f 5 Pfennig) Montagsausgltde t s pken«"») Ur. 86. »bonnementt-gecklnsvosea, LvonnementS- HrelZ pränumeriind»» vieaeliSHÄ S#0 MI. monoü. UO ZA» wöchentlich 26 ff 8- frei inä feouS. Einzelne Stumme, B Big Connlag»- nurnmex mit iHuitnertei SonntagZ» SeUage.Die Neue Welt' 10 Pig Post- vdonnemenl l.I0 Marl pro Monat. Einaetrageo tn die Post. ZeitunaZ- Preisliste. Unter Kreuzband mr Deutschland und Oesterreich- Ungarn ZSO Marl für das übrige Ausland i Marl Uro Monat Postabonnementt neSmen � an: Belgien/ Dänemark, öolland, Italien. Luxemburg. Portugoch — �Tiea, Schweden und die Schweis «rtdelat täglich. 33. Jahrg. Die Tnlertlons-Gebüftr ietrigl für die sechsgespaltene KoloneZ- zeile oder deren Raun, so Big., sür politische und gewerlschaitlmie BcreinS- und Versamnilnuiigs.SUtzeigcn'60 Pfg. „Kldne Hnretgcn", das settgcdruckte Wort 20 Psg.(zulässig S settgcdruSte Worte), ledes wutere Wort 10 Big.. Stellengesuche und Echlafsiellciiait- zeigen das erste Wort 10 Psg.. jedes weitere Wort 5 Psg. Worte über 13 Buch- staben zä""" kür die____........ 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden Die Expedition ijl bis 7 Uhr abends geöffnet. de Pitt' UVtV iO i zählen für zwei Worte. Inserate. ie nächste Nummer uiüssen bis relegrainm- Adreffe: .,5«kii»l»t fkrlm". Zcntralorgan der fozialdemokrati fchen Partei Deutfchlands. Neüaktion: SN). SS, Linöenstraße Z. Kernsprecher: Amt Moritzplatz. Nr. X5I 90— 15197. i Expedition: SW. HS, Linüenstraße 5. Fernsprecher: Amt Moritzplatz. Nr. 151 90—151 97. ElMsIM WWl WM Ms AMleM. Ein ölick in Sie Zukunft. Die widersprecheiirlsten Gerückitc kommen aus Rußland. Bald heißt es, daß die russische Volkswirtschaft Verhältnis- mäßig weniig unter dem Krieg leide, dald daß die Zerrüttung der Wirtschast und die Desorganisation der Verwaltung die Gefahr spontaner Volkserhebungen nahe rücke. Ein voll- kommen zutreffendes Beld läßt sich infolgdessen zurzeit nur schwer über die russischen Verhältnisse geben. Als Beitrag zu dieser' Frage, wie auch als Material jur Beurteilung der prinzipiellen Stellung zahlreicher russischer Genossen zum Krieg und seinen Wirkungen, sei nachstehend folgende Be- trachtung aus dem zurzeit ejnzigen regelmäßig erscheinenden Arbeiterblatte„Nasch Golos" in Samara wiedergegeben: „Der Krieg— beginnt der Artikel— hat es auf die Er« schopfung der kriegführenden Mächte abgesehen. Bei wem Geld, Waffen, Geschosse usw. früher ausgehen, der wird besiegt werden. Wer die Teuerung und den Mangel an Pro- dukten schärfer empfinden wird, der wird um so weniger sn der Lage sein, den Krieg fortzusetzen. Deshalb erhöhen die kriegführenden Mächte ihre Einsätze, obwohl sie zu diesem Zweck in untilgbare Schulden geraten, die Volkswirtschaft ruinieren, die industrielle, kulturelle Entwicklung des Landes hemmen und eine unerträgliche Steuerlast den Völkern auf- Hürden.... Eine ungeheuerliche. Froyie will es, daß diejenigen,..die ungezählte Reichtiimer verschleudern, schon jetzt„für die Zu- kunft sorgen". Zur Deckung' der Schuldenzinsen, der Pen- sionen und Unterstützungen für die Kriegsopfer, für den Wiederaufbau der vom Kriege zerstörten Bezirke und für die Erneuerung des Kriegsinventars werden nach dem Kriege gewaltige Summen erforderlich sein. Fetzt kann man noch nicht'sagen, wieviel die Bevölkerung Rußlands zu diesem Zweck wird zahlen müssen: 5, 7 oder 10 Millionen Rubel pro T a g. Schon jetzt aber werden„im Interesse der Zukunft" Projekte ausgearbeitet und Pläne ersonnen, welch ein Apparat konstruiert werden soll, um von der Bevölkerung die erforder- lichen Summen zu erheben. Diese ungeheuer wichtige Frage muß schon jetzt die Aufmerksamkeit aller Bevölkerungsklassen, namentlich der arbeitenden und unbemittelten Klasse, auf sich lenken. Wer wird dem Fiskus einen größeren Teil seines Einkommens abgeben: der Arbeiter, der mit blutigem Schweiß Groschen verdient, oder der Reiche, der mühelos viele Tausende Einkommen vom Kapital bezieht? Gegenwärtig ist infolge der herrschenden Teuerung die Ertragfähigkeit und folglich auch der Wert des Grund und Bodens stark in die Höhe gegangen. Die Wohnungsmieten find wahnsinnig gesteigert, was zur Folge hat, daß die Ein- künfte und der Wert der Immobilien außerordentlich gestiegen sind. Geld bringt jetzt weit mehr Zinsen als früher. Nun kann man entweder diesen gleichsam vom Himmel gefallenen überschüssigen Gewinn der Grundbesitzer. HauS- Herren. Fabrikanten, Wucherer und Finanzleute im ver- stärkten Maße besteuern. Oder man kann im Einklang mit der Jahrhunderte alten Gewohnheit dem Bauer und dem Ar- beiter die„letzte Kopeke" aus der Tasche ziehen. Diese Frage wird nach der Stärke, der Organisiertheit, der Einsicht und der Energie der verschiedenen Klassen und Schichten der Bevölkerung entschieden werden. Wie aber auch ihre Lösung ausfallen wird, ist die Gewinnung dieser neuen Milliarden eine ungeheuer schwierige Aufgabe. Sie nimmt in allen kriegführenden Ländern einen drohenden Charakter an. ihre Unlösbarkeit muß aber besonders deutlich in Rußland zutage treten. Denn Rußland ist ein armes und wirtschaftlich rückständiges Land. Verteilt man die jetzige Lsi-Milliardenschuld auf die Bc- völkerung, so erweist �es sich, daß jede Familie(bei einer Be- Völkerungszahl von 17t> Millionen oder annähernd 34 Millio- nen Familien) eine Schuldenlast von zirka 600 Rubel zu tragen hat. Die ungeheure Mehrzahl der russischen Arbeiter und mindestens drei Viertel der russischen Bauernschaft haben aber einen solchen Betrag noch nie in Händen gehabt. Die Kosten der Lebenshaltung sind inzwischen gestiegen, während der allgemeine Ertrag der Volksarbeit nach dem Kriege sinken muß, da ein beträchtlicher Teil des wertvollsten, gesündesten Volkes im Kriege getötet worden ist oder seine Arbeitsfähigkeit verloren hat. Zugleich damit soll eine neue Steuerlast der Bevölkerung aufgebürdet werden. Die Regie- rung mag noch so energisch und findig sein— viel wird sie hierbei nicht holen. Einen Ausweg aus der Lage, eine Rettung wenigstens für die nächste Zukunft könnte eine energische Entwicklung der Produktivkräfte des Landes, ein Fortschritt des Wirtschaftslebens Rußlands eröffnen. Aber damit die Industrie sich entwickele, ist außer den entsprechenden politischen und sozialen Bedinaunaen erforderlich, daß sich im Lande freie mW Des GlMll ölWWMii. Amtlich. Großes Hauptguartier. den 26. März 1916.(W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Gestern konnte der gute Erfolg einer in der vorher- chenden Nacht ausgeführten Sprengung nordöstlich von ermelles festgestellt werden. In dem Sprengtrichter liegt ein feindlicher Panzerbcobachtuugsstand: mehrere englische Unterstände sind zerstört. Nordöstlich von Neudille unternahm eine kleine deutsche Abteilung nach geglückter Sprengung einen Er- kundungsvorstoß in die feindliche Stellung un.d kehrte planmäßig mit einer Anzahl Gefangener zurück. Der französische Versuch eines Gasangriffs in der Gegend des Forts de la Pompelle(südöstlich von Reims) blieb ergebnislos. In den Argonnen und im Maasgcbiet erreichte der Artillerickampf stellenweise wieder große Heftigkeit. Nachtgefechte mit Nahkampfmitteln im Caillettc-Walde (südöstlich der Feste Douaumont) nahmen für unsere Truppen einen günstigen Verlauf. Durch eine umfangreiche Sprengung nordöstlich von Celles in den Vogese» fügte sich der Gegner selbst erheb- lichen Schaden zu; unsere Stellung blieb unversehrt. Bei St. Quentin fiel ein englischer Doppeldecker un- beschädigt in unsere Hand. Ein französisches Flugzeug stürzte nach Luftkampf im Caillette-Walde ab und zcr- schellte. Oestlicher Kriegsschauplatz. Die Russen haben ihre Angriffe im Brückenkopf von äkobstadt und nördlich von Widsy gestern nicht wieder- olt. Mehrere im Laufe des Tages unternommene Vor- stöße südwestlich und südlich von Dünaburg blieben schon auf größere Entfernung vor unseren Hindernissen im Feuer liegen. Gegen unsere Front nordwestlich von Postawy und zwischen Narocz. und Wiszniew-See nahm der Feind nachts mit starken Kräften, aber ergebnislos und unter großen Opfern, den Kampf wieder auf. Nord- westlich von Postawy nahmen wir einen Offizier 13b Manu gefangen. Balkan-Kriegsschauplatz. Nichts Neues.__ Von zwei durch ei» Kreuzergeschwader und eine Zer- störerflottllle begleiteten Mutterschiffen sind gestern früh fünf englische Wasserflugzeuge zum Angriff auf unsere Luftschiffaulagen in Nordschleswig auf- gestiegen. Nicht weniger als drei von ihnen, darunter ein Kauipfsiugzcug, wurden durch den frühzeitig benach. richtigten Abwchrdienst auf und östlich der Insel Sylt zum Niedergehen gezwungen. Die Insassen— vier eng- lische Offiziere und ein Unteroffizier— sind gefangen genommen. Bomben wurden nur in der Gegend von Hoher-Schleuse abgeworfen. Schaden ist nicht ange- richtet. Oberste Heeresleitung. AI llmeWWe SM»!WMW. Wie», 26. März.(SS. T. B.) Amtlich wird verlautbart: Russischer Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. Die in den russischen Be- richten geschilderten Kämpfe bei Latacz am Dnjcstr stellen selbst- redend nur Vorpostengeplänkel dar. Es handelt sich nnfererseits um AuftlärungStruppen, die beim Anrücken stärkerer feindlicher Abteilungen naturgemäß in die Hauptstellungen zurückzugehen haben. Emen Angriff gegen die Hauptstcllung der Armee Pflanzer-Baltin haben die Russen in den letzten Wochen über- Haupt nicht versucht. Italienischer Kriegsschauvlatz. Die feindliche Artillerie hielt die Hochfläche von Toberdo, de« Fellaabschnitt und einzelne Stellungen an der Tiroler Front unter Fcoer. Oestlich des Ploecken-PasseS drangen unsere Truppen in eine italienische Stellung ein.— Bei Marter im Tuganatal wurde ein feindlicher Angriff abgewiesen. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert. Der Stellvertreter des Chefs de? Generalstabes: von Hoefer. Feldmarschalleutnant. Kapitalien anhäufen und Ueberschüsse von der Arbeit des Volkes ansammeln können. Schon vor dem Kriege bat es solcher Ueberschüsse in Rußland verhältnismäßig lvenig ge- geben. Unsere Industrie entwickelte sich in bedeutendem Maße auf Kosten ausländischer Kapitalien. Die Industrie wirrdc befruchtet durch den goldenen Regen, der aus Frankreich. Deutschland, England und Belgien kam. Keines dieser Landet, wie überhaupt kein europäisches Land, wird jetzt unsere Industrie unterstützen können. Was jedoch als Uebcrjchuß von der Volksarbeit übrig bleibt, wird zur Deckung der Zinsen der Kriegsanleihe und der durch den Krieg verur- sachten Ausgaben verwendet werden müssen. Wir stehen also vor der Perspektive der Erhöhung der Steuern, der Entwertung des Geldes als Folge der unae- heuren Papiergeldausgabe und der Verlangsautung der rn- dustriellen Entwicklung. Diese Perspektive beginnt auch in dem Chor der Lob- preisungen der bürgerlichen Presse, die im Falle eines„sieg- reichen Endes" alle möglichen Herrlichkeiten, darunter pn- beschränkte Freiheiten und volles Aufblühen des VolkswvA- standes verheißt, düstere Töne hineinzutragen. Auherordelrt- lich bezeichnend ist in dieser Beziehung die düstere Prophe- zeihung Professor I. O s e r o w s, welcher erklärt:„Der Krieg wird mindestens noch ein Jahr dauern und zur völligen Schwächung Europos führen, das sich lange Zeit nickst er- holen wird. Es wird weder Sieger noch Besiegte gehen, oder richtiger, alle werden in gleichein Maße besiegt sein. Der Krieg ist das Grab Europas." Die kapitalistische Welt wird natürlich nicht sofort kapitulieren, sondern noch manchen Ausweg aus der Lage er- sinnen. Momentan handelt es sich aber nicht um das Gegen- gist, das nachher gefunden werden wird.fondcrn mn das Gift, das der Krieg liefert. In dieser Beziehung hätte mau ein fürchterlicheres Resultat kaum ersinnen können. Was bei Beginn des Krieges Furcht eingeflößt hat (ein unvorteilhafter Handelsvertrag, eine Losreißimg ein- zelner Provinzen, eine Verschlechterung des politischen Regimes) i st jetzt vor dem Schrecken der Wirklich- keit in den Hintergrund getreten, lieber der ganzen europäischen Kultur, über unserer ganzen Zivilisation schwebt nun dos Damoklesschwert der Zerstöruirg und der Verwilderung. Nicht einzelne kleine Landesteile, sondern die ganze Menschheit, die breiten Volksmassen brauchen nun die Selbstverteidigung vor den verderblichen Folgen des wabn- sinnigen Kriegsfeuers. Noch vor wenigen Monaten wies Karl K a u t s k y darauf hin, die kriegführenden Völker würden wegen des Anwachsens der Steuern und der Verlangsamung der industriellen Eni- Wicklung die Folgen eines langdauernden Krieges nicht aus- halten können.- Aus Europa könne dann eine Flucht der Völker beginnen. Wohin aber fliehen? Nach Amerika, das im Blut und., in den Tränen Europas eine rapide imperialistische Karriere macht? Das Gespenst eines neuen Krieges ist dort früher als wir angelangt. Der Krieg, für den Amerika bereits fieberhaft zu rüsten angefangen hat, wird der untrennbare Begleiter aller seiner imperialistischen Erfolge sein. Und außerdem: entfliehen können Hundert oder Tausende, die Millionen werden auf ihrem Heimatboden bleiben, der mit Blut begossen und von Leiden erfüllt ist. Hier in Europa, in diesem neuen Tal des Jammers und der Trauer, muß und wird die Frage der Kriegsfolgen ent- schieden werden. Und der unbewußte historische Prozeß wird uns wieder zu jenen radikalen Formeln führen, die jetzt ein- zelne preiszugeben geneigt sind."(2) Der französische Tagesbericht- Paris, 26. März.(W. T. B.) Amtlicher Berickt vom Sonnabendnachmittag. In den Argonnen gestattete uns ein Handstreich auf einen feindlichen Graben bei Courtes Chausse?. einige Gefangene zu machen und dem Feinde Berluste zuzufiigen. Westlich und östlich der Maas verlief die Nacht rubig. In der Woevre Artilleriekampf in der Gegend von Moulainville. Bon dem übrigen Teile der Front ist nichts Wesentliches zu melden. Paris, 26. März.(W. T. B.) A m t I i ch e r B e r i ch t v 0 n Sonnabendabend: In Belgien beschossen wir feindliche Schützengräben östlich von Boesinghe und bei Hetsas. In den Ar- gönnen ziemlich heftige Artilleriekämpfe in dem Abschnitt Four de Paris, Courtes Chausses und Haute Chevauchee. Westlich der Maos bedeutende Tätigkeit der Artillerie gegen unsere zweiten Linien irnd östlich in der Gegend des Pfefferhügels und bei Douaumont. In der Woevre kam es in den Abschnitten der Maashöhen im Laufe des Tages zu keinem Jnfanterregefecht. Auf der übrigen Front verl-«� der Tag ruhig. Belgischer Bericht. An der ganzen belgischen Front fre übliche Tätigkeit der Artillerie. die englische Nelöung. London, 23. März.(W. T. B.) A m t I i ch e r B o r i ch t. Der Feind brachte gestern nacht in der Nähe des Hohenzollernwerkes eine Mine zur Entzündung und drang in einen Graben ein. Er wurde aber durch Bomben hinausgetrieben. Heute beschossen wir feindliche Gräben nahe von BoiZ Siemes und beschädigten die Brust- wehr in einer Ausdehnung von 100 Uards schwer. Die Antloort des Gegners war schwach. Rege feindliche Artillerietätigkeit herrschte heute in der Nähe von Berthonval, Neuve Chapellc, Voormezeele, Ipern und Wieltje. Unsere Artillerie antwortete. der öericht üer rujsischen tzeeresleitung. Petersburg, 26. März.(W. T. B.) Amtlicher Bericht vom 23. März. Westfront: Im Rigaer Frontabschnitt Artillerie- und In- fanteriekämpse. Im Abschnitt Jakobstadt bauen unsere Truppen ihre Erfolge südöstlich Augustinhof weiter aus. Sie eroberten nach heftigem Kampf den befestigten Teil des Dorfes Epukn(I Kilo- meter südöstlich Augustinhof) uiiid wehrten dort mehrere heftige Gegenangriffe der Deutschen ab. Auf dem linken Flügel des Ab- schnittes Jakobstadt, südlich Liwenhof, haben sich ebenfalls Kämpfe entwickelt. Im Abschnitt Dünaburg kamen unsere Truppen, die stellenweise das eroberte Gelände befestigen, weiter vor. Nördlich Widsy griffen unsere Truppen eine feindliche Stellung in der Gegend nordwestlich des Sekly-Sees an. Trotz des überaus heftigen feindlichen Artilleriefeuers gelairg es unseren Truppen, mehrere Hrndermslimen des Gegners zu überwinden. Die Deutschen ver- wendeten Explosivgeschosse. Ztordwestlich Postawy verhiirderten unsere Batterien durch gutliegendes Feuer Versuche des Feindes, unter den: Schutze>des Schneesturmes seine durch unser Feuer zer- störten Hindernnisse auszubessern. Weiter südlich bis zu den Nokitno- Sünipsen und auch dort Feuerltnnps. In einzelnen Abschnitten dort wurde das Artilleriefeuer sehr lebhaft. G a l i z i e n: Die Lage ist unverändert. Schwarzes Meer: An der anatolischen Küste versenkten unsere Zerstörer 16 Segelschiffe. Kaukasus: Unser Vorgehen dauert fort. Melüung öer italiemschsn Heeresleitung. Rom, 23. März. lW. T. B.) A m t l i ch e r B e r i ch t. Im Laufe des 23. März fanden in der Gegend von Rovereto Artillerie- kämpfe statt, denen während der Nacht kleine Angrisse des Feindes gegen unsere Stellungen bei Alt-Mori fim Etschtale) und bei Potrich(im Terragrtolotal) folgten. Sämtliche Angriffe wurden zurückgeschlagen. Das schlechte Wetter hält auf dem Kriegsschau- platze an. Gestern war die Artillerietätigkeit am Jsonzo etwas vermindert. Sie war nur lebhafter am Totmein sowie auf den Höhen nordwestlich von Görz, C a d o r n a. Die türkische tzauptquartiersmelöung. Koustautinopel, 2ö. März, abends. lW. Z. B.) Das .Hauptquartier teilt mit: Von den verschiedeneu Fronten ist keine wichtige Meldung eingetroffen. Die Kämpfe in Mesopotamien. London, 23. März.(W. T. B.) Das KriegSamt teilt mit: Unsere Streitkräfte, die am rechten User des Tigris vor- gingen, nahmen den kleinen türkischen Posten in Felabie am 13. kviärz durch einen überraschenden Nachtangriff. Unsere Verluste betrugen nur vier Mann. Am 23. März meldet General TownS» hend, daß sein Lager bei Kut el Amava vom 21. bis zum 23. März von feindlichen Flugzeugen und Kanonen beschossen wurde. Die Verluste waren gering. Die allgemeine Lage ist unverändert. Konltantinopel, 23. März.(W. T. B.) Die Agentur Milli meldet: Der Bericht d«S englischen Kriegsamts vom 26. Februar über die Operationen des Generals Aylm er meldet, daß die Engländer die türkischen Stellungen am linken Tigrisnfer bombardierten, wodurch uns schwere Verluste zu- piomer-hilfsarbeiten. Ein als Armierungssoldat an der Westfront stehender Genosse ichreibt uns: Stundenlang hatten stählerne Rohre Vernichtung in die feind- tichen Gräben gesandt, zum Teil eingeebnet, die Besatzung vernichtet oder vertrieben. So gelang es den Unsrigen, mit geringen Verlusten den feindlichen Graben zu nehmen. Feindliche Gegenangrisse wurden zurückgewiesen, das eroberte Gelände blieb in unserem Besitz. Nun aalt es, das Eroberte zu befestigen und die Verbindungen mit den Gräben nach rückwärts und den Seiten herzustellen. Pioniere und Hilfsarbeiter der Pioniere(Ärmierungssol- oatenl vor! � 3.30 Uhr nachmittags steht die Kompagnie mit Schanzzeug zum Abmarsch bereit, so lautet der Kompagniebefehl. Pünktlich ist alles zur Stelle, ein kurzes Kommando und vor- wärlS geht es auf wohlgepslegier Chaussee der Arbeit zm Doch bald müssen Waldivsge aufgesucht werden, da die Chaussee im Ge- fichisfelde des Feindes liegt und beschossen wird. Auf den Waldwegen last sich bald die Marschkolonne, jeder sucht den trockensten Weg. Nur langsam geht es vorwärts, tief sinkt der Fuß ein, hoch spritzt der Schlamm, Stiefel und Kleidung bald mit einer Kruste bedeckend. In dem Walde steht deutsche Artillerie, von Zeit zu Zeit feuernd. Die französische Artillerie schweigt nicht und bleibt die'Antwort nicht schuldig. Da gilt es nun, die Gefahrenzone möglichst schnell zu Pas- sieren. Bald hier, bald dort, näher oder entfernter, einschlagende Granaten treiben zur Eile. Alles beeilt sich, aus dem Sturmschritt wird Sturmlauf, und jeder ist froh, den Wald hinter sich zu haben, in dein in immer rascherer Folge die Granaten einschlagen. Hinter der Front erfolgt die Einteilung zu größeren und kleineren Kolonnen, je nach Bedarf, und unter Leitung von Pionieren rücken die Abteilungen zur Arbeitsstätte. Vor allen Dingen müssen Hinderniise, Tralüverhane ulw. hergestellt werden. Eine Kolonne be- müht sich im Schweiße des Angesichts, die benötigten Materialien wie Draht, Pfähle usw. nach vorn zu schaifen. Eine andere Kolonne trägt Bretter, Balken, Latten, Nägel usw. zum Ausbau deS gewonnenen Grabens. Die dritte Kolonne wird vorgesandt, um von dem eroberten Graben bis zun, Horchposten einen Laufgraben herzustellen. Nur im Dunkeln kann diese Arbeit vollführt iverden, größte Vorsicht ist geboten, da feindliche Patrouillen das Gelände abstreifen. Nach der Ankunft wird die Einteilung vorgenommen, jeder er- hält seinen Teil Arbeit zugelviesen und eifrig bemüht sich jeder, mit möglichst wenig Geräusch den Graben auszuheben. Spaten aus spaten voll Erde werden ausgehoben, Wurzeln. Baumstämme, Stachel- draht, Pfähle usw. werden leise beseitigt, jeder sucht so schnell wie möglich tiefer und in Deckung zu kommen. Ter Schweiß rinnt in Strömen von der Stirn, kein Wort wird laut, so wird die Arbeit eifrig fortgesetzt, kein Vorgesetzter braucht Säumige anzutreiben. Von Zeit zu Zeit steigt eine Leuchtkugel mit zischendem Geräusch empor, einen glühenden Aschenregen wie ein Kometenschweif hinterlassend, das Gelände bell beleuchtend. Alles sucht schleunigst Deckung, lang auf der Erde hingestreckt oder im Graben geduckt, gleichgültig, ob im Wasser oder Treck. Wissen dock alle, daß der wachsame Feind alles Verdächtige mit Feuer belegt und die Jnfanteriegeschojse, die mit pfeifendem Ton die Lust durchsausen, mahnen den Säumigsten. gefügt worden feiert. Diese Behauptung der Engländer t st falsch, da durch das Bombardement, das am 27. Februar stattfand, nur einige Mann leicht verwundet wurden. Die Nachrichten über einen Aufruhr in Nedschef und über die Kämpfe der Stämme bei Nasrich sind reine Phantasiegebilde. In den Kämpfen wurden die Eng- länder vollständig geschlagen und zum Rückzug gezwungen. Englische Kriegskritik. London, 24. März.(W. T. B.)„Times" schreibt in einem Leitartikel, hoffentlich werde später festgestellt werden, wer für den höchst unglücklichen Entschluß verantwortlich sei, mit einer äußerst un- zureichenden Truppenmenge von Kut e l A m a r a nach Bagdad vor- zurücken. Ehamberlains Entschuldigungen über den Mangel an Transportmitteln auf dem Tigris bewiesen, daß die Marinebehörden in Indien sich sebr wenig zu helfen verstanden. Denn die Schisfahrts- Verhältnisse auf dem Tigris und Euphrat seien sehr genau bekannt, und geeignete Boote hätten in Indien gebaut werden können, während man statt dessen in der ganzen Welt danach suchte. Wäre das ge- schehen, sw wäre General Townshend keine Woche lang in Kut be- lagert worden. Ein erstaunlicher Mangel an Urteilsfähigkeit und die törichtste Verachtung des Feindes hätten zu Frontangriffen auf einer Ebene ohne artilleristische Unterstützung geführt. Das Ergebnis sei furchtbar. Auch für ärztliche Vorkehrungen sei ungenügend gesorgt worden, weil man nur aus ganz geringe Verluste gerechnet hatre. Dom letzten Seegefecht in öer Nordsee. London, 23. März.(W. T. B.)(Reutermeldung.) Die Admiralität teilt mit, daß am 2 0. Februar in der Nord- see ein Kampf zwischen dem bewaffneten beut- scheu Hilfskreuzer„Grei f", der als norivegisches Handelsschiff maskiert war, und dem britischen Hilfskreuzer „A l c a n t a r a" stattgefunden hat. Das Gefeckt führte zu dem Verl u st beider Schiffe. Der deutsche Hilfskreuzer wurde durch Kanonenfeuer, die„Alcantara"(13 850 Tonnen) offenbar durch ein Torpedo zum Sinken gebracht. 3 Offiziere und 113 Mann von der Gesamtbesatzung wurden aufgenommen und zu Gefangenen gemacht. Die britischen Vertu sie betragen 5 Offiziere und 69 Mann. Festgestellt zu werden verdient, daß der Feind während des ganzen Kampfes über die norwegischen Farben, die auf die Schiffswände gemalt waren, hinwegseuerte. Diese Nach- richt wird jetzt veröffentlicht, da aus der drahtlosen deutschen Mel- dung hervorgeht, daß der Feind erfahren hat, daß der Dampfer „Greif", der das Beispiel der„Möwe" nachahmen wollte, zerstört wurde, ehe cS ihm gelang, unsere Patrouillenlinien zu passieren. Notiz des W. T. B. Selbstverständlich hat S. M. S. „Greif", wenn er sich auch vorher einer erlaubten Kriegslist bediente, am Beginn des Kampfes die deutsche Kriegsflagge gesetzt. London, 23. März.(W. T. 35.)(Meldung des Reuterschen Bureaus.) Aus den Einzelheiten über das Gefecht in der Nordsee am 2 9. Februar geht hervor, daß der Kampf sehr heftig war. Das feindliche Schiff war viel stärker bc- waffn-et als die„Alcantar a". Das englische Schiff wurde schwer beschädigt, aber es hatte doch den Anschein, daß es siegreich aus dem Kampfe hervorgehen würde, bis es offenbar von einem Torpedo getroffen wurde. Tie beiden Dampfer schössen einander in Stücke. Der„Greif" sank zuerst und bald darauf auch die „Alcantara". Es waren rasch britischer Zerstörer zur Stelle, welche die Ueberlebenden aufnahmen. Wie berichtet wird, brachten die Zerstörer ein deutsches Unterseeboot zum Sinken. Die überleben- den Deutschen wurden nack Edinburgb gebracht; einer von ihnen ist gestorben und wurde mit militärischen Ehren begraben. Notiz des W. T. B.: Wie wir von zuständiger Stelle er- fahren, trifft die Nachricht von der Versenkung eines deutschen Unterseeboots nicht zu. vom letzten Luftangriff auf England. London, 23. März. � W. T. B.)?l m t l i ch. Vier weitere Personen, die bei dem Luftangriff auf die Ojtküste am Sonntag verwundet worden waren, sind gestorben, so daß die Zahl der Toten auf 13 gestiegen ist. Plötzlich steigen mehrere Leuchtkugeln zu gleicker Zeit, da» Gelände taghell beleuchtend. Alles hat Deckung gesucht. 3 Schuß in schneller Folge vom französischen Horchposten oder Patrouille geben das Alarmsignal. Von rechts, links und vorn setzt Jnfanteriefeuer ein, dazu Handgranaten und Minen. Eine Stern- ratete, Sturmabwehrzeichen, fordert die feindliche Artillerie zum Ein- greifen auf und nur Sekunden vergehen, da sausen auch schon die Geschosse heran, mit lautem Krachen explodierend. Unsere Infanterie und Artillerie bleibt die Antwort nicht schuldig. Ein Pfeifen, Heulen, Blitzen, Krachen, vorn, rück- und seitwärts, ohrenbetäubend, sinn- beraubend, erfüllt die Luft. Ellig, überstürzend, sucht jeder, ob Pionier oder Armierungssoldat, in den linterständen Deckung, um dos Kommando abzuwarten. Ein Verlassen der Stellung vor Ein- stellung des Artilleriefeuers ist unmöglich, da die Laufgräben unter Sperrfeuer liegen. Erst nachdem die Artillerie schweigt, werden die Gräben Verlasien und die Abteilung sammelt sich hinter der Front. Ter Führer zählt die Häupter seiner ihm anvertrauten Schar und freudig kann er konstatieren, daß alle zur Stelle sind. Glücklich, ab- gesehen von ein paar kleinen Verwundungen, sind die Pionier-HUss- arbeiter davongekommen und stob, der Gefahr entronnen zu sein, eilt alle? den fernen Ouartieren zu.(z) Marsch! Ein in Belgien stehender Berliner Landsturmmann sendet uns folgendes Stimmungsbild: Wir sind morgens früh angetreten, um einen kleinen Uebungs» marsch zu machen. Mit größeren Kriegsspiclen, Gefechten ui'w. be- fassen wir uns nicht, denn unsere Hauptaufgabe ist das Wache- schieben. Ter Nebel braut und alles fröstelt bei dem üblichen Herumsteben und Warten vor dem Beginn des Abmarsches. Allzu warm darf man sich nicht anziehen, sonst würde man während des Marsches zu sehr schwitzen. Als wir uns endlich in Bewegung ge- setzt haben, dauert eS auch nicht lange, bis uns warm wird, denn es geht bald scharf bergauf. Ter Weg führt an leerstehenden Villen vorbei, die Bewohner des Ortes schlafen übrigens auch meist sowieso noch, denn nach ihrer gewohnten belgischen Zeit ist es noch um eine Stunde stüber als nach der unsrigen, der Wind ist kalt und der Nebel verhüllt das liebliche Tal. Gestern bot es einen reizenden Zlnblick in weißem Schneekleide; aber die Herrlichkeit hat nicht lange gedauert.� Dann regnete es, nicht viel gerade, aber genug, um das bißchen Schnee von den steilen Zlbhängen und den Felsen zu ent- fernen. Auch die leichte Eisdecke, die den Kanal einige Tage be- deckt hatte, war verschwunden. Ter Fluß selbst, die Lurthe, duldet ja bei seinem impulsiven Temperament so leicht keine Eisfessel. Da muß es schon sehr stark stieren; aber auch dann wirst sie nur mit den Eisschollen herum und tobt mit ihnen, wie eine zornige Frau in der Küche mit dem Geschirr spektakelt, wem: der Mann nicht ganz folgsam ist. Nach und nach haben wir so ziemlich die Höhe erreicht, nicht ohne Fluchen und Schimpfen. Es sind alles Landslurmherren in gesetzten Jahren aus Berlin und im Bergsteigen nicht geübt. Es gebt hier aber nun mal nickt anders, die Flußtäler sind tief einge- schnitten in das Plateau, dessen steile Ränder immer erkraxelt werden müssen. Das gibt immer wieder Anlaß zur Unzufrieden- hcit, obwohl die Steigungen wirklich nicht so gefährlich sind, 100 vom U-Soot-Krieg. London, 26. März.(W. T. B.) Lloyds meldet: Der britische Dampfer„S e n a y b r i d g e" wurde versenkt, die Besatzung wurde gerettet. Paris, 26. März.(W. T. B.)„Matin" zufolge berichtet der gestern in Ädarseille eingetroffene Postdampfer„Leicestershire", daß er Mittwoch einen Funkspruch erhielt, welcher meldete, daß der eng- tische Dampfer„M i n n e a p o l i S"(nach Lloyds Register 13 543 Tonnen) von einem feindlichen Tauchboot torpediert worden sei und sinke. Die„Leicestershire" eilte zur Hilfe, kam jedoch zu spät. Die„Minneapolis" ging unter. Das Schicksal der Be- satzuug ist unbekannt. ZU? Torpeöierung öes Dampfers Suflex. Paris, 26. März.(23. T. 25.) Wteldung der Agence Havas. Der Kapitän des Dampers„S u s s e x" bemerkte den Torpedo in einem'Abstand von etwa 100 Meter und leitete sofort die nötigen Manöver ein, um dem Torpedo auszuweichen, aber das Schiff wurde getroffen. Durch den Fall eines Mastes wurde ein Teil der Antenne der drahtlosen Telegraphie zerstört, wodurch die Mel- düngen des Telegraphisten verwirrt wurden. Die Explosion und die zu Beginn herrschende Panik forderte etwa 30 Opfer. Paris, 23. März.(W. T. B.) Meldung �der Agence Havas. An Bord des torpedierten Passagierdampcrs„Suffe x" befanden sich 3 8 0 Reisende und 1200 Tepeschenbeutel. Viele Passagiere gehören neutralen Nationen an. Es befinden sich vor allem Ameri- kaner und Spanier unter ihnen. Der Inspektor der Orleans-Eisenbahn Chagnoux teilte dem „Temps" über die Katastrophe folgendes mit: Wir fuhren von Folkestone bei schönem und klarem Wetter ab. Gegen 3 Uhr nach- mittags wurden wir durch eine heftige Explosion erschüttert. Ich hatte die Empfindung, daß ich getaucht würde. Die durch die Ex- plosion emporgewirbelte Wassersäule hüllte mich bei ihrem Nieder- fallen auf das Schiff ein. Ich befand mick unter Trümmern aller Art. Einige Leute glaubten, daß das Schiff aus eine Mine ge- raten sei, aber die über die Schutzwände gebeugten Rettenden und die Matrosen sahen und meldeten eine von einem Torpedo hervorgerufene Wasserfurche. Als ich an Deck stürzte, hatten sich alle Reisenden der Rettungsgürtel bemächtigt. Auf Befehl des Kavitäns wurden die Rettungsboote herabgelassen. Tie beiden ersten ins Wasser gelassenen Boote kenterten. Schlecht und recht gelang es, so ziemlich alle Leute einzubooten und einige Ret- sende, vor allem Frauen, wieder aufzufischen. Boote lavierten rund um das Wrack, das nicht unterging. Nach zwei Stunden schwamm die..Sussex" immer noch. Die Schotten hatten gut funktioniert. Der Kapitän ließ alle an Bord zurückkommen, die bei der Bergung des Gepäcks und der Wertsachen behilflich sein konnten. Die Funkenappavate waren zerbrochen.� Durch einen Glücksfall wurde es möglich, Boulogne zu benachrichtigen, obwohl die Antennen zu klein waren, um den Ort anzugeben, an dem wir uns befanden. Ilm 11 Uhr abends, nachdem wir uns acht Stunden aus dem Wasser befunden hatten, traf das Boulogner Schiff„Marie Therese" ein. Es nahm fast alle Reisenden auf. Die übrigen Per- sonen wurden später an Bord eines englischen Schiffes aufge- nommen. Ein drittes Schiff nahm die„Sussex" ins Schlepptau, um sie nach Boulogne zu bringen. Bemerkenswert ist, daß die Kessel der„Sussex" nach der Katastrophe nicht aufhörten zu arbeiten und das elektrische Licht lieferten, das dazu beitrug, die auf Hilfe wartenden Reisenden zu beruhigen. ZUM Untergang des Dampfers Englifhman. London, 23. März.(W. T. 23.1 Meldung des Reuterschen Bu- reaus. Tie White«tar Line teilt mit, daß drei Offiziere und 33 Mann des Dampfers„E n g l i s h m a n gelandet muxivji, Außerdem sollen Nock 60 Personen gerettet worden sein. Washington, 2ö. Üstärz.(W. T. B.) Meldung des Reute?- scheu Bureaus. Aiutlicki. Von den Passagieren des unter- gegangenen Postdampfers„Englifhman" werden vier Amerikaner vermißt. Die große Ententekonferenz in Paris. London, 24. März.(W. T. B.) Asquith wird sich in Begleitung von Sir Edward Grey und Lord Kitchener bis 130 Meter ist sicher das Höchstmaß. Tas Schimpfen hört heute aber bald auf. Wir haben eine ebene Hochfläche erreicht, wo der Schnee sich gehalten hat, allerdings schon grau durch den gestrigen Regen. Das Land steigt vor uns noch etwas an, so daß die höchste Erhebung den Horizont begrenzt und man den Eindruck hat, als ob die grauweiße, tote Flache sich unbegrenzt bis in das Unend- liche ausdebne. Ein paar Raben, die krächzend auffliegen, sind das einzig Lebende. Langsam geht es weiter auf dem schmutzigen Landwege, der nach einiger Zeit durch einen tiefen Einscknitt führt. wo jeder'Ausblick fehlt. Schließlich wird vor einem Dorfe Halt gemacht, die Gewehre werden zusammengesetzt und es wird weg« getreten.>so sehr angenehm ist das Herumstehen gerade nicht, beim Marschieren ist man warm geworden und man friert daher etwas, so daß niemand böse ist, als es weiter geht. Wer die Pause hat doch ihr Gutes gehabt, man bat etwas gegessen, eine Zigarre an- gebrannt und findet jetzt, daß die Welt dock nickt so ein Jammertal ist, wie es einem vorhin sckien. TaS Wetter ist auch etwas klarer geworden, die Sonne hat iick sogar sckon ein paar Augenblicke sehen lassen, und der Weg führt durch ein hübsches Waldtal bergab�zuerst ziemlich steil und holperig, nachher gemächlich aus guter Straße. Et» Bachlein plätschert munter einher, und als der hohe Wald auf- gehört hat, sind die Whänge mit Hasel- und Weidenbüschen bc- standen, deren Kätzchen so freundlich grüßen, daß einem das Herz im Leibe lacht. Inzwischen haben wir die große Straße erreicht, die der Ourthe folgt, und sind nicht mehr weit von unserem„trauten Heim". Ein Eisenbahner begegnet uns, freudestrablend.„Verdun ist gefallen!" ruft er uns schon von weitem zu. Donnerwetter, das gibt einen kleinen Aufrubr. Aufgeregte Stimmen fragen ihn eindringlich, ob die Nachricht auch wirklich wahr sei. Bei keiner anderen Stach- richt über die Skepsis so groß sein, als bei einer über Verdun. Damit hat es eine eigene Bewandtnis bei uns. Es handelt sich um eine kleine Episode, die sich berade ungefähr vor einem Jahr und auf derselben Landstraße abspielte, die wir jetzt marschierten. Wir kamen ebenfalls von einem militärischen Spaziergang, der Hauptmann ritt uns entgegen, bielt eine kleine Ansprache, worin er uns mitteilte, daß eine große Schlacht bei Verdun tobte, die fran- zöfischen Verluste bezifferten sich auf 45 000 Mann, die Festung wäre noch nicht genommen, ihr Fall stehe aber unmittelbar bevor. Er forderte uns aus, ein Hoch auf unsere tapferen Kameraden auszubringen, die dort kämpften und befahl das Lied:„Deutschland, Deutschland über alles" zu singen. Tas geschah, wir marschierten in gehobener Stimmung zurück und erörterten dabei eifrig die Möglichkeit einer baldigen Rückkehr in die Heimat. Es lag ein kleiner Irrtum bor, unseren Haupmann traf allerdings leine Sckuld; denn es war vorher Rückfrage gehalten worden und die Richtigkeit war bestätigt worden, aber die Enttäuschung war nachher sehr groß und die Redensart:„Verdun ist gefallen" wurde bei uns sprichwörtlich, wenn jemand ausdrücken wollte, daß auch eine Nach- richt, die aus anscheinend unanfechtbarer Quelle stammte, möglicher- weise doch falsch sein könnte. Diesmal lag der Fall nun doch etwas anders. 23enn der Eisenbahner auch zugeben mußte, daß er ein wenig aufgeschnitten hatte und den Ereignissen etwas vorausgeeilt war, so konnte er uns doch als unzweifelhaft melden, daß das wichtige Fort Douaumont vor Verdun genommen und ein Anfang gemackt sei, der erhoffen läßt, daß über kurz oder lang auch seine erste Nachricht einmal der Wahrheit entsprechen würde.(e) zu einem Kriegsrat nach Paris begeben. Sie werben am Tonnerstag zurückerwartet. Rom, 26. März.(W. T. B.) Ter König empfing gestern nachmittag im Hauptquartier den Ministerpräsidenten S a- l a n d r a und den Minister des Aeußeren S o n n i n o. Am Abend sind Salandra, Sonnino imd der Unterstaatssekretär Tall'Olio nach Paris abgereist. Der russische Ministerrat über öie pariser Wirtschaftskonferenz. Dieser Tage hat eine besondere Kommission des russischen Ministerrates, die im Bestände der Minister Ssasonow, PotrowSfy, Bark, Naumon? und Schachowskoi unter dem Vorsitz Stürmers für die Erörterung finanzieller und wirtschaftlicher Fragen gebildet ist, ihre vorläufigen Vorarbeiten für die Pariser Wirtschaftskonferenz der Ententemächte abgeschlossen. Zunächst stellte die Kommission fest, daß das Programm der Konferenz nicht genügend klar sei, und be- auftragte den Minister des Aeutzercn, giur Klärung dieser Frage in diplomatische Unterhandlungen mit der französische:! Regierung zu treten. Ferner wurde beschlossen, die einzelnen Ressorts zu be- auftragen, binnen 3 Wochen die Fragen anzugeben, die auf der Pariser Konferenz erörtert werden müssen. Diese Antworten sollen als Grundlage für die Instruktion an die russischen Konfcrenzdele- gierten bearbeitet werden. Ihrerseits arbeitete die erwähnte Kommission laut der„Russkija Wjedomofti" einen Entwurf aus, der der Instruktion für die russi- schen Regierungsvertreter auf der Pariser Konferenz zu- gründe gelegt werden soll. Ter erste Teil dieses Entwurfs betrifft die Regelung der lvirtfchaftlichen und finanziellen Beziehungen zwischen den Ententemächten währ e n d derKriegszeit. Be- sondere Beachtung verdienen hierbei die Punkte 8 und 9, die die Feststellung gemeinsamer Grundsätze zur Berechnung der Kriegs- schaden eines jeden Landes und der Möglichkeit ihrer Deckung durch entsprechende Forderungen an die feindlichen Mächte betreffen. Wichtiger ist der Programmenttvurf, den die erwähnte Kam- Mission für die Zeit nach dem Kriege aufstellte. Er enthält folgende Punkte, die in Paris erörtert werden sollen: 1. Die Bedingungen der Ansiedelung der Angehörigen eines Verbündeten Landes in den anderen; die Grundlagen ihres gerichtlichen Schutzes; ihre Betätigung im Handel; die Zulassung von Aktiengesetzschasten, insbesondere die Anwendung von Beschränkungen, die für Angehö- rige des eigenen Landes bestehen(zum Beispiel Beschränkungen der Juden), auch gegenüber den Angehörigen der verbündeten Staaten; 2. die prinzipiellen Grundlagen für die künfti- gen Handelsverträge; 3. Warenbefördcrung; 4. Zollforma- litäten; b. Schutz der industriellen Tätigkeit; 6. Ver- günftigungen gegenüber den Handelsmonopolen; 7. Eisenbahn- und Post- und Telegraphentarife; 8. MittelzurHcranzichung ausländischer Kapitalien; 9. Mittel zur Förderung des Warenaustausches und der Erleichterung der Handelsbeziehungen zwischen den verbündeten Staaten; 10. Mittel zur Erhaltung der befreundeten und neu- t r a l c n Märkte für die Erzeugnisse der verbündeten Staaten nach dem Kriege und zum Schutz dieser Märkte vor Eroberung durch die Erzeugnisse der fciiwlichen Staaten.— Wie der Entwurf zeigt, herrscht im russischen Ministerrat gegen- über den Aufgaben der Pariser Wirtschaftskonferenz eine Iln- schlüssigkeit und Zurückhaltung, wie sie wenige Wochen vor dieser Veranstaltung kaum für möglich gehalten werden sollte. Wenn erst jetzt die einzelnen Ressorts befragt werden sollen, damit auf Grund dieser Antworten Richtliniert für die russischen Delegierten aus- gearbeitet werden, zeugt das nicht nur von burcaukratischer Lang- samkeit und Schlamperei, sondern— in diesem Falle— vor allem von starken prinzipiellen Bedenken und Meinungsverschiedenheiten, von denen auch die Aeußerungen matzgebender Persönlichkeiten und die Haltung der russischen Presse gegenüber der Pariser Konferenz deutlich Zeugnis ablegt.(?) Cme warnende französische Stimme. Bern, 26. März.(W. T. B.) In einem dringenden Hilfe- ruf an die Alliierten schreibt Senator Humberl im ..Journal": Nicht ohne eine gewisse Bewegung hat die öffentliche Meinung die Nachricht von der Einberufung der Jahresklasse 1888 hingenommen. Trotz der scheinbaren Mätzigung in der Anwendung der getroffenen Matznahmen, trotz der Umschreibung, die man gebraucht hat, um sie anzukündigen, werden wir fort» dauernd ärmer an Menschenreserven. In der Aufzählung der bisherigen grohen Leistungen Frankreichs ruft Humbert auZ: Wo ist das Land, das wie das unsrige bis an das Ende seiner Mittel an gesunden Männern ging, indem es die zurückgestellten, zum Hilfsdienste Untaugilchen wiederholten Nach- Untersuchungen unterwarf? Wer hat d:e Jahresklassen 1388 und 1917 unter die Fahnen gerufen, fast schon Greise und bei- nahe noch Kinder? Wer bat im weitesten Motze aus der schon so wenig zahlreichen Bevölkerung geschöpft? Nach Wieder- holung seiner bekannten Forderungen, mit dem Mcnschenmaterial schonend umzugehen, da Industrie, Handel und Ackerbau sonst auS Mangel an Menschen zugrunde gehen würden, schlicht Humbert: Das müssen auch heute unsere Alliierten, nicht nur wir allein be- denken. Hoffentlich wird dieses Problem auf der Pariser Kon- ferenz nicht vergessen. Frankreich hat für alle gearbeitet, heute mögen alle für Frankreich arbeiten! Ineüenshmüernisie. Unter dieser Ueberschrift führt T. A. S. in der„Basler Nationalzeitung" vom 21. März eftva folgendes aus: Dem Frieden stehen besonders zwei Hindernisse entgegen. Einmal kann keine Regierung vorzeitig ihre Bedingungen bekannt- geben. Denn diese Bedingungen stehen nicht fest, sondern er- geben sich ans dem Verlauf des Krieges. Mehr als allgemeine Grundsätze können nicht gegeben werden— Minimalbedin» gungen bekanntzumachen hieße, die Trümpfe für spätere Ver- Handlungen aus der Hand geben. Grundsätze aber genügen schwerlich, um bei dem allgemeinen Mißtrauen einen Waffen- stillstand zuzulassen. Das zweite Hindernis besteht darin, daß der Verband bestimmt auf einen Kongreß rechnet, während die Mittelmächte einen solchen gerade vermeiden wollen; die Logik zwingt sie zum Sondersrieden, nämlich in erster Linie die Stimmenmehrheit, die die Verbairdsmächte bei einem Kongreß haben würde.(z) Das Ammerwalüer Manifest nochmals vor Gericht. Lugano, 23. März.(Erg. 2? ct.) Nachdem das Mailänder Ge- richt, wie bekannt, die Verbreiter des Zimuwrwalder Manifests frei- gesprochen, ist ein ähnliches, wenn nicht ganz gleiches Nrteil in Lodi gefällt worden. Dort batten sich zwei sozialiitisckie Gemeinderäte aus öasalpuiterlcngo wegen desselben Verbrechens zu verantworten. Ter Verteidiger bewies, datz die Anklage nicht stichhaltig sei. Ter Staatsanwalt hatte den Standpunkt vertreten, durch daS Manifest seien falsche Gerüchte verbreitet worden(und zwar, weil es den Krieg auf imperialistische Motive zurückführe). Trotz der Replik des Staatsanwalts erkannte das Gericht, der Verteidiger habe recht.... Es handele sich nicht um Verbreitung falscher Ee- rüchte.... Lohnstreitigkeiten in Gnglanü. London, 24. März. W. T. B.) Im Clhdebezirk haben die Gewerkvereine wegen der Ablehnung ihrer Lohnforderungen eine Eni- schlietzung angenommen, in der sie die Verantwortung für die dadurch geschaffene Lage und die ernsten Folgen, die daraus entstehen können, ablehnen. Im Mersch bezirk drohen die Fuhrleute mit einem Streik, wenn ihre Lohnforderungen nicht erfüllt werden. In dem Kohlenrevier von Süd Wales hat Munster Runciman die Bermitt- lung in den Lohnstrcitigkeitcn zwischen Arbeitgebern und Arbeitern angenommen. vorschlage zur Regelung öes Srotverkaufs öurch Sie englische Regierung. In der„Times" vom 17. März heißt es: Ein sorgfältiges Stu- dium der Verhältnisse betreffend die Versorgung der Ration mit Brot bringt uns dazu, vorzuschlagen, datz der Brotvertrieb regte- mngsssitig evegelt werde. Heute, wo das vi erp fündige Brot mit 9'A Pente bezahlt wird, ist es genau doppelt so teuer, als es in den Jahren 1894, 1991 und 1993 war, in denen die niedrigsten Preise bezahlt wurden, deren man sich heute noch erinnert. Damals kostete das vierpfündige Brot 4% Pente. Die Ausgabe für Brot zum gegenwärtige.:: Preise beträgt 139 625 999 Pfund Sterling. Von dem Mehrbetrag, der heute für Brot bezahlt wird, erhält der Landwirt vielleicht den fünften Teil. Dafür hat er aber er- höhte Löhne und vermehrte Einkommensteuer zu zahle::. Die rest- tichen vier Fünftel verteilen sich ziemlich gleichmäßig unter über- seeische Erzeuger und die Schiffabrtsgefellschaften für Frachten. Unter diesen Umständen könnte die Regierung den Brotverkauf mit großem med wacksendem stützen selbst in die Han/d nehmen. Denn bei den riesigen Mengen von Weizen, deren die Regierung bedarf, um das Laird mit Brot zu versorgen, würde sie auf den über- seeischen Märkten bei der Preisbestimmung den leftenden Einfluß besitzen. Es ist nicht ausgeschlossen, datz mir alsdann unseren Bedarf an Weizen wieder zum gleichen Preise wie 1994 zu decken ver- möchten, wo es 38 Schilling für 282 Liter betrug. Der Einkauf von heimatlichem Weizen zum festen Preise von 69 Schilling siir den Onarter würde den Landwirt veranlassen, alles t>erfügbare Land unter Weizenkultur zu nehmen und würde der Regierung große nationale Vorräte sichern, für die sie keine Aufbewahrungskosten zu zahlen hätte. Nach Abzug der Einkommensteuer, die jetzt der Rc- gierung aus den erhöhten Brotprcisen zufließt, würde sie, sobald sie den Brotverkauf zum heutigen Kriegspreise selbst in die Hand nimmt, immer noch soviel Ueberschutz behalten, datz sie 29 Millionen Pfund davon zur Zinsenzahlung auf Kriegsanleihen verwenden könnte. politische Uebersicht. lSenosse Haasc ersucht uns um Abdruck folgenden Schreibens, das er dem Genossen Ebcrt gesandt hat: Werter Genosse Ebert! Ich ersuche Sie, von nachstehendem Schreiben dem PartciauSschutz Kenntnis zu geben: Heute nachmittag 3 Uhr habe ich von dem Genossen Ebcrt durch Rohrpost die Nachricht erhalten, datz morgen in: Reichstag der Partei- auSschutz zusammentritt, und datz mir anheimgegeben tverdc, an der Sitzung teilzunehmen. Gestern, als ich in der Vorstandssitzung lvar, ist mir von der Absicht, den Ausschuß einzuberufen, nichts gesagt worden. Ick: wurde in Abwesenheit der erkrauiten Genossin Zietz und gegen den Widerspruch des Genossen Wenzels von den Mitgliedern des Vorstandes dazu gedrängt, sofort eine Erklärung über meine fernere Zugehörigkeit zum Partcivorstand abzugeben. Obwohl ich darauf hinwies, datz es im Interesse der Partei läge, wenigstens um einige Tage diese Angelegenheit hinauszuschieben,, bcharrten die Mit- glieder des ParteivorstmidcS auf sofortiger Entschließung mit dem Bemerken, datz sie ein Zusammenarbeiten ablehnten. Tarauf gab ich die bereits in der Presse veröffentlichte Erklärung ab. Nach diesem Vorgange erscheint mir die Tellnahme an der Sitzung des ParteiausschusseL zwecklos. Da eine sehr große Zahl von Parteigenossen mich bereits um Aufklärung darüber ersucht hat, wes- halb ich vor der jetzt stattsindenden Sitzung des Ausschusses mein Amt niedergelegt habe, habe ich mich genötigt gesehen, dieses Schreiben auch durch die Presse bekanntzugeben. Berlin, 26. März 1916. Mit Parteigrutz _ Hugo H a a f e. Stellungnahme der Leipziger Lrganisationsleitung zur Spaltung der Reichstagsfraktion. Die Leipziger Bezirkskonferenz(11., 12., 13. und 11. sächi. Reichstagswahlkreis) nahm am Sonntag zu den letzten Vorgängen im Reichstage Stellung. Tie Konferenz faßte folgende Entschließung: Die Vertreter des Bezirks Leipzig halten die Ablehnung des Notetats für eine durch die Grundsätze der Sozialdemo- krotie wie durch die gegenwärtige politische Lage unbedingt gebotene Maßnahme und erachten das Vorgehen des Ge- nassen Haase und der mit ihm gehende» 19 Abgeordneten durch die Situation für gerechtfertigt. Sie betrachten die neue sozialdemokratische Arbeitsgemeinschaft als die berufene politische Vertretung der Linken der Partei und fordern die Mitglieder der Fraktion, die für die Ablebnung der Äriegskredite sind, ohne im Plenum dagegen gestimmt zu haben, auf, sich der sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft anzuschließen. Welche Konsequenzen die Partei aus den Vorgängen am 24. März zu ziehen hat, wird der Parteitag zu ent- scheiden haben, der nach dem Frieden bzw. nach Herstellung der Bersammlungs- und Pressefreiheit stattfinden muß. Die Abstimmung über die Entschließung erfolgte bei 42 Anwesenden. Dafür stimmten 33, dagegen 6 Vertreter, 3 enthielten sich der Stimme. *» ♦ Zu den Vorgängen in der sozialdemokratischen Reichs- tagsfraktion ersucht uns Genosse R. Fuchs. Abge- ord neter für S t r a ß b u r g-L a nd, mitzuteilen, baß das in der Erklärung der Genossen A l b r e ch t- A n t r i ck- S i mo n Gesagte auch auf ihn in allen seinen Teilen zutrifft und er sich dieser Erklärung a n s ch l i e ß t", Eine Richtigstellung. Unter„P o l i t i s ch e N a ch r i ch t e n" hat in der Notiz ,,W i r- k u n g der Tatsachen" in der Sonntagsnummer des„Bor- wärts" der Druckfehlerteufel sein Spiel gehabt. In der„B. Z. a. M." schreibt Heine nicht, wie er ihn schreiben läßt: „Die Fraktion wird durch den Austritt(denn um diesen, nicht um einen Ausschluß handelt es sich) der Haasegruppe nicht viel verlieren", sondern: „Die Fraktion wird durch den Ausdruck(denn um diesen, nicht um einen Austritt handelt es sich) der Haasegruppe nicht viel verlieren." Dieses Bekenntnis, datz die Haasegruppe nach Ansicht Heines von der Fraktionsmehrheit aus der Fraktion hinausgcdriickt ist, registrieren wir nachträglich. Ter Berliner Freisinn zur U-Boot-Frage. Unter dem Vorsitz des Abg. Kopsch fand Sonnabend abend unter außerordentlich zahlreicher Beteiligung ein Parteitag der Fortschrittlichen Volkspartei für Grotz-Berlin statt. Abg. Kanzow sprach über die politische Lage. Danach schilderte Abgeordneter Wiemcr die politischen Gegensätze, die sich in der Frage des U-Bootkrieges und wegen des Wganges des Marinestaatssekretärs Tirpitz entwickelt baben und legte den Stand- Punkt der Fortschrittlichen Volkspartci dar. Nach kurzer Erörterung gelangte folgende Entschließung mit allen gegen eine Stimme zur Annahme: „Der Parteitag spricht sei;: volles Einverständnis mit der einmütigen Haltung dep Fraktionen der Fortschrittlichen Volks- Partei zu der E-Bootfrage aus und unterstützt das Bestreden, die innere Einheit des deutschen Volkes zu wahren und das Ver- trauen zur verantwortlichen militärischen und politischen Füh- rung im Kriege zu stärken."(?) Tie Nationalliberalen und der U-Boot-Krieg. Tie„Tägl. Rundschau" teilt mit, daß die nationalliberale Fraktion dem Uebereinkommen der Reichstagsfraktionen, die E- Bootfrage vorläufig nicht zu erörtern, nur unter der Bedingung zugestimmt hat, daß einmal die volle Besprechung der Frage in: Haushaltsausschuß sichergestellt werde, toas bis dahin von Regio rungSseitc nicht zugestanden worden war, und datz weiterhin die Beratung der E-Bootfrage im Ausschutz vor der sonstigen Haus- Halts- und Kriegsgewinnsteueraussprackjc erfolge. Das ist alsdann einmütig vereinbart tvorden. Ter Haushaltsausschutz tritt am Dienstag, den 28. März, zusammen und wird sofort mit der Er- örtcrnng der lll-Bootfrage beginnen. Der Reichskanzler wird an- wesend sein, ebenso voraussichtlich der Vertreter der Marinebehördc. — Die nationalliberale Fraktion wird vertreten fein durch die Ab- geordneten Bassermann, Schiffer, Siresemann. Kriegsbekanntmachungen. Tie Vergebung von Sandsackarbeiten. Das Kriegsministeriu m teilt mit: Beim Jngenieurkomitee in Berlin und bei dein„Kriegs- ausschutz für Heimarbeit", Budapester Straße 1, gehen täglich An- träge auf Zuweisung von Näharbeit an Sairdsäcken ein. Ilm keine falschen Hofftmngen aufkommen zu lassen, wird darauf hinge- wiesen, datz der Bedarf des Heeres an Sandsäcken bei weitem nicht so groß ist, um die vorliegeirden Gesuche zu befriedigen. Alle an der Arbeitsvcrmittelung beteiligten Stellen, die Ma- gistrate, Arbeitsnachweise, Wohlfahrtsvereine usw., werden daher gut tun, für andere Arbeitsmöglichkeiten Sorge zu tragen. Kräftige, durch eine Familie nicht gebundene Arbeitskräfte sind mög- lichst lohnender und ihren Fähigkeiten angemessener Arbeit in der Kriegsindustrie zuzuführen. Die verhältnismäßig leichte, im Hause auszuführende Sandfacknäharbeit ist nur für schwächere oder solche Frauen aufzusparen, die daneben einen Haushalt versehen müssen. Paketsendungen aus dem Felde in die Heimat. Amtlich. Verlm» 25. März.(W. T. B.) Zur Beseitigung immer wieder auftauchender Zweifel wird erneut darauf hinge- wiesen, datz den Angehörigen deS Feldheeres die Möglichkeit gegeben ist, Pakete in die Heimat zu schicken. Tie Sendungen dürfen nur Bekleidungs-, Ausrüstungs- und Gebrauchsgegenstände enthalten, die sich in rechtmäßigem Besitz der Absender befinden und nicht im Zollausland zum Zwecke der Versendung angekauft sind. Nähere Bestimmungen enthalten die in jedem Postamt ausgehängten„Vor- schriften über den Privatpakct- und Privaigütervcrkehr bei den Aiilitär-Paketdepots". Letzte Nachrichten. Der englische Fliegerangriff auf Nordschleswig. Amtlich. Berlin. 26. März.(W. T. B.) Am 25. März morgenS haben englische Seestreitkräfte einen Fliegerangriff auf den nördlichen Teil der nordfriesischen Küste herangetragen. Der Fliegerangriff mißlang völlig, wie der Heeresbericht vom 26. März bereits gemeldet hat. Zwei auf Vorposten befindliche armierte Fischdampfcr sind den englischen Schiffen zum Opfer gefallen. Unsere Marineflugzeuge griffen die englischen Seestreitkräfte an und erzielten eine Anzahl Treffer; ein TorpcdobootSzerstörer wurde schwer beschädigt. Bon unseren sofort ausgesandten Seestreitkräften stießen nur einzelne Torpedoboote in der Nacht vom 25. zum 26. ans den ab- ziehenden Feind. Eins dieser Torpedoboote ist bisher nicht zurück- gekehrt. Der Chef deS AdmiralstabeS der Marine. Meldung des türkischen Hauptquartiers. Konstantinopcl, 26. März.(W. T. B.) Amtlicher Heeres» bericht: An der Jrakfront keine Veränderung. An der Kail- kasusfront wurde am 26. März ein Erkundungsvorstoß schwacher feindlicher Infanterie- und Kavalleriekräfte mit Ver- lüften für den Gegner zurückgeschlagen. Keine wichtige Unter- nehmung an den übrigen Abschnitten dieser Front. Unsere Küstenbatterien verjagten durch ihr Feuer einige feindliche Torpedobootszerstörer, die an den Tardanellen kreuzten. Drei feindlicke Flieger, die die Halbinsel Gallipoli überflogen, ent- flohen sofort gegen Jmbros, als unser Kriegsflugzeug erschien. Eine Seeschlacht in der Nordsee? Kopenhagen, 26. März. lW. T. B.)„Berlingske Tidcnde" be- richtet auS Esbjerg über ein Seegefecht zwischen etwa zlvauzig englischen Kriegsschiffen, darunter fünf grötzeren Kreuzern und fünfzehn Torpedojägern, mit deutschen Fischdampfern, die an- scheinend im Fahrwasser südlich Fanoe fischten. Die Fischdampfcr zogen sich, nachdem, wie man zu beobachten meinte, zwei von ihnen in Brand geschossen worden waren, zurück. Einige deutsche Kriege- schiffe und ein Zeppelin kamen zu Hilfe. Es entstand eine ge- waltige Kanonade, die zehn bis fünfzehn Minuten dauerte. Die Begebenheiten spielten nch so weit vom Lande ab, datz eS selbst mit den besten Ferngläsern unmöglich war, die Einzelheiten zu ver- folgen. Die Luft verdickte sich, flus Groß-öerlin. Schinkenspeck mit öeilage! Meine Frau, die in ihrer Kochkunst gründlich umlernen mußte, hat in diesen kartoffelarmen Tagen Gerichte auf den Tisch gebracht, die uns bisher ganz unbekannt waren. Neue Erfindungen, die ihr auf einer Kochkunstausstellung gewiß prämiierl würden. Meist sind es Gemenge, mal von frischen, mal von gedörrten, mal von Büchsengemüsen mit Suppen und Bouillonwürfeln. Diese haben zwar im Geschmack eine entfernte Aehnlichkeit mit Fleischbrühe, sind aber Wohl mit Fleisch kaum in Berührung gekommen. Nach einer Reihe von Tagen mit solchen Gerichten macht sich doch einmal die Sehn- sucht nach einer kleinen Abwechselung durch etwas kräftigere Nahrung bemerkbar. Mein Verlangen richtete sich auf ein bestimmtes Ziel, als ich im Schaufenster eines kleinen Fleischwarengeschäfts eine Anzahl Schinkenspeckstücke verlockend aukgestellt sah. Täglich führt mich niein Weg hier vorüber.— Täglich warf ich begehrliche Blicke nach dem leckeren Schinkenspeck. Hier, wo ringsherum kein wirklich Wohlbemittelter wohnt, nahm der kleine Vorrat nur langsam ab. Das ließ auf einen hohen Preis schließen. Trotzdem entschloß ich mich nach einigen Tagen des Anschauens, mir einen besonderen Genuß zu leisten. Gedacht— getan. Mit einem kühnen Entschluß trat ich in den Laden und fragte nach dem Preise des Schinkenspecks. „Im ganzen drei Mark dreißig, im einzelnen drei Mark fünfzig das Pfund," war die Antwort. „Bitte, geben Sie mir ein Pfund," sagte ich bescheiden. Me wohlgenährte Gcschäftsinhaberin nahm ein Stückchen Speck zur Hand— es war so appetitlich, daß mir das Wasser im Munde zusamnienlief— und fragte, ob mir das recht sei. „Oh ja. Bitte!" Indem ich es aussprach, empfand ich schon den Vorgeschmack eines seltenen Genusses. „Aber Sie bekommen eine Beilage," sagte die geschäfts- gewandte Frau und langte, als ob das ganz selbstverständlich wäre, nach einem Änochenstück von einem Viertelpfund, um es „meinem" dreiviertelpfündigen Stück Speck beizulegen. Ein gewaltiger Schreck durchfuhr mich. Doch mochte ich noch nicht jede Hoffnung auf den erträumten Genuß aufgeben. So höflich und bescheiden, wie es einem Menschen möglich ist, der das Gefühl hat, man wolle ihn rupfen, machte ich den Einwand:„Drei Mark fünfzig und dann noch ein Viertel- Pfund Knochen?" Als ob ich einen Funken ins Pulderfaß geworfen hätte, so flammte bei meinem Gegenüber die Entrüstung auf. Mit einem Ruck schob die Besitzerin der begehrten Ware„mein" Speckstück nebst Knochen beiseite, warf den Kopf in die Höhe, schoß einen wütenden Blick nach mir und rief patzig:„Nanu! Wat soll denn det heißen! Sie brauchen et ja nich zu koofen." Und, als ob sie meinen inneren Kampf zwischen Verlangen und Entsagen ahnen könnte, setzte sie mit un- verkennbarem Hohn hinzu:„Nee nee, Sie brauchen ja nick!" Das brauchte ich allerdings nicht und ich tat es auch nicht. Mit den Worten:„Warten Sie man, verehrte Frau. bis sich Dumme finden, die für Ihr'Knochenfleisch drei Mark fünfzig zahlen", brach ich den Handel ab und verließ den Laden. Zu Ende ist der schöne Traum, der mir tagelang ein Stück feisten Schinkenspeck vorgaukelte.— Mit der Zehnpfund- karte in der Hand werde ich wieder auf die Kartoffel- entdcckungsreise gehen. Hoffentlich gelingt es mir, welche heimzubringen. Leider muß ich sie allerdings ohne Speck essen._ Kohlrübenuberfluff. Aus Lankwitz wird uns geschrieben: Als mehrjähriger Lankwitzer Bürger passierte mir vor einigen Tagen folgende Ge- schichte: Ich beziehe meine Kaufmannsware seit mehreren Jahren von einem hiesigen Kaufmann. Kürzlich nun verbreitete sich die freu- dige Kunde, daß bei diesem Kaufmann Schmalz zu haben ist. So- fort ging meine Tochter hin, um welches zu kaufen. Auf ihr Ver- langen nach dem so raren Fett, erhielt sie von dem Kaufmann die Antwort:„Ich kann Ihnen nur- Pfund Schmalz verkaufen, wenn Sie mindestens 5 Pfund Kohlrüben dazu kaufen, sonst können Sie kein Schmalz bekommen." Bei meiner am nächsten Tage an die Gemeinde gerichteten tele- phonischen Anfrage wurde mir der Bescheid, daß den Kaufleuten. welche Schmalz von der Gemeinde erhalten haben, zu gleicher Zeit Kohlrüben verkaust worden sind. Diese sollen sie mit dem Schmalz zusammen verkaufeil. Das heißt, wer keine Kohlrüben kauft, bekommt auch kein Schmalz. Soweit die Zuschrift Wir müssen gestehen, daß wir über diese tiefeinschneidende„Lebensmittelfürsorge" erstaunt sind, die so weit geht, daß sie den Bürger vorschreibt, was er auf den Mittagstisch bringen muß. Nur einen Wunsch hätten wir, daß die Gemeinde nicht bei Kohlrüben bleibt, fondern etwas Abwechselung in die Speisekarte bringt, denn es ist doch beim besten Willen nicht zu verlangen, daß sich die Einwohner aus Gemeindeidealismus an Kohlrüben den Magen verderben. Frühjahrs-Kontrollversammlungen. In der Zell vom 3. bis 29. April d. I. finden aast dem Hofe der Bezirkskommandos, Schöneberg, General- Pape- Straße, die diesjährigen Frükjahrs-Kontrollversammlungen stait. Die näheren Bestimmungen strib aus den öffentlichen Bekannt- machungen ersichtlich, welche am 28. März, am 1., 8. und 19. April n den Litfaßsäusen angeschlagen werden. Außerdem sind die Bekanntmachungen auf' angebracht. Tin Bahnhöfen und in den Polizeirevieren Aufgeklärter Kircheneinbruch. Der Bande Reich, deren Anführer kürzlich bei einem Einbruch in der Oranienstraße von einem Schutzmann erschossen wurde, fällt auch der Einbruch in der Emmauskirche, über den wir kürzlich be- richteten, zur Last. Fingerabdrucke, die die Kriminalpolizei nach- träglich an einer versteckten Stelle fand, führten auf die Spur eines schon oft bestraften„Arbeiters" Otto Jefer, einem Bruder des Wil- Helm Jefer, über dessen Verhaftung wir schon berichteten. Beide Brüder waren Mitglieder der Einbrecherbande des erschossenen Reich. Otto wohnte in der ReichenÄerge? Straße- Bei ihm hisli sich sein geisteskranker Bruder Wilhelm verborgen, nachdem er Ende Dezember v. I. aus der Irrenanstalt Herzberge entwichen war. Der Geisteskranke, der noch 10 Jahre Zuchthaus zu verbüßen hat, kund- schaftete die Gelegenheit zu dm Einbruch in der Emmauskircke aus. Sem Bruder Otto, der ihn ausführte, erbeutete dabei 1200 M. Ter Verhaftete durch die Fingerabdrücke überführt, räumte jetzt die Tat ein und wurde Sonnabend dem Untersuchungsrichter vorgeführt. Sein Bruder ist wieder in Herzberge. Von dem Golde fand man nichts mehr. Diese Aufklärung des Kircheneinbruchs hat nun auch die vielen Gerüchte über mutmaßliche Täterschaft, die in der Kirchen« gemeinde verbreitet waren, als leeres Gerede dargetan. Kleine Nachrichten. Vom Tode überrascht wurde der 63 Jahre alte Fuhrherr Obertempel aus der Wriszener Str. 27, als er am Sonnab/ndnachmittag einer Pfcrdeversteigerung beiwohnte. Auf dem Hofe des Grundstücks Posener Str. 29 brach er plötzlich zu- fammen und verschied auf der Stelle, wahrscheinlich an Herzschlag. — Gram über zerrüttete Familienverhältnisse hat den 37 jährigen Wächter Karl Thieme aus der Blumenthalitr. 9 zu Lichtenberg in den Tod getrieben. In einer Werkzeugbude in der Prenzlauer Allee machte er seinem Leben durch Erhängen ein Ende. Sitzungstage der Stadt- und(Semeindevertretungen. Maricndorf. Heute, abends 3 Uhr, im Rathaus, Sitzungssaal: Beratung des Haushaltsplanes. Tielc Sitzungen sind»ssrnllich. Jever EcmcindeangchSrize ist berechtigt, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. )?us aller Welt. Entsprungener Mörder. Ein gefährlicher Verbrecher, von dem schon wiederholt die Rede war, ist an der deutsch-öfterreichischen Grenze seinen Wäch- fern entsprungen. Es handelt sich um den Arbeiter Johann Gatzka aus Neudorf in Obcr-Schlesien, der am 22. September 1910 eine Arbeiterin Rosalie Zipa aus Neudorf mit einer Brechstange er- schlug und sich seitdem unter den verschiedensten Namen umher- trieb. Nach Ausbruch des Krieges gab er sich für einen Russen aus. In Bayern gefangen gesetzt, entfloh er dann von der Arbeit auf einem Gut. Mitte vorigen Monats gelang es, Gatzka in Wien festzunehmen. Vor einigen Tagen soMe er nun ausgeliefert werden. Polizeibeamte von Ratibor waren beauftragt, ihn in Oderberg in Empfang zu nehmen. In der Nacht dort angekommen, entwich er jedoch beim Verlassen des Zuges den österreichischen Auf» sehern und entkam in der Dunkelheit. Ein widerspenstiger Landwirt. Seinen Roggen aus zu- dreschen weigerte sich der Landwirr S. zu Breitungen a. d. Werra, obwohl er behördlich mehrmals dazu aufgefordert wurde. Da er einer dritten Aufforderung nach abgelaufener Frist gleichfalls nicht Folge leistete, so wurden seine sämtlichen Borräte vom Herzoglichen Feldjäger auf drei Wagen verladen und in einer Nachbarscheune unter Aufncht ausgedroschen. Nicht nur. daß dies auf S.s Kosten geschah, es wurde ihm auch noch das Selbstveriorgungsrecht entzogen und erhält er Brotkarten; ebenso ist er noch mir einer empfindlichen Strafe bedacht worden. Wettoraussichtcn für daS mittlere Norddeutfchland Vis Dienstag mittag. Uebenall ziemlich mild, im Westen vorherrschend wolkig mit geringen Regenfällen; östlich der Oder zunächst noch vielfach Hefter; später langsame Trübung. BOSNIAl ZigaSeiien SozialtiEffiBkratiseherWatilverEin IJ. 6. BerLReiehstagsvahlkreis. 14. Abteilung. Bezirk G93a. Am Sonnabend, den 25. März verstarb unsere Genossin �uxusle Wscdke, Sickingenstraße 4. Ehre ihrem Andenke«! Die Beerdigung findet DienStag, den 23. März, nachm. 3 Uhr, von der Halle des Zenti alsriedhoss in Friedrichsselde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. SozialtakratisetiErWahlmEiii für Berlin-ScIiönBlierg, Bezirk z. Am 24. d. MtS, verstarb nach langen, schweren Leiden im 28, Le- bensjcchre unsere Genossin �nns Schröder Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet Dienstag, den 28. März, nachmittags 4'/, Uhr, von der tealle des 2. städtischen triedhoscs Eydlslraße(Blanke ölle) aus statt. Um zahlreiche Betelligung ersucht vvi- Vorstand. Treffpunkt für Mitglieder des „Eckiöneb erger Frauenchors- um 4 Uhr bei Gastwirt Fintel. Stoffe für feine Damen-Kostüme, Herren-Anzüge usw. Mtr.4.-. 6-.8.- 10.-. 12,- M. Tuch-Lager Koeh& Seeland G.m.b.H., Gertrauütenstr. 20/21. BXÄ Spezialarzt f. Geschlechtskrankheiten. Harnleiden, Schwache, Ehrlich-Hata-Kuren, Blut* _ und Harn-Untersuchungen Dr. med. Karl Reinhardt. Institxite: Dfin-Fone-t«- zwischen Dresdener und AnnenstraBe. r rinZcIlair. Ut Spreohst. 5—7, Sonnfcaes 10— 11. Potsdamer Str. 117 � I iiflrlgrpnrip 18 Seiten starke Broschüre gratis und pbst- HUlAlctl CUUC frei in versctilossenem Kuvert. nin Zahlstelle Berlin n Ortsvcrwaltung Berlin. r Mittwoch, 29. März 1916. abends 8 Uhr, im Saal 1 des Gewerkschaftshauses. Eugelnfer 15 Gemeinsame Uersammlnng aller m der Albuui-Mappen-, Galanterie-, Portefeuiller- u. Reiseartikel- Industrie beschäftigten Heim- u. Werkstatt-Arbeiter u. Arbeiterinnen. Tagesordnung: i. Die Verhandlungen mit den Arbeitgeber» für die Tarifverlängerungen. 2. Verschiedenes. 23/10 Nollrge« und Kolleginnen! Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung ist eS Pflicht aller Mitglieder beider Organisationen, in dieser Bersammlung pünktlich zu erscheinen. Die Orlsvkrwaltllng oud Kraulhenlkitullg Die Ortsvemaltullg und Drallcheuleitullg des Allchbiuderverbaudes des Sattler- und Dorttfeuiflerverbaudes I. A.: B. Wttrrberuer. I, A.: P. Hauptmann. jldmiralspalast Nur noch diese Woche GroSea SiS'Sallett >/,» Uhr. a. 3. 4 M. Vorzügliche Küche! �LC4pt