Ar. 110.-33. Jahrg. BbonnemenfS'Bcdlngnngcn: Rtonnciitenlä. �vcis pränumerando! BierLeljährl. SÄ) iUit, mor.oit!,30 SKt, Inochcnlüch 30 Pfg. frei ms yauS. Einzelne Nununer 5 Vfg- Soniüaps- Nummer mit iltuslriener Sonnie.S. Vellage»Tue Neue rLelt" tO Pfg. Pa»- Abonnement: l,30 Marl pro Monat Eingetragen in die Post-Zeitungs- Vtcic-Iijrc. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich. Ungarn ?L0 Marl, für das übrige Ausland i Marl pro Monat PostäbonnememS nehmen an Belgien, Dmumarü Holland, Italien, Luxemburg. Portugal, iliuutänicit Schweden und die Schweiz, cricheliil lägstch. 1�0 Z* f Nevlinev Volksblstk. � s Pfennig vie Ink'riiolls-eebllh? befrllgi für die sechSgeipalienc Kownel- teile oder deren illamn kl) Pfg, für politische und gewerlschaftliche Vereins- und VerstunmlungS- Anzeigen 30 Pfg, „liielne iZnrcfgcn t das fettgedmclle »Zort 20 Pfg.(zulässig 2 scilgedruchie Skorte), jedes ivcllere Wort 10 Pfg, kicllcugejuchc und Sci>lassielleuan- zeigen das erste Wort 10 Pfg,, jedes weitere WortSPsg, Worte über 15 Luch- liaden zählen für zwei Warle. Inserate iiir die nächste Stummer müssen bis & Uhr nachmittags in der Expedition adgegeden werden. Die Exveditioit ijt pi» 7 Uhr abends geöffnet. fcelcgramm-Adrrste: .SdÄsüimoüiÄ Lcrlli'. Tentralorgan äev so2ia1äemokratlscken Partei Dcutfchlarsds. Reüaktion: SW. 6$, Linüenftraße 5. �crttfvrecher: Amt Btoritzplatt, Nr. ISI vv— 131 S7. Donnerstag, den 20. April 1016. Expeöition: SW. 68, LinSenftraße 3. iferttfprecher: Zlmt Morifiplaf!, Nr. ISI SV— 151 i>7. Parteigenossen! In den letzten Wochen hat der Partcivorstand die Partei� genossen immer wieder gemahnt, den das Parteilcben vergiftenden, das Ansehen der Partei vor der Arbeiterklasse schädigenden Streitig- leite n ein Ende zu machen. Auf die Kreise der Opposition, die in der S p a I t u n g der sozialistischen Parteien aller Länder das Heil für die Zukunft der Arbeiter-Jntcrnationale erblicken, blieben diese Mahnungen ohne Erfolg. Sie haben im Gegenteil ihre partcizerstörcndc Arbeit mit verstärkter Kraft sortgesetzt. Ihre neueste Leistung ist die Herausgabc eiucs Flugblattes:„Die Lehre des 24. März Der Verfasser dieses Flugblattes geht vou de: Spaltung der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion aus. Er stept diese Spaltung als notwendig hin und bedauert nur. daß sie zu spät eintrat, weil die Mitglieder der Condcrfraktion der 18 vor dem 24. März„keine konsequente grundsätzliche Opposition gegen die Parteiverräter gewagt", sondern sich„aus Äugst vor den demagogischen Schlagwort«! Tisziplin und Einig feit selb st zwei Jahre lang zu einem Schatten dasein voller Widersprüche und Zweideutige keilen verurteilt hätten". Das Flugblatt fordert dann die Genossen und Genossinnen auf, dieser zaghasten Minderheit der 18 den Rücken zu steifen, sie vorwärts zu treiben, damit sie u. a.„in Zutüuft alle Kriegskredite ohne Stück ficht auf die militärische Situation unter grundsätzlicher sozialistischer Be- grüudung ablehnen und der Regierung des Be lagerungszustandcs und des Weltkrieges jegliche wie immer geartete Steuern verweigern". Sodann werden die Genossen und Genossinnen„auf der ganzen Linie zum Kampfe gegen die Fraktionsmehrheit und den Parteivorstand" aufgefordert, die, wie eS im Widerspruch zu den Tatsachen Heiszt,„nicht die leiseste Opposition gegen die „Politik deS Verrats am Sozialismus" dulden wollen"! Und zuni Schluß heißt es: „Hört auf Eure Parteigeldcr an diesen Parteivorstand abführen zu lassen, denn er gebraucht Eure sauer verdienten Groschen zur Förderung einer Politik, zur Herausgabe von Schriften, die Euch zum geduldigen Kanonenfutter deS Imperialismus machen wollen, die zur Verlängerung deS Völkcrmordcns dienen. Die Organisationen müssen sich cnt- schließen, die Parteigeldcr dem Partcioorstand der Scheide- mann-Ebert zu sperren, welche die Lolksgroscheu dem Moloch des Weltkrieges und der Regierung der Hungersnot und des Belagerungszustandes bewilligen." Parteigenossen! Ihr wißt, wie rücksichtslos an der Fraktionsmehrhcit und an dem Parteivorstand in den zur Minderheit haltenden Blättern und in Parteiversammlungen auch während deS Krieges Kritik geübt wurde. R i e m a l s hat der Partcivorstand den geringsten Vcr- such gemacht, dieseKritik zu unterdrücken. Er hat nur verlangt, daß im Zcntralorgan der Partei auch die Mehrheit ausreichend zu Wort kommt. Aber bei den Vorgängen, die dem Parteivorstand zum Einschreiten Vcr- anlassung gaben, handelte es sich nicht um eine Kritik von Personen oder Institutionen, sondern um die Zerstörung des Partcikörpers, an dessen Auf- bau Hunderttausende mitgewirkt haben, die ihre der Partei gewidmete Lebensarbeit heute nicht verteidigen können, weil sie täglich dem Tode ins Auge sehend im Felde stehen. Die Herausgabe des oben gekennzeichneten Flugblattes ist nur ein neu er Beweis dafür, zu welchen unhetl- vollen Konsequenzen für die Partei die Minicrarbeit der Opposition führen muß. Gruppen der Minderheit habeil sich über ganz Deutschland Sonderorganisationcn gc- schaffen, sie geben eigene Beitragsmarken und Sammellisten heraus, sie halten ihre eigenen Reichskonfcrenzen ab und eine große Gruppe der Minderheit hat programmatische Leitsätze fest- gestellt, die sie als allein bindend für ihre politische Tütig- kcit anerkennt. Schon diese Tätigkeit mußte dort, wo die Opposition Anhang hat, zur Desorganisation der Partei führen. Das Flugblatt„Die Lehre des 24. März" geht noch einen Schritt weiter. Es fordert die Organisationen zur Sperrung der Parteibeiträgc auf. Das muß zur Sprengung der Partei führen. Das Flugblatt„Die Lehre des 24. März" wendet sich auch nicht nur an die Berliner Genossen. Das Treiben in Berlin wird seine Fortsetzung überall dort im Reiche finden, wo jene Gruppe Anhang hat, die die Spaltung der Partei während des Krieges mit Getvalt herbeiführen will, weil sie wohl weiß, daß sich nach dem Kriege kein Parteitag finden wird, der ihren Auffassungen die Mehrheit brächte. Parteigenossen? Wir hielten es für unsere Pflicht, Euch über diese mit voller Absicht auf die Spaltung der Sozialdemokratischen Partei hinzielen- den Treibereien zu unterrichten. Wir werden im Jnter- esse der Partei dieser Partcizersiörung auch weiter mit allen uns zu Gebote stehenden Mitteln entgegentreten. Das aber steht fest: zur Partei können nur die Parteiorganisationen und Parteimitglieder gehören, die gewillt sind, ihre Verpflichtungen gegen die Gesamtpartci zu erfüllen. Parteigenossen! Eure Sache ist cL, auf d e r H u t zu sein, damit die Partei nicht unheilbaren Schaden leidet. Berlin, den 19. April 1916. Der Partcivorstand. •» • Ter Versuch deS ParieivorstandeS, sein Vorgehen gegen die Nedaklion des„Vorwärts" mit dem Hinweis auf das oben zitierte Flugblatt zu rechtfertigen, ist irreführend. Die Redaktion des „VortoäriS" hat nicht allein nichts mit der Herausgabe deS Flug- blatleS zu tun. sie kann auch die in ihm enthaltene Aufforderung, dem Partcidorstaude die Parteigeldcr zu sperren, nicht billigen. Die Redaktion deS„Vorwärts" steht mit Ausnahme eines Kollegen, der sich aber stets innerhalb der Redaltion der Meinung der Gesamtredaktion untergeordnet hat, auf dem Standpunkt, daß alle jetzt schwebenden Differenzen, und seien sie noch so tiefgehender Natur, auf dem.Boden der Parteiorganisation und des Parteistatuts auSgefochten werden müssen, und daß das letzte und entscheidende Wort über die Haltung der Mehrheit und der Minderheit der Parteitag zu sprechen hat. Wir wenden uns daher mit Entschiedenheit gegen ein Vor gehen, möge e« kommen, von welcher Seite eS wolle, das die Einheit der Partei gefährden kann. Die Redaktion dei„vorwärts". »» * Das betreffende Mitglied der Redaktion erklärt sornerseits, daß die Parole, an den Partcivorstand kein Geld abzuführen, unter den heutigen Verhältnissen weder zu dem Parteiprogramm noch zu dem organisatorischen Wesen der Partei im Widerspruch steht, sondern nur eine Notwehrmaßnahme der Or- ganisation gegen Partei Zerrüttung darstellt. Es behält sich vor, diese Auffassung im„Vorwärts" zu begründen, was sogleich zu tun es nur durch äußere Umstände verhindert ist. Steuerzuschläge in Sachsen. Während das Schicksal der neuen Steuervorlagm im Reich noch in der Schwebe ist, haben die Bundesstaaten zu- meist ihr Steuerheu schon herein. Sic sind darin günstiger gestellt als das Reich. Nicht bloß, weil der überlviegende Teil der Kriegslasten auf das Reich entfällt, sondern vor allem auch, weil das Rückgrat ihrer Finanzen von direkten Steuern gebildet wird, die auch in wirtschaftlich un- günstigen Zeiten der Steigerung fähig sind. Tie Bundesstaaten brauchten sich daher, nachdem der Krieg ihre Einnahmen ge- schmälert, ihre Ausgaben erhöht und ihre Etats auS dem Gleichgewicht gebrackit hatte, nicht nach neuen Stenern unlzu- sehen, wie das im Reich zur Notwendigkeit lvurde, sondern sie hatten nur eine entsprechende Erhöhung ihrer Hauptcinnahmcquelle, der Einkommensteuer, durch Zu- schlüge vorzunehmen. In Preußen sind auch die Sätze der Vermögenssteuer gesteigert worden. Dieses vcr- hältnismäßig einfache Verfahren, durch das die Bundes- staaten ihre Finanzbcdürfnissc in der Krise des Krieges zu decken vermögen, sticht vorteilhaft ab von der verzweifelten Suche nach neuen Steuern, die jedesmal im Reich anhebt, so- bald ein Loch in seinem Säckel zu stopfen ist. Die Verhältnis- mäßige Leichtigkeit der Defizitdeckung, wenn die Finanzgcbahrung auf direkte Steuern aufgebaut ist, bildet ein gewichtiges Argument mehr für unsere Forderung einer Reichsfinanzrcform. die die Basis der Einnahmen in Steuern auf das Einkommen und das Vermögen legt. Solange solche Steuern dem Reich fehlen, wird es in Kricgszeitcn, wie der jetzigen, stets vor einem starken Abebben, wenn nicht gar Versiegen seiner Ein- nahmen stehen. Zuschläge zu den Zöllen und Verbrauchssteuern sind aus den verschiedensten Gründen nicht möglich. Die Zölle sind durch Verträge gebunden; eine Erhöhung von Verbrauchs- steuern in einer Zeit der wirtschaftlichen Not, der Arbeits- losigkeit und Geschäftsstockung, des verminderten Verbrauchs ist unmöglich, da sie gerade die von der Krise am schwersten betroffenen Schichten der Bevölkerung am härtesten belastet und sie ist wirtschaftlich schädlich und finanziell wirkungslos, da sie zu weiterer Verminderung des Verbrauchs führt. Von den besonderen Verhältnissen der gegenwärtigen Kriegszcit, in der die zwingende Not die Aufhebung wichtiger und ertragreicher Zölle gebot und eine Zollerhöhung schon wegen der fast völligen Abschneidung der Einsuhr eine gänzlich wirkungslose Maßregel wäre, kann man dabei ganz absehen. Wenn wir die Finanzwirtschast der Bundesstaaten als Vorbild für das Reich bezeichnen, so geschah' das natürlich tiur in bedingter Weise und nur in der Beschränkung auf den oben dargelegten Sachverhalt. Auch in den Bundesstaaten gibt es noch indirekte Steuern. die die Sozialdemokratie bekämpfen muß, und wie wenig die direkten Steuern den Anfordernngcn cnt- sprechen, die sie zu stellen hat, das ist gerade bei den Ver- Handlungen über die Kriegszuschläge ivieder zutage getreten. Die Belastung der wirklich tragsühigen Schultern ist noch nicht entsprechend ausgebildet; bei der mangelhaften Pro- gression der Steuersätze ist von einem gerechten Ausgleich der Lasten zwischen Besitzenden, Minderbemittelten und Un- bemittelten erst andeutungsweise die Rede. Durch die Steuer- zuschlüge ist die Sache nicht verbessert worden, da sie nicht ans die bemittelten Schichten beschränkt werden. Die Einkommensteuersätze in den verschiedenen deutschen Bundesstaaten sind bekanntlich nicht gleich. Die finanzielle Selbständigkeit der einzelnen Glieder des Reiches, die von den Parteien der Rechten und vom Zentrum als kostbares Gut verteidigt wird, um die diretieu ReichSsteuern abzu- wehren, bewirkt eine ungleiche Verteilung der Steuerlasten und der Unsegen der Kleinstaaterei zeigt sich dabei darin, daß in den kleineren Staaten die Steuersätze meist höher sind und die Grcnz'e deS steuerfreien Einkommens niedriger gesteckt ist, als in den größeren. Das Königreich Sachsen gehört, beson- dcrS nach seiner Bevölkerungszahl und dem Stande seiner Industrie, also auch nach seiner Steucrttast schon zu den größeren deiiticherr Staaten. Im Vergleich zu Preußen aber sind seine Bürger mit höherer Einkammcnsteucrlast belegt und Ivührend in Preußen die Besteuerung deS Ein- kommcns bei 900 Mark JahrcSeinnahme beginnt, was gewiß immer noch erheblich zu niedrig gegriffen ist, werden in Sachsen schon die glücklichen Inhaber eines Einkommens von 400 M. zirr Aufbringung der Ciaatslasten hcraugezogcu. Bei der Gestaltung der Zuschläge ist dieser Unterschied noch verschärft worden. Wenn es nach der sächsischen Regierung gegangen wäre, so hätten die Zuschläge schon bei der Einkommenstcucrstufe von mehr als 1400 M. bis 1600 M. eingesetzt und zwar sofort mit 10 Proz. Diese Stufe ist die 8. des sächsischen Steucrtarifs. Bis zur 16., die von den Einkommen über 3700— 4000 M. gebildet wird, sollte der Zuschlag auf 10 Proz. beharren. Von der 17. bis 30. Stufe(11 000—12000 M.) sollten 15 Proz., vou der 31. bis 43. Stufe<24000-25 000 M.) 20 Proz. und von der 44. Stufe au 25 Proz. An Erleichterungen sah die Regierungsvorlage Befreiung von den Zuschlägen für die Personen mit einem Einkommen von 1400— 3100"M. vor, aus die der sogenannte Kinderparagraph Anwendung findet. das heißt von deren stcuerpftichttgem Einkommen nach diesem Paragraphen Abzüge zu machen sind, weil sie für Unterhalt und Erziehung ciues oder mehrerer Kinder im Atter von sechs bis vierzehn Jahren zu sorgen haben, ebenso für die Personen mit einem Einkommen von 1400 M. bis zu 5800 M., die nach dem tz 13 des Gesetzes eine Ermäßigung des Steuersatzes von höchstens drei Klassen zu beanspruchen haben. Die Voraussetzungen für die Anwendung dieser Bc- stimmung sind besondere Verhältnisse, die die Steuerfähigkeit wesentlich vermindern, etwa außergewöhnliche Belastung durch Unterhalt von Kindern, durch Verpflichtung zum Unterhalt armer Angehöriger, durch dauernde Krankheit oder erhebliche Unglücksfälle, die größere Ausgaben im Gefolge hatten und dergleichen. Eine Bestimmimg dieser Art fehlt im preußischen Gesetz, Sonst aber fällt der Vergleich der sächsischen Regierungsvorlage mit dem preußischen Zuschlägegcsetz durch- Ivcg zu Ungunsten Sachsens aus. Denn hier sollten die Zuschlüge schon bei einem Einkommen von 1400 M. beginnen, dort erst bei 2400 M. und außerdem sind die Prozentsätze in Sachsen höher als in Preußen. Allerdings haben die sächsischen Staatsbürger voraus, daß für sie die Mehrbelastung erst ttu Jahre 1917 in Kraft treten wird. Ter sächsische Staats- Haushalt läuft zwei Jahre und der Landtag hatte ihn dies- mal für 1910 und 1917 fertig zu stellen. Im erstercn Jahre aber tritt noch keine Erhöhung der Ein- kommensteuer ein. Die Regierung hob das in ihrer Lorlage mit folgenden Worten hervor:„Diese Zuschläge sollen angesichts der schwierigen Lage, in der sich weite Bevölkcrungskreise während des Krieges befinden, erst im Jahre 1917, mithin nach menschlichem Er messen nach Beendigung deS Kriege? erhoben werden." Hoffentlich behält das menschliche Ermesse« der säch- fischen Regierung recht. Für die sächsischen Staats- bürgcr ist aber die Galgenfrist von einem Jahre, die ihnen vergönnt ist, nur ein mäßiger Trost, da alles dafür spricht, daß die Zuschläge mehr als eine vorübergehende Kriegsmaß- rcgel sein werden. ES tauu schon heute als ziemlich sicher gelten und bürgerliche Blätter haben eS offen ausgesprochen, daß die Erhöhung der Einkommensteuer eine dauernde Er- scheinnng wird. Jene Zeitungen wollten damit die gegen Preußen>oeit geringere Bemessung der Zuschläge bei den höheren Einkommen rechtfertigen'— in Preußen werde die Mehrbelastung eben auf die KriegSzeit beschränkt bleiben. Ob die preußischen Staatsbürger auf diese Versicherung bauen können, ist allerdings eine Frage, die vorläufig nicht mit Sicher- heit beantwortet werden kann. Das Verhalten der Parteien Sachsens zu der Regierungsvorlage bietet interessante Momente. Die Zuschläge sind schließlich einstimmig angenommen und der Entwurf ist dabei um einiges verbessert worden. Die Liberalen aber wollten ihn zunächst verwerfen und l? äfften offenbar bei der Unpopularität von Stcuercrhöhuugcn ine Sszraldemskratcn und die Konservativen zu derselben Haltung betoegen zi: können. DaS Defizit des Staats- !, ausHalts dachten sie durch Abstriche vom Eifcubahnetat zu decken; es sollten in beiden Jahren je sechs Millionen Mark weniger für Neuanschaffungen usw. ausgegeben meiden. Das wäre natürlich nur eine zeitliche Verschiebung der notwendigen Ausgaben gewesen und wäre zudem auf Vi ästen der Sicherheit des reisenden Publikums und des Eisen- bahnpcrsonals gegangen. Für eine solche Politik konnte sich die Sozialdemokratie natürlich nicht erklären. Sic mußte die Notwendigkeit der Stcucrcrhöhung anerkennen. Ihr Vestrebcn konnte nur darauf gerichtet fein, die Belastung der unteren Einkommcnstufen nach Möglichkeit zu verhindern. Gegen den Plan der Liberalen, mit denen die wenigen Fortschrittlcr im allgemeinen in dieser Frage zusammengingen, erklärten sich auch die Konservativen. Was die Haltung der bürgerlichen Parteien bestimmte, das waren weniger die Verhältnisse Sachsens als die Rücksichten auf die Dinge im Reich. Die Liberalen bc- iurchtcn, dasz im Reich VcrkehrSstcuern geschaffen werden, die Hindcl und Industrie einseitig belasten. Sie wollen lieW direkte Rcichcstcucrn in Kauf nehmen, die doch der Landwirt-» ichaft einen entsprechenden Anteil an der Last auflegen. Da ihnen aber die direkte Steuerlast auch nicht angenehm ist, wollten die Liberalen sie wenigsten im Staate nicht weiter erhöht wissen. In einer Polemik gegen die„Leipziger Volks- idtung" warf das nationalliberale„Leipziger Tageblatt" daher den sächsischen Sozialdemokraten geradezu vor, daß sie durch ihre Zustimmung zu den sächsischen Steucrzuschlägen dazu hülfen, den Weg zu direkten ReichSsteuern zu verbauen. Den Kon- 'ervatiden konnte diese Argumentation der Liberalen nur lieb sein. Indes wußten sie, daß die Sozialdemokraten dem iZegiermigscntwurf nicht ohne Verbesserungen zustimmen würden und angesichts der kritischen Stimmung, die der Krieg, oder richtiger seine wirtschaftlichen Folgen erweckt haben. wollten sie der Sozialdemokratie keine Waffe gegen sich in die Hand geben. ES trat das seltsame Ereignis ein, daß sich konservative und Sozialdemokraten in der Ausschußberatung mit dem Antrag begegneten, die Zuschläge erst bei einem Ein- kommen von LAX) M. an beginnen zu lassen. Nur daß diese Grenze für die Sozialdemokraten unumgcinglich� Bedingung war, während die Konservativen allenfalls auch bis 1900 M. heruntergehen wollten. Die Regierung erklärte sich schließlich mit der Freilassung der Einkommen bis LÄX) M. von den Zuschlägen einverstanden, falls der dadurch entstehende Ausfall durch Erhöhung der Zuschläge bei den Einkommen über 50000 Mark auf 90 Prozent gedeckt werde. Die Liberalen beantragten dann noch eine Erweiterung der Bestimmung, wonach jene Personen, denen der Kinderparagraph des Einkommensteuergesetzes zu- gute kommt, von den Zuschlägen befreit sein sollten. Während er nur für Einkommen bis 9100 M. Geltung hat und nur Kinder vom 0. bis 14. Jahre berücksichtigt, forderte der An- trag, daß Steuerzahler mit Einkommen bis zu 5800 M. den Zuschlägen nicht unterliegen sollen, wenn sie drei oder mehr Kinder unterhalten müssen, wobei aucki Kinder über 14 Jahre gezählt iverdcn, solange sie nicht selbst einkommcnsteuer- pflichtig sind. Mit diesen Verbesserungen wurde das Gesetz in der Kommission einstimmig angenommen. Auch in der Plenar- Verhandlung fand es einstimmige Annahnie. Doch ist die Verhandlung im Landtag deshalb nicht ohne scharfe Bc- l onung des sozialdemokratischen Standpunktes vorübergegangen. Das Kapitel über die direkten Steuern wird nämlich zugleich mit dcni der indirekten Steuern beraten. Die sozialdemokratische Fraktion hatte daher den Antrag eingebracht, die untersten vier Einkommenstufcn(von-100 bis 800 Mark) von der Einkoinmenstcuer freizulassen, die ErgänzilngS(VermögenS)- sleucr und die Grundsteuer zu erhöhen und die indirekten Abgaben(Fleisch- und Schlachtstcuer, Stempelabgabcn) auf- zuHeben. Der Sprecher der Fraktion, Genosse Fl e i ß n c r, gab eine kräftige Begründung, wobei er zeigte, daß in Sachsen durch schärfere Heranziehung der großen Vermögen und Ein- kommen noch viel für den Staat herauszuholen sei. Nament- lich betonte er auch, daß daS sogenannte Prinzip, wonach dem Reiche die indirekten, den Bundesstaaten die direkten Steuern zustehen, in der Zukunft, bei dem gewaltig wachsenden Be- darf des Reichs noch weniger aufrecht zu erhalten sei als bislang und daß daher Sachsen um so mehr Veranlassung habe, eine durchgreifende Reform seines Steuerwesens in der von den Sozialdemokraten gewiesenen Richtung vorzunehmen. Tie Regierung und die bürgerlichen Parteien Ichuten die wzialdemokratischeu Anträge glatt ab, ihre Redner bezeichneten sie als gänzlich„unzeitgemäß". Das Ergebnis ist aber, daß im Jahre 1917 die Ein- kommen von LAX) M. ab Zuschläge zur Einkommensteuer entrichten: bis 4000 M. betragen sie 10 Proz., bis 12 000 M. 15. bis 25000 M. 20, bis 50 000 M. 25 und über 50 000 M. �'>0 Proz. In Preußen beginnen die Zuschläge bei 2400 M., betragen dort 9 Proz. und steigen zunächst langsam an, sodaß sie bei 5500 rund 10 Proz., bei 7500 rund 15, bei 10500 rund 20. bei 21500 rund 25 und bei 100000 M. die Höchst- grenze von 00 Proz. erreichen. Preußen zieht also die mittleren Einkommen gelinder heran als Sachsen, die höheren dagegen stärker. Jni preußischen Gesetz fehlen auf der anderen Seile die Befreiungsbestimmungen des sächsischen. Von einer befriedigenden Lösung kann in beiden Staaten keine Rede sei». Wie sehr beide Gesetze hinter dem zurück- stehen, tvas die Sozialdemokratie fordern muß, zeigt der Antrag der sozialdcmoki'atischeu Fraktion des preußischen Landtags, die Zuschläge bei einem Einkommen von 6500 M. beginnen zu lassen. Er wurde bekanntlich ebenso abgelehnt.>vic ihre weiteren Anträge, bei der in Aussicht stehenden Aenderuug deS Einkommensteuergesetzes die Grenze für die Steuerfreiheit hinaufzurückcn, die großen Ein- kommen und Vermögen stärker heranzuziehen u. a. m. In Verbindung mit dem im preußischen wie im sächsischen Landtag laut gctvordeneu Ruf: Keine direkten ReichSsteuern! zeigen sich Vorgänge, wie die Neuorientierung auf dem Gebiet der Stcuererhöhung aussehen ivird, wenn sie nach dem Willen der Rechten und der Regierungen gemacht wird. Die Auseinandersetzungen über die Steucrzuschläge waren leise Vor- viele zu großen Kämpfen, die nach dem Kriegs ausgefochten werden müssen._ der französische Tagesbericht. Paris, 19. April. fW. T. B.) Amtlicher Bericht von Dienstag u a ch m i l t a g. Auf dem linken Maaöufer Bombardement auf unsere erste Linie„Toter Mann" und Cumicrcs. Auf dem rechten User war die Nacht im allgemeinen ruhig. Es bestätigt MW des AM SlWWMs. Amtlich. Großes Hauptquartier, den IS. April 1916. kW. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Oestlich der Maas nahmen unsere Truppe» in Ver- vollstäudigung des gestrige« Erfolges heute nacht den Steinbruch südlich des GehöfteS Haudromont. Eiu großer Teil seiner Besatzung fiel im erbitterten Bajoncttkampf, über 109 Manu wurden gcfaugcn geuommen, Uichrcre Maschinengewehre erbeutet. Ein französischer Gegenangriff gegen die Ncncu dentschcn Linien nordwestlich des Gc- Höstes Thianmont scheiterte. Kleinere feindliche Jnfanterieaüteilunge», die sich an verschiedenen Stellen der Front nnsercu Gräben za näher» versuchten, wurden durch Infanterie- und Handgranaten- fencr abgewiesen. Deutsche Patrouillen drangen auf der Combres-Höhc in die feindliche Stellung vor und brachten einen Ofsizicr, 76 Mann gefangen ein. Ocstlichcr Kriegsschauplatz. Auf dem nördlichen Teile der Front lebhaftere Artillerie- nnd Patroaillentätigkcit. Balkan-Kriegöschauplatz. Nichts Neues. Oberste HeereSlc»tn»g. »» In iillmeMche semliiMÄklM. Wien, 19. April. Amtlich wird verlautdart: Ruffischcr Kriegsschauplatz. Südwestlich Tarnopol sprengten wir erfolgreich eine Mine und besetzten den westlichen Trichtcrrand. Sonst nichts Neues. Italienischer Kriegsschauplatz. ?»» de»»och fortdauernden Kämpfen am Col di Lana ab- gesche«, kam es zu keiner nennenswerten GefcchtStätigkeit. Südöstlicher 5kriegKschauPlatz. Krioc Berönderung. Der Stellvertreter des Chcss des GeneralstabeS, v. H o c f c r, Fcldmarschallcutnant. sich, daß der gestrige deutsche Angriff auf unsere Stellungen zwischen der Maas und der Gegend von Douaumont einen äuhcrst heftigen Charakter hatte. Neueren Meldungen zufolge ist diese Offensive durch Truppen ausgeführt worden, die fünf verschiedenen Divisionen angehörten. Oestlich des BorsprungS von Chauffour gelang es dem Feinde in einem Graben der ersten Linie einzudringen, aus dem er aber teilweise durch einen Gegenangriff wieder vertrieben werden konnte. In der Woevre Artilleriezweikampf im Abschnitt« von Moulainville. Bei Ban-de-Sapt wurde eine deutsche AusllärungS- abteilung, die sich unseren Gräben in der Richtung auf Hermaupcre nordöstlich von St. Die zu nähern versuchte, durch Handgranaten zurückgetrieben. In der Nacht warfen 17 feindliche Flugzeuge sieben Bomben, darunter eine Brandbombe, auf Bclfort. Es werden drei Tote und sechs Verwundete gemeldet. Der Sachschaden ist un« bedeutend. Paris, 19. April.(W. T. B.) Amtlicher Bericht von Dienstag abend. Artillcriclätigkeit in der Gegend von Four de Paris und auf den Straßen und Verbindungswegen des Feindes. In der Gegend von Vcrdun bchindcrle schlechtes Wetter die Opera- lionen. Im Lause deS Tages zeitweilig aussetzendes Bombardement westlich der Maas im Abschnitt der Anhöhe M4, östlich der Maas in der Gegend südlich von Haudront i?> und auf unsere Stellungen zwischen Douaumont und Vcmi: keine Jiffantcrietätigkeil.— Oestlich von St. Mihicl haben unsere Batterien feindliche Ansammlungen in der Gegend von Woinville beschossen. Belgischer Bericht: Aus der Front wenig lebhafte Krtillerielätigkeit außer in der Gegend von Stecnsiraele, wo die Beschießung im Laufe des Nachmittags große Hcftiglcil annahm. Die englische Melüung. London, 18. April. lW. T. B.) Amtlicher Bericht. In den letzten dreißig Stunden sind wir zweimal an verschiedenen Punkten in die deuisckien Schützengräben eingedrungen, einmal gestern bei Tage, das andere Mal in der Nacht; beide Unternehmungen waren sehr erfolgreich. Eine Maschinengewehrstcllung wurde zerstört und in mehrere Unterstände Bonibcn geworfen. Unsere Pcrluste bestehen au« einem Verwundeten und einem Bermißten. Zwei deutsche Offiziere und zwanzig Mann wurden getötet. Zwei kleine deutsche Bersuche gegen unsere Stellung bei St. Eloi während der Nacht wurden erfolgreich abgeschlagen. Heute vereinzelte Geschüglämpfe und weitere Minentäligkeit östlich von VermelleS. Der russische Kriegsbericht. Petersburg, 19. April.(W. T. V.) Amtlicher Bericht vom IS. April. Westfront: Bei Bixtensee(5 Kilometer westlich Uexküll) und in einem Unterabschnitt unserer Stellungen bei Jakobstadt Artillerie- lämpfe. Ein feindlicher Angriffsversuch in dem Abschnitt bei dem Hofe Niewerischki, südlich des Fleckens Krcwo, wurde schon von unseren Vorposten abgewiesen. Galizien: Am 16. April trug der Feind mit starken Kräften bestige Angriffe gegen„Popow? Grab" vor, einmal sogar in einer Breite von mehr als zwei Werst. Alle Angriffe wurden mit schweren Vetlusten für den Feind zurückgeschlagen. Ergänzenden Meldungen zufolge erbeuteten wir bei der Eroberung von„Popows Grab' am 13. April eine große Menge Handfeuerwaffen, Palronen, Telephongerät, Bohrminen, Flatterminen und Bombenwcrfer, dazu 4 Kasten Bomben. K a k a s u S: Im Küstenabschniit besetzten unsere Truppen auf der Berfolgung der Türken das Torf Drona, 19 Werst östlich Trape- zunt. Westlich Erzerum warfen unsere Truppen nach heftigem Kampfe die Türken aus allen ihren stark befestigten Feld- stellungen._ Melüung der italienischen Heeresleitung. Rom, 18. April. DaS Hauptquartier teilt mit: An der Jrakfront keine crhebtichc Ver- änderung; eine Abteilung unserer Freiwilligen machte in den beiden letzten Nächten überraschende glückliche Angriffe auf feindliche Stellungen in der Umgegend von Schcik Said. An der Kaukasusfront haben die Kämpfe im Tschorul-Abschnitt und auf dem linken Flügel deS Abschnittes an der Küste von Lasistan seit gestern weiter Offensivcharaktcr. An der syrischen Küste wurde ein Wasserflugzeug, welches ein«chiff auf der Höhe von Gasa aussteigen ließ, durch Maschincngcwehrseuer und zwei unserer Flugzeuge verfolgt, welche auch Bomben auf das feindliche Schiff warfen. Am 18. April feuerte ein fcind- lichcr Monitor einige Geschosse auf die Spitze von Ka ratet ich auf der Insel Küsten in den Gewässern von Smyrna ab, aber ohne Wirkung._ Spruch ües Hamburger prisengerichts. Hamburg, 19. April(W. T. B.) Dem Hamburger Prisengcricvt lagen am Mittwoch folgende Fälle zur Verhandlung vor: Nor- wegiichcr Segler„Semantba", norwegischer Dampfer„Benus". nor- lvegischcr Dampfer„Vcga", norwegiilhcr Biermaster„Thistlebaitl", norwegische Bart„Storeiand", norwegischer Dampfer„Mineral" nnd schwedischer Dampfer„Göleland". I» den ersten beiden Fällen handelr es sich um versenkte Prisen, deren Behandlung vom Gcrickil als zu Recht bestehend erkannt wurde.„Bega", mit Lebens- m i t t e l n u n d E i s e n w a r e n von Norwegen nach N e w Castle bestimmr, wurde wegen der an Bord vefindlickten Fahrgäste sreigelasscii, die Ladung vernichtet. Die Schadenersatz- ansprüche sind vorn Gericht abgewiesen worden. Glcichläutciid mit den erste» beiden Ilrteileii verhielt das Gericht sich bei„Thistlebant", die eine volle Weizenladung von Bahia Bianca für England im Raum halte, und bei dem ebenfalls versenlie» Dainpfer„Mineral", der Eijeiuvaren und Holzhaspeln nach New Castle und Hull bringen sollle. Abgewiesen wurden auch die aus der Sache des nach hier eingebrachlcn, aber nach Stellung cincr Sicherheitsleistung frei- gegebenen schwedischen Dampser-Z„Göleland" sich ergebende» Sobadcnersatzansprüche. Dieser hatte eine für England bestimmte Eisenladung. Hollänüisch-üänische Proteste gegen üie englische Kohlensperre. Amsterdam, 18. April.(W. T. B.) Das„Haiidelsblad" wendet sich in einem Artikel gegen die letzten englrichen Schikanen, daß holländische Handelsschiffe leine deutsche Bunkerkohle sührcn dürscn, da diese als Konterbande betrachtet werden würde. Das Blatt schreibt: England hat selöst die KohlenauSsuhr nach Holland sehr eingeschränkt, und wenn wir die deutsche Kohle verwenden, um unsere Schiffe damit zu speisen, so will England uns daran hindern, indem es den Begriff Konterbande in einer Weise ans- legt, die jedem Recht und jeder Billigkeit widerspricht. Bunker- kohlen gehören zu den SchiffSgerälen. ES fehlt nur noch, daß die Engländer auch die deutschen Maschinen auS den holländischen Schiffen herausbrechen. Wir können die Maßregel kaum als etwas anderes betrachten, als als groben und vollständig willkürlichen Versuch von seilen Englands, uns seine Machr fühlen zu lassen- Deutschland würde uns ohnehin nur soviel Kohle liefern, als eS entbehren kann. Tie Maßregel wurde also nicht ergriffen, um Deutschland zu bekämpfen, und wenn sie nicht, was wir nicht au- nehmen können, ausschließlich bezweckt, die niederländischen Reeder zu plagen und zu belästigen, dann hat sie lediglich den Zweck, uns die Macht, die England zur See besitzt, fühlen zu lasseii. Wozu das'{ Jsr eine Aiideutung dafür vielleicht in der beinahe ebenso unerquicklichen Mitteilung, die uns vor einigen Tagen erreichte, zu finden, daß ein niederländisches Schiff. daS in La Plata Getreide für uiiser Land holen wollte, in England nur Bunkerkohlen erhalten hätte, wenn es sich verpflichtet hätte, nur für England bestimmte Frachten zu führen? Deutsche Kohlen werden als Konterbande erklärt und englische sind in Eiig- land nur unter bestimmten Bedingungeu erhälilich. Muß man dann die Erklärung� daß deutsche Kohlen Konterbande sind, nicht ausschließlich als einen gegen Holland gerichteten Kriegszwong be- trachten, mit dem Teutschland ganz und gar nichis zu tun hat? Auch der„Rolterdamsche Courant" spricht mit Bitterkeit von der neuen englischen Verfügung und schreibt: Wenn man bedeult, daß in Rotlerdam fast ausschließlich mit beul- scheu Kohlen gebunkert wird, kann man die Tragweite der Ver- fügung ermessen. Wenn ein Schiff deutsche Bunkerkohlen führt, wird es in Zlikunft auf offener See, die einst die freie See hieß, angebaltcn werden. Die Kohlen werden als Prise erklärt, und das Schiff wird dann in einem englischen Hafen englische, vielleicht die- selben, aber inzwischen als Prise erklärten und anglisierten deutschen Kohlen zurückerhalten, aber nur, wenn eS 39 Proz. deS Schiffsraums den Engländern zur Verfügung stellt. Und wc>Z werden die deut- schen T-Boote dazu sagen, wenn holländische Schiffe 30 Proz. eng- lische Ladung und vielleicht Konterbande mitbekommen? Kopenhagen, 18. April.m Zusammen« hang mit der Besetzung griccvischen Gebietes durch die«treillräsle der Alliierten eingereicht worden sei, antwortete die Regie» rung: Gewisse Proteste der hellenischen Regierung hinsichilich der Maßregeln, welche die alliierten Regierungen aus gricchi« schemGebiel oder indengricihischcnGcioässern zutreffen sich genöügr gesehen haben, sind eingelaufcu. Tie Umstände, die solche Maßnahmen notwendig gemackr babcn, sind folgende: Die französische und englische Regierung hatten bekanntlich ursprünglich ans Einladung de�dainaligcn griechischen Premierministers beschlossen, Truppen nach Serbien zu schicken. Bald daraus trat ein Wechsel in der griechischen Regierung ein, der von einem Wechsel in der Politik Griechenlands begleitet war, aber die Alliierten konnten damals von dem begonneneu Unter« nehmen nicht zurücktreten. Das serbische Gebiet war �>urch feindliche Kräfte überschwemmt, und die Alliierten hallen die Serben in dem nächsten verfügbaren Zufluchtsort ausgenommen. Die Anwesenheit der alliierte n'S tr c it kr ä f t e in S a l o n i I i und der serbischen auf K o r s u hat dazu geführt, daß die Alliierten gewisse Maßregeln und Vorsorge aus den griechischen Jnselu und in den griechischen Gewässern getroffen babeu, um für die Sicherheit sowohl der Streit« kräfte selbst als der Schiffahrt, welche ihnen ihren Maierialbedarf zuführt, zu sorgen. Der Grund für diese Maßregel erhellt aus der Betätig uu g feindlicher Unterseeboote im Aegäischcn Meere, welche dort Lperationsbasen haben. Alle Schritte dieser Art, welche die Alliierte» tun könnten, ergeben sich als natürliche Folge« rung aus dem Entschluß, eine Hilsscxpeditiou für Serbien auSzu» senden, einem Entschluß, welcher in erster Linie auf Ansuchen von Griechenland gefaßt worden war.(Beifall.) Ein Dlatt öer französtschen Minderheit. Bern, 19. April(W. T. B.) Wie der„Bern er Tag« wacht" aus Paris geschrieben wird, gibt die sozialistische Minderheit, die im letzten Nationalrat über ein Drittel der Mandatsstimmen verfügte, ein eigenes Wochenblatt, betitelt „Le Populaire" heraus. Das Blatt will im Sinne des Internationalismus wirken. Tie Leitung hat Jean L o n g u c t innc., Neue Lanüsturmmusterung in Oesterreich. Wien, 17. April. kW. T. B.) Um die ununterbrochene Beistellung des regelmäßigen Ersatzes für die Armee im Felde schon dermalen auch für spätere Zeitpunkte zu sickwrn, werden die Landstnrmpslichtigen der Geburtsjahrgänge 1kW7 bis einschließlich 1866 ohne Rücksicht darauf, ob sie schon bisher musterungspflichtig waren, beziehungsweise ihrer Muste- rungspflicht entsprochen haben, einer neuerlichen Musterung unterzogen, die in der Zeit vom 22. Mai bis 29. Juli statt« sindet. Die Einberufung der hierbei als geeignet Befundenen dürste jedoch nicht vor Abschluß der hauptsächlichsten Erntezeit zu gewärtigen sein. Tie dem zweiten Aufgebote Angehörigen werden auch diesmal bis auf weiteres lediglich im Hinterland und in den Etappenräumcn zur Ablösung jüngerer Front« diensttauglicher verwendet werden. Die englische Kabinettskrise. London, 13. April.(W. T. B.) Meldung de« Reuterschen Bureaus. Nach einigen Tagen der Ungewißheit ist eine Krisis im Kabinett wegen der Frage des zwangsweisen Mi« lilärdiensteS für verheiratete Männer ausgebrochen. Bis gestern sprachen alle Anzeichen dafür, daß die widcrstrciienden Ge- sichlSpunkte d«r KabincttSmitgliedrr in dieser Frage noch vereinigt werden könnlen, aber die Ausschiebung von Asquilhs Erklärnng. welche heule im Unterbause hätle erfolgen sollen, zeigt, daß noch eine gewisse Meilumgsverschiedcnhcit bcstehr. Für den Augenblick richtet sich alle Aufmerksamkeit auf die Stellung Lloyd Georges, der sich als unbcdiugicr Verfechter cii'.cr all« gemeinen Dienstpflicht ohne Unterscheidung zwischen Vcr« hciratctcu und Unverheirateten enthüllt hat; er wird von einer starken Gruppe von Unionisten und Liberalen unterstützt/ Andererseits besteht im Kabinett eine mächtige Gruppe, welche glaubt, daß die Armee genug Männer für den jetzigen Bedarf be« kommen kann, auch ohne allgemeinen Dienstzwang. Da? ist die Schwierigkeit der ganzen Sache. Von einer Meinungsverschiedenheit hinsichtlich der Führung deS Krieges ist keine Rede, da alle Parteien durchaus einig sind, alles zu tun, um den Sieg zu beschleunigen. Die Verschiedenheit der Meinungen wird in lciner Weise von Partei« rücksichtcn bestimint. Das ganze Land ist zu den größten Opfern bereit und wartet nur darauf, was vqn ihm gefordert werden wird. Da-s Kabiuell verhehlt gemäß mir den Traditionen Englands nicht, was geschieht, und das Land ist daraus vorbereitet, jegliche Entscheidung anzunehmen. Es wird alles auf sich nehmen, da es sicher ist, daß dies das Beste für die Interessen der Nation sein wird. Verschiebung öer Entfcheiöung. Loudou, 10. April.(23. T. 23.) Rcutermcldung. Unter- h a us. Vor dicht besetztem Hause sagte Asquith, anstatt die erwartete Erklärung über die Rekrutierung abzugeben: „Es sind noch immer wesentliche Punkte vorhanden, über die im Kabinett keine Einigkeit erzielt werden konnte. Wenn diese Meinungsverschiedenheiten nicht durch eine Verständigung beigelegt werden können, so muß die Folge davon der Zusammenbruch der Regierung sein. Das Kabinett ist sich einig in der Anschauung, daß ein solches Ereignis ein nationales Unglück wäre, und es geschieht in der Hoffnung, dieses Unglück dadurch, daß die Beratungen noch einige Tage fortgesetzt werden, abzuwenden, daß ich jetzt die Vertagung des Hauses bis zum 2 3. April beantrage." London, 19. April.4. d. MlS. bezeugt, worin sie die Spaltung der deutschen sozialbcmokralischen Fraktion bespricht. Der Artikel ist„Geimaniiche Taktil' belitelr und führt aus: »Die Spaltung ist in mancher Hinsicht ziemlich berdäch« t i g und die Duldung, deren sich die Männer und die Zeitungen der Minderdcit erfreu en. macht sie noch viel verdächtiger. Man kann es sich schwer erklären, daß in einem Reich, das der militärischen Disziplin so streng unterworfen ist. die sozialistische Opposition mit absoluter Freiheit eine Tätigkeit entwickeln und cme Haltung aufrechterhallen kann, die zu der offiziellen Politik in ausgesprortieuem Gegensatz siebt. Die kleine Gruppe dieser Opponenten hat die Notwendigkeit gc« fühlt, sich zu rechtfertigen»ud zu verstehen zu geben, welchen geheimen Erwägungen sie folgt. In ihrem Manifest erklärt die sozialistische Arbeitsgemeinschaft, daß sie durch ihre Trennung von der Mehrheit einen durch die politischen Nolwendigkeiten eingegebeneu All vollzogen habe und daß ihre Haltung, ferne davon, der Einheit der Partei zu schaden, sie in Teutschland und im Ausland zugleich verstärke. Diese Formeln rechtfertigen entweder nichts oder sie enthüllen, daß die sozio» listische Opposition einer geheimen politischen Be» rechnung und einem nationalen Interesse gehorcht habe, d. h. daß sie tatsächlich in vollkommener Einheil mit der Mehrheit der Partei undmit den Gedanken der Re« gierung bleibe, aber daß sie aus Opportunismus und Taktik eine Rolle spielt, die man von ihr zu spielen lassen für nütz- lich und vorhcilhatt gehalten hat. Es bandelt sich in der Tat darum, wie das Manifest fast ohne Umschweife sagt, die freund- schaftlicheu Beziehungen zu befestigen oder vielmehr zu erneuern, die vor dem Krieg die deutsche Sozialdemokratie mir den sozia- listischen Parteien Frankreichs, Belgiens, Englands und Rußlands verbanden. ES handelt sich darum, ein verschwundenes Vertrauen und ein Zusammenwirken herzustellen, weil diese Annäherung für die Verwtrklichung mehr oder minder geheimer Pläne der deutschen D i p l o ni o l i e unerläßlich ist. Zu diesem Zweck muß ein Teil der deutschen Volksvertretung und der Preffe lärmend eine Verlängerung dcö Krieges vorspielen und die Wege zu einer Wiedcrversöhnuug vorbereiten, die den Triumpf des Germanen- tums besiegeln würde. Darum bemühen sie sich— von der Regierung. die sie zu bekämpien scheinen, inspiriert, gestützt und in Bewegung gesetzt— nach Kräften, die aufgetragene Arbeit zu vcr« richten.' Die fünfbitnbertlausend Leser der..Depsche' wissen eS fetzt: Die sozialdemokratische Opposition hat sich ganz im Geheimen mit der Regierung verschworen und das hernach in einem Manifest mit- geteilt nach dem Vorbild der Glauzszcne im berühmten Wiener Volksstück:»Meinen RameN sollt ihr nie erfahren. Ich bin der Kaiser Joses.' Alles übrige ist nur Theater, abgekartetes Spiel, jesuitische Intrige. Wer da« nilbt einsieht, der ermangeil der politischen Bildung der Redakteure der„DepSche de Toulouse' und ha: den»Ewigen Juden' von Eugen Eue nicht gelesen. Nun glauben wir ja nicht, daß die Eselhasligleit des ManneS in Paris, der den Artikel der.Depäche' geschrieben hat— nach den Initialen scheint cS ein Herr Vellah zu sein— so weit geht, daß er wirklich diesen Unsinn für wahr hielte. Es ist ober schon eine genügende Dummheit, daß er gemeint hat, daß die Leser das tun würden.(z> IrieöenskunögebungitalienischerSozialiften Der„ V o s s i s ch e n Zeitung" wird aus Lugano vom 18. April gemeldet t Die kriegSfeindlichcn Sozialisten Italiens bereiten für den 1. Mai große Kundgebungen vor zur Acußerung der Friedensliebe der italienischen'Arbeiterschaft und ihres leb- haftestcn Wunsches nach Wiederherstellung des Weltfriedens. In diesem Sinne veröffentlicht die sozialistische Partei« I c i t u n g im Mailänder„ A V a n t i" die Aufforderung. durch eine würdige Feier am 1. Mai die internationale Gemein» bürgschast der Proletarier zu bekräftigeu. Ein Manifest der Parteileitung werde diesen Gedanken noch ausführlich be- handeln. Die allgemeine Arbcitsruhe aml. Mai solle in ganz Italien verkünden, daß die sozialistische Bewegung zielbewußt und sicher fortschreite, nachdem sie durch die Haltung ihrer parlamentarischen Vertreter jede Verantwortlichkeit am Kriege von sich abgestreift hat. Zm italienischen Lchrerbund ist eine Krise ausge- brachen. Die Mehrheit dieser ganz Italien nmsassenden Ver- einigung, die im April vorigen Jahres eine Kundgebung gegen das Eingreifen Italiens in den Weltkrieg veröffent« licht hat, bekennt sich noch heute zu ihrem damaligen Stand- punkte, die Minderheit steht im Lager der nationalistischen Kriegshetzer. Aus dem bevorstehenden BundcSkongreß werden infolgedcffen scharfe Auseinandersetzungen erwartet. �ufrechtörhaltung öer verjchärstea Mobilisation in Hollanö. Haag, 19. April.(W. T. B.) Zwei s y z i a I d e m a« kratische Mitglieder der Zweiten Kammer sprachen heute beim Ministerpräsidenten Cort van der Linden vor, uni zu erfahren, ob cS nicht möglich wäre, den Soldaten iviedcrnm die gewöhnlichen Urlaub c zuzugestehen. Der Minister erklärte, daß die von der Regierung getroffene Maßregel nicht zurückgezogen werden könne. Die G e- fahren, welche die Regierung dazu veranlaßt hätten, seien noch nicht ganz geschwunden und würden, wenn die Maßregel zurückgenommen würde, wieder zunehmen. Es würde Mißtrauen darüber entstehen, ob Holland ernstlich gesonnen sei, seine Neutralität zu behaupten. Die Maßregel de- zweckte lediglich, das Land vor dem Krieg zu be- wahren und zu verhüten, daß eS von den Ereignissen überrascht werde. Sobald eS wieder einigermaßen möglich sein werde, werde man die Verfügungen rückgängig machen. Schweöisches Msfuhrverbot für Schafe unö Ziegen. Stockholm, 19. April.(W. T. B.) Es ist ein Ausfuhr- verbot für Schafe und Ziegen erlassen worden. Ausweisung auslänöifcher Mfkäufer aus öer Schweiz. Bern, 111. April.. Iii. 80. Nein, die Berussgenossenschast ist nur vervitichtet, Ihnen eine Heilbehandlung zu gc- wäbren, wenn die Krantheit durch den Unfall verursacht ist. Ihre sreüvillige Mitgliedschaft wird die Kranlenkasse ablehnen.— Bö. 13. 1. und 2. Ja. —(8. A. M. H. t. Lungenleidend: dienstuntauglich. 2. Ja, wahrscheinlich aber wird Nachmusterung in diesem Salle nicht mehr erfolgen.— CO. N. Erst nach Beendigung deS Kriegszustandes wird dem gesetzlichen Vertreter des Jugendlichen daS Sparkassenbuch nusgchändigl.— Aug. Schl. 30. Die Entlassung erfolgt durch das Bataillon. Das Saniiätsamt bat damit nichts zu tun. Einziehung kann später wieder durch die Mtlitärbehörde crsolgen.— E.(8. 34. Die Unterstützung ist nicht dazu zu rechnen, wohl aber Ihr Verdienst und die Zuwendungen von der Firma JhreS Mannes. — Alter Landsturinmanu 100. Ja.— W. T. 30. 1. Die Frau erbt die Wirtschast im voraus und die Hälfte des Barvcrmögens. Die andere Hälste geht zu gleichen Teilen an die drei Töchter. 2. Die Schmucksachen gehören zum gemeinsamen Nachlaß. 3. ES ist zu raten, sich zunächst mit dem Rechtsbeistand in Verbindung zu setzen. Genügt Ihnen die Auseinandersetzung nicht, so können Sic diese beim Gericht beantragen. 4. Nein. Paul 83. Der MielSzuschnß kann Ihnen unter diesen Umständen verweigert lvcrdcu.— E. S. II. t. Die Gnadcnlöhnung kommt in Fort- sall, wenn die Witwenrcnie höher ist als die Gnadenlöhnung, was bei den Witwen aller gemeinen Soldaten zutrifft. 2. Rein, es wird eben nur die Witwenrente gezahlt. 3. Die über drei Monate nach dem Tode des Mannes hinaus gezahlte Unterstützung wird von der Rente in Abzug ge- bracht. 4. Das müssen Sie sich nach diesen vorher gemachten Angaben selbst berechnen, da wir nicht wissen, wieviel Kriegsunterstützung Sie er- kalten haben. Die Witlvenrcnte betrügt 100 M. jährlich.— 31. 11. 20. 1. Die Eltern können keinerlei Anspruch bei der LandeSoerstcherungsanstalt erbeben sür die Marken, die der-söhn gellebt hat.—<8. 87. Ja, wenn nicht in der Arbeitsordnung crtra vereinbart ist, daß für die versäumte Zeit keine Entichädigimg gezahlt wi, d.— W. 21. 1. Die Zahl stellt die Nummer der Vorstcllungslistc dar. 2. Dienstfähig. 3. Lnngenlcidcnd, zurückgestellt. — L. H. 1. In linderloser Ehe erbt die Ehefrau die Wirtschast im voraus. Die Eltern haben daraus leinen Erbansvruch. 2. Ja. 3. Die Kirchcn- anStrittsbescheiniglMg brauchen Sie nicht, nur die tKeburtsurkunden.— M. M. 1. Da das Urleil rechtskräftig geworden ist, wird sich dagegen nichts mcbr machen lassen; der Betreffende könnte böchslcns noch durch ein Gnadengesuch um Aushebung der Strafe ersuchen.— 31.(8. 41. Sie können zur Leistung der Unterschrist nicht gezwungen werden. Da Ihr Mann aber die Angaben selbst gemacht hat, wäre schließlich kein Grund vorbanden, die Unterschrist zu verweigern.— En Z. 103. Wenden Sie sich an das Polizeipräsidium.— 31. K. 100. Sie haben Anspruch aus Auswandscntschädignug. die in Höhe bis zu 240 M. jährlich gewährt werden kann. Weiteren Anspruch haben Sic nicht.— AI. 12.— Ja.— 31. B. 20. 1. Sie müssen den erhöhten Gaspreis zahlen. 2. Krankheiten der UnterleibSorgane. zurückgenellt. 3. Lungenleidend, zurückgestellt.— l. III. Sie sollten Ihre Angehörigen veranlassen, den Umtausch der In- validenguittungSkartc aus dem Polizeirevier vornehmen und die LuitluiigS- karten ausrechnen zu lassen. SMwÄkMm (lichlmundsi ack) GockemGoV (Ooldmundslüds) fikmaveüen. Willkomraensie Liebesgabe! Pi'ds:N-r 3X 4 5 6 8 IQ 3'A 4 3 e ö io PCdSiück.. �SÄ,fddpostmÄveppacktPOTtofrei! 50 SiüclLfeldpostmaßlö veFpadrt,10P£Porio! SSMiÄÄfeÄ X-'--.• 4* S U mm Trusm�eiS(®| mmm: In grosser Auswahl V bedeutet für Jedermann> das Fest, zu dem man gern neue Kleidung anl egt. Darum auf zu Brunnonstrasse 1 Frankfurter Allee 350 Kottbuser Damm 103 Charlottsnburg, Scharrenstrasse 5 J[ Verkant gegen bar n, au! Kredit Klnder- Kleldung erhält derjenige von seinem Konto abgeschrieben, der sich nach geschehenem Einkauf auf dieses Inserat bezieht ffcwSfe W Störungen it. Erregung?- W m zustände. Schlaflosigkeit. B Wuervöie Herzbeschwerden.« W Reichel'?„Baldrament" W Ä(reiner Pflanzenauszug), D D ein ungemein beruhigen- D Mdes, heilsam wirkendes W A Spezifikum.d.natürl.Mediz.« W für die Nerven. Fl. 2,b0 M. W [fflo in Apotheken und Drogcrienl ! nicht erhältl., Ott» Itrlrtlr 1. 1 i Berlin Ili, Elscnbahnslraßc i.* I (Destmonn's Trnuerüifl�zin Größte AnswakL Billigste Preise. L MohronstraBa 37a (Kolonnaden) II. Or. Frankfurter Str. It5 (nahe Andreasstr.) Auswalrisendungen sofort Amt Zentrum 7890. Sonntag 12— 2 Uhr geftffnat. Von Paul Hirsch, Mitgl. despreuß. Abgeordnetenhauses, Stadtverordneter Preis 1 Mark Vereinsausgabc SO Pf. 18 Eine Schrift, die in allgemeinen Umrissen eine sach. liehe Uebersicht über die wichtigsten Geschehnisse deutscher Stadt- und Landgemeinden auf dem Gebiete kommunaler Kriegs- fürsorge gibt. 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Als Opfer deS Weltkriege» starb infolge seiner schweren Ber- wundung durch Granatsplitter, unser Kollege A Fritz Fieudenberger. Er war unS ein lieber braver Kollege, dem wir ein dauerndes Andenken bewahren. Tie Kollege« der Deutschen Waffen- und Munitionsfabrik Wittenau. Abteil.(S ü t h. SozialdentokratlsEher Wahlverein Kreis Hiederbarnim. Bezirk Reinickendorf-Ost. Am 16. April verstarb nach längerer, schwerer Krankheit unser Genosse, der Meiallarbeitcr Otto Jahn Appenzeller Str. 16. Ehre seinem Andenke«: Die Beerdigung findet heute nachmittag>/,5 Uhr vom Trauer. Hause aus statt. Zahlreiche Beteiligung erbittet 243/13 Der Vorstand. Danksagung. Für die vielen Beiveis« herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meine« sieben Mannes A Oiio Dames sagen wir allen daran Beteiligten, insbesondere dem Verband der Freien Gast- und Schankwirte, dem Wahl- verein Lichtenberg sowi e allcnFreunden und Belannten unseren innigsten Dank, Frau Hartda Dames nebst Kindern. nerliner T.andpacht-Genossenschatt Eingetragene Genossenschast mit beschränkter Haslpflichk. Mittwoch, Ä«. April 1016, abends 8 Uhr, im Berliner(Sewerk ichaftShaus, Engelnfer 15:_ l/XST' General-Versanunlung."Mg 102/19 Tagesordnung: 1. Geschäftsbericht und Beschlupfassuug über Bilanz deS Geschästsjah-.cs vom 1. 7. bis 31. 12. 1315. 2. Beschlubfassung über den Protest der Herren Langenmayr und Kroitor gegen ihren Ausschluß. 3. Event. Antrüge.— Der Rcchiiungsobichlust für die Zeit vom 1. 7. bis 31. 12. 1315 siegt in unserer Geschäftsstelle: SSW 48. Friedrichstrahr 16, Lindcnstr. 101, Handelsstätte Bellcalsiance, Ausgang 8 III, zur Einsicht- nähme der Genossen ans. Der Vorstand: V/ilheirn Both, Fritz Wils. tjenvaltungssteiie Krrlin. N 54, ünirnör. 83— � Telephon: Amt Norden 185, 1233, 1387, 3714. Bureau geöffnet von t» bis 1 Uhr und von 4 bis 7 Uhr. Achtung! Der Feiertage wegen sind unsere Bureaus geöffnet: Am Sonnabend, den 22. April, von 9— 1 Uhr: am Dienstag, den 25. April, von 9—1 Uhr. 115/11 Die Ortsverwaltang. 1» iiifliiipf r&l JiMrr JSctliiis rnid iirr Uinttr! Nachdem das Resultat der Tarifvcrhandlungen von den Organisationen der Arbeiter wie auch der Arbeitgeber an- genommen worden ist, treten auf allen Arbeitsstellen im Ver- tragsgebict Groff-Bcrlin rückwirkend von Sonnabend, den 15. April d. I., an die neuen Lohnbcdingungcn in Kraft. Die höheren Löhne müssen für die Woche vom 15. bis 21. April am Sonnabend, den 22. April, zur Auszahlung kommen. Der Stundenlohn beträgt: für Maurer und Zimmerer............ 05 Pfg. Zemenlierer und Flechter........... ftB/e„ Einschaler................ 85, Stein- und Kalkträger in ständiger Tagesleistung.. S3. Kalkschläger, für Handbetonmischer, für Beton- und Wasserträger, welche den Beton und das Wasser von unten berauf tragen, für Arbeiter bei umfangreichen Arbeiten milhydraulischem Kaik, ferner für beim Rüsten sowie an Hebevorrichtungen beschäftigte Arbeiter auf Neubauten, sofern dieselben in ständiger Tagesleistung mit dem Befestigen(Einbinden) des Materials an die Aufzugsvorrichtung beschäftigt oder Helfer an den Winden sind.............78„ , gewöhnliche, geübte Hilfsarbeiter........ 78„ , ungeübte, noch nicht im Baufach tätig gewesene Hilss- arbeiter............... 68, Deutscher Bauarbeiterverband, Zantralverband der Zimmerer. J. A.: Otto Hanke. J. 2L; Wilh. Witt. Die Mitglieder deS Baiiarbeitervcrbandes werden zugleich darauf aufmerksam gemacht, daß am Sonnabend, den SL.Zlpril?Lster-Sonnabend) alle Bureaus nur vormittags bis 1 Uhr geöffnet find. 141/11' Der I&weiirrereinsvorstand. ist der schönste Ausflugsort? Immer noch Pichelswerder, beim Alten Freund. Qewevkscliaffshaiis Am 1. Feiertag: Sängerchor„Uorwärts� uiiier Leitung deS Chormeisters J. Eckert. KOXXKRT unler Leilung des Kapellmeisters E, Uabe. Am 2. Feiertag veranstaltet der Gesangverein z,Wännerchor des Ostens� sein Oster-Vergnügen. Während der drei Ofterfcicrtagc kommen IN Laueuburger Mast- kälber, ein groffcr Posten Schweine und Lchieiifleisch, geröstet, zum Verkauf. Zirka 400 Kalbsliaxcn(wie die Zeppeline gros;), 400 Eisbeine, grosier Posten Hampurger Fcttgänsc u. Bicrlünder Ente», a Portion 1,50— 2,00 M. 1. Lsterfeicrtag mittag: Ochsenschwanzsuppe..... Kraftbrühe mit Einlage... Zandcrsilct in Weißwein... Pcrlbohnen mit Haminclsteak. Leberpastete mit Salat... Hamburger Gänsebraten... Kalbsnicreubraten..... Präger Schinken..... Kvmpott oder Salat.... Käse mit Butter...... 0,20 0,20 1,00 1,00 0,80 1,50 1,00 1,25 0.20 0,50 SJ. Lsterfeiertag mittag: Hühucriuppe....... Krastbruhe mit Einlage... Hecht grün........ Frischer Spinat mit Setzei.. Kasseler Rippchen..... Hamburger Kalbskeule... Vicrländer Eule...... Gespicktes Rinderfilet.... Komvott oder Salat.... Käse mit Butter...... 0,20 0,20 1,00 0,80 i,no 1,00 1,00 1,25 0,20 0,50 Heute und Sonnabend ein sehr billiger Schnellverkauf £&■" nicht unter 5 Pfund."NiZ Zirka 30 Ztr. Oldenburger Braunschweigcr in Fetldarm Soliteiner Bratwurst... wthacr Zervelatwurst.. Kongregwurst..... iastsalalni 1 zum leiten I billigen Preis j von 3,40 das Pfund da» Psd. 2,40 Sonnabend kommen zirka 15 Priegniher Fettkälber und auch schwere fette Doppellender, schneeweiß im Fleisch, und ein großer Posten Hamburger Fettgänsc und Öchscnfleisch zum Verkauf. Allgemeine Orts- Krankenkasse f»r Berlin-Lichterselde. Die Tagesordnung zu der Aus. schutzsitzung am 28. April 1316 er- fährt dahin eine Aenderung, dag al» Puiilt 3a hinzu kommt: Beschlugsasiung über die Ausrecht- erhaltung der Amvarlschait aus Rubcgchalt sür die Angestellten. Berlin-Lichterselde, den 19. April 1916. 268/14 Ter Borstand. Hans shischer. 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Statt M. 2,50 für M.—.50 Sinclair, Ter Jndustriebaron.(Geschichte cincS amerika- nifchen Millionärs,) Statt M. 2,— für M.—,50 — In zehn Jahren. Statt M. 3,— für M.—.50 �Veckde, Johannes, Gedichte. Gebd. statt M. 3,— für M.—.50 VZereschtschagin, W., Russische Bolkstypen. Gebd. statt M. 3,— für M.—,50 Evtl, Pierre, Gcn Jspahanes Lmilrts" str N»i>ti>°O� April lSlk. Mus Groß-Serlin. Die neuen Höchstpreise für Rinöfleisch. Tie vom Magistrat erlassenen Verordnungen über Groß- und Kleinhandelspreise für Rinder, über Großhandelshöchst- preise für Schweine, sowie über Groß- und Kleinhandels- Höchstpreise für Rinder- und Schweinekram sind nunmehr vom Oberpräsidentcn genehmigt worden. Die Verordnungen treten danach mit dem 20. April in Kraft. Nach der Verordnung zur Regelung der Großhandels- preise für frisches(rohes) Rindfleisch darf der Preis für einen Zentner Schlachtgewicht bei Abgabe durch den Großschlächter die nachstehenden Beträge nicht übersteigen: Bei Gewicht des Tieres von 1 1 und mehr Zentnern.... 200 M. 10 Zentnern....... 194„ ö........ 188„ 8........ 182. 7„....... 176„ 170 164 158 152 Nebcnabreden, die geeignet sind oder bezwecken, die fest- gestellten Preise zu erhöhen, sind unzulässig. Auch ist es verboten, den Verkauf von Rindfleisch von der Uebernahme der Verpflichtung zur Abnahme anderer Fleischgattuugcn oder Waren abhängig zu machen. Nach der Verordnung zur 3t e g e l u u g der Klein- Handelspreise für frisches(rohes) Rindfleisch darf der Preis für 1 Pfnnd bester Ware bei Abgabe an den Verbraucher die nachstehend benannten Beträge nicht überschreiten: Ziir Lende........... 3,00 M. „ schieres Fleisch........ 2,80, „ Noastbeef.......... 2,70„ , Keule ohne besondere Knochenbcilage 2.60„ , Fehlrippe, Brust, Kamm, Bug... 2,30„ „ Suppenfleisch........ 1,90„ , rohen Nierentalg....... 3,00„ , Knochen.......... 0,50„ Die Verordnung zur Regelung der Großhandelspreise für frisches(rohes) Schweinefleisch bestimmt, daß der Preis für ein Schwein bei Abgabe durch den Großschlächtcr die nach- stehenden Preise nicht übersteigen darf bei einem Schlachtgewicht unter 87 Pfund für den Zentner 116 M. „„. von 88—104 Pfd..,„ 122„ ..,, 105-120„... 128. .... 121-129„„ 140. » w„# 130 156„„„„ 1 ol„ ** 0 0 157 1/4 000 0 163 0 0. 0 0 175-192„„„, 170, .... 193-227„... 176, ,,, über 228„„„. 182. Der Preis für eine Sau oder einen Eber darf in Berlin bei Abgabe durch de» Großschlächter die nachstehenden Bc- träge nicht übersteigen: bei einem Schlachtgewicht von über 240 Pfd. für den Ztr. 160 M. .... 193-240.... 154„ ,.. bis 192.... 134. Auch hier gilt die Bestimmung, daß Nebenabreden, die geeignet sind oder bezwecken, die festgestellten Preise zu er- höhen, unzulässig sind und daß es verboten ist, den Verkauf von Schweinefleisch von der Uebernahme der Verpflichtung zur Abnahme anderer Fleischgattungen oder Waren abhängig zu machen. Schließlich sind, wie oben erwähnt, Groß- und Klein- handclshöchstpreise für Rinder- und Schwcinekram festgesetzt worden. Die festgesetzten Preise sind noch reichlich hoch. Kleinlich. Auf dem Vorderperron eines Anhäugerwagens befinden sich drei Personen. Ein gutgekeideler Herr und zwei Arbeiter. Hände und Klei duug zeugen von schwerer Arbeit. Es ist Feierabcndstunde. Sie haben draußen, im vornehmen Westen, irgendwo gearbeitet. Nun geht's nach Hause. Der eine hat einensPockcn bei sich, wohl Hand- Werkszeug oder dergleichen. Er ist müde und setzt sich darauf. Stört es jemand? Nein, niemand hindert's. Platz ist genug für die drei. Da geht die kleine Schiebeklappe auf und die Schaffnerin ruft:.Sie da, Sie müssen ausstehen." Der Arbeiter sieht die Frau erstaunt an, er begreift anscheinend nicht, warum er die kleine Be quemlichkeit nicht haben soll. .Sie müssen ausstehen oder den Wagen verlassen," ruft die Schafsnerin jetzt energisch. Der Herr dreht sich um und fragt, warum das geschehe. Jetzt öffnet die Fron die Türe und sagt wiederum:.Entweder Sie stehen auf oder ich lasse hallen, dann müssen Sie herunter!" Ter Arbeiter, der keine Lust hat, sich zu verspäten, steht auf. Der Herr schüttelt den Kopf und gibt seiner Meinung Ausdruck, die mit der Ansicht der Arbeiter übereinstimmt, und mit unserer. Denn, um alles in der Welt, lvcn stört es bloß, wenn auf einem fast leeren Perron ein Fahrgast in halbsitzender Stellung verweilt? So geschehen am Montag auf Linie C am Kursürstendamm. Wir haben in Friedenszeiten manch einen ähnlichen Vorgang bemerkt. Aber das war eben damals. Man konnte annehmen, der Krieg habe uns großzügiger gemacht. Es scheint aber alles beim alten zu bleiben. Die S-vaffnerin handelt wohl nach Vorschrift und ist nicht schuld. Kleinlich aber ist's l Am Karfreitag und Qftcrsonnabend findet keine juristische Sprechstunde statt. Vorzeitige Einlösung der neuen KartoffclbezugSscheine. Mit Rücksicht auf das Osterfest werden, wie der Magistrat Berlin mitteilt, die Kartoffelbezugsscheine für die nächste Periode, die vom 25. April bis 6. Mai läuft, also unmittelbar nach den Ostertagen beginnt, bereits am Donnerstag, den 20. und Sonn« abend, den 22. April, von den Brotkommissionen gegen Abgabe der gesammelten Karloffelkartenabscknilte ausgegeben. Die dann noch nachträglich von den Kartoffelkleinhändlern eingelösten Kartoffel- kartenabschnitte der drillen Periode können noch im Laufe der nächsten Woche in Bezugsscheine der vierten Periode bei den Brot- kommissionen umgewechselt werden. Hotels, Gastwirtschaften, Pensionate und ähnliche Betriebe können die Kartoffelbezugsscheine beim Obmann ihrer Rommission bereits am Sonnabend, den 22. April, abheben. Anmeldung von Gnmmiabfällen. Nochmals wird darauf hingewiesen, daß alle Gummi- abfalle, die nicht mehr im Gebrauch sind oder sich nicht für den Gebrauch eignen, als Altgummiabfälle der Kautschuk- Meldestelle Berlin W, Potsdamer Straße 10/11 gemeldet werden müssen. Die Abfälle dürfen nur den beauftragten Aufkäufern, deren 3!ame und Kaufbezirk bereits veröffentlicht sind, zum Kauf unter Beachtung der festgesetzten Höchstpreise angeboten werden. Die beauftragten Aufkäufer sind berechtigt, in den ihnen zugewiesenen Bezirken nach Bedarf Sammelstellen einzu- richten und Unterkäufer anzustellen. Letztere müffcn ihre Berechtigung zum Aufkauf von Altgummi und Regeneratcn durch einen vom Kriegsministerium ausgestellten Ausweis nachweisen._ Tic Bauiublütc iu Werder wird diesmal für das ausflug- freudige Berlin eine prächtige Osterüberraschung werden, denn in wenigen Tagen schimmern die Obsthügcl in den zarten Farben der Blüten, die allmählich aus den Knospen huschen. Der reiche Blütenansatz verspricht eine starke Blüte und das kühle Wetter der letzten Tage hat die erwachende Blütcnpracht soweit zurückgehalten, daß für sie von rauheren Nächten kein Schaden zu besorgen ist. Werder hat sich zum Empfang seiner Gäste bereit gemacht. Geräuschlos, wie eS für die Kriegszcit paßt, wird auch diesmal die Baumblüte als Frühlingsseier begangen werden. Kein Karussellgctricbc, kein Numniel auf dem Platz zieht die Blütengäste an sich. Von den Höhen wehen schon die Fahnen zum Zeichen, daß man sich auf den Besuch eingerichtet hat und das herrliche Panorama über die Havcllandschaft wirkt diesmal noch größer und ein- drucksvoller, da die Uebcrschwemmungsgebicte noch immer das Havelbecken erweitern. Die in den Markensystemen bei der LebenLmittelabgabc begründeten Kriegsbeschränkungen lassen es daher dem Besucher ratsam erscheinen, sich mit seiner Brotmarke zu versehen, denn ohne dieselbe gerät er in Schwierigkeiten. Die Berliner Brot- marke besitzt ihre Gültigkeit. Die Speisekarte der Werdcrschcn Lokale steht allerdings auch unter dem Einfluß der Fettknapp- heit. Man findet hauptsächlich Fischgerichte und Schmorfleisch. Die belegten Brote kosten auf den Höhen durchschnittlich 73 Pf. Tic Preise erscheinen nach den Zeitverhältnissen angemessen. Unbeschränkt sind allerdings die Obstweinmengcn, die Militär- Personen verboten sind. Die Tcltowcr Kreisschiffahrt eröffnet an: Gründonnerstag mir den Fahrten zur Baumblüte nach Werder ihren diesjährigen Betrieb, der mit Rücksicht auf die Kriegszeit nicht in vollem Umfange durck- geführt werden kann. Zur Baumblüte fährt um 3 Uhr das Schiff von Neukölln, Rudower Straße ab. ES hält an sämtlichen Anlege- punkten und trifft um 11 Uhr 25 an der Glienickcr Brücke ein. Die Ankunft in Werder erfolgt um 1 Uhr, die Abfahrt um 5 Uhr. Gleichzeitig wird der Verkehr zwischen Potsdam und Wannsce über Neubabelsberg eröffnet. Von NeubabelSberg findet stündlicher Ver- kehr nach der Machnowcr Schleuse statt. Die Baumblllrenfahrten werden bis 30. April ausgedehnt. Nähere Auskünfte erteilt die Geschäftsstelle der Teltower Kreisschiffahrt in Kleinglienicke. Sine Erhebung der Kartoffclvorräte sowie von Erzengniffcn der Kartoffeltrocknerei und Karioffelstärkefabrikatioit findet»räch einer Bekanntmachung des Reichskanzlers am 26. April im Deutschen Reiche statt. Die Aufnahme der Kartoffel Vorräte fiirdet mittels Hauslisten statt. Die Hausbesitzer oder deren Stellvertreter sind verpflichtet, die ihnen zugehenden Hauslisten bis spätestens zum 28. April 1916 ausfüllen zu lassen und die ausgefüllten Hauslisten bis zum 29. April bei der nächsten Steuerannahmcstclle abzugeben. Hausbesitzer oder deren Stellvertreter, welchen die Hausliste bis einschließlich 22. Avril 1916 nicht zugestellt worden ist. haben sie von ihrer zuständigen Brotkommission oder vom Statistischen Amt der Stadl Berlin, Poststr. 16, Zimmer 49, abzulangen. Für die Anzeige der Vorräte von Erzeugnissen der Kartoffeltrocknerei und Kartoffel st ärkefabri- k a ti o n ist ein b e s o n d er e r V o r d ru ck bestimmt, der, soweit er den Anzeigepflichtigen nicht zugegangen ist, von der nächsten Steucrkasie abzuholen ist. Vorräte, die zum Verbrauch im eigenen Haushalt bestimmt sind, sind nur anzuzeigen, wenn sie an Kartoffeln im ganzen 20 Pfund, an Erzeugnissen der Kartoffeltrocknerei und Kartoffclstärkefabrikation im ganzen 5 Pfund ü b e r st e i g c n. Die Anzeigen haben in der Gemeinde zu er- folgen, in der sich die Vorräte am 26. April tat- sächlich befinden. Das Statistische Amt der Stadt Berlin oder die von ihm be- auftragten Beamten sind befugt, zur Ermittelung richtiger Angaben Vorrats- und Betriebsräume oder sonstige Aufbewahrungsorte, wo Vorräte der genannten Art zu vermuten sind, zu untersuchen und die Bücher der zur Anzeige Verpflichteten einzusehen. Wer vorsätzlich die vorgeschriebene Ai: zeige nicht erstattet oder wissentlich unrichtige oder unvollständige Angaben macht, wird mit Gefängnis bis z u sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu zehntausend Mark bestraft, auch können im Urteil Vorräte, die bei der Bestandsausnahine verschwiegen worden sind, fiir dem Staate verfallen e r- klärt werden.__ Warnung vor vorzeitiger Aussaat und Pflanzung. Die Zentrale für Gemüsebau im Kleingarten schreibt: Der Anfänger im Gartenbau läßt sich oft durch einige un- gewöhnlich warme Tage verleiten, Slussaatcn und Pflanzungen früher vorzunehmen, als dies in Rücksicht auf die noch solgende Kälte ratsam ist. Fast immer zeitigt solche Vor- eiligkeit einen völligen Mißerfolg, indem entweder der Samen oder die daraus entstandenen Pflänzchen zugrunde gehen. Ein Nutzen wird durch die verfrühte Aussaat oder Pflanzung nie erzielt, da die Pflänzchen während der kalten Zeit doch nicht wachsen, sondern kränkeln, so daß sie von später gesetzten Pflanzen oder späteren Aussaaten überholt werden. Verluste an Saatgut müssen in Rücksicht ans die Knappheit unbedingt vcrnueden werden! Es sei deshalb nachstehender Warnruf zur Beachtung empfohlen: Kartoffeln auch Frühkartoffeln dürfen nicht vor Mitte April gelegt werden! Ausnahmen hiervon nur in be- sonders warmer Lage und ebensolchem Boden. Busch- und Stangenbohnen nicht vor dem 10. V(ai legen! Ausnahmen in warmer Lage, aber auch da sind die jungen Pflänzchen bis 13. Mai während der Nacht vor Frost zu schützen. Tomaten und Gurken nicht vor dem 13. Mai pflanzen! Aussaat von Gurken ins Freiland nur drei bis vier Tage früher. Eine nächtliche Ncvolvcrszene verursachte in einer der letzten Nächte nach einer gemeinsamen Kneiperei in der„Walhalla" in der Waisenstraße zu Potsdam der 21jährige Rittergutsbesitzer Karl v. Kähne auf Petzow. Der jugendliche Herr hatte mit einigen Ober- jägcrn das Lokal verlassen und man wartete auf eine Droschke. Durch eine Geringfügigkeit fühlte sich Herr von Kähne gereizt und er zog seine Pistole, um zu schießen. Ehe sie ihm entrissen werden konnte, löste sich ein Schuß und die Kugel drang dem Schneider Adolf Kicbel ans Potsdam, Hodizstr. 9, in die Ferse. K. mußte nach dem Krankenhaus in der bestellten Droschke übergeführt werden und ist i» ärztlicher Behandlung. Die Pistole des Herrn v. Kähne nahm die Kriminalpolizei in Verwahrung. Die Schießbercilschaft des Herrn v. Kühne hat schon einmal iir der Ocffentlichkcit grobes Aergernis verursacht, als er vor einigen Jahren in der Nähe seines Gutes auch seine Flinte auf Arbeiter anlegte. Damals belehrte ihn das Schöffengericht Werder durch eine Geldstrafe von 200 M., daß man nicht ohne weiteres auf lebende Ziele schießen darf. Die Kugeln scheinen aber noch immer bei dem Herrn recht lose zu sitzen, denn daß inmitten der Stadt vor einem VcrgnügungSlokal ans nichtigem Anlaß zur Waffe gegriffen wird, das kann sich die Ocffentlichkcit recht wohl verbitten, und die Folgen, die leicht viel schlimmer werden konnten, sieht man. Beim Fcnstcrplchcn tödlich verunglückt ist gestern mittag die 41 Jahre alte Pförtnerin Witwe Helene Meyer aus der Bcsselstr. 3. Als sie im zweiten Stock auf einer Ifl� Meter hohen Leiter stehend das Flurfenster putzte, kam sie zu Fall und stürzte durch die Scheiben des geschlossenen Fensters auf den gepflasterten Hof hinab. Samariter der Feuerwehr, die vier Minuten nach dem Anruf zur Stelle war. wollten ihr die erste Hilfe leisten. Sie war aber an cinen: Schädel- bruch schon gestorben. Tie Verunglückte hinterläßt vier Kinder, eine Tochter von 13 und drei Söhne von 16, 10 und 8 Jahren. Kleine sllachrichtcu. Ein vor drei Wochen im Stolper See ans Wannseer Gebiet aufgefundene Leiche ist jetzt als die seit längerer Zeit verschwundene Telegravhengehilfin S. festgestellt worden.— Auf der Straße vom Tode überrascht wurde gestern nachmittag die 55 Jahre alte Schneiderin Elise Pohl aus der Sophicnstraßc 29. Sie brach auf der Monbijoubrücke plötzlich zusammen und starb auf der Stelle. Die Verstorbene befand sich auf dem Heimwege von der Arbeir.— Am Hochbahnhof Kottbuser Tor versuchte der taub- stumme Otto Gäde vor einem in der lliichtnng nach dem Schlesische» Tor fahrenden Straßenbahnzugc der Linie 82 da? GleiZ in der Skalitzcr Straße zu überschreiten. Er ivurde jedoch, da der Führer ans so kurze Enlfernung nicht mehr mit Erfolg zu bremsen vermochte, vom Triebwagen erfaßt und umgestoßen. G. geriet unter die vordere Platlsorm und erlitt einen Bruch des linken Fußknöchels sowie Hantabschürfungen an den Händen. Der Verunglückte wurde nach dem Krankenhause Bclhanien gebracht.— Ein zweiter Straßen- unfall ereignete sich gestern(Mittwoch) abends gegen Uhr in der Leipziger Straße. Dort wollte vor dem Hause Nr. 65 der 74 jährige Dienstmann Wilhelm Müller auf einem Drcirade kurz vor einem herannahenden Straßenbahnwagen der Linie 164 das Gleis kreuzen. Er wurde jedoch angefahren und vom 3!ade gestoßen. Der alle Mann zog sich beim Sturz auf das Straßenpflaster eine leichte Verstauchung der Wirbelsäule und Hautabschürfungen am Kopfe zu. Der Venmglücktc wurde nach dem Krankcnhause Friedrichshain gc- bracht. Untersagter Handelslietriei. Da" Polizeipräsidium teilt mit: Auf Grund der BiindeSratsverordnung von: 23. September 1915 bor der Polizeipräsident von Berlin den Eheleuten Joseph und WladiSlawa Aatalewski, hier. Voigtstr. 33, den Handel mit Nahrungsmitteln wegen Unznverlässigkeit in beziig aus diesen Handels- betrieb untersagt. Osterkoiizcrt. Der Männer- und Frailenchor Ost(M. d. Deutsch. Arb.- Sängerbundes), Chorm. E. Thilo, veranstaltet am Ostermontag im Gcwerkschaftsbause ein Konzert unter Mitwirkung des kgl. Kammermusikers P. Treff(Celloh am Flügel: Herr Komp. K. Kämpf und das Berliner Konzerlhaus-Ouartctl. Einlaß ä'/z Uhr. Filmvorführmige» in der Sonderausstellung von Ersatz- gliedern und Arbcitshilfen für Kriegslieschädigtc. In der von der Verwaltung der Ständigen AuZsiellung für Arbeiterwohlfahrt in deren Gebäude, Lharlottenburg, Fraunhoscr- straße 11/12 veranstalteten Sonderausstellung gelangen von jetzt ab regelmäßig kincmatographische Lichtbilder zur Vorführung, welche dazu geeignet sind, auch dem Laien das Verständnis für dw große Bedeutung von gebrauchsfähigen künstlichen Gliedern näherzubringen und deren inannigfaltige Verwendbarkeit im täglichen Leben sowohl. als auch iu den verschiedeusteu gewerblichen und landwirtschaftlichen Berufen und Erwerbszweigen darzutun. Die Vorführungen finden jeden Dienstag und Donners- tag von 8—9 Uhr statt, sowie Sonntags von 4—5 Uhr. Die Aus« stellung selbst ist wochentags von 10—3 Uhr, Sonntags von 1—5 Uhr geöffnet. Außerdem Dienstags und Donnerstags von 6—9 Uhr abends, lieber Ostern ist die Ausstellung am Karfreitag fowic am 2. Feiertag von 1—5 Uhr geöffnet, an, 1. Feiertag geschloffen. Der Eintritt zu den Filmvorführnngen ist ebenso wie der Besuch der Ausstellung frei. Wer ist der Tote? Das Polizeipräsidium teilt mit: Am 12. d. M. luurde vor dein Hause Hallesches Ufer 39 die Leiche eines etwa 49 Jahre alten Mannes ans dem Landwehrkanal gelandet. Der Unbekannt« ist etwa 1,76 Meter groß, mittelstark, hat dunkel- braunes Haar und Schnurrbart und war belleidet mit brannwollencr Arbeitcrjackc, rvtweißgesireiftem Hemd, dunkler Hole, grauen Strümpfen und schwarzen Zugstiefeln. Er trug anstatt der Hosen- träger cinen Leibriemen. Zweckdienliche Angaben über die Pcrsön- lichkeir des Unbekannten nimmt jedes Polizeirevier zu den Akten 1007 IV 55. 16 und auch der V. Kriminalbezirk ini Polizeipräsidium entgegen.______ Mus öen Gememöen. Das Steglitzer Wasserwerk. Eins von den vielen Hemmnissen, die dem Bestreben der Steglitzer Gemeinde, die Wasserversorgung in eigene Regie zu nehmen, entgegengestelll wurden, ist wieder überwunden: Der Minister der öffentlichen Arbeiten hat seinen Einspruch gegen die Unterdückerung der Spree an der Stubcnrauchbriicke zurückgezogen und den Regierungspräsidenten in Potsdam ermächtigt, mir der Gemeinde Steglitz einen darauf Bezug nehmenden Perlrag abzuschließen. Da anerkannt wurde, daß die vorgeschlagenen Bedingungen sehr liberal sind, so stimmte die Gemeindevertretung dem Vertragsentwürfe einstimmig zu. Nachdem das Verteilungsrohrnetz innerhalb des Ortes fast vollständig verlegt ist, der Wassertmin auf den„Rauhen Bergen" seiner Voll- endung entgegengeht und auch die Stadt Lichtenberg ihr neues Wasserwerk am KaulSdorfcr Busch, das das»ölige Wasser liefern soll, in Betrieb genommen und auch die landespolizeiliche Geneh- migung zur Fortleitung des Wassers erhalten hat. fehlt nur noch das Druckrohr von Lichtenberg nach Steglitz, dessen Verlegung jedoch bisher einige Gemeindebehörden und Privatgrundbesitzer mir Erfolg verhindert haben. Hier treibt die freundnachbarliche KirchtumS- ollti! ihre schön sten Blüten. So verlangt unter anderem Lank- w i tz eine einmalige Entschädigung von 500 000 V?., Marien- d o r f eine solche von 100 000 M. und außerdem jährlich 10 000 M.. Britz 180000 M. einmalig und jährlich 22 200 M.. Niederschöne weide jährlich 0000 M., Oberschöneweide einmalig 100 000 M. und jährlich 810 M., Kauls« d o r f einmalig 12 500 M. und schließlich der KreiS Teltow jährlich 22 2-10 M. Daß Steglitz diese Summen, die die Nenta bilität deS Werkes ausschließen, zahlen kann, ist unmöglich. Do eine Herabsetzung durch Verhandlungen nicht zu erreichen war, be- antragte die Gemeinde beim Bezirksausschuß in Potsdam Ver- leihung der Zwangsrechte auf Grund des§ 832 des Wassergesetzes, leider erfolglos. Das Verfahren schwebt nun schon seit geraumer Zeit bei der höheren Behörde, wie lange es dort noch„schieben" wird, vermag niemand vorher zu sagen. Ueber 2 000 000 M. hat Steglitz bereits für das Wasserwerk aufgewendet und dadurch seinen Etat jährlich mit rund 110 000 M. belastet, die daS Finanzwesen besonders in der KriegSzeit mit ihren ungeheuren sozialen Lasten schwer bedrücken. Um so bedauerlicher ist daS kurzsichtige Verhalten der betreffenden Gemeindeverwaltungen. Städtischer Verkauf von Reis, Erbsen und Graupen in Charlottcnburg. In Charlottenburg werden, zunächst für die Zeit vom 20. April bis 20. Mai d. I., an Inhaber von besonderen Bezugskarten städtische Vorräte von Reis, Erbsen und Graupen abgegeben/ Als Empsänger solcher Reis-, Erbsen- und Graupenkartcn kommen lediglich b e- dürftige Personen in Frage, die von der Armendirektion u n t e r st ü tz t werden, außerdem bedürftige unter st ützte Kriegerfraucn und sonstige erwerbslose Personen, die ihre Unterstützungen von den Unterstützungskommissionen erhalten, endlich bedürftige Personen, soweit sie von diesen Stellen nicht unterstützt werden. und kranke Personen, die die Mittel zur Beschaffung gleicher oder ähnlicher Lebensmittel nicht besitzen, auf Grund ärztlichen Attestes. Die Zuweisung der Bezugskarlen erfolgt an die Armew unterstützten durch die Armcndirektion, an die von den Unlerstützungs iommissionen Unterstützten durch diese und an alle übrigen Bezugs- berechtigten durch die LebenZmittelabteilung des Magistrats, Zimmer 20 deS Rathauses. Der Verkaufspreis beträgt für Okels 55 Pf., für Erbsen 58 Pf. und für Graupen 10 Pf. für das Piund. Die Ver- teilung der Karten an die unterstiitzten Personen wird am 20. Mai geschlossen. Als letzter Verkaufslag wird dem Händler, von dem die Waren bezogen werden können, der 31. Mar festgesetzt. Die Ausgabe von Waren auf Grund der Bezugsscheine erfolgt nur gegen sofortige Barzahlung. Kartoffelbestandsaufnahme in Eharlottenburg. Am 20. April 1010 findet eine Erhebung der Vorräte von Kar- toffeln, Kartoffelwalzmehl,-Flocken.-Schnitzel,-Scheiben und an- deren Erzeugnissen der Kartoffellrocknerer und von Kartoffelstärke- sabrikatcn sKartoffelstärke und«Mehlj statt. In Charlottcnburg sind nur diejenigen Vorräte anzuzeigen, die sich tatsächlich am 20. April in Charlollenburg befinden. Die zum Verbrauch im eigenen Hans- halt bestimmten Vorräte sind nur anzuzeigen, wenn sie an Kartoffeln im ganzen 20 Pfund, an Kartoffelsabrikatcn im ganzen 5 Pfund übersteigen. Die Anzeige erfolgt in Charlollenburg auf Vordrucken, die kostenlos bei den Brotkommisstonen, Polizeirevieren und im Statistischen Amt der Stadt Charlottcnburg, Rathaus, Zimmer 131, abgegeben werden und von den Anzeigepflichtigen selbst zu beschaffen sind. Diese Vordrucke sind ausgefüllt und unter- schrieben bis zum 27. April bei der zuständigen Brotkommission ab- zugeben. Der Magistrat kann Vorrats- und Betricbsräume unter- suchen und die Bücher der Anzclgcdcrpflichteten durch seine Beamten einsehen lassen. Zuwiderhandlungen gegen diese Verordnung werden bestraft, auch können die nicht angegebenen Vorräte als dem Staate verfallen erklärt werden. Ausgabe von städtischem Schweinefleisch in Neukölln. Wie wir vom Magistrat erfahren, werden mit Rücksicht auf den Karfreitag und die Osterfciertage die Fleischkarten zum Bezüge von städtischem Schweinefleisch am Sonnabend in den Vormittags- und den ersten Nachmiltagsstunden zur Ausgabe gelangen. Die Zeit der Abholung des Schweinefleisches vom Schlächtermeister wird für das kaufende Publikum bis auf 8 Uhr abends verlängert. Die Flcischkarten behalten an dem genannten Tage bis 8 Uhr abends Gültigkeit. Die Geschäftszimmer der Brotkommissionen werden am Sonn- abend um 2 Uhr nachmittags geschlossen. Weiter toird mitgeteilt, daß auch künftig einzelnen Per- fönen, die einen eigenen Haushalt führen, eine Fleischkarre zum Bezüge von städtischem Schweinefleisch zugeteilt werden wird. Osterkuchenbackvcrbot in Potsdam. Der Potsdamer Magistrat macht amtlich bekannt, daß es verboten ist. in der Zeit vom 18. bis einschließlich 20. April 10 lO Kuchen unter Verwendung von Weizen- oder Roggenmebl herzustellen oder solchen Kuchen feil- zuhalten. Dies gilt auch für daS Bereiten von Kuchen in den Haus- Haltungen._ Jugenöveranftaltungen. Reinickendorf- Ost. Karfreitag: Tageswanderung nach Hennigsdorf— Schnlzcndors— Heiligen sc«. Fahrgeld 20 Pf. Treffpunkt Uhr jrüh, Bahnhof Schönholz.— 1. und 2. Oster- sciertag: Wanderung durch di_e niärktschc Schweiz. Treffpunkt Sonnabend abend 11 Uhr am.„Seebad". Sitzungsta-�e der Stadt- und Gemeindevertretungen. Bohnsdorf. Donnerstag, den 20. d. Mts., nachmittags 4 Uhr, im Lokal von M. Schulze. Tiefe Sitzungen sind öffentlich. Jeder Gcmcindcangchörige ist be- rcchtigt, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. WettcrauSstchtcn für das mittlere Norddeutichland bis Freitag mittag. Ziemlich mild, zeitweise aufllarcnd, jedoch veränderlich und vorwiegend trübe mit wcilvcrbrettetcii, im Westen vieljach starken, im Osten meist schwächeren Regenfälleii. frankfurter fltke 54 CÖ&e ftmufaigmtr.) # M: c;:: � MMMMD WWMxMK ÄvWWHW .t- vi#*. MtaWsttv«.... Osteran�ebot. Trotz toher Lederpreise dillize Sdnkwarn Danien-Sehnürsüefel Derby q mit Lackkappe, moderne Form WjOw Dameii'Schuürscbuli Derby q.r mit Lackkappe, modomo Form..»••• Öjt'Ö Herren-Selmürstiefel Derby.nQn mit Lackkappo, moderne Form..... IÜ5UÜ Usiser Schlager! Damen-Lederhausschuhe 3,95 Billige Mädchen- und Knabenstiefel besonders gute, feste Qualität, in schwarz und braan. Braune Rinderstiefel, modeme Pom Kinderstiefel bis Größe 22....... 2,25 Dameu-Samtpantoffel........ 0,88 Ferner große Posten Sehuliwaren, die sieh infolge der Keiohhaltigkeit nicht alle aufführen lassen, zu ttburans billigen Preisen. L Rieste_ Reise lohnend J j SeMhausKuntzeie nair Gr. Frankfurter Str. 83 JEcke Marslllnsstrnße ms. 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