Ar. 98.-33. Jahrg. IfcomMfflentS'BtdlnsoDga] RSotmftnatfS«®tetl ptbatmntmke: LiertcljShrl. 8,90 SRt, monalL 1�0 M!> wöchentlich 30 Pfg, frei in« Hau», Einzelne Nummer S Ptg. Sonntags. nmnmer mit Muftrierter Sonntag». Beilage.Dt« Neue Welt» lO Pfa Posl. «bonnement: ILO Marl pro Monat. Eingetragen in die Post-LeilungS. «v Deutschland und Oesterreich- Ungarn r'.50 Mark, für da» übrige tlusland » Mark pro Monat. PostabonnementZ nehmen an Belgien. Dänemark, Holland, Jtallen. Luxemburg, Portugal, Kumänicn, Schweden und die Schweiz. Unter Kreuzband für «chel-t lZgNch. Vrvlinev Volksblskk. ( 5 Pfennig) Ott TnfeitlonS'GebQlfr betrügt für die fechSgefpaltenc Kolon»!- seile oder deren ZIaum 00 Pfg„ für politische und gewerlschastlichc Perein»- und Berkammlungs- Anzeigen 80 P!g, „Rlelne Snreigen", da» fettgedruckie Wort 20 Pkg,(zulässig 2 scttgedrucklc Worte), jede» weitere Wort lO Ptg, Stellengesuche und Schlafstellenan- zeigen da» erste Wort 10 Pfg„ jede» weitere WortöPsg, Worte über iL Blich- siaben zählen für zwei Worte, Jnseraic fsr die nächste Nummer müssen bi» & Uhr nachmittag» in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bi» 7 Uhr abends geöffnet. Pelegramm-Zldreffe: ,Sozlaldtm»Krat Rcrlb". Zentralorgan der Ibzialdemokratifchcn Parte» Deutfchlatids. NeÜaktion: EW. SS» Linüenftraße Z. Fernsprecher: Amt Moritzplatz. Slr. 151 90—151 97. Sonnabend, den 8. April 1916. Expedition: EW. HS, Linöenftraße Z. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 151 SO— 151 97. Erklärung. Die Redaktion des„Vorwärts" dringt in ihrer Nummer vom 7. April 1916 einen Bericht über die Btaßnahmen, welche der Parteivorstand getroffen hat. um seine zur Wahrung der Parteieinheit gefaßten Beschlüsse zur Durchführung zu bringen. Am Schlüsse dieses Berichtes bemerkt die Vor- wärtsredaktion u. o.. daß es Sache des Parteivorstandes sei, wie er diese Maßnahmen mit den in unserer Partei bis- her üblichen Grundsätzen redaktioneller Unabhängigkeit und dem Prinzip der Meinungsfreiheit, auf die wir bisher so stolz tvaren, vereinbaren will. Diese Bemerkung der Vorwärtsredaktion läuft auf eine Irres iibru ii g der Parteigenossen hinaus. Damit der wirkliche Tatbestand nicht verdunkelt wird, sind wir deshalb gezwungen, das Folgende festzustellen: Der Ausgangspunkt dieses neuen Konfliktes zwischen Parteivorstand und Vorwärtsrcdaktion ist die Spal- tung der sozialdemokratischen Reichstags- f r a k t i o n. Bereits an dem auf die Spaltung folgenden Tage stellte die Vorwärtsredaktion das Blatt in den Dienst der 18 Separatisten.� Die Redaktion nahm nicht nur inl Leit- ortikel für die„Sozialdemokratische Arbeitsgemeinschaft" Stellung, sondern sie brachte die Erklärung der Sonder- fraktion vor den Darlegungen, die der Vorstand der sozial- demokratischen Reichstagsfraktion zur Information der Parteigenossen an die Presse gesandt hatte. Am 39. März brachte die Redaktion gar an erster Stelle des Hauptblattes einen Aufruf der„Sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft" on die Parteigenossen. Gegen das letztere mutzte der Partei- vorstand Stellung nehmen und geeignete Maßnahmen gegen eine Wiederholung treffen. Das Organisationsstatut der Partei kennt nur die sozialdemokratische Reichstagsfraktion und hat keinen Raum für Sonderorganisationen. Tie übrigen, voni Parteivorstand aus organisatorischen Gründen im Interesse der Gesamtpartei getroffenen Maß- nahmen waren kein Eingriff in die Meinungsfreiheit. S i e bezweckten vielmehr, die Meinungsfreiheit in de niZentralorganderParteiz urGeltung zu bringen. Nachdem die Spaltung der Fraktion Tat- suche gcwordep War, mutzte Vorsorge getroften werden, daß die Redaktion des„Vorwärts" das Blatt nicht vornehmlich in den Dienst der„Sozialdemokratischen Arbeitsgenieinschaft" stellte. Die Verhinderung eines solchen Mitzbrauchs der Re- daftionsbefugnisse zugunsten einer Sondergruppe ist kein An- griff auf die redaktionelle Unabhängigkeit, die begrenzt ist durch die Pflichten, welche der Charakter des Zcntralorgans der Partei seiner Redaktion auferlegt. Bon einer Beeinträchtigung der Meinungsfreiheit kann aber auch deshalb keine Rede sein, weil der Redaktion niemalsverwehrtwurde,ih reAuffassungen in den Parteidifferenzen zur Geltung zu hringen. Verlangt wurde nur, daß neben derMinderheitauchdieMehrheitimZentral- organ ausreichend zum Wort kommt. Ist es doch mehrfach vorgekommen, daß Artikel von Genossen, die der Mehrheit angehören, mit nichtssagenden Gründen von der Redaktion einfach abgelehnt wurden. Selbst dem auf dem Standpunkt der Mehrheit stehenden Redaktionsmitglied Eunow sind niehrfach Artikel zurückgewiesen worden. Weil seine Auffassungen der Redaktion nicht paßten. Diese Ver- gewaltigung von Vertretern der Mehrheit der Partei ver- trägt sich nicht mit den Pflichten, die der Redaktion eines Zentralorgans obliegen. Niemand hat der Vorwärtsredaktion das Recht gegeben, die Leser in dieser Weise zu bevormunden. Die Parteigenossen haben das Recht, beide Seiten zu hören, damit sie sich selb st ein Ur- teil bilden können. Das ist das genaue Gegenteil jeglicher Unterdrückung der Meinungsfreiheit. Damit die Spaltung der Reichstagsfraktion nicht zur Spaltung der Partei werde, muß alles aus deni Zentral- organ ferngehalten werden, das geeignet ist, die Einheit und Geschlossenheit der Partei noch mehr zu gefährden. Ganz selbswerständlich kann der„Vorwärts" nach wie vor an der Parteimehrhcit, an der Fraktion und an den Institutionen der Partei Kritik üben. Den Angegriffenen mutz aber das Recht der Antwort dort zustehen, wo sie an- gegriffen worden sind. Das ist einfache Pflicht der Gerechtigkeit. Das Zentralorgan darf nicht zu einem Kampforgan einer Sonderorganisation gegen die sozialdemo- kratische Reichstagsfraktion herabgewürdigt werden. Das würde auch nicht ohne nachteilige wirtschaftliche Folgen für das Vorwärtsunternebmen bleiben. Es ist aber nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht des Parteivorstandes zu ver- hindern, daß das Vorwärtsuntcrnchmen gefährdet wird. Auf- gäbe aller Parteigenossen, denen die Aufrechterhaltung der Geschlossenheit der Partei am Herzen liegt, ist es, den Partei- vorstand in diesem Bemühen tatkräftig zu unterstützen. Berlin, den 7. April 1916. t/ Der Parteivorstand. r-» » Den»n dieser Erklärung niedergelegten Anschauungen über die Aufgabe des„Vorwärts" und die Befugnisse des Parteivorstandes werden wir morgen unsere Auffassung gegenüberstellen. Die Redaktion des„Vorwärts". Freihandels-Radikalismus. Der Pfeudo-Radikalismus treibt imnier seltsamerc Blüten. In der„Vorwärts"-Nummer vom 4. April wendet sich ein Vertreter dieser wortgewaltigen Richtung als cnt- rüsteter Nachzügler gegen die bereits am 9. Januar d. I. von der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion, dem Parteivor- stand, dem Parteiausschuß, der Generalkommission und den Vorständen der deutschen Gewerkschaften, dem Zentralverband deutscher Konsumvereine und einer Vertretung der sozial- demokratischen Partei Oesterreichs und der österreichischen Gewerkschaften im Reichstag abgehaltenen Beratung über die wirtschaftliche Annäherung zwischen Deutschland und Oester- reich-Ungarn. Der ungenannte Artikelschreiber ist empört, daß an dieser Konferenz, die nur einen rein informatorischen Charakter hatte und in der keinerlei Beschlüsse gefaßt wurden, nur die„Instanzen" teilgenommen haben unter Ausschluß der„Parteiöffentlichkeit"(nebenbei bemerkt sind die Reden stenographisch aufgenommen und in einer Broschüre er- schienen), noch mehr aber ist sein Herz darüber aufgebracht, daß nicht einfach die Konserenz erklärt hat:„Wir sind unter allen Umständen für den revolutionären Freihandel. Keine wirtschaftliche Annäherung an Oesterreich-Ungarn, überhaupt keine Annäherung irgendwelcher Art, nur Freihandel— vollen„prinzipiellen" Freihandel!" Statt dessen hat, wie er bemerkt, die Debatte nicht ein- mal mit einer Auseinandersetzung iiber Freihandel und Schutzzoll begonnen, sondern beide Referenten, Genosse Renner-Wien und meine Wenigkeit, wären vielmehr gleich von den gegebenen zollpolitischen Verhältnissen in Europa ausgegangen. LMerdings hätte ich auf Marx' Stellung zum Freihandel und Schutzzoll hingewiesen, aber nur, um zu er- klären, daß weder Freihandel noch Schutzzoll sozialistisches Prinzip sei, sondern die Stellungnahme unserer Partei sich danach richte, ob und inwieweit der Schutzzoll dem Interesse der wirtschaftlichen EntWickelung und den Lebensinteressen der Arbeiterschaft diene oder schade. Das ist richtig? nur unterläßt mein Kritikus Hinzuzu- fugen, daß ich keineswegs den sozialistischen Parteien der einzelnen Länder überlassen will, nach ihrem Belieben zu be- stimmen, was sie jeweilig für das Lebensinteresse der Ar- beiter halten Köllen, sondern daß ich die- Freihandelsfrage ausdrücklich als eine„Frage des wirtschaftlichen Entwickclungsstandes" bezeichnet und bestimmte Merkmale aufgestellt habe. Das soll unmarxistisch sein; denn Marx hätte»848 in Brüssel gesagt, wo die Bourgeoisie bereits ihre Herrschaft etabliert habe, da würde das Freihandelssystem zum revo- lutionären Faktor, und deshalb stimme er für Freihandel. Was hat Marx gesagt? Die betreffende Stelle lautet: .Uebrigens ist da? Schutzzollsystein nur ein Mittel, in einem Lande die Großindustrie aufzuziehen, das heißt, eS vom Weltmarkt abhängig zu machen; und von dem Augenblick an, wo man vom Weltmarkt abhängt, hängt man schon mehr oder weniger vom Frei- Handel ab. Außerdem entwickelt da? Schutzzollsystem die freie Kon- kurrenz im Innern eines Landes. Deshalb sehen wir, daß in den Ländern, wo die Bourgeoisie anfängt, sirfi als Klaffe Geltung zu verschaffen, wie zum Beispiel in Deutschland, sie große Anstren- gungen macht, um Schutzzölle zu bekommen. Dieselben sind für sie Waffen gegen den Feudalismus und die absolute Staatsgewalt, sie sind fiir sie ein Büttel, ihre Kräfte zu konzentrieren und den Freihandel im Innern des Landes selbst zu realisieren. Aber im allgemeinen ist heutzutage das Schutzzollsystem kon- servativ, während das Freihandelssystem zerstörend wirkt. Es zersetzt die früheren Nationalitäten und treibt den Gegensatz zwischen Proletariat und Bourgeoisie auf die Spitze. Mit einem Wort, das System der Handelsfreiheit beschleunigt die soziale Revolution, und nur in diesem revolutionären Sinne, meine Herren, stimme ich fiir den Freihandel." Demnach ist nicht nur das Freihcinbelssystem revolutionär, sondern in kapitalistisch wenig entwickelten Ländern kann nach der Marxschen Auffassung auch das Schutzzollsystem revolutionär sein, indem es vorwärts treibend wirkt. In England, auf das sich die Rede unseres Altmeisters bezog, war freilich damals schon das Freihandelssystem entschieden ein Mittel, die EntWickelung voranzutreiben. Also genau nieine Ansicht, wenn ich die Frage, ob Frei- Handel oder Schutzzoll, als eine„F r a g e d e s w i r t s ch a f t- lichcn Entwickelungsstandes" bezeichne. Allem Anschein nach hat der Versaffer des Leitartikels der Nr. 94 des„Vorwärts" gar nicht den historischen Sinn der Marxschen Rede begriffen, sondern sich nur nach der Methode eines gewissen Vulgärmarxisinus allerlei Marxscbe Aussprüche eingeprägt, die dann gelegentlich ohne jede Berücksichtigung der historischen Verhältnisse wahllos augebracht werden. Was Marx tatsächlich gemeint hat, hätte mein Kritikus sehr bequem bei Friedrich Engels in dessen Artikel„Schutzzoll oder Freihandel"(„Neue Zeit", 1888, S. 292) nachlesen können. Engels führt dort aus, daß in den siebziger, acht- ziger Jahren des vorigen Jahrhunderts der Schutzzoll die industrielle EntWickelung der Vereinigten Staaten von Amerika viel schneller vorwärts getrieben hätte(gewisser- maßen mit den» Expreßzug), als es der Freihandel vermocht hätte, und faßt darauf seine Ansicht über die Wirkung des Schutzzolles in die Worte zusammen: .Da das Protektionssystem ein Kunstmittel ist, Fabrikanten zu fabrizieren, kann es nützlich erscheinen nicht nur einer halbent- wickelten Kapitalistenklasse, die noch mit dem Feudalismus ringt. Es kann der aufkommenden Kapitalistcnklasse auch vorwärts helfen in eine in Lande, das wie Amerika den Feudalismus nie gekannt hat, das aber auf der Eni- wickclungsstufe steht, wo der Ucbergang vom Ackerbau zur Jndu- strie eine Notwendigkeit wird." Doch lassen wir die Marx-Eregcse beiseite; sie hilft in diesem Fall nicht weiter. Ich kann mich deshalb auf die Er- klärung beschränken, daß ich nichts weniger als prinzipieller Schutzzöllner bin, daß ich vielmehr die Auffassung teile, wie das auch aus obigem Zitat hervorgeht, die deutsche Industrie sei längst reif für den Freihandel. Und ebensowenig ist, wie ich weiß, Genosse Nenner Schutzzöllner. Aber deshalb— und darin unterscheide ich niich von meinem Kritiker— bildlich mir noch keineswegs ein, es bedürfe nur des Drängen Her sozialdemokratischen Partei nach dem Freihandelssysten�, und dieses würde alsbald seinen Einzug in das Deutsche Reich halten; denn ob der Freihandel siegt oder nicht, das hängt nicht von dem Wollen der Arbeiter, sondern der gesamten politischen und wirtschaftlichen Konstellation ab. Mein Kritikus meint zwar, da die Lebensniittelprcise nach dem Ende des Krieges sich noch lange auf außergewöhnlicher Höhe halten werden, so m ü s s e der Krieg bewirken,„daß gegen die Zölle auf Lebensmittel die breiten Schichten der Volksmassen mobilisiert werden, die Lohnarbeiter nicht allein, sondern auch die Handwerker und Krämer, die Untcrbeamteu, alle Fcstbesoldeten und die Kleinbauern dazu; denn es wird keine Rabulistik diesen Massen mehr plausibel machen, daß bei dem gewaltigen Steigen der Weltmarktpreise, bei der allgemeinen horrenden Teuerung die Preise des Lebensunterhalts noch extra durch Zölle verteuert werden müssen". Also nur hübsch energisch gefordert, und der Schutzzoll fällt, Ein starker Glaube, zwar recht wenig marxistisch, aber dafür um so mehr naiv-rationalistisch. Genrni soviel wert, wie die Behauptung, die wir so oft vor dem Kriege gehört haben: „Zu einem Kriege mit England kann es gar nicht kommen, weil beide gleiche Interessen haben und gegenseitig ihre besten Kunden sind"— oder auch:„Krieg kann es gar nicht geben, da Arbeiter, Bürger, Bauern usw. gar keinen Krieg wollen, und diese die große Mehrheit bilden." Wer kennt nicht alle diese unhistorischen, naiv-ratio- nalistischen Redensarten, wie sie uns vor dem Kriege so oft aufgetischt wurden— manchmal obendrein als wahrer Marxismus.— Biel wahrscheinlicher als der Sieg des Freihandels- Prinzips ist, daß nach dem Krieg, wenn auch sickierlicti nicht der ueplaiitc große Bierverbands-Zolloereiit zustande kommt, doch die meisten der kriegführenden Staaten ihr Zollschutz- systcm ausbauen werden. Selbst England wird möglicher- weise mit seinen Kolonien so etwas wie einen Reichszoll- verband bilden. Es liegt deshalb unter den heutigen Um- ständen viel mehr im Arbeiterinteresse danach zu trachten, zu- nächst mit Oesterreich-Ungarn eine Art Zollunion abzuschließen, das heißt eine Ermäßigung gewisser beiderseitiger Zölle anzustreben, und serner auch zu Bulgarien, Rumänien und der Türkei in ein besseres Handels- und Zollverhältnis zu gelangen, als ohne Rücksicht ans die ganze handelspolitische Lage nach dem„vollen" Freihandel zu schreien �und dann. wenn dieser nicht zu haben ist, kurzweg zu erklären:„Auf Abschlagszahlungen lassen wir uns nicht ein; entweder alles — oder nichts." Konimen wir aber niit jenen Ländern zn einer gegen- seitigen wirtschaftlichen Annäherung, dann kann das nur auf der Basis geschehen, daß sie die Zölle fiir deutsche Industrie- waren ermäßigen, Teut'chland aber die Zölle für ihre Boden- Produkte herabsetzt. Fallen also auch die Agrarzölle Iliclit sänitlich weg, so werden sie doch wenigstens ermäßigt. Ich habe darüber in nieinem Referat ausgeführt(S. 28): „Man erkennt in den deutschen agrarischen Kreisen recht wohl, wenn Deutschland und Oesterreich-Ungarn zu einer Art Zollunion kommen und gemeinsam mit den Balkanstaaten und der Türkei Handelsverträge abschließen, dann wird die Aufrichtung hoher Zölle gegen die Brodenprodukte jener Gegenden unmöglich sein. Man kann nicht jene Gebiete für unseren industriellen Export erobern, dort neue Kapitalanlagen vornehmen und gleichzeitig gegen ihre Bodenerzeugnisse hohe Zolluiaueru ausrichten. Tie Balkanstaaten haben kein anderes Mittel, ihre Finanzen aufzubessern, ihre na- türlichcn Reichtümer zu entwickeln und ihre Einfuhr von Jndu- strieerzeugnissen zu bezahlen, als die Ausfuhr ihrer Bodenerzeug- nisse nach Mitteleuropa zu steigern. Und wenn die deutsche Bank- finanz und die exportierende Großindustrie gezwungen werden sollen, auf die Verwirklichung ihrer Pläne im Orient zu verzichten, weil die ostelbischen Großgrundbesitzer hohe Zollschranken gegen den Orient aufrichten möchten, dann werden sie opponieren und energisch gegen da» Ayrariertum Fron! wachen.... Werden ohnebin nach dem Kriege die Preise der Lebensmittel out dem Weit- martl beträchtlich höher stehen al» dlsher, so muß verhütet werden, daß sie in Deutschland noch weit über dieses Maß hinaus gesteigert werden. Selbst wenn innerhalv der Zollvercinigung für vcrschie- dene Bodenerzeugnisse Zwischcnzölle und Uebergangsabgaben fest- gesetzt werden, können diese doch nie so hoch sein, als wenn jede der Mittelmächte für sich ihren autonomen Zolltarif aufstellt und nach außen verhandelt." Der Artikclschrciber bezeichnet das in einer Wendung gegen den Genossen Viktor Adler als ein„O p e r i c r e n mit dem kleineren Nebe l". Gewiß, die Beseitigung aller Zölle, zum wenigsten aller Lebensmittelzvllc, wäre cnt- schieden besser; aber besser als nichts ist noch immer eine Zctll- reduktion. Das mag nach Ansicht des Pseudo-Radikasismus „apportumslisch" sein. Dann hat aber die sozialdemokratische Reichstagsfraktion schon vielfach opportunistisch gehandelt, besonders als sie iin März 189-1 für die Caprivischen Handels- Verträge stimmte— weil diese eine Ermäßigung der Getreidc- zöllc bedeuteten. Heinrich(5 u n o w. der französische Tagesbericht. Pari?, 7. Zlpnl.as Bedürfnis nach Brettern zum Barackenbau und zu Vcr- kleidungszweckeu hat das Divisionskommando veranlaßt, zwei Sägewerke einzurichten, von denen eines bereits im Betrieb ist und tadelloses Material liefert. Ich habe diese Dampssäge gesehen und nicht recht glauben wollen, daß �sie eine binnen wenigen Tagen hergestellte Improvisation ist. Solchen technischen Impro- viscrtionen, an denen die Wiener Division überreich ist, kommt es zugute, daß in den verlassenen Ortschaften manches brauchbare Material zu finden ist. Ten Späheraugcu der Ingenieure und Arbeitsmannschaften ist da nichts entgangen, ausgenützt aber wird alles! Gefundene Pferdegöpel werden mit gefundenen Kreis- sägen in Verbindung gebracht, andere Kreissägen wurden mit den Wasserrädern abgebrannter Mühlen znsammengekoppelt, Wasser- Eine kleine feindliche Abteilung drang bei einem Vorstoß in einen unserer Gräben bei Hooge ein, wurde aber sofort wieder hinaus- geworfen. Artilleriefeuer von be:den Seiten in der Umgebung von Lievin und Lens und südlich von Boesinghe. Der russische Kriegsbericht. Petersburg, 7. April.(W. T. B.) Amtlicher Bericht vom 6. April. W e st f r o n t: Den Dünaabschnitt überflogen zahlreiche feindliche Flugzeuge, die Bomben abwarsen. Die E:s- schmelze dauert an, die Sümpfe tauen auf, die Straßen sind aufgeweicht und für Truppenbewegungen un- brauchbar. In verschiedenen Unterabschmtlen der Front Jakob- siadt— Dünaburg fand ein heftiger Ariilleriekampf stall. Unsere Flugzeuge waren mit gutem Erfolge in Tätigkeit. Südwestlich von Dünaburg schoß der Fliegerleninant Barbars ei» seind- ziches lenkbares Luftschiff ab, das in den seind- lichcn Linien niederstürzte. Südlich von Dünaburg war die feindliche Artillerietätigkeit bei Widsy, nördlich des Miadziol-Sees und Narocz-Sees sehr lebhasl. Feindliche Flugzeuge überflogen auch den größten Teil der Front des Generals Elvert und warfen au manchen Slelleir der Front Bomben ab. An der oberen Strypa zerstreuten unsere Patrouillen eine feindliche Arbeiter- aüteilung und zerstörlen die im Bau befindlichen Anlagen. Es wird gemeldet, daß unsere Truppen bei der Besetzung des Dorfes Swierzkowce 12 Flatterminen ausgegraben und eure Menge Patronen und Handgranalen gefunden haben. Ein feindlicher Versuch, am gestrigen Tage das Dorf Swierzkowce zurückzunehmen, wurde abgeschlagen. Schwarzes Meer: Unsere U-Boote versenklen in der Nähe des Bosporus einen Dampfer, der von einem Torpedoboot vom Typ Milst s?) begleitet war. Sie zerstörten elf mir Kohlen belodcne Segelschiffe. Eines unserer Linienschiffe beschoß auf große Eni- fernung den Kreuzer„Breslau", der sich schnell entfernte. Kaukasus: Im Küstenabschnitt versuchten die Türken wiederum anzugreifen, alle Versuche brachen jedoch in unserem Gewehr- und Handgranatenfeuer zusammen. Im oberen Tichoroktal warfen unsere Truppen die Türken aus ihren besestigten Stellungen und gingen Weiler nach Westen vor. Im Terdjantale(15 Kilometer südlich Erzinjan) griff der Feind in breiter Front an, wurde aber zurück- geschlagen._ Meldung der italienischen Heeresleitung. Rom, 6. April.eit vor die Front gelangen und kaum geringerer Gefahr ausge- setzt sind als die Kämpfer selbst. Tie Landsturmarbeiter haben, wie man mir rühmend hervorhob, ganz Außerordentliches ge- schaffen, und ihre ungeheure Arbeitsleistung ist um so belvunde- rungswürdiger. je weniger ihr Anerkennung in Form von Tapser- keitsmcdaillen winkt. Die Arbeitsmannschasten haben 39 Heller Tagcgcbiibr und dazu die kriegsmäßige Kost nebst etwas Wein, 5 Ziga- retten und den Limito-Rauck'tabak für die Pfeife. Ihre Unter- künfte sind Erdlöchcr oder Scheunen, die zulänglich geheizt sind. Jeder Mann bekommt etwas Stroh, zwei Decken, bat überdies sein Zeltblatt. das sich wie ein Strohsack stopfen läßt. Große Schwierigkeit bietet die Neinhaliung und der Ungcziefcrschutz. Das war insbesondere früher der Fall, als es noch keine Rasttage gab. Jetzt ist Sonntagsruhe eingeführt, die mit großer Reinigung, der sogenannten„Lansvisite" verbunden ist. Alle drei Wochen einmal fällt kür jeden Arbeiter ein Werktag aus, und den benutzt er, um sich in das..Lausoleum" zu begeben, wo Läuse und Nüsse in einem Ringofen bei Heißluft von 199 Grad Celsius geröstet werden wie die Kaffeebohnen. Er gibt dort auch seine schmutzige Wäsche ab, die in die Dampfwäscherei wandert. Tie Rasttage bieten den müden Knochen ein wenig Ruhe, dann aber geht es wieder an die dornige Arbeit. Mit Haue, Spaten und Axt, die vom Morgengrauen bis in die Nacht hinein währt. Man gräbt und gräbt unermüdlich und man harrt dabei mit heißer Sehnsucht dem Tage entgegen, wo dos letzte Loch in die Erde geschürft werden wird, daS Loch zum Begraben des KriegsbeileS. len Oesterreichs faßte in seiner gestrigen Sitzung in der Frage der Großstädteversorgung den Beschluß, daß nach dem Friedensschluß eine auf dem Grundsatz der Selbst- Verwaltung fußende Organisierung aller in Betracht kommen- den Industriezweige unerläßlich erscheint. Tie für die ein- zelnen Rohstoffe zu schaffenden Einkaufsorga ni- sationen sollen in einer Zentralstelle vereinigt werden. Für die Rohstofforganisation wäre die weitestgehende Unter- stützung seitens der Regierung, nötigenfalls auch für die Bc- willigung von Einfuhrmonopolen in Anspruch zu nehnien, für die das auch sonst gebotene Einvernebmen mit Ungarn und dem Deutschen Reiche unerläßlich ist. Bezüglich der wirtschaftlichen Aniräherung an Deutsch- l a n d erklärt sich das leitende Komitee vollinhaltlich init den Wiener Beschlüssen der Delegiertenkonferenz der mittel- europäischen Wirtschaftsvereine in Deutschland, Oesterreich und Ungarn vom 20. November 1915 einverstanden. Das leitende Komitee hält schließlich auch eine Einbeziehung der Balkanmächte in die gemeinsame wirtschaftliche Interessen- sphäre für wünschenswert, wobei eine besonders innige Ge- staltung der Beziehungen der Monarchie zu diesen Staaten schon mit Rücksicht auf deren geographische Lage in den Vordergrund zu stellen wäre. ßranzösisches Echo auf Sie Kanzlerreüe. Paris, 7. April.(W. T. B.) Meldung der Agence Hcrvas: Die Zeitungen besprechen die Rede Bethmann Hollwegs im Reichs- tag.„Petit Parisien" sagt: Die Mächte werden darin neue Gründe finden, in der Verteidigung der Unab- hängigkeit der Völker auszuharren; sie werden auch den Beweis darin finden, daß sich Deutschlaiw stark erschüttert fühlt. Das Berliner Kabinett würde die Urheberschaft des Welten- brandes nicht von sich weisen, wenn es den Sieg vor Augen sähe. „Le Journal" schreibt: Nach der Vergewaltigung Belgiens, das in vollem Aufschwung seiner freien Entwickelung war, nach der Hau- fung von Grausamkeiten der ersten Kriegswochen und nach den tägiich wiederholten Untaten des Unterseekrieges mag Deutschland das Gespenst der Rache anklagen, von dem es sich schon umfaßt fühlt; aber wenn es sich als den Kämpfer für Recht und Freiheit hui stellt, so empfängt es als Antwort nur ein allgemeines Lachen der Verachtung. Jean Herberte schreibt im„Echo de Paris". Als der Kanzler in sein Programm die Rechte der Polen und der Vlamcn einsetzte, wollte er die Jrrgänge der Vorfriedens- besprcchungen geschickt siir den Gebrauch Deutschlands herrichten. Wir werden nicht in diese Jrrgänge eintreten, in denen, wie der Feind hofft, die Alliierten einander aus den Augen verlieren oder gcgencinailder stoßen sollen. Stephan Pichon schreibt im „Petit Journal": Der Kanzler fühlt sich von den Neutralen um- lauert und in der Stimmung seiner eigenen Untertanen erschüttert. Man crin cre sich an die stolzen Ausrufe seiner früheren Kund- gebllN.,eii, an die Aufgeblasenheit, mit der er unsere Niederlage und den zerschmetternden Sieg seiner Armeen verkündet hat. Man vergleiche das mit der platten und hohlen Rethorik, die er jetzt den Volksvertretern vorgesetzt hat. Aus dem Gegensatz ergibt sich die Lehre. Die Meinung der Zeitungen läßt sich im allgmeinen dahin zusammenfassen: Das Interessanteste in der Rede Bethmann Holl- ivego ist, was er nicht gesagt hat und was zwischen den Zeilen gelesen werden muß. ES war ihm nicht möglich, sich über den Seekrieg zu verbreiten, weil er sonst die Neutralen aufgereizt hätte; eS war ihm nicht möglich, die militärische Lage zu preisen, weil er sonst Enttäuschung hätte offenbaren müssen; es war ihm nicht möglich, auf die sinauzielleu Hilfsquellen hinzuweisen, wen er sonst die phantastischen Berichte Helfferichs hätte wiederholen müssen. Die einzige Rede, die er hätte halten wollen, ist in die drei Worte zsuammenzufassen:„Verdun ist erobert!" holländische Stimmen über die Kanzlerreöe. Amsterdam, 9. April.(W. T. B.) Die gestrige Rede des deutschen Reichskanzlers wird in der holländischen Presse mit großem Interesse besprochen. Der„Standaard" leitet seinen Bericht darüber mit folgenden Worten ein: Gestern war für das deutsche Parlament ein großer Tag. Der Kanzler hielt seine angekündigte Rede über die auswärtige Politik, und wie zu erwarten, war es eine Rede von großer Bedeutung, voll zurückhaltender Kraft und Ermutigung die Söhne deS eigenen Landes, eine Rede, die in der Geschichte eine Rolle spielen wird. „Nieuwe Courant" schreibt: Es war eine große Rede, die Bethmann Hollweg gestern hielt. Das Blatt begrüßt mit be- soliderer Genugtuung, daß daran» zu entnehmen sei, daß die deutsche Regierung nicht an eine Annektion Belgiens denke, etwas, worüber bisher keine Sicherheit bestanden babe. Das Blatt glaubt, daß die militärischen Garantien, die sich Deutschland im Westen verschaffen wird, wahrscheinlich in der Forderung der MaaSIinie bestehen werde, die einen Angriff auf Deutschland außerordentlich er- schweren würde. Deutschland trete mit den Bedingungen, unter denen eS bereit sei, Frieden zu schließen, in dem Augenblick hervor, wo an der Ueberlegcnheit seiner militärischen Lage über die der Alliierten kein Zweifel bestehe. „Nieuws van den Dag" sagt, der stärkste Teil von Bethmanns Rede sei sicherlich der gewesen, worin er Englands unaufrichtige Haltung gegenüber der Friedensfrage an den Pranger stellte. Der Kanzler habe recht, wenn er sage, daß Deutschland auf Friedens- Verhandlungen nicht eingehen könne, wenn Asquith als erste Bedingung die Vernichtung des preußischen Militarismus fordere Man will auf der anderen Seite noch nichts von Frieden hören, nicht darüber sprechen und nicht einmal daran denken. Offenbar soll noch erst der große Versuch gemacht werden, die deutsche Front in Belgien und Frankreich zu durchbrechen. Oder glaubt man in Frankreich und England noch immer, Deutschland aushungern zu können? Es dürfte wohl eine unbegründete Illusion sein zu glauben, daß man Deutschland durch Not zur Kapitulation bringen kann. Die Alliierten haben mit ihren Krastausdrücken und Verwünschungen gegen Deutschland ungefähr dasselbe erreicht, wie die Deutschen mit ihren Zeppelinangriffen auf England. Das Blatt schließt: Was der Kanzler über den llnlerfeebootkrieg sagte, den jeder neutrale Staat billigen müsse, weil er als Repressalie gegen Englands Aushungernngspolitik diene, dürste wohl hauptsächlich an die Adresse des Präsidenten Wilson gerichtet sein. Aber Wilson verlangt von Deuischland nicht nur die Schonung der neutralen Schiffahrt, sondern will ihm auch für den Krieg gegen feindliche Handelsschiffe sehr enge Grenzen ziehen, und dagegen wehrt sich der Kanzler ebenso wie sich Grey gegen Amerikas Forderung wehrte, daß England gegen den ameri« konischen Handel mit Deutschland nichts unternehmen solle, was über die alten und sehr engen Konterbanderegeln hinausgeht. Karäinal Mercier will in Belgien bleiben. Havre, 6. April.(W. T. B.) Meldung der Agence Havas. Eine Nachricht italienischer Blätter besagte, daß die belgische Regierung den Kardinal Mercier habe wissen lassen. daß er in Havre aufs beste empfangen werden würde, falls sein Konflikt mit dem Generalgouverneur Freiherrn d. Bissing sich allzusehr zuspitzen sollte. Die Nachricht, bemerkt die Agence Havas, ist unrichtig. Kardinal Mercier denkt gar nicht daran, Belgien zu verlassen. Entlasiung kriegsuntauglicher Internierter. Kristiania, 9. April.(W. T. B.) Nach Verhandlungen zwischen der norwegischen, englischen, französischen, russischen und deutschen Negierung wurde vereinbart, daß Personen, welche den Flotten der Kriegiührenden angehören und nach völkerrechtlichen Bestimmungen in Norwegen interniert werden sollten, die Erlaubnis erhalten können, nach der Heimat zurückzukehren, wenn ihr Gesundheitszustand sie dienstuntauglich macht. Höchstpreise für Eisen in Englanö. London, 6. April.(W. T. B.) Amtlich. Der Munitions- minister hat die Preise der in der Eisen- und Stahlindustrie ver- wendeten und erzeugten Stoffe geprüft und Höchstpreise für alle Arten Roheisen festgesetzt, welche die herrschenden ungewöhnlichen Verhältnisse zur Grundlage haben. Ein Aufruf öer italienischen Partei. Die Londoner„Justice" veröffentlicht in gedrängter Form � den Inhalt eines Manifestes, das das Exekutivkomitee der italienischen sozialistischen Partei vor kurzem herausgegeben hat. Das Exekutivkomitee bekräitigt seinen Beschluß, alle seine Kräste der Reorganisation der sozialistischen Internationale im Geiste der auf der Zimmerwalder Konserenz angenommenen Reso- lution zu widmen und bestätigt das Mandat, das den Vertretern der Parlei in der Berncr Exekulivkommission erteilt wurde, Hand in Hand mit dem Proletariat der anderen Länder eine verstärkte Agitation für die schleunige Einstellung des Krieges zu führen. Das Exekutivkomitee drückt den Wunsch aus, daß die Arbeiten der künftigen Konferenz die allgemeine europäische Bewegung zu- gunsten des Friedens verstärken und ihr einen festen Boden für die breite Entwickelnug der parlamentarischen, politischen und Wirtschaft» lichen Tätigkeit liefern möge. Das Exekutivkomitee schlägt der Berner Kommission vor, für den 1. Mai d. I. eine gleichzeitige internationale Kundgebung für den Frieden zu veranstalte». Hinsichtlich der inneren Lage Italiens konstatiert das Manifest, daß der Krieg die religiöse und politische Reaktion ver- stärkt, alle Formen der sozialen Tätigkeit geschwächt und eine Wirt- schaftliche Krise und eine unerhörte LebenSmittelteuerung hervor- gerufen hat. Die sozialistische Partei Italiens bekämpft diese un- vermeidlichen Begleiterscheinungen deS Krieges, wie sie seinerzeit den Krieg selbst bekämpft hat. „Salandra und Giolitti— fährt das Manifest fort— die Demokralen und die Konservativen, die Liberalen und die Radikalen, die Freimaurer und die Klerikalen, die Republikaner und die Re- sormisten— alle sind sie verantwortlich sür die Tragödie, die unser Land mit Blut bedeckt hat." Das Exekutivkomitee ruft zum Schluß zur Fortsetzung des llnversöhnlichen Kampfes gegen alle mir, die für den Krieg verant- Ivortlich sind, warnt zugleich die Genossen vor solchen Handlungen, die, wenn auch indirekt, als Aussöhnung mit der geschaffenen Lage ausgelegt werden könnten und gibt seine entschiedene Absicht kund, alle Möglichkeiten auszunutzen, um durch unmittelbare Einmischung der Arbeiterklasse der jetzigen schmachvollen Lage ein Ende zu machen. Die chinesischen wirren. Schanghai, 6. April.(W. T. B.) Reutermelduyg. K w a n t u n g hat gestern abend seine Unabhängigkeit erklärt. Aus Peking wird gemeldet, daß die Stadt C a n t o n ebenfalls ihre Unabhängigkeit erklärte. Der Zwiespalt in öer australischen Arbeiterbewegung. Da in Australien bekanntlich ein Arbeiterministerium am Ruder ist, hat die Beteiligung Australiens ain Kriege und die daraus sich ergebende Kriegspolilik der Regierung den verderblichsten Zwiespalt in die Arbeiterbcwcgnug hineintragen. Einmal aus die Bahn der Unterstützung des Krieges und des Militarismus ge- drängt, griff das Arbcilermiuisterium immer offener zu Maß- nahmen, die die Kluft zwischen ihm und der Masse der Ar- bester vertiefen und seine Rolle als einen Hohn auf � die Ideale der Demvlralic erscheinen lassen mußten. Ausgerüstet mit den sast unbcichränkten Vollmachten der„War Precautiou Act" (Kriegs-Vorsickus-Gesetzes) schritt das„Arbeiterministerium", obwohl die gesamten Bollmachten nur für militärische Dinge gedacht sind, zur rigorosen Beschränkung der Rede-, Preß- und BersammlungS- freiheil. Die Zensurlücken in den australischen Arbeilerblättern sind ein beredter Beweis sür die„Tüchtigkeit" des Arbeits- miilisicriums, zugleich aber auch ein Zeugnis für die zu- iiehmende Unzuiriedenheit der Arbeiter und das stetige An- wachsen deS oppositionellen Geistes in ihren Reihen. Besonders deutlich tritt dies in der Haltung der Arbeiterorganisationen zu dem von der Regierung betriebenen Werbefeld zug für die Armee zutage. Eine Reihe der größten Arbeilerorgani- sationen, wie die Jndüstrieräte in Brisbane, Melbourne n. a., haben sich gegen diese Kampagne ausgesprochen. Die Organisationen der Frauen und die sozialistische Partei kämpfen bekanntlich e»t- schlössen gegen die militaristische Richtung der RegierungSpolitik. Nun ist es höchst bezeichnend, wie das„Arbeiterminlsterium" diese Opposition bekämpft. Als neulich der Ministerpräsident Sidney be- suchte, hielt er im ArbeitervolkShauS eine heftige Rede gegen die antimiliiarisiischen Arbeiter: „Sie sind keine Gewerkschafter— sagte er— sie sind keine Sozialisten, sie sind Anarchisten— Feinde der Gesellschaft und alle? dessen, wofür die Gewerlschaften kämpfen. Auf sie braucht man keine Rücksicht zu nehmen. Man muß sie bekämpfen mit der Grausamkeit und der Kraft eines bengalischen TigerS. Sie kennen weder Grinidsätze noch sind sie Argllinenten zugänglich. Religion brauchen sie nicht. Nur eins verstehen sie zu würdigen— die nackte Gewalt I" Der Jndustrierat in Sidney stimmte diesen Ausführungen des kriegstollen„Arbeiterministers" zu. Wir bezweifeln aber, ob die Arbeiter SidueyS sich dicien Arglimeiiten des Herr» Ministers zu- gänglicki gezeigt haben. Wir glauben vielmehr, daß sie durch die Äusdeckung desje», was die Arbeiter von solchen Herren am Ruder erwarten können, den Zwiespalt in der Arbeilerbewegung noch mehr vertieft und die Orientierung der Arbeiter in der Richtung einer eigenen Klassciipolilik gesördert haben. Letzte Nachrichten. Streik der hvlländischcn Seeleute. Rotterdam, 7. April.(W. T. B.) Der Streik unter den Ma» trosen und Heizern der Hollaiid-Amerika-Linie breitet sich au», da auch die Mannschaften der Schiffe, welche in die Heimat zurück- gekommen sind, sich weigern, unter den alten Bedingungen sich an- mustern zu lassen. Sewerksthastllches. Verlin und UmgegenS. Die Lage im FUischergewerbe. In einer Versammlung des Zentralverbandes der Fleischer wurde die gegenwärtige Lage im Beruf eingehend besprochen. Bergmann führte aus, daß die Verhältnisse immer schlechter werden. Die Zahl der Arbeitslosen wird größer. Genaue Angaben sind nicht vorbanden, da nur der Verbandsarbeitsnachweis berichtet. Betriebseinschränkungen wegen Fleischmangel werden immer häufiger. In den wenigen Konservenfabriken, wo noch gearbeitet wird, wird sehr viel ausgesetzt. Das Geschrei von den hohen Löhnen ist ver- stummt, die Löhne sind gefallen, die Fleischpreise aber gestiegen. Wer ist jetzt der Schuldige? Trotz der großen Arbeitslosigkeit werden in der städtischen Schlächterei noch immer Gefangene beschäftigt. Auf eine Beschwerde beim Magistrat teilte die Deputation für die Kanalisationswerke und Güter Berlins mit, daß Gefangene nur notgedrungen beschäftigt und daß dieselben voraussichtlich in nächster Zeit durch Gesellen ersetzt würden. Fest steht jedoch, daß seit Anfang dieses Jahres eine Notwendigkeit nicht vorlag und jetzt überhaupt nicht mehr vor» liegt. Die Kriegssürsorge in diesem städtischen Betrieb wurde einer scharfen Kritik unterzogen. Die newerbsniäßigen Stellenvermittler treiben eS jetzt besonder? schlimm. Die gesetzlichen Bestimmungen werden nicht beachtet. Nach dem Gesetz müßte den Vermittlern schon längst die weitere Ver- Mittelung untersagt sein._(z) Tie Ausbreitung der Maschinennäherei im Militär« sattlergcwerbe. In der Militäreffektenindustrie macht sich ein starkes Nachlösten der Aufträge bemerkbar. Wohl haben noch einige Betriebe zu tun, aber für die große Zahl der in dieser Branche beschäftigten Per- sonen genügt die vorbandene Arbeit nicht mehr. Zum Glück sind noch Lieferungen in Geschirrarbeit zu verzeichmin, mit den AuS- rüstungsgegenständen für Infanterie geht es aber zu Ende, da die Heeresverwaltung hinlänglich damit versehen ist. Die Militär- sattler haben denn auch dieser Frage schon ihr Lugenmerk zu- gewandt, da zu erwarten ist. daß in kürzester Zeit in ibrer Branche eine große Arbeitslosigkeit eintreten wird. Die angelernten Hilfskräfte klappern bereits die Werkstätten ab, um auf diese Weise Arbeit zu erhallen. Während des Kriege? ist die Maschinenarbeit verzehnfacht worden auf Kosten der Handnäherei, die immer mehr zurückgedrängt wurde. Die Unternehmer haben denn auch an der Maschinennabt Geschmack gefunden und wollen nicht mehr zur Handarbeit zurück- lehren. Diese Absicht liegt aber keineswegs im StaatSintereste, denn erstens hält, waS jeder Fachmann und Fuhrwerksbesitzer be- stätigen kann, Maschinenarbeit bei weitem nicht so gut wie Hand- arbeit, und zweitens liefern die Unternehmer dem Staate die mit Maschine genähten Artikel auch nicht billiger. Das Heer hat also kein Interesse an der Maschinenarbeit. Also nicht aus reaktionären Beweggründen werden, wie Riedel vom Sattler- und Portefeuiller-Verband in einer Versammlung ausführte, Bedenken gegen die Maschinenarbeit laut. Auch arbeiten die Maschinennäher meist länger als die Hand- näher. Dies müsse aufhören, die Maschinennäher dürfen nicht länger tätig sein; was nicht fertig werde, sollen die Handnäher fertig machen. In der Diskussion wurde noch ergänzt, daß auch die aus dem Felde heimkehrenden Soldaten die Erfahrung gemacht haben, daß die Maschinenarbeit den an sie gestellten Anforderungen bei weitem nicht so stand halte wie die Handnaht. Ein Redner meinte, richtig wäre eS, angesichts dieser Verhältniste doch eine Verkürzung der Arbeitszeit anzustreben. Die Versammlung einigte sich nach längerer Debafte auf den Beschluß, wonach in de« Betrieben dahin gewirkt werden soll, daß die Maschinennäher nicht länger arbeiten als die Handnäher. veutjches Reich. Der Devtsche Bauarbeiterverband im Jahre 1V1L. Bon den 888 Zweigvereinen mit 162 822 Mitgliedern, die der Verband am Schluß des Jahres 1314 aufzuweisen hatte, waren am Ende des Jahres 1916 noch 847 Zweigvereine mit 82 983 Mit- gliedern vorhanden. Es ist also ein Verlust von 41 Zwcigvereinen und 69 639 Mitgliedern im Laufe des Jahres entstanden. Wieviel von diesen weniger vorhandenen Mitgliedern zum Heeresdienst ein- gezogen worden sind, läßt sich nicht sagen, da genaue Angaben darüber nicht zu erlangen find. Deshalb hat man auch keinen An- halt dafür, wie groß eigentlich die Zahl der für den Verband fahnenflüchtig Gewordenen ist. Immerhin dürfte sie als gering nicht angesehen werden. Die durchschniltliche Mitgliederzahl betrug im Be- richlsjahre 101 912 gegenüber 236 929 am Jahresschluß 1914, somit halte der Verband im letzren Jahre durchschnittlich 134 917 gleich 56,8 Proz. Mitglieder weniger als im Jahre zuvor. Die Abnahme schwankt in den 21 Agitalionsbezirken des Verbandes zwischen 43,1 und 91,3 Proz. Nach dieser Berechnung entfallen nach Gruppen ge- leilt auf die Maurer 62 247, Hilfsarbeiter inklusive Erd- und Beton- arbeiter 34 439, Stukkateure 2627, Putzer 1448, Fliesenleger und Terrazzoarbeiter 787 und auf die Isolierer und Steinholzleger 464 Mitglieder. In den in und an der KriegSzone liegenden Gebieten herrschte andauernd Arbeitsstockung, wodurch die Mitgliederzahl neben der Wirkung, die die Einberufungen darauf ausübten, noch besonders ungünstig beeinflußt worden ist. Von einer besonderen Bau- konjunktur tonnte überhaupt nirgends gesprochen werden, auch da nicht, wo. wie im Innern des Landes, an mehreren Stellen große industrielle Wsrke für Heereszwecke errichtet worden sind. Hier handelte eS sich höchstenfalls darum, daß die für die vorhandenen Bauten beanspruchten ansäßigen Arbeiter nicht in genügender Zahl vorhanden waren und deshalb von anderen Gegenden beschafft werden mußten, wo sie nicht beschäftigt werden konnten. Aus einer Aufnahme, die in der Zeit vom 29. bls 26. Juni gemacht worden ist, hat sich denn auch ergeben, daß von 192 998 be- fragten beschäftigten Mitgliedern nur 79 426 im Baugewerbe und 19 161 in anderen Berufen beschäftigt wurden. Der Rest von 4411 Mit- gliedern war entweder krank oder arbeitslos. Entsprechend dem Ganzen hat sich auch das Finanzwesen des Verbandes gestaltet. Die Gesamteinnahmen deS Verbandes haben sich von 8 927 666 M. im Jahre 1914 auf 4 696 194 M. im letzten Jahre verringert. Das ist eine Wenigereinnahme von 3 431371 M. Allein die Einnahme an Beiträgen, die immer noch den stattlichen Betrag von 2 694 367 M. ausmacht, ist um 2 823183 M. zurückgeblieben hinter dem gleichen Einnahmeposten des Jahres 1914. Ein Vergleich dieser beiden Posten kann aber nicht die Bedeutung haben, die man ihm in Friedenszeiten beilegen müßte. Mindestens darf man nicht daraus schließen, daß in der Beilragszahlung überhaupt eine Wendung zum Schlechten eingetreten ist. Betrachlet man nämlich die Zahl der auf das einzelne Mitglied entfallenden verkauften Beitragsmarken, dann ergibt sich, daß davon 42,79 auf den Kopf entfallen gegen 36,86 im Jahre zuvor. Der ge- waltige Unterschied, der in der Endsumme der Einnahme in den beiden Jahren liegt, wird stark beeinflußt durch den Umstand, daß wir im Jahre 1914 noch mit sieben Monaten Friedenzeit zu rechnen hatten, in der die Beitragszahlung für die damals noch über 399 999 starke Mitgliedschaft in Betracht gezogen werden muß. Von der Gesamteinnahme hatte die Hauptkaste einen Anteil von 3 317 673 M. Die Ausgaben deS Verbandes belaufen sich auf 6 397 783 M. Darunter befinden sich an größeren Posten u. a. die Ausgaben für das Verbandsorgan»Der Grundstein" mit 123 818 M., für Agita- tion, Flugschriften und fremdsprachige Zeitungen 223 751 M.; für die Arbeitslosenunterstützung, die erst nach Wiederherstellung des Verbandsstatuts bom 1. November ab gezahlt worden ist, 193 669 M.; für Kranken- und Begräbnisbeihilfe 267 637 M.; für Notstandsunterstützung 899 342 M.; für Familienunterstützung und Kinderbescherung und Liebesgaben an Kriegsteilnehmer 2 173 628 M. Die Gesamtausgaben für die Hauptkaste belaufen sich auf 3 896 622 M. Es ist demnach eine Mehrausgabe von 578 843 M. für die Hauptkasse vorhanden gewesen.— Das Verbandsvermögen betrug am Schlüsse des Jahres 16 861 693 M. gegen 17 673 268 M. am Schlüsse des Jahres 1914. Es hat sich also um 711 669 M. verringert. Von dem Vermögen befinden sich in der Hauplkasie 14 685 666 M. Unter Berücksichtigung all der schwierigen Umstände, die das verflossene Jahr mit sich brachte, ist der Vermögensrückgang nicht allzu bedenklich und man kann ruhig sagen, finanziell steht der Deutsche Bauarbciterverband auch in der Zukunft gerüstet da. Der Verband derGastwirtsgehilfen imKriegsjahre �91». Das Jahr 1915 hat für den Verband eine weitere recht erheb- liche Einbuße an Mitgliedern gebracht. Statt rund 17 999 Mit- glieder, die Mitte 1914 gezählt wurden, hatte der Verband Ende 1916 nur noch 4296 Mitglieder, davon 469 weibliche. Es konnten zwar 2999 neue Nlitglieder gewonnen werden, die aber fast restlos wieder gestrichen iverden mußten. Ein weiteres Sinken des Mit- gliederbeftarldes befürchtet die Verbandsleitung jedoch nicht mehr. ES kann nach dem Gesagten nicht wunder nehmen, daß im ab- gelaufenen Jahre ein großer Fortschritt in bezug auf Tarifverträge riicht zu verzeichnen war. An alten Verträgen gingen von 331 nur 299 in das Berichtsjahr über. Hierzu kamen 34 neue Abmachungen, so daß Ende 1915 insgesamt 243 Tarifverträge für 3479 Personen- von denen 2417 dem Verbände angehörten, festgestellt wurden. Lohnerhöhungen konnten namentlich in Berliner Kaffeehäusern durch Verhandlungen erwirkt werden. Die Finanzlage deS Verbandes kann trotz des Rückganges der Mitglieder und trotz der hohen Ausgaben für Unterstützungen nicht als ungünstig bezeichnet werden. Währejrd im Jahre 1913 die reinen Einnahmen fast eine halbe Million Mark betrugen, sanken sie im Jahre 1914 mit seinen fünf Kriegsmonaten auf rund 499 999 M., und im verflossenen Jahre wurden nur 214 899 M. vereinnahmt. Die Ausgaben haben sich aber ebenfalls verringert; sie gingen von 414 999 M. im Jahre 1913 auf 262 999 M. im Be- richtsjahre zurück, nachdem sie nn Jahre 1914 auf 461 909 M. gestiegen waren. Das Verbandsvermögen ist von 273 999 M. Ende 1913 auf 134 999 M. am Schlüsse des Jahres 1915 gesunkem Ein beträchtlicher Teil der Ausgaben entfällt auf die Unterstützungen. Obwohl während der Kriegsdauer Streik- und Krankenunterstützung aufgehoben sind, betrugen die Ausgaben für die Zwecke der Unter- stützungen im Jahre 1914: 167 999 M., nn letzten Jahre 99 200 M. Davon haben die Familien der zum Heeresdienst«nberufeuen Mitglieder 70 999 M., die arbeitslosen Mitglieder 18 699 M. bezogen. In der Verwaltung wurde die größte Sparsarnkeit angewandt. Die persönlichen Verwaltungskosten, einbegriffen die der Gauleiter, gingen von 146 999 M. im Jahre 1913 aus 77 169 Mk. zurück. Teuerungszulage in der Bremer Holzindustrie. Durch Verhandlungen mit dem Unternehmerverbande für die Bremer Holzindustrie hat es die Bremer Zahlstelle des Holzarbeiter- Verbandes erreicht, daß den Holzarbeitern eine wöchemliche Teuerungszulage von 2 M. gewährt wird. Die jetzt Ausgelernten find davon ausgeschlossen. Leider ist die Einschränkung, daß die Unternehmer nach Lage ihres Geschäfts über die Gewährung der Teuerungszulage entscheiden können._ Erholungsurlaub für die badischen Eiscnbahnangestellten soll auch in diesem Jahre Jrotz des Krieges— allerdings nur in beichränkrem Umfange— gewährt werden; er darf drei Viertel der sonstigen Ur- laubszeit nicht überschreiten, muß aber mindestens eine Woche dauern. Das badisibe Finanzministerium hat die diesbezügliche Verfügung soeben erlassen. SaUnrnntösr Gtiefet erhöben bie £)fite*>frew6e Gataman 6 ef Gebubs�Ä.m.b.©.'iBsrU'n Lenfpale! 23erUn W.ö FrieöeicbstraHe. 152 LsaoUv. Rchakt� Alstrtz Wiele»». StcuMa. Ömcratenteil verantw. Td. Glicke. Kerlin. Druck u. Verlag: Lorwärt» Buchdr. u. Lerlagsanftatt Gaul Singer �Eo., Berlin SV/. Hwrzu 3 Beilage» u.«nterhallung»bl. Nr. 98. 33. Jahrgang. 1. ZkilU i>tS„ Zsllvabend, 8. April l9l6. Reichstag. 41. die 18. Sitzung, Freitag, den 7. April 1916, nachmittags 2 Uhr. Am Bundesratstische; v. Wandel, Helfferich. Vor Eintritt in die Tagesordnung erklärt Direktor im Relchk-amt des Innern Dr. Lcwald: Der ALg. Scbetdcntan» hat gestern Zweifel daran geäuhert, ob Zulage, die im Namen der Verbündeten Negierungen ani Januar 1916 von>nir in diesem hohen Hause hinsichtlich der alsbaldigen Einbringung einer die Ncchtsstcllung der Gewerkschaften klarlegenden Aenderung des ReichsvercinsgesetzeS abgegeben worden ist, crsllllt werden würde. Wäre der Staatssekretär deS NeichSamtes dcS Innern nicbt durch Erkrankung von der gestrigen Sitzung fern- gehalten Ivorden, so wäre er sofort diesen Zweifeln entgegen- getreten. Ich bin ermächtigt gu erklären, dag die gegebene Zulage selbstverständlich erfüllt werden wird.(Bravo I links.) Wenn sich bei der Ausarbeitung des Gesetzentwurfs einzelne Schwierigkeiten herausgestellt haben, so ist das in der Materie be- gründet, die den Geschäftsbereich einer Reihe von Zentralbehörden nahe berührt. Diese in der Sache liegenden Schwierigkeiten berech- tigen aber in keiner Weise dazu, einen Gegensatz zwischen der Reichslcitung und der preußischen StaatSregiernng zu konstruieren und gegen die letztere Angriffe zu richten, die ich mit derselben Eni- fchiedenbeit zurückweise, niit der sie der Abg. Scheidemann gestern erhoben hat. Ich kann mitteilen, dah eine der abgegebenen Zusage eittsprechende Novelle dem Reichstage noch in der gegenwärtigen Tagung zugehen wird,(Lebhaftes Bravo! links.— Abg. Liebknecht ruft:.Bettelsuppen Es folgen kleine Anfragen. Abg. Bassermann(natl.) fragt, ob der Reichskanzler bereit sei, einem vor drei Jahren gefaßten Beschluß des Reichstags entsprechend die Ausgestaltnug des Seminars für orientalische Sprachen zu einer deulscheit AuZlandShochschule in die Wege zu leiten oder was sonst zur Förderung dcS Studiums der ausländischen Verhältnisse ge« fchchen werde. Ein RegicruilgSkoiiimissar: Darüber, dasi das Studium der aus« ländlichen Verhältnisse gefördert werden muß, besteht Ueberein- stimmung, die einzuschlagenden Wege ober lassen sich noch nicht be- stimmen. Da? Auswärtige Amt ist hierüber in einen Mcinungs- austonsch mit dem preußischen Kultusministerium getreten. Abg. Davidsohn(Soz.) sragt, wieviel Tonnen von den 46 000 der KornspirituSzentrale in Düsseldorf zugewiesenen Tonnen Ge- treibe noch nicht verbrannt sind und ob der etwaige Reslbestand der Brennerei entzogen und für die VotlSernährung sichergestellt ist. Ilnterstaatsselretür im RcichSamt des Innern Frhr. v. Stein: Bis Mitte März waren der KornsvirililSzentrale rund 12 600 Tonnen geliefert. Nach den Ergebnissen der Bestandsaufnahme vom 16. No- vember 1916 sollten ihr statt 46 000 im ganzen höchstens 20 000 Tonnen geliefert werden. Die völlige Einstellung der Lieferung war nicht möglich, aber das übrigbleibende Getreide wird der Volks- ernährung zugesührt. Es folgt die zweite Beratung des MilitäretatS. Tie Kommission beantragt eine Resolution, die Bestimmungen fordeit. durch die eine Beförderung von Personen des Landsturms zu Lsfitieren in weiterem Umfange ermöglicht wird. Eine weitere Resolution will, daß im Interesse des Bäckereigewerbes keine eigenen Bäckereibetriebe zur Herstellung von Brot sür Kriegs- gegangene und ausländische Zlvitgefangcne betrieben werden, und eine dritte Resolution wünichr weitestgehende Freigabe des beschlag- nahmten LedcrS für Echuhmachcrinnüngen, AuLschnittgeschäfte usw. Abg. Davidsohu(Soz.): Es sind un? wieder sehr viele Klagen zugegangen über die Briefzensur, die nicht nur den Absendern, sondern auch den Empfängern gegenüber ein gewisses Mißtrauen bedeutet. Wir stehen auf dem Standpunkt, daß eine allgemeine, auch weitgreifcnde Post- sperre siir gewisse Zeitabschnitte vollkominen genügen würde. Wo die Zensur für unerläßlich gehalten wird, sorge der Kriegsminister wenigstens dafür, daß nur hohe Kommandeure sie verhängen dürfen, nicht aber, wie eS z. B. unserem Kollegen Baudcrl in der Kor- respondeiiz mit seinem Sohn gegangen ist, der Feldwebel. Wie richtig manchinal der Instinkt des simplen Soldaten ist, beweist folgende Stelle in dem Brief eines Soldaten:.Verzeihen Sie, wenn ich absichtlich das M. d. R. auf der Aufschrift nicht schreibe: ick bin überzeugt, daß dann unzensiert kein Brief Sie erreichen würde." CHört, hört! b. d. Soz.) So denkt der Soldat draußen über die Möglichkeit, mit uns NeichslagSabgeordnelen in Verbindung zu lreten.— In Köln ist am 61. März 1016 ein Kommandanturbefehl ergangen, der bis auf weiteres allen lluterosfizieren und Mann- fchaftc», ausgenommen den Portcpecträgcrn. das Betreten einer ganzen Reihe von Promcnadcnwcgen am Rhein in der Zeit von 6 Uhr abends bis 12 Uhr nachlS verbietet und darauf hinweist, daß eine Patrouille für schärfste Durckführung des Verbotes sorgen wird. Sie können sich denken, welch' freundliche Geiühle ein solcher IllaS sowohl in der militärischen wie in der Zivilbevölkerung Kölns ausgelöst hat.— Der Berliucr Universitätslehrer Prof. Dr. med. Nicolai, ein Praltiler von Wettruf, der vor dem Kriege auch die deutsche-Kaiserin bchandelli durfte, wurde bei Beginn des Krieges mit der Leitung von zwei Lazaretten betraut. Den ihm unterstellten Aerzten dcS FestungSlazarettS Graudenz mißfielen einige Aeußerunge», die er über die Kriegführung machte, und sie denunzierten ihn. Der Kaiser wurde in dieser Angelegeuhcit angerufen und machte dem Konflikt mit einer voinehmcn Geste zunächst ein Ende. N. konnte dann nach Berlin zurückkehre» und seine Lorlesungen aufnehmen, mußte aber sehr bald wieder wieder nach Graudenz zurückkommen. Sein Protest beim Kultusminister wegen Eingriffs in die Lehrfreiheit war er- folgloS, es wurde ihm auf seine Eingabe vom 22. November am 21. Februar anheüngestelll, einen entsprechenden Antrag auf mili- läriickem Dienstwege vorzulegen. Anfang März wurde er als ordinierender Arzt„ach Danzig gerufen und nun autgefordert, den Fahneneid zu leisten. Dies hat er verweigert. Erstens, weil er der Meinung war. daß er als durch ungekllndigteii Zivilvertrag der Militärbehörde verpflichteter Arzt den Fahneneid nicht zu leisten habe. zumal man ihn solange von ihm nicht vcrtangt hatte und außerdem sonst kein Zivilarzt den Fadnene'.d leisten muß. und zweitens, weil ihm Gewissensskrupel die Ableistung deö Eides verböten. Nicolai wurde uuninchr zum Gemeinen degradiert. Tie Selbstverpflegung wurde ihm abgelehnt, er mußte all seine wissen- schastlichen Arbeiten der Militärbehörde vorlegen. Wenn etwas weniger Nervosität an gewissen Stellen herrschte, so wären solche Vorkommnisse nicht möglich.�(Sehr wahr! bei den Sozialdcmo- kraten.) In dieselbe Rubrik fällt es, wenn ein Archivrat wegen Beleidigung des deutschen Heeres angeklagt wurde, weil er in einem Briete geschrieben hatte:.Als Katholik beklage und ver- dämme ich die Greuel in Belgie n und Nordfrank- reich, als Christ das Elend dcS Krieges." Ferner habe ich in dem von mir vor Monaten vorgebrachten Fall noch immer keine Auskunst erhalten, in dem ein Patrouille führender Unterosfizier bei der Ur- laubskonlrolle einen Soldaten niedergestochen hat. Viele Klagen gehen uns Weiler zu über mangelhaste Organisation im FeldsanitätS- weien. Die Antwort des Mimsters auf diese und ähnliche Klagen wird natürlich sein, von mir aus ergehen Verfügungen nach allen erdenklichen Richtungen. Gewiß, aber in der Praxis wird der Geist diefer Verfügungen jehr viel nicht beachtet. Wir haben nun unseren schon in der Kommission gestellten An- trag auf Reform der sk r i e g s b e s o I d u n g s o r d u u n g, auf Verbesserung der Verpflegung? Verhältnisse der Truppen und Abänderung deS Beschwerderechts der Soldaten wieder eingebracht. Der jetzigen KriegsbesoldungS- ordnung hat der Abg. Gröber in der Kommiision ein paar so kräftige schwäbische Fußtritte gegeben, daß an ihrer dauernden Dienstuntaugttchkeit kein Zweifel mehr sein kann. Die Vcrpflegungs- Verhältnisse der Soldaten werden erst dann Vesser Iverden, wenn möglichst häufig unvermutete Revisionen stattfinden.(Sehr wahrl bei den Sozialdemokraten.) Ebenso nötig sind solche Nedisionen in den Jntendanttiren. Vielfach wird auch noch Klage geführt über daö Nichtzuriickziehen ältester Mannschaften aus dem Felde. In dieser Veziehuiig kommen die Klagen weniger von dem preußischen Kontingent, als dem bayrischen, z. B. dem Landstnrmbataillon Zwei- brücken. Wenn wir unseren Antrag auf Abänderung dcS Beschwerderechts wieder eingebracht haben, so sollte uns der Kriegsmiitister dafür dankbar sein, denn er ist die Grundlage, die e S u n S erlaubt, auf detaillierte Beschwerden über Bcschlmpsungen, Miß- Handlungen usw. nicht einzugeben im Vertrauen daraus, daß endlich durch Aenderung deS Beschwerderechts de» Mannschaften die Mög- lickkeit gegeben wird, hiergegen mehr zu tun als bisher. Was die Urlaubsfrage anlangt, so soll im Bereiche des 18. Armeekorps ein sogenannter Dekadenurlaub erfunden worden sein, d. h. ein Urlaub von zehn Tagen, der aber nur gewährt wird, wenn die Soldaten auf ihre Rechte, die wir bier sür sie durch- gesetzt haben, freie Reise, Verpflegungsgebührnisse usw. verzichten. (Hört I hört! bei den Sozialdemokraten.) Wenn das wahr ist, wäre es im höchsten Grade unzulässig. Bei den Urlaubserteilungen für Landarbeiter darf kein Unlerschied gemacht werden zwischen Leitern in landwirischaftlichen Betrieben und anderen Landleuten und Landarbeitern. Großzügig hat sich in dieser Hinsicht der württem- bergische Kriegsminister gezeigt, der in einem Erlaß vom Dezember 1916 ausdrücklich hervorhebt,■ daß der Urlaub gleichmäßig und an alle Kategorien gewährt werden soll, die noch nicht dieser„i'ür die S r r»i in u n g so bedeutungsvollen Wohltat teilhaftig geworden sind". Der Kriegsminister bat uns wiederholt vorgehalten, wir verständen nur zu kritisieren, er erfahre aber niemals Anerkennung aus unserem Munde. Nu», in dieser Hinsicht besteht eine gewisse Arbeitsteilung in diesem Hause. Für die Anerlennung sorgen die Herren von der Rechten schon genügend. DaS. was anzuerkennen ist, erkennen auch wir an, obne das immer wieder zu unterstreichen, weil der Minister nach der Richtung schon genügend zu seiuem Rechte gelangt. Im übrigen würde sich niemand mehr freuen als wir. wenn die Zeit recht bald kommen würde, in der wir in der Anerkennung der Leistungen dieses so überaus wichtigen Ressorts mit den anderen Parteien überein- stimmen, ja sie überbieten könnten.(Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Abg. Dr. Cohn-Nordhausen(Soz. Arbg.): Die Volksvertretung bat nicht die Pflicht, anzuerkennen, sondern zu kontrollleren. Von allen Teilen unserer bewaffneten Macht kommen Klagen über die Verschlechterung der Er näh- rung. Die Ernährung der Soldaten ist jetzt so schlecht, wie die der Zivilbevölkerung. Außerordentlich zahlreich sind auch die Klagen über die Behandlung der Mannschasten. Die Miß- Handlungen haben nach der Versicherung des Kriegsminister« zwar nachgelassen; allerdings läßt sich ein sicheres Urteil darüber nichr gewinnen. Auch meinte der Kriegsminister, die Miß- Handlungen würden sich wohl nicht ganz ausrotten lassen. Mlt solcher vorgefaßten Meinung sollte man an diese Frage nicht herangehen, die Mißhandlungen m ü s i e n sich ausrotten lassen, eventuell durch die Anerkennung des Rechtes der Notwehr der Soldaten seitens der Militärgerichte.(Lebhasie Zustimmung bei der Soz. Arbg) Berbesserungsbedürilig ist ferner das Beschwerderecht. Wenn eine Beschwerde zurückgewiesen wird, so muß nach einer Bestimmung erwogen werden, ob die Anfrechterbaltung der Mannes- zuchl ein Einschreiten gegen den Beschwerdesührer erfordert.(Lebh. Hört! hört! bei der Soz. Arbg.) Diese Bestimmung muß sofort aufgehoben werden, wie wir es beantragen. Auch die Strafen, die von den Gerichten bei Vergehen gegen die militärische Unterordnung verhängt werden, sind ganz außerordentlich hart. Ich erinnere nur an den Fall dcS ungliickttchcn fieberkranken Soldaten, tzr» einen Unterosfizierdieirstluenden Gefreiten tätlich angriff. Selbst wenn man annimmt, daß der fieberkranle Mann die Vorgesetzteneigciischasl des UnterosfizierSstellvertrelers erkannte, wird man die Strafe von 10 Jahren 3 Wochen Gefängnis(Lebhaftes Hört I hört I bei der Soz, Arbg.) außerordentlich hart finden. Sollte daS etwa die Mindest» strafe für solchen Fall sein, so müßte diese Bestimmung noch während deS Krieges und zwar sofort abgeändert werden.(Zustimmung bei der Soz. Arbg.) In unseren Anträgen verlangen wir die Vorlegung von statistischem Material über die n, ilitäri scheu Vergehen und Verbrechen. Interessant wäre eS. auch darüber Auskunft zu erhalten, welche Einwirkung der Alkohol hierbei hat. Die Mobilmachung hat sich volllommen alkoholfrei vollzogen und die Bevölkerung Deutschlands hat sich dabei autzerordentlich wohl befunden. Leider ist später eine Aenderung eingetreten, verschiedene Kommandostellen haben den Alkohol wieder zugelassen. Ich erinnere nur an das Telegramm des deutschen Kronprinzen an einen Verleger, er möge dasiir sorgen, daß Alkohol ins Feld geschickt wird. Solche Anregungen haben die dankenswerten Bestrebungeil aus Ausschaltung des Alkohols in den Hintergrund drängt. Derartige Aufforderungen von outorttativer Stelle müssen ja bei unverständigen Leuten den Glauben erwecken, sie erwiesen den Truppen eine Wohltat, wenn sie alkolische Getränke ins Feld schicke». Der Reichskanzler sprach von der Befreiung Polens. Es wäre eine inertwürdige Befreiung, die, nachdem der russische Alkohol dort beseitigt ist, den deutscheil Alkohol hinbringt.(Sehr wahrl bei der Soz. Arbeitsgemeinschaft.) Die deutsche Verwaltung hat durch Anordnungen allgemeiner Art viele von den Sympathien zerstört, die ein Teil der Bevölkerung in Polen und Litauen noch beim Einzug der deutschen Truppen für uns hegte. Wenn ein Kaufmann gleich mir 100 M. Strafe belegt wird, weil er seine Handelsbücher nicht in deutscher Sprache, sondern mit jüdischen Schriftzeichen sührl, so ist daö eine Härte, die nicht gebilligt werden kann. Es macht den Eindruck, als wolle die Verwaltung in Polen und Litauen die Einziehung so hoher Sirascii nicht als ein Er- ziehungSmiitcl allein anwenden, sondern auch als eine Quelle, auS der die Kosten dieser Verwaltung gedeckt werden sollen. Man will einer an andere Verhältnisse gewöhnten Bevölkerung die deutsche Ordnung als die einzig mögliche aufoktroyieren. Und dabei werden schwere Fehler gemacht, die vermieden werden müßten.(Sehr richtig l bei der Soz. Arbg.) Wir verlangen ,n einem Antrag die Aushebung des§ 11 der M i l i l ä r st r a f g e f e tz- o r d u u n g. Dieser Paragraph, der die Leute auch nach ihrer Entlassung ans dem Dienstverhältnis noch ein Jahr lang der milttärischen Gerichisbarkeit unterstellt, und zn schweren Bestrafungen führen kann, wenn ein Mann über seinen früheren Lorgesetzten in Briefen oder in der Zeitung sich beilagt, ist sckon deswegen völlig überflüssig, weil tue Zivilgerichtsbarkeit schon alle Sünden gegen den Geist des MilitariS- mus in schärfster Weise ahndet.(Sehr richtig I bei der Soz. Arbcilsgem.) Lebhafte Klagen loerden darüber erhoben, daß man sür untauglich erklärte Mannschaften ohne ersichtlichen Grund noch bei der Waffe behält. Das soll besonders bei Elsaß-Lothringern und Sozialdemokraten der Fall sein, bei denen, wie mir mitgeteilt wird, die Kommandobehörde zunächst bei der volitiichen Behörde anfragt, ob gegen die Entlassung Bedenken politischer Art vorliegen. (Hört! börtl bei den Sozialdemokraten.) Nach der Häufigkeil dieser Fälle scheint eS mir, als ob hierüber eure allgemeine Verfügung des Kriegsministers vorliegt. Ich würde mich freuen. wenn der stellvertretende Kriegsminister hierüber eine An' klärung geben ivürde. Man hat noch immer nicht aufgehin: ans politischen Gründen Unterschiede bei der Behandlung de> Soldaten zu machen. Man überwacht sozialdemo kratische Soldaten und beauftragt Kameraden, darauf aus zupassen, ob die betreffenden verdächtigen Leute polmsche Reden hatten und dergleichen.(Hört! hört! bei der Soz. Arbg.) Das ein spricht wenig dem Gerede, daß das Heer eine große Erziehung� anstatt unseres Volkes sei. Ich erkenne an, daß die HeereSverwai tung ernstlich bemüht ist, den Grundsatz zur Geltung zn bringen, daß man die Kriegsgefangenen in Deutichland so be handelt, wie wir wünschen, daß unsere Landsleute als Gefangene im Auslände behandelt werden. Es muß aber mit größerem Nachdrii, darauf geachtet werden, daß diese Anweisung der Zenttatbehörde liberal. auch richtig befolgt wird. ES ist ja im höchsieu Maße zu beklagen. daß deutsche Lfriegsgefangene in Rußland unwürdig behand�li worden sind. ES wäre aber politisch unklug, wenn wir unS dazu hinreißen ließen, die russischen Sitten der Gefangene». Mißhandlung und AuSpeitschung nachzuahmen. (Sehr richtig I bei der Soz. ArbeitSgem.) Die Jnternieruiig tu englischen Zivilbevölkernug gehört nicht zu den poliiiich klugen Mas nahmen. Man nennt eS zwar eine notwendige Vergeltungsmaß nähme gegen die angeblich barbarische Behandlmig unserer Landsleute in England, aber die Berichte über die Deutschenverfolgunge.. in England sind in einer gewissen Presse sicher nur deshalb ver- gröbert und zum Teil sogar erfunden worden, um seinerzeit dir Kriegs stimmung gegen England zu schüren. Den Frauen und Kindern der in den Konzentrationslagern Internierten sollte man wenigstens die Möglichkeil geben, ihre Männer zu besuchen. Es ist ein unerträglicher Zustand, daß Frauen. die in Deutschland geboren und erzogen sind, mit ihren Kindern ihre Männer nicht besuchen dürfen; daS ist eine Barbarei und eine Schande ist es, diese sogenannten englischen Kinder auk den Schulen zu weisen, wie es ans Anordnung des preußischen Kultusministerium« geschehen ist.(Hört! hört! bei der Soz. Arbg.) Jede? einzelne dieser Kinder, die der Verwahrlosung preisgegeben werden, ist ein Denkmal der barbarischen Krieg führung Deutschlands.(Sehr wahr! bei der Soz. Arbg.— Präs. Dr. Kaempf ruft den Redner zur Ordnung.) Mein Gerechtig- keitSgefiihl gebietet mir, eine Barbarei da sestzustellen, wo sie sich befindet.(Lebhafte Zustimmung bei der Soz. Arbg.) Präsident Dr. Kaempf: Da Sie sich meiner Anordnung nicht fügen, rufe ich Sic Wietel holt zur Ordnung. Abg. Dr. Cohn(fortfahrend): Bei der Kriegsbesoldungsordnung könnte sehr viel UcberflüssigeS ausgemerzt und dadurch erhebliche Ersparnisse gemacht werden. So wenig nian auch bei den Kriegszulagen deS KriegSminisrerS und anderer hoher Beamter ersparen würde, so kommt dabei doch etwa? anderes in Betracht: Ueberall bei den Offizieren müßte die Uebcr- zeugung durchdringen, daß in einer Zeit, wo Millionen und Aber- Millionen ihre Existenz verlieren und dem Hunger ausgesetzt werden, eS sich nicht schickt, aus öffentlichen Mitteln so hohe Summen zu bezieben.(Lebhafte Zustimmung bei der Soz. Arbg.) Unscr Heer ist kein BolkShcer; auch im Kriege kann es seinen Klassencharakter nicht ablegen. DaS zeigt sich dentttck auch bei der Kriegsbeioldungsordnung. Diesen Klassencharakter aufzuweisen und nach besten Kräften abzuändern, ist unsere Aufgabe. Selbstverständlich können wir auch der Betätigung deö Heeres, dem Kriege nicht freundlich gegenüberstehen. Will man den Rückfaii Europas in die Barbarei verhindern, so muß man dem Kriege io schnell als möglich ein Ende machen.(Lebhafter Beifall bei der Soz. Arbg.) Präs. Dr. Kaempf teilt mit, daß er dem Feldmarschall. Hmden- bürg aus Anlaß seines fünfzigjährigen Diensflubilämns im Namen des'Reichstags seine herzlichsten Glückwünsche ausgesprochen hat. (Lebhaftes Bravo.) Kriegsminister V. Wandel: Ich habe auS den Ausführungen der Herren Vorredner den Eindruck gewonnen, daß sie vergessen, daß wir uns nicht in gc- ordneleu FriedenSverhältnissen befinden, sondern im Kriege(Sehr richtig I rechts), daß Millionen Menschen draußen stehen, daß alle Verhältnisse so verschieden sind, im ständigen Wechsel begriffen sind, daß naturgemäß auch die ichärsstcn Verfügungen und der beste Wille nicht nur der Zentralstelle, sondern auch der Vorgesetzten draußen nicht immer zur Durchführung gelangen können. Mängel bestehen gewiß, aber man kann daraus nicht den Schluß ziehen, daß alles oder das meiste bei uns faul ist. Der Adge- ordnete Dr. Cohn sagte, ich hätte in der Kommission erklärt, die Ernährung unserer Soldaten habe sich verschlechtert, DaS muß ein Mißverständnis scincrieitZ sein. Ich habe lediglich ge- sagt, die Verpflegung unserer Soldaten stößt unter den gegen- Wärligen Verhältnissen auf Schwierigkeiten. Es ist selbst- verständlich, daß die Beschaffung der Lebensmittel nicht mehr mit der Leichtigkeit und Vielseitigkeit, vielleicht auch teilweise nicht in der Menge erfolgen kann, die unter FriedensverhälMissen oder unter Zuständen, wo wir vollkommen frei in der Zusiihr der Lebensmittel sind. Im übrigen aber ist nach wie vor die Verpflegung der Mannschaften ausreichend. Wenn einzelne Mißgriffe vorkommen, so brauche ich nicht zu wiederholen, daß die Mittel, die der Herr Ab- geordnete vorgeschlagen hat, Aitlernring eigenen Personals dafür, von uns als richtig anerkannt und angewendet werden.— Im Falle des Dr. Nicolai muß ich bedauern, auch heute keine Aus- kunft geben zu können, da ich von dem zuständigen Gencralkom- mando noch nicht im Besitz der Akren bin.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Was den anderen traurigen Fall angeht, in dem er sich über das Ausbleiben meiner Antwort beschwerte, so habe ich erst vorgestern die Alten bekommen und kann nunmehr mitteilen, daß der betreffende Nnteroffizier mit einer hohen Geiängnisstrase und Degradation bestraft worden ist. Zur Frage des Alkohols bemerke ich, daß seine Verabfolguung an die Truppen nur auf ärztliche Veranlassung erfolgt mit Rücksicht auf seine heil- kräftige Wirkung.— In dem Engländerlager in Ruhleben befinden sich zurzeit mir noch 3700 Köpfe, davon find 1460 englische See- lente, 1400 vollkommen Vollblulengländer, 200 intetnationale Juden englischer Staatsangehörigkeit, etwa 600 von den übrigen wollen Engländer bleiben, weil sie wirtschaftlich daran ein Jntcresic haben, nicht dienen wollen usw. 200 wollen entlassen werden. ihre Angelegenheit unterliegt augenblicklich der Prüfung, lieber 1000 sind im übrigen bereits entlassen. Darüber, daß Sozialdemokraten, die diensinntaiiglich sind, nicht entlassen werden, kenne ich keine Bestimmung. Ich wüßte auch nicht, wie man das rechtfertigen wollte. Wenn von Eliatz-Lothringern das- selbe behauptet worden ist, so kann wohl lediglich in Frage komnicn, daß mit Rücksicht auf die besonderen Berhältnisse in Elsaß-Lothringen als Operationsgebiet Elsaß-Lothringcr nicht geraoe nach Eliaß- Lothringen entlassen werden. Die Entscheidung darüber muß den örtlichen Stellen überlassen bleiben. Ein Schlußantrag wird gegen die Stimmen der Sozial- demokraten und der Sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft an- genommen. Abg. Stücklen(Soz.) bedauert, daß ihm durch Schluß der Debatte unmöglich gemacht sei, über den Umfang der von seinen Freunden geforderten Reform der Kriegsbesoldungsorduung zu sprechen. Abg. Äunert(Soz. Arbg.) will unter Aufzählung der einzelnen Punkte die Gegenstände darlegen, die vorzubringen er verhindert worden?f{. Vizepräsident Dr. Paaschs läßt dies im Rahmen der Geschäftsordnung nicht zu. Abg. Kuncrt(Soz. Arbg.): Wir haben in ganz kurzer Zeit einen Etat mit 40 Kapiteln und so und so vielen Titeln erledigt. Das ist politische Oberflächlichkeit. sUnruhe.— Vizepräsident Paasche rust den Redner zur Ordnung.) Abg. Dr. Liebknecht swild)(mit Gelächter rechts empfangen): Sie lachen sich selbst auS.(Heiterkeit.) Den Militäretat in zwei Stunden zu erledigen, tst ohne Beispiel in der parlamentarischen Geschichte. Die Art, wie hier vorgegangen wird, durch Zusammen- fassung der Kapitel, ist parlamentarisch ganz außergewöhnlich. Vizepräsident Dr. Paasche: Was parlamentarisch zulässig ist, darüber entscheidet die Mehrheit des HauseS.(Lebhafte Zustimmung bei der Mehrheit.) Abg. Liebknecht: Ich habe das gute Recht der Kritik.(Vize- Präsident Dr. Paasche: Darüber habe ich zu entscheiden, nicht «sie I) WaS hier vorgeht, ist eine Kastration des Parlaments. (Große Unruhe. Dem Redner wird das Wort zur Geschäftsordnung entzogen.) Abg. Stadthagcn(Soz. Arbg.): Ich wollte nur dagegen pro- testieren, daß eine Debatte, bevor sie eröffnet ist, geschloffen wird. Dadurch, daß der Kriegsminister das Wort genommen hatte, war die Debatte neu eröffnet. Vizepräsident Paasche: Der Kriegsminister hat zu den zur Debatte stehenden Titeln gesprochen und dann hat das Haus mit großer Mehrheit die Diskussion geschlossen. Die Sache ist also ganz parlamentarisch erledigt. Die dauernden Ausgaben werden bewilligt, die Resolutionen der Kommisstonen werden angenommen, die An- lräge der sozialdemokratischen Partei werden abgelehnt mit Ausnahme eines, der Erhöhung der Löhne der Arbeiter in den Reichsbetrieben wegen der Teuerung verlangt. Dieser Antrag wird gegen die Stimmen der Konservativen und des Zentrums angenommen. Die Anträge der Sozialdemokratischen Arbeits- geuieinschaft werden abgelehnt, bis auf den, der eine Beschleunigung der Entlassung dauernd krank und dienstuntauglich gewordener Soldaten fordert. Hier bleibt die Abstimmung zunächst zweifelhaft, der Hammelsprung ergibt die Annahme des Antrags mit 142 gegen IIb Stimmen. Bei den einmaligen Ausgaben ergreift das Wort Abg. Dr. Liebknecht(wild) beim Titel Ergänzung der Unterkunft und der.Ausstattung aus Truppenübungsplätzen vierte Rate. Auf den Truppenübungsplätzen werden auch Kriegsgefangene untergebracht und unter ihnen wird eine systematische Propaganda betrieben, um sie zum l a n d c s v e r r ä t e r i s ch e n K r i e g s d i e n st gegen ihr Vaterland zu bestimmen.(Lebhafte Oho- Rufe.) Ich habe Dokumente dafür in der Hand. Vizepräsident Dr. Paasche weist darauf hin, daß eS sich hier um eine Schlußrate handelt und grundsätzliche Erörterungen nicht zu- gelassen werden können. Abg. Dr. Liebknecht(wild): Es werden in diesen Unterkunfts- räumen auch Kriegsgefangene untergebracht und cS ist unter ihnen eine englische Brigade gebildet worden nach einem Plan, den der Unterstaatssekrelär Zimmermann mit einem englischen Hoch- Verräter geschlossen hat, um die englischen Kriegsgefangenen gegen England anzuwerben und auszubilden.(Vizepräsident Paasche ruft den Redner wiederholt zur Sache und weist darauf hin, daß er eventuell das Haus befragen werde, ob es den Redner Weiler hören will.) Diese Dinge sollten wahr- lich das Interesse in dem Maße erregen, daß Sie nicht Veranlassung nehmen, mich mundtot zu machen.(Lebhafte Rufe: Oho! und Ruhe!) Ich muß diese Gelegenheit benutzen, um diese Schande vor der Geschichte anzunageln.(Erneute Rufe: Ruhe!— Vize- Präsident Dr. Paasche befragt das Haus, ob eS den Redner Weiler hören will. Gegen die Stimmen der Sozialdemokr. Arbeitsgemein- ichaft und der meisten Sozialdemokraten wird dem Redner das Wort entzogen.) . Der Rest des Etats wird debatteloS erledigt. Es folgt die Be- utUUz des Etats des Rcichsmilitärgerichts. Abg. Stadthagcn(Soz. Arbg.): Die. Oeffentlichkcit bei Gcrichtsverhandlimgen ist ein Schutz des Angeklagten und ein Schutz gegen Wciterumsichgreifen von der- dcrolichcn Folgen eines ungerechten Systems. Durch die Jensur ist die Veröffentlichung von Militärgerichtsverhandlungen untersagt. Das wirkt nach den verschiedensten Richtungen hin außerordentlich schädlich. Es sind mir eine große Anzahl von Fällen bekannt, wo wegen Lappalien außerordentlich hohe Strafen verhängt sind. Fast bat es den Anschein, als ob unsere Militärgefängnisse überfüllt nnd von Leuten, die ihre Gesundheit im Felde auss«piel aesetzt haben. Ich will nur einen, wie mir scheint, typischen Fall anführen. Es handelt sich um einen 45jährigen Mann, der im November 1314 freiwillig eintrat und dessen Sohn ebenfalls freiwillig dient. Dieser Mann, den ich persönlich nicht kenne, gehört offenbar nicht zu jenen Leuten, die das Wort Patriotismus nur im Munde führen, vor der Ausübung der Militärpflicht sich aber durch Reklamationen drücken. Dieser Mann war choleravcrdächiig in Saarburg ins Lazarett ein- geliefert. Tort neckte den noch Fieberkranken ein Gefreiter. Der Mann verbat sich das und prügelte schließlich den Gefreiten zur Tür hinaus. Der Gefreite tat die Dienste des Unteroffiziers vom Dienst.„ Darauf wurde der Mann wegen Achtungsvcr- l e tz u ivg und tätlichen Angriffs gegen einen Vor- gesetzten zu der horrenden Strafe von 13 Jahren 3 Monaten Gefängnis verurteilt.(Lebh. Hört! hört! b. d. Soz. Arbg. u. d. Soz.) Run wird.dem Mann gesagt, er soll wieder ins Feld, er soll die zehn Jahre erst verbüßen, wenn der Krieg zu Ende i st. Wie überfüllt müssen wohl die Gefängnisse sein I Ein solches Vorgehen beißt wirtschaftlich, gesellschaftlich den Mann tot machen. Dieser eine Fall genügt, weil er typisch ist, zumal der Begrifft Disziplin auch über das Militär hinaus infolge J)es Kriegs überspannt und falsch angewendet wird.(Sehr wahr! bei der Soz. Arbg.) Schuld an solchen Fällen ist das System, das ruinös für die Beteiligten wirkt.(Sehr wahr l bei der Soz. Arbg.) Was hier geschehen ist. kann jedem im Felde draußen jeden Tag passieren. Dieses System führt eben zu solchen Grau- s a m k e t l e n. WaS nützt die Redensart: Dank den tapferen Soldaten. Ja, Dank mit zehn Jahren Gefängnis. Der Tod des Untergebenen, haben wir vorhin gehört, wird mit zwei Jahren bestraft.(Hört I hört!) � Während des Krieges muß dies System beseitigt werden, im Frieden ist es ja nicht möglich. Die Flut der Empörung über diese Zustände würde überwallen, wenn die Zensur nicht verhindern würde, daß irgend welche Urleile aus den Militärgerichten in die Oeffentlichkeit ge- langen.(Hört! hört! bei der Soz. Arbg) Also das System muß geändert werden. Ter Bundesrat kann es änderm Will �er� es nich: ändern, so ergibt sich daraus die Folgerung, daß dies System zur Nicderdrllckung der Arbeiter benutzt werden soll im Kriege durch den Krieg. Darum erst recht: Nieder mit dem Krieg'(Bei- soll bei der Soz. Arbg) Abg. Fehreubach(Z.): Der Fall, den Herr Stadlhagen vorgebracht hat, ist zweifellos außerordentlich schmerzlich. Es wäre wohl richtiger gewesen, wenn der Gerichtsherr durch Nichtbestätigung eine nochmalige Prüfung herbeigeführt hätte. Aber Schuld ist nicht das.System", das durch den Bundesrat abgeändert werden könnte, sondern Schuld sind die erorbitantcn Mindestslrafcn des Reichsmilitärstraigesetzbuches.(Hört! hört!) In den Fällen, wo ein tätlicher Angriff gegen den Vor- gesetzten im Felde begangen wird, ist eben die Mindcststrase zehn Jahre Gefängnis. Den Umstand, daß der Mann die Strafe erst nach dem Kriege verbüßen soll, hat der Vorredner falsch ausgelegt. Es ist allgemeine Hebung der Kriegsgerichte, dort, Ivo eS sich um anständige Leute bandelt, Strafaufschub zu bewilligen, natürlich in der Hoffnung, daß wenn sich der Mann im Felde gut führt, ihm die Strafe erlaffeu wird. Im übrigen ist auf Grund der Erfahrungen diese» Krieges bei allen, die praktisch mit der Rechts- pflege draußen zu tun haben, die Ueberzeugung vorhanden, daß es außerordentlich wünschenswert wäre, wenn noch während dieses Krieges die hohen Mindeststrafen im Militärstrafgesetzbuch eine Milderung erfahren, denn der Disziplin dienen sie nicht. Jedenfalls muß so bald wie möglich nach dem Kriege eine Aenderung erfolgen. (Lebhaftes Bravo!) Abg. Stadthagen(Soz. Arbg.): Der Bundesrat Jan« sofort auf Grund der ihm vom Reichs- iag erteilten Befugniffe auch hier eingreisen. Davon, daß dem Mann nachher die Strafe erlassen werden soll, ist ihm nichts gesagt. Er geht hinaus mit dem Gefühl, daß er nachher auf 10 Jahre ins Ge- fängnis muß. Der Mittelstand und die Arbeiter sind unter dem heutigen System der Amboß, die andere Seite der Hammer.(Sehr wahr! bei der Soz. Arbg) Es läuft ein Antrag Haasc-Lcdcbour(Soz. Arbg) ein: Den Reichskanzler zu ersuchen, zwecks Herabsetzung der Strafminima im Mililärstrafgesetzbuch sofort dem Reichstage xine Vorlage zu machen. Abg. Fehrenbach(Z.): Mit dem Klaffenkampf haben diese Urteile nicht? zu tun. Ich kann auS Erfahrung bestätigen, daß auch Unteroffiziere und Offiziere wegen verhältnismäßig geringer Dinge aus Grund der bestehenden Bestimmungen ebenso hart verurteilt werden wie Mannschaften. Dem Antrag auf Aenderung des Militär-Strafgesetzbuches kann man ruhig zustimmen. Die bisher gemachten Erfahrungen sind in der Tal zwingend. Wer es mit der deutschen Armee und mit der Recht- sprechung bei der deutschen Armee gut meint, der muß einen solchen Antrag annehmen.(Bravo!) Graf Westarp(k.): Es bestehen doch große Bedenken, jetzt mitten auS der Beratung heraus über einen so schwerwiegenden grundsätzlichen Antrag ab- stimmen zu lassen. Das muß nach außen den Eindruck machen, als ob eine Fülle der schrecklichsten Fälle vorlägen. Es ist auch gar kein Vertreter der Regierung da.(Rufe: Warum denn nicht?) Die Re- gierung konnte nicht annehmen, daß eine so wichtige Materie jetzt hier angeschnitten wird. Damit schließt die Diskussion. Es läuft ein weiterer Antrag ein, unterzeichnet von Frei- sinnigen, Nationolliberalen und Mitgliedern des Zentrums, wonach der Reichskanzler ersucht werden soll, dem Reichsrage baldigst eine Vorlage über die Herabsetzung der Mindeststrafeu im Militärstraft gesetzbuch vorzulegen. Der Antrag Haase-Ledebour wird gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und eines Teils die Stimmen der Soz. Arbg. abgelehnt, der andere Antrag mit großer Mehrheit, nur gegen die Stimmen der Konservativen, angenommen. Es folgt die Beratung des Etats der Verwaltung der kaiserlichen Marine. Abg. Dr. Liebknecht(bei keiner Fraktion): Der Staatssekretär v. Capelle ist unter Umständen in sein Anlt eingetreten, die den Anschein erwecken könnten, als wenn mit ihm ein neues Systein in unsere Marineverwattung eingezogen sei, als ob es sich um eine milde Kriegführung, um eine stärkere Friedens- Neigung der Regierung handle. Die Kämpfe um die Entlassung des Herrn v. Tirpitz brachten in der Tal den Burgsrieden unter den bürgerlichen Parteien sehr in Gefahr. Diese Kämpfe mußten das Vertrauen zu unserer Kriegführung unterbinden. Es handelte sich dabei scheinbar um den Konflikt in der O-Boolfroge, scheinbar wollte Herr v. Capelle nicht den rücksichtsloseu IJ- Bootkrieg wie Herr v. Tirpitz. In der Tat besteht ein solcher Gegensatz nicht, wie die gestrigen Verhandlungen gezeigt haben. (Vizepräsident Dr. Paasche: Diese Frage ist ausführlich behandelt und durch Beschluß des Reichstags zum Abschluß gekommen. Ich bitte, nicht wieder darauf einzugehen.) Jedenfalls müssen die Gründe erörtert werden dürfen, die zu dem Amtswechsel im ReichSmarineamr geführt haben.(Vizepräsident Paasche: Die Staatssekretäre werden vom Kaiser ernannt, der Reichstag hat über die Gründe für einen Wechsel in hohen Staatsämtern nicht zu entscheiden.— Oho! links) Ich spreche nicht über die Gründe, die ganz gut bekannt sind: fondern von den politischen Gründen, die das ganze deutsche Volk und die ganze Welt auf das lebhafteste interessieren, in der Presse und allenthalben erörtcri morden sind. Solche Gründe eines Amts- und System- Wechsels sind im Reichstage schon oft diskutiert worden.(Lebhaftes Sehr richtig! links.— Vizepräsident Dr. Paasche: Daß Sie über die Gründe eines Systcmtvechsels spechen, dagegen habe ich mich nicht gewandt) Scheinbar ist der Staatssekretär v. Capelle über die l?- Boot- Frage in sein gegenwärtiges Amt gelangt, in der Tat aber handelt es sich um eine Frage des Kriegsziels, die. wie es scheint, zuungunsten des Herrn v. Tirpitz entschieden wurde. Der Kamps zwischen der Kriegs- Zielrichtung Berlin— Bagdad und der auf Annexionen im Westen und Osten begann schon zu Beginn des Krieges. Hier stehen die Jnter- essen verschiedener Kapitalislenkategorien gegeneinander. Nachdem der Krieg mit der Parole„Gegen den Zarismus" inszeniert war, wurde das Ziel alsbald gegen Westen verschoben.(Vize- Präsident Paasche: Die Aeußerung, nachdem der Krieg mit dem und dem Ziel inszeniert war. ist eine Beleidigung der Regierung. Ich rufe Sie zur Ordnung und bitte, nicht weiter ausführlich über Kriegsziele zu sprechen) Nachdem das Kriegsziel nach Westen verschoben war(Vizepräsident Dr. Paasche: Ich wiederhole meine Bitte.) Ich muß diese Frage erörtern, wenn ich die gegensätzlichen Strömungen in der Regierung erörtern tvill, die bei dem Wechsel im Reichsmarineamt hineingespielt haben. Der Kamps ist in der„Deutschen Tagesztg." geführt worden(Abg. Oertcl: Lasten Sie mich in Ruhe!) zugunsten des Herrn v. Tirpitz. Die Art, wie er im preußischen Abgeordnetenhause aufgenommen wurde, die Art, wie bei der Baralong-Affäre im Reichs- tage eine Verschärfung des Krieges gegen England gefordert wurde. die Vorgänge im preußischen Abgeordnetenhaus vor dem Amtswechsel werfen ein interessantes Licht aus die Gegensätze innerhalb der Re- gierung und innerhalb der Kapitalistenkreise. Es sollte eine Denk- schritt über die bewaffneten englischen Handelsschiffe erscheinen. Sie wurde längere Zeit zurückgehalten, sehr zur Unzufriedenheit derer um Reventlow. Man erblickte darin ein Bekenntnis der Regierung zum verschärften O-Bootkrieg. Der Vorstoß im Abgeordnetenhaus wurde unternommen mit vollem Vorbedacht, daß man damit gegen be- stimmte Teile der Reichsleitung schroff Stellung nehme.(Vize- Präsident: Das ist nicht mehr zur Sache!) Auf den Druck des preußischen Abgeordnetenhauses hin(Vizepräsident: Sie kommen immer wieder auf dasselbe zurück)... Abg. Dr. Liebknecht(fortfahrend): Sie dürfen nicht die wichtigste polmsche Frage ausschalten. (Unruhe; Vizepräsident Paasche: Ich rufe Sie fortgesetzt zur Sache!) Ich habe wahrlich zur Sache geredet. Ich werde bei dieser Ge- legenheit die Denlichrift über die bewaffneten Handelsschiffe zur Sprache bringen, für die die Marineverwaltung natürlich die Ver- antwortung trägt. Sie ist so zusammengestellt, daß sie jemand, der sie nicht ganz sorgfältig nebst ihren Anlagen liest, irreführen muß. Die Denlschrist will nachweisen, daß die englischen Handelsschiffe bewaffnet werden, um angriffsweise gegen die deutschen H-Boole vorzugehen. Vizepräsident Dr. Paasche untersagt nochmals die Behandlung der H-Boot-Frage und ruft den Redner wiederholt zur Sache. Abg. Dr. Liebknecht: Bei dieser Art der Geschäflssührung wird es mir unmöglich gemacht... Vizepräsident Dr. Paasche: Ich verbitte mir jede Kritik meiner Geschäflssührung. Abg. Dr. Liebknecht: Ich werde dadurch genötigt, das politisch wesentlichste nicht zu sagen. Vizepräsident Dr. Paasche befragt daS Haus, ob es den Redner weiter bören will. Gegen die Stimmen der Sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft und der meisten Sozialdemokraten erklärt das Haus, daß der Redner nicht mehr zur Sache spreche und nicht weiter zuhören sei.. Abg. Dr. Liebknecht: Schämen Sie sich! Damit schließt die Debatte. Der Marineetat wird bewilligt. Die Tagesordnung ist erschöpft. Nächste Sitzung: Sonnabend 12 Uhr.(Nochmalige Abstimmung über den heute nur handschriftlich vorgelegten Antrag auf Aenderung des Reichsmilitär-StrafgesetzbucheS. Etats der Rcichsjusttzverwaltung, des Reichsschatzamts und der Reichsschuld) Schluß: ö�/z Uhr.' Novelle zur Reichsversicherungs- orönung. Eittsprechetid dem Beschluß des Reichstages vom 15. Januar 131lZ hat die Regierung einen Gesetzentwurf vorgelegt, durch den die Altersgrenze für Erlangung der Altersrente auf das 65. Lebensjahr herabgesetzt und die Waisenrente etwas erhöht werden soll. Er steht heute zur Beratung im Reichstage. In der Herabsetzung der Altersgrenze folgt die Regierung dem einstimmig gefaßten Beschluß des Reichstags. Bei Ausarbeitung der Reichsversichcrungsoednung hatte man ausge- rechnet, daß die Herabsetzung der Altersgrenze dem Reich jährlich 8 832 750 M. und den Versicherungsträgern 13 388 513 M. kosten würde. Nach einer neueren Rechnung, die in einer Denkschrift vom 10. November 1915 dem Reichstag mitgeteilt wurde, wird aber die Belastung des Reiches auS dem Reichszuschuß nur 4 497 950 M. betragen und die Leistungen der Versicherungsträger werden auch entsprechend niedriger sein. Von Wert ist, daß nun auch die Heber- gangsvorschriften des Artikels 65 des Einführungsgesetzes eut- sprechend geändert werden, wodurch für einen Teil der alten Leute, denen die Rente verweigert wurde, weil sie nicht die nötige Anzahl von Marken geklebt hatten, nun eine geringe Erleichterung dadurch geschaffen wird, daß ihnen für jedes Jahr, welches sie bei Jnkraft- treten des Jnvalidenversicherungsgesetzes über 35 Jahre alt waren, 40 Beitragswochen angerechnet werden. Durchaus unzulänglich ist aber die in der Novelle vorge- schlagene sogenannte Erhöhung der Waisenrenten. Die Waisenrenten bestehen heute aus 25 M. Reichszuschuß für jedes Kind und aus Leistungen der Versicherungsträger. Die Leistungen der Versicherungsträger bestehen heute aus drei Zwanzigsteln für das erste Kind und einen: Vicrzigstcl für jedes weitere Kind, des GrundbetrageS und der Steigerungssätze der Jiwalidenrente, die der Ernährer zur Zeit seines Todes bezog oder bei Invalidität be- zogen hatte. Eingeschränkt wird es aber noch durch Artikel 63 dcZ Einführungsgesetzes, wonach bei Berechnung des Betrages der Stcigerungssätze nur die Wochenbeiträge berücksichtigt werden, die nach dem 1. Januar 1312 bezahlt sind. Nach der Novelle sollen nun die Sätze für jedes weitere Kind von einem Vicrzigstel auf ein Jwanzigstel erhöht, also verdoppelt werden. Wieviel ist das nun? Fast nichts. Die Begründung findet dafür eine auf de» ersten Blick harmlose Ilmschreibung. Sie schreibt auf Seite 5: „Die Rente besteht bei Vorhandensein von mehr als einer Waise für die zweite, dritte Waise usw. zurzeit fast nur aus dem Reichszuschuß." Dieses„fast nichts" soll jetzt verdoppelt werden. Die Begründung führte als Beispiel an, daß die Waisen- vente für die Kinder eines Verstorbenen, der wenigstens 500 Wochen Beiträge der Lohnklasse lV bezahlt hat, wovon 200 Wochenbeiträge nach dem 1. Januar 1312 bezahlt sind, betragen würden für ein Kind 42 M., für zwei Kinder 72 M. und für jedes weitere Kind mehr 30 M. Da aber für jedes Kind 25 M. Reichszuschuß bezahlt werden, betragen die Leistungen der Träger für das erste Kind 17 M.(richtiger 16,50 M), und für jedes weitere Kind 5 M., also pro W o ch e noch nicht 10 Pf. Tatsächlich besteht die JahrcS- rente für eine Waise aus 25 M. Sieichszuschuß und 16�0 M. Leistungen der Träger nnd für jedes weitere Kind aus 25 M. Reichszuschuß und 5,50 M. Leistungen der Träger. Am Schlüsse des Jahres licsen Waisenrenten 167 752. Es sind also 167 752 erste Kinder und annähernd 234 852 weitere Kinder. Gegenwärtig haben die weiteren Kinder jedes neben dem Reichs- Zuschuß Anspruch aus Jahresleistungen der Träger im Betrage von 2,73 M., also zusammen auf 645 843 M. Dieser Betrag soll verdoppelt werden. Es würde also eine Mehrausgabc von 643 84? Mark entstehen. Da besinnt sich aber der Schöpfer des Entwurfes. Die hier genannten Waisen sollen nichts haben, denn die Bestim- mung von der Verdoppelung der Renten für die weiteren Kinder soll erst mit der Wirkung vom 1. Januar 1916 in Kraft treten. Es wird also eine Freude erweckt, daß mehr gegeben werden soll. Aber war der Vater so unvorsichtig, so früh sein Leben zu vevlieren, daß die Waisenrente vor dein 1. Januar 1316 festgesetzt wurde, dann bleibt es bei den alten Sätzen. Es ist schon mehrfach der Nachweis erbracht, daß die Hinter- bliebenenrenten in keinem Verhältnis stehen zu der Bettragser- höhung, die im Jahre 1912 eintrat und zu den Sätzen, die als Belastung des Reiches in Aussicht gestellt wurden. Man nahm an, daß bei dem jetzigen Stande der Zahl der Versicherten reichlich 1 500 000 Waisen komuien würden. Tatsächlich werden kaum ein Drittel der erwarteten Waisen kommen. Der Weltkrieg wird die Zahl der Waisen zwar erheblich erhöhen, so daß in den nächsten Jahren schon die Zahl überschritten wird, die im Beharrungszu- stand erwartet werden konnte. Der Abgang wird aber bald den Zugang übersteigen, so daß in: Jahre 1331 die Ziffer auf die Be- harrungsziffer von rund 560 000 bei 16,5 Millionen Versicherten herabgesunken ist. Die Novelle will aber nicht nur geben, sondern sie will noch nehmen. Und im Nehmen ist sie nicht so vorsichtig wie beim Geben. Vom 1. Januar 1317 ab sollen die Wochen- beitrage um je 2 Pf. erhöht werden. Da im letzten Friedensjahre 814,6 Millionen Wochenbeiträge gezahlt wurden, bringt die Beitragserhöhung reichlich 161» Millionen Mark. Die Erhöhung der Renten kostet den Trägern für die Altersrenten reich- lich 9 Millionen Mark und die Erhöhung der Waisenrenten wohl Beträge im Kapitalwert von 1—1 Zü Millionen Mark. Man will also den Versicherten dafür, daß man höchstens 10!� bis 11 Millionen Mark gibt, 1614 Millionen Mark abnehmen! Bei der Beratung dieser Novelle muß die ganze Frage der Hinterbliebenenversicherung aufgerollt und der Versuch gemacht werden, die Regierung dahin zu drängen, daß den Waisen solche Beträge gegeben werden, wie sie aus den reichlich verfüg- baren Mitteln gegeben werden können. Eingegangene Druckschristen. »Ltchtstralileu-. Bildungsorgan für denkende Arbeiter. Nr, 7. Herausgeber Julian Borchardt. 25 Ps.— Selbstverlag. Berllu-Lichter- selde, tzedwigfir. 1. Unser Herrgott und der Schweizer. Von H. Federer. SV Pf. — Wobin gehört Elsast-Lothrin»e»? Bon einem Elsässer. 50 Vf.— Familie Profit. Von B. Valloton. Deutich von S. Fischer. 4,70 M.— Die Seppe. Eine Geschichte aus Unterwalden von E. Odermatt. 2.80 M. — Aus goldenen Tagen. Wanderungen in Oesterreich. Bon Prof. F. Zichokke. SM.— Priese Albert Weltis. Herausgegeben von A. Frey. 6.70 M.— San Salvatore. Novelle von K. Falke. 2,60 M. Verlag: Nascher u. Cie. Zürich und Leipzig. Krieqsdcpescheu!7.— 10. Monat. Nach den amtlichen, von 33. T. 85,, den österreichischen und türkischen amtlichen Stellen. Boll u. Pickardt, Berlin MV 6. Der Krieg und die deutsche Berantwortuug. Los R. Borchardt Geb. 1 M. S. Fischer. Berlm. Lütovstr. 30. fienen-u.Danien-GariMe neueste Moden, beste Verarbeitung Vollständige Wohnungs-Einrichtungen Bowle einzelne Möbel auf Kredit Juiiys Cs8ogau£:£ Kottbuser Str. 28, Ecke Reichenberger Str. direkt am Hochbahnhof Kottbuscr 7sr. Beasugsqueilen-Verzeictinis BerBtn-Osten Erscheiat vöcheatlich ÜDteaatebende Geechäfte empfeblep»leb bei ElalrSpfeB. SC f Bäcker- und I Konditoreien iäscM nerdsiern Inh. Gust. Müller 1 Filialen im Siideu. Osteg n.Umgebengi irntältee�uersaril i 6 r Butter, Eier, Käse acs P. 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I., abends 8'/, Uhr, im Musiker- vereiuShauS, Kaiser- Wilhelm-Strage 31 stattfindenden der Ortskranlenlasse der Mechaniler, Optiker und verwandten Gewerbe zu Berlin, werden die Herren Vertreter der Arbeitgeber und Kaffenmitglicder ingeladcn. Tage sordnung: 1. Abnahme der Lahresrechnung für 1915. 2. Abänderung der§§ 18 und 78 der Satzung. 3. Verschiedenes. 2S7/1S Berlin, den 8. April 1916. Der'Vorstaud. M. Gutsche, Vorsitzender. Anfragen und Beschwerden, welche die Einsicht in die Akten der Kasse erforderlich machen, sind spätestens bis zum 13. April 1916 im Kasten- lokal jchristiich einzureichen._ MJur flir Herren S und Jünglinge, welche sich bill.kleiden wollen, empüehlen wir getragene Anzüge, von Herrschaften zurückgel..-M. 14— 36, Ulster M. 16— 38, Hosen M. 4— 8. DeufschesQardcrobenhans Große Frankfurter Str. 116 I. Knaben- und Jünglings- Anzüge, Paletots, PjrJaks, Konfirmatlons- Auztüge. Einzelverkauf zu Fabrikpfeisen. Konigstr. SS.!. ESage, gegenüber Rathaus. Sonntag, geschl, Spezialarzt I>r. med. AVockenKuß. Friedrichstr. 125(OranienhL Tor), für Syphilis. Harn- u. Frauenlaiden— Ehrlioh-Hata-Kur(Dauer ISTTage), Blutuntersuchung. Schnelle,.sichere schmerzlose Keilung ohne Gerufs- störung. Teilzahlung). Sprechstunden: 10— 1 nnid 5— 8 Metall-Eiukaufs-BHreau vlrüner Weg 66, Metalle höchitzahlcnd. taust alle 5076* Alfred Krug, lvochenschrist für lUrbeiketimnllien Wöchentlich 1 Heft für, 10 Vf. 7. ztretiMch-Zinddentsche <233. KSnigl. Vreuff.) Hlassentotterie 4. Klaffe 1. Zichungstag 7. April 1916 Barmittag Auf jede gezopene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinn« gefalle», und zwar je einer auf dl« Löf« gleicher Nummer in de» beide» Ableitungen t«. H- Nur die Gewinne über 192 M. sind in»laoimern beigefügt. (Ohne Gewähr A. St.-A. f. Z.)(Nachdmck verboten) SOS IS 621«S 736 B'A f400) 1213 677 942 2028 91 100 622 613 3 073 220 310 15 407 569 766 4058 274 686 618 720 73 t632 6198 234 353 416 69 7367 781 893 983 6167 80 267 438 654 675 709 939 E 060 141 55 243 611 606 43 77 92 10055 329 419 45 672 11220 40 320 38 61 433 660 89 639 12114 864 1 3177 83 328 92 592 604 46 809 1 4034 213 1 5179 666 73 1 3311 465 866 ,3000 941 17137 371 816 17 1 8055 619 69 603 810 950 1 9334 784 830 20149 224 46 377 669 606 729 946 21023 416 44 47 2 2244 463 672 2 3146 642 762 675 2 4130 419 602 73 69 618 709(4C0 1 642 2 5 032 106 618 761 20139 278 322 400 629 726 65 807 2 7019 164 3 3 618 939 2 8 11 119 371 730 45 61 78 849 56 979 2 9061 230 411 616 703 78 301V7 77 416 658 92 930 46 31214 309 34 560 941 32138 8 3 010 638 716 40 66 3 40i3 98 258 624 654 3 5 091 249(400) 62 643 38534 194 220 368 434 613 86 614 8 7 056 118(600) S5l 406 43 1400) 82 808 3 8204» 9071 630 897 931 4 0358 429 46 631 793 689 41062 331 488 668 90 633 4 2341 817 25 44 83 4 3294 301 954 4 4533 636 762 876 99 4 3 076 94 131 74 708 815 43 4 3022 62 356 99 996(400) 4 7069 190 333 87 48054 462 668 78 042 76 4 9013 253 409 691 628 852 63 79 979 93 6 0482 714 20 77 61389 771 5 2 008 370 636 76 901 76 6 3046 278 663 741 78 833 3 400? 617 764 813(400, 5 3 626 33 5 6303 21 485 843 903 5 7301 619 794 929 55 4 450 612 59 9-1, 63(400, 59014 Bo 401 746 982 60)07 211 400 66 692 699( 400) 761 S!2 61056 193 <400, 766 953 6 2 643 49 949 80 69832 824(IQ 000) 919 (400) 26 64221 310 544 761 845 6 5 038 73 197 357 61 677 744 877 6 6212 80 494 636 693 714 824 35 6 7166 346 77 636 67 774 970 6 8 033 170 73 346(60 ODO) 875 69069 82 143 232 827 34 56 70-90 344 431 69 641 71073 379 617 91 829 72237 341 67 637 695 810 18 9)0 75 7 S661 766 7 4010 129 322 414 20 (4001,64 630 7 5 466(600) 627 99 661 748 892 951 7 6 017 288 4-5 723 819 49 67 7 7 025 244 441 607 700 830 907(400) 73537 614 783 7 0161 76 84 218 517 624 791 910 74 91 8O097 167 250 694 932 66 21006 409 687 704 813 978 8206« 478 600 818 62 9-1 C3367 480 732 77 890 6 4020 103 284 99 453 676 818 8 F030 211 404 633(400) 806 60 74 66113 333 404 691 902 08 73 8 7 666 655 739 5 5002 178 448 664 8 0144 81 674 890 945 0 0 050 3 33 463 966 01171(400) 88 387 641 98 803 903 22 b 2 1 99 404 630 6.-6 932 1 100)»30,4 383 728 907 9 40 0 182(400) 3 2 34 83 S34» 5210 47 91 682 95 862«52 8 418 615 40 893 9 7111 465 647 61 685 783 801 95161 261 74 828 930 9 9060 257 69 317 89 420 640 691 739 121)733 342 64 106 760 945 IHI056 94 226 856 102004 (40U) 46 ZoB 379 6-9 1 0 3062 199 406 630 104176 77 325 78 82 548 920 32 61 IO6008 75 265 493 977 1 05180 591 637 10 7007 304 456 666 772 823 943 10 5257373967 IG9S36 63 676 818 995 99 110313 29 72 507 96(500) 664 748 906 111275 317 484 678 746 812 21 937 112010 139 614 789 929 33 99 113426 662 745(400) 850 114047 57 133 649 846 68 115023 68 270 412 76 605 22 67 700 875 991 115150 234 447 643 689 818 117001 38 116 216 60 430 44 96 673 812 908 88 113364 464 90 761 815 80 1190)8 39 56 257 433 601 66 12 0229 683 743 872 930 1 21043 390 738 1 2 2034 292 12 3014 147 245 344 83 415 62 600 749 69 869(600) 903 124173 209 84 404 48 676 702 808 23 1 2 5 080 362 625(400) 710 27 1 2 6602 834 1 27162 224 45 487 694 824 61 12 8380 643 85, 128194 497 613 62 815 129038 52 113 46 683 720 1 3 2493 646«65 76 827 138 159 603 66 9=3 134402 15 19 630 769 311 135132 967 94 1 3 0463 778 1 3 7368 416 49 666 616 766 13 3204 663 129386 478 779 143020 84 60 136 318 93 733(1000) 66 1 41199 816 142646 959 96 1 43039 72 346 600(1000) 76 982 1 4 4 232 495 1 4 6 064 322 49 666 95 667 740 80 829 33 71 911 148171 232 48 337 67 604 744 1 4 7 318 648 846 1 43243 349 763 828 149587 737 800 97 15 0203 776 1 51045 628 93(1000) 814(400) 162103 647 15336= 79 655 888 154126 344 654 920 155868 82 156247 66 73(400) 677 1 5 7 011 138 46 210 37 47 83 423 649 84 944 150106 246 352 527 713 55 69 983 1 3 9376 436 63 681 88 633 800 19 93 16 O041 183 244(400) 348 679 940 1 61006 85 164 368 78 573 653 870 1 6 2497 620 649 614 1B3276 654(400) 870 194316 616 1 6 5 040 266 473 649 621 817 1 6 6 202 66 623 687 813 46 74 927 79 1 8 7 022 144 311 679 737 88 818 904 1 66003 348 420 643 753 90 963 1 6 9 203 33 17 0022 188 416 30 40(400) 679 1 71393 761 77 1 7 2 011 128 404 11 89 831 939 1 73148 73 271 385 607(400) 17 4002 139 279 463 630 907 9 1 7 5 215(400) 606 94 869(400) 901 17 17 0 066 877 95 926 1 77109 201 479 711>5001 24 904 1 7 8037 (400) 278 301 19 67 60 633 38 73 81 95 833 901 17 9375 607 25 640 1400) 773 953 66 98 18 0495 602 62 959 1 61120 30 443 898 909 1 8 2074 602 726 893 1 33190 474 665 97 725 92 839 61 13 4 025 99 110 233 681 703(400) 807 1 3 5 014 295 697 706 1 86 1 9(400, 310 683(400) 641 905 84 93 1 8 7 226 627 750 993 1 8 9029 32 503 962 190090 265 92 93 472 812 191054> 400) 61 813(400) 19 2463 612 819 924 49 1 93103 428 32(400) 610 617 711 67 956 1 04124 795 972 1 9 5 047 84 235 633 37 839 1 36122 82 207 686 614 75 1 9 3 264 316 666 82 761 915 1 9 9 077 271 468 937 2 0 0945 2 01427 630 789 840 942 2 0 2017 435 604 87 706 49 2 0 3129 30 77 90(500) 299 407 47 70 636 2 0 4324 400 746 974 79 2 0 5139 786 890 975 2 9 8001 34 104 474 765 836 93 962 89 2 0 7 014 326 662 74 736 94 883 2 0 8117 532 64(600) 645 2031113 92 174 269 687 21 0164 307 632 915 60 211009 269 490(500) 621 49 748 212055 69 463 74 99 613 213027 440 929 92 214201 10 341 47 747 2 1 5103 228 381 472 99 600 635 767( 4001 919 21 6077 201 7 358 456 606 684 817 923 63 2) 7130(400) 60 327 441 611 641 86 751 842 961 2 1 3212 558 769 831 21 9016 61 209> 400) 768 72 73 831 22O006 296 343 430 603 75 639 63 886(600) 221099 687 2 2 2461 625 829 9 U 223242 537 42 604 96(600) 833(400) 62 921 2 2 4020 115 265 423 906 3 2 5348 446 60t 798 812 972 93 2 2 6015 47 421 619 92 959 2 2 7210 81 303 410 31 667 806 2 2 8145 311 429(400) 959 7. Nreu�n ly-AndSentsche (333. Konigl. Urenß.) f.lrtlfcwlottctlc A. Klaffe 1. Ziehimgslag 7 April 1910 Nachmittag Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich Hobe hiciuinne gefalle»,»nd zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in de» beide» Ableitungen I n. II. lÖAltfl 843 903 95 10 5377 695 1 0 6040 292 941 (600) 90 600 16 32 66(600) 648 765 821 57(600) 108199 719 866 961 108047 64 506 653 705 43 Nur die Gewinne über 192 M. sind in Klammern beigefügt. jQhne Gewähr A. St.-A. f. Z.)(Nachdruck verbaten) 869 64 1160 269 40 83 369 78 95 2 022 146 229 70 417 832 2370 429 45(400) 764(1000) 4217 72 414 677 722 28 654 68 5184 244 365 633 66 97 919 6216(400) 44 886 983 7032 131 98 260 79 369 97 602 8038 176 426 629 987 0194 802 16 80 600 730 887 1O0Ö5 164 571 805 976 11947 1 2204 364 424 617 48 89 767 903 1 3002 232 322 86 600 1 4137 43 60 69 1 5416(400) 641 828 35 931 15107 355 672(400) 721 872 1 7162 420 613 803 1 8064 648(400) 51 10081 582(600) 613 20«lO 267 454 2 2 566 639 962(1000) 2 3011 79 178 409 32 80 24329 2 5 029 277 776(1000) 988 2 8 097 663 733 938 27198 3-,7 422 630 677 747 837 41 43 2 8365 423 41 629 48 749 806 2 91=4 687 39101 204 95 676 662 798 864 31118(400) 32 99 222 397 441 904 1400)»2068 402 600 773 888 3 3 642 80 611 779 837 928 3 41)8 20 243 91 349(600) 463 724 817 44 944 63 68 35 074 266 376 643 717 42 884 3 8197(400) 600 747 806 81 »7247 340 686 647 949 84 87 8 8 025 223 603 764 69 937 3 9088 118 214 314 83 509 27 860 959 40104 330 62 440 774 819 832 41630 68 701 4 2247 43225 60 378 443 621 30 54 903 46 99 44014 87 331 421 (400) 826 97 984 4 5164 221 24 812 4 8166 262 344 471 693 47077 266 43094 156 660 918 4 0571 5 0633 47 57 70 612 61034 45 97 203 619 21(400) 69 52167 79 254 411 625 671 86 770 85 974 5 3203 447 5 4 036 342 439 666 5 5019 71 88 237 82 684 793 897 818 5 8049 498 764 801(3000) 976 5 7002 27 71 89 166 239 373 675 809 6 8119 402 630 96 823 6 9117 43 231 316 23 71 633 908 6 O021 237 786 879 61192(400) 243 378 85 674 603 29 994 6 2097 412 670 776 6 3728 6 4226 692 813 991 65882 766 79 901 20 6 0144 221 33 91 958(400) 76 63 6 7137 49 252 397 401 578 663 737(400) 900 28 40 6 8606 737 868 6 8061 136 379 675 7 0 208 79 329 632 36 742 77 885 932 71423 61 675 762 808 994 7 2198 442 63 722 882 7 3)37 268 96 366«20 765 74180 207 396 729 88 937 7 6264 87 487(400) 616 17 63 769 91 820 998 7 0469 693 735 7 7 049 146 649 94(50001 749 820(400) 78142 87 310 13 42(400) 486 93 624 971 7 9489 660 772 915 8 0 006 103 67 202 363 680 82 922 81694 721 36 843 73 82233 77 738 83M 6 643 99<14 016 43 98 168 70 698 789 8 5 067 267 0 0=80 82 84 646 739 916 8/ 262 64- 735 892 8 8 491 667 611 17 762 5 0066 196 380 472 669 824 61 8 8014 45 175 202 637 824 933( 400) 38 42 91009 153 267 369 493 628 930 6 2117 282 360(1000) 760 885 9 3 212 669 9 4202 14 69 97 39« 412 643 719 60 800 9 5 018 68 276 350 443 618 708 847 G 6377 642 768 866 79 9 7 200 448 76 687 666 731 886 940 91 9 8313 495 8 8002 71 691 92 602 968 10 8062 113 99 260 73 939 1 01129 05 245 332 87 835 903 IO202Ü 788 881 944 72 SO 3147 49 757 91 841 64 66 965 1103« 78 560 694 838 111011 106 430 532 86 72p 112717 29 949 113166 444 554 604 916 65 76 114120 60 Zfl 79 493 742 115160 366 691 92(400) 707 817 116303 562 57 648 117737 936 110119 73 634 714 861 118668 973 120133 324 70 612 766(400) 89 871 952 93 1 2(3194 665 746 61 817 901(3080) 76 86 1 2 3035 100 549 59' 757 874 123096 140 437 906 27 1 2 4 036 309 477 656(400) 7ß7 865 93 12 5 037 177 322 684 824 93 971 12 6038 65 258 47)2 616 817 127163 366 908 1 2 8037 68 379 444(1000) 695(fo 910 13 12 3 040 59 76 228 65 93 375 647 640 926 13 0046 167 236 72 441 73 663 990 1 3123S!p3 429 44 769 1 3 2 025 146 88 456 97 955 1 3 8301 22 417 660(93 733 72 1 3 4 075 145 214 46 88( 400) 96 313 728 63 86 1 35051 341 79 992 1 26180 285 488 1 3 7 201 600 903 71 13 6006 t 618 971 13 9302 421 673 622 43 739 UO018(SSO) 202 766 841 141041 309 94 442 599 655 774(600) 14 9634 68 669 7C-3 810 932 73 143346«6 88 761 90 988 1 44130 900 1 4 5 006 279 99 636 74 821 148127 292 315 94 665 72 986 1 4 7 352 691 669 66 733 868 148075 129 297 861 149114 374 400 650 83 712 960 15 0021 236 61 79 725 91(400) 866 1 51114«000) 399 637 709 813 1 5 2033 96(1000) 404 678(400) 726 992 1 5 3594 648 81 882 987 1 6 4 281 326 80 616 830 900 18 36 1 5 5 068 302 26 36 934 1 56183 1 5 7 402 832 1 5 6264 473 742 848 15 9 036 79 117 209 61 608 19 916 16 0047 93 267 68 68 511 768 941 161004 173-464(400) 698 99 664 862 957 1 8 2030 243 618 788 861 16 3301 7(4 90 600 A 26 475( 500) 642 633(400) 36 760 833 166141 616 6� 64 774 79 184038 85 318 451 611 942 47 1 65107 267 331 755 87 167148 360 647 61 720 850 166013 138 370 98 414>tl 674 711 169014 630 97 717 17 0 013 148 360 74 792 876 I7I234 323 68 6» 84 623 17 2 807 92 934 1 7 3 015 226 81 401 661 724 72 1 7 4079 223 436 929 1 7 5 080 182 242 1 7 0 014 108 207 661 729 815 23 177180 272 368 407 1 7�)02 617 768 681 13 0 088 369 620(15 0 3 0) 41 181167 613 1 812014 64 181 730 1 83167 328 62 499 767 893 921|R42tß 395 470 671 628 35 741 86 95 605 70 105260 787 1 86320 936 59 18 7 016 163 341 655 66 973 186239(400) 45 62 346 843 73 169026 531 831 91 190284 332 644 748 974 161400 604 729 849 1 921230 433 697 848 908 1(5 3 214 472 79 779 843 1 9 4630 123 43 240 350(4001 90(3000) 682 841 19 5 233 4 2 367 664 69, 741 084 103087(1000) 387 431 690 620 860 1 9 7 291 356 631 537 804 803 I9JU32 780 894 1 9 3164 303 69 86 418 617 866 81! 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Bei den Kriegszieldebatten am Mittwoch und Donnerstag bildete die ganze bürgerliche Welt von Payer bis Westarp eine ge- schlossene Phalanx hinter dem Reichskanzler und seinen Land- und Macht-Erweiterungsplänen. Heute beim Militär- etat bot sich wieder dasselbe Bild. Die bürger- lichcn Parteien verzichteten auf Verabredung aufs Wort und überließen es den beiden sozialdemokratischen Fraktionen. die vielgestaltigen Wünsche und Beschwerden aus dem Felde und den Garnisonen durch ihre Redner, die Genossen David söhn und Dr. Cohn, von der Tribüne des Parlaments vortragen zu lassen. Für die kommenden Stcuerdebatteu ist eine ähnliche Verständigung über gemeinsames Vorgehen aller bürgerlichen Parteien in Vor- bereitung. Diese Scheidung der Geister wirkt klärend und zerstört mancherlei Illusionen, die sich nicht nur bei �politischen Kindsköpfen" festgesetzt hatten. Die weitgehende Solidarität im bürgerlichen Lager tritt in den Reichstagssitzungen auch in der zur täglichen Praxis gewordenen Erdrosselung der parlamentarischen Redefreiheit klar her- vor. So auch heute wieder. Nach den beiden sozial- demokratischen Rednern ließ man den stellvertretenden Kriegsminister. Herrn v. Wandel, sein Ressort verteidigen und setzte dann die Guillotine in Bewegung, die den noch gc- meldeten Genossen Stücklcn, Kunert und Liebknecht das Wort abschnitt. Alle drei Genossen protestierten in Aeußerungen zur Geschäftsordnung gegen diese Vergewalti- gung, die aber später gegenüber dem Genossen Liebknecht noch einmal wiederholt wurde, als er bei einem Einzeltitel ver- suchte, eine Kritik unzulässiger Beeinflussung von Kriegs- gefangenen vorzubringen. Auch in der Art, wie die von den beiden sozialdemokratischen Fraktionen gestellten Anträge zum Militäretat von den bürgerlichen Parteien ohne nähere Prüfung— ebenso wie vorher schon in der Budget- kommission— einfach niedergestimmt wurden, zeigt sich deutlich das Bestreben, der Sozialdemokratie ein geschlossenes Bürger- tum gegenüberzustellen. Von den vier Anträgen der sozial- demokratischen Fraktion erhielt nur derjenige eine knappe Mehrheit, der für die Arbeiter in den Reichsbetrieben eine Lohnerhöhung entsprechend der gegenwärtigen Teuerung fordert und von den sechs Anträgen der sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft ebenfalls nur der eine, der eine be- schleunigte Entlassung kranker und d i e nstuntaug- licher Mannschaften verlangt: wegen dieses letzteren Antrages mutzte das„Hohe Haus" noch erst einen„Hammel- sprung" machen, der 142 Ja und 110 Nein ergab. Beide sozialdemokratischen Fraktionen stimmten gegenseitig für ihre Anträge, die sich ergänzten. Einige Angehörige der alten Fraktion konnten es allerdings nicht über sich gewinnen, für einzelne der Anträge der neuen Fraktion zu stimmen. Im weiteren Verlauf der heutigen Sitzung gelang eS Genossen Liebknecht, beim Marineetat das Wort zu bekommen. Er hatte dabei aber einen fortgesetzten Kampf um die Redefreiheit mit dem nationalliberalen Vizepräsidenten P a a s ch c zu bestehen und schließlich wurde ihm durch Be- schluß der Mehrheit des Hauses das Wort entzogen; leider stimmten für diese Mundtotmachung auch einzelne Angehörige der alten sozialdemokratischen Fraktion. Für unsere Genossen im Lande draußen wirkte auch dieser Tag nur weiter klärend. Die Geister scheiden sich und jeder sehe beizeiten, wo er zu stehen hat._ Abgelehnte Resolutionen zum MilitSretat. In der gestrigen ReichStagSfitzung wurden folgende Resolutionen der sozialdemokratischen ReichstagSfraktion ab- gelehnt: Der Reichstag wolle beschließen, den Herr» Reichskanzler zu ersuchen: schleunigst m Erwägungen darüber einzutreten, wie die Ler- pflegungsverbältnisse der Truppen gleichmäßig gut gestaltet werden können. An Stelle des Brotgeldes soll den Mannschaften grundsätzlich die in der Verpflegungsvorschrift festgesetzte Brot- ration geliefert werden. � dem Reichstag spätestens bis zu seiner nächsten Tagung den Eni- wurf eines Gesetzes, betreffend Abänderung des Beschwerderechts der Soldaten, vorzulegen. Der Entwurf soll insbesondere folgende Punkte berücksichtigen: 1. Wegfall des Begriffs der leichtfertigen Beschwerde; 2. Slrafvollzug nicht vor Erledigung der Beschwerde. III. die Löhnung der Gefreiten und Gemeinen bei den immobilen formalionen zu erhöhen und schleunigst eine Abänderung der riegsbesoldungsordnung— Teil I J(Mannschaften)— dahingehend herbeizuführen, daß die Löhnung der unter den Ziffern 60, 61 und 61 aufgeführten Kategorien um SO Proz. erhöht wird. Weiter wurden abgelehnt folgende Resolutionen der So- zialdem akratischen Arbeitsgemeinschaft: Der Reichstag wolle beschließen: den Herrn Reichskanzler zu ersuchen: L dem Reichstage sogleich eine mit statisttschem Material belegte Deiilschrift über die Täligken vorzulegen, die die Militärgerichte während des Krieges bei der Bersolgung der nachstehend ausgeführten Verbrechen und Vergehen entfaltet haben: 1. Slratdare Handlungen gegen die Pflichten militärischer Unter« ordnnng, 2. Plünderung. 8. Verbrechen gegen die Sittlichkeit. 4. Mißhandlung und vorschriftswidrige Behandlung von Unter- gebenen. II. mit größter Beschleunigung noch während des Krieges eine Aende- rung der Kriegsbesoldungsordnung nach der Richtung herbeizn- führen, daß 1. die KriegSbesoldungen der Offiziere und der höheren Beamten der Militärverwaltung durchweg mindestens um 36 Proz. herabgesetzt werden, 8. die Bezüge der unverheirateten Offiziere und Beamten gegen- über denen der verheirateten Offiziere und Beamten mindestens um 40 Proz. vermindert werden. m. sogleich die Möglichkeit der Entlassung derjenigen Unteroffiziere und Mannschaften herbeizuführen, deren Söhne noch im Heeresdienst stehen oder gefallen oder in einer die Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigenden Art verwundet find. Die Entlassung erfolgt nur auf Antrag. V. dem Reichstag noch während des Krieges einen Gesetzentwurf zur Aufhebung des§11 der Militärstrafgerichlsordnung vom I.Dezember 1898 vorzulegen. YL sogleich die Aufhebung der Ziffer 8 der veschwerdebestimmungen vom 14. Juni 1894 herbeizuführen. Krieg und Wahlrecht. Unter Berufung auf eine vormärzliche Aeußerung Bis- inarcks im seligen preußischen„Vereinigten Landtage"(1847) polemisiert die„K r e ti z z e i t u n g" gegen die auch von Scheidemann im Reichstag ausgesprochene Erwartung des deutschen Volkes auf Beseitigung des Wahlunrechts in ver- schiedenen Bundesstaaten. Sie schreibt: ..Gleiches Wahlrecht würde aber gegenüber dem jetzigen Wahl- recht, das grundlätzlich nach den Leistungen für den Staat abgestuft ist und deshalb entsprechend dem Grundsatze suum cuiquc(Jedem das Seine) wahre Gleichberechtigung enthält, eine Be- vorrechtung der weniger Leistenden bringen... Befreit man sich aber einmal von dieser im Staatsleben gänzlich unzulässigen individnalistischen Auffassung, so sehen wir keinen Grund, weshalb, weirn die Anhänger des gleichen Wahlrechts für Preußen die Erfüllung ihrer politischen Wünsche als Lohn für ihren Patriotismus fordern, nicht auch Leute, die andere politische Auffassungen ver- treten, z. B. das RcichStagswahlrecht für verbessc- rnngsfähig halten, den gleichen Anspruch erheben sollten. Auch sie haben ja Leben und Gesundheit fürs Vaterland aufs Spiel gesetzt." Diese Aeußerung des konservativen Blattes reiht sich würdig dem Ausspruch Heydebrands vom„ideale n" preußischen Wahlrecht an. Die ,. Kreuzzeitung" versteht unter dein Grundsatz„Jedem das Seine" die Aufrechterhaltung sozialer und politischer Unterschiede. Ja, sie verlangt sogar die Herbeiführung solcher Unterschiede, wo sie, wie beim Wahlrecht im Reiche, noch nicht bestehen. Ja, sie versteigt sich sogar z» der Behauptung, daß die aus ihren Kreisen stammenden Militärpflichtigen aus der Hergabe von Leben und Gesundheit den Anspruch auf Beseitigung des Reichs- tagswahlrechts herleiten könnten I Wie man aus der Er- füllung gleicher Pflichten die Forderung ungleicher Rechte folgern kann, ist allerdings eine Logik, die allein dem koniervativen Verstand begreiflich sein wird. Aus der Schutzhast entlassen. Wie wir hören, ist Genosse Julian BorchardI miS der Schutzhaft entlassen worden. Dienstag abend wurde Genosse K a st e r- Düsseldorf auS dem Gefängnis entlassen. Der Haftbefehl war bereits am 2. Februar vom Untersuchungsrichter aufgehoben worden. Genosse K. wurde aber noch nach seiner Freisprechung in„Schutzhaft" behalten. Am Dienstag erfolgte nun ganz unerwartet sein« Haftentlassung,(z) Die Sommerzeit. Amtlich. Durch eine gcstcrn beschlossene Verordnung des Bundesrates ist die Frühcrlcgung der Tages- zeit in den fünf Sommermonaten Mai bis einschließlich September 1916 um eine Stunde— also die Einführung der sogenannten deutschen Sommerzeit— verfügt tvordcn. Der 1. Mai beginnt am 30. April 11 Uhr nachmittags; zu diesem Zeitpunkt werden alle Uhren im Reiche ans Mitternacht vorgestellt. Der M.September endet eine Stunde nach Mitter- nacht; zu diesem Zeitpunkt werden sämtliche Uhren ans Mitternacht zurückgestellt. Mit dem Beginne des 1. Oktober ist also die gegenwärtige Zeitrechnung wieder hergestellt. Der— oft erörterte— Zweck der Maßnahme ist die bessere Ausnutzung des Tageslichts und die gerade im Kriege erwünschte Ersparnis an Rohstoffen und Er- Zeugnissen für Beleuchtungszwecke. Da sich die geschäftlichen sowohl wie die privaten Lebensgewohnheiten der Bevölkerung nicht nach dem wechselnden Eintritt des Sonnenauf- und Untergangs richten, sondern ganz über- wiegend an feste Tagesstunden gebunden sind, läßt sich jenes Ersparungsziel nur durch die Umstellung der Uhr in der voll- kommensten und allgemein wirksamsten Weise erreichen. Ins- besondere wird sich der städtische Verkehr weniger lange in den dunklen Abendstunden abspielen. Die Schwierigkeiten, die sich aus der Zeitverschiebung für das internationale Ver- kehrswesen ergeben, haben— zumal während des Krieges— keine entscheidende Bedeutung; vielleicht darf man auch hoffen, daß verbündete und neutrale Staaten sich zu gleichem Vorgehen entschließen.' Vertagung des sächsischen Landtags. Beide Kammern hielten am Freitag die letzte Vollsitzung ab. Unter anderem war die Abstimmung über den Gesamtetat vorzu- nehmen, was durch Genehmigung der sogenannten ständischen Schrift geschieht. Die sozialdemokratische Fraktion stimmte wie bisher gegen de» Etat. Im übrigen wurden noch eine Anzahl weniger bedeutsame Angelegenheiten >erledigt.— Im Herbst wird der Landtag zu einer längeren Session berufen. Dann dürften auch die nicht erledigten sozial- demokratischen Anträge, so der Wahlrechtsantrag und der Antrag auf Gewährung des Koalitionsrechts der Staatsarbeiter zur Verhandlung kommen. Aussicht aus Annahm« haben sie beide nicht; wie ja auch der Antrag, den Be- lagerungszustand aufzuheben, abgelehnt wurde. Die„Deutsche Fraktion". In einer Zuschrift von„parlamentarischer Seite", d. h. von Herrn v. Zedlitz, rückt die„Post" von den Ausführungen des Abgeordneten Werner(Gießen) ad, der im Reichstage für die „Deutlche Fraktion" sprach:„Es wird damit klargestellt, daß die antisemitischen Aeußerungen des genannten Redners nicht den anderen Gruppen, welche sich zu der Deutschen Fraktion vereinigt haben, aufs Konto geschrieben werden dürfen, insbesondere nicht der Reichs- Partei. Die Deutsche Fraktion ist eben eine reine Arbeitsgemein- schaft. Sie ist begründet worden, um den kleinen Gruppen, welche bisher von den wichtigsten KommissionZarbeiten deS Reichstages tatsächlich ausgeschlossen waren, die Mitarbeit zu er- möglichen. Im übrigen aber haben sich diese Gruppen ihre volle Selbständigkeit und Eigenart bewahrt. DaS wird man sich stets gegenwärtig halten müssen, wenn man die Reden der Mitglieder der j Deutschen Fraktion in den Vollsitzungen des Reichstages richtig be« werten will." Berkauf und Einfuhr von Kaffee und Tee. Die bereits angekündigten Verordnungen des Bundesrats übet! den Verbrauch von Kaffee und Tee werden im„Reichsanzeiger" ver- öffentlicht. Sic cntbnlien ein Verbot des Verkaufs von Roh- kaffce. Jeder Besitzer von Rohkaffee in Mengen von über 16 Kilo hat seinen Bestand anzumelden. Von dem gegenwärtig vorhandenen gebrannten Kaffee ist in den Verordnungen keine Rede, sein Verkauf ist also unbeschränkt. Neu geröstet werden darf .Kaffee jedoch nur mit Zustimmung des neugcbildeten Kriegs- ausschusseS. Die Verordnung für Tee hat fast denselben Wortlaut. Hier sind die Mengen über 5 Kilo anzuzeigen. Außerdem soll vor- läufig Tee an die Verbraucher überhaupt nicht verabfolgt werden. Nach zwei weiteren Verordnungen wird die Einfuhr von Kaffee und Tee vom Reiche monopolisiert. Die fünfte Verordnung beschäftigt sich mit der Zichorie; sie darf nicht verfüttert werden, muß angemeldet werden usw. Eine Prcisbeschränkung etwa für den Verkauf von gebranntem Kbffec an die Verbraucher enthält die Verordnung leider nicht. Teure„Regierungs"-Schwei»»e! Eine beinahe unglaubliche Mitteilung über Schwicrigleiten bei der Lieferung der im Austrage von Gemeinden mit„Regierungs- futter" gemästeten Schweine machte nach einem Bericht der amtlichen „Neuen Oberhausener Zeitung" der Vorsitzende der Oberhausener Stadtverordnetenversammlung am 36. März:„Die Preise, zu denen die Schweine von den provinzialen Mastorganisationen an die Stadt verkauft werden müßten, seien nach dem Inhalt des Lieferungs- Vertrages vom 4. November 1915 zu verrechnen. Nun habe sich der Staat mit Rücksicht auf die anderweitige Festsetzung der Schweine« Höchstpreise und in der Befürchtung, daß die Mäster sich nunmehr den für sie ungünstigen Vertragsverpflichtungen der Lieferung von Schweinen entziehen würden, wenn sie nicht den neuen VerordnungS« flitzen angepaßte Zahlungen erhalten(!), bereit erklärt, aus Staats- Mitteln zum Ausgleich des Preisunterschiedes beizutragen. Danach solle eine Zuzahlung von 16 Mark für jedes Schwein an den Master erfolgen. Das Landesamt für Futtermittel, das den LieferungSvcrtrag für den Staat abgeschlossen hat und die Land« wirtschaftskammcr für die Rheinprovinz seien nun an die Stadt mit dem Ersuchen herangetreten, den weiteren durch die staatliche Beihilfe noch nicht gedeckten Preisunterschied aus kommunalen Mitteln auszugleichen. Angesichts der großen Bedeutung, die diese Frage gehabt habe, habe die Stadtverwallung den genannten Stellen mit- geteilt, daß sie erst in der nächsten Sitzung des Ausschusses der Städtevereimgung in der Lage sei, hierzu Stellung zu nehmen. Auf dieses Schreiben ist mm vom Landesamt für Futtermittel die Ant- wort ergangen, daß es auf eine Hinausschiebung der Entscheidung, ob die Schweine zu dem in dein genannten Rundschreiben ange« gebenen Preise angenommen werden, nicht eingehen könne, da die Schweine im Ablehnungsfalle sofort anderweit verteilt werden müßten. Die Stadtverwaltung werde Veran- lassung nehmen, sich über dieses Vorgehen an zuständiger Stelle zu beschweren."— DaS schon bei der Milch beobachtete Bestreben der Interessenten, sich der im übrigen bürgerlichen Leben selbstverständ« lichen Erfüllung von Vertragspflichtungen zu entziehen, scheint dem« nach bei der Schweinemast ebenfalls angewendet zu werden. Fast noch schlimmer ist freilich die Nachgiebigkeit der Staatsbehörden, die den Streik der Züchter, noch ehe er ausgebrochen ist, durch Extrabclohnung statt durch ZwangSmatzregeln hintanhalten wollen. Am schlimmsten jedoch ist das Verlangen an die Kommune, diesen Rückzug vor den Interessenten mitzumachen oder Flcisckmangel zu leiden. Eine RegicrungSaufkläruiig erscheint uns jedenfalls dringend erwünscht._ Schlachtverdot für Lämmer. Auf Grund des§ 4 der Bekanntmachung des Stellvertreters des Reichskanzlers über ein Schlachtverbot für trächtige Kuhe und Sauen vom 26. August 1915 ist vom preußischen Landwirtschaft«» minister unterm 27. März 1916 bestimmt worden: § 1. Das Schlachten der in diesem Jahre geborenen Schaf» lämmer wird bis zum 15. Mai d. I. verboten. § 2. DaS Verbot findet keine Anwendung auf Schlachtung«», die erfolgen, weil zu besürchten ist, daß das Tier an einer Er» krankung verenden werde, oder weil es infolge eines Unglücks« falleS sofort getötet werden muß. Solche Schlachtungen find innerhalb 48 Stunden nach der Schlachtung der für den Schlach« tungSort zuständigen Ortspolizeibehörde anzuzeigen. Das Verbot findet ferner keine Anwendung auf die aus de« Auslände eingeführten Schaflämmer. § 3. Zuwiderhandlungen gegen diese Anordnung werde» gemäß§ 5 der eiugangSerwähnten Bekannntmachung mit Geld« strafe bis zu 1566 M. oder mit Gefängnis bi? zu drei Monate« bestraft. § 4. Die Anordnung tritt mit dem Tage ihrer Verkündung (1. April 1916) in Kraft. Durch diese Anordnung ist der mancherorts beliebte Ost er« lammbraten untersagt. Die Maßregel richtet sich aber nicht so sehr gegen diese Verbrauchssitte, sie ist vielmehr im Interesse der Volksernährung erlassen, die die Sauglämmer dem Fleisch« verbrauch erhalten will. Daher die zeitliche Begrenzung deS Verbots bis zum IS. Mai, da nach diesem Termin die Schafzüchter die jungen Schafe nicht verkaufen, sondern heranwachsen lassen. Welche Fleischsummen durch dieses Verbot erhalten werden, erhellt aus einer eürfachen Berech- nung, da durchschnittlich 26 666 Sauglämmer um Ostern geschlachtet wurden, und diese ausgewachsen pro Stück wenigstens 25 Pfund Fleisch mehr haben als jetzt, so find damit rund 600 000 Pfund Fleisch der allgemeinen Ernährung erhalten geblieben. Da nun diese« Fleisch bei den Schafen durch Weidegang und sehr genügsames Füller gewonnen wird, und gleichzeitig von diesen Schafen die Wollschur erhalten bleibt, so wird die Bedeutung deS Verbots ersichtlich. Weder Osterlamm noch«vanfcrkel! Man schreibt uns: Die Osterlamni-Schlcininerei, die in unsere ilahrungSmittelarme Zeit nicht hineinpaßt, hat der preußische Landwirlschastsminister durch Verbot der Schlachtung von den in diesem Jahre geborenen Schaflämmern bis zum 15. Mai eingeschränkt. ES wäre jedoch an« gebracht gewesen, auch gleich die Jiegenlämmer, die dem gleichen Zwecke geopfert, d. h. der Allgemeinheit entzogen werden, vor dem Opserlodc zu bewahren und die Schlachtverbotzeit gemäß der Forderung der Sachverständigen bis zum 15. Juni aus zu« dehnen. Auch für später müßte die Bestimiuuiig gelroffen werden. daß wenigstens die weiblichen Lämmchen mindestens zehn Tage bei der Mutter bleiben müssen. Dadurch wird Lammfleisch und Lammfell wertvoller und brauchbarer. Ferner wird die Milch- ergiebigkeit der Mutter sehr günsriq beeinflußt. Im Alter von vier Wochen können die kleinen Tiere dann bereits selbständig zur Zucht oder zum Berkauf genommen werden. WaS aber den Ofterlämmern recht ist, dürfte den Spanferkeln billig fein. Die aus dem Macht- bereich der Viehhandelsorganisationen und den Höchstpreis- bestimmungen leider völlig herausgelassenen Ferkel haben mittler- weile Phantasiepreise erzielt, die es gerade dem kleinen Mann unmöglich machen, in diesem Jahre sein Schwein aufzuziehen. Die Ferlelichlachtung ist nun infolge des Schweincfleischmaiigels ohnehin im Schlvunge. �leischkarten in Württemberg. Zur Regelung des Fleischverbrauchs werden durch die Kom- muiralverbände in Württemberg Fleischkarten ausgegeben. Die Höchstmenge von Fleisch, welche eine über ö Jähre alte Person verbrauchen darf, wird bis auf weiteres auf Rüg Gramm für den Monat und 16(i Gramm für den Tag(unter Ausschluß fleischloser Tage) festgesetzt; für Kinder bis 6 Jahren beträgt sie die Hälfte. In der Zeit bis zum 17. April dürfen Dauer- fleischwaren, Schinken und Dauerwurstwaren nur noch im Auf- schnitt verkauft werden. Der Fleischkonservenverkauf in dieser Zeit ist verboten. Noch kein Warenumsatzsteuer-Vorschlag. Der Zentrumsabgeordnete Müller- Fulda teilt dem„Berliner Tageblatt" mit, daß er bisher keinen Antrag gestellt habe, der eine Warenumsatzsteuer zum Gegenstand hat. Dagegen habe er einen von anderer Seite gemochte» Vorschlag der Presse übergeben lassen. damit solcher öffentlich besprochen und allenfallsige Einwendungen dagegen geltend gemacht werden können. Nach dem fraglichen Vorschlag sollten Beträge unter 20 M. (eventuell 50 M.) frei bleiben und im übrigen bis zu IVO M. mit 10 Pf. besteuert werden. Ob ein derartiger Vorschlag in der Steuer- kommission deS Reichstags eingebracht wird, sei noch zweifelhaft, zunächst sei nur ein Abänderungsantrag zum OuittungSstempelgesetz geplant, der die Entrichtung des Stempels vierteljährlich in einer Gesamtrechnung vorsieht und den gesamten Bankverkehr freiläßt. Aufstände in Brasilien. Rio de Janeiro, 6. April.(W. T. B.) Reutermeldung. Die Polizei hat eine von dem Bundcsabgeordneten Mauricie Laceida organisierte revolutionäre Bewegung unterdrückt, welche bezweckte, Polizei und Militär aufzuwiegeln, um die Regierung zu stürzen und eine parlamentarische Republik aufzurichten. Zahlreiche Berhaftungeu wurden vorgenommen. Eine Unter- silchnng ist eingeleitet._ Mus Ser Partei. Gcnoffc Eduard Bernstein legt in einer längeren Zuschrift an uns Verwahrung dagegen ein, daß Genosse H. Müller seineu Artikel„Was die Minderheit eint" als„verlogen" bezeichnet hat. Er weist den Vorwurf deS Genossen Müller mit Entschiedenheit zurück und erklärt, daß die in seineni Artikel gegebene Darstellung durchaus zutrifft.__ Berichtigung. Tie Erklärung deS Parteivorstandes zum Redaktionskonflikt in Duisburg enthält einen sinnentstellenden Schreibfehler, der bei der Uebertragung im Pressebureau entstanden ist. Der vierte Absatz mutz lauten: „Der Parteivorstand, der sich bei Gründung des Geschäfts ent- scheidendes Bestimmungsrecht(statt: Mitbestimmungsrecht) vorbehalten hat, veranlaßte daher die Kündigung der Redakteure zum 1. Juli d. IS."_ Zu dem Konflikt zwischen Parteivorstand und unserer Redaktion bemerkt daS„Berliner Tageblatt" nach Darstellnng der Sachlage: „Die Redaktion des„Vorwärts" steht also unter doppelter Zensur I" Die ,. V o s s i s ch e Zeitung" schreibt: „So steht der Kampf zwischen Parteivorstand und Zentralorgan der Sozialdemokratie. Wer die Verbältnisse kennt, dem kann kaum zweifelhaft sein, wie er enden wird." Stellungnahme zur Fraktionsspaltung. Die Lübecker Parteiorganisation beschäftigte sich am Montag in einer stark besuchten Generalversammlung außer mit dem Jahresbericht und der Abrechnung mit den letzten Vorgängen im Reichstage. Der Bericht wurde vom Parteisekretär Genossen Brom me erstattet. Die Mitgliederzabl sank um 36!). Sie beträgt am 1. April 7156, darunter 1203 Genossinnen. Der Kassen- nmsatz belief sich auf 27 527,12 M. Einnahme(einschließlich des vor- jäbrigen Bestandes) und 12 734,13 M. Ausgaben, so daß ein Kasscnbestaud von 14 792,94 M. übernommen wird, lieber die Vor- gange im Reichstage entspann sich eine lange und sehr eingehende Debatte. Es wurde allgemein bedauert, daß Genosse S ch w a r tz— der Abgeordnete des Kreises— trotz Einladung nicht erschienen war. Die Generalversammlung nahm mit allen gegen 9 Stimmen fol- gende Resolution an: „Tie Generalversammlung des Sozialdemokratischen Vereins für den Wahlkreis Lübeck mißbilligt niit aller Entschieden- heit das Vorgehen der Minderheit der Reichstagssraktion, die da- mit die Einheit und Geschlossenheit der Partei aus das schwerste gefährdet. Sie fordert, daß die Disziplin, welche die notwendige Vorbedingung aller Erfolge, in Zukunft auch bei allen sozialdemo- kratischen Abgeordneten in der gleichen Weise geübt wird, wie das für alle übrigen Parteigenossen als selbstverständlich gilt. Jede Sonderorganisation innerhalb der Partei ist mit allen Mitteln, die daS Organisationsstatut vorsieht, zu bekämpfen." Aus der italienischen Partei. Wie die schweizerische Parteipresse berichtet, macht sich in der italienischen Partei ein Massenzustrom neuer Elemente bemerkbar. Nicht nur Arbeiter, die bisher der Partei gleichgültig gegemiberstaiideii, auch kleinbürgerliche Elemente, die durch den Krieg und seine sozialen Folgen bitter enttäuscht worden sind. richten ihre Blicke auf die sozialistische Partei, die von Anfang an gegen den Eintritt Italiens in den Krieg gewirkt hat. Besorgt uni die Aufrecbterhaltung ihrer sozialistischen Taktik uird ihres proletarischen Klassencharakters ergreist die Parteileitung nun Maßnahmen, um nach Möglichkeit eine scharfe Kontrolle über die neu hinzuströmende» Elemente auszuüben. Die Geschichte der italienischen Partei kennt Fälle, wo der plötzlich« Zustrom von „Mitläufern" die Taktik der Partei verhängnisvoll beeinflußt und innere Wirren vorbereitet hat. Diese Gefahr gilt eS nun nicht bloß mit„Kontroll" maßnahmen, sondern vor allem durch eine Ein- Wirkung auf die neu hinzukommenden Elemente zu begegnen, die, ohne der Rückständigkeit dieser Elemente Konzessionen zu mache», sie durch Erziehung im Geiste des Sozialismus zu tüchtigen Sol- datcn der proletarischen Armee macheu soll. „Arbeiter Jugend". Tic soeben erschienene Rr. 8 des achten Jahrgangs hat u. a. folgenden Inhalt: Hie Rhodus!— Pelz und Geographie.— Eine Winterwanderung. Bon C. A. Seidel.— Die Radierung. Von Elfriede Schäfer.(Mit Abbildungen.)— Weiterleben. Gedicht von Klara Müller-Jahnkc.— Cäsar FlaischlenS Krieg Hg edichte Von Conrad Haenifch.— Shakespeares geschichtliche Bedeutung. Von Franz Diederich.(Schluß.)— Aus der Jugendbewegung. Mus?nöustne unö Handel. Die vierte Kriegsanleihe. Die Gesamtsumme der Zeichnungen auf die vierte Kriegs- a n l e i h e beträgt nach den endgültig vorliegenden Meldungen— ohne die Feldzeichnungen und die noch nachträglich zu erwartenden Zeichnungen aus dem überseeischen Auslande 10712 Mill. Mark. Die Zeichnungen gruppieren sich wie folgt: Zahl der Betrag in Zeichnungen Mill. Mark Die Zunahme der Zeichnungen kleiner Beträge ist darauf zurück- zuführen, daß diesmal in den Meldungen der Vermittelungsstellcn (Schulen, Vereinen, Sparkassen usw.) die Sammelzeichnungen nicht als eine Zeichnung, sondern mit der Gesamtzahl der in ihnen ent- haltenen Einzel zeichnungen aufgeführt worden sind. Kriegsgewinne. Die Reichclt-Mctallschraubcn-A.-G. in Finsterwalde verteilt für 1915 20 Proz. Dividende(610 000 M.) Die Firma hat einen Bruttogewinn von 4 046 863 M. erzielt gegen 748 854 M. in 1914 (und nur 568 823 M. in 1913). Die Abschreibungen wurden von 304 737 auf 1 095 323 M. erhöht und der Reingewinn so auf„nur" 2 931 540 M. herabgedrückl(i. V. 444 087 M.). Bon diesem Rein- gewinn sind noch 920 000 M. für Rückstellungen verwendet worden (i. V. 100 000 M.). Außerdem wurde eine besondere Kriegsgewinn- steuerrücklage von 1 513 000 M. geschaffen. Die bohen Ab- s ch r e i b u n g e n und Rückstellungen begründet die Ver- waltung wie folgt:„Die Abnutzung der Maschinen usw. ist in diesem Jabr bei den jetzt zum größten Teil verwendeten ungeübten Arbeits- kräften und der hohen Beanspruchung eine unverhältnismäßig große und wird ein Teil der Spezialmnschinen für Kriegsmaterial nach Auslieferung der Aufträge überhaupt unverwendbar sein." Die Daimler-Motoren-Gescllschaft erhöhte ihre Dividende von 16 auf 24 Proz. Der Reingewinn ist von 4.6 auf 6.6 Millionen Mark gestiegen. Zu Abschreibungen werden 2,70 Millionen Mark ver- wendet(i. V. 1,07 Mill. M.). Die Bitterfelder Louisen-Grube. Kohlenwerk und Ziegelei-A.-G. in Zscherndorf bei SanderSdorf, klagt für 1915 über Eisenbahnwagen- und Leutemangel. Sie prosttierte von dem Um- stände, daß'in ihrem Revier„Rohkohle für die für Heeres- bedarf arbeitende Industrie sehr stark gefragt" ist. sie konnte (z. T. infolge eines vorteilhaften Grundstücksverkaufs) ihren Rein- gewinn von 438 629 auf 701919 M. und die Dividende von 18 auf 22 Proz. steigern. Die Hannoversche Gummiwerke Excel fror A.-G. in Hannover-Liuden, die ihre Dividende(wie schon berichtet) von 22 auf 24 Proz. erhöhen, bemerken dazu: Infolge bedeutender rechtzeitiger Einkäufe verfügten wir zu Beginn des Jahres 1915 noch über einen großen Vorrar an Rohmaterialien zu verhältnisniäßig günstigen Einkaufspreisen; es gelang uns ferner, durch große Fort- schritte auf chemischem und technischem Gebiete in unserer Fabrikation unS den durch den Krieg bedingten Verhältnisien anzupassen und durch Lieferung zweckentsprechender Kriegsgualitäten unseren Umsatz auf ansehnlicher Höhe zu erhalten, während wir andererseits unsere ausgedehnten mechanischen Werkstätten durch Uebernahme von Aufträgen für die G e s ch o ß f a b r i k a t i o n ausnutzten; die von früher vorhandenen ansehnlichen Vorräte an fertigen und halb- fertigen Waren unseres diesigen sowie auswärtiger Läger konnten größtenteils, und zwar nutzbringend verkauft und die dank unserer jahrelang geübten Finanzpolitik in ihnen liegenden, nicht un- bedeutenden stillen Reserven als Gewinn realisiert werden. Die Langbein-Pfanhauser-Werke, A. G. in Leipzig- Sellerhausen, verdoppeln ihre Abschreibungen und erhöhen ihre Dividende von 8 auf 10 Proz. Die Hugo S ch n e i d e r- A. G- in Paunsdorf bei Leipzig erhöht ihre Dividende von 8 auf 10 Proz. Die Siegener A. G- für Eisenkon st ruktion, Brückenbau und Verzinkerei in Geisweid steigert ihre Dividende von 12 auf 18 Proz. Die Dittmann-NeuhauS u. Gabriel-Bergen- thal Akt. Ges. in Warstein verteilt 12 Proz. Dividende(i. V. 8 Proz.). Die Eontinental-Caoutschouc- und Gutta percha-Co. A.-G. in Hannover zahlt wieder 30 Proz. Dividende- Die Hacketal-Draht- und Kabelwerke erhöhen ihre Dividende von 16 auf 22 Proz. Die V i e r f e n e r A.-G. für Spinnerei und Weberei verdoppelt ibre Dividende von 5 auf 10 Proz. Sie hat ihren „Reingewinn" von 132 895 auf 248 434 M. erhöht und außerdem ein Kriegsgewinnsteuerriicklagekonto von 193 000 M. geschaffen. Bei der A» g u st Loh Söhne A.-G. für M i l i t ä r a u S- r ü st ii n g e n in Berlin macht die Dividende einen Sprung von 0 auf 40 Proz. Der Reingewinn wurde versechsfacht. Die Buderus scheu Eisenwerke in Wetzlar können noch bedeutend erhöhten Abschreibungen einen Reingewinn von 1 917 221 Mark ausweisen. Im Vorjähre war kein Reingewinn erzielt worden. Infolgedessen blieben damals Aktionäre und Vorstands- und AufsiwtSratsmitglieder dividenden- und tantiemenloS. Jetzt er« halten AufsichtSrat, Vorstand und Beamte zusammen 170 883 M. und die Aktionäre 5 Proz. Außerdem wird in einer„besonderen Rück- läge" eine halbe Million versteckt. Vierte ungarische Anleihe. Dem Vernehmen nach ist die Emission einer sechsprozentigen Rente nanleihe geplant. Essollen aber auch b'/zprozentige Staatskassen scheine mit zehnjähriger Laufzeit ausgegeben loerden. Die Subskription auf die vierte ungarische Kriegsanleihe soll in der Osterwoche beginnen.(W. T. B.) Kriegsgewinne in Dänemark. Die folgenden Angaben über dänische Kriegsgewinne veröffent- licht der Londoner„Economist": Im Jahre 1915 buchte die dänische Schiffahrtsgesellschaft„Torm", trotz verschiedener Kriegsuniälle, einen Reingewinn von 2 817 000 Kronen. Im Jabre 1914 hatte die gc- nannte Gesellschaft nicht mehr als 389 000 Kronen Reinverdienst. Selbst das beste Geschäftsjahr im Frieden brachte nicht mehr als 361 000 Kronen. Trotzdem nach Abschluß des Jahres 1915 große Summen als Reserven und Kriegsversicherungen zurückgelegt wurden, erhielten die Aktionäre der Gesellschaft 100 Proz.— Dividenden von 40. 50 und 60 Proz. sind beute bei allen dänischen Schiffahrts- gesellschasten das mindeste. Tie Dänisch-Oslasialische Handelsgesell- 'chafl halte im KriegSjahr 1915 einen Reingewinn von 28 376 153 Kr. Der Aufschwung in allen dänischen Handels- und Jndustrieunter- nehmungen ist außerordentlich. Selbst kleinere Gesellichasten, denen es vor dem Kriege so schlecht ging, daß sie nur ganz minimale oder überhaupt keine Dividenden auszuteilen vermochten, zahlen heute 20 bis 25 Proz. Mus Groß-öerlin. Die Meischversorguag von Grotz-Berli«. Der Magistrat bat in seiner gestrigen Sitzung sich mit der Frage der kommenden Fleischversorgung beschäftigt und der Stellungnahme zugestimmt, welche auf Anregung Berlins zwischen den Vertretern der Stadtgemeinde und den mit ihr zu einem FleiichversorgungS- gebiete zusammengeschlossenen Nachbargemeinden Charlottenburg, Schöneberg. Wilmersdorf, Neulölln, Lichtenberg und den Kreisen Teltow und Niederbarnim vereinbart worden ist. Nach dieser Ab« rede errichten die beteiligten Gemeinden und Kreise auf dem städtischen Vieh- und Schlatthof von Berlin eine Viehverteilungs- stelle. Abnehmerin deS von den BiehhandelSverbänden an den einzelnen Markttagen gelieferten Viehs soll zunächst der Verein der Berliner Vichkommissionäre sein, der für die Unter- bringung und Verpflegung des Viehs sorgt und mit den BiehhandelSverbänden abrechnet. Das angelieferte Vieh wird sodann durch eine Kommission von 11 Mitgliedern, in der Berlin den Vorsitz führt und durch vier Mitglieder vertreten ist. und in der je ein Vertreter der Nachbargemeinden sowie der Kreiie Sitz und Stimme hat, unter den einzelnen Gemeinden des Wirtschaftsgebietes nach Maßgabe ihrer Bevölkerungsziffer verteilt. Zu Grunde gelegt wird die Zahl der Brotkartcnempiänger zuzüglich der in den Kreisen Niederbarnim und Teltow in die Groß- Berliner Vrotlarlengemein« schaft nicht eingeschlossenen Einwohner. Die einzelnen Gemeinden werden dann die weitere Verteilung des auf sie entfallenden Viehs auf die Groß- beziehungsweise Kleinschlächter selbständig regeln. Auf Anregung von Berlin wird am Montag eine neue Besprechung der Gemeinden stattfinden, in der endgültige Beschlüsse zu erwarten sind. «« » Nach einer Pressenotiz sind für den Kleinhandel mit Rindfleisch durch die Groß-Berliner Magistrate folgende Preise pro Pfund in Aussicht genommen: Verwurstetes Rindfleisch muß zu denselben Preisen wie Wurst aus Schweinefleisch verkauft werden. Es sollen demnächst Höchst- preise für die inneren Teile, wie Herz, Lunge. Leber, bestimmt werden. Ebenso beabsichtigt man, Höchstpreise für Kalbfleisch und für Hammelfleisch einzuführen, doch müssen zu diesem Zwecke erst Stall- und Marktpreise für daS entsprechende Vieh sest- festgesetzt werden, was gleichfalls in Ansicht steht. Zu dem Fraueumord wird mitgeteilt, daß die Person der Toten auch bis jetzl noch nicht bekannt ist. Die Vcrmißtanzeigcn, die früher schon vorlagen und sich nach Entdeckung des Verbrechens noch stark vermehrt haben, werden alle im einzelnen nachgeprüft. Mehrere Personen, die sich die hierher geschafften Sachen ansahen, glauben den Mantel bei dieser oder jener Trägerin gesehen zu haben. Das ist aber schon deshalb nicht entscheidend, weil dieses Kleidungsstück zur Dutzendware gehört. Ein bestimmter Anhalt ist also noch nicht gewonnen. Eine Bekanntmachung der Kriminalpolizei mit allen Einzelheiten wird beute angeschlagen und auch aus den Bahnhöfen, in den Herbergen usw. aufgebängl werden. Von den Personen, die nach den Angaben aus dem Publikum in Betracht kommen lonntcu, sind viele schon wieder ausgeschieden, weil ihr Verbleib einwandfrei nachgewiesen werden konnten. Bei allen anderen schweben die Er- Mittelungen noch._ Tparsan ikcit beim Gebrauch von«eisen. Zur Streckung der Seifenvorräte empfiehlt der Magistrat folgende Mittel: Alle Wäsche wird zweckmäßig in weichem Wasser eingeweicht und die schmutzigen Stellen mit einem Serfenbrei be- pimelt. Geeignet ist vor allem�Regenwasser. Zum Scheuern nicht farbiger Gegenstände ist keine Seife, sondern nur Sodalösung zu verwenden. Ein weiteres Mittel ist die Streckung der Seifen: Man stelle auS 250 Gramm Schälseife. 200 Gramm Oberschätseife und 250 Gramm Soda einen Seifenleim her. indem man alles unter Rühren mit 4 Liter Wasser bis zur Lösung kocht und nach dem Erlalten und Durchziehen des Gefäßes durch eine Flamme den fest- gewordenen Leim herausstürzt. Zweckmäßig sind ferner die Gemische von Seife und Soda, welche als Waschpulver oder Waschmittel gebraucht werden, sofern der Soda genügend Fettsäure zugesetzt und daS� schädliche WassergaS und Harz vermieden ist. Eine nicht zu starke«odalösung wirkt kalt als Einweichwasier auf Baumwollgewebe der geringen Aetzwirkung wegen nicht schädigend ein.__ Bei einem verdächtigen Kartenhandel wurden drei Burschen auf dem Schlesischen Bahnhof beobachtet. Einer von ihnen, ein Arbeiter Kurt Schmidt, wurde erwischt. Er besaß noch 50 Mchlkarten. die er von einem unbekannten Manne für 3 M. gekauft haben will. Diese Karten stammen ohne Zweifel aus einem Einbruch, der noch nicht angezeigt ist. Der Ertappte wurde dem Untersuchungsrichter vorgeführt. Ein Opfer seiner Hilfsbcrcitschnst ist der 31 Jahre alte Konditor Ernst Greiser aus der Mariannenstr. 6 geworden. Greiser war am vergangenen Sonntag in Fangschleuse und kam gerade dazu, als sich dort ein Mann, in dem der Arbeiter Erich Perl aus Berlin erkannt wurde, an einer Frau vergreifen wollte. Auf die Hilferufe der An- gefallenen sprang er dieser bei. Der Uebeltätcr ergriff jetzt die Flucht und entfloh in ein Gebüsch. Auf der Flucht wandte er sich um und drohte Greiser. Als dieser dann abends nach dem Bahnhof Fangschleuse kam, lauerte ihm Perl dort auf und versetzte ihm mit einem Gegenstande einen Hieb über den Kopf. Dann ergriff er wieder die Flucht. Greiser schleppte sich nach Hause. In der Nacht zum Mittwoch starb er. Der wuchtige Hieb hatte einen Schädel- bruch und eine Gehirnblutung zur Folge gehabt. Perl wird noch gesucht. In der Uniform eines LokomotivheizerS tritt ein Schlafstellenschwindler auf, der seit einiger Zeit besonders in Neukölln sein Un- wesen treibt. Er erzählt den Frauen, bei denen er mietet, daß er nach Berlin versetzt und auf dem Schlesischen Bahnhof beschäftigt sei. Weil die Uniform die Angaben zu bestätigen scheint, so hegen die Vermieterinnen kein Mißtrauen, verpflegen den Mieler aus Kredit und borgen ihm noch bares Geld dazu, bis er eines Tages ver« schwindet. Der Schwindler ist etwa 40 Jabre alt und mittelgroß. hat dunkelblondes Haar und Schnurrbarl, eine Narbe über der Nase und Haulätzungen auf der reckiten Hand und trägt zu einer blauen Zivilhose Mütze und Litewka der Eisenbahner. Wieder ein Einbruch in eine Brotkommission. In die Räume der 7. Reulöllner Brotkommission rn der Sleinmetzstr. 12 ist ein Einbruch verübt worden, bei dem den Tätern eine Anzahl Brot- marken der Serie 22 in die Hände gefallen sind. Die Art der Aus- führung deS Diebstahls läßt erkennen, daß alö Täter nicht ge- werbsmäßige Einbrecher, sondern Frauen oder Kinder in Betracht kommen. Auf einem Spaziergange gestorben. Ei» tragisches Ende bat die 42 jährige Ehefrau Else des in der Manteuffelstr. 23b in Lichter- felde wohnenden Kaufmanns Welt gesunden. Frau 28. hatte Bekannte in der Lindenstratze in Oberschönewelde besucht und mit diese« gegen 7 Uhr uBendS einen Spaziergang unternommen. Tut dem Rückwege vom Eichenwalde wurde Frau Welt plötzlich von Unwohl« sein befallen. Sie sank besinnungslos zu Boden und starb, ehe noch ein Arzt herbeigerufen werden konnte. Als ein Arzt eintraf, konnte er nur den wahrscheinlich infolge Gehirnschlages eingetretenen Tod feststellen. Zwecks genauer Feststellung dee Todesursache wird eine gerichtsärztliche Untersuchung stanfinden. Vom Tode überrascht wurde gestern der SS Jahre alte Kauf- rrmnn Simon Hirschbruch aus der Holsteinischen Strahe 33 zu Wilmersdorf. Der Mann erkrankte in Berlin nachmittags auf der Slrake, ging»ach der Nettungswache in der Kronenstraße, klagte dort, daß er sich schlecht fühle, und starb nach kurzer Zeit. Das Palastthcater bietet in seinem neuen Progrannn viel Gutes und reiche Abwechslung. Bortragskunst und Gymnastik, Tanz und Tierdreilur geben Proben eines hohen Könnens. Ein behaglicher Humor, der hier und da leicht das Aktuelle streift, mackt die neuen Varietedarbietungen noch genußreicher. In dieser Hinsicht gebührt besonders dem Klavierhumoristen Otto Röhr und dem Vortrags-' künstler Bernhard Mörhitz vollste Anerkennung. Auch der komische Musikalakt der Otto Barra-Truppe ließ die beifall« spendenden Zuschauer gar nickt aus dem Lachen herauskommen. Eine große graziöse Schönheit entfaltete Lyda Salmonova in ihren Tänzen zu bekannten Musikschöpsungen von Weber, Schubert und Brahms. Der gymnastische Teil war reich der« treten; was er bot, ragte weit über dem üblilben Durch« schnitt. Seine einzelnen Punkte waren einander ebenbürtig; wir erwähnen: Wilma Teims und ihren Partner mit dem von diesem geschickt getragenen Luflapparat, die akrobatischen Spaßmacher Gebr. Hofhammer. die Brüder Stanley und die luft» gymnastischen Künste der Schwestern Z e l i o s. Viel Anklang fand der Vogel- und Ticrstimmenimiiator Karl Pa uly; ebenfalls erregte Otto Reutlers dramatischer Einakter.Da» hoch st e Kleinod"— eine nächtliche Geldschrankknackerepisode, in der Butter gestohlen wird— allgemeine Heiterkeit. Schließlich wurde auch dem svaßigen Zirkusdirekior Jean Clermont mit seinen dressierten Tieren reicher und wohlverdienter Beifall gezollt. Die Hauptfcucrwache in der Lindenstraße ist umgebaut worden. Der Um- und Erweiterungsbau war notwendig geworden wegen der Umwandlung des Pserdebctriebs der Fahrzeuge in Automohil« betrieb. Die Kosten dieser Bauten haben rund 420 000 M. betragen, wovon ein Teil die Feuersozietät der Stadt zu tragen hat. Im Berliner Aquarium ist ein frohes Familien- c r e> g n i s eingetreten: eine der großen australischen Glattechsen hat nicht weniger als 13 muntere Junge zur Welt gebracht, die sich außer durch die Größe in nichts von den Eltern unterscheiden und sofort anö Futter gingen. Die lebhaften kleinen Welthürger mußten aus dem großen australischen Tcrrariuin, in dem sie dös Licht der Welt erblickten, entfernt werden, damit sie nicht verschwanden. Sie sind auf die zwei kleinen Terrarien Nr. 19 und 20 verteilt worden, wo cS hoffentlich gelingt, sie zu kräftigeir Tieren heranzuziehen. Riesen-Glatiechsen werden in der Gefangenschaft äußerst zahm und zutraulich; sie fressen beinahe alles, was der Mensch genießt und lind wegen ihrer oft zum Zwecke d-S TastenS vorgestreckten himmelblauen Zunge auch unter dem Namen„Blauzunge" bekannt. Im Zoologischen Garten melden sich bei Ziegen und Schafen schon die„Osterlämmer". In den kleineren Gehegen neben den Kamele» tummelt sich fast ein Dutzend der äußerst komischen, teckel- großen und teckelbeinigen Zwergziegen, an deren putzigem Aussehen nnd Gebaren sich all und jung ergötzt. Neben diesen kleinen. schwarzen Kobolden loirken mn so größer und stattlicher zwei Mütter des großen, weißen ostfriesischen Milchschafes, das so genannt wird, weil cS in den Marschgegenden der Nordseeküste gemollen wird, wie bei nnS die Ziege. In ihrer Gesellschaft befinden sich zwei Zwillingslämmer, von denen eins in merkwürdigem Gegensatz zu 'einem weißen Brüderchen kohlschwarz ist und nur eine weiße Stirn- bläße zeigt. Tic öffentliche Bibliothek und Lesehalle, 80, Adalberistroße 41, die jedermann zu unentgeltlicher Benutzung offensteht, ist im Monat März von 7123 Personen besucht worden. In der Ausleihbibliothek wurden 4231 Bände nnterhallende und belehrende Literatur nach Hause verliehen. In der Lesehalle liegen zurzeit 543 Zettungen und Zeitschristen jeder Art und Richtung au«. Das Institut ist werk- täglich von b'/z— 10 Uhr abends, Sonntags von 9—1 und 3— 6 Uhr geöffnet.___ Ms öen Gemeinden. Beschlagnahme von Kartoffel». Der Landrat des Kreises Teltow erläßt sine Vcr- ordnung. wonach jeder Kartoffelerzeuger ohne Rücksicht auf den Wirtschaftsbedarf 4 Doppelzentner Kartoffeln für 1 Hektar seiner Anbaufläche de« ErnlejahreS 1915 sd. h. rund 2 Zentner für den Morgen) abzugeben bat. Für diese Abgabe gelten all- in Absatz 3 der Belannimachung vorgesehenen Beschränkungen nicht, insbesondere also ist bei dieser Abgabe auch keine Rück- ficht auf die zur Abtrennung des zugewiesenen Durchschnittsbrandes crsordcrlichen Kartoffeln zu nehmen. Zur Sicherung des Bedarfs des Kreise« Teltow an Speise- kartoffelit werden die im Gewahrsam der Kartoffelerzenger befindlichen Vorräte infolge Anweisung der Provinzialtartoffelstelle in der vorgeführten Höhe beschlagnahmt. Die Magistrate. Gemeinde- und Gutsvorstände werden ersucht um umgehende Feststellung der danacki beschlagnahmten Kartoffel- mengen und um Anzeige binnen 24 Stunden, welche Mengen in ihren Bezirken vorhanden sind. Butterverkaus m Reinickendorf. Die Gemeinde verkaust vom Montag, den 10. April, ab in ihren fünf Verkaufsstellen Butter zum Preise von 2,80 M. Potsdamer Magistratsbeschluft in der Lebensmittel« fürsorge. Wie halbamtlich mitgeteilt wird, hat der Potsdamer Magistrat beschloffen, die städtischen LebenSmittelverkaufSstellen von 2 auf 5 zu vermehren und die neuen Verkaufsstellen auf das Stadtinnere und die Vorstädte zu verteile». Gleichzeitig soll das Verkaufspersonal vermehrt werden. Der Magistrat hofft, daß die Stadtverordneten. die bisher grundsätzlich gegen eine Vermehrung der Verkaufsstellen sich ausgesprochen hatten, ihren Standpunkt aufgeben werden. Soziales. Die Kinderpflege der Wiener Arbeiterschaft im Kriegt. Der österreichische Arbeiterverein der Kinderfreunde hielt in Wien seine zweite Hauptversammlung im Kriege ab. Er hat 1915 zur Beschäftigung. Belehrung und Erholung der Arbeiterl'.nder in Wien 4484 V-ranstaltungeti ausgeführt, an denen 184 860 Kinder teilnahmen. Leider ist die Spieltätigkeit infolge immer weiterer Einberufungen der Spielleiter und Inanspruchnahme von Spiel» Plätzen für militärische Zwecke stark zurückgegangen. Auch wurden die Beranslalrungen durch den Kriegszustand stark beeinträchtigt. Neu eingeführt wurden lliiicrrichte im Gemüsebau, dagegen mußte der HaiidfertigkeitSunterncht euigeichrankt werden, nicht zuletzt, weil so viele Arbelicrkiilder ftundenlang vor de» LebeuSmittelgeichäften warten müsse». An Märckienvorlcsungen, Musitpflege, Slenographie- Unterricht. Eislaufen und Heimspielen hat der Berein sein Mög- lickstes getan. Die Verschmelzung des Wiener Vereins mit dem alpenländischen in Graz und mit dem Brünner Berein zu einem Reichsverein ist in Angriff genommen. Armenpflege in Ostprcuftcn. Mit der Rechtsfrage, ob ein Jnvalrdenrentner bon seinem Einkommen seine Kinder zu unterhalten habe, hatte sich das Ober- landesgericht zu Königsberg zu beschäftigen. Ein schwerlungen- kranker Jnvaltdenreiitner sollte für seine fünf minderjährigen Kinder monatlich zwölf Mark zum Unterhalt beitragen. Er erhält zwanzig Mark Jnvalidenreiite und verdient etwa 2ü M. mit einem Kuchenkandel auf den Wochenmärkten. Das Oberlandesgericht h a t die seltsame Klage gegen den Jnva- lidenrentner abgewiesen, und zwar mit folgender Be- gründnng: Zwar hätten nach 8 1603 des Bürgerlichen Gesetzbuchs Eltern, die außerstande seien, ohne Gefährdung ihres standeS- gemäßen Unterhalts den Unterhalt zu gewähren, ihren minder- jährigen unverheirateten Kindern gegenüber alle verfügbaren Mittel zu ihrem und der Kinder Unterhalt gleichmäßig zu ver- wenden. Jedoch findet diese gesteigerte Unterhaltspflicht ihre Grenze an dem Recht des Vaters, das Unentbehrlichste für seinen Lebensbedarf zurückzubehalten und das zur Erhaltung seiner Ar- beitsfähigkeit Nötige für sich zu beanspruchen. Der schwer lungen- kranke Beklagte, alö Jnvalidenrentner nach§ 12ö5; der Reichs« Versicherungsordnung nicht einmal mehr zu einem Drittel erwerbs- fähig, habe, mit Rente und Handelsverdienst monatlich höchstens 45 M. Einkommen. Hiervon könne er aber den Klägern nichts ab- geben. Er bedürfe bei der Natur seiner Krankheit reichliche Nah- rung. Zudem sei 1,50 Mk. täglich für Kost und Obdach bei den Teuerungsverhältnissen auch für einen Erwachsenen in engen Lebensverhältnissen eher zu wenig als zu viel. Den Kindern ver- bleibe nur der Anspruch auf den Armenverband. Dieser würde auch im wohlverstandenen eigenen Interesse gut daran tun, den schwer lungenkranken Händler durch geschlossene Anstaltspslege an der Ansteckung seiner Umgebung zu hindern und ihm dadurch zu-' gleich den schwere Ansteckungsgefahr für die Allgemeinheit bieten den Handel mit Kuchen zu unterbinden. Genchtszeitung. Ende des Leihhausprozcsses. Nach fast dreiwöchiger Dauer ist gestern der Prozeß gegen die ehemaligen Direktoren des P r e u ß i s ch e n L e i h- Hauses vor der 6. Strafkammer des Landgerichts I unter Vorsitz des Landgerichtsdircktors Becker zu Ende gegangen. TaS Urteil ging dahin: Im Gegensatz zu der Anklage bat das Gericht in den Fällen des Vergehens gegen die§§ 312 und 314 des Handelsgesetzbuchs nicht eine fortgesetzte Handlung angesehen. bat deshalb jeden einzelnen Fall prüfen müssen und dabei alle die Fälle ausgeschieden, wo eine Verjährung vorlag und soweit es sich nicht um Fälle handelt, bei denen eine Vertagung beschlossen wor- den ist. Das Gericht ist zu einein Schuldigspruch in den Fällen gekornine», wo den Angeklagten Untreue durch llebernahine der selbstschuldnerischen Bürgschaft bei Stahnsdorf nnd Teltow vorge- worfen werden. Hier ist eine absichtliche Schädigung des Leih- Hauses nicht nachgewiesen, und deshalb ist in diesen Punkten die Freisprechung erfolgt. Es kommen nur noch die Fälle der Bilanzverschleierung, ein Fall der Untreue und der Fall Kohlmctz in Frage. Diese Fälle liegen ganz klar, so daß es weiterer Beweisaufnahme nicht bedarf. Die durch falsche Buchung herbeigeführte Bilanzverschleierung vom Jahne 1909 sei verhältnismäßig milde angeschen, da durch die Buchung kein Schaden ver- ursacht worden sei. Hier sei El kau zu 2 00 M., Zweig zu 3 0 0 M. Geldstrafe verurteilt. Schwerer liege der Fall vom 31. August, wo die Angeklagten dem Aufsichtsrat ver- schwiegen haben, daß sie die Bürgschaft für Teltow übernommen und an Schiffmanu Hypotheken herausgegeben haben. Hierfür sei gegen Zweig auf 3 Monate Gefängnis und 2 00 M. Geld st rase, Elkan zu 1 Monat und 100 M. Geldstrafe verurteilt worden. Schließlich seien die Angeklagten in einem Fall der Untreue(Kohlmctz-Werke) schuldig befunden worden. Denn sie hätten hier wissentlich zum Schaden des Leih- Hauses gehandelt, da ihnen verboten worden war, ferner Geschäfte mit Schiffmanu zu machen. Hier sei gegen Zweig auf 4 Mo- natc Gefängnis und 20 Bi., gegen Elkan aus 3 Mo- nate und 100 M. Geld sc rase erkannt. Tie Schuld des Angeklagten Zweig hat der Gerichtshof für die größere erachtet, da er al« Buchhalter früher in einem großen Bankgeschäfte tätig war und andererseits das hohe Alter Elkans einen Mildcrungsgrund darstellt. Demgemäß erkannte das Gericht gegen Elkan aus eine Gesamt st rase von 4 Monaten Gefängnis und 500 Mark G e l d st r a f c, eventuell noch 50 Tage Gefängnis, gegen Zweig auf 6 Monate Gefängnis und 900 M. Geld- strafe eventuell noch 90 Tage Gefängnis. Zum Mrforgcgcfctz. Gegen zu weite Auslegung des Fürsorgegesetzes locndetc sich in seiner letzten Sitzung das Kammergericht. Wegen llebcrtretung des Gesetzes über die Fürsorgerzichung »vareit die Eheleute Konieezny von der Straskanimcr in Posen zu je fünf Tagen Ge f ä n g n i s verurteilt worden, weil sie ihrem Sohne bei der Entziehung aus der Fürsorgeerziehung Beihilfe geleistet hätten. Der Juuge war zum wiederholten Male ans der Anstalt in Schubin entflohen und an einem Pfingjttage bei den Eltern erschienen. Die Eltern behielten ihn eine» Tag bei sich und beköstigten ihn. Das hielt das Gericht für ausreichend zur Bestrafung!— Das Kammergericht hob das Urteil auf und verwies die Sache zu nochmaliger Vcrhaiid- luna und Entscheidung an das Landgericht zurück. Es führte begründend aus: Das Landgericht habe mchts weiter festgestellt, als daß die Eltern den Jliiigeit, der aus der Anstalt entflohen war, aufgenommen und unterhalten hätten. Darin allein könne eine Beihilfe zur Entziehung aus der Fürsorge- er�iehung noch nicht gesunden werden. Es müßte noch eine Tätigkeit hinzukommen, die das Wlederausg reisen des Fürsorge- zöglings verzögerte. Eine solche könne zum Beispiel in einer fal- schen Auskunft an die Behörde gesehen werden. Sie würde auch darin liegen können, wenn etwa der Vater mitgewirkt hätte dabei, daß der Schutzmann nicht gleich Einlaß fand und iomit dem Jungen Zeck genug blieb, durch das Fenster das Grundstück zu verlassen. In diesen Richtungen müsse das Landgericht nunmehr die Sache nachprüfen._ Der Weihnachtsbaum des Pvlizcipräsldcnten. Der Weihnachtsbaum dcZ Polizeipräsidenten von Hcrtzbcrg in Charlottenburg wird nun doch endgültig aus der öffentlichen Tis- kussion verschwinden. Der Staatsanwalt hat seine gegen das Urteil des Schöffengerichts Berlin-Schönebcrg eingelegte Berufung wieder zurückgezogen. Es bleibt daher bei der Freisprechung des Händlers, der dem Polizeipräsidenten einen Weihnachtsbaum verkauft hatte und dabei versucht haben sollte, den Käufer zu über- vorteilen._ Mus aller Welt. Ein Torf durch Feuer halb vernichtet. In dem Torfe K a l i s ch im Kreise Berent wurden durch eine gewallige Feuersbrunst in ganz kurzer Zeit 19 Wohngebäude und 10 Scheunen und Ställe vernichtet. Da alle Gebäude mit Stroh bedeckt waren und starker Wind wehte, stand in 10 Minuten das halbe Dorf in Flammen. Selbstmord eines früheren Stadtrats. Der frühere Stadtrat Emil Schütz in Pforzheim hat sich den..Münchener Neuesten Nach- richten" zufolge das Leben genommen. Elnil Schütz war früher einer der größten Industriellen und galt als mehrfacher Millionär. Er soll sich wegen einer Untersuchung in einer Steuerangelegenheit das Leben genommen haben. Siebzig Tote beim Lawinenunglück am Arnos«. Die Zahl der bisher geborgenen Leichen aus der vor einigen Tagen durch eine Lawine verschütteten Kaserne am Arnosee beträgt siebzig, die der Verwundeten sechzig. Vermißt werden noch zwanzig Soldaten. parteiveranftaltungen. Marienfelde. Der Lichtbildervortrag:.Indien, ein Stützlnmkt der englischen Weltvolitil". findet nun bestimmt am IV, Avril abends 7 Uhr im Lokal von Wilh, G-ricle, Berliner Str. 114, statt. Die zum 26, März ausgegebenen Etntritskarten haben Gültigkeit. Jugenüveranstaltungen. Charlottenburg. Sonntag: Spielausflug nach Kladow, Ab« niarsch früh 6 Uhr vom Sophic-Charlotte-Platz, Wetterfeste Burschen und Mädchen treffen iich schon am Aorabend um g Uhr im Heim zur Nacht- Wanderung nach Kladow, FricdrichShagen. Sonntag, den 9. Avril, abends 6 Uhr, findet im Jugendheim, Scharnweberstr, 59. eine Feierfür diefchul- c n t l a s f e n c Jugend statt, Vortrag, mufikalifche und deklamatorische Darbictuiigeii, Die Arbeiterjugend, besonders die schulentlassene Jugend ist mit Eltern und Angehörigen freundlichst eingeladen. Frrireligtöle Gemeinde. Sonntag, den 9, April 191S, var. miltags 0 Uhr, Pappel-Allee 15/17; Neukölln, Ideal-Passage; Tegel, Bahn. hosstr. 15, und Lberschönewcide. Klarastr. 2: Freireligiöse Vorlesuug,— Vormittags 11 Uhr, Klein« Frankstirter Strasze 6: Vortrag des Herrn Ernst Däumig:„Soziale, geistige und religiöse Kämpfe im Mittelalter". Sriefkasten üer Reüaktion. Dil lurilttsch« SpreAstunde flndel tür Abonnenten Ltndenpr. Z, in. Hos rechts, varterr«, am Monlaq bis Frettaq von t bis 7 Ngr, am Eonnabcnd von s»t» 0 Udr statt. Jeder kür den Drtet kästen beflimmte» Anlrage ist ein Buchstade und eine Zahl al» Merkzeichen botzulügen. Brieslicha Antwort wird nicht erteilt. Ansragen. denen lein« AdonnementSgmtiung beiqesllgl ist. werden nicht beantwortet. Eilige Fragen wage man in der Svrechswnd« vor. Benräge, Schrifistiilte und dcrglcichr» dringe mar in die Sprechtlnnde mit. O. K. 7. Der Mieter ist zur Zahlung deS Mletsstempels verpflichtet, — Alter Abonnent 35. 1. Jetzt noch nach vollendetem 70. Lebensjahr. 2. Da§ Gesetz ist nach nicht in Kraft getreien. Dem Ncichsiag ist aber, soeben durch die Regierung«in Ecsetzentwurf aus Herabsetzung der Alters- grenze für den Bezug der Altersrente zugegangen; somit ist zu erwarten, dag durch eine Novelle zur Rcichsversichcruiigsordmmg dle Herabsetzung der Altersgrenze aus da§ 65, Lebensjahr bald GesetzeSkrajt erlangt. 3. 190 W. jährlich. 4. Zwei Söhne,— A. Z. 1000. Borsigwalde. Der Valer ist vcrpflichlet. der Tochter im Falle ihrer Verhelralung zur Einrichtung de» Haushalts ciuc angemessene Aussteuer zu gewähren, soweit er dazu imstande ist,— N. 2000. Ihre Kinder können gezwungen werden, am Religionsunterricht teilzuilehmen,— 3t. B. 8t». Sic müssen an da» CBeiverdegericht einen Antrag aus Vollstreckung des Urteils stellen, — P.®. 883. 1. Ja, 2. Nein.— Ftnsterbusch. Die Prozegkosteii müssen Sie tragen.— BS. 100. t. Wenn Ihre Einnahmequelle sich er« hcblicb verändert hat, so kann die Einschätzung nach dem jetzigen Verdienst vorgenommen werden. 2. Zur mündlichen Perhandlung zu gehen, wurde sich in Ihrem eigenen Jnieresse wohl empichlen, 3. Nein. Sic müssen den Nachweis de» Einkvnimen« für die von der Eteuerbchördc angegebene Zeit erbringen.___ Eingegangene Druckschristen. 4" Hermann LönS der Dichter. Von T, Pils, Geb, 2 M,— Kroate» und Slowenen. Drei Darstellungen von A, Mileinovic und I Krek, Kart, t.80 M.— Wirkung der Höchstpreise. Von G. W, Schiele, Brosch. 50 Ps,— Tie Jugend vor der soziale» Frage. Von E. Joel. Brosch. 50 Ps.— Tic wartende Hochschule. Akademische Kundgebungen vou E. Joel und E. Mohr. Brufch. 50 Ps.— Weit hinter de« Schützengräben. Von Gertrud Bärnuer, 3 M., geb, 4,50 M.— Hubcr und Loy. Ein zeitgemäßes Gespräch von B. Gntt- mann. 1,30 W.. geb. 1.80 M.— Blämische Tichtung. Auswahl imUr- tcrt und in Uebeifetzung. 2 M.. geb. 2,50 M.— Werse ans den Ar- gönnen. Von M. Barihel. 1 M,. geb, 1,50 M.— S. Dicdcrichs, Jena, WettcrauSsichten für daS mittlere Siorddeutschland diS Sonntag mittag. Vielfach beiter, aber rauh und veränderlich, ohne erhebliche Niederschläge. In der Nacht zum Sonntag besonders im Nord- ostcn vielfach Frost. : Ulfler aJaltti Hertens und � • Jfinglingsanzüge© ® zu ganz besomlcrs hillljj, Preisen® G bei o r 1 o i e h t o r t c n O � ZahlungsbcdlnguDcen»£ • Maßanfertigung% ® in tadelloser Aasführung.• G Grauses Lauer In G G dentechcn Stollen � S Julius Fabian G Schneidermcisier w • Gr.FrnnWurterSir.33• V undTurnJSlr.18 V • ä® *••••••• Dentseher ieMarhElter-yertand Verwaltungssteile Berlin. Des Mitgliedern zur Nachricht, daß«ssere Kollegin, Fräulein küissbetd am 4. April an Lungenentzündung gestorben ist. Ehre ihre« Andenke«: Die Beerdigung findet heute Sonnabend, den 8. Zlpril, nach« mittags 5 Nhr, von der Leichen« Halle des St. Paulus« Kirchhofes in der Seesiratze aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Former Hermann Rroh Genter Straße 81 am 4. April gestorben ist. Ehre seinem Andenke»! Die Beerdigung findet heute Sonnabend, den 3. April, nach- mittags 4 Uhr, von der Leichen- Halle des St. Sebastian« Kirch« bofes in Reinickendorf- West, Humboldtsttaße, aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Den Mitgliedern serner zur Nachricht, dag unser Kollege, der Schlosser Vildelm kengler in Erkner am 24. März gestorben ist. Ehre seinem Andenke«: 114/19 Die OrtSV erwalt»»g. Zum 23. Geburtstage unseres Neben Sohnes und Bru- der» Kvmpg Bohl geboren am 8. April 1893, gefallen am 16. Juni 1915. Kein Kranz, keine Blume Der Eltern und Geschwister Kann decken Dich zu. Nun schlaf auch so, lieber Sohn und Bruder, in Ruh. Wir werden Dein nimmer ver- gessen. A Die trauernde« Elter» _ und Geschwister. Am Donnerstag, den 6. Aprtt, verstarb nach langen, schweren Leiden mein lieber Sohn, unser guter Bruder und Schwager, der Metalldrücker fSlan Weißig im Alter von 29 Jahren. Die Beerdigung findet am Montag, den 19. April, um 4 Uhr, vom Thomaskirchhof aus statt. prau WeiBig als Mutter. Willi Weißig als Bruder, zurzeit im Felde. krau WeiBig geb. Klnig als Schwägerin. 5616 Frau Schalle als Pflegerin. ■•«t« atos*. Jtad�markenjIerJlonsuiTigenossenschaft��erlin�� Wer will sparen? (Kol«* OBtsesdwmro.) Billige Preise! II KBtsflok«nde To PrmchtTOlle H.ostttme 1»a» Kammgarn, TaÖ'ofc, fließender Seide, j Tuch, weite jRÖcke, GHookenformen, 1 jugendliche Schnitte, auch glatte | Verarbeitungen, herrorragende Wunderbare | Modelle, 150,—, 120,—, Komkotmüntel in gifle» 75.-, 52,-, 38,-, 25— 1 18,- Prlms Gnmmimäntel ans Kammgarn, Popelin, Seide, wnnder- 1 bare Gummierung. sowie imprägnierte I Seiden- o. 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Fern von der Heimat, in Feinde». land, da ruhst Du, lieber Heinrich. Dich schmückt keine Hand, drum schmücke ich Dein Bild hier im verlaffe« uen Heim, als soll es Dein Grab im Feindesland sein. Allein zu sein, drei Worte, leicht zu sagen, Und doch so schwer, uaendllch schwer zu tragen. v Ist, trauriger Erilmemng Deine Dich nie vergessrnde Gattin. VoIks-FeaeFliestattnngs-Yerelii Groil-Berliii. Am 4. April starb plötzlich unser Mitglied, Herr Franz Fester Berlin, Grüner Weg 46. Ehre seinem Andenke«: Die Einäscherung findet heute, nachmittags 3'/, Uhr, im Trep« towcr Krematorium statt. 283/5 Rege BeteUigung erwartet Der Vorstand. Bcztrhs-Versaniinliiiigcn Sonntag, de« 9. April, vormittags 10 Uhr JVIoabit bei Göbel, Putlitzstr. 10 Mecläing bei Funk, Triftstr. 63 forden 2 bei Berger, Graunstr. 41 Neukölln bei Wolf, Kirchhofstr. 41 Nordosten bei Spaeth, Georgenlirchstr. 65. Montag, den 10. April, abendS 8 Uhr Cbarlottenburg im Volkshause, Rosinenstr. 3 O5ten I bei Schwartz, Langestr. 53 Gesundbrunnen bei Mandel, Prinzen-Alle« 57 Meißensee bei Penkert, Berliner Allee 851. Dienstag, den 11. April, abends 8 Nhr Südosten bei fröhlich, MuSkaner Str. 1 Südwesten bei Maaft, Bergmannstr. 97 Mekten bei Wiemers, Bülowstr. 58 Scböneberg bei Folger, KyffhSaserstr. 16 Osten II bei Kempin, Tilsiter Str. 85 Lichtenberg bei Schulz» Kronprinzenstr. 47 forden I bei Schmidt, Lychener Str. 3. Donnerstag, de« IS. April, abends 8 Uhr Süden bei Eberlein, Britzerstr. 22 Milniersdors bei Renter, Gasteinerstr. 6 Steglitz bei Schellhase, Ahornstr. 15s Lichtcrfcldc bei Wahreudorf, Hiudeubnrgdamm 104 Oranienburger Vorstadt, bei Dahms, Schlegelstr. 9 Friedenau bei Schönefeld, Kirchstr. 23. Tagesordnung in allen Bersammlunge«: 1. Das Ergebllis der Dtrhandlungkn im Sochban- gemrlit. 3. Abstimmung öber Annahme aber Ab- lthvsvg desstlbev. Mitgliedsbuch legitimiert; ohne dasselbe keinen Zutritt! Vollzähliges Erscheinen aller Mitglieder erwartet 131/9� Der ZwelffrerelnsTorstand. Modellröcke 33,-. 25, 18,— f afftendes an ah fflr stärkste Figuren in allen Abteilangen. Sonntags geöffnet 12—2 Uhr. 45,- 32,- 25,- Answahl Sendungen nach attBerhalb gegen Anzahlung. L Geschäft f Nohrsiistr. 87a (Kolonnaden.) Extra- Abteüang.— 6rro0es Trauer- Mngazin H. Geschäft: Cr. Frankfurter Str. 115 (nahe Andieasstr.) Neue fertige Herren« üebeFzieheru.Hintel 30,36,39,». Röcke und Westen 3500,«00. 8400 1*. Elegante Anzöge 33. 39, 4S,§4-b§«. Beinkleides 650, 8S0.iö50,1250. 18-2100 m. Alle Weiten vorrätig. Gut© Abarbeitung, vorzügliche Paßformen Neu aafgenommen: Fesche Junglings= Anzüge moderne Sportformen, erstklassiger Sitz und Ausführung ganz außergewöhnlich preiswert R. Landsberger o. m. b. Friedrichstraße 108 Ecke Johannisstraße, gegenüber der Karlstraße.—(Sonntags von 12 bis 2 Uhr geöffnet) Seutodv/'IS«Tfj. 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Allein an der Londoner Börse sind Kursrückgänge von über 8� Milliarden Mark innerhalb der letzten zwei Jahre von ernsthaften englischen Fachzcl- tungen berechnet worden. London ist weit auf dem Wege, seine seitherige Stellung ala führender Geldmarkt an New York zu verlieren. Unsere Gegner werfen ans vor. Deatscbland habe sich auf den Krieg vorbereitet. Das ist nur In dem Sinne wahr, daß Deutschland durch Jahrhunderte alte Erfahrungen klüger und einig geworden, seine militärische und wirtschaftliche Organisation ausgebaut und auf solcher Höhe gehalten hat, daß auch die vereinigten Anstrengungen aller Feinde unsere Kraft nicht brechen können. Während unsere sämtlichen Kachbarn Eroberungskriege führten, hat Deutschland dem friedlichen Ausbau seine» Wohlstandea nnd seiner Wirtschaft gelebt. Kann es einen stärkeren Beweis für Deutschlands friedliche Absichten geben als die Tatsache, daß unser Land ohne irgendein positives Kriegsziel in diesen verbrecherischen Krieg verwickelt worden ist? Im Gegensatz dazu wußten nnd verkünden unsere Feinde laut, waa sie wollen: deutsches Land, im Westen wie im Osten, die Zertrihnrae- rung unseres Reiches und Welthandels. Erst die sich vertiefende Erkenntnis dieser Absiebten unserer Gegner bringt Deutschland Im Verlauf de» Kampfes zur Aufstellung positiver Kriegsziele. Der Versuch der Feinde, Deutschland wirtschaftlich ru vemiehte», Ist an der Organisation und Opferwilligkeit des deutschen Volkes gescheitert. Eine ganze Anzahl für unentbehrlich gehaltener Rohstoffe, " die wir bisher vom Auslande bezogen, konnten wir im eigenen Lande erzeugen oder ersetzen. Der Vorrat eines reichen Kulturvolkes, das im größten Umfange für die Ausfuhr arbeitet, hält länger als die militärische und wirtschaftliche Kraft unserer Gegner. Das deutsche. Wirtschaft« leben steht unerschöttert. Die Ernte wer nur mittelmäßig, am besten für Kartoffeln, weniger gut für Brotgetreide, unter Durchschnitt für Futtermittel. Trotzdem ist der Ertrag des deutschen Bodens mehr als genügend, um die schlimme Absicht unserer Feinde zu vereiteln, die das deutsche Volk aushungern wollen. Die Einlagen in deutsche Sparkassen haben stärker zugenommen als in irgendeinem Vorjahre. Die uns anvertrauten fremden Gelder übersteigen jeden früheren Rekord um eine halbe Milliarde. Uncere Bilanzzahlea sprechen deutlicher, als wir mit Worten zu hm rer* möchten. Der Gesamtumsatz der Deutschen Bank betmg annähernd 101 Milliarden; er überstieg den vorjährigen, unter Weglagaung der Londoner Umsätze, um 434 Millionen Mark. Bei der Aufstellungunseres Abiehlasses habga wir 'wiederum auf das sorgfältigste gegen jede absehbare Veritretmdglich- keit durch Absohrcibungen und Rückstellungen aus Gewinnen und durch stille Rücklagen vorgesorgt. Die Akttven nnd Passiven der In Zwnngsüquidierung befindlichen Londoner Filiale sind nach den Ipttz ob uns bekannt gewordenen Zahlen in die Bilanz aufgenommen. Unsere Einzahlungen auf das Kapital von 28 Krlegi-Kredlä» '\%m I k C n und Gesellschaften, an denen wir and unsere TÖtaüi iniederlassungen beteiligt sind, finden■ieb' In dem Eonsortialbe- enthalten. Erfreulicherwoiso slpd auch im zweiten Kriege Krieeskrcditbankeai nur in ganz beschränktem Umfange In Anspruch genommen worden. Der Banksatz betrug während des ganzen Jahres 8 PtombL 'Auch an dieser Stelle sei darauf hingewiesen, daß der reine Geldvorrat derReichsbank niemals die Drittcldeckung der aasge- gehenen Banknoten unterschritten hat. Es war also ru keinem Augenblick erforderlich, den Vorrat an Silber oder Kassenscheinen, wie dies gesetzlich zulässig ist. mit in diese Deckung einzurechnen. Während Frankreich»einen Banknotenumlauf seit Kriegsherr nn um 10 Milliarden Frank vermehren mußte und neuerdings die Grenze auf 13 Milliarden Frank frund SCO Mark auf den Kopf der Bevölkerung) erhöht hat, konnte die Reichsbank der deutsehen Volkswirtschaft mit einer Vermehrung ihres Kotenumlauf» von durchschnittlich vier Milliarden genügen, einer Summe, die den Ersatz für den gewaltig verringerten Umlauf von Wechseln darstellt und jedenfalls, nach der Volkszahl(ohne Belgien. Polen. Lithaucn und Kurland) berechnet, auf dm Kopf nur den vierten Teil des französischen Banknotenumlaufs ausmacht. Die Darlehnskassenscheine Jedoch, von denen am Jahresschluß 972 Millionea Mark außerhalb der Reichsbank in Umlauf waren(weniger als die Hälfte des in England zirkulierenden Betrages sogenannter Currency-Koten). befriedigen nur den außergewöhnlichen, durch den Kriegszustand gewachsenen Bedarf an Umlaufsmitteln kleinster Kennbeträge. Die Darlehnskassenscheine sind bekanntlich durch Hinterlegung unter weitgehender Vorstellt zugelassener Waren tmd Wertpapiere sowie durch die Haftung der Geldnehmer gedeckt. Alle Behauptungen unserer Feinde von dem in Deutschland angeblich vorhandenen Umlauf von städtischen Bankuoton. Koten gegen Hypotheken oder Grundbesitz, Papiergeldausgabe durch Kredit- oder Hypothekenbanken usw. sind eitel Lüge. Daß die deutsche Währung, trotz gesunder Kreditverhält. risse und trotz normaler Golddeckung der umlaufenden Banknoteia, übrigens gleich der Währung, unserer sämtlichen Gegner,»ich nicht auch dem Ausland gegenüber auf dem Goldpunkt halten konnte, Ist die natürliche Folge der Abschlicßung unserer Volkswirtschaft vom Weltverkehr. Zwar haben unsere Feinde uns eine unbeabsichtigte Wohltat erwiesen, indem sie unsere Einfuhr in se weitgehendem Maße beschränken: aber die Möglichkeit, durch Ausfuhr von Waren oder Wertpapieren die Goldparität unserer Währung anfrech taue rhaltcn, ist uns verlegt. Inzwischen wirkt diese Entwertung der Reichsmark auch zur Förderung der Sparsamkeit, der Deutschland sein siegreiches Durchhalten auf dem wirtschaftlichen Gebiete hauptsächlich verdankt. Wir haben gelernt, weniger zu essen, weniger zu brauch sn. kein Geld Ins Ausland zu tragen und überhaupt heaeer hauszuhalten. Daß Deutschlands Zahlungsbilanz seit vielen Jahren eine aktive gewesen ist. haben wir an dieser Steve ven Jahr zu Jahr zahlenmäßig belegt. Wir dürfen deshalb auch gewiß sein, daß Deutsehlands Zahlungsfähigkeit nach dem Kriege nnerzchüttert dastehen und seine Währung auch dem Auslände gegenüber den altgewelmteB Stand wieder einnehmen wird. Ohne fremde Hilfe hat Deutschland für die Kriegführung Ms 86 Milliarden Mark aufgebracht, mehr als irgendeiner seiner Gegner. Unsere Kundschaft hat einen sehr erheblichen Teil sn dieacr großen Summe beigetragen. Seit vielen Jahren hatte die Presse unserer Koider nicht aufgehöri, der Welt zu verkünden, daß unser Kreditsystem, unsere Baaken und Börsen vor dem Zusammenbruch stünden und zieh nur durch ausländisches Geld halten könnten. Und nun?— In Dcntsebland gibt es keine notleidenden Moratoriumrwechsel, wie sie In London und Paris zu Milliarden in den Zentralbanken liegen. la Deutschland allein sind alle Börsengeschäfte abgewickelt. Ein unter unserer Führung gebildetes Konsortium Berliner Banken und Finnen war bereit, bei der Ende November erfolgten Erledigung der Infolge des Krieges schwebend gebliebenen Zeitgeschäfte an der hiesigen Effektenbörse etwa unversorgte Positionen tu versorgen: das Konsortium hatte überhaupt nicht nötig, helfend einzugreifen. Zu den Z a h I e n n n s e r e 8 A h Schlusses über gebend, hohen wir hervor, daß der Betrag unserer Akzepte»ich naturgemäß welter und auf einen Stand verringert hat, wie wir Ihn seit Jahrzehnten nicht mehr kannten. Dieser Rückgang der Bankakzepte und des Wechselnmlanfs überhaupt ist aber ganz allgemein eingetreten; er hat die Solidität des deutschen Akzepts erwiesen. Dagegen ist der Betrag unserer Verschüsse auf Waren um mehr als die Hälfte gestiegen, weil ein großer Teil des früher auf Wechselkredit aufgebauten Warcnhandcla sieh während des Krieges durch Barrahking abwickelt. Der Zunahme der uns anver- tränten Gelder steht eine Vermehrung der flüssigsten Mittel um 465 Millionen gegenüber. Unter die Lombard Vorschüsse haben wir, wie im vorigen Jahre, auch die au Kom- munalvcrbände gegen Hinterlegung mündelsicberer Wertpapiere ge- währieü Darlehen auf feste Termine gebucht. Infolge der darchge- führtea Abwlcklong aller vor dem Kriege schwebende» Börsentermin- gesebäfte haben sich die Report- nnd Lombard-Vorschüsse im übrige» auf einen bescheidenen Bruchteil ihrer früheren Höbe ermäßigt. Unsere..Li q n i d i t ä t" hat sich weiter gehoben: von sämtliche» Verpflichtungen unserer Bank betragen die ieichtreakBferbaren Mittel 7LS5 Pres, gegen 6*47 Pro*, b» Vorjahr, vnier Elnroehatmg 1er Wmi wbMIh TT�B. 69,79 Prozent. Die Zahl der bei der Deutsche» Baak(ohne London) geführt»» Kundenrechnangen betrug am Jahresschluß 860,049 gegen 888,829 Ende 1914. Die Zahl unoexer Beamte», einschließlich der Mitglieder des Vorstandes und sämtlicher Direktoren und Stellvertreter der Zwoiga»- stalten sowie einschließlich der zum Heeresdienst Einberufenen and der während des Krieges angenommenen Hilfskräfte, betrug am Jahresschluß 10,120 gegen 8607 im Vorjahr. Als Anlage zu diesem Beriebt geben wir das Verzeichnis der Tapferen au» unserem Kreise, welche die Treue zum Vaterlande in Erfüllung ihrer Pflicht mit dem Tode bezahlt haben. Die entstandenen Lücken konnten wir zum Teil durch Beamtinnen ausfüllen, aber nur mit Anstrengung war es möglieh, den Geschäftsbetrieb der Bank aufrecht und in Ordnung za halten. Wir mußten einige Depositenkassen schließen und vielfach auf die Nachsicht unserer Kunden zählen. Mit Zustimmung des Auf sichtsrats haben wir«neeren, im Dleaat dos Landes kämpfenden und arbeitenden Beamten die im vorigen Jahresbericht näher bezeichneten Vergütungen für sieh und ihre Familien gewährt. Ferner wurde im Mal dos Jahres eine außerordentliche Kriegsbeihilfe von M. 488,750 an alle Beamten verteilt, deren festes Jahresgebalt den Betrag von M. 8600 nicht überstieg; endlich gewährte» wir eine allgemeine Teuerungszulage von 10 Prozent des Gehaltes an die verheirateten Beamten und von 6 Prozent an die unverheira- toten, beides mit Wirkung vom 1. Juli und für die Dauer de« Krieges. Unsere Gesamtausgabe für Kriegsfürsorge zugunsten unserer Beamten. ohne Elnrcchnung der Zuwendungen aus dem J ahres gewinn, bo- llef sich im Berichtejahre auf M, 6,219,592.25. Auch in diesem Jahre haben wir alle Auslage» für Blnrieh- t«n g auf M. 1,—. sowie einen Betrag von M. 1.8SVMS.U auf Bank- ge b i n d e abgeschrieben. In Berlin ist das neue Direktion« geh äude bezogen worden; seine Einrichtungen haben sich gut bewährt. In Trier wurde ein Grundstück zur Errichtung eines neuen Helms für unsere dortige Zweigstelle erworben. Für Stenern n nd Abgabe» hatte» wir K. zahlen, gegen M. 4,166,064.78 In 1914. Unsere Zwelganstalte n habe» zieh aaeh Kriegsjahr jeder Anforderung gewachsen gezeigt und ihren Kundenkreis erweitert. Insbesondere die Filialen in Brüssel und K o a- stantinopel hatten Gelegenheit, unter schwierigen Verhältnissen nützliche Dienste zu leisten. Die Deutsche Ueberscelsehe Bank hat zieh aa alte» Stellen, in Argentinien, BrasiHen, Chile, Peru, Bolivien»ad Bpnnlea, bewährt ued nimmt die Verteilung von abermals• Prozent Dividende ia Aussicht. Der Ertrag am«Daneraflen Beteilignngea* nnd Ff msDditen enthält die für 1914 vereinnahmten Dividende"* den auf■uaeie» Bank(f Preeesd)(Dividende für Besitz au Aktie» der Deutschen Uebereecischca 1915 6 Prozent). der Deutsche» Vereinsbank(• Present)(Dividend» für WM 9H Proreut*, Bar Essener Credit- Anstalt(8 Prozent)(Divideade für HO• Prozent),_ Bar Hanno versehe» Baak(f ProsJ(Dividende für 2119 PraaJ, Her Mecklenburgischen Hypotheken- und Wcchsctbank(tfl Prozent) (Dividende für 1916 15 Prozent). Kar Kiederiausitzer Bank A--Ö.(6 Praaent)(Dividende für tttt Prozent), dar G Idenburg! schon Spar-»ad Leih- Bank(10 Piaaeat)(PtfMoade für 1915 10 Procent), Bor Pfälzischen Bank(9 Prozent)(Dividende für 2916• Praaent), der Privatbank zu Gotha(6% Prozent)(Dividende fflr 1916 6 ProsJ, der Rheinischen CredJtbank(5 Pros.)(Dividende für 1916 9 Proz.), des Scblesischen Bankvereins(6 Proz.)(Dividende für 1916 7 Pro«.), der Wtirttcmbcrgiscben Vereinsbank(8 Prozent)(Dividende für 1916 6 Prozent), »ad der Deutschen Treuhand-Oesenzchaf!(29�4 Prozent)(Dividende für 1916 12� Prozent). Wie die Liste zeigt, haben a»c Biese Instttuta für da« zweite Kriegsjahr die gleiche oder eine höhere Dividende vergetehlaga» ah für das erste. Nur die Dcutsch-Ostafrikanische Baak, an der wir mit M. 124,500 beteiligt sind, hat keine Dividende verteilt. Vermehrt haben sich unsere Bestände aa„Dauernd eu Beteiligungen" durch einen Zugang von Aktien der Essener Crcdlt-Anstalt sowie durch Uebertragung unserer erheblichen alten Beteiligung an der Bank für orientalische Eisenbahnen. Dieses Unternehmen befindet sich in gesunder und starker Verfassung und dürfte mindesten« die gleiche Dividende vo» 6 Prozent wie im vorigen Jahre verteilen. Wir übernahmen die Besorgung der Geschäfte von Kriegsauaschüssen und Abrechnungsstellen für Oele und Fette, Margarine und Speisefett, Lack, Seife» und Stearin, Robbaar, Schmieröl, Harze, Kauf- «ohiik n. a. m. Im Einverständnis mit den Bohördon haben wir zahlreiche» iiissi- aohen Untertanen mit Geldmitteln ausgeholfen in ihre Heimat zurück- zukehren. Ebenso haben wir eine Organisation geschaffen, um an dl« deutseben, sowie österreicMscbcn oder ungarischen Kriegs- und Zivil- gefangenen 1» Bußland, Frankreich und England Zahlungen»u vermitteln. In dieser Abteilung sind z. Z. 46 Beamte beschäftigt. Wenn es unter den heutigen Verhältnisse» und angesichts der vielen sieh entgegenstellenden Schwierigkeiten, namentlich an den Bestimmung»- orten selbst, auch nicht möglich ist, mit Sicherheit alle Zahlungen an die Empfänger zu leiten, so glauben wir doch nnter Aufwendung einer •ehr erheblichen Arbeit und großer Kosten dazu beizutragen, das Los unserer im feindlichen Auslande gefangenen Landsleute zu mildern. Unsere Eisenbahn- Unternehmungen in der Tür� koi hatten während des Krieges eine besonders wichtige Aufgabe zu erfülleu und haben dem befreundeten Ottomanischen Kaiserreich mehr als j« die wertvollsten Dienste geleistet. Die Anatollsehe Eiseabahn- Gesellschaft dürfte für das Berichtsjahr nach reichlichen Absehreibungen und Rücklagen wiederum 6 Prozent verteilen. Die Bagdad-Eisenbahn-Geeellscbaft konnte, trotz vieler Widerwärtigkeiten und Behinderungen, Ihren Bau fort- setzea und reicht heute bis Ras-ul-Ain im oberen Mesopotamien. Der Bau von Bagdad aus mußte infolge des Abschneiden« der Seeverbln- dtzng natürlich eiagestellt werde»; nur die kleine Teilstrecke von Bagdad aaeh ßamatra ist im Be triefe. Sehr gut haben wiederum unsere Petreleum- Untern e h- m» n g e n gearbeitet und sieh dabei dem Reich wie seinen Verbündeten und Freunden durch Lieferung von Erdölprodukten nützlich gemacht. Die Deutsche Petroleum A.-G. hat 8 Prozent verteilt, die Sieaua Roma»a wird für Ihre, infolge Verlegung dos Go- •ehäftsjahres auf den 81. Dezember auf 714 Monate verkürzte Ah» •chlnß periode 10 Prozent Dividende anf 70 Millionen Lei verteilen. Unter Hinweis anf die Leistungen der Deutschen Bank om dl« Weckung nnd den Aufschwung der rumänischen Petroleum-Indimtrie hat uns die Königlich Ungarische Regierung mit der Entwicklung der wichtigen Erdgasvorkommen In Siebenbürgen betraut. Gegen Ende des Berichtsjahre« unterzeichnete« wir einen. Inzwischen vom nuga- riseben Parlament genehmigten Vertrag, nach welchem die Ungarische Erdgas- A.-G. demnächst ins Lehen trete« soll. An diesem Unternehmen sind anßer dem Ungarischen Staat die ersten ungarischen Bankinotlhite sowie die Hanptkonsorte« unserer alte» Petroleum gruppe nebst österreichischen Freunden unter unserer Führung vereinigt. Die Bayarlseh«» Stlckstoffwerke erhöhte» Ihr Kapital anf M. 12,000,900 und verteilten 12 Prozent Dividende. Der Bau der großen Reichswerke an der Elbe und In Schlesien, der dieser vo» uns gegründeten Geaellschaft anvertraut war, Jet vollendet. Der künti- lieh gewonnene Stickstoff der Luft hat»lebt nur für die Landesverteidigung wie für dte Landwirtschaft größte Bedeutung gewönne«, sondern er bat sich auch wirtschaftlich bewährt und wird Im Frieden dauernd« Dienste leisten. Ven sonstige» Kossertlalgesehäfte» sind nur wealge zu erwähnen. Wir beteriUgtea um führeod an verschiedene» üebemahmen »•terreiefi izeher SchatxscheiBe, sowie an der Ueber- tfihrong der A. Jasmaizi-Zlgaretten-GeeeHachafte» in deutschem bgewiekeK wurde» u. a. die 4%prozentige Anleihe der Hohenlohe-W�rke A.-G„ Aktien der Kiederiausitzer Kohlenwerke, Aktien der Adler& Oppenheimer Lederfabrik A.-CL, Aktien der Maschinenfabrik Anguburg-Nürnherg, Kapltater höh nng der WestOltech-Aahaltischfta Sprengsteff A�G. Unsere Kousorflal-Rechncng bestand am JahTessöhTusse aus: 64 Beteiligungen an festverzinslichen Werten M. 16,148,132.90 47 h aa Aktie» von Eisenbahnen und an anderen Transport- ) Unternehmungen•••• m 9,985,998.80 ■«i an Bank- Aktien.,.•*• 8,495,854.96 29 H au Grundstücke-Geschäften M 8,218,858.85 68 M aa Inländischen Industriellen u. a. Unternehmungen•• m 0,966,574.44 198 S. an ausländischen dcrgl... M 10,830,057.34 2i* an Kriegekreditbanken und anderen Kriegs gesellscbaftea 1,938,848.15 M. 49,697 AIS.94 Der Bestand eigener Wertpapiere gliedert sieh wie folgt: Staats- und Kommunal-Paplcre sowie deutsche Pfandbriefe........... M. 29.1 60.009.92 Kteenbnhn- und industrielle Obligationen»im 5,088,597.7t Eisenbahn-, Bank- nnd Industrie-Aktien»•* 6,095,868.39 Venchiedeoe kleine Bestände••••»■.. 154,450.05 tuaamen ia über 400 Gattungen M. 48,898.426.07 Im Sem vorgenannten Effektenbestand befanden sich deutsche Staatspapiere im Buchwert von M. 26,965,861.48. Die von uns bei Ausgaben der Kriegsanleihen jeweils für unsere eigene Rechnung gezeichneten Beträge haben infolge der, auch nach den Zeichnung.«- Perioden andauernden, guten Nachfrage unserer Kundschaft immer raschen Absatz gefunden. Sowohl unsere Konsortlal- als unser« Effekten beotänd« sind wieder- mm weit nnter den Kursen von Ende Jnli 1914 wie auch anter Tages- preisen aufgenommen. Den Uber 4 Prozent Geldzinsen, die in das Zinsenkooto geflosee» sind, erzielten Gewinn auf Wertpapiere und Konsortien haben wir, wi« im vorigen Jahre, zu Abschreibungen verwendet. Bei Aufstellung unseres Abschlusses haben wir insbesondere durch •ritebliche Rücklagen wegen unserer Londoner Klederiaeming abermals vorgesorgt. Wir schlagen vor, de» im vorige» Jahre auf r»» d 12 Millionen Mark erhöhten Vortrag nicht z« schmälern, die Rücklagen durch Ueberwci- • n» g von M. 1,500,000 auf 180 Millionen Mark abzurun- d o» und 12% Prozent Dividende zn verteilen. Z» den Aufzlcbtsrat wurden neu gewählt die Herren: Senator Friedrich CarlBierman», Brome», Kommerz ienrat Paul Herz. Berlin, Kommerzienrat Wilhelm Pfolffor, Düsseldorf, Kommerzienrat Konsul Max Trinkaas, Düsseldorf und Gebeimer Kommerzienrat KarlElönne, Berlin-Grunewald. Der letztere, unser langjähriger Kollege, wurde schon am 20. Mal de« Berichtsjahres zu unserem Schmerze durch den Tod abberufen. Eine Würdigung seiner Verdienste um dte Deutsche Bank ist in unserem vorjährigen Berichte enthalten. Vor Jahresschluß hatte Herr Geheimer Finanzrat Dr. jur. Otto B fl s 1 n g ans Gesundheitsrücksichten seine Stelle als Mitglied des Aafaichtsrat« niedergelegt. Kur za berechtigt war sein Gefühl, daß sei» körperliches Befinden die größte Sehonnng erfordere, denn schon am 12. Januar 1916 wurde er vom Tode ereilt. Er hat unserem Auf- ilehtsrat seit 1891 angehört, der Revisionskommission seit 1904; sein Andenken bleibt unvergessen. Der Aasscbuß für die rheinioeh-westfällsehea Zwelgaiort alten Teeler zu unserem großen Leidwesen durch den Tod uwei geschätzte Mit- glieder, die HH. Kommerzienrat Louis Wessel in Bonn und Geheimer Kommerzienrat Dr. Jng. Ernst Schieß, Düsseldorf. Ans dem Vorstände schied nm 81. Januar Herr Wirklieber Lcga- ilonsrat Dr. Karl Helfferich infolge seiner Berufung zum Staatssekretär des Reichsachatzarates. Wir hatten ihn 1906 als Mitglied der Verwaltungen unserer türkischen Eisenbahnunternehmungen gewonnen und Anfang 1906 in den Vorstand der Deutschen Bank übernommen. So sehr wir sein Scheiden auz unserem Kreise bedauern. freuen wir an«, daß seine große Arbeitskraft und Fähigkeiten an so hervorragender Steile der Allgemeinheit ia diesea schweren Zeiten nützen. An«eine Stelle trat am 1. Februar Herr Emil G e e r g Staaß, omter langjähriger Mitarbeiter und Leiter unserer Petroleumgeschäfte. Herr Bergassessor Max Pohl wurde zum stellvertretenden Direktor bei der Hauptniederlassung. Herr Wilhelm Kisalrig zum Abtcilungsdircktor in Berlin ernannt. Beide Herren gehören zeit viele» Jahren unserem Kreise an. In Aachen mußte leider der verdiente Direktor unserer dortigen Filiale, Herr Alex an der Plagge, mit Schluß de« Berichtsjahre« aus Gesund Ucitsriicksiehtcn ausscheiden. In Elberfeld wurde Herr Dr. Friedrich von Koch zum Direktor unserer dortigen Niederlassung befördert. Herr Conrad A. Bischof f« früher«tcllvertretcndcr Direktor der Brüsseler Filiale, starb leider am 19. Mai, eh« er«ein neues Amt als Direktor unserer Zweigstelle in Met« hatte antreten können; er wird als unser langjähriger treuer Mttaifeeiter unvergessen bleiben. Für die Zweigstelle 1» Neuss wurde Herr K. Dick zum stellvertretenden Direktor ernannt. Aua dem vorjährigen Vortrag von M. 12,115,870.91 ist dl« zweite Rate des Wehrbeitrages mit M. 508,498 besohlt worden. Einschließlich des alsdann verhü ebene» Vortrags aus 1914 von M. 11,517,338.91, naek Vornahm« der Abschreibungen anf Bankgebäude und Einrichtung im Betrag« von............... V. 2.«8t3aMI nnd Rückstellung für Talon Steuer von M 250,000�— beläuft sich da« Erträgnis des Jahres 1918 anf*• i H. IS(MS,S88J0 Hierve» erhalten zunächst dte Aktionäre 8% Proz. Dividende auf M. 250,000 ,000.—(nach 9 85b der- f— Katzungen)» ▼ob den vsrbieNtenSe» M. 88,898,586.19 beantragen wir. der Bäcklage B...,. M 1,000,006.— Ihr Aboohluß-Gratiflkatlonen an die Au gestellten•••#», 8,600,006.—« ä,t00,Ö0A— u» flbenreis«». Ve» dem übrig bleibenden Betrage von... M 28,898M8A9 abzüglich M. 12,164,558.98 Vortrag auf neue Bechuung. erhalten(nach fi S8d der Satzungen) der Auf sichtsrat nnd die Ortsausschüsse 7 Prooeni Gewinnanteil mit......■„ 1,229,092.36 Wir schlage» vor, ven den restlich....... M. 2T464JBtAf I Pros. Kaperdividende auf 226,000,000 Mark mit............... M 15.000.000.— n verteilen und den Deberschuß von..,. M. 12, 164 ,558.98 auf neue Rechnung vorzutragen. Aus diesem Vortrag wird der auf das neue Jahr entfallende Teil de« Wehr bottrag» m zahlen sein. Es würde demnach erhalten; jede Akti« von noxn. 600 M.; 75 M«) m* H* 1200„ 150„ j=22� Pro*. Dividende. „„„ 1600„ 200.. Wenn die Generalversammlung unsere Anträge genehmigt,«e werden«ich unsere bilanzmäßigen Reserven wie folgt stellen: L Gesetzliche Rücklage A........ M. 129,888,0SU6 2. Rücklage B.....«••••«*» 48,005,816.42 8. Kontokorrent-Rücklage•••■•«■•„ 7,016,652.28 unaammen 72 Pros, unseres Aktienkapital«— ML 186,000,000— nnd die bflaazmäßigen Gesamtmittel(ein- schlicQlich Vortrag) auf rund...» Berlin, im April 1926. Der Vorstand der Deutschen Bank. M 412 ,000, OM.— JL T. Owlmw E. Hsinemana Paul M. Heu mann P. Manklewfiz O. Schlitler O. ScbrStar& Q, StaaS O. Sport-Paletot in kariertem Stoff mit modernem Gürtel......... S75 SpOPt-PaletOt in modernen Farben mit Qflrtelgarnitur......... Koverkot-Paletot m. mod. Sporttasche, offen u. geschlossen zu tragen Koverkot-Paletot m. Sportgürtel„Die grosse Frühjahrsmode"... ZA20 Koverkot-Paletot mit mod. Falten-lWachart und„Sportgürtel"... Cl i®CSC©ili9©dC(3ö in schwarz und blau, mit und ICOStllllM■ in schwarz, blau und farbig., Früh jahrS-BlüSen mit neuem Bermel und moderner Garnitur..,., 375 Frühjahrs-Blusen schwarz-weiss, mit neuer Kragengarnitur...... 4�93 Woll-Musselin-Biusen mit mod. Seidengarnituren in mod. 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Marguerltenranken...... 95* Vergissmeinnichtranken 75, 48 Bunte Ranken 295 245 I43 Beerenranken........... I73 Kleider-, Blusen- und Seidenstotte in grösater Jinavrahl H. Joseph& C9■ Neukölln >ilNii>ii!i!!III>IIMIIM>I!i!iIi»i!I!!U«iI»ilII«!iIiI>!i>W>iiIi!I!IIl!>IUiiI!l!i!iIl!>I!!i»I!I!III!i!iIII!liIkil!IVI!!!>l!!I!!!!i!i!i!>ii!li>i!I!»M>«Ij>!>I!MMkUiIIM Bezugsquellen-Verzeichnis Berlin-Süden Ersrligiat trSckfutltck etnail. fiMchkfle empfg'nlsp gfek hei Kintäufei. i3ctiir'i.llenliMiia D«M! Nrtitt pj Inh. Oust. Mfiller »NII.I«» b» SUea, Ost«..Dnittnii. NUIn., Allantr. 37, Aieiku>bI.cKnheBV Bsttfeüern jmju H Berta Pfeffer slrenri 1 Fleisch- u. WurntMor. u. Wupetwar. g ; Frieseitstr.22.ll Karlsg: arten 16 ff. Fleisthw.«.Aafsekn. ftu/aice.Frucnnaita.Lmcrl ETiOiiiiei | Mansteinstp, 4 i** Katfaa-Vapaand ÜÖB gBeigememfameniBe- Nzug Preisermäßigung a Berlin, ifitzßuustr. 94 kVepiann. Sia Ppaisllntel zcllhpen, OoldwarenacK S. Fenske, Kottbus.Danua BbM ,3treng reei!, anerkannt bill.H fj'euIcoTI'n" C. Dittmann lerati IBg.l reptow Berlineratr. 49 üd— Geflügel•— Flecke.} Feine Fleiaek- und F Wiretvar. ---------------- I tj Ii I Tal. Mtipl. 100H| Buchhandlung Vorwärts, Verlin SM., Lindensir. 3 Es lebe der Frieden! Von PH.Scheldemann,M.d.R. Preis 7SPf. Vereinsausgabe 4<1Pf. Aus dem Inhalt: Ansere Friedensarbeit im Reiche— Internationale Friedensarbeit— Ist der Krieg ein anderer geworden?— Ansere Friedensinterpellation- DaSVerhalten der feindlichen Regierungen: Rußlands, Englands, Frankreichs und Belgiens— Wie also steht es in Wirklichkeit?— Aussprechen, was ist!— And am Schlüsse gibtder Ver- fasser klare Richtlinien: Wann dem Kriege ein Ende gemacht wird und wie wir zu einem dauerhaften Frieden gelangen. KZ H.& P. Uder, Takak-GroBhandlniig und Tabakfakrik. Spezialität; Nordhäuser Kautabak von Q.£. Jtanewacker, Qrimm% Triepel 1 1 Stets frisch zu den äußersten Engrospreisen. 1 i- Amt Tlorltepl. SO 14.,,- Buchhandlung Vorwärts, Verlin EW., Lindenstr.3 Die Bestrebungen fÄr eine wirtschaftliche Annäherung Deutschlands und Oefterreich-Angarns j Preis t Mark! Protokoll der Verhandlungen, die am g.Ianuar 1916 zwischen der sozialdemokratischen Fraktion des deutschen Reichstages, dem sozialdemokratischen Parteivorstand und Parteiausschuß, der Generatkommisfion und den Vorständen der deutschen Gewert schasten, einerVertretung des Zentralverbandes deutscher Konsum- vereine und einerVertretung der sozialdemokratischen Partei Oesterreichs und der österreichisdten Gewerkschaften in Berlin über die wirtschaftlid)? Annäherung Deutschlands und Oesterreich-Angarns stattfanden. e« Aeitungs-Msgabestellen unü Inseraten-Annahme. O«ntPi>«i i Albert H ainisch. Ackerstr. 174. am Koppenplatz. GeSffnei von Ii— t>/,.und von 4slf—7 Ubr. «.Wahlkreis: 8. und SW.:® ust a vS chm i dt, Bärwaldstr. 42. Ge�net von 11— VI, und von 41/,— 7 Uhr. HVahlkrals:B• lilchterfelde, l.anknltz: H. B e r n l e e, Alsenstr. 5 in Steglitz. Geöffnet von 11—1'/, und von 4'/,— 7 Uhr. D'rlcdrlchshaxen, Flchtennn, Rahnsdorf, Schönelche- KI.-Schönebock: Ernst Werlmann, FriedrichShagen. Köpe- nicker Straffe 18. Vrllnan: Franz Klein. Friedrichstr. 10. Johannisthal, Rudow: M'as G o n s ch u r, Parstlr. 23 Karlshorst: Hermann Btllinq, Dönhoffstr. 28. Künixs-W nstenhansen, Wildau, STiederlehme: Friedrich B a u m a n n. Luckcnwalder Straffe 6. Köpenick: Emil G iffler, Kietzerstr. 6, Laden. Geöffnet von morgens 7 Uhr bis abends 8 Uhr. I.lehteniberg; I, ll'rlodrlchsfelde, Hohetischönhaasen: Otto S e i t e l, Wartenberg straffe 1(Laden). Geöffnet von 11—1'/, und von 4'/,— 7 Uhr. KIcktenherN II, Rninmelsbnrg:. Stralau: A. Rosen« (tanz, tlll-Boxhagen öä. Geöffnet von 11—1'/, und von 4'/,— 7 Uhr. Raklsdorf, Kautsdorf, Biesdorf: P. H e ff b e r g, Kauls- dors, Ferdinandstraffr 17. Barlendort, Barienfelde: August Leip, Chauffeestr. 23. k euenkaxen, Roppexarteu: AoiSzclo wski, Dotti- ftraffe 14. S> eukölln: M. H e i n r i ch. Neckaritr. 2. im Laden. Geöffnet von 3—2 und von 4— 7 Uhr: Neukölln. Britz: Rohr, Siegfriedstrave 28/23. Geöffnet von 11— l1/, und von 4'/,— 7 Uhr. Xlcder-Schöneweide: Wilhetin Unruh, Brückenstr. 1l>, II. � owawvs: Karl Krähnberg, Eifenbahnstr. 1v. »ker-Sehönewelde: Alired Bader, WilHelminenHofstr. 17, Laden Geöffnet von 7 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. Pankow, Vlederschönhnnsen, Jiordend, Frz.-Buch- holz. Blankenburg-; Riff mann, Mühlenstr. 30. Geöffnet von 11—1'/, und von 4'/,— 7 Uhr. Reinickendorf- tlst, WUholmsrah und Sehönholz: P. E u r i ch, Provinzstr. 56. Laden. Geöffnet v. 11— VI, u. 4'/,— 7 Uhr. Schenkendort b. KönigS-Wusterhauien: Chr. H a n t I ch t e, Dorsstr. 10. Schöneberz-: Wilhei», Baumlet, Meiiiinger Straffe 8, im Lade», Geöffnet von 11—1'/, und von 4'/,— 7 Uhr. Spandan, Vonnendamm. Staaken. Seegefeld und Falke nhagen: Schumacher, Breitestr. 64. Deöffnet von 8 Uhr morgens bis» Uhr abends. lexel, Borsigwalde, WUtenaa. IVaidmannslust, Hernisdorf, Hohen-\Tenendorf, Birkenwerder, Freie Scholle u. Itcliiickendorr- West: Paul ftieiiaii Borsigwalde. Räuich straffe 10. Geöffnet von 11— 1'/, a. von 4'/,— 7 Uhr Teltow: L e n s ch n e r, Havclftr. 2. Tempeihof: Joh. Strohn, Bornsstastr. 62. Treptow: Rob. Gramenz, Kiesholzstraffe 412, Laden. Geöffnet von 7 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. Weillennee, Meinersdorf: Gast R o ff ko p s, Berliner Allee 11. WUmersdort, Ifalensee, Schmargendorf: Paul Schubert, WiidclmSaue 27. Zeuthen, Hlersdorf: Sich. Schultz, Zeuthen, Ziechenstr. 16. Zossen: Rönnebeck, Stubenrauch str. 27. Sämtliche ParteMteratur sowie alle wtffenschaftlichen Werke werden gelieser: Sonntags lind die SluSgabestelleu geschlossen. Verantwortlicher Redakteur: Älsreh Wielepp. Neukölln. Für den Inseratenteil veranuv.: Td. Glocke. Berlin, Druck u. Verlag:«orwart« Buchdruckerei u. BeriagsanftaU Paul Singer& tto, Berlin SW.