Ar. 108.- 33. Jahrs. flbonnementS'Bedingungen: Abonnements• Preis tnänumerond»! Liertcljährl. 8.S0 Mb. monatl. 1L0 Mb, wöchentlich M Pfg. frei ins HauS. einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit Muslriertcr Sonntags« keilage.Die Neue Welt' 10 Pfa. Post» Abormement: 1.30 Marl Uro Monat. Eingetragen in die Post-Zeitungs- Preislifie. Unter Kreuzband lttr Deutschland und Oeslerreich. Ungarn iJbO Marl, für das übrige Ausland i Marl pro Monat PostabonnemeMs nehmen an Belgien. Tänemarb Holland, Italien, Luxemburg. Portugal . Schweden und die Schweis ( 5 Pfennig) Die Tntertlons-Gebüljr betrügt für die sechsgcspaltenc Kolonel- teile oder deren Raum 60 Pfg, für politische und geniertschaitliche Lercins- Und Lerfamnilungs- Anzeigen 30 Pig. ..Kleine Hmeigcn", das lettacdmckte Wort 20 Pfg.(zukwsig 2 feiigedrulitc Worte), jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafitcllcnan- zeigen das erfle Wort 10 Pfg, sedes «eitere Wort 5 Pfg. Worte über lö Buch- Naben zählen für zwei Worte. Fnscrate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition »bgegeben werden. Die Expedition ijt diS 7 Uhr abends geöjfnel. cilcheiiu täglich. Vevlinev Volksbwkk. ZmtvuXovqnw der foziatdcmokratifchen Partei Deutfchlands. Delegranim-Adresse: „Sozlalduiokrat BcrUa*. Neöaktion: Ew. H8, Liaüenstraße 3. Fernsprecher: Am» Moritzplatz, Nr. 721 90— S7. Die Umsahsteuer. Es hat allen Anschein, daß wir, dank Herrn Müller» Fulda statt der Ouittungsstempelsteuer eine Warenumsatz- steuer erhalten. Die Steuerkom Mission des Reichstages hat die Vorlage der Regierung abgelehnt und gegen die Summen der Sozialdemokraten und der Freisinnigen den genialen Ein- fall des Zentrumsabgeordneten angenommen. Die Regierung dürfte kaum nein sagen, denn während man die Einnahme aus der Lluittungssteuer auf 80 Millionen Mark ansetzte. schätzt man die Einnahme aus der Umsatzsteuer auf ein paar hundert Millionen. In der Tat kann das annähernd stimmen, denn der OuittungSstempel sollte für jede Zahlung zwischen 10 und 20 M. zehn Pfennige, für jede Zahlung über 100 M. zwanzig Pfennige betragen. Die Umsatzsteuer soll er- hobcnwerdenvom Umsatz allerWaren und eineMark pro Tausend betragen. Außer Betracht sollen nach dem bisherigen unfertigen Projett nur die Umsätze der Kleinhändler bleiben, die für weniger als 8000 M. Waren im Jahre umsetzen. Während es sich bei der Stempelsteuer aber um eine ganz geringfügige Abgabe handelt, die gleich blieb, ob die Quittung auf hundert oder auf Hunderttausende lautete, wird bei der Umsatzsteuer gemäß der Sunime gesteuert. Es ist wahrhaft das Ei des Kolumbus. Auf die einfachste Weise von der Welt wird dem Reiche eine überaus ergiebige Steucrguelle eröffnet. Dabei klingt, das so harmlos: eins pro Mille, eine Mark vom Tausend, ist ja gar nicht der Rede wert! Fragt sich nur. wie das wirkt. Die Geldbeträge, die bei den Warenumsätzen in Deutsch- land in Betracht kommen, belaufen sich aus viele hundert Milliarden Mark. Sie sind um ein Vielfaches größer als der Wert aller produzierten und konsumierten Waren. Denn erstens werden in der heutigen Wirtschaft hie Rohstoffe, aus denen Gbrauchsgüter hergestellt werden, gekauft, und so ent- stehen Umsätze, ehe das Gebrauchsgut fertig wird, zweitens gehen die Waren vielfach von Hand zu Hand, ehe sie in die Hände der Verarbeiter oder der Konsumenten gelangen.— Nehmen wir ein Beispiel: ein Gutsbesitzer verkauft eine Wagen- ladung Roggen s200 Zentner zu 50'Kilogramm),-der Verkaufspreis ist'etwa 1700 Mark und die Steuer beträgt 1,70 Mark, der Käufer ist ein Provinzhändler, der Roggen an der Börse verkaust; dort kauft ihn ein anderer Händler, der vielleicht direkt an einen Müller verkaust, viel» leicht geht die Ladung aber auch noch durch andere Hände; jedenfalls hat der Roggen, ehe er in die Mühle kommt in der Regel ein paar Mal den Besitzer gewechselt; jedesmal ist ein Ausschlag gemacht, der Preis ist erhöht worden und jedes- mal ist die Umsatzsteuer zu entrichten; ehe also der Müller in Besitz des Roggens kommt, lastet darauf bereits eine Steuer von nicht mehr 1,70 M., sondern vielleicht von mehreren Mark. Der Müller hat den Roggen vermählen und verkauft 160 Zentner Roggenmchl und 35 Zentner Kleie; diese Produkte haben einen Verkaufspreis von über 2000 M.; 2 M. Umsatzsteuer fließen in die Steuerkasse. Das Mehl geht nur selten direkt vom Müller in den Besitz einer Großbäckerei, in den meisten Fällen geht es durch die Hände von ein paar Zwischen- Händlern, von denen jeder die 2 M. Umsatzsteuer zu entrichten hat. Deshalb lasten auf dem Mehl, ehe es zu Brot vcr- backen wird, nicht die ursprünglichen 1,70 M. an Umsatzsteuer, sondern das Zehnfache oder noch mehr. Bei Gütern, die bei ihrer Verarbeitung eine Reihe von Prodnttions- Prozessen durchlaufen, handelt es sich um noch viel mehr Umsatzakte. Man denke etwa an einen Posten Schafwolle: der Schaszüchter verkauft ihn an den Händler am Ort. dieser an den Händler am Stapelplatz; ein paar Zwischenhändler folgen, bis die Wolle in der Wäscherei endet; dann kommt sie womöglich auch erst durch die Vermittclung von Händlern an die Spinnerei; das Wollgarn geht wieder durch die Hände von Händlern an die Weberei; das Tuck kauft der Groß- Händler, von diesem erwirbt es der Konfektionär, die gefertigten Anzüge gehen wieder ckn Händler, bis sie dann end- lich an die Verbraucher gelangen. Man sieht, daß die Umsatzsteuer von eins pro Tausend sehr leicht zu einer Steuer von ein Prozent und mehr vom Preiie der Verbraucksgüter werden kann. Wer die Steuer tragen wird, kann in den einzelnen Fällen zweiieilhaft sein. Sicker ist, daß die Produzenten und Händler die Steuer� abzuwälzen versuchen, immer der Ver- käufer auf den Käufer, so daß sie schließlich an dem letzten Käufer, dem Verbraucher hängen bleibt. Dabei würde nach lieber Sitte der Gewerbetreibenden die Abwälzung mit dem gehörigen Aufschlag geschehen, so daß die paar hundert Millionen Mark, die dem Reiche zufließen würden, die Kon- sumenten ein paar Milliarden kosten können. Unfehlbar hat also die Steuer die Ten- d e n z. die Warenpreise zu steigern. Nun wird allerdings die Abwälzung nicht immer ge- lingen. sondern die Steuer kann zuweilen auch von dem Vcr- käufer getragen weroen. wenn der Käufer der wirtschaftlich Stärkere ist Es besteht bekanntlich bereits eine Umsatz- steuer soweit die Warenhäuser in Betracht konimcn und gerade hier hat sich gezeigt, daß die Warenhäuser, denen daran gelegen sein muß. möglichst billig zu verkaufen, die Steuer „nach rückwärts abwälzen", nämlich auf ihre Lieferanten, die es sich gefallen lassen müssen, weil sie wirtschaftlich von diesen I Großkäufern abhängig sind. Ist die Steuer allgemein, dann ?kann man erwarten, daß vielfach dieses Abwälzen nach rück- iwärts stattfinden wird, ohne daß die letzten Kaufer, wie in | diesem Falle, verschont bleiben: der. Zwischenhändler wird z. B. dem Produzenten die Steuer aufmutzen, wo er kann, trotzdem aber ! einen Aufschlag beim Verkauf machen. Die wirtschaftlich schwachen Gewerbetreibenden werden daher in vielen Fällen durch die Steuer eine Einbuße an Profit erleiden, ohne daß dadurch die Last, die die Konsumenten zu tragen haben, wesentlich gemindert wird. Dort zum Beispiel, wo der Roh- stoff oder das Halbfabrikat von kartellierten Unternehmern bezogen werden muß, das Ferttgfabrikat aber im steien Wettbewerb verkauft wird, kann die Steuer auf die Her- steller des Fertigfabrikates abgewälzt werden, also aus jene Produzenten, die am schwersten um ihre Existenz ringen. In diesem Zusammenhange ist auch von Bedeutung, daß die gemischten Riesenbetriebe bevorzugt werden. Es haben be- kanntlich in der Eisenindustrie diese großen Werke in letzter Zeit sich darauf geworfen, Fertigfabrikate, wie Nägel, Draht, Blech, ja sogar Maschinen und Geräte herzustellen. Sie ver- arbeiten also eigenes Rohmaterial bis zu Ende, während ihre Konkurenten alles was sie bei der Produktion brauchen, kaufen müssen. Jetzt werden also diese gemischten Werke die Umsatz- steuer nur zahlen von den beim Verkauf erzielten Summen. und werden sie leicht abwälzen, ihre Konttirrenten da- gegen werden sowohl die Kohle als das Eisen teurer bezahlen müssen. Die„geringfügige Steuer von nur ein pro Tausend" kann unter diesen Verhältnissen leicht zu dem einen Reiskorn werden, welches das Lastkamcl zusammen- brechen läßt. Auch für die Exportindustrie kann die Steuer sehr be- schwerlich werden. Bei dem Wettbewerb auf dem Weltmarkt muß überaus scharf kalkuliert werden. Wie gesagt, summiert sich die Unisatzsteuer, wo es sich um Fertigfabrikate handelt, derart, daß nicht mehr mit dem Satze eins vom Tausend, sondern oft mit einem Satze eins vom Hundert zu rechnen sein wird, und das genügt nachgerade, um dem deutschen Exporteur manches Geschäft zu verderben, wenn eS ihm nicht gelingt, die Steuer nach rückwärts, auf den Fabrikanten ab- zuwälzen.'.-> 1 Die Weisheit der Verfechter dieser Steuer erscheint in um so strahlenderem Lichte, als es nicht einen Nationalökonomen gibt, der nicht mit einer allgemeinen Preissteigerung für die nächste Zeit rechnet, einer Preissteigerung, die die Rückkehr zu normalen wirtschaftlichen Verhältnissen in hohem Grade er- schweren wird. Gerade in dieser Zeit eine Steuer einführen. die die Tendenz zur Steigerung der Warenpreise verschärfen muß, heißt denn doch wahrlich, den Gaul am Schwänze auf- zäumen. Die Arbeiterschaft wird durch eine derartige Steuerpolitik ganz besonders geschädigt. Die Löhne werden nach dem Kriege sicher nicht im gleichen Verhältnisse steigen, als der Lebensunterhalt verteuert wird. Die ungünstige Beeinflussung der Fertigindustrie, die verhältnismäßig die meisten Arbeiter beschäftigt, durch die Steuer ist ein ebenfalls durckaus schädlicher Faktor für die soziale Entwicklung. Wenn die Gesetzgeber verständnisinnig vor direkten Steuern zurückschrecken, weil dadurch angeblich das Kapital abgeschreckt und zur Aus- Wanderung veranlaßt werden könnte, so sollten sie doch über- legen, ob ein solches Loshacken mit der Steueraxt auf das wirtschaftliche Getriebe und die Arbeiter insbesondere nicht schließlich eine Abwanderung von Arbeitern veranlassen kann. ! die viel gefährlicher sein dürfte. Reichsregierung und Umsatzsteuer. Offiziös verlauket: „Vom Standpunkt der Reichsfinanzverwaltung dürften grund- sätzliche Bedenken gegen die Umsatzsteuer nicht bestehen, da von ibr Wohl, weifelloS ein höherer Erliag zu erwarten ist als von dem QttiltungSstempel. Immerhin wird man gut tun, den großen Er- Wartungen über den Unisatzsteuerertrag, der in ReickSlagskreisen teil- weise mit 600 Millionen angenommen wird, etwas skeptisch gegen- überstehen, da irgendwelche zuverlässige Unterlagen für eine der- artige Schätzung nicht vorhanden sind. Daß sich gegen die Umiatz- . neuer auch mancherlei Bedenken anführen lafien. ist nicki zu bestreiten . So bat sie zweifellos den Charakter einer Gewerbesteuer, und zwar in ziemlich roher Form; sie greift mithin in ein Steuergediel ein, das den Gemeinden vorbehalten ist. Die Bundesregierungen werden deshalb vermutlich der Umsatzsteuer nicht mit besonderem Wohlwollen gegenüberstehen, wenn auch eine grundsätzliche Ablehnung nicht zu befürchten ist." Eine Rede Sonninos. Rom, 16. April.(W. T. B.) In der Kam m e r s i tz u n g er- klärte Minister des Aeußern S o n n i n o: Ich bitte die Kammer, einen raschen Blick auf die Tätigkeit der Regierung in den ver- schiedenen internationalen Fragen der letzten Monate werfen zu wollen, um sich besser über die Art klar werden zu können, wie die Regierung die Absichten der Kammer bei Ausführung des weit- reichenden Auitroges ausgelegt hat, den die Kammer ihr im De- zember erteilt hat. und um besser beurteilen zu können, ob die Re- gierung ihr Vertrauen weiter verdient. Expedition: EW. HS, Linden ftraße 3. Fernsprecher: Amt Moritzpla«, Nr. 121 30—121 97. In der Sitzung am 1. Dezember haben wir nach einem Rück« blick auf die Bemühungen der Regierung um die Berteidigong der Unabhängigkeit Serbien» schon vor unserer Teilnahme am Kriege dem Parlament unsere Absicht mitgeteilt., alles uns Mögliche zur Unter- stützung der Armee König PeterS zu tun, indem wjr iin Einverständnis mit unseren Alliierten ihre Versorgung mit Lebensmitteln und Munition sicherten und ihre Konzentration er- leichterten in Erwartung der Zeil für die Revanche. Es war da- mals nicht angebracht, die Einzelheiten unserer Aktion zu erörtern, weil diese auch von dem Ausgang der Operationen auf dem Balkan abhängen mußten. Bekanntlich ist seitdem beschlossen worden, die serbischen Truppen nach Korfu zu bringen und dort zu sammeln, nachdem sie sich nach einem Kamps gegen zwei an Zahl sehr überlegene feindliche Armeen nach Montenegro und Albanien zurückgezogen hatten. Da ein Widerstand der serbischen Armee in Skutari oder in Albanien als unmöglich erkannt wurde, war es durchaus nötig und wichtig, ihre Ein« schließung und Uebergabe zu verhindern. Die erste schwere Auf- gäbe war die Wiederversorgung dieser Armee mit Kriegs- Material und Lebensmitteln; hiermit wurde die italienische Marine nebst einigen Schiffen der verbündeten Flotten beauitragt. Das gesamte verschiffte und gelandete Material betrug 6ScX> Tonnen in San Giovanni di Medua und 30 000 Tonnen in den anderen albanislben Häfen, wofür ungeiährt 100 Dampfer verwendet wurden. Ein noch schwierigeres Unternehmen war die Einschiffung und der Transport der serbischen Armee, die ein neues ruhmreiches Blatt auf der Edrentafel unserer Marine bilden. Außerdem wurden diele Tausende von Flücktlingen, Frauen und Kinder unterstützt und neben der serbischen Armee von San Giovanni di Medua, Durazzo und Valona forigeiührt und Tausende von Kranken und Verwundeten auf Lazarettschiffen untergebracht. Ferner brachte man die ganze Masse der von der serbischen Armee gemachten österreichisch-ungarischcn Gefangenen nach Italien. Daneben darf man nicht vergessen, daß wir zu gleicher Zeil zur Entsendung einer italienischen Truppenexpedilion aus das andere Meercsufer schritten, um dadurch alle diese Einschiffungen möglich zu machen. Im ganzen sind so über 260000 Personen und 10 000 Pferde über das Adrialische Meer transportiert worden. Dieie so on>eknl>che Bewegung von Menschen und Material ist trotz der schlechten Jahreszeit, den ungünstigen Vorbedingungen in den kleinen albanischen Hären, die dem Feinde nahe und von unserem einzigen AuSgangShaien Brindisi verhältnismäßig weit ablagen, ohne ernstlichen Schaden verlausen. Heule bildet die wiederhergestellte serbische Armee die feierliche Versicherung, daß Serbien trotz des Mißgeschicks seiner Waffen un< gebeugt weiterlebt, trotz der Angriffe und der Unterdrückung durch die Feinde. Der Besuch des Kronprinzen Alexander, der unserem König und unserer Regierung.ihre.Sympathien zu danken wünschte, zeigt deutlich, welches ausrichtige Interesse das ilalienüche Volk an dem Geschick des serbischen Volles nimmt. Bei dieser Gelegen- best haben wir das verebrungswürdige Haupt der serbischen Regierung. Paschilsch, begrüßen können und hatten mit ihm herzliche Unteredmigen. Ter sein d Ii che Einmarsch in Montenegr» war die unvermeidliche Folge des Rückzuges«eines serbischen Ver« bündele». Man hat behauptet, daß Italien eine Truppenexpedilion nach Montenegro zu dessen Schutze hätte senden können und müssen, aber diele Annahme hält der einfachsten Kritik nicht Stand, wenn man die taktischen und strategischen Verhältnisse der Lage im Land« und Seekrieg genau kennt. König Nikolaus bat den Weg in die Verbanung der Unterzeichnung eines Sonderfriedens vorgezogen, da er das Vertrauen hatte, daß der schließ« liche Sieg der Alliierten seinem Vateriande die Unabhängigkeit »nd sein unverletztes Gebiet zurückgeben werde. Die montenegrinischen Truppen, welche ihrem Herrscher'olgten, sind nach Koriu gebracht, wo sie in Erwartung des Augenblickes der Revanche neuorganisictt werden. In der Absicht, die Erhaltung der serbischen Armee zu sichern, halten wir Truppenabteilungen nach Durazzo geschickt, um die Tätigkeit unserer Flotte zu unterstützen. Folglich hatte die Besetzung von Durazzo einen zeitlich begrenzten Zweck, und nach seiner Erreichung werden unsere Landslreitlräfle in Valona zu« sammengezogen, wo die Regierung alle nötigen Vorkehrungen ge- troffen hat, uin jeder Ueberraichung zu begegnen. Wir sind der An« ficht, daß durch die Besitznahme von Valona die italienischen Interessen aus diesem Teil des jenseitigen UserS des Adriatischcn Meeres gesichert sind, solange die Ereignisse auf der Batkanhaib- insel im Flusse sind. General Esiad hat Durazzo verlassen und Italien hat ihm sowie den ihn begleiienden albaiiesiichen Truppen herzliche Gastireundschait geboten. Ihre Einschiffung war schwierig und setzte die Eigenschaften unserer Land- und Scestreitkräsle in das glänzendste Licht; hohe See behinderte die Einschiffung, und ein an Zahl stark überlegener Feind war nahe. Unter diesen Umständen icheinen unsere Verluste während der beiden Tage des Kampfes zur Deckung der Einschiffung mit 807 Mann an Toten. Verwundeten und Vermißten leicht, während wir dem Feinde viel schwerere Ver- luste beigebracht haben. In meinen Mitteilungen an die Kammer am 1. Dezember habe ich auf die BeiorguiS angespielt, die uns die Haltung Griechenlands de» Alliierten gegenüber verursachte. Diese Besorgnis, die zuerst beschwichtigt wurde, lebte dann unglücklicherweise infolge neuer Meinungsverschiedenheircii wieder auf. Doch zeigt die griechische Regierung gegenwärtig, daß sie sich von den böhercn Interessen ihres Landes Ncchcnschafl ablegt und daß sie sich der politischen und militärischen Notwendigkeiten bewußt ist. die daS Vorgehen der Alliierten in Saloniki und auf Kortu veranlaßt haben. Italien wünscht aufrichtig, mit dem hellenischen Königreich freund- schastliche Beziehungen aufrechtzuerhalten, und wir haben das Ver« trauen, daß alle Fragen, die zwischen den beiden durch so schöne und so alte Ueberlieferungen verbundenen Völkern auftauchen könnten, gelöst werden können in dem gemeinsamen Interesse der guten und herzlichen Beziehungen der Nachbarschaft. Unsere Beziehungen zuRnmänien werden geleitet von der traditionellen Freundschaft, die eine wohlverstande Schätzung der gemeinsamen Interessen und dem volkstümlichen innige» Bewußt« sein des Ursprungs beider entspricht. Die italienische Regierung ver« nachlässigt nichts, um ihre Beziebungen zu Rumänien immer herz- licher zu gestalten, und ich bin glücklich festzustellen, daß die Bularester Regierung sich die Aufrechterhaliung dieser guten Be« ziehungen»ül gleichem Eifer angelegen sein läßt. Am 14. Februar haben die Negierungen Frankreichs, Groß- britonnieus und Rußlands, als der Signatare der die Unabhängig» keit und Neutralität Belgiens gewährleistenden Verträge, erklart, daß sie keine Friedensverhandlung beginnen und die Feindselig- leiten nicht beendigen würden, ehe Belgien in seiner politischen und wirtschaftlichen Unabhängigkeit wieder hergestellt und für die erlittenen Verluste reichlich entschädigt sein würde. Obwohl Italien nicht zu den Garanneinüchten der Unobhängigkeil und Neutralität Belgiens gehört, gab es doch als Signatarmacht der Londoner Konvention vom 30. November seine Zustimmung zu dieser Erklärung sich so praktisch und vollständig den Friedensbedingungen anschließend, welche die vollsiändige Wiederherstellung des heldenhaften Belgien fordern. Mit lebhafter Genugtuung haben wir den Eintritt Por- tugals in unsere Reihen begrüßt. Tie portugiesische Re- gierung hat durch ihren klugen und edlen Entschluß bewiesen, daß sie die höheren Interessen deS Landes tapfer zu schützen wußte. Tie öffentliche Meinung Italiens hat die Nachricht von dem glänzenden Siege des russischen Heeres bei der furchtbaren E r- oberung der Festung Erzer um einstimmig mit Freude aufgenommen, ebenso den Bormarsch der Russen gegen Trapezunt und Müsch, der die Folge war und der ahnen läßt, welch schweren Schlag das oltomanische Kaiserreich, daö sich in so unkluger Weise in diesen Krieg gegen seine Lebensinteressen hat hineinziehen lassen, von dieser Seit- erhalten muß. Zwischen den verbündeten Re- giernngcn von Rußland nnd Italien bestehen die freundschaftlichsten und vertrancnSvollsten Beziehungen, wid die Gefühle einer immer größer werdenden Herzliobkcit wachsen zwischen den beiden Nationen, wie es der Gruß der russischen Duma an daS italienische Parla- ment und die angekündigle Reise einer Abordnung der Duma nach Italien beweisen. Sonnino erinnerte an den Besuch, den B ria nd in Begleitung seiner glänzende» Mitarbeiter in, Fedrnar in Rom abgestattet habe. Ganz Italien habe diese erwünschte Gelegenheit benutzt, um der alliierten Nation, die durch einen so hervorragenden Mann vertreten wurde, ihre herzlichen Freundschaftsgefühle zum Ausdruck zu bringen. In den Besprechungen, die in Rom slattfanden, wurde die Noiwendig- keit erkannt, die Bemühungen der Alliierten zu festerem Zusammen- wirken zu bringen, um zu einer wirksamen und vollständigen Einheit deS BorgehenZ zu gelangen. Deshalb beschloß man in Rom eine vorbereitende Zusammenkunft der Vertreter der Generalstäbe in Chantilly und eine politische und militärische Besprechung der Alliier- ten in Paris. Als die Vertreter der italienischen Regierung diesen Besuch erwiderten, fanden sie in Paris von seilen der Regierung der Republik den herzlichsten Empfang, eingegeben von der aus- gesuchtesten Höflichkeit, während der Name Italien? von der edlen Pariser Bevölkerung mit den Ausdrücken der herzlichsten Brüderlich keit begrüßt wurde. Das Echo des begeisterten Empfanges, den ganz Italien A s q u i t h bereitet hat, ,st noch nicht verklungen. Wir waren glücke lich, in Rom das hervorragende Haupt der alliierten Regierung zu begrüßen, und die italienische Nation bestätigte von neuem mit Ber- anügen und aus eigenem Antriebe die alten und herzlichen Fmind- schastSgefühle, die Italien mit England verbinden und die ihre fest- Grundlage in den UeSerlieferungen und Erinnerungen der Ver» gangenhcit sowie in der tatsächlichen Gemeinsamkeit der Interessen haben. Di- Pariser Konferenz vom 27. und 23. März hatte vor allem zum Er- gebnis, der öffentlichen Meinung der Welt den Beweis emeS intimeren ZuiammenarbeitenS in dem Bündnis zu geben. Dieses moralische Ergebnis ist dazu bestimmt, unter den gegenwärtigen Umständen eine praktische Wirkung zu erzielen, und bildet em bemsrlenSwerteö Element der Sicherheit und deS Vertrauens. Während die alliierten Regierungen die vollkommene Uebereinstimmuug ihrer Ansichten und ihrer Ziele bewiesen haben hoben die Bevölkerungen einen neuen Antrieb daraus gezogen, ihre Anstrengungen und ihre Opfer mit unerschütterlicher Hartnäckigkeit fortzusetzen. Inzwischen richtet sich die Aufmerksamkeit der Welt auf die Heldentaten des sranzöstiäieu Heeres vor V e r d u n. um sie zu be wundern. Man kann schon jetzt behaupten, daß die Schlacht von Berdun einen bcmcrlenSwcrten Erfolg für Frankreich bedeutet, weil der Feind das Hauptziel bei seinem überraschenden Angriff verfehlt hat, nämlich in Frankreich und in den alliierten und neutralen Ländern eine Bewegimg der Herabstimmung und der Entmutigung hervorzuruscn. Dieses Ziel wird nicht erreicht werden, dank dem glänzenden Widerslande der französischen Truppen. Der Geist in Frankreich und in den alliierten Ländern zeigt sich stark im Kampf und auf den Sieg vernauend. Die Lag« pn der französischen Front ebenso wie die russischen Erfolge in Armenien und aus der Hauptfront vervollständigen und bekräftigen die mora- tische Wirkung der Pariser Konferenz. Was die E i n z e l a b k o m m e n anbetrifft, die auf der Kon- f e r e n z abgeschlossen worden sind, so werde ich nicht auf genaue Einzelhelten eingehen lvnnen, weil die Gegner Nutzen daraus ziehen würden. Es genügt hervorzuheben, daß diese Konferenz ftierlich die volle Solidarität der Alliierten bcsiäligt hat, die schon ber der Lon- doner Konvention im November verkündet worden war. Wir erwarlen die Ergebnisse all dieser Anregungen, die den Zweck haben, die bisher zu sehr vereinzelten und ungeordneten Anstrengungen der verschiedenen Staaten in befferem Einklang mit- einander zu bringen. Wir haben unS in den letzten Monaten mit anhaltender Sorgsalt der möglichst vollkommenen Losung all dieser zlviichen uns und jedem unserer Verbündeten schwebenden Fragen gewidmet, die nach einer Regelung verlangten und leicht zu be- dauerlichen Unstünmigkeiten oder Verwirrungen Anlaß geben konnten. Mit Frankreich ist ein Abkommen getroffen worden, wonach wir im Sinne des sranzösisch-italienischen Vertrages von 1902 und als Gegengabe für die französische Anerkennuna unserer vollen Ober- Herrschaft über Tripolis im Jahre 1912 aus die Vorrechte aus den marokkanischen Kapitulationen verzichtet und die Verträge und Abmachungen zwischen Italien und Marolko durch Verträge und Abmachungen zwischen Jlalien und Frankreich ersetzt haben. Auch mit England find wir dahin� übereingekommen, daß unseren Staatsangehörigen und den Bürgern unserer Kolonien künftighin in Aegypten ganz die gleiche Behandlung wie anderen Fremden zugesichert wird. Auf diese Zusicherung hin haben wir uns bereit erklärt, von jetzt ab grundsätzlich die Aufhebung der Kapitulationen in Aegypten anzuerkennen, zu der wir unS schon im Oktober 1912 bei der Anerkennung der»talienischen Oberhoheit in Lydien durch England verpflichtet hatten. Wir haben auch der Umwandlung der gemischten Gerichtshöfe zugestimmt, deren Fortbestehen in der jetzigen Form bis Ende Januar 1917 vor- gesehen ist. Verschiedene Redner haben die grausame und harte Be- Handlung erwähnt, der die italienischen Staats- bürger in Oe st erreich- Ungarn ausgesetzt sind. Es wurde gesagt, daß ihre Güter nnd Unternehmungen beschlagnahmt, daß ihnen verboten sei. ihre Einkünfte daraus in Empfang zu nehmen und ähnliches. Wir haben keine Kenntnis von derartigen An- ordnungen und erwarten die Antwort auf unseren in dieser Sache durch Vermittlung der Vereinigten Staaten gemachten Schritt. Da sich aber die Klagen über solche schmerzlichen Fälle mehren, wollten wie der Regierung durch einen bereits unterzeichneten Erlaß die Möglichkeit geben, entsprechende Gegenmayregeln gegen die feindlichen Imsreff'en anzuwenden. Seit unserem Eintreten in den Krieg haben wir immer die Regel befolgt, nichts zum Srfiabcn der feindlichen Untertauen zu unternehmen, was nicht un- bebinal in den Erfordernissen der milftärffchen Verteidigung liegt m» I___---*---- und alle auf internationalen Abmachungen beruhenden KriegSregeb zu achten. Mng des SksW SmMirliels. Hauptquartier, Amtlich. Großes 17. April 1916. lW. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. A« der Front keine Ereignisse vou besouderer deutung._ In der Gegend von Pervyse(Flandern) wnrde feindliches Flugzeug durch unsere Abwehrgeschütze de» ve- ein dicht hinter der belgischen Linie zum Absturz gebracht und durch Artilleriefener zerstört. Oberleutnant Berthold schoß nordwestlich von Perroue sei» 5. feindliches Flugzeug, einen englischen Doppeldecker, ab. Der Führer desselben ist tot, der Beobachter schwer verwundet. Oestkicher Kriegsschauplatz. Die Russen zeigen im Brückenkopf von Dünaburg lebhaftere Tätigkeit. Balkan-KriegSschauplatz. Nichts Neues. Oberste HeereSlektuug. # ♦ Bft WmelEW SMlWMerW. Wien, 17. April. iW.T. B.) Amtlich wird oerlautbart: Russischer Kriegsschauplatz. Am»deren Sereth schlugen unsere Feldwachen einen rnsfischcn Borstoß ab. Sonst nichts Neues. Italienischer und Südöstlicher Kriegsschauplatz. Nichts von Bedeutung. Der Stellvertreter beb Chef» de» Geuerolstade», v. H» e f e r, Fcldmarschalleutnant. Ich habe Ihnen in großen Zügen vorgeführt, was wir geschaffen haben, seitdem ich zum letzten Male die Ehre hatte, über die inter- nationale Lage zu Ihnen zu sprechen. Wir hatten dabei vor allem im Auge, die Bande der Einheit und Gemeinwirtschaft zwischen den Alliierten fester zu knüpfe», indem ihr diplomatisches, Wirtschaft- liches und mUitänicheZ Vorgehen in immer engere Ueberrinstimmung gebracht wird. Unser Ziel ist einfach: Wir wolle» mit allen unseren Krästen für die gemeinsame Sache kämpfen und gleichzeitig die höchsten und dringendsten Intereslcn der Nation sicherstellen. Dieser Krieg bezeichnet zweifellos einen neuen Abschnitt in der Geschichte der zivilisierten Welt. Unseres Rechts gewiß, um unseren König ge- schart, in voller Uebercinsiimnimig mir unseren Waffengonchsen. kämpfen wir unerschrocken und mit höchster Kraftam'pannimg, um den Sieg zu erlangen, der nicht wie unsere Feinde wollen, ein Zeitalter des"Hasses mid einseitiger Oberherrschaft, sondern ein Zeitalter der Gerechtigkeit und der Freiheit flir alle Völker begründen wird. Wir haben zweifellos noch härteste Proben zu bestehe»; aber gestützt auf da» gegenseitige und herzliche Zusammenwirken der Alliierten, dank den Heldentaten unsere» tapferen Heere» zu Wasser und zu Lande, in vollkommener Einheit der durch den glühenden Patriotismus oller Parteien und Bürgerllaffen gefestigten Geister gehen wir der Zukunft entgegen im Vertrauen auf das glanzvolle Schicksal Italiens. Jeder von uns, wie auch seine persönlichen Lebens» umstände fein mögen, wird sich glücklich schätze», auf seine Weise zu dem von den Vätern begonnenen Werke de» Heil» beizutragen, in- dem er an der Vervollständigung und Befestigung de» von ihnen mit so viel vaterländischer Tugend und so viele» Opfern errichteten ruhmvollen Baues beiträgt. In Beantwortung verschiedener Anfragen erklärte Sonnino, daß Italien, einem bei anderer Gelegenheit vom Parlament un- zweideutig geäußertem Wunsche entsprechend, den Bertrag mit Deutschland über das literarische Eigentum durch Vermittlung der Schweizer Regierung gekündigt hat, so daß in einem Jahre die Bestimmungen de« Berner Vertrage» voll in Kraft treten. Was die rechtmäßige Loge im Rordepiru» im Zusammen- bang mit den letzten Ereignissen betrifft, wird verstchert, die griechische Regierung habe förmlich zugestanden, daß die Besetzung dieser Gegend nur vorübergehend ist und eine Maßregel der Ordnung, nicht der Eroberung darstellt. Griechenland ertemit auch heute noch die Beschlüsse der Botschafterkonferenz über Albanien an. Die griechische Regierung hat auch erklärt, daß die Zulassung von Abgeordneten aus dem NordepiruZ zum griechischen Parlament denselben Bedin- gungen unterliegt, wie die Besetzung selbst, der diese Abgeordneten thr« Berufung verdanken. WaS die unmittelbare Teilnahm« und die wirksamere Aufsicht deS Parlaments über die auswärtige Politik betrifft, so hat das der Kammer zustehende Recht der Aussicht und des Urteils keine andere Schranke, als die Vaterlandsliebe dieser Versammlung. Je« doch erklärte sich Sonnino entschieden gegen jede Maßregel, die auf Beeinträchtigung des diplomatischen Geheimnisses abziele, denn dies würde die italienische Regierung in ihren Verhandlungen mit den anderen Rationen offenbar schwächen. Sonnino» Rede rief an allen aus die Tüchtigkeit Italien» und seiner Alliierte» bezüglichen Stellen stürmische BegeisierungSkund« gebungen der Kammer hervor. Abgeordneter C o p p a, der nach Sonnino sprach, brachte dem Minister feine lebhaftesten Glückwünsche zur Anständigkeit seines Charakters und zur Untadelhaftigkeil seiner Lebensführung dar, was einen neuen Begeisterungssturm entfesselte. Nach dieser Rede wurde Cnppa von Salandra umarmt, und es er- folgte wiederum eine große Frcudenkundgebung. Unter den von den Abgeordneten eingebrachten Tagesord» n u n g« n ist die deS Katholiken S o d e ri ni bemerkenswert, in der von der Regierung Mahregeln zur Milderung der durch die über- mäßig hohen Schiffsfrachten entstandenen Schwierigkeiten verlangt wurden. Schließlich gelangt, ein Sertranensvstm» für die Regierung mit 862 gegen 80 Stimmen zur Annahm«. Rom, 17. April.(TO. T. B) Die Kammer hat Budget der Auswärtigen Angelegenheiten in geheimer timmung mit 327 gegen 40 Stimmen angenommen und Zann bis zum 6. Juni vertagt. das Ab- sich Der französische Tagesbericht. Paris, 17. April.(W. T. B.) Amtlicher Bericht von gestern nachmittag. In der Nacht dauerte auf dem linken MaaSufer im Abschnitt von Avocourt und im Caurette-Walde der Artilleriekampf fort. Aus dem rechten Ufer haben wir gestern abend einen lebhaften Angriff auf die deutschen Stellungen südlich von Douaumont gemacht; dies Unternehme» gelang vollständig, ließ uns einig« feindliche Grabenabschnitte besetzen und zweihundert Ge- angene machen, darunter zwei Offiziere. In der Woevre-Ebene Beschießung unserer ersten Linie mit Unterbrechungen. Bon der übrigen Front ist außer dem üblichen Geschützfeuer nichts Wesent- licheS zu berichten. ' Paris, 17. April.(D.T.B.) Amtlicher Bericht von Sonntag abend. Auf dem linken Ufer der Maas beschoß der Feind heftig unsere Stellungen im Walde vor Avocourt und auf der Höh- 394. Auf dem rechten Ufer Tätigkeit der beiden Artillerien in der Gegend von Douaumont und in der Woevre in den Ab- schnitten Moulainville, Haudiomont und Eparges. An der übrigen Front war der Tag verhältnismäßig ruhig. Belgischer Bericht. Ziemlich lebhafter Artilleriekampf in der Gegend nördlich von Steenstraete und östlich von RamS- capelle. Wir zerstörten einen feindlichen BeobachtungSposien und betonierte Unterstände. Die englische Meldung. London, 17. April. sW. T. B.) Hauptquartierbericht vom Sonn- tag. Gestern abend mackten wir nach der Sprengung zweier Minen einen kleinen Angriff auf die feindlichen Gräben lüdlich von der Straße Bäthnne— La Bassöe mit befriedigenden Ergebnissen. Heute herrschte Ariillerietätigkeit in der Nähe von ArraS, Neuville,©renal; und LooS._ Der rusiische Kriegsbericht. Petersburg, 17. April.(W.T.B.) Amtlicher Bericht vom Sonntag. Westfront: Die feindliche Artillerie beschoß den Brückenkopf von Uexküll. In der Gegend nördlich von Snmi- gon griffen die Deutschen am 16. April bei Tagesanbruch an; alle ihre Versuche, vorzugehen, wurden durch unser konzentrische? Feuer vereitelt und waren ohne Erfolg. Während der Artillerievorberci- tung zum Angriff verwendete der Feind Geschosse, die erstickende Gase verbreiteten. Südlich des Bahnhofes von Olyka gingen wir an einzelnen Stellen vor. K a u kasut fr o n t: In der Küsiengegend und weiter südlich vertrieben unsere Truppen nach heißem, sehr heftigen, Kampf, unter- stützt durch Arlilleriefeuer von Land und See her, die Türken au» ihrer mächtig befestigten Stellung auf dem linken Ufer des Karderc. 2b Werst östlich Trapezunt. Wir verfolgten energisch den Feind. Die wiederholten Angriffs des Feindes in der Richtung auf Beiburt wurden alle mit großen Verlusten für den Gegner abgewiesen. Meldung der italienischen Heeresleitung. Rom, 10. April.(W. T. B.) Amtlicher Bericht. Tätig- keft der beiderseitigen Artillerie und feindliche Truppenbewegungen im Gebiet zwischen dem Lagarina- und dem Suganaral. Kleine feindliche Angriffe gegen unsere Stellungen bei Soglio d'Aspio und Milegrobe(Oberes Astico) wurden abgeschlagen. Im Suganatal haben wir den Gegner gezwungen, eine Stellung am Monte Car- bolin«, südöstlich von Levico, zu räumen, welche wir dank dem Sperrfeuer unserer Batterien halten. In Kärnten Artilleriekampf läng» dem Frontabschnitt vom oberen Deganotal bis zum oberen But- Tal. Auf dem Mrzli-Brh in der Nacht zum 16. April unschädliche Feuerstürme des Gegners aus Maschinengewehren und Jnfantertegewehren gegen die Stellungen, welche er am 12. April vergeblich angegriffen hatte. Aus dem Karst setzten kühne Borstöße unserer Infanterie östlich von Selz und Montfalcone uns in den Besitz weiterer Vorstellungen; wir nahmen dem Feinde ungefähr 20 Gefangene und einige Kisten mit Muuftion und Bomben ab. _ C a d o r n a. Englischer Fliegerangriff auf Konsiantinopel London, 16. April.-ZW. T. B.) Die Admiralität teilt mit: Am Abend de» 14. April unternahmen drei Marineflugzeuge einen Streif- zug nach Konstantinopel, wo sie auf eine Pulverfabrik und auf Flugzeugschuppen Bomben abwarfen. Ein anderes Marineflugzeug besuchte Ldrianopel und warf Bomben auf die Eisenbahnstation. All« Flugzeuge sind unbeschädigt zurückgekehrt. Ter Flug nach Konstantinopel und zurück maß dreihundert Meilen. DaS Wetter war zuerst schön, schlug aber später in Wind, Regen und Ge- witter um. Die englische Darstellung öer mesopotami- schen Kämpfe. London, 16. April.(W. T. B.) Ein amtliche» Tele- gramm aus Mesopotamien meldet: Am 14. April herrschte den ganzen Tag über schwerer Sturm. Während des 16. April wurden auf dem rechten Ufer des FlufieS schrittweise, aber stetig» Fortschritte gemacht und die vorgeschobenen Linien deS Feinde» durchbrochen und besetzt. Der Feind ließ viele Tote und eine erhebliche Zahl von Gefangenen in den eroberten Gräben. DaS Wetter war am 16. April schön, aber dunstig. vom U-Doot-Krieg. Paril, 17. April.(83. T. B.).TempS' meldet die Ver» senkung de« Fischerfahrzeuges Nr. 24 von Trouville, da» durch die Kanonenschüsse eines deutschen Unterseebootes versenkt wurde. London, 17. April.(33. T. B.) Lloyd» meldet: DaS norwe- gische Schiff ,.G l e nd o o n" wurde durch Kanonenfeuer zum Sinken gebracht. Der unbewafftiete britische Dampfer„Harrovicn" wurde versenkt. Iranzösische Zrauen für öen Zrieöen. Die„Friedens-Warte"(Herausgeber Dr. Ulfted H. Fried. Verlag Art. Institut Orell Füßli in Zürich) veröffentlicht in ihrem Aprithoft die deutsche Uebersetzung eines Flugblattes, das ein Aus- schuß von Frauen Frankreichs unter dem Titel:„Eine drin- gende Pflicht der Frauen" in großer Auflage in seinem Lande verbreite. Nach dem„Verl. Tagebl." heißt es darin u. a.: Endizt aber unsere Ausgabe nn, der Wohllätigkeit. mit der Heldenverehrung? Haben wir darüber hinaus nicht zu denken und zu urteilen? Kann es unsere Pflicht sein, den Krieg wie eine natürliche Prüfung geduldig zu ertragen? -«eil eurem Jahre mehrere Million«, Tote, mehrere Millionen unbeZanntcr Todeskämpfe! Unter diesen Leichen sechshundert. tausend der unseren! Alle Nationen Europas dezimiert, zugrunde gerichtet. Und dies ist noch nicht alles. Denn diese Toten, diese Millionen Toten sind nicht in jeder Natron die Erstbesten. Als wenn der Krieg seine Opfer wäblen würde, so sind die. die er uns bis jetzt getötet hat, rnid die er unS noch täglich rötet, die besten»nie? uns. Tie ganze Kraft und der ganze Reichtum tfraukreichs verfließen mit de», Blut der Frqnzos«,- Wie viele gute Arbeiter fehlen schon? Die Arbeit der Vergangenherl— dleie wertvolle Re- serve des Landes—. sie wird durch jede KnegSstunde zunichte gelegten KriegSeiMbädigung zig Tage fünf Milliarden! So ficht MeteStligj dich, dessen AohltÄsn aran ans rühmte. SkÄlen wir �unmHss fest, daß er sich von allen anderen Kriegen unterscheidet. Bis jetzt war die Hauptmasse der Völker dem Krieg ferngeMeben und nur der Zufmmncnprall einiger Armeen entschied über das Ergebnis. Zum ersten Male in der Weltgeschichte sind die Nationen alz solche aufgeboten und aufeinander ge> warfen. Mehr als zwanzig' Millionen Menschen, alte und junge. stehen sich gegenrwer. Tie Nationen, die seit mehr als einem Jahre diesem Opfer zustimmen, glauben alle an die Gerechtigkeit und an die Heiligkeit ihrer Sache. TeShalb wiederholen sich auch allseils dieselben Reden: Verteidigung des bedrohten Vaterlandes, Be freiung der Unterdrückten, Erreichung eines dauernden Friedens.. In einem solchen Krieg, wo alle Völker für ihr Leben kämpfen, folgen sich die Zusammensiöhe fqsi auf denselben Stellungen und immer ohne Ergebnis. Tie Geschichte kennt kein Beispiel einer solchen, fast unterschiedslosen Gleichheit der Waffen, einer solchen zu nichts führenden Krästedergeudung. Durch die Gewalt kann keine Nation mehr siegen, �n einem Kriege aller Vater� länder mutz man ohne jede Einschränkung sagen, daß. wenn man unter Sieg die absolute Niederlage des Gegners oersteht, dieser ebenso wie eine Niederlage unmöglich ge- worden ist. Kein Volk kann siegen, aber auch keines kann besiegt werden. Und wenn man unter Sieg die Tatsache des DurchHaltens versieht, mutz man zugeben, daß nach einem Kriegsjahr alle Völker siegreich find und als un- besiegbar erscheinen. Anstatt in der qualvollen Erwartung des Morgen zu lÄen, möge unser Volk, indem es sich von jeder Be- unruhigung wie von jedem vergeblichen Ehrgeiz freimgcht, doch verstehen, daß es seit einem Jabr einen ungeheuren Sieg durch diesen unvorbereiteten, aber nicyt zu erschütternden Widerstand errungen hat, der das Erstaunen der Zukunft bilden wird. Ist aber nicht auch die Stunde gekommen, ehrlich einzusehen, daß dieser K r i e g, der k«ncm vor ihm gleicht, auch nicht wiedie frühe- ren Kriege beendet werden kann? Gehören noch lange Monate der Agonie, um zu erkennen, daß er durch die Tapferkeit der Kämpfenden ebenso wie durch die Vervollkommnung der Waffen dagu besnumit ist, o h p e Ergebnis zu bleiben? Es wäre besser, sich ausrichtig zu fragen, welche unschätzbaren Güter für unser Volk aus einer unabsehbaren Verlängerung dieses Krieges sich ergeben würden. Was wir„am Ende" gewinnen konnten, würden das Eroberungen sein? Niemand in Frank» reich hat je ernMch daran gedacht. Handelt cS sich um politische Zerteilung der Zentralmächw? Tann mützie man uns sagen, durch welche Mittel man einem Volk solche Veränderungen aufzuerlegen hofft, und wenn man auch schon diese Veränderungen durchgeführt hat, durch welche Handlungen man ein Volk dazu bringen kann, das neue Regime auch wirklich anzuerkennen. Rechnet man mit der Erschöpfung des Feindes? Läuft man aber dadurch nicht Ge fabr, selbst in dieselbe Lage zu kommen? Alle Tat fachen beweisen, daß trotz der tägkickien Ausgaben, der erschwerten Leiwnbmiuclbcrfvrgung, der täglickien großen Verluste.eine große zu jedem Opfer bereite Nation, indem sie ihren Bedarf einschränke und jedes Jahr neue Jahrgänge aushebt, über Reserven verfügt, die einfach uuerichöpflich sind. Die Befreiung der unter- drückten Völker? Maar vergißt vielleicht zu sehr, daß sebr verschieden geartete Mächte, neben Preußen und Oesterreich g. B. Rußland, sich in der Ehre teilen, sie unter ihrem Szepter zu beugen. «uf alle Fälle sind die aus den Ansprüchen der verschiedenen Natw- muitäten sichergebenden Probleme so vielgestaltig, daß sie nur im Frieden gewst und auf großen Kongressen besprochen werden können. UebrigenS versteht cS sich von selbst» daß man weder eine Annexion noch eine Gebietsveränderung gegen den Wunfth der Völker vornehme« düefie. Ein dauernder Fried«? Glaubt man wirklich, daß er durch Waffen errungen und plötzlich gs» sichert werden kann? Glaubt man wirklich, daß man durch den -�rieg den Militarismus in Preußen unp irgendwo ander? zerstören wird, so wie man ein Dorf zerstört? 4. Nun bleibt eine letzte Annahme: der Krieg muß, Wirtschaft- Acher Gründe wegen, bis ans Ende geführt werden. Tatsächlich kann ein militärischer Sieg niemals die wirtschaftliche Vorberr- Schaft eines Landes über ein anderes sichern. Andererseits wird keine wie immer geartete militärisch« Niederlage hundert Millionen geniale und zielsichere Menschen daran hindern können, wie in der Vergangenheit zu arbeiten, zu erzeugen und ihre Erzeugnisse zu billigen Preisen zu verkaufen und zu expedieren. So ist die Idee einer ungeheuren, dem Feind aufzuerlegenden Krieg Sent- fchädigung von allen fenen Zielen, die man dem Kriege zu. schreibt, eine der populärsten. Betrachtet man unseren Teil, nidem man die Ausgaben und Verluste Frankreichs, Belgiens, Englands, Italiens, Rußlands und Serbiens ins Auge faßt, dann komnien wir jetzt schon, nach fünfzchu Kriegsmonatcn, zu einer Summe, die hundert Milliarden fast erreicht. Wenn man nun auch an- nehmen will, daß ein Volk je eine Entschädigung leisten könnte, so muß mau sich doch darüber klar sein, daß man es, um ihm eine solche Last aujzuerlegen, so restlos besiegen müßte, wie niemals weder durch Napoleon noch durch Eäsar ein Volt besiegt werden konnte. Schluhfolgerungr». ES erscheint manchesmal, als wenn die Nichltämpfcnden sich bor einer einzige» Gefahr zu hüten hätten: vor der Zeit zu ermatten. Diese Gefahr besieht; aber auch noch eine andere: neben dem Verbrechen eines vorzeitigen Frieden» gibt es das Verbrechen eines zwecklo» verlängerten Krieges. Wen» man auch von einem Krieg ohne Ergebnis spricht, be- deutet dies schon einen Frieden um jeden Preis? Man mutz um jeden Preis jedem Frieden entsagen, der. direkt oder indirekt, die politische oder wirtstnaftlich» Unabhängigkeit oder die territoriale Integrität Frankreichs oder Belgiens berühren würde, denn es ist einem Volk nicht erlaubt, sich von dem Willen der andern abhängig zu machen. Wir verlangen nicht in einem Anfall verbreche- riichen Wahnsinns, daß unser Baterland um Frieden bitte. Wir glauben aber auch nicht, daß die Stunde, an der dieser Krieg aufhöre» soll, in den Sternen geschrieben steht. Der Friede wird nicht von selbst kommen. Man darf ihn nickt wie ein menschliches Werk vorbereiten, das Das sein wird, was die Bemühungen aller aus ihm machen werden, Wunsch. - franzZsische Abteilung der Krauenvereinigung für einen toum; hat den solgenden Wunsch entworfen und allen Mitgliedern des e-enat« und der Kammer üScrmittslt: „Wir, französische Frauen, „Vertrauen den wiederholten Erklärungen der verbündeten e'nöw« Ziel des gegenwärtigen Kriege» ein dem Recht entwrecheiüier Friede fein wird, „Vertrauen dsm am 3. November durch die französisch« Re- ?ünst,?-� FAcdmS � bezug auf die Bedingungen de» Und nachdem wir öffentlich erklärt �n. daß jeder Friede. der direkt oder indirekt die polrtt,che und wirtschaftliche Unaü- hängigseit und die territonake Integrität Frankreichs und Belgiens in Frage stellen konnte, abzulehnen sei," „auf die Langsamkeit aber und die Fehler der Geheimdtplo- matie hingewisscu und gezeig, haben, wie sehr eine demokratische Kontrolle notwendig ist, »Unterbreiten wir den Wunsch: .„l. daß alle Regierungen der Alliierten ichre Iriedensbedingungen festsetzen und bekannt- geben mögen, „2. daß diese Negieningen nicht von vornherein die v-riedenSbedingungen ablehnen mögen, die, von welcher Seite immer, schon gekommen find oder noch keunlicn werden, „3. daß die französische Regierung diese der Kammer zur Prüfung und dadurch der Kontrolle der öffentlichen Meinung unterbreiten möge." Neuer Zwischenfall in Griechenlanü. Athen, 17. April.(83. T. 83.) Mimsterpräsident Skuludi» hat Sonnabend in der Kammer die Angelegenheit der angeblichen Unter» schlagung russischer Säcke klargelegt. Es handelt sich nicht um russisches, sondern um griechisches Eigentum, das Bulgarien zur Er» leichterung der Mehlzufuhr von Bulgarien nach Griechenland über« lasten werden sollte. Wie au» ByrgoS gemeldet wird, drang eine französische Marineabteilung gewaltsam in Katakolo ein. um nach Benzin zu suchen. Dem Gendarmeriechef, dar dagegen Einspruch erhob, antwortete der französische Befehlshaber, daß er unter Umständen von seinen Schisiskanonen Gebrauch machen werde. Die Nachforschungen Perliesen ohne Ergebnis. Ter Borfall machte einen für die Franzosen höchst ungünstigen Eindruck. Nur der Besonnenheit des griechischen GendarmerieofsizierS ist es zuzuschreiben, daß ein blutiger Zusammenstoß vermieden wurde. Prügelei auf einer Venizeliftentonfereaz. Athen, IS. April.enLmitteltcucrung geforderte Lohnerhöhung nicht ge- währt wurde. Veutsch-rusilscher Kriegsbeschäöigten- austausch. PeterSÄurg, 16. April.(23. T. 23.) Meldung der Petersburger Telagraphen-Agentur. Stach langer Pause hat der Austausch dvutschcr und russischer Kriegsbeschädigter wieder begonnen: Heute morgen sind ein Offizier, zwei Aerzte und zwcthundertachtuudzwanzig Soldaten über Finnland hier ein- getroffen. Sotznitz, 17..ApriI.(W. T.B.) Gegen s Uhr nachmittag» traf hier der aus Roland kommende Transport von Au-stauschgefan- genen. bestehend aus 58 Deutschen und etwa lost Ocfterreichern und Ungarn ein. Russische Schanülung deutschet Kolonisten. Stockholm, 17; April.(23. T. B.)..Rußkoje Slowo' enthält unter der Überschrift„Unnütze Leute' folgende An- gäbe: In Kostromc» sind 1600 deutsche Kolonisten angelangt. Ter Gowoerneur meldet, daß er für diese Leute keinen Platz uni» keine Nahrung habe und sich weigere, sie in dP Stadt aufzunehmen. der ameritanssch-mexitanijche Konflikt. San Antonio(TexaS i. 16. April.(83. T. 83.) Meldung de» Remerschen Bureau». Tor Kommandant de» zehnten Kavallerie» regiment», daS, wie man glaubt, nördlich von Parral abgeschnitten ist, hgt daS Hauptquartier ersucht, ihm sofort ein Flugzeug zu schicken, da er«ine wichtige Meldung über die Ereignis!« nach der Ueberrumpelung in Parral zu erstatten habe. General Bershing teilt mit. daß am Freitag 40 Banditen bei Satero eine Automobil- kolonne angegriffen haben, aber vertrieben wurden. New Aork, 17. April.(W. T. B.) Meldung des Reuter- schon Bureaus: Einem Telegramm aus San Antonio(Texas) zufolge geht aus dem amtlichen Bericht dos Majors Topkins hervor, daß cllj» Mann von Earranzas Truppen init Uirtsr stützung der Bevölkerung von Parral die amerikanischen Truppen angegriffen haben. Diese mußten sich unter beständigen Nachhutgefechten von Parral nach Santa Cruz zurückziöhen. Die Mexikaner hatten 11 Tote. Die amerika- nischon Verluste waren: Major Topkins leicht verwundet, zwei Mann tot, sechs verwundet. Zu den chinesischen Wirren. Peking, 17. April.<28. T. B.j Da» Reuteuche Bureau meldet: Nach einem Telegramm aus Tscheniufu au» verläßlicher Quelle haben Verhandlungen zwischen den Bertrelern de» Gouverneur« von Szechuan und Tsaiao, dem Führer von Jünnan zu folgendem Er- gebniS geführt. Letzterer stimmte zu. daß I u ä n f h i k a i rüfident bleibt, vorausgesetzt daß ein verantwort» licheS Kabinett gebildet und die Armee unter die ontrolle des Kabinett» und nicht de» Präii- deuten gestellt wird. Tsaiao setzte sich mit den anderen aufständischen Provinzen in Verbindung, um zu erfahren, ob sie diesen Bedingungen zustimmen wollen. politische Ueberstcht. Vergebliche Liebesmüh'. In den.Mitteilungen auS der konservaliven Partei', dem »Zeniralorgan der konservativen Vereine Deutschlands', behandelt Seminarlehrer Beykuffer-Greif»wald die VereinSläligkeit während de» Krieges. Er kommt(nach der„Vosi. Ztg.') zu dem Schluß, daß auch während de» Kriege».alle Parteien im parteipolitischen Sinne tätig find' und erklärt für die D-utschkonservativen:„Wir bleiben. wo» wir sind, und von unseren konservativen Idealen lasten wir un» nichts rauben.' Für di, Zuiunst stellt er zur Ueberwindung der Sozialdemokratie für die konservative Partei folgende Aufgaben: „Wir müssen die Städte, ouck di» Großstädte mit ihren in- dustriellen Arbeitern erobern. Unendlich viele stehen heute noch dem Parteileben fremd gegenüber, viele find Mitläufer der liberalen, namentlich auch der sozialdemokratischen Partei. Hier m ijffen Mittel und Wege gefunden werden, wie man an diese Mit» läufer heranlommt.' Wenn auch„während de» Kriege« die eigentliche Werbearbeit ausgeschlossen ist", fordert Seminarlehrer Behluffer doch schon jetzt die Inangriffnahme ihrer Vorbereitung. Planmäßig müßten Lehr- kurse und Vereinsabende eingerichtet werden. Jeder größer« Berein müsse einen Ausschuß bilden, der Borträge bestimme und geeigneie Redner gewinne. Gründlichst müßten behandelt werden: 1. Wirt» schaftspolitik, 2. Wahlrecht, 3. Monarchie und Demokratie. Schon die Rationalliberalen habe» erklärt, daß sie unter den industriellen Albeitorn der Großstädte eine lebhaftere Propaganda für ihre Partei entfalten wollten. Jetzt äußern die Konservativen gleiche Absichten. Da sie aber zugleich erklären, daß die Konfer» vativen bleiben. waZ sie waren und sind, wird ihre Agitation jetzt und erst recht in Friedenszeiten wie bisher erfolglos bleiben. Teutsch-österrcichische Wirtschaftsfragen. Wie amtlich mitgeteilt wurde, hat eS sich bei dem Besuch de» österreichischen Minister» v, B u r i a n in Berlin um die Erörterung einer ganzen Reihe schwebender Fragen� gehandelt. Dazu erfährt nun die„Tägl. Rundschau", daß den Hauptbestandteil dieser Fragen die wirtschaftlichen Angelegenheiten gebildet habe», und zwar sowohl diejenige»!, die sich auf einen wirtschaftlichen Zusammenschluß der Mittelmächte bezichen, als auch diejenigen, die der Abwehr des von unseren Feinden geplanten Wirtschaftskrieges gelten. Bezeichnend in dieser Beziehung ist eS, daß an dem Frühstück, da» der Staats- sekreiär des Auswärtigen Ami» v. Fagow zu Ehren d«s Barons Burian gab, auch der Reichsschatzsekretär Helfierich, der Unterstaats« sekretär Dr. Richter und Direktor Johannes teilnahmen. Dr. Richter hat eine wichtige Stimme bei den Entscheidungen, die im ReichSamr des Innern über unsere wirtschaftlich«»« Beziehungen zum Ausland getroffen werden, und Dr. Johannes ist der Leiter der Handels- politischen Abteilung im Auswärtigen Amt. Fahrpreiserhöhung der Siraheubahn««. Eine allgemeine Erhöhung des Straßenbahn- sahrpreises um öst Proz. erstrebt der Verein Deut» scher Straßenbahn- und Kleinbahuverwaltun» gen. Die Tarifkmmnisston erstattet einen längeren gedruckten Bericht an die außerordentliche Haupiversammluug des Verein» Deutscher Straßenbabn- und Kleiwbahnverwaltungen. Am Schlüsse der Darlegungen heißt es: Die Erfahrungen fast sämtlicher Bahnen Teutschlands haben ergeben, daß der Ist-Psennig-Mindesi- tarif neben den erheblichen BergünbigungStarifen den wir tschak:« liehen Notstand der Bahnen gebracht bat. Was die Vergünstigung-- tarife andelangt, so wird man eine Lstpwzentige Ermäßigung den- jenigen Fahrgästen, die die Bahn regelmäßig benützen, einräumen können. Bei Einhaltung dieses Prinzips wird aber der bar- zahlende Fahrgast stets da» Manko für diejenigen übernehmen müssen, die den vollen Fahrpreis nicht entrichten können. Es muß also eine entsprechende Erhöhung deS Bartari f» Platz greifen. Die Erhöhung mutz sich in derartigen Grenzen bewegen, daß au- Jabre hinaus erneute Tariisteigerungen permieden werden. Sie ist so zu bemcjTen, daß die Erträgnisse eine Wiedergenesung der wirtschaftlichen Lage unserer BerkebrSutuer. nehmungen bringen. Dieses Ziel kann aber mit Rücksicht auf die nachgewiesene und noch zu erwariende Steigerung der Betriebskosten nur erreicht werden durch eine Erhöhung des Mindestfabr- preises um 50 Proz., d. h. durch eine Erhöhung von 10 auf 15 Pf. Bei den augenblicklichen und sich stelS steigernden Ausgaben werden sonst fast sämtliche Bahnen unbedingt einer wirtschaftlichen Krisis entgegeneilen müssen. Ter seit Jahrzehnten noch allgemein angewendete 10-Pfemlig-Tarif entspricht nicht mehr den» Gesetz von Leistung und Gegenleistung.... Die Straßenbahnen glauben, daß die jetzige Zeit besonders günstig für einen Fischzug auf die Taschen des Publikums ist. Deshalb unternehmen sie ihn. Von einer„Notlage" dieser Gesell- schatten war bisher nicktK bekannt. Im Gegenteil! Die Betriebe haben auch während des Krieges recht ansehnliche Ueberschüsse ab- geworfen._ Der türkische Zolltarif. Konstautinope!, 13. April.(23. T. B.) Das Amtsblatt veröffentlicht ein Gesetz betreffend Einführung eines Zolltarifs mit spezifizierten Gewichtszöllen. Ter Zolltarif tritt am 11 September für drei Jahre in Kraft. Teuerung auch in Australien. Di« Kosten de» Lebensunterhaltes in Lustrqlien gehen nach der .Justice"(London) vom S. 4. ständig in die Höhe. Sie waren im Jahre ISIS um 27, S Proz, höher als im Jahre 1911; davon em- fallen 12,1 Proz. auf die sprungweise Steigerung von 1914 auf 1915._ Kriegsbekanntmachungen. Paketbeförderung an Heeresangehörige. Amtlich. Berlin, 17. April.(W. T. B.) Zur Abkürzung der Beförderung der P r i v a t p a k« t« u n d F r a ch t st ü ck« an Hoeresangähörig« im Felde treten vom 25. April ab folgende Neu«- rungen in Kraft: Statt der bisber in den einzelnen Korpsbezirken für Truppen- teile des Korpsverbandes bestehenden Militärpatetdepots werden in der Richtung zur Front Sammelpaketämter eingerichtet. Damit fallen die bisher in zahlreicheil Fällen entstandenen Umwege weg. Soweit nach Bestimmung der Heeresverwaltung diese Sammel- paketämter den Truppen und von da nach der Heimat mitgeteilt werden, ist außer der Feldadresse des Empfängers auch das Sammel- paketamt in der Aufschrift anzugeben. Ist das zuständige Sammelpaketamt nicht zuverlässig bekannt, so sind a) Privatpakeie(bis zu 10 Kilogramm) an HeereSangehörige ohne Angabe eines militärischen PaketamtS bei den Post- anstalten abzuliefern, die für Weitersendung sorgen; d) die-Frachtbriefe zu Eisenbahngütern.von mehr alt 10 bis 50 Kilogramm) bis aus die Zeile„Bestimmungsstation" vollständig ausgefüllt, zunächst zum nächsten Militär-Paketamt zu sendeii. Dort wird das zuständige Sammelpaketamt er- mittelt und die Frachtbriefaufschrift ergänzt. Auf Grund diese» Frachtbriefes wird dann das Gut bei der Eisenbahnabfertigung des Versandortes zur unmittelbaren Absendung angenommen. Empfohlen wird, die Frachtbriefe jedesmal auch dann zur Eintragung des Sammelpaketamts oder vovher einzusenden, wenn nicht ganz sicher festsieht, daß die hierüber aus dam Felde gemachte Mitteilung noch zutrifft. Die Eisenbahnabfertigungen werden die mit den Beförderungs- bedingungen nicht vertrauten Absender in jeder Weise unterstützen. Besondere Auskunft über das zuständige Militärdepot und dergl. mittels der grünen Doppelkarte erübrigt sich hiernach und wird nicht mehr erteilt. Tie näheren Vorschriften werden hei den Miliiärpaketämtern, Postanftalten und Elsenbahnabfertigungen ausgehängt. Letzte Nachrichten. Vertagung der Duma. Petersburg, 17. April.(W. T. B.) Meldung der Petersburger Telegr. Agentur. Durch kaiserliche Erlasse sind die Duma und der NeickSrat bis zum 29. Mai vertagt worden. Villa tot? London, 17. April,(W. T. B.) Nach einer Novo Docker Reutermeldung auf Grund eine« Telegramm» auS der Stadt Mexiko an das Kriegsdepartement soll EarleS Carranza, der Neffe de» Generals Carraixza, die Leiche VilloS gefunden und nach Chihuahua gebracht haben. Wie verlautet, ist Villa in Eusi gestorben, nachdem »hm ein Bein abgenommen worden war. Staatssekretär Qbregon war nicht in der Lag«, die Nachricht zu bestätigen. Gewerkschaftliches. Die /Wgeftelitenbewegung nach üem Kriege. „Handlungsgehilfen und Techniker, ebensogut wie Bureau- angestellte und die übrigen Angestellten erlebten bei Ausbruch des Krieges eine Unsicherheit ihrer wirtschaftlichen Existenz, die vielen unvergeßlich bleiben wird. Der plötzliche Ausbruch des Krieges, die vielen Feinde Deutschlands, die dadurch bedingte unsichere Aussicht für die Zukunft, veranlaßten Handel und Industrie, ziemlich rücksichtslos vorzugehen. Der Kündigungstcrmm Mitle August 1914 wurde schlechthin als der„schwarze Tag" der Privatbeamten be- zeichnet... Der Verein für Handlungs- Kommis von 1853(Kaufmännischer Verein) hat in Hamburg. wo fast ein Viertel seiner Mitglieder ansässig ist, eine Erhebung veranstaltet, die die einzige ihrer Art geblieben ist. Der Verein suchte die Einwirkung des Krieges auf die An- stellungs-, Entgelts- und Kündigungsverhältnisse zu erforschen. Don den ausgesandten Fragebogen gingen im ganzen 3817 ausgefüllt ein. Tie Bearbeitung dieses gewiß nicht allzu großen Materials, das aber doch eine ungefähre Stichprobe erbringt, ergab, daß 297 Handlungsgehilfen schon vor Kriegsansbruch stellenlos waren, 528 wurden es während der Mobilmachung, 794 erhielten ihre Kündigung zum 39. September 1914 und 2288 der Antwortenden blieben zunächst noch in ungekündigter Stellung. Doch muß- ten sich von diesen letzteren 1918 eine Gehalts- Verminderung gefallen lassen, und zwar 289 eine solche bis zu 25 Proz., 298 eine solche bis zu 33st, Proz., 412 eine solche bis zu 59 Proz. und 28(zumeist Provisionsreisende) eine solche sogar von mehr als 50 Proz. des bisherigen Ent- gelts. Also nur 1279 der antwortenden Handlungsgehilfen blieben in ihrer bisherigen Stellung.... ... Die lange Dauer des Krieges hat auch viele Familien, die anfänglich noch ohne besondere Schwierigkeiten durchkommen konnten, jetzt in wirtschaftliche Not gebracht. Gewiß haben viele Firmen, ohne Zweifel sogar mehr als angenommen werden konnte, das ihrige getan, um das Durchhalten zu erleichtern. Man darf aber nicht vergessen. daß die Familien der Privatbeamten unter anderen Voraus- setzungen lebten und daher auch verhältnismäßig mehr leiden, als die des Arbeiters oder die eines anderen Berufsange- hörigen. Die laufenden Verpflichtungen an Miete. Schulgeld, Versicherungen, Kleidung usw. werden nicht sofort aufgehoben. ... Die Lösung der laufenden Verträge ist nicht immer mög- lich gewesen, so daß sich tatsächlich eine Notlage einstellen mußte, die auch durch das Eingreifen der Organisationen nicht immer gemildert werden konnte. Daß sich dadurch eine gewisse Verschärfung der Zlnschauungen er- geben hat, ist nicht abzuleugnen. Die Organisationen werden jedenfalls mit dieser Stimmung, die ihnen aus Feldpost- briefen bekannt ist, auch nach dem Kriege zu rechnen haben." Dieses düstere aber völlig zutreffende Bild der gegen- wältigen Lage der Angestellten haben wir nicht etwa einer der freigewerkschaftlichen Angestelltenzeitungen ent- nommen. Es stanimt vielmehr aus einer Schrift, die kürzlich Dr. Köhler, der Leiter eines großen kaufmännischen Harmonie- Vereins, unter dem Titel:„Die Privatbeamtenpolitik nach dem Kriege", herausgegeben hat. Aber nicht nur die gegenwärtige Lage der Angestellten hält dieser bürgerliche Angestelltenführer für so ungünstig, er schildert auch die Aussichten nach dem Kriege als sehr trübe. Er meint, die wirtschaftlichen Aussichten nach dem Kriege Werden nicht dazu angetan sein, ein schnelles Abflauen der radikaleren Stimmung unter den Angestellten herbeizuführen. „Trotz der Voraussetzung, daß wir uns einen einigermaßen erfolgreichen Frieden erkämpfen können, wird doch zunächst mit der Fortdauer der ungünstigen Lage zu rechnen sein." Er weist auf die unausbleiblichen Steuerlasten hin. Auch an eine baldige Entspannung der Lebensmittelpreise glaubt er nicht. Der Mangel an Kleinwohnungen wird seiner Ansicht nach eine Wohnungsteuerung zur Folge haben. „Die Privatbeamtcn sind außerstande, den Teuerungsverhält- nissen ihrerseits irgendwie Einhalt zu gebieten. Auch die Or- ganisationen sind machtlos." Aus dieser Lage der Angestellten und aus ihren schlechten Aussichten nach dem Friedensschluß glaubt nun Dr. Köhler folgern zu müssen, daß die Angestellten von ihren Organi- sationen in höherem Maße wie bisher einheitliches Handeln verlangen werden, da der einzelne Verband natürlich eine geringere Macht darstellt, als die Gesamtheit oder als der Zusammenschluß eines Teiles der Verbände. Mit dieser Erwartung hat Dr. Köhler zweifellos recht. Mehr als bisher werden die Angestellten von ihrer Arbeit in den Organisationen auch Erfolge sehen wollen. Daß hier- zu eine organisatorische Zusammenfassung möglichst weiter Kreise der Angestellten erforderlich ist, leuchtet ohne iveiteres ein. Es ist nur eigenartig, wie sich Dr. Köhler die Vereinheitlichung der Angestelltenbewegung vorstellt. Er tritt nicht etwa dafür ein. daß die vereinigten Verbände der radikaleren Stimmung der Angestellten Rech- nung tragen und entschiedener gegen die Unternehmer auftreten als bisher. Nein, er ist sogar der Ansicht, daß die bisherige Taktik der Angestelltenverbände, die sich darauf be- schränkte, die gesetzgebenden Körperschaften mit Petitionen zu bestürmen und die Unternehmer mit Bittschriften um höhere Gehälter zu überhäufen, die einzig mögliche für die Angestellten ist. Die gewerkschaftlichen Kampfmittel, wie Streik, Boykott usw. verwirft er immer noch nachdrücklichst. Er läßt des- halb auch erkennen, daß bei der anzustrebenden Vereinigung der Angestelltenorganisationen es besser ist, wenn die Organi- sationen, die„reine Arbeitnehmerpolitik— im Anschluß a n die organisierten Arbeiter" treiben, nicht mit erfaßt werden. Eine Zusammenfassung, in der auch solche Verbände einbegriffen sind, könnte niemals eine dauernde Arbeitsgemeinschaft werden. Auch darin werden die freigewerkschastlich organisierten Angestellten mit Dr. Köhler zweifellos einer Meinung sein. Aber wir glauben auch, daß eine Vereinheitlichung der Angestelltcnbewegung auf der angestrebten„mittel- ständlerischen" Grundlage recht wenig die durch die Not der Zeit radikalisierten Angestellten befriedigen wird. Diese werden vielmehr darauf dringen, daß die alten Verbände ihre Taktik von Grund auf ändern. Sollten die Organisationen diesem Drängen jedoch nicht nachgeben. so werden die aus dem Kriege zurückgekehrten Angestellten den Weg schon zu denen finden, die von jeher andere Wege im Kampfe um bessere Arbeitsverhältnisse eingeschlagen haben, zu den freigewerkschaftlichen Angestellten- verbänden. Mancher Angestellte hat draußen im kamerad- schaftlichen Verkehr mit organisierten Arbeitern sicher ein Stück von der Abneigung gegen gewerkschaftliche Kampf- Methoden abgelegt._ verlin and Umgegend. Ter Zentralvcrband der Handlungsgehilfen war erneut ge- nötigt, eine Ergärizungswahl zur Lrtsverwaltung vorzunehmen, weil der in der vorigen Versammlung gewählte erste Vorsitzende Wendland inzwischen zum Militär eingezogen worden ist. Nach längerer Diskussion über die vorgeschlagenen Kandidaten wurde der frühere Vorsitzende E i ch n e r mit 383 Stimmen gewählt. Der von anderer Seite(der Opposition gegen die alte Ortsverwaltung) vor- geschlagene Kandidat Talke erhielt 62 Stimmen.— Ferner beschäftigte sich die Versammlung mit der Angelegenheit M o s s e a n o. Diese Angelegenheit ist darauf zurückzufuhren, daß in unserem Bericht über die vorige Versammlung bemerkt war, Mosseano, der als Delegierter zur Gewerkschaftskommission ge- wählt wurde, sei uns kürzlich wiederholt vor der Schlichtungs- kommission der Militärschneider begegnet, wo er als Zwischen- meister von Arbeiterinnen verklagt war, denen er den Tariflohn nicht gezahlt hatte. Infolge- dieses Berichts hat sich die Ortsver- waltung des Handlungsgehilfcnverbandes an die Ortsverwaltung des SchneiderverbandeS gewandt und die Auskunst erhalten, Mosseano sei bei der Schlichtungskommission wiederholt verklagt und verurteilt worden, den Tariflohn zu bezahlen. Trotzdem habe er ständig neue Arbeit unter dem Tarif angenommen.— Hierauf hat Mosseano der Ortsverwaltung des Handlungsgehilfenverbandes ein Schriftstück des Vorsitzenden der Schlichtungskommffsion, Dkagistratsrats v. Schulz, vorgelegt, welches günstiger lautet als die Auskunft vom Schneiderverband. Dann hat die Ortsverwaltung eine Kommission eingesetzt, welche die Akten der Schlichtungs- kommission eingesehen und daraus festgestellt hat. daß Mosseano mehrmals von Arbeiterinnen wegen zu niedriger Entlohnung verklagt war. Es handelte sich dabei um Militärarbeiten, die Mosseaiw aus zweiter Hand hatte. Die Firma, welche die Arbeit vom Be- kleidungslnnt übernommen hatte, war diesem gegenüber die Ver- pflichtung eingegangen, einen bestimmten Arbeitslohn zu zahlen. Von dieser V erp stich tu ug hat die Firma bei Weiterg-rbe der Arbeit nichts erwähnt, so daß auch Mosseaiw nichts dapon wußte. Er hat, wie es die Zwischenmeister immer zu machen pflegen, bezahlt, was er nach den Preisen, die er selbst erhielt, glaubte zahlen zu können. Die Klagen sind, soweit es sich aus den Akten feststellen ließ, in der Weise erledigt worden, daß Mosseano die von seinem Auftraggeber geforderte Nachzahlung erhielt und dann die Lohn- differenz an die klagnden Arbeiterinnen nachzahlte.— Mosseano betonte in der Versammlung, die Vorwürfe, welche Kuntze vom Schneiderverband gegen ihn erhoben habe, seien unberechtigt. Er sei allerdings verklagt, aber m keinem Falle verurteilt worden. Er habe immer reell gehandelt. Zur Zahlung von Tariflöhnen sei er nicht verpflichtet gewesen, weil für die betreffenden Arbeiten da- mals noch kein Tarif bestanden und er von, der Lohnverpflichtung der Firma, welche die Arbeit direkt übernommen hatte, nichts gewußt habe.— Im weiteren Verlauf der Debatte wrude unter anderem die in unserem vorigen Bericht über Mosseano enthaltene Bemerkung als eine Ehrenkränkung Mosseanos und als eine Schädigung der Organisation bezeichnet.— Hierzu machte Liesegang die Bemerkung: Vom geschäftlichen Standpunkt ist nichts dagegen einzuwenden, daß sich Mosseano mit Näharbeiten be- schaftigt hat. Aber jemand, der sich fortgesetzt solche Arbeit holt und die Arbeiterinnen zu- billig entlohnt, auch nachdem er erfahren hat, daß der Lohn zu niedrig ist und nachdem er deshalb verklagt worden ist, kann doch nicht fähig sein, uns in der Gewerkschafts- kommission zu vertreten. Hirauf wurde die Fortsetzung über den Fall Mosseano vertagt. Die Versammlung nahm den Bericht über Verhandlungen mit der Verwaltung der Konsumgenossenschaft wegen Gewährung von Teuerungszulagen entgegen. Aus dem Bericht ging hervor, daß die Mitglieder mit den von der Konsumgenossenschaft gewährten Zu- lagen nicht zufrieden find, daß die Verhandlungen fortgesetzt werden und ein günstigeres Ergebnis hoffen lassen. so anerkannt vi« von den ander«» vnHernedmerorgmck\a*vnm des Malergewerbes. Die seit 1813 noch nicht dtmbge führte Arbeitszeitverkürzung nebst dem dafür festgesetzten LohnauSgle-.ck werden beim Abschluß eines neuen Lohntarifs gemährt. In Orlen. die mit der Lohnerhöhung nach den Schiedssprüchen von 1813 noch im Rückstände sind, wird am 1. März l9!7 ein Pfennig Lohn- erhöhung gezahlt. Der dann noch verbleibende Rest von einem Pfennig in drei Orten wurde beim Ablauf der jetzt getroffenen Vcr- einbarung in Aussicht gestellt. Alle für die Gehilfen in Betracht kommenden materiellen Bedingungen über Zuschläge bei lieber- stunden- uird Landarbeit wurden örtlich so festgelegt wie in den vorher bestandenen Tarifen. Ferner wurde ein Schiedsgericht vor- geseben zur Schlichtung von Differenzen aus den Vereinbarungen. Durch die so herbeigeführte Regelung sind die bisber abae- lehnten Schiedssprüche von 1913 im Prinzip anerkannt worden; nur ihre Durchfuhrung wurde in einigen Positionen an gewiye Fristen gebunden. Natürlich wäre zu wünschen gewesen, daß die so bedauerlichen Differenzen jetzt restlos beseitigt wurden. Trotzdem bedeuten aber die getroffenen Vereinbarungen, besonders unter Berücksichtigung der jetzigen mißlichen Verhältnisse des Maler- gewerbes, im allgemeinen einen nicht zu verkennenden Erfolg der beteiligten Organisationen und des Tarifgedankens. Und das nicht | nur für das direkt beteiligre Rheinland und Westfalen, sondern auch für die Organisationen des Malergewerbes im übrigen Deutschland.'_ Teuerungszulagen für die Leipziger Holzarbeiter. Schon im Herbst v. I. versuchten die Leipziger Holzarbeiter mtt Rücksicdl aus die verteuerte Lebenshaltung eine Teuerungszulage durchzusetzen. Leider scheiterten diese Tersucbe an der Haltung de» Unternehmerschutzverbandes. Nur in einzelnen Betrieben wurden einmalige Zulagen von 1—1.59 M. bewilligt. Bei den im März d. I. erneut aufgenommenen Verhandlungen erklärten sicb die Unter- nehmer bereit, eventuell eine allgemeine Zulage von 1 M. pro Wolde zu bewilligen, wenn sich die Arbeiter einverstanden erklärten, die vertraglich festgelegte Arbeitszeit um 4— ö Stunden pro Woche zu verlängern. Das merkwürdige Angebot wurde von den Arbeiter» Vertretern selbstverständlich zurückgewiesen und die ollgemeinen Ver« Handlungen abgebrochen. Bei Verbandlungen mit einzelnen Unter- nehmern wurden Zulagen von 2 M. oder 19 Proz. des WochenlobnS zugesagt. In einem größeren Betrieb wurde am I. April die Arbeit eingestellt. Darauf kam es unter Milwirkung der Behörden zu neuen Verhandlungen mit der Unternebmeroiganisotion, bei denen vereinbart wurde: Verheiratete Arbeiter erhalten wöchentlich 1,75 M. Zulage, ledige(jüngere) 1 M., geüble Arbeiterinnen 1 M., ungeübte 59 Pf. Ueberstunden sind nach den im Verlrage dasttr vorgesehenen Bestimmungen zu leisten und besonders zu entschädigen. deutsckes Neick. Beilegung der Tarifdiffcrenzeu im rheinisch- westfälischen Malergewerbe. W 6»«W-J««iKrm, I-.» Jahre 1913 welgerten stch die Unternehmer Nhei-nlmws und West- Gerichtszeitung. Die Ehre der Araukeupflegeriu. Eine fühlbare Strafe verhängte gestern da? Schöffen- gericht I Berlin-Tempclhof über die Frau Auguste Pausier, die sich wegen Beleidigung der Krankenpflegerin Albcrtine Hameister zu verantworten hatte. Letztere war 6Vz Jahre in einem Sanatorium tälig, dessen Be- sitzer der Ehemann der Angeklagten ist. Frau Pausier will nun seit einiger Zeit den Eindruck gewonnen baben. als ob„Schwester Margarete", wie die Prtvatklägerin im Sanatorium gerufen wurde, gegenüber dem Besitzer der Anstalt ein elwas zu freundliches Be- nehmen an den Tag gelegt habe. Ihrem Aerger hierüber machte die Angeklagte in einein Gespräch mit der Obelpflegerin durch eine beschimpfende Wendung Luft. Gleichzeitig erktärie sie, daß „Schwester Margarete" vor einigen Jahren ,u den Ehemännern ver- schiedener Patientinnen in unerlaubte Beziehungen getreten sei und daß die Frauen sich deswegen bei dem Anstaltsarzt Sanilätsrat Dr. Musiol beschwert bätten. An dieser Berdächtiaung war, wie die Angellagte jetzl selber vor Gerickl zugab, kein wahres Morl Da» Gericht eikannl aus eine Geldstrafe von 599 Mark. Wie der Volsitztnde. AmtSgerichtSrat K e ß l e r. bei der Urteil-verlündung hervorhob, sei lediglich mit Rücksicht auf die Erregung, in der die Angeklagte sich besundeu habe, von einer Gefängnisstrafe Abstand genommen worden._ Durchstechereien. Eine sehr schwere Strafe, nämlich l Jahr 6 Monate Zuchthaus beantragte gestern der Staatsanwalt gegen den Hilfsgefangenenaufseher Otto Sawitzki, der wegen Verbrechens im Amte vor der Strafkammer des Landgerichts l stand. Der Angeklagte war früher Stallmann bei der Schuhmannichast und hat seit ewiger Zeil Beschäsiigung als Hilfsaufsedcr im Unter- suchungsgefängsnls gesunden. Er hat sich dazu verleiten losten, in zwei Fällen Briese von Gefangenen an deren Verwandle binaus ,u befördern und hat in einem Falle dafür 25 M. als Geschenk angenommen, während eS in einein zweiien Falle zur AuSzablung der versprochenen Belohnung nichl mehr gekommen ist. Ter SiaaiS- falens, den für ganz Deutschland abgeschlossenen Tarifvertrag und die durch Schiedsspruch festgesetzen Löhne und Arbeitszeiten aii- zuerkennen. Das einige Monate später einberufene Haupttarifamt für das Malergewerbe erklärte die obstruierenden Unternehmer für tarifbrüchig und erzwang ihren Ausschluß aus dem Unternehmer- verband. Hierauf gründeten sie sich eine neue Organisation: den Westdeutschen Malermeisterverband. Im Frülfiahr 1914 kam es zu verschiedenen Werkstatffperren und örtlichen Streiks, die auch in mehreren Fällen tarifliche Zustände herbeiführten; eine erhebliche Anzahl Unternehmer hatte während der Aussperrung schon die Schiedssprüche anerkannt. Der neugegründete Malermeisterverband evhöhte zwar die früheren Löhne nm einen Pfennig, lehnte aber alles weitere, vor allem auch die Arbeitszeitverkürzungen und einen eigentlichen Tarifvertrag ab.— Der Weltkrieg binderte im Sommer 1914 und im Jahre 1915 den Verband der Maler, durch geeignete Vorstöße die Schiedssprüche noch zu erzwingen, was unter normalen Per- Hältnissen sicher eingetreten wäre. In diesem Jahre gaben die vom Reichsamt des Innern ein- geleiteten Tarffverhandlungen Gelegenheit, eine Beseitigung der erwähnten Differenzen zu versuchen. Trotz eines von seinem Vor- sitzenden gegebenen Versprechens machte der Westdeutsche Maler- meisterverband aber Schwierigkeiten; insbesondere lehnte er jedes Eingehen ans die Schiedssprüche von 1913 nach wie vor ab. Die bekannte Teuerungszulage erkannte er zunächst nur unter gewissen Bedingungen an. Nachdem ein im Reichsamt des Innern eingeleiteter VerHand- lungsversuch gescheitert war, traten Vertreter des Westdeutschen Malermeistcrverbandes und der Gehilfenorganisationen direkt in Unterhandlungen ein. Deren Resultat waren in der Hauptsache folgende Bedingungen: Die Teuerungszulage von 5 bzw. 6 Pf. pro Stunde wird genau fehlung des Angeklagten enlsprewend. Der GericklSbes erachtete aber mildernde Umstände für vorliegend, da der bisber völlig nn- beicholtene Angeklagte geistig minderwertig ist. Das Urieil lautete aus 1 Jahr Gefängnis unter Anrechnung von 3 Monaleu Untersuchungshaft. Eingegangene Druckschriften. Wir von der Südfront. Von Dr. W. Winkl-r. IM.— Manz, Wien und Leipzig. � m Englands Feind. Der Herr der Luft. Roman von E.©. scellger. 3 M.. geb. 4,50 M,— Westdeutsch- Verl-,SgeIellschast. Wiesbaden. Technik für All«. Technische Monalsbcstc. Hcst 10—12. Vicrtclj. 1,25 M.— Franckhtche Verlags Handlung, Stuttgart. Wohlstand und Glück. Wink- von J. Gerber. 3 M., geb. 3,59 M. G. Rötiig u. Sobn, Sopron(Oedenburg). Die russische ftrisis. Von Dr. H. Borst. 59 Pf.— D. Reimer, Berlin SW. 48,„„ Ter Geldkomplex. Roman von F. Gräfin zu Revenllow, 2 M., geb. 3,5» Dl.— A. Langen. München. Die Einführung der Soja, eine Umwälzung der Volts. ernährung. Von Maurice Furstenberg. 1 M.— P. Parey. Berlin SW. 11. Wehrlose. Novellen von Josesa Metz. Kart. 3 M.— F. Lebmann. Berlin-Charlottenburg. Kantstr. S. Ritualmord in Ungarn. Jüdische Tragödie. Von A. Zweig. 2,69 M., geb. 3,59 M.— Hyperionverlaq. Berlin SW. 61 Der Kampf. Roman von E. Weiß. 4 M gcb 5 W.— Himmel. fahrt. Roman von H. Bahr. 4,59 M., geb 5.50 M.— S. Fiich-r. Berlin. Bülowftr. 90. UniversabBibliothek. Nr. 5S3!— 5834: Die Männer im Feuer» ofen. Roman von K. Aram— 5835: Gedichte von Karl Stieler.— 5836: Kriegskalender litis. Teil 3.— 5S37: vruiibild. Tragödie von E. Gcibel.— 583«: Künsilrripeien u. a. Novellen von C. Gras Scapi. nclli.— 5833: Berühmte Kriminalfälie. Herausgegeben von Dr. M. Mendheim.— 5849: Kriegsnovcllen. 6. Bd.— Einzelnummer geh. 20 Pf.— PH. Reclam, Leipzig. UMtige Mitteilung für alle feser! Sine große iünstrierte KansMbliothek gratis I «Den Lesern teilen wir bierdmch ergebenst mit, daß wir eine reich illuslrieite Wochenichriit unter dem Titel Welt und Wissen" Herausgeben. Dieselbe bringt ge. meinvcrsläi dliche Abhandlungen aus allen Wissen. schas-en Die Ausstattung ist eine erstklassige. Di- Mriar heiter sind erste Fachleute. Jedes Hest enthält ca"0 Artikel, von denen wir als Beispiel einige an- jähren: Der Mensch in der Pfahlbauzerl.- Wenn die Erde erzittert.— Gesundheit und S-von heil.— Der Wille und dessen Kymnaflil.— Das Leben unter Wasser.— Fernphotoglaphie.— Liebe und Ehe bei den Naturvölkern.— Der Mensch und die Geiüerwelt. — Flüssige Luft.— Einfluß der Lebensweise aus das Menschenalter.— Verschwundene Städte in der Sahara.— Di« Zukunsl der Elektrizität.— Unser Zonucnshstem usw. usw. Auncrdem erhält jeder Leser aus.Well und Wissen" zu jedem Jahrgang drei lomptette Werte oollsländig gratis. Im ersten Jahre: Die illustriert« Himmels. (unde.— Illustriertes Buch der Technik.— Ent- deckungsreisen nach dem Nord- und Südpol. Um zu ermöglichen, daß alle Leler darauf abon- nieren tonnen, habe» wir die kleine Entschädigung, die wir.notwendig haben nillssen, auf nur 15 Ps. jür ein 24 Seiten imrkcs Hest seslgesetzt. Den Bestellschein blllen wir auszusüllen und ein- zulenden. Bestellschein Bw. An die Erpedition von UHll WlSSÖll", Berlin.Schöneberg, am Park 14. Ich abonniere hiermit„Welt und Wilsen" k 15 Pf. p. Heft durch Boten franko Haus. Rame:—-—------- Ort, Straßen. verantw Redakt.: Alfred Wielevv. Neukölln. Inst ratenteil oeranuo Tb. Glocke. Berlin. Druck u. Berlaa- Vorwärts Bucbdr. u. VttlckvSanltali Paul Singer Co., Berlin LW. Hierzu 1 Beilage u. lluterhaltnngsbl. Ar. 108. 33. IchrMg. Lcili»? des Jormätts" Öcrliiitr NsülsdlM Dienstag. 18. April!916. Das �CorrefponSenzblatt" für Milita'röienst Dienstuntauglicher! DaS.Correspondenzblatt" ersucht unS um Aufnahme nach- stehender Einsendung unter der oben wiedergegebenen Ueberschrift: .Unter dieser wider besseres Wissen gewählten Ueberschrift sucht der.Vorwärts" den Sachverhalt, der unserer Kennzeichnung deS sozialpolitischen DebülS der.Sozialdemokratischen Arbeitsgemein- schasl" in Nummer 16 des.Correspondenzblattes" zugrunde liegt, zu verdrehen. Wir hatten nach dem ,Vorwärts''-Bericht vom 8. April mitgeteilt, dasj einige Angehörige der alten Fraktion nicht für die Anträge der neuen Fraktion gestimmt hätten, und hatten dieses Verhalten für sehr berechtigt gesunden, da der angenommene Antrag der Arbeitsgemeinschaft, der die beschleu- nigte Entlassung dauernd kranker und dienstuntauglicher Mann» schaflen fordert, den Kriegsbeschädigten mehr nachteilig als förderlich sei. Der.Vorwärts" berichtet nun am 16. April:.Das Corre» spondenzblatt nimmt an,»einige Mitglieder der alten Fraktion' hätten gegen diesen Antrag gestimmt.— Wir müssen natürlich diese Annahme, die uns die Verantwortlichkeit für die Berichte des.Vor- wärlS" zuweisen würde, dankend ablehnen, halten vielmehr dafür, daß der.Vorwärts" den Mut haben sollte, sich zu feiner eigenen Berichterstattung zu bekennen. Im übrigen sucht der.Vorwärt" den Sinn des bcichlossenen Antrag« so darzustellen. alZ ob mit demselben Kriegsbeschädigte gar nicht gemeint seien, sondern nur die durch Krankheit Dienstuntaug» liehen. Was die Antragsteller mit dem Antrag bezweckt haben, be- rührt bekanntlich die Anwendung nicht, die sich an den reinen Wort- laut zu halten hat. Der Wortlaut spricht aber ausdrücklich von der Entlassung kranker und dienstuntauglicher Mannschaften, schlieft also auch aus anderen Ursachen Dienstuntaugliche ein. Wäre das nicht beabsichtigt worden, so hätte der Antrag anders formuliert werden müsien. So, wie er angenommen ist, kann er auch auf die Kriegsbeschädigten angewandt werden. Aber auch für die Wiederherstellung der im Heeresdienst erkrankten Mann» schaften hattet die Heeresverwaltung und auch für sie wäre die Durchführung des Antrages nur nachteilig. Wenn die Sachkenntnis der Sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft nicht soweit reicht, diese Konsequenzen zu erkennen, so möge sie von solchen Anträgen die Finger lassen. Oder ist sie in ihrer Jnternalionalität schon so weit fortgeschritten, datz sie die Fühlung mit der deutschen Sprache gänzlich verloren haben sollte?" Vorstehende Einsendung haben wir trotz der verdächtigenden Nedeivendungen, in denen da?.Corretpondenzblatt' uns Behaupten »wider besseres Wissen",.Verdrehen" und Mangel an Mut vor- wirft, wörtlich wiedergegeben. Ton und Inhalt der Zuschrift kennzeichnen die Gemütsverfassung ihreS Einsenders. Wahrheits> widrig ist die jetzt wiederholte Behauptung, der.Vorwärts" vom 8. April habe mitgeteilt, gegen den Antrag, von dem das»Cor- respondenzblatt' spricht, hätten einige Mitglieder der alten Fraktion gestimmt. DaS ist eine Fälschung unseres Berichts. Die weiteren Ausflüchte der Zuschrift ändern nichts an dem von uns festgestellten Sachverhalte. Das.Correspondenzblatt" hat sowohl die sozial- demokratische Fraktion wie die sozialdemokratische Arbeitsgemein- schaft, die beide für den von dem gewerkschaftlichen Organ ge- tadelten Antrag zugestimmt haben, angegriffen, weil seine wütende Feindschaft gegen die Sozialdemokratische Arbeitsgemeinschaft eS hindert, den einfachen Wortlaut und Sinn eine? im Interesse der Arbeiterklasse gestellten Antrages zu erkennen. Das sollte das Blatt offen zugeben,, statt den Gchein einer Rechtfertigung zu ver- suchen. »• .•';.77. r.V., Zur Klarstellung. Vom Vorstand der sozialdemokratischen ReichStagSftaktion wird unS geschrieben:.Im.Vorwärts" vom 17. April werden unter der Rubrik.Politische Uebersicht' unberechtigte Vorwürfe gegen Mit- glieder der sozialdemokratischen ReichStagSftaktion erhoben. ES heißt da u. a.: Nach dem von unS niedriger gehängten Bekenntnis verschönen Seele in dem.Correspondenzblatt" kann es uns nicht wunder nehmen, daß auch am 7. April die ihr gleichgesinnnten sozialdemo- kratiichen Abgeordneten gegen den Antrag Haase-Ledebour stimmten: .Den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, dem Reichstag so- fort einen Gesetzentwurf vorzulegen, durch welchen die Mindest- strafen de« Militärstrasgeseybuches herabgesetzt werden...." In Wirklichkeit lagen die Dinge so: Von Freisinnigen, Nationalliberalen. Zentrumsabgeordneten und der sozialdemokratischen Fraktion war folgender Antrag Nr. 265 beim Präsidium eingereicht worden: .Den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, über die Herabsetzung der Mindeststrafen im Militärstrafgesetzbuch baldigst dem Reichstag eine Gesetzesvotlage zu machen." Später wurde von den Abgeordneten Haas« und Ledebour ein Antrag(Nr. 268 der Druckichaen) folgenden Wortlauts eingereicht: »Den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, dem Reichstag sofort einen Gesetzentwurf vorzulegen, durch welchen die Mindeststrafen des Militärstrafgesetzbuchs herabgesetzt werden." Es war ganz selbstverständlich, daß die sozialdemokratische Fraktion für den Antrag stimmen mußte, den sie selbst mit ein- gebracht hatte, der auch der Situation vollkommen gerecht wurde. Die im.Vorwärts" erhobenen Vorwürfe sind also durchaus un- berechtigt." « Hierzu möchten wir bemerken: Es ist unrichtig, daß wir einen .Vorwurf" gegen die sozialdemokratische Fraktion erhoben haben. Wir haben lediglich im Verfolg der falschen Anschauung des .Correspondenzblattes" erklärt, wir halten die Abstimmung einiger Mitglieder der Fraktion, die gegen den Antrag Haase-Ledebour stimmten, auf ein Versehen der Abstimmenden zurückgeführt, nach der Erklärung des.Correspondenzblattes" müssen wir von den ihm Gleichgesinnten anders denken. �US öer Partei. Stellungnahme zur Fruktionsspaltung. Eine Konferenz sozialdemokratischer Vertrauensmänner des 8. und 10. schleswig-hol st e, nischen ReichStagswahl- kreiseS(Altona-Stormarn und Herzogtum Lauenburg) beschäftigte sich mit dem Parleistreit. Nach einem Referat des Genossen Kürbis- Altona und gründlicher Aussprache wurde folgende Entschließung mit gegen 2 Stimmen angenommen: Die Konferenz erklärt ihr volles Einverständnis mit den vom Parteiausschuß am 27. März dieses Jahres gefaßten Beschlüssen. durch welche die Gründung einer besonderen Fraktion, sogenannte Arbeitsgemeinschaft, sozialdemokratischer ReichStagSabgeordneler und die Gründung von Sonderorganisationen innerhalb der Partei sowie da« Wirken für solche Organisationen verurteilt wird als ein zur Sprengung der Einheit der Partei führende», so schwersten» schädi- RendeS und somit die Zugehörigkeit zur Parteiorganisatlon au»- hließendes Beginnen. Die Konferenz stimmt auch dem im Zusammenhang mit diesen Beschlüssen von dem Parteivorstand, dem Parleiausschuß und dem Vorstand der ReichStagSftaktion unter dem 27. März dieses Jahres erlassenen Aufruf an die Partei zu, der zum entschiedenen Wider- stand gegen die SpaltungSelemente mahnt. Die Teilnehmer der Konferenz erklären, daß sie entschlossen sind, dieser an da» parteigenössiscve Pflichtbewußtsein gerichteten Mahnung nachzukommen, allen Spallungsvertuchen, aller Sonder- bündelei mit größter Entschiedenheit entgegenzutreten) sie erwarten die gleiche Haltung von allen Parteigenossen im 8. und 16. schleS- wig-holsteinischen Wahlkreise, denen es ernsthaft und ehrlich um die Interessen der Partei und der Arbeiterklasse zu tun ist. Sozialdemokratischer Stadtverordnetenwahlfieg. Bei einer Stadtverordnetenersatzwahl in Rendsburg ist der sozialdemokratische Kandidat mit drei Stimmen Mehrheit gewählt worden. So haben die Bürgerlichen ein Mandat, das sie freiwillig auf Grund des Burgfriedens nicht an die Arbeiterschaft abtreten wollten, im Wahlkampfe verloren. Abonnementspreiserhühnug. Auch da».Hamburger Echo" siebt sich veranlaßt, vom 1. Mai an den AbonnemenlSpreis zu erhöhen. Der Monatspreis wird von 1,20 auf 1,50 M., der Wochenpreis von 80 auf 35 Pf. erhöht._ Ms Industrie und Handel. Kaligesetznovelle und Kalisyndikat. Durch die Presse läuft eine Notiz, die anscheinend eine Kund- gebung von Kali-Jnteressenten zu der dem Reichstag zugegangenen Kaligesetznovelle ist, aber offensichtlich nicht von durchaus fach- kundiger Seite herrühren kann. In der Notiz heißt es nämlich, die von der Regierung vorgeschlagene Erhöhung der Preise um IX Prozent pro Kaliprozent Reinkali sei gegen den jetzigen Preis viel zu niedrig. Tatsächlich beträgt die vorgeschlagene Preiserhöhung für alle Rohsalze und Kalifabnkate nicht IX, sondern 8 Pf. pro Kaliprozent, im Vergleich zu den 1910 gesetzlich festgelegten In- lands-Höchstpreisen; nur für Karnallit beträgt die Erhöhung we- niger, nämlich 2X Pf. Allerdings sind ab 1. Oktober 1915 die Preise schon um IX Pf. erhöht worden, das betraf aber nur die 12— 15prozentigen Rohsalze und die 40— 42prozentigen Dünge- salze. Nunmehr schlägt die Negierung eine neue Preiserhöhung auch für diese beiden Sorten um IX Pf. vor und außerdem sollen 6 andere Sorten 3, eine Sorte(Karnallit) 2X Pf. im Preise er- höht werden. Die gedachte Mitteilung, es handle sich nur um IX Pf. Preiserhöhung, trifft also nicht zu und ist darum irre- führend. Aus verschiedenen Werksberichten vom Jahre 1915 geht hervor, daß die ab 1. Oktober d. I. eingetretene teilweise Preiserhöhung (zwei Sorten) auf das finanzielle Ergebnis der Kaliindustrie noch keinen oder noch>0 gut wie keinen Einfluß gehabt hat. Die Kali- industrie macht vorwiegend„Saisongeschäfte. d. h. der Abruf der für die Landwirtschaft nötigen Düngesalze erfolgt jeweils zur Zeit der neuen Ackerbestellungen. Die landwirtschaftlichen Verbraucher werden vorjährig so weit und schnell wie möglich noch zu den alten und gesetzlichen Preisen eingekauft haben. Darum trat die finan- zielle Wirkung der vorjährigen Preiserhöhung nicht sogleich ein, sondern sie wird sich erst im laufenden Geschäftsjahr einstellen. Dazu wird noch der finanzielle Effekt der nun regierungsseitig erneut vorgeschlagenen Preiserhöhungen treten, die wie vermerkt für mehrere Sorten 3, für eine Sorte 2X und für die beiden bereit» vorjährig' im Preis« erhöhten tMi Pf. ausmachen. Wird, der neue Regierungsvorschlag angenommen, so bedeutet das gegenüber den ftüheren gesetzlichen JnlandSlHöchstpreisen eine Preiserhöhung von fast 10 bis zu 30 Prozent, für die im Jnlandsabsatz hauptsächlich in Betracht kommenden Sorten reichlich 20 Prozent. Wenn auch die Lage in der Kaliindustrie durch den Kriegsausbruch kritisch geworden ist, so kann man doch gerechterweise die regierungsseitig vorgeschlagenen Preiserhöhungen nicht als sozusagen kaum nennenswerte bezeichnen. Der Umsatzwert des Kalisyndikats, dem sämtliche Kaliwerke angehören, hat 1915 nur noch 108 Millionen Mark betragen. Nach vorsichtiger Schätzung wird bei nur gleich- bleibendem Absatz, die vorgeschlagenee Preiserhöhung den Kali- werken eine jährliche Mehreinnahme von mindestens 20 Millionen Mark einbringen, im Vergleich zu dem Ergebnis von 1915. Die in der vorerwähnten Zeitungsnotiz angegebene Summe von nur 7,5 Millionen Mark Mehreinnahmen ist also entschieden viel zu niedrig gegriffen. Auch die weitere Angabe, jährliche Mehraus- gaben für Löhne, Kohlen, Schmieröle und andere Rohmaterialien würden„etwa 25— 80 Millionen Mark" betragen, kann einer kriti» schen Nachprüfung nicht standhalten. Unterstaatssekr retär Dr, Richter hat am 10. d. M. im Reichstag mitgeteilt, es seien zwischen der Vertretung der Kaliwcrkbesitzcr und Parlamentsmitgliedern, die im Hauptberuf Gewerkschafts- Vertreter sind, Verhandlungen über Lohnerhöhungen für die Kaliwerksarbeiter angeknüpft worden. Der in wiederholten Be- sprechungcn durchberatene Lohnvorschlag der Arbeitervertreter be- trifft eine Teuerungszulage von durchschnittlich 60 Pf. pro S�' Diese Lohnzulage würde etwa 3s4 Millionen Mark(jährlich) Mehr- ausgaben an Löhnen ausmachen, also nur etwa den sechsten Teil der infolge der Preiserhöhung sicher zu erwartenden Mehrein- nahmen der Werke. Berücksichtigt man, daß nach den neuesten amt- lichen lohnstatistischen Veröffentlichungen fast 50 Prozent der Kali- Werksarbeiter nicht einmal 4 M. Tagesverdienst hatten, so wird gerechterweise eine große Notlage der Arbeiter zugegeben und die Berechtigung der Lohnerhöhungsforderung anerkannt werden müssen. Der Reichstag wird sich erst über die Bewilligung der Lohnzulage Sicherheit verschaffen müssen, ehe er der Regierung«. vorläge zustimmt. versteckte Gewinne. Die glücklichen Einzelunternebmer können sich deS Kriegssegens im stillen Kämmerlein freuen. Die Gesellschaften dagegen sind zur Veröffentlichung ihrer Bilanzen verpflichtet und haben eS weit schwerer, ihre Riesengewinne zu verheimlichen. Groß in dieser Kunst find die dem L.' Löwe-Konzern angehörigen Unternehmen. Die Daimler- Motoren- Gesellschaft weist bei einem Kapital von 8 Millionen Mark einen Reingewinn von 6,6 Millionen Mark au«, worau» die verhältnismäßig bescheidene Dividende von 24 Proz. gezahlt wird. Nur ist der Rein- gewinn viel zu niedrig angesetzt. Ebenso halten sich dre offiziellen Abschreibungen— 650 000 M.— weit unter den tatsäch- lich erfolgten. Beide Behauptungen lassen sich aus der Bilanz selbst beweisen. Der Geschäftsbericht sagt selbst, daß da« Unternehmen auf Wunsch der Heeresleitung vergrößert worden ist. Trotzdem stehen Grundstücke. Gebäude, maschinelle Einrichtungen und Patente nur mit 5,35 Millionen Mark um 300 000 M. höher zu Buch als im Vorjahr I ES sind also fast alle sehr beträchtlichen Zugänge auf dieses Konto aus laufenden Einnahmen bezahlt und so sehr erhebliche stille Reserven angesammelt worden. Der Gewinn ist. obwohl er fast drei Viertel deS Ka- pital» ausmacht. lächerlich niedrig angesetzt. Die Börse spricht davon, daß die KriegSgewinnsteuerrücklage fast das Doppelte de« Aktienkapital», nämlich 15 Millionen Mark, ausmache. DaS Gesetz verpflichtet bekanntlich zur Hinterlegung von 50 Proz. de« Gewinne«. Die Börsenschätzung dürste zutreffen. Denn nur um eine Schätzung handelt es sich, weil die Gesellschaft die! KriegSgewinnsteuerrücklage zur Verhinderung� eine» annähernden Rückschlüsse» auf den wahren- Kriegsgewinn auf das Gläubigerionto verbucht hat. Dieses Konto ist von 9,3 Mill. Mark auf 19,6 Mill. Mark ge- stiegen, obwohl die Geldflüssigkeit der Gesellschaft so groß ist, daß an 10 Mill. Mark Kriegsanleihe gezeichnet wurden, und der Stadt Stutt- gart ein Darlehn von 2 Mill. Mark gewährt und die 4,5-prozentige Obligationenanieihe von 1,84 Mill. Mark auf die Hälfte getilgt wurde. Die Hoffnung, daß die Verpflichtung zu einer Rücklage von 50 Proz. des Gewinnes die gewohnte Gewinnverheimlichung verhüten werde, hat also infolge der Veriuschung der Rücklage aus dem Gläubiger- konto enttäuscht— eine Praxis, die auch die Deutschen Waffen« und Munition«Fabriken und die L. L o e w e« Fabrik selbst aufgenommen haben. So hat die Ludwig Loewe u. Co., A.-G., ebenfalls eine Erhöhung ihres Gläubigerkontos von 2,11 Millionen Mark auf 12,30 Millionen Mark zu verzeichnen, ob- wohl das Effektenlonto von 9,6 Millionen Mark auf 15,45 Millionen Mark gestiegen ist und die Reserven bei einem Kapital von 10 Millionen Mark schon 9,5 Millionen Mark ausmachen. ES ist also auch hier die Vermutung wahrscheinlich, daß mi n d e st e u S die Erhöhung des Gläubigerkontos auf Kosten der Kriegssteuer- rücklage zu setzen ist._ Kriegsgewinlie. Die Hei», Lehmann u. Co. Akt.-Ges. in Berlin u. Düsseldorf kann.unter Berücksichtigung angemessener Abschreibungen und Reservestellungen" ihre Dividende von 10 auf 12 Proz. steigern. Bei der Deutsche» Erdöl-Akt.-Ges. beträgt der Bruttogewinn über 80 Millionen Mark. Hiervon werden 6'/, Millionen Mark für Kriegsgewinnsteuer zurückgestellt. Auch nach dieser Rückstellung wäre eS demUnternehmenmöglichgewesen, einehöhere Dividende alS20Proz. (gegen 12 Proz. i. Vorj.) auszuschütten. Doch hielt es die Gesellschaft im Interesse einer künftigen stetigen Entwicklung der Dividende für opportun, mit der Erhöbung deS Satzes nicht über 8 Proz. hinaus- zugehen. Sehr wesentlich sind die Abschreibungen erhöht worden. Zunächst hat die Gesellschaft ordentliche Abschreibungen im Betrage von 2 360 000 M. auf die eigenen Anlagen, die Rasfincrien, die Bergwerke im Elsaß und auf Fahrzeuge vorgenommen, während im Vorjahre diese Abschreibungen nur mit 936 000 M. bemessen worden waren. Außer den regulären Abschreibungen sind sehr erhebliche Abschreibungen auf Beteiligungen vorgenommen worden. Die Ab- schreibungen auf Beteiligungen betragen zusammen 8,7 Millionen Mark. die gesamten regulären und außerordentlichen Abschreibungen mehr als 11 Millionen Mark. Im Vorjahre waren aus dem Reingewinn insgesamt 2.35 Millionen Mark auf Beteiligungen abgeschrieben . worden. Der Reingewinn des Jahres 1915 beläusl sich auf reichlich 12 Millionen Mark li. V. nach Abzug der soeben erwähnten Sonder- abfchreibungen 4,2 Millionen Marl)( Die Dividende auf 80,75 Mil- lionen Mark Aktienkapital erfordert 6,15 Millionen Mark auf 10 Millionen Mark zusammen 1,3 Millionen Mark zugewiesen. Ferner erfolgt die Stellung einer Baureserve von 2 Millionen Mark. Den Betrag von 1 Million Mark hat man an einen neu ge« bildeten UntcrstützungSfonds für Beamte und Arbeiter zugeführt. Schließlich werden 1 Million Mark der Nationalstiftung der Hinter« bliebenen der im Kriege Gefallenen zugewiesen. Die Vulcan-Werke in Haiiiburg und Stettin bringen für 1915 eine Dividende von 8 Proz. rn Vorschlag(i. B. 6 Proz.). Die Fabrik photographischer Papiere Dr. Kurz in Wernigerode erhöht ihre Dividende von 7 aus 10 Proz. Die Oberschlesische Bierbrauerei- Akt.-Ges. vorm. L. Haendler in Hindenburg O.-S. hat 1915 ihren letzten Friedens- abfchluß übertroffen. Sie kann die Dividende von 4 auf 6 Proz. erhöhen. Die I. A. John, Akt.-Ges. in Erfurt-JlverSgehofen. verdankt .ansehnlichen Lieferungen für die Heeresverwaltung" die Möglichkeit, die- Dtvidende vo»'5 auf 10 Pt0z7.zch verdoppeln,, Die Schalker Herd« und O f e n f a b ri k.F. Küpper»« Busch u. Söhne, Akt.-Ges. in Gelsenkirchen, verdiente an Heeres- lieferungen so viel, daß sie nach 463 920 M. Abschreibungen(i. V. 171 207 M.) aus einem Reingewinn von 2 Millionen Mark(i. B. 1,12 Millionen Mark) 17 Proz. Dividende verteilen kann(i. V. 18 Proz.). Die S ch lest s ch e Akt.- Ges. für Bergbau und Zink« Hüttenbetrieb erreichte in den letzten Jahren folgende Pro« duktionSziffern: 1913: 1914: 1913: (Tonnen) Galmei und Blende 86 203 69 233 66 090 Kohle...... 1 375 HO 1 250 967 1 210 296 Rohzink..... 85 645 29 067 22 446 Zinkblech..... 30 930 25 882 15 492 Für den Rückgang macht die Verwaltung den Arbeitermangel verantwortlich. Erstaunlich und bezeichnend für die Höhe der KnegSpreise sind demgegenüber die Abschlußziffern. Es betrug: 1913 1914 1915 M. M. M. Rohgewinn.. 8 511924 5 353 576 10144 054 Abschreibungen. 2 800 000 1 600 000 4 000 000 Reingewinn.. 4 851 800 2 885 873 4 463 790 Dividende. 4424930 2727900 4091850 17% 10% 15% Bei dem Krefelder Stahlwerk, Akt.-Ges. in Krefeld, ist der Rohgewinn von 1.3 auf 6,2 Millionen Mark gestiegen. Durch bedeutend erhöhte Abschreibungen und eme Kriegsgewinnsteuer- rücklage von 1% Millionen Mark ermäßigt sich der Rohgewinn auf einen.Reingewinn" von 2 127 403 M.(i. V. 672 346 M.). Davon sollen 675 000 M. zur Zahlung einer löprozentigen Dividende der« wendet werden li. B. 12 Proz.). Die Metallwarenfabrik Akt.-Ges. Barr und Stei» in Berlin schüttet wieder 25 Proz. Dividende aus. DaS Konsolidierte Braunkohlen-Bergwerk .Caroline" bei Offleben, Akt.-Ges. in Magdeburg, erhöht die Dividende von 20 auf 22 Proz. Rund 300 000 M. sind dazu erforderlich von dem 456 900 M. betragenden Reingewinn. Die Chemische Fabrik auf Aktien vorm. E. Schering in Berlin wird ihre Dividende von 11 auf 12 Proz. erhöhen. Die Donners marckhütte, Oberschlesische Eisen- und Kohlenwerke-Akt.- Ges., bat im vorigen Jahre den 1914 zurückgegangenen Reingewinn noch über den 1913er hinaus er« höht. Trotzdem zahlt sie»nur" 18 Proz. Dividende(1913---- 24 Proz.. 1914--- 12 Proz.). Die Grube Leopold bei Edderitz erhöht die Dividend« von 7'/, auf 9 Proz. Die Berlin-Anhaltische Maschinenbau- A k t.« G e s. verdoppelt ihre Dividende von 4 ouf 8 Proz. Die Deutsche Wolle nwaren-Manufaktur. Akt.« Ges. in Grünberg in Schlesien, steigert ihre Dividende von 6 auf 15 Proz. Die deutsche Stei nzeugwarenfabrik für Kanal i« s a t i o n und chemische I n d u st r i e in FriedrichS'eld in Baden konnte ihren Reingewinn verdoppeln. Sie zahlt 400 000 M.=» 16 Proz. Dividende(1914 nur 250 000 M.---- 10 Proz.). vierte ungarische Kriegsanleihe. Die Zeidbnung auf die vierte ungarische Kriegsanleihe wird am 19. April eröffnet und dauert bi» zum 23. Mai. ES werden fechsprozentige Nentensckeine zum Kurie von 97.20 Kronen ausgegeben: ferner werden b%prozenrig« Staatskassenscheine zum Kurse von 91.90 ausgegeben. Die Rente kann nicht vor dem 1. November 1921, die Staatskassen« scheine können nicht vor dem 1. Dezember 1921 konvertiert werden. Die 5%prozelitigen Staatskaffenicheine werden zum vollen Renn- betrage am 1. Juni 1926 zurückgezahlt. Ms Groß-öerlin. Dörrgemüse. Die Stadt Berlin will Gemüse dörren. Zu diesem Zwecke sollen im Anschluß an die Gasanstalt in der Danziger Straße entsprechende Einrichtungen geschaffen werden. In einem von der Stadtverordnetenversammlung gewählten Ausschuß wurde dieser Tage das Projekt eingehender besprochen. Der Plan, Gemüse selbst zu dörren, ist in städtischen Kreisen schon lange erwogen worden, Er kam aber nicht zur Ausführung, weil auf diesem Gebiete fortgesetzt Neuerungen zur Verbesserung des Dörrverfahrens auftauchten. Das frühere Verfahren litt darunter, daß gedörrtes Gemüse bei seiner Verwendung viele Stunden vor dem Gebrauch ins Wasser gelegt werden mußte, sonst dauerte der Kochprozeß zu lange. Dem sei setzt abge- Holsen. Die neue Einrichtung, die schon Ende Juni fertig fein soll, soll der Vergeudung von Gemüse begegnen. Tat- fache ist, daß Gemüse zeitweilig sehr reichlich auf den Markt kommt, daß aber sehr oft viel Gemüse übrig bleibt und weil es sich nicht hält, fortgeworfen wird. Bedauerlich ist, daß deshalb im Vorjahre vor den Toren Berlins Spinat und anderes Gemüse verdorben ist und in manchen Fällen erit gar nicht von den Feldern abgeerntet wurde, weil der Absatz rucht groß genug gewesen sei. Bedauerlich ist auch die Tat- fache, daß nach den Darlegungen des Garten direktors der Stadt Berlin im Vorjahre mehrere hundert Morgen Hack- früchte erfroren seien, weil aus Mangel an Arbeitskräften nicht abgeerntet werden konnte. Wir möchten glauben, daß es in Berlin genug Leute gegeben hätte, die in ihrer freien Zeit gegen einen mäßigen Pachtpreis die Ernte für sich heim- gebracht hätten. Ein Bedenken, das bei der Einrichtung der Trockengemüscanstalt nicht unwichtig ist, ist die Frage, ob durch diese Einrichtung nicht eine Verteuerung des frischen Gemüses entstehen kann. Wenn die Gemüsezüchter wissen, daß sie ihr Gemüse unter allen Umständen los werden, besteht die Gefahr, daß sie auf hohe Preise halten werden. Und das wäre doch sehr bedauer- lich. Dem wurde entgegnet, daß nicht abgesetztes frisches Gemüse nur zu einem sehr geringen Preise erworben werden soll, der höchstens die knappen Herstellungskosten beträgt. In der Kriegszeit müsse man besonders auf diesen Umstand achten, und in großen Trockcnperioden, in denen frisches Gemüse knapp ist, lieber die Trocknungsanstalt geringer beschäftigen, um preisherabsetzend zu wirken. Nicht uninteressant waren die Darlegungen über die Art deS Gemüses von den Rieselfeldern Berlins. Es ist nicht zu leugnen, daß in manchen Kreisen der Bevölkerung ein gewiffeS Vorurteil gegen das Rieselfeldgemüse besteht. Es gibt Leute, die da meinen, das Gemüse von den Rieselfeldern„stinke aus dem Topf heraus". Im Ausschusse wurde dargelegt, daß dieses Vorurteil nicht berechtigt sei. Infolge der Ueber- düngung habe das Gemüse einen hohen Stickstoffgehalt; es sei des hohen Wassergehalts wegen auch leicht dem Verderben ausgesetzt, aber es habe einen hohen Nährgehalt. Der Anbau von Gemüse auf den Rieselfeldern ist ständig gesteigert worden und wird weiter steigen. Die Zahl der Pächter, die auf dem Rieselgelände Gemüse ziehen, nimmt zu. Ihnen dürste eö eine Hilfe sein, wenn sie für nicht abgesetztes Gemüse in der Gemüsetrocknungsanstalt eine Abnehmerin finden. Gleichzeitig wird dafür gesorgt, daß nichts umkommt und für den Winter als Dörrgemüse auf dem Martte erscheint. Zunächst ist nur an die vielen städtischen Anstalten gedacht, die als Käufer des Dörrgemüses in Frage kommen. Darüber hinaus soll Dörrgcmüse auch an Private abgegeben werden. Um eine ordnungsgemäße Verwendung des Dörrgemüses zu sichern, wurde allseitig gewünscht, Kochrezepte für die Ver- Wendung von Dörrgemüse im Haushalt herauszugeben. Es wurde betont, daß frisches Gemüse sowie auch Dörrgemüse im Arbeiterhaushalt noch nicht genügend verwendet würde. Dem wurde von unseren Genossen entgegnet, daß einmal Ge- müse noch inimcr hoch im Preise stehe, dann aber scheitere größere Verwendung von Gemüse in den Kreisen der minder- bemittelten Bevölkerung noch daran, daß es ohne Fleisch oder Fett nicht zubereitet werden könne. Fleisch stehe aber hoch im Preise und Fett sei kaum noch zu haben. Deshalb sei heute eine Gcmüsemahlzeit ein Gericht, das sich nur ein bestimmter Kreis leisten könne. Trotz aller Einwände herrschte aber über den Bau einer Trocknungsanstalt für Gemüse Einverständnis, weil alles getan werden muß, Nahrungsmittel vor dem Umkommen zu schützen, auch über den Krieg hinaus. Der Stadtverordnetenausfchuß stimmte daher der Magistratsvorlage zu und bewilligte die in Höhe von 250000 M. verlangten Mittel. Bom Strastenbahn-Umsteigevcrkehr. Am Hochbahnhof.Warschauer Brücke" ist seit Jahren ein Umsteigeverkehr zwischen der Hochbahn und den Straßen- bahnen nach dem Viehhos und nach Lichtenberg eingerichtet. Wie viele Fahrgäste zwischen der Hochbahn und den der Stadt gehören- den Viehhof-Straßenbahnlinien ausgetauscht wurden, ersehen wir aus dem für die Betriebszeit vom 1. April 1914 bis 31. März 1915 erst jetzt erschienenen Verwallungsbericht über die Straßenbahnen der Stadt. Mit Umsteigebilletts gingen von den Straßen- bahnen zur Hochbahn 389045 Personen, andererseits von der Hochbahn zu den Straßenbahnen 398 883 Personen. Früher war der Nmsteigeverkehr hier sehr viel stärker: er hat von Jahr zu Jahr weiter nachgelassen, so daß er in 1914/15 nicht mehr halb so groß war wie in 1919/11. Damals, wo die Straßenbahnen der Stadt von Norden und Nordosten her erst bis zur Warschauer Brücke reichten, kamen mit UmsteigebillettS von den Straßenbahnen zur Hochbahn 875 167 Personen, von der Hochbahn zu den Straßenbahnen 847 235 Personen. Nachdem bann die eine Linie im Januar 1911, die andere im Mai 1911 bis Görlitzer Bahn- Hof weitergeführt worden war, wurde es für einen Teil der Fahr- gäste überflüssig, noch UmsteigebillettS zu nehmen. Die weiteren Ber- längerungen der Straßenbahnen— im Dezember 1912 bis Hennannplatz, im Mai 1913 bis Behrenstraße— können den Umsteigeverkehr nicht mehr erheblich beeinflußt haben, so daß auZ ihnen allein die nach 1911 sich durch alle folgenden Jahre fortsetzende Minderung der umgestiegenen Personen nicht verständlich wird. Be- achtenswert, wie dieser Rückgang, ist auch die Jahr für Jahr be- obachtete Ungleichheit zwischen dem Verkehr von der Hochbahn zu den Straßenbahnen und dem von den Straßenbahnen zur Hoch- bahn. In 1914/15 kamen, wie schon angegeben, von den Straßen- bahnen 389 945 Personen, aber von der Hochbahn nur 398 886 Personen. Die Ungleichheit hat sich nicht nur Jahr für Jahr wiederholt, sondern ist auch von Jahr zu Jahr stärker geworden. Wenn in 1919/11 von den Straßenbuhnen 875 167 Personen, von der Hochbahn 847 265 Personen kamen, so bedeutete da§ fast noch Gleichheit. Gegenüber je 199 zur Hochbahn übergehenden Personen war die Zahl der zu den Straßenbahnen übergehenden in 1019/11«och 07. ab« i» 1014/15 nur«och 81, Müssen wir«r» diese Verschickung zum Teil daraus erklären, daß e« sich angenehmer von den Straßenbahnen auf die Hochbahn als von der Hochbahn auf die Straßenbahnen um- steigen läßt? Wer von den Straßenbahnen kommt, betritt sofort den schützenden Hochbahnhof, steigt in den zur Ab- fahrt bereit stehenden Zug ein und hat hier auf der Anfangsstation keinen Platzkampf nötig. Wer dagegen von der Hochbahn kommt, wartet auf offener Straße, hat dann bei der Ankunft des Straßenbahnwagens mit soundsovielen Mitbewerbern um einen Platz zu kämpfen und wird schließlich wegen Ueberfüllung deS Wagens gar nicht mitgenommen. Nach noch- maligem Warten kann er beim nächsten Wagen dasselbe Vergnügen haben, falls er nicht vorzieht, mit seinem bezahlten Umsteigebillett nach Hause zu laufen. Leute, denen eS öfter so ergangen ist, ver- zichten bei starkem Verkehr wohl von vornherein auf Entnahme eines UmsteigebillettS und setzen von der Hochbahn auS sogleich den Weg zu Fuß fort._ Eine Erhöhung deS OmnibuS-FahrPreiseS ist geplant. In der gestern stattgefundenen Generalversammlung der All- gemeinen Berliner Omnibusgesellschaft erklärte der Direktor Kaufmann: .Wenn daS abgelaufene Geschäftsjahr schon einen Verlust ge- bracht hat, der mit rund 788 999 M. ausgewiesen wird, so ist zu befürchten, daß dieser sich im Jahre 1916 noch sehr erheblich höber stellen wird. In den beiden Monaten Januar und Februar d. I. zusammen überstiegen die Ausgaben die Einnahmen bereits um etwa 899 999 M. Die Ursachen liegen vornehmlich in der Futlerteuerung, der 5kriegSfürsorge für die Angehörigen der im Felde stehenden Angestellten und der Unmöglichkeit, die all« gemeinen Unkosten im Verhältnis zu der Einschränkung deS Betriebes zu vermindern. Wenn sie die Kriegs- sürsorge freiwillig, die übrigen Lasten gezwungen auf sich nimmt, so ist die Verwaltung fich doch klar, daß dies auf die Dauer ohne eine Erhöhung des Tarifes nicht möglich ist. Die Tatsache, daß der Pferdebetrieb im Jahre 1913 über 194 Millionen und in den Kriegsjahren 1914 und 1915 99 Millionen und 79 Millionen Fahrgäste beförderte, beweist, daß der Pferdebetrieb noch auf Zeiten hinaus ein Bedürfnis im Erwerbsleben ist. Die Allgemeine Berliner OmnibuS-Gesellschast hat schon Schritte für eine Tariferhöhung getan, die jedoch bei ihr nicht eher in Frage kommt, ohne daß die anderen Verkehrsmittel Berlins gleiches tun." Ein Verkehrsinstitut sucht immer das andere zu stützen, auch in der Tarifpolitik. Es ist bekannt, daß die Große Berliner Straßenbahn mit ihrer Tariferhöhung vorläufig ab- gefallen ist und sich nun bemüht, die Allgemeine Omnibus- Gesellschaft vor„ihren Wagen zu spannen" zumal die Große Inhaberin von Aktien der Omnibusgesellschaft ist. Mehr Gewissenhaftigkeit bei Trauernachrichte«. Uns wird geschrieben: Ich komme in das Grünkramgeschäftz wo ich einkaufe, und finde die Frau, deren Mann im Felde steht, völlig aufgelöst an. Lange dauertS, bis sie auf meine teilnehmende Frage antworten kann. Endlich kommt eS schluchzend heraus: .Mein Mann soll gefallen sein." .Soll? Von wem haben Sie denn die Nachricht, Frau Lehmann?" .ES Hat'S ihr jemand gesagt," mischt fich die Nachbarin ein, fi« weiß jar nichts Genaues". »Das ist doch unverantwortlich." platze ich zornig loS,.wer streut denn so waS aus, wenn er selbst nicht» weiß, daS ist doch gewissenlos. Weiß nicht wie, wo, wann und tratscht und macht alleinstehende Frauen unglücklich I' Die Nachbarin stimmt mir bei. Unserem Zureden gelingt eS auch nach geraumer Zeit, die Frau einigermaßen zu beruhigen. Aber verurteilenSwert bleibt eS immer, so folgenschwere Nachrichten zu verbreiten, ohne daß man iiber positive Unterlagen verfügt. ES ist eine unangenehme und peinliche Sache, eine Trauerbotschaft zu überbringen, selbst wenn man Bestimmte» weiß, wieviel mehr erst, wenn e« nur vage Gerüchte sind. ElwaS mehr Zurückhaltung also in solchen Fragen, Unglücksbotschaften kommen immer noch zu früh für den, den es betrifft!__ Opfer der Strahenbahu. Ein tödlicher Straßenunfall hat sich am Sonntagnachmittag in der Landsberger Allee ereignet. Dort wollte gegen 1li6 Uhr die 13jShrige Ella Bantz unmittelbar vor einem in der Richtung nach dem Stadtinnern fahrenden Straßenbahnwagen der Linie 64 das Gleis überschreiten. Der Führer versuchte zwar mit aller Kraft, den Wagen zum Stehen zu bringen, das gelang ihm aber bei der kurzen Entfernung nicht mehr rechtzeitig. DaS Mädchen wurde vom Waggon erfaßt, umgestoßen und unter dem vorderen Schutzrahmen eingeklemmt. Als der Wagen mittels mitgeführter Winden hoch- gehoben wurde, konnte die Schülerin leider nur noch tot hervor- geholt werden. Die Leiche wurde nach dem Schauhause gebracht. Ein zweiter schwerer Unfall hat sich am Sonntagabend gegen VF Uhr am Kaiserdamm zugetragen. Dort wollte an der Ecke der Königin-Elisabeth-Straße der Ikjährige HanS Kapritzki einen Wagen der Linie U während der Fahrt besteigen. Beim Aufspringen glitt er jedoch ab, kam zu Fall und geriet mit dem rechten Fuß unter den Beiwagen, wobei ihm der Fuß oberhalb deS Knöchels abgetrennt wurde. Der Verunglückte fand im Krankenhause Westend Aufnahme._ Ein schwerer Zusammenstoß dreier Straßenbahnwagen er- eignere fich gestern nachmittag in der Kömgstratze, Ecke Jüdenstraße. Sin Wagen der Linie 59 kam aus der Jüdenstraße und bog in die Königstratze ein. Durch schnelles Befahren der Kurve entgleiste der Anhänger. Dieser wurde gegen den in gleicher Richtung(Weißen- see) fahrenden Triebwagen der Linie 62 und dann gegen den aus entgegengesetzter Rührung kommenden Motorwagen der Linie 17 geschleudert. Personen wurden bei diesem dreifachen Zusammen- stoß nicht verletzt; zwei Personen wollen Nervenchok erlitte» haben. Der Materialschaden war beträchtlich. Der Tatort deS grauenhaften Frauenmordes, der acht Tage lang die Oeffentlichkeit beschäftigte, wie seit langen Jahren kein Verbrechen mehr, wurde gestern nachmittag um 1 Uhr von dem SntersuchungS- richter, Landrichter Dr. Mode und dem Ersten StaatSanwlt Dr. Weiß- mann besichtigt. Zugezogen wurden auch die Kriminalkonunisiare Gennat und Dr. Textor. ES hat auch die Abficht bestanden, zu der Besichtigung die beiden Mörderinnen auS der Untersuchungshaft vor- zuführen. Dementsprechend hatte die Polizei ihre Vorkehrungen ge- troffen. Zwei berittene Beamte und ein größeres Aufgebot von Schutzmännern zu Fuß vom 12. Revier sorgten für die erforderlichen Absperrungen. Im letzten Augenblick aber verzichteten UntersuchungS- richter und Staatsanwalt auf die Vorführung, weil sie angesichts der vollständigen Aufklärung des Verbrechens nicht notwendig er- scheint. Mit der Besichtigung sollte lediglich noch der Forderung der Strafprozeßordnung genügt werden. Sobald Kriminalbeamte die Rollvorhänge an dem Friseur- und dem Zigarrenladen in die Höhe brachten, sammelte sich eine große Menge Menschen an. Emen unheimlichen Fund machte man gestern auf dem Schlefischen Bahnhof. Bei einer Durchsicht deS Gepäcks an der Fundsammel- stelle stieß man auf ein Paket, das schon am 26. Dezember vorigen Jahres abgegeben worden ist. SS bestand auS einem Doppelkarton, « de» i» em rote» weiß gestreiste« Handtuch eingewickelt die Seich« eine»«eugckorenen Kinde» lag. Die kleine Leiche war schon so stark verwest, daß das Geschlecht deS Kindes nicht mehr festgestellt werden konnte. Ein«euer Raubüberfall wurde gestern mittag auf die Schaut. Wirtsfrau Rieck aus der Posen er Str. 59 verübt. Als sie gegen 12� Uhr allein im Schanklokal war, kamen zwei Rahfohrer herem. Ter größere von ihnen stürzte sich auf die ahnungslose Frau, packte sie am Halse, drängte sie in den hinter dem Laden. gelegenen Flur und schloß die Tür ab. Unterdessen riß der Kleinere die Laden- lasse heraus und beraubte sie ihres � Inhalts von 7 Mark, woräuf beide erligst den Laden verließen und auf ihren Rädern die Flucht ergriffen. Die Ueberfallene kann die Räuber nicht näher be- schreiben und nur angeben, daß sie beide Radfahreranzüge und Rucksäcke trugen. Tie Kriminalpolizei traf sofort alle Matznahmen zur Ergreifung der Entkommenen. Wer um diese.Zeit zwei Rad- fahrer in scharfem Tempo w der Prffener Straße gesehen hat, wird ersucht, der Kriminalpolizei davon Mitteilung zu machen. Auf die Festnahme der dreisten Räuber ist eine Belohnung von 199 Mark ausgesetzt. _ Selbstmord einer Bierzehnjährigen? Die 14 Jahre alte Schülerin Mathilde Apitz aus der Görlitzer Str.- 69, deren Mutter den ganzen Tag in der Fabrik arbeitet, zerschlug ver- gangenen Sonnabend beim Aufräumen eine kleine weiße Schüssel. Eilte Nachbarin, der sie ihr Mißgeschick klagte, gab ihr 39 Pf. Sie sollte rasch eine Neue Schüssel holen, damit die Mutter nichts merke, ging auch weg, kehrte aber nach einiger Zeit zurück und sagte jetzt zu einem Kirch auf dem Hofe, so eine Schüssel kostet 45 Pf. und sie müsse darum noch zu Jandovf gehen. Darauf ging sie um 4 Uhr nachmittags wieder weg und kehrte nicht mehr zurück. Sie hatte außer den 39 Pf. noch ein« Mark von der Mütter bei sich, die ihr für unvorhergesehene Ausgaben dienen sollte. Auch- zwei Brot- karten nahm sie mit. Abends um 9 Uhr hörten zwei Damen auf der Oberbaum brücke am Gröbenufer Hilferufe, sähen aber nichts mehr. Am Ufer fanden sie ein Jackett, das jetzt als das Eigentum des vermißten Mädchens erkannt wurde. Ob dieses selbst ins Wasser gegangen ist oder einen Selbstmord nur hat vortäuschen wollen, steht noch nicht fest. Di« Leiche ist noch nicht gefunden. Das Mädchen ist etwas über einen Meter groß und verwachsen, hat braunes 89 Zentimeter langes Haar und trug einen wollenen Rock mit Trägern, schwarze Knöpfstiefel und keine Kopfbedeckung. Die Wäsche ist bl. A. gezeichnet. GeschäftSstatistik der Arbeitslosenfürsorge der Stadt Berlin für die Woche vom 27. März bis 2. April 1916. Bei den 23 städtischen Geschäftsstellen sind 258 Gesuche ein« gegangen; eS wurden abgelehnt 61. an die LandeSverficherungsansialt Berlin verwiesen 11, bewilligt 247, ausgeschieden auS der Unter- siützung(überwiegend wegen Wiedereintritts in Arbeit und Erwerb) sind 134 Personen, 189 männliche und 976 weibliche Personen be- z ogen Unterstützung im Gesamtbeträge von 12 997, daven je 4 M. 2873 Personen, je 5 M. 283 Personen. Bon der Stadt wurden an 487 Mitglieder von 16 Arbeiter» und Lngestelltenorganisationen, die selbst satzunoSgemäß Unterstützung gewähren, Zuschläge tm Gesamtbeträge von 1792,89 M. gezahlt. Hiervon trafen auf die freien Gewerkschaften 445 Mitglieder mit 1569.85 M.(und zwar Metallarbeiter 333 M., Holzarbeiter 179,95 M. usw.). Die Landesversicherungsanstalt Berlin hat von 22 141 bei ihr überhaupt bis 1. April 1916«ingegangenen, teils von den städtischen UnterstützungSkommiisionen ihr überwiesenen, teils Vörden Organisierten ihr eingereichten Gesuchen 15 383 genehmigt. Gegen- über der Vorwoche sind hinzugekommen 19 Personen. Die„Gesellschaft für deutsche Erziehung»,«ud Schulgeschichte", die Herausgeberin der„dlouumsnt» Grerrnaniae Paedagogica.", der.Zeitschrift für Geschichte der Erziehung und de? Unterrichts" und des„Historisch-pädagogifchen LiteraturberichtZ", hat jüngst in einer außerordentlichen Generalversammlung beschlossen, m eine enge Arbeitsgememschaft mit dem von der.Jubiläums- stiftung für Er'giehung uwd UnterSicht' zu Berlin begründeten.Ze«tralinstitut" zu treten. Auf Grund eines nunmehr mit, d.ex.JübilSumssiiflung" abgeschlossenen Vertrage» wird die.Gesellschaft' innerhalb dernerschiedenarligen Einrichtungen deS.Zentralinstituts' die historisch-pädagogische Wissenschaft ver- treten; sie verlegte ihre Arbeitsräume und innere Geschäftsstelle am 17. April in daS dem.Zentralinstitut' überwiesene Gebäude Berlin-Schöneberg. Grunewald st r. 6/7, und stellt sich dort mit allen ihren Einrichtungen und Sammlungen der Forschung auf dem Gebiete der Erziehungs- und Schulgeschichte zur Verfügung. Aufhebung von BetriebScinschränkuugen bei der Große« Berliner Straßenbahn. Von Dienstag, den 18. d. M. ab wird die Linie B wieder in Betrieb genommen. Sie verkehrt Werktag» in der Zeit von 7.5 Uhr bis 3.5 Ubr ab Steglitz und 7.47 bis 8.47 ab Lmk- straße, Sonntags von 12.25 bi» 11.25 ab Steglitz und 1.7 bis 12.7 ab Linkstraße. Der Abend« und Spätverkehr wird weiter durch die Linie K bedient. . Die Linie e Nollendorfplatz bis Halenfee-Ringbahnhof wird von sofort ab, die Linie 9E Gotzlowslystraße bi» Spittelmarft vom Osterheiligabend ab wieder nach Bedarf verkehren, und aus den Linien 82 und 99 wird vom Osterheiligabend ab wieder der 15-Minu wcrtschajlStarlell sür Dresden und Umgegend. Dresden, Ritzenbergstr. 4. öriefkaften der Reüaktion. Die wrlstilcb« eprechslund« findet kür Abonnenten Linden»». B, IT. Ho, cecdtS. parterre, am Montag diS Freitag von 4»iS 7 Nur, am Sonnabend von 5 bis S Uhr statt Jeder lßr den L r> e 1 1 a st e n bestimmten Antrage ist ein Bucbstabe und eine Zahl als MerlzeiSen beizufügen. Briefliche Antwort wird nich: erteilt. Antragen, denen keine Adonnementsautliung beigefügi ist. werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. vcrtrige, Schrisiftückc»nd dergleichen dringe mar l» die evrrchstnnde mit. H. G. 24. In Ihrer IliilerstützungSfache wird sich Wohl nichts machen lasten. Aber unter Berücksichtigung Ihrer sehr mißlichen Vcrbällniste würde sicher aus Antrag das Svarguihaben des Sohnes ausgezahlt werden.— A. G. 3i. lOO. Tie Polizei ist dazu berechtigt.—(fc. H. 24. 1. Etwa 10 M. wöchentlich. 2. Ja.— H. D. 88. Nein, da Sie Stundenlohn vereinbart haben.— S. Z. 4 Sie haben Anspruch auf Aujwands- enlschödlgmig; stellen Sie einen Antrag beim Volizeirevier.— W.<5. 86. Nein, Sie können die Türen nicht lausen und den Betrag von der Miel« in Abzug bringen.— W. K B lt. Ja.— 3k. W. 60, Eine Beschwerde erscheint uns aussichtslos, die Mietunterstützung konnte Ihnen in diesem Falle entzöge« werden.— E. 2. 5. Nein.— M. 3. Die Kosten lassen sich im voraus nicht angeben. Die von Ihnen angesührten Tatsachen sind ScheidungSgründe.— M. Wurl l. t. Nein, wir würden Ihnen emvsehlen den Lohn beim Dewerbegericht einzuklagen. 2. Nein.— 81. I. 99. Ja. — Lux 77. Vom Bataillon ist der Schadenersatz nicht zu verlangen: Ihr Mann müßte doch unvei züglich der Krankenkasse Mitteilung machen, damit niemand anders daZ Geld abheben kann— R. I. 78. 1. Ausgeschlossen ist das nicht. 2. An das zuständige Bezirkskommando. 3. Ja.— G. B. 10. Dienstuntauglich; Verkrümmung der Wirbelsäule.— W. 430. Sie müßten den Kam wegen Irrtum anscchtcn; wir würden Ihnen aber empfehlen, die Sache einem Rechlsanwait zu übergeben.— H. W Sie baben gegen die Firma keinen Anspruch aus Lohn— St. W. 28. 1. und 2. Wenn Sie noch nicht aus dem Militärdienst entlassen find, müssen Sie sich zur Kontrollnersammlung melden. 3. Wenn Sie die Krankenkassen- beitrage nicht weitergezahlt haben oder wenn der Krankheitsfall nicht inner- halb drei Wochen nach Austritt aus der versicherungspflichtigen Be- schästigung eingetreten ist, haben Sie keinen Anspruch aus die Leistungen der Kaste. 4. Nein, die Unterstützung kommt dann in Wegfall. — P. K. 99. Der Verein tagt am Mittwoch, den 19. April, abend» 9 Uhr. b,i Wüblisch. Skalitzerstr. 22. /tSa/t Als Opfer des Weltkrieges starb im Lasarett zu Gleiwite unser lieber Bonn, BrSutigam. Bruder, Schwager und Schwiegersohn, der Unteroffizier Friedrich Henkel Inlanteiie-Regiment 44. In tiefem Schmerz Die trauernden Hinterbliebenen: Carl Fethke und Frau 601b nnd AngehOrlg'e. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 20. April 1916, um 5 Uhr auf dem Oamison-Friedhof, Berlin, Hasenheide, statt Allen unsem werten Kolleginnen nnd Kollegen die traurige Nachricht, daß am Sonnabend, den 16. d. Jt, unser allseitig beliebter und verehrter Obermeister, Herr Pritz Angrobeit nach schwerem Leiden verstorben ist. gereo rdient nnd hnmanen Vorgesetzten nnd hat derselbe ea verdient, daß ihm ein stets ohrenvolles Andenken bewahrt Das technische Personal der Bachbinderei D. Bleistein 602b Friedrichstr. 16. Deotseher Transportarbeiter-ferliaiil Bezirksverwaltung GroB-Beriin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Wächter Heiuridi Rumaun am 14. April im Alter von 74 Jahren verstorben sst. Ehre seine«»«denke«: Die Beerdigung findet am Dienstag, den 18. April, nach- mittags 3>/,Uhr, von der Leichen. Halle des III. Pankower Fried- Hofes, Schönholzer Heide, aus statt. Den Mitgliedern fern« zur Nachricht, daß unser Kollege, der Packer Fraui Vogel von der Firma Ullstein, Kochstratze, am 17. April im Alter von 36 Jahren gestorben ist. Ehre feine«»«denken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 20. April, nachmittags 4 Uhr, von der Leichen- halle des neuen Jakobi-KirchhoseS, Hermannstraße. au» statt. 68/20 Dia Bezirksverwallung. TnrnierelD Berlin. (Mitglied de» Arbeiter- Turner-BundeS.) Den Mitgliedern die traurige Mitteilung, daß uns« lieber Freund und Turnwart unserer Abteilung. der Turngenosie Friedridi Henkel am 18. d. M. an den Folge» d« Strapazen vom Feldzug im Laza- reit Gieiwitz verstorben ist. In ihm verlieren wir einen treuen Förderer der freien Turn- bewegung. Sein Andenken bleibt uns in Ehren. 5982 15, Männer-Abteilung. Verband der Sattler nnd Portelenlller. Ortsverwaltung Berti». Den Kollegen hiermit zur Räch- richt, daß unser Mitglied Max Zegenhagen verstorben ist. Ehre seine«»«denke»: Die Beerdigung findet am DienStag. de» 13. April, nach- mittag» i Uhr. von der Leichen. halle det Zentral-Friedhose» in Friedrichtselbe ans. statt. 157/li Die Ortsverwaltung. Orts-Krankenkasse d« Schlosser »ud verwandten Gewerbe zu Berlin. Am Mittwoch, de« 26.»pril d. I., abends 8 Ubr, findet im Lokal von&, Wollschläger» Berlin, Landsberger Str. 89, eine Ordentliche iussehuß-VersammlQng mit folgend« Tagesordnung statt: 1. Abnahme derRechnung des JahreS 1915(Bericht deS RcchnungSauS- ichusieS, Entlastung des Rechnung»- legers). 2. Beratung und Beschlußfassung über eine Abänderung des z 61 der Kassensatzung. 3. Beratung und Beschiußsasiung über die vom Känigl. Oververstche- rungSamt vorgeschlagenen Abände- rungen zu der eingereichten Dienst- ordnung für die Angestellten der Kaste. 4. V«!chiedene«. Di« Herren Vertret« im Ausschuß werden ersucht, zahlreich zu er- scheinen. Die zugesandte Legitimation ist am Eingang vorzuzeigen. D»i- Torstaad. a A.; Alberi Palzt» Vorsitzender. Orts- Krankenkasse sür die Wew«be d« Mer iiail Placolortearbeiter zu Berlin. Am DonnerStag, den 27. April. abends 8 Uhr, findet im GeWerk- schaftshanS, Engelufer 15, Saal 5, die 268/9 statt, zu welch« die Vertret« der Arbeitg-ber und der Verficherten hi«durch eingeladen find. Tagesordnung: 1. Abnahme d« JahreSrechnung für da» GetchästSsahr 1915 sowie Be- richt der Revisoren. 2. Beschwßsassung üb« die nach z 351 der Reichsversicherungsordnung zu erlasiende Dienstordnung für die Angestellten der Kaffe. Der Vorstand. Emil BoeSke, Vorsitzender. Fritz Zinke, Schristfahr«. Speziatarzt Dr. med. Wocbentnß, Friedrichstr. 125(Oranionb. Tor), für Syphilis, Harn- u. Frauenleiden— Ehrlioh-Hata-Kur(Dauer 12 Tage), Blutuntersuchung. Schnelle, sichere schmerzlose Heilung ohne Berufsstörung. Teilzahlung. npreehstunden: 10—1 nnd S— 8 'W/MA/ßZi �e-Cisare� ftMWW H.& P. Uder, le;» Tabak-<üroUhandlnnc und Tabaktabrik. Spezialität: Nordhäuser Kautabak von Q.£. Kanewaoker, Grimm* Triepel - Stete frisch zu den kußersten Engrospreisen.• Amt Horltzpl. 3014. 630 Den Raucher stört oft da» kratzende Gefühl, das nach dem Gmuffe von Zigarren sich einstellt und manchmal zu sta- tarrhen führt. TABUETOEN schützen davor wie kein anderes Mittel. Sie sind woht- schmeckend, durstlöschend und reinigen zugleich Mundhöhle und Atem. Swa>>>>W>W>>WW>>UWWW>VM»WW>W>>& y 4 epcapupqqn. au— 4 tmu«J— o I i_________________—-----—— Verantwortlicher Redakteur: Alfrep Wielepp. Neukölln. Zur de, Jnseratentell verantw.: Td-El-cke. Berti». Druck u.Berlag:«orwart>»uchdrucker-l u. LerlagSanstalt Paul Singer Lr tfo, Verl« SW,