Nr. 91. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10- Mt., wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mit tluftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 8,30mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post Zeitungs- Preisliste für 1894 unter Nr. 6919 Vorwärts 11. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Betttzetle oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Feittagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprter: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Freitag, den 20. April 1894. Der Schluß der Selfion. stoßender und harmloserer Form wiederkehren Früher, als es beim Zusammentreten des Reichstags im vorigen November erwartet wurde, ist die Session geschlossen worden. " " Das reichhaltige Steuerbouquet" des Herrn Miquel und sein kunstreicher Automat" schienen Grund zu end losen Debatten zu bieten; und man war darauf gefaßt, daß die Session nicht einmal vor Pfingsten zu beendigen sei, und daß vermutlich sogar eine Vertagung bis zum Herbst werde eintreten müssen. werden, auch in der nächsten Session kräftig zu Leib gehen und ihnen das Lebenslicht ausblasen. Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3. Politische Leberlicht. Berlin, den 19. April. Herr Miquel ist unzweifelhaft ein geschlagener Mann- Aus dem Reichstag. Man soll doch nie phrophezeien! allein geschlagen ist er noch lange nicht. Er ist einer jener Wir hatten gestern die Unvorsichtigkeit begangen, der heutigen, politischen Schlangenmenschen, die keine Knochen haben und letzten Sigung des Reichstags eine kurze Dauer anzukündigen. sich in die unglaublichsten Stellungen hineinwinden und Wir hatten nicht mit Herrn Gamp und anderen unbarmzwängen, und aalglatt auch wieder herausschlüpfen können. herzigen Redewüthrigen gerechnet. Und so ist denn, ohne In dieser Session hat er freilich nicht geschickt operirt. daß darum mehr gesagt worden wäre, als wir vermuthet, Er war zu pfiffig, was stets ins Gegentheil umschlägt. heute richtig fast 5 Stunden lang von 11 bis 4 Uhr Besseren Grund, mit der verflossenen Session zufrieden geredet worden. Und zwar wurden diese Reden fast ausEs ist anders gekommen. Das Steuerbouquet" des zu sein, hat Herrn Miquel's Chef und- Nebenbuhler, schließlich nur zur Börsensteuer deren Annahme von Herrn Miquel liegt zerpflückt auf dem Müllhanfen, der der Reichskanzler, Herr v. Caprivi. Herr v. Caprivi ist vornherein feststand gehalten. Automat" liegt zerbrochen daneben, und es fehlt nicht an über kein ausgestrecktes Bein gestolpert; er hat seinen Bei der Abstimmung blieb nur die Linke, Freifinn und Leuten, die da glauben, daß der vielgewandte Finanz- russischen Handelsvertrag nebst verschiedenen Sozialdemokratie, fizen. virtuos und Steuerfinder diesmal nicht mehr auf die kleineren Handelsverträgen glücklich in den Hafen gebracht; Die hierauf folgenden Petitionsberichte wurden, wie Beine komme, sondern demnächst seinen zwei Lieblings- und er hat es erlebt, daß die staatserhaltenden Herren das im Reichstage von jeher üblich, fast ohne Debatte er schöpfungen" Gesellschaft leisten werde. Junker, die ihn um jeden Preis stürzen wollten, eine Reihe ledigt. Nur bei dem Bericht der Kommission zu den schwerster und blamabelster Niederlagen erlitten. Petitionen über die Zulassung der Frauen zum ärztlichen Ja, sie wollten ihn um jeden Preis stürzen, die Nimmer- Studium nahm Bebel das Wort, um den Standpunkt unserer satten, weil er ihrem Appetit einige Schranken auferlegen, Partei zu dieser Frage kurz darzulegen. ihnen, den Edelsten der Nation" nicht das ganze Mark der Nation als Futter hinwerfen wollte. -; " Die Seffion begann unter eigenthümlichen Umständen. In der kurzen Session, zu welcher der Reichstag nach den Wahlen des 15. Juni zusammengekommen war, hatte die Regierung mit Ach und Krach eine kleine Majorität für die damals noch-neue Militärvorlage erlangt; eine Majorität für die nothwendige Deckung" war jedoch nicht zu erlangen, und so kam die Regierung in die selt: same Lage, daß sie zwar eine Vollmacht zur Bergrößerung der Armee hatte, aber nicht die Mittel zur Durchführung getheilt haben. Die Interpellation selbst' frägt an, wie gedenten die des Beschlusses. Sie war ins Wasser gesprungen und der In ihrer demagogischen Wuth proklamirten die Junker verbündeten Regierungen die durch die Zollgesetzgebung Reichstag war nicht nachgesprungen, um sie mit ihrer der nacktesten Junkersozialismus, verlangten entstandenen Schädigungen der Finanzen des Reichs in einer Militärvorlage herauszuholen. Staatsunterstützung in Scheffeln, Getreide- Monopolpreise, die Landwirthschaft nicht beeinträchtigenden Weise auszuund Wiedereinführung der Leibeigenschaft- denn auf gleichen?" Der letzte Punkt der Tagesordnung, Interpellation der Abgeordneten Förster und Genossen brachte noch eine sehr Er hat die Angriffe abgewehrt, und seine Position be- gereizte Auseinandersetzung zwischen dem Führer der Kon hauptet und befestigt, während die Junker die Niederlage fervativen, Freiherrn von Manteuffel, und dem Reichs. ihres Gönners und geheimen Bundesgenossen und Protektors tanzler. Kommt Zeit, kommt Rath! dachte die Regierung der einzige Gedanke, der in solchen verzwickten Situationen möglich und natürlich ist. Herr Miquel, der vielgewandte, versprach Rath zu schaffen. Der Reichstag hatte, ehe er nach Annahme der Militärvorlage sich trennte, den Wunsch ausgedrückt, daß die nothwendig werdenden Steuern auf die trag fähigen Schultern gelegt werden. etwas anderes läuft der Kanizsche Antrag nicht hinaus-; In der Begründung sprach Graf zu Innhausen und der Reichstag hat sie mit erdrückender Majorität ver- Knyphausen über alles mögliche und noch einiges, nur nichts urtheilt, gebrandmarkt und heimgeschickt. Don den Reichsfinanzen. Dies konstatirte in scharf Auch der Heimstätten- Antrag, der die Bildung eines, pointirter Weise der Reichskanzler, ohne weiter auf den an die Scholle gehefteten Stammes billiger Landarbeiter vorgetragenen Jammer über die Noth der Landwirthschaft bezweckt, hatte so geringen Erfolg, daß er in letter Stunde einzugehen. Herr Miquei verstand das in seiner Weise; er flocht zurückgezogen ward. Nun erhob sich Herr von Manteuffel, um in wohl das bekannte Steuerbouquet und befestigte es an den Am ärgsten aber wird die Herren Junker das Schicksal vorbereiteter, mit giftigen Ausfällen auf den Kanzler ge Schultern Derer, die bisher Alles zu tragen gehabt haben, ihrer beiden Kollegen: Graf Moltke und v. Polenz spickter Rede der konservativ- agrarischen Oppofition ein und die also tragfähig sein müssen nämlich der gewurmt haben, an denen noch unmittelbar vor Thorschluß Programm für ihr nächstes Verhalten vorzuzeichnen. Die Armen, des arbeitenden Volks. Es war ein die parlamentarische Hinrichtung, durch Kassirung des Rede hatte zwar auf die Interpellation gar keinen Bezug, gründlicher Aderlaß, den er vorbereitete; und er erfann Mandats wegen ungefeßlicher Praktiken, in aller Form aber sie war eine Kriegsansage in strikter Form und insofern auch einen sehr kunstvollen Apparat, der die Abzapfung des Rechtens vollzogen ward." verdient fie volle Beachtung. Blutes mechanisch regeln" sollte. Das war der famose An unseren Genossen ist es, dafür zu sorgen, daß Automat". anstatt dieser unwürdig befundenen Junker zwei ehrliche Der böse Reichstag ließ sich nicht imponiren, und die Sozialdemokraten in den Reichstag geschickt werden! Hauptleistung der soeben geschlossenen Session ist: daß das Und an dem deutschen Volk und der deutschen WählerSteuerbouquet mit sammt dem Automat in den Ortus ver- schaft in ihrer Gesammtheit ist es, in den beginnenden senkt ward. Barlamentsferien auf die Herren Volksvertreter vermittels einer gesunden und urwüchsigen politischen Pädagogik so eindringlich zu wirken, daß wir in der nächsten Session vor einem großen Boltes verrath ge schützt sind. Freilich auch aus der Unterwelt führen mitunter Wege zurück. Und das deutsche Volk hat scharf zu machen über seine Konsuln und Tribunen, damit fie fest bleiben und den Miquel'schen Steuerplänen, die unter weniger abFeuilleton. Der Inde. Deutsches Sittengemälde aus der ersten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts. " " Von C. Spindler. 20 Der Kanzler antwortete mit schneidendem Hohn, daß diese Rede wohl die Niederlage gelegentlich des Antrages Kanitz decken sollte und Herr von Bennigsen trat in einer Bemerkung zur Geschäftsordnung dieser Auffassung bei. Mit großer Mehrheit wurde hierauf die Vertagung bea schlossen. Damit war das Ende der Session herbeigeführt. Die nun folgenden Formalien könnten wir übergehen, wenn Herr Liebermann von Sonnenberg nicht auch diese Gelegenheit zu einer seiner bekannten Rüpeleien benützt hätte. Als nämlich unsere Abgeordneten nach dem üblichen des Gewandes hatte der Kämpfer um den linken Arm gewickelt, den rechten Aermel aufgeknöpft und aufgeschürzt. Mit einem derben Haarzauser entließ er den bestraften Wälschen, da ihm Huß zugerufen hatte: Dant, junger Der Papst eilte an das Fenster, trat aber alsobald Freund! schone aber in dem Verblendeten den Menschen!" schamroth zurück, da er den Verrathenen ersah, der in seinen Eifrig begann er nun, während der Gefangene in die Gaffe Banden ruhig wie ein Heiliger daherschritt, und, als wollte geführt wurde, wo das Kloster, sein angewiesener Kerker er den heiligen Vater an sein gegebenes Wort mahnen, stand, die alte Ordnung seines Kleides wieder herzustellen. den Blick zu ihm in die Höhe warf. Des Volkes Auflauf Da vernahm er hinter sich die Worte, die eine volltönende Erfüllung folgt meiner Rede auf dem Fuße. Da tömmt der Huß die Straße herab, umringt von Bartisanen und gebunden, wie mich dünkt. Das heutige Verhör hat dem nach den Ausschlag gegeben!" Das muß Ew. Heiligkeit nicht;" erwiderte der Herzog tobte um den Gefangenen her, und die zum Tode entsetzten, Frauenstimme sprach:" Seht, mein Herr von Königseck! fest: Wahrlich nicht, so lange Ihr auf Freunde rechnen in ohnmächtiger Wuth sich verzehrenden Freunde und das wäre ein Mann nach meinem Geschmack. Schnelle tönnt, deren starte Arme Euch über der Fluth halten. Ihr Hüter des Dulders waren durch die ungestüme Menge von Entschlossenheit und kecke That zieren das starke Geschlecht!" habt drei nicht unbedeutende Wächter über Gure Sicherheit seiner Seite gerissen worden. In geringer Entfernung von Verwundert sab sich der junge Mann nach der Sprecherin aufgestellt durch kluges Werben. Desterreich, Baden und des Papstes Wohnung hatte ein neuer Auftritt in dem um und erblickte die herrliche Gestalt eines stolzen Burgund halten Euch aufrecht gegen die gesammte Macht Zuge statt. Ein untersetzter Kerl, der Diener eines Weibes, das gerade mit einem Rückblick auf ihn, am Arme des Lügelburger's und seines Anhanges." italienischen Doktors, hatte sich Bahn durch das Getümmel eines zierlich gekleideten Begleiters, in die Thüre eines an " Dem Markgrafen vertraue ich nicht ganz," versette gemacht, um den Keher zu sehen, dessen Verhaftung dem sehnlichen Hauses trat. Der geschl.ßte Sut, mit bunten Johannes bedenklich, und der Herzog von Burgund ist blindwüthenden Böbel neue Waffen in die Hände gab. Die Federn bekränzt, den das Frauenbild auf dem braunen weit. Wie, wenn im Augenblicke der Gefahr die beiden Wächter des Gefangenen, die jede mitleidige Seele mit Haupthaar trug, die Perlenschnur, mit welcher ihre Stirne Stüßen wichen?" Lanzenstöcken von ihm jagten, ließen den frechen Burschen geschmückt war, das bauschige Gewand mit Goldspangen Dann habt Ihr mich," antwortete Friedrich mit heran, der mit viehischer Rohheit den Wehrlosen ins Ge- und köstlichem Belzbesaß, die gelben Schnabelschuhe mit tühnem Stolze. Alles Erdreich ist Desterreich unterthan! ſicht schlug. Huß litt die Mißhandlung mit Standhaftig- Pelz gefüttert; und die schweren silbernen Schellen, die den Das Wort ist ewig und ich halt's Euch, sollt's mich Land feit und stummer Lippe, aber die Vergeltung saß der Un- breiten Sammtgürtel zierten, verriethen den Reichthum und und Leute kosten. Frei führe ich Euch von dannen, ohne that schon auf der Ferse. Ein junger Mann packte den den hohen Stand der schönen, trotz ihrer Blässe anziehenden daß man's wagen dürfte, Euch ein Haar zu krümmen." tückischen Italiener beim Kragen und warf ihn mit einem Frau. Der junge Geistliche war von dem überraschenden Wackrer Fürst!" rief der Papst, von einer dankbaren Fußstoße zur Erde nieder. Zugleich sah er sich kampfluftig Schauspiel fest gebannt auf seiner Stelle, bis ihn das Regung übermannt: Solcher Treue rühmen wir uns in mit gebalten Fäusten unter den Umstehenden um, er- Geräusch vieler an ihm vorbeikommenden Menschen era Wälschland nicht. Ihr richtet uns auf in unserem Kummer, wartend, ob nicht jemand Lust haben möchte, die Partei innerte, daß er sich auf der Straße befinde. Der Herzog und niemand ist würdiger, der Bannerträger des heiligen des Geschlagenen zu nehmen. Die Rechtlicheren unter dem von Desterreich kehrte mit seinem Gefolge in seinen Hof Stuhls zu heißen, denn Ihr, edler Habsburger. Der Herr Volte und den Zuschauern an den Häuſerfenstern riefen zurück. Prächtig gekleidete Zinkenbläser traten dem Geleite der Heerschaaren sei ferner mit Euch!" ihm Beifall zu. Das Gesindel fürchtete sich vor gleich voraus, ihre blizenden Instrumente ruhig in den Händen Ein Gewoge und Gebrause wurde auf der Straße ver wichtigen Schlägen. Um so mehr fiel aber die Begebenheit tragend, um sie an jeder Kreuzstraße erschallen zu lassen, nehmlich. Der Herzog trat ans Fenster, warf einen Blick auf, als der Jüngling in die lange schwarze Schleppentracht den Ruhm ihres Gebieters zu verkünden. Trabanten in hinab, und wintte dem Bapste mit den Worten: Seht, junger Subdiakonen gekleidet war. Die Rappe mit der Desterreichs Farben, die Hellebarden auf der Schulter, folgten, feht, heiliger Bater, ob ich ein falscher Prophet bin. Die Quaftentroddel saß trozig in die Stirn gedrückt, die Schleppe und hinter dem stolz flatternden Banner mit Desterreichs Dank für das Präsidium und vor dem Hoch auf den Raiser hinausgingen, brüllte Liebermann in den Saal hinein: Die Stüßen der Regierung verlassen den Saal!" 1 Unsere Genossen hatten für diese Aeußerung des vorlanten Burschen nur das Gefühl der Verachtung; was mag Graf Herbert von Bismarck, der mit den Sozialdemokraten, wenn auch durch eine andere Thüre, ebenfalls den Saal verlassen hat, von dem Ausrufe seines konservativen Gesinnungsgenossen denken? Zwei Nachwahlen, bei denen unserer Partei der Sieg zufallen muß, wenn unsere Genossen eifrig und energisch die Wahlvorbereitungen betreiben, finden demnächst statt. Das Stimmenverhältniß in diesen Kreisen bei der Hauptwahl war das folgende: Im Wahlkreis Plauen im Voigtlande wurden bei der letzten Wahl abgegeben 9277 sozialdemokratische, 10 567 tonservative Stimmen und 3961 Stimmen der Freifinnigen Volkspartei. Bei der Stichwahl siegte v. Polenz mit 12 766 gegen 12 052 sozialdemokratische Stimmen, welche auf Genossen Gerisch fielen. jedem das Geine zu sichern unter Wahrung Zwei Dynamitattentate! Auch Deutschland, bes Gesammtwohls, und diese Zeitströmung ist die fromme Kinderstube" wäre sonach zu einer anar immer mächtiger geworden, je weniger die Gegenströmung, der chistischen Mördergrube" geworden? Ach nein. Die Herren Individualismus, sich fähig zeigte, lediglich durch größt- Nationalliberalen, die sonst so eifrig nach Attentaten" möglichste Freiheit für den einzelnen, diese beiden Ziele zu " erreichen. Heute suchen die verständigen Sozial- herumschnüffeln, sind gar nicht aufgeregt, sie fassen die Sache Denn es handelt polititer von den englischen Liberalen bis zu den als ganz gewöhnlichen Dorfskandal auf. deutschen Konservativen große zusammenfassende sich ja um Haberfeldtreiberei, und Haberfeldtreiberei läßt Organisationen zu schaffen, innerhalb deren der Einzelne aus fich politisch nicht, fruftifiziren". reichende Freiheit zu seiner Entfaltung findet. Individualismus muß zurückweichen, der Sozialismus tritt M Dann schreibt das Blatt weiter: Der Konsequenz war niemals der hervorstechende Charaktervor. In Deutschland will der doftrinäre Liberalismus von zug der Tante Boß. Die gute Alte ist stets gegen das diefem Umschwung nichts wissen; er verschließt sich davor die Duell, weigert sich aber ein Antisemit, sich vor die Mündung Augen und er hat nicht übel Luft, fonfervative der Pistole des besten Schützen Wiens zu stellen, so entrüstet Männer als revolutionär zu denunziren, weil sie eine Ver- sie sich über die Vorsicht" desselben. Sie kann es auch gar staatlichung der Getreide Einfuhr beantragen. Was will nicht fassen, daß der aus der demokratischen Partei hervorBei der letzten Reichstagswahl fielen in dem Wahlkreis dieser Antrag besagen gegenüber weit größeren, weit ein- gegangene österreichische Antisemit Lueger in scharfer Weise Elmshorn Pinneberg auf den Sozialdemokraten greifenderen Thaten der neuen Sozialgefeßgebung Deutschlands, das Politisiren des Wiener Korpskommandanten Schönfeld ( Moltenbuhr) 13 097 Stimmen, auf den freikonservativen vor allem gegenüber der staatlichen Organisation der Arbeiterversicherungen!" verurtheilt, sie ist eben auch dafür, daß das Militär in Grafen Molite 6326 Stimmen, auf den der freisinnigen Sicherlich ist diese Begriffserklärung des Sozialismus allen Feinden des Kapitalismus das würdigste Bielobjekt Die„ Bossische Vereinigung angehörenden Professor Hänel 6223 Stimmen. unrichtig, aber wäre sie auch richtig, so bewiese sie für die kleinkalibrigen Gewehre ſieht. Außerdem wurden 718 antisemitische Stimmen abgegeben. nichts anderes, als was wir behaupten, daß der Antrag Beitung" finkt, vor allem wenn sie österreichische VerBei der Stichwahl siegte Graf Moltke mit 15 277 gegen Ranis antisozialistisch ist, weil er doch nicht hältnisse bespricht, ganz auf das Niveau der liberalen 13 731 sozialdemokratische Stimmen. Die freifinnige Volkspartei will bei der Nachwahl auch jedem das seine unter Wahrung des Gesammtwohls sichert, Wiener Presse herab. Wer diese kennt, weiß, wie tief sondern unter unerhörter Schädigung des gesammten Volkes dieses Niveau iſt. einen Kandidaten aufstellen, so daß dem sozialdemokratischen einige wenige Tausende unserer Reichsten auf Kosten der Die Reaktion steckt ihre Nase in allen Schmuth, Mandatswerber mindestens 4 Gegner, ein Konservativer, Nexmften unter Garantie des Staates in noch nicht dage- um die Gelegenheit zu reaktionären Gefeßen auszuschnüffeln. ein Antisemit und zwei feindliche Brüder aus der freiwesener Weise bereichern soll. Jetzt ist das Stöckerblatt„ Reichsbote" an der löblichen Arfinnigen Partei gegenüberstehen werden. beit, um die Empörung und den Schauder über die jüngsten Diese Gefahren, die der Individualismus mit Hilfe des Verbrechen im Grunewald im Interesse der PrügelLiberalismus heraufbefchworen hat, kann allein der Sozialismus strafe zu fruttifiziren. Als ob für derartige der Zukunft beschwören, der selbstverständlich andere Bahnen Thiermenschen, wie der Urheber dieser Gräuel es ist, der einschlägt als die sozialdemokratische Agitation und von ihr Knippel etwas Abschreckendes hätte! Doch nein! Abschrecken ungleich schärfer bekämpft wird als die liberalen Gruppen, soll der Knippel ja auch nicht, aber er soll erziehen! eben weil er im ftande ist, wieder erträgliche Verhältnisse zu Da der Reichsbote" aber auch mit bekannter Christenlicbe schaffen. Ganz natürlich! Denn das, was das Junkerblatt So- das Blut des Mörders verlangt, ist es schwer abzusehn, zialismus nennt, so der Antrag Kanik, läuft auf Privat- mann der Knüppel seine erzieherische Mission erfüllen soll. monopole, auf Bereicherung der Reichsten hinaus, und dem Einen Geköpften kann man doch nicht mehr prügeln. Freis tann die Partei des tlaffenbewußten Proletariats nur scharfe lich der Stöcker'schen Christenliebe ist zuzutrauen, daß ste Gegnerschaft entgegenbringen. auch an Leichnamen ihre Frömmigkeit ausläßt. Die Kriegervereine und der deutsch russische Das österreichische Abgeordnetenhaus lehnte mit Den 70. Geburtstag des preußischen Justiz Sandelsvertrag. Die„ Posener Landwehr- Zeitung" nahm 131 gegen 50 Stimmen den Dringlichkeitsantrag Brzorad's minifters v. Schelling feiert heute die Norddeutschein Nr. 8 dieses Jahrgangs von dem Geburtstage des ab, den Wahlreform- Ausschuß zur sofortigen Berathung der Allgemeine Beitung". Bei der Aufzählung seiner Groß- Reichskanzlers Grafen v. Caprivi in folgendem Bassus ihm zugewiesenen Vorlagen aufzufordern. thaten Minister vollführen stets Großthaten in den Notiz: Augen der Offiziösen vergaß das Bindterblatt an die ftaatsanwaltlichen Leistungen Schelling's gegen Lassalle zu erinnern. Diese Lücke in der Biographie des Ministers halten wir uns für verpflichtet, auszufüllen; ist es doch gerade der Prozeß gewesen, der, wenn auch gegenüber Lassalle's Wissen und dialektischer Kraft der kleine Sohn eines großen Vaters verblaßte, so doch wesentlich dazu beigetragen hat, den jungen Staatsanwalt in weiteren Kreisen bekannt zu machen und ihn die Wege für seine spätere Karriere zu ebnen. Das Jesuitengeseh im Bundesrath. In der heutigen Sigung des Bundesraths wurde der Beschluß des Reichstages zu dem Entwurf eines Gesetzes betreffend die Aufhebung des Gesetzes über den Orden der Gesellschaft Jesu vom 4. Juli 1872 dem zuständigen Ausschusse über wiesen." Die Arbeiter tönnen warten! Unser Reichskanzler Graf Caprivi vollendet am Sonn- Zur Maifeier in Oesterreich. Regierung und abend, den 24. Februar d. I., sein 63. Lebensjahr. Die Unternehmerthum gehen wie schon in den früheren Glückwünsche des deutschen Volkes werden dem hochverdienten Jahren Hand in Hand, um die Maifeier der österreichischen Manne den Geburtstag verherrlichen helfen, da derselbe durch Manne den Geburtstag verherrlichen helfen, da derselbe durch Arbeiter zu verhindern. Den bezüglichen Erlaß der Redas Zustandekommen des deutsch russischen Handelsvertrages von Neuem gezeigt hat, wie sehr ihm die Wohl- gierung haben wir schon vor einigen Tagen mitgetheilt, fahrt des Volkes am Herzen liegt." nun berichtet das Wolff'sche Telegraphen Bureau das Folgende: # Der Verbandstag des Zentralverbandes der Industriellen Desterreichs hat einstimmig den Bericht des leitenden Komitees angenommen, nach welchem der Zentralverband in der Frage der Maifeier unverrückt auf dem Boden des Gesetzes steht und, wie im Vorjahre, allen In= dustriellen Desterreich 3 empfiehlt, anläßlich der Mai Demonstrationen eine gänzliche oder theilweise Befreiung von der Arbeit grund= fählich nicht zu bewilligen, sondern dem Beispiele der Regierung zu folgen, welche in dem Erlaß vom 31. März die Arbeiter im Staatsbetriebe darauf aufmerksam macht, daß fie auf Freigebung des 1. Mai nicht zu rechnen und im Falle einer eigenmächtigen Arbeitseinstellung die volle Strenge des Gesetzes zu gewärtigen hätten. In diesem Glückwunsch hat Rittergutsbesizer Breest. Pieste, der frühere Vorsitzende der meferiger Kreisabtheilung des Bundes der Landwirthe", eine Beleidigung gegen die dem Landwehrverbande angehörigen Landwirthe erblickt Verworrenes Zeug schwägt heute die Kreuz- und den Redakteur Kahlert der Posener Landwehr- Zeitung" Beitung" in ihrem Leitartikel" Der Antrag Kanit zum Widerruf aufgefordert. Auf die nicht befriedigende sozialistisch". Wir können den Artikel nicht ganz ab- Erklärung des Herrn Kahlert hat sich Herr Breest dieserdrucken, einiges sei aber hervorgehoben. Das Blatt halb an den Vorsitzenden des Posener Provinzial- Landwehrfchreibt: Verbandes, General Landschaftsdirektor und Major d. L. von Staudy, gewandt und als ihm von dort eine wahrscheinlich noch weniger genehme Abfertigung zu theil geworden, hat er als Protektor des Kriegergantes, zu welchem die Vereine in Hochwalde, Kalau, Kainscht 2c. gehören, feinen Heerbann aufgeboten, Die österreichischen Arbeiter werden auf diesen Beschluß indem er in dieser Angelegenheit an den Vorstand pfeifen und wie früher in großartiger Weise am 1. Mai des deutschen Kriegerbundes eine Befür ihre Forderungen demonstriren. ich werdeschrift richtete, zu deren Unterzeichnung „ Man scheut sich nicht mehr vor dem Sozialismus, man hofft auf ihn. Was ist denn der Sozialismus? Gine Beit ftrömung, die unter Beschränkung der Freiheit des Einzelnen zu Organisationen drängt, um " und Tyrols Wappenschildern ritt der Herzog, umgeben von den Edeln seines Hauses. Pagen berührten seine Steig bügel und den goldgeftickten Baum seines Pferdes, und besondere Leibwächter in blanken Brustpanzern, mit Mord- Kameraden des betreffenden Gaues veranlaßt wurden. Ein Staatsstreich in Desterreich? so betitelt fich ärten bewaffnet, schlossen sich unmittelbar, die letzteren des Vor einiger Zeit hat nun Rittergutsbesitzer Breest einem der Leitartikel im Morgenblatte der er 3- Zeitung". In Buges, dem Gebieter an. Das scharfe Auge des letzteren der Unterzeichner in K. die Wittheilung gemacht, daß der demselben wird dem österreichischen Raises zugemuthet, daß hatte schon vor des Bapste Fenstern den jungen Mann Redakteur der Pos. Landw.- 3tg." von letter Instanz er das allgemeine Wahlrecht oder zum inindeſten eine starke im geistlichen Gewande erkannt, und sein Finger wintte rettifizirt worden sei. Erweiterung des gegenwärtigen Wahlrechtes oftroyren denselben an sein Pferd heran. Im weiten Kreise standen Die festesten Stützen unseres militärpolitischen Regimes, werde. Der Artikel schließt mit folgenden bemerkenswerthen abweichend die Begleiter, die Straße sperrend durch thr die Kriegervereine werden vom Bunde der Landwirthe Stillhalten. Der Herzog bückte sich vertraulich über den gegen die Autorität der Reichsregierung mit sichtbarem ErHals des Gauls zu dem Jüngling herab und fragte halb- folge aufgehegt. Und da zweifle noch einer, daß der Bund Laut: Was macht Ihr denn für Tollmannsstreiche, Da- der Landwirthe nicht nüglich wirkt! gobert? Fafelt auf der Straße umher in dem Kirchenrock, Der Euch nicht fleidet, und begeht noch obendrein das Ver brechen, Euch eines Unglücklichen anzunehmen! Das wird Euch Verdruß bringen und Haß erwerben." Kamerun bekanntlich in einem auch von uns veröffentlichten Affeffor Wehlan, gegen dessen Amtsführung in Tagebuche Beschuldigungen der schwersten Art erhoben " Hatt' ich nicht recht?" fragte Dagobert:" Ich schere in Berlin und in der Kolonialabtheilung be wurden, ist nach der Kreuz- Zeitung" schon seit einiger Zeit mich" nicht um des Böhmen Lehre, aber, Mensch bleibt schäftigt. Hoffentlich führt er nicht auch noch die Mensch, und Ihr, gnädiger Herzog, hättet an meiner Stelle untersuchung gegen den Kanzler Leift. Wir wundern uns, nicht um ein Haar anders gehandelt." daß Herr Wehlau nicht gleich nach der Veröffentlichung Friedrich befann sich einen Augenblick, dann nickte er seiner Leistungen in der Neuen deutschen Rundschau" zugebend mit dem Kopfe, sprechend:" Ich glaube es beinahe vom Amte suspendirt wurde. selbst, aber... junger Patrizier... wollt Ihr Menschenrechte " fah. Ich mag aber Psalmen fingen und Prozession laufen, Dynamitattentate giebt's auch in Deutschland, wie oder den gewissenlosen Pfaffen machen, vor dem jeder recht wir jetzt erfahren. In nationalliberalen Blättern, 3. B. liche Christ das Kreuz schlägt. Tas Letztere verhüte aber dem Gott!" Säßen: Bielleicht wird die Entscheidung beschleunigt, wenn die sozialdemokratische Partei mit ihrer Drohung, durch einen Massenausstand das allgemeine Wahlrecht zu erzwingen, wirklich Ernst machen sollte. Somit hängt Desterreichs innere Entwickelung von den eigensten Entschließungen Kaiser Franz Josess ab und in unterrichteten Kreisen nimmt man an, daß der Kaiser den Grafen Taaffe zurückberufen und unter dessen Mitwirkung den Steinbach'schen WahlgesetzEntwurf oktroyren wird, was nach dem Buchstaben der Verfaffung im Wege einer Gesammtverordnung des Ministerium? zulässig(??) ift. Diese wichtige Verordnung würde dann die Gutheißung der neu zu wählenden Volksvertretung erfordern und aller Voraussicht nach auch erhalten. Kaiser Franz Josef hat eine größere Uebung als irgend vertheidigen, so zieht die Kutte aus. Man kann darin den Sozialpolitik nach dem Geschmacke des König ein lebender Monarch, Verfassungen aufzuheben und zu Arm nicht frei regieren, so wenig als den Mund. Auf Stumm. Die diesjährige Konferenz der Zentralstelle für oftroyren. Unmöglich wäre somit das, was die„ KreuzWiedersehen!" Arbeiter- Wohlfahrtseinrichtungen wird am Montag den 7. Beitung" ihm zumuthet, gerade nicht, wenn wir es auch Er zog feines Weges, und Dagobert ging den feinigen. und Dienstag den 8. Mai d. J. in den Konferenzfälen des nicht für wahrscheinlich halten. Die Maifeier in Frankreich. Man, schreibt uns aus Der Herzog hat nicht unrecht" sagte er zu sich selbst, Anhalter Bahnhofs zu Berlin stattfinden. Auf der Tagesaber wie ist das zu ändern? Für mein Leben gerne kröche ordung stehen die beiden Fragen: 1. Das Spartaffenwesen Paris unterm 17. April: Der Pariser Ortsrath des Landesich wieder in mein kurz Röcklein und hantirte mit dem in seiner Bedeutung für die Arbeiterwohlfahrt. 2. Die verbandes der französischen Gewerkschaften und korporativen Rapiere, aber der Mutter Gelübde muß ich wohl halten. Reinhaltung der Luft in den Fabrikräumen. Im Anschluß Gruppen hat im Einverständniß mit dem Nationalrath dieses Wie glücklich find diejenigen, die frei sich bewegen können, au den zweiten Verhandlungsgegenstand wird, ebenfalls im Verbandes, dem Nationalverbande der Baugewerkschaften, der wo sie wollen, und den Kelch des Lebens trinken können, Anhalter Bahnhof, eine Ausstellung von Apparaten, Mo- Liga zur Beseitigung der Placirungsbureaus, sowie der franzöfifchen Arbeiterpartei und der intransigeanten Sozialistenliga wo sie wollen, nur nicht am Altare. Ich Armer kann dellen und Zeichnungen, welche zu dem Thema in Beziehung einen Aufruf an die Pariser Arbeiter ergehen lassen, in welchem nichts thun, als fie beneiden, und muß zusehen, wenn sie stehen, veranstaltet werden. Dieselbe wird in den Tagen diesen bekannt gegeben wird, daß das Organisationskomitee der Mais fundgebung beschlossen hat, der sozialistischen Fraktion der Kammer hübsche Frauen heimführen dürfen, wie die, welche ich heute vom 2. tis 9. Mai geöffnet sein. am 1. Mai folgende von dem letzten Marseiller Kongreffe votirten Forderungen zu überreichen: 1. Einführung eines gefeßlichen Achtstundentages mit einem Lohnminimum; 2. Beseitigung der Leipziger Tageblatt", finden wir folgende Notiz: Unteraktorde, der Placirungsbureaus und der Gefängnißarbeit. Miesbach, 17. April. Unsere Zustände in Miesbach Zu diesem Behufe werden die Arbeiter von Paris aufgefordert, werden immer bedenklicher. Nach zwei Dynamit an diesem Tage die Arbeit ruhen zu lassen und dadurch ihre Attentaten, dem samosen Haberfeldtreiben, das hier selbst Solidarität mit dem Proletariat der ganzen Welt zu befunden. in gebildeten Kreisen Vertheidiger findet, nach der jüngsten Ihr werdet nicht ermangeln, Eure Pflicht zu thun. Durch Eure Beschädigung der Wohnungs- und Ladenfenfter des Kaufmanns Gegenwart werdet Ihr der Delegation beipflichten, welche sich Mayer durch Schüsse aus Mausergewehren, bei welcher nicht, wie man zu insinuiren suchte, zu den Bourgeois- Abwenigstens vier Personen betheiligt gewesen sein müssen, geordneten begeben wird, eine Reform zu erbetteln, sondern zur wurde gestern Abends um 9 Uhr im Amtsgerichtsgebäude sozialistischen Fraktion, die, unterstügt von Euch, die Thore der heftig geläutet und gleichzeitig, wie es schien, ein Revolver- reaktionären Zitadelle gesprengt hat, um unsere Befreiungsfahne schuß nach einem Fenster des Wohnzimmers des Ober- dort aufzupflanzen." Der Aufruf schließt damit, der Regierung, amtsrichters abgefeuert. Dem Umstande, daß einer der die sich als Gesellschaftsretterin auszuspielen fucht, nicht in die zwei müffen es gewesen sein an der Ge- Falle zu gehen. Ihr werdet sie bei ihren Bomben und Petarden fängnißglocke statt an der Wohnungsglocke läutete, ist es zu laffen. Bergessen wir nicht, daß die belgischen und österreichidanken, daß das beabsichtigte Deffnen eines Fensters, um zu schen Arbeiterparteien sich große Opfer auferlegen, um das allfragen, was es gebe, unterlassen wurde. Solchen Zuständen gemeine Wahlrecht zu erringen. Ihr werdet darum mit dem glaubt man durch Nachtwachen abhelfen zu können. Was Stimmzettel den Feind beschießen, um ihm die Gemeinden zu können und wollen drei oder vier Nachtwächter gegen mehrere entreißen, das beste Mittel, uns die Arbeitsbörsen zu sichern. start bewaffnete Männer, machen? Solche Anordnungen er- Mit dem Stimmzettel werden wir auch die, welche die Polizei, zeugen mur große Unzufriedenheit und herbe Kritik über ihre die Magistratur und das Landheer gegen die Streifenden richten, Bwecklosigkeit. sie ihr Recht zu leben fordern, ins Privatleben zurückschicken. „ Ei, um aller Heiligen willen, deren Fürsprache mir auf dem Sterbebette Noth thun möchte! was ficht Euch an, daß Ihr also so umherwandelt, bei hellem Tage ein lebendiger Leichnam, ohne Sinn, Gehör, Gesicht und Worte?" fragte Gerhards Stimme plötzlich neben dem Patrizier, der verwundert aussah und mit einem bittern Lächeln antwortete: nu, lieber Hülshofen, ich freue mich kindisch auf den Augenblick, wo ich Papst sein werde." Wollte Gott, Jhr wärts's!" rief Gerhard; so könnte ich vielleicht auf Absolution hoffen, oder auf Dispens von den Fastenspeisen, die mir gegenwärtig wie Blei im Magen liegen. Unser Wirth im Engel, ein abgefeimter Spigbube, der früherhin kaum am Feiertage Fleisch, Butter und Eier wegließ, ist durch das Konzilium so heilig geworden, daß wir Mittwoch, Freitag und Sonnabends nichts als Fisch, Mehl und Del zu sehen bekommen." ( Fortsetzung folgt.) Attentäter ant Auf! und rufen wir alle: Es lebe die fozialistische Ber einigung!" Parteinachrichten. An die Töpfer und Berufsgenossen in Berlin und Umgegend! Kollegen! Einmüthiger als bisher hat sich das Die Parteiverfammlung des 15. fächsischen Reichstags: gegen uns den Kampf zu führen, bestrebt, uns das zu entreißen, Unternehmerthum zusammengeschlossen, um mit vereinten Kräften Wahlkreises in Wittgensdorf am 8. April war aus allen fünf was wir durch langjährige Mühe und Arbeit errungen haben. Amtsbezirken äußerst start besucht. Aus dem Bericht über den Selbst die besseren Elemente in den Unternehmerkreisen werden Stand der Presse ist zu entnehmen, daß sich die Parteibruckerei durch die Konkurrenz gezwungen, die Löhne zu drücken und die recht gut entwickelt hat. Der Preßausschuß besteht jetzt aus Arbeitszeit zu verlängern. den Genossen Gustav Semmler- Limbach, Karl Fischer- Mittweida und Christian Köhler- Burgstädt. Zu Bertretern für die LandesKonferenz der Broving Sachsen werden Haut- Ebersdorf für den Frankenberger, Otto Böhme- Wittgensdorf für den Limbacher und Peter Braun für den Burgstädter Amtsbezirk gewählt. eigenen fümmert Das Präsidium des Verbandes der Gruben arbeiter von Pas de Calais und des NordDepartements hat ebenfalls einen Aufruf zur Maifeier erlassen, auf daß die Kohlenarbeiter an dem Tage, wo die Arbeiter der ganzen Welt sich über die Grenzen hinweg die Hände reichen und dem Unternehmerdespotismus gegenüber ihr Vertrauen in die Zukunft bekräftigen, in allen Gruben die Arbeit unterbrechen und damit den Regierenden zeigen, daß fie auf keine unsere Lage verbessern oder gegen die Auswüchse in ihren Niemals wird das Unternehmerthum aus eigenem Antriebe ihrer Forderungen verzichten. Dieselben lauten: 1. Begrenzung Was Kreisen mit Eifer ankämpfen. des Arbeitstages auf acht Stunden; 2. Feststellung eines Lohn fich der Arbeitgeber darum, ob der Arbeiter von seinem Lohne minimums; 3. Einführung eines obligatorischen Schiedsamtes, 4. Strafbestimmungen gegen diejenigen, die der freien Ausleben tann, für ihn ist der Arbeiter nur ein Ausbeutungsobjekt, übung der Gewerkschaftsthätigkeit Hindernisse in den Weg Staatsgefährlich werden jezt auch die Gefang- Arbeiter muß sich deshalb auf seine eigenen Kräfte verlassen. für ihn handelt es sich nur um die Größe des Profits. Der Legen; 5. Errichtung von Bergarbeiter Prud'hommes( Geereine, fobald sie andere, als alt hergebrachte, echt pater- Wer also seine Lage erkannt hat und nicht will, daß die Lohnwerbegerichten); 6. Errichtung von vom Staate garanländische Lieber fingen. Dem Vorstand des Gesangvereins Liedes drückerei weiter geübt wird, wer es verhindern will, daß er ein tirten Hilfs- und Pensionskassen; 7. Botirung eines Gesetzes, freiheit" in Lambrecht ging unterm 14. April folgendes Schreiben Spielzeug des Kapitalisten wird, deffen heiligste Pflicht ist es, das den Sicherheits Delegirten der Grubenarbeiter ihre volle des Bezirksamts zu Neustadt in Baden zu: Unabhängigkeit garantirt und ihnen gleich den übrigen Arbeitern Da die Mehrzahl der Mitglieder des Gesangvereins dem Verhältnisse der Töpfer und Berufsgenossen" anzuschließen. sich dem bestehenden Verein aur Regelung der gewerblichen eine Pension für ihre alten Tage sichert. fozialdemokratischen Verein zur Erzielung volksthümlicher Nur durch eine Vereinigung ist es möglich, die feindlichen Wahlen angehören und die Mitglieder des Vorstandes des Gesangvereins zugleich Mitglieder des Vorstandes des dortigen Bestrebungen der Meisterverbände und Inuungen, die dahin Vereins für volksthümliche Wahlen sind, da ferner sich der Ge- gehen, die Arbeiter mundtodt und rechtlos zu machen, mit Erfolg sangverein an der Versammlung der Konferenz der sozial- unterstützung feiner Mitglieder in Rechtsstreitigkeiten, die aus abzuweisen. Neben diesen Aufgaben sorgt der Verein für die demokratischen Partei des 11. Pfälzischen Wahlkreises durch Ab- dem Arbeitsverhältniß entstehen, für Unterstüßung im Lohnkampf Behörde die Ueberzeugung gewonnen, daß der Gesangverein wöchentliche Unterstützung. fingen politischer Lieder betheiligt hat, so hat die unterfertigte und bei Maßregelung und gewährt in Krankheitsfällen eine Liedesfreiheit" ein politischer Verein ist. 0 Auch an allen übrigen Orten Frankreichs rüftet fich das organisirte Proletariat zur festlichen Begehung der Maifeier und wird sich dieselbe voraussichtlich in diesem Jahre glänzender denn je geftalten und die Forderungen der Arbeiter stärker denn je in die Ohren der herrschenden Klassen gellen. 9 Zum internationalen Bergarbeiter Kongreß. Einem Briefe des französischen Abgeordneten Lamendin, gewählt von den Bergarbeitern des Pas de Calais, ent nehmen wir, daß die Zahl der französischen Delegirten, die am 13. Mai in Berlin einzutreffen gedenken, ungefähr zehu betragen wird. Demgemäß ergeht die Aufforderung, die Minderjährigen Für den Osten: Restaurant Wilte, Andreasstr. 26; für den In folgendem geben wir die Zahlstellen des Vereins bekannt: sofort aus dem Verein auszuschließen, die Statuten unter ge- Süden: Restaurant Schwarzkopf, Stalizerstr. 11; für nauer Angabe des Zweckes des Vereins entsprechend abzuändern den Westen: Restaurant Grafunder, Biethen und und in dreifacher Ausfertigung vorzulegen, widrigenfalls weiter Schwerinstraße- Ecke; für den Norden: Restaurant Schayer, gegen den Verein vorgegangen wird. Die etwaige Erinnerung Brunnenstr. 44; für Moabit: Restaur. Müller, Stromstr. 37; Die Leiter der gemaßregelten Pariser Arbeits- bes Vorstandes ist zu Protokoll zu nehmen und hierher vorzu für Steglig: Rest. Gambrinus, Ahornstr. 15a; für Friedrichs börse haben einen Kongreß sämmtlicher französischen legen. hagen: Restaur. Bandelow, Wilhelm- und Linden- Allee Ecke; Arbeitergenossenschaften nach Lyon berufen, um über die Genoffe Hennig in Breslau ist nach 6 Monaten Ge- Friedrichsberg: Restaurant Lange, Wartenbergstr. 67; für Röpenid: Restaurant Marken, Grünstraße 50; für für Weißensee: Restaurant Damrath, CharlottenburgerFrisches. Das englische Unterhaus hat die das Genosse Dr. Diederich ist gestern nach Münster abgereift, freund, Mühlen- und Maximilianstraßen- Ecke; für Charund Wilhelmstraßen- Ece; für Pantow: Restaur. Tausend= irische Zwangsgesetz aufhebende Bill mit 254 gegen um den 71/ amonatlichen Rest seiner wegen Preßvergehen er tottenburg: Restaurant Wernice, Krummestraße; für 194 Stimmen zur zweiten Lesung angenommen. Von feiten Filialgefängniß zu Münster vier Sozialdemokraten, drei davon Spandau: Restaurant Rieter, Lienarstr. 35; im Zentrum haltenen Gefängnißstrafen abzubüßen. Zur Zeit weilen im Rigdorf: Restaurant Rummer, Berlinerstraße 186; für der Regierung wurde die Bill unterstützt. wegen Preßvergebens und einer wegen Streitsünden bestraft. Es der Arbeitsnachweis, Gipsstr. 3, welcher täglich geöffnet ift. Die Erhöhung der direkten Steuern in England. find das die Genoffen Dr. Diederich, Voigt, Schönwald und In den übrigen Zahlstellen werden Sonnabends, Abends von 8 Wir berichteten unlängst, daß die englische Regierung zum Raue- Iserlohn, die insgesammt 45% Monat zu verbüßen haben. bis 9 Uhr, Beiträge entgegen, sowie Mitglieder aufgenommen Zwecke der Deckung des Defizits die Erhöhung einiger indirekter Steuern vorgeschlagen hat. Außerdem hat sie aber Töldke- Denkmal. Wir theilten bereits kurz mit, daß die eine Erhöhung der direkten Steuern bei gleichzeitiger Ent- Dortmunder Parteigenossen beschlossen haben, dem Genoffen Ent- zölde ein Denkmal zu setzen. In der Nr. 90 vom 18. d. Mts. Laftung der kleinen Einkommen ins Auge gefaßt Dem der„ Rheinisch- Westfälischen Arbeiter- Zeitung" erlaffen bie DortBerichte der Frankfurter Beitung" folgend theilen wir mun der Parteigenoffen einen längeren Aufruf, in welchem fie hierüber das folgende mit: der Verdienste des Todten gedenken und am Schlusse die Genoffen im Lande dazu auffordern, das Komitee durch Geldbeiträge zu unterstützen. Sendungen sind zu richten an W. Siebel, Westerbleichstraße 42. fünftige Gestaltung der französischen Arbeitsbörsen zu befängniß der deutschen Freiheit wiedergegeben. rathen.Bislang zahlte bewegliches Vermögen bis zu 10 000 M. 2 pt., bis zu 200 000 m. 3 pt. und darüber 4 pet. Grbschaftssteuer und dazu eine Legatsteuer, die im Verhältniß zum Verwandtschaftsgrade zwischen Erblasser und Erben zwischen 1-10 pet. fchwankt. Liegender Besiz muß eine dieser Legat steuer fast gleich hohe Sutzessionssteuer entrichten, wird aber zur Erbschaftssteuer erst bei Vermögen von über 200 000 m. und dann nur mit 1 pet. herangezogen. Jeder Unter schied zwischen beweglichem und liegen dem Besiz foll fortab fortfallen. Beide werden gleichmäßig zur unverändert bleibenden Legat- resp. SukzessionsSteuer gezogen, beide zu der allerdings bedeutend veränderten Erbschaftssteuer, deren Säße folgende sein sollen: Vermögen bis zu 10 000 m. 41/2 5 1 pŒt. 20 000 2 " " 200 000 3 " " " • " 500 000 4 " " " 1 000 000 1 500 000 " 2 000 000 " " " 3 000 000 6 " " 5 000 000 " 10 000 000 61/2 7 " " M " 20 000 000 " " und über 20 000 000 71/2 8 " " " 51/2 Der Vorstand. J. A.: Richard Topf, Gipsstraße 3. Der Streit der Maurer in Wittenberge dauert unverändert fort. Die Unternehmer bieten einen Stundenlohn von 22-27 Pfennigen. Die Lohnkommission ersucht nochmals, Buzug streng fern zu halten. größeren Fabriken ausdehnen. Die Unternehmer gehören alle zu Der Schuhmacherstreik in Burg wird sich auf alle einem Ring und mit Ausnahme der Firma Schühe haben alle ihren Arbeitern gekündigt. Der Kampf wird ein äußerst schwerer Zwei württembergische Parteikonferenzen finden am werden, da es den Fabrikanten ohne Zweifel um die LahmSonntag, 22. April statt; für den 2. Reichstags- Wahlkreis( Belegung der Organisation zu thun ist. Indem aber die dortigen girt Waiblingen) Mittags 1 Uhr in Rorb im Gasthaus zum Schuhmacher sehr gut organisirt sind, so wird es lediglich darLöwen", und für den 11. Reichstags- Wahlkreis Vormittags auf ankommen, jeden Zuzug von Burg fernzuhalten, um den 10 Uhr in Hall im Gasthaus zur Schwane". Tagesordnung: Arbeitern den Sieg zu sichern. Die bevorstehenden Landtagswahlen 2c. " " Das Agitationskomitee für das öftliche Westfalen theilt mit, daß der Genosse Th. v. Wächter vom 19. April ab eine Agitationstour durch das östliche Westfalen angetreten hat. Vorbereitungen für Versammlungen an den einzelnen Orten haben die Vertrauensmänner sofort zu treffen und darüber an Br. Schumann in Bielefeld zu berichten. Soziale Uebersicht. Bum Tischlerstreik in Wien wird von dort gemeldet: Jm Laufe des Tages tam es zwischen den streikenden und den arbeitenden Tischlern in mehreren Orten zu kleineren Ausschreitungen. Gestern haben sich 180 Tischler der Galanteriewaaren- Branche und ein Theil der Vergolder dem Streit angeschlossen; auch in Floridsdorf haben nahezu 500 Tischler die Arbeit eingestellt. Vermischttes. Bräude. Kratau, 18. April. Bei dem geftrigen Brande in Neu- Sandec find 133 Häuser, nahezu zwei Drittel der Stadt eingeäschert Die eingeäschert worden. brennenden Holzstücke Achtung, Gewerkschaften! Maifeier! Der Ausschuß der Berliner Gewerkschafts- Rommission giebt flogen infolge des heftigen Windes bis zu einem drei Kilometer entfernten Vorwerke, welches total abgebrannt ist. Militär ten Gewerkschaften Berlins nochmals die Resolution bezüglich und Gendarmerie halten die Ordnung aufrecht und bea der Maifeier bekannt: Die Versammlung der Berliner Gewerkschafts- Rommission wachen das gerettete Gut. Der Schaden wird auf eine halbe fordert die Arbeiter Berlins auf, am 1. Mai Vormittags Million Gulden geschätzt. Wien, 19. April. Infolge der die von der Berliner Gewerkschafts- Kommission einberufenen und Obriz in Nieder- Desterreich, sowie Kiraly- Helmec und die von der Berliner Gewerkschafts- Kommission einberufenen andauernden Dürre fanden in den Ortschaften Pöttsching resp. bekannt zu gebenden Gruppenversammlungen zu benieder Von dieser Steuer erhofft der englische Finanzminister Harcourt in späteren Jahren eine Mehreinnahme von 60 bis 80 Millionen M., für's erste jedoch nur von 20 Millionen. Zulegt wandte er sich noch der Einkommensteuer zu. Wie im Vorjahre will er fie um einen Penny( 81/2 Pf.), von 7 auf 8 Pence pro Pfund Sterling( ca. 20 M.) Einkommen erhöhen, allein den größten Theil des Mehrertrages zur Erleichterung suchen. Den Arbeitern derjenigen Berufe, die bereits Illava in Ungarn große Brände statt. Ueber hundert Wohnfür die niederen Steuerklassen benutzen. Waren bislang EinVersammlungen zum 1. Mai festgesetzt haben, wird anheim- häuser, viele Scheunen und Stallungen find fommen unter 3000 M. frei und konnten von denen unter gegeben, in diesen vollzählig am Blake zu sein; damit gebrannt. Der Schaden ist groß. Drei Menschen haben bei Budapest, 19. April. 8000 M. die ersten 2400 M. in Abzug gebracht werden, so die Feier eine wirkungsvolle und keine zersplitterte werde. Den Bränden das Leben verloren. niederfollen nunmehr Einkommen bis zu 3200 M. gänzlich, von bis spätestens acht Tage vor dem 1. Mai, die Versammlung. Eine Person ist in den Flammen umgefommen. Ungarisch Außerdem wurde der Beschluß gefaßt, daß die Gewerkschaften Die Ortschaft Pottsching bei Dedenburg ist 8e brannt. Ueber 80 Wohnhäuser sind zerstört worden. Denen bis zu 8000 M. 3200 M. und von denen zwischen anzeigen den Gewerkschaftsbureau, Rosenstr. 28, Hrabisch( Mähren), 17. April. Ein großer Brand wüthet 8000 und 10 000 m. 2000 m. frei ausgehen. Diese unübersenden sollen, damit dieselben von dort aus, nach Gruppen hier seit Mittag. Achtzehn Häuser sind eingeäschert, darunter bemittelteren Klassen würden demnach trob geordnet, dem Vorwärts" zur Bekanntmachung übergeben werden der Erhöhung weniger Steuer zahlen als können. In diesen Bersammlungsanzeigen ist bekannt zu geben, Grünen Baum, das Franziskaner- Kloster sammt der Kirche, deren die Mädchen- und die Bürgerschule, der Gasthof zum bislang. in welchem 2okal, zu welcher Stunde und Thürme einstürzten. Es ist gerade Jahrmarkt und deshalb . Die nordamerikanischen Bimetallisten wollen Eng- mit welchem Referenten die Versammlungen furchtbare Aufregung. Der Oberfinanzrath Komaret, ein durch land, das seine Goldwährung unter keinen Umständen auf- tattfinden; dasselbe ist bei den Industriegruppen- Versamm Gicht gelähmter alter Herr, sollte burch ein Fenster aus seinem geben will, zum Nachgeben zwingen. Dies wird ihnen aber gen zu beachten, sofern diese von den Gruppen selbst veran- brennenden Hause gerettet werden, stürzte aber hinab und nicht gelingen. Ein Londoner Telegramm meldet: staltet werden. blieb todt. Witterungsübersicht vom 19. April. Ferner wird noch bemerkt, daß die Gewerkschaften und BeGroße Entrüstung hat hier der Antrag hervorgerufen, rufe, die sich an den Industriegruppen- Versammlungen betbeiligen welchen Lodge im Senate zu Washington eingebracht hat. wollen, etwa 1 Stunde vor dem Anfang der Gruppenversamm Derselbe geht dahin, gegen die aus England und den eng- lungen sich in ihren eigenen Versammlungslokalen zusammenlischen Kolonien tommenden Waaren einen Differenzialfinden können, um die Zahl der Festtheilnehmer aus der eigenen oll festzusehen und England zu zwingen, sich mit Gewerkschaft festzustellen; von diesen Lokalen aus haben sich die ben Bereinigten Staaten über die Bimetallis einzelnen Gewerkschaften dann rechtzeitig zu den Gruppen- Stationen. musfrage zu verständigen. versammlungen hinzubegeben. Wiesbaden. München Barometerstand in mm, reduzirt auf b. Meeressp. Windrichtung Windstärke ( Stala 1-12) M ว 759 761 • 759 NW 758 NW 758 28 758 Still Haparanda 772 766 NND 767 M 766 WNW 759 NO Cort.. Petersburg Aberdeen Baris · 2121B 41121 Wetter Temperatur 50 C.= 40 R.) wolfig 9 heiter 11 bedeckt 9 bedeckt 11 wolfig 10 9 1 9 halb bedeckt halb bedeckt 3 Schnee heiter halb bedeckt 8 wolfig 10 Krankenversicherung für Arbeiter in Norwegen. Iungen und die Besorgung der Referenten Die Einberufung der GruppenversammDie norwegische Regierung hat dem Storthing einen Gesez- finden von der Gewerkschafts- Rommission je Swinemünde entwurf betreffend die Krankenversicherung der Arbeiter zuboch nur dann statt, wenn an das Bureau der Hamburg gestellt. Nach dem Entwurf wird angenommen, daß die selben ein diesbezügliches besonderes Ber Berlin Beiträge vollständig die Kosten decken würden; sollte sich i angen gestellt wird. trotzdem einmal eine Unterbilanz ergeben, so hätten die Ges Mit solidarischem Gruße meinden dafür aufzukommen, da die Regierung der Ansicht Der gefchäftsführende Ausschuß der Berliner Wien ist, daß die Kommunen erheblich hinsichtlich der ArmentGewerkschafts- Kommission. pflege durch die Krankenversicherung entlastet werden, und An die Töpfer und Berufsgenossen Berlins und Um daß eine bessere Kontrolle möglich sein wird, wenn die gegend! In der öffentlichen Versammlung der Töpfer am Landes- Krankenkasse nach Kommunen eingetheilt wird und 10. April wurde der Beschluß gefaßt, daß die Kollegen auf jedem diese die ökonomische Verantwortung für ihren Theil über- Bau aus ihrer Mitte einen Kollegen wählen sollen, welcher alle nehmen. Die Unfallversicherungs- Vorlage ist wieder weiter gewerkschaftlichen Angelegenheiten im Intereffe unserer Behinausgeschoben worden. Diese Frage soll erst in Ver- wegung zu regeln hat. Der betreffende Kollege foll dafür sorgen, Witterung in Deutschland am 19. April, 8 Uhr Morgens. bindung mit der Invaliditäts- und Altersversicherung daß am Sonnabend regelmäßig jedem Kollegen die Gelegenheit aus wechselnder Richtung ist das Wetter in einigen Gegenden, Bei gleichmäßig vertheiltem Luftdruck und schwachen Winden geordnet werden. Wie heißt es doch in dem hübschen Generalfonds abführen zu können. Gleichzeitig soll derselbe über namentlich des Nordwestens, wieder heiter und trocken. Im Liede:" Und unterdeß vergeht die Zeit!" Ja, ja, gut' jeben etwa geplanten Lohnabzug oder jede Maßregelung unseren stän- allgemeinen herrscht jedoch bewölkter Himmel vor, besonders im Ding will Weile haben! digen Arbeitsvermittler rechtzeitig unterrichten, damit nöthigenfalls Diseegebiete und in Süddeutschland, wo gestern Nachmittag und Abend Gewitter stattfanden. In Chemnitz und Mülhausen i./E. Brasilien. Nach den neuesten Berichten kann der sobald wie möglich die Kollegen dazu Stellung nehmen können. Abend Gewitter stattfanden. In Chemnitz und Mülhausen i./. Der Vertrauensmann des Baues braucht nicht immer der be- hält auch heute der Regen noch an. Die Temperatur ist im Aufstand als erloschen betrachtet werden. Dagegen scheint treffende Auscouleurer zu sein, vielmehr sollen die Kollegen unter Südwesten ein wenig weiter gefunden, bis auf 7° C. in Kaifersdie Unabhängigkeits- Erhebung des Staats Rio Grande fich denjenigen damit betrauen, der sich nach ihrer Ansicht dazu lautern; am höchsten ist sie gegenwärtig an der Ostsee( Neufahr= die Republik Brasilien besteht auch aus vereinigten Staaten eignet. Kollegen! Es handelt sich darum, den Zusammenschluß wasser 13, Memel 12º C.) noch nicht zu Ende zu sein. Der Zweck dieser Erhebung der Berufsgenossen durch diese Thätigkeit herbeizuführen, deshalb ist bekanntlich der Anschluß an die beiläufig sehr fräftig bitten wir Euch, tommt unserer Aufforderung nach, und sendet sich entwickelnde- Nachbarrepublik Uruguay. die von Euch ernannten Kollegen am Sonnabend, den 21. April nach der Gipsstr. 3, damit sie sich Eurer Aufträge entledigen tönne G. Melzer, Vertrauensmann der Töpfer. geboten wird, seine Beiträge für den Verein, wie auch zum Berliner Wetterbureau. Wetter- Prognose für Freitag, den 20. April 1894. Ein wenig kühleres Wetter mit nördlichen Winden und ver änderlicher Bewölkung ohne erhebliche Niederschläge. Berliner Wetterbureau. Für den Inhalt der Inferate über aimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Freitag, den 20. April. Opernhaus. Lohengrin. Schauspielhaus. Hamlet. Deutsches Theater. Geographie und Liebe. Unferem Sangesbruder, dem Restau rateur n. ratweil schen Her Paul, sum beutigen Allgemeine Kranken- u. Sterbe- Bughandlung Biegenfoße ein breimal bannern des fasse der Metallarbeiter Buchhandlung des„ Borwärts" G Bierhallen Kommandantenstr.77-79. Melt. u. größt. Etablissem. Berl. Läglich bei freiem Entree abwechseludes Programm Soch, daß großes Schwein mit Ohren schüttelt und sich einen Stiebel auszieht. ( E. H. 29) 3081b Hamburg, Filiale IV, Berlin. Die Sangesbrüder aus ,, Concordia". Sonnabend, 21. April, Abds. 81/2 Uhr, mir getrennt lebenden Frau etwas zu Warne hiermit Jeden, meiner von bei Schlüter, Kleine Markusstr. 10: Außerordentliche borgen, da ich für nichts auftomme. Mitgliederversammlung. 3090b Wilh. Peter, Lindowerstr. 10. Tagesordnung: Empfehle mich den Genoffen zur An- Wahl eines Delegirten( Ersatzwahl der österreichischen Damenkapelle fertigung von 3085b für den verstorbenen Genoffen Albert Meyer). 224/16 Der Bevollmächtigte. A. Gorn, Gubenerstr. 8. " Dittl Grabdenkmälern jeder Art. Berliner Theater. Die Jungfrau in kleinrussischen Nationalkostümen. W. Mesch, Rykestraße 27, N. von Orleans. Leshng- Theater. Niobe. Anftreten von Friedrich- Wilhelmäädt. Theater. Künstlern. Spezialitäten Der Bettelstudent. Rendenz- Theater. Dekorirt. Neues Theater. Eheglück. Central- Theater. Der neue Kurs. Adolph Erunt- Theater. Charley's Zante. Vorher: Die Bajazzi. Die Kinder Viktoria Theater. B des Kapitän Grant. Alexanderplat- Theater. 1. Ranges, ſowie Auftreten der nordamerikanisch. Negergesellschaft Mr. Brown. Sonntags Anf. 5 Uhr. Entree 30 Pf. 6 Billards, pro 3 Regelbahnen. Stunde 60 Pf. C. Koch, fr. Gambrinus. Die Säle für Versammlungen und Festlichkeiten find noch an verschiedenen Tagen zu haben. Nachteulen von Paris. National- Theater. Der Trompeter von Sättingen. Theater Unter den finden. Pariser Leben. Hierauf Columbia. American Theater. Lumpen- Susanne, oder: Die Obdachlosen von Berlin. Wintergarten. Spezialitäten- Vorstellung. Reichshallen- Theater.SpezialitätenVorstellung. Apollo Theater. Spezialitäten Castan's Panoptikum. Im 9. Kreise der Hölle: Der Rutsch a. d. Rafirmesser. Kaufmann's Variété. Spezialitäten Elite- Damenkapelle Austria. Vorstellung. Vorstellung. Parodie Theater. SpezialitätenVorstellung. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Nur einmalige Aufführung. Der Trompeter von Säffingen. Romantisches Schauspiel mit Gesang in 5 Alten von Julius Keller u. Emil Hildebrand. Regie: Max Samst. Rasseneröffnung 61/2 Uhr. Anfang der Vorstellung 71/2 Uhr. Morgen: Der Glöckner v. Notre- Dame. Sonntag Nachmittag 3 Uhr: Im Garten: Grosses Konzert und Spezialitäten Vorstellung. Auf der Sommerbühne: Aufführung von Charley's Tante und Bajazzi. Central- Theater. Alte Jakobstraße 30. Zum 13. Male: Der neue Kurs. Posse mit Gesang in 3 Atten von Leopold Ely. Mufit von Julius Einödshofer. Anfang der Vorstellung 71/2 Uhr. Morgen:„ Der neue Kurs". Adolph Ernst- Theater. Heute: Charley's Tante. Schwant in 3 Att. v. Brandon Thomas. Vorher: Die Bajazzi. Parodistische Posse mit Gesang in 1 Att von Ed. Jacobson u. Benno Jacobson. Musik von Franz Roth. In Szene gefeht von Adolph Ernst. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Kaufmann's Variété. Gänzlich renovirt! Neue Direction. Elektr. Beleuchtung. Täglich: PassageBuchdrucker, Hilfsarbeiter und Hilfsarbeiterinnen! Letzte Bezirks- Versammlung Freitag, 20. April: Norddeutſche Braueret, Chauffeestraße 58. Berlin SW., Benth- Straße 2. Maifeier- Literatur Agitations-Schriften. Arbeiterfchuk und Achtfundentag. Von Karl Kautsky. 60 Setten, Preis 20 Pfa., Porto 5 Pfs. * || Arbeiterschuhgesetzgebung und ihre internationale Regelung. Von Paul Ernst. 36 Seiten, Preis 15 Pfs., Porto 5 Pkg. * fammlung eingeladen und um vollzähliges Erscheinen ersucht. Alle Buchdruckerei- Arbeiter und Arbeiterinnen werden zu dieser Ber- Für den Achtffundentag. 127/6 Der Einberufer. Verband aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter Berlins und Umgegend. Branchenversammlung der Rohrleger u. Gehilfen am Sonntag, den 22. April, Vorm. 10% Uhr, im Lokale des Herrn Boltz, Alte Jakobstr. 75. Zages Ordnung: 1. Bortrag des Genoffen P. Jahn über: Die volkswirthschaftlichen und ſittlichen Wirkungen des Achtſtundentages". 2. Diskussion. 3. Vorschläge angelegenheiten. zur Wahl eines Beisigers zum Vorstande. 4. Verschiedenes und Verbands488/12 Nichtmitglieder als Gäste willkommen. Die Kollegen der Firma„ Neptun"( Wasserleitungsschäden- VersicherungsGesellschaft) werden hiermit besonders eingeladen. Von D. Zinner. 48 Seiten, Preis 25 Pfa., Porks 5 Pfo. * Der Achtffundentag. Von R. Seidel. 16 Beifen, Preis 10 Pfa., Porto 8 Pfg. * Verkürzung der Arbeitszeit. Erfahrungen and Urtheile von Ceschäftsleuten. Von Rudolf Morf. 32 Betten, Preis 20 Pfs., Porto 5 Pfa. Bur Beachtung! Die regelmässigen Branchen- Versammlungen finden Sozialistische Theaterstücke. Panopticum.ieben Sonntag nach dem 15. im Monat statt. Dioramen, Wachsgruppen etc. Großer Erfolg von Schiller's Montag, den 23. April rr., Abends 8½ Uhr: Branchen- Versammlung der Former u. Berufsg.Die im Lokale des Herrn Müller, Johannisstr. 20. Zages Ordnung: • 1. Der Streit der Former in Keula. Referent: Rollege A. Körsten. Glocke 2. Diskussion. 3. Vorschläge zur Wahl eines Beisigers zum Vorstande. Dargestellt in 15 lebend. Bildern. Mufit von Romberg. 4. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Achtung! Victoria- Brauerei, Lützowstraße 111-112. Jeden Freitag, Sonntag u. Montag: Stettiner der Sänger Anfang 8 Uhr. Entree 50 Pf. Im Vorverkauf 40 Pf. Der Vorstand. Achtung! Putzer( Maurer)! Große öffentliche Versammlung Putzer Berlins und Umgegend am Montag, den 23. April, Nachm. 5 Uhr, im„ Louisenstädtischen Konzerthaus", Alte Jakobftr. 37. Tages Ordnung: achter d. Staatsanwalts. Schwank in einem Akt v. M. Kegel. Preis 80 Pfg., Porto 8 Pfg., 10 Expl.( nöthige Rollenzahl) 2,50 mk., Porto 10 Pfg. * Wieder ein Kämpfer! Charakterbild ans dem Arbetterleben von W. Krauße. Preis 30 Pia, Porto 3 pfa., 7 Expl.( nöthige Rollenzahl) 1,80 mk., Porto 10 pfg. Gedichte. Prologe. Karl Hendell: 1. Wie feiern wir den 1. Mai? 2. Vortrag des Genoffen Millarg. Buch der Freiheit. 3. Diskussion. 4. Bericht des Delegirten zur Gewerkschafts- Kommission und 249/ 18* Neuwahl desselben. 5. Gewerkschaftliches. Kollegen! Dies ist die erste Montagsversammlung in diesem Jahre, Eure Pflicht ist es aber nun, auch recht zahlreich zu erscheinen. Der Vertrauensmann. patate Achtung! Maurer. Achtung! Zum Schluß: Neu! Die Zigeunerkapelle. ,, Benzin Gullasch". Parodistisches Ensemble. Sonntag, den 22. April, Vormittags 10 Uhr: 2 Bände in elegantem Umschlag. Preis pro Band 1,75 Mk. Porto 30 Pfg. Komplet in Prachtband geb. Mark 5,00. Porto 30 Pfg. Truhnachtigall. Inhalt: Glühende Gipfel( Matfeftfptel). Gründeutschland. Preis broschirt 1,50 k., geb. 2,00 k. Porto 20 Pfg. Skizzenbuch. Sonntag: Viktoria- Branerei 3 große öffentliche Versammlungen. Boeties Stizensus. Nur noch kurze Zeit. Circus Renz, ( Karlstraße.) Freitag, den 20. April: Abends 71/2 Uhr: Auf auf zur fröhlichen Jagd! Parforce- u. Kastadenritt. Ballet von 100 Damen. Meute von 40 Hunden. Außerdem: 6 Rappen und Karoussel von 30 Pferden, vorgef. von Herrn R. Renz; Mikado und der Steiger Solon, West: Bülowstraße 38 im Lokale Königshof. Ost: Andreasstraße 21 in Joël's Salon. Nord: Chauffeestraße 88 im Eiskeller. Tages Ordnung: Die Bedeutung des 1. Mai und Stellungnahme zu demselben. 445/16 Alle Maurer werden zu diesen Verfammlungen eingeladen. Die Vertrauensleute der Maurer Berlins. gebunden 3,50 Mk., 10 Pfg. Diorama. Preis 3,60 mark. Porto 20 Pla. Amfelrufe. Preis 2,00 mark. Porto 20 Pfa. Strophen. Preis 1,60 mark. Porto 20 PTs. Aus meinem Liederbuch. Prachtband. preis 7,00 mark. Porto 80 Pfg. 崇 Achtung! Zimmerer! Arbrier- Bing Sonntag, den 22. April, Vormittags 10 Uhr, ger. v. Frau Renz- Stark; der Ponny in Cohn's Fettsälen( früher Norbert), Beuthstraße Nr. 22, 1 Tr.: Große Künstler- Spezialitäten Polichinell, Borgef. D. Herrn Lavater Vorstellung. Auftreten von Künstlern I. Ranges. Kapelle 24 Mann stark. Anfang 8 Uhr. Alcazar. Lee; die Handatrobaten Gebr. Detroit; die Luftgymnastifer Gebr. Wortley etc. Sonnabend: Benefiz f. d. ,, August" Mr. Lavater Lee. Sonntag: 2 Vorstellungen. Fr. Renz, Direktor. Kranken- Unterstützungs- u. Variété. u. Spezialitäten- Begräbnissverein d. Bau- u. Theater. Dresdenerstr. 52/53( City- Passage.) Vornehmster Familien- Aufenthalt. Neu! Höllenqualen. Neu! Poffe in 1 Akt von Bernhard. Neu! Eingescift. Eingeseift. Neu! Operette in 1 Att v. A. L'Arronge. Auftreten sämmtl. Spezialitäten. Anfang: Sonntags 7 Uhr. Entree: Wochentags 20 f. Wochentags 8 Uhr. Sonntags 30 Pf. AG R. Winkler. Ich erkläre Karl Maiwald für einen Ehrenmann. Ernst Matschke. gewerbl. Hilfsarbeit. Berlins. Sonntag, den 22. April, Vormittags General- Versammlung des Vereins der Zimmerer Berlins und Umgegend. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 1. Quartal 1894. 2. Neuwahl der Revisoren. " 3. Bortrag über: Die Chartistenbewegung in England". Referent Genosse Dr. Pinn. Wegen der wichtigen Tagesordnung( Abrechnung) werden die Mitglieder ersucht, recht pünktlich und zahlreich zu erscheinen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Der Vorstand. [ 428/15] Schöneberg. 11 Uhr, im Lokal des Hrn. Saeger, Freie Vereinigung der Bau- und gewerblichen Hilfsarbeiter Grüner Weg 29: Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Raffenbericht vom I. Quartal. 2. Berathung der Statuten. 3. Vereinsangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Jedes Mitglied ist verpflichtet, zu erscheinen, da es sich um hochwichtige Sachen handelt. 126/20 Der Vorstand. Schönebergs und Umgegend. Mitglieder- Derlammlung 121/20 am Sonntag, den 22. April, in ,, Jacob's Salon", Grunewaldstraße Nr. 110. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Neue Mitglieder werden dort aufgenommen. Der Vorstand. Verein Schäfte branche. Sonnabend, den 21. April, Abends 9 Uhr: Versammlung Wallstraße 20. Bericht der Revisoren. Verloren u. 10 Stichel s. Xylographie ein Buch zur Bierbrauerei 3080b Der heutigen Nummer unseres Gekauft werden jede Anzahl weiße Mäuse, Tanzmäuse, Lachtauben, Meerschweine, Mehlwürmer, Kaninchen, Vogelbauer, Kanarienvögel, alle Arten Tauben. Redtmann, Madaistr. 2, Gegen Belohnung abzugeben b. Hoppe, Blattes liegt die gestrige Gewinn30866 N., Schulstr. 49. am Schlesischen Bahnhof. 30846 lifte der prenh. Lotterie bei. Verantwortlicher Redakteur: Hugo Pötzsch in Berlin. Druck und Berlag von Maz Bading in Berlin SW., Beutostraße 2. Deutsche Arbeiter- Dichtung. Eine Auswahl Lieder und Gedichte deutscher Proletarier. Bd. 1. W. Hafenelever, B. Frohme, A. Lepp. Bd. 2. J. Audorf. Bd. 3. R. Lavant. Bb. 4. M. Regel. Bd. 5. A. Schen. Preis pro Band, eleg. gebunden Mk. 1. Porto 10 pfa. * Sochfluth. Sozialistische Beitgedichte zum 1. Mat. Preis 20 pfg. Porto 8 Pfa. * und Gelegenheits- Gedichte Frologe für Arbeiterfeste. Bon Manfred Wittich. Preis 75 Pfa. Porto 10 pfa. Gebunden 1,80 mark. Porto 20 pkg. 米 Raketen u. Leuchtkugeln. Eine Festgabe zum 1. Mat. Von S. Kokosky. Preis 20 Pfo. Porto 3 Pfg. Bei Bezug von auswärts empfiehlt es sich, bet fleineren Bestellungen den Betrag in Postmarten gleich beizufügen, bei größeren Aufträgen vorherige Einsendung, um die Machnahmekosten zu ersparen. Hierzu zwei Beilage 1. Beilage zmn„Vorwärts" Berliner Volksblatt Nr. 91. Freitag, den SO. April 1894, 11. loljtg. Pca'lmncntölreKirfjfc. Deutscher Reichstag. 86. Sitzung vom 19. April 1894, 11 Uhr. Am Bimdesrathstische: Graf v. Caprivi, v. Bötticher, Grasjv. Posadowsky, v. Marschall, Nieberding. Eine Reihe von Petitionen werden als zur Erörterung im Plenum nicht geeignet erklärt. Zur dritten Berathung des Waarenzeichen-Gesetzes haben die Abgg. Hammacher, Schmidt-Elberfeld, Müller-Harburg und Bebel die Streichung des auf Antrag Roeren in zweiter Lesung beschlossenen§ 15b(Bestrafung der concurrence deloyale, des unlauteren Wettbewerbs im Waarenverkehr) beantragt. Eine Generaldiskussion wird nicht beliebt. In der Spezialdebatte wird nur der§ 15 b erörtert. Staatssekretär v. Bötticher: Wie ich schon in zweiter Lesung ausführte, ist der Gesetzentwurf ernstlich gefährdet, wenn § I5b in demselben stehen bleiben sollte. Heute kann ich diese Besorgniß in noch schärferer Form zur Gellung bringen. Den unlauteren Wettbewerb anlangend, wiederhole ich die Versiche- rnng, daß ich ernstlich bemüht sein werde, bis zur nächsten Session dem Hause einen Gesetzentwurf vorzulegen, der nach dieser Richtung hin Maßregeln vorschlägt. Abg. Roeren(Z.) bedauert die ablehnende Haltung der verbündeten Regierungen zu dieser Frage. Das Ergebniß der ganzen Diskussion dieser Frage habe gezeigt, daß wir in Deutsch- land noch weit davon entfernt seien, uns aus den freien Stand- punkt der französischen Gesetzgebung zu stellen. Abg. Hammacher(ntl.): Eine weitere Diskussion kann zu nichts führen. Ich nehme nur Gelegenheit, dem Minister für die Bereitwilligkeit zu danken, mit welcher er die Gesetzgebung des Reiches auf diesem Gebiete alsbald in Thätigkeit zu setzen ver- sprachen hat. Die Beseitigung der vorhandenen Mißstände darf aber nicht durch strafrechtliche, sondern muß durch zivilrechtliche Bestimmungen zu erreichen gesucht werden. Abg. Jacobskötter(dk.): Bei der Zwangslage, in die wir versetzt werden und im Vertrauen darauf, daß die Regierung ihr heute gegebenes Versprechen einlösen wird, werden wir die Vor- läge auch ohne§ 15b annehmen. Abg. Bockel(Ant. Res.-P.) bedauert ungemein, daß der erste Anlauf zu einem kräftigen Vorstoß gegen den Schwindel-Waaren- verkehr durch die ablehnende Haltung der Regierung wieder wirkungslos bleiben soll. In bezug auf die Versprechungen der Regierung sei er nach den Vorgängen bei der Militärvorlage sehr mißtrauisch geworden und werde nicht eher an das jetzige Versprechen glauben, als bis er die Vorlage vor sich sehe. Der Antrag Roeren biete endlich eine Handhabe zur Bekämpfung der Schwindelausverkäufe u. dgl. Da ziehe die Regierung ihre Hand zurück. Ihm sei der Spatz in der Hand viel lieber, als die Taube auf dem Dach, der Antrag Roeren viel lieber, als alle schönen Bemühungen des Staatssekretärs. Für§ 15b stimmt jetzt das Zentrum mit den Antisemiten. Der Paragraph ist gestrichen; entsprechend wird auch die Ueber- fchrist geändert. Im Uebrige« wird die Vorlage unverändert in ihren weiteren Bestimmungen und schließlich auch im Ganzen an. genommen. Bei der Uebersicht der Ausgaben und Einnahmen des Reichs pro 1892/93 bemerkt Abg. Gröber, daß es sich hier um 40 Millionen Etats» Überschreitungen handelt, über deren Verbleiben man nur einen mündlichen Bericht erhalten habe, der gestern in den Berathungen spurlos untergegangen sei. Ueber diese wichtigen Dinge bedürfe es eines ausführlichen schriftlichen Berichtes, man möge daher b;e Vorlage absetzen und auf die Sache in der nächsten Session zurückkommen. Abg. Paasche(natl.) als Referent der Rechuungskommission führt aus, daß die 40 Millionen Ueberschreitungen sich bei näherem Zusehen auf 19 Millionen reduziren, da der Restbetrag das Plus an Ueberweisungen darstelle. Die Kommission habe aber auch ihrerseits lebhaft bedauert, daß so starke Ueber- schreilungen vorgekommen sind; nachdem diese Summen aber einmal ausgegeben waren, konnte sie nichts anderes lhun, als die Genehmigung ertheilen und eine Resolution annehmen, welche Remedur fordert. Diese Resolution sei gestern auch bereits an- genommen worden. Staatssekretär Graf PosadotvSky: Die Ueberschreitungen hätten sämmllich aus unabweisbare Bedürfnisse hin erfolgen müssen. Abhilfe sei nur möglich, wenn jeder einzelne Etats- lilel noch sorgfältiger als bisher geprüft werde, andererseits werde der Sckiatzsekretär sich ernstlich bemühen, in Zukunft solche hohen Ueberschreitungen nach Möglichkeit zu vermeiden. Abg. Rintelen(Z.) hält nach diesen Ausführungen die An- nähme des Antrages Gröber für um so nothwendiger. Von einer mangelhaft befetzten Kommission sei die Sache behandelt worden und offenbar noch nicht spruchreif. Abg. Richter: Die Ankündigung de» raschen Schlusses der Session hat auch die Rechnungskommrssion zu dieser überstürzten Arbeit veranlaßt. Was nützt alle Etatsberathung, wenn man es nachher mit der Ueberschreitung so leicht nimmt. Bisher habe die Rechnungskommission stets schriftlich über solche Fälle be- richtet. Ausgeschlossen sei ja auch nicht, die Genehmigung zu versagen; aber auch in den Fällen, wo dies nicht angezeigt sei. habe die schriftliche Berichterstattung ihre große Bedeutung für den Reichskanzler, wie für das Parlament. Wir haben hier nicht die Aufgabe, noch möglichst viel Journalnummern zu tödten, sondern wir haben nur noch zu erledigen, was sachlich erledigt werden muß. � �. Abg. Schoenlauk!(Soz.): Den Vorsitzenden der Kommispon trifft für die Ueberstürzung keine Schuld. Wir werden für den An trag Gröber eintreten, da die Ueberschreitungen so unerhört groß sind, daß eine genaue Nachprüfung vorgenommen wer- den muß. Abg. v. Frege(dk.) erkennt ebenfalls an. daß die Höhe der Ueberschreitungen ungewöhnlich ist und stimmt im Interesse einer sachlichen Prüfung der Zurückverweisung der Uebersicht an die Kommisston zu. Die Ueberschreitungen stammen zum Theil daher, weil zu hohe Einnahme» Anschläge in den Etat gesetzt waren. Staatssekretär Graf Posadowsky: Den verbündeten Re» gierungen kann es nur erwünscht sein, wenn eine recht gründliche Prüfung erfolgt und in der nächsten Session die Uebersicht eine ausführliche Erörterung in aller Oeffentlichkeit erfährt. Nachdem noch die Abg. v. Bennigsen und Rickert sich zur Sache geäußert, wird der Antrag Gröber angenommen. Der Nachtragsetat(10 400 M. für 3 ständige Mit- glieder des Patentamtes, welche wegen der dem Amt über- tragenen Funktionen auf grund des Waarenzeichen-Gesetzes neu angestellt werden müssen) zum Etat für 1894/95 wird definitiv genehmigt, ebenso die Vorlage, betreffend den Schutz der Brieftauben und den Brieftaubenverkehr im Kriege. Es folgt die dritte Berathung der Novelle zum Stempel- st e u e r- G e s e tz. In der Generaldiskussion bemerkt Abg. Graf Arnim(Rp.), daß die abgelehnten weitergehenden Anträge, namentlich bezüglich der Ouittungssteuer, bei der jetzigen Geschäftslage nicht wieder aufgenommen, aber später den: Reichslage wieder vorgelegt werden sollen. Die ausländischen Dividendenpapiere hätte eins viel höhere Steuer vertragen können. Man habe aber diesmal auch mit dem Widerstand der Reichsbank-Verwaltung zu thrni gehabt. Den Ergebnissen der Börsenenquete sei nur in ganz ungenügendem Umfang Rechnung getragen worden. Leider sei dem Bankier die Freiheit, mehr Stempel seinen Kommittenten zn verrechnen als er selbst veraus lagt habe, belassen worden. Staatssekretär Graf v. Posadowsky: Es hat sich in der Kommission gezeigt, daß jeder Weg, der dahin führen soll, daß jeder Bankier nur den verauslagten Stempel erheb" darf, ungangbar ist. Jede vorgeschlagene Formulirung hat sich als juristisch unhaltbar erwiesen. Aus diesem Grunde hat sich die Kommission darauf beschränken müssen, eine Resolution in der gedachten Richtung vorzuschlagen. Daß die Mitglieder des Reichsbank-Direktoriums die Interessen der Börsenkreise in nicht zulässiger Weise vertreten hätten, muß ich zurückweisen. Möglich ist, daß wir zu einer Aenderung des Börsensteuer- Ge setzes kommen, die Voraussetzung aber ist ein Börsen-Organisa- tionsgesetz. Abg. v. Manteuffel(dk.): Die Nothwendigkeit einer deutschen Finanzresorm ist in den letzten Monaten immer dringender geworden. Die Einnahmen aus den Zöllen sind durch die Handelsverträge um 35—40 Millionen herabgemindert; in der Steuerkommission hat am Montag der Schatzsekretär evident nachgewiesen, in welcher Finanznoth sich Reich und Einzelstaaten befinden. Es zeigt sich immer mehr, welchen Fehler der Reichstag machte, indem er daS Reformgesetz nicht vorweg in Berathung nahm.(Sehr wahr! rechts.) Daß auch die Sozial demokraten sich gegen die höhere Heranziehung der Börse aus sprachen, mag wohl aus einem anderen, einem Rassenzusammen- hang herrühren.(Sehr gut! rechts.) Thatsächlich ist übrigens auch von den Vertretern der verbündeten Regierungen gegen unsere Anträge eingewendet worden, wir dürfen dies und das nicht machen, sonst würde die Börse solche Geschäfte im Jnlande überhaupt nicht mehr machen. Ob das zutrifft, kann doch nur die Erfahrung lehren. Es ist ein Unglück, daß ein Börsen- organisationsgesetz aus grund der Enquete nicht bereits vorgelegt war, auf grund dessen man strammere Bestimmungen für die Börse und das mobile Kapital überhaupt hätte treffen können. (Zustimmung rechts.) Abg. Speiser(südd. Vp.): Wir stimmen für die Vor- läge, weil wir glauben, daß diejenigen die Lasten der Militär- vorläge tragen sollen, welche sie am besten tragen können, näm- lich die Börse. Abg. Richter: Die Steuergesetze vor der Finanzreform- Vorlage zu berathen, hat uns das Zentrum vorgeschlagen. Die Herren rechts nehmen es mit der Steuerbelastung ja nicht so ge- nau, namentlich wenn die ostelbischen Grundbesitzer nicht getroffen werden.(Unruhe rechts.) Die Finanzlage für 1894/95 ist keines- wegs eine ungünstige. Ganz unrichtig ist es, daß der Schatz- sekretär nachgewiesen haben soll, daß es so nicht weiter gehen kann. Die Matrikularbeiträge werden nur um 6 Millionen die Ueberweisungen übersteigen und auch im Jahre darauf nur um 13 Millionen. Was will das gegenüber einem Milliardenetat besagen? Ich bestreite auch, daß das Plus der Matnkularbeiträge 1895/96 13 Millionen betragen wird. Das Gqsetz, welches wir heute machen, wird sich in der Praxis als nicht haltbar erweisen. Wenn Graf Arnim behauptete, die Er- leichterung des Arbitrageverkehrs sei nur darum eingetreten, weil die Regierung mit den Spitzen der baute Luanoe Rücksprache gehalten habe, so wundere ich mich, daß der Schatz- sekretär einer solchen Behauptung nicht entgegengetreten ist. Schatzsekretär Graf PosadowSY: Meine Ausführungen am Montag in der Kommission gingen von der Boraussetzung aus, daß die Börsensteuer thatsächlich die veranschlagten 24 Millionen einbringt; daß ist aber sehr ungewiß. Ich bedaure, daß ich die von dem Vorredner erwähnte Aeußerung aus der Rede des Grafen Arnim nicht gehört habe.(Zuruf rechts: hat er auch gar nicht gesagt!) Ich würde sie sonst zurückgewiesen haben. Abg. Singer: Ich habe Herrn v. Manteuffel überschätzt in der Annahme, daß er ein Verständniß habe für die Motive, wes- halb meine Partei gegen die Börsensteuer stimmt. Ich muß also diese Motive wiederholen. Wir stimmen gegen die Börsensteucr wie gegen alle Steuervorlagen der Regierungen hauptsächlich des Verwendungszweckes wegen. Wir sind der Meinung, daß die- jenigen Parteien, welche die Heeresverstärkung beschlossen haben, die Verpflichtung haben, denjenigen Gesellschaftsklassen die Leistung der Beiträge für die Heeresverstärkung aufzulegen, zu deren Schutz diese Heercsverstärkung beschlossen ist.(Unruhe rechts.) Die Arbeiterklasse hat keine Veranlassung für Steuern zu stimmen, die zur Verstärkung einer Institution dienen, die wir als kullurwidrig und gegen die Interessen der Arbeiter gerichtet ansehen müssen. Ich muß dagegen Verwahrung einlegen, daß man uns fortwährend Motive unterzuschieben sucht, die Sie für Ihre Agitation im Lande und im Reichstage verwenden und erkläre, daß unsere Motive nicht ein Atom schlechter werden, daß sie der konservativen Partei nicht gefallen.(Lachen rechts.) Sn Bezug auf unsere Haltung zur Börscnreform haben die erren ein kurzes Gedächtniß.Z Gerade ich habe s. Z. eine Fülle von Vorschlägen gemacht für Börsenreform- Gesetze. Niemand verurtheilt die Auswüchse der Börse schärfer als wir, aber es kommt uns etwas komisch vor, wenn dre Mitglieder der- selben Gesellschaftsklassen, die an der Börse ihre Ge- schäfte machen, hier Zeter und Mordio über die Börse schreien. Es ist eine Heuchelei, daß die heulige Gesellschaft über die Auswüchse an der Börse zetert, während sie doch selbst weiter nichts ist als eine große Gesellschaft von Aus- beutern gegenüber den Armen und wirthschaftlich Schwächeren. (Lachen rechts; Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Die herrschenden Klaffen sind nicht die berufenen Richter über die Börse, sie gehören ebenso auf die Anklagebank wie die An- geklagten. Sollte aber ein Börsenresormgesetz vorgelegt werden, welches das Börsengeschäft zu einem solideren macht, so werden wir nicht nein sagen.(Rufe rechts: na, na!) Zum Schluß eine persönliche Bemerkung: Herr von Manteuffel hat mit der ihm eigenen Feinheit der Ausdrucksweise nicht unterlassen können, es auszuspreche», daß das Verhalten der sozialdemokratischen Mit- glieder in der Börsensteuerkommission vielleicht zurückzuführen sei auf den Rassenzusammenhang mit der Börse. Ich habe nicht die Neigung, hier in diesem Hause Herrn von Man- teuffel in dem Tone zu antworten, der ihm eigentlich gebührt. Das würde auch der geehrte Herr Präsident nicht zulaffen, und ganz ehrlich gesagt, halte ich es auch für unter meiner Würde liegend(Lachen rechts) ihn wegen dieser Aeuße- rung der Ehre einer Antwort zu würdigen. Nur eins will ich feststellen, daß nach meiner festen Uederzeugung der Herr Freiherr v. Manteuffel vielleicht innigere und intimere Beziehungen zur Börse hat, vielleicht interessirter an der Börse ist wie ich, denn ich habe in meinem ganzen Leben irgend ein Geschäft an der Börse nicht gemacht; ob das aber Herr v. Manteuffel von sich sagen kann, ist mir doch sehr zweifelhast.(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Abg. Rintelen(Z.) tritt den von den Abgg. Graf Arnim und v. Manteuffel gegen die Kommission erhobenen Vorwürfen entgegen. Die Vorlage wird vom Zentrum im großen und ganzen nach den Beschlüssen zweiter Lesung angenommen werden. Abg. Graf Arnim bemerkt gegen den Abg. Richter, daß dieser ihm eine unrichtige Aeußerung in den Mund gelegt habe. Einige Mitglieder der Kommission haben sich mit größeren Firmen in Verbindung gesetzt wegen der Erleichterung des Arbitrageverkehrs; dies und nichts anderes habe ich behauptet. Wenn Herr Singer die Steuer ablehnt und die Sozialdemokraten stets in ihren Versammlungen verlangen, daß die Steuern auf die Wohlhabenden, auf die Ausbeuter gelegt werden sollen, so genügt es, auf diesen Widerspruch hinzuweisen, um die Taktik der Sozialdemokraten zu kennzeichnen. Abg. Richter: Ich wiederhole, daß die Rede des Grafen Arnim angesichts der Geschäftslage des Hauses deplazirt war. Seine Aeußerungen über das Arbitragegeschäft haben wir auf der Linken hier übereinstimmend so verstanden, wie ich aus- geführt habe. Damit schließt die Generaldiskussion. In der Spezialdiskussion wird zunächst der Tarif berathen. Nach Nummer 1 sollen befreit sein vom Effektenstempel solche Aktien, welche von Aktiengesellschaften ausgegeben werden, die ausschließlich gemeinnützigen Zwecken dienen und ihren Rein- gewinn auf höchstens 4 pCt. des Kapitals beschränken. Nach den Beschlüssen zweiter Lesung soll für diese Befreiung folgende Schlußbestimmung Geltung haben: Die von solchen Aktiengesell- schaften beabsichtigten Veranstaltungen müssen für die minder- begüterten Volksklassen bestimmt sein. Auf Antrag der Abgg. Hammacher und Schmidt- Warburg wird diesem Zusatz hinter»müssen" das Wort„auch" zugefügt. Im Tarif Nr. 4 der Beschlüsse zweiter Lesung ist folgendes bestimmt: Nr. 4a setzt den Stempel für Kauf- und Anschaffungs- geschäfte in Banknoten, Papiergeld, Geldsorten und Werlhpapiere auf 2/vi pro Mille fest; Nr. 4 b den Stempel auf Kauf- und Anschaffungsgeschäfte über Waaren mit bestimmter Lieferungs- frist, wenn dieselben gemäß den seitens einer Börsenbehörde fest- gesetzten Geschäftsbedingungen abgeschlossen werden und wenn für die an der betreffenden Börse geschlossenen Geschäfte solcher Art eine Feststellung von Terminpreisen erfolgt, Vro, f ü r alle übrigen Kauf- und Anschaffungsgeschäfte über Waaren, wenn dieselben gemäß den seitens einer Börsen- behörde für solche Geschäfte festgesetzten Bedingungen abgeschlossen werden, 2 ha pro Mille. Die Vorlage setzte für Kauf- und sonstige Anschaffungsgeschäfte, welche unter Zugrundelegung von Usancen einer Börse geschlossen werden(Loco-, Zeit-, Fix-, Termin-, Prämien- u. f. w. Geschäfte) über Mengen von Waaren, die börsenmäßig gehandelt werden, 4/;o pro Mille fest. Börsenmäßig gehandelte Waaren sollen nach der Vorlage solche sein, für welche Terminpreise an der betreffenden Börse notirt werden. Die Abgg. Möller- Dortmund, v. Buol und Frese be- antragen die Wiederherstellung der Äorlage. Abg. Schwarz(Z.) will die Termingeschäfte in Getreide und Getreidefabrikate mit einem 5mal so hohen Umsatzstempel, also mit ca. 2 pro Mille besteuern. Nach einem Antrag Gescher soll für den Fall der Mieder- Herstellung der Vorlage diese den Zusatz erhalten: Die Steuer- Pflicht tritt in diesem Fall für die gesammte Waarengattung (Kaffee, Weizen, Spiritus, Zucker u. f. w) ein, wenn sich die Terminnotirung auch nur auf eine bestimmte Qualität dieser Waarengattung bezieht. Für den Fall der Annahme der Beschlüsse zweiter Lesung will Abg. Richter die Worte:„wenn dieselbe gemäß seitens einer Börsenbehörde für solche Geschäfte festgesetzten Geschäfts- bedingungen abgeschlossen werden", ersetzt wissen durch folgende Fassung:„für welche an der Börse, deren Usancen für das Ge- schüft maßgebend sind, Terminpreise notirt werden." Abg. Möller: Die Besprechung derjenigen, welche sich in zweiter Lesung an der Berathung der Nummer 4 b bethr.ligten, sowie die Konferenz mit einer Reihe von Vertretern der bedeutendsten Handels- und Börsenplätze hat für uns ergeben, daß der Beschluß zweiter Lesung, der alle Kauf- und An- �affungsgeschäfte über Waaren treffen würde, die irgendwie als börsenmäßig gehandelt anzusehen wären, nicht aufrecht er- halten werden kann. Aus der Wiederherstellung der Vorlage würde keine Verminderung, sondern eher eine Vermehrung der Einnahmen sich ergeben. Außerdem steht fest, daß die ver- kündeten Regierungen eine allgemeine ausnahmslose Waaren- umsatz-Steuer nicht beabsichtigt und nicht gewollt haben. Gerade im Interesse der kleinen Provinzialbörsen, welche durch diese Be- fchlüsse schwer beunruhigt würden, müssen wir die Borlage in dem Regierungsentwurf wieder herstellen. Zwischen reinem Diffcrenzgeschäft und Effektiv-Termingeschäft ist nach äußeren Merkmalen nicht zu unterscheiden. Die Bedeutung des Termin- Handels kann durch den Hinweis aus die vorkommenden Miß- brauche nicht, abgeschwächt werden. Abg. Gescher(dk.): Wir bedauem die erfolgten Abstriche an den aus diesem Gesetz zu erwartenden Mehremnahmen auf das allertiefste. Für den Standpunkt des Herrn Singer wird wohl kein Mitglied irgend einer anderen Partei im Hause Ber- ständniß haben. Gerade diese Gesellschaftsklassen, welche von der Militärvorlage Nutzen haben, sollen auch zu den Kosten rangezogen werden. Dazu gehören vor allem die Ausbeuter auf der Börse. Der Präsident ersucht den Redner, nicht in die General- diskussion zurückzufallen. Abg. Gescher(fortfahrend): Wenn wir dem Antrag Möller zustimmen, so thun wir eS der Roth gehorchend, nicht dem eigenen Triebe, weil wir erkannt haben, daß die Kommissions- fassung und der Beschluß zweiter Lesung sich nicht halten läßt. Abg. Gamp erklärt sich gegen den Antrag Schwarze. Den Antrag Gescher unterstützt der Redner. Man könne nicht zulassen, daß der gewöhnliche Santoskaffee steuerpflichtig sein solle, der theure Mokka nicht. Dieselbe Erwägung treffe aus alle übrigen börsenusancenmäßig gehandelten Waaren zu. Für heute be- gnügen wir uns mit der Regierungsvorlage, ergänzt durch den Antrag Gcscher. Abg. Richter: Ich bin der Meinung, daß diese Steuer sehr empfindlich nachtheilig auf die Landwirthschaft zurückwirken wird. Die Rechte übersieht eben vielfach, daß die Interessen des Handels, die Sie feindselig behandeln, mit denen der Landwirthschaft zusammenfallen. Den Antrag Schwarze hat Herr Gamp treffend abgefertigt. Die Konsequenz des Antrages Möller muß aber auch zur Annahme meines Antrages führen, der den thatsächlichen Verhältnissen besser Rechnung trägt. Herr Gescher vertritt einen ganz einseilig fiskalischen Standpunkt; er will durchaus das Huhn schlachten ohne Rücksicht aus die Eier zu nehmen, die das Huhn legt. Der Vater der unglücklichen Beschlüsse zweiter Lesung, Herr Gamp, scheint anzunehmen, daß nur die Interessenten den Sieg davongetragen haben, wenn jetzt die Regierungsvorlage wieder hergestellt� wird; der Antrag Gamp ist aber gerade durch die Thatsachen, welche die Interessenten inzwischen vor- gebracht haben, als ein Produkt grober Unkenntniß der einschlägigen Verhältnisse blosgestellt worden. Die Besteuerung des Waarengeschäfts hat die bestimmte Geschästsform des Terminhandels treffen wollen, nicht das Produkt, die Waarc, den Artikel an sich. Die Besteuerung des Waarenumsatzes würde um so ungerechter sein, als dieselbe oft mehrmals zum Gegen- stände des Geschäfts gemacht und also mehrmals stempelpflichtig wird. Mein Antrag ist bestimmt, den unfaßbaren Ausdruck Börsenbehörde" zu eliminiren. Selbst die Welteften der Berliner Der Reichskanzler erklärt sich zur sofortigen Beantwortung verbündeten Regierungen werden deshalb nach dem WiederKaufmannschaft sind keine Börsenbehörde. Geschäftsbedingungen der Interpellation bereit. zusammentritt des Reichstages von neuem mit entsprechenden und Usancen sind auch keineswegs dasselbe. Wird die Steuer- Abg. Graf zu Jun- und Knyphausen begründet die Vorschlägen in der Hoffnung hervortreten, daß eine Verständigung pflicht von dem Vorhandensein von Ufancen abbängig gemacht, Interpellation mit dem Hinweis auf die Schädigung der Land- über die Reform und die Beschaffung der hierzu erforderlichen dann wird eine Prämie auf die Geschäftsabschlüsse ausschließlich wirthschaft durch die Handelsverträge. Aus dem Hause seien Mittel erzielt werden wird. Auf grund der mir ertheilten allerUsancen gesetzt, und das ist eine geradezu gemeingefährliche Wirkung verschiedene Mittel bezeichnet worden, wie der Landwirthschaft höchsten Ermächtigung erkläre ich im Namen der verbündeten des Antrags Gamp, den das Haus in zweiter Lesung annahm. geholfen werden könne: der Wollzoll, der Antrag des Grafen Regierungen den Reichstag für geschlossen. Herr Gescher will nun alle Gattungen einer Waare steuer- Ranih u. f. 1. Der preußische Finanzminister wies auf die Präsident v. Levehow schließt hierauf mit dem üblichen pflichtig machen, wenn für eine Gattung Terminpreise notirt horrende Sypothekenbelastung bes Grundbesizes im Often hin. Hoch die Situng. Schluß gegen 51/2 Uhr. werden. Was eine Waarengattung ist, sagt Herr Gescher nicht. Daher wäre wohl die Bitte berechtigt, daß die BundesNach diesem Antrage muß auch für rettifizirten Spiritus, für regierungen aussprechen, wie sie ohne Schädigung der Landraffinirten Zucker die Steuerpflicht eintreten, auch wenn für wirthschaft die Finanzen des Reiches verbessern wollen; denn diese Produkte gar feine Terminpreise notirt werden. Die in die Steuervorlagen, welche in diefer Seffion gemacht sind, können Betracht kommenden Industrien haben keine blaffe Ahnung von durchaus nicht als solche angesehen werden, welche die Landdem ihnen durch den Abg. Gefcher zugedachten Ueberfall. wirthschaft nicht beeinträchtigen. Keine Erörterung, feine Untersuchung dieser weittragenden Neuerung hat stattgefunden; wie gefährlich berartige plögliche Improvisationen sind, haben wir doch in den letzten Tagen erlebt. Abgeordnetenhaus. 53. Sigung vom 19. April 1894, 11 Uhr. Am Ministertische: Miquel, v. Berlepsch und Kom missarien, Das Haus ertheilt zunächst in bezug auf die allgemeine Rechnung für 1890/91 der Regierung Entlastung und genehmigt vorbehaltlich der Rechnungslegung die Etatsüberschreitungen und außeretatsmäßigen Ausgaben des Jahres 1892/93. der billigen wir die Tendenz ganz und gar; aber das reine Differenz eingetreten.Manteuffel: Die verbündeten Regierungen müßten fordert der Ralibergbau große technische V vjichtsmaßregeln, die geschäft von den Geschäften überhaupt zu unterscheiden, ist eben noch unmöglich. Ein Schlußantrag wird angenommen. Schatzsekretär Graf Posadowsky erklärt, daß er den Antrag Gescher zur Annahme empfehlen könne, wenn ein inzwischen eingelaufener Unterantrag des Abg. v. Stumm, der den Begriff Waarengattung" genauer umschreibt, indem statt der Worte Kaffee, Weizen, Spiritus, Zucker u. f. w." gesagt werden foll, oder eine Unterart derfelben", zur Annahme gelangt. " Die übrigen Tariffäße, so wie Bestimmungen des Gesetzes selbst werden unverändert angenommen. Abg. Träger beantragt, den Termin für das Inkrafttreten des Gesetzes vom 1. Mai auf den 1. Juni hinauszuschieben. Abg. Möller wird mit den Nationalliberalen dafür stimmen, da in der kurzen Zeit bis zum 1. Mai es gänzlich unthunlich erscheine, die Vorbereitungen für das Inkrafttreten des Gesetzes au erledigen. Die Abgg. Rintelen, Graf Arnim und Hahn bestreiten dies und empfehlen, an den Beschlüssen zweiter Lesung festzuhalten. Der Antrag Träger wird abgelehnt, das Gefeß wird am 1. Mai 1894 in Kraft treten. Der Schluß der Rede geht in der allgemeinen Unruhe des Saufes unter. Reichskanzler Graf v. Caprivi: Ich lege Werth darauf, festzustellen, wie die Interpellation lautet. Ich habe mich verpflichtet, diese Interpellation zu beantworten, nicht aber auf die Mittel gegen den Niedergang der Landwirthschaft einzugehen. Abg. Schwarze( 3.) tritt für diesen Antrag ein, dessen An- Hätte der Interpellant das schriftlich niedergelegt, worauf er In zweiter Berathung gelangt ohne Debatte der Gesetznahme zur Zurüddämmung der wüsten, die Konsumenten in der mündlich zielte, fo hätte ich erklärt, ich würde die Interpellation entwurf wegen Deckung von Ausgaben( d. h. des Fehlbetrages entsetzlichsten Weise schädigenden Getreidespekulationen eine nicht beantworten. Auf die Frage: Wie gedenken die ver von 25 290 907,84 M.) bes Jahres 1892/93 zur Annahme; endlich unbedingte Nothwendigkeit sei. Die weiteren Ausführungen des bündeten Regierungen die durch die Bollgefeßgebung entstandenen wird bezüglich der Rechnungen der Kaffe der Oberrechnungs Redners bleiben bei der wachsenden Unruhe des Hauses auf der Schädigungen der Finanzen des Reichs in einer die Land- kammer für 1892/93 die Entlastung ausgesprochen. Journalistentribüne unverständlich; Präsident v. Leve how ver- wirthschaft nicht beeinträchtigenden Weise auszugleichen", tann Darauf wird die zweite Berathung des Gefeßentwurfs weist den Redner, der vom Gegenstande abzuschweifen scheint, ich keine andere Antwort geben, als die: Die verbündeten betreffend die Aufsuchung und Gewinnung auf die Thatsache, daß das Haus sich in der Spezialdiskussion Regierungen beabsichtigten bas dadurch zu thun, daß fie kali und Magnesiafalse fortgefeht beim Artikel III, befindet. die Tabak-, Wein und Börsensteuer vorlegten. Haben Sie wonach dieser allein dem Staate zustehen soll. Abg. Gescher: Nicht eine Unbilligkeit herbeiführen, sondern diese Steuern abgelehnt, so müssen die verbündeten Regierungen Abg. v. Schalfcha( 3.): Man spricht dieser Vorlage gegen eine solche vermeiden soll mein Antrag. Gerade von Börsen von neuem erwägen, wie sie die entstandenen Schädigungen der über von einem Monopole, weil das Wort im Volte im Verdacht interessenten selbst ist darauf hingewiesen, daß es ungerecht sei, die Finanzen des Reichs in einer die Landwirthschaft nicht beein- einer gefährlichen Bedeutung steht. Aber da neben dem Staate eine Waarengattung zu besteuern, die andere steuerfrei zu lassen. trächtigenden Weise ausgleichen sollen. Die weitere Frage: auch Private Kali fördern, da die Provinz Hannover ausgeschlossen Wir wollen keineswegs den Terminhandel vernichten, daß und welche Mittel des Ausgleichs gedenken sie auf dem Wege ist und da auch der Bezug von Kali von außerpreußischen fällt uns garnicht ein; wir wollen den Differenzhandel der Reichsgesetzgebung anzuwenden?" erledigt sich durch die Werken gestattet ist, so ist ein Monopol nicht vorhanden. treffen. Herrn Richter's Ginwürfe gegen meinen Antrag erste, denn andere Wiittel als sie die Bollgefeßgebung an die Die Synditate haben eine gewisse Berechtigung, aber doch auch find sämmtlich hinfällig. Er beanstandet den Ausdruck Hand giebt, stehen den verbündeten Regierungen nicht zur Ver- manche Nachtheile, denn sie berücksichtigen immer nur die großen Waarengattung, hat aber die zahlreichen ähnlichen Ausdrücke fügung.( Große Heiterfeit links.) Abnehmer und vernachlässigen die fleinen. Rali und Kohle im Gefeh unbeanstandet gelassen. An dem Antrag Schwarze Auf Antrag des Abg. v. Dallwit wird in die Besprechung laffen fich aber gar nicht vergleichen, denn die letztere tommt überall vor, das erste aber nur in Deutschland. Außerdem ersich doch klar darüber werden, wie sie die Ausfälle an Zoll bei den Kohlenwerken nicht nothwendig find. Ferner ist zwar einnahmen decken wollen, welche durch die Handelsverträge ent- Carnallit auf 2000 Jahre ausreichend vorhanden, aber Cainit standen sind. Die Deckung durch Matrifularumlagen ist nicht ist nur für 50 Jahre vorhanden.( pört!) Es sei zu verwundern, möglich, denn diese Umlagen sind eine Kopfiteuer, die immer am daß die Begründung der Vorlage davon keine Notiz genommen schwersten drückt, und zwar gerade auf die Landwirthschaft. Wir hat. Deshalb muß man den Raubbau verhüten, denn daß in hofften, durch den Antrag des Grafen Kanit aus den Finanz- der nächsten Zeit ein anderes Düngemittel gefunden werden nöthen herauszukommen. Redner will den Antrag nicht begründen, sollte, tönne man nicht annehmen. Die staatliche Aufsicht werde wendet sich aber gegen die Ausführungen gegen den Antrag, namentlich die Güte der Waare garantiren; denn daß die freie Konkurrenz Die mit dieser Erklärung wieder eröffnete Debatte wird als der Abg. Bachem und Richter, welch' legterer sogar mit einem die Güte der Waare fördert, kann nicht anerkannt werden. Man bald durch Annahme eines neuen Schlußantrages geschlossen. Ausnahmegefeh gegen die Agrarier drohte. Herr v. Bennigsen hat scheint gegen das Gesetz eingenommen zu sein, weil eine Waare Die Abgg. Frese und Zimmermann sprechen zur Geschäfts- gegen den Wollzoll.( Buruf: Zur Sache!) Ich bin bei der der Spekulation entzogen werden foll. ordnung ihr Bedauern aus, nicht mehr zum Worte gekommen Sache, denn die Einnahme aus dem Wollzoll würde den Finanzen Abg. Gothein( freif. Bg.): Die deutsche Industrie ist vera zu fein. Die Reformpartei wird gegen alle Abschwächungsversuche des Reiches helfen und die Landwirthschaft würde dadurch in dächtigt worden, daß sie unreelle Schundwaare liefert. Dagegen stimmen und lebiglich die Beschlüsse zweiter Lesung mit dem ihrer Viehzucht und Wollproduktion geschützt. Herr v. Bennigsen hätte auch der Minister für Handel und Gewerbe protestiren Amendement Schwarze annehmen. hat auf die Nebenprodukte der Landwirthschaft verwiesen und sollen. Die Gründe für die Vorlage sind durchaus nicht stichDie Anträge Richter, Schwarze und v. Stumm und Gescher dabei auf die Gier hingewiesen. Wenn der Bauer erst auf baltig. Man spricht davon, daß der Vorrath sich erschöpft. werden abgehnt; für den Antrag Schwarze stimmen auch die die Gier sehen soll, dann muß es schlecht mit ihm stehen. Aber allein die dem Fistus gehörenden Felder reichen für meisten Deutschkonservativen. Mit großer Mehrheit wird statt Was nutzt die Ausdehnung der Körnerproduktion, wenn 2000 Jahre aus. Die Privatwerke haben aber noch viel größere der Beschlüsse zweiter Lesung die Regierungsvorlage unverändert nicht einmal Die Selbstkosten durch die Preise ge- Vorräthe; man tann auf einen Borrath von 200 Milliarden wiederhergestellt. Gegen den Antrag Gescher stimmen die Parteien deckt werden? Was nüßt die intensive Landwirth. Bentner rechnen, die für 4500 Jahre reichen. Aber für die verder Linken bis auf einige Nationalliberale, eine Minderheit schaft, wenn die Produkte nicht abgesetzt werden können? liehenen Felder hat das Gefeh keine Bedeutung, diese gewinnt es des Zentrums und der Deutschkonservativen, sowie ein Theil der Die Herren von der freifinnigen Partei follten doch einmal die erst, wenn noch weitere unbekannte Schätze in der Erde liegen. Reichspartei. Güter kaufen und darauf die Wirthschaft versuchen. Wir fragen Der Verbrauch ist nicht so groß. wie man ihn berechnet. die Regierung, ob sie Mittel weiß, wie uns geholfen werden Die Verwendung von Kainit wird bevorzugt, weil die Kalifann.( Buruf links: Davon steht ja nichts in der Interpellation.) fabrikate zu hoch im Preise sind und auch zu hohe Frachten 1887 wurde die Nothlage der Landwirthschaft in der Thronrede zahlen müssen. Die Wassergefahr ist für den Kalibergbau nicht anerkannt und ein Zoll von 6 M. vorgeschlagen; die Bölle sind mehr so groß, da sich die Technik schon darauf eingerichtet hat. ieht auf 8,50 W. herabgefeßt. Da muß die Regierung Borschläge Man sollte den günstigen Zustand benutzen und noch recht viel zur Abhilfe machen.( Buruf links: Zur Sache!) ( Buruf links: Bur Sache!) Die Land der künstlichen Düngemittel exportiren. Unserer Landwirthschaft wirthschaft gehört nicht zur Reichskompetens, aber die Handels- wird die amerikanische Landwirthschaft teine Ronkurrenz mehr verträge sind Reichsfache und deshalb muß das Reich auf die machen können, wenn sie zur fünftlichen Düngung übergehen Einzelstaaten einwirken, damit diese der Landwirthschaft zu Hilfe muß. Wir fönnen im Interesse der Landwirthschaft nicht für fommen. Wenn die Personalunion zwischen dem Reichskanzler die Vorlage stimmen, denn wenn auch ein Staatsmonopol nicht und dem preußischen Präsidium bestände, würde auf diesem Ge- geschaffen wird, so erhält das Syndikat doch die Macht, biete mehr geleistet werden können. Monopolpreise zu stellen und zwar dauernd, denn es fehlt die Konkurrenz anderer Bezirke und des Auslandes, wie z. B. beim Kohlensyndikat. Das Staßfurter Werk verzinst fich zu 151/ s Prozent; da könnte wohl das Produkt etwas als ich die Interpellation las, ich den leisen Verdacht hatte, das billiger abgegeben werden; dabei sind die Selbstkosten noch unEnde vom Liede würde dahin gehen, gewisse Eindrücke, die von gewöhnlich hoch, weil das Wert wegen des Syndikats seine dem Antrag Kanig zurückgeblieben waren, zu verwischen, um den Einrichtungen nicht voll ausnuten kann. Wenn der Ring durch einen oder anderen Mißerfolg wieder gut zu machen.( Sehr das Gefeß gefestigt ist, dann ist alles möglich, auch daß nach richtig! links.) Was der Vorredner sagte, bestärkt mich in dieser dem Auslande billiger verkauft wird als nach dem Jnlande. Ansicht. Ich will nicht vom Gegenstand der Interpellation ab- Deshalb ist es bedauerlich, daß die Staatswerke dem Ringe beigehen, sondern mich auf eine Bemerkung beschränken. Er meinte, getreten sind. Wenn auch die Regierung mäßigend gewirkt hat, ich schiene die Interpellation und deren Werth, deren Tragweite, so sind die Preise doch immer noch hoch genug. Um Spekulation deren Richtung verkannt zu haben. Ja, es ist mir zweifelhaft, handelt es sich nicht, sondern um die Bergbaufreiheit, und wenn ob das Berkennen nicht auf der andern Seite lag. Jeder Zoll der Fiskus ohne das Gefeß kein neues Kaliwert einrichten kann, wirkt petuniar in zwei Weisen, einmal wirthschaftlich dann muß er schließlich alle seine Bergwerke stillstellen, denn sie bas auf die Preisbildung und andere Mal finanziell stehen alle unter dem freien Wettbewerb. Erfreulich ist es, daß Der Herr Abgeordnete hat der Fistus in Zukunft die Konkurrenzbohrungen einstellen will. auf die Reichs- Einnahmen. von der Preisbildung gesprochen und ist auf die alten Themata Wenn die Regierung ihre Schuldigkeit thut, dann wird es leicht von der landwirthschaftlichen Noth zurückgekommen. Die Inter- fein, die Monopolpreise zu beseitigen. pellation sagt kein Wort davon, fie spricht immer nur von den Minister v. Berlepsch: Der Vorredner hat mich aufSchädigungen der Finanzlage, befaßt sich also mit der einen gefordert, Broteft zu erheben gegen die angebliche Berdächtigung Seite der petuniären Einwirkung, ignorirt die andere, und was der Industrie. Es ist, wie schon öfter, im Laufe der Debatte geAbg. Bebel( Soz.): Angesichts der vorgerückten Stunde will Serr v. Manteuffel sagte, gehört lediglich auf die ignorirte Seite. fagt worden, daß die freie Konturrenz die Güte der Waaren ich namens meiner Parteigenossen nur erklären, daß wir entBeifall links.) nicht garantire, daß auch schlechte Waare hergestellt werde. gegen den Kommissionsantrag stimmen werden. Trotz aller AusAbg. v. Bennigsen( zur Geschäftsordnung): Die Inter- Daraus tann man feinen Anlaß zu großen Demonstrationen führungen des Staatssekretärs bei früheren Gelegenheiten tann pellation spricht vom Nothstand der Landwirthschaft gar nicht, nehmen, zumal wenn man von der Güte unserer Industrie überich nicht zu der Ueberzeugung fommen, daß das Reich in dieser sondern von der Noth der Finanzen. Ich meine auch, daß die zeugt ist( Zustimmung). Daß Rainit in geringerem Maße vor. Frage nicht kompetent sei. Es handelt sich hier nicht darum, ganze Rede des Herrn v. Wanteuffel nur darauf berechnet war, banden ist als Carnallit, ist festgestellt und nur in bezug auf eine prinzipielle Entscheidung zu treffen, sondern um ein außer die große Verlegenheit( Große Unruhe rechts, Zustimmung links)-Carnallit ist von einem Vorrathe auf 2000 Jahre gesprochen. Size Bede v. ordentlich großes Bedürfniß für das gesammte weibliche GePräsident v. Levezzow: Das ist keine Bemerkung zur Ge- Abg. Brandenburg( 3.) spricht seine Freude darüber aus, schlecht./ derselben würden sich für die Zulassung der Frauen daß seine rechtlichen Bedenten in bezug auf Hannover durch die zum ärztlichen Studium aussprechen. Jeder Arzt, auch solche, Ein Bertagungsantrag der Abgg. Graf Hompesch und Kommissionsbeschlüffe beseitigt find; er hofft, daß die Regierung Die fich u. a. aus Konkurrenzrücksichten dagegen erflären, Genossen wird angenommen. diesen Beschlüssen zustimmen werde, daß fie nicht den Verfuch wird bestätigen, daß in geradezu schrecklicher Weise die Zahl der Nach den üblichen Dankesbezeugungen bemerkt der Präsident machen werde, das Gesetz später auf Hannover auszudehnen. Frauen von Jahr zu Jahr zunimmt, welche an Krankheiten lei- v. Levehow: Mein letzter Wunsch ist noch, daß wir uns in Darauf wird die Diskussion geschlossen. Bei Auszählung des den, die mit dem weiblichen Organismus aufs innigfte verknüpft nicht zu langer Beit( ob!) im Laufe dieses Jahres... gesund Hauses wird Artikel III mit 147 gegen 142 Stimmen ab= find. Die Frauen fürchten sich aber zum Arzte zu gehen, und wiedersehen mögen und zwar, wie ich glaube und annehme, wenn gelehnt; ebenso werden die übrigen Artikel und Anträge ohne leiden lieber die heftigsten Schmerzen. Ferner mißbrauchen auch vorübergehend, noch an dieser Stelle. Deshalb haben wir weitere Debatte verworfen. häufig die männlichen Aerzte ihre Vertrauensstellung gegenüber feinen Grund schon heute Abschied zu nehmen von diesen Es liegt ein neuer Antrag der Abgg. v. 3eblit( ft.) und ben weiblichen Patienten. Leider ist Deutschland in die er Frage Räumen, in welchen der Reichstag 27 Jahre lang getagt und von Bodelberg vor, folgenden neuen Artikel einzufügen: hinter allen Kulturstaaten Europa's zurück.( Bustimmung links.) große Dinge erlebt hat. Vom 1. Januar 1899 an werden die Verkaufsbedingungen Auch der Sultan hat jungen Türkinnen die Erlaubniß, zum Das Wort erhält hierauf der Reichskanzler v. Caprivi zur und die Preise der in fiskalischen Betrieben gewonnenen KaliStudium der Medizin in Paris u. f. w. gestattet. Ebenso Berlesung der Allerhöchsten Ordre( die Sozialdemokraten verlassen und Magnesiafalze vom Staatsministerium unter Berücksichtigung hat die österreichische Regierung in Rücksicht auf ihre bei den ersten Worten den Saal; Abg. Liebermann v. Sonnen- der Bedürfnisse der heimischen Landwirthschaft und Industrie bosnischen Unterthanen bie Frauen zum ärztlichen berg ruft: Die Stützen der Regierung verlaffen das festgefeßt. Studium zugelassen. In Kurzem werden diejenigen, Lotal! aus Bewegung) datirt Karlsruhe Dom Die Betriebsverhältniffe, die Förderung und die Kosten der welche heute gegen den Antrag sind, gezwungen werden, ihre Bu 17. April, durch welche der Reichskanzler ermächtigt wird, die staatlichen Rali- und Magnesiafalz- Bergwerte, sowie die Berkaufsftimmung zu geben. gegenwärtigen Sitzungen des Reichstages am 19. April zu bedingungen und die staatlich festgesetzten Preise sind alljährlich Der Kommissionsantrag wird, nachdem auch Abg. Kruse schließen. Der Reichskanzler verliest sodann noch folgende zur Kenntniß des Landtag 3 zu bringen." ihn empfohlen, angenommen. Erklärung: Die Erwartung der verbündeten Regierungen, der Die übrigen Petitionen werden ohne Debatte nach den Reichstag werde bereit sein, durch Zustimmung zu den vor- Abg. Limburg- Stirum( fons.) beantragt eine namentliche Kommissionsvorschlägen erledigt. gelegten Steuergesehentwürfen die Mittel zur Deckung der Roften Abstimmung, um die im Reichstage befindlichen Abgeordneten Inzwischen ist die Zusammenstellung der Beschlüsse dritter der Heeresverstärkung, sowie zur Durchführung einer Finanz- und vielleicht auch sonst einige Säumige heranzuholen. Berathung zum Stempelsteuer- Gesetz vertheilt worden. In der reform zu gewähren, welche die Matrikularbeiträge in ein festes Gesammtstimmung wird die Vorlage gegen die Stimmen der Verhältniß zu den Ueberweisungen an die Einzelstaaten bringt, für die Sozialdemokraten, der freifinnigen Volkspartei und eines Theiles hat leider gegenwärtige Tagung aufgegeben werden müssen. Damit ist der freisinnigen Vereinigung definitiv angenommen. ausge die Möglichkeit noch Es folgt die Interpellation der Abgg. Förster Neu- schlossen, in dieser dieser Session die Durch zur ftettin und Genoffen: führung der Finanzreform erforderlichen Mittel zu gewinnen. Wie gedenken die verbündeten Regierungen die durch die Die verbündeten Regierungen halten indeß mit aller Entschieden Bollgesetzgebung entstandenen Schädigungen der Finanzen des heit an der Auffassung fest, daß es im nationalen und finanzReiches in einer die Landwirthschaft nicht beeinträchtigenden politischen Interesse auch der Bundesstaaten gerathen ist, zur Weise auszugleichen und welche Mittel des Ausgleichs gedenten Erhaltung eines geordneten Finanzwesens der lezteren eine fie auf dem Wege der Reichsgesetzgebung anzuwenden?" Sicherstellung der Finanzen des Reiches herbeizuführen. Die Von der Kommission war noch eine Resolution in Borschlag gebracht worden, wonach die Börsenaufsichtsorgane Fürsorge Reichskanzler Graf Caprivi: Ich will nicht verhehlen, daß, dafür treffen sollen, daß beim Rommissionsgeschäft dem Kommittenten feine höheren Stempelbeträge in Rechnung gestellt werden, als vom Kommissar selbst bezahlt sind. Die Resolution wird nach kurzer Debatte angenommen, ebenso die von nationalliberaler Seite beantragten, auf baldige Borlegung eines Reichs Börsengefezes gerichtete Resolution. Die Gesammtabstimmung über das gegen die Beschlüffe zweiter Lesung veränderte Gesetz wird einstweilen ausgefeßt. Das Haus erledigt Kommissionsberichte über Petitionen. Ueber die Petitionen, betreffend die Zulassung der Frauen zum ärztlichen Studium, soll nach dem Antrag der Petitionstommiffin zur Tagesordnung übergegangen werden. Die Abgg. Rickert und Graf Bernstorff- Lauenburg erklären sich bei der Geschäftslage des Hauses und da der Schwerpunkt der Agitation in dieser Frage mehr in die Ginzelstaaten zu verlegen sein und bei den dortigen Kultusministerien einzusehen haben werde, mit dem Kommissionsantrag einverstanden. V schäftsordnung. Eine Debatte wird nicht beliebt. Der Antrag wird mit 174 gegen 153 Stimmen abgelehnt. Die Minderheit besteht aus den meisten Konservativen, einigen Freikonservativen und Zentrumsmitgliedern. Eine dritte Lefung der Vorlage findet nicht mehr statt, da alle Theile derselben abgelehnt sind. Die Novelle zum Hannoverschen Weggeseze wirt darauf ohne Debatte in zweiter Lesung angenommen. Schluß nach 2 Uhr. Nächste Sigung Sonnabend 11 Uhr( Rechnungsvorlagen, Novellen zum Hannoverschen Weggesetz und erfie Berathung der Kanalvorlage.) Kommunales. Stadtverordneten- Versammlung. Deffentliche Sigung vom Donnerstag, den 19. April, Nachmittags 5 Uhr. bann willkommene Deckung finden würden durch das, was hier| mehr als nöthig bewilligt worden ist.( Bewegung.) Der Ausschußantrag wird angenommen, die Resolution desgleichen in namentlicher Abstimmung mit 73 gegen 19 Stimmen. Automatische Fernrohre find die neueste Errungenschaft ber Selbstthätigkeit" In einem Garten zu Friedrichsbagen ist ein solcher Apparat aufgestellt, der für 10 Pfennige einen hübschen Fernblick auf den Müggelsee und die Müggelberge gewährt. Auf der Tagesordnung steht zunächst die Wahl von 2 Mit will der Vorstand der Invaliditäts- und Altersversicherungs- des burch seine urwüchige Romit und seine vielen drastischen Schloß und Park des städtischen Rieselgutes Gütergo Jm Zirkus Renz findet am Sonnabend das Benefiz gliedern in die gemischte Deputation zur Vorberathung der An- Anstalt Berlin pachten und eventuell täuflich erwerben. Es soll Späße allgemein beliebten Clowns Mr. Lavater gee statt. gelegenheit wegen Abänderung der Baupolizei- bort versuchsweise ein Sanatorium eingerichtet werden, in Daß das Programm des Abends außer dem Jagdftücke, in welchem Ordnung. Es wird dabet von den Stadtverordneten Ky!! welchem diejenigen Personen, bei denen nach ärztlichem Gut- der Benefiziant auch zum rothen Felde" zählt und als„ Barforcemann und Esmann übereinstimmend Klage darüber erhoben, achten der Eintritt der Invalidität zu befürchten ist, unter- retter" mitwirft, noch eine Reihe erheiternder Szenen bringt, ist daß die Sache völlig eingeschlafen scheine, indem seit Jahren die gebracht und behandelt werden, um das Gintreten der Invalidität selbstverständlich. Deputation teine Sigung abgehalten habe.( Hört! hört! und zu verhüten oder doch hinauszuschieben. Heiterkeit.) Gewählt werden die Stadtvv. Brade und Buchow. In den Ausschuß für die Wahlen von unbefoldeten Gemeindebeamten wird Stadtv. Gundermann, in den Petitionsausschuß Stadtv. Löwel mit 44 gegen den Stadtv. nastein mit 38 Stimmen, in die Deputation zur Verwaltung des Gesindebelohnungs- und Unterstützungsfonds Stadtverordneter Schmeiffer mit 52 gegen den Stadtv. Försterling mit 33 Stim men gewählt. In der Angelegenheit des Systems der Dienstalters zulagen für die städtischen Beamten und Lehrer ist endlich, nachdem die Vorlage mehrfach zwischen Magistrat und Ver fammlung hin und hergeschoben worden ist, eine Ginigung wenigstens im Ausschuß zu stande gekommen und zwar haupt sächlich dadurch, daß die Versammlung eine größere Nachgiebigteit als der Magistrat an den Tag gelegt hat. Das für die Gemeindeschullehrer erstrebte Maximalgehalt von 4000 M., er reichbar nach 28 Dienstjahren, ist fallen gelassen worden, der Ausschuß begnügt sich mit 3800 M., zu erreichen nach 31 Jahren. Anstatt der zuleht von der Versammlung angenommenen Stala: Anfangsgehalt 1200 M., nach 3 Jahren 1600 M., nach 6 Jahren 1900 m., nach 8 Jahren 2200 M., nach 10 Jahren 2500 m., nach 13 Jahren 2800 M., nach 16 Jahren 3000 M., nach 19 Jahren 3200 M., nach 22 Jahren 3400 m., nach 25 Jahren 3600 M., nach 28 Jahren 8800 m., in Vorschlag: Der Magistrat hat eine bezügliche Vorlage an die Berfamm- Abend Feuer aus, das sich vom Boden des Trockenhauses mit In der Nixdorfer Linoleumfabrik brach am Dienstag lung gelangen laffen. Die Bachtung soll zunächst zwei Jahre, rasender Schnelligkeit auf das ganze Gebäude verbreitete. Da vom 1. Mai d. J. an, laufen mit der Aussicht auf Berlängerung fich die Sydranten der Fabrit und die Orts Feuerwehr dem um zwei weitere Jahre. Der Pachtzins beträgt 10 000 m. jährlich. geräumt werden, das Pachtobjekt vor Ablauf der Pachtzeit zu spritzenzug griff das Feuer mit einem Dußend Schläuchen an, Dabei soll der Versicherungsanstalt das Recht ein- Feuer gegenüber als machtlos erwiesen, wurde die Berliner Feuerwehr um Hilfe angerufen. Der erscheinende fiebente Dampfdem Preise von 300 000 M. täuflich von der Stadtgemeide zu und es gelang, den Brand von den anliegenden Bauten abzuerwerben. Stadtv. Seilmann beantragt Ausschußberathung, weil halten. Große Vorräthe fertigen Linoleusis find vernichtet. ihm die stipulirten Bedingungen für die Stadt nichtvertheilhaft genug erscheinen. Stadtrath Struwe vertheidigt das getroffene Abtommen. Die Versammlung beschließt nach dem Antrage Heilmann. Schluß 714 Uhr. Lokales. Ein neuer Bändiger des Unglaubens und des 1m turzes. Es war ein reger, anerkennenswerther Wetteifer, der fich am Mittwoch Morgen irgendwo auf einem Blaz in der Hafenhaide entfaltete. Das umfangreiche Terrain im Süden der Stadt dient bekanntlich, soweit es nicht vom Militärfistus abgesperrt ist, im Allgemeinen als Beluftigungsort für die soKaroussels, Wurstbuden, Wer hat zehn Mark verloren? Der Schantwirth Herr Munste, Görligerstr. 41, theilt uns mit, daß ein Arbeiter am Dienstag voriger Woche in seinem Lokal ein Sehnmarkstück verloren habe; troß alles Suchens sei es nicht möglich gewesen, daffelbe zur Stunde wiederzufinden. Am nächsten Morgen habe jedoch ein ehrliches Aufwartemädchen das Gelbstück unter dem Schänttisch gefunden, doch habe der Eigenthümer trotz Anmeldung des Vorfalles auf der Revierwache fich bisher noch nicht auffinden lassen. Vielleicht, meint Herr Munste, wird die Vers öffentlichung im Vorwärts" zur Ermittelung des Eigenthümers der zehn Wart beitragen. " nach 31 Jahren 4000 M., bringt der Magistrat folgende Stala Spezialitätentheater und Weißbierkneipen bieten dem Besucher gerieth er zwischen eine den Schacht abschließende Gitterstange 558 247. Gegenüber der ursprünglichen Magistratsvorlage erfordern die vorstehend vorgeschlagenen Gehälter eine Mehrausgabe von Nachdem Referent Stadtv. Cassel den Ausschußvorschlag empfohlen, erklärt Stadtv. Kreitling, daß die neue Fraktion der Linken, da zur Zeit ein Mehr vom Magiftrat nicht zu er reichen, für den Ausschußvorschlag stimmen werde. Auch für die Resolution werde sie eintreten, um zu dokumentiren, daß sie nach wie vor an dem mit jener erdrückenden Mehrheit von 101 gegen 5 Stimmen gefaßten Beschluß bezüglich der Lehrergehälter festhalte. " # Durch einen Fahrstuhl zerquetscht wurde am Donnerstag Morgen gegen 5 Uhr in der Zentralmarkthalle der 33 Jahre alte Fahrstuhl- Wärter Wilhelm Zilm, der Syteftr. 28 wohnte. Während er in die Höhe fuhr, nahm er eine gebückte Stellung ein, so daß der Kopf über den Fahrstuhl hinausragte. Dadurch Minimalgehalt 1200 M., nach 4 Jahren 1600 m., eine angenehme, den verschiedensten Geschmäckern zusagende Ab- und den Stuhl. Der Kopf wurde vollständig zufammengedrückt, nach 6 Jahren 1900 M., nach 8 Jahren 2200 M., nach wechslung. Von derlei Genüffen war aber, wie die bürger und der leblose Körper fiel in den Schacht hinein. Ob der Fahr11 Jahren 2600 m., nach 14 Jahren 2800 m, nach lichen Blätter berichten, am Mittwoch wenig zu sehen. Der stuhl nicht derart hätte eingerichtet werden können, daß durch 17 Jahren 3000 m., nach 20 Jahren 8200 M., nach profane Leierkasten hatte an diesem Tage zu schweigen seine Benutzung fein Menschenleben hätte vernichtet zu werden 23 Jahren 3400 m., nach 27 Jahren 3600 M., nach und die Anwohnerschaft der Gegend vernahm bis in die pro- brauchen, haben wir bisher noch nicht erfahren. 31 Jahren 3800 M. letarischen Hinterhäuser hinein zu wiederholten Malen ein Ein Dummerjungensstreich? Eigenartig überrascht wur Der Ausschuß hat sich nach längerer Debatte mit Rücksicht durchbringendes Trommelgeraffel. Wer in den Vorderhäusern den dieser Tage Spaziergänger im Forst bei Rahnsdorf. Nicht darauf, daß die mittleren Stufen besonders günstig durch diese wohnte, fonnte Trommel, Lanzen und Gewehr Pyramiden weit vom Mühlenflies fand man einen mit Draht an einem Etala gestellt werden, mit dem Magistratsvorschlag ein- ftilvoll drapirt stehen sehen, umgeben von den buntesten, Baum befestigten Zettel, der die mit Bleistift geschriebenen Worte verstanden erklärt, zugleich aber folgende Resolution be- glizerndsten Militäruniformen. Und fragte man, was das bunte enthielt:„ Sollte Jemand diesen Bettel finden, so möge er nach schlossen: Leben an einem Wochentage zu bedeuten hatte, so wurde einem meiner Person suchen, denn ich habe mich hier an diesem stillen Die Versammlung behält sich ausdrücklich, vor, die die Antwort zu theil, daß die glanzvolle Ausstattung der Abänderung der Stufenfolge vom 25. Dienstjahre ab unter Religion, der vom Umnsturz so sehr gefährdeten, galt! Berlin Drte erschossen. Was mich zur That getrieben hat, ist die VerErhöhung des Maximalgehaltes auf 4000 W. in Borschlag sollte an diesem Tage nicht nur durch eine, sondern doppelt, weiflung und Liebesgram-20./3. 94. Richard Wolter, Berlin. M. Lebe wohl, du schöne Welt." Der Wald ist bereits abgesucht zu bringen." durch zwei ragende Kirchen, eine evangelische und eine katho- wurden, ohne daß man den Todten bisher entdeckt hat. Bezüglich der Lehrerinnengehälter hat der Magiftrat lische, gegen den Umsturz und ben Unglauben ge der so bescheidenen Forderung eines Maximalgehaltes von 2200 m. wappnet werden und bie beiden geftifteten Gottes Nächstenliebe. Zu der in unferem geftrigen Blatte unter endlich nachgegeben, doch soll dasselbe erst mit einer sechsten Alters- bäufer" sollten dadurch noch eine besondere Bedeu dieser Spigmarke veröffentlichten Notiz geht uns eine Zuschrift ftufe von 18 Jahren erreichbar sein. Die Stala ist demnachtung erhalten, daß sie nicht gewöhnlichen Sterblichen, des Herrn Schriftgießereibesizer C. Arndt zu, durch welche folgende: Anfangsgehalt 1200 M., nach 3 Jahren 1400 m., sondern dem Militär, der Berliner Garnison dienen sollten, dem das Verhalten des Herrn Dr. Werner allerdings in etwas nach 6 Jahren 1500, nach 9 Jahren 1700, nach 12 Jahren letzten und, wie gesagt wird, bis bato sichersten Hort des milderem Lichte erscheint. Herr Arndt erklärt, daß Herr 1800, nach 15 Jahren 2000 und nach 18 Jahren 2200 M. Thrones, des Altars und der ganzen, sich um diese beiden alten Dr. 23 erner, sein Hausarzt, am Sonnabend, den 14. d. M., Der Bahlung einer Ortszulage von 200 m. an Ober- Zeichen weltlicher und geistlicher Herrschaft gruppirenden gött in einer von ihm geladenen Gesellschaft sich befunden habe, lehrer der städtischen höheren Lehranstalten für Knaben hat der lichen Weltordnung. Daher der blendende Glanz. diefelbe auf seinen dringenden Wunsch aber nicht verließ, Magistrat nunmehr zugestimmt. Wie nun die gesitteten Zeitungen berichten, zeigten sich die als er telephonisch gerufen wurde, da seine( Arndts) erst beiden Herren, die als Priester dazu ausersehen waren, unter von einer Operation genesene Frau an demselben Tage erDer Ausschuß empfiehlt sämmtliche Magiftratsvorschläge zur Trommelwirbel dem erhabenen Att die nöthige geistige Weihe tranft war und sich nur nothdürftig aufrecht erhielt. Herr Dr. Annahme, so auch denjenigen, wonach bei den nach dem 1. April zu geben, den an sie zu stellenden billigen Anforderungen durch- 2 erner batte seine Adresse zwecks telephonischen Anfrufs bei anzustellenden Lehrern die im Berliner Privatschuldienste zu- aus gewachsen. Es ist diesmal fogar der feltene Umftand zu einem plöslichen Unfall, der feine Gegenwart nöthig gebrachte Zeit nicht angerechnet werden soll, und beantragt verzeichnen, daß der katholische Pfarrer seinen evangelischen machte, zu Hause hinterlassen. Außerdem habe Dr. ferner, den Magiftrat zu ermächtigen, das Regulativ betreffend Kollegen im frommen Gifer gegen den drohenden Umfturz und 28erner bie Gesellschaft als Erster verlassen, meil, die Festsetzung der Gehälter der städtischen Beamten und Lehrer Unglauben anfcheinend um ein Beträchtliches überbot. Ein Er- wie er ausdrücklich betont habe, es ihm teine nach dem Syſtem der Dienstalterszulagen, soweit dafür die be- eigniß, das unferes Erachtens ganz besonders wirtsam am Tage Ruhe mehr lasse und sich der Zustand der betreffenden Dame in hördliche Genehmigung nicht erforderlich ist, zur Ausführung zu nach der für die katholische Kirche bedeutungsvollen Reichstags- zwischen gebessert hatte. Wir geben gern zu, baß Herr bringen. sigung in die Erscheinung treten mußte, in welcher die Un- Dr. Werner mit der Aufgabe seiner Adresse 2c. schon be= gläubigen und Umstürzler überlegen und furchtlos lächelnd der wiesen, daß, falls er benöthigt, er bereit sein würde, zu kommen felben Rirche bekanntlich zur Annahme des Jesuitenantrages und daß es eines ernsten Zwischenfalles, wie in der obigen Er verholfen hatten. Der evangelische Hofprediger, wie gesagt, ließ flärung geschildert, bedurfte, um ihn zu veranlassen, diesmal dem den Umfturz im großen Ganzen Umsturs sein; er sprach nur furs Rufe nicht Folge zu leiften. Wir bedauern, deshalb in diesem davon, daß neben dem äußeren auch innere Feinde drohen, die Falle mit unserer Kritik einen Mann betroffen zu haben, der nur mit Gott" würden befiegt werden können. Anders sein vielleicht weniger, als mancher seiner Kollegen, diese ganz vertatholischer Bruder in Christo. dient hatte. Gebet Gott, was Gottes ist, und dem Kaiser, was des Raisers ist", so predigte er. Die Beerdigung der ermordeten Schwester Wenn dieses Wort nicht mehr gilt, Selene Schweichel hat am Donnerstag Nachmittag 612 Uhr wenn man Gott nicht mehr giebt was Gottes ist, so aiebt man ihr in aller Stille auf dem Louisenkirchhof stattgefunden. Obauch dem Kaiser nicht mehr, was des Kaisers ist, wenn der gleich über die Zeit der Beerdigung seitens der Kirchhofs- VerStadtv. Singer: Auch wir werden für den Ausschuß- Altar erschüttert wird, dann steht auch der Thron nicht waltung das strengste Stillschweigen beobachtet worden war, so antrag stimmen. Dabei bedauere ich persönlich recht sehr, daß mehr fest. Wer vernimmt nicht das Geschrei jener Glenden, hatten sich dennoch einige hundert Personen einges der Ausschuß eine Art Kapitulation vorgenommen hat vor dem die in ihren Blättern und Versammlungen den Um ft urzfunden, bie vor dem Kirchhof Aufstellung nehmen Magistrate, was er nach Lage der Sache zu thun nicht nöthig prebigen! Bis zum Gel reden sie den Leuten vor von Frei- mußten, δα dieser für das größere Publikum gehatte. Ohne die Stellung des Magistrats als gleichwerthige und be it, nennen sich Volksdiener, als ob sie dem Wolfe einen Dienst sperrt worden war. Auch die Zahl der Theilnehmer an der gleichberechtigte städtische Institution anzweifeln zu wollen, bin erwiesen, und Voltsfreunde, indem sie nur die Maste der Trauerfestlichkeit war eine fleine; etwa 40 Bersonen nahmen ich fest überzeugt, daß der Magiftrat, wenn die Versammlung Freundschaft auffeßen. Dagegen giebt es feiner anderen daran theil. Vorerft die Mutter der Ermordeten, zwei Brüder auf ihrem fast einstimmig gefaßten Beschluß beharrt hätte, auf Damm als den des Glaubens. Diese Verführer predigen berselben, einige entfernte Verwandte und 15 Schwestern des die Dauer nicht hätte Stand halten können. Fürs Erste hätte Brot ohne Arbeit und Freiheit ohne Abgaben. Verbandes der frommen Schwestern vom rothen Kreuz. Prediger dann vielleicht eine Verständigung nicht stattfinden können; Weil sie aufgehört haben, an Gott zu glauben, glauben fie immerer von der hiesigen Georgenkirche hielt die Zeichenrebe. durch die mit elementarer Rraft in der Bürgerschaft auch nicht mehr an die Ewigkeit und Vergeltung. Auf Wunsch der Mutter war von größeren Zeremonien auftretende Forderung, an jenem Beschluß festzuhalten, Glaube und Treue heißen beide fides. Wer nicht an Goit Abstand genommen worden, so daß nur der Geistliche, wäre er zum Nachgeben gezwungen worden. Wir werden auch glaubt, der kann auch feinen Glauben finden bei den Menschen Prediger Zimmerer, am Grabe das Wort ergriff, um die für die Resolution stimmen; wir wollen damit ausdrücken, daß und auch feine Trene. Wehe den Fürsten dieser Erde, legten troftreichen trostreichen Worte der tiefgebeugten Mutter zu wir nicht nachlaffen werden zu fordern, was die ganze Ver wenn ihre Unterthanen nicht mehr an Gott sprechen. Der Sarg wurde hernieder gesenkt und langfammlung für nöthig erkannt hat, die Hinauffetzung des Maximal glauben! Sie werden sich auf ihre Unterthanen nicht mehr fam entfernten sich die erschienenen Leidtragenden, unter gehaltes auf 4000 M. Ich bedaure ferner lebhaft, daß es nicht verlaffen können. Darum soll diese Stätte eine Pflegebenen sich auch Dr. Robert Schweichel, der Onkel der möglich gewesen ist, den Lehrerinnen ein besseres Gehalt zu stätte des heiligen Glaubens sein. Wo der Glaube ist, ist auch Ermordeten, befand. Erst dann wurde der Kirchhof für das schaffen. Ein Gehalt von 1200 M. für eine Lehrerin ist ein der die Liebe, auch die Liebe zum Vaterlande und zum Landesfürsten, weitere Bublifum freigegeben, und bald umftand die Gruft eine Stadt Berlin nicht angemessenes. Eine Reihe von Städten und die Treue." nach tausenden zählende Menschenmenge. in Deutschland wagt einer Lehrerin ein Gehalt von 1200 M. Mehr war, wie die" Post" berichtet, wegen des fruchtüberhaupt nicht anzubieten. Auch in diesem Punkte geben bringenden warmen Frühlingsregens, der unaufhaltsam hernieder: Einen Kampf mit einem Selbstmörder hat der Lehrer wir die Hoffnung nicht auf, daß nicht zu ferner praffelte, leider nicht zu hören. Schade drum! Wir hätten gern Julius B. aus der Pestalozzistr, 80 zu Charlottenburg an einem Zeit Wandel geschaffen werden kann. Wir müssen bei dieser noch etwas weiteres von der Vernichtung des Umsturzes aus dem der letzten Tage zu bestehen gehabt. Als er Nachmittags gegen Gelegenheit erneut bedauern, daß auf anderen Gebieten der Munde des Herrn Feldpropstes Dr. Affmann vernommen. 2 Uhr am Hippodrom vorüberging, trat eine junge Dame mit Magistrat eine Freigebigkeit gezeigt hat, welche nicht am Blaze Da wir uns aber mit den Perlen begnügen müssen, der Erklärung an ihn heran, daß ein Mann auf jenem Platze war; es find große Bewilligungen erfolgt, theilweise zu Ber- die der Regen nicht hinwegschwemmte, so bescheiden wir uns in augenscheinlich mit der Absicht umgehe, fich zu erschießen. Der schönerungszwecken, theilweise aus Rücksichten, welche die Werth- der Erwartung, daß auch dies Wenige genügt, um unsere Leser Lehrer fand die Angaben bestätigt und griff nach der rechten schätzung nicht verdienten, die ihnen im Magistratskollegium zu in eine so heitere Stimmung zu versetzen, wie sie unter der gegen- Hand des Unbekannten, die einen Revolver umklammert hielt. theil wird. Das foftbarste Gut, welches die Stadt Berlin befißt, wärtigen Misere nur zu erreichen ist. Eine Bergliederung der Der Lebensmüde widersetzte sich, wurde aber von dem körperlich die heranwachsende Jugend, ist unseren Lehrern anvertraut, Rede würde den Jntellekt unserer Genossen beleidigen; wir er stärkeren B. an einen Baum gedrückt, wobei ihm die Waffe entdenen in erster Linie die Fürsorge des Magistrats hätte gewidmet sparen uns daher diese Arbeit. Herr Feldpropst Dr. Affmann fiel. Die unbekannt gebliebene Dame bemächtigte sich des Ne sein müssen. wird sich, wie wir meinen, auch vollständig mit dem gern und volvers und warf ihn ins Gebüsch, wo er später wieder aufStadto. Spinola lehnt die Resolution ab, da sie nur durchaus ernsthaft gegebenen Bugeständniß begnügen, daß er gefunden wurde. Der überwältigte Unbekannte ist darauf eiligst geeignet sei, die Agitation wachzuhalten, die doch endlich zu völlig recht hat in dem, was er von der peinlichen Situation entflohen. Grabe getragen werden müßte. Nachdem sich jetzt gezeigt habe, der Fürsten dieser Erde" zu dem mit zwingender Gewalt Mit Salzsäure hat sich am Montag in einem Gasthof in daß die in den Etat eingestellten 1 100 000 m. für die Dienft um fich greifenden Unglauben ihrer Unterthanen" sagt. Im der Charlottenstraße eine etwa 25jährige Dame aus Bunzlau alterszulagen bei weitem nicht ganz gebraucht werden würden, übrigen übergeben wir ihn seinem Glaubensgenossen Dr. Sigl in vergiftet. Trotz der angewendeten Gegenmittel ist sie in der seien doch auch die 105 pCt. Einkommensteuer nicht nöthig. Die München zur weiteren Bearbeitung. Möge Der in schonender Charitee, wohin man sie brachte, gestorben. Ueber die Motive Bürgerschaft habe diese Erhöhung mit großer Verstimmung auf- Berücksichtigung des Umstandes, daß der Jesuitenantrag vom der That weiß man nichts. genommen, man dürfe doch nicht mehr an Steuern erheben, Bundesrath noch nicht angenommen ist, sehen, was sich aus der Polizeibericht. Am 18. d. M. Morgens wurden ein etwa als der Bedarf wirklich erfordere. Bielleicht setze der Magistrat Loyalität des Herrn Propstes weiter machen läßt. 50 Jahre alter Mann in der Hafenhaide, beim Garnisonkirchhof, die Einkommensteuer schon im nächsten Quartal herab. Mehr Polizei! Anläßlich des Mordes im Grunewald er- und ein Arbeiter in seiner Wohnung in der Schönleinstraße erOberbürgermeister 3 elle: Der Etat ist von der Verfamm- tönt jetzt aus den Vororten ringsum Berlin der Ruf nach Ver- hängt vorgefunden.- Vormittags fiel ein mit dem Abbrechen Tung festgestellt, der Magiftrat hat ihn nach der Städteordnung mehrung der Polizei unter Hinweis auf die mangelhaften eines Leitergerüftes am Hause Markgrafenstr. 92/93 beschäftigter auszuführen und ist eben im Begriffe dazu. Er muß auch die Sicherheitsverhältniffe. Merkwürdig! Wenn Sozialdemokraten Arbeiter aus der Höhe des zweiten Stockes auf den Bürgersteig beschlossenen 105 pt. ausschreiben. Ob im Laufe des Jahres, einen Ausflug machen oder Agitationstouren unternehmen, haben hinab und erlitt einen Schädelbruch. In einer Tapezierwerkvielleicht im nächsten Semester, es möglich sein wird, auf 100 pet. diefelben niemals Veranlassung, sich über mangelhaften polizei- ftatt in der Hagelsbergerstraße gerieth ein Lehrling mit dem zurückzugehen, läßt sich im Augenblick nicht übersehen, um so lichen Schutz zu beklagen. Wer sich also in feiner persönlichen Arme in das Getriebe einer Haar- Zupfmaschine und erlitt weniger, als wir doch auch zum Nußen der Stadt extra- Sicherheit bedroht fühlt, der möge getrost Sozialdemokrat eine schwere Quetschung. Bei der Desin einer Woh ordinäre Ausgaben ins Auge faffen müssen, die jetzt erst auf- werden und er fann sicher sein, daß die Polizei ein wachfames nung in der Großen Frankfurterstraße ich meine zum Besten der Ausstellung und die Auge für ihn hat. Mädchentammer die stark verweste tauchen en der borenen wieder Depeschen. Rindes aufgefunden. Rachmittags wurde vor dem Hause Rom. 1Bellmann, zu welcher die brei Einafter ,, Das Fest der Intereffe der Kronloge für sich zu erwecken wußte, ist vom Fürften mandantenstr. 78 ein Rutscher durch einen Geschäftswagen über- Handwerker",„ Guten Morgen Herr Fischer" von Roburg zum Hofrath ernannt worden. Unferes Wissens ist fahren und schwer am Fuße verlegt. An der Ede der und, Sanni weint und Hansi lacht" zur Aufführung er neben dem tüchtigen Geschäftsmann Pollini in Hamburg der Röthener- und Königgrägerstraße fiel ein Arbeiter von einem gelangen. In allen brei Stüden wird der Benefiziant in einer einzige Theaterdirektor, der zu solcher Höhe des Ruhmes emporstieg. Müllwagen, gerieth unter die Räder und wurde an beiden hervorragenden Rolle beschäftigt sein. An dem betreffenden Beinen schwer verlegt. Vor dem Hause Leipzigerstr. 134 ge- Abend wird sich nach langer Abwesenheit von Berlin rieth ein 10jähriger Knabe, der sich an einen Geschäftswagen ge- eine der bekanntesten und beliebtesten Berliner Souhängt hatte und herabgefallen war, unter die Räder einer bretten dem Publikum vorstellen. Fräulein ( Deveichen des Bureau Herold.) Wien, 19. April. Wie Privatdepefchen aus Neusanded vorüberfahrenden Droschte und erlitt anscheinend schwere innere Margarethe Gallus ist von ihrer amerikanischen Tournee Verlegungen. In der Hafenhaide, vor dem Hause 80/81, stürzte wieder nach Deutschland zurückgekehrt und wird ihre hiesige melden, sind dort mehrere große Spirituslager neuerdings explodirt. ein Arbeiter von einem Müllwagen, wurde überfahren und an Thätigkeit zunächst anläßlich des Bollmann'schen Gastspiels wieder Die Noth unter der Bevölkerung ist unbeschreiblich groß. Mehr beiden Beinen schwer verletzt. Im Laufe des Tages fanden aufnehmen. Im National Theater findet heute Freitag als 6000 Menschen find obdachlos; die Hungersnoth nimmt Von den beim Brande Ver. zwei kleine Brände statt. eine Aufführung des beliebten Schauspiels Der Trompeter immer größere Ausdehnung an. von Sättingen" mit Herrn Jean Priver in der Titelrolle wundeten sind bereits viele gestorben. statt. In Vorbereitung befindet sich eine abendfüllende Posse Paris, 19. April. In dem heutigen Minifterrathe wurde Jm Central Theater geht am heutigen Freitag die mit dem Titel:„ Anna Marie, mein Engel, ic verehr beschlossen, das gerichtliche Verfahren gegen den Deputirten Posse Der neue Kurs" in Szene. Am Sonnabend folgt Dich", welche bereits am Sonntag in Scene geht. Toussaint einzuleiten wegen dessen Einmischung bei dem Streik in alsdann die bereits avifirte Benefizvorstellung für Herrn Bruno Herr Barnay, der im legten Winter so wirkungsvoll das den Stahlwerken von Trignac. " Kleine Theater- und Literatur: Chronik. Erklärung. 97/20 -O Jm Berlage von Wörlein& Comp. Genossenschafts- Brot, Nürnberg, ist erschienen: Volks- Lexikon. Mnter Mitwirkung von Fachschriftstellern herausgegeben von Emanuel Wurm. Um für die Zukunft böswilligen verleumderischen Berichten die Spize abzubrechen, sehen wir uns veranlaßt mitzutheilen, daß die in unserem Betriebe beschäftigten Arbeiter bei 12stündiger Arbeitszeit( inkl. Ruhepausen) und 34 bis 36stündiger Sonntagsruhepause 24 M. wöchentlich, d. i. 1248 m. jährlich erhalten. Es ist früher vorgekommen, daß an einzelnen Tagen, an denen der Brotbedarf ein erhöhter war, Ueberschichten gemacht werden mußten, diese 60 Sefte à 3 Bogen in 14tägigen hielten wir zuv Erzielung eines gleichmäßigen Produktes für nothwendig und wurden entsprechend bezahlt, so daß sich die Löhne auf 24-30 m. wöchentlich hielten. Wir überlassen es hiernach den werthen Genossen, selbst zu urtheilen, ob es möglich ist gegenüber der Konkurrenz höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen gewähren zu können. Unsere Lohnlisten liegen für jeden fich dafür Intereffirenden zur Einsicht bereit." Lieferungen à 20 J. Den großen Boltstreifen, welche nicht höhere Schulen besucht haben und daher allgemeinverständliche Erklärungen beanspruchen müssen, bietet das FolksLexikon ein sorgfältig zusammengestelltes Genossenschafts- Bäckerei für Berlin u. Umgegend gewerk für alle Gebiete bes ( Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht). Der Vorstand. Große öffentliche Versammlung der Müller und Mühlenarbeiter Berlins und Umgegend am Sonntag, den 22. April, Nachmittags 1½ Uhr, in den Konkordin- Feßsälen( oberer Saal), Andreastraße 64. Zages Ordnung: " 1 = 1. Bortrag über: Die Bedeutung des 1. Mai". Referent Genosse Rohrlack. 2. Diskussion. 3. Wahl eines Delegirten zur GewerkschaftsKommission. 4. Verschiedenes. Da der Indifferentismus unter den Müllern und Mühlenarbeitern leider noch sehr groß ist, appelliren wir an das Interesse derselben für diese wichtige Versammlung und bitten, recht zahlreich zu erscheinen. 251/3 Die Agitations- Kommission. Ausstellung Jtalien in Berlin Mai- October 1894 auf dem Terrain der West- Eisbahn ( Stadtbahn- Station Zoologischer Garten). Metzner's Korbwaaren- Fabrik, Berlin, 1. Gesch: Andreasstr. 23,§. pt., gegenüb. Andreaspl 2. Gesch.: Brunnenstr. 95, gegenüb. Humboldtshain größtes Lager Berlins. MusterKinderwagen, Bücher gratis. Theilzahlung gestattet. 500 Mark zahle ich Jedem, der mir nachweist, daß ich nicht das größte Kinderwagen- Lager Berlins habe. Frucht- Säfte i Himbeer-, Kirsch, Johannisbeerfaft, Literflasche 1,30 k. 6a Belle Allianceplay 6a. Eugen Neumann& Co., 81 Neue Friedrichstr. 81. 680M 8 Oranienſtr. 8. Schriftsteller, 21 Jahr, sucht einen Waldvögel billig. 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Die Rammer IV( Vorsitzender: Assessor Welz) fällte türzlich ein Urtheil, das bei allgemeiner Anerkennung durch das Gericht von weittragender Bedeutung für viele Kategorien von Arbeitern werden kann, gerade deshalb aber nicht unwidersprochen bleiben darf. Der Drechsler M., welcher von Herrn Bourant Achtung! Stuckateure!( Bahlstelle Schöneberg.) Den eine Lohnentschädigung beanspruchte, hatte mehrere Wochen Kollegen geben wir hiermit bekannt, daß von jest ab alle Sonn,, über Feierabend" gearbeitet. es war in der Zeit vor Weih- abende um 8 Uhr, bei Siegeler, Golgstr. 43, Beiträge entgegen nachten, in der Eaison. Die regelrechte, bestimmte genommen werden. Sodann findet jeden Sonntag früh eine zu Arbeitszeit begann des Morgens um um 7 Uhr und schloß sammenkunft statt, zu der wir um eine rege Betheiligung bitten. des Abends um 7 Uhr. Eines Abends wollte der Kläger aus irgend einem Grunde nicht länger arbeiten, er zog um 7 Uhr Der Vertrauensmann. Eichhorn, Sedanstr. 50. Die Werkstatt RontrollTommission des deutschen Holzarbeiter Verbandes. ( 3ahlstelle Berlin.) szicale I asblet as B 11. Jahrg. Gegen Streifbrecher. In Detroit( Nord- Amerika griffen streitende polnische Arbeiter, die sich mit Pifen bewaffnet hatten, die Arbeiter an, welche bei den städtischen Arbeiten an die Stelle der Streifenden getreten waren. Die Polizeimannschaften gaben Feuer, tödteten zwei Polen und verwundeten deren fünf. Der Sheriff und drei Polizisten wurden gleichfalls verwundet. Die Kartellirung der industriellen Unternehmen schreitet stetig fort. Wie im Gelfentirchener, so haben auch im Bochumer Bezirk die Ringofenbefizer einen Verband gebildet, dem sämmtliche Werke, mit Ausnahme von zweien, mit einer Jahresproduktion von 50 Millionen Steinen beigetreten sind. Da der Verband natürlich seinen Beruf der Preissteigerung sofort verwirklicht, nämlich die Preise sofort um 5 M. pro Tausend erhöht hat, trägt man sich in den Kreisen der größeren Verbraucher mit dem Plane, eigene Biegeleien zu gründen, um billiges Bau, material zu erhalten. Und das Ende vom Liede wird sein? Nachdem die Herren soweit gekommen sind, über ihren eigenen Bedarf hinaus zu erzeugen, werden sie die Erſten ſein, die an einem preissteigernden Ringe theilzunehmen bereit sind, um den Ueberschuß ihrer Produktion möglichst profitreich an den Mann zu bringen. Dersammlungen. feine Ueberkleider an, um zu gehen. Der Beklagte sah dies, Achtung, Tischler. Die Lohndifferenzen in der Bauworauf er zum Kläger sagte: Heute wird bis 8 gearbeitet. M. tischlerei von G. Gring u. Co., Lübeckerstraße 27, find kehrte sich nicht daran, er beendete seine Toilette und wollte noch nicht beigelegt; tron einer scheinbaren Verständigung suchen gerade zur Thür hinaus, als Boudrant auf ihn zutrat und meinte: die Unternehmer die Arbeitslöhne fortgefekt zu verkürzen. Die " Ich habe dech gesagt, es wird bis 8 gearbeitet." M. ant- Kollegen werden hoffentlich Rücksicht auf die dort Arbeitenden wortete nunmehr:" Habe heute etwas vor, kann nicht länger ar- nehmen und nicht durch unnüßes Anbieten deren Lage noch mehr beiten", und entfernte sich. Am andern Morgen wurde er ent- verschlechtern. laffen. Kündigungsausschluß war nicht zwischen den Parteien vereinbart worden. Der Kläger wurde abgewiesen. In der Urtheilsbegründung sprach der Vorsitzende aus, daß der Arbeitgeber das echt habe, in seinem Be= triebe, wenn nöthig, die Arbeitszeit über das Der sozialdemokratische Wahlverein für o envierten Au die Filzschuh- Arbeiter! Kollegen und Kolleginnen! ahlkreis hielt am 17. April eine Versammlung ab, in gewöhnliche Maß hinaus zu verlängern. Das In letzter Zeit ist es vielfach in unserer Branche zu Maß welcher der Vorstand zunächst den Bierteljahresbericht gab. Der fei geschehen. Kläger, der bereits mehrere Wochen Ueberfiunden regelungen und Lohnabzügen gekommen, die uns doppelt die welcher der Vorstand zunächst den Bierteljahresbericht gab. Der gemacht hatte, sei am Entlassungstage trot zweimaliger Auf Pflicht auferlegen, den Kampf gegen das Unternehmerthum mit Borsigende theilte mit, daß die Mitgliederzahl von 1350 am forderung, bis 8 zu arbeiten, um 7 Uhr gegangen. Darin allen uns zu Gebote stehenden Mitteln zu führen. Hierzu bedarf. Januar 1894 auf 1500 am 1. April gewachsen ist, eine Zusei eine beharrliche Weigerung, die aufge- es aber zunächst der Stärkung der Organisation, des Beitritts nahme, von der man bedauern müsse, daß sie den 46 000 sozialdemokratischen Stimmen von der letzten Reichstagswahl nicht tragene Arbeit auszuführen, 3 น erblicken. Der Kollegen zum Verein der Filzschuh- Arbeiter. Kläger ging seines Entschädigungs- Anspruches verlustig, Am Sonnabend, den 21. April, Abends 8 Uhr, findet bet entspreche. Es scheine ein Fehler in der Organisation vorhanden die Gewerbe Ordnung = zähle befanntlich zu den Seefeldt, Grenadierstr. 33, eine Versammlung statt, von der wir zu sein, der die Parteigenossen dem Verein fernhalte. Darin Gründen zur sofortigen Entlassung bei bestehender erwarten, daß sie von unsern Berufsgenossen recht zahlreich be- müsse Wandel geschaffen werden, damit der Wahlverein in seiner Bedeutung den abgegebenen sozialdemokratischen Stimmen entKündigungsfrist den der beharrlichen Verweigerung der Arbeit." sucht wird. spreche, damit er ein Wort hineinzureden habe in die ganze In der Begründung wurde auch noch Bezug genommen auf die Der Vorstand. J. A.: Alb. Jänsch. politische Aktion, in das ganze politische Getriebe.( Beifall.) Thatsache, daß in der Branche des Klägers vor Weihnachten Bergarbeiter Kongreß. Als Delegirter für den inter- Der Kassirer gab hierauf folgenden Kassenbericht: Die Einnahme gewöhnlich länger gearbeitet wird: er hätte das wissen müssen. nationalen Bergarbeiter Kongreß zu Berlin ist des Vierteljahres betrug sammt einem zu Beginn desselben vorDaß dem Kläger beim Engagement die Bedingung gestellt für Bochum der Verbandskassirer Meyer, dem auch ein handenen Bestandes von 154,92 Mart 1106,17 Mark, wurde, auf Berlangen länger wie bis 7 Uhr arbeiten zu Mandat für Hofstedt mit übertragen worden ist, gewählt. die Ausgabe 714,45 Mart, es blieb also ein Bestand müssen, wurde vom Beklagten nicht behauptet. Nach unserer Für den Bezirk Aplerbeck, Schüren, Sälde und von 391,72 Mart. Auf Antrag der Revisoren erMeinung tann, wenn allgemein giltige Ab. Landstrone wurde am Sonntag zu Aplerbeck W. Meinert theilte die Versammlung die Decharge. Genosse Robert Schmidt machungen betreffs betreffs eventueller Ueberzeit: als Delegitter gewählt. Der Bezirk Huckarde wird durch referirte sodann über die Einschränkung der Kolportage"( Antrag arbeit zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ten Bergarbeiter Fr. Drewes vertreten sein. Gröber im Reichstage). In der Diskussion, die sich an den mit fehlen, nur fälschlicherweise eine beharrliche Weigerung der Arbeit darin gesehen werden, wenn jemand sich an eine mehrmalige Solzarbeiterkonferenzen. Die Bahlstelle Meerane Beifall aufgenommenen Vortrag schloß, nahmen zwei Genoffen das Wort, um ihrer Zustimmung Ausdruck zu geben. Unter Aufforderung zur Ueberfeierabend- Arbeit nicht fehrt und nach des deutschen Holzarbeiter Verbandes regt eine Konferenz für Vereinsangelegenheiten regte Genosse Robert Meier eine GrSchluß der vereinbarten gewöhnlichen Arbeitszeit nach fämmtliche Zahlstellen Sachens an. Adresse: Richard Gabel, Hause geht. Hatte Kläger auch schon während einiger Wochen Meerane, Bergfir. 83. Für Schleswig- Holstein findet wägung darüber an, ob nicht die Redefreiheit in der an Refe länger wie gewöhnlich gearbeitet, so war dies sein freier Wille" eine Holzarbeiterkonferenz am Sonntag, den 22. April, zu Neu- rate sich anschließenden Diskussion etwas beschränkt werden solle, damit nicht von einzelnen Genossen, die sich besonders gerne reden und war er berechtigt, jeden Tag den Willen kund zu geben, münster im„ Kaiserhof"( kleiner Saal), Großflecken, statt. Beginn hören, so viel Gesagtes wiederholt werde. Mehrere Genoffen be nicht nach Feierabend arbeiten zu wollen. Judem er dies that, Morgens 8 Uhr. Adresse: J. Bräuer, Neumünster, Probstei fämpften diesen Antrag, worauf die Versammlung darüber zur war er im Recht. Hieran ändert der Umstand nichts, daßstraße 7 Tagesordnung überging. Auf Antrag des Genossen Mattutat was noch fraglich ist Kläger wußte, vor Weihnachten sei in Für die Steinarbeiter Sachfens findet am Sonntag, den gab der Vorsitzende die Erklärung ab, daß der Vorstand die von der in Betracht kommenden Branche Ueberzeit- Arbeit gang und 29. April, Vormittags 11 Uhr, eine Konferenz statt in den Volks dem früheren Pianoforte- Arbeiter, jetzt selbständigen Wenzel gegen gäbe. Der Kläger war nicht verpflichtet worden, beim hallen", Leipzig, Kreuzstraße 14. Die Delegirten find bei Viktor das Mitglied Radau geschleuderte Beschuldigung der Spigelei Engagement oder später, länger wie bis 7 Uhr auf Verlangen Gerber, Dresden, Stephanienftr. 73, rechtzeitig anzumelden. zum Gegenstand einer Untersuchung gemacht und zu zu arbeiten, deshalb war es fein gutes Recht, jederzeit von der Die Geschäftsleitung der losen Bentralisation der betreffenden Sitzung Den Menzel geladen habe. freiwilligen Ueberzeit- Arbeit zurückzutreten. der Maurer und verwandten Berufsgenossen Deutschlands ist Der Letztere sei aber nicht erschienen, habe vielmehr dem Ge laut Beschluß der letzten Konferenz( in Krimmitschau i. S. vom nossen, welcher ihm die Ladung überbrachte, gesagt, er habe jenes 22. bis 27. März) in einer öffentlichen Maurerversammlung in Wort in der Erregung gesagt und wolle es nicht mehr aufrecht Halle a. S. am 3. April gewählt worden und besteht aus: August Beck, Salle a. G., Tholudstr. 4, Geschäftsleiter, an den alle Briefe, Anfragen 2c., und Heinrich Wolf, Giebichenstein bei Halle a. S., Brunnenstr. 20, Kassirer, an den alle Gelder zu adressiren sind. Kammer Vill. Borsigender Assessor für st. Sitzung vom 14. April. Der Echriftseher Sch. flagt gegen den ehemaligen BuchDruckereibefizer Liese auf 40 M. Lohnentschädigung. Liese, der feine Druckerei wegen materieller Schwierigkeit aufgeben mußte, hatte einen Theil seiner Werkzeuge( Maschinen 2c.) Herrn Bartels verkauft und war in dessen Druckerei eingetreten, mit ihm zugleich auch der Kläger, den Liese solange beschäftigt hatte. Kläger behauptete in in einem früheren Termine, Liese habe auf eigene Rechnung mit eigenen Werkzeugen im Betriebe des Bartels Arbeiten ausgeführt, beziehungsweise ihn( Kläger) ausführen lassen. Er habe in der Woche einige Tage für Liefe und einige für Bartels gearbeitet, wofür er von jedem gesondert bezahlt worden wäre. Demgegenüber behauptete damals Liese, er sei nur Angestellter Bartels zu jener Zeit gewesen. Bartels, jezt als Zeuge gehört, bestreitet dies. Auf Bureden des Vorsitzenden, welcher die bedrängte Lage des Beklagten( 2. ist zur Zeit erwerbsfos) hervor hebt, ermäßigt der Kläger seinen Anspruch auf 20 M., worauf ein bezüglicher Vergleich geschlossen wird. Nach Abschluß des selben äußerte der Beklagte: Er( Sch.) bekommt ja doch nichts, ich habe den Offenbarungseid geleistet. fängniß. " " erhalten. Genoffe Heymann geißelte dieses Verhalten gebührend. Redner kam dann auf die zu Beginn der Versammlung an geregte Frage zurück, wie die Mitgliederzahl des Wahlvereins erhöht werden könne. Der Wahlverein des sechsten Kreises sei infolge der vorgenommenen Reorganisation von 2000 Mitgliedern am 1. Januar auf 5000 am 1. April gewachsen. Aehnliches Der evangelisch- foziale Kongreß wird vom 15.- 17. Mai werde man im vierten Streise erreichen, wenn die Aufgaben, in Frankfurt a. M. abgehalten werden. Zur Verhandlung welche der Parteiorganisation obliegen, wie etwa die Leitung der stehen folgende Punkte: Die soziale Frage und die Predigt; Wahlen, mehr als bisher vom Wahlverein übernommen werden. vorjährigen Enquete des Kongresses; Die Gewerkschaftsbewegung; die Tagesordnung der nächsten Sizung ein Referat über dieſes Die deutschen Landarbeiter, mit besonderer Berücksichtigung der Auf Antrag des Genossen Scholz beschloß die Versammlung, auf Die evangelisch soziale Aufgabe im Lichte der Geschichte der Thema zu setzen. Unter Verschiedenem besprach Genosse Scholz Kirche.enk die kürzlich erfolgte Umschulung einer großen Anzahl von nicht genug, Kindern nach der Manteuffel- Straße 7; daß infolge derselben die kleinen Kinder nun zum großen Theile bedeutend weitere Wege bis zur Schule zurückzulegen haben als bisher, wird von ihren Eltern auch noch verlangt, daß sie den Kindern die in der neuen Schule gebrauchten Bücher kaufen. Letzteres sollten die Bäter, die nicht das Geld dazu haben, entschieden ablehnen.euds sciss = Der Streik der Ziegelei Arbeiter Boom, Rumpst und Semirem dauert fort. Die Nube ist nicht mehr gestört worden. In Antwerpen hat vorgestern Abend eine große Verfammlung der Ziegelei- Arbeiter- Delegationen und der Arbeitgeber unter Vorfiß eines Komitees, dem die Herbeiführung einer Verständigung obliegt, stattgefunden. Ueber das Resultat der Berhandlungen ist noch nichts bekannt. " Ein Zusammenstoß mit einem Radfahrer hat einen Der französische Grubenarbeiter Rongreß wurde am Der sozialdemokratische Wahlverein für den 6. Ber: Unglücksfall veranlaßt, deffentwegen der Verkäufer Schmidt am 18. b. Mts. in Paris eröffnet. Der Abgeordnete Ba 31y, liner Reichstags- Wahlkreis hielt am 17. d. M. unter zahlDienstag vor der 7. Strafkammer zur Verantwortung gezogen wurde. welcher den Vorsitz führte, erklärte, das Programm beziehe sich reichster Betheiligung im Eisfeller" feine halbjährliche General Dieser fuhr eines Tages mit seinem Fahrrade in ziemlich scharfer besonders auf die Erreichung des achtstündigen Arbeitstages, versammlung ab. Nachdem die Versammlung zu Ehren des Gangart durch die Linienstraße. In der Nähe des Koppenplates Organisation der Alterskassen und die Schaffung einer inter verstorbenen Vereinsmitgliedes Rabe sich von den Plägen erhoben, erstattete Genosse Riesel namens des Vorstandes den mußte er sich durch zwei Reihen ihm entgegenkommender Fuhr- nationalen Bergarbeiterliga. Geschäftsbericht. Derselbe konnte die erfreuliche Thatsache fon werke hindurchschlängeln, und als er einer Drosche ans Musiker- Elend. Die Musiker, wenn sie auch oftmals die statiren, daß die Mitgliederzahl, welche noch im Jahre 1893 sehr biegend an die Bordfchwelle des Fahrdammes heranfuhr, lufiigsten Weisen aufspielen müssen, haben doch in der Regel viel zu wünschen übrig ließ, im legten halben Jahre fich be überfuhr er den Eigenthümer W., der in demselben Augen mit recht mißlichen Verhältnissen zu kämpfen. Ihr Erwerb hängt deutend gehoben habe. Während im Jahre 1893 der Verein nur blicke den Damm überschreiten wollte. Der ältere Herr fam bei diesem Zusammenprall zu Fall und auch das Fahrrad von allerlei Bufälligkeiten ab, wie Witterung, Geschäftslage ze. 2400 Mitglieder zählte, welche 5 pet. der bei der Reichstagswahl tam bei diesem Zusammenprall zu Fall und auch das Fahrrad Mit der zunehmenden Verarmung breiter Volksmaisen tommen im 6. Wahlkreise abgegebenen sozialistischen Stimmen gleich fiel um und wurde arg beschädigt. Der Unfall ist für den Verfiel um und wurde arg beschädigt. Der Unfall ist für den Verletten von recht üblen Folgen begleitet gewesen: er behauptet, immer Wenigere in die angenehme Lage, den Lurus musikalischer famen, zählt der Verein zur Zeit rund 5000 Mitglieder. Dieses letten von recht üblen Folgen begleitet gewesen: er behauptet, Genüsse sich leisten zu können. Außerdem haben die Bivil- Be- Wachsthum der Mitgliederzahl sei auf die Reorganisation des daß sich seitdem eine Schwerhörigkeit bei ihm herausgebildet und Bivil- Beauch das Sehvermögen auf dem einen Auge infolge des Unfalles russmusiker einen mächtigen Konkurrenten in den Militärkapellen, Vereins zurückzuführen, welche, wenn sie auch noch nicht auf die 0011 den Steuerzahlern erhalten werden müssen, Vollkommenheit Anspritch erheben dürfe, sich doch immerhin gelitten habe. Der Gerichtshof erachtete eine Fahrlässigkeit des um andere steuerzahlende Staatsbürger in ihrem Er bereits fehr gut bewährt habe. Daß der Verein fich Angeklagten als vorliegend, da er beim Radfahren durch eine werb zu beeinträchtigen. Wie in Deutschland, so fortentwickelt habe, ergebe sich unter anderem auch belebte Straße seine Aufmerksamkeit hätte verdoppeln müssen. in Desterreich. So hat sich jetzt in Wien nach Jahre langem aus dem Umstande, daß über 3000 Protokolle des letzten Mit Rücksicht auf die schlimmen Folgen des Unfalles verurtheilte vergeblichem Kampfe gegen den übermächtigen Konkurrenten die Parteitages abgesetzt worden seien, welche Bahl die der Gerichtshof den Angeklagten zu awei Monaten Gedortige Genossenschaft aufgelöst. Wie groß das Glend, geht aus gehegten Erwartungen weit übertraf. Der Borsigende dem Bericht hervor, den der Vorsteher der Genossenschaft, gab der Grwartung Ausdruck, daß in der Fortentwickelung des Einen Mitleid erregenden Eindruck machte am Dienstag eine Mörth gab. Es sei, so führte er an, ein Defizit von 340 fl., Bereins fein Stillstand eintreten und der Verein im nächsten Frau, welche als Zeugin in einer Antlagefache wider den Kutscher das nicht gedeckt werden könne, denn von den 400 Mitgliedern Jahre 10 000 Mitglieder zählen werde, damit der Verein gleich Wilhelm Albrecht wegen fahrlässiger Körperverlegung vor seien 324 mit einem Gesammtbetrage von 3800 fl. im Rüd- dem Wahlkreise an der Spize Berlins und Deutschlands warschire. die 2. Straffammer des Landgerichts I geladen war. Der Anstande, 125 erflärten, überhaupt zu arm zu sein, um die Ge( Bravo!) Abgehalten wurden 18 Vereinsversammlungen und getlagte ist ein alter Rollkutscher, der schon 24 Jahre lang nossenschaftsbeiträge zu zahlen und 95 können sie nur in Raten 14 Vorstandssigungen. Der vom Kassirer Gleinert erstattete fährt und noch nie mit dem Strafgesetze in Konflikt zahlen. Bei 245 Genossenschaftsangehörigen sei überhaupt nichts Kaffenbericht für das erste Vierteljahr 1894 hatte folgendes Endgerathen ist. Eines Tages hatte er das Unglück, beim Pfändbares vorgefunden worden, dieselben hatten absolut nichts, resultat: Gesammte Ginnahme 3668 M. 71 Bf, gesammte AusEinfahren in den Packhof die Zeugin zu überfahren, als das, was sie am Leibe trugen, 16 andere seien unauffindbar. gabe 2547 m. Pf., Uebertrag 1124 M. 26 Pf. Arbeitslosen und zwar so unglücklich, daß dieselbe außer anderen Als der Vorsteher erklärt, daß ein Fortbestehen der Genossenschaft Mitgliedern wurden 31 Monatsbeiträge, Tranfen Mitgliedern Berlegungen einen Bruch des Oberschenkels davon getragen hat, unmöglich sei, daß sie sich selbst auflösen müsse, bricht stürmische 20 Monatsbeiträge erlaffen. B Mitglieder wurden ausgeschlossen. bereits 17 Wochen im Krankenhause zubringen muß und sich Zustimmung los. Die Genossenschaft ist lebensunfähig, aller Auf Bericht und Antrag der Revisoren wurde der Kassirer einallein noch nicht fortbewegen fann. Sie mußte ir den Sigungs- Mittel bar," fährt Herr Mörth fort. Die Umlagen fönnen stimmig entlastet. In Rücksicht auf die noch junge Neuorganis saal getragen werden. Dem Angeklagten ist das Unglück sehr nicht erhöht werden, da die bisherigen Umlagen ohnehin blos fation des Vereins wurde der bisherige Vorstand auf ein weiteres nahe gegangen; er hat die schwer Verletzte im Krankenhause be- von 89 Mitgliedern bezahlt werden konnten. Wir sind eben halbes Jahr im Amte bestätigt mit Ausnahme des stellvertretenden sucht und ihr sein tiefes Bedauern über den Unglücksfall ausgedrückt derout, am Rande des Abgrundes... Ein Glend, wie bei uns Schriftführers Stolzenburg. Neu gewählt wurde als stellund versicherte auch geſtern dem Gerichtshof, daß ihm das Geschick Musikein, giebt es bei den Angehörigen teiner Genossenschaft! vertretender Saffirer Her me rfch midi, und an deſſen Stelle der Zeugin schwer auf dem Herzen liege, aber doch glaube, daß uns erdrückt die Konkurrenz der Militärtapellen. Der Wirkungs- zum Revisor Gräschte, ferner zum stellvertretenden Schriftweniger seiner Unvorsichtigkeit, als vielmehr einem tüctischen Bu- freis der Militärkapellen ist größer als je und wir können blos führer Entritatis. Nach Erledigung dieser Vereinsangelegenheiten fall das Unglück zur Last falle. Dieser Ansicht neigte sich auch mehr wollen, daß der Staat endlich den letzten Schritt thut und hörte die Generalversammlung einen Vortrag des Gen. Ledebour der Gerichtshof zu, indem er den Angeklagten nur zu 150 M. dem Kinde den rechten Namen giebt, indem er die Musik zu über: Werth der Organisation und des freien Meinungsaus Geldbuse verurtheilte. Beinahe rührend war es, wie fürsorglich seinem Monopol erhebt. Wir aber haben keine Luft, noch weiter tausches." Derselbe knüpfte an das reiche Wachsthum des Versich der Verurtheilte seiner Belastungszeugin zur Verfügung Genossenschaft zu spielen." eins an, welches den Werth der geschaffenen Organisation zur 錄 Buch= Sängerverein Sorgenfrei, Melchiorftr. 15 bei Stehmann.- Nord- WestStern, Altonaerstraße 27 bei Lipte. Vineta, Veteranenstraße 19 mengert's Boltsgarten.- Sängerchor der Töpfer, Neue Fry b. benede.-bei Schulz.- Frete& tedertafel, Neue Königfíraße 73 bei Hahn. Brandenburger Männer Gesangverein in Brandenburg a. H., Röllig. Brauer- Gesangverein Gerstenähre, Alte Jatobftr. 83 b. Wienece Johanni, Am Ostbahnhof 7 bet W. Bühlow.- Einigkeits, Gr.- gichterfelde Bülowftr. 65 b. Richter. fraße 11 bei Feind. V Genüge beweife. Hauptaufgabe sei es nun, die neu gewonnenen, in die Arbeitsvermittelungs- Kommission die Kollegen Gottmann3- traße 6s, bei Keller. Vorwärts 1, G.D. Adalbertstr. 21, bei Roll. Mitglieder zu affimiliren und den freiesten Meinungsaustausch hausen, Fischer, Schöne, Obe, Schmidt, Bienefeld und Path. Kummer' sher Gesangverein, Langeftraße 65, bet Tempel. binder Männerchor Berlins, Holzmarktstraße 3, bei Deter. Mais zu pflegen. Insbesondere solle auch der Meinungsaustausch mit Zur Frage der Lichtarbeit sprach der Obmann der Kommission glödchen, Hochstr. 32a, bei Wilte. Gemüthlichkeit Puzer, Gegnern nicht vermieden, sondern vielmehr gesucht werden. Ein seine Befriedigung darüber aus, daß in dieser Hinsicht bei allen Sendelstr. 30. Palme, in Belten, bei Schröder.. Morgenroth 4, derartiger Meinungsaustausch wirke ungemein anregend, auch Bauhandwerkern erfreulicher Weise ein Fortschritt zum Bessern verein, Krautfir. Nr. 6 bei Rudolf. Köpenick, Müggelheimerstr. 3 bei Held. Rarthaus'scher Gesang= hätten wir von einem solchen in feiner Weise etwas zu fürchten, sich bemerkbar macht. Gesangverein Morgenroth 2, Charlottenburg, Bismarcftr. 75.- Typographia, Gefangverein Berliner vielmehr nur zu gewinnen. Redner nahm Bezug auf die stattBuchdrucker und Schriftgießer, Alte Jakobstr. 75.- Gefangv. Nordwacht, gehabten Studentenversammlungen und konnte die Meinung des Der Zentralverband deutscher Maurer( Filiale Berlin I) müllerstr. 7, bet Reichert. Gesangv. Freie Sänger in Schmargendorf. 8utunft 1, Stegliz, Ahornstr., im Gambrinus, Reichstags- Abgeordneten Bueb nicht theilen. Von dem rich- beschäftigte sich in seiner Sigung am 8. April mit der Erledigung Wirthshaus Friedrichs. Vereinte - Gesangverein Collegia 1, Manteuffelstr. 9 bei Nowad einer Reihe Verwaltungsgeschäfte. Vor Eintritt in die Tages: Sangesbrüder Moabit, tigen Grundgedanken ausgehend, daß wir eine Partei Stromstraße 28 bei Lange. des Proletariats, des Klassenkampfes feien, würden doch ordnung gab der Vorsitzende der Versammlung Kenntniß von einfach falsche Schlüsse gezogen. dem Ableben der Kollegen Woyda und Hauschild. Die VerLeute in anderen Lebensstellungen eine unbegründete Animosität. Weise. Zunächst vollzog die Versammlung hierauf die Wahl des G3 herrsche vielfach gegen sammlung ehrte das Andenken der Verstorbenen in der üblichen Nicht komme es auf die Abstammung, auf die Lebensstellung Ausschusses. Gewählt wurden die Kollegen Dähne, Kelpin und eines Ginzelnen an, sondern auf den Geiſt, der diesen beseele. Buchholz. Die Abrechnung vom 1. Quartal wurde von den ReDas Proletariat fei leichter befähigt, mit aller Schärfe den visoren für richtig befunden. Ein Antrag, dem ersten Kassirer bei Gries, Giefensdorf.- Geselligteit, Hennigsdorf, Böhmert's Gasthaus Klassenkampf zu führen, weil es weniger Ballast gesellschaftlicher 20 M., dem zweiten Kassirer 10 M. und dem Bevollmächtigten Maiengruß, köpenick, Grünstraße 53 bei Gaul. Freiheit 1, Vorurtheile abzuwerfen habe. Doch auch das Proletariat habe 10 M. Entschädigung für ihre Thätigkeit im vergangenen Jahre Arion, Wittenberge, Thurmstr. 23, Bentralhalle. Oberon, Kaiser Franz Grenadier- Play 7. Harmonie 2, Weineine höhere Lebenshaltung zu erstreben und habe durchaus nicht Fris, Naunynstr. 86 bei Friz Zubeil. Freya 2 darauf zu verzichten, so schwer es auch sei, aus den Reihen der zu bewilligen, wird angenommen. Des weiteren werden dem( gem. Chor), Rixdorf, Bergstraße 133, Hoffmann's Festsale( Inhaber Runge). Bourgeoisie Leute zu sich herüberzuziehen. Den Werth der Drauf hielt der Genosse Millarg einen Vortrag über das Thema: Ganger, Potsdam, Brandenburger Kommunikation 16 bei Glaſer. Unterstützungsfonds 100 m. aus der Lokalkaffe überwiesen. Hier: temper und Berufsgenossen, Siemensstraße Nr. 17 bet Biet. Loreley, Grünthalerstr. 5 bei Hemmerling. Gesangverein der Lustige ganisation erläuternd legte Redner besonders Gewicht darauf, daß den Genossen möglichst viel Gelegenheit gegeben werde, kapital und Arbeit". Von einer Diskussion über den recht Deutsche Biedertafel, Grüner Weg 29, Reftaur. Saeger.- Sängerorganisatorische Thätigkeit zu entfalten und daß ein ent: Die Wahl der statistischen Kommission soll in der nächsten Ver- alle Zuſchriften find zu senden an B. Gent, Adalbertstr. 95. Freitag: beifällig aufgenommenen Vortrag wurde Abstand genommen. treis( Weißenfee), Königschauffee 46 bei Dorn. sprechender Wechsel der leitenden Personen stattfinde. Dies sei auch von spezieller Bedeutung für zukünftige Eventualitäten. fammlung stattfinden. Empfohlen wurde, sich der Fußpartie des Bergnügungsverein Frisch auf, Abends 9 Uhr, Ohmgaffe 2 bei Krebs. Die politische Konstellation lasse verschärfte Maßnahmen der Gegner Bom Verband wird am 1. Mai teine Partie veranstaltet. Der verein union, Abends 9 Uhr, Berliner Bockbrauerei. Gesangvereins Gemüthlichkeit" am Himmelfahrtstag anzuschließen. Stattlub Kairo, Abends 8 Uhr bei Flick, Simeonſtr. 23. Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. Freitag. Männer- Gejanggegen die wachsende Sozialdemokratie möglich erschienen. Wie Quartettverein Männerchor große Ereignisse stets ihre Schatten vorauswürfen, so sei dies Kollege Dähne wies darauf hin, daß die Berufung bei den wedding, Abends 8% Uhr, bei Schäfer, Steue Hochstr. 49. Privat auch hier der Fall. Ausnahmegeseze, Strafkolonien und andere Entscheiden des Innungs- Schiedsgerichts innerhalb 8 Tagen ein- Baldesrauschen, Abends 9 Uhr, bei Weigt, Wiartgrafeuftr. 87.schöne Dinge wagten sich bereits als schüchterne Wünsche an die gereicht werden muß. Die Regelung der Verhältnisse der Bahl- Theaterverein Crescendo, Abends 9 Uhr, bet Schulz, Burbuſerſtr. 35. Deffentlichkeit. Gegenüber folchen Eventualitäten sei die organi- ftelle Wedding und die Errichtung einer Bahlstelle in Charlotten- uebungsstunde. Musikverein Frisch auf, Restaurant Schröder, Reichenfatorische Schulung von Genoffen von weittragendster Bedeutung. burg wurde dem Vorstand überwiesen. Jeder Parteigenosse habe die Pflicht, sich auszubilden als prole Die Klempner hatten am 9. April eine öffentliche Vertarischer Klassenfämpfer und seine individuelle freie Entwicklung fammlung einberufen, die von ungefähr 50 Kollegen besucht war. zu fördern, sowie fich zu befähigen, sich einzureihen als Glied in Die Delegirten der Gewerkschaftskommission Winter und die Partei. Freiheitsgedanken und Organisationsgedanken müssen Drange gaben der Versammlung den Bericht über die Thätig gepflegt werden. In der Gegenwart müsse man sich auf die Bu feit der Kommission. Im Anschluß daran erklärte sich die Verfunft vorbereiten. Darum rief er den Genossen zu: Organisirt sammlung mit dem Beitrag zu den Kosten des GewerkschaftsEuch, bildet Euch, vertraut auf Eure gute Sache und haltet Bureaus einverstanden. Hierauf erstatteten die GewerbegerichtsEuch bereit!( Großer Beifall.) Beisitzer gleichfalls einen Bericht über die Thätigkeit des Gewerbegerichts, der zu einer längeren Diskussion Veranlassung gab. Die Agitation für die Organisation wird den Kollegen Winter, Schmidt und Drange übertragen. mehr " " Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Musit- Dilettantenverein Tonita, Abends 8% Uhr bei Schent, Krautnr. 39, bergerstr. 24. Theaterverein Bultania, 9 Uhr, Jäger's Gesellschaftshaus, Gartenstr. 13-14. Berliner Turngen offenfchaft. Die erste Männerabtheilung Lessing- Gymnasiums Bankſtr. 9-10.turnt Freitag und Dienstag Abend von 8-10% Uhr in der Turnhalle des Zurnverein Gesundbrunnen die 1. Männer- Abtheilung turnt heute Abend von 8%-10% Uhr in der Zurn= balle des Leffing- Gymnasiums, Pantstr. 9-10.- kraft- und Artistenlub Berolina jeden Dienstag und Freitag Uebungsstunde bei Grüßner, Waldemarstr. 42.- Turnverein Germania( Mitglied des deutschen Arbeiter- Turnerbundes) turnt Dienstags und Freitags Abends von 8-10% Uhr Ackerstr. 67.- Turnverein Fichte( Mitglied des Arbeiter- Turnerbundes Deutschlands.) Die zweite Männer- Abtheilung turnt jeden Dienstag und Freitag Abends von 8-10 Uhr in der Stalizerftr. 6/56. Vergnügungsverein Veilchen, Abends 9 Uhr, bet Brauns, Oranienftr. 183 p. Geselliger Arbeiterverein Graphia, Abends 8 Uhr, Alte Jakobftr. 128( Logenhaus).- Unterhaltungstlub Schiller, Abends 8 Uhr im Restaurant Holzbächer, Drensestraße 3. Lepidopt. Vereinigung Der Frauen und Mädchen- Bildungsverein hielt am Drion, Abends 9 Uhr Sigung Charlottenstr. 95, Restaurant Effenberg. Musikverein Hoffnung, Abends von 9-11 Uhr Uebungsstunde Prostauer, 11. April feine Generalversammlung ab. Der Kaffenbericht, der fraße bet Schneider. Bergnügungsverein Berolina= als erster Gegenstand auf der Tagesordnung stand, fonnte nicht abends 9 Uhr im Restaurant Bur Gleichheit", Andreasstraße Nr. 26, Tanzlehrer- Verein Solidarität, gegeben werden, da die Kaffirerin plöglich verreift ift. Frau Sigung. Nach derfelben Tanz. Abends 8% Uhr im Lotale Don Ehrenberg, Annenstraße Nr. 16, Rauchklub Rothe Fahne, Freitag Abends 9 Leuschner gab hierauf den Bericht über die Thätigkeit des Ver- Sigung. Rauchtklub Ruderverein Borwärts, Sigung eins. Nach Beilegung einiger Differenzen, die zwischen einigen Euvryfir. 48 bei Kricheldorff. Gefangverein Mitgliedern ausgebrochen waren, erledigte die Versammlung die bends 8 Uhr, in ber Spreeterraffe, Jannowißbrücke. Freya( gemischter Thor) Rirdorf, Abends 9 Uhr, bei Barta, Bergstr. 120. Vorstandswahl. Es wurden gewählt: Frau Mesch erste, Frau Bergnügungsverein Im Brand, Sigung Abends 9 Uhr, bet Fr. Germer, Ranke zweite Borsigende; Frau Gallien erfte, Frau Kniffert Landsbergerstr. 105. zweite Kassirerin; Frau Almacher erste, Frau Schädlich zweite Schriftführerin; Frau Scholz, Frau Rosentreter und Frau Hübner Beisigerinnen. e In der Diskussion trat zu tage, daß bezüglich der Resolution, welche anläßlich der Studentenversammlung von der Volks versammlung im Berliner Prater", in welcher Bueb referirte, gefaßt worden ist, eine andere Auffassung herrschte, als Ledebour fie davon hatte. Der Grundgedanke der Ausführungen Bueb's fei nur gewesen, daß das Proletariat genug Intelligenz besige, um der Studenten entrathen zu fönnen, und durchaus nicht auf jene angewiesen sei. Auch Bueb habe Ueberzeugte aus jenen Kreisen willkommen geheißen. Bu gunsten der Organisation 2c. beantragte der Vorstand die Verbreitung eines Flugblattes im 6. Wahlkreise. Gegen diesen Antrag sprach sich 3 a chau aus und warute davor, zur Zeit zu sehr in die Breite zu gehen und dem Vereine einen nur schädlichen Ballast zuzuführen, vielvorerst mit Eifer die Disziplinirung der gewonnenen Mitglieder vorzunehmen. Diese Ansicht fand heftigen Widerspruch. Der Antrag des Vorstandes wurde genehmigt. Mit großer Stimmenmehrheit protestirte die VersammDie Freie Vereinigung der Bauarbeiter hielt am lung in einer Hesolution gegen die Ausführungen Zachau's. Ein 15. April ihre regelmäßige Versammlung ab. Der Vortrag des Antrag Me ßmann, dahingehend, daß nur der General Genossen Paezel wurde von der Versammlung recht beifällig versammlung das Recht zustehen solle, Vereinsgelder zu be- aufgenommen. Hierauf verlas der Kassirer die Abrechnung vom willigen, die nicht für Parteizwecke Verwendung finden( der I. Quartal 1894. Danach betrug die Einnahme mit einem Antragsteller führte als solche die Arbeiter- Bildungsschule an) Bestand vom 1V. Quartal 1893 230,40 m., die Ausgabe mit wurde abgelehnt. Raichte gab sodann die vorläufige Ab einem Defizit vom Stiftungsfest 1893 114,30 M. Unter Vereinsrechnung vom jüngsten Stiftungsfeste. Der Vergnügungsausschuß angelegenheiten beschäftigte sich die Versammlung mit der Frage: wurde entlastet. In Rücksicht auf die durch die Reorganisation Wie stellen wir uns zum 1. Mai? Nach einer längeren Debatte des Vereins dem Kassirer erwachsene bedeutende Mehrarbeit beschloß die Versammlung, sich den Beschlüssen der Gewerkschaftswurde tine laufende Entschädigung für denselben beantragt. Kommission anzuschließen. Die nächste Versammlung findet am Dieselbe wurde bewilligt und pro Monat auf 30 Mt. festgesezt. 13. Mai statt. Die Moabiter Genossen beantragten den Ausschluß des Mitgliedes Ferdinand Kramer, Rostockerstr. 44, aus dem Verein, der nach Klarlegung der Sache auch beschlossen wurde.( Um Irrthümer zu vermeiden, wurde besonders hervorgehoben, daß das in voriger Versammlung ausgeschlossene Mitglied Kaiser, der Arbeiter Franz Kaiser ist.) Die Versammlung endete mit der Beschlußfaffung, in Zukunft den Punkt Verschiedenes" nicht mehr auf die Tagesordnung zu feßen.. 35-37 Uhr, English Conversational Club Shakespeare. Meeting every Eriday at 9 p. m. at Beherns Restaurant Königstr. 62. Lecturer Mr. J. Bloch. Guests are welcome. Eingelaufene Druckschriften. Unter dieser Rubrik zeigen wir sämmtliche der Redaktion zugehente Schriften nicht als Empfehlung der Rebattion, fondern lediglich literarische Neuigkeiten an. Wir bitten unsere Leser die Nennung ber als Empfangsbestätigung aufzufaffen. lages absehen zu wollen. Blos über diejenigen Erscheinungen, welche im Intereffe unserer Leser foweit dies der Naum unseres Blattes zuläßt, Kritifen. Genügt einer Verlagsoder aus politischen Gründen besprochen werden müssen, veröffentlichen wir, buchhandlung die Anführung der übersandten Rezensionseremplare in dieser Rubrit nicht, so bitten wir von der Zusendung der Neuerscheinungen des BerEin Wort zu dem Streit um den Austritt aus der Landesfirche. Von Heinrich Peus. Deffau. Jm Selbstverlag. Amalienſtr. 18. Illustrirte Bolts- Ausgaben von Meisterwerken aus den Literaturschäßen aller Nationen. Lieferung 11, 12, 13. Die lachende Welt. Blüthen des Wiges und Humors aller Berlin W. Verlag S. Gerstmann, Corneliusstr. 5. Nationen. Berlin SW., Hugo Steiniz' Verlag, CharlottenDer Arbeitsvertrag. Von Rich. Lipinski.( Jm Selbstverlag.) straße 2. Preis 1 M. Leipzig, Poststr. 6. Preis 20 Pf. Gruß an den ersten Mai. Text und Musik von B. Strzelewicz. Verlag von A. Hoffmann( Pankow). hielt am 15. b. 9. eine Generalversammlung ab. Auf der Der Verein zur Wahrung der Intereffen der Maurer Tagesordnung stand die Neuwahl des Vorstandes. The man zur Wahl schritt, gab der Vorsitzende einen furzen Ueberblick über die Thätigkeit des Vorstandes im letzten Quartal. Sodann verlas der Kassirer die Abrechnung, nach welcher dem ordentlichen Fonds 105,21 M., dem Vergnügungsfonds 66,77 m. verblieben. Da die Revisoren die Richtigkeit der Abrechnung bestätigten, wurde dem Kassirer Decharge ertheilt. Die Vorstandswahl ergab folgendes Resultat: 1. Vorsitzender G. Blaurod, Stellvertreter E. Knöpfchen, 1. Kassirer H. Legler, Stellvertreter Hanisch, Der freie Dichter. Organ für volksthümliche Dichtkunst. 1. Schriftführer Pagel, Stellvertreter Lüdtke. Die Revisoren Barmen. wurden durch den Kollegen Alb. Bielecke ergänzt. Als AusschußVerlag von Chr. Ommerborn, Heckingshausermitglieder wurden, nachdem dieselben ebenfalls einen Rechen- Rothe Maiblumen zum Arbeiter- Maifest von Karl Ried. straße 66. Erscheint alle 14 Tage, pro Quartal 80 Pf. schaftsbericht gegeben, die Kollegen Pfeil, Hut und Fürstenberg Brandenburg. Verlag von Ferd. Ewald u. Ro. gewählt. Die Abrechnung vom Maskenball ergab einen Ueberschuß von 71,85 M. Nachdem noch diverse Angelegenheiten geregelt waren, erfolgte Schluß der Versammlung. geregelt waren, erfolgte Schluß der Versammlung. " ,, Der Sozialdemokrat", Wochenblatt der sozialdemokratischen Partei Deutschlands( Expedition in Berlin SW., Beuthstraße 2). Bu beziehen durch alle Zeitungsspediteure. Das Abonnement beträgt durch die Post oder in Berlin durch die Beitungsspediteure pro Quartal 1,20 m., unter Kreuzband 1,80 m. Nr. 12 vom 19. April hat folgenden Inhalt: Wochenschau. Literatur. Der Eine Koszinsko- Feier veranstalteten die hiesigen polnischen Sozialdemokraten am Sonntag, den 1. d. M. im oberen Saale des Restaurants Bolt, Alte Jakobstr. 75. Der Vorsigende der polnischen sozialdemokratischen Partei, Buchdrucker August Berfus, hielt die Feftrede über: die Bedeutung des Polen- Aufstandes von 1794 für das polnische Proletariat." Troydem die Feier den Namen einer bestimmten Person trage, so erblickt und ehrt die polnische Sozialdemokratie in Ro3ziusko nicht etwa den Nationalhelden, sondern nur den Führer eines Befreiungstampfes des polnischen Proletariats gegen ihre Unterdrücker und stellt ihn als gleichwürdigen, tapferen Kämpfer dem Schuh- Eine öffentliche Agitations: Versammlung der Buchmacher Johann Kilinšti und dem Bauer Bartosz drucker, Schriftgießer und deren Hilfsarbeiter Glowazti zur Seite, welch lettere ebenfalls verstanden haben, resp. Arbeiterinnen tagte am Dienstag in der Brauerei durch ihre Energie und persönlichen Muth die Masse der Bevöl Königstadt", Schönhauser Allee 9/10. Das einleitende Referat ferung zu wahren Wundern der Tapferkeit anzuspornen. Die über: Die Mißstände im Buchtruckgewerbe 2c. hielt Kollege polnische Sozialdemokratie treibe ebenso wenig wie die deutsche Wa ch 3. Eine Diskussion schien zunächst gar nicht in Fluß Die Presse in Elsaß- Lothringen. Der schweizerische Gewerkoder die Sozialdemokratie eines anderen Landes Personentultus; fommen zu wollen; das Schweigen der Kollegen konnte die Ver- fchaftsbund. Der Ausgleichsversuch in Ungarn.- Die Naturfie weiß, daß nicht die Person des Kosziusto, sondern daß es muthung erwecken, als beständen derartige Uebel, wie sie die wissenschaft und die sozialdemokratische Theorie. I. das erwachende Bolt war, welches das Joch der Unterdrückung vorigen Bersammlungen in anderen Bezirken zu Tage förderten, Brand in Buenos- Aires. Aus dem Reichstage. Parteiabzuschütteln suchte. Allerdings hatte der Aufstand, der sich über in den sich im Norden Berlins befindlichen Druckereien nicht. nachrichten. alle übrigen Polenaufstände durch seine größere Ausdehnung und Erst auf wiederholte Aufforderung des Borsitzenden hin und Der englische Bericht über Arbeitslosigkeit. I.- Ein agras längere Dauer erhebt, durch Halbheit Kosziusto's, unter der Versicherung, daß ihre Namen im Versammlungsbericht risches Programm. I. Nochmals Strindberg. Induſtrie..die der den unheilvollen Einflüssen der Szlachta( des Adels) nicht genannt würden, steckten die Anwesenden die Köpfe zu- Agrarisches. Sozialstatistisches. Gewerkschaftliches. Wie nicht genügenden Widerstand entgegen ver fammen und dann wurden dieselben Klagen wie in den früheren man uns behandelt. Vermischtes. Todtenliste. sezzen zu mochte, nicht den erwarteten Erfolg. Er( Kosziusko), Versammlungen laut. Häufig sind, wie ein Redner ausführte, der letzte polnische Ritter, vermochte es leider nicht, mit den die Kollegen selbst schuld an den mißlichen Verhältnissen. Durch alten Traditionen gänzlich zu brechen, daran ging der Ausstand Kriechereien beim Prinzipal und Faktor suchen sie sich gegenBriefkaffen der Redaktion. zu Grunde. Ebenso wie der Adel und der Klerus damals das seitig den Rang abzulaufen und dauernde Stellung zu mir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( 8wet Buchstaben oder eine Bahl) Baterland feige verriethen und entflohen, so verhielt es sich auch sichern. Der„ Correspondent" wird leider zu wenig geanzugebeu, unter der die Antwort ertheilt werden soll. jezt bei der hundertjährigen Gedenkfeier der Revolution. Der lesen; der Betheiligung an der Organisation ganz Druckfehler Berichtigung. Zwei durch Ausfall von Erzbischof von Krakau, Dunajewski, unternahm beispiels- zu schweigen. Ein anderer Redner geißelt die Lehrlingszüchterei; Worten entstandene Druckfehler in Nr. 88 des Vorwärts" sind weise gerade zur Zeit des Jubiläums eine Reise ins Ausland, in einer Offizin fommen auf 4 Gehilfen 9 Lehrburschen. Auch zu berichtigen. Es muß heißen: im Artikel Freie Voltsbühne", für welche Feigheit ihm das Bolt die Fenster seines Palastes die billigeren weiblichen Seher nehmen an Zahl bedeutend zu, 2. Beilage, 1. Spalte, Beile 38 und 39: diese etwas in's einwarf, während sein würdiger Amtsbruder, der Grzbischof von z. B. bei Wollrath, und wird ihre Konkurrenz in späteren Klownhafte gezogene Gestalt"; im Artikel Ferienkolonien", Lemberg, Morawski, den Geistlichen seiner Diözöse aufs strengste Jahren in unliebsamer Weise fühlbar werden, wenn es nicht 1. Beilage, 2. Seite, 2. Spalte, Beile 86 von oben:„ Ein armes verbot, von der Kanzel herab mit irgend einer Silbe auf gelingt, auch sie zur Organisation heranzuziehen. Auch das frantes Kind darf also auch nicht zu frank sein". Kosziusko oder den Gedenktag der Revolution einzugehen. Die drohende Gespenst der amerikanischen Segmaschine sollte jeden polnischen Sozialisten sind es allein, welche den revolutionären veranlassen, sich eng mit seinen Kollegen zusammenzuschließen, Ueberlieferungen treu geblieben sind. Sie feiern den 100 Jahrestag ihre Einführung ist nur noch eine Frage der Zeit. Einzige der Revolution nicht als einen nationalen Gedenktag, sondern als Rettung vor einem weiteren Rückgang der Erwerbsverhältnisse internationales Freiheitsfest. Die nationale Phrase haben die biete die Zugehörigkeit zum Verband, nur hierdurch kann dem aufgeklärten polnischen Arbeiter längst über Bord geworfen und ebenfalls organisirten Unternehmerthum ein Paroli geboten tämpfen nunmehr Schulter an Schulter mit den zielbewußten werden, deshalb müsse jeder ein Agitator sein. Nach Entgegen- Esculap. Rennen wir nicht. Aesculap ist lateinisch und Klaffengenoffen aller Länder der Welt für Freiheit, Gleichnahme weiterer Beschwerden, wie sie ähnlich in den früheren stellt den Gott der Heilkunde dar. Höchstestr. 8 gehört zum heit und Brüderlichkeit.( Brausender Beifall.) Genosse Berichten erwähnt wurden und nach einigen Mittheilungen wurde vierten Wahlkreis, melden bei Henke, Blumenstr. 38. Brzestwiniewicz sprach hierauf einen Prolog:„ Sto lat die Versammlung geschlossen. Rethwisch. 1. Der Dienstherr kann nur Entschädigung mindo"( Hundert Jahre ist es her!) dessen Spitze sich besonders Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter, e. S. 29, fordern, wenn das Gesinde den Dienst vor der Zeit verläßt und die russische richtete. russische Gewaltherrschaft Genosse Filiale Rigdorf. Sonnabend, den 21. April, Abends 8% Uhr, Bersammlung er auf polizeiliche Zurückführung verzichtet; ob diese EntschädiTagesordnung: 1. Ersazwahl für den vergung gerade einen Vierteljahrslohn ausinacht, läßt sich nicht entWojciechowski deklamirte den" Prometheus". Der Gesang bet Schaller, Berlinerfir. 117. des Volksliedes„ Warszawianka" und ein dreifaches Hoch auf die ftorbenen Delegirten Albert Meyer. 2. Verschiedenes. Sozialdemokratischer Agitationsklub für den Often. Sonntag, den scheiden, wenn nicht die Einzelheiten des Falles mitgetheilt wer internationale, völkerbefreiende Sozialdemokratie bildeten den 22. April, Abends 64 Uhr, Versammlung für Frauen und Männer. Bortrag den. 2. Bei Unterschlagung oder Betrug bedarf es feines beSchluß der würdevoll verlaufenen imposanten Feier. fonderen Antrags, um die Strafverfolgung zu veranlassen, sonArbeiter- Bildungoschule. Freitag, Abends von 8%-10% Uhr: Nord: dern es ist nur nothwendig, daß die Staatsanwaltschaft Kenntniß Deutsch( Logik und Rethorit). Bei allen Unterrichtsfächern werden neue erhält. Die Strafverfolgung verjährt in 5 Jahren. 3. Nein. F. Kunft 920. Ehescheidung auf grund gegenseitiger GinTheilnehmer, Damen und Herren, jeder Seit aufgenommen. Lese- und Diskutirklubs. Freitag. Karl Marx, Abends subr, willigung ist nur bei tinderlosen Ehen möglich. Sprechen Sie bei Gruber, Mariendorferstr. 5. Westen, bei S. Werner, Bülowstr. 69. Arbeiter Sängerbund Berlins und Umgegend. Borsigender mit einem Rechtsanwalt. d. Neumann, Brunnenstraße 130, 2 Tr. gegen Der Verein der Einsetzer( Tischler) hielt am 8. April eine Versammlung ab. Nach dem Kassenbericht, den der Kassirer perlas, ist im letzten Quartal mit dem Kassenbestand von 367,21 M. eine Gesammteinnahme von 599,61 M. zu verzeichnen, der eine Ausgabe von 390,07 m. gegenübersteht; mithin ist ein von des Genossen Dr. Weyl über die Naturheilkunde. Schule, Müllerfraße 179a und Südost Schule, Waldemarstr. 14: " Franz Rudolph. Geben Sie Ihr Eingesandt als Annonce auf. 2. S. 15. Leipzig 357 147, Dresden 322 633. G. Barthel, Friedrichsfelde. Dr. Zadeck, Annenstr. 46. S. W. 1000. Wenden Sie sich an Herrn Julius Türk, Rassirer der Freien Voltsbühne, O., Blumenstr. 21. Alle Aenderungen im Bereins- G. F., Oranienstr. Wenden Sie sich an den Verein der Ueberschuß von 209,54 n. vorhanden. Das gesamtite Vereina- talender find zu richten an Fried. Kortum, Manteuffelitr. 49, v. 2 Tr. Freitag. Bureau- Angestellten und verwandten Berufsgenossen". Derselbe Uebungsstunde Abends 9 Uhr. Aufnahme von Mitgliedern. Ratfer vermögen beträgt 409,54 M. Hierauf wählte die Versammlung scher Männerchor, Schönhauser Allee 28, bet sublimey.-Nord, Berg tagt Montag" bei Golisch, Lothringerstr. 63. Verantwortlicher Redakteur: Hugo Pötsch in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2.