Ar. 93.-33. Jahrg. HbcnncmentS'ßedlngangen: KtcnnementS• PrctZ pränumerando: Lierteliährl. L�SV M!, uwNlltl. 130 Mü, WSchenllich SO Pfg. frei WS HauS. tinjeinc Shxtmnrc 5 Pfg. EonntagS» nwmner mit illustrierter SomuagS- Veilags.Die Neue Pielt" 10 Pfg. Post- Avonnement: 1,30 Marl pro Monat. eingetragen in die Post-Zeitung-5- Preisliste. Unter Kreuzband für T eutschland und Oesterretch- Ungarn L.oO Marl, für das übrige Lusland nehmen an Belgien. Dänemark Holland. Italien. Luxemburg, Portugal. Simrämcn, Schweden mrd die Schweig. ( 5 Pfennig � Vit Insettionz-SedUht beträgt für die sechSgespaltenc Kolonel- »eile oder deren Ramn 00 Psg, für politische und gcwerischaftlichc Lercins- und LcrsammlungS- Anzeigen SO Pfg „Kleine Snreigcn", das iettgedruwe Wort 20 Pfg.(zwäsfig 2 fcttgcdrurll c Worte), jedes weitere Wort 10 Pfg. Elellengsfuche imd EchlafstellenaN' zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes wcuerc Wort S Pfg. Worte über lö Buch- ftaben zählen für zwei Worte, �njcralc IIII die nächste Nummer mästen bis 6 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Tie Expedition ijt dt» 7 Uhr abends geöffnet. crlchciet täglich. Vevltnev Volksblnkt. Zentralorgan der rozialdemokratifchen Partei Deutfchlands. lelegramm-Sdreffe: �«zlalticmolirat Rcrlin". Keöaktion: SW» öS, Linüenstraße Z. Fernsprecher: Amt Moridplatz. Str. l.S1 Sv— l.SI S7. � Eine tote Ente. Von PH. Scheidemann. Seit emcm Jahre haben Wortführer der Parteioppofition in Wort und Schrift immer wieder die Behauptung aufge- stellt, daß die deutsche Reichsregievung ein englisches Friedens- angebot abgelehnt habe. Es sei die Ablehnung dieses Friedensangebots, mit dem vornehmlich die Herren Renn- staWesitzer Teppcr-Laski, Professor Schücking und der holländische Uiiterstaatssekrctär im Justizamt Dressethuys in Verbindung gebracht wurden, natürlich nur deshalb erfolgt, weil die deutsche Regierung große Erobcrungsabsichten habe. „Also imperialistischer Erobcrungsabsichten wegen wird der jirieg fortgesetzt, muß das Volk weiter leiden!" usw. usw. Natürlich folgt dann stets die Anklage gegen die sozialdcmo- kratischc Parteileitung und die Mehrheit der Reichstags- fraktion, daß sie diese Politik unterstützte, sich also zum Mit- schuldigen mache, sozialdemokratisäse Grundsätze preisgegeben hätte usw. Es unterliegt nicht dem geringsten Zweifel/ daß gerade auf Grund dieser unehrlichen Agitation viele Genossen zur Opposition übergegangen sind. Sic haheu sich gesagt: wenn derartige Behauptungen immer wieder ausgestellt werden, ohne daß ihnen seitens der führenden Genossen der Parteimehrheit entgegengetreten wird, dann m u ß doch etwas an der Geschichte sein. Tic Wortführer der Mehrheit haben dem Schwindel von dem englischen Friedensangebot deshalb nicht öffentlich entgegentreten können, weil ihnen die Hände viel mehr ge- Kunden sind als der Opposition. Tie tapferen Revolutionäre, die ihre unheilvolle Tätigkeit übrigens erst begonnen haben, nachdem sie sich überzeugt hatten, daß keine großen Gefahren für ihre. Person damit verknüpft waren, haben in gc- sch lo ssc nen Kreisen und durch a n o n y m.e.Flug- schriftcn ihre Anklagen erhoben. Auf die gleiche Weise kann ihnen, nicht entgegengetreten werden. Sobald, uum ihr Tun aber öffentlich hätte kennzeichnen wollen, würde der eine oder andere von ihnen vielleicht behördlichen Belästigungen aus- gesetzt worden sein. Die Folge davon wäre dann natürlich wieder gewesen der Vorwurf' der Denunziation durch dig „Sozialpatrioten" und wie die schönen Bezeichnungen sonst alle heißen mögen. Wir müssen es uns auch jetzt noch der- sagen, s o deutlich zu sein, wie wir es gern sein möchten, aber das sei vor der gesamten Partei hiermit festgestellt: „Die Rederei von den von England angeblich schon im Frühjahr 1915 offerierten Friedensverhandlungen, die die deutsche Reichsregierung abgelehnt haben soll, ist fauler Zauber!" Das ist nun schon zweimal innerhalb weniger Monate in d cr Budgetkommissio n des Reichstags mit aller Deutlichkeit nach- gewiesen worden: das erste Mal freilich ohne jedweden Erfolg. Denn bis in die letzten Tage hinein ist die englische Friedens- taube, die längst als Ente erkannt worden ist, von der Oppo- sttion fruktifiziert worden. In den Sitzungen der Budget- kommission in den letzten Märztagen haben auf einige Be- merkungen des Abgeordneten Ledebour hin sowohl der Reichs- kanzlcr wie auch der Untcrstaatssekretär Zimmermann schlagend den Nachweis geführt, daß es sich bei der englischen Friedensgeschlchte um komplette Unwahrheiten handelt. Was ist Wahres an der Geschichte? Herr Unterstaats- sekretär Zimmermann hat am 30. März die Angelegenheit noch einmal wie folgt geschildert: „Der bekannte deutsche Pazifist Professor Schücking sei zu ihm(Zimmermann) in das Auswärtige.Amt gekommen und habe mitgeteilt, daß er in Holland n. a. auch mit dem Pazifisten V. Tepper-Laski an einer Anti-Orlog-Raad-Dagung teilgenommen habe. Bei der Gelegenheit habe sich der als Pazifist bekannte bolländische Unterstaatssekrctär Dresselhuys vom hollän- dischen Justizministerinm angeboten, als Friedens- unicrhänöler zwischen Deutschland und England nach Berlin zu kommen. Auf Befragen hat Professor Schücking ange- geben, daß Herr Dresselhuys weder im Auftrage der holländischen Regierung handle, noch irgendwelche Borschläge der englischen Regierung zu überbringen habe. Er hätte also nur Angebote der deutschen Regierung hören und nach England weitergeben können. Er(Unterstaatssekretär Zimmevmann) habe darauf erklärt, daß er selbstverständlich jeden Beauftragten englischer verantwortlicher Staatsmänner oder ernsthafter politischer Kreise zu empfangen bereit sei, es aber ebenso selbstverständlich ab- lehnen müsse, durch einen Privatmann seinerseits nach . England Friedensangebote herübcrzugeben." Bemerkenswert war noch bie Mitteilung Zimmerinanns, daß er den Abgeordneten Haast schon vor langer Zeit zu einer Unterredung zu sich gebeten habe, nachdem er gehört liatte, daß die Friedensgeschichte u. a. auch von der sozial- demokratischen Parteiopposition unausgesetzt weiter der- breitet würde. Er habe dem Abgeordneten Haast mit rück- haltloser Offenheit das gesamte Material und die ihm zuge- gangenen Berichte unterbreitet. Auf die Frage, ob er irgend etwas an seiner(Zimmermanns) Haltung auszusetzen finde, habe Haase keine Antwort gegeben. Daß� Genosse Haast bis in die jüngste Zeit mit dem englischen„Friedensangebot" trotzdem, so z. B. neuerdings in Königsberg, weiter operiert hat, ist durch die Presse bekannt geworden. Genosse Haast hat unter- dem 25. März einen hektogrvphiertcn Brief verschickt, in dem es.in der Einleitung heißt: „Usber die.Frage, ob im April. 1915 von England aus eine Geneigtheit zur Anbahnung von Friedensverhandlungen bekundet worden ist, wird zurzeit wieder gestritten. Herr v. Tepper-Haski z hat mir persönlich hierzu den folgenden» in Einzelheiten vervoll- ständigten Bericht gegeben: Der Untcrstaatssekretär Dresselhuys habe ihm und Professor Schücking in Gegenwart einer anderen Persönlichkeit bei einer privaten Zusamnieiikunst gesagt: Die Holländer litten unter dem Kriege sehr/ Ein Fveund der Organisation(„Gegen den Krieg") sei deshalb in' England gewesen und habe sich dort bei einer ün englischen Auswärtigen Amt sehr einflußreichen Person— wirklich sehr einflußreichen Person— erkundigt, ob nicht der Abschluß des Friedens jetzt möglich fei. Diese Erkundigung sei nicht leicht gewesen. Sie hätte so- zusagen durch Hiutcrlürcn und bei Rächt und Nebel geschehen müssen..." Also Genosse Haase hat von dem Rittmeister v. Tepper- Laski erfahren, daß diesem und dem Professor Schücking Herr Dresselhuys erzählt hat, daß ein nicht genannter Freund der' Organisation„Gegen den Krieg" in England war, um bei einem großen Unbekannten sich zu erkundigen, ob nicht Frieden gemacht werden könne! Ter unbekannte. Freund konnte leider mit dem. großen unbekannten Mann nur durch „Hintertüren" und„bei Nacht' und Nebel" verkehren. Aus diesem Nebel bleibt also deutlich erkennbar nur der in deutschen Arbeitcrkroiscn bereits sagenumwobene Herr Dresselhuys übrig. Dieser in Holland angeblich politisch einslußreickic Mann wird uns von holländi'chen Freunden als ein vollkommen bedeutungsloser Herr geschildert. Seine politische Bedeutung soll nicht über diejenige des Herrn Ab- geordneten Mumm in Deutschland hinausgehen. Als er nach jeuer von ihm unternommenen Friedensaktion zu einem Pazifistenkongreß' nach London reisen wollte, wurde ihm von der holländischen Regierung der Reisepaß der- weigert, so daß er dahermbleiben mußte! So sehen die „einflußreiche u" Männer aus, die mit Namen g e- n a n.n t werden. Danach kann man sich ungefähr vorstellen. wie einflußreich die Ungenanntcu sein mögen, die in Nacht und Nebel gehüllt sind. Den Parteigenossen, die mif die Rederei von dem eng- tische ii Friedensangebot und ähnliche Schwätzereien Hin zur Opposition übergegangen sind, wird es wie Schuppen von den Augen fallen, wenn man ihnen nach dem Kriege vollkommen reinen Wein wird einschenken können. Es ist ganz stlbstvcr- ständlich, daß die deutsche Sozialdemokratie sich wie ein Mann erheben würde, wenn ein ernst- zunehmendes Friedensangebot von unserer Regierung un- beachtet bliebe oder gar zurückgewiesen würde. Daran ist glücklicherweise kaum zu glauben. Es ist doch Tatsache, daß die Regierung den Annerionspolitikern ebensowenig Kon- Zessionen gemacht hat, wie den„uneingeschränkten" und „rücksichtslosen" Torpedisten. Dagegen hat der Reichskanzler ausdrücklich vor aller Welt erklärt, daß er jederzeit bereit sei, Friedensangebote zu diskutieren. Es ist die Pflicht der Sozialisten aller Länder, auf eine Verständigung hinzuwirken, damit den grausigen Kämpfen ein Ende bereitet werden kann. Leider sind alle von der deutschen Sozialdemokratie nach dieser Richtung hin unter- nommenen Versuche ergebnislos geblieben, vornehmlich des- halb, weil die französischen Sozialisten Teilhaber ihrer Regierung und mit dieser gewillt sind, erst Elsaß-Lothringen wieder zu erobern und den preußischen Militarismus zu schlagen, bevor sie sich mit uns wieder an einen Tisch setzen wollen. Die Opposition in Deutschland scheint der Ansicht zu sein, daß wir in Deutschland wirklich erst Handlungen be» gehen müssen, wie sie die Franzosen auf ihrem Weihnachts- kongreß von uns verlangt haben: wir sollen unserem Lande die Mittel verweigern, die die französischen Sozialisten selbst- verständlich als„Mittel zum Siege" einstimmig be- willigen. Wir sollen dazu beitragen, die Landesverteidigung zu schwächen, um den Sieg Englands, Frankreichs und Ruß- lands zu erleichtern. Das aber möge sich die Opposition gesagt fem lassen: was' sie bisher an Handlungen begangen hat, genügt den Franzosen noch lange nicht. Mit blutigem Hohn werden sie überschüttet' von'führenden Genossen in Frankreich. Man verlangt noch viel mehr von ihnen.— Eine Niederlage Deutschlands müßte für Handel und Industrie, also auch für Millionen von Arbeitern, die furcht- barsten Folgen haben: Arbeitslosigkeit, Not und Elend ohne Grenzen. Die deutsche Arbeiterschaft hat das größte Interesse daran, daß die Zerschmetterungsabsichten der Engländer, Franzosen und Russen zunichte gemacht werden. Wir wollen nicht fremde Völker unterjochen, wollen selbst aber ein politisch unabhängiges Volk bleiben und die Mög- lichkeit haben, uns wirtschaftlich, politisch und kulturell weiter zu entwickeln. An eine militärische Niederwerfung Deutschlands glaubt das Ausland nicht mehr. Alle Hoffnung wird deshalb gc- setzt auf wirtschaftliche Not, Hunger, Zerrissenheit im Volke und Zwietracht der Parteien. Jedes Zeichen zu- nehmender Uneinigkeit und Spaltung ist eine neue Hoffnung der Feinde, verlängert den Krieg und kostet taufenden unserer eigenen Ge nossen Gesundheit und Leben. Wir wollen den Frieden! Aber wir wollen ibn nicht auf den Knien erflehen. Wir wollen ihn auf dem Wege der Verständigung. Wollen das unsere Gegner nicht, wollen sie den Krieg weiter führen, dann müssen wirweiterzuunscrm Lande stehen.(�) Expedition: SW. HS, Linöenstraße Z. ttzermvrecher: Amt Morihplah, Nr. 151 90—151 97. 5rieöensfthwinöeU'' Die Schlammfluten persönlicher Schmähungen und Ver- dächtigungeu, die seit einiger Zeit gegen mich geleitet werden, haben mich nicht berührt.> Jetzt veröffentlicht die Chemnitzer „Volksstinime" in ihrer Ausgabe vom 31. März er. im Anschluß an einen Bericht aus der Budgetkommission einen Artikel mit der geschmackvollen Ueberschrift„Haasts Friedensschwindel", der aus sachlichen Gründen nicht unberücksichtigt bleiben darf, läuft er doch auf eine g r o b e I r r e f ü h r n n g der Parteigenossen in einer überaus wichtigen Frage hinaus. Die Chemnitzer„Volksstimme* behauptet,„daß Haast über die Nichtigkeit des Geschwätzes von der Ablehnung eine-. möglichen Friedens durch die zuständigen Stellen genau aui- geklärt war, dennoch seine demagogischen Treibereien fort- gesetzt und die ganze Partei gegeneinander gehetzt hat". Die Klobigkeit dieses Anwurfs steht im umgekehrten Ver- hältnis zu seiner Stichhaltigkeit. Kurz zusammengefaßt ist der Sachverhalt folgender: - Im April 1915 hat der Nnterstaatssekretär Dresselhuys im Haag den Herren von Teppcr-Laski und Schücking in einer privaten Unterredung, zu der er sie eingeladen hatte, und nicht etwa in einer Sitzung des Anti-Orlog-Raad, mitgeteilt, ein Freund von ihm habe in London von einer im dortigen Auswärtigen Amt s e h r c i n f I u ß r e i ch e u P e r s ö n l i ch- keil auf eine Anfrage die Antwort erhalten, es würde s v- fort mit Teutschland über einen Frieden ver- handelt werden können, wenn England nur wüßte, daß Deutschland nicht dauernd Belgien behalten wolle. Herr Dresselhuys hat sich iufolgedesstu erboten, nach Teutschland zu kommen, um Friedensverhandlungen anzubahnen, die, falls sie auch nur einige Aussicht auf Erfolg böten, von der an- gesehensten Persönlichkeit seines Landes, etwa dem Justiz- minister, fortgesetzt werden sollten. Diese Feststellung beruht auf der Bekundung der unmittelbaren Zeugen, deren Glaubwürdigkeit niemand anzweifelt, und auf der Bestätigung durch die ebenso glaubwürdigen Herren Professor Quidde in München und Rudolf Goldscheid in Wien, die die Tatsachen sofort von den Beteiligten selbst im Haag erfahren haben. Die Bemühungen um die Ermächtigung, Herrn Dresselhuys nach Berlin zur Anbahnung von Verhandlungen cinzu- laden, sind, wie unstreitig ist, erfolglos gewesen. Mehr als diese beglaubigten Tatsachen habe ich niemals behauptet; ihre Bedeutung kann nur verkennen, lvcr Scheu klappen vor den Augen hat. Hat der Uuterstaatssekrctär Zimmermann die Tatsachen selbst bestritten? Duraus nicht. Nach dem Bericht der Chemnitzer„Volksstimme" hat er erklärt, daß niemals ein englischer Friedensunterhändler abgewiesen sei. daß nach der Angabe, die ihm Herr Schücking gemacht habe, Herr Dresselhuys weder im Auftrage der holländischen Re- gierung handelte, noch Vorschläge der englischen Ziegiening zu überbringen hatte. Damit wird zu Ivi verlege u gesucht, was nie behauptet worden ist. Herr Dresselhuys handelte für seine Person, aber nicht ins Blaue hinein, sondern gestützt auf die Erklärung einer im Ans wältigen Amt in London sehr einflußreichen Persönlichkeil. Das ist kein ungewöhnlicher Weg zur Anbahnung von Verhandlungen. Die Aufklärung, die nur Herr Zimmermann gegeben hat. beschränkt sich auf folgendes: Er hat mir Kenntnis von Unterredungen gegeben, die mehrere Monate nach dem Vorgang im Haag Persönlichkeiten aus dem neutralen Ausland mit englischen Politikern und einem belgi scheu Politiker in London gehabt haben. Der Bericht über diese Unterredungen ließ erkennen, daß die Stimmung in Eng land damals wenig friedensfreundlich war, Wasach selbst auf Grund bekannter politischer Ereignisse anerkannte. Ueber den Vorfall im Haag sagte mir Herr Zimmermann, das Aus- lvärtige Amt habe bona kicks gehandelt, es habe in Herrn Dresselhuys nur einen Pazifisten erblicken können, hinter dem nichts stehe. Die bona sickes des Herrn Zimmermann in Zweifel zu ziehen, hatte ich keinen Anlaß. Er ist bei der Ablehnung. Herrn Dresselhuys nach Berlin kommen zu lassen, soweit mir bekannt ist, persönlich gar nicht beteiligt gewesen. Die Unter- redung, die er nach seiner Angabe mit Herrn Schücking ge- habt hat, hat wohl erst nachher stattgefunden. Wenigstens hat Herr von Tepper-Laski in einem schon im vorigen Jahre an die.Morddeutsche Allgemeine Zeitung" gesandten Bericht, der dort nicht zum Abdruck gekommen, aber seinem Wortlaut nach in politischen Kreisen bekannt geworden ist, Herrn Zimmermann gar nicht erwähnt. Er berichtet vielmehr, daß die Unterredung zwischen ihm, Herrn Schücking und Dresselhuys sofort vom Haag aus schriftlich dem Botschafter a. T. von Stumm und dem Gesandten a. D. von Lehden mitgeteilt worden sei, die beide in Fühlung mit dem Auswärtigen Amt waren, nach der Rückkehr aus dem Haag mündlich mehrfach zum Gegenstand von Erörterungen mit Personen gemacht *) Anmerkung der Redaktion: Kurz bevor uuL der Artikel deZ Genossen Scheidemann zuging, erhielten wir diesen Artikel des Genossen Haase, in welchem er sich gegen Angriffe, die in der gleichen Angelegenheit in der Chemnitzer»Polk-ftimmc" gegen ihn gerichtet wurden, wendet. worden fei, die dem Auswärtigen Amt nahestanden, und daß der Botschafter a. D. von Stumm zu erkennen gegeben habe. daß nach seinen Informationen zurzeit an leitender Stelle nichts zu erreichen sei. Bei diesem Tatbesland wird für einen Sozialdemokraten wohl noch die Frage erlaubt sein:„Ist es zu viel verlangt, daß eine Regierung, wenn sie wirklich friedensbereit ist, sich die Gelegenheit nicht entgehen läßt, einen Unterhändler, der sich anbietet, zu empfangen, um wenigstens festzustellen, ob und inivieiveit eine gegnerische Regierung zum Frieden gc- neigt ist?" Anhänger der Fraktionsmehrheit verbreiten immer wieder mit der Miene der Eingeweihten, daß die R e g i c r u n g stets friedensbereit gewesen sei; und sie haben dadurch wichtige Entscheidungen des Partei- ansschnsses und der Fraktion zu beeinflussen verstanden. Wie es mit dieser Behauptung steht, darüber ist von offiziöser Stelle selbst volle dl l a r h c i t geschaffen worden. Tie„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" hat am'25. April 1915 an dem diopfe des Hauptblattes einen„Politischen Tages- bericht" vom April 1915 gebracht, in dein es heißt: „Kein llrteilsfähigcr kann daran denken, die für Deutschland günstige Kriegslage zugunsten eines vorzeitigen Friedens- ichluiiea irgend einem ieiuer Feinde preiszugeben. Nach der vor» läufig allein»ivglicben allgemeinen llnisäireibung des KnegS- zicles, die der ReichSianzler in seinen Nede» gegeben hat, müssen ivir jeden Aorteil der militärischen Lage benutzen, um Sicherheit zu schaffen, daß keiner mehr ivagen wird, unseren Frieden zu stören. Dabei muß es bleiben. Die Gerüchte über deutsche Friede n Sneigungen sind gegenüber unserer unverminderten Entschlossenheit zur Niederkämpfung der Gegner törichte oder bös- willige, auf jeden Fall aber mützige Er- f> n d u n g e n." Tiefe offiziöse Notiz beweist, daß im April 1915 in amt- llchcn Kreisen ein Friedensschluß als ein vorzeitiger an- gesehen wurde, und daß eS als die Aufgabe galt, zunächst die Gegner niederzukämpfen. Taraus ergibt sich der unabweisliche Schluß, daß Herr Treffelhups danials, auch wenn hinter ihm die englische Rc- gicrung stand, auf Gehör nicht rechncir konnte. Die Hetze der „Chemnitzer Bolksstimme" gegen mich hat nur den Zweck, von dieser wichtigen Tutsache abzulenken. Kein Urteilsfähiger kann bestreiten, daß meine t a t s ä ch- l i ch e n Angaben sich mit den unanfechtbaren Zeugnissen decken, und es gehört kein großes Maß historischer Kritik da- zu. um auch den Schlußfolgerungen die Berechtigung nicht zu versagen.(z) _ Hugo H a a s e. vertrauliche Mitteilungen an öie holländische Kammer. Hang, 4. April.(W. T. B.) Die Zweite Kammer ist für heute 11'/., Uhr vormittags einberufen. Am Anfange der Zu- fammenkunft wird der Borsitzende vorschlagen, eine Sitzung bei geschlossenen Türen abzuhalten, um es der Regierung zu ermöglichen, der Kammer im Komite Gencraale Mitteilungen zu machen. * Tie geheime Sitzung der Zweiten Kcmimcr hat bis l /2 Uhr gedauert. Nach Wiederaufnahme der öffentlichen Sitzung hat die Regierulig folgende Erklärung abge- gäben-: r „Tie Regierung legt Wert darauf, im Anschluß an das in der geheimen Sitzung Mitgeteilte öffentlich zu erklären, daß die Suspendicrung der periodischen Urlaube eine Vor- i o r g e m a ß r c g e l ist, die mit dem unerschütterlichen Be- fchlnsse, unsere Neutralität st r i k t zu w a h r e n, zusammenhängt. Die Maßregel ist nicht eine Folge von be- stehenden politischen Verwickehiugen, sondern bat ihre Ur- lache in Daten(wörtlich: Gegevens), die eine Zunahme der Gefahren, denen unser Land ausgesetzt ist, befürchten lassen. Es würde nicht im Interesse des Landes fein, über den Inhalt dieser Angaben etwas mitzuteilen. »» Haag, 4. April.(W. T. B.) Amtlich. Die Regie- rung nimmt keinerlei Verantwortung für Berichte auf sich, die nicht ausdrücklich als„A in t l i ch" gekennzeichnet sind. Amtliche englische Erklärung zu üen holländischen Gerüchten. London, 4. April.(W. T. B.) Dein Rcutcrschcn Bureau wird von amtlicher Seite mitgeteilt, daß zwischen England oder den Alliierten und den Niederlanden nichts eingetreten sei. was die gestern in Holland verbreiteten sensationellen Gerüchte berechtigt er- scheinen ließe. Auf der Pariser Konferenz sei nichts den Niederlanden Nachteiliges erörtert oder erwähnt worden. An der Meldung, daß die Alliierte» die Landung einer be- waffncten Streitmacht auf holländischem Gebiet in: Auge hätten oder gehabt hätten, sei nichts Wahres. Die in Umlauf gesetzten Geschichten seien reine Erfindung. Italienische Stimmen über das vorgehen Hollands. Bern, 4. April.(23. T. B.) Nach einer Meldung des„Seeolo' bat die Nachricht von militärischen Maßnabmeii Hollands in politischen und diplomatifchen Kreisen StomS einige Bestürzung erregt. Auf der Eonsulla herrichte großer Verlehr. Der französische und der russische Aotfchalter, sowie der holländische und der griechische Gesandte iprachen vor. Eine mögliche StelliniguaHme Hollands gegen den Viervcrband. so meint„Sccolo", wäre zwar nicht entscheidend, aber gefährlich.„Gioniale KZtolia" sagt, die holländische Mobilisation 'ej nichis anderes, als eine Folge der neuen von England eröffneten Blockadcpolitik._ vorgehen Griechenlanüs in Norö-Epirus. Athen, 4. April.(W. T. B.) Havas-Meld.„M e s s a g e r dÄ t h ö n o s" erfährt aus Argyrokaftro, daß die italienischen Truppen gegen N o r d- E p i r u 3 vorrücken.— Infolge eines von der griechischen Regierung erhobenen Einspruchs befahl die bulgarische Regierung ihren Truppen, sich von der anechischcn Grenze zurückzuziehen.— Die griechischen Militär- behörden errichteten an der Westküste von Paros einen Leucht- :urni, dessen Licht siebzehn Seemeilen weit sichtbar ist. MOjj Oes AM SWWMS. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 4. April 191«.«W. T. B.» Westlicher Kriegsschauplay. Südlich von St. Elvi haben sich die Engländer nach starker Fcuervorbcreitung in Besitz des ihnen am 28. März genouimenen Spreugtrichters gesetzt. In der Gegend der Feste Touanmont haben unsere Truppen am 2. April südwestlich und südlich der Feste sowie im Caillettewaide starke französtsche Bertcidignngs- anlagen in erbittertem Kampfe genommen und in den eroberten Stellungen alle bis in die letzte Nacht fortgesetzten Gegen- angrifft dcö Feindes abgewiesen. Mit besonderem Kraftcinsatz und mit außerordentlich schweren Opfern stürmten die Franzosen immer wieder gegen die im Caillettewaide ver- lorcuen Verteidigungsanlagen vergebens au. Bei unserem Angriff am 2. April sind an unverwnndeten Gefangenen neunzehn Offiziere, sicbcnhundcrtfünfundvierzig Mann, an Beute acht Maschinengewehre eingebracht worden. Ocstlichcr Kricgsschauplay. Die Lage ist unverändert. Die feindliche Artillerie zeigte nur nördlich von Widsy sowie zwischen Narocz- und WiSznicw-See lebhaftere Tätigkeit. Balkan-Kriegsschauplatz. Nicht Neues. Ober st c Hecr-Slcitung. <> Luftschiffangriff auf üie englische Süöostküste. Amtlich. Berlin,-t. April.(W. T. B.) I« der Nacht vom 3. zum 4. April wurden bei einem Marinclnftschiffangriff auf die englische Südostküste Befestigungsanlagen bei G r c a t A a r m o u t h mit Sprengbomben belegt. Die Luftschiffe sind trotz der feind- lichcn Beschießung unversehrt zurückgekehrt. Der Chef des Admiralstabeö der Marine. ** Sei SslmeWW selierulWMW. Wien, 4. April.(W. T. B.) Amtlich wird verlautbart: 4. April 191«. Russischer und südöstlicher Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. Italienischer Kriegsschauplatz. An ciiizelncn Teilen Ver Front war die Tätigkeit der Ar- tillerie beiderseits lebhaft, so im Abschnitte der Hochfläche von Toberdo, bei Malborghet, am Col di Lana und in den Judi- tarien. Im Adamello-Gebiete desetzten unsere Truppen den Grenz- kämm zwischen Lobbia Atta und Monte Fumo. Der Stellvertreter de« Chefs dc» Generalstabes von Ho es er, Frldmarschalleulnant. -ff Ereignisse zur See. Wien, 4. April.(W. T. B.j Amtlich wird ver- lautbart: Die Besuche der italienischen Flieger in Laib ach, Adelsberg und T r i e st wurden am 3. April nachmittag« durch ein Geschwader von zehn Seeslugzeugen in Anco na erwidert, wo diese Bahnhof, zwei Gasometer, Werften und tlafernenviertel der Stadt mit verheerendem Erfolge bombar- vierten und mehrere Brände erzeugten. Die Gegenangriffe zweier feindlicher Abwehrflugzeuge wurden mit Maschinen- gewehrfeuer leicht abgewiesen. Im heftigen Feuer von drei Abwehrbatterieu wurde eine« unserer Flugzeuge durch zwei Schrapnellvolltreffer zur Landung vor dem Hafen gezwungen, ein zweites Flugzeug, geführt vom Fliegermeister Molnar, ging neben ihm nieder, übernahm die beiden Insassen, ver- vollständigte die Zerstörung des getroffenen Apparates, konnte jedoch infolge einer Beschädigung bei Seegang nicht wieder auffliegen.— Ein feindliche« Torpedoboot und zwei Fahr- zeuge fuhren aus dem Hafen, um die beschädigten Flugzeuge zu nehmen, wurden jedoch von einigen unserer Flugzeuge mit Maschinengewehr und Bomben zum Rückzug gezwungen, worauf es zwei Flugzeugen, geführt vom Seekadetten Bamo« und LinienschiffSleutnant Senta, gelang, alle vier Insassen zu bergen und das havarierte Flugzeug zu verbrennen. Diese Rettungsattion vollzog sich unter dem Maschinengewehrfeuer und den Bombenwürfen von zwei italienischen Seeflugzeugen, die nur 10« Meter darüber kreisten. ES sind somit zwei Flugzeuge verloren gegangen, alle übrigen aber und alle Flieger unversehrt eingerückt. Flottenkommand«. Der französische Tagesbericht. Paris, 4. April.(28. T. B.) Amtlicher Bericht von q e st e r n n a ck m i t t a g. In der Nacht hat ein Zeppelin acht Bomben auf die Siadl D ü n k i r ch e n geworfen, aber der an- gerichtete Materialschaden ist wenig bedeutend; zwei Zivilisten wurden Hetödtet und vier verwundet. Westlich von der MaaS an- dauernde Beschießung der Dörfer Haucourt und ESneS ohne jon- stigeS Gefecht. Die Kämpfe bei Douaumont und Vaux sind für uns günstig verlaufen: Wir haben im Gehölz von Caillette Boden gewonnen. unsere Linie lehnt sich rechts an den Sumpf von Vaux an. durch- quert das Eaillettegehölz, dessen nördlichen Zipfel der Feind besetzt hält, und schließt sich unseren Stellungen südwestlich vom Dorse Douaumont on. Es bestäligt sich, daß die gestrigen deulschen Angriffe sich über eine Front von drei Kilometern ausdehnten; den aufeinanderfolgenden Wellen folgten kleine Slurmkolonnen. Unsere Artillerie und unler Jnfanleriefeuer haben große Verluste in den Reihen der Feinde verursacht. In der Woevre- Ebene war die Nackt ruhig. In Lorhringen hat unser Arlillerieseuer mehrere Brände in Reniabois. westlich von Leintrey verursacht. In der Gegend von Ancerville, südlich von Blamont, wurde eine 2luf- kläruiigSabteiluug des Feindes, welche unsere Stellungen zu erreichen versuchte, durch Gewehrfeuer abgewiesen. Bei Motzen ist ein deutsches Flugzeug in unsere Linien gefallen. Die Flieger sind gefangen. Pari?, 4. April.(23. T. B.) Amtlicher Bericht von Montag abend. Zwischen Soisson« und Reim« richteten wir konzentrisches Feuer auf deutsche Anlagen nördlich des ButteSwaldeS und am Hügel von Sapigneul. In den Argonneir beschießen unsere Batterien mit Hciliglcil den westliche» Zipfel des Waldes von Avocourt. Ein feindliches Blockhaus wurde zerstört und ein Munilionsdcpol flog in die Luft. Westlich der Maas richlsicii die Deutschen gegen TageScude einen kränigen Angriff zwischen Hauconrt und Beihingcourl gegen unsere Slclluugen aus dem Südufer des Forgesbaches, die wir in der Nacht zum 1. April geräumt und auf dieses User zurückgelegt hatten, ohne daß der Feind eS bemcrlie. Durch das heftige Feuer aus unseren neuen Stellungen und das Flankierungsseuer aus Belhincourt überrascht, erlinen die feindlichen Truppen starlo Verluste, ohne daß es zum Kampf kam. Heute fand eine ziemlich heftige Beschießung der Gegend de? BourruSwaldeS statt. Keine Jnfanlerieunternehmung. Oestlich der Maas eniwickellen sich unsere Gegenangriffe mir Er- folg. Im Laufe des Tages warsen wir den Feind bis zum nördlichen Rand des CaillettewaldeS und nördlich des TeicheS von Vaux zurück. Der leyle Gegenangriff, der besonders lebhaft war, ge- stattete unS, den westlichen Teil des Dorfes Baux, den wir geräumt hatten, wieder zu besetzen. In der Woevre heftige Artillerieläligkeir in dein Abschnitte von Moulainville. Zur Vergellung der durch einen Zeppelin ausgeführten Beschießung von Dünkirchen in der letzten Nacht warfen 31 Flugzeuge der Alliierten drei- undachtzig schiverkalibrige Granaten auf die feindlichen Truppenlagcr von Kcyen, Eesscn, Terrcst und Houthust ab. In der Nacht zum 3. April beschoß eins unserer Fliegergeschwader den Bahnhof von Conflans. Im Laufe des Tages wurden zahl- reiche Lufikämpfe in der Gegend von Verdun geliefert. Unsere Flieger schoflen vier deutsche Flugzeuge ab. Andere Flugzeuge wurden in die Flucht gejagt oder zum Landen gezwungen. Belgischer Bericht: Wenig Artillerietätigkeit auf der Front unserer Armee. Zur Vergeltung der Beschießung von Dünkirchen durch einen Zeppelin beschossen unsere Flieger im Verein mit ftanzö- fischen Fliegern feindliche Truppenlager. Die englische Melüung. London, 4. April.(W. T. B.) Bericht des Haupt- quartier S. Gestern schoß eins unserer Flugzeuge einen deutschen Apparat in der Nähe von LenS ab. Ein anderes Flugzeug verjagte fünf feindliche Maschinen, nachdem eS mit zweien von ihnen in Kampf geraten war. Heute am frühen Morgen griffen wir bei Et. Elvi einen Minentrichter an, der von den Deutschen seit dem 3«. März gehalten wurde, befetzien ihn und schoben unsere Linie über ihn hinaus. Wir machten dabei 84 Gefangene, einschließlich vier Osfizieren. Die Artillerie war auf beiden Seiten tälig. Der russische Kriegsbericht. Petersburg, 4. April.(23. T. B.) Amtlicher Bericht vom Montag. Westfront. Nach eineinhalbstündigem schweren und leichten Artilleriefeuer griffen die Deulschen den Brückenkopf von Uexlüll an. wurden ober abgewiesen. Bei und südlich Dünaburg Feuerkampf- Die feindliche Arlillerie enlfaltet lebhafte Tätigkeit in mehreren Ab- schnitten der Truppen de« Generals Ewert. Im Laufe eines gestern von den Deutschen in der Gegend nördlich dcS Bahnhofs Barano- witschi erfolgten TlngriffeS verwendete der Feind Explosivgeschosse. In der Gegend von Ljachowilsche überschritt eine stärkere dculiche Aufklärungsabteilung am Morgen des L. 2Ipril die Schara und griff unsere Posten an. Der deutsche Angriff wurde abgewiesen. Auf mehreren Abschnitten der Front, ebenso nördlich und südlich der Polesie, lebhafie Tätigkeil der feindlichen Flieger. Da« Hochwasser dauert on. Kaukasus. In der Küstengegend machten wir mehr al« 10V AskariS zu Gefangenen. Im Laufe der Offensive überschritten wir daS Flußbett des oberen Tichorok. Wir setzten uns in den Be« sitz von stark befestigten GebirgSteilen mehr als 10 000 Fuß (3000 Meter) über dem Meeresspiegel. Eine türkische Kompagnie wurde gefangen genommen. Bei der Versolgung deS Feinde« in der Gegend des Klosters Surb Karapet<40 Werst nordwestlich Müsch) erbeuteten wir ein türkisches Schntzzeltlaffer und Waffen- vorräle. In der Gegend des Dorfe« Machbuban(30 Werst südwest- lich Müsch) zerstreuten unsere Truppen mehrere türkische Kavallerie- abteilungen._ vom v'öoot-krieg. London, 4. April.(W. T. B.) Nach einer Lloydsmeldung vom 3. April ist der norwegische Dampfer, I n V" gesunken. Die Besatzung ist gerettet. Amsterdam, 4. April.(W. T. B.) Lloyd» meldet: Der Dampfer „Perth" au« Glasgow(«53 Brutto-Regtstortoiinrn) wurde versenkt. Sech« Mann sind umgekommen, acht gelandet. Das Schiff war nicht bewaffnet. London, 4. April.(W. T. B.) Nach einer Lloydsmeldung ist die britische Bark„Bengairn" versenkt worden. Ein Teil der Mannschaft ist gerettet. jymuiden, 4. April.(23. T. B.) Durch den Fischdampfer„Clara Nieol" wurden vier verirrte Schiffbrüchige des norwegischen Dampfer«„Anna" gelandet, der auf der Nordsee im Fischerei- gebiet durch ein deutsches U-Boot versenkt wurde. Blissingen, 4. April.(W. T. B.) Der Korrespondent der nieder- ländischen Telegrammageittur sprach mit dem Kapitän des hol- ländischen Schoners„Elise Helena". DaS Schiff wurde nicht torpediert, sondern um drei Uhr nachmittag« von einem deut- scheu U-Boot in der Höhe des Noovdhinder Leuchtschiffes angehalten. Das Schiff hatte eine Ladung gehobelten Holzes, Einer der Ossi- ziere de» deutschen U-Bootes verlangte die Schiffspapicre und, nach- dem diese durchgesehen waren, wurden der Besatzung fünf Minuten Zeit gegeben, um in die Boote zu gehen. Die Deutschen brachten dann Bomben an Bord und sprengten das Schiff in die Luft. Christiania, 4. April.(W. T. B.) Die norwegische Gesandt- schaft in London hat an da« Ministerium de« Aeußeren tele- graphiert, nach einem Berichte der britischen 2ldmiralität sei die norwegische Biermastbark„B i l t" bei den Scillyinseln in den Grund gebohrt worden, die Besatzung aber gerettet. Englische Meldung über öen Aeppelinangriff. London, 3. April. A m t l i ch.älter drücken, kneten, sich oft mit der ganzen Körpermasse auf sie legen— das Gas wird auf diese Weise abge- molken wie Milch aus den Kuheutern. Rasch bläht sich der grotze Ballon auf, die Runzeln verschwinden, und bald hat sich die Form einer riesigen, prallge füllte» Wurst hergestellt, die nun in fast feierlichem Aufzuge die Höbe hinangetragen wird. Mehrere Dutzend Manu sind nötig, den Ballon, der zur Sicherheit auch»och mit Saudsäcken verankert wird, festzuhalten. Andere knüpfen das Drahtseil, richten das Täkelwerk und die Gondel her. Inzwischen erklärt mir Hauptmann T. die Beobachtungsvorrichtungen, die Funktionen der Ventil- und der Reitzleine, bis es endlich heißt: Einsteigen! Ich nahm, mich bescheiden in die Ecke drückend, Platz zur Seite des Leutnants, der als Ballonführer und Beobachter mit aufstieg. Auf Kommando wurde nun der Ballon hochgelassen. Tie Sand- sacke wurden abgehängt, die Pchnnschaft ergriff die Schnüre der Seilrolle, die das dünne Drahtseil entlangläust, und setzte sie, in Schnellschritt den Hügelhang hinabeilend, in Bewegung. Wie in einem Lift ging es nun himmelwärts, und zwar mit einer Ge- schwindigkeit, die mich in Erstaunen setzte. Im Nu waren die M«n- scheu, die mit der Seilrolle liefen, nur mehr als winzige Punkte zu sehen, und der Gutshof unten sah aus wie ein Spielichachteldors. Als der Ballon nach der Angabe des Ancroids BOO Meter hoch stand(ich hatte das Gefühl, höchstens 200 Meter über dem Boden zu sein), gab der Leutnant das Stopsignal und begann mir dann durch das Fernrohr die russischen Linien sowie den Verlauf der eigenen Stellungen, soweit sie im Bereich der Wiener Division liegen, zu zeigen. Viel zu sehen war bei dem nebligen Wetter nicht. An einer Stelle stieg bei den Russen eine dicke Rauchwolke auf, die dem Leutnant eine Weile Kopfzerbrechen machte, bis er endlich herausbekam, datz sie doch blotz von einem Kochfeuer her- rühren dürfte. Bessere Sicht als für das, was an den Rändern des Dunst- und Nebeltveises lag, hatte ich für die nähere Umgebung, und ich konnte mir nun einmal Wolhymen aus der Vogelperspek- tive betrachten. Kein sonderlich reizvolles Landschastsbrld. In der Ferne die grüubedachten Kirchengiebel von D., in der Nähe ein paar elende Dörfer, die übrigens alle auffallend stattliche Kirchen mit Zwiebeltürmen besitzen. Von den sagenhaften D.er Gärten, dem Werke der seit einem halben Jahrhundert hier angesiedelten tschechischen Koloiristen weit und breit keine Spur. Nur ein paar Hopfeupflauzungcu sind zu schon. Auch Wälder gibt es und wo sie sind, dort liegt auch noch hoher Schnee. Sonst rundum nur kleine Schneefetzc», wie hingeworfene Leinenlappen. Tagegen liegt überall auf dem nackten Erdreich, sowohl auf den Hügelkämmeu wie in den Mulden eine graue, metallisch schimmernde' Kruste. Das ist der Berufung auf die Erfahrungen Württembergs die einheitlichen Wertzeichen.— W a r m u t h(Tisch. Fr.) beantragt, alle Sendun- gen an Zeitungen von der Abgabe freizulassen. Bei der Abstimmung wird der Antrag Wiemcr in allen Punkten gegen die Stimmen der Sozialdemokraten angenom- nten. Tie Streichung der Abgaben auf Postanweisungen und auf den Postscheckverkehr erfolgt einstimmig. Der Antrag Meyer wird angenommen; desgleichen"der uatioualliherale Antrag zugunsten der Presse, ans dem aber die Telephonnachrichten gestrichen werden. Damit ist der Antrag Warmuth erledigt.— Der sozialdemokratische Antrag, der die Abgaben bis zum Ablauf des ersten Etatsjahres nach Friedensschluß befristen will, wird gegen die Stimmen der Antragsteller abgelehnt. Angenommen wird der Antrag der Fortschrittler und der NationaUiheralcn, wonach die Aufhebung der Rcichsabgabe spätestens nach Ablauf des ersten Etats- jahrcs nach Friedensschluß erfolgen mutz, wenn cS der Rrichsiag verlangt.— Gegen die Stimmen der Sozialdemokraten wurde der Antrag Vogther abgelehnt, der die Portofreiheit der Bundcsfürstcn aufzuheben verlangte.— Angenommen wurde der folgende, dem Sinne nach mit einem sozialdemokratischen Antrag übereinstimmende Antrag der Forischrittler: „Eine Befreiung der regierenden Fürsten in den Staaten des Deutschen Reiches, sowie der Gemahlinnen und Witwen dieser Fürsten von der Reichsabgabe findet nicht statt." Mit 14 gegen 12 Stimmen des Zentrum und der Rechten fand auch die uationalliberale Resolution betr. Einführung einheitlicher Postwertzeichen Annahme. Im übrigen wurde der Gesttzeutwurf genehmigt. Eine Warenumsatzsteuer schlägt da? Zentrum a» Stelle der OuittungS- und Frachtbrief- steuer vor. Ter von dem Abg. Müller-Fulda ausgearbeitete Gesetz- entwurf über die vorgeschlagene Wareuumsatzsteuer hat folgendru Wortlaut: § 1. Jeder Umsatz(Verkauf, Lieferung) von Waren irgend welcher Art innerkalb des Deutschen Reiches unterliegt einer Ab- gäbe(Umsatzstempel). Die Abgabe ist nach dem Wert der bedungenen Leistung zu berechnen, gleichviel, ob diese durch Zahlung oder andere Gegenleislungen erfolgt. K 2. Alle Personen, welche sich mit dem Verkauf, der Ver- Mittelung deS Verlaufs oder der Lieferung von Waren befassen, baben über die in ihrem Betrieb stattfindenden Umsätze(Verkäufe, Lieserungen) ordnungsmätzige Bücher zu führen, den Gesamluinsatz am Schluß eines jeden Kalendervicrteljahres festzustellen und auf vom Bundesrat vorgeschriebenen Vordrucken innerhalb 30 Tagen zur Versteuernng anzumelden. Für Betriebe, in welchen eine Buch- führnng nicht gebräuchlich ist, insbesondere für solche, deren jähr- licher Gesamtumsatz BOOO M. nickt übersteigt, kann der Bundesrat an Stelle der vorgeschriebeucn buchmäßigen Feststellung eine Ab- schätzung des Umsatzes anordnen. Für Betriebe, deren Jahresumsatz 50 000 M. nicht übersteigt. kann die Anmeldung zur Versteuerung sür ein volles Kalenderjahr gestattet werden. Z 3. Die Abgabe ist zu dem vorgeschriebenen Zeitpunkt der Anmetdung fällig und mit der letzteren zu entrichten. K 4. Die Abgabe beträgt von Umsätzen in Gegenständen aus edlem Metall. Edelsteinen oder Perlon sowie in sonstigen Schmuck- und Luxusgegenständen 2 vom Tausend, von Umsätzen in anderen Waren 1 vom Tausend des Werts der bedungenen Leistung; Bruchteile von 1000 M. werden für volle 1000 M. gerechnet. Befreit von der Abgabe sind: 1. Umsätze in ungemünztem Gold und Silber, 2. Umsätze, die einer Abgabe auf Grund der Nr. 4 oder 11 des StempeltarifS unterliegen. Z B. Steuerpflichtige haben die vorgeschriebenen Bücher(§ 2) fünf Jahre lang, vom Schlüsse de? Jahre» ab, für welches die Ab- gäbe zu entrichten ist. auszubewahren und der Steuerbehörde jeder- zeit aus Verlangen vorzulegen. § 6. Wer den Vorschriften des§ 2 zuwiderhandelt oder über seinen Umsatz unrichtige Angaben macht, hat eine Geldstrafe ver- wirkt, welche dem sünfzigsachen Betrag der hinterzogenen Abgabe gleichkommt. Kann der Betrag der letzteren nicht festgestellt werden, so tritt Geldstrafe von 150 bis 30 000 M. ein. Wer den Bor- Treck! Kreuz und quer ziehen sich darüber allenthalben breite Striemen, die von oben her so aussehen, wie das seltsame Netzwerk der Marskanäle. Es find das die Fahrwege, die sich unsere Train- fuhrwerke tu Ermangelung wirklich vorhandener durch einfaches Ouerfeldeinfahren selbst geschaffen haben. Diese Wegstreise», die oft mehrere hundert Meter breit werden, weil es jeder Kutscher äugsUich vermeiden mutz, im Gleise des anderen zu bleiben, ziehen sich ineist über die Höhenkämme, denn dort sinkt man, wenn einmal die Hochsaison des Kotes begonnen hat, blotz bis an die Radnaben ciu, während sich in den Mulden die Wagen fast buchstäblich in schlvillMiendc Flöße verwandeln. Die Hochsaison des Kotes ist eben im Anzug. Sie fällt in die Zeit der Schncefchmelze, und die Be- völkerung hat für sie einen eigenen Namen: die Rasputiea. Wäh- rcud der Rasputica lebt der wolhynische Bauer in seiner Hütte, wie Noah in seiner Arche. Er hat seine Familie schon vorher für längere Zeit mit Lebensmitteln versorgt und setzt dann bis nach Ostern keinen Fuß vor die Schwelle, um die eine wahre Sintflut von Kot, Schlamm und Morast brandet. So ist Wolhynien, und so ist der Boden, auf dem jetzt viele tausende Wiener leben müssen. Das bat aber«euch seilt Gutes. Ter Sunrpscharakter des�Ge- ländes erschwert unseren Mitbürgern in Waffen das Leben sehr, sichert sie aber anderevseitö ganz gründlich gegen eine noch so große Ueb ermacht des bösen Feindes, der am jenseitigen Ufer lauernd sitzt. An der I. ist sür die Russen nichts zu wollen, denn jeder Angriff, der sich irgendwie um die ftärksteu Stützpunlte unserer Stellungen herumschlängeln möchte, führt unrettbar in den Sumpf. Sie wissen das ja selber genau, denn ihren Fliegern ist der Charakter unserer Stellungen nicht verborgen geblieben. Auch eine zehnfache Uebermacht könnte dieser Front nichts aichaben. Während ich in der Gondel des Luftschiffes saß, hörte ich es in der Ferne höchstens zwei oder dreimal krachen— nicht anders, als wenn ich, im Frieden durch herbstliche Fluren streifend, zei t- meilig den Knall eines Jagdgewehrs vernahm. Nur in der Nacht wird lebhafter geschossen. Da schwärmen auch die kühnen Patrouillen ins Vorgeftlde der Stellungen, um ein paar Russen einzufaitgen oder die Heuschober abzuräumen, die draußen auf den Wiesen noch in großer Zahl aufgeschichtet stehen. „Der Krieg wird all," pflegt der Kommandant der Wiener Division zu sagen. Au der I. kann man das deutlich sehen. Möge der Krieg dort bald ohne schüttelnde Agonie eines sanften Todes entschlafen, und möge es unseren braven Deutschmeistern und L4ern gegönnt sein, ihm an Ort und Stelle die Augen zuzudrücken.... Nach halbstündigem Verweilen in den Lüften gewann ich wieder festen Boden unter den Füßen und verließ etwas durchfroren den Korb. ES war oben recht schön gewesen, aber ich hatte auch be- greifen gelernt, was es für eine Nervenleistung ist, wenn der Beob- achter bei Wind und Kälte fünf, sechs Stunden in dem engen Kasten ausharren und unverwandt durch das Fernglas zum Feinde hin- überstarren mutz. Sehnsüchtig blickt mancher, der sich unten durch den Morast schleppen muß, zum LuftikuS auf, der heiter in den Wolken schivebt, dem Luftikus wirbelt indessen der Kops vor An- streugung, und so sehr er seine Wolkeilwarte auch liebt, ist er schließ- lich doch froh, seine Füße wieder in den Kot von Wolhynien tauchen zu können. fünften des§ 5 zuwiderhandelt, ist mit Geldstrafe bis zu 3(XX> M. zu bestrafen. Die„streuz-Zeitung* Hot sich ziemlirb unwirsch gegen eine Waren« umsatzslcuer ausgesprochen, da die Schwierigkeiten, die sich namemlich aus der verschiedenen wirtschafllichen Bedculung der Umsätze m der Landwirtschaft, in der Industrie, beim Handel, an der Vörie usw. ergäben, sehr grost seien. Solche gesetzgeberischen Problem« könnten nicht übers Knie gebrochen werden. Das„Verl. Tageblatl" scheint, wie aus einer Polemik gegen die.Kreuzzeitung" hervorgebt, der Warenumsatzsteuer geneigt �u sein. Das Blatt lobt insbesondere die Einfachheil dc§ Emwurfs und glaubt, dag die Warennmsatzsleuer weniger kleinliche Belästigung als Outtlungs- stempcl- und Postgebührenverteuerung mit sich bringe. vas Problem öer Volks- ernährung. Die Ernährungsfragen, die bisher schon in den Verhandlungen des RcichslageS einen breiten Raum eingenonimen haben, werden diesmal bei der Beratung des Etats des ReichsamlS des Innern behandelt. Dieser Etat steht bereits in den nächsten Tagen in der Budgclionimission zur Beratung. Tie sozialdemokratische Fraktion hat dazu Resolutionen eingebracht, die folgende Forde- rungeii enthalten.' 1. Landwirtschaftliche Produktion. a) für die Feldbestellung ist soweit als möglich die Beurlaubung der zum Heeresdienst eingezogenen Landwirte, Landarbeiter und Hand- werker herbeizuführen. b) ES sind Einrichtungen zu treffen, daß den kleinen Besitzern in größerem Umfange Kriegsgefangene für landwirtschaftliche Ar- beilen zur Verfügung gestellt werden. c) In den von unseren Truppen besetzten Bezirken deS Aus« landes ist die Bestellung der Felder, soweit sie die Besitzer nicht über- nehmen können, durch Kriegsgefangene oder die BesatzungStruppe zur Ausführung zu bringen. d) Bei der Verteilung der künstlichen Düngemittel ist ent- sprechend dem Bedarf des Betriebes eine gleichmätzige Verteilung der vorhandenen Mengen vorzunehmen. e) Die Verwendung von landwirtschaftlichen Maschinen ist durch genossenschaftliche Organisationen auch dem Kleinbetrieb zu er- leichtern. f> Durch genossenschaftliche Zwangsorganisationen ist der Absatz der Produkte unter möglichster Ausschaltung hoher Zwischenhandels- gewinne herbeizuführen. Im besonderen ist der Anbau von Gemüse zu begünstigen, daniit der Bedarf an ausländischen Erzeugniffen soweit irgend möglich zurückgedrängt wird. Zur Mnderung der Feltnot ist der Anbau von Oelfrucht zu fördern. g) Der Mangel an Futtermitteln ist zu mildern durch Nutz- barinachung des frischen Laubes und Trocknen zu Laubheu. Das Herbeischaffen dieses Futtermittels mutz durch eine großzügige Or- ganisatton unter Benutzung der Kriegsgefangenenarbcit geschehen. Ii) Außer dem siskalischen ist auch der private Waldbesitz zur Abgabe von Streu- und Futtermitteln zu verpflichten. >) Zur Vermeidung großer Wildschäden ist in der Schonzeit ein teilweiser Abschuß zuzulassen, um gleichzeitig eine bessere Fleischversorgung zu erzielen. b) Die Jagd auf wilde Kaninchen, sowie die Angelfischerci ist freizugeben. II. Vieh- und Fleischvcrsorgung. a) Unverzüglich sind Maßnahmen zu ergreifen, um das weitere Abschlachten von Milchvieh zu unterbinden. Als Mittel kommen hierbei in Betracht: niedere Höchstpreisfesttetzung und eventuell Verbot der Mschlachtung brauchbaren Milchviehs. d) Tie Beschlagnahme der Butter muß auf all« Betriebe, die Butter zum Verkauf herstellen, ausgedehnt werden, um eine gleichmäßige Verteilung der Produkte herbeizuführen. Der Post- Versand an Einzelabnehmer ist zu verbieten. c) Tie Buttcrkartc in Verbindung mit einer Karle für den Bezug von Fett und Margarine ist in allen Gemeinden einzuführen. Die schwerarbeitende Bevölkerung ist bei der Verteilung zu bevorzugen. Ter Mangel an Schlachtvieh macht die Einführung einer Fleischkarte dringend notwendig, um den Verbrauch dort cinzu- schränken, wo bisher eine Zurückhaltung nicht geübt wurde. e) Ter so notwendigen Schweincauszuckt wird nicht nur der Mangel an Futtermitteln, sondern auch der hohe Preis für Ferkel gefährlich. Dieser muß in einer dem Wert entsprechenden Höhe festgesetzt iverden. Bei sehr erheblichem Mangel an Schlachwieh muß unter schonender Berücksichtigung des landwirtschaftlichen Be- triebes zur teiüvctsen Beschlagnahmendes Viehes gegriffen werden. III. Kartoffclversorgung. ai Tie Mängel in der Kartosfelversorgung sind durch strenge Durchführung der Beschlagnahme zu beheben. b) Tie Rationierung für die Konsumenten erscheint nur dann ■notwendig, wenn die Bestände die Sicherheit einer ausreichenden Versorgung nicht bieten. TaS zugeteilte tägliche DurchschuittS- ciuantmu von ,2 Kilogramm ist uitgenügend, da der Bedarf im Hinblick auf die Schwierigkeiten in der Ernährung, besonders in den Schichten der schwcrarbettendcn Bevötkernng, erheblich höher ist. IV. Allgemeine Anforderungen. a) Der Einkauf der Nahrungsmiittel im Auslande ist durch die Zentral-Einlaufsgesellschaft zu leiten. b) Es ist zu verhindern, daß die Militärverwaltung ihren Bedarf durch Preisüberbietungen deckt. Die Ansprüche der Militär- Verwaltung müssen durch Beschlagnahme zu Höchstpreisen gedeckt wevdeil. c) Die vielen minderwertigen Ersatzmittel, die in den Handel kommen, lassen es zweckmäßig erscheinen, das Feilbieten erst dann zu gestatten, wenn vom Reich Sgesun db ei t Sa m t der Wert dieser Nährmittel festgestellt und ein KleinbandelSpreiS bestimmt ist. d> Der Mangel an verschiedenen Rabrungsmitteln nötigt zur Aushebung des freien Marktes, um eine Einteilung der Bestände im Kleinverkauf vorzunehmen. Dringend notwendig ist die gleichmäßige Einteilung von Kaffee, Kaffee-Ersatz, Tee, Zucker, Hülsenfrüchten, Reis. Auf Milch, .Kakao und Nährmitteln aus Reis, Roggen, Weizen, Hafer, Spelz und Gerste ist Kranken und Kindern ein Vorrecht des Bezuges zu gewähren. c) Zu verbieten ist die Herstellung von Trinkbranntwein aus Materialien, die zur menschlichen Ernährung verwendbar sind. kj Die Beschlagnahme von Lebeitsmiiieln hat auf Anordnung der bereits geschaffenen Zenttalgescllschasten für ihren Geschäfts« betrieb, im übrigen durch eine Reichsinstanz zu erfolgen. g) Für alle Lebensmittel ist für Produzenten, Groß- und Kleinhandel ein Höchstpreis für das ganze Reich festzusetzen, und, wenn erforderlich, die Verteilung für den Kleinbandel und die gleichmäßige Versorgung für die einzelnen Bezirke anzuordnen Dabei ist Abstand zu nehmen von einer nachträglichen Steigerung der Höchstpreise, sofern nicht durch Verlust bei der Lagerung ein Ersatz gewährt wird. b) Die Kontrollmaßnahmen znm Schutze des Publikums gegen Uebervorteilung sind zu verschärfen. Besonders ist darauf zu achten, daß die hohen Preise für ausländische. Waren nicht auch für üuändische Erzeugnis e gefordert werden. politische Ueberslcht. Ter Unterseebootkrieg vor dem Reichstage. Ten RcichStagSverhandlungen vom Mittwoch wird die(auch von Eberl und Scheidemann unterzeichnete) Erklärung der Budgetkommission des Reichstags zugrunde liegen, Diese lautet: „Nachdem sich das Unterseeboot als eine wirksame Waffe gegen die englische, aus die Aushungerung Deutschlands berechnete Kriegführung erwiesen hat, gibt der Reichstag ieiner Ueber- zeugung Ausdruck, daß es geboten lst, wie von allen unseren militärischen Machtmitteln, so auch von den Unterseebooten denjenigen Gebrauch zu machen, der die Erringnng eines, die Zukunft Deutschlands sichernden Friedens verbürgt und bei Verhandlungen mit auswärtigen Staaten die für die Seegeltung Deutichlands erforderliche Frei- beit im Gebrauche dieser Waffe unler Beachtung der berechttgten Interessen der neutralen Staaten zu wahren." Der Berichterstatter, Abgeordneter Bassermann hat nun- mehr seinen Bericht über die Verhandlungen fertiggestellt, und er gibt in diesem Bericht dem Antrage die folgende Deutung: „Der Antrag enthält, was hervorgehoben werden soll, weder einen Ausdruck des Vertrauens noch des Mißtrauens gegenüber der Regierung; er schließt keine Kritik des bisherigen Verhaltens der Regierung in sich und will lediglich— abgelöst von einer solchen— die Auffassung des Reichstages zum Ausdruck bringen, In dem Antrag liegt der Protest gegen die englische, auf die Aushungerung Teutschlands berechnete Kriegführung, die Fest- stellung. daß das Unterseeboot sich als eine wirksame Waffe gegen diese englische Kricgsübrung erwiesen hat. Ohne aus die Frage einzugehen, in welcher Form der Unterseebootkrieg geführt werden soll, ob uneingeschränkt oder eingeschränkt, gibt der Reichstag seiner Ueberzeugung Ausdruck, daß der Unterseebootkrieg genau so wie alle unsere militärischen Machtmittel, so benutzt werden soll daß sein Gebrauch die Erringung eines die Zukunft Deutsch- lands sichernden Friedens verbürgt. In dem letzten Satze findet sich der Hinweis auf Verband« lungen mit auswärtigen Staaten— jeyt und in der Zukunft— und die Forderung, daß bei solchen die für die Seegeltung Deutschlands erforderliche Freiheit im Gebrauche der Unterseeboot- Waffe gewahrt werden muß. Bei der Entwicklung der Unterseebootwaffe ist die Forderung von besonderer Wichtigkeit. Dabei ist eingefügt, daß die berech- tigten Interessen der sieutralen Staaten Beachtung finden sollen. Wenn auch die Wahrung berechtigter Interessen neutraler Staaten sür die deutsche Politik etwas Selbstverständliches ist. so legte doch die Kommission Wert darauf, angesichts der vielfach vorhandenen, von England geschürten Erregung der Neutralen ausdrücklich auszusprechen, daß deren berechtigten Interessen ebenso selbstverständ« lich Rechnung getragen werden solle, wie wir unberechtigte Forde- rungen der Neutralen zurückgewiesen wissen wollen. Wenn— unter Zurückstellung weilergehender Forderungen— die Kommission zu diesem Beschluß kam. der mit ollen gegen eine Stimme gefaßt wurde, so war der leitende Gedanke, dem Auslande und Jnlande erneut den Beweis zu liefern, daß der Reichstag in diesem schweren Kriege um die Existenz Deutschlands die Einigkeit sür ein so wich- tigeS Moment hält, daß hinter ihr Zweifel und weitergehende Wünsche zurücktreten müssen." Zur v-Boot-�rage. Die„Sozialdemokratische Arbeitsgemein- schaft" hat für das Plenum folgenden Antrag eingebracht: Der Reichstag wolle beschließen, an den Herrn Reichs- kanzler folgende Erklärung zu richten: „Auch sür den U-Boot-Krieg haben die Bestimmungen des Völkerrechts zu gelten. Insbesondere darf der rücksichts- lose II-Boot-Krieg. also die warnungslose Torpe- dierung von Handels- und Passagierschiffen gegnerischer und neutraler Staatm unter keinen Umständen zur Anwen- dung gebracht werden. Der Reichstag erwartet, daß der Reichskanzler schlemtigst durch Einleitung von Friedcnsverhand- lungen eine Verständigung unter den Völkern herbeizuführen sucht."_ Bundesratsverorduungeu. Amtlich. Berlin, 4. April.(W. T. B.) In seiner heuti« gen Sitzung hat der Bundesrat zwei Verordnungen be- schlössen, die sich auf die Benutzung von Gr u n d- stücken städtischen Charakters zu landwirtschaftlichen und gärtnerischen Zwecken be- ziehen. Durch die eine wird die Möglichkeit gegeben, solche Grundstücke, die sich zur Bebauung mit Gemüsen und land- wirtschaftlichen Produkten eignen, dieser Nutzung zuzuführen. In der anderen Verordnung wird bestimmt, daß Grundstücke in Genieinden von mehr als 19 009 Einwohnern zur gärtnert- scheu Nutzung nur zu mäßigen, von der unteren Verwalftings- bchörde festzusetzenden Pachtpreiscn verpachtet werden dürfen. Es soll dadurch einer spekulativen Ausnutzung durch die Be- sitzer Einhatt geboten werden.— Des weiteren hat der Bundesrat eine Verordnung über Kaffee, Tee und K akao erlassen, durch die die bisher schon bestehende Befugnis des Reichskanzlers, den Vcr- kehr mit diesen Gegenständen zu regeln, dahin ausgedehnt wird, daß der Reichskanzler nunmehr auch Bestimmungen über den Verbrauch dieser Gegenstände treffen kann. Weiterhin kommen die betreffenden Bestimmungen nun auch für Kaffeeznsatz mittel in Anwendung. Die ent- sprechenden Bestimmungen des Reichskanzlers sind schon für die nächste Zeit zu erwarten.— Endlich bat der Bundesrat die Verordnung über die E i n- fuhr v o n S a l z h e r i n g e n vom 17. Januar 1910 dahin erweitert, daß der Reichskanzler neben der Möglichkeit, Bestiiu- mungcn über die Einfuhr zu treffen, nunmehr auch den Verkehr mit den eingeführten Salzheringen regeln darf und daß er weiterhin befugt ist, die betreffenden Vorschriften auch ans andere Aischartcn auszudehnen. Die entsprechenden Ausfiih. rungsbestlmnmngen des Reichskanzlers, durch die die für Salz- Heringe bestehende Zentralisation verschärft wird, und durch die weiterhin die Einfuhr von Salz- und Klippfiichen sowie von Fischrogen zentralisiert wird, werden ebenfalls alsbald erlassen. Aufnahme der Kartoffelvorräte. (Amtlich.) Zur Gewinnung einer Grundlage für die Au- ordnungen der Reichskartoffelstelle bei Durchführung der Speise- k art o f felv ersorg un g ist es erforderlich, eine Erhebung darüber anzustellen, welche Vorräte an Kartoffeln in Händen der Erzeuger sowie der Gemeinden, Händler und Verbraucher vorbanden sind. Der Bundesrat hat als Erbebimgstermin den'26. April 1916 festgesetzt, ein Zeitpunkt, an dem die Mieten im wesentlichen geöffnet zu sein pflegen. Da die Trockenprodukte in gewissen Grenzen die Frischkartoffeln ersetzen, ist die Erhebung auch auf alle Kartoffel- trocknungserzeugnisse ausgedehnt. Kartoffeln zu Schnaps. Am 4. März hat der„Nachrichtendienst für Ernährungsfragen" zur Frage der Rornlieserungen an die Brennereien Stellung ge- nommen und erklärt, das zugewiesene Getreide werde wohl schon im wesentlichen verbrannt sein. Letzlere Vermutung des„Nachrichten- dienstes" entstand durch irrtümliche Auffassung einer Mit- leilung der Reichsgetreidestelle, daß die Zuteilung der 45066 Tonnen schon vor der Novemberbeslandsaufnabme festgelegt sei. Kurz dar- auf verbreitete die Presse allgemein eine Notiz, der zufolge erst 8666 Tonnen abgeliefert seien. Auch diese Angabe war insofern un- zutreffend, als es sich nach einer neuerlichen Mitteilung des„Nach- richtendienstes" um eine Ablieferung von-12566 Tonnen handelt. Eine Zentralstelle für Kaffee, Tee usw. ist, wie der Kriegs« ausschnß für Koni'umenlenintelesscn berichten kann, im Entstehen be- griffen. Im Interesse mäßiger Preise würde es liegen, wenn das neue Unternebmen unter eine öffentliche Kontrolle gebracht würde, bei der neben den Interessenten auch die Verbraucher mitwirken können. Sicherheitshast. In militärische Sicherheitshaft genommen wurde, wie die »Deutsche Tageszeitung" mitteilt, die Geschäfts führerin des Bundes„Neues Vaterland", Fräulein Jan nasch, aus der Tauentzienstraße 9. Dort wurden die Räume des Verlags des Bundes, der sich jetzt Jannasch-Verlag nennt, nach Schriften durch- sucht. Das Ergebnis war, daß die Polizer Fräulein Jannasch in militärische Sicherheitshast abführte. Die Verhaftete wurde auch bei bern früheren Vorgehen gegen den Bund„Neues Vatertand" schon genannt, ohne daß sie in das eigentliche Strafverfahren ver- wickelt war.(z) Mus öer Partei. Stellungnahme zur FraktionZspaltung. Der erweiterte Vorstand des Zenlratwahlvercuis für Teltow- Beeskow nahm in seiner Sitzung vom 3. April folgende Resolution mit ackt gegen fünf Stimmen an. Die Mitglieder des Zentrolvorstandes und die Rreissunltlonäre von Teltow-Beeskow können sicki mit dem Beschluß des Zentral- Vorstandes von Groß Berlin vom 31. März 1916 nicht ein- verstanden erklären. Sie halten eö für ihre unbedingte Pflicht, ge- rade jetzt für die Einheil und Geichlonenheit der Partei einzutreten, wenn diese nicht zur völligen Eiuflußlosigkeit herabsinken soll. Die der Partei bevorstehenden schweren Kämpfe machen es jedem Genossen zur heiligsten Pflicht, jede Störung der Geschlossen- heit unserer Organisation abwenden zu Helsen. lieber die bestehenden sttittigen Fragen hat für die Gesamt- Partei der nächste Parteitag— für unseren Kreis jedoch die nächste Kreisgenerolversammlung zu enifcheiden, die schleunigst einberufen werden wird, sobald eS die bestehenden Perbältnisse gestalten werden. Das Borgeben der in der„Sozialdemokratischen Arbeits- gemeinschafl" zusammengeschlossenen ReichStagsabgcordnetcn muß unbedingt die Spaltung der Partei nach sich ziehen, und jedes Verdunkeln dieser logischen Folge ist im Interesse der Partei zu belämpfen. * Eine im Herzogtum Gotha tagende Konferenz von Ver- tretern der Partei aus dem ganzen Wahlkreis Gotha nahm Siellung zur Spaltung der sozialdemolratischen ReichStagSfraktwu und der Haltung ihres Vertreters, des Genossen Bock. Die Konserenz gab ihrer Freude über die Haltung der Fraklionsminderhrit einstimmig Ausdruck und versprach. Mann für Manir hinter ihrem Vertreter zu stehen. Sie erklärie. daß ihr die Grundsätze des Spzialis- mus höher stehen, als die äußere Organisaiionsforin. Die Kon- ferenz spricht trotzdem die Hoffnung aus, daß der FraltionS- spaltung keine Parteispaltung folgt, da sie die Erwartung begt, daß die historischen und wirtschaftlichen Jnieressen des klaffen« bewußten Proletariats die Partei zu einer geschlossenen Einheit zu- sammenschweißen. ES wird der Minderheit der Dank dafür aus- gesprochen, daß sie endlich der Stimme deS Sozialismus Gehör ver- schafft hat. Weiter wurde noch folgender Beschluß gefaßt: Die Konferenz protestiert ferner ganz entschieden gegen die ein- fettige Verwendung der Parteigelder im Interesse der Politik des 4. August 1914, welche allen Grundsätzen deS Sozialismus und der ParteitagsbeschlLffe zuwiderläuft. Sie kann uichl billigen, daß die Wittel, welche von der Gesamtpartei autgebracht werden, nur im Juteresse einseitiger Slellunguahme verwendet werden. » Am Sonntag wurde in Dresden eine BczirkSkon- ferenz abgehalten, in der 143 Parteimitglieder— die Vorstände der neun Wahlkreise, der Bezirksvorstand, der Landesvorsland, fünf Reichs lagsabgeordnetc und einige Vertreter der Parteipresic— an- wesend waren. An den Bericht des Genossen Fleißner über die Sitzung des Parteiausschusses knüpfte sich eine lebhafte fünfstündige Debatte. Eine Resolution deS Genossen Fleißner wurde mit 67 gegen S9StimmenabgeIehnt. Dagegen nachstehende Resolution des Genossen Bethke-Freiberg mit 76 gegen 3s Stimmen angenommen: „Die Bezirksversammlung bedauert die Fraktionsspaltung so- wohl im Interesse der Einheit und Geschlossenbeil der Partei als auch der Organisatton. Sic verpflichtet sich, alles daran zu setzen, die Organisation von jeder Spaltung fernzuhalten." Mus Groß-öerlin. Geburten Groß-Gerlins in 1�15. Tie Geburtenzahl des Jahres 1013 wurde für Berlin im„Vorwärts" bereits mitgeteilt. Verhältnismäßig noch stärker als in Berlin ist die Minderung der Geburten in manchen Vororten. Zur Vergleichnng zwischen 1914 und 19)3 können wir einstweilen nur die Ergebnisse einer Zusammen- stellung benutzen, die wir uns für beide Jahre ans den Monats- berichten der Veröffentlichungen des kaiserl. Gesundheitsamtes gemacht haben. Die so errechneten Geburtenzahlen werden nicht ganz vollständig sein, doch ist anzunehmen, daß durch die wenigen nachträglichen Meldungen an dem Gesamtbild nichts Wesentliches geändert wird. In der unten folgenden Betrachtung geben wir auch für Berlin die aus den Veröffentlichungen des Gesundheitsamtes gewonnenen Zahlen, die von denen des Statistischen Amtes der Stadt etivas abweichen. Bon den Vororten wollen wir nur die größeren der uächsten Umgebung berücksichtigen. Gemeldet wurden als Geborene— die Lebend- und die Totgeborenen zusammen— für 1915(beziv. für 1914): in Berlin 31 993(38 735), in Eharlottenburg 4003 (3710), in Wilmersdorf 1243(1035), in Schönebcrg 2050 (2363), in Tempelhof 454(582), in Neukölln 4052(3346), in Treptow 378(528). in Lichtenberg 2308(2957), in Weißensce 775(1026), in Pankoiv 833(1073), in Niederschönhausen 257(324), in Reinickendorf 659(849), in Tegel 297(364), in Berlin samt diesen 12 Vororten zusammen 49 902(61 507). Der Rückgang im Jahre 1915 stellt sich für das ganze Gebiet aus 11605, das sind fast 19 Proz. des Ergebnisses von 1914. Er beträgt für Berlin nur Proz., für Schöneberg sogar nur 13'/« Proz., dagegen z. B. für Charlottenburg 19»/, Proz., für Wilmersdorf 24 Proz., für Neukölln 24»/« Proz., für Lichtenberg 22 Proz., für Weitzen- see 24»/, Proz. usw. Zu dem Rückgang haben die vier Mo- nate Januar bis April nur sehr wenig, die acht Monate Mai bis Dezember weitaus das meiste beigetragen. In dem ganzen Gebiet von Berlin samt 12 Vor- orten stellte sich die Gcburtenminderung für die vier Monate bis April auf nur 1008, aber für die acht Monate von Mai ab auf 10597. Der Ausfall für Berlin allein betrug im ersten Jahresdrittel 452, in dem zweiten und dem dritten dagegen 6310. Fast gar keinen Geburtenrückgang hatten im ersten Drittel z. B. die Orte Charlottenburg, Wilmersdorf, Tempelhof, so daß hier fast der gesamte Verlust auf die beiden anderen Drittel des Jahres entfiel. Schöneberg hatte im ersten Drittel von 1915 gegenüber demselben Zeitraum des vorhergehenden Jahres sogar eine Geburtenzunahme, die dann gegenüber dem mit Mai auch hier einsetzenden Rückgang sich aufrechnete und so den Gesamtverlust milderte. Beschränkt man die Vergleichung zwischen 1914 und 1915 auf die Zeit von Mai bis Dezember, so zeigt sich für sie in den meisten Orten ein noch sehr viel stärkerer Rückgang als bei Zusammen- fassung der ganzen Kalenderjahre. Der Rückgang � stellt sich dann in dem hier berücksichtigten Gebiet von Berlin und zwölf Vororten, für das die Vergleichung der ganzen Kalenderjahre nur 19 Proz. als Rückgang ergab, auf 26'/« Proz. Aehnlich und zum Teil noch bedeutender erhöht sich die Rückgangs- ziffer in den Einzelgemeindcn, zum Beispiel in Berlin von 17»/, Proz. auf 243/« Proz., in Charlottenburg von 19»/, Proz. auf 29»/« Proz., in Schöneberg von 13»/« Proz. auf 25 Proz., in Neukölln von 24»/« Proz. auf 30 Proz., in Lichtenberg von 22 Proz. auf 27 Proz., in Weißensce von 24'/, Proz. auf 31»/, Proz. usw._ An Unterstützungen für KricgcrfamUien sind seitens der Stadt Berlin im März mehr als 10 Millionen Mark aus- gezahlt worden; hiervon an Mietbeihilfen— abgesehen von solchen an Mieter in städtischen Grundstücken— mehr als 1,9 Millionen Mark. Insgesamt sind bisher an Barunterstützungen lediglich an Familien von Kriegsteilnehmern 11 8, S Millionen Mark gewährt worden. Einbruch in eine Bürgerküche. Gestern früh zwischen i und 5 Uhr wurde in der Bürgerküche, Müllerstr. 7a, ein Einbruchsdiebstahl verübt, wobei dem Täter Lebensmittel aller Art in die Hände fielen. Der Einbrecher konnte durch die Aufmerksamkeil des StratzenreinigerS Paul Müller, welcher einen Schutzmann auf den Täler aufmerksam gemacht batle, fest- genommen und nach der Polizeiwache in der Lynarstratze ge- bracht werden. Hier wurden ihm verschiedene Dietriche und anderes Einbrechcrwerkzeug abgenommen. Auch die gestohlenen Sachen wurden dem Besitzer wieder zugestellt. Wieder eine unzuverlässige Händlerin. Auf Grund der Bundesraisverordnung vom 23. September 1O1S hat der Polizeipräsident von Berlin der Frau Martha Knocke geb. Kappler, hier, Turmstr. 63, den Handel mit Nahrungsmitteln wegen Unzuverlässigkeit in bezug auf diesen Handelsbetrieb untersagt. Ein schwerer Diebstahl in des Wortes wahrster B-dcutung ist in dem Hüttenwerk Niederschöneweide verübt worden. Dort wurde eine Kupferplatte im Gewicht von dreieinhalb Zentnem gestohlen. Sol- dalen fanden in der Königsheide in der Nähe der Kriegerbrücke eine große Kupferplatte und nicht weit davon lagerten zwei junge Leute, die einen Handwagen bei sich führten. Die Soldaten schöpften so- fort Verdacht, daß eS sich um einen Diebstahl handelte und stellren die beiden Burschen. Während der eine flüchtete und auch entkam, konnle der andere festgehalten werden. Er wurde als der zwanzig- jährige.Gelegenheitsarbeiter' Martin Pfau aus Berlin festgestelll und dem Amtsgericht Köpenick zugeführt. Die beiden Burschen baltcn die Kupferplatte, die einen bedeutenden Wert hat, au« dem Hüttenwerk Niederschöneweide gestohlen und sie auf einem Wagen fortgeschafft, zu welchem Zwecke sie aus dem das Fabrik- grundstück umgebenden Zaun an der Spreestraße ein Feld heraus- gebrochen hatten. Tic nächsten Bolkskonzerte des Philharmonischen Orchesters finden am Freitags den 11. April 1916, ,n den Germania-Pracht- iälen, Chausseestraße 110. am Sonnabend, den 22. April, im Stadt- Theater in Moabit, Alt-Moabit 17/18, und am Donnerstag, den 27. April, in den Germania-Prachtsälen statt. Beginn der Konzerte 8 Uhr. Der Vorverkauf zu den V o l k S k o n z e r t e n findet statt m der Zentralstelle für VolkSwoblfahrt, AugSburger Straße 6l. in der Berliner Gcwerkschaflskommisfion, Engelufer 15, Zimmer 13, außer Sannabends nachmittags, und in den betreffenden Konzerlsälen. Die im Vorverkauf nicht untergebrachten Karlen werde» abends an der Kaue verlauft. Der Eintrittspreis beträgt 30 Pf., Kasseneröffnung 7 Uhr. In einem Wassergraben rrtruntcn. Ein bedauerlicher Unglücks- fall, bei dem ein Kind den Tod fand und die Mutter in Lebens« gefahr geriet, hat sich gestern in der Laubenkolonie„Scherbelberg' in Köpenick ereignet. Dort besitzt der Arbeiter Konschak, der jetzt im Felde steht, ein Laubengelände. das von der Frau bewirtschaftet wird. Als dort der dreijährige Sohn der Frau K. spielte, wagte sich der Kleine zu dicht an einen zurzeit hoch mit übelriechenden Abwässern angefüllten Graben, den sogenannten Vollkropfgraben, und stürzte, als er sich über das User beugte, kopfüber hinein. Die Mutter, die den Borgang Jjemerkt halte, eilte sofort zur Hilfe und sprang dem Kinde nach. Sie geriet aber selbst in dem hochstehenden Wasser in größte Gefahr unterzugehen und wäre zweifellos er- trunken, wenn nicht in diesem Augenblick zwei Laubenkolonisten binzugekoinmen wären, denen es gelang, die Frau zu retten. Das Kind konnte leider nur noch als Leiche geborgen werden. Ein fetter Diebstahl. Der Fuhrmann Henschke in Hangelsberg hatte einen erheblichen Vorrat an Speck, Wurst und Schinken im Keller, der etwa sechs Zentner ausmachte. Hiervon müssen wohl Einbrecher Kenntnis erhalten haben, denen die.fette' Beule es an- getan hat. Sie erbrachen den Keller und stahlen den gesainten Vor- rat, den sie offenbar auf einem Wagen weggeschafft haben. Bisher konnten die Täter noch nicht ermittelt werden. Im Wintergarten brachte das Aprilprogramm Gilberts soder heißt er jetzt wieder Winlerfeldt?) für Berlin neue Operette .Arizonda'. Sie nennt sich eine Barieto-Operette, unterscheidet sich aber von den üblichen Schinachl-, Tanz- und Ausstattungsoperetten nur durch einen Stich ins Parodistische. Der Texlverfasser Felix Dörmann verulkt nicht übel gewisse Seiten des Thealer- und Vanlsbetriebs. Wie eS auf dem Brettl zugeht, wie der Stern Arizonda init den Bütteln der Reklame.gemacht' wird, ist ganz unterbaltlich und witzig ausgeführt. Aber die Hauptsache sind natürlich wie immer die einschmeichelnden Melodien, ein paar nette Tänze und recht viel junge Mädchen, die in farbigen Gewändern tanzen und singen. Daran fehlt's nicht: der Komponist des.Puppchen' hat sogar ganz gute musikalische Arbeit geliefert. Aber es bleibt eben die Operette, die wir überwinden möchten. Mit ausgelassenem Temperament gab Lotte Werkmeister den Stern; anmutig und musikalisch tadellos fetzte sich Else Berna als Gräsin ein. Als Bretlkönig war Paul Biensfcldt verschrieben, der in der Tat Ergötzlich-Gro�skes beitrug, w Umrahmt wurde die Operette. von den üblichen Varietänummern. Eine Dauerquasselstrippe (M. Kettner) verzapfte jüdischen Berliner Humor, Ernst Perzina sührte seine Papageien als Sprach- und Gesangskünstler vor und die Schwestern Wiesenthal tanzten die lustigste Straußpolka und erblühten wie große weiße exotische Blumen im Walzer. Im Apollo-Thcater feiert jetzt der Münchener Humorist Hans Häuser Triumphe. EgoS' Dackelipiele sind amüsant und unterhaltend. Erstklassige Equilibristen sind Sylvester Kremo und Albert sowie die Nessems. Barnes und King sind Zauberer, die jedem Trick eine humoristische Enthüllung darüber folgen lasten, wie e§ gemacht wird. Das Operettenpferd.Puppchen', das seit einiger Zeit in der Manege des Zirkus Busch vermißt wird, hat sich auf der Bühne des„Apollo' eingefunden. Das„Radrennen' auf den Trainerapparaten dauert noch fort. Irgend einen sportlichen Wert hat dieses Treten auf der Stelle nicht. Ein Wett-Kaffeemahlen wäre ebenso sportlich und weit amüsanter. Die Direktion des Bernhard Rose-ThcaterS wartete ihrem Pu- blikum am Sonnabend mit dem Lustspiel„Die goldne Eva' von Franz b. Schönthan und Franz Koppel-Ellfeld auf. Das im 16. Jahrhundert spielende, zwar harmlose, aber doch recht witzige VerSipiel des DicklerpaareS hatte auch bei der Neueinstudierung einen recht lebhaften Erfolg. Ganz vorzüglich unterstützt wurden die Per- fasser durch das prächtige Spiel Margarete Meyers in der Titelrolle. Weniger erbaut waren wir von ihrem Pariner, dem als Gast auftretenden Alwin N e u ß. Abgesehen von einer starken Heiserkeit, die störend wirkte, hat er sich auch als erfolgreicher Kino- ichauspieler allerlei mimische Uebertreibungen angewöhnt.„Seine Oogen rollten wie een Rollwagen', würde der Berliner sagen. Lobende Erwähnung verdienen noch Rosa S ch ä f f e l als Wirt- schafterin Barbara, der drollige Lehrjunge der Emmi Dittmar und August Wenzel als ewig durstiger Ritter Schwetzingen. Die Inszenierung ließ nichts zu wünschen übrig, nur wäre es an- gebracht, die überflüssig langen Zwischenpausen zu kürzen. I» der Badewanne vergiftet bat sich der 15 Jahre alte Former Hermann Kroh aus der Genter Str. 81. Der Mann stand in der Nacht zum Dienstag heimlich auf und begab sich, ohne daß seine Angehörigen etwas merkten, in die Badestube. Nachdem er dann den Verschluß der Gasleitung abgeschraubt hatte, machte er sich in der Badewanne ein Lager zurecht und legte sich hin, um den Tod zu erwarten. Als die Angehörigen, die ihn frühmorgens vermißten, ihn auffanden, war er schon tot. Aus der Spee gelandet wurde gestern vormittag bor dem Hause Friedrich-Karl-Ufsr 5 die Leiche eines 30—10 Jahre alten Mannes. Der Tote ist 1,70—1,75 Meter groß und etwas korpulent, hat dunkles Haar und Schnurrbart und trug einen blauen Jackellanzug, einen Ulster gleicher Farbe und schwarze Zugstiefel. Bei ihm fand man ein Sparkassenbuch auf den Namen eines Bäckers Valentin I tz i k o w s k i und einen Reparaturzettel eines Spandauer Juweliers. Kleine Nachrichten. Mit den Mieten verschwunden ist der 60 Jahre alte Pförtner Otto Meyer aus der Courbierestr. 11. Meyer zog in den letzten Tagen von den Mietern des Hauses ungefähr 1300 M. ein, lieferte das Geld aber nicht ab.— Aus dem Teltowkanal ge- landet wurde die Leiche einer etwa 30 Jahre alten Frau, die Wohl schon sechs Wochen im Wasser gelegen hat. Die Tote ist mittelgroß und trug einen langen braunen Ulster, einen dunklen Rock, schwarze Halbschuhe und Strümpfe, eine Schnur mit Glasperlen und zwei Ringe, einen ohne Stein, am kleinen Finger, auS dem ein Stein augenscheinlich herausgefallen ist.— Andauernde Krankheit hat den 66 Jahre alten Arbeiter Gustav Ribbe aus der Putbuser Str. 33 zum Selbstmord veranlaßt. Er erhängte sich auf dem Hausboden und hinterließ einen Zettel, auf dem er seiner Frau die Veranlassung zu seinem Schritte milteilie. /»US öen Gemeinöen. Erhöhung der Teuerungszulagen in Schöneberg. Der von der so z i a l d e m o kr a t i sch en Fraktion eingebrachie Antrag auf Erhöbung der Teuerungszulagen wurde in der Sitzung am Montag vom Genossen Küter dahin begründet, daß seit Kriegs- beginn, von Woche zu Woche die Preise der Lebensmittel eine fort- währende Steigerung erfahren hätten. Vorläufig sei auch an ein Nachlassen derselben noch nicht zu denken. Die Teuerung sei Normal- zustand geworden, unter dem die Arbeiter, besonders die niedrig bezahlten am schwersten zu leiden hätten. Seit Januar dieses Jahres seien Fleisch. Fett, Kartoffeln wiederum enorni im Preise gestiegen. Außerdem müßten für Schuhwerk. Kleidung. Wäsche. Seife ebenfalls sehr hohe Aufwendungen gemacht werden, so daß die bereits zwei- mal bewilligten Teuerungszulagen bei weitem nicht mehr ausreichen. Da die Anfangslöhne der Arbeiter und Handwerker 25—30 M. pro Woche betragen, so sind diese Arbeiter nicht mehr in der Lage, den Lebensunterhalt für ihre Familien zu verdienen. Ein derartiger Uebelstand müsse so schnell als möglich beseitigt werden. Die sozial« demokransche Fraktion empfehle daher die bereits gewährten Teuerungszulagen in der Weise zu erhöhen, daß bis einem Wochen- lohn von 30 M. 1 M. Zulage, bei einem Monatsgehair bis 120 M. monarlich 16 M.; bei einem Wochenlohn von über 30 M. 8 M. und bei einem Monatslohn über 120 M. 12 M. monatlich gewährt werden. Die Berechnung hat für 6 Arbeitstage zu erfolgen, ohne die bis jetzt gewährten Teuerungszulagen und etwaige Ueberstunden in Anrechnung zu bringen. Die Reinigungsfrauen in den Schulen und im Rathaus er- halten zu ihrer bisherigen Lohnerhöhung 5 Pfennig Zuschlag pro Stunde. Den in Naturalverpflegung des Auguste-Biktoria-Krankenhauses stehenden Personen wird gleichfalls die Teuerungszulage gewährt. Sie erhalten die Sätze wie sie der Magistrat für Ledige und Ver- witwete ohne eigenen Hausstand vorsteht. Genosse Küter ersuchte, die Aniräge einstimmig anzunehmen. Der Liberalen Frakrion schien dieser Antrag unangenehm, denn ihr Redner Bester erklärte, seine Fraktion wäre im Prinzip dafür, müsse aber den Antrag ablehnen, da der finanzielle Effekt sich noch nicht übersehen lasse.— Bürgermeister Blankenstein meint, der Aulrag käme etwas zu spät, denn die M a g i str a t s v e r t r e t e r Groß-Berlins hätten bereits gemeinsam zu der Sache Stellung genommen. In nächster Zeit dürfte eine derartige Vorlage unter- breitet werden. Der Antrag sei daher gegenstandslos geworden. Genosse Küter erklärte sich darauf damit einverstanden, die Anträge dem Magistrat als Material bezw. zur Berücksichtigung zu über- weisen.— Die Genossen Bernstein und Bäumler ersuchten, für die Anträge zu stimmen, die nach der Erklärung des Bürger- meisters als Material wohl entgegengenommen werden könnten. Bei der Abstimmung stimmren für den Antrag die sozialdemo- kratische, die Freie Fraktion und nur ein Teil der Liberalen Fraktion, die Anträge waren somit angenommen. Bei der Wahl eines Stadtsyndikus wurde Assessor Rechtsanwalt Dr. Loh meyer mit großer Majorität gewählt. Bekanntgegeben wurde, daß die neue Gewerbesteuer für die Großbetriebe, der Hochbahn, der Straßenbahn, dem Elektrizitäts- werk, der Gasanstalt und dem Wasserwerk, von den oberen Instanzen genehmigt worden sei. Der Ertrag dieser Steuer wird auf 1 200 000 M. geschätzt. In der anschließenden geheimen Sitzung wurde beschlossen, eine Beralungs- und Fürsorgestelle für Geschlechtskranke einzurichten. Neuköllner Aufwendungen für Rriegsfürfnrge. Für die durch den Krieg dedingten Aufwendungen einschließlich Kosten der Wohlfahrtspflege hat die Stadt Neukölln bisher insgesamt 23 Millionen Mark verausgabt. Nicht inbegriffen find hierbei die Ausgaben für das infolge der Einziehungen notwendig gewordene Hilfspersonal, das für die einberufenen Beamten, denen gleichwohl das GchaU weiter gezahlt werde» mußte, angenommen ist. Verkauf von Erbsen und kondensierter Milch in Pankow. Die Lebensmittelabteilung der Gemeinde gibt bekannt, daß in der Zeit vom 1. bis 15. April Erbsen zum Verkauf gelangen. Auf jede Lebensmittelkarte wird ein balbes Pfund in den durch Anschläge kemttlich gemachten Geschäften verabfolgt. Der Preis ist für Minderbemittelte auf 10 Pf., für die übrige Bevölkerung auf 60 Pf. für das Pfund festgesetzt. Als minderbemittelt gelten die- jenigen, die mit einem Einkommen von nicht mehr als 3000 M. ver- anlagt sind. Soweit die Käufer nicht ohne weiteres als minder- bemittelt erkennbar sind, gelten als Ausweise die Zusatzbrotkarte, für Angehörige von Kriegsteilnehmern der Kriegsausweis und ähnliche amtliche Bescheinigungen fz. V. Steuerzettcl).— Ferner kann vom 3. bis 16. April auf den Abschnitt 6 der Berechtigungskarte eine Büchse k o n d e n s i e r t e M i I ch in den kenntlich gemachten Ge- schästen entnommen werden. Soziales. Lehrling oder Arbeitsburschc? Ein junger Mann war als B�erkzeugmacherlehrling in einer Fabrik angenommen. Aus Nachlässigkeit war der Abschluß eines schriftlichen Lchrvertrages unterblieben. Nach eineinhalbjähriger Dauer des Verhältnisses ging der Lehrling ab. Weil kein schrift- licher Vertrag vorlag, konnte ihm das nicht verwehrt werden. Der Arbeitgeber trug in das Arbeitsbuch des Lehrlings den Vermerk ein, daß derselbe als Arb e i t s b u r s ch e beschäftigt war. Durch Klage bei der Kammer 5 des Gewerbegerichts verlangte der Lehr- ling, daß ihm bescheinigt werde, er sei beim Beklagten Werk- zcugmacherlehrling gewesen. Der Beklagte meinte, das könne er nicht bescheinigen, denn weil kein schriftlicher Vertrag ab- geschlossen war, habe ja kein gültiges Lehrverhältms bestanden.— Das Gericht gab dem Antrage des Klägers statt mit der Begrün- dung: Allerdings lag, weil es an einem schriftlichen Vertrage fehlte, ein ungültiges Lehrverhältnis vor, und der LÄhrherr hat sich da- durch sogar strafbar gemacht. Aber das Verhältnis war doch ein Lehrvcrhältnis und der Kläger war nicht Arbeitsbursche. Er hat ja auch nur das für Lehrlinge übliche Kostgeld von 1 M. wöchent- lich bekommen. Wäre die Ansicht des Beklagten zutreffend, dann würde der Kläger auf Zahlung des wesentlich höheren Lohnes für Arbeitsburschen klagen können. Aus diesen Gründen ist dem Kläger zu bescheinigen, daß er als Werkzeugmacherlehrling be- schäftigt war._ Gerichtszeitung. Untreue. Seine Stellung beim Magistrat von Schöneberg, die er im August v. I. erhielt, hat der Bureauhilfsarbeiter Erich S t r y j e w ski in arger Weise mißbraucht. Er wurde als Gerichtsschreiber beim Kaufmanns- und Gc- werbcgericht beschäftigt. In dieser amtlichen Eigenschaft bestellte er fortgesetzt angeblich im Auftrage des Magistrats bei Buchhand- lungen wertvolle juristische Werke, die er nach Empfang teils für sich behielt, teils verkaufte oder versetzte. Das ist in eflva acht Fällen geschehen und sind die Buchhandlungen dadurch um gegen 800 M. geschädigt worden. Als er einmal ein solches Werk versetzte, gelangte er mit dem Pfandschein in den Besitz eines Blanko- formulars. Dies füllte er derart aus, daß darauf eine Schreib- Maschine versetzt erschien. Diesen„Pfandschein" verkaufte er dann für 25 M. Auch aus der Magistratsbibliothek entnahm er Bücher und versetzte sie kurzerhand. Auch Abonnementsgetder für Zeit- schriften, die andere Beamte bestellt hatten, zog er von diesen aus Gefälligkeit ein,, führte die erhaltenen Gelder jedoch nickt ab, son- dem behielt und verwendete sie für sich. Wegen fortgesetzten Be- trugcs, Itzrkundenfälsckung und Unterschlagung war Stryiewski, der wegen Betruges bereits mehrfach vorbestraft ist, nunmehr vor der 3. Strafkammer des Landgerichts II angeklagt. Hier war er in vollem Maße geständig. Das Gericht erachtete diesmal eine strengere Bestrafung für geboten und erkannte gegen den Auge- klagten, dem Antrage des Staatsanwalts entsprechend, auf ein Jahr und drei Monate Gefängnis. 5llndcrmißha»d!ung. Die Leiden eines unehelichen Kindes, wie sie so häufig die Gerichte beschäftigt haben, kamen in einer Verhandlung vor dem Schöffengericht Berlin-Tem pclhof zur Erörterung, vor dem die Frau Klcment aus Tempelhof angeklagt war. Die Angeklagte, die sich im vergangenen Jahre verheiratet hat, ist Mutcr eines jetzt acht Jahre alten vorehelichen Knaben. Dieses Kind, das sich solange in Pflege befand, nahm sie im Herbst v. I. zu sick, sorgte aber in keineswegs mütterlicher Weise für den Jungen. Während sie tags über gleich ihrem Manne auf Arbeit ging, band sie ihn in der Küche an die Wasserleitung fest, ihn seinem Schicksale überlassend. Als im Februar d. I. die Wasserleitung repariert werden mußte, nahm sie ihn in die Stube, band ihn an das Sofa fest, ließ ihm drei trockene Brotschnitte als Nahrung zurück, verschloß die Stubentür und entfernte sich dann. Ter Klompnermeistcr. der die Wasserleitung herrichtete, hörte das Wimmern des Knaben. Da er die Stüde verschlossen fand, holte er einen Polizeibeamten herbei. Doch auch dieser vernwchte die verschlossene Tür nicht zu öffnen und mußte die Nachbausekmnt der Angeklagten abwarten. Dann fand er den Jungen in der voll- ständig kalten Stube in der gedachten Lage, die Ftiße mit Eiter- beulen bedeckt. Auch sonst soll die unnatürliche Mutter den Hungen recht lieblos behandelt und ihn oft mit Werkzeugen aller Art inift- handelt haben. Ihre Behauptung, daß der Junge sehr ungezogen sei und sie deshalb zu der ihr zur Last gelegten Behandlung ge- nötigt gewesen sei, vermochte in der Verhandlung nicht widerlegt zu werden. Nach ärztlichem Gutachten sollen die Eiterbeulen qn den Füßen des Knaben von Frostbeulen herstammen, die allerdings vernachlässigt worden sind. Das G e r i ch t gelangte zur lieber- zeuguug, daß die Angeklagte sich der Körperverletzung schuldig gc- macht habe und verurteilte sie zu 2 Monaten Gefängnis. Mus aller Welt. Ter bcstohlene Hamster. Aus dem Harz wird der„Kieler Zeitung" berichtet: Es ist immer die alte Geschichte: Die Theorie ist meist grau und die Praxis wird dann... schamrot I War da in einem unserer Harzstädtchen ein Mann, der bei Tag und Nacht wider die„Harn- stcr" zu Felde zog, die in Einfalt und Verblendung jene Schätze sammeln, die zwar nicht Wetter und Rost fressen, die aber dessen ungeachtet, in dieser Zeit der Lebensgenußverkartung ein Uebel und ein Frevel sind. Wo dem Publikum Mäßigung in Dauerwurst-, Hülsenfrucht- und Schmalzproblemen gepredigt ward, stand Herr X. sicherlich als erster und letzter am Rednerpult, und wenn in den Zeitungen wieder, einmal ein„Eingesandt" erschien, war Zweifel- los Herr X. der Urheber. lind er war stolz darauf und freute sich der prangenden Saat, die er im Schweiße des Angesichts gestreut. Aber es taim der Beste nicht in Friede» leben...: Es begab sich, daß in einer dunklen Nacht Diebe dem Heim des im Feldzuge wider die„Hamster" mit Lorbeer umkränzten Herrn einen �Besuch ab- statteten und auf diesem Streifzuge durch Raucher-, Speise- und Vorratskammern mancherlei Beute machten. Ein paar Tage darauf las man nämlich im Polizeibericht, daß„bei einem Einbruch in die Wohnung des Herrn X. den Dieben ein halbes Dutzend Schinken, stattliche Mengen von Fleischdauerwaren und andere, jedem Sterb- liehen jetzt dopeplt köstlich dünkende Dinge in ckie Hände gefallen seien, während die Unmenschen den Rest des Dutzends Schrnlen, zu dessen Transpoxt offenbar die Kräfte Nicht, ausgereicht, mit Petroleum übergossett und auf diese Weise ungenießbar gemacht hätten. * Gegen das„Elnhamstern". Mit Rücksicht darauf, daß in den letzten Tagen von Begütert:n vor der zu erwartenden Einführung der FIcischkartc große Mengen an Dauerfleisch und Dauerwurst- ivare aufgekauft wurden und die minderbemittelten Kreise das Nachsehen haben, ist jetzt von den bayerischen Generalkommandos angeordnet worden, daß bis auf weiteres die Abgabe von Dauer- fleischwaren und Dauerwürsten an Verbraucher nur noch im Auf- schnitt gestattet ist. Dadurch wird allerdings auch die Versendung derartiger Waren an Angehörige im Feld unmöglich gemacht. Die Abgabe von Dosenfleischkonscrvcn an Verbraucher ist bis auf weiteres überhaupt verboten. Eine vielsagende Warnung erläßt der Bürgermeister von Welse- ling b e i Bonn: Da man an zuständiger Stelle befürchtet, daß Svinat umgepflügt wird, mache ich darauf anfmerktam, daß eine solche Vernichtung von Lebensmitteln mit ollem Nachdruck ver- hindert wird. Die Polizeibeamten sind angewiesen, gegebenenfalls Anzeige zu erstatten.— Bekanntlich ist es vorgekommen, daß Ge- müsebauern in manchen Gegenden große Flächen mit noch nicht ab- geerntetem Gemüse einfach niedcrpflügten, weil ihnen die auf dem Markte erzielten Preise nicht genügten. Gine Kaserne in Petersburg niedergebrannt. Dem„Berliner Tageblatt" wird aus Stockholm telegraphiert: Tie Nikolaiewer Kaserne in Petersburg ist abgebrannt. Einige Soldaten sind verbrannt, viele erlitten schwere Brandwunden. parteiveranftaltungen. Karlöhorst. Der gemeinjame Zahlabend findet nicht heute, sondern Mittwoch, den 1S.< statt._ Briefkasten üer Redaktion. 91. 31. Mit dem Zahnersatz wird sich der Betreffende bis zur angegebenen Zeit gedulden müssen: er könnte beim Arzt nachsuchen, bis da- hin vom Dienst besreit zu werden. N. H. 24. 1. Wenn Ihnen die Rente zu niedrig bemessen erscheint: müssen Sie fristgerecht Swspruch da- gegen erheben. 2. und 3. Nein. 4. Landslurmpflichtig; herzleidend.— — H. K. 100. 1. Ja. 2. Eine bestimmte Zeit ist dafür nicht angegeben, es muß die tatsächlich versäumte Zeit bezahlt werden. 3. Ja. 4. Rein, Sie müßten gegen die Frau Anzeige bei der Polizei erstatten, ö. Die An- ttaze erhebt die Staaisanwaltschast. 6. Nein, die Karloffelkarte ist nicht übertragbar.— R. R. 100. Wenn Sie sich nach dem Inkrafttreten des Acsetzcs vom 4. September lSlb bei der Polizeibehörde nicht gemeldet haben, müssen sie das jetzt tun.— Moabit W. 10. 1. Ja. 2, Nein, Sie werden aber dann jedenfalls zu Jbrem Nachteil zur Steuer ver- anlagt werden.— K. L. 13. t. Ja, sie können die niedrigste Klasse lieben. 2. Ja, Sie brauchen innerhalb zwei Jahren nur 20 Wochen- beitrage zu lieben. 3. Sie ballen dadurch Ihre Anwartschast aus Jnoaliden- reute ausrecht.— K. I. 80. Ja.— B. W. 30. Ohne weiteres können Sie den Lehrvcrtrag nickt lösen, Sie müßlen beim Jnnungs- oder Ge- werbe gcrichl Klage aus Lösung des Vertrages erheben.— G. K. 55. Das wissen wir nickt, erkundigen Sie sich bei der Reichsbank.— B. A. 100. Fragen Sie beim Bezirkskommando nach.— Wetteraussichten für das»iittlere Norddeutschiaud dt» Donnerstag mittag. Zunächst vielfach wolkig, geringe Abkühlung und, besonders im östlichen Küslenarbietc, bercmzelte Gewitter. Später wieder Ausheitcrung und neue Erwärmung. SozialilemoltratlsEherWalilTerein 1.1 4. Berliner Relclistagswalilkr. Stralauer Viertel. Bez. 319 I. Den Mitgliedern zur Nach- Acht, daß unser Genosse, der Kutscher Paul Thiele Memeler Str. 57 gestorben ist. Ehre seinem Andenken t Die Beerdigung findet beute Mittwoch, nachmittags 31/, Uhr, von der Halle des Markus-Kirch- hoses in Wilhelmsbcrg aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Her Vorstand. Allgemeine Ortskrankenkasse für BeFliii-WilnieFSdori. Aus Antrag an das Versichcrungs- amt Berlin- Wilmersdorf ist von diesem genehmigt worden, daß die satzungsgcmäßen Mehrleistungen mit Ausnahme des§ 20 Absatz 3(Ausdehnung der Unterstützung bis zur 33. Woche) und§ 25 Absatz I(Ge- nesungsheimSsürsorge) mit Wirkung vom 1. April ISIii wieder in Kraft treten. 267/11 Der Vorstand. Krause, Vkieser, 1. Vorsitzender. 1. Schriftführer. Donnerstag, den 6. April, abends 8% Dhr, im Gewerkschaftshause, Engelufcr 14/15: Vertrauensmänner-Versammlung. sw Vertrauensleute und Druckereikassierer find zu dieser Versammlung besonders eingeladen. 27/6 Um vollzähliges und pünktliches Erscheinen ersucht Her Gaavorstand. Wichtig für Herren! Während des Krieges gibt Erste Herrenkleiderfabrik Anzüge, Paletots, OlsteF feHig Maß WM' i™ Einzelverkauf"MW vom grossen Fabriklager ab. Verkaufszelt 10—0. Sonnabends 10— 8. Sonntags 1Ä— 18. _ Jlolkcnjgiarkt 7/8 IV. Fahrstuhl.__ Verwaltnne Berlin. Tel-Amt Moritzplatz 10623, 3578. Bureau: Rungestraße 30. General- Ver Sammlung SW Freitag, den 7. April,"MS abends 8 Nhr, im Gewerkschaftshause, Engelnfer 15. Tagesordnung: Fortsetzung der Tagesordnung der Generalversammlung vom 24. März. OertraucDsmänner'OerramroluDg Bautischler aller Bezirke I., It., III.. IV.. Neukölln, Charlottenburg. Mittwoch, den 5. April, abends 8 Uhr, bei Boeker, Weberstr. 17. Tagesordnung: 1. Bericht der Obleute. angelegenheiten._ 2. Branchen- Cinldzer-- BezirRsfitzungcn Sonntag, den 9. April» vormittags 10 Uhr, in folgenden Lokalen: Bezirk 1: Kleine AndreaSstr. 10 bei lirnxniaan. » 2 s Kopenhagener Str. 71 bei«ieseiie. v 4: Neukölln. Noscustr. 34 bei 8chenk. * 5: Bülowstr. 58 bei WJemers. » 0: Skaliher Str. 59 bei Rllx . 7: Charlottenburg, Wielandstr. 4 bei Xhunack. „ 8: Malplaquetstr. 33 bei Ulrich. Die Vertrauensmänner der einzelnen Werkstätten werden ersucht, für ihre Betriebe die Jahresberichte vom Bureau, Rungestr. 30, abzuholen. 34/2 Die Ortsvcrwaltuug. ReuiersWerke . i Dän&t 4 Mark> Buchhandlung vorwärts Atetaiidetten Holzrahmcnmatratzen, Kinderbetten, billigst an Private. Katalog ftei. Eiscnmöbelfabrik Suhl i. Dhür. 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Südosten: Paul Böhm, liausitzerplatz 14/15. Geöffnet von 11- Ist, und von 4st,— 7 Uhr. 5. Wahllrreie: Leo Zucht, Jmmanuellirchstr. 12(Hof). Deöffnei von 11— Ist, und von 4sta— 7 Uhr. 6. Wahlkrel« Jtlliaiabit): Salomen Joseph, Wilhelmshavener Straße 48. Geöffnet von 11— Ist. und von 4st,— 7 Uhr. W edding: I. Hönisch, Müllerstr. 34a Ecke Utrechter Sir., Laden Geöffnet von 11— Ist, und von 4st,— 7 Uhr. IlooeiUhaler imd Oranienburger Vorstadt; A. Wolgast Matistrcße 3. Geöffnet von 11— Ist, und von 4st,— 7 Uhr. Gesundbrunnen: Ajich er, Baflianstr. 6, 2aden. Geöffnet von 11— Ist, und von 4-/,— 7 Uhr. hebOniianeer Vorstadt: Karl M a r S, Greisenhagener Str. 22. Geöffnet von 11— Ist, und von 4'/,— 7 Uhr. Adici-Mhot: Karl schwarzloje, Bismarckftr. 28. Geöffnet von 7 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. Alt-G14enjeke. Valkeabers: Wilbelm Dürre, Köpenicker Str. 6. Uanniecbuleimegi? H. Hornig, Marienthaler Str. 13, 1. Ucrnnu, Itiinlgentäl, IKepernlck, SchOnotv, 8ctaOn brück und Buch: Heinrich Brüse, Wühlenstr. 5. Laden. Bobnhdort: Paul©en|ch, Bohnsdorf, GenoffenschastshauS- .Paradies'. Oharlottcnburs: Gustav Scharnderg, Sesenheimer Str. I. Ge- öfinel von 11— Ist', und von 4st,— 7 Uhr. Ober-Schönewelde: Zllsred Bader, Wilhelminenhofstr. 17, Laden Geöffnet von 7 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. Bankow, Xloderschünhaneten, BTordend, Fra.-Bnch- holz, Blankenburg: R i ß m a n n, Mühlenstr. 36. Geöffnet von 11— Ist, und von 4st,— 7 Uhr. Ueinlekendorf- Ost, WUhelinsrnh und Schttnholx: P. G u r i ch, Provinzstr. 56, Laden, Geöffnet v. 11— Ist, u, 4st,— 7 Uhr. __________________________________ Sc,henkendort b. Königs-Wuslerhaulsu: Ehr. tz a n t f ch[ e, Dorfstr, 10. Ernst W ertmaun, Friedrichshagen, Köpe' hcIiGneberg: Wilhelm öäumier, Meiainge: Straße 9, im Laden. Geöffnet von 11— Ist, und von 4st,— 7 Uhr. hpamluu, Koimendamm. Staaken, Seegefeld und Fulkenhagcn: Schumacher, Brettestr. 64. Geöffnet von 3 Uhr morgens bis v Uhr abends. Tegel, Borsigwalde, Wittenau, Watdmannelnet, Bcriiiedorf. Hoben• Venendorf, Birkenwerder, Freie 8cbolle u. HeintcUendorf- Wcet: Paul K i«n ast, Borsigwalde, Rausch siraße 10. Geöffnet von 11— Ist, u. von 4st,— 7 Uhr Teltow: Lens ch n er, Havelstr. 2. Tcinpelbof: Joh. K r o h n, Borussiastr. 62. Treptow: Nvb. Gramenz, Kiesholzstraße 412, Laden. Geöffnet von 7 Uhr morgens bis 8 Uhr abenps. Weißeneee, Ueinersdorf: Gust. R o ß k o p s, Berlin« Allee 11. Wilntersdorf, Ualeneec, 8ebuaargendorf: Paul Schubert, Wilhelmsaue 27. Zeuthen, Mieradorf: Wilh. Schulz, Zeuthen, Ziethenftr. W. Zossen: Rönnebeck, Stubenrauchftr. 27. F.lohwalde, Schmöckwitz; OSkar M a b l e, BiSmarckstr. 4. Erkner, Ven-Zlttan: Gub ela> Waldstr. 11. Fredersdorf-JPetershagen, Eggersdorf: Ufsenwasser, PelerShagen. Friedenau. Stjegllts, Siidende, GrtiB- Elchterfelde, Eankwltx: H. B e r n l e e, Lllsenstr. 5 in Steglitz. Geöffnet von 11— Ist, und von ist,—7 Uhr. Friedrichshagen, Fichtenau, Bahnsdorf, 8ch0neiche Kl.-Schönebeck- nicket Straße 18. Grünau: Franz Klein, Friedrichstr. 10. Johannisthal, Rudow: Mar K o n l ch U r, Parkstr. 28 Karisborst: Hermann Billina, Dönhoffsir. 28. Königs-Wnsterbansen, Wildau, Xicderlehme: Friedrich L a u m a n n. Luckenwalder Sttaße 5. Küpenick: Emil Wißt er. Kietzerstr. 6, Laden. Geöffnet von morgens 7 Uhr bis abends 8 Uhr, Liiebtenberg 1, Frlcdrlchsfelde. Hohenschttiihausun: Otto Settel, Warienbergstraße 1(Laden). Geöffnet von 11— Ist, und von 4'/,— 7 Uhr. Lichtenberg II, Knmmelsbnrg, Stralau: 21. Rosen- i r a n z, Slii-Boxhagen 56. Geöffnet von 11— Ist, und von ist,— 7 Uhr. Hahlsdorf, Kanlsdorf, Blesdorl: P. Hepberg, Kauis- dors, Ferdinandstraße 17. Zlaricndorf, Aarienfelde: August Leip, Ehausseestr. 29. »eneubagen, Uoppegarten: Woiszckowski, Dottt- straße 14. Keuküiia: M. Heinrich, Neckarstr. 2, im Laden. Geöffnet von 9— 2 und von 4—7 Uhr: Neukölln. Britz: Rohr, Siegsriedslraße 23/29. Geöffnet von 11— Ist, und von ist,— 7 Uhr. Xicder-Sctaünewelde: Wilhelm Unruh, Brückenstr. 10, IL X owbwcs; Karl Krähnberg, Eisenbahnslr. 10. »ämtliche Partelliteratur sowie alle wiffenschastlichen Werke werden geliefer: Sonntags sind die Ausgabestellen gefchlofft». "tzheramNitlichsr NiÄMrt Alsrep Wretepp, Neulolln. Für den LsifMllMkllll öefWWii TH.