Nr.SS.-SI.Ia�rg. Hbonnements-Bedlnguna«!: Abonnements• Preiz pränumerando: «iertehährl. 330 Mk, monatL 1,10 Mk., wöchentlilb 25 Pfg, frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg, Coimiags- Nummer mit illustrierter Sonntags- Beilage.Die Neue Welt' 10 Pfg, Poll- Abonnement: 1,10 Marl pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs- Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungarn LchO Marl, für das übrige Ausland s Marl pro Monat. Posiabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland. Italien. Luxemburg. Portugal, KumätiUn, Schweden und die Schweiz. «Äiillt lZgbt. ( 5 Pfennig) Die Inlerllüns'GebQIir beträgt für die sechsgespall-nc Kolonel- zeile oder deren Raum 50 Pfg.. für politische und gewerlschaftliche Lereins- und Bersalmulungs- Anzeigen 30 Psg. „Meine Anreisen", das fettgedruche Wort 20 Psg.(zulässig 2 jettgedrullle Worte), sedes weitere Wort 10 Psg. Slcllcngcjuchc und Schlasstellenan- zeigen das erste Wort 10 Psg.. jedes wcltcrc Wort L Pfg. Worte über 15 Buch- staben zählen für zwei Worte. Inserate sür die nächste Stulnuier inüsscn bis 5 Uhr nachmittags in der Expediiioti abgegeben werden. Die Ervedilwn ist dis 7 Uhr abends geüistiet. Vevlinev Volksblctkt. ZcntvaXorqzn der rozialdemokratifchen Parte» Deutfchlands. telegaunm-Sli reise: „SozlaülcBioürat ncrlln". Neöaktion: SW. HS, �inüenstraße Z. Fernsprecher: Amt Moritzplatz. Rr. 1S1 gy— 151 97. Donnerstag, den BO. März 1916, ExpeöMon: SW. HS, Lmöenstcaße 2. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 1S1 99— 15197. Parteigenossen! Die Mehrheit der Fraktion hat uns durch ihren Beschluß alle Rechte, die uns als Fraktionsinitgliedern zustehen, ent- zogen. Danach sollten lvir stumme Mitglieder der Fraktion sein: sollten in ihr nicht reden und nicht abstimmen, weder im Plenum noch in den Kommissionen die Partei der- treten dürfen. Damit waren wir tatsächlich aus derFraktion hinausgedrängt. Zu einer neuen Arbeitsgemeinschaft vereinigt, bleiben wir Vertreter der Partei. An die Parteigenossen richten wir die dringende Auf- forderung, im Nckhmen unseres Organisations- st a t u t s sich weiter zu betätigen und die durch die Zuge- Hörigkeit zur Partei gegebenen Verpflichtungen zu erfüllen. Wir zlveifeln nicht daran, daß, sobald die Parteigenosten auf Grund freier Rede und Gegenrede ihr Urteil über die politischen Vorgänge feit dem 4. August 1914 abgeben können, u n s e r V o r g e h c n von ihnen als e i n A k t p o l i t i s ch e r Notwendigkeit gebilligt werden wird. Das Interesse des Proletariats erfordert in dieser Zeit gebieterisch eine selbständige, grundsätzliche Politik, wie wir sie stets und am nachdrücklichsten dann betätigt haben, wenn derDruckam stärksten war. Unser Auftreten schädigt nicht das Ansehen der Partei, sondern hebt es im In- und Auslande. Unser Auftreten wirkt nicht spaltend und zerstörend, sondern sa iinn cl ii d und organisationscrhaltend. Unser Auftreten ist kein Disziplin? und Treubruch, sondern ein Gebot der Treue gegen die Parteigrundsätze, die Beschlüsse der Parteitage und der internationalen Kongresse. Nicht wir, sondern Angehörige der Mchrheit haben am 24. März„lärmende Aktionen" unter stürmischem Beifall der Gegner veranstaltet. Angehörige der Mehrheit haben -— ein in der parlamentarischen Geschichte unerhörter Vor- gang— dafür gestimmt, daß ihrem eigenen Partei. genossen das Wort entzogen werde. Jetzt gilt es zu arbeiten, das Proletariat stark zu machen für die schweren Kämpfe, die ihm bevorstehen. Parteigenossen! Steht fest zu den Grund- s ä tz e n, auf die wir stets mit Recht stolz gewesen sind. Die sozialöemokratische /lrbeitsgemeinjchast. Der Zwang zum Velthanöel. Unter den Neuerscheinungen des Büchermarktes ragt eine Publikation hervor, deren Verfasser der Kieler Professor Bernhard Harms und deren Zweck die Popularisierung unserer Wissenschaft von den weltwirtschaftlichen Beziehungen Deutschlands ist. Das Büchlein führt den Titel: „Deutschlands Anteil an Welthandel und 33 c l t s ch i f f a h r t."*) An Hand eines reichen Zahlen- Materials bietet der Verfasser einen Abriß der Entwicklung der deutschen Volkswirtschaft und ihrer weltwirtschaftlichen Beziehungen sowie eine Analyse dieser Beziehungen— eine Darstellung der Zusammensetzung und der geographischen Verteilung des deutschen Außenhandels. Es liegt in dem Zweck seines neuen Buches begründet, daß Harms in ihm zu der Frage der Gestaltung der weltwirtschaftlichen Beziehungen nach dem Kriege nur beiläufig Stellung nimmt. Wo er aber von diesen Zukunftsfragen spricht, da geschieht es in einer von den Aeußerungen vieler — auch sozialdemokratischer!— Kriegsschriftsteller angenehm sich abbebenden objektiven und ruhigen Weise. So bemerkt er(S. 204): „Mit Vorliebe wird seit den Augusttagen des Jahres 1914 die Auffassung vertreten, d a tz die sogenannte Welt« Wirtschaft der Vergangenheit angehöre und künftig der mehr oder weniger„geschlossene Handelsstaat" in den Vordergrund trete» werde. Es gibt keinen grötzeren Irrtum als diesen." *) Professor Dr. Bernhard Harms,„Deutschlands Anteil an Welthandel und Weltschiffahrt", Stuttgart, Berlin, Leipzig lölö, Union Deutsche Verlagsgesellschast. Preis 2,80 M. Und er fügt hinzu(S. 205):„Das deutsche Wirt- schaftsleben wird nach dem Krieg in der- selben Weise, vielleicht sogar noch mehr, auf den Weltmarkt angelviesen sein, als es vor dem Kriege schon der Fall war." Diese Ueberzeugung stützt sich auf das Ergebnis einer eingehenden Untersuchung der welttvirtschaftlichen Beziehungen Deutschlands. Härms erbringt damit, schlüssige Beweise für die zwingende Notwendigkeit>v e l t w i r t s ch a f t- licher Beziehungen und besonders des Handelsverkehrs mit den Kriegsgegnern. Im allgemeinen Bewußtsein stellt sich das Bild der Welt- wirtschaftlichen Beziehungen so dar:„Das alte Europa sendet in schnell wachsendem Umfange Jndustrieerzeugnisse in die wirtschaftlichen Neuländer und bezieht dafür Rohstoffe und Nahrungsmittel." Dies Bild ist in einer Beziehung richtig, in anderer Beziehung aber falsch und speziell in seiner Anwendung auf Deutschland. Die Handelsstatistik zeigt zwar, daß ganz überwiegend industrielle N o h st o f f c und Nahrungs- und Genußmittel eingeführt und zuni größten Teil Fertigwaren ausgeführt »Verden. Dagegen ist in dem obigen Satze falsch die Auf- fassung, welche die weltwirtschaftlichen Beziehungen Deutsch- lands ganz oder auch nur in der Hauptsache als ein einfaches Austauschgcschäft mit Agrar- und Rohstoffländern betrachtet. Die Wirklichkeit zeigt folgende Darstellung der geographischen Verteilung des deutschen Außenhandels. Von der deutschen Einfuhr kamen im Jahre 1913 aus den einzelnen Erdteilen und von der deutschen Ausftihr gingen nach den verschiedenen Erdteilen: Einfuhr Ausfuhr Europa.... 54,7 Proz. 7(5,1 Pro*. Afrika...... 4,6, 2,1, Asien...... 9,8„ 6,5, Amerika..... 27,8, 15,3„ Australien.... 8,1, 1,0„ Der deutsche Außenhandel ist also so- wohl als Einfuhr- wie als Ausfuhrhandel in der Hauptsache Handel mit curopäi- schen Staaten und zivar der Ausfuhrhandel in weit höherem Maße wie der Einfuhrhandel. Außer- ordentlich-wichtig- zur richtigen Bewertung dieser Tatsache ist die andere Tatsache, daß der Teil der deutschen Aus- fuhr, der nach europäischen Ländern ging, von 1889 bis 1913 nur von 77,1 Proz. auf 76,1 Proz.„gesunken", absolut aber von 2509,7 Millionen auf-7677,5 Millionen Mark gestiegen ist. Die Aussicht, sich von der Notwendigkeit der Ausfuhr nach den europäischen Ländern ganz oder teilweise zu be- freien, ist also sehr gering. An diesem Ausfuhr- Handel aber war 1913 England mit 14,2 Proz., Rußland mit 8,7 Proz., Frankreich mit 7,8 Proz., Belgien mit 5,5 Proz. und Italien mit 3,9 Proz., die Gesamtheit uuserer enropäischeu Kriegsgegner(©er- bien und Montenegro bleiben außer Betracht) also mit 46,1 Proz. beteiligt. Das ist die Grundtatsache, von der alle Ueberlegungen betreffend die Zukunft unseres Ausfuhrhandels ausgehen müssen! Anders liegen die Verhältniffe bezüglich der Einfuhr nach Deutschland. Der Anteil der außereuropäischen Erdteile an dieser Einfuhr, der 1913 schon 45,2 Proz. 14869 Mill. Mark) betrug, war 1889 erst 22,9 Proz.<743,5 Mill. Mark). Hier ist eine entschiedene Veränderung eingetreten, und die Eni- Wicklungstendenz zeigt unzweifelhaft auch weiterhin in dieselbe 'Richtung. Es ist Deutschland also nicht möglich gewesen, die Ausfuhr nach den außereuropäischen Ländern entsprechend seiner Einfuhr von dort zu steigern. Deutschland muß deshalb das, was es von Außenenropa bezieht, zum Teil mit dem bezahlen, was ihm Europa für seine Erzeugnisse bezahlt. Andererseits muß Deutschland einen großen Teil von dem, was es für den Inlandsbedarf und für die Ausfuhr nach europäischen Ländern an Rohstoffen gebraucht, aus Außereuropa beziehen. Deutschlands Wirtschaftsleben steht also in dem zwingenden Kreislauf des Vcredelungsverkehrs, des Jndustrialismus, in den ausländische Rohstoffe eingehen, um als inländische Fertig- waren nachher zu erscheinen. Dieser Veredelungsverkehr ist eine Tatsache— und diese Tatsache bildet die Grundlage unseres Wirtschaftsleben. Die Einfuhr von Rohstoffen und die Ausfuhr von Fertigfabrikaten ist also eine Lebcnsnotwcndigkeit für Deutschlands Volkswirt- schaft. Und so, wie sich die Verhältnisse nun einmal entwickelt haben, muß man hinzusetzen: Die Einfuhr von Roh- st offen auA außereuropäischen und die Aus» fuhr von Fertigfabrikaten nach europäischen Ländern ist eine Lebensnotwendigkeit für Deutschlands Volkswirtschaft! Das ist die Schlußfolgerung aus den sachlichen Darlegungen des Harmsschen Buches. Sie wird auch von Harms gezogen. Er weist darauf hin, daß man sich durch die„ungeahnte Konjunktur" des Krieges über den Ernst der Lage nicht hin- wegtäuschcn lassen darf. Diese Konjunktur sei hervorgerufen durch eine Verschiebung in dem„Verhältnis zwischen kriegs- wirtschaftlicher und volkswirtschaftlicher bezw. Weltwirtschaft- licher Betätigung"„zugunsten der crstcren". Diese Verschie- bung sei aber nur möglich gewesen dadurch,„daß im Hintergründe die Milliarden der Kriegsanleihen stehen". Jedoch: „Es gilt die alte Wahrheit auch heute noch, daß diejenige VollSwirtschaft einen Krieg am leichtesten überwindet, die währen» des Krieges das normale WirtjchaftSleben am weitesten aufrecht« erhalten konnte. Je länger und je intensiver eine Volkswirtschaft aus Staats aufträgen lebt, um so schwerer wird sie in dem Augenblick getroffen, d a d i e s e w e g f a l l e n."(S. 206.) Harms erwartet zivar eine Hochkonjunktur nach Bc- cndigung des Krieges(durch„Neuauffüllung der Warenlager", lebhaste Bautätigkeit, weitere Aufträge der Heeresverwaltung und Neuanschaffungen der Landwirtschast), aber er hält cö sür verfehlt,„wenn angenommen würde, daß dadurch auch nur für kürzere Zeit die Industrie einen ihrer Gesamt- leistungssähigkeit ausfüllenden Wirkungskreis erhalten könnte". „Davon kann gar keine Rede sein, sondern cS mutz unbedingt damit gerechnet werde», datz sich schon sehr bald die Exporliniercssen auf das dringendste fühlbar machen. Dies um so mehr, als, volkswirtschaftlich betrachtet, schon im Interesse unserer Zahlungsbilanz eine Ausfuhr nötig ist, um für die auch zur Deckung des blotzen Inlandsbedarfs benötigten Rohmaterialien Gegenwerte zu schaffen, die nicht in Geld bestehen... Gelänge es nicht, den früheren Anteil am Welthandel in ndschbarcr Zeit zurückzucrobcr», so wäre, nach anfänglicher Konjunklur. niit Bestimmtheit ein schwerer krisenhafter Zustand des deutschen Wirtschaftslebens zu erwarten."(S. 203, 209.) Harms meint nun(S. 209):„Man darf sich nun aber keinem Zweifel darüber hingeben, daß künftig bei der Bearbeitung des Weltmarkts auf Ivetten Gebieten mit erheblich größeren Schwierigkeiten gerechnet werden muß, als sie vor dem Kriege schon bestanden." „Gewiß kann keine Rede davon sein, daß die Handels- beziehungen zwischen den kriegführenden Ländern etwa gar nicht wieder zu nennenswertem Umfange ausgebildet werden könnten. Es wird im Gegenteil damit gerechnet werden dürfen.... daß sofort nach beendigtemKricge die Fäden sich wieder anspinnen und alsbald ein neues Netz von hin- und herlaufenden Wirtschaft» lichen Beziehungen entsteht."(S. 211.)„Aber es wird nach Lage der Dinge lange dauern, bis die vor dem Kriege vorhanden gewesene Intensität der Beziehungen wieder erreicht ist." Deshalb müssen wir„versuchen, unsere Ausfuhr in überseeische Gebiete entsprechend unserem von dorther gesttegenen Bezüge zu vermehren, um so einen Ausgleich zu schassen für das, was uns nach menschlichen! Ermessen in etlichen der wichtigsten europäischen Länder zunächst verloren geht."(S. 212.) Leider hat Harms unterlassen, aus der Erkenntnis der Notwendigkeit ausgedehnter wirtschaftlicher Beziehungen zu unseren gegenwärtigen Kriegsgegnern politische Schlüsse zu ziehen. Wir müssen es uns aus bekannten Gründen der- sagen, unsererseits zu sagen, welche politischen Notwendigkeiten in b c z u g auf die Kriegführung und den Friedensschluß die bezeichnete wirtschaftliche Notwendig- kcit zur Folge hat. « Zum Schluß befaßt sich Harms noch mit dem V e r- hältnis zu Oe st erreich- Ungarn und zur Türkei. Er warnt davor,„eine so schwerwiegende Frage bloß gefühlsmäßig zu betrachten, wie es heute nicht selten geschieht". Und seinerseits stellt Harms dann fest(S. 213): „Einer vollständigen Zollunion stehen die österreichisch-ungarischen Jndustrieinteressen entgegen: eine klotze zollpolitische Vorzugs« behandlung aber bietet der deutschen Aiissuhrindnstrie keinen Ersatz für Verluste in anderen europäischen Ländern, weil Deutichland den weitaus größten Teil der in Oesterreich-Ungarn aus dem Auslande bezogenen Jndustrieerzeugnisse sowieso schon liefert! Nehmen wir an, datz, waS unwahrscheinlich ist, die Kaufkraft Oesterreich-Ungarns nach dem Kriege die frühere Stärke wieder erhält, so würden iinwr Berücksichtigung der Einfuhr, die aus zwingenden Gründen auch künftig aus dem nichtdeutschcn Ausland nach Oefterrcich-Uugarn gelangen mutz, für etwa 200 Millionen Mark mehr deutscher Waren dorthin exportiert werden können, als es bisher geschehen ist. Das ist für absehbare Zeit die günstigste Rewnung, die aufgemacht werden kann. Es erhellt ohne weiteres, datz die deutsche Ausfuhrindustrie darin das Heil nicht erblicken darf." Ueber das Verhältnis zur Türkei hatte Harms sich(S. 129) schon vorher geäußert: „Bekanntlich gibt es in Deutschland gar viele Menschen, die der künftigen Ennvicklung der deutsch- türkischen WirlschaftS- beziehungen mit größter Hoffnung und Begeisterung entgegen- blicken. In diesen Wein wird noch viel Wasser s l i e tz e n, denn wer die Türlei kennt, weist datz deren Wirt- schaftliche Erschlictzung nur langsam und unter Ileberwindung großer Schwierigkeiten erfolgen kann." Zum Schluß bemerkt Harms hierzu noch(S. 214): In der„Kombination, die sich heute in der Form des einst von Friedrich List geprägten Schlagtvories von Helgoland bis Bagdad kundtut", werden„überwiegend Z u k u n f t.s k l ä n g c" angeschlagen,„die zivar nicht unterschätzt werden dürfen, deren unmittelbare Bedeutung jedoch zumeist zu hoch bewertet wird".„Vor zu großen Hoffuiliigeu auf alsbaldige bedentsame Befruchtung des deutschen Außen- Handels durch die Türkei kann deshalb nicht dringcud genug gewarnt werden."— eiz— Der französische Tagesbericht. Paris, 29. MSr,.t Begeisterung aufgenommen. Japanische Stimmen über die neue Entwicklung gebe» zu mancherlei Betrachtungen Anlaß. So schreibt der„Janrats" von Tokio, daß die Japaner alle Ursache hätten, der amerikanischen Konkurrenz im fernen Osten die größte Aufmerksamkeit zu schenken.»Die Amerikanel," so heißt es in diesem Blatt,„fangen die Dinge gern im großen Maßstabe an. Da sie durch ihr System des Großbetriebs an Produktionskosten sparen, werden japanische Waren schließlich mit den amerikanischen nicht konkurrieren können."— Wie hieß doch früher die Prophezeiung? Der kleine gelbe Mann wird den Wellmarkt mit Waren zu Preisen überschwemmen, bei denen der Weiße nicht existieren kann. Das war die„gelbe Gefahr'. Jetzt sehen sie. wie daS Land. daS die höchsten Löhne zahlt, der„gelben Gefahr' zu Leibe rückt. Nicht das Land mit den niedrigsten, sondern das Land mit den höchsten Löhnen und der höchsten Lebenshaltung der Massen ist am konkurrenzfähigsten. Der Vorfall zeigt wieder einmal, wie leicht es ist, mit einigen allgemeinen, plausibel klingenden Phrasen ein diplomatisches Kartenhaus zu konstruieren und Welt- Politik zu treiben. Die Japaner haben mehr Uriacke, die„weiße Gefahr" zu sürchien als wir die„getbe Gefahr' zu fürchten brauchen.(z) Letzte Nachrichten. Amerika und die bewaffneten Handelsschiffe. Washington, 29. März.(Durch Funkspruch vom Vertreter von Wolffs Telegraphenbureau.) Tie Alliierten haben ein- zeln auf Lansings Vorschlag einer Entwaffnung aller Kauffahrer geantwortet und diesen tatsächlich abgelehnt. Die Vereinigten Staaten werden alsbald zur Information aller Nationen einen umfassenden Bericht über ihre Stellungnahme zu der Führung des Unterseebootkrieges und der Bewaffnung der Kauffahrer zu Verteidigungszweaen abfassen. Es wird wahrscheinlich ein Rundschreiben an die Mächte gerichtet werden. Diese Verlautbarung, die unter sorglicher Beachtung aller von beiden Teilen der europäischen Kriegführenden geltend gemachten Ansprüche vorbereitet wird, Wird als Richtlinie für die amerikanische Regierung bei künftigen Verhandlungen dienen. Es wird erklärt, daß die Ver- einigten Staaten unabänderlich ihre bereits aufgestellten i Grundsätze vertreten. Man glaubt, daß die Verlautbarung die Grundlage für die völkerrechtlichen Bestimmungen nach dem Kriege liefern wird, die sich auf den Gebrauch der Unter- seeboote im Seekrieg beziehen. Während seiner Abwesenheit von Washington beschäftigte sich Lansing mit einer großen An- zahl ihm zugegangener Angaben betreffend Tauchboote und bewaffnete Kanffahrer._ Eine amerikanische Anfrage. Washington, Lg. März.(W.T. B.) Meldung des Reuter schen Bureaus. Staatssekretär Lansing teilt mit, daß der amerikanisch« Botschafter in Berlin beauftragt worden ist, bei der deutschen Re- gierung anzufragen, ob ein deutsches Unterseeboot die „Sussex" und den„Englishman" torpediert Hab«. Meldung der englischen Admiralität. London, 29. März.(W. T. B.) Die Admiralität weist darauf hin, daß der englische Bericht über den Luftangriff auf S ch l e» tv i g- H o l st e i n die Angabe enthielt, daß zwei und nicht zehn deutsche bewaffnete Vorpostenschiffe gesunken seien. Betreffs den Untergang des„Greif" betont die Admiralität, daß sie nicht erklärt hat, der„Greif" habe unter norwegischer Flagge gefeuert, sondern er habe über die norwegischen Farben hinweggefeuert. End- lich wird erwähnt, daß der britische Bericht, demzufolge daS deutsche Schiff gesunken sei, nach deutscher Auffassung unwahr sei, da an- genommen werde, der„Greif" habe sich selbst in die Lust gesprengt, In diesem Zusammenhange wird darauf hingewiesen, daß die Deutschen selbst in einem drahtlosen Bericht bestätigt haben, daß die Gefangenen, die auf dem„Greif" gemacht worden sind, bon jeder Verbindung mit der Außenwelt abgeschnitten seien. Tie Nachricht der Deutschen kann deshalb nicht von einem Mitgliede der Besatzung des Schiffes stammen. Dns Urteil im bulgarischen Spionageprozefj. Sofia, 29. März.(W. T. B.)(Meldung der Agence Bul- gare.) Das Kriegsgericht hat gestern abend da? Urteil im Spio- nageprozeß gefällt. Von den sechs Personen, die der Spionage unter Leitung des früheren russischen MarineattacheeS angeklagt waren, wurden zwei, ein Publizist und ein Möbelhändler, freige- sprachen, die vier übrigen, ein Reserveoffizier, ein Journalist und zwei Schissskapitäne der bulgarischen Schiffahrtsgcscllschaft, wur- den zu lebenslänglichem Kerker verurteilt. Einer von den beiden Kapitänen ist russischer Staatsangehöriger. Die Verlesung des Urteilsspruches rief tiefe» Eindruck hervor. Vor dem Gerichts- gebäude war eine riesige Menschenmenge versammelt, die sich erst in späten Abendstunden zerstreute, als die Verurteilten ins Ge- fängwis abgeführt worden waren. Trotz der erregten Stimmung hat sich kein Zwischenfall ereignet. Ein neuer russischer Kriegsminister. Petersburg, 29. März.(W. T. B.)(Meldung der Petersburger Telegraphen-Ageutur.) Kriegsminister General Poliwanow ist auf sein Ansuchen seiner Funktio- nen enthoben und zn seinem Nachfolger der Chef der Intendantur, Generalintendant General der Infanterie Schuwajew, ernannt worden. Gewerksthastllches. Verlin und Umgegend. Höchst gefährliche Heimarbeit. Die ungeheuere Feuergesährlichleit des Zelluloid hat schon manchen sehr schweren Brandschaden in Betrieben verursacht, wo dieser leicht entzündliche Stoff verarbeitet wird. Mit Rücksicht darauf ist vor einigen Jahren eine Polizeiverordnung ergangen, welche unter anderem bestimmt, daff ein Heimarbeiter nie mebr als fünf Kilo Zelluloid im Hauie haben und hier nur solche Arbeilen aus- führen darf, wobei leine Späne abfallen. Die Heimarbeit an Zelluloidwaren darf nicht in der Küche oder dem Wohnzimmer des Heimarbeiters ausgeführt werden, es mutz ein besonderer Raum dazu vorbanden sein. In einer Versammlung der Kamm- und Haarschmuckarbeiter wurde ausgeführt, datz diese Verordnung jetzt sehr hänfig übertreten wird. Die Branchenleitung hat sestgostellt, datz in manchen Be- trieben die Arbeiter regelmätzig Arbeit mit nach Hause nehmen, um sie nach Feierabend und Sonntag« auszuführen. Es handelt sich um das Ausschneiden von durchbrochener Ware. Diese Arbeit wird mit der Laubsäge ausgeführt. Dabei fallen reichlich Späne ab. Das mag dem Laien harmlos erscheinen. Der Fachmann aber weitz, datz da, wo in der Küche oder Stube eines Heimarbeiters solche Beschäftigung betrieben wird, das ganze Haus ständig in Feuersgefahr steht. Gerade die bei der Arbeit absallen- den und herumliegenden Späne entzünden sich ebenso leicht wie ein Sprengstoff. Ein Funke, der vielleicht beim Anzünden der Lampe vom Streichholz abspringt— was bei den jetzt im Gebrauch be- findlichen minderwertigen Streichhölzern nicht selten vorkommt— kann genügen, um die Zelluloidabsälle in Brand zu setzen. Wenn dies Material erst Feuer gefangen hat, dann ist ein gröheres Brand« Unglück unvermeidlich. Diese gefährliche Heimarbeit ist gegenwärtig so verbreitet, datz drei Arbeiter eines Betriebes die ganze Ausschneidearbeit zu Hause macheu.— Die Organisation der Kamm- und Haarschmuckarbeiter hält es für ihre Pflicht, die Polizei und die Gewerbeinspektion auf die Verstötze gegen die Verordnung aufmerk- sam zu machen und erwartet, datz durch Einschreiten der Behörden dem gefährlichen Treiben ein Ende gemacht werde. Vom Tchicksnl der kricgsbeschadigten Angestellten. Ein seit dem 1t). Mai 1906 bei der F r i e d r i ch- W i l h e l rn- Lebensvers icheruirg S-Aktiengesellschaft in Berlin tätiger Kontorist wurde a»r 19. November 1911 zum Heeresdienst einberufen. Ihm wurde wie allen anderen zugesagt, datz er nach Beendigung seines MMärdienstes wieder eingestellt werden würde. Seine Familie erhielt die übliche Unterstützung in Höhe von fünfzig Prozent des Gehaltes für die Frau und weiteren fünf Prozent für ein Kind. Infolge eines Herzleidens, das sich während des Kriegsdienstes herausbildete, wurde der betreffende Angestellte am 19. November 191S als dienstuntauglich aus dem Heeresdienst entlassen. Nach voraufgegangener Untersuchung durch einen Vertrauensarzt stellte ihn die.Friedrich Wilhelm* zum 1. Dezember 1915 zu seinem früheren Gehalt— einhundertfünfunddreitzig Mark pro Monat— wieder ein. Da der verheiratete sechSunddreitzigjährigs Angestellte bei der zurzeit herrschenden Teuerung bald einsehen mutzte, datz es ihm jetzt noch viel weniger als früher möglich ist, sich mit seiner Familie mit einem solchen Gehalt durchzuschlagen, ohne in Schulden zu geraten, richtete er am 29. Januar an die Direktion der.Friedrich Wilhelm* ein Gesuch um Gehaltszulage. In der Begründung dieses Gesuches erinnerte er daran, datz er vor nunmehr nahezu zehn Jahren mit einem Gebalt von TS M. pro Monat feine Beschäftigung bei der .Friedrich Wilhelm* angetreten habe. Er Hobe damals gehofft, durch Fleitz und Ausdauer sein Einkommen soweit steigern zu können, datz er mit seiner Familie davon leben könnte. Bei ehrlichstem Streben haben aber zehn Jahre nicht ausgereicht, um dieses Ziel zu erreichen. Unter diesen Umständen habe er stets aus Nebenerwerb bedacht sein müssen. Durch seine angestrengte Tätigkeit habe er sich ein Nervenleiden zugezogen. Als er nun zum Kriegsdienst eingezogen worden sei, versagte sein Körper völlig. Das Nervenleiden ergriff auch das Herz, so datz er nach etwa einem Jahr wieder entlassen werden mutzte. Da ihm sein Leiden jetzt jeden Nebenerwerb un- möglich mache, bitte er die Direktion um eine Gehaltsaufbesserung, damit er mit seiner FamUie nicht gar zu grotze Not zu leiden brauche. Das Gesuch wurde abschlägig beschieden. Die Folge war, datz nicht eine Befferung, sondern allmählich eine Verschlecklerung des Gesundheitszustandes des betreffenden An« gestellten eintrat, so datz er am 1. März durch den Arzt der Betriebs- krankenkasse vorläufig arbeitsunfähig geschrieben wurde. Die fürchterliche Lage des Angestellten kommt in nachstehendem Schreiben, das er an seinen Abteilungsvorsteher richtete, zum Ausdruck: .Durch eine Verschlimmerung meines Herzleidens bin ich aber« mals arbeitsunfähig geworden. Ich glaube annehmen zu müssen, datz die komplizierten Rechenübungen, mit denen ich mich beschäf- tigen mutz, über meine Kraft gehen. Tag und Nacht wird mein Innerstes durchwühlt, um eine Lösung des Exempels zu finden, wie ich mit 127 M. auf anständige Weise meine Familie ernähren kann. Ihnen, sehr geehrter Herr S., will ich sagen, datz mich der bittere Ernst meiner Lage schon oft an die Grenze der Ver- zweislung getrieben hat. Herr Direktor Liebetanz hat mein Ge- such um Gehaltsausbesserung glatt abgelehnt. Nun, der Herr Direkror mag ein genialer Mathematiker sein, jedoch in die Lage eines Beamten, den sein geringer Verdienst in die elende Lage des untersten Proletariats hinabzieht, wird er sich wohl sehr schwer versetzen können. Nachdem ich 10 Jahre lang der Gesellschaft meine gesunde Ar- beitskraft für ein äutzerst geringes Gehalt zur Verfügung gestellt habe, bitte ich, aus Gründen der Gerechtigkeit jetzt Nachsicht üben zu wollen. Mit aller Hochachtung....* Die Gesellschaft ließ eS an der geforderten Nachficht nicht fehlen. Sie wartete vom 1. bis zum-- 13. März und schickte dem kranken Angestellten dann folgenden Brief: Eingeschrieben I Herrn......, Neukölln. Da eS sich gezeigt hat, datz Sie bei Ihrem GesundheitZ- zustande, wie er sich in letzter Zeit gestaltet hat, den dienstlichen Anforderungen nicht in dem Matze zu entsprechen in der Lage sind, wie wir bei Ihrer Wiedereinstellung glaubten hoffen zu können, so müssen wir zu unserem Bedauern das Dienstverhältnis lösen und sprechen daher hiermit die Kündigung zum 39. April 1916 aus. Hochachtungsvoll Friedrich Wilhelm LebenSverficherungs-Aktiengesellschast Dr. Liebetanz. Ein Gesuch deS Angestellten um Rücknahme der Kündigung wurde nicht berücksichtigt. Kürzlich wurde in der TageSpreffe mitgeteilt, datz die D e u t s ch e Bank mit ihren lriegSbeschädigten Angestellten bei ihrer Wieder- einstellung sogenannte Zwischenverträge abschlietzt. Sie beschäftigt die Kriegsbeschädigten so einige Zeit in der Regel zu geringeren Gehältern wie vor dem Kriege, um— wie sie sagt— sich ein Bild darüber zu machen, inwieweit eine dauernde Wiedereinstellung desKriegsbeschädigten möglich sei. Diesem Verhalten eines der grötzten Finanzinstitute Deutschlands reiht sich das geschilderte Vorgehen der. Friedrich Wilhelm' gegen einen Kriegsbeschädigten würdig an. Wenn derartige Beob- achtungen schon jetzt bei solchen wirtschaftlich starken Unternehmungen gemacht werden müssen, waS werden da die kriegsbeschädigten An- gestellten erst nach dem Kriege bei all den vielen mittleren und kleineren Unternehmungen erleben? Schimpfen und schelten hilft gegenüber solchen Dingen wenig. Auch das Anrufen des Gesetz- gebers allein wird den Angestellten wenig nützen. Es gibt nur einen Weg, mif_ dem sie sich der Umernehmerwillkür entziehen können. Sie müssen einmütig zusammenstehen und in ihrer Gewerk- schaft— dem Zentralverband der Handlungsgehilfen— für ihre Interessen eintreten lernen. Einer für alle, alle für einen! Hus Industrie und Handel. Reichsbank. Der Verwaltungsbericht für das Jahr 1915 mit der Gewinn- und Verlustrechnung liegt jetzt vor. Danach hat die Reichsbank im Jahre 1915 einen Gesamtgewinn in Höhe von Mark 273 III 929 erzielt gegen 133 293 813 M. im Jahre 1911. Die Verwaltungskosten beanspruchten davon 26188 221 M.(1911: 21816 375 MI. Für Banknotenanfertigung wurden ausgegeben 3 966 877 M.(2 862 916 M.). An den Preutzischen Staat waren wie im Vorjahre 1365 739 M. zu zahlen. Als Entgelt für den Fortfall der Notensteuer erhält das Sieich 199 Millionen Mark(aus dem Gewinn des Jahres 1911 war für die Noiensteuer ein Betrag von 1919935 M. abzuzweigen). Als nachträgliche Kriegssteuer für l9l1 kommt ein Betrag von il 390 009 M. in Anrechnung(—). Auf zweifelhafte Forderungen werden 29 995 768(35 275196) M. in Reserve gestellt. Ein Verlust auf Werlpapiere ist diesmal nicht abzubuchen. während im Jahre 1911 ein solcher in Höhe von 211 879 M. entstanden war. Ferner kam für das Jahr 1911 für verschiedene kleinere Posten ein Betrag von insgesamt 155 665 M. in Abzug, während diesmal noch 36 999 M. zu verrechnen sind. Es bleibt für das Jahr 1915 ein Reingewinn in Höhe von 196182 331 M.(1911: 67 919 693 M.). Auf die Anteileigner entfällt eine Gcsamtdividcnde von 8,97 Proz. gegen 19,21 Proz. für 1911 und 8,13 Proz. für 1913. Das Reich erhält aus dem— bereits um III 300 999 M. für Kriegsabgaben gekürzten— Reingewinn in Höhe von 196182 331 M. eine Kriegsgewinnsteuer im Betrage von 59 972 922 M., die einer Abgabe von 75 Proz. des gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 1911, 1912 und 1913 erzielten Mehrgewinnes entspricht. Schlietzlich erhält die Reichskasse nach den Bestimmungen des Bankgesetzes 31116 586 M.(für 1911: 42197185 M.). An den Reservefonds gehen 1929 919 M.(6 971969 M.). Der an das Reich abgeführte Betrag beläuft sich danach insgesamt auf 199 719 593 M. gegenüber 13 538 129 M. in 1911. Die Elektrizitätsversorgung Sachsens. Der sächsische Landtag, der am 7. April vertagt werden soll. wird bereits im Juni wieder einberufen, um einen Gesetzentwurf über die staatliche Elektrizitätsversorgung Sachsens zu beraten. Die Vorlage soll die Elektrizitätsversorgung des Landes vereinigen. Es sollen vor allem die Preise für den Strom reguliert werden. Der Staat hat an der Regelung der Elektrizitätsversorgung auch insofern ein besonderes Interesse, als er nach dem Kriege eine Anzahl verkehrsreicher Neben-, Klein- und Vorortbahnen mit elektrischem Betrieb versehen wird. Vorgesehen ist auch der Ankauf des Elektrizitätswerkes Hirschfelde bei Zwickau für den Preis von fünf Millionen Mark. In der Nähe liegen umfangreiche staatliche Braunkohlenfelder. Weiter soll für den Westen des Landes, wo ebenfalls dem Staat eigene Kohle zur Verfügung steht, ein neues Werk errichtet werden. Nach und nach sollen alle vorhandenen Stromquellen vereinigt werden. In der Vorlage wird zur Durch- führung de« Planes zunächst ein Kredit bis zu 29 Millionen Mark gefordert. Weiter wird beim Etat.Finanzministerium* die Er- richwng einer.Direktion der staatlichen Elektrizitätswerke* be- antragt.— Die Vorlage ist ohne Zweifel aus dem Bedürfnis nach neuen Steuerquellen geboren. Sonntags gejchlssssn! KötUgffrafld 33 am Bhf.«l-randerplah Ehausseestr.*113 Mm OWfiwr Sahnhaf Slo ungewöhnlich geschickt zu- sammengestelltes Jackenkleid in £«d«rköper. Jugendlicher Schnitt verbindet sich mit wirkungsvollen Sarnierungen. Auf Seid« Wohl dl« bellebteste Form unserer riet begehrten blauen Lackenkleidcr aus reinwollener Ware, besonders reizvoller Gürtel und sesch« Taschen. Aus Selb« Siranazter- ZackenNeid au» sehr prakiischer, dauer'aster Wollwore. In schönen braunen und grauen Farbtönen. Moderner Slockeusall. Aus Seid« Sehr vornehmes, elegante« Jackenkleid jür Besuch und Straße, wegen seiner vorzll X War« und eigenartiger, reicher Verarbeitung gern gekaust. Auf Seide 26.50 42'.s« 38.50 59.- verantw. Redalti Alfred Wielep». Neukölln. Jntz�atentefl vergntw, XH.Gl»cke. Berit«. Druck n. Bevlag: Vorwärts>Luchdr.n.Veplags Festsetzung von Höchstpreisen sei nicht immer das richtige Mittel, Mißständen zu begegnen. Dank der freudigen Mitarbeit aller beteiligten Kreise, nicht zum wenigsten der Landräie und sonstigen ländlichen Stellen, werde es gelingen, den schnöden Aushunnerungsplan zunichte zu »iiachen, bis sich an unseren Feinden selbst das verdiente Schicksal erfülle.(Bravo!) LandwirrschastSminister v. Schorlemer: Die neue Ernte eröffnet nach den letzten Saatenslandsberichlen die besten Aussichten. Wenn der Krieg uns auch Entbehrungen und Erschwerungen auferlegt, so tauii ddch aufs bestimmteste erklärt werden, daß wir dem Hunger nicht entgegengehen, sondern daß wir aushallen und durchhalten werden bis zum siegreichen Ende.— Mit den Kartoffeln werden wir bis zur nächsten Ernte auskommen. Bei Butler und Milch ist der Höhepunkt der Schwierigkeiten überwunden. In dem Fleischkonsum wird dagegen eine gewiffe Beschränkung und vor allem eine gleichmäßige Verteilung der Bestände notwendig sein. Es ist Ihnen nicht unbekannt, daß eine gewiffe Mißstimmung durch Stadt und Land gehl. Aber gerade in der gegenwärtigen Zeit, wo Sieg unsere Parole bleiben muß, darf keine Trennung zwischen Stadt und Land Play greifen. Graf Vchr-Bchrenhoff: Im Namen der beiden Fraktionen deS Heireuhauics habe ich folgende Erklärung abzugeben: Das Herrenhaus erklärt: Die in dem Artikel der»Nordd. All- gemeinen Ztg." im Februar dieses Jahres dargelegte Auf- fasiung der königl. Slaatsregierung von der ausschließlichen Zu« st ä n d i g k e i t des Reichstages für die Erörterung von Fragen der auswärtigen Politik vermag das Herrenhaus in dieser allgemeinen Fassung nicht zu teilen. Das Herrenhaus erkennt indeffen an, daß eine solche öffentliche Erörterung in der zwingenden Rücksicht auf die Kriegslage ihre Grenzen finden muß. Schlechthin gilt dies, wo es sich um An« gclegcnheitcn handelt, welche mit der kaiserlichen Kommandogewalt direkt oder indirekt verknüpft sind. Bei voller Anerkennung der außergewöhnlichen Schwierigkeiten, die die Neuheit und die Biel- gestaliigkeit der Aufgaben des Krieges mit sich bringen, ist doch das Herrenhaus der Ansicht, daß auf verschiedenen Gebieten der inneren Politik Fehler gemacht worden sind. Insbesondere niuß dem Wunsche Ausdruck gegeben werden, daß die ErnäbrungS« füriorge frühzeitig nach einem vorbedachten Plan für die Zukunft unter Zuziehung der richtigen Vertreter aller beteiligten Kreise in die Wege geleitet wird. Ebenso wird es schwer empfunden, daß die Handhabung der Zensur nickt überall gleichmäßig erfolgt ist und insbesondere die Erörterung der KriegSziele auch da ohne zwingenden Grund be« schränkt wird, wo die vaterländischen Empfindungen eine Erweitetung fordern. Das Herrenhaus gibt der Erwartung Ausdruck, daß diesen weitverbreiteten Empsiudungen künftighin Rechnung getragen wird, soweit es mit der Kriegslage irgendwie vereinbar ist. In Be- wunderung und unerschütterlichem Vertrauen blickt daS Herrenhaus auf die Führung von Heer und Flotte, auf unsere Streiter, die in Hingabe und Heldenmut mit den ruhnireichen Borvätern wetteifern. Hinter ihnen steht schaffend und opferbereit die ganze Nation. Mit allen Weiß sich das Herrenhaus einig in dem festen Willen, den Kampf durchzuführen bis zur Erreichung eines glor- reichen Friedens, der die gesteigerte Machtstellung deS Reiches und die innere Wohlfahrt unseres Vaterlandes verbürgt.(Lebhafter Beifall.) Der Etat wird sn bloo angenommen. Die Denkschrift über die Ausführung des A n s i e d lungs- g e s c tz e s für die Provinzen Posen und Westpreußen wird durch Kenntnisnahme sür erledigt erklärt. Schluß: 3Vz Uhr. Nächste Sitzung: Donnerstag l Uhr. Die parteipresse zur Zraktionsspaltung. m. „Norddeutsche Volksstimme"(Bremerhaven): Jede Etatsbewilligung ist eine Vertranenskund- gebung für die Regierung, unbekümmert um die Erklä« rung, daß sie es nicht sein soll! Derartige Erklärungen mögen das Gewissen zener salvieren, die es für nötig halten, sie abzugeben, nach außen hin aber verfehlen sie ihren Zweck. Und wenn da nun unter Würdigung dieser Verhältnisse ein Vertreter der Fraktionsminderheit— es war der Genosse H a a se— diese bisher für selbstoerständlich gehaltene Pflicht der Kritik aus- übt, so mögen sich die Bürgerlichen darüber entrüsten— Sozialdemokraten aber sollten das Vorgehen angesichts unserer inner- politischen Lage verständlich finden, vor allem aber sich hüten, Ge- nossen, die nur ihre Pflicht zu tun glauben, zu schmähen und sich so zum Schrittmacher der bürgerlichen Parteien zu degradieren. Darüber, daß das, was H a a s e sagen wollte— er konnte es leider nicht, weil ihm mit Hilfe von Sozialdemokraten, die damit Prenßensitten auf das Reichsparlament übertragen, das Wort entzogen wurde— soweit es auf die wirtschaftS- und innerpolitifchen Verhältnisse Bezug hat, gesagt werden muß, dar- über, so hoffen wir wenigstens, wird in der Gefamtftaktion doch wohl Einmütigkeit herrschen. Weshalb dann jetzt aber, wo es gesagt werden sollte, diese widerlich-wüsten Szenen, die dem Ansehen der Partei sicher nicht zum Vorteil gereichen? Aber auch rein taktisch betrachtet, erscheint uns das Vorgehen der Fraktionsmehrheit geradezu töricht. Konnte man bei den reinen Kriegskrediten vielleicht annehmen, daß ihre Bewilligung der Stimmung der Mehrheit des Volkes entsprach, so wird doch in diesem neuen Konfliktsfalle, wo die vitalsten Interessen des Volkes in Frage kommen, kein Anhänger der Frakttonsmehrheit der An- nähme leben, daß ihr Vorgehen gegen Haafe draußen im Lande Verständnis finden wird. Nun aber wird man wieder mit der„verletzten Diszi- p l i n" komm«:. Gewiß, Disziplin muß sein; sie findet aber ihre Grenzen in den Grundsätzen, die zugleich ihre Loraussetzung bilden. Sind diese Grundsätze völlig oder auch nur teilweise aufgegeben— und die Minderheit rst der Ansicht, daß Parteigrundsätze der Kriegs- furie zum Opfer gebracht sind—, so ist damit schon ohne weiteres das Band der Disziplin gelockert, und es Handeft sich nur noch darum, die Konsequenzen aus dieser Tatsache zu ziehen. Das haben die Genossen der Minderheit im Dezember vorigen Jahres getan, und da» allein ist es, was dem Genossen Haas« diesmal von der FrokticmSmehrheit als so schweres Bergehe» angekreidet wird. Wir habe» im Dezember vorigen Jahre» die Fraktion»- Mehrheit daraus hingewiesen, daß es bei ihr liegt, den Konflikt zu verschärfen oder die vorhandene Spannung h e r a b z u- mildern; sie scheint den erstcren Weg wählen zu wolle« und wird dann selbstverständlich auch die Verantwortung hierfür zu tragen haben. „Lübecker Bollsbote": E s ist zur Spaltung der sozialdemokratischen Reichstags fraktion und zur Gründung einer neuen sozialdemokratischen Fraktion gekommen. Wer bisher die stille Hoffnung hegte, daß unter dem Druck der ganzen Verhältnisse die Einigkeit der Partei gewahrt würde, der ist durch die gestrigen Vorgänge innerhalb der Fraktion bitter cnt- täuscht worden. Denn nunmehr ist die Spaltung der Par- t e i endgültig vollzogen, da es ja völlig ausgeschlossen ist, daß eine Partei zwei Fraktionen besitzen kann. Der Bruderkampf ist damit in die Partei hineingetragen, die bisher mit Recht so stolz sein konnte auf ihre Einigkeit und Geschlossenheit. Schwere innere Kämpfe werben uns nun bevorstehen; aber sie müssen durchgefochten werden. Die Parteizerstöver haben ihr unheilvolle» Werk vollbracht; sie werden es bereuen! „Stettiner Bolksbote": Die Minderheit hat, wie aus den vorliegenden Mitteilungen erhellt, die Fraktionsmehrheit durch ihr Sondervorgehen vollständig überrumpelt. Schon durch diese Art des Vorgehens mutzte der Riß in der Fraktion erweitert und unheilbar gemacht werden. Das wußte natürlich die Minderheft auch, sie hat also die Spaltung ge- wollt und planmäßig herbeigeführt. Das muß ihr besonders als Vergehen gegen die Interessen der Arbeiterschaft cmgekreibet werben. Die Spaltung ist also da, und die Mahnung.zur Einigkeft in der Fraktion hat keinen Zweck mehr. Aber an die Arbeiterschaft appel- lieoen wir. die Geschlossenheft der Partei aufrecht zu erhalten. Die Arbeiter haben, wenn sie nicht einig bleiben, viel zu verlieren. Die Verteuerung der Lebensmittel und der notwendigsten Gebrauchs- gegenstände bergen neue Kämpfe in ihrem Schöße, da kann man sich den Luxus eines Sondcrvorgehcns nicht gestatten. Wenn jemand aus der Reichstagsfraktion ausscheidet, so tut er das auf eigene Rechnung und Gefahr. Die Parteigenossen im Lande sollten sich darüber nicht in die Haare geraten. „Mecklenburgische Bolkszeiwng": Daß wir eS deutlich sagen: Wir sprechen den Achtzehn daS Recht der Absonderung ab. Die Genoffen im Lande haben doch bei der Aufstellung auch der Kandidaturen der Achtzehn e» für ganz selb st verständlich betrachtet, daß die Kandidaten im Falle ihrer Wahl Mitglied der sozialdemokratischen Frak- tion zu sein haben und diese Mitgliedschaft aus eigenem auch nicht aufgeben dürfen. Ebenso natürlich ist, daß jeder Abgeordnete innerhalb der Fraktion vollste Freiheit für die Betätigung seiner Ueberzeugung hat, daß er für seine Meinung werben und an der gemeinsamen Beschlußfassung mitzuarbeiten hat. Sind dann aber die Richtlinien für das Wirken im Plenum festgelegt, dann hat keine Minorität des Recht, gesondert für sich vorzugehen! An diesem Grundsatz dürfen wir nicht rütteln lassen, soll nicht die wildeste Desorganisation Platz greifen, sollen nicht Zu- stände herbeigeführt werden, wie sie früher in Frankreich und in Italien bei den dortigen Parteifraktionen bestanden, worüber die gesamte deutsche Sozialdemokratie— man denke an den inter- nationalen Kongreß in Amsterdam— oft genug ihr ehrliches Be- �dauern aussprach. Wir dürfen auch deshalb jenen Grundsatz nicht preisgeben, weil die Anarchie in der Reichs tags fraktion weiter- wirkend die Parteibewegung überhaupt schädigen müßte. „Bielefelder Bolkswacht": Die Spaltung der Fraktion ist zur Tatsache geworden! Und waL das Bedauerlichste ist: zu dem D i sz i p I i n b r uch hat der Sprecher der Zwanzig auch noch den Treubruch hinzugefügt. Das mutzte jedes Zusauimeuarbeiten vergiften und auf die Dauer un- möglich machen, so hat sich denn die Fraktion genötigt gesehen, den Schritt zu tun, der die Einheitlichkeit in ihrem Handeln wieder herstellt: den Disziplinbrechern die Rechte der Fraktionsgemeinschaft abzuerkennen, was praktisch den Ausschluß aus der Fraktion be- deutet. Die Gegner der Sozialdemokratie werden darüber ihre helle Freude empfinden. Mag sein, daß auch ihnen im Augenblick der Eindruck der Spaltung im Auslände unangenehm ist, weil aus dem Vorgang allzu leicht so etwas wie eine beginnende Zersetzung des deutschen Volkes gefolgert werden kann. An sich aber werden sie über die Spaltung frohlocken, denn nun steht ihnen nicht mehr die einige geschlossene Sozialdemokratie gegenüber, die bis vor dem Kriege gewohnt war, mit der ganzen Wucht ihrer Stimmen an den parlamentarischen Abstimmungen mitzuwirken und dadurch oft wich- tige politisch« Entscheidungen herbeizuführen. Noch vor wenigen Tagen hat die Welt erfahren, was dieser Einfluß bedeutet. Als die U-Bootleute ein« vorzeitig« und darum schädliche Erörterung der Kriegführung im Reichstage vornehmen wollten, genügt« der Ein- spruch der sozialdemokratischen Fraktionsmitglieder und der Hin- weis auf die Folgen des beabsichtigten Vorgehens, um diese Absicht zu vereiteln. Werden die bürgerlichen Parteien sich jetzt noch schrecken lassen, wo die parlamentarische Vertretung der deutschen Arbeiterschaft in einer Zeit, die zum engsten Zusammenschluß mahnt, auseinander- zufallen droht? Es ist ein unverantwortliches, ver- brecherisches Spiel, das die Haase und Genossen mit den Interessen der deutschen Arbeiterschaft getrieben haben. Ihnen ist es zu danken, wenn in den Massen Disziplin und Kameradschaftlich- kcit, die größten Tugenden einer kämpfenden Partei, zum Gespött werden. Sie tragen die Per- antwortung dafür, wenn die A r b e i te r o r g a n i» sationeu Deutschlands in der Zeit der größten Weltkatastrophc die Tummelplätze des leiden- schaftlichen und zerstörenden Bruderkampses werden. „Bolksblatt für Anhalt": Der Fraktionsvorsitzerrde Ebert nannte in der Fraktion Haascs Tat eine„unerhörte T r e u l o s i g k c i t".„Mir i st kein Vorgang bekann t," so fügte er hinzu,„daß ein Genosse mit der Kameradschaftlichkeit so Schindluder gc- trieben hätte, wie Haase." Seit Hasselmann! rief Genosse F i'sch e r- Berlin dazwischen. Wollte die Fraktion nicht zum Gespött der Welt werden, so mußte sie zu dem unerhörten Vor- gang Stellung nehmen, und zwar sofort und nicht, wie Genosse Jäckel es vorschlug, erst nach Wochen! Was hätten die Partei- genoffen von solcher Unentschlossenheit und Direktionslosigkeit denken sollen I Das hätte uns um den letzten Respekt gebracht. Die Folgen der Spaltung der Fraktion bedeuten möglicherweise die Spaltung auch der Partei. Wir sind aber überzeugt, so sehr wir eine Spaltung bedauern würden, daß es sich dabei doch nur um eine Absplitterung handeln wird, die aus die Dauer für die Macht der organisierten Arbeiterklasse bedeutungslos sein wird. Noch standen bisher Millionen Arbeiter im weitesten Sinne dieses Wortes der Sozialdemokratie fern. Bleibt die Mehrheit, wovon das Gegen- teil zu tun sie gar keinen Anlaß hat, sich selber treu, dann wird sie, was sie möglicherweise an die um Haase und Liebknecht verliert, reichlichst wiedergewinne» aus der noch so großen Zahl bisheriger Nichtsozialdemokraten. Düsseldorfer„VolkSzcitung": To hat also die Fraktionsmehrheit ihr Kriegswerk gekrönt und die Vertreter des prinzipiellen Sozialismus vor die Tür gesetzt. Daß der fragliche Beschluß mit nur S8 gegen 33 Stimmen gefaßt wurde, müßte auch den Scheidemännern zu denken geben. Wie selbstverständlich, jubelt die bürgerliche Presse unter Ausfällen gegen die Minderheit über diese„Spaltung der Partei". Wir sehen die Dinge vorläufig noch kühler an. Spaltung der Fraktion ist noch nicht notwendig Spaltung der Partei. Heber das letztere haben die Parteigenossen zu bestimmen, und wer vermöchte vorderhand be- weisen, daß sie überwiegend der Politik der Mehrheit folgen. Braunschweigcr„VolkSfrcund": Wenn gegen die Aktion der Gruppe Haase der Einwand er- hoben wird, daß sie ohne Verständigung der Fraktionsmehrheit er- folgt sei, so trifft dieser Einwand nicht die Aktion selbst, sondern resultiert aus der in sich widerspruchsvollen Haltung dieser Gruppe. Die formelle Fraktionsgemeinschaft mit der Mehrheit und praktisch selbständige Aktion können nicht zusammen bestehen. Das Vor- gehen ohne Benachrichtigung der Mehrheit war tatsächlich schon die Aufl>ebung der Fraktionsgemeinschaft. Hätten die 18 mit der nötigen Unzweideutigkeit und Eni- schlossenheit operiert, so stünden sie formell und persönlich besser da. Indessen liegt es an ihnen, die Lehren zu ziehen. Sie mögen, statt mit dem einen Auge nach vorwärts ans die Massen zu blicken, und mft dem anderen über die Achsel nach den Instanzen rückwärts zu schielen, beide Augen nach vorwärts richten, und sie werden cnt- schieden besser fahren. Wir werden sie danach beurteilen, welche praktischen Konse- quenzen sie aus ihrer selbständigen Konstituierung innerhalb und außerhalb deS Parlaments ziehen. Jeder Schritt, der sich aus prinzipieller Höhe bewegt, wird von uns unterstützt werden, jede Unzulänglichkeit wird kritisiert werden; denn wir empfinden so wenig Respekt vor der selbständig konstituierten als vor der nn- selbständigen Unzulänglichkeit. Wer nun noch innerhalb der Fraktionsmehrheit verbleibt, ohne ihre Politik zu billigen, wird vollends zur Passivität verurteilt sein. Wir sind einigermaßen neugierig, wie lange es wiederum dauern wird, bis diese elementare Einsicht denen zu Bewußtsein kommt, die eS angeht. Wie wird die Rückwirkung dieser zweiten Fraktionsspaltung auf den Parteikörper, auf die Parteimitgliedschaft sein? Die Mit- glieder werden �sich allenthalben entscheiden müssen, wohin sie ge- hören. Die Klärung der Partei wird mächtig fortschreiten, und sie ist die Vorbedingung ihrer Neukonstituierung. Die ictzige Fraktionsmehrheit wird ihren sozialimperialistischen Charakter immer schärfer hervorkehren müssen. Sie mutz zusehen, was sie an Anhang in den Massen hinter sich behält. Schnelligkeit und Tiefe der Scheidung der Geister werden abhängen von der Aktivität und Eni- schiedenhcit der Opposition einerseits, dem Gang der Kriegsereig- nisse, der inneren Politik, den Aktionen der Fraktionsmehrheit andererseits. Unsere Sache ist es nicht, zu prophezeien, sondern zu wirken. „Freie Presse"(Straßburg): Daß die Verhältnisse innerhalb der Fraktion seit den Vorgängen am 21. Dezember die unerquicklichsten waven und zur Explosion führen würden, war für Eingeweihte kein Geheimnis. Nur daß die Spaltung der Fraktion auf so hinterhältige Weise betrieben wurde, versetzt einen in Erstaunen. Genosse Hoch, einer der besten Freunde H a a s e s, hatte am Freitag ein zutreffendes Wor: gesprochen, als er seinem langjährigen Kampsgenossen Haase in offener Neichstagssitzung den Vorwurf des Disziplinbruches und der Hinterhältigkeit machte. Haase hat ja nun die Konsequenzen gezogen und auch den Vorsitz innerhalb des Partei- Vorstandes niedergelegt. Es war ein trauriges Bild für die Partei, daß gerade der Mann, der die Beschlüsse des Parteivorstandes hoch- halten sollte, an der Arbeit war, das, was jedem Arbeiter' heilig ist, die Disziplin, mit Füßen zu treten. Die bürgerlichen Blätter konunentieren die Spaltung der Fraktion je nach der Parteirichiung. Am vorsichtigsten sind die rechtsstehenden Blätter. Sie glauben nicht an eine folgende Spal- tung der Partei. Die Parteiblätter besprechen die Vorgänge innerhalb der Fraktion ebenfalls nach ihrer Stellungnahme. So- weit die Blätter den Standpunkt der Fraktionsmehrheit vertreten, finden sie scharfe Worte für das Verhalten Haascs und seiner Gc- solgsmänner. Das Organ der Minderheit, der„Vorwärts", spricht von einer Klärung, betont aber ausdrücklich, daß es an eine Spal- tung der Partei nicht glaube. Auch wir glauben nicht an eine Spaltung innerhalb der Partei. Wenn der Krieg zu Ende ist und die Parteigenossen alle wieder mitraten und mittaten können, wer- den sie aus dem kommenden Parteitag schon die richtigen Worte und Entschließungen finden. Mögen dann die, die sich nicht an Disziplin und Ordnung innerhalb der Parteigemeinschaft gewöhnen können, ruhig der Partei den Rücken kehren, an ihnen verliert eine Kampfgemeinschaft, wie die Sozialdemokratie eine ist, nichts. „Nheinische Zeitung"(Köln): Heute soll nicht darüber gerechtet werden, ob sich diese Spaltung nicht hätte vermeiden lassen. Wir stehen vor der vollzogeueu Tatsache und müssen sie anerkennen. Wenn es aber schon schlimm ge- nug ist, daß eine fraktionelle Gemeinschaft der sozialdemokratischen Abgeordneten nicht mehr besteht und dadurch das Ansehen und der politische Einslutz der Partei bedenklich geschwächt wird: mit noch größerer Sorge erfüllt uns das Schicksal der Arbeiterbewegung im Lande draußen, die große Gefahr, daß die fressende Zwietracht nun auch allenthalben in die Organisationen eindringen und mörderische Bruderkämpfe entfachen könnte. In den Wahlkreisen der achtzehn Abgeordneten ist dieser Streit schon entbrannt. Die Gcsamtpartei muß zu der Spaltung selbstverständlich Stellung nehmen und die Sonderbündelei verurteilen. Was aber dann, wenn sich, wie von einer Reihe jener Wahlkveisc bestimmt zu erwarten ist, die Mehr- heit innerhalb der Organisationen auf die Seite der abtrünnigen Abgeordneten stellt? Dann wird der bisher alles umfassende Or- ganisationsrahmen ohne weiteres gesprengt und die Trennung sich auch in den einzelnen Orten, Wahlkreisen nnd Bezirksverbänden bolkzieHen, wir werden zweierlei soziaiiftisHe Organisationen üc- io Minen und tiiettciJit auch ziuctcriti Blätter, getrennt« Parteitage, getrennte Wahlkäinpfc, wahrscheinlich auch Spaltung innerhalb der Gewerkschciften. Der Bruderzwiu mit allen seinen unseligen Bc- gteiterscheinungen und folgen l) die delitsche Slrbeiterbewegung heimsuchen und sie von ihrer stolzen Hole hinabstürzen. Di« Feinde der Arbeiterbewegung werden sich vergnügt die Hände reiben. Kursus für militarWe Vorbereitung. Zur theoretischen und praktischen Unterweisung der Führer militärischer Jugriidloiiipagnien ha: das Äriegdminislerium einen NlusuS vcrailsiatlet, der aus allen Teilen de« Landes beschickt war. Tie Borlräge wurden im SihungSiaale des Äbgeordnetenhailse« abl gehalten. Ju der BegrüsiungSaniprache hob O b e r st Ritter und Edler von Braun ans dem KriegSministerium hervor, dasi die neue Einrichtung sich bewährt habe. Di« el u s t a i> u ii g der Heeresverwaltung über die in ilitärische Borbildung der Jugend erläuterte Major»t u r w i e s e auS dem ÄriegSministertum, in dessen Händen auch die geschäftliche Leitung der Konferenz lag Ter Zweck der inUitäriichen Borbercitung sei, auf der Grundlage der Schule. Fortbildungsschule und freiwillige« Jugendpflege, deren Tätigkeit nicht gestört werde» solle, wcüerzuarbeilen, um für da« Heer ein nichtiges Nelluteiiniatecial hcranzubilden, ohne der Rekrutenautbildung vorzugreifen. Dabei sind die Jugendlichen auf die Dienstzweige besonders vorzubereiten, die im Kriege al« wichtig bcrvorgelrcten sind, wie der Grabenkrieg und der Nahkampf. Als Vorbiidnng für den Nahkampf und das Schiesicn kämen Siabfechtcn und Zielüvungen in Beiracht. Die eigentliche Ausbildung mit der Waffe, auch die im Schieden, dürfe die Heeresleitung sich nickt auS der Hand nehmen lassen. Der Hinwei« auf die Schweiz, wo Jugendliche Schiehunterrickt erhalten, sei unberechtigt. Die Schweiz dabe ein Milizsystein, wir dagegen«in stehendes Heer. Die Lerquickung milizartiger Einrichtungen mit solcken deS siebenden Heere» würde ein« Belastung de» öffentlicken Leben« bedeuten, die Landwirtschaft und Industrie auf die Dauer nicht ertragen könnten. Gegen einen Schiegunlerricht Jugendlicher in Krieger«, Schützen- und ähnlichen Vereinen sei nicht» emziiwenden, wenn diese Jugendlichen den militärischen Jugend« koinpagnien angehören und von ihrem Führer die Erlaubnis zur Teilnahme am Schiedunterricht erhalten haben. Mit der Frei- Willigkeit der Teilnahme an den Uebungen müfle man sich unter den gegenwärtigen Verhältnissen abfinden. Strafen und Slraf- androhungen gegenüber Nichlbeteiligten entbehren der gesetzlichen Grundlage. Auch die Drohung, dah die an den Uebungen nicht teilnehmenden Jugendlichen zum Heeresdienst eingezogen würden, seien unzulässig. Die Fortbildungsschule sei da« gegen berechiigt, die militärischen Uebungen in den Unterricht aufzunehmen und die Jugendlichen al» Scküler zur Teil« nahüie zu verpflichten. Der Sonntag sollte zur Ruhe, Eihoinng. der Famitie und der Kirche gehören. Ab und zu und aus dem Lande sogar öfter» könnte trotzdem der Eonniag in Anspruch genommen werden. Die jungen Arbeiter in größeren Be« trieben werden am besten in besonderen Zügen zusammengefaßt, um die Interessen de» Beiriebe» bester beachlen zu können. Die Ver- rrcter der Behörden, der Jugendpflegeoryanisationen, der Landwirt« schalt und der Gewerbe, der Arbeiterschaft, der Kirche und Aerzte- schast, auch die der noch abseits stehenden Vereine, sollten zu Beginn der Täligkeit zu einer gemeinsamen Aussprache über ihre Wiimche eingeladen werden. Wer indestcn mit der Ansicht der Heeresleitung über die militärische Borbercitung nicht einverstanden ist, der bleibe lieber der Sache fern, er würde sie nur st ö r e n. lieber die Durchführung der militärischen vor» bildung im Herzogtum Anhalt berichtete Land- gerichtSrat Dr. Beyer. der Borsitzende der Landes« zentrale für Jugendpflege im Herzoglum Anhalt. Die oberste Leitung der Jugendwehr liege hier in Händen de» LandeSanSschiisseS für Jugendpflege, der auch den staarlichen JugcndpflegefondS in Höhe von 22 000 M. zu verwalten habe. Ohne die Benutzung des Sonntags sei man nickt ausgekommen. Die Schule und die Presse aller Parteien, was Redner stark betonte, haben«ine rege Werbe- arbeit für die Jugendkompagnien betrieben. Trotzdem sei die Teil- nehmerziffer, die am 1. Dezember 1914 5138 betrug, im Laufe eine» Jahres unter Berücksichtigung der zum Heeresdienst Eingezogenen um 25 Proz. gesunken. Nur allzuviel Jugendliche sckeuen die Opfer, die ihnen die Teilnahme auferlegt. Manche empfinden eine körper- liche LluSbildung überhaupt al» unangenehm, auch Arbeilgcber er« schweren den Jugendlichen die Teilnahme an den Uebungen, und schließlich sei die große Masse der jungen Arbeiter der Jugendwehr ferngeblieben oder hat sich von ihr abgewendet, weil die Zentralstelle für die arbeitende Jugend Deutsch- landS ihre Beteilig ung abgelehnt hat. Wenn an« gesicktS der ungeheuren Truppenmasten, die unsere Feinde gegen uns ins Feld führen und der dreijährigen Dienstzeit in Franlreich— so bcuiecite Redner zu den Leilsätzcn der Zentralstelle jabgedruckt in Nr. 76 des.Vorwärts' vom 10. März)— eine erhebliche Verkürzung der Dienstzeit gefordert wird, so könne man nur mit einem Kopi- Ichüttcln antworien.(Lebhafter Beifall.) Und jede Hoffnung auf eine Verständigung mit dieser Seite erscheint ausgeschlossen. AI» Werbemittel für die Jugendwehr empfahl der Redner:«niklärung in den Jugendverciilen. Besuch der Jugendwchren durch Bertretor der Militärbehörden, Zulaffung der Jugend zu den Feuerwehren und Beförderung der herangebildeten Heller zu Gefreiten und Verleihung von Stbzeichen vor der ganzen Kompagnie. Häuptmann Nitschmann au« dem KriegSmkisterium legte dar. wie sich das Heer seinen Rekrutenersatz wünscht. und wie die älterenJohrgänge zweckmäßig zu Iii Heeresdienst vorgebildet werden. Er be« zeichnete die sittlichen und geistigen Eigenschaften al« den Ouell soldatischer Tüchtigkeit. Daneben sei körperliche Gewandtheit er« forderlich. Tos Heer kann diese Eigenschaften nur fördern, die Eigenschaften selbst müssen mitgebracht werden. Der beste Heere»« ersatz geht auS den Turn« und Sportvereinen hervor. Sie stellen aber nur 10 Prozent der Rekruten. Eine pflichtmäßig«, lückenlose körperliche Ausbildung bis zum Eintritt ins Heer fei notwendig. iLebüafter Beifall.) Es wäre aber ein Grundfehler, die körperliche Schulung auf Kosten der geistigen Bildung betreiben zu wollen. Die zeilgemäßen Gefechte erfordern selbständige» Denken und schnell« entschlossene«, sachgemäßes Handeln jede« einzelnen Soldaten. Nack der Darstellung von Einzelheiten der militäriichen Vorbildung schloß der Redner mit dem lateinischen Spruch: Wer den Frieden will, rüste zum Kriege I Es wurden dann Erfahrungen au» Betriebe» der Jugendkompagnie mitgeteilt. Hauptmann der Land- wehr, Stadtschulrat Professor Dr. Sickinger-Mannheim sprach über die Großstadt»»d Leutnant der Reserve K a y m a« Königsberg über die verbältniss« auf dem Lande. Dr. Sickinger führle auch psychologisch« Gründe für da« Abflauen der so groß« artig begonnenen Bewegung in» Feld. Dazu Hab« die Annahme, daß dl« Iugendtornyagnten die Jugendlichen für den Kriegsdienst vor- bereiien(ollen, zur Neberipannung der iirerziiien und de» rein Mili« iariichen gekllhrt. Di« von, NrieaSminsteriun, zuerst herausgegebenen viichUinien boten der rein Ntilitirilchen Ausbildung weilcsten Spielraun,. Die Bernußerlichung und VerNndlichung de» mililärischen Sri, sie» habe der Jugendwehr die Mißbilligung der Pädagogen und vieler Lehrer eingetragen. Die für die Gesundheit der Jugendlichen schädlichen Uebertreibuiigen, die oft vorgekommen sind, haben auch die Eltern gegen die Jugendwehr ausgebracht. Nur wenige Arbeitgeber geben den Jugendlichen für die Uebungen bei Fortzahlung de» Lohnes frei. Redner fordert staatliche Unterstützung aller Turn- und Sportvereine, Anweisungen von autoritativer Stelle au« an alle Schulen, im Rahmen de» Unterricht» körperliche Ausbildung zu betreiben und für die älteren Jahrgänge der Jugendwehr die Einführung von Schieß die besten Werbemittel für die ätteren Jahrgänge. fSebhafleZ Sehr richtig!) Leutnant K a h m a- Königsberg brachte zum größten Teil die selben Klagen vor und stellte den Arbeitgebern ein schlechtes Zeugnis über ihr soziale« Pflichtgefühl aus. Als Werbemittel hat er mit gutem Erfolge KnegSeliernabende, auf denen er Anspracheil gehalten Hai, vcianstaitet. Wie die Schule auf den Heeresdienst vorbereiten kann, behandelie Dr. D i e b o w, Direktor der preußischen Lande» turnanstalt. Er leitete seine Rede ein mit einer Lobpreisung auf den Militarismus, den er als die Kraftquelle des Volkes bezeichnete, MUitariSnmS und Wehrkraft scheinen dem Redner gleiche Begriffe zu sein. Die geistig« Vorbereitung der Jugend auf den Heeresdienst, deren Bedeutung Hauptmann Nitfckmann anschaulich geschildert hatle, erschöpft sich nach der Auffassung des Redners in der Pflege Vater- ländischer Gesinnung. Die Bedeutung deS Turnens und des Manderns für die Wehrfähigkeit schilderte er mit starkem PaihoS, In der Schule seien diese Leibesübungen im letzten Jahrzehnt be- sondert gefördert worden. Das Turnen sollte auch in den Fort- b i l d u n g S s ch u l e n für beide Geschleckter Pflichtfach werden. (Lebhafte Zustimmung.) Dem Turnen müsse mehr Zeit gewährt werden, am besten sei tägliches Turnen. Ucderall müssen geeignete Turnräume und Plätze Verlangl werden, mindesten» in erreichbarer Nähe. Andernfalls sind zum Besuche Von Außenspiclplätzcn billige Fahrpreise zu bewilligen. Den Wert der Turn- und Sportdereine für den Heeresdienst schilderten der Vorsitzende des Berliner TurilratS Prof. Dr. Reinhardt und Generaliekretär de» ReichSauSschusieS für olympische Spiele Leutnant der Reserve Diem. Dr, Rein- Hardt, der daran erinnerte, daß das Bercinstuwen älier ist als da» Schulturnen, trat für den gemilderten Zwang für Leibesübungen ein. Jeder Jugendliche soll nur verpflichtet werden, Leibesübungen zu treiben. Die Wahl der Vereine sei ihm freizustellen. Beim Hören dieser Borträge konnte man fich in der Tat de» Eindruck» nicht entziehen, daß die in den Turn- und Sportvereinen geleistete Arbeit, inSbekondere da» Turnen, vollauf genügt, um den Fugend- lichen die Fähigkeiten anzuerziehen, die nach den Erklärungen der Vertreter de« Kriegsministeriums da« Ziel der militärischen Bor- bildung sein sollen. Dieser Eindruck wurde noch bestärkt dmS die Vorführungen der Zöglinge der Deutschen Turnerschaft in der Turnballe in der Tormannstraße. DaS vielseitige Geräteturnen, die Hanlei-, Ktelter-, Lauf-, Wurfübungen, wie sie in jedem Turnverein üblich sind, ermöglichen ein« allseitige, harmonische AuSbilduna de» Körpers, eine Suigming de» Mute» und Hebung der Entichluhkrast. Die recht einfachen Ordnungsübungen einer mililärischen Jugend- kompaqni« im selben Raum« zeigten auf» neue die Ueberlegenheit de» Turnen« gegenüber der AusbiidungSmelhode in den Jugendkompagnien. Weitere praktische Vorführungen v o n Jug c n d k o mp a gn t e n wurden im Gelände geboten. Sie gewährten einen lehrreicheren Einblick in da» Wesen der militärischen Vorbildung all Vorträge es vermögen. Auf dem Exerzierplatz in Charloitenburg führten am Frenagvormittag zwei Kom« pagnien höherer Sckulen Marschübungcn in geschlossener und offener Ordnung mit Bewegung in Schützenlinien, Hinwerfen und An- schleichen, Uebungen im Erkundung»- und Meldewesen, EnlfernungS- schätzen, Kartenlesen, Signaldienst und Erkennen beweglicher Ziele vor. Major Karwieje wie» hierbei mit Recht darauf hin. daß die Befähigung zur Erfüllung dieser Aufgaben, die die Schüler spielend leichl ausführten, in dem eigentlichen Schulunterricht erziell werde. Auch bemerkte er auf einen Einwand hin, daß diese Uebungen wohl einen militärischen Charakter tragen. Dagegen sei nichts einzuwenden, wenn der RekrutenauSbiidung im Heere nicht vorgegriffen wird. Auf dem Exerzierplatz in der Hasenheidt wurden am Sonn- abcndvormiltag von der Jugendkomjzapnie Neukölln Pionirrdienste ausgeführt. Die Kompagnie trägt eine einheitliche Kleidung, die von der Stadt geliefert worden ist. Gegen eine solche Uniformierung der Jungmannen, meinte Major Kar- wiese, ist nicht» einzuwenden, da sie von der Uniform der Soldaien deutlich zu unterscheiden ist. Von dieser Kompagnie, der auch junge Arbeiter angehören, wurde nach streng niiliiänschem Kommando das Ausheben von Schützengräben, da» Bauen von Brücken, der Kampf im Schützengraben unter Benutzung der Hand- granate, das Absperren eines Grabens nach teilwelser Besetzung durch den Feind gezeigt, freilich ohne daS feindliche Feuer, unier dem besonders die letzte Tätigkeit im Kriege auSgeiührr werden muß und daher, wie ein Offizier ernst bemerkte, große Opfer kostet. Ferner wurde die Anlage deS Lagerfeuers und de« Zeltlager» sowie der Samariterdienst veranschaulicht. Den Abschluß bildet« der Lauf durch eine Hindernisbahn. Die einzelnen Hindcrniste, Graben. Wände, Eiseiigitter, Leiter und Stangen, wurden streng militärisch, auf Kommando, überwunden. Die Hindernisbahn gibt die Quittung für da« Turnen, sagte Major Kar wiese zutreffend. Nach einer kurzen Ansprache de» Vertreter» des Kriegs- Ministers, Exzellenz v o n W a n d e l. in der er den Kursus- reilnehmern den Dank des KriegSminister« abstaitete. hielt, wie am Tage zuvor, an die Juugmannen Exzellenz von Wach» eine Rede, in der er durch ein Hoch auf Kaiser und Reich die Jugendlichen verpflichtete, in diesem un« aufgezwungenen Kriege durchzuhalten bis zum endgültigen Siege. Am Schlüsse der Tagung wurde die niilltärische Vorbildung vom ärztlichen Standpunkte aus beleuchlct. Dr. L e w a n d o w S k i wie» auf die gesundheitlichen Gefahren, die der Jugend, besonder» durch die Berufsarbeit hervorgerufen, drohen, und zeigle. wie not- wendig eine geiundheiiltche Ueberwachung der schuleiitlastcnen Jugend ist. Leider gibt es erst ,n wenigen Städten FortbildungS- schulärzte. Die milnärische Borbildung werde die Jugendhygiene fördern. Er schilderte, wie die einzelnen Uebungen ärztlich zu überwachen seien. Dabei mußte er aber feststellen, daß au» Mansie! an Personal eine ärztliche Ueberwachung der Uebungen bisher nicht durchzuführen war. Redner fordert schließlich die besondere Heran- bildung von Jugendärzten, die der Jugend al» Aerzte und Lehrer zur Seite stehen. Oberstabsarzt Dr. M a r t i n e ck aus dem Kriegsministerium be- richtete, daß der Jahrgang 1897 bei der Musterung von allen«erzten al« ein guter bezeichnet worden ist. Die Zahl der Dienstuntaug- lichen war auffallend gering. Auch zeigten die jungen Lente große patriotische Begeisterung. Diese Erfolge kämen zum Teil wohl der Schulhygiene und sozialen Versicherung zugute, aber sicherlich seien sie zum größten Teil den Turn« und Jngendvereinen und der mili» tärischen Borbildung zuzuschreiben. Bemerkenswert' ist, daß fast alle Redner unter dem lebhasten Beifall der Versammlung die gesetzliche Einführung de« Zwange» für die militärische Vorbildung forderten. Am Sonntag wurden im Stadion sportliche Leistungen vor« geführt zur Peranschaulichung, in welcher Weise der Sport auf den Heeresdienst vorbereiten kann. Da« Pro- qramm war daher mit sportlich- militärischen Nebungen durchsetzt. S« gab ein Hindernislansen durch Drahtverhau«, Wastergräbei«. über Hecken und Wände, außerdem Handgranatenwerfen au« dem Schützengraben, Speer- und Di«kuSwerf«n und andere sportlich« Leistungen._(-) politische Ueberstcht. GtatSdebatte dcS Herrenhauses. In einer einsigen Sitzung hat das Herrenhaus am Mitt» woch den Etat erledigt. Die knappe Zeit genstgte, um allen politischen Wünschen und Ideen des Herrenhauses Ausdruck zu geben. Das geschah zunächst in dem AuSschustbericht des Grafen Seldlitz-Sandrcczki. Er erklärte, daß das deutsche Volk daS verwerfliche und landesverrätcrifche Treiben einer Minder- hcit perabfchcne, die das einmütige Znsammenstchcn von Heer und Nation zu stören versuche. Die Ausrollung der Wahlrechts- Wie der Berichierstatter Wetter mitteilte, hat der Minister deS Innern im Ausschuß anerkannt, daß gegen solche Vater- l a n d s l o s e Gesinnung, wie sie in gewissen Reden im Ab- geordnetcnhanse hervorgetreten sei, mit aller Schärfe vorzu- gehen sei. Da jedoch ein großer Teil der früher radi- kalen Elemente den Wunsch gezeigt und bestätigt habe, in Zukunft andere Bahnen zu wandeln, so werde man wohl abwarten müssen, statt gleich die schärfsten Mittel anzuivcndcn. Auf einige Bemerkungen des Grafen Scidlitz, daß Höchst- Preise nicht immer das beste Mittel zur Sicherung der Volks- crnährung feien, antwortete der Landwirtschaftsminister v. S ch o r I c m e r mit der Mitteilung, daß die Ernte- a u s s i ch t e n günstig, die Hauptschwieriglciten bei Butter und Milch überschritten und genug Kar- t o f f e l n im Lande seien. Der Minister schloß mit einer Mahnung zur Einstellung der Vorwürfe zwischen Produzenten und Konsumenten. Darauf folgte eine gemeinsame Erklärung des ganzen Herrenhaufcs, vorgetragen von Graf Behr-Behrenhoff. ES wird darin gesagt, daß das Herrenhaus dem Regierungs- Vorbehalt der Konirolle der auswärtigen Politik für den Reichstag so allgemein nicht zustimmen könne. Die Erklärung wünscht gleichfalls Freigabe der KriegSztelcrörterung. Danach wurde der Etat angeuomnien. Donnerstag: Kleine Vorlagen. und Fechtübungen. Schießen, Fechten und Handgranatenwerfen find I frage in der Knegszeit könne nur die Sttmmung schädigen. Tie sl-Voot-�rage vor der Budgctkommission. Berlin, 29. März.(W. T. B.) In der B u d g e t k o n,- Mission des Reichstages wurde heute die Bc- svrcchimg der I7-Boot-Fragcn fortgeführt. Von sämtlichen Parteien wurden sehr eingehende Ausführungen gemacht, in denen die Anschauungen der Antragsteller aller Richtungen bis ins kleinste zum Ausdruck kamen. Ter Reich skanz- l e r und der Staatssekretär des Reichs niarin»- a m t e s nahmen erneut das Wort. Dazu kamen länger« wirtsckiaftliche Darlegungen des Staatssekretärs des Reichs- schatzamtes. Es wurde allgemein anerkannt, daß die Mit- teilungen der Rcichsregierung die zur Besprechung flehenden Fragen außerordentlich offen und vertrauensvoll behandelt haben. Die Diskussion, die an diese Mitteilungen anknüpfte, erstreckte sich über das gesamte Gebiet der wirtschaftlichen und politischen Fragen und zog das militärische Moment so- weit heran, wie es zur Klärung der Ansichten erforderlich war. ' ie Vertraulichkeit dieser Erörterungen und der ihnen zu- gründe liegenden Regierungserklärungen schließt nähere Mitteilungen für die Oeffentlichkeit aus. Hervorgehoben wurde von Mitgliedern der Kommission, daß den Antrag- stellern feder Eingriff in die Kommandogcwalt ferngelegen habe. Der Reichskanzler erkannte die patriotischen Motive der Antragsteller ausdrücklich an. Tie ganze Erörterung in der Kommission war von entschlossenem vaterländischem Geiste getragen. Darüber, daß der Krieg zur See init den für die erfolgreiche Durchführung des Krieges Wirksamsien Mitteln zu führen ist. herrschte volle Einigkeit. Die Verband- lnngen der Kommission haben einen Verlauf genommen, der die allgemeine Zuversicht in den Erfolg unserer Waffen stärken wird. Vor der Vertagung sprach der Vorsitzende unter Zustimmung der Kommission dem Reichskanzler den Tank für seine Mitwirkung an den Verhandlungen aus. Richtig lesen! Der Rcich-Ztagsaibgeordnct-e Lizenttat Mumm schreibt den „Berliner Neuesten Nachrichten": .In Ihrem Blatte lese ich:„Die geschichtlich Gebilde» ten dürfen weiter schweigen." Sie weisen dann darauf hin, daß Belgien nur ein Begriff zufälliger, kurzlebiger und ««rlegenheitSpolitischer TtaatSbildung war, und weisen. darauf hin, daß von alledem nicht» gesagt werden darf. Nach meiner Kenntni« der Sachlage ist da» irrig. Gewiß kann nicht alle» gesagt werden, wa» man gern sagen möchte, aber gerade die geschichtlich Gebildeten unseres Volke», die zur TageSschriftsiellcrei Begabung haben, tun nack? meinem Empfinden nicht, was zur Stunde nötig wäre. Gewiß liest man hier und da in den Biüitcrn vom Vlamcnvolk, von dem Deutschtum in den baltischen Provinzen. Man liest aber noch viel zu wenig davon. Tie geschichtlich Gebildeien sollten unser« Presse weit mehr» al» da» geschieht, bedienen und von der Vergangenheit von Vlamland, wie von der Vergangcnheft von Kurland, vom niederdeutschen Volk» stamme und vom deutschen Ritterorden sprechen. ES mag mitunter unbequem sein, den letzten Satz solchen Artikel» in der Feder zurückhalten zu müssen. Aber ist ei immer nötig, das Tipfelchen auf da» i zu setzen? Wer Artikel ge- schichtlicher Art zu lesen versteht, wird sich daS Tipfelchen schon selbst heraufzusehen verstehen! Wir viel über» lasteten Politiker können nicht immer so. wie wir möchten, in der Vergangenheit schürfen; darum möchte ich diesen Notschrei an die .geschichtlich Gebildeten" ergehen lassen: Schreibt au« der Per- gangenheit, tvaZ für die Gegenwart zu wissen nötig ist; die Sch l u ß- folgerungen werden die Leser schon ziehen, solange es nicht mögllch ist, die Schlußfolgerungeil auszusprechen!" Keine Wiederholung deS WchrbeitragS. Tie„Nordd. Allg. Ztg." schreibt unter der Ucberschrift „Zur Frage der Reichsstenern": „Eine Leipziger Zeitting hat gelegentlich einer Besprechung der ersten Lesung der Stcucrvorlagen die Bemerkung gemacht, sie glaube zu wissen, daß neben der Kriegsgewinn- steucr eine zweite direkte RcichSsteucr— gemeint ist ein neuer Wchrbeitrag— im ReichLschatzamt mit freudigem Dank an- genommen werden tvürde. Wir stellen dieser Bemerkung die klaren und unzwci- deutigcn Erklärungen gegenüber, die der Staatssekretär des RcichLschatzamts bei der ersten Lesung im Reichstag abgc- geben hat. Am 16. März hat der Reichsschatzsckrctär erklärt: .In Rücksicht auf dir Erbaliung der finanziellen Existenz- grundtaqen der Einzrlstaaicn»nd Kommunen kommt deshalb nach der belitmmten«uftailnna der Berbündrien Rraierunqen»n Aren« der(teueriichrn nrieflOmaßnalimcn, die wir Ihnen vorschlakc», al« direkte ttriegesi-uer nur die Nrieasgewinnsteuer in Frage." Am L2. März hat der ReichSschatzsokretär erklärt: .Ich Hube bei der Eliibringung der Vorlage» hier zum AuS- druck gebracht, daß die Verbüiideien Negierungen in Würdigung der Beibältnisie, die ich soeben die Ehre hatte, vor Ihnen auseiu- anderzusetzen, der bestimmteil Ansicht sind, daß außer der Krieg.» gewinnbeitcuerung eine weileie dirclte Besteuerung für das Reich nn Kreise dieser Vorlagen nicht in Frage koinmen kann." Es ist unerfindlich, wie angesichts dieser bestimmten Acußerungcn daß Leipziger Blatt glauben kann, zu seiner Bemerkung irgendeinen Anhaltspunkt zu haben." Steucrdebatte im scichsischen Landtage. Die Zweite jtammer verhandelte in der Schluhberalmig über die Landeesteuern und die sozialdemokratischen Anträge, die eine gründliche Steucrresorm, Einführung direkter Rcichestciicrn und Be« seitigung der indirekten Steuern in Staat und Reich fordern. Der sozialdemokratische Redner vertrat in einer einstündigen Rede noch einmal den Standpunkt, von dem aus die Anträge gestellt waren. Ihre Tendenz geht auf eine Entlastung der breiten besitzlosen Massen mit wenig Einkommen und wesentlich stärkere Heranziehung der Be« sitzenden entsprechend ihrer finanziellen Leistungsfähigkeit.— Der Finanzminister wandte sich in längeren, schroff ablehnenden Au«- siihrungen dagegen. Er glaubte besonder« einen Trumpf damit au«- zuspielen, dag er mit Zitaten von Dr. v. Haller. Kolb und Artikel der.Sozialistischen MonatLheste' die Anträge der sozialdemokra- tischen Fraktion bekämpfte. Der sozialdemokratische Redner bemerkte dazu, daiz seine Fraktion jede Verantwortung für die fraglichen Aeugerungen einzelner Sozialdemokraten ablehne und die.Sozia- listischen Monatshefte' kein Organ der Partei seien. Maßgebend wären die Steuergrundsäye der sozialdemokratischen Gesamtpartei. Weiter kam'eS noch zu lebhasten Auseinandersetzungen zwischen den Sozialdemokraten und den Nationalliberalen. Die sozialdemokra- tischen Anträge wurden schließlich mit geringer Mehrheit gegen 30 Stimmen(Sozialdemokraten und Fortschritllers abgelehnt. Unsere Genossen, teilweise auch die Forlschrittler, stimmten darauf gegen die indirekten Steuern des Etats. Tteuererhöhung in Bayern. Im Finanzausschuß der Kammer der Reichsräte erklärte Staats- minister von Breunig, daß der ursprüngliche Fehlbetrag des Budgets von 19 Millionen aus 38,1 Millionen sich erhöhen werde, was eine Steucrerhöhung von 53 Proz. anstatt, wie angenommen, von 25 Proz. notwendig mache. Tie Stcuerkommission dcS Reichstage?, die den Genossen Dr. Gradnauer statt des aus der alten Fraktion ausgeschiedenen Genossen Wurm zu ihrem Vorsitzenden gewählt hat, trat am Mittwoch zu ihrer ersten Sitzung zusammen. In Rücksicht auf die gleichzeitig stalifindendcn hochpolitischen Debatten d-S HauSballSausschusieS, denen die Mitglieder der Slenerlommission beizuwohnen wünschten, wurde beschlossen, in die sachlichen Bc- raiungen noch nicht einzutreten. Auf Vorschlag des Zentrums be- schloß die Kommission weiter, nicht mit der Tabak st e u e r zu beginnen, wie in der konstituierenden Sitzung in Aussicht genoiitiNen worden war, sondern mit den Postabgaben, und im Anschluß daran den Fr a ch l u r ku n d e n st e m p e l in Be- ratung zu nehmen. Begründet wurde der Vorschlag damit, daß möglicherweise bei den Tabakabgaben ein Abstrich gemacht werden Ivnne, wenn bei den VerlchrSsteucrn ein Mehrerlrag zu erzielen wäre. Unsere Genossen dielten an der ersten Vereinbarung fest. Genosse M o l k e n b u h r wies darauf hin, daß etwaige Acndcrungen, die infolge der Umgcstaliung später beratener Vorlagen an der zuerst beratenen für nötig eracbter werden, noch in der zweiten Lesung vorgenommen werden können. Unsere Genossen blieben mit ihrer Absicht in der Minderheit.— Wie man hört, trägt man sich im Zentrum mit dem Gedanken, den OuiitungSstemvcl zu einer Umsatz- steuer mir einer ins einzelne gehenden Staffelung der Steuersätze iiinzngcstallcn.— Die nächste Sitzung findet Donnerstag nachmittag 2 Uhr statt.__ Erlay von 2>trasen in den Neichslandcn. Ter KabinettScrlaß vom 3. Februar 1915 über die Nieder- schlagnug von Strafverfahren ist nach der amtlichen„Straßburger Korrespondenz' unlcrm 20. März d. I. dahin erweitert, daß die bisher noch nicht niedergeschlagenen und noch nicht rechtskräftig er- ledigtcn Untersuchungen gegen Personen, die vor dem 20. März die Eigenschaft als KricgsteUnehtner erlangt haben, wegen der in dem erwähnten Erlaß bezeichneten Straftaten rciedergefchlazen werden, wenn die Straftaten vor diesem Tage und vor der Ein- berufung de« Täter« zu den Fahnen begangen find. Auch in diesen Fällen erfolgt die Niederschlagung unter der Bcdingling, daß nicht der Täter durch militärgerichtliches Urteil mit Entfernung au? dem Heere oder der Marine oder mit Dienst- entlaffung bestraft ist oder bestraft werden wird, oder, wenn er keine Person des SoldatcnstandcS ist, mit RiWsicht auf eine Straftat seine Eigenschaft als Kriegsteiinchiner verloren hat oder verlicven wird. Weiter werden den Teilnehmern an dem gegenwärtigen Kriege die vor Uzrcr Entlaffung von den Fahnen durch Urteil oder Straf beschl eine» elsaß. lothringischen Zivilgerichts ein- schließlich der auf Grnnd des Gesetzes über den Belagerungszustand gebildeten außerordentlichen Kriegsgerichte oder durch Strafbescheid einer elsaß-lothringischen VcUvaitungsbchörd« wegen der vor der Einberufung zu den Fahnen begangenen Straftaten bi» zum 2». März rechtskräftig erkannten Strafen, soweit sie noch nicht voll- sireckt oder erlassen sind, einschließlich der Nebcnstrafen und der rückständigen Kossen in Gnaden erlassen, sosern die einzelne Strafe oder ibr noch nicht vollstreckter Teil nur in Verweis, Geldstrafe, Hast, Festungshaft bis zu einem Jahre einschließlich oder Gefäng- nis bis zu einem Jahr einschließlich allein oder in Verbindung mit- einander oder mit Ncbcnstrafen besteht. Ter Erlaß der Aebenftrafen erstreckt sich indessen nicht auf die nack, � 42 Absatz 1 de» MilitärsirafgesetzbnchcS von Recht» Weyen emgeiretenen militärischen Ehrenstrafen. Die vorstehend bezcich- neben Strafen find auch dann erlassen, wenn sie zu einer Gesamt- strake vereinigt sind? jedoch tritt in diesem Falle der Straferlaß nur ei», wenn der Gesamtbetrag der Strafe oder sein noch nicht vollstreckter Teil da« oben bezeichnete Maß nicht übersteigt. Auf die Strafen, die von einem der mit anderen Bundesstaaten gemeinschaftlichen Gerichte erkannt sind, findet dieser Erlaß An- Wendung, soweit die Anlübung de? Begnadigungsrechte» in dem betreffenden Falle dem Kaiser zusteht. Wahlsieg der Züricher Genosien. Bei der Neuwahl zum Züricher Stadtrat ge- wannen die Sozialdemokraten sieben Sitze. Die Gegenüber- ftellung mit der letzten Wahl zeigt folgende? Btld: c? wurden gewählt: Gewinn 1913 1916— Verlust 153 60+7 38 38 0 8 8 0 17 15— 2 9 4— 5 Sozialdemokraten Freisinnige.. llhrtstlichsoziale. Demokraten.. Bürgcrvcrband. 125 l2o" Mus üer Partei. Stellungnahme zur Fri»ktia««spalt»lng. Der Borstand des Wahlveretns des sechsten 83er- l i n c r Reichstags Wahlkreise« bcson. Nachfolgende Entschließung gelangte mit 43 gegen 1 Stimme zur Annahme: Der Vorstand des sechsten Kreises billigt die Haltung der 18 Ge- noffen im Rcichsiage. Derselbe erklärt e» für sein« Pflicht, die konsequente und prinzipielle Politik der Sozialdemokratischen ArbeilS- gcmcinschast mit allen Mitteln zu unterstützen. Er beauftragt seine Vertreter im Zentralvorstand, in diesem Sinne zu wirken. t/i Es;: Eine Richtigstellung.de? Genossen Dittmann. Zu Genosse Dittmann Die von MWl WW Genossen Haaie und seine Freunde ist voller Unrichtigkeichn. wird in ihr behauptet, daß die Ftaküon beschtoffen habe, won etners politischen Debatte beim Notsat Abstand zu nehmen. In Wahrheit' ist darüber, ob im Plenum zum Notetat geredet werdew solle, ini der Fraktion nicht einmal geredet, geschweige denn beMlstsse» worden. Die Aussprache in der Fraklton dreht» sich vielmehr auS schließlich darum, ob ersten? der Noietal zu bewilligen oder abzulehnen sei und ob zweitens Einspruch gegen die Skornahme der zweite und dritten Lesung am selben Tage erhoben worden solle. Die ß fr siimmnng zum Notetat wurde mit 41 gegen SllkSlimmcn beichlosiSi. Der Verabschiedung des Notetats in zweiter, und dritter Le' lng sollte nicht widersprochen werden. Das sind dje Beschlüffs, die /am Ende der Debatte gefaßt worden sind. Es ist aber nicht beschlössen worden,„von einer palilischen Dsdafte beim Noteial ASstcnzd zu nehmen'. Ob, wie und von wem im Plenum znmNvtetat zu-reden sei, darüber ist überhaupt in der Fraktion tem einziges LLhrt gesagt worden. Auch Genossen Schctdemann ist von der Fraktion nicht der Auftrag erleilt worden, im Plenum da». Wort zu nehmen. Die BesugniS zum Reden hat er lediglich� au» seiner Eigenschaft als FraltionSvorsitzender hergeleitet, witz anch die Auffassung, daß „von einer politischen Debatte beim Roietat«bsiaad zu nehmen' sei, lediglich eine Folgerung aus dem Beschlüsse ist, den Rotrtai zu, bewilligen....__ Tiefet gcht'ß nicht mehr. In einer Reihe karnevalislischcr politischer S�erzfragsn, die die berüchtigte Baumsrstersche I. St(das Crcjan für polerrnschc Partoivergtftung und internationale proletarische Zerrüttungs in ihrer neuesten Nummer auftvirft, befindet sich anch die nachstecheriS« Harlekinade: „Ist es erlaubt, den Vorsitzenden der fvzialdemoÄatischen preußischen Landtagsfraktion, den.Umlerner' Paul Ht.rsch, zu fragen, ob er nicht merkt, daß dt« Reaktionäre mit diebischer Freude an den Reden Liebknechts, Ströbel» uns Adolf l�ofstnan:,« diese Abgeordneten immer wieder zu Wort komme» lassen, ja geradezu zum Wort einladen, während sie doch sonst-gar nicht so vergnügnngSsüchtia sind? llnd daß die gegen StriJdel beliebte ungerechtfertigte letzte Wortentziehung ungemein geeignet er- scheint, diesen klaren Sachverhalt zu trüben, so daß der Spaß be- licibig weiter getrieben werden kann?" Würde man dergleichen ernst nehmen, so könnte ei mir den Sinn haben, da» doch wahrlich nicht gerade der Kvnzi» lianz verschriene Dreiklaffenhau» zu noch rücksichtsloserem Ma» .nieren zu erziehen, als sie dort ohnehin im Sch-wange siikd; es aufzureizen, den Fraktionsrednern der sozialdemokratischen Landtags» fraktion die kümmerliche Redefreiheit noch schonungsloser einzu- engen, als da« der Fall ist. Das wäre allerdings ein Borgten, da» innerhalb einer Partei auch in den aufgeregtesten Zeiten und in Zuständen der übelduftendsien Korruption noch nicht dagewesen wäre. Wenigstens innerhalb einer bürgerlichen Partei. Aber vielleicht können sich die sozialistischen und gswerkschaft- licheit Leuchten, die in der I. K. ihr llmvesen treiben, gar nicht vor- stellen, daß auch ein reaktionäres Pribilegieuparlament ein Maß von politischer Duldung und politischem Anstand zu üben vermag, das gegen die wüste Verfolgungssucht jener proletarischen .FreiheitSkäntpfer" wohltuend absticht, die in der I. K. di« deutsche Sozialdemokratie der Verachtung aller anständig Empfindenden im In- und Ausland preiszugeben bemüht sind. Der„Aufruf an die Partei!*, den der Parteivorstand, der Vorstand der ReichstagSftaktion und der Parteiausschuß am 27. März erlassen haben, ist anch als Flugblatt erschienen. Bestellungen aus diese» Fingblatt sind an die Adrcsie des Parteivorstandes, 23. Pfannkuch, Berlin SW 08, Lindcn- straho 3, zu richten.__ Vereinbarung im Serliner Lederwaren- unö Galanteriegewerde. In einer stark besuchten Vtrfammlung de» Sattler- und Porte- fcuillerverband«» und de» Buchbinderverbandes referierte Wein- schild über folgend« Vereinbarung, die zwischen der Vereinigung der Lederwaren- und Reisearlikelfabrikaiucn Verlins einerseits und dem Verbände der Sattler und Portefeuiller, OrtSvermaltung Berlin, und dem Deutschen Buchbinderverband, OrtSvermaltung Berlin, für die Berliner Rcifeartikel- und Porte feuilleindustri« und für die Berliner Album-, Matten- und Galantcrieindustrie andererseits getroffen wurde. Danach werden die Tarife vom 19. Juni 1911 und vom 30. Juni 1911 um ein Jahr, also bi» zum selben Tage de« Jahres 1917, verlängert. Nach der Bereiw barung sollen die Tariflöhne aller Arbcitertategorien eine KriegS- tcucrungSzuIagr bi» zu 10 Pf. pro Stunde erhalten. Besonder» wichtig ist der Passu», der den bei den Zwischenmeistern beschäf- ligten Arbeitern die Teuerungszulage sichert. Die Bereinbaning ist bereit» von der Berliner Fabrikanlenvcreinigung angenommen worden. Di« Vereinbarung hat rechtsverbindliche Wirkung. Die Versammlung stimmte nach langer Debatte gellen eine erhebliche Minderheit der Vereinbarung zu. ist i n Fortfall g e k o m nt e n, daß als Vertreter der Ge- Soziales. Fachausschüsse für Hausarbeit. Der Bundesrat hat die von ihm unter dem 13. Juni 1914 erlassenen Bcstlinniiingen über Fachanvfchüsse durch folgende im„RcichSanzeiger" gestern abend verdfscntlichten Bekannt- .inachungen vom 27. März 1916 geändert: Die Bestimmungen über Fachausschüsse für Hausarbeit vom 18. Juni 1911(Reichs-Gefehbl. S. 221) werden dahin geändert: 1.§ 4 erhält folgende Fassung: Als Vertreter der Gewerbetreibenden oder der HauSarbeiter sowie als Stellvertreter für sie dürfen nur solche männlichen oder weiblichen Personen ernannt oder geivählt werden, welche Deutsche sind und da» dreißigste Lebensjahr vollendet haben. Gewerbetreibende dürfen als Vertreter der HauSarbeiter oder als Stellvertreter für sie nicht ernannt oder gewählt werden. 2.§ 6 erhält folgende Fassung: Als Gewerbetreibend« im Sinne de» Z 4 Abf. L gelten solche gewerblichen Unternehmer, welche für gewöhnlich mindestens einen Hausarbeiter beschäftigen, sofern sie nicht selbst Hau». arbeiter im Ginne de« HauSarbcitgesetze» sind. Sind im Bereiche des FachansschusseS Personen In der Weise tätig, daß sie selbst in eigenen Betrlebsstaile» iArbciwstuben) eine oder mehrere Personen gegen Lohn besehäsiigr» und zu- zugleich für Gewerbetreibende austerhalb deren t'lrbeitöställe rir- beit an HauSarbeiter iidertragenuar von Oktober v. I. bis Januar d. I. ein Monteur be- schäftigt, der die von der Firma verkauften DcleuchtuNgS- körper in den Wohnimgen der Kunden anzubringen hatte. Die Art der Arbeit brachte cS mit sich, daß der Monteur fast regelmäßig Nebcrstundcn machte. Bezahlt wurden ihm die tlcderstunden jedoch nicht. Er verlangte deshalb durch Klage beim Gewerbegericht, daß ihm die Ueberstunden. deren Zahl er nicht angeben, sondern nur schätzen konnte, mit 269 M. be- zahlt werden. Die beklagte Firma machte den Einwand, der Kläger sei gar nicht aufgefordert ivorden, Ueberstunden zu macheu. Im Gegenteil. Ihm sei ausdrücklich gesagt worden. Ueberstunden sollten nicht ge- macht werden.— Dagegen führte der Kläger aus, er habe die 'Ueberstunden mit Wissen de« Gcschänleiters Rödelsheimer, zum Teil auch aus Anordnung eines laufmänntschen Angest-lllen gemacht. AU er Bezahlung der Ueberstunden beanspruchte, sei ihm gesagt worden, er werde dafür eine angemesse»« WeihnachtSgratt- fikation bekommen. Das Wethnachtssest sei vorübergegangen, aber er habe nichts erhallen. Als er dann wieder ver- langte, daß ihm die Ueberstunden, die er nach Weihnachten machte, bezahlt werden, sei ihm tn Aussicht gestellt worden, die Firma wolle ihm später die Stellung eines GeschäfMführrrS über- nagen, dann bekäme er ein höheres Gehalt und sei dadurch für die Ueberstunden entschädigt. Nach mehreren Wochen sah der Kläger, daß die Fitma gar nicht daran dachte, ihn zum Geschäftsführer zu machen. Nun verlangte er nochmals, daß ihm die lieber- stunden bezahlt würden. Aber anstatt der Bezahlung erhielt der Kläger seine Entlassung.— Daß ihm der Geschäfts- leiter und Mitinhaber der Firma, NvdclSheimer, eine Weih- nachUgratisikation als Entschädigung für die Ueberstunden versprochen Halle, konnte der Kläger zwar nickt beweisen. Aber cS wurde sestgeflellt, daß die Angestellten im Geschäft, dem.Kläger gegenüber davon spracheu, daß ihm eine Weihnachtsgratffikattolt zugesagt sei. Woher diese Annahme kam, wußte niemand. Jedenfalls hat-sich der Kläger btL Weihnachten dadurch Hinhalten lassen. An- scheinend hat man mit Absicht vermieden, den Kläger zur Leistung von Ueberstunden ausdrücklich aufzufordern. Wenn er von seiner Arbeitsstelle aus nach dem Geschäft telephonierte, er werde bis Abend mit der Arbeit nicht fertig, dann bekam er von einem Angestellten, den er für den Geschäftsführer hielt, die ausweichende Antwort: „Machen Sie da» wie Sie wollen, aber da« Licht muß heute Abend funktionieren.' Das Gericht sprach deni Kläger 50 Mar! zu und wies die Mehrforderung ab mit der Begründung: Das Versprechen einer Wethnachtsgralifikation sei nicht»achgeiviesen. Andererseits steht fest, daß der Kläger Ii e b e r st u n d o n gemacht habe, die t m Interesse des Geschäfts notwendig gewesen seien. Die Zahl derselben könne nicht festgestellt werden. Für das Gericht kämen nur die»ach Neulahr gemachten Ueberstunden tu Betracht. Dasür fei ein Entgelt von 60 M. angemesseii. Gerichtszeitung. Gegen das Bclagcrungögcfctz. Genosse Crispien wurde am Freitag von der 4. Straf- kainmer des Stuttgarter Landgerichts wegen eines Verstoßes gegen das Belagerungsgesctz zu zwei Monaten GefänguiS verurteilt. Nach dein Urteil hat der Angeklagte eine politische Versammlung ahne Beobachtung einer siir eine solche voiu Generalkommando des wttrttembergischen Armeekorps er- laffene Verordnung abgehalten. Als strafschärfend fei berücksichtigt, daß der Angeklagte eine Zustimmungö- erklärung zum Verhalten der die Kriegskredite ablehnenden Abgeordneten beantragt habe. Gegen das Urteil ist Neviston eingelegt.(0 Anstiftung zur Verletzung einer Brvtvcrordnniig. Ein nicht gewöhnlicher Fall von Anstiftung zu einer strafbaren Handlung, nämlich zur Uebertretung einer Brot- Verordnung, beschäftigte das Kammergericht. Da» Schullehrerseminar in Preußlsch-Friedkand hat ein Internat, in dem die Zöglinge voll beköstigt werden. Die Beköstigung ist eincin Oekonomen übertragen. Eine strenge weitgehende Beaufsichtigung tn bezug auf die Erfüllung des mit dem Oekonomen ge- schlossencn Vertrag? steht dem Direktor zu. Koch Erlaß der Kreis- Brotvcrordnung vom lö. Februar 1915 trai die Geschästsskihrerin der Bäckerei, wo das Brot im Auftrage der Ockonomfu des Jnter- »atS hergestellt wurde, an die Ockonomin heran und verwies sie auf die veränderten Verhältnisse. Die bisher verlangten Mengen und die bisherige Art der Backware wäre nicht mehr statthast. Die Ockonomin wandte sich ihrerseits darauf an den Direktor. Direktor Romberg gab versthi-dene Anweisungen und verlangte Brote im Ge- wicht von L Kilo. Die Ockonomin teilte cZ der Geschäktsführcrln der Bäckerei mit, und diese ließ darauf für da» Seminar Brote tm Ge« wicht von 2 Kilo herstelle», obwohl die neue Brolvcrordnung ein Einheilövrot von l/i Kilo vorschrieb. Die Geschäftsführeriii der Bäckerei machte sich dadurch strafbar und wurde auch wegen lieber- tretung der Brotverordnung verurteilt. Gegen den Seminar- direktor Romberg wurde gleichfalls Anklage erhoben, und zwar deshalb, weil er einen andern zu einer strafbaren Handlung ange- stiftet habe. Das Landgericht in Könitz verurteilte auch den Direktor wegen Anstiftung. Es nahm an, daß er die Vertreterin des im Felde siebenden Bäckerineistcrö durch da« Medium seiner Cefonamm angrsiistet Dave, unter Au.'nvirkuiig bca tlnftHeti«, in welchem er nid Direktor eines läniglichen Seminar« stehe. Dost er die Vorschrift über das Einheitsbrot nicht gekannt habe, ldiine nicht angenommen werden. Direktor Momberg legte Revision ein. Er machte geltend, eine Beeinflussung im Sinne des K 48 des Strasgesetzbuchs(Ansiif- tung) könne nach dem Wortlaut nur einem andern gegenüber geschehen, aber nicht einem unbestimmten Kreise von Bäckereiliefe» ranten gegenüber. Da er selber mit den Lieseranten setner Ockonomin nichts zu tun gehabt habe, so habe für ibn nur ein unbestimmtex Krct» von Lieferanten bestanden. Im übrige» habe seine Anregung anch nur die Bedeutung einer Offerte gehabt, Das Kammergericht bewarf aber die Nebision des An- «eklagien niit folgender BegriindungN� könne kein Zweifel bestehen, daß Angeklagter einen bestimmten, cimlich den gerade in Frage stehenden Bäcker lbeziehungsweife desseM Vertreterin) angestiftet habe, und dag das, was er tat, auch eine strafbare Anstiftung gewesen sei. Fahrlässige Tötung. Zu der Verurteilung des sogenannten„ Natu rh silkund igen" Eduard Schulz ersucht uns der Deutsche Bund der Vereine für naturgemäße Lebens- und Heilweise(dtaturheilkunde) E.V., der sei- ncn Sitz in Berlin hat. mitzuteilein daß Schulz sich zu Unrecht„Na- turheilkundiger" nennt, auch weder zu dem Deutschen Bund iwch zu dem Berein deutscher Naturheiliuudiger in irgendeiner Beziehung stehe und lediglich den Namen„Naturheilkundiger" als Aushänge- schild für seine Sluacksalbereien benutzt habe. Das Vertrauen vieler Hunderttausende in allen Volkskreisen zur Naturheilkunde und ibrcn Organisationen werde geschädigt,'.nenn ihnen Heilmittel- schvoilidler zugerechnet werden, mit denen sie überhaupt nichts ge- mein haben, sondern die sie seit Jahrzehnten, wie es alle Angerun- gen in der Literatur der Naturheilbewegung beweisen, und ihre Anhänger bestätigen, zn jeder Zeit mit Nachdruck bekämpft hat. Daß Schulz nicht Naturheilkundiger im Sinne der genannten Vereine ist, sondern ans den blinden und törichten Wunderglauben spcku- lierte, ging aus unserem Bericht hervor. WetterauSsichte» für das mittlere Norddeutscbtand bis Freitag mittag. Im ktüs'.enqebict überwiegend bewölkt, verschiedentlich geringe Niederschläge � im Bimnnlande meist trocken und ziemlich heiter, im Osten zunächst Abküblung, später wieder überall etwas Erwärmung. flus aller Welt. Raubmord in Leipzig. Am Dienstag bormitiag verübte der Llsährige taubstumme Eisengießer Bruno Zeidler aus Reichen- back im Vogtland an der in L e i p z i g- R e u d n i tz wohnenden öl Jahre alten verwitweten Frau Schröder einen Raubmord. Zeidler halte sich bei der Witwe als Zimmermieter eingeführt, sich Wohnungs- und Hausschlüsiel geben lassen, ist dann gleich fort- gegangen und erst spät nachtS wieder heimgelehrt. Der Raubmord ist' dann am nächsten Vormittag ausgesührt worden, nachdem der etwa 20 jährige Sohn der Witwe zn seiner Arbeit gegangen war. Wie festgestellt wurde, ist die Ermordung durch Erdrosselung geschehen. Der Mörder hat nach begangener Tat Betten über die Leiche geworfen und durch Entzünden einen Unglücksfall vorzu- täuschen versucht. Aus dem Eigentum der Ermordeten hat der Raubmörder eine goldene Herrenuhr und drei Sparkasienbücher im Geiamtbelrage von über 1600 M. mitgenommen. Auf die Er- greifung des Mörders hat die Polizei eine Belohnung von 300 M. ausgesetzt. Im Wald verhungert. Die in dem Jagen 100 bei Eberswalde gesu irdene Leiche des vor einigen Wochen verschwundenen dreizehn Jahre alten SolgrcS des'Schlossermeisters Jahn in Eberswalde ist geöffnet worden. Hierbei ergab sich, daß die am Halse vorgefun- denen Wunden nicht von einer Vergewaltigung oder Stichverletzung des Kindes herrühren, sondern von Tieren des Waldes. Der Knabe ist ossenbar, nachdem er im Auftrag seines Vaters einen Bekannten an der Tramper Chaussee besucht hatte, in den Wald gegangen und hat sich dort verirrt. Das Kind ist dann schließlich an Hunger gestorben. Ein zweiter Serajewoer Attentäter gestorben. Wie der „Berliner Lokalanzeiger" meldet, starb am 22. März in der Militärstrafanstalt MöllerSdorf einer der Hauptangeklagten im Serajewoer Mordprozeß, Neda Kerovic, an der Schwind- sucht. Kerovic war ursprünglich zum Tode verurteilt, dann aber zu 20jährigem schweren Kerker begnadigt worden. Vor einigen Monaten ist bekanntlich ein anderer Teilnehmer an dem Attentat, der Schriftsetzer Cabrinovic, ebenfalls an der Schwindsucht im Gefängnis gestorben. Eine Ringbahn um Peking. In Peking wird, wie die„Ost- astatische Zeitschrift" berichtet, eine Ringbahn um die Stadt ge- baut. Leider werden dabei die alten Stadtmauern hart mitge- nommen. Man hat sie an verschiedenen Stellen durchbrochen, man hat die Torbogen zum Teil abgetragen und aller Orten mannigfache Umbauten und zweifelhafte Restaurierungen borge- nommen. China ist nicht mehr reich an alten architektonischen Schätzen und Verluste dieser Art sind daher doppelt beklagenswert. Eingegangene Druckschriften. Das Automobil. Von St. Blau.(Aus Bat. u. GeifteSw. 166;. 1 M.. geb. 1,25. B. G. Teubner, Leipzig. Französische Staatsmäuuer. Don M. Nordau. 1 M. Ullitein u. Co.. Berlin SW 68. Der deutsche Krieg, tzest 76: Di« Stellung des Papsttums im Weltkriege. Bon Dr. I. LulveS.— Ocjl 77: Schweden und der Weltkrieg. Von Dr. A. Molin. Jedes Heft 50 Pj. Deutsche Verlags- anstatt, Stuttgart. Soinmcrliebe. Roman von Sabryela ZapolZka. Geh. 1 M. Oester» Held u. Co., Berlin W 15. fc" est (1/ Unserem langjährig. Genossen<\i s» anb BezirtSsührcr A $ Moritz Kuntze, � Vi/ Marienstr. 26. zur Silberboch-t. d. 5. Kr. ffj SozsaMeinekrafcülier WaMverein |{. liBepüriefRsichstasswaiiikr. Käpeaickor Viertel. Bez. 178. Den Mitgliedern zur Nachricht, � daß unser Genosse, der Arbeiter VtjdeiA 3ö!m8Ld Skaiitzer Strasse 54 | gestorben ist. Ehre seinem Andenke« k Die Beerdigung findet heute D I Donnerstag, nachmittags 4 Uhr, I von der Halle dcS Zentral-Fried- hoses in FriedrichSselde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 5 Oer Vorstand. Veriiand dsFGeniEiiiile-D. SSaats- arheiteF, Filiale GFoS-Berliii. Den Mitgliedern geben wir! bicrmit Nachricht vom Tode des> Kollege» Kiar! Neumann von der Gasanstalt Lichtenberg. Ehre seinem Andenke«: Beerdigung am Freitag, den ZI. März, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Lichtenbergcr GemcindesriedhoscS in Marzahn aus. lim rege Beteiligung bei der Be- fiattung des Kollegen ersucht Eß/A) Die Ortsverwallung Allen Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, dass unsere ümigstgeliebte. gute Mutter, Schwtcger- und Grossmutter, diel Töpsermeister-Wttwe, Frau Wiiyme Mayniiardt unerwartet, nach kurzer Krankheit! am 27. März verstorben ist. Um stille Teilnahme bitte» Die trauernden Hinterbliebenen Franziska Haynhardt als Tochter, J Lichtenberg, Alt-Boxbagen 11, Eduard Maynhardt nebst Familie,_ Emli Gotisch u. Frau Helene, geb. j Mannhardt, nebit Familie, Luise Ltreicbhan als Enkelin. Die Beerdigung findet am I Freitag, den 31. März, nach- mittags 4-', Uhr. von der Halle j des Gemeinde- Friedhofes, Lück- strasse, aus statt. A Verwaltungsstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, 8 | das! unser Kollege, der Arbeiter[ Wilhelm Bebnsch Skaiitzer Str. 54 am 26. d. M. gestorbeu ist. Ehre seinem Andenke«! Die Beerdigung findet heute Donnerstag, den 30. März, nach- mittags 4 llbr, von der Leichen- balle des Zentralfriedhoses in I FriedrichSselde aus stall. Um rege Beteiligung wird ersucht, Den Kollegen serner zur Nach- richt. daß unser Kollege, der Schlosser E�vsld Groth Liebenwalder Str. 49 am 27. März gestorben ist. Ehre seinem Andenke«! Die Beerdigung findet am Freitag, den 31. März, nach- ! mittags 3'l, Uhr, von der Leichen- ' balle des Nazareth-KirchhoseS in Neinickendors-West, Berlwer Str., > aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Den Kollegen ferner zur Nach- ! richt, dass unser Kollege, der I Metallarbeiter Otto Schulz Hutten str. 8 am 26. März gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heule j Donnerstag, den 30. März, nach- ! mittags 4 Uhr? von der Leichen- halle deS Johannis-Kirchhofes in j j Plötzensee aus statt. Rege Beteiligung erwartet 1 114/11 Die Drtsverwaltuug.| , Zu« 22. Gedurtsiagr � l unseres geliebten fünglten Sohnes, ! Bruders und Schwagers, des Gr» nadierS bVSb Nilvelm l/iillöl'lod geboren 3V. März 1894, gefallen am 11. Juni 1915. Wenn einst die Glocken werden klingen zum Frieden, einst nach blutigem Streit, Dir, gutes Herz, wird leine mehr erltingen, Du ruhst in Feindesland, sehr weit. Dein Wunsch war nur stets ein Wiedersehen, Doch nicht einmal konnten wir Dich als Krieger sehen Es gibt ein Weh, daS keine Worte schlldern, 1 Und einen Schmerz, den auch die Zeil nicht heilt. Die trauernden Eltern, Brüder und Schwägerinnen. Itete TranspoFtarlielteF- Maul Bezirksverwaltung GroB-Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, [ dass unser Kollege, der Arbeits- j iutscher Hermann Gnbl von der Firma Neinecke, Urban- strasse 100, am 27. März im Alter von 36 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenke«! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 1. April, nachmittags 2 Uhr, von der Leichen- balle des Neuköllner Gemeinde- Friedhofs, Mariendorser Weg, auS statt. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Fensterputzer , Marlin Leonbardt, j von der Firma Stähr, Petristrasse, 1 am 27. März, im Alter von j 40 Jahren gestorben ist. Ehre seinem Andenke»! Die Beerdigung findet am I Freitag, den 31. März, vor- > mittags 11 Uhr, von der Leichen- I Halle des Nikolai-Friedhoss, Prenz- j lauer Allee, aus statt. Den Mitgliedern ferner zur 1 Nachricht, dass unser Kollege, der | Kohlenarbeiter Emil Wasserstraß 1 von der Firma Galanior-Werk. Eharlviienburg, am 27. März, | im Aller von 50 Jahren ge- | sterben ist Ehre ihrem Andenke«! Die Beerdigung findet am| Donnerstag, den 30. März, nachmittags 3 Uhr, von der«eichen- Halle des Melanchthon-Kirchhoses. '.Nariendors, aus statt. 1 63/8__ Die Bezirksverwaltung. I iSoziaWemokFatiSEtepWaWvereiD KfeIs BiEöeFliaFiilE Bezirk Lichtenberg;. Am 28. März verstarb plötzlich iusolg« Blutsturz unser Genosse. der Rohrleger-Helser Otto hiszewz Wühlilchstr. 56(Gruppe 52) im 43. Lebensjahre. Ehr« seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 31. März,»ach- mittags 3-/, Uhr. aus dem Gr- I mcinde-Fricdhos Lückstraße statt. Rege Bctelligung erwartet 12/16 Die Bezirksleitung D Als Opter dieses Weltkrieges fiel am 12. März 1916 durch Schrapnell-Kopi- und Brustschuss unser lieber Bruder, Schwager und Onkel, der Landsturmmann Gusla? Realer Infanterie-Regiment 160 im eben vollendeten 32. Jahre. Die trauernden Geschwister Familie Stiel „ Reuter „ Borisch ,,.Eckert Sternberg;. In der Blüte der Jahre, in der Fülle der Kraft hat des Feindes Kugel Dich hingerafft. 510b Leicht sei Dir die fremde Erde! uiil FFauEDCIior Ost' M. d. D. A.-S.-B. In den Kämpfen am 17. März >1916 fiel unser lieber Sanges- bruder 57/16 I Wilhelm Holz. Ein ehrendes Andenken be- | wahrt ihm der „Männer» n. Francncbor Ost**. Am Dienstag, den 28. März. I verschied nach langen, schweren! Leiden unsere liebe Mutter,! Schwicger- und Grossmutter, Frau| Wilbelmlne Fischer im 70. Lebensjahre. Dies zeigen tieibetrübt an Martha Fischer, Karl Fischer.| Hedwig und Hanna Fischer, Anna Pögel, geb. Fischer, Hermann Pögel, Ida Staff, geb. Fischer, Richard Staff, zurzett im Felde, I Erich Staff. 506b I Die Beerdigung findet am> Freitag, den 31. März, nach- mittags 4 Uhr, von der Halle I des Neuen Jakobi-KirchhofS in j der Hermannstrasse aus stalt. ReutersWerke - 3 Laude 4 Mark• Buchhandlung Vorwärts Wesinwnn's Trauermasazin Größte ,itis wähl. Billigste Preise. L UohrensirsOs 37a (ICa)onnadcn II. Or. Franktunor Str, IIS (nahe Andreasstr.) Auawahlsendungen»dort Ami Zeptrum 7890. Sonntan 12— 2 Uhr geöKntt Stoffe für feine Damen-Kostüme, Herren-AnzDge usw. Mtr. 4.-. 6.-. 10.-. 12,- AI. Tuch-Lager Koch& Seeland 6. m. d. Gerlramlteiistr. 20/21, ÄcC Spezialarzt für Haut-, Horn-, Frauenleiden. nerv. Schwache, Beinkranke jeder �t. Ehrllch-Hata-Kuren, Fnedrichsir. 81, UM," z sprchst. 10-2, S-9,Sonntgs. 11-2. 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Sehönkianscr Torstadt; Karl M ars, Greisenhagener Str. 22. Geöffnet von 11— l'l, und von i'l,— 7 Uhr. Aätershol: Kart Schwarzioic. Bismarckstt. 28. Geöffnet von 7 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. .Alt-t-iieiiieke. t'alkenberjj: Wilhelm Dürre, Köpeuicker Str. 6. Banniniehnieil« ezx: H. Hornig. Marienibalcr Str. 13, 1. Bernau, lii-nlsental. Zepernick, diehiino«-, iSehvn hritek und Bneh: Heinrich B r 0 i e, Mühlenstr. 5. Laden. Bohnsdori: Paul Eensch, BoHnsdorj, GenossenichastshanS. „Paradies'. vhaa'iostenharx: Gustav Echaruberg, SeseilHeimer Stt. 1. Ee- öfinel von II— 1�/. und von i'l,— 7 Uhr. F.iehtvaldc, Schmöckwitz; Däfar Mahle, Bismarckstt. 4. Erkner, Ken-Zittau: G u b e l a, Waldstr. 11. Eredersdorf-Petershagen, Eggersdorf; Ufsenwasser, PeterSbagen. Friedenau, Steglitz, Shdende, Or(AU-Boxhagen 56. Geöffnel von 11— Ist, und oon4st,— 7Uhr. Hahlsdorf, Haulsdorf. Biesdorf: P- Hegberg, Kants- dorj, Ferdinandstrasse 17. Aaricndort, Zlarienfcide: August Leip, Ehallsseeitr. 29. S euenhugen, Boppegarten: Woiszekowski, Dotti- sttasse 14. Xcuköiin: M. H e i n r i ch, Neckarstt. 2, im Laden. Geöffnet von 9— 2 und von 4—7 Uhr; Neutölln. Britz: Rohr, Siegjried sttasse 23/29. Geöffnet von 11— Ist, und von i'l,— 7 Uhr. Xieder-Schöneweidc: Wilhelm Unruh, Brückenstt. 10, II. & owawes: Karl Krohnberg, Eisenbahnstr. 10. Qher-Sehöncwelde: Alfred Bader. WilHelminenHofstr. 17, Laden Geöffnet von 7 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. Pankow,.TIedersehöuliausea, S/ordend, Frz.-Buch- holz, Blankenburg: Rissmann, Mühlenstr. 30. Geöffnet von 11— Ist, und von i'l,— 7 Uhr. Reinickendorf• Ost. W'illielrnsruh und Schönholz.- P. G u r i ch. Provinzür. 56, Laden. Geöffnet 0. 11— Ist, n. i'l,— 7 Uhr. Schcnkendort b.Köiiigs-WuilerHausen: Ehr. Hönisch k e. Dörsltr. 10. Schöncherg: Äilbelm B äumi er, Meinutzer Sttasse 9, im Laden. Geöffnet von 11— Ist, und von 4st,— 7 Uhr. Spandan,\onncndamni,'Staaken. Seegefeld und Falkenhagen: Schumacher. Lreitejtt. 64. Geöffnet von 8 Uhr morgens bis L Uhr abends. Tegel, Borsigwalde, Wittenan, Waidmannslast, Hermsdorf, Hohen• Xenendorf, Birkenwerder, Freie Scholle u. Keiaickendorf- West: Bam Kien alt, Borsigwalde. Räuichitragc 10. Geöffnel von 11— Ist, u. von i'l,— 7 Uhr, Teltow: L e n s ch n e r, Havelstr. 2. Tcnipclhuf: Joh. K r 0 h n. Lorussiastt. 62. Treptow: Rod. Gramenz, Kicfhoizitrasse 412, Laden. Geöffnet von 7 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. WeiUensee, Heinorsdorf: Äust. R 0 ss ko p f, Berliner Allee 11. Wilmersdorf, Halensee, Schmargendorf: Paul Schubert, Wilhelms aue 27. Zeuthen, jliersdorf: Sich. Schulz, Zeuthen, Ziethenstr. 16. Zossen: Rönnebeck, Stuoenrauchstr. 27. Sämtliche Parteiliteratur sowie alle wiffenichastlichen Werke werden gelieser: Sonntags sind die Ansgabestelle» geschloffen. Venmiworiliche! Ridakicur: Alsr?d Wrettpp, Neulölln. Für Lest JnjeratenteU VerSNÜV.: TS. Glocke, Bcrlln. Druck 11- Vertag.-Vorwärt» Buchdruckerei& Verlagsanstalt Paul Singer äe Eo, iöeilln SVL Nr. 89. 33. ZahrMg. 2. ßtiliijc Ks.lomärtf Sttliiift WsdIM. Dsvkttstltg, 30. Man!916. Kriegstagung zur Erörterung öer Kriegsblinöenfürsorge. Die deutschen Blindenanstalten hielten am SS. März im Landes� Hause der Provinz Brandenburg eine Sondertagung ab zur ein- gehenden Besprechung der durch die Kriegsblindenfürsorge auf- geworsenen Probleme der Organisation der beruflichen Ausbildung der erblindeten Krieger. Nicht nur Direktoren und Lehrer der Blindeninstitute sowie staatliche und kommunale Behörden waren zahlreich venreten, sondern eine Anzahl UniverfiiälSprofesioren der Augenheilkunde, Militärärzte und andere Jnteressenlen, endlich einige Blinde waren anwesend. Das eingehende Referat hielt Geh. Medi- zinalrat Prof. Dr. Uhthoff-Breslau über augenärztliche Erfahrungen und Betrachtungen über Kriegsblinde. Aus seinen Ausführungen und der sich anschließenden Diskussion sei hervorgehoben, daß die Zabl der blinden Kriegsverletzten im jetzigen Feldzuge auf etwa IlXXt geschätzt wird und auf ISOl) im weiteren Verlause des Krieges steigen dürfte. Auch prozentual stieg die Zahl der Augenverletzten im Vergleich mit den Kriegen der letzten Jahrzehnte erheblich. Hand granaten- und Minenkämpfe, Trommelfeuer und Granatsplitter erklären diese Erscheinung zur Genüge. Merkwürdig ist, daß vielfach Bleiteilchen von aufschlagenden Jnfanteriegeschossen in die Augen dringen und dort verbleiben, ohne merklichen Schaden anzurichten. Sehr oft muß hingegen das durch Fremdkörper verletzte Auge cnt- fernt werden, um die Erkrankung des gesunden Auges zu verhüten. Erfreulich ist, daß die befürchtete Verschleppung von Trachom seiner gefährlichen Bindehautentzündung) vom östlichen Kriegs- fchauplatz durch Kriegsblinde und russische Gefangene nicht ein- getreten ist. Von besonderem Interesse waren die beiden ausführlichen Referate der Blindenanstaltsdirelloreu Merle-Hamburg und Schaidler-München über.Ausbildung und Berufstätigkeit der Kriegsblinden". Die ausgezeichneten Leitsätze von Merle- Hamburg fanden allgemeine Anerkennung und wurden durch die Diskussion mit mancherlei Erfahrungen aus verschiedenen Llindenansralten und Lazaretten belegt. Von besonderem Interesse waren die eingehenden Darlegungen von Schaidler-München über die dortige.Jnvalidenschule", in der Blinde zusammen mit anderen Kriegsbeschädigten ihre fachliche Ausbildung erhalten. Gerade der Verkehr mit anderen Kriegsverletzten zeigt dem Blinden, daß er nicht so hilflos ist, wie es den Anschein hat. Sein Lebensmut wird gestärkt und im Zusammenwirken mit anderen Kriegsbeschädigten ergeben sich wichtige Ersahrungen für die berusliche Ausbildung und für das zukünftige Zusammenarbeiten in besonderen Werlstätten. Mit Recht wurde betont, daß die Berufsberatung nicht sorgfältig und gründlich genug geschehen kann, wobei auf die persönlichen Ber« bältuisse des Kriegsblinden, seine Berufswünsche und die Art seiner Verletzung besondere Rücksicht genommen werden muß. Unsach- gemäße Behandlung. Ei weckung von Illusionen, sentimentales Mit- leid wohltätiger Damen können hier nur schwer schädigen. Fach- liche Beratung, gepaart mit Verständnis für den geistigen Zustand des Kriegsblinden sind der einzig richtige Weg. Mit Recht hob der blinde Dr. Cobn-Breslau in der Diskussion hervor, daß der qualifizierte Zivilblinde hier eine wichtige Aufgabe der Beratung und Hilfe für seine feldgrauen Schicksalsgenossen erfüllen könne, und er führte aus seiner eigenen Erfahrung instruktive Beispiele erfolg- reicher Berufsberatung an. Es lag ja im Wesen der Tagung, daß die Tätigkeit der Blindenanstalten, der Landesausschüsse für Kriegs- blindenfürsorge und ähnlicher Behörden im Vordergrunde der Be- ratung standen; es muß jedoch wunder nehmen, daß von der Tätig- keit der lokalen Blindenvereine und den Fürsorgebestrebungen des Reichsdeutschen Blindenverbandes fast nichts erwähnt wurde! Diese Bestrebungen haben doch auch ihren bescheidenen Teil zur Linderung des Loses der Kriegsblinden beigetragen, und bei der engen Wechselwirkung, die zwitchen allen Maßnahmen für Kriegs- blinde und der während des Krieges oft sehr traurigen Lage der Zivilblinden besteht, wäre es sehr wünschenswert gewesen, diese Beziehungen eingehender zu berücksichtigen. Die Lohnfrage der in Fabriken(Munitionsfabrik in Spandau usw.) beschäftigten Kriegsblinden konnte nur von einem blinden Diskussionsredner ge- streift werden, während eine lange Auseinandersetzung zwischen Ver- tretern der Deutscben Kriegsblindenstiftung für Landheer und Flotte und Mitgliedern einzelner LandeSauSschüssc sehr viel Zeit in Anspruch nahm. Hoffentlicv bar diese polemische Debatte den Erfolg, ein planmäßigeres Zusammenarbeiten der Kriegsblindenstiftung und der Behörden unter sachkundiger Beratung von Blindenanstalten und Blinden zu fördern. Auch ergab sich, daß die Verschiedenartigkeit der Fürsorgeeinrichtungen in Provinzen und Bundesstaaten zu mancherlei Ünzuträglichkeiten führte. Eine größere Vereinheitlichung bei Würdigung lokaler Bedürfnisse wäre hier sehr am Platze. Besonders erfreulich ist die oft betoute planmäßige Fürsorge für kriegserblindete Akademiker und Kriegsprimaner. Diese sollen ihr Studium fortsetzen können oder ihrem Berufe erhalten bleiben. So sind z. B. ein blinder Amtsrichter und ein Rechtsanwalt weiter beruflich tätig, ein erblindeter Hauptmann studiert Theologie, mehrere Kriegsblinde Nationalökonomie usw. Die geplanten Maß- nahmen: Bibliotheken, Organisation der blinden Studierenden usw. dürften auch den zivilblinden Akademikern zugute kommen. Zum Problem der Kriegsblinden-Ehe wurde mit Recht vor über- eilten Heiraten geivarnt und hervorgehoben, daß der mir guter Rente versehene Kriegsblinde aus ökonomischen Gründen oft ein begehrter Heiralskandidai sei. Die rechtliche Stellung der Kriegsblinden, besonders die Renten- frage erörterte außerordentlich sachkundig der Landessyndikus Gerhardl-Bcrlin. Die Kriegsrente setzt sich zusammen aus Unfall- renle, Vcrstümmelienrcnte und Kriegszulage. Der Mindestjahres- betrag bei völliger Erwerbslosigkeit beträgt für den Gemeinen 1363 M. z doch steigt die Rente bedeutend bei höheren Chargen. Die Rente ist zwar im Prinzip beweglich, doch beruhigte der Referent die kriegsblinden Rentenempfänger, daß Rentenherabsetzung nicht zu be- fürchten sei. Selbst wenn eine Rentenminderung durch erhöhte Erwerbstätigkeit des Blinden eintreten sollte, so würde sie in keinem Verhältnis zum Ertrage der erhöhten Arbeitsleistung stehen, da ja der Blinde immer nur in einem ganz speziellen Falle unter Mithilfe von Sehenden arbeiten könne. Es handelt sich daher immer nur um eine an besondere Verhältnisse gebundene Möglichkeit des Erwerbes, die bei der Renienberabsetzung nicht nach dem Betrage des erhaltenen Lohnes gcwcrtet werden kann. In der Diskussion wurde Kervorgehobeu, daß Blinde bei zahlreichen Teilarbeiten, in der Schuhmacherei, in der Munitionssabrrk, sogar in Schlossereien und Tiichlcreien, im katssmännischen Beruf, als Schreibmaschinisten, als Telephonisten und sogar in der Land- Wirtschaft verwendet werden. In letzterem Falle handelt es sich allerdings um erblindete Landwirte, die besonders iu Bayern auf väterlichen Betrieben tätig sind. Mehrfach wurde der Ansiedlung Kriegsblinder auf dem Lande das Wort geredet; doch betonten andere Diskussionsredner mit Recht die mancherlei Kautelen. unter denen eine solche Ansiedlung nur möglich sei. Man warnte dringend vor Ueberichätzung des blinden Rentengutsbesitzers. Di: von großer Sachkenntnis getragenen Beratungen der Tagung werden sicher zur zweckmäßigeren Organisation der Kriegsblinden- fürsorge beitragen, und es loäre zu hoffen, daß man hiernach der Lage der Zivilblinden während des Krieges eine gesteigerte Auf- merksamkeil widmen möchte. 0. J.(z) �us Grsß-öerlin. Sparzwang und Berliner Sparkaffcn. Die durch§ 3 der Bekanntmachung des Oberbefehlshabers über den Sparzwang der Jugendlichen dem Gemeindevorstand�zugewicsene Aufgabe sst bekanutlich dem Vvrmundjchastsamt der Stadt Berlin übertragen worden. Im übrigen werden die Sparkassen der Stadt Berlin die den öffentlichen Sparkassen durch die vorerwähnte Be- iannlmachung zugesprochenen Aufgaben übernehmen. Alle 11 Spar- lassen der Stadt stehen für diesen Zweck zur Verfügung. Zur annähernd gleichmäßigen Verteilung des Verkehrs auf alle dicie Kassen ist es erwünscht, daß jeder Arbeitgeber die ihm nächstgelegene Sparkasse der Stadt Berlin benutzt. Die Benutzung der sogenannten „Annahmestellen" ist für diese Zwecke nicht angängig. Die Ein- zahlung der Spargelder kann auch zum Konto Nr. 3t(Städtische Sparkasse Berlin) beim Postscheckamt Berlin NAV 7 erfolgen. Zahl karten mit entsprechendem Vordruck sind in allen Sparkassen er- hältlich. Bei der Abführung des Geldes zur Sparlasse ist für jede beteiligte Person der Vor- und Zuname, Geburts- lag, Wohnung, Buchstabe und Nummer des Sparbuches und der zu erlegende Betrag anzugeben. Um den Arbeitgebern den laut Schlußsatz des 8 � der Bekanntmachung ihnen obliegenden Nachweis gegenüber den sparenden Arbeitnehmern zu erleichtern, und zur Erzielung glatterer Abfertigung in den Sparkassen wird auf Grund des§ t Absatz 2 bei der Einzahlung die Benutzung der Vordrucke(Lieferzettel und Sammelnachweisungen) dringend empfohlen, die in jeder Sparkasse zu haben sind. Außer- den: werden Vordrucke für Anzeigen der Arbeitgeber bei Beendigung der Arbeitsverhältnisse zur Verfügung gestellt. Die kosiensreie Aus- gäbe der Vordrucke in den Sparkassen geschieht vom 3t. März d. I. ab in den Stunden von S— 2 Uhr. Empfangsbestätigungen über Einzahlungen durch Postzahlkarten werden nach Eingang der Gut- schriftenmitteilungen des Postscheckamtes bei der Sparkasse erteilt werden. Vermehrung der Fericnspielplätze. 182 Ovo M.�st»5�vom Magistrat bewilligt worden für die Unter- Haltung der Kinderspiele, der sieben Spielplätze in Blankenfelde, Buch, im Pläntcrwald bei Treptow, bei Wartenbcrg hinter Nieder- schönhausen, im Grunewald und in Hohenschönhausen. In diesem Jahre soll ein neuer großer Spielplatz in der Wuhlheide hinzukommen, so daß dann acht Außenspielplätze vorhanden sind. Im vorigen Jahre waren 100 600 M. bewilligt worden. Eine Er- höhung um 32 000 M. hat sich als notwendig erwiesen, damit auch den von den regelmäßigen Beiträgen befreiten Kindern, die auch verpflegt werden, der Besuch der Plätze täglich gestattet werden kann. Zu diesen Aufgaben kommen noch andere, die durch Beiträge aus Stiftungsmitteln und von Privatpersonen gedeckt werden. Die Kinder werden auf den Höfen von 42 Schulen gesammelt und dann hinausbefördert. Nach vollbrachtem Tagewerk geht es dann abends heimwärts. Diese sommerlichen Spiele haben sich seit 1006 so fest eingebürgert, daß die Spielplätze erweitert werden mußten. Im Sommer 1012 waren schon IS in Benutzung, davon 7 außerhalb Berlins._ GaSpreiserhöhung. In der heutigen Stadtverordnetensitzung steht die Vor- läge zur Erhöhung der Gaspreise auf der Tagesordnung. Mordversuch und Selbstmord. Ein blutiges Eifersuchtsdrama hat sich gestern nachmittag in der Fabrik von Mix u. Genest in der Geneststr. ö in Schöneberg ab- gespielt. Dort hat der Mechaniker Walter Leppicn, der bei der ge- nannten Firma beschäftigt war, die dort ebenfalls arbeitende 2Sjährige Elsa Klode durch Rcvolverschüsse schwer verletzt und sich dann selbst erschossen. Leppien, der auS Wittstock stammt und in der Dolziger Str. 83 in Berlin wohnte, unterhielt seit Weihnachten vorigen Jahres mit der 2Sjährigeii Arbeiterin Elsa Klode, die in der Steinmctzstr. 71 wohnt und mit ihm bei der Aktiengesellschaft Mix u. Genest be- schästigt war, ein Liebesverhältnis. L. war sehr eifersüchtig, und da es dieserhalb sehr oft zu Auseinandersetzungen zwischen den jungen Leuten kam. wollte die Klode si-b von L. zurückziehen. Vor einigen Tagen hat das Mädchen diese Absicht auch ausgeführt und dem L. erklärt, daß es von ihm nichts mehr wissen wollte. Der Mechaniker beschwor die K. vergeblich, sich mit ihm auszusöhnen und drohte ihr schließlich, daß er sie töten werde, wenn sie sich von ihm abwende. Infolge dieser Drohungen vermied das junge Mädchen ängstlich mit dem Mechaniker zusammentreffen, obwohl dieser sie wiederholt zu einer Aussprache hatte veranlassen wollen. Als gestern Nachmittag gegen Va2 Uhr die Klode im Begriff war, die Ar- beiterinnengarderobe aufzusuchen, trat ihr zu ihrem Schrecken Plötz- lich ihr ehemaliger Bräutigam entgegen. Leppien redete auf das Mädchen ein, sich doch mit ihm auszusöhnen, wovon die K. jedoch nichts wissen wollte. Als das junge Mädchen aus Angst vor L. flüchten ivollte, gab dieser aus einein bereit gehaltenen Revolver drei Schüsse ab, die das Mädchen sämtlich trafen. Von drei Kugeln durchbohrt, sank die K. blutüberströmt und besinnungslos zu Boden. Als auf den Schalls der Schüsse Angestellte der Firma hinzueilteu, richtete der Mechaniker die Waffe gegen sich selbst und jagte sich zwei Kugeln in die Brust, die seinen sofortigen Tod herbeiführten. Ein hinzugerufener Arzt leistete dem schwer verletzten Mädchen die erste Hilfe und ließ es nach dem Schöneberger städtischen Kranken- hause schaffen. Hier wurde festgestellt, daß durch einen Schuß der Sehnerv beider Augen verletzt worden ist; eine Kugel war seitlich in den Kopf gedrungen und das dritte Geschoß hatte die K. in den Oberschenkel getroffen. Der Zustand des Mädchens ist sehr be- denklich. Es dürfte, selbst wenn es mit dem Leben davonkommen sollte, die Sehkraft auf beiden Augen verlieren. Die Leiche des Täters ist beschlagnahmt und nach der Halle in der Eythstraße ge- schafft worden._ Hnndesperre! Vor einigen Tagen wurde ein kleiner Hund ohne Maulkorb und Steuermarke nach dem 50. Polizeirevier gebracht mit der Anzeige, daß das Tier auf der Straße ein vierjähriges Mädchen gebsssen habe. Der Hund wurde der tierärztlichen Hochschule überwiesen. Hier ist bei ihm Tollwut festgestellt worden. Der Polizeipräsident hat deshalb über den Stadtkreis Berlin die Hundesperre verhängt. Im Stadlkreise Berlin müssen sämtliche Hunde in dem Bezirke, der begrenzt wird im Westen durch die Brunnenstraße und Rosen- lhalcr Straße, im Süden durch die Weinmeistcrstraße, Münzstraße und Alexanderstraße, im Osten durch die Prenzlauer Straße und Prenzlauer Allee und im Norden durch die Ringbahn, einschließlich dieser Straße, bis zum 20. Juni d. F. festgelegt(angekettet oder eingesperrt) werden. Der Festlegung ist das Führen der mit einem sickeren Maulkorbe versehenen Hunde an der Leine gleich zu achten. In den übrigen Teilen des Stadtkreises Berlin müssen Hunde bis zum 20. Juni d. I., sosern sie öffentliche Straßen, Wege, Plätze usw. betreten, mit einem Maulkorbe versehen sein und ge- wissenhaft überwacht werden._ Das städtische Dienftgebäudc auf dem Gesundbrunnen in der Badstraße 10/10a und Grünthaler Straße 5 ist vollendet. Es ge- reicht dem Gesundbrunnen, der schon mehrere Hoffmannsche Bauten aufweist, zur Zierde. Die einfache, höchst wirkungsvolle Fassade mit. ihren kräftigen Säulen beherrscht beide Straßenfronten. Das Innere ist dem äußeren Bau angepaßt. ES sind dort untergebracht: die VIII. Pflichtfortbildungsschule für Jünglinge, eine Steuerannahme- stelle, eine Rettungswache, eine Säugfingssiirsorgestelle, eine Kinderlesehalle, ein Armenamt, eine FortbildungSschulküche und mehrere nette Dienstwohnungen. Die Baukosten stellen sich auf rund 1760 000 Mark._ Flrischschwindel betreibt seit Monaten ein 26 Jahre alter früherer Theatersekrelär Walter Jahns. Der junge Mann, der aus dem Felde entlassen ist, sucht Leute auf, mit denen er früher zu tun hatte, erneuert die alte Bekanntschaft, klagt, daß es ihm schlecht gehe, und weiß es in der Regel so einzurichten, daß er zum Abendbrot eingeladen tvird. Dabei bringt er das Gespräch auch auf die Teuerung und erzählt nun, daß er in der Lage sei, billig Fleisch zu beschaffen. Er sei im Felde als Fleischbeschauer ausgebildet worden und habe dadurch gute Verbindungen gewonnen. Er müsse jedoch seinen Lieseranten das Fleisch im voraus bezahlen. Wenn ihm nun jemand den verhältnismäßig billigen Kaufpreis mitgibt, so kommt er am nächsten Tage wieder ruid sagt, er habe schon die gewünschte Menge bestellt und bezahlt. Es sei ihm aber möglich, jetzt gleich noch ebensoviel Fleisch oder Fett dazu zu bekommen, und um nicht zweimal mit einem Paket laufen zu müssen, frage er gleich lieber erst an, ob er die doppelte Menge bringen soll. Dieses An- gebot wird in der Regel gern angenommen. Der Schwindler streicht nun auch noch den Käufpreis für die nachbestellte Ware ein und läßt sich dann nicht wieder sehen. So erbeutet er jedesmal 30—40 M. Bis er diese verbraucht hat, hält er sich verborgen. Dann taucht er an einer anderen Stelle wieder auf und erneuert den Schwindel. Das dauert meistens ein paar Wochen. Trotz aller Bemühungen wollte es bisher nicht gelingen, den Gauner zu fassen, obwohl man ihn kennt. Wahrscheinlich wohnt Jahns irgendwo bei einer Frau, die von seinem Treiben keine Ahnung hat, vielleicht auch unter einem falschen Namen. Er ist leicht kenntlich an seinem lahmen rechten Arm und einer Narbe hinter dem rechten Ohr. Er hat auch ein falsches Gebiß. Tie Reinigung der städtischen Schulen. Die städtischen Schulen in Berlin wurden früher wegen der Staubgefahr geölt. Jetzt werden die Klassen mit Fichtennadeln und Sägespänen gereinigt. Diese Reinigung hat sich sehr bewährt und kann daher empfohlen werden. Vier große Einbrüche wurden in der Nacht zu gestern und heute verübt. Auf dem Grundstück Neue Friedrichstr. 47 hat der Holländische Verein für Margarinefabrikation Wahnschaffc, Muller u. Co., G. m. b. H., seine Lagerräume im Keller. Alle Fenster am Hofe sind stark gesichert. Trotzdem drangen vor 8 Tagen schon einmal Diebe mit Gewalt durch ein Fenster ein und stahlen für 600 M. Margarine. In der Nacht zu gestern wiederholten die Einbrecher ihren Besuch, indem sie ein anderes Fenster erbrachen. Jetzt er- beuteten sie für 1300 M. Margarine. Die Ware war verpackt in Kübel, Kisten und Wannen, die alle das Geschäftszeichen Wahnschaffe, Muller u. Co. m. b. H., Cleve tragen.— Zum zweitenmal binnen kurzer Zeit wurde auch die Blusenfabrik von Bluhm u. Pottlitzer in der Kommandantenstr. 13 von Einbrechern heimgesucht, das erste Mal Milte vorigen Monats und in der vergangenen Nackt zum zweitenmal. Die Einbrecher sprengten jetzt eine Doppeltür und schleppten für 6000 M. fertige Blusen und Seidenstoffe weg. die sie anscheinend mit Sachkenntnis auswählten.— Der Damenmäntel- fabrik von Möller u. Schwartz in der Markzrafeilstr. 49 wurden für 4000 M. Kleiderstoffe verschiedener Farbe, Waschkleiderund dergleichen gestohlem— Der Handschuhhandlung von Reimer in der Kochstr. 2 für 8000 M. Handschuhe, Handtaschen, Kragen, Hosenftäger usw.— l'/a Zentner gepökeltes Schweinefleisch, hauptsächlich Schinken und Eisbeine erbeuteten Einbrecher bei dem Schankwirt Fischer in der Heidelberger Straße 31 zu Neukölln. Zulassung von Kraftdroschken mit Sommervcrdeck. Der Polizeipräsident von Berlin hat bestimmt, daß Fuhrherren und Gesellschaften ihre erneut zugelassenen Kraftdroschken mit Sommerwagenaufbau und sogen, amerikanischem Verdeck(Sommer- verdeck) in den Monaten April bis einschließlich Oktober d. I. im öffentlichen Fuhrbctriebe verwendet werden dürfen, sofern ihnen für die betreffenden Kraftdroschken der Sommerwagenaufbau bereits genehmigt ist. Neue derartige Genehmigungen werden nicht mehr erteilt. Bedingung für die Verwendung im öffentlichen Fuhrbetriebc ist. daß der Platz neben dem Führersitz zur Mitnahme kleinerer Gepäck- stücke frei bleibt und daß an der Rückwand des Fahrzeugs zur Mit» nähme größerer Gepäckstücke ein Gepäckrost angebracht ist. der im aufgeklappten Zustand mit seiner linterkante mindestens 0,00 Meter Abstand vom Erdboden bat, eine lichte Breite von 1,10 Meter und eine lichte Tiefe von 0,60 Meter besitzt. Zur Befestigung von Gepäck- stücken auf dem Gepäckrost mutz eine kräftige Kette mit Schloß mit- geführt werden. Vor der Inbetriebsetzung sind diese Kraftdroschken dem Ver- kehrskommissariat zur Prüfung vorzustellen, unter Vorlegung des Droschkenscheines(§ 2 der Droschkcnordnung), welcher den amtlichen Vermerk über die bereits ausgesprochene Zuläfsigleit der Ver- Wendung der betreffenden Kraftdroschke mit Sommcrwagenaufbau enthalten muß. Das Verkehrskommissariat ist angewiesen, Kraftdroschken mit Sommerwagenaufbau, die obigen Auforderimgcn nicht genügen, zum Betriebe nicht zuzulassen bezw. außer Betrieb zu setzen, auch wird bei unberechtigter Verlvsnduiig solcher Kraftdroschken strafrechtlich eingeschritten werden. Krankhcit und Arbeitslosigkeit haben den Droschkenkutscher Theodor Möller ans der Rüdersdorfer Straße 63 zum Selbstmord veranlaßt. Als er allein war, erhängte er sich in seiner Wohnung. Ein Enkel fand ihn abends tot auf. Vermißt. Sehr in Sorge sind die Angehörigen um das Schicksal des Füsiliers Artur Beutling vom 4. Grenadier-Regiment, 12. Komp. Beutling wurde am 13. August 1914 leicht am Kopf verwundet. Seitdem blieben alle Nackforfchungen nach ihm ergebnislos. Viel- leicht kann einer seiner Kameraden Nachricht geben an Friedrich Beutling, Lichtenberg, Kantstr. 11, II. /ins öen Gemeinden. Etatsberatung in Tegel. Der Etat der Gemeinde wurde iu der letzten Sitzung der Gemeindevertretung endgültig festgestellt. Danack fordert die all« gemeine Verwaltung einen Mehraufwand von 26 200 M., darunter 12 000 M. mehr für die Amtsverwaltung(Polizei usw.). An dem Tttel Oeffentliche Wohltätigkeit und Wohlfahrtspflege sollen 7500 M. erspart weiden. Für den Krankenhauszweckverband sind statt 58 000 nur 50 000 M. eingestellt. Für Straßen und Wege, besonders im neuen Orlsteil, müssen 4100 M. mehr aufgewendet werden; iür die Reparaturen an den Asphaltstraßen sind allein 80 000 M. jährlich vertraglich an die Unternehmer zu zahlen, da deren UnterhaltungS- pflickt abgelaufen ist. Diesen Mehraufwendungen stehen gegenüber die lieber schüsfe, die beim Wasserwerk 48700 M. und beiur Elektrizitäiswerk(zum erstenmai) 2100 M. betragen sollen; das Gaswerk hat gegen 1015 weniger glücklich abgeschnitten, hier sind 30 000 M. Mindereinnahme zu verzeichne»; einer Einnahme von 1 079 800 M. stehe» 1 041 800 M. Ausgaben gegenüber, mithin ein Uebcrschuß von 33 000 M. An Kreissteuern sind 64 746 M. mehr auf�iihrmgen. Der Gesamtmehrbedarf stellt sich auf 7 8 0 0 6 M. Die indirekten Gemeindesteuern aeben kein günstiges Bild: bei der Umsatzsteuer ein Ausfall von S000 M., bei der Lustbarkeitssteuer von 1800 M., Hundesteuer 1700 M., Bier« steuer 1000 M., denen 6000 M. mehr aus der Wertzuwachssteuer gegenüberstehen, so daß ein MinuS von 4600 M. entsteht. Das steuer- liche Gesamtdefizit beläuft sich auf rund 76 000 M., wovon 26 000 M. durch Erhöhung der Gewerbesteuer auf 200 Proz. und 60 000 M. der E i n k o m m e n st c u e r auf 1 70 Proz. aufgebracht werden müssen. Herr S t r i tt e ging dann noch ausführlich auf die besonders in seiner Abwesenheit verübten Gepflogenheiten, bei der Erörterung von Gemeindeangelegenheiten die Oeffentlichkeit auSjuschNeben, des näheren ein und betonte seine schon früher dargelegte Auffassung ganz besonders deutlich für die Beamtenschaft in der Verwaltung. Die sehr offenen Ausführungen fanden allseitigen Beifall. Dem vorliegenden Etat wurde darauf allgemein zugestimmt.— Die Schulbediensteten wurden, wie schon früher die Lehrpersonen, eben- falls von der Krankenversicherunaspflicht befreit, da ihnen ihr Gehalt im Erkrankungsfalle weitergezahlt wird.— Schließlich wurde noch einem Antrage der Berliner Wasserwerke auf Cenehmigungserteilung zur Kreuzung der Bernauer Straße mit einem vorläufig eingleisigen Kohlentrankportgleis mit Pferdebelrieb zugestimmt. Lebensmittelverkauf in Weißensee. Am Donnerstag gelangt in der Verkaufsstelle PistoriuSstr. 24 gepölelteS Lammfleisch da? Pfund zu 1,40 und 1.60 zum Verkauf; am gleichen Tage in der Charlottenburger Str. 1 NeiS zu 50 Pf. das Pfund. Desgleichen am Freitag und Sonnabend in der Char- lottenburger Str. 1 und Berliner Allee 80: Butter und Reis. Eier werden nur in Mengen bis zu 10 Stück abgegeben. Jedes Ei ist mit dem Aufdruck.KricgSei" versehen und kostet 13 Pf. Ein Erwerb der Eier zum Weiterverkauf zu einem höheren Preise ist nicht ge- stattet. Die BerkaufSstellen sind von 8—12 und 8—7 Uhr geöffnet. 170 Prozent Gemeinde-Einkommensteuer in Niederschönhansen. In der letzten Sitzung der Gemeindevertretung wurde der Etat für 1016 verabschiedet und einstimmig beschloffen, den Gemeinde- steuermschlag von 140 auf 170 Proz. zu erhöhen. Dann wurde ein Angebot auf Lieferung von 10 Schweinen atwenommen. Der Lieferungsverband der Provinz Brandenburg will in der nächsten Zeit ungefähr wöchentlich sieben Schweine liefern. Der Verkauf soll den Schlächtern zu den festgesetzten Höchstpreisen Übergaben werden. Der Anbau von.Kriegskartoffeln' soll auch in diesem Jahre in umfassendem Maße gefördert werden. Der Ge- meinde stehen im ganzen 33 Morgen Acker zur landwirtschaftlichen Verwertung zur Verfügung, die. soweit noch nicht vergeben, in kleinen Parzellen der minder bemittelten Bevölkerung gegen ge- ringe Entschädigung zum Anbau überlassen werden sollen. Auch die Beschaffung von Saat kartoffe ln will die Ge- meinde in die Hand nehmen. Reflektanten wollen sich umgehend im Rathaus melden. Der Kartoffelverkauf der Gemeinde findet bis auf weiteres im Lyzeum, Kaiser-Wilhelm-Straße. von 1 bis 6 Uhr statt. Es werden auf die Kartoffelkarte pro Person auf 12 Tage 10 Pfund für 60 Pf. abgegeben. Für den Verkauf von Milch hat der Gemeindevorstand vom 1. April die Ausgabe von Milchkarten beschlossen. Danach erhalten 1 Liter täglich: Kinder, die nach dem 31. März 1014 geboren find, soweit sie nicht gestillt werden K) stillende Frauen, o) Kranke auf Grund ärztlichen Attestes., Einen halben Liter täglich: Kinder, die zwischen dem 1. April 1002 und dem 31. März 1014 geboren sind. Anträge aus Aushändigung von Milchkarten sind bei dem zuständigen Brotkommisiar von den Interessenten selbst zu stellen. Da» Alter der Kinder ist durch Ausweispapiere nachzuweisen. Vom 1.— 7. April erfolgt auch im Rathaus die Ausgabe von R e i S k a r t e n für Einwohner bis zu 3000 M. Einkommen. Auf jede» Familienmitglied entfällt Pfd. Der Preis beträgt 60, 40 und 30 Pf. pro Pfund. Der Verkauf erfolgt in den mit roten Plakaten belegten Geschäften. Ebenso werden auch Karten für den Bezug von Erbsen, aber nur an Angehörige der Kriegsteilnehmer, Arbeiislose und OrtSarme bis 8. April ausgegeben. Der Preis für das Pfund Erbsen beträgt 36 Pf. Wahlergebnis. Nieder-Schönhausen. Bei den vor einigen Tagen stattgefundenen ErgnnznngSwahlen zur Gemeindevertretung wurden unsere Genossen B r e i t m a n n und W o s ch k e mit je 86 Stimmen wiedergewählt. Gegenkandidaten waren nicht aufgestellt. Städtischer Fleischverkauf in Lichtenberg. Die Stadt hat einen Vertrag auf Lieferung von wöchentlich 200 Zentnern Rinderkram abgeschloffen. Dieses Fleisch wird zu folgenden Preisen pro Pfund verkauft: Kopsfleisch mit Backe und Herz 1,40 M., Lunge 0,80 M., Leber und Zunge 2 M., Euter 0.90 M., Fleck 1,20 M., Schwänze 1,60 M. und Brägen(Gehirn) 0,70 M. Der Verkauf erfolgt bis auf weiteres in den vier städtischen Verkaufsstellen: Scharnweberstr. 40: Montags, Dienstags, Donnerstags und Freitag« von 0—1 und 2—8 Uhr: T ü r r« f ch m i d t st r. 2: Dienstags, Mittwochs, Freitags und Sonnabends von 0—1 und 2—8 Uhr; M a g d a l e n« n st r. 14: MoniagS, Mitt- wochS, Donnerstags und Sonnabends von 0—1 Uhr; Friedrich- straße 14: Montags, Mittwochs, Donnerstags und Sonnabends von 2—8 Uhr. Eine weitere Verkaufsstelle wird demnächst eröffnet. Kohlrübennbcrfluß. Zu dieser von uns kürzlich gebrachten Notiz geht uns vom L a» k w i tz e r Gemeindevorstand nachfolgende Zuschrift zu: Die hiesigen Kaufleute und Händler sind streng angewiesen, den Einkauf von Schmalz nicht vo» der Abnahme von Kohlrüben ab- hängig zu machen. In einer Versammlung der hiesigen Kaufleule und Händler hat der Unterzeichnete dieses am Donnerstag, den 23. d. M. nochmals bekannt gegeben. Wie ich festgestellt habe, ist ferner ausgeschlossen, daß vom Ralhause der telephonische Bescheid erteilt worden ist, daß die Kaufleute Schmalz nur dem Kunden verkaufen dürfen, der Kohlrüben abnimmt. Richtig ist jedoch, daß den Kaufleuten anHeim gegeben worden ist, ihren Kunden zu empfehlen, sich mit Kohlrüben einzudecken, da diese Feldfrucht ein ausgezeichnetes NahrungS- mittel als Ersatz für die fehlenden Kartoffeln und, wen» der Vorrat aufgebraucht, bis zum Herbste nicht wieder zu beschaffen sei. Soweit die Zuschrift. Wir glauben kaum, zu viel gesagt zu haben, als wir mitteilten, daß der Kaufmann den Verkauf von Schmalz von der gleichzeitigen Einnahme von Kohlrüben abhängig machte. Ob vom Gemeinderat eine ähnliche Auskunft telephomsch gegeben wurde, wird sich ja wobl kaum einwandfrei feststellen lassen. Neuordnung des Kartoffelverkaufs in Nowawes. Der von der Gemeinde in der Turnhalle in der Scharnhorst- straße eingerichtele Kartoffelverlauf findet für die nächste Zeit nur noch Dienstags, Mittwochs und FreiragS von 2—7 Uhr starr. Den Wünschen der Hausfrauen entsprechend, hat die Gemeinde auch größere Posten Kartoffeln an verschiedene Gewerbetreibende zum Weiterverkauf abgegeben. Der Verkauf darf nur an Gemeinde- angehörige gegen Vorlegung der Lebensmittelkarte erfolgen, und zwar sollen mehr als 10 Pfund auf einmal nicht abgegeben werden. Sehr zweckmäßig wäre die Kenntlichmachung derjenigen Geschäfte, die die von der Gemeinde gelicserlen Karloffeln verkaufen, durch ein am Schaufenster zu befestigendes Plakat. Die Gemeinde hat den Verkaufspreis der von ihr beschafften Eier jetzt auf 26 Pf. für 2 Stück festgesetzt. Sriefkasten üer Neüaktion. Dt» turtftttch» epr-chstund» sindel für Uboiincnlin Linvenst»,», rv, tot Clan, parierre. am Manlag die Freitag von 4 t>» 7 Uar, am Sonnadeni, von b bis S Uhr statt. Jeder tür den B r t- t r a st e n bestimmten Unftage ist ein Buchstabe und eine Labt alz Merlzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Antragen, denen leine AbonnemenlSouitiung beigefügt«st, werden nicht beaniworiet. Eilige Fragen trage man tn der Svrechsiundi vor. Leriräg»,«christsiücke und dergleichen»ringe mar in die Sprechstunde mit. P. 3000. Die Tochter ist erbberechtigt. Sie kann aber durch Tests- ment als Nachcrbe eingesetzt werden: daS heißt, eZ kann durch Testament bestimmt werden, daß die Frau zunächst Erb« Ist und erst nach deren Tode der noch vorhandene Nachlaß der Tochter zusällt.— M 47, Sie sind wegen Lungenletdens zurüchgestettt und werden später nochmals ge- mustert.— Nr. 3. ZIllertlial. Die Militäriiivalidenrente wird Jbiicn von der PensionSkasse gezahlt, nicht von der LandeSversicherungSanstalt. Ihre zweite Anstage verstehen wir nicht, da Sie doch selbst die Höhe beider Renten angegeben haben.— B. 100. Der Verdienst der Frau hat keinen Einfluß aus die Rente. Kündigung kann, wenn der Mann im Kriege ge. fallen ist. aus Grund der BundeSratSverordnung vom 9. Oktober 1916 bis zum 3. April bis zum 1. Juli erfolgen.— B. I. 40. 1. und 2. Ja. 8. Nein.— Matul 7. Wenn Kinder nicht vorhanden lind, so ist die Multcr pflichierbieilsberechligi. Sie kaun daher da» Testament ansechtcn. — A. B. 05. Sie müssen sich zur Kontrollversammlung meiden. — A. B. C. 100. Eine solche Erklärung muß notariell oder gerichtlich beglaubigt werden. Sie muß enthalten die Einwilligung der Ehesrau, des Vormundes und Ihrer Person zur Namensänderung des KinbeZ. Diel« Urkunde muß bei dem Standesamt, in dessen Standesregistcr die Geburt des Kindes eingetragen ist, mit dem Antrag auf Namensäadmmig ein« gereicht werden.— H. T. 53. Sie sind an den Verlrag gebunden. Sie lönnten höchslens unier Darlegung dieser besonderen Umstände aus Lösung des Vertrages beim Amtsgericht klagen.— A. N. Z2. Wenn Sie selbst das AnstellungSverbällnis gelöst haben, haben Sie keinen Anspruch aus Nachzahlung des Gehalts.— Wk. R. 3. l. Ja, wann Bedürftigkeit vorliegt. 2. Nein, da in diesem Falle Bedürftigkeit sicher nicht als oorlicgcud erachtet wird.—®. N. 100. Sie sind zur Leistung an beide Kaisen verpflichtet.— Ucberzeugmig. Wir würden Ihnen eine Anfrage beim Bezirkskommando empfehlen. Eine plötzliche Einberufung tönnlc er- folgen. In diesem Falle ist damit aber wohl mchl zu rechne». — R. R. Verband der KastwirtSaehilscn, Berlin 14., Eisasser Straf. e �.8, Ausgang B. III.— L. P. 5. Gendarmcn-Brtgade III, Eharloltenburg, Dahlmannstr. 2«.— N. 19, Ohne Angabe des bestimmten Zwecks ist Nachmessung nicht möglich.— Pf. 1. I. Am besten wenden Sie sich mit Ihrem Vorhaben an de» Verband der Handlungsgebüsen. Miinzstr 20 11. 2. Sehr niedrig.— Tt. 100. Rotes Kreuz, Ma.lgrasenstr. 40. Nationaler Frauendienst, Abt. Moabit 38.— H. W. 1801. Der Antrag aus Kriegs- elterngetd muß beim zuständigen Polizeirevier eingereichi werden. Linusen Sie sich eventuell bei der Sicllung deS Antrages auf die vom Slaals- setreiär Dr. HAsierich gemachten Aussagen im HaiishaltiiiigSanSschuii vcS Reichstag«.— M. 0. 1. Das Testameiit ist in der von Jhimi abgefaßten Form rechtsgültig. 2. Nein. 3. Die Hinterlegung braucht nicht beim Amis- gevicht zu ersoigen. Das Testament kann auch im Hause aufbewahrt werden. 4. DaS uneheliche Kind hat leinen Erbanspruch an den Nachlaß des Vaters. nur an den der Mutter. Die von Ihnen voihzogene Erklärung der Vaterschaft Ist aber rechtsverbindlich und Sie sind zum Ihiterliati des Kindes bis zum 16. Jahre aus jeden Fall verpflichtet. Vom Erbteil tönr.le eventuell der Unterbatlsbetrag für diese Zeit sichergestellt werden. GalemGolö Aigare�en- WIIItoDiTlmenZts Liebesgabe! Preis N? W 4 S 6 610 a1/� 4 5 6 ö 10 Pfg.dSidk, Tmsifrei] Leipzfarsfr&sss AlexanderpldJz fränkfarferAUee j ..s Vitt, ■ Lejpn'�ersih'&esQ Alexander pläTZ FrankfizrferAßee Donnerstag Soweit Vorrat BUme iBtenanittel Fische and Fleisch nar Lawziger Strasse und Alezanderplatx Konserven RJesensiangenspargciZ28 l18 Stangensparg. SS l88 98«. Stangensparg. Sg* 1" 93«. Stangensparg. 16S 88« Stangensparg.�Si' l55— Stangensparg.•»/„ l40 75«. Stangensparg.«»» l25 68 Pt Riesenbrechsparg. I76 93« Brechspargel I85 88« Brechspargel»tark. 16B 83 pi- Obst nnK Sünfise Apfelsinen.... Pfund 45 PL Zitronen.. Dutzend 58,>0 Pf. Boscop-Aepdel.. Pfand 45 Pf. Kochäpfel..... Pfand 35 Pf. Datteln....... Pfand 1.00 Feigen....... Pfand 80 Pf. Dauermaronen gr., Pfd. 45 Pf. Junger Spinat.. Pfand 40 PL Kopfsalat grosser, 2 Kopf 25 Pf. Junge Curlcen Stüsk 50, 60 PL Zwiebeln...... Kund 45 Pf. Mohtrüben. Rote Rüben. Mohrrüben. Sellerie.... Rhabarber. Rabunzen.. .. Pflmd 5 K. . 3 Pfund 50 Pf. . 2 Pfand 35 PL . Knolle 35 Pf. Bund 12, 15 Pf. .. Hand 50 H. liDott�Xioit Brechspargel mitui. I40 75« Brechspargel«»■•. I18— Brechspargel— 53«. Junge Erbsen i«w.. l88— Junge Karotten"iS 95«— Weißkohl......... 55«— Sellerie........... 75«— Steinpilze......... I50— Rote Rüben....... 52«— Apfelmus....... 85« 48« msth Schmorfleisch� 2*° RoasHieef"Vm?« 2*° Rinderhamm«*- 220 Querrippe... w�Z30 Kalbskeulen«* Z00 Kalhsnlere-Brat. 2°° Ka?hsvordern. 2°° KaRsshaxe...«- 120 Hame&if�ch 290 PäheRsrust...««• 2S0 K�S «Mhg Schon., Goldbarsch«st. 58«. Norw. Wels SV« SchelIf.cT.,Leng!.,ka;,8M! 56« Kabeljau k".PfG."'";Ä 60«. Austernüschi. o«««.«»»<> 60«. Klippfisch....... Phmd 65«. Salzhering irmeisr«... stck 15«. Salzhering � 35, 56« SainHsch 40, 45. so« Leb. Plötzen.....«>»>« 65« Räneftcmarea Makrelbückllnge.«�*35« Fleckheringe.....»»<* 35« Sprottbflckllnge•(.«n»d 60« Kieler Bücklinge tBw«k35« Kieler Schlelbückl.t stak. 55« Pomra. Sprotten.«* 55«. Seehasen.......% p«. I28 Heilbutt-Filets..>/, Pfd. 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