa 15 000 Touuen durch Torpedoschuß zum Sinken gebracht und sich zum Schluß selbst in die Luft gesprengt. — Bon der Besatzung des Schiffes find etwa 150 Mann in englische Kriegsgefangenschaft geraten, deren Namen noch nicht bekannt sind. Sie werden von den Engländern, die über den ganzen Vorfall das strengste Stillschweige» bcob- achte«, von jedem Berkehr mit der Außenwelt abgeschlossen. Maßnahme» hiergegen sind eingeleitet. Der Chef des AdmiralftabeS der Marine. »» Nl SslMMW SMlMOMIM. Wien» 24. März.(W. T. B.) Amtlich wird vcrlautbart: Russischer und südöstlischcr Kriegsschauplatz. Unverändert. Italienischer Kriegsschauplatz. Der Feind beschoß die Städte G ö r z und R o v e r e t o. Sonst keine Ereignisse. Der Stellvertreter des Chefs des GencralstabcS: von Horfer. Fcldmarschallcutnant. Mitschuldigen einer Politik des Gcsckehenlassens zu machen, von der sie, die Minderheit, ihrerseits die schwerste Schädigung der Dolksintercssen befürchtete. Auffassung stand hier gegen Auffassung — un-d als der einzige Richter über Recht ober Unrecht kam die Oeffentlichkeit in Frage, die sozialde- mokratische Masse selb st, das geschichtliche Urteil. Mit erneutem Geschrei über Disziplinbruch oder gar „Treubruch" ist deshalb auch nichts getan. Die Mehrheit hat sicherlich das Gefühl, alle Verantwortung für ihr Ver- halten auf sich nehmen zu können � aber genau dasselbe Ge- fühl höchster parteigeschichtlicher und historischer Vcräntivort- lichkeit beseelte zweifellos auch die Minderheit. So können wir, die wir bekanntlich feit Kriegsausbruch die politischen Auffassungen der Minderheit vertreten haben, auch die geschehenen Ereignisse nicht bedauern, sondern nur die minder erbaulichen Begleitumstände der gestrigen Vor- gänge. Denn die Sturinszenen, die sich in der denkwürdigen Reichstagssitzung abgespielt haben, und an denen sich besonders die Mehrheit der Fraktion in fcssellosester Weise beteiligt hat, hätten, soweit die sozialdemokratische Fraktion selbst in Frage kam, sehr wohl vermieden werden können. Denn hätte die Minderheit der preußischen Landtagsfrakticm das Bedürfnis empfunden, im Abgeordnetenhailse ihren Standpunkt durch einen ihrer Redner zu vertreten, so würde die dortige Mehr- heit diese Rede schwerlich zum Anlaß so turbulenter Kund- gcbuugen genommen haben. Aber darüber muß und wird die Gesamtpartei später richten. Uns liegt in diesem Augenblick nicht eine niornUsche Beurteilung der Vorgänge, sondern ihre parteipolitische Wertung ob. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat in einer an die Plenarverhandlungen sich anschließenden Sitzung die zu Haase stehende Minderheit von den Rechten der Fraktion ausgeschlossen. Tie 18 5löpse starke Minderheit hat sich daraufhin als besondere sozial- demokratische Arbeitsgemeinschaft ton- st i t u i e r t. Innerhalb der sozialdemokratischen Reichstagssraktion hat sich damit jene Spaltung auch äußerlich vollzogen, dk innerlich läng st vorhanden war. Es ist damit das eingetreten, was nach der Tiefe der Meinungsgegensätzc und vollends nach den Szenen des gestrigen Tages u n V c r m c i d- I i ch war. Mehrheit und Minderheit werden nunmehr un- gehemmt durch die bisherigen Reibungen ihre besonderen Auf- fasstmgen vertreten können. Die Parteitage der Zukunft und die Geschichte aber werden zu. entscheiden haben, welche Gruppe die Gebote der Zeit und die Pflichten des Proletariats richti- ger erkannt hat— Mehrheit oder Minderheit. An eine Parteispaltung glauben wir heute so wenig wie nach den Vorgängen des 21. D e z e m b e r. Die Parteieinheit erwächst aus der ge- schichtlichen Notwendigkeit des proletarischen Kampfes und der unverwüstlichen Kraft der sozialistischen Ideen, die alle auf dem Boden der sozialdemokratischen Grundsätze stehenden Elemente mit unwiderstehlicher Kraft wieder zusammen- schließen wird, sobald die Irren und Wirren dieser Kriegs- zeit überwunden sein werden. Tie kraftvolle organisatorische und ideelle Einheit der Partei wird aber um so eher zurückkehren, je rascher sich die Klärung der Geister zu vollziehen vermag. Sache aller in Wahrheit um die innere Einheit und die kraftvolle Wahrung der Lcbcnsinteressen besorgten Elemente aber wird es jetzt mehr dennjesein, allesdiepolitischenKernfragen und deren Erörterung überwuchernde klein- liche Gezänk herniederzuhalten und die Mein ungsgegenj ätze in unbeirrtcm Er- k e n n t n i s d r a n g gewissenhaft zu prüfen! Erklärung öer neuen Fraktion. Die unterzeichneten sozialdemokratischen Mitglieder des Reichstags erklären folgendes: Die sozialdemokratische Fraktion des Reichstags bat uns heute mit 58 gegen 33 Stimmen, bei 4 Stimmenthaltungen, der„aus der Fraktionszugehörigkeit entspringenden Rechte" beraubt. Dieser Beschluß macht es uns unmöglich, innerhalb der Fraktion auch ferner die Pflichten zu erfüllen, die uns durch die Wahl als Abgeordnete der sozialdemokratischen Partei auferlegt sind. Wir sind uns beivußt, getrcu� den Grundsätzen der Partei und den Beschlüssen der Parteitage gehandelt zu haben. Um so die Pflichten gegenüber unseren Wählern auch weiter erfüllen zu können,� sind wir �genötigt, uns zu einer Sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft zu- sammenzuschließen. Den völlig unbegründeten Vorwurf des DisziplinbruchZ und des Treubruchs weisen wir zurück. Berlin, den 24. März 1916. B e r n st e i n, Bock, Büchner, Dr. Oscar Cohn, D i t t m a n n, G e h c r, H a a s e, H e n?e, Dr. Herz fei dt, Horn, K u n e r t, L e d e b o u r, S ch w a r z(Lübeck), Stadt Hägen, Stolle, Vogthcrr, Wur m, Z ub eil. Diese 18 Genossen haben von der Bildung der Fraktion „Sozialdemokratische Arbeitsgemeinschaft" dem Bureau des Reichstags Mitteilung gemacht und als ihren Vorstand di? Genossen Haase, Lcdebour und T i t t m a n n gewählt« die Vorgänge im Reichstage. Aus dem Reichstage wird uns über den Verlauf der 'gestrigen Zitzung geschrieben: Zu Stunuszcnen, wie sie im Reichstag Wahl noch nie erlebt worden sind, ebenso leidenschaftlich als beschämend und beklagenswert, kam es am Freitag bei der ersten Beratung deS Notetatsgesetzes. Alle Tiefen des unheilvollen Partei- konflikts schienen«nfgewühlt, alle Gegensätze fanden in einem unerhörten Tumult ihre schrankenlose Entfesselung. Während die Mehrheit der Fraktion den Notetat mit einer kurzen Erklärung bewilligen wollte, war Genosse H a a s e im Einverständnis mit seinen Minderheits freunden entschlossen, ihre ablehnende Haltung durch eine Rede?u begründen. Tie Mehrheit nahm sofort gegen Haases Absicht Stellung in Austritten und Wutausbrüchen, die jeder Beschreibung spotten. Schon vor Beginn der Sitzung bildeten sich erregte Gruppen, Haases Platz war förmlich umlagert von gestikulierenden, drohenden, durcheinandcrichreicnden Vertretern der Mehrheit, und wiederholt mutzte der Präsident für den ersten Punkt der Tagesordnung um Ruhe ersuchen. Als Haase fest blieb und schließlich das Wort nahm, kain die Erregung zunächst in Zurufen, bald aber in einem ohrenbetäubenden Chorus des Protestes und der Demonstration zum Ausdruck. Das Haus, längst auf die Gewitterspannung aufmerksam geworden, er- griff sofort Partei im Bruderkriege zugunsten der Mehrheit, deren Haltung durch lungcnkräftige Ermunterung, Heiterkeit, Geschrei und Händeklatschen lebhaft stützend. Besonders Keil und Heine wurden für ihre Leistungen ostentativ von der rechten Seite applaudiert. Minutenlang war im Saale, weil alles durcheinandertobte, überhaupt kein Wort zu verstehen; minutenlang bemühte sich Herr Kaempf mit drohender Glocke vergeblich um Ordnung und Ruhe. Haase, der wiederholt versuchte, seine Rede fortzusetzen, wurde unausgesetzt zur Sache gerufen, von der Mehrheit unterbrochen, von der Rechten am Weiterreden verhindert und schließlich durch einen Gc- waltakt mundtot gemacht. Vorübergehend trat Windstille ein, bis Schatzsckrctär Helfserich durch einen Tadel, den er der Opposition ausstellen zu müssen glaubte, erneut Oel ins Feuer goß, so daß dies noch einmal lichterloh aufschlug und den letzten kümmerlichen Rest der Würde dieses Hauses hin- wegfegte. In erster, und nach zwei Stunden auch in zweiter und dritter Lesung wurde das Notetatsgesetz gegen eine starke sozialdemokratische Minderheit angenommen. ** * Zu ben vorstehend berührten Vorgängen wird uns noch geschrieben: Ein Spiegelbild des Verhaltens der Fraktionsmehrheit in der Frak- tion lieferte die heutige Plenarsitzung des Reichstags, in der eine grosse Zahl während der Rede des Genossen Haase lärmte und schimpfte Knd nach dem Beifall der bürgerlichen Parteien haschte, obwohl ihr der Inhalt der Haaseschen Rede nicht den geringsten Anlaß dazu bot. Wir möchten wenigstens den Sozialdemokraten sehen, der an dem Inhalt dieser Rede Anstoß nehmen konnte. Ten Gipfelpunkt der Intoleranz, wie sie übrigens innerhalb der Fraktion ähnlich seit VA Fabren von der Mehrheit geübt wird, erreichten einige Genoffen bei dem Antrag des Präsidenten, dem Genossen Haase das Wort zu entziehen. Während es bisher als selbstver- ständlicher Grundsatz für sozialdemokratische Abgeordnet« galt, nie- mals für ein« Wortentziehung zu stimmen, auch wenn sie irgend- einem bürgerlichen Gegner galt, erhoben sich heute für den Antrag des Präsidenten auf Wortentziehung mehrere Sozialdemokraten, z. B. die Genossen Eohen(Rcuß), Südekum, Gradnauer und Bauer. Zur Beurteilung der Verhältnisse in der Fraktion sei darauf hin- gewiesen, daß die gegenwärtige Mehrheit in Widerspruch zu der ständig früher geübten Praxis für wichtige Debatten übere politische Fragen die Minderheit trotz deS von dieser gestellten Verlangens, einen Redner aus ihrer Mitte zu nehmen, wiederum ausgeschaltet hatte. Es bestand also die wohlvorbereitete Absicht der Fraktionsmehr- heit, die Minderheit auch im Plenum mundtot zu machen, damit die neue Politik, die Politik des 4. August, in allen ihren Konsequenzen ausschließlich zur Geltung komme. Die Hilflosigkeit der Mehrheit, Grundsätze zu vertreten, zeigte sich auch darin, daß Genosse Scheide- mann eS nicht verschmähte, um den Schein zu erwecken, als ob Genosse Haase am 4. August eine andere Haltung eingenommen habe als heutei trotz genauer Kenntnis des Sachverhalts unter .Heiterkeit und stürmischem Beifall der bürgerlichen Parteien, anzu- führen, daß Genosse Haase die Erklärung vom 4. August ja selbst verlesen habe. Tatsache ist, daß Haase vom 4. August 1914 bis heute in der Fraktion konsequent dieselbe Ansicht zum Ausdruck gebracht hat und daß er ferner die Fraktionserklärung nur auf dringendes Ver- langen der Fraktionsmehrheit, und namentlich Scheidemanns, verlesen hat, wiewohl er mit ihrem Inhalt nicht einverstanden war und deshalb ausdrücklich darauf verwies, daß ör im Auftrag der Frak- tion die Verlesung vornebme. In der gegen den Genoffen Haas« gerichteten Erklärung der Fraktionsmehrheit ist zu Unrecht behauptet, es sei in der Fraktion der Beschluß gefaßt, von einer politischen Debatte Abstand zu nehmen. Es ist lediglich beschlossen, keinen Widerspruch gegen die Vornahme der dritten Lesung des Etatsgesetzes noch am heu- tigen Tage zu erheben. Hierbei machte noch der Genosse Ledebour den Vorbehalt:„wenn sich nichts Besonderes ereigne". In der Fraktionssitzung wurde vom Genoffen Haase mit großem Nachdruck darauf hingewiesen, daß die Zustimmung zum Etatsnotgesetz einen Bruch mit den Parteitagsbeschlüssen darstellen würde, den die Parteigenossen nicht verstehen würden und den er nicht mitmachen könne. Wie aus der vom Genossen Stolle in der heutigen Fraktions- sitzung abgegebenen Erklärung hervorgeht, mußte auch ohne weitere Bemerkungen angenommen werden, daß die 18 Fraktionskollegen, die am 2l. Tezeiirber die Ablehnung des Kriegskredits begründet hatten, nach den dann in der Fraktion gepflogenen Erörterungen konsequent wiederum ihre ablehnende Stellung zum Etat auch im Plenum begründen würden, um die Treue den Beschlüssen des Parteitages, t�r obersten Instanz der Partei, zu wahren. Wenn die Brecher der Disziplin gegenüber den Beschlüssen der Parteitage von „Disziplinbruch und Treubruch" der anderen zu reden wagen, so erinnert das an den Dteb, der„Haltet den Dieb!" ruft. öer letzten Reichstags-Zraktionesttzung. Zur Information der Parteigenossen teilt der Vorstand der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion durch das Pressebureau den Worilaut der Ausführungen mit, die Genosse E b e r t in der Frak- tionssitzung am Freitag, den 24. März, nachmittags, über die Vorgänge in der Reichstagssitzung gemacht hat: „In unseren letzten Sitzungen haben wir unS wiederholt sehr eingehend über die allgemeine politische Debatte unterhalten, die im Plenum stattfinden sollte. Wir waren uns über die sachliche und formale Behandlung einig. Danach sollte die politische De- batte getrennt werden von der Aussprache über die Steuervorlagen. Heute morgen waren wir uns dahin schlüssig, im Seniorenkonvent zu fordern, daß nach Erledigung der E'-Bootfrage und des Etats des Auswärtigen Amtes in der Haushaltskominission eine poli- tische Debatte im Plenum stattfinden solle. Wir haben diesen Vor- schlag im Seniorenkonvent unterbreitet, der ihm noch vor Beginn der Reichstagssitzung zugestimmt hat. Weder Geyer noch Ledebour, die beiden Mitglieder des Seniorenkonvents, haben auch nur ein Wort dagegen gesagt. Sie waren also mit dieser Regelung ein- verstanden. Heute morgen haben wir weiter in der Fraktion über unsere Stellung zum Notetat verhandelt. Die darüber bestehenden Meinungsverschiedenheiten sind durch Abstimmung erledigt worden. Wegen der formalen Erledigung des Etats wurde einstimmig beschlossen, seiner Verabschiedung am heutigen Sitzungstage keine Hindernisse zu bereiten. Sollte etwas Unvorhergesehenes sich er- eignen, dann solle der Vorstand unter sich, eventuell mit der Frak- tion, beraten, was geschehen solle. Die Fraktion hat das ohne Widerspruch gutgeheißen. Niemand, weder Haase noch andere Gr- nossen, haben auch nur mit einem Wort angedeutet, daß im Ple- num zum Notetat geredet werden solle. Erst im Sitzungssaale hat Haase, und zwar im letzten Augenblick, unmittelbar vor Eröffnung der Verhandlungen, als er mit einer Wohldorbereiteten Rede bereit stand, dem Vorstand mitgeteilt, daß er reden werde." Der Vorsitzende stellte fest, daß dieser Tarstellung nicht wider- sprachen wird. Es fand dann eine Aussprache über die vom Vorstand der Irak- tion vorgelegte Erklärung statt. In namentlicher Abstimmung wurde diese Erklärung mit 53 gegen 38 Stimmen angenommen. Der Stimme enthielten sich 4, es fehlten 12 Genossen. Die Erklärung hat folgenden Wortlaut: „Die Fraktion bedauert lebhaft die Vorgänge, die sich innerhalb ihrer eigenen Gemeinschaft in der heutigen Reichstagssitzung zu- getragen haben. In ihrer Fraktionssitzung am Vormittag wurde der einstim- mige Beschluß gefaßt, eine allgemeine politische Debatte im Plenum, nach der Behandlung des Etats des Auswärtigen Amts in der Budgelkommission, zu führen— ein Beschluß, dem noch vor Beginn der Plenarsitzung der Seniorenkonvent widerspruchslos zugestimmt hat. Hinsichtlich der Behandlung des NotetatS hatte die Fraktion in der gleichen Sitzung beschlossen, im Hinblick auf jene in Aussicht stehenden politischen Erörterungen nach altem Herkommen heute von einer politischen Debatte Abstand zu nehmen. In dieser Fraktionssitzung ist Haase mehrmals ausführlich zu Wort gekommen, um seine Auffassung zum Notgesetz zu begründen. Nachdem die Fraktion in ihrer Mehrheit gegen diese Auffassung ent- schieden hatte, hat Haase auch nicht die leiseste Andeuwng gemacht, daß er gegen diese Fraktionsbeschlüsse im Plenum vorgehen werde. Dadurch wird sein Disziplinbruch zugleich zum Treubruch. Nach- dem die Fraktion bereits am 12. Januar die damalige Sonderaktion aufs schärfste gerügt hatte, sieht sie sich nunmehr gezwungen, zu erklären, daß Haase und diejenigen Fraktionsmitglieder, welche die gemeinsam gefaßten Beschlüsse gröblich mißachten und öffentlich durchkreuzen, dadurch die aus der Fraktionszugehörigkeit entspringenden Rechte verwirkt haben." *» * Zu der Fraktionssitzung gehen uns noch mehrere RUtteilirngen mit der Bitte um Ausnahme zu. Erklärung des Genossen Stolle. In der Fraktionssitzung gab am Freitag der Genosse Stolle nach den Ausführungen des Genossen Ebert in seinem Namen und namens der Genossen B o ck, B ü ch n e r, Dr. Oskar Cohn, Dittmann, Geher, Senke, Dr. Herzfeld, Horn, Kunert, Ledebour, Schwarz- Lübeck, Stadthagen, Vogtherr, Wurm, Zubeil folgende Erklärung ab: Namens meiner engeren Freunde erkläre ich folgendes: Der Kollege Haase hat mit unser aller Zustimmung seine heutige Rede gehalten, hat auch mit unserer Zustimmung in der Fraktionssitzung die ausdrückliche Ankündigung, reden zu wollen, unterlassen. Daß Haase unsere von der Meinung der Fraktionsmehrheit abweichende Auffassung im Plenum des Reichstags zum Ausdruck gebracht hat, war die notwendige und für alle Fraktionskollegen selbstverständliche Folgerung aus unserm Vorgehen vom 1. Dezember 1913. Genosse Bernstein ersucht uns um Mitteilung, daß er sich angesichts des Fraktionsbeschlusses mit den Borgenannten soli- darisch erklärt. « Endlich erhalten wir noch folgende Erklärung: Die Unterzeichneten erklären zu den letzten Vorgängen in der Fraktion und im Reichstage: 1. Daß sie in der Fraktion gegen die Zustimmung zum Not- etat gestimmt haben. 2. Daß sie im Plenum des Reichstages bei der Abstimmung Wer das Notgesetz, entsprechend dem bisherigen Brauch in der Fraktion, ibve Gegnerschaft gegen die Vorlage durch Ver- lassen des Saales zum Ausdruck gebracht haben. 3. Daß sie in der Fraktion gegen die Maßregelung der 13 Ge- nossen, die in ihrer Wirkung einem Ausschluss« gleichkommt, gestimmt haben, insbesondere deshalb, weil sie der Fraktion das Recht nicht zugestehen, ein Parteimitglieid von der Fraktionsgemeinschaft auszuschließen. Ein solches Recht steht einzig dem Parteitage zu. Albrecht, Antrick, Emmel, Edmund Fischer, Hoch, Hofrichter, Hüttmann, Jäckel, Leutert, Raute, P. ReißhauS, Ryssel, Schmidt(Meißen), I. Simon. Der französische Tagesbericht. Paris, 24. März.(W. T. B.) A m t li ch e r B e r i ch t von Donnerstag nachmittag: Westlich der Maas hat das Ar- tilleriefeuer im Laufe der Nacht nachgelassen. Der Feind hat seine Versuche gegen den kleinen Hügel von Haucourt, dessen Kernwerl (Reduit) wir halten, nicht erneuert. Oestlich der Maas geht die Be- schießung an mehreren Punkten unserer Front mit Heftigkeit weiter. In der Woevre ist, abgesehen von zeitweise unterbrochenem Artillerie- feuer, kein wichtige? Ereignis zu melden. Westlich von Pont-a» Mousson gestattete uns ein Handstreich gegen einen feindlichen Schützengraben in der Gegend von Feh en Haye einige Gefangene zu machen. Die Nacht verlief auf dem übrigen Teil der Front ruhig. Paris, 24. März.(W. T. B.) Amtlicher Bericht von Donnerstag abend. Nördlich der Aisne Zerstörungsfeurr auf die deutschen Werke auf der Hochfläch« von Vauclerc. In den Argonnen unterhielten wir zahlreiche Konzentrierunqsfeuer auf die feindlichen Anlagen, Straßen und Eisenbahnen der Ostargonnen und auf den Wald von Malancourt. Westlich der Maas kräftiges Ge- schiitzfeuer in der Gegend von Malancourt und an unserer Front Belhiiieourt— Toter Mann— CumiereS. Oestlich der Maas und in der Woevre hat der Artilleriekampf eine gewisse Heftigkeit ange« nomine». Jnfanterieunternehmungen fanden im Lause des Tage? nicht statt. In den Vogesen beschossen wir feindliche Lager in der Umgebung von Mllhlbach. Belgischer Bericht: Auf dem größten Teil der belgischen Front war die beiderseitige Artillertetäiigleit normal. Nördlich von Sternstroate indessen Nahm der Ariillerickamps im Laufe deS 23. ungewöhnliche Heftigkeit an. Wir bekämpften die feindlichen Batterien überall wirksam. Die englische Meldung. London, 24. März.(W. T. B.) Amtlicher Bericht vom Donnerstag. Bei erfolgreichen Streifzügen gegen die feindlichen Schützengräben in der Gegend von Gommecourt, Bethune und der Siraße von La Bassöe wurde ein Gefangener eingebracht. Drei Unterstände der Teuischen wurden durch Bomben in die Lust ge- sprengt. Der Feind ließ östlich von Arras eine kleine Mine sowie zwei Minen nordöstlich von Neuvechapelle springen, durch die unsere Schützengräben leicht beschädigt wurden. Ein Handqranatenangrifs nördlich von Anas wurde abgeschlagen. Artillerisläligkeit bei Fri- court, Gommecourt, Souchez, der Hobenzollernsckanze und bei Dpern. An einer Stelle wurde eine starke Explosion in den scindtichen Linien hervorgerufen._ Der rujsische Kriegsbericht. Petersburg, 24. März.(W. T. B.) Amtlicher Bericht vom 23. März 1916. Westfront: In der Gegend von Riga ent- wickelt sich der Kampf weiter. Im Abschnitt von Jakobstadt durch- brachen unsere Truppen feindliche Verteidigungseinrichtungen und nutzten ihren gestrigen Erfolg auS. Unsere Artillerie nördlich Düna- bürg zerstreute mit Erfolg die Deutschen, die sich bei Schischkowo <12 Kilometer westlich Dünaburg) versammelten. In der Gegend südlich von Dkmaburg bis zum Dryswjath-See heftiger Artillerie- und Gewehrkampf. Im Abschnitt Minzjuny-Sokly-See südlich vom Trys- wjaly-See machte der Feind einen Gegenangriff und besetzte wieder einen Teil der Gräben, die wir ihm am Tage vorher ab- genommen hatten. In der Mitte dieses Abschnittes heftiger Artillerie- und Gewedrkampf. Auf der Front Wileity— Mosheili (12 und 7 Kilometer nordwestlich Postawy) und in der Gegend deS Miadziol- und Narocz-Sees dauert der Kampf an. Südwestlich des Narocz-SecS stießen unsere Truppen feindliche Gegenangriffe zurück und gingen weiter unter heftigem Feuer vor. Am Slldufer des Naroez-Sees verschossen die Deutschen Granaten mit erstickenden Gasen. Weiter südlich bis in die Gegend der Polesis stellenweise lebhaftes Artilleriefeuer. G a liz i e n: An der oberen Strvpa warfen wir südöstlich Kozlow einen Angriff des Feindes zurück und fügten ihm große Verluste zu. Weiter südlich gingen wir ein wenig vor und be- festigten das gewonnene Gelände. Am Dnjestr besetzten unsere Truppen nach Kampf die Dörfer Latac und Chmielowa(10 und 12 Kilometer nordwestlich Uszicczko). Schwarzes Meer: Keine Veränderung. Kaukasusfront: Nnsere Truppen verfolgen Weiler den erschöpften Feind._ Meldung der italienischen Heeresleitung. Rom, 23. März.(W. T. B.) Amtlicher Bericht. Im Suganatale(Brenta) griffen feindliche Abteilungen, unterstützt von Artillerie, in der Nacht zum 22. März mehrmals unsere Stellungen an. Sie wurden unter schweren Verlusten zurückgeschlagen und ließen in unseren Händen einige Gefangene, Waffen und Munition zurück. Bei Ravnilaz(Becken von Flitsch) und auf dem Mrzli Vrh (Krn) wurden feindliche Vorstoßversuche in der gleichen Nacht ver- eitelt. Auf dem Mrzli Vrh drangen unsere Abteilungen, nachdem sie den Gegner zurückgeschlagen hatten, in die feindlichen Verschanzungen ein und warfen zahlreiche Bomben. Es kam zu verschiedenen Artilleriekämpfen an der gesamten Front, die auf den Höhen westlich Görz heftiger waren. Unsere Flieger stellten bei Erkundungen die Anwesenheit von zahlreichem rollenden Material auf der Eisenbahn im Bacatal(Jdiio) fest. Andere italienische Flieger bewarfen Oppacchiasella, Konstanjevica und Nabrcsina mit Bomben und kehrten darauf trotz des Feuer» der zahlreichen Ballon- abwehrgeschütze unversehrt zurück. Feindliche Flieger warfen Bomben auf Astago und Telve(Suganatal), ohne Schaden zu verursachen. C a d o r n a. Meldung des türkischen Hauptquartiers. Konstantinopel, 24. März.(W. T. B.) Bericht des Haupt- quartiers. An der I r a k f r o n t bei Felahie versuchte eine feindliche Abteilung von ungefähr zwei Bataillonen unsere Vorposten auf dem rechten Ufer des Tigris anzugreifen, wurde aber nach einstündigem Kampfe zurückgeschlagen. In der Nacht vom 21. März warfen unsere Flieger wirksam Bomben auf die Feinde in K u t- e l- A m a r a. In derselben Nacht griff eines unserer Wasserflugzeuge feindliche, in der KephaloS- bucht der Insel Jmbros ankernde Schiffe mit Bomben an; wir beobachteten, daß alle Bomben wirksam ihr Ziel erreichten. Ein feindliches Torpedoboot füllte vier Segelschiffe mit über 200 als Räuber verkleidete Soldaten und landete sie unter seinent Schutze in der Ortschaft Keumir Dili auf dem Süd- ostufer des Golfs von Klazomene; aber auf einen Angriff unserer an Zahl nur schwachen Küstenabteilungen konnten sich die Räuber trotz des Schutzes des Torpedobootes am Ufer nicht halten und flüchteten sich eilig auf ihre Barken, wobei sie jedoch zehn der Bevölkerung gehörende Hammel mit- nahmen, darauf zogen sie sich zurück.— Sonst nichts zu melden. Das Unterhaus über öen mesopotamischen Zelüzug. London, 22. März.(W. T. B.) u n t e r h a u s. Minister sür Indien Chamberlain sagte auf eine Anfrage über die Lage in Mesopotamien: Der Feldzug begann mit einer ziemlich kleinen Operation, die den Hilfsquellen der Regierung von Indien entsprach, aber er dehnte sich aus, bis jene Hilfsquellen nicht mehr ausreichten. Redner sprach seine Freude aus, daß schließlich der Regierung von Indien die Verantwortung dafür abgenommen wurde. Er tönne auf die Frage nicht eingehen, ob die Truppennachschübe in Mesopolamicn und die Truppen, mit denen der Bormarsch auf Ktestphon unternommen wurde, ausreichend gewesen seien. Die militärischen Behörden seien mitdem Zug gegen Bagdad einverstanden gewesen. Chamberlain gab zu, daß die Lazaretteinrichtungen in beklagenswerter Weise zusammenbrachen. In BaSra sei eine ge- nügende Menge von allen Lazareltbedürfntsseu vorbanden gewesen, aber weiter oberhalb habe«S daran gefehlt, vor allem. weil leine geeigneten Flußfahrzeuge zu bekommen waren. Einige seien auf dem Tigris und vorher auf dem Meere ver- loren gegangen. Aber der Mangel an Booten sei nicht der einzige Grund für das, was geschehen, und weder die englische noch die indische Regierung seien mit den Zuständen, die sich daraus er- geben hätten, zufrieden. Ein General und ein Ziviibeamter feien hingeschickt worden, um die ärztlichen Vorkehrungen zu untersuckelr. Die Untersuchung sei noch nicht abgeschlossen. Chamberlain schloß, er hoffe, daß Besorgnisse über die miliräriiche Ausrüstung un- begründet seien. Jedenfalls seien Verbesserungen gemacht worden und weitere würden folgen. H o b h o u s e sagte, er bedauere, daß die milltärtschtn Behörden in England � und ndien die Unternehmung in Mesopotamien gebilligt hätten. r habe gehofft, daß der Befehlshaber an Ort und Stell« seine Be- sugnisse überschritten hätte, als er die weit überlegenen feindlichen Slreitkräfte angriff und daß er für diese vielleicht nicht gerade un» heilvolle, aber jedeiifollS durchaus nichl erfolgreiche Unternehmung verantwortlich wäre. Er sei erstaunt, daß die militärischen Behörden den Vormarsch gebilligt hätten: denn der Traum, daß man Bagdad mit 20000 Mann nehmen tönne, scheine ihm militärischer Wahnsinn zu sein. Redner be- dauerte, daß Charnberlain genötigt gewesen sei, zuzugeben, daß bxt ärztlichen Vorkehrungen gänzlich zusammengebrochen seien. Wenn Soldaten aus Mangel an Vorsorge an ihren Wunden ge» sind, so verdienen die dafür verantwortlichen Personen die schärfste«träfe. Redner wandte sich gegen die Bemerkung Cham- berlains, daß die Berichte der Gegner romanhaft seien. Ter letzte türkische Bericht sei viel weniger romanhaft als der letzte englische. Die Zahl der britischen Verwundeten sei in dem türkischen Bericht viel genauer angegeben, als in dem britischen.— Chamberlatn erwiderte, der Feind erfahre die englischen Verluste erst aus den britischen Berichten. Hobhouse sagte der Feind habe hänstger, als das Kricgsamt zugebe, erstaunlich richtige Schätzungen gebracht. vom u- öoot-Krieg. Le Havrc, HL März. Die Stellung der deutschen Landwirtschaft zum Wirtschaftsverbande der Zentralmächte, vonR.Hnstadt, M. d. R. ♦ Zur Vorgeschichte eines mitteleuropäischen Wirtschaftsbundes, von Prof. Dr. Walther Lötz ❖ Die Lebensmittelversorgung vom Standpunkt der Verbraucher, von Dr. Hug.MüUcr, Leiter des Zentral Verbandes deutscher Konsumvereine•> Ersatzstoffe der Textilindustrie, von Prof. Hrthur Weiss ❖ Wirtschafts-Archiv ♦ Zeitung der Zeitungen Bezugspreis: Jahrg. 1916 Nummer 1—3(MÄrz-Nummem) AL 1.25. Vom I.Hpril ab vierteljährlich 13 Nummern(von Nr. 4 ab) M. 5.50. Einzelhcfte 50 Pfg. Zu bestellen bei jeder Buchhandlung, Postanstalt oder beim Verlag Neue Deutsche BUcherel V e r 1 a g 8 g e s 1 11 s c h a! t m.b.H. Mönchen, Herrnstr. 10 Möbel-Angebot. Solide Mödelfirma liefert Speselal-KIn. und Zweizlmmcr- Einrlchtnncen sowie Elnzclmäbcl gegen mäßige ZiuS- Vergütung bei kleiner Anzahlung und geringen monatliche« Raten- Zahlungen. Offerten D. 3 an die Expedition des«Vorwärts". äleim; Kassierer. Größte Kulanz. Cigaretten. 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Kciuath(natl.) fragt, was der Reichskanzler zu tun gedenke, um baldmöglichst die durch die provisorische Preisregelung für Web-, Wirk- und Slrick- waren geschaffene Unsicherhell zu beseitigen und eine den berechtigten Interessen der Gewerbetreibenden wie der Verbraucher gerecht werdende endgültige Regelung herbeizuführen' Ministerialdirektor Schallop: Die Bekanntmachung des Bundesrats sollte einem zu wucherischen Zwecken erfolgenden Einkauf von Textilwaren begegnen und hat diese Aufgabe vorläufig erfüllt. Der Erlag war als Provisorium gedacht, die endgültige Regelung wird durch eine Verordnung des Bundesrats erfolgen, die wohl schon am 1. April in Kraft treten wird. Abg. Bassermaun(natl.) fragt, ob der Reichskanzler Mitteilungen machen kann und will über die letzten Kämpfe in Kamerun und den Ueberlritt der Schutztruppe auf neutrales Gebiet sowie über den Stand der kriegeiHchen Ereig- nisse in Deutich-Ostafrika. Staatssekretär des Kolonialamts Dr. Solf: Die letzten amtlichen Nachrichten vom 11. November 1315 gaben der Hoffnung Raum, daß das Schutzgebiet sich noch längere Zeit würde halten können. Allerdings machte sich schon damals Munitionsmangel bemerkbar, der schliefilich den Gouverneur zwang, das Schutzgebiet zu räumen und auf das neutrale Gebiet von Spanisch-Muni überzutreten. Am 1. Januar 1916 sind feindliche Truppen in Jaunde eingedrungen, die Schutztruppe war über Molowo abmarschiert und konnte nicht abgeschnitten werden. So zeigen auch die letzten Kämpfe in Kamerun inimer noch das Bild eines Sieges unserer Waffen. sBravo l) Unter den auf spanisches Gebiet Uebergetretenen befindet sich der Gouverneur, 65 Offiziere, 22 Aerzte, 339 Unteroffiziere und Krankenwärter, 970 Soldaten, so das; es scheint, dag es allen Angehörigen der deutschen Wehrmacht gelungen ist, sich der Gefangennahme durch die Eng- länder und Franzosen zu entziehen. tBeifall.) In neuester Zeit ist es den Engländern gelungen, die Südafrikanische Union zur Ent- sendung eines Expeditionskorps zu veranlassen, wodurch die englische Streitmacht eine bedeutende Verstärkung erhalten hat. Der erste Zusammenstoß unserer Truppen am 12. Februar endete mit dem Rückzüge der Engländer unter starken Verlusten. In der letzten Woche scheint es dem Gegner aber gelungen zu sein, unsere am Kilimandscharo stehenden Truppen zurückzudrängen. Ein neuer Gegner ist im Süden durch den endgültigen Eintritt Portugals in den Krieg erstanden. Dem Schutzgebiet drohen Angriffe von allen Seiten, aber bisher haben unsere Truppen weit überlegene Kräfte zurückzuschlagen gewußt. Wir dürfen auch für die Zukunft der Tapferkeil unserer ostafrikanischen Schutztruppe vertrauen.(Lebhaster Beifall.) Es folgt die erste Lesung des EtatsnotgesetzeS. Reichsschatzsekretär Dr. Helfferich: DaS Etatnotgesetz ist notwendig, weil der Etat nicht bis zum 1. April sertiggestellt werden kann.— Die neue Kriegsanleihe weist clneu Betrag von 19,6 Milliarden auf, und zwar ohne die Feld- Zeichnungen und die Auslandszeichnungen.(Beifall.) Wie im Sep- tember kann ich auch heute erklären, daß die Finanzierung des Krieges für ein weiteres halbes Jahr gesichert ist.(Wiederholter Beifall.) Was es bedeutet, daß ein Volk von nahezu 79 Millionen, durch völkerrechtswidrige Gewaltakte von der Außenwelt ab- geschnitten und ganz auf eigene Kraft gestellt, im 21. Kriegsmonat dem Vaterlande abermals den riesigen Betrag von mehr als 10 Milliarden darbietet, kein Wort kann an die Größe dieser Tat- fache heranreichen.(Lebhafte Zustimmung.) Das bedeutet, daß allen Feinden zum Trotz unsere Kraft ungebrochen ist, daß das deutsche Volk dem Feinde gegenüber keinen Zwiespalt kennt, sondern einmütig zusammensteht. Kein Wort ist stark genug, um allen zu danken, die dies Resultat herbeigeführt haben, vor allen den Millionen von Zeichnern, die auch diese Anleihe zu einer wahren Volksanleihe machen, sich selbst und dem Vaterland zur Ehre. (Wiederholter lebhafter Beifall.) Abg. Scheidemaun(Soz.): Obwohl wir uns über unsere Stellung zum Hauptetat keines- Wegs schlüssig sind, stimmen wir dem Notetat zu. Ich erkläre daS ausdrücklich, damit nicht die Ansicht aufkommen kann, als ob wir uns durch unsere Zustimmung bereits für die Zustimmung zum Hauptetat binden. Abg. Bafferman«(natl.): Auch meine politischen Freunde stimmen der Vorlage deS Not- etatS zu. Ich will der hohen Genugtuung Ausdruck geben über die Darlegungen des Schatzsekretärs. Die Vorlage selbst beantrage ich, an den Hauhaltsausschuß zu verweisen. Abg. Dr. Spahn(Z.) und Abg. Graf Westarpn e n unter Vorbehalt unserer Stellungnabme zum ordentlichen Etat. Wir stimmen dem Notetat zu in der Würdigung der Tatsache, daß wir dem jetzt zu Recht bestehenden Elat, dessen Fortsetzung dieser Notetat ist, im vorigen Jahre unsere Zustimmung gegeben haben. An Aenderungen in diesem Notetat sind lediglich die bereits erwähnten Housbauten enthalten, von denen uns versichert ist, daß sie absolut notwendig sind und über die in der Budgeikommission zu beraten sein wird. Die Frage, ob wir dem ordentlichen Etat demnächst zu- stimmen tönneu, wird abhängen von dem Verlauf und dem Ergcb- uiS der Verhandlungen, die demnächst stattfinden. Das, was nach den Ausführungen des Abg. Haase hier bei dem Notetat be- sprachen werden müßte, Vereinsrecht, Lebensmittelfragen, Zensur- fragen, Kriegsfragen, Friedensfragen, das sind alles Dinge in bezug auf die wir uns in unserer Fraktion vollständig einig waren und in Bezug auf die auch im Senioren- konvent vollständige Einigung erzielt wurde, daß sie in den nächsten Tagen hier verhandelt werden sollen.(Lebhaftes Hört! hört!) Bei der Zustimmung zu diesem Notetat handelt es sich für uns jetzt nicht um die Frage des Vertrauens oder Mißtrauens gegen- über der Regierung. Darüber wird, wie gesagt, demnächst zu sprechen sein, wenn der ordentliche Etat zur Besprechung kommt. Für uns handelt es sich jetzt darum— oder ich will sagen sür mich, denn ich konnte natürlich in dieser kurzen Zeit nicht eine einmütige Meinung innerhalb der Fraktion darüber herbeiführen— für mich bandelt es sich in diesem Augenblick darum, die Fort- führung der Reichsgeschäste im Interesse des deutschen Volkes in dieser schweren Zeit, von der wir wünschen, daß sie bald durch einen dauernden Frieden zum Abschluß gebracht wird(Lebhaste Zustimmung bei den Sozialdemokraten) sicherzustellen. Bis der ordentliche Etat zur Vorlage kommt, werden wir mit der Regierung sa noch das eine oder andere zu reden haben. Ich will weiter erklären, daß wir, ich darf annehmen, die große Mehrzahl meiner Freunde, auch in dieser Stunde noch zu den Worten stehen, die Sie alle damals als Erklärung unserer Fraktion aus dem Munde des Herrn Abg. Haase(Lebhaftes Hört, hört I) gehört haben: .Wir machen wahr, was wir immer gesagt haben. In dieser Stunde der Not lassen wir unser Vaterland nicht im Stich." (Stürmischer Beifall bei der großen Mehrheit der Sozialdemokraten und im ganzen HauS und auf den Tribünen.) Ein Schlußantrag wird angenommen, der Notetat wird der Bugetkommisfion überwiesen. Abg. Rühle(b. keiner Frakt.)(zur Eeschäftsordnungj: Durch den Schluß der Debatte ist eS mir unmöglich gemacht. in meinem Namen und im Namen meines Parteifreundes Lieb- k n e ch t(Gelächter) zu erklären, daß wir diesen Notetat ablehnen, da für uns als Sozialdemokraten noch der alle Grundsatz gilt: Diesem System keinen Mann und keinen Groschen. (Gelächter.) Abg. Haase(Soz.)(bemerkt persönlich): Der Herr Schatzsekretär hat den Mut gehabt, anzuzweifeln, ob ich ein echter Volksvertreter bin.(Ruf rechts: Da hat er recht!) Dazu hat er keine Kompetenz. Nur das eine will ich sagen, daß diejenigen hier die besten Patrioten in allen Ländern zu sein scheinen und auch bei uns, die nach 29 Monaten blutigen Ringens der Ver- ständigung der Völker(Große Unruhe. Glocke des Präsidenten) durch einen aufrichtigen Frieden das Wort reden.(Andauernde große Unruhe.— Abg. Dr. David(Soz.) ruft dem Redner zu: Ihre Politik verlängert den Krieg und dient dem feindlichen Ausland l— Von rechts und links weitere heftige Zwischenrufe. Die bewegten Aus- einanderseyungen innerhalb der sozialdemokratischen Fraktion gehen weiter.— Abg. Hoch wirft dem Abg. Haase in heftigen Worten vor, daß er gröbsten Disziplinbruch begangen habe, weil er der Fraktion von seiner Absicht, zu sprechen, vorher nicht Mitteilung gemacht habe. — Abg. Sachse ruft: Henke hat ihn angestachelt.) Die Sitzung schließt, während die erregten Gruppen weiter de- battieren. Schluß: 12-/« llhr. Nächste Sitzung: heute l'/z Uhr(zweite und dritte Beratung des Notetats). » 37. Sitzung, Freitag, den 21. März, nachmittags 2 llhr. Am BundeSratstisch: D e l b r ü ck, Helfferich. Das Etatnotgcsetz wird ohne Erörterung in zweiter und dritter Lesung gegen die Stimmen einer Anzahl Sozialdemokraten an- genommen. Der Präsident erhält die Ermächtigung, die nächste Sitzung ein- zuberufen, sobald genügender Beratungsjtoff in den Ausschüssen fertiggestellt ist. Sie wird spätestens am 1. oder ö. April stattfinden. Schluß der Sitzung 2V( Uhr. JMdj den: Bericht der„Vossischcn Zeitung� spielten sich die Vorgänge nach der Bemerkung Haases gegen Dr. Helfferich folgendermatzen ab: Großer Lärm. Die Abgg. David. Heine, Sachse, Scheidemanv und andere umringen den Platz des Abg. Haase. Abg. Dr. David, pnmd 55p/. Sprottbücklinge>1, m 48». Bücklinge..stock 10, 15?/. Makreienbücklingestck 35». Riesen-Lachshering 45». Sardinen in o«!...... dm« 75 pt Sardinen lnToTole48, 85?/. ''min'lltTlfPnTrn1 t/una 42,.. leictit gefärbt, CO IIL Sorte Piund hlllPi. Soizheringe 6, 12„ Btttck I Putding-Piilver 10,12, Paket Rote Grütze ir getärbt. t'aket J WP1 Sancsn-FDivsr in Vanille. Paket JUp/. SozialflemokratisclierWalilveFeiB k.ll. 3. Berl, Reichstags- WaWkreis. Den Mitgliedern znr Nachricht, dag unser Genosse Paul Böhme Franzstr. 17, infolge schwerer Verwundung im Lazarett gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonnabend, den 23. März, nach- mitiags 41/- Uhr, von der Halle des Zentralsriedhofes in Friedrichs- selbe aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 209/9_ Per Vorgitond. Branilenli. MascMnensetzeFVEFein i (V. d. 0. B.) Sitz Berlin. Alb Opser dcS Weltkrieges starb! am LI. März insolge schwerer Verwundung unser lieber Kollege,! der Linotypesetzer Paul Böhme im 24. Lebensjahre. Die Beerdigung findet heute I Sonnabend, den 23. März, nach-- mittags l'/a Uhr, aus dem Zentral- jriedhos in Friedrichsselde statt.' Um zahlreiche Beteiligung ersucht| 282/18 Der Borstaud. SozialfiefflokFatischeFWahlveFein' I.(l,4.BeFlinEFReiclistagswaliIkF. Frankfurter Viertel. Bez. 384 I. Den Mitgliedern znr Nachricht, daß unser Genosse, der Zimmerer Oswalc! König (Barnimstr. 15) gestorben ist. Die Beerdigung findet heute Sonnabend, den 23. März, nach- mittags 4 Uhr, vom Trauerhause, Larnimstr. 43, aus statt. GBrliber Viertel. Bezirk 153. Den Mitgliedern serner zur Nachricht, daß unser Genosse, der Tischler tiermann köttcder (Kottbuser Str. 2) gestorben ist. Die Beerdigung findet morgen Sonntag, den 26. März, nach. mittags 3 Uhr, von der Halle des Simeons-KirchhoseS in Neukölln, Mariendorser Weg, aus statt. Ehre ihrem Andenke« k Um rege Beteiligung ersucht 212/13 Der Vorstand. BeiitsctiEF TFanspoFtarbeiteF-VeFhand. Bezirksverwaltung Groß-Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kolleg«, der Auto- sührer Otto Birth von der Finna Kandelhardt, Gitschiner Straße, am 22. März im Alter von 47 Jahren ver- starben ist. Ehre seinem Andenke«! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 26. März, nach- mittags 2 Uhr, von der Leichen- Halle des allen Luisen-Kirchhofes, Bergumnnstraße, aus statt. g 63/4 Gie Bezirksverwaltung. Aus dem Felde der Ehre fiel am 19. März 1916 nach 5, � 1 i Monate langen Kämpfen unser einziger, geliebter Sohn. der Landsturmmann 476b Bninn Hiller Res.-Jns.-Regt. 47 im blühenden Alter von 27 Jahren. Wenn einst die Krieger heim- wärt? kehren, Und unser Kind ist nicht dabei. Dann fließen bittere, heiße Tränen, Und bricht uns sast daS Herz entzwei. Fern von der Heimat, Eltern- haus." Mit Liebe, Treue, Fleiß und Streben War angefüllt dem ganze? Leben. Die trauernden Eltern Robert Hiller und Frau geb. Grabow. Nun, lieber Junge, schlaf in Ruh. Frankreichs Erde deckt dich zu. VcfM d. BFaneFel- nJühlen-l (EF D. VEFff.ßOFlllsgBI Zahlstelle Berlin. Wir bringen unseren Mitgliedern! zur Kenntnis, daß unser Kollege, j der Zimmermann Oswald König (Brauerei Patzcnhofer NO.) am 21. März 1916 gestorben ist.| Ehr« seinem Andenken! Die Beerdigung findet am s Zonnabend, den 25. März, nach. mittags 4 Uhr, vom Trauerhause! Barnimstr. 5 aus nach dem St.\ Georgen- Kirchhof in der Lands- berger Allee statt. 42/9! Um zahlreiche Beteiligung wird| ersucht. Die Ortsverwaltung. DedIsciief RoizaFbEilErvEFtiant Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Tischler Hermann Höttcber Kottbuser Straße 2, im Alter von 49 Jahren gestorben ist. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 26. März, nach- mittags 3 Uhr, von der Halle des Friedhofes der Simeons- gemeinde am Mariendorser Weg aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 84/9 Die Ortsverwaltuna. J\srlsAÄA- VT" •W' tferren- und fiamen-darderobe neueste Moden, beste Verarbeitung Yollsländige WohDflDBs-EinriehtniiBen sowie einzelne Möbel auf Kredit Mäßige Anzahlung— Geringe Baten.* Berlins Ältestes Waren- and XLObel-Kredlt-Hans Julius Glogau G. m. h. H. Kottbuser Str. 28. Ecke Reichenberger Str. direkt am Hochbahnliof Kottbuser Tor. grRabaltm.rken der Konsumgenassenschaft Berlin und Umgegend. 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Nachdem einige Tage hindurch eine dem Durchschnitt genügende Einfuhr von Kartoffeln nach Berlin erfolgt war. und somit die lange dauernde und Besorgnis erregende Knappheit in der Zufuhr über- wunden schien, ist in den letzten Tagen wiederum ein starker Rück- gang zu verzeichnen. So brachten die vier letzten Tag-(von Dienstag, den 21. bis Freitag, den 24. März) im Durchschnitt 46 Wagen Kartoffeln, während der normale TageSgebrauch kg bis SV Wagen beträgt. Es ist lebhaft zu wünschen, daß die Provinzen. auf deren Lieferung Berlin nach der Verfügung der Neichskartofiel- stelle angewiesen ist. die Zuführung der Kartoffeln beschleunigen. damit nicht wieder ein Mangel eintritt. Aber auch darüber hinaus erscheint es unbedingt zweckmäßig und notwendig, noch weitere Mengen herbeizuschaffen, welche als Reserve zum wenigsten für eine kurze Frist ausbewahrt werden können, um für Stockungen im Bahnvcrkebr oder in der Anlieferung auf dem Lande infolge drin- gender anderweitiger Arbeiten der Landwirte gesichert zu sein. Beurlaubungen vom Fortbildungsschnlunterricht. Aus dem Magistratsbureau wird uns mitgeteilt: Es werden hier und da Klagen laut über Härten deS Fortbildungsschulzwange» wahrend der Kriegszeit erörtert. Die Pflicht zum Fortblldungsschulbesuch besieht für alle jugend- lichen männlichen»nd weiblichen Personen bis zum Ablauf de« Halbjahres, in welchem sie das 17. Lebensjahr vollendet haben, so- bald sie in einem kausmännischen oder gewerblichen Belriebe be- schästigt werden. Gleichgültig ist dabei, ob sie gegen Entgelt oder ohne Entgelt, ob sie als Lehrling, Lehrmädchen, Volontär, Arbeiter, Laufbursche, Gehilfe, Verkäufer oder Verkäuferin usw. beschäftigt »verdcn. Von dieser Verpflichtung können die Jugendlichen auch während der Kriegszeit von der Fortbildungsschulverwaltung nicht befreit toerden. Lediglich in solchen Fällen, wo die Jugendlichen in den Be- trieben mit dringenden Heereslieferungen beschäftigt werden, können zeiiweilige Beurlaubungen fiatlfinde». Aber für diese Beurlaubungen sind von den zuständigen Ministern feste Grund« iätze ausgestellt, und ob die Vorausietzungen iür eine Beurlaubung vorliegen, enlscheidet nicht einseilig die Fortbildungsschulverwaltung, sondern auch ein Vertreter der Müilürbehörde. Die Antragsteller haben demnach die Gewähr, daß ihre Gesuch« nicht nur vom Stand- punkte der Schulverwaltung geprüft und entschieden werden. Daß den Anträgen bisher in weitem Maße entsprochen worden ist, gehl auch daraus hervor, daß das KriegZministerium in einem neueren Erlasse Anlaß nimmt, die Fonbildungsschulverwallungen zu ersuchen, die früher bewilligten langfristigen Beurlaubungen aufzuheben und nach den neuen Grundsätzen einer Nachprüfung zu umerziehen. Darüber hinaus werden von der Schulverwallung auch solche Urlaubsgesuche in der entgcgenkonunendfien Weife geprüft, Ivo die Jugendlichen die einzigen oder hauptsächlichen Er» nährer der Familre find, weil der Bai« im Feld« steht oder dergleichen. Allerding« müssen die Betroffenen sich auch vergegenwärtigen, daß die Fortbildungsschule jetzt die doppelle Pfstcht hat, an der gründlichen Ausbildung deS gewerblichen Nachwuchses mitzuarbeiten und dahin zu wirke», daß der Fortbestand der Schulen nicht in Frage gestellt wird, daß also Beurlaubungen nur aus ganz tristigen Gründen bewilligt werden können. Der Schaden am Sprectumicl zwischen Jannowitz« und Waisen- brücke bat bisher»och nicht festgestellt werden können. Dies kann erst geschehen, wenn die eingedrungenen Waffcrmengen wieder entfernt sind. Mit dem Auspumpen kann aber erst begonnen werden, sobald die Spundwand, die in die Spree gesackt ist, wieder her- gestellt worden ist. Die Ursache des WafferesnbruchS ist hauptsächlich, wie bei dem Bruch des Tunnel« an der Straße Neu-Köll» am Wasser, in der Nachgiebigkeit der Flußsohle zu suchen. In dieser Sohle hat sich nämlich kurz vor der Anschlußstrecke des TuuuelS am Brandenburger Ufer, und zwar auf der östlichen Seite des Tunnels ein Kolk gebildet. In diesen Kolk ist die Spundwand in einer Ausdehnung von 20 Meter versunken. DaS Loch, das sich dort ge- bildet hat, wird jetzr mit Kahnladungen von Sand wieder aus- gefüllt. Sobald der Kolk beseitigt ist. soll mit der Schließung der Spundwand und dem Auspumpen des Wassers begonnen werden. Man hofft Ansang April mit dieser Arbeit fertig z» werden. Dann wird sich auch der verursachte Schaden übersehen lassen. Der Streit auf dem Hinterperron. Der 42 Jahr« alt« Arbeiter Paul Müller au» der Boxhagener Straße 31 bestieg an der Prinz-Aibrcchl-Straße einen Wagen der Linie 77, um nach Hause zu fahren. Während der Fahrt geriet er mit einem Schutzmann, der ebenfalls aus der hintereu Ptottform stand, wegen eines Kriegsgesprächs in Stroit, Der Beamte ersuchte den Schaffner, Müller zur Ruhe zu perweisen. Als das nicht gelang, forderte der Schaffner den Fahrgast an der Hallestell« an der Ecke der Warichauer und Boxhagcner Straße auf, den Wagen zu ver- lassen. Müller weigerte sich hartnäckig, und der Schaffner nahm jetzt die Hiise deS beschwerdeführenden Schutzmanns in Anspruch. Als nun Müller den Beamten bei dem versuche, ihn vom Wagen zu entfernen. Widerstand leistete»nd ihn nach Meinung des Beamten mllich angriff, versetzte dieser ihm einen Säbelhieb über den Ann. Der Verletzte wurde aus der nächsten Rettungswache verbunden und dann von zwei Beamten als Polizeigefangener nach der Charile gebracht.__ Gebt acht auf die Butterkart«! Von» Magistrat wird uns mitgeteilt, daß für eine verlorene Butterkarle bis auf weiteres eine Ersatzkarte nicht ausgegeben wird. ES liegt daher im Interesse eines jeden einzelnen, sein« Bulterlarte sorgfältig auizubewahren. Irgendwelche Anträge auf Ausgabe einer Eriatzbmterkarte sind daher weder bei den Polizei- revieren noch bei dem Magistrat oder den einzelnen Brot- kommissioncn zu stellen, da sie doch nicht berücksichtigt werden können. Zum ärztlichen Direktor am Urban-Kraukeuhause an Stelle des Herr» Geh. Rat Professor Dr. Frankel wurde der dirigierende Arzt an diesem Krankenhause Professor Dr. Plehn gewählt. Zur Warnung k Wegen Betruges bei Bewerbung um die städtische Arbeiisrosen» unterützung ist eine hiesige Einwohnerin vom Schöffengericht mit 14 Tagen Gefängnis bestraft worden. Aus dem Lliiidwehrkanal gelandet wurde am Gartenufer Im Tiergarten die ög Jahre alle Tischlermeisterswitwe Karoline Hoppe au» der Grinimstraße 6, die man seit Ansang Februar vermißte. Mau fand bei ihr einen Abschiedsbries an ihre Tochter, in dem sie initteill, daß sie freiwillig ins Wasser gegangen sei, aber nicht sagt, warum sie es getan hat. Der Beweggrund ist deshalb auch den Angehörigen ganz»inbekannt. Die Frau lebte in guten Per- hältniffen und erfreute sich in ihrem hohen Alter noch einer guten Gesundheit. Heute ist kein Schulunterricht! Unter Hinweis aus den Erfolg der Kriegsanleihe hat der Oder befehlshabec in den Marien bestimmt, daß heute in Berlin und der Provinz Brandenburg die Schule ausfällt. Die Kinder sind beim Schulbeginn entsprechend zu belehren und sogleich zu entlassen. Ei» vielseitiger Schwindler, der manchen Unschuldigen in bösen Verdacht gebracht hat, ist trotz seiner Jugend der 18 Jahre alte „Arbeiter" Adolf Lehmann, der jetzt endlich entlarvt und fest- genommen wurde. Lehmann nahm unier dem Namen irgend eines Allersgeuossen, den er kannte, die verschiedensten Stellungen an, als Fensterputzer, Hausdiener usw. Mit Vorliebe suchte er Beschästigun in Kieutöppeil. Ueberall war er so aufmerksam und fleißig, da� man ihm bald unbeschränktes Vertrauen schenkte. Daraus hatte er es auch abgesehen. Denn nur so fand er Gelegenheit zu Diebstählen. Unterschlagungen und Schwindeleien aller Art. Nach jedem Streiche, der der Kriminalpolizei angezeigt wurde, mußte au! den junge» Mann gefahndet werden, dessen Namen er geführt hatte Niemals aber traf auf diesen die Personalbeschreibung des Schwindlers und Diebes zu, die immer die gleiche war. An der Hand dieser hielten nun die Beamten Umschau unter den Bekannten der Verdächtigten, und so kam man endlich auf Lehmann, auf den alle Beschreibungen paßten. Er wurde verhaftet und legte denn auch ein Geständnis ab. Ueberall war er nur so lange geblieben, bis er mit der Kasse durchbrennen oder sonst etwas stehlen konnte. Die Ermittelungen ergaben weiter, daß er sich auch auf gesäischte Miels- Verträge allerhand Sachen verschafft hatte, um sie gleich wieder zu verkaufen. Meisten« führte er die Namen Wirt und Kleiber, wahr- scheinlich hat er aber auch noch unter anderen falschen Namen sein Unwesen getrieben.___ 200 000 Mark für die Schulspeisung. In der vorgestrigen geheimen Sitzung der Berliner Stadt- verordnetenversammlung wurde die Maglstratsvorlage über die Nach- bewilligung von abermals 200 OVO M. für die sreie Mittagsspeisung, sogenannte Schulspeisung, bedürftiger Gemeindcschulkinder beraten. Die Versammlung hatte am 3. Februar d. F. bereits 300000 M. für dielen Zweck nachbcwilligt. In den ersten beiden Monaten d..J. war ein erheblicher Rückgang der beteiligten Kinder zu verzeichnen. Die bewilligten Mittel reichten aber nicht aus, weil auch dem Verein für Kindervolksküchen mit Rücksicht auf die Preissteigerung der Nahrungsmittel die Portion um 3 Pf. erhöht worden war. Dadurch waren bereits im Januar die Mittel überschritten. Die Wer- sammlung erklärte sich mit der Nachbewilligung von 200 000 M. ein- verstanden. Ein Isjährizer falscher Flüchtling ist in Lichtenberg aufgetreten. Dort treibt sich ein Junge umher, der sich Artur Schumann nennt. Er erzählt den Leuten, daß er vor den Russen au« Ostpreußen habe fliehe» müssen und kein Unterkommen habe. Zur Bekräftigung zeigt er aucki eiue vernarbte Brandwunde am rechten Unterschenkel. Ob- ivohl die Flucht der Ostprenßeii nun schon lange zurück liegt, findet er immer noch Glauben. Mitleidige Leute nehmen ihn ans. Zum Dank dafür bestiehlt er sie bei der ersten Gelegenheit und verschwindet dann. Der junge Schwindler hat dunkles Haar und schwarze Augen und trägt einen blauen Jackettanzug, eine graue Sportmütze und schwarze Schnürstiefel. Auf der Straße vom Tode überrascht wurde die 37 Jahre alte Korrespoudeistin Anna Wolf aus der Anzengruberstraße Lv zu Neu- lölln. Sie brach vor dem Hause Bergstraße 84» auf dem Bürger« steige plötzlich zusammen und verschied auf der Stelle, wahrscheinlich am Herzschlag. flus öen Gemeinden. Burgsriedliche Wahlen in Tempelhof. Vor einigen Tagen berichteten wir, daß allem Anschein nach die bürgerlichen Parteien für das als ungültig erklärt« Mandat des Genossen Ewald keine burgsriedliche Wahl vornehmen wollten. In letzter Stunde ist nun über die Besetzung dieses Mandals doch noch eine Einigung erzielt worden. Von der Sozialdemokratie ist wieder Genosse Ewald aufgestellt, aber vereinbart worden, daß der Bezirk sogleich»ach Beendigung des Krieges zur Neuwahl schreiten muß. Die Wahlen für die 3. Abteilung finden bekanntlich am nächsten Sonntag von 11—2 Uhr statt. Es ist vor allem ein« rege Pro- paganda für die Wahl zu entfalten. Die Stcuerkart« ist als Lcgili- mation mitzubringen. Der 2. Wahlbezirk umfaßt den östlich der Berliner Straße und nördlich der Albrecht-, Teil- und Bergholzstraße von Straßenmitte gerechnet, belegenen OrtSIeil. Wahllokal: Restaurant Pfeiffer, Dorfstr. 20. Kandidat: Genosse Gastwirt Martin Müller. Der 3. Bezirk umfaßt den westlich der Berliner Straße und südlich der Albrechlstraße, von Straßen», ttte gerechnet, belegenen Orlsteii. Wahllokal: Restaurant Martin, Berliner Str. 02. Kandidat: Genosse Klempnermeister Louis F r a n tz. Der 4. Bezirk umfaßt den östlich von der Berliner Straße und südlich der Albrechlstraße, Teilestraße und Bergholzstraße, von Straßen- mitte gerechnet, belegenen Ortsleil. Wahllokal: Restaurant Boock, Moltkestr. 1ö. Kandidat: Schriftsetzer Oskar Ewald Gemeindevertretertvahlen. Schönow bei Zepernick. Sonntag, den 2ö. März, findet im Gasthof von Otto Schulze Gemeindevertreterwahl statt und zwar wählt die dritte Klasse nachmittags von 2—4 Uhr. Kandidat ist Lagerhalter Paul M e n d e. Die zweite Klasse wählt von 4 bis V Uhr. Kandidat: Otto D a in m a n n. Die Wähler werden ersucht, vollzählig und pttnkilich zur Wahl zu erscheinen. Städtischer Gierverkauf i» Charlottenburg. Da die Zufuhr an Eiern nachgelaiien hat, werden in Char- loitenburg in den städtischeu Eierverkaufsstellen an den einzelnen Käufer wöchentlich nur einmal höchstens ö Eier abgegeben, und zwar gegen Vorzeigung der städtischen Lebensmittelkarle. Die Tier« verkaussitellen erbalten die Eier regelmäßig Dienstags oder Freitag«, so daß in allen Berkaufsstellen zugleich Mittwoch oder Sonnabend rüh mit dem Berkauf begonnen wird, fmammmmmmBammsm Keine Einkommensteuerhöhung in Ober-Schöneweide. In der letzten Sitzung der Gemeindevertretung wurde der Etat für 1016 verabschiedet und beschlossen, den Gemeindesteuerzuschlag hei 14b Prvz. zu belassen; die Gewerbesteuer dagegen wurde in der ersten Klasse auf 323 Proz. hinaufgesetzt. Lebensmittelverkauf der Gemeinde Steglitz. In der Verkaufsstelle der Gemeinde, Kieler Str. 7, kommen an den fieischlosen Tagen frische Seefische zum Verkauf. Ferner wird voraussichtlich von, Sonnabend ab von der Gemeinde beschafftes Schweinefleisch durch die Schlächter zum Verkauf gelangen. Die betreffenden Läden werden durch rote Plakate kenntlich gemacht. Abgabe von Saatkartoffeln in Nahnsdorf. Der Anbau von„Kriegskartoffcin" ist in der Gemeinde auch in diesem Jahre wieder in umfasiendem Maße in die Wege geleitet worden. Die Annahme von Bestellungen aus Saalkartoffeln, die schriftlich an den Gcmeindevcrordneten Braam, RahnSdorf-Mnhle. Forststr. 14, zu richten find, kann nur noch bis zum 31. d. M. er- patteweranftaltungen. Steglitz. Dienstag, den 29. März 1910, findet im Lokal von S chell- Hase, Sieglitz, Abornsiraße loa, die Generalversammlung des Wahlveroins statt. Beginn 8'/, Uhr. T a g e s o r d n n n g: Jahresbericht, Neuwahl des Vorstandes und der Funltionäre, MMeior, Verschiedenes. Neuenhagen. Sonntag, den 20. März 1910, abends 7'/, Uhr. findet nn Lokal von Hülscher, Dottistr. 12, ein Lichtbildervortrag statt. Zum Vortrag gelaiiat. Ein Besuch der KrlegSschanpIäb» i» Ostpreußen. Um zahlreichen Besuch ersucht der Biidungsausjchuß. Eintritt 30 Pf., Kinder 10 Ps._ Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 20. März. vorm. 10 Uhr: vcnsprobleme WetteranSstchten für das mittlere Norddentschland bis Sonntag mittag. Veränderlich, vorwiegend trübe mit wiederholten Niederschlägen i nach vorübergehender Erwärmung von Nordwesten nach Südosten fortschreitende neue Abkühlunz. HOBEL Bar oder Teilzahlung kauft jedermann billig— reell— kulant bei* Kengebaner, Charlottenburg Wümentdorfer Str. 128 Ecke Schlllerstrafle, Pen Genossen im Fetde ist es Bedürfnis, Uberdaspolitischa und oroanisatorische Leben in der Heimat stets unterrichtet au sein. Parum sendet Ihnen regelmHQig die Neuerscheinungen der parteigenösslsohen Literatur das Krieges. Sie sind au beziehen durch die Zeitungsausträger oder direkt durch die BUCHHANDLUNG VORWÄRTS BERLIN SW. 68, Lindenstraße 3 m Wichtig für Herren! Während des Krieges gibt Erste Herrenklelderfabrik Anzüge, Paletols, Oister fertig � Maß ünr"" Einzelverkauf"WU vom grossen FabrfkSager ab» VtrklUfKtit 10—6. Sonnabende 10—8. Sonntag« 12—2. xllolkenmarkt 7 8 IV. 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S ab ittf(6, Merstr, 174, am Koppenplatz. Geöffnet von 11—1'/. und von Ubn. 2. Wahlkreis: S. und SW.: Gustav Schmidt, BSrwaldstr. 42, an der Gneiiuiaustras!«. Geöffnet von 11—1'/, und von 4'/,— 7 Uhr, Wahlkreis« St. Fritz. Sfermjenftt. 31, Hos rechts Part. Geöffnet! von 11—1'/. v.nb von 4>/z— 7 Uhr. Wahlkreis: Offen: Nobert W e n o e II. MarluZstr. 36. Geöffnet! von 11—1'/, und von 4'/,— 7 Uhr.— Karl Melle, VeterSburgerplatz i. (ffater.'l. Geöffnet von 11—1'/, und von 4'/,— 7 Uhr. Wahlkreis. Südosten: Bau! Böhm, Lausitzerplatz 14/15. Geöffnet von 11- 1'/- und von 4'/,— 7 Uhr. 5. Wahlkreis: Leo Zucht. Immanuelstrchstr. 12(Hof). Geöffnet 1)0U i j_ iii unb 6.« 4'/»— 7 Ubr. «. Wahlhrcis KUoabit): Solomon Joseph. WilhelmShavever Straffe 48. Geöffnet von 11— l'l, und von �/r—7 Uhr. W eddinsf: J. Hönisch. Müllerstr. 34a Ecke Utrechter Str., Laden Geöffnet von 11—1'/. und von 4-/,— 7 Uhr �,» Ito�-�nibsIei'UTtd Qr�iRZSiRbui'gei' A. Wolgast SSatlstraffc S. 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Rariendorf, Rarienfclde: August 2 e i p, Chauiseestr. 29. &' eaentaagen, Hoppegarten: WoiSzetowSIi, Schmidt- straffe 20. Nenkülln: M. Heinrich, Neckarstr. 2, im Laden. Geöffnet von 9—2 und von 4— 7 Uhr; Neukölln. Britz: N o hr, Siegsriedstraffe 28/29. Geöffnet von 11— 1'/, und von 4'/,— 7 Uhr. Sfleder-Scliöneweide: Wilhelm Unruh, Brückenstr. 10, II. Ztz ovtavos: Karl Krähnberg, Friedrichlirchplatz 27. Oher-Siehönetvelde: Msred Bader, Wilhelminenhafstr. 17, Laden Geöffnet von 7 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. Fankotr, icderschimbansen, Vordend, Frz.-Bncta- holz, Blankenburg: R i ff m a n n, Mühlenstr. 30. Geöffnet von 11—1'/, und von 4'/,— 7 Uhr. Reinickendorf» IA| 01 3 Ö 01 N