Nr. 112. flbonnementS'ßedingunQeD: Rioitnemnüä» Prinz pränumerando: Lierteljährl. 8,90 Ml, tnoncil. 1�0 Mk, wöchentlich 80 Pig. frei inä Hau?. Sinz eine Nummer 5 Pfg. EonntagS- Nummer mit illustrierter Sonntags- Peilage.Die Neue Welt' ll> Pfa. Post- itbonnement: l,30 Marl pro Monat Eingetragen in die Post- Zeitung?- Preisliste. Unter Kreuzband für Deustchland und Oesterreich- Ungarn 2.50 Marl, für daS übrige Ausland t Marl pro Monat Postabonnements nehmen an Belgien, Dänemarl, Holland. Italien. Luxemburg. Portugal. «uinäitien. Schweden und die Schweiz. krlcheiol lägna. Verlinev Dolksblott. 83. Jahrgang. Die Inlertions-Gebüftr beträgt für die sechSgesvaltene Kolonel- teile oder deren Raum 00 Pig, für politische und gewerlschastliche Lereins- und Bersauimlungs- Anzeigen 80 Pig. „Meine Hnreigen". das iettgedruclle Wort 20 Big.(zulnfstg 2 scttgedruclle Worte), jedes wcstere Wort 10 Big. Stellengesuche und Schlafstellenan- zeigen das erste Wort 10 Pig, jede? wertere Wort 5 Bfg. Worte über lö Buch- staben zählen für zwei Worte. Anssraie für die nächste Nummer niüstcu bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition «ogcgebcn werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geoMct. Delcgramm-Adresse: «-sistliäcwskrzl kttlid". Zentratorgan der rozialdernokratt leben parte» Deutfcblands. Reüaktion: EW. 68, Linöenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Rr. 131 SV— 131 ST Cxpeüition: SW. 68, Linöenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 131 SO— 131 97. Utopismus. Die Sozialdemokraten von heute unterschätzen meist sehr, was wir den großen Utopisten, einem Thomas More, Charles Fourier und Robert Owen verdanken. Die niarxistische Lehre wurde vielfach verflachend so aufgefaßt, daß der Sozialismus ein naturnolwendiges Ergebnis des sich über sich selbst hinaus entwickelnden Kapitalismus sei, auf dessen Kommen wir nur vorbereitet zu sein brauchen. Die Frage, wie die künftige Gesellschaft beschaffen sein solle, ließe sich vorher ja doch nicht genau beantworten, sei daher vorläufig gegenstandslos. Diese Auffassung ist deshalb irrig, weil sie übersieht, daß zu den Faktoren, die den Sozialisnius herbeiführen sollen, in erster Linie die Entschlossenheit der Arbeiter gehört, ihn auch zu erringen. Der Wille zur Ueberwindung des Kapitalismus und zur Verwirklichung des Sozialismus wird dem Proletariat durch seine eigene Lage, durch die Rolle, die es im Produktionsprozeß spielt, allerdings nahegelegt. Solange keine grundstürzende Veränderung der wirtschaftlichen, sozialen und politischen Situation Europas in unmittelbare Sicht gerückt war, konnte man noch nicht genauer vorherbestimmen, unter welchen äußeren und inneren Bedingungen die Umwandlung der kapitalistischen Gesellschaft in ein sozialistisches Gemeinwesen vor sich gehen werde, und infolgedessen schien es auch überflüssig, sich von diesem künftigen Zustand als dem anzustrebenden Ziel ein genaueres Bild zu machen. Der Weltkrieg hat auch das geändert. Er hat nicht nur fast alles erschüttert und über den Hausen geworfen, was fest zu stehen schien, er hat auch solche Verheerungen in der Volkswirtschaft hervorgerufen, daß es äußerst fraglich ist, ob diese mit den Hilfsmitteln einer auf dem Gewinn- streben der einzelnen aufgebauten Wirtschaft jemals wieder ersetzt und ausgeglichen werden könnten. Ja, der Statistiker V a l l o d nahm diese Unmöglichkeit schon nach einjähriger Kriegsdauer an und verlangte deshalb, daß man sich schon während der KriegSzeit eingehend mit dem Plane einer Wirt- schaftsorganisation befasse, die es ermöglichen würde, daß nach Friedensschluß die Produktivkräfte der Nation nicht wieder verzettelt, sondern daß sie zielbewußt zur Deckung der gesell- schaftlichcn Bedürfnisse angewendet und von einer Zentral- stelle aus geleitet würden. Nur auf diese Weise, meinte er, würde es sich nach dem Kriege erreichen lassen, daß ohne Ueberarbcit und ohne Arbeitslosigkeit jedcnr arbeitenden Mitglieds der Gesellschaft ein auskömmliches Dasein der- bürgt werde. Diese teilweise Zuwendung der bürgerlichen Wiffenschaft zum genossenschaftlichen Prinzip, das bei ihr allerdings heute meist nur im Zerrbild einer Militarisierung des ganzen ge- sellschaftlichen Lebens erscheint, mahnt uns auch daran, daß die Sozialisten selbst im Kampf um einzelne soziale und politische Reformen in den letzten Jahrzehnten immer mehr das große Endziel aus den Augen verloren haben, die Verwirklichung des Sozialismus. Tatsächlich ist es heute, wo uns die ungeheuersten sozialen Kämpfe bevorstehen, wo eine zertrümmerte Welt neu aufzubauen und zu verteilen sein wird, gerade für uns hoch an der Zeit, uns wieder mehr auch niit den Gedanken darüber zu beschäftigen, wie wir diese neue Welt gestaltet sehen wollen. Neben das analyttsche Denken, d. h. die Untersuchung des Bestehenden und seiner Entwicklungstendenzen, muß auch wieder niehr das konstruktive Denken treten, d. h. die Errichtung von Plänen und Ent- würfen dessen, waS wir im einzelnen anzustreben, wofiir wir zu kämpfen haben. Das darf allerdings nickst eine einfache Rückkehr zu der Denkweise der Utopisten bedeuten, die Engels in scinein »Antt-Dühring" folgendermaßen charakterisiert: .Die Lösung der gesellscbaftlicbcn Aufgaben... sollte� aus dem Kopfe erzeugt werden. Die GeseH'chafl bot nur Mißstände; sie zu beseitigen war Aufgabe der denkenden Vernunft. ES handelte sich darum, ein neues vollkonrmeneS System der gesell- schastlichen Ordnung zu erfinden und dies der Gesellschaft von außen her, durch Propaganda, womöglich durch das Beispiel von Mustcrexperimenien aufzuoktroyieren. Diese neuen sozialen Systeme waren von vornherein zur Utopie verdammt; je weiter sie in ihren Einzelheiten ausgearbeitet wurden, desto mehr mußten sie in reine Phantasterei verlaufen." Was den wissenschaftlichen Sozialismus von diesem utopislischen unterscheidet, daS ist nicht, wie heute manche anzunehmen scheinen, daß er lehrt, man brauche sich um ent- ferntcrc Ziele überhaupt nicht zu kümmern, es genüge, wenn man den Augcnblicksbedürfnissen Rechnung zu tragen sucht, der Sozialismus werde ja durch die Fortentwicklung des Kapitalismus über sich selbst hinaus, also eventuell auch auf dem Wege über den Imperialismus, sowieso mit Natur Notwendigkeit herbeigeführt. Diese fatalistische Lehre mag für manche Leute, die aufregenden Kämpfen lieber aus- weichen, bequem sein, aber sie ist weder wissenschaftlich noch kann sie sich auf das Zeugnis unserer Altmeister berufen. Was vielmehr deren Anschauungsweise von der ihrer Vor- gänger von Grund aus unterscheidet, das ist ihr realistischer Blick für die wirkenden sozialen Kräfte. Die Utopisten bc trachteten es als die Aufgabe der Wissenschaft, jenes soziale Systenr zu erfinden, das allen vernünftigen gesellschaftlichen Bedürfnissen am besten entspricht; für die Verwirklichung dieses Systems verließen sie sich auf die siegende Macht ihrer Argumente und auf das allgemeine Un- behagen über den Mangel an Hamonie und Frieden in der Gesellschaft. Das von ihnen geträumte und färben- prächtig ausgemalte Bild eines Reichs des allgemeinen Friedens war so schön und den bestehenden Zuständen ihrer Zeit so überlegen; es gewährte jedem Mitglied der Gesell- schaft eine solche Fülle von Genüssen, daß nicht nur jeder Arme, sondern auch jeder Reiche bei dem Tausch nur ge- Winnen konnte. Es genügte, meinten sie, allen das nötige Verständnis ihres Welterlösungsplanes zu vermitteln, und dessen Verwirklichung mußte sofort erfolgen. Nur Dummheit und Beschränktheit konnten ihrer Ansicht nach diesen Prozeß verzögern. Glaubte doch z. B. selbst noch Louis Blanc die Bourgeoisie durch den Hinweis auf die Gefahren der Kon- kurrenz für ihr eigenes Wohl dahin bringen zu können, daß sie sich seinen Genossenschaftsplänen, dem Sozialismus, an- schloß. Marx und Engels verließen sich nicht auf solche lieber- zeugungs- oder Ueberredungstunstc. Sic untersuchten, welche sozialen Kräfte in der Gesellschaft wirksam sind, ivelches ihre Ziele und wie groß ihre Macht, diese Ziele zu erreichen. Und sie entdeckten dabei, daß diese sozialen Kräfte bedingt sind durch den wirtschasttichen Ausbau der Gesellschaft und durch die Veränderungen, die in diesem Bau vor sich gehen. An diesem Maßstab maßen sie denn auch die sozialen Ideen. Sie betrachteten daher die Verwirklichung des Sozialismus nicht mehr als abhängig von der Ueberzeugungskraft irgend welcher Weltverbesserungspläne und ihrer Apostel, voni Mit- gefühl mit den Enterbten oder vom Ekel vor den Sünden des Kapitalismus, sondern von der Kraft und Entschlossenheit jener Klasse, die durch ihre Klassenlage und durch die Rolle, die sie im Produktionsprozeß spielt, veranlaßt wird, in der Ver- gesellschaftung der Produktionsmittel den einzigen Ausivcg aus ihrem Elend, aus ihrer Unterdrückung zu suchen. Auch An- gehörige anderer Klassen können den Sozialismus als Ideal verkünden. Aber soweit sie das nicht als die Wortführer des Proletariats tun, ist stets zu untersuchen, welche Klassenintcressen sie bewußt oder unbewußt mit ihrem Sozialismus vertreten, welche Kräfte hinter ihnen stehen, und welche Färbung, welchen Inhalt durch diese die Forderung des Sozialismus erhält. Mit bitterem Hohne haben deshalb Marx und Engels schon im Kommunistischen Manifest die verschiedenen Spielarten des feudalen, des kleinbürgerlichen, des„wahren" und des Bourgeois-Sozialismus abgetan. Was aber vom Sozialismus im allgemeinen, das gilt ebenso auch von den sozialen Reformen im einzelnen. Stets muß die maßgebende Frage für uns sein:„Wer macht's?" Auch die Unternehmer sind bekanntlich für die„Freiheit der Arbeit", das beißt aber bei ihnen nichts anderes als die Be- strafung von Streikposten; auch sie sind für die Rechtsfähigkeit der Berufsvereine, d. h., sie sind für die Haftbarmachung der Gewerkschaftskassen für Streikschäden usw. Daß sich jene Weltverbesserer nicht auf diesen realistischen Boden stellten, daß sie für die Durchsetzung ihrer Pläne auf die Ueberzeugungskraft ihrer Argumente blind vertrauten und nicht die sozialen Kräfte untersuchten, die für sie eintteten mußten und konnten, das machte ihre oft so scharf- sinnigen, ja genialen Pläne und Ideen zu bloßen Utopien. Ob die einzelnen von ihnen vorgeschlagenen Reformen durch- führbar waren oder nicht, ist dafür nicht entscheidend. So manches Bruchstück ihrer so oft verlachten, scheinbar so wcltftemden Gedanken ist heute längst Wirklichkeit geworden, und wenn Charles Fourier heute wieder unter uns wäre, er müßte zugeben, daß besonders in der sozialen Versicherung. im Genossenschaftslvesen, in der Kindererziehung und auch sonst eine große Zahl seiner Gedanken verwirklicht oder doch deren Verwirklichung angebahnt ist. Würde man ihn aber fragen, ob er in den Zuständen unserer Tage eine Annäherung an sein Ziel der allgemeinen Harmonie erblicke, er würde sich mit Entrüstung und Verachtung abwenden. Der Nachweis also, daß der Entwurf eines Systems, der Plan zu einer Reform, an sich noch so schön und unseren Be- dürfnisscn entsprechend seien, besagt noch sehr wenig. Er bleibt Utopie, solange wir uns nicht_ darüber Rechenschaft abgelegt haben, welche sozialen Kräfte diesen Plan fördern, welche ihn bekämpfen; erst auf dieser Grundlage lassen sich nicht nur die Aussichten bestimmen, die die geplante Reform überhaupt hat, sondern, was oft noch wichtiger, welches Gepräge, welchen Charakter sie bei ihrer Durchführung tragen wird. Angesichts verschiedener in letzter Zeit propagierter Ideen, wie die wirtschaftlichen, sozialen und politischen Verhältnisse Europas nach dem Kriege gestaltet werden sollen, ist es nicht überflüssig, auf diesen Punkt mit vollem Nachdruck hinzu- weisem Gl. E. veutsihlanö unö Amerika. Wenn auch manchem Leser der scharfe Ton in der amen- kanischen Note, die wir an anderer Stelle des Blattes im Wortlaut wiedergeben, überraschend kommen mag, so dürften sich Politiker kaum einem ähnlichen Optimismus hingegeben haben. Muß man sich doch an die Tatsache gewöhnen, daß das Anstand die Dinge von seinem Standpunkt aus be- trachtet und nicht so, wie sie nur zu häufig den Angehörigen einer kriegführenden Nation sich darstellen, für die das Recht ihrer Sache so sonnenklar erscheint, daß sie andere Auf- fassungen nicht zu begreifen vermögen. Solchen Beurteilern der Frage de» L-Bootkrieges werden die Darlegungen der amerikanischen Note von besonderem Interesse sein. Jeden- falls verdienen sie auch insofern die größte Beachtung, als die Vereinigten Staaten kein kleiner und unbeträchtlicher Staat sind, sondern eine Macht, deren Stellungnahme' zu den europäischen Händeln sicherlich die sorglichste Erwägung verdient. Wir wenigstens sind der Ansicht, und wir befinden tlns dabei keineswegs allein, daß es für die Geschicke Deutsch- lands durchaus nicht gleichgültig ist, wie sich unser Ver- hältnis zu Amerika entwickelt. Wir dürfen auch hoffen, daß die Beratungen, die zurzeit an amtlicher Stelle gepflogen iverden, dem Ernste der Sachlage vollauf Rechnung tragen werden. Die Leichtherzigkeit, mit der einzelne unvcrant- wortliche Politiker einen möglichen Konflikt mit Amerika zu_ behandeln belieben, wird jedenfalls in breiten Volks- kreisen kaum Widerhall finden. Daß es sich diesmal bei der amerikanischen Note keines- Wegs nin einen Bluff handelt, fondern um eine sorgfältig vorbereitete und lange überlegte politische Kundgebung von größter Tragweite, ergibt sich schon aus den besonderen Uni- ständen, die diesmal bei der Absendung der Note obge- waltet lwben. Hat doch der Präsident Witson die Note in ihrem Wortlaut zunächst den amcrikamfchen Senatoren und Repräsentanten unterbreitet, und zwar, nachdeni er zunächst niit den Führern der Parteien Rücksprache genommen hatrr, in Person dein Vereinigten Kongreß vorgelegt. Offenbar hat sich ein ernstlicher Widerspruch gegen Form und Absendung der Note nicht erhoben, so daß auch kaum zu erwarten ist, daß die Note in einein späteren Stadium eine Desavonic- rnng der gesetzgebenden Körperschaften erfahren könnte. Damit ist natürlich nicht gesagt, daß auch in Amerika noch immer die ernstlichste Absicht bestehe, zu einer Verständi- gung niit Deutschland zu gelangen. Denn daß dort keines- Wegs iu allen politischen Schichten blinde Kriegsstimmung oder Konfliktsfieber eristiert, haben ja all die Kundgebungen amerikanischer Politiker bewiesen, über die in der deutschen Presse in den letzten Wochen berichtet worden ist. Es ist deshalb zu hoffen, daß die amerikanische Regierung von über- eilten Schritten Abstand nehmen wird, sofern sich ihrer An- ficht nach nur eine Möglichkeit herausstellt, auch jetzt noch mit Deutschland zu einer Verständigung zu gelangen. Aber diese Voraussetzung'schließt natürlich zu gleicher Zeit mich für Deutschland die Pflicht ein; seinerseits nichts unversucht zu lassen, um den drohenden Konflikt zu beschwören. Die Forderungen der amerikanischen Note sind freilich sehr weitgehender Natur. Sie zielen auf nichts Geringeres ab als auf die„Einstellung der Methoden", nach denen Deutschland bisher den Unterseebootkrieg gegen Passagier- und Frachtschiffe geführt hat. Die amerikanischen Absichten gehen offenbar dahin, bindende Zuficherimgen zu erhalten, daß künftig jedes warmmgslose Torpedieren feindlicher und neutraler Schiffe verhindert wird. Wie sich schon früher gezeigt hat, war die deutsche Regierung auch in diesem Punkt zu einer Verständigung bereit, sofern Amerika zugleich von England Garantien dafür erhalten würde, daß die Nahrungs- mittelsperre Englands gegen Deutschland aufgehbbcn würde. Ob sich in dem akuten Stadium, in das die Krise zur- zeit eingetreten ist, noch solche gegenseitigen Verständigungen erzielen lassen, muß abgewartet werden. Auf alle Fälle aber sollten die Regierungen hüben wie drüben kaltes Blut bewahren und jedes Drängen U ebereifriger mit aller Entschiedenheit abwehren. So sicher es ist, daß das amerikanische Volk, wenn sich noch irgendeingrang- barer Weg zur Verständigung zeigt, jedem äußersten Schritt gegen Deutschland auszuweichen wünscht, so zutreffend ist auch die Bemerkung des„Berliner Tageblatt", daß das deutsche Volk in seiner ungeheuren Mehrheit keinen Krieg mit Amerika wünscht. Alle besonnenen und ihrer Verant- wortung sich bewußten Staatsmänner in Teutschland und Amerika dürfen gewiß sein, daß sie die Volksmasscn hinter sich haben, wenn sie ohne jede Uebereilamg jede Maßnahme ergreifen, die den Bruch zu verhüten getreigt wäre. preffestimmen zur amerikanischen Note. Einem Artikel Theodor Wolffs im„Berliner Tageblatt" entnehmen wir folgende Stellen: „Die amerikanische Rote wird nun auch dem deutschen Publi- kum vorgelegt. Sie enthält die Forderung, daß die Kaiserliche Regierung jetzt unverzüglich ein Aufgeben ihrc>r gegenwärtigen Methode des Unterseebootkriegs gegen Passagier- und Frachtschiffe erklären und bewirken solle, kündigt, falls diese Forderung unerfüllt bleibe, den Abbruch der diplomatischen Beziehungen an und ist ungefähr das, was man ein„unbefristetes Ultimatum" nennt. Als angedeutet werden durste, daß mit einem Abbruch der deutsch- amerikanischen Beziehungen zu rechnen sei. hat diese Andeutung die ungeheure Mehrheit des Volks vermutlich ungemein überrascht. Es war in Deutschland nur sehr wenig über den Stand der deutsch- amerikanischen Berbandlungcu in die Oesfentlichkeit gedrungen, von der„Sussex"-Affäre, die draußen die ganze Welt beschäftigte, konnte, ebenso wie von einigen anderen Angelegenheiten, nur mit großer Einschränkung gesprochen werden, und die wenigsten Lcuie dachten»och an eine amerikanische Gefähr. Die Zurückhaltung, zu der sich die Presse während des Kriegs genötigt sieht, wird bcson» ders da gefordert, wo es sich um die Ereignisse und Problenie des Unterseebootkriegs dreht. So kommt es, daß das Publikum fast ausschließlich mit herumgetragenen Phantasiegeschichteii gespeist, die Zusammenhänge häusig nicht kennt und dann plötzlich vor neuen Tätsachen steht.... Tic d i p l o w a t i f ch c y A e z ic h u n, «W des itdgea ßMWikiels. Amtlich. G r o si e s H a u P t q n a r t i e r, den 21. April 1916. führt worden sind. O-stlicher Kriegsschanplatz. Auch gestern scheiterten russische Angriffsunter- nchmnngen blutig vor Miseren Hindernissen südlich von Garbunowka. Balkan-Kriegsschauplatz. Nichts Neues. Oberste Heeresleitung. *« 1« llMMW MMWMW. Wien, 21. April. lW.T. B.) Amtlich wird verlautbart: Russischer und südöstlicher Kriegsschauplatz. ll«verändert. Rtalienischer Kriegsschauplatz. Gestern nachmittag warfen sieben italienische Flugzeuge 25 Bomben auf Trieft ab. Neun Zivilpersonen, darunter fnnf Kinder, wurden getötet, fünf Leute verwundet. Das Salcsiancr Kloster, in dessen Kirche 400 Kinder beim Gottesdienst wareu, ist zerstört. Durch diesen Angriff hat der Fcind jedes Recht und jeden Anspruch auf irgendwelche Schonung seiner Städte verwirkt. Der Nordtcil der Stadt Görz stand unter lebhaftem Feuer aller Kaliber, Sonst kam es an der iüsieuläudischen und Kärntner Front nur stellenweise zu Artillerictämpfen. Im Gol di Lana-Gebiete wurden starke feindliche Angriffe unter schwerste» Berlusten der Italiener abgewiesen. Ebenso scheiterten neuerliche Angriffe des Feindes auf die un« längst von uns eroberten Stellungen im Sugana-Abschnitt und ei» Angriff auf unsere Linien westlich Sperone. Der Stellvertreter des Chefs des GeneralstabeS, v. H o e f e r, Feldmarfchalleutnant. * Wien, 22, April.(W. T. B.) Amtlich wird verlautbart: Russischcr Kriegsschauplatz. Versuche russischer Artillerie, sich nordwestlich von Dubno nahe vor unseren Linien festzusetzen, wurden durch Feuer ver- citelt. Sonst nur die gewohnten Artillcrickämpfe. Italienischer Kriegsschauplatz. Am Südflügel unserer küstcnländischen Front wurden mehrere nächtliche Angriffsvcrsuche der Italiener auf unsere Stellung ostlich Moiifalcone abgewiesen. Im Ploeclenabschnitt kam ti nachts zu lebhafterer Fencrtätigkeit. Im Col di Lana-Gebict brach ein feindlicher Angriff auf den Sattel zwischen dem Scttsaß und Monte Sief in unserem Feuer zusammen, Südöstlicher Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. Der Stellvertreter des Chefs des Gcneralstabe» von Hoefer, Feldmarschalleutnant. Tie„Frankfurter Zeitung" sagt zu der amerikanischen Note, die sie„Ei» verschlelertes Ultimatum" überschreibt, folgen- des: Eine erste Prüfung ergibt, daß es sich um eine diplomatische Kiliidgebulig vo» äußerster Entschiedenheit handelt, um eine Mit- teilniia, die bis dickst an die Grenze des endgültigen Bruchs geht. Den letzteren, nämlich die Lösung der diplomatischen Beziehungen zur deutschen Regierung, scheint Herr Wilson zunächst vermeiden zu wolle», wenn anders der Beteuerung, daß es sein aufrichtiger Wunsch sei, mit Teutschland in Frieden und Freundschaft zu leben, mehr als bloßer Floskelwert beizumessen ist. Der Präsident macht die Aufrechterhaktung der Beziehungen abhängig von dem unver- züglichen Aufgeben der bisherigen Methode des deutschen llntersee- bootkricgcs. Das ist eine äußerst starke Sprache, die eö schwer macht, zu antworten, um so schwerer, als der wesentliche Teil der Note nichts anderes ist, als eine unverblümte Bestreitung der deutschen amtlichen Mitteilungen über den Dampfer„Susscx". In der zu der Note gehörigen„Feststellung" bezeichnet es der Staatssekretär Lansing geradezu als„außer Frage", daß die „Sussex" von einem deutschen Boote torpediert worden sei. DaS widerspricht durchaus den deutschen Erklärungen. Die Form dieses Widerspruchs ist so ungewöhnlich scharf, daß einstioeilen nicht ab- zusehen ist, wie mau sich einigen soll. Die Reichsleitung bedarf aller ihrer Ruhe und Kraft, um, ohne sich herausfordern zu lassen, nicht von dem zurückzulveichcn, was notwendig ist, unbeirrt durch Rücksichten zweiten Ranges zu beschließen, was die Ehre und Sicherheit Deutschlands fordern. Der französische Tagesbericht. Paris, 21. April.vo er bald zum Generalstab kam. Während des Krieges 1870/71 wurde der Oberleutnant v. d. Goltz als General- stabsossizier dem Oberkommando der 2. Armee zugeteilt. Er nahm an den Schlachten bei Vionville, Gravelotte, an der Einschließung von Metz, an den Schlachten bei Orleans nnd Le Mans teil. Am 2. Mai 1871 kam v. d. Goltz zunächst als Lehrer an die Kriegsschule in Potsdam, aber schon bald daraus wurde er als Hauptmann a la Suite des Großen Generalstabes gestellt, sechs Wochen später in diesen aufgenommen und der kriegsgeschichtlichen Abteilung überwiesen. Im Jahre 1877 wurde er Kompagniechef und bereits ein Jahr darauf zum Major befördert. Im Januar 1883 wurde ihm ein dreimonatlicher Urlaub nach Konstantinopel erteilt, wo er die Or- ganisation und Oberleitung der türkischen Militärbildungsanstalten übernahm. Kurz darauf wurde er mit dem Charakter als Oberst- leutnant zur Disposttisn gestellt, um dauernd in türkische Dienste zu treten. Er wurde dann zum Unterchef des Generalstabs der türkischen Armee ernannt und erhielt vom Sultan Abdul Hamid II. den Auftrag, gemeinsam mit dem türkischen General Mouzaffec Pascha einen Plan für die Neugestaltung der türkischen Armee auszuarbeiten, der die Grundlage für die Armeereorganisation bildete. Von der Goltz verfaßte eine ganze Reihe von militärischen Handbüchern m türkischer Sprache und kehrte erst im Dezember 1802 nach Deutschland zurück, wo er im folgenden Jahre als Ge- neralleutnant im preußischen Heer wieder eingestellt wurde. Im Jahre 1903 rückte er zum Generalobersten auf. Zwei Jahre später weilte er wieder einige Wochen in Konstantinopel, um sich erneut an der Reorganisation der türkischen Armee beieiligen zu können. Wiederum ein Jahr später wurde Freiherr v. d. Goltz zum General- feldmarschall befördert. Nach Ausbruch des Weltkrieges wurde der Verstorbene zunächst Gouverneur von Belgien, um dann nach Eintritt der Türkei in den Krieg eine führende Stellung zunächst bei den Kämpfen auf Galli- poli und später als Oberbefehlshaber im Irak einzunehmen. vom v' Soot-Krieg. London, 21. April.(SS. T. B.j Neutermeldung. Ein hollän- bischer Dampfer landete den Kapitän und 21 Mann des Dampfers „S a b b i a", der in der Nordsee infolge einer Explosion unter- gegangen ist. Fünf Heizer wurden durch die Gewalt der Ex- plosion aus den Bunkern herausgeschleudert, einer von ihnen ist verletzt. Amsterdam, 22. April.(SS. T. B.) Nach den Berichten des Kapitäns des gesunkenen Dampfers„Lodewyk van Nassau" hat niemand auf dem Schiff ein Periskop oder die Wellenbahn eines Torpedos, aber auch keine Mine wahrgenommen. Die üänischen Schiffsverluste. Kopenhagen, 22. April.(W. T. B.) �Politiken" stellt fest, daß im Verlaufe des Krieges insgesamt 43 dänische Schiffe mit 32 903 Netiotons im Werte von etwa 11 Va Millionen Kronen untergegangen sind. Griechischer Protest. Athen, 18. April.(W. T. B.) Vom Vertreter des W. T. V. der- spätet eingetroffen. Die griechische Regierung übermittelte heute den Vertretern des Bierberbandes einen schriftlichen Prolest wegen der Sperrung der Sudabai auf Kreta durch Marinekräfte des Verbandes. Der Protest ist sehr energisch gehalten und betont die schwierige Lag«, in die sich Griechenland durch die fortdauernden Heraus- sorderungen und Kränlungen seitens der Alliierten versetzt sieht. Erklärung des üeutschen Marineattachss in Mhen. Athen, 18. April.(Vom Sonderberichterstatter des W. T. B. Verspätet eingetroffen.) Der hiesige deutsche Marine- attacbo gab in der Presse eine Erklärung ab, in welcher er Aeuße- rungen des englischen Gesandten und hier durch Anhänger Venizeloö und des Verbandes verbreitete irrige Meinungen richtigstellt. Er betont, daß nach dem Völkerrecht Fahrzeug« von Kriegsührenden. also auch die der Mittelmächte, das Recht besitzen, auf die Gast- sreundschait Griechenlands Anspruch zu erheben, und bezieht sich hierbei auf den Wortlaut der Bestimmungen des Bölkerrechts über Aufenthalt und Verproviantierung der kämpfenden Mächten ange- hörigen Kriegsfahrzeuge. Der englische Gesandte hatte be- hauplet, der Verband sehe sich veranlaßt, serbische Truppen mit der Eisenbahn zu überführen, weil die griechische Regierung nicht dafür sorge, die deutschen U-Boote aus den griechischen Ge- wässern fernzuhalten. Der deutsche Marineattachü nagelt die Be- mllhungen fest, die von Beauftragten des Verbandes und von Zeitungen gemacht werden, um die Begriffe des griechischen Volkes über die Pflichten der Neutralen gegen die Kriegführenden zu ver- wirren, und bezeichnet die Aeußerungen des englischen Gesandten als einen neuen Versuch, in dieser Richtung zu wirken. Er stellte weiter fest, daß die Art, wie der englische Gesandte die Ueber« wachung der griechischen Gewässer seitens Griechenlands gehandhabt sehen möchte, als eine Begünstigung de? Verbandsscekrieges angesehen werden müßte und gegen di« U-Boote der Mittelmächte gerichtet sein würde. Die Kriegsschulden der Schweiz. Die Swatsrechnung der Schweiz für 1912 schließt mit einem Defizit von 21 222 000 Fr. ab, während das Budget ein solches von 42 Millionen Frank vorgesehen hatte. Die Besserstellung ergibt sich aus einer Minderausgabe des Mllitärdepartements gegenüber dem Budget von 9 Millionen Frank; die Post lieferte einen Einnahme- Überschuß von L Millionen Frank statt des vorgesehenen Defizits von 3 Millionen Frank, auch Telegraph und Telephon ergaben Ueberschüsse statt der vorgesehenen Destzite. Die Militärersatzsieuer trug 2 Millionen Frank statt nur 3 Millionen ein. Die gesamte Staatsschuld der Schweiz ist von 280 310 000 Frank Ende 1914 aus 211920 009 Frank Ende 1012 gestiegen, die eine jährliche Zinsenlast von rund 22 Millionen Frank bedeutet, ein Viertel der Einnahmen des Bundes in den früheren Friedensjahren. Ohus bedeutende neue Einnahmequellen kann also auch die Schweiz nicht mehr auskommen und da wird eben zur Einführung direkter Bundessteuern gegriffen werden müssen. In der jüngst statt- gefundenen Generalversammlung der schweizerischen Nationalbanl teilte Präsident Hirter über die bis jetzt durch den Krieg verursachte Schuldenbelastung der einzelnen Staaten mit, daß sie per Kopf der Vevvlterung beträgt in England 790 Fr., Frankreich 710 Fr., Deutschland 602 Fr. und in der Schweiz 374 Fr. So kostet die Schweiz die Erhaltung des Friedens ebenfalls große Summen, die freilich durch eine Beteiligung am Kriege noch ungleich größer gc« worden wären. Der Frieden ist eben unter allen Umständen für daS Boll besser als der Krieg. Neuwühlen m§mnlanö. Bon einem finnischen Genossen wird uns geschrieben: Für den kommenden Sommer stehen in Finnland Landtags- wählen bevor, denn am 1. August werden es drei Jahre, seiidem die letzten Landtagsivahlen stattgefunden haben. Einer Verlängerung der Legislaturperiode gehl man hier aus dem Wege und lvahrschein« lich aus zweifachen Gründen. Erstens soll die Neuwahl das Volk ,, beruhigen". Dazu hat die Regierung alle Veranlassung, denn die jetzige Volksvertretung hat während der dreijährigen Periode nur ein einzigesmal getagt und zwar im Frühjahr 1914. Nach Kriegsausbruch ließ tue russische Regierung keine loeitere Tagung zu, obgleich der finnische Landtag verfassungsgemäß jedes Jahr eine ordentliche Session von 99 Tagen abhalten muß. Im Herbst 1912, als das Jahr ohne eine Landtagssession abzu- laufen schien, wurde die Petersburger Regierung durch das Präsidial- komitee daran erinnert, daß der Landtag noch einzuberufen sei. Dieser Schritt wurde durch die Presse energisch unterstützt, während Kommunalvertretungeu und verschiedene Arbeiterorganisationen ebenfalls dahin zielende Beschlüsse faßten und öffentlich kund taten. Die russische Regierung beantwortete jedoch diese Forderung ablehnen.d, indem sie darauf hinwies, Finnland be- finde sich im Kreise der Kriegsereignisse, daher sei eine Tagung der Bolksverlretung unangebracht. Llls auch die diesjährige Landtags- einberufung unterblieb und zu Jahresbeginn abermals eine Serie neuer Steuern dem Volk auferlegt wurde, wurde die Stimmung natürlich nicht ruhiger. Die Dekaunigabe der Neuwahlen und die Jnangriffnahnie der Vorbereitungsarbciten zu den Wahlen haben nun neue Hoffnungen geweckt und die öffentliche Aufmerksamkeit von den alle» Sorgen etwas abgelenkt. Der zweite Grund, der der Regierung die Neuwahlen als zweck- mäßig erscheinen lassen konnte, ist btelleichr darin zu suchen, daß sie mit Hilfe des Kriegszustandes ein.besseres"..fügsameres" Parlament zusamnienzubringen hofft. Bekanntlich nimmt die finnische Sozialdemokratie im Landtage 99 Sitze von ins- gesammt 200 ein. Der Kriegs- öder Belagerungszustand wird den Wahlkampf sehr einengen, die Wahlagitation wird darunter zu leiden haben. Selbstverständlich wird das alles die sozial- demokratische Wahlagitation besonders schwer belasten. Zudem scheinen die bürgerlichen Parteien große Lust zu haben, gegen die Sozialdemolraiie'Wahlbündnisse einzugehen. Da von einer Preßfreiheit jetzt natürlich keine Rede ist, lvird der Wahlkampf auf sehr große Schwierigkeiten stoßen. Dennoch dürfen wir hoffen, daß die finnische Sozialdemokratie, die der demoralisierenden Wirkung der Krieges weniger als die übrigen sozialistischen Parteien in kriegsühreiiden Ländern ausgesetzt ist, geschlossen dastehen und auch aus diesem Kampf gestärkt hervorgehen wird. Nachdem die russische Duma endlich wieder versammelt ist und auch ziemlich kräftig« Töne vernehmen läßt, werden russischerseitS auch bezüglich Finnlands wieder etwas liberalere Stimmen hörbar, mit welchem Erfolg, steht natürlich noch dahin. Jedenfalls ist bereits der Gedanke ausgesprochen worden, daß der finnische Landlag»och während des Krieges einberufen werden könnte. Natürlich sieht dies keineswegs fest, und auch die Einberufung selbst bietet noch leine Garantie für die Rückkehr verfassungsmäßiger Zu- stände in Finnland. Für die Neuwahlen sind die Wählerlisten bereits abgeschlossen, auch sind die Wahlausschüsse bereits in Tätigkeit getreten. Nun beginnt der eigentliche Wahlkampf. Der Wahltag ist zurzeit noch nicht festgesetzt. Gin Sozialift gegen militärische Kredite. New Uork, 30. März 1916.(Eig. 8er.) Am 29. März beschäftigte sich der Kongreß mit einer Vorlage, der„Dringlichkeits- defizitvorlage", in der 8 611802 Dollar für die Strafexpedition nach Mexiko verlangt wurden. Desgleichen forderte die Regierung in der Vorlag« 20 000 mehr Soldaten, um das Heer auf die Höchststärke zu bringen. Im Senat ging die Bill glatt durch, aber im Re- präsentantenhause fand sie den Widerstand des einzigen sozialistischen Abgeordncien, des Genossen Meyer London, der als einziger Volks- verlrcter gegen die Forderungen stimmte. Der sozialistische Ab- geordnete begründete seine Ablehnung der Forderungen in einer Rede, in der er sagte: .Der Hälfte der Kriege, durch die sich europäische Mächte in den letzten sünszig Jahren koloniale Expansion verschafften, gingen „Straf"- Expeditionen voraus. Madagaskar,«ine der größten Kolonien Frankreichs, wurde auf diese Weise erworben, und dasselbe gilt von anderen afrikanischen Besitzungen. Man kann nicht mit einem Heere von 20 000 Mann Jagd auf einen Banditen machen, wie man mit einer Lokomotive nicht Jagd auf einen Vogel machen kann. In einer oder zwei Wochen werden Sie sehen, toie sich Ihr Heer tief im Gebiete Mexikos befindet und daß sich das mexikanische Volk um den Banditen als um einen Patrioten scharen wird. Erst gestern mußte der Präsident an die Presse appellieren, damit sie aushöre, die Lcidclischasten zu schüren und irreführende .Nachrichteil" zu pervffenllichen. Trotzdem wird er von einer unehr« lichen Presse, einer Presse, deren Hallung von den unreinsten Motiven ihrer Eigentümer diktiert wird, gezwungen werden, ein großes Heer in Mexiko zu halten und das Jnvasionsgebiet auszudehnen. Sie werden sich nicht mit dem Banditen Villa, sondern mit dem mexikanischen Volke im Kriege befinden. DeS- halb stimmte ich neulich gegen die Resolution, und stünde mir jetzt mehr Zeit zu Gebote, so könnte ich, wie ich hoffe, sehr viele davon überzeugen, daß seine Expedition nach Mexiko einer der ernstesten Fehltritte in der Laufbahn des Präsidenten ist und einer der ernstesten Fehltritte dieses Kongresses. Ich würde folgendes tun: Ich würde die Nationalgarde, das reguläre Heer und die Vürgerwehr jeden Zollbreit an der Grenze der Vereinigten Staaten bewachen lassen. Ich würde nicht einem Soldaten gestalten, in das Land eines anderen Volkes einzusallen; denn das bedeutet den Grund legen zu einem laugen Kriege, der für die Vereinigten Staaten ein Verhängnis sein wird."(z) Lette Nachrichten. Ter Zeitungshandel nn den Fcicrtayrn. Berlin, 22. Ilpril.(SB. T. B.) Das Könijjliche Polizeipräsidium teilt mit: Das Feilbieten von Zeitungen und Zeit- schriften ist nicht nur an Sonntagen, stmder« auch an Feiertagen in der Zeit von 3 Uhr nachmittags bis zum folgenden Tage 4 Uhr vor- mittags verboten, Gewerkschaftliches. Verhandlungen im tzolzgewerbe. Schon in den ersten Kriegsmonatcn haben sich die Unter- nehmer- und Arbeiterorganisationen im Holzgowerbe zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengefunden, deren wichtigste Aufgabe es sein sollte, durch gemeinsame Bemühung dem notleidenden Gewerbe Aufträge zuzuführen. Diese Ar- beitsgemeinschaft ist von den Zentralvorständen der Organi- fationen ins Leben gerufen worden, und wo die örtlichen Qrganrsationsvertrcter verständnisvoll auf die Anregung eingingen, was allerdings nicht überall der Fall War, sind beachtenswerte Erfolge erzielt worden. Neuervings ist nun auf dem Gebiete des Zusammen- Wirkens der Organisationen zum Zwecke der gemeinsamen Förderung der Interessen des Gewerbes ein wichtiger Schritt vorwärts gemacht worden. Am 1l). und 11. April fand in Berlin eine Konferenz statt, an welcher über 60 Vertreter des Arbeitgeber-Schutzverbandes für das deutsche Holzgewerbe, des Deutschen Holzarbeiter- Verbandes sowie der Christlichen und der Hirsch- Dunckerschen Organisation der Holzarbeiter teilnahmen. Es wurde über drei Fragen verhandelt in der Weise, daß je ein� Unternehmer- und ein Arbeitervertreter ein einleitendes Referat hielten, an welches sich eine lebhafte Aussprache knüpfte. An erster Stelle stand die Beschaffung von Arbeitsgelegenheit für das Holzgewerbe. Hierbei wurde über die seftherigen Erfahrungen mft der Ar- beftsgemeinschaft berichtet. Eine eingehende Erörterung er- fuhren die oft sehr trüben Erfahrungen, die bei der Ver- gebung von Aufträgen für die Heeresverwaltung gemacht wurden. Die Mängel des Submissionswesens wur- den eingehend erörtert und das gemeinsame Interesse der Unternehmer und Arbeiter betont, der Schlenderkonkurrenz unlauterer Elemente entschieden entaegenzutreten. Als ein Mittel zur Abhilfe wird der Versuch betrachtet, durch ge- meinsame Schritte, vor allem bei den Gemeindebehörden, den Organisationen einen Einfluß auf die Auswahl der zur Arbeit zuzulassenden Unternehmer, aber auch auf die Fest- setzung der Preise fiir die öffentlichen Lieferungen zu er- langen. Nötigenfalls müssen sich die beiderseitigen Organi- fationen dazu verstehen, gegen Schädlinge des Gewerbes mit den schärfsten Maßnah inen vorzugehen. Bei dieser Be- sprechung wurden auch die Klagen der Arbeiter über u n z u- reichende Löhne zur Sprache gebracht und die Der- pflichtung der Arbeitgeber, ausreichende Teue- rungszulagen zu gewähren, erneut anerkannt. Die Erörterung der Lehrlingsfrage war durch den sich bemerkbar macheniden Lehrlingsinangel veranlaßt worden. Von den Unternehmern wurde angeregt, durch die Gewährung eines höheren K oft gel des diesem Mangel entgegenzuwirken. Ilebereinsftmimmg herrschte darin, daß auf eine gründliche Ausbildung der Lehrlinge der größte Wert zu legen ist. Hand in Hand mit der praktischen Unterweisung muß die theoretische Fortbildung gehen. Ueber den Wert einer guten Fach- und Fortbildungs- schule herrschte nur eine Stimme. Aber auch auf den Zusammenhang der Lehrlingsfrage niit der allgemeinen Lage der Arbeiter des Gewerbes wurde hingewiesen und betont, daß günstige Arbeitsbedingungen der Arbeiter ein Anreiz sind, dem Gä verde den Nachwuchs zu sichern. Die Besprechung über die Arbeitsvermittlung nach dem Kriege zeitigte Uebereinstimmung beider Parteien darin, mit größtem Nachdruck für die paritätische Arbeitsvermittlung einzutreten. Wo städtische Arbeitsnachweise bestehen, soll den beideneitigen Organisationen der berufliche Einfluß auf die Verwaltung gesichert werden. Erstrebenswert sind gemeindliche Arbeitsnachweise mit fach- sicher Gliederung, bei denen die Verwaltung der Fach- abteilung einer paritäsisch zusammengesetzten Kommission aus Vertretern der beiderseitigen Organisationen übertragen und die Vermittlungstätigkeit durch Berufsangehörige ausgeübt wird. Der Arbeitgeber-Schntzverbänd wird seine Bezirksver- bände veranlassen, daß sie überall gemeinsam mit den Ver- tretern der Gewerklchasten sofort die nösigen Schritte unter- nehmen, um im Sinne der Parität dem Gewerbe den er- forderlichen Einfluß auf die Arbeitsvermittlung zu sichern. Wenn man sich der opferreichen Kämpfe erinnert, die schon um den Arbeitsnachweis besonders im Holzgewerbe geführt wurden, dann bedeutet dieses Bekenntnis der Unter- nehmer in der Holzindustrie zur paritätischen Arbeitsvermittlung einen gewalttgen Fort'-�ritt. Aber auch soust haben die Verhandlungen gezeigt, daß uiwe�adet der natür» lichen Gegensätze zwischen den Organisationen der Unter- nehmer und der Arbeiter, doch noch viele Gebiete vorhanden sind, aus welchen beide Parteien friedlich zusammenarbeiten können zur Förderung der gemeinsamen Interessen des Ge- werbes. Serlin tmd Umgegend. Die Bauanschläger hatten an ihre Arbeitgeberorgan iscrtion das Ersuchen um eine Teuerungszulage gerichtet, worauf sie die Ant- wort erhielten, daß die Unternehmer beschlossen hätten, auf den Stundenlohn von 80 Pf. 10 P. pro Stunde zuzulegen. Es herrscht aber in diesem Beruf fast ausschließlich Akkordarbeit, und nachdem schon eine vorhergehende Versammlung der Bauanschläger dieses Zugeständnis als unzulänglich zurückgewiesen hatte, nahm eine neuerliche Versammlung dazu Stellung. Es wurde ausgeführt, der Tarif könne unmöglich die Anschläger zum Verhungern zw in- gen, zumal auch die Unternehmer über ihre Vereinbarungen mit ihren Auftraggebern, besonders mit Behörden, ihre Preise erhöbt und auch anerkannt erhalten hätten. Es wurde ferner erklärt, daß die Unternehmer sich nicht beklagen dürsten, wenn die An- schläger sich von ihrem Beruf abwenden und dorthin gehen, wo mehr zu verdienen ist. Werde der Bauanschlägerberuf dadurch von geübten Arbeitern entblößt, so hätten sie selbst schuld daran. Die Berliner Filiale des Kürschnerverbandes zählt jetzt 610 Mitglieder. Einnahme und Ausgabe bilanzieren im letzten Quartal mit 13 703,32 M. In der Generalversammlung berichtete Fritze über die Verordnung des Oberkommandos betreffs der wstündigen Arbeitszeit für das Bekleidungsgewerbe, welche die Mützenbranche in Mitleidenschaft zieht. Die Verordnung sei sei einschneidend für die Mützenmacher. Die Lohneinbutze wird empfindlich sein, und es fragt sich, ob die Arbeiter bei einem derartigen Einkommen in heutiger Zeit werden bestehen können. Die Forderung wird nicht ausbleiben, daß bei der 40stündigen Arbeit auch der alte Lohn weitergezahlt werden muß. Die Einteilung der Arbeitszeit auf die Woche ist folgendermaßen festgesetzt: Von Montag bis Freitag von morgens SM bis nachmittags 416 Uhr mit einer Stunde Mittag, Sonnabends von morgens 8)6 bis mittags 1% Uhr mit 14 Stunde Pause. In einer Sitzung mit den Selbständigen wurde der Beschlutz gesaßt, an den Polizeipräsidenten das Ersuchen zu richten, die Arbeitszeit so zu verteilen, daß bis Sonnabend 8 Stunden gearbeitet werde und der Sonnabend frei bleibe. Fritz« trug diesen Wunsch auch selbst dem Gewerberat Schmidt vor, doch erklärte dieser eine Ausnahme für Kürschner nicht machen zu können, im allgemeinen Interesse werde auch das Kürschner- gewerbe sich mit dieser Regelung abfinden müssen. In der Diskussion kam eine tiefgehende Mißstimmung gegen die Lohnverhältnisse zum Ausdruck, und es wurde erklärt, daß die Kürschner sich unmöglich mit dem verminderten Einkommen würden zufrieden geben können. Eine längere Aussprache löste noch die Bestimmung betreffs Abzugs der zwei Zehntel aus, die von Fritze und R e g g e näher präzisiert wurde. Deutsches Reich. Ter Deutsche Holzarbeiterverbaud im Kricgsjahr ISIlZ. Die Holzindustrie hat unter dem Einfluß des Krieges schwer gelitten. Die Wirkung dieser Erscheinung spiegelt sich auch in dem jetzt veröfsentlichteu Jahresbericht des Deutschen Holzarbeiter- Verbandes wider. Der Verband, der vor Kriegsausbruch 192 000 Mitglieder zählte, war schon bis Ende des Jahres 1914 auf 115 039 Mitglieder zurückgegangen. Obwohl im Laufe des Jahres 16 833 Mitglieder neu aufgenommen wurden, schließt das Jahr 1915 mit nur 69 415 Mitgliedern ab. Dieser Mitgliederrückgang ist nicht allein auf die Einberufungen zum Heeresdienst zurück- zuführen. Von den nicht einberufenen Holzarbeitern ist ein sehr erheblicher Teil zu einem anderen Beruf übergegan- gen. Veranlasiung zu dem Berufswechsel dürfte die ungeheure Arbeitslosigkeit geboten haben, unter welcher die Holzarbeiter in den ersten Monaten des Kriegs zu leiden hatten und die auch dann nur langsam zurückging. Inzwischen haben sich die Verhältnisse geändert, stellenweise besteht sogar ein Mangel an Arbeitern; aber die Lohnverhältnisse sind in der Holzindustrie so, daß die Holz- arbeiter, die z. B. in der gut lohnenden Rüstungsindustrie Bcfchäf- tigung gefunden haben, keine große Neigung bekunden, zu ihrem erlernten Beruf zurückzukehren. Ueber die während der Kviegsdauer im Beruf eingetretenen Veränderungen hat der Holzarbeiterverband am 1. Dezember 1915 eine Erhebung veraastaltet, von welcher 20 968 Betriebe erfaßt wur- den, in denen vor dem Kriege 259 685 Arbeiter beschäftigt wurden. Zur Zeit der Erhebung arbeiteten in diesen Betrieben nur noch 116 638 Personen. 49 833 oder rund 30 Proz. sind nicht mehr in ihrem Beruf tätig. Bemerkenswert ist, daß auch die Zahl der weiblichen Arbeiter in der Holzindustrie zurückgegangen ist. Das ist um so auffälliger, als der Krieg eine starke Zunahme der Zahl der industriell beschäftigten Frauen gebracht hat. In der Holzindustrie spielt die Frauenarbeit ohnehin keine sehr große Rolle; nach der Erhebung ist aber die Zahl der Arbeiterinnen von 19 500 auf 17 279 zurückgegangen, das ist um 11,4 Proz. Dieser Rückgang ist eingetreten, obwohl in einzelnen Zweigen des Gewerbes eine starke Zunahme der Arbeiterinnen festgestellt wurde. So stieg die Zahl der Arbeiterinnen in der Korb macherei von 501 auf 2059. Von der Erhebung wurde zwar nur ein Teil des Gewerbes umfaßt, immerhin gestattet dieser Aus- schnitt einen Rückschluß auf die Gesamtlage, und diese gibt eine Erklärung für die unbefriedigende Mitgliederentwicklung. Günstiger als die Mitgliederzahl hat sich das Kassen- Wesen des Verbandes entwickelt. Infolge der eingetretenen Besserung auf dem Arbeitsmarkt erforderte die Arbeitslosen- untersttzung insgesamt, also einschließlich der Leistungen der Lokalkasien, nur 613 953 M. gegen 3 960 900 M. im Jahre 1914. An die Familien der Eingezogenen wurden im Berichts- jähr 467 084 M. gezahlt. Einschließlich der für den gleichen Zweck im Jahre 1914 ausgegebenen 876 643 M. hat also der Verband an Familienunterstützung 1 343 727 M. ausgegeben. Die Gesamtaus- gäbe des Verbandes an Unterstützungen aller Art betrug 1 431 625 M. gegen 6 747 763 M. im Jahre 1914. Die Verminde- rung des Bedarfs an Unterstützungen führte zu einer Steige. rung des Vermögens des Verbands, welches am Jahres- schluß 5 899 857 M. betrug. Damit ist allerdings der Stand am Schluß des Jahres 1913, wo das Verbandsvermögen 7 404 017 M. betrug, noch lange nicht erreicht. Der Jahresabschluß des Deut- schcn Holzarbeiterverbandes berechtigt zu der Erwartung, daß diese Organisation nicht nur die Stürme des Kriegs ohne erheblichen Schaden übersteht, sondern auch nach dem Kriege bald wieder ihren alten Stand erreicht. t iK ii 1. öcÜW drs Jiiraärr folliiift BdlliäMiitl. Amerika droht mit dem Abbrach der diplomatischen Vezlehangen. Der Wortlaut öer amerikanischen Note. Berlin, 22. April.(W. T. B.) Die am 20. April abends von dem hiesigen amerikanischen Botschafter über- reichte Note lautet in Uebersetzung wie folgt: Euer Exzellenz. Ich habe nicht verfehlt, unverzüglich meiner Regierung tele- graphisch die Note Euerer Exzellenz vom 10. d. M. zu Lbermilteln betreffend gewisse Angriffe deutscher Unterseeboote und insbesondere beireffend die unheilvolle Explosion, die den französischen Dampfer .Sussex' am 2t. März im Englischen Kanal zerstörte. Den Weisungen meiner Regierungen entsprechend, habe ich jetzt die Ehre, Euerer Exzellenz die f o l g e n d e A n t w o r t zu Übermitteln: Durch die jetzt im Besitz der Regierung der Bereinigten Staaten befindlichen Nachrichten wird der Tatbesta»:d im Fall der„Sussex" vollkommen sestgeftellt, und für die Folgerungen, die meine Regierung aus diesen Nach- richten gezogen hat, findet sie eine Bestäligung in Umständen, die in Euerer Exzellenz Note vom Ii), d. M. dargelegt sind. Am 24. März 1916, ungefähr um 2 Uhr 50 Minuten nachmittags wurde der un- bewaffnete Dampfer.Sussex" mit dre>hundertfünfundzwanzig oder mehr Passagieren an Bord, unter denen eine Anzahl ameri- kani scher Bürger war, aus der Ucberfahrt von Folkestone nach Dicppe torpediert. Die.Susscx* war niemals bewaffnet; sie war ein Schiff, das, wie bekannt, regelmäßig nur zur Beförderung von Paffagieren über den Englischen Kanal benutzt wurde; sie folgte nicht der von Truppentransport- oder Proviantichiffen befahrenen Route. Ungefähr 60 Passagiere, Nichtkombattanten jeglichen Alters und Geschlechts, darunter Bürger der Vereinigten Staaten, wurden getötet oder verwundet. Eine'orgfältige, eingehende und gewissenhast unparteiische Untersuchung durch Offiziere der Flotre und der Armee der Ver- einigten Staaten hat schlüssig die Tatsache ergeben, daß die »Sussex' ohne Warnung oder Aufforderung zur Ucbergabe torpediert wurde, und daß der Torpedo, durch den sie getroffen wurde, deutscher Herstellung war. Nach Ansicht der Regierung der Vereinigten Staaten machten diese Tatsachen von Anfang an den Schluß unvermeidlich, daß der Torpedo von einem deutschen Unter- secbool abgefeuert war. Sie findet jetzt diese Schlußfolgerung durch die Ausführungen in der Note Euerer Exzellenz bekräftigt. Eine vollständige Darlegung des Tatbestandes, auf den die Ne- gicrung der Vereinigten Staaten ihre Schlußfolgerung gegründet hat. ist beigefügt. Nach sorgfälliger Prüfung der Note der Kaiserlichen Regierung vom 10. April bedauert die Regierung der Vereinigten Staaten sagen zu müffen, daß sie auZ den Darlegungen und Vorschlägen dieser Note den Eindruck erhalten hat, daß die Kaiserliche Negierung verfehlte, den Ernst der Situation zu würdigen, die sich nicht nur durch den Angriff auf die.Suffex' ergeben hat. sondern durch die ganze Methode und den Charakter des Unterseebootkrieges, wie sie zutage getreten sind in- folge der während eines Zeitraums von mehr als 12 Monaten von den Befehlshabern der deutschen U-Boote uneingeschränkt geHand« babteu Hebung unterschiedsloser Zerstörung von Handelsschiffen aller Art. Nationalität und Bestimmung. Wenndie Versenkung der»Suffex' ein vereinzelter Fall gewesen wäre, so würde daS der Regierung der Vereinigten Staaten die Hoffnung ermöglichen, daß der für die Tat verantwortliche Offizier feine Befehle eigenmächtig übertreten, oder in strafbarer Fahrlässigkeit die vorgeschriebenen Vorsichtsmaßregeln außer acht gelassen habe und daß der Gerechtigkeit durch eine ent« ivrechende Bestrafung in Verbindung mit einer förmlichen Mißbilligung seiner Handlung und Bezahlung einer angemessenen Entschädigung durch die Kaiserliche Regierung Genüge geschehen könnte. Aber obwohl der Angriff auf die.Susscx' offenkundig nicht zu verteidigen war und einen so tragischen Verlust an Menschenleben verursachte, daß er als eines der schrecklichsten Beispiele der Unmenschlichkeit des Unterseebootkrieges wie ihn die Kommandanten der deutschen Schiffe führen, erscheint, so sieht er unglücklicherweise nicht allein. Im Gegenteil, die Regierung der Vereinigten Staaten ist durch lkreignisie der neuesten Zeit zu dem Schluß genötigt, daß es nur ein Fall, wenn auch einer der schwersten und belrübendsteir ist, für die vorbedachte Methode und den Geist, womit unterschiedslos Handelsschiffe oller Art, Nalionalität und Be- slimmung zerstört werden, und die um so unverkennbarer gc- worden sind, je mehr die Tätigkeit der deutschen Unterste- boote in den letzten Monaten an Intensität und Ausdehnung zunabni. Die Kaiserliche Regierung wird sich erinnern, daß, als sie im Februar 1915 ihre Absicht ankündigte, die Gewässer um Groß- britannien und Irland als KriegSgebtet zu behandeln, alle Handels» schiffe in feindlichem Eigentum, die innerhalb dieser Gefahrenzone angetroffen werden sollten, zu vernichten, und als sie an alle Schiffe, sowohl der Neutralen wie der Kriegführenden die Warnung ergehen ließ, die so verfemten Gewässer zu meiden oder sich auf eigene Gefahr dorthin zu begeben, die Regierung der Vereinigten Staaten ernstlich protestiert hat. Sie nahm den Standpunkt ein, daß eine solche Politik nicht verfolgt werden könnte, ohne beständige, schwere und offen- kundige Verletzungen des anerkannten Völker- rechts, besonders wenn Unterseeboote, als ihre Werkzeuge Ver- wcnduug finden sollten, insostln als die Regeln des Völkerrechts� Regeln, beruhend auf den Grundsätzen der Menschlichkeit, und zum Schutze des Lebens der Nichtkombattanten auf See aufgestellt, nach der Natur der Sache durch solche Schiffe nicht beobachtet werden könnten. Sie gründete ihren Protest darauf, daß Personen nentroler Nationalität und Schiffe neutraler Eigentümer äußersten und unerträglichen Gefahren ausgesetzt sein würden, und daß unter den damals obwaltenden Umständen die Kaiserliche Regierung keinen rechtmäßigen Anspruch dafür geltend machen konnte, einen Teil der hohen See zu schließen. Da« hier in Betracht kommende Völkerrecht, auf da-Z die Regierung der Ver- einigten Staaten ihren Protest stützte, ist nicht neuen U r- s p r u n g S oder gegründet auf rein willkürliche durch Vereinbarung aufgestellte Grundsätze. ES beruht im Gegenteil auf offenkundigen Grundsätzen der Menschlichkeit und ist seit langem in Geltung mit Billigung und durch ausdrückliche Zusiimmung aller zivilisierten Nationen. Die Kaiserliche Regierung bestand trotzdem darauf, die an- gekündigte Politik durchzuführen, indem sie die Hoffnung ausdrückte. daß die bestehenden Gefahren, jedenfalls für neutrale Schiffe, durch die Instruktionen auf ein Mindestmaß beschränkt würden, die sie den Kommandanten ihrer Unterseeboote gegeben hatte, und versicherte die Negierung der Vereinigten Staaten, daß sie jede mögliche Vor- sichtsmaßregel anwenden würde, um die Rechte der Neutralen zu achten und die Leben der Nichtkombattanten zu schützen. In Verfolg dieser Politik des Unterscebootlricges gegen den Handel seiner Feinde, die so angekündigt und trotz des feier- lichen Protestes der Regierung der Bereinigten. Staaten begonnen wurde, haben die Unterfeebootkkomman- bauten der Kaiserlichen Regierung ein Verfahren solcher rücksichtslosen Zerstörung geübt, die mehr und mehr während der letzten Monate deutlich werden ließ, daß die Kaiserliche Regierung keinen Weg gefunden hat, ihnen solche Beschränkungen aufzuerlegen, wie sie gehofft und versprochen hatte. Immer wieder hat die Kaiserliche Regierung der Ne- gierung der Vereinigten Staaten feierlich versichert, daß zum mindesten Pasiagierschiffe nicht in dieser Weise behandelt werden würden, und gleichwohl hat sie wiederholt zugelassen, daß ihre Unlerseebootskommandanten diese Versicherungen ohne jede Ahndung mißachteten. Noch im Februar dieses Jahres machte sie davon Mitteilung, daß sie all« bewaffneten H a n d eis sch iff e in feindlichem Eigentum als Teil der be- w öffneten Seestreitkräfte ihrer Gegner be- trachten und als Kriegsschiffe behandeln werde, indem sie sich so, wenigstens implicite verpflichtete, nicht bcwnsfncte Schisse zu warnen und da» Leben ihrer Passagiere und Besatzungen zu gewährletsteu; aber sogar diese Beschränkung haben ihre Unterste« bootSkommandanten unbekümmert außer Acht gelassen. Neutrale Schiffe, sogar neutrale Schiffe aus der Fahrt dorr neutralem»ach neutralem Hafen, sind ebenso wie feindliche Schiffe in ständig wachsender Zahl zerstört worden. Manchmal sind die angegriffenen Handelsschiffe gewarnt und zur Ucbergabe auf- gesordert worden, bevor sie beschvsstn oder torpediert wurden; manchmal ist ihren Passagieren und Besatzungen die dürftige Sicher- heil zugebilligt worden, daß man ihnen erlaubte, in die Boote zu gehen, bevor das Schiff versenkt wurde. Aber wieder und wieder wurde keine Warnung gegeben, nicht einmal den Personen an Bord eine Rettung in die Boote gestattet. Große Ozeandampfer, wie die„Lusitania" und. Ar a b i c und reine Passagier schiffe, wie die.Sussex', sind ohne jede Warnung angegrissen worden, oft bevor sie gewahr wurden, daß sie sich einem bewaffneten feindlichen Schiff gegenüber be- fanden, und da« Leben der Nichtkombattanten, Passagiere und Mann» schasien wurde unterschiedslos und in einer Weise vernichtet, die die Regierung der Bereinigten Staaten nur als leichtfertig und jeder Berechtigung cntbchreud erachten konnte. Keinerlei Grenze wurde in der Tat der weiteren unterschiedslosen Zerstörung von Handelsschiffen jeder Art und Ratio- nalität außerhalb der Gewässer gesetzt, welche die Kaiserliche Regierung als in der Kriegszone gelegen zu bezeichnen beliebt hat. Die Liste der Amerikaner, die aus so angegriffenen und zerstörten Schiffen ihr Leben verloren haben, ist von Monat zu Monat gewachsen, bis die verhängnisvolle Zahl der Opstr in die Hunderte ge- stiegen ist. Die Regierung der Vereinigten Staaten hat eine sehr g e- d u l d i g e Haltung eingenommen. Auf jeder Stufe dieser schmerz- lichen Erfahrung von Tragödie Über Tragödie war sie bestrebt, durch wohlüberlegte Berücksichtigung der außergewöhnlichen Umstände eines Kriege« ohne Beispiel, sich lenken und durch Ge- fühle eckitester Freundschaft für Volk und Regiernng Deutsch- landS leiten zu lassen. Sie hat die aufeinander folgenden Er- klärungen und Versicheiungei: der Kaiserlichen Regierung als stlbstverständlich in voller Aufrichtigkeit und gutem Glauben ob- gegeben angenommen und hat die Hoffnung nicht aufgeben wollen, daß eS der Kaiserlichen Regierung möglich sein werde, die Hand- lungen der Befehlshaber ihrer Seestreitkräfte in einer Weise zu regeln und zu überwachen, die ihr Verfahren mit den anerkannte», im Völkerrecht verkörperten Grundsätzen der Menschlichkeit in Ein- klang bringen werde. Sie hat den neuen Verhältnissen, für die cS keine Präzedenzfälle gibt, jedes Zugeständnis gemacht und war willens, zu warten, bis die Tatsachen unmißverständlich und nur einer Auslegung fähig wurden. Sie ist nun einer gerechten Würdigung ihrer eigenen Rechte schuldig, der Kaiserlichen Regierung zu erklären, daß dieser Zeitpunkt gekommen ist. E« ist ihr zu ihrem Schmerze klar geworden, daß der Stand- Punkt, den sie von Ansang an einnahm, unvenneidlich richtig ist, nämlich, daß der Gebrauch von Unterseebooten zur Zerstörung deS feindlichen Handels notwendiger- weise.gerade wegen des Charakters der verwendeten Schiffe unter Angriffsmethoden, die ihre Verwendung naturgemäß mit sich bringt, gänzlich unvereinbar ist mit den Grundsätze« der Menschlichkeit, den seit langem bestehenden und unbestrittenen Rechten der Neutralen und den heiligen Bor- rechten der Nichtkombattanten, Wenn es noch die Absicht der Kaiserlichen Regiernug ist, unbarmherzig und unterschiedslos weiter gegen Handelsschiffe mit Unterseebooten Krieg zu führen, ohne Rücksicht auf das, was die Regierung der Bereinigten Staaten als die heiligen nud unbestreitbaren Gesetze des internationalen Rechts und die allgemein anerkannten Gebote der Menschlichkeit ansehen muß, so wird die Regierung der Bereinigten Staaten schließlich zu der Folgerung gezwungen, daß eS nur einen Weg gibt, den sie gehen kann. Sofern die Kaiserliche Regierung nicht jetzt un- vcrzüglich ein Aufgeben ihrer gegenwärtigen Methoden deS Unterseebootkrieges gegen Passagier- und Frachtschiffe erklären und bewirken sollte, kann die Regierung der Vereinigten Staaten keine andere Wahl haben, als die diplomatischen Beziehungen zur Teutfcheu Regierung ganz zu lösen. Einen solchen Schritt faßt die Regierung der Vereinigten Staaten mit dem größten Widerstreben inS Auge, sie fühlt sich aber verpflichtet, ihn im Namen der Menschlichkeit und der Rechte neutraler Nationen zu unternehmen.' Ich ergreife diese Gelegenheit, um Euerer Exzellenz die Versicherung meiner ansgrzcichnctcn Hochachtung zn erneuern. gez. Grrard. Anlage: Darlegung des Taibcstandcs. An Seine Exzellenz den Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Herrn v. Jagow. »« » Feststellung des TatbestonZes im „Suffex'-ßall. Anlage zu der Note an die Deutsche Regierung vom 18. April 191ö. Der französische Kanaidainpfcr.Sussex', der regelmäßig zum Passagicrverkeyr zwischen den Häfen Folkestone in England und Dieppe in Frankreich wie seit Jahren(Französische« Ministerium der Auswärtigen Angeiegenhcilen) Verwender wird, fuhr am 24. März 1916 um 1.25 nachmittaaS mir S25 Passagieren und 53 Mann Besatzung an Bord von Folcstonc nach Dieppe ab.(Er- Närung de« KapiränS Mouffct; Bericht des Konteradmirals Grasset.) Die Passagiere, unter denen sich etwa 25 amerikanische Bürger befanden(Telegramm der Botschast in London vom 25. und der Bolschaft in Paris vom 29. und 28. März) gehörten verschiedenen Slaatcu an; es waren viele Frauen und Kinder darunter, und ungefähr die Hülste waren Angehörige neutraler Staalen(Bericht des Korvettenkapitäns Sayieö und des Leutnants Smith; Bericht dc§ Konlcradmirals Grassel). Die.Sussex' trug keine Armierung(Französisches Ministerium der Auswärtigen A»- gelegenheitcn; Bericht des K'orvcttenkapilänS Sayies und des LeutnanrS Smilh; eidliche Aussage amertlanischcr Passagiere). Sie ist niemals als Truppentransportschiff verwendet worden und hatte eine Route eingeschlagen. die für die Truppentransporte von England nach Frankreich nicht b e n u tz l wird(Erllärnng der britischen Admiralität; sranzösischeS Ministerium der Auswärtigen Angelegen- heitcn). Der Dampfer fuhr inil fast genau südlichem Kurs, nachdem er Duiigeneß passiert hatic(Erklärung des Kapitäns Mouffet). DaS Wetter war>!ar und die See ruhig(eidliche Aussagen des Edna Hole, John H. Hcariy, Gertrude W. Warren) Um 2 Uhr 59 Mi- iiuren iiachimttagS, als die.Susscx' ungesähr 13 Meilen von Dungencß entscmt war(Erklärung deS Kapiiänö Mouffet), sah der Kapitän des Schiffe«, der sich aus der Kommandobrücke befand, ungefähr 160 Meter von dem Schiffe entfernt auf der Backbord- seile die Lalisbahil eilte« Torpedo? (Erklärung de« Kapitäns Mouffet); diese wurde auch ganz deutlich von dem ersten Offizier und dem Bootsmann gesehen, die sich mir dem Kapitän aus der Brücke befanden.(Bericht deS Konteradmirals Grasiet). Der Kapitän gab sofort Befehl, Backbordruder zu geben (to xort tiis beim) und ließ die Stcuerbordniaichine stoppen(Er- klärung des Kapitän« Mouffet), in der Absicht, das Schiff nackt Steuerbord herumzudrehen, um so dem Torpedo auSzuweicheii und ihm längs Backbordieirc in konvergierender Nichtimg mit dem ver- änderten Kur» des Dampfers vorbei laufen z» lassen. Bevor jedoch das Schiff weit genug herumgedreht werden konnte, um zu verineidcn. den Kurs des Torpedos zu kreuze», traf dieser d e n R u m p f des Schiffes kurz vor der Brücke in einem Winkel, explodierte, ze»störte den ganzen vorderen Teil deS Dampfers bis zum ersten wasserdichten Schott, riß den Fockmast mit den drahtlosen Antennen fort n»d tötete oder verletzte ungefähr 80 Personen an Bord(Erkiärmig deS Kapitäns Mouffet; Bericht de« Konteradmirals Grastet, eidliche Aussage de? Henry S. Beer). Zu dieser Zeil war kein anderes Schiff In Sicht (eidliche Aussagen des Samuel F. BcmiS. T. 28. Gulbcrston, Jobn H. Hcarly iiiid anderer). Da? Herannahen des Torpedos wurde von verschicdciicil anderen Personen aus dein Schiff gesehen(cid- liche Aussage» deS Samuel F. Benii«, Henry S Beer, Gertrude 28. Warren). Eine von ihnen, ein amerikanischer Bürger mir Namen Henry S. Beer, lehnte a» der Backbord-Rceliitg, ungefähr 10 Fuß hinler der Kominandobrücke, imd starrte auf die See hinaus, als er den herannahenden Torpedo ungefähr 100 Jards rntfernt erblickte und seiner Fron und seinem Begleiter zurics:.Ein Torpedo." Unniittelbar nach diesem AiiSnif traf daS Geschoß das Schiff. (Eidliche Aussagen des Henry S. Beer und der Frau Henry 55. Beer.) Eine weitere Bestälignng der Tatsache, daß der Kapitän de» Torpedo auf da« Schiff zukommen sah, bildet die beeidete Aussage der Jtigeiiieure vom Dienst, daß der Befehl, Backbord Ruder zu geben und die Stelicrbordmnschine attzuhailett, erhallen und besolgt wurde. (Bericht des Konteradmirals Grasset.) Für diesen ungewöhn- lichen Befehl kann keine andere vernünftige Erklärung gegeben werden, als die. daß der Kapitän etwas sah, das ihn veranlaßte, den Kurs scharf nach Steuerbord zu verändern. Zu diesem Zeugnis, das an und für sich bereits schlüssig beivetsen dürfte, daß die Ursache der Zerstörung ein Torpedo war, kommt noch das Zeugiits des der amerikanischen Botschaft in Paris zugeteilten Leutnants Smith vo» der Marine der Vereinigtet! Staate», der in Begleitung des Majors Logan von der anicrikanischcn Botschast»ach Boulognc fuhr, den Rumpf des.Sussex' untersuchten, und persönlich unter der Masse der vom Wasser durchtränkten Trümmer des Wracks 15 Metallstücke fanden, die sie in ihrem Besitz bchiclien, da sie nicht glaubten, daß die Stücke Teile eines Schiffes bildeten. Die llntersuchung des Schiffs- rumpfes ergab, daß das Schiff durch eine äußere Explosion zum Wrack geworden ivar, da die Kessel intalt waren, und daß kurz vor der Kommaiidoblücke ein großer Riß war. der zeigte, daß das Schiff einen schweren Stoß erhallen habe, niid zwar kam der Stoß aus einer Richtung von achtcrlichcr querab in einer Linie, die in spitzem Winkel mit der Kielrichtung war(Be- richt des LcutiiaiilL Smith, lelcgraphim am 1. April). Dieses ZengitiS stimml mit der Feststellung übercin und bekräfligt sie, daß daS Schiff, als eS getroffen wurde, nach Steuerbord imd von dem Torpedo wegdrehte. Die Metallstücke, ivelche die amcrikanischcil Offiziere gesammelt hatten, wurden von Leutnant Smith, Korvetten- kapilän©ayies und Major Logan mit Minen und Plänen von Minen verglichen, die sich im Besitz der französischen Marincbehörden in Boulogne. Rochcfort und Toulon und der englischen Marinebehördeii in Porloiiionth befinde». Diese Offiziere sind der festen Meinung, daß diese Mctallstücke nicht Teil e ein e rM: n e waren(Telegraphischer Bericht deZ Leutnants Smith vom 2. und o. Äprili. Unter diesen lö Metallstücken waren Schrnnbcnbol.�cn, welche die Wirkung einer Explosion aufwiesen, und der eine mit„l* und„50", der andere mit ,£" und„58" je am Kopfe bezeichnet waren. Bei Untersuchung der deutschen Torpedos, die sich im Besitz der französischen Marinebehörden in Toulon und der englischen in Port-moulh befinden, fanden die ame- rikanischen Offiziere, daß i d e n t i s ck e S ch r a u b e n mildem B u ch st a b e n„l" und einer Zahl dazu verwendet werden, den „GefechlS"kopf am Kessel zu befestigen(Telegraphische Berichts des Leutnants Smith vom 2., 5. und 13. April). Tie Schrauben, die an französischen und englischen Torpedos verwendet werden, tragen leine Bezeilbmiiigen und sind von etwas anderer Gröfie(dieselben Berichte). Weiterhin waren die amerikanischen Osfiziere in der Lage, durch Vergleich und genaue Prüfung olle übrigen 13 Mciallstücke positiv als Teile eines deutschen TorpedoS wie folgt zu identifizieren und zu bestimmen: Bruchstück 3 Teile des inneren Verschlusses des Entwässerungsrohres, des Maschinenzulnftrohres. Bruchstück 4 und 5, Stoßbänder der Maschinenkammer, Bruchstück ö— 10 einschließlich, Stück IS, Teile von Maschinenzylindern, Bruchstück 11. 13. 14, 15. Teile des StahlgefechtskopfeS, die noch die bezeichnende rote Farbe tragen, die den deutschen Torpedo- gefechtS köpfen eigen ist.(Bericht des Leutnants Smith, telegraphiert am 5. April.) Im Hinblick auf diese nachgewiesenen Tatsachen kann kein ver- nünitiger Zweifel darüber bestehen, daß die. Sussex" torpediert wurde und daß der Torpedo deutscher Herstellung w a r. Da kein Schiff von irgendjemand an Bord der. Sussex" gesehen wurde, ist der Schluß zwingend, daß der Torpedo ohne Warnung von einem Unterseeboot abgeschossen wurde, das zur Zeit des AngrifiS untergetaucht war und nach der Explosion unier Wasser blieb. Der Schluß, zu dem man so durch die Beweise(die eidlichen Aussagen stammen von amerikanischen Bürgern), die das Staatsdepartement gesammelt hat, gekommen ist, wurde durdh die Feststellungen in der Note der Kaiserlichen Regierung vom 10. April 1016 bekräftigt. Gemäß jenen Feststellungen: a) torpedierte ein deutschesUnterseebooieinen Dampfer anderthalb Ri eilen s ü d ö st l i ch von Bull " Rock Bank. Anmerkung. Der Angriffspunkt liegt genau auf dem Kurs, der von der„ S u f f e x" eingeschlagen worden war, nachdem sie Dungeneß passiett hatte, und etwa eine halbe Meile von der Stelle, an der der Kapitän der„Susiex" behauptet, torpediert zu sein. b) Der Angriff fand um 3 Uhr 55 Minuten nachmittags mittel- europäischer Zeit statt. Anmerkung. 3 Uhr 55 Minuten nachmittags mitteleuro- päifcher Zeit würde 2 Uhr 55 Minuten westeuropäischer Zeit ent- sprechen. ES war 2 Uhr 50 Minuten westeuropäischer Zeit, als der Tor- pedo die„Susiex" nach Aussage des Kapitäns traf und die Schiffs- uhr stehenblieb. o) Der Torpedo rief, als er traf, eine Explosion hervor, die das ganze Vorschiff bis zur Kommandobrücke abriß. Anmerkung. Der vordere Teil der„Susiex" bis zum ersten wasserdichten Schott wurde nach den offiziellen Berichten zerstört. ck) Das deutsche Unterseeboot war untergetaucht, als der Torpedo abgeschossen wurde und eine Angabe, daß es nach dem Angriff an die Oberfläche kam, ist nicht vorhanden, Anmerkung. Die Schlußfolgerang, daß das Unterseeboot untergetaucht war, zog man aus der Talsache, daß niemand auf der„Susiex" ein Unterseebot gesehen hat, trotzdem das Wetter schön war. e) Keine Warnung erfolgte, und es wurde au-b kein Versuch in dieser Richtung gemacht, da nichts davon erwähnt ist. Anmerkung. Die gesammelten Beweise bestätigen, daß keine Warnung erfolgte. k) Eine Skizze, die der Untcrseebootskommandant von dem Dampfer, den er torpedierte, hergestellt bat, stimmt mit einer Photographie der„Susiex" in der„London Graphic" nicht überein. A'nmerkung. Diese Skizze ist anscheinend nach dem Gc- dächtnis auf Grund einer Beobachtung des Schiffes durch ein Periskop angefertigt worden. Da die einzigen Unterschiede, die von dem Kommandanten, der sich auf sein Gedächtnis verließ, hervor- gehoben wurden, die Lage der Schornsteine und die Form des Hecks sind, so ist anzunehmen, daß sich die Schiffe sonst glichen. g) Kein anderes deutsches Unterseeboot hat an jenem Tage und in jener Gegend Dampfer angegriffen. Anmerkung. Da nach den eingegangenen Meldungen kein anderes Sckiiff als die„Sussex" ohne Warnung von einem unter- getauchten Unterseeboot torpediert worden ist, so steht es außer Frage, daß das Schiff von dem Unterseeboot torpediert worden ist, auf dessen Kommandantenbericht die Note vom 10. April beruht. gez. L a n s i n g. «» « �merikanijche Note an(defterreich. Wien, 21. April(W. T. B.) Wie die„Wiener' Allge- meine Zeitung" von unterrichteter Seite erfährt, ist im Ministerium des Aeußern die amerikanische Note, die sich mit der Torpcdierung deS Dampfers„Imperator" im Mittelmecr befaßt, eingetroffen. Die Note beschränkt sich darauf, eine Anfrage an die österreichisch-ungarische Re- gierung über die näheren Umstände bei dieser Torpcdierung zu richten. » Ein Schweizer Journalist über den Unter- gang üer„Sustex'". Bern, 21. April.(W. T. B.) Der Schweizer Journalist I o h a n n n N i e d e r ö st, der jahrelang in England für englische und amerikanische Zeitungen geschrieben hat, gehört zu den geretteten Fahrgästen der„Susiex". Er hat seine Erlebnisse beim Untergang des Schiffes im„Berner Bund" vom 2. April geschildert und diese Mitteilungen jetzt durch nachfolgende Angaben ergänzt, deren Richtigkeit und Wahrheit zu �beschwören er durch notariell beglaubigte Niederschrift sich bereit erklärt hat. Niederöst erzählt: Am Tage des Unfalls hat keiner der Fahrgäste der„Hu s sex" davon gesprochen, daß der Dampfer eine ni Torpedo zum Opfer ge- fallen sei; erst am folgenden Tage glaubten die� verschiedensten Leute alles mögliche, wie Torpedos und II-Boote gesehen zu haben. Die Explosion erfolgte an der Spitze des Schiffes. Ich habe mit den Schiffsingcnieuren zusammen die Unfallstelle besichtigt. Der Dampfer war am Bug einen Fuß über dem Wasserspiegel etwa zehn bis zwölf Fuß schräg aufgerissen. Der Spciseraum erster Kajüte war zertrümmert. Wäre keine Panik auf dem Dampfer ausgebrochen, so wären nur etwa 14—16 Pasiagiere erster Kajüte verunglückt. Die Schiffsleute, die mit mir das Leck besichtigten, äußerten sich dabin, daß der Unfall nur von einer Mine herrühren könne und ein Torpedo kaum in Frage komme; denn wenn es sich um einen Torpedoschuß gehandelt hätte, wäre es ein schlechter Schutz ge- wesen. so daß das betreffende bl-Boot einen zweiten Torpedo nach- geschickt haben würde. _ Von der„Susiex" wurde ich auf dem englischen Torpedoboot „Afridi" nach Dover zurückgebracht. Dort sprach ich mich in einer Unterredung dahin aus. daß die„Susiex" nach der An- ficht der Schiffsleute selbst nicht einem Torpedo, sondern einer Mine zum Opfer gefallen sei. Diese Aeußerung muß zur Kenntnis der dortigen Behörden gekommen sein. Jeden- falls wurden mir Papiere in Folkestone, wohin ich mich von Dover begeben mußte, zurückbehalten. In Folkestone wurde ich auf dem Gcnetalstabsbureau zuerst von einem englischen Adjutanten betragt und gab ihm eine eingehende Darstellung vom Hergang des Unfalles. Später kam ein General ins Zimmer und der französische Generalkonsul. Man befragte mich über die Ursache des Unglücks. Ich sagte, daß meiner Meinung nach eine Minenexplo- sion vorläge und gab dafür meine Gründe an. Der General fuhr mir scharf ins Wort und sagte:„Jeder Mann ist einig darüber, daß es ein Torpedo war, und Sie sagen, es ist eine Mine." Später fand eine Beratung dieser Herren statt, die ungefähr eine halbe Stunde dauerte und der ich nicht beiwohnte. Dann wurde ich auf das Bureau der Geheimpolizei geführt, wohin uns der früher genannte Adjutant folgte und wo ich eine Erklärung, die in roter Tinte peschrieben war, unterzeichnete,„daß nach meiner Ansicht die„Susiex" torpediert worden sei." Ich gab diese Er- klärung am 26. März ab, nur um loszukommen, obgleich ich eigentlich diese Wahrnehmung nicht gemacht halte. Am 27. März kam ich in Boulogne an und wurde dort von einem englischen Detektiv in Empfang genommen. Ein Major vom Jntclligence Office in Boulogne verlangte, daß ich meine in Folke- stone abgegebene schriftliche Erklärung vor einem französischen Notar eidlich erhärten sollte. Da die vom Notar verlangten Unterlagen nicht genügten, fand die Verhandlung erst am 28. März statt, und zwar wurde ich durch den englischen Detektiv Hill und einen englischen Major als Zeugen rekognosziert. Ich mutzte vor dem Notar wiederholen, daß meine in Folkestone ab- gegebene Erklärung richtig sei und mußte diese Erklärung unter- schreiben und beschwören. Erst nachdem dies geschehen war, erhielt ich meine Papiere zurück und durfte meine Reise nach der Schweiz fortsetzen. Unter den Fahrgästen der„Suff ex" waren ver- schiedene Soldaten in Uniform, wie ich mich bestimmt erinnere, ein paar belgische Soldaten, ein belgischer Offizier, zwei bis drei englische und zwei französische Soldaten. Lösung oöer Mssthub öer englischen Krise l Die Kabinettskrise in England soll beseitigt sein. Man hat angeblich die mittlere Linie gefunden, auf der sich die konservativen und die liberalen Mitglieder treffen können. Tie einen behaupten, daß Lloyd George die Rolle des Ver- Mittlers gespielt habe, die anderen schreiben sie dein Arbeits- minister Henderson zu. Alle sprechen aber von einem Kom- promiß auf der Grundlage, daß den verheirateten Männern zunächst noch einmal Zeit gegeben werden soll, sich freiwillig zu melden. Erst wenn die auf solche Weise ge- wonnenen Mannschaften nicht ausreichen, soll die Einführung der allgemeinen Dienstpflicht dem Parlainent vorgeschlagen werden. Bestätigen sich diese Meldungen, so ist es für jeden ohne weiteres klar, daß der Konflikt nicht gelöst, sondern nur hinausgeschoben worden ist. Tie Eröffnung eines neuen Werbefeldzuges für die Verheirateten mit der Drohung im Hintergrund, doch noch die allgemeine Wehrpflicht einzu- führen, bedeutet das Zugeständnis, daß nicht genügend Sol- daten vorhanden sind, und dieses Eingeständnis ist zugleich eine Stärkung der konservativen Mitglieder der Regierung und des Parlaments, die von Anfang an die Einführung der allgeineinen Dienstpflicht verlangt haben. Herr Asquith ist in keiner beneidenswerten Position. Von links her, von feiten der Unabhängigen Arbeiterpartei und einiger aufrechten Liberalen ist bereits bei der Einbringung des ersten Dienstvflichtgesetzes auf die Haltlosigkeit der Lord Terbyschen Berechnungen hingewiesen worden, und die Er- fahrungen haben bewiesen, daß die Zahl der ledigen„Drücke- bergcr", die mit etwa 600 OVO angenomnien wurde, viel zu hoch gegriffen war. Wieviel Unverheiratete tatsächlich durch das Tienstpflichtgcsetz noch dem Heere zugeführt worden sind, wissen wir nicht. Die Ziffern werden dem englischen Unter- haus wahrscheinlich am Dienstag in geheinier Sitzung mit- geteilt werden. Aber sie müssen bei weitem nicht an die 600 000 heranreichen, denn sonst wäre ja eine Erweiterung der Heeresdicnstpflicht überflüssig. Ter Ministerpräsident und seine bewilligungseifrigcn Freunde sind bereits ini Anfang des Jahres bei Gelegenheit der Unterhausdebatten über die„Conipulsion-Bill" vor dem so schweren Schritt zur Einführung des Dienstzwanges ge- warnt worden. Er bedeutete einen Bruch mit der alten eng- lischcn Tradition und mußte ganz folgerichtig bei längerer Kriegsdaucr die Erweiterung des Zwanges aus alle männ- lichen Engländer nach sich ziehen. Wer sich prinzipiell für die Dienstpflicht der Unverheirateten erklärt hat, kann grundsätzlich nickt die Einziehung der Ehemänner ab- lehnen. Er kann nur dariiber streiten, ob die niilitärische und politische Lage und der ziffernmäßige Bestand des englischen Heeres eine erheblich größere Anzahl Soldaten erfordern. Asquith hat sich aber den Verheirateten gegenüber sehr ge- bunden. Ter Hinweis, daß England wie in den Zeiten Heinrichs V.„keine verheirateten Männer und keiner Witwe Sohn" zum Heeresdienst einziehen werde, daß„keiner Witwe Fluch" der Armee folgen dürfe, wird ihm noch oft genug entgegengehalten werden, und es wird ihni schwer genug sein, einen wirklichen Ausweg aus dein Kampf zwischen rechts und links zu finden. Die Dinge liegen ja nicht so, daß die Stellung der Re- gierung mit einer Abschüttelung der konservativen Elemente gesichert wäre. Die reaktionären Freunde der allgemeinen Dienstpflicht haben eine sehr kräftige Unterstützung dadurch gefunden, daß Lloyd George mit der gleichen Rücksichtslosig- keit und Schärfe, mit der er sich in früheren Jahren gegen seine konservativen Bundesgenossen von heute wandte, jetzt für die allgemeine Dienstpflicht eintritt. Ob nur fach- liche Gründe seine Haltung bestimmen oder ob auch ehrgeizige Spekulationen auf die Uebernahme des ersten Postens in der Regierung ibn in die Opposition treiben, kann dabei ganz außer Betracht gelassen werden. Tatsache ist, daß die Mei- niingen unter den liberalen Kabinettministern scharf ge- teilt sind, und daß jede entschiedene Stellung- n a h ni e zum Prinzip der allgemeinen Dienstpflicht den Ab- gang von Mitgliedern der Regierung zur Folge haben muß, besonders auch, da Mc Kenna und Runciman ja bereits bei der ersten Wehrpflichtvorlage nur mit Mühe zu bewegen waren, von ihrer Demission Abstand zu nehmen. Am wenigsten klar erscheint die Stellung des Arbeiter- Ministers Henderson. Der Gewerkschaftskongreß zu Bristol hatte sich unumwunden dafür ausgesprochen, daß die aus der Arbeiterpartei in die Regierung berufenen Mitglieder weiter in öer Regierung bleiben sollten. Schon damals traten aber auch in der Mehrheit der Kongreßteilnehmer Männer auf, die verlangten, daß die drei Arbeitervertreter in der Re- gierung ihre Demission nehmen sollten, wenn das Dienst- Pflichtgesetz erweitert würde. Tie Stimmung im Lande ist keineswegs militärfreundlicher geworden, und gerade jetzt vor etwa acht Tagen hat sich die nationale Konvention der Bruderschaft gegen die Dienstpflicht mit großer Entschieden- heit gegen jede Uebernahme militärischer Pflichten ausge- sprachen. Tie Anhänger dieser Organisation, die fast durch- weg aus militärpflichtigen Männern bestehen, sind zum äußersten entschlossen und sie treiben eine lebhafte Propaganda in ganz England. Sie werden unterstützt von der Ünab- hängigen Arbeiterpartei, von den Quäkern und von einer Anzahl Liberaler, und sie können sicher nicht als eine guiintits n�glixeable betrachtet werden. Ob allerdings das Vorhandensein einer so starken gegnerischen Gruppe auf die Haltung der parlamentarischen Arbeiterpartei von ncnnens- wertem Einfluß sein wird, kann nian heute noch nicht sagen. So viel aber ist sicher, daß jede wirksame Erweiterung der Dienstpflicht von vielen im Lande nicht günstig aufgenommen werden würde. Jede Konzession an den Militarismus schwächt die Stellung der englischen Regierung und sie verstärkt die Position derer, die wie die Unabhängige Arbeiterpartei und die Tienstpflichtverweigerer die Beendigung des Krieges durch schleunige Aufnahme von Friedensverhandlungen verlangen. »* * Loudon, 21. April.(W. T. 23.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Als die Minister gestern aus der Kabinettssitzung kamen, zeigte schon ihr Aussehen, daß die Krisis beendet sei; einige sahen geradezu strahlend aus. In der Presse kommt einstimmige Genugtuung zum Ausdruck, daß die Krisis überwunden ist, ohne daß ein einziger Minister zurückgetreten ist.„Daily Telegraph" meint, die Krisis sei einigermaßen übertrieben worden; die Meinungs- Verschiedenheiten seien nicht so groß gewesen. Der Kom- Promißvorschlag, den das Kabinett angenommen hat, stammt von dem Minister Henderson von der Arbeiter- Partei. Nach den Zeitungen forderte Lloyd George die sofortige Einführung der Wehrpflicht für alle Ver- heirateten, falls die Freiwilligenrekrutierung nicht eine bestimmte Ziffer pro Woche erreiche. Das Kabinett nahm Hendersons Vorschlag an. die allgemeine Wehrpflicht ein- zuführen, wenn es nach einer neuen sechswöchigen Propaganda für Freiwilligenrekrutierung notwendig er- scheinen sollte. Henderson versprach, seinen Einfluß bei den Arbeiterorganisationen anzuwenden, um ihre Zustimmung zu einer bedingungsweisen Wehrpflicht zu sichern. Die Haltung der Arbeiterschaft war die Hauptschwierigkeit in der ganzen Frage.„Daily News" betont, daß die Arbeiterpartei ihren Zweck erreicht hat, da Asquith in der geheimen Sitzung die Zahlen, auf die es ankommt, bekannt- geben wird. Mehrere Arbeiterführer sprachen in Jnter- views ihre Zufriedenheit aus. Man glaubt, daß Asquith? Rede am Dienstag den Widerstand der Extremen auf beiden Seiten entwaffnen wird.„Daily News" erklärte die hysterische Preßagitation sür die Ursache der Krisis. Man müsse strenge Maßregeln ergreifen, um solchen Intrigen und Kabalen ein Ende zu machen.„Daily Mail" schreibt, Lloyd George habe einen Sieg errungen. Die unionistischen Minister müßten ihn weiter unterstützen, wo immer Energie nötig sei, damit der Krieg gewonnen lvird, und damit man nicht mehr den Unsinn von Verschwörungen und Intrigen höre. Umgruppierung in Frankreich. Das bis jetzt vorliegende Material reicht nicht aus, um ein end- gültiges Urteil über die Bedeutung der jüngsten Tagung des Nationalrates der französischen Partei zu fällen. Wir besitzen einst- weilen nur die angenommene Resolution und die Resolution der Minderbeil. Außerdem kennen wir noch einige Kommentare der französischen bürgerlichen Presse und die kritischen Bemerkungen der Hervsschen„Victoire". Wir wissen noch nicht, wie sich die bekannten MinderbeitSorgane. vor allem der„Populair« du Centre" zu der Sache stellen, und besonders fehlt uns ein Bericht über den Verlauf der Tagung, üöer die Debatten, über die Gruppierung der Stimmen. Tieic Details sind nicht so belanglos, wie es manch einem vielleicht scheinen möchte, durch sie erhallen die Mitteilungen über die angenommenen und abgelehnien Beschlüsse erst Leben und Farbe, wie ja beispielsweise auch die Re- solutionen und Manifeste des französischen WeiKnachtSparteitages erst durch das Stimmungsbild, das uns im ersten Heft des„Vorboten", der von Anton Pannekoek und Henriette Roland-Holst heraus« gegebenen internationalen marxistischen Rundschau gegeben wurde, ihre wirkungsvolle Illustration fanden. Immerhin können wir schon jetzt die beiden Tatsachen feststellen, daß die französische Parteileitung noch immer aus eine beträchtlich« Mehrheit gestützt im großen und ganzen an dem Standpunkt fest- hält, den sie auf der Julitagung des Nationalrats und auf dem Weihnachtskongreß eingenommen hat, daß aber auf der anderen Seite die Opposition, die die sofortige Wiederanknüpfung der inter« nationalen Beziehungen verlangt, wächst und sich konsolidiert. Die Mehrheit hat diesmal darauf verzichtet, ausdrücklich di« wüher ausgestellten Bedingungen zu wiederholen, unier denen sie zu einer Zusammenlunst mit den Sozialisten des feindlichen Aus- landes. im wesentlichen also den Vertretern der deutscheu Sozialdemokratie, bereit ist. Aber wenn auch die Nicht« Wiederholung der Schlagworte von� der Niederwerfung des deutschen Militarismus, von der Verdrängung der deutschen Heer« vom französischen Boden usw. als Beweis iür eine beginnende Scheu vor inhaltlosen und mit den militärischen Tatsachen sowohl wie mit den Grundideen des Sozialismus schwer zu vereinbarenden Phrasen angesehen werden kann, so bedeutet doch die Bezugnahme auf die vorhergegangenen Beschlüsse ein praktisches Festhalten der früher eingenommenen Position. Ja man darf sogar sagen, daß sich di« Mehrheit den Weg zu einer Wiedcranknüpsung älter Beziehungen noch weiter verbaut hat, indem sie die Forderung ausstellte. daß zunächst ein deutscher Parteitag den Standpunkt der deutschen Gesamtpartei zum Kriege festlege. Da« kann nichts anderes heißen, als daß sie nur dann mit den Vertretern Deutschlands zusammenkommen will, wenn die Abstimmung � auf einem deutschen Parteitage zum mindesten zugunsten der deutschen Fraktionsminderheit ausoefallen ist oder gar ausdrücklich Deutsch« land für den schuldigen Teil erklärt und dementsprechend die Haltung der deutschen Parteileitung verurteilt. Wir lassen zunächst einmal ganz dahingestellt.� ob ein deutsche, Kongreß, der unler normalen Umständen tagen könnte, tm gegenwärtigen Augenblick zu einem solchen Ergebnis gelangen würd« oder nicht. Aber daS könnten die Franzosen unter allen Umstände» wissen, daß ein normaler Parteitag zurzeit nicht abgehalten werden kann. Mehr als das: wenn die Franzoien von den Deutschen gewissermaßen ein Anerkenntnis ihrer schuld erwarten, bevor sie sich mit ihnen wieder an einen Beratungs» tisch setzen, so scheinen sie zu vergessen, daß eS kaum ein Mitglied der deutschen Parteiopposition gibt, das nicht in demselben Atem» zuge, mit dem es die Hallung der deutschen Parteileitung verurteilt«, auch die s-bärsste Kritik an der Stellungnahme der leitenden Instanzen in Frankreich üben würde. Das einzige, was die französischen Genoff«» bei ihrer Berufung auf die Grundforderung des Sozialismus vor d«n Deutschen positiv vorauZ haben. Ist der Umstand, daß sie sich in einer militärischen Verteidigungsstellung befinden. Aber kein Anhänger des Prinzips der Vaterlandsverteidigung wird zugestehen, daß in einem Kriege wie dem gegenwärtigen die militärische Lage sür die Beantwortung der Frage ausschlaggebend ist, ob die Sozial- demckratie unter Anerkennung der Forderungen des Burgfriedens die Regierung ihres Landes unterstützen soll oder nicht. Was nun die Resolution der Minderheit angeht, die von den etwa 3000 abgegebenen Stimmen die Zahl von 960 auf sich ver« einigle, so wissen wir vorläufig nicht, wer im einzelnen hinter ihr steht. Ihrem ganzen Charatier nach— sie beschränkte sich im wesentlichen auf die Forderung des alsbaldigen Zusammenlretens des Internationalen Bureaus— geht sie von dem Partei- zentrnm iPrcssemane. Longuet usw.) aus. Wie hat sich die äußerste Linke, die Gruppe Bourderon, Merrbeim der- halten? Hat sie sich nicht an der Abstimmung beteiligt oder hat sie die Zahl der Anhänger der gemäßigteren Opposition ver- stärken helfen? Auf diese Fragen müssen wir noch eine Antwort abwarten, einstweilen aber läßt sich jedenfalls nicht bestreiten, daß der französische Regierungssozialismus auf einen wachsenden Widerstand stößt, und wenn die Resolution der Minderheit auch die Spuren einer gewissen Zaghaftigkeit und eines ge- wissen Kompromißbedürfnifies zeigt, so beweist doch ihre Auf- nähme in der bürgerlichen Presse und in dem Blatt des Sozial- chauvinisten Hervs. eine wie große Bedeutung man in Frankreich dem Austreten dieser Abtrünnigen beimißt. Wenn nicht von anderen Seiten schwere Fehler begangen werden, so dürfen wir bestimmt mit einem Anwachsen dieser oppositionellen Bewegung rechnen. Der Zeitpunkt naht, an dem die französische sozialistische Partei bereit sein wird, zerrissene Bande wieder zu knüpfen. Dessen können wir uns freuen, freilich nur unter dem Vor- bebalt, daß die. die sich dann wieder zusammenfinden werden, nicht alte Fäden weiterspinnen, sondern die Grundsätze der Internationale jener Revision unterziehen, deren Notwendigkeit dieser Krieg mit so furchtbarer Stimme predigt. Ob zu dieser Revision diejenigen, die beute noch den sozialdemokratischen Parteien in den verschiedenen Ländern ihr Gepräge geben, besähigl und bereit sein werden, er- scheint uns einigermaßen zweifelhast. Eine sozialistische Protestaktion in Frankreich. Der Aktionsausschuß der vereinigten Arbeiterorganisationen Frankreichs— der sozialistischen Partei, des allgemeinen Arbeiter- bundes und des Lanldesverbanldes der Konsumgenossenschaften— hat, wie wir einem telegvaphischen Bericht der„Köln. Ztg." vom t8. April entnehmen, einen einstimmig gefaßten geharnischten Ein- s p r u ch gegen die Beschlüsse der Kammer über die Mieworlage und die Beschlüsse des Senats über die Einsetzung von Höchstpreisen der Oeffentlichkeit vorgelegt. In diesem Einspruch heißt es: „Die Kammer entfernt sich in gefährlicher Weise von den Lö- jungen der Billigkeit, die von der Gesamtheit der Mieter aller Lebenslagen gefordert und von einer großen Zahl Hauseigen- tümer angenommen war. Der Aktionsausschuß erhebt seinen Einspruch namentlich gegen die Unbestimmtheit des Wortlauts der angenommenen Artikel hinsichtlich der Regeln und Bedingungen der Entlastung, sowie gegen die Tatsache, daß die Familien, die von der miltärischen Unterstützungszulage oder infolge des Krieges von anderen Wohltätigkeitsunterstützungen leben müssen, nicht vor jeder Verfolgung durch die Hauseigen- tümer sichergestellt sind. Er erhebt seinen Einspruch ferner gegen die Ablehnung der Bestimmungen, die die Mieter, denen der Druck und die Erpressung ihrer Hauseigentümer mehr Mietzah- lungen entrissen hat, als sie nach dem Gesetz(Moratorium) zu leisten verpflichtet waren, in>dcn Stand gesetzt hätten, die Zurück- erstattung des zuviel bezahlten Betrages zu erreichen. Er stellt ferner mit Entrüstung jede Bestimmung an den Pranger, die unter irgendeiner Form den Hauseigentümern gestatten würde, sich an den schon so sehr belasteten öffentlichen Finanzen schadlos zu halten. Der Ausschuß bezeichnet es als eine Heran sfordevung an das Land, an seine Aktionseinigkeit und an das Elend des größten Teiles der Franzosen, wenn irgendeine Entschädigung den Hauseigentümern bewilligt würde, deren gemeinsame Opfer ihre Immobilien geschützt hat. und er erklärt, daß alle diejenigen Arbeiter, Angestellten, Kaufleute, Industriellen, Künstler und Angehörigen liberaler Berufe, die infolge des Krieges Verluste oder Ausfälle in ihrem Erwerb erlitten, mit weit gerechteren Gründen als die Hauseigentümer Ersatz für ihre erlittenen Nachteile fordern können, und daß er sich vorbehält, in diesem Sinne gegebenenfalls zu handeln." Gegen den Senat und dessen Behandlung der Vorlage über die Ansehung von Höchstpreisen erklärt der Einspruch schließlich: „Der Aktionsausschuß überläßt dem Senat die Verantwort- lichkeit für seinen hartnäckigen und unbegreiflichen Widerstand, der durch die Begiinstiguug der Spekulation in allen Abstufungen denjenigen, die sich ihr hingeben, gestattet, die arbeitende Klasse und die Familien derjenigen, die das Land verteidigen, dem Hunger auszuliefern." Es ist unseres Wissens das erstemal seit Kriegsausbruch, daß der Aktionsausschuß der vereinigten Arbeiterorganisationen Frank- reichs sich zu einem so energischen öffentlichen Protest gegen die un- genügenden sozialpolitischen Maßnahmen der Kammern enffchlossen bat. Man geht wohl nicht fehl, wenn man in dieser Aktion den Ausdruck des immer stürmischer werdenden Verlangens der Ar- beitermassen nach einer selbständigen, entschiedenen Arbeiterpolitik erblickt. Zranzö'stsche Lehrer gegen üen völterhaß. Die Lehrergcwerkschaft des Seine- Departements hat folgende Resolution beschlossen: „Die Gewerkschaft erklärt die Aufreizungen zum Haß für ungesund und gefährlich: ungesund, weil sie an die brutalsten und niedrigsten Instinkte appellieren und so eine Verleugnung aller Moralprinzipien sind; gefährlich, weil sie nur zu einer Verlängerung des jetzigen Kriegs führen können und notwendigerweise durch die Erhaltung der Feindseligkeit zwischen den Nationen eine Wirkende Kraft neuer Kriege sein müssen." politische Uebersicht. Liberaler Bekennermut. Der fteisinnige Reichstagsabgeordnete Konrad Haußmann veröffentlicht in der„Deulschen Warte" eine polilische Osterbetrach- tung, in der er unter anderem auch auf die inner politischen Folgen des Krieges zu sprechen kommt. .Das Problem ist— schreibt er— der Nation und dem Volk, das man maleriell mehr belasten muß, das Bewußtsein gerechter Gleichbelastung, eines gleich�wirksamen Einflusses und eines ver- ständigen Höchstmaßes von Freiheit im Sinne des Gegensatzes zu behördlicher Bevormundung und sozialer Einschränkung zu geben. Dies wird staatserhallend nach innen und sympathieerweckend nach außen wirken. Ernste Gesabren sür das Reich sind damit nicht mehr verbunden. Einzelne Nachteile würden weil durch den Vor- teil einer solchen kraftweckenden Enrwicklung überwogen. Der Krieg war die Probe aufs Exempel, welches Vertrauen das Volk im ganzen verdient und der Feldzug hat gerade diejenigen Vorurteile widerlegt, welche die Hauptbeweisgründe des Widerstände» waren." In seinen weiteren Ausführungen schildert Herr Haußmann diese .Vorurteile" im einzelnen. Die Legende von de»»revoltierenden Reichs» feinden" fei widerlegt und die„Revolution" als politisches Eni- Wicklungsprinzip erledigt. Die Sorge, daß es Parteien und Schichten gibt, die dem Ruf zur Fahne und zur Vaierlandsvertei- digung nicht folgen würden, sei durch die Tat und den Tod auch der radikalsten deutschen Staatsbürger widerlegt. Ebenso seien durch den Krieg die„Vorurteile" erledigt, daß die Parole,.ein Mann eine Stimme" staatsgefährlich sei, und daß man einem Manne der politischen Opposition kein Amt im Frieden anvertrauen könne. .All diese und ähnliche Vorurteile— fährt Herr Haußmann fort— bestanden, waren mächlig, aber nach diesem Krieg werden sie verletzend sein. Nicht in dem Sinn, als ob jene Bedenken ohne jeden tatsächlichen Grund waren. Aber gewiß ist, daß aus sie kein Staatssystem, keine Politik mit dem Anspruch einer staatserhallenden Täligkeil nach 1916>olid auf- gebaut werden kann." Alle Achtung vor einem fteisinnigen Politiker, der nach der An- erkennung einer so elementaren Selbstverständlichkeit, wre es die politische Gleichberechtigung aller Bürger ist, es dennoch fertig be- kommt, zu erklären, daß die.Bedenken", die er selber als widerlegt und erledigt ansieht, nicht ohne.tatsächlichen Grund" waren. Eine Abschüttelung. Professor Adolf v. H a r n a ck unternimnrt es, im„Tag" dem Frhrn. v. Zedlitz eine sehr kräftige Abschüttelung zuteil werden zu lassen. Der freikonservative Führer hatte vor einigen Tagen unter dem Titel„Die reine Weste" sitz dem genannten Blatt einen Artikel veröffentlicht, in dem er empfahl, sich nur noch von den Macht- Mitteln leiten zu lassen und jede andere Rücksicht auszuschalten. Prof. v. Harnack rechnet nun ziemlich scharf mit dem freikonserva- tiven Machtpolitiker ab. Er führt ihm vor Augen, daß ein Staats- Wesen wie Deutschland die politische Ethik nicht ganz beiseite lassen dürfe. Er tritt dann dem Gebrauche entgegen, immer gleich von „Schlappheit" und„Flaumacherei" zu reden, sobald in Deutschland jemand einmal Gedanken äußert, die nicht gerade in dem Rahmen der Machtpolitiker hineinpassen, und zwar hält er dem Frhrn. v. Zedlitz folgendes vor: „Ihm mutzte bekannt sein, daß es zurzeit ein ebenso schlimmes wie lächerliches Vorurteil bei uns gibt, als sei es ein Zeichen von „Schlappheit" und„Flaumacherei", die lediglich aus der sträflichen Rücksicht aus unsere Feinde fließe, wenn jemand neben den elemen- taren Machtmitteln, die der Staat besitzt, sich im Kriege auch noch auf die anderen Machtmittel besinnt, über die er verfügt. Ja, dieses Vorurteil nimmt sogar die seltsame Gestalt an, daß die gedankenlosen Draufgänger Leute seien,„bei denen der vaterlän- dische Sinn besonders stark ausgeprägt ist". Aber der Krieg ist die Fortsetzung der Politik, daher kann diese auch im Kriege nicht verabschiedet werden.... Und dasselbe gilt in bezug auf das Ziel dieses ganzen Krieges. Jeder gute Deutsche wird den Satz unter- schreiben, daß wir ausschließlich unseren eigenen Staat ins Auge zu fassen haben, seine Stärke und seine zukünftige Sicherheit. Aber dürfen wir, nur um die Urteilslosen nicht kopfscheu zu machen, deshalb verschweigen, daß Deutschland niemals„ein geschlossener Handelsstaat" und niemals ein unabhängiger Staat in dem Sinne sein wird, daß der Gedanke der Humanität für ihn nicht mehr existiert, oder daß alle anderen Reiche zu seinen Füßen liegen? Für die Stärke und Sicherheit unseres Staates sorgen also unsere Staatsmänner, wenn sie bei ihren Erwägungen über die Friedensziele ihn nicht als isolierten, sondern in der Verknüpfung mit anderen Staaten vor sich stellen. Die Abwägungen hier ver- langen ein besonderes Maß von Kühnheit und Feinheit, Initiative und Geduld; aber daß sie nötig sind, kann man dem starken und ruhig denkenden deutschen Volke klarmachen; ja, es gäbe hier über- Haupt keine Schwierigkeiten, wenn es nicht kurzsichtige Jrreführer gäbe."_ AnSnahmen für Kartoffelhöchstpreise. Berlin, 21. April.(W. T. B.) Nach einer Bestimmung Äes Reichskanzlers gelten die in der Bekanntmachung über die Festsetzung der Höchstpreise für Kartoffeln und die Preis- stellung für den Weiterverkauf vom 2. März 1916 festgesetzten H ö ch st p r e i s e nicht für solche Kartoffeln, die laut ortspolizeilicher Bescheinigung in Mistbeeten oder ähnlichen Vorrichtungen ge- zogen sind und vor dem 15. Jmri 1916 geerntet und verkauft werden. Zum Vertrieb von Salzheringen. Berlin, 21. April.(W. T. B.) Nach der Verordnung vom 5. April 1916 dürfen Salzheringe, die aus dem Aus- laude eingeführt werden, nur durch die Zentral-Einkaufs- Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Berlin oder mit ihrer Genehmigung in den Verkehr gebracht werden. Bezüglich der holländischen Salzheringe wird die Z e n t r a l- E i n k a u f s g e s e I l s ch a f t ur b. H. in folgender Weise verfahren: Sie wird alle Sendungen, welche nach Ablauf des 26. April 1916 im Inland eingehen, beschlagnahmen, und nur bei holländischen Nordsee-Salzhcringen vorjährigen Fanges und bei Zuiderseeheringen diesjährigen Fanges eine Freigabe in Betracht ziehen, wenn die Ware vor Ablauf des 26. April 1916 für Deutschland gekauft ist und der deuffche Käufer bis zum 4. Mai 1916 der Zentral-Einkaufs- gesellschaft m. b. H. in Berlin Anzeige über dieses Geschäft erstattet hat._ Freigabe einer O-note von Tee und Kaffee. Berlin» 22. April.(W. T. B.) Der Kriegsausschuß für Kaffee, Tee und deren Ersatzmittel G. m. d. H. macht bekannt, daß von den ordnungsmäßig gemeldeten und bei ihm verbuchten Beständen an Tee demnächst ein nennens- wertes Quantum voraussichtlich freigegeben werden kann. Um den dringendsten Bedürfnissen des Publikums zu ge- nügen, wird hiermit unter nachstehenden Bedingungen einst- weilen eine Quote von insgesamt 19 Proz. des angemelde- ten Tees dem Verkehr freigegeben. Diese Bedingungen sind: 1. Es dürfen im Kleinverkauf dem einzelnen Käufer nicht mehr als 125 Gramm auf ein- mal verabfolgt werden. 2. Für guten Konsumtee darf dabei der Preis für das Pfund(599 Gramm) 4,59 M. für lose Ware und 5 M. für gepackte Ware nicht überschreiten. Die Zuckerbestandsaufnahme. Amtlich. Berlin, 22. April.(W. T. B.) Bei der Zucker- aufnähme am 26. April sind, wie bereits mitgeteilt, alle Mengen von Verbrauchszucker über 10 Kilogramm anzuzeigen, sofern der Kommunalverband die Anzeigepflicht nicht auch auf Mengen unter 10 Kilogramm ausgedehnt hat. Auf die Sorten des Zuckers kommt es dabei nicht an; auch flüssige Raffinade, flüssiger Jnvert- zucker, Kandiszucker, Zuckersirup usw. sind anzuzeigen, ebenso Ver- brauchSzucker, der allenfalls zu irgendwelchen Zwecken flüssig gemacht wurde. Wer Zucker verheimlicht, macht sich strafbar. Die Angaben sind auf Erhebungspapier«» ei ngu trage«, die je»ach der örtlichen Regelung entweder die Ortsbehörde von Hau? zu Haus schickt oder die bei ihr abgeholt werden müssen. Auch wer Zucker gewerblich ver- arbeiten will, bat bei der Bestandaufnahme seine Borräte auf dem von der Orlsbehörde bestimmten Erhebungspapicr anzugeben. Außerdem haben alle verarbeitenden Betriebe mit Ausnahme der Apotheken, der Gasthäuser, der Bäckereien und der Konditoreien auf gesonderten Fragebogen, der von der Reichszuckerstelle, von den Handelskammern und den Fachvcrbänden abgegeben wird, die notwendigen näheren Angaben zur Bemessung ihres künftigen ZugeranteileS zu machen. Vor Prüfung dieser Angaben kann die Reichszuckerstelle über die Zuteilung von Zucker nicht entscheiden. Von der Einsendung von Gebühren für Bezugsscheine ist daher einst- weilen abzusehen. Eine« Armeebefehl zur Verhütung von Geschlechtskrankheiten hat in Baden der kommandierende General deS 14. Armeekorps erlassen. Danach wird von der Zivilbevölkerung jeder Mann und jede Frau, welche außerehelich Geschlechtsverkehr üben, obwohl sie wissen, daß sie geschlechtskranl sind, mit Gefängnis bis zu einem Jahre oder 1600 M. Geldstrafe belegt. Gegen Militärpersonen wird in ähnlich gelagerten Fällen ein besonderes Versahren eingeleitet. je) fius öer Partei. Stellungnahme zu den Parteidifferenzen. Zur Frage der Parteidifferenzen äußerte sich eine Funktionär- konferenz des dritten Berliner Reichstagswahl- k r e i s e s, die von 80 Genossinnen und Genossen besucht lvar. Nach eingehender Aussprache wurden folgende Resolutionen angenommen: I. Die am IS. April ISIS tagende Konferenz der Bezirksführer erachtet, nachdem die Genossen Scheidemann und Ebert im Reichstag am 6. und 6. April das Festhalten an der Politik des 4. August 1914 ausdrücklich unterstrichen haben, es für zwingend not- wendig, der Mehrheitspolitik der sozialdemokratischen Reichstagsfraklion entgegenzuwirken. Die Konferenz hält die Ablehnung des Notetats für eine durch die Grund- sähe der Sozialdemokratie wie durch die gegenwärtige politische Lage gebotene Maßnahme und erachtet das Vorgehen des Genossen H a a s e und der mit ihm gehenden 17 Abgeordneten durch die Situation für gerechtfertigt. Sie betrachtet die Sozialdemokratische Arbeitsgemeinschaft als die berufene parlamentarische Vertretung der Linken der Partei und fordert die Mitglieder der Fraktion, die für die Ablehnung der Kriegskredite sind, ohne bisher im Plenum gegen sie gestimmt zu haben, auf, sich der Sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft anzu- schließen. Welche Konsequenzen die Partei aus den Vorgängen des 24. März zu ziehen hat, wird der Parteitag zu entscheiden haben, der nach dem Kriege bzw. nach Wiederherstellung der Versamm- lungs- und Preßfteiheit stattfinden mutz.— Angenommen mit 65 gegen 10 Stimmen und 6 Enthaltungen. II. Die heute tagende Bezirksführcrkonferenz erklärt sich mit der in der Sitzung vom 31. März des Zentralvorstandes angenommeneu Resolution vollinhaltlich einverstanden. Die Bezirksführerkonferenz legt gegen die M a tz n a h m«n des Parteivorstandes gegen die„Vorwärts"» redaktion entschieden Protest ein. Sie erwartet, daß in Zu- kunft der Parteivorstand die Instanzen, die die Groß-Berliner Genossen geschaffen, respektiert und deren Beschlüssen Rechnung trägt.— Angenommen mit 65 gegen 3 Stimmen und 12 Enthaltungen. III. Die Kreiskonferenz verurteilt mit aller Entschiedenheit die Absetzung des Genossen Haase als Vorsitzenden der Partei durch den Parteivorstand. Dieses Recht steht nur dem Parteitag zu. Insbesondere verurteilt sie die Haltung des Genossen Pfannkuch, der nie nach den Beschlüssen seiner Auftraggeber gehandelt hat. In Konsequenz der Haltung des Genossen Pfannkuch gegen Haase im Parieivorstand müßten wir ein weiteres Zusammenarbeiten ablehnen. Wenn wir das nicht tun, so handeln wir nach den Grundsätzen der freien Meinungs- äußerung, die verlangt, daß wir so lange zusammenarbeiten, wie der Genosse Pfannkuch Vertreter unseres Kreises ist und bis Ver- Hältnisse eintreten, die eine demokratische Regelung ermöglichen.— Angenommen mit 52 gegen 0 Stimmen und 18 Enthaltungen. >1« Der Sozialdemokratische Verein in Braun schweig er- örterte in zwei Versammlungen die Vorgänge in der Partei. Fol- gende Resolution wurde mit großer Mehrheit gegen 21 Stimmen angenommen: 1. In der Ausschließung Liebknechts, Rühles und der 18 Ge- nassen der Fraktionsgemeimschaft durch die Mehrbeit der Reichstag»- fraktion, in den Gewaltakten der Parteiinstanzen gegen den„Vor- wärtS" und das Duisburger Parteiblatt erblickt die Mitglicdervcr- sammlung die Verwandlung der Frakticmsmehrheit und der Vor- standsmehrheit in willfährige Handlanger des Imperialismus und der herrschenden Klasse. 2. Es ist die Pflicht aller noch auf dem Boden des Sozialismus stehenden Parteigenossen, die Partei für den Sozialismus, für den grundsätzlichen.... für die Wiederherstellung der... von unten auf zurückzuerobern. 3. Von der Sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft und den übrigen Mitgliedern der Mücherheit verlangt die Versammlung: 1. daß sie in Zukunft alle Kriegskredite... ablehnen; 2.... 3. daß sie sämtliche Mittel der parlamentarischen Geschäfts- ordnung zur ständigen Bekämpfung der... ausnutzen. 4. Tue Versammlung erklärt sich mit der Haltung des„Volks- freund" einverstanden. Sie verurteilt die skandalösen Umtriebe einer kleinen Zahl von Funktionären gegen das Blatt als schwerste Verletzung der Organisationspflichten.— Eine Resolution der Genossen Steinbrecher und Vogler, die der Sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft den schärfsten Tadel aus- spricht und die die Schreibweise des Braunschweiger ParteiblattS Mißbilligt, war daurit abgelehnt. In zwei Versammlungen nahm die Mainzer Parteiorgani- sation zu den inneren Parteiangelegenheiten Stellung. In einer gegen vier Stimmen angenommenen Resolution bedauert die Ver- sammlung das Ausscheiden der Minderheit aus der Reichstags- fraktion und erwartet, daß die Parteigenossen alles tun, was in ihren Kräften steht, um die innerliche Kraft und Geschlossenheit der Parteiorganisation in vollem Umfange zu erhalten. Ordensverleihung an einen Sozialdemokraten. Die„W e s e r- Z e i t ü n g" schreibt, daß sich unter den Per- sonen, die durch hervorragende Leistungen im Dienste der Krieg?» Hilfe mit dem Friedrich-August-Kreuz ausgezeichnet wurden, auch der sozialdemokratische oldenburgische Landtagsabgeovdnete Rat»- Herr Paul H u g, Verleger des„Norddeutschen VolksblattS", bv> findet. Geheimnisvolle Bricsmarder. Die„Essener Arbeiterzeitung" schreibt:„Eine Reihe bekannter Genossen am Niedcrrhein macht seit längerer Zeit eine sonderbare Beobachtung. Ihre Briefe trogen deutliche Merkmale, das; sie von fremder Hand geöffnet und dann wieder zugeklebt sind. Zur Oeff- nung werden anscheinend die verschiedensten Methoden augewaiOt, auf die wir hier nicht näher eingehen wollen. Es ist von Interesse, festzustellen, wieviel und welche Genossen unter der Manie des geheimnisvollen Briefschnüfflers zu leiden haben. Wer deshalb vermutet, datz auch seine Briefe unterwegs diesem großen Unbe- kannten in die Hände fallen, schneide sie an einer Seite vorsichtig auf und übergebe das Kuvert, wenn es ihm verdächtig vorkommt, dem Parteisekretariat zur weiteren Veranlassung." Jus Industrie und Kandel. Die Regelung des TruckpapicrvcrbrauchS. Berlin, 21. April.(W. T. SS.) Die Bekanntmachung des Reichs- kanzlcrs über Druckpapier ist am 19. d. M. ergangen und in Nr. 17 de? Zentralblatts für das Deutsche Reich veröffentlicht. Da- nach sind die vorgeschriebenen Fragebogen unter � Angabe der benötigten Exemplare und unter Beifügung eines mit der Adresse des Meldepflichtigen versehenen Aktenbriefumschlages von der Kriegs» wirtschastsstelle für das deutsche Zeitungsge- werbe, Berlin C.S, Breitestraße 8/9(Fernsprecher: Zentrum, 1�976 und 10 977; Drahtnachrichten: Kontingent Berlin), anzufor- dern. Zur Meldung verpflichtet ist: a) wer unbedrucktes, maschinenglattes, holzhaltiges Druck- papier bezieht und gewerblich verwendet; d) wer r.n 4. Mai 1916, abends 6 Uhr, unbedrucktes, ma- schinenglattcs, holzhaltiges Druckpapier in Gewahrsam hat(insbe- sondere gewerbsmäßige Erzeuger, Händler, Verleger, Drucker, Lagerhalter). Anzeigen über Mengen, die sich am 4. Mai 1916 auf dem Trans» Port befinden, sind von dem Empfänger unverzüglich nach dem Emp- fange zu erstatten._ n Geht der Gewahrsam von den angezeigten Mengen nach dem 4. Mai 1916 auf«Inen anderen über, so ist der Verbleib der Mengen von dem nach Absatz 1 Meldepflichtigen anzuzeigen. c) Alle Verleger von auf maschinenglattes, holzhaltiges Drucke papier gedruckten Zeitungen, Zeitschriften und sonstigen periodisch erscheinenden Druckschriften hinsichtlich des Seitenumfangs der von ihnen verlegten Druckschriften; ci) alle Verleger von Druckschriften der genannten Art, denen auf satiniertem oder gestrichenem Papier gedruckte Beilagen kosten- los beigegeben werden(d. h Beilagen, die dem Bezieher der Druck- schrift ohne Erhöhung des Grundbezugspreises mit der Druckschrift geliefert werden). Die meldepflichtigen Verleger haben außerdem ein Exemplar der zuletzt erschienenen vollständigen Ausgabe der Druckschrift miteinzu- senden._. Die Fragebogen müssen zu» und d spätestens blS zum 6. Mar einschließlich, die zu c und d spätestens bis zum 17. Mai 1916 ein- schließlich als eingeschriebener Brief eingesandt werden. Von jedem Fragebogen ist eine Abschrift zurückzubehalten und bis zum Kriegsende aufzubewahren. Die SSekanntmachung enthält ferner Anordnungen über Buch- führung der Mcldcpflichtigen, über ihre Verpflichtung zur Auskunft- erteilung und zur Leistung von Beiträgen zur Deckung der entstehen- den Unkosten, über die Geheimhaltungspflicht der Kriegswirtschafts- stelle und Strafbestimmungen. Endlich ist angeordnet, daß vom 27. April 1916 ab Bezüge von Druckvapier der genannten Art nur durch Vermittlung der Kriegs- Wirtschaftsstelle erfolgen dürfen und ihr jede Lieferung innerhalb zwei Tagen nach dem erfolgten Versand auf Vordrucken, die die Kriegswirtschaftsstelle abgibt, von demjenigen zu melden ist, der den Versand an den Bezieher vornimmt. Die Einfuhr von Zigarettentaba?. Amtlich. Verlin, 21. April.(W. T. B.) Durch die Kriegs- Verhältnisse hat die Einfuhr von Rohtabak zur Herstel- lung von Zigaretten, namentlich von billigen Sorten, eme erhebliche Erschwerung erfahren. Der früher stark in Anspruch ge- nommene russische Bezugsmarkt kommt nicht mehr in Betracht und auch die Zufuhr aus dem näheren Orient ist längere Zeit durch die mi.'itäriich-politische Lage außerordentlich behindert worden. Tie letzt- genannte Hemmnung ist neuerdings einigermaßen beseitigt, und es besteht immer wieder die Möglichkeit, erhebliche Mengen von Zi- garettenrohtabak aus Südosteuropa einzuführen. Würde jedoch die Beschaffung lediglich der freien Betätigung des Handels und der In- dustrie überlassen, so würde die unerwünschte Folge eintreten, daß nur die großen Firmen sich aus den immerhin begrenzten Einfuhr- mengen ausgiebig versorgen, während die kleineren ihr Arbeits- mater'al wenn überhaupt, nur zu unerschwinglichen Preisen erhalten können. Um eine solche Wirkung der gegebenen Versorgungslage zu ver- hüten, hat der Reichshanzler auf Grund der ihm durch Verordnung des Bundesrats vom 18. April 1916 erteilten Ermächtigung bestimmt, daß diejenigen, die aus dem Auslände Zigarettenrohtabak einführen, die eingeführten Mengen der Zigarettentabakeinkaufs- gesellfchaft m. b. H. in Berlin anzuzeigen und aus deren Verlangen einen Teil(bis zu 15 v. H.) der Einfuhrmengen an die Gesellschaft abzuliefern haben. Die abgegebenen Tabakmengen sollen ausschließlich den mittleren und kleineren Betrieben, die nicht selbst im Orient Tabak einkaufen, zugeführt werden. Die Zigarettentabakeinkaufsgesellschaft m. b. H., die als Kriegs- gesellfchaft der Aufficht des Reichskanzlers untersteht, hat mit Rück- ficht auf� das notwendige, stetige Zusammenwirken mit den Reichs- bcbörden und der Zentraleinkaufsgesellschaft ihren Sitz in Berlin, sie wird aber voraussichtlich den größten Teil ihres technischen Geschäfts- betriebes in Dresden, dem Hauptsitze der deutschen Zigaretten- industrie und des deutschen Zigarettenhandels, abwickeln. Der von der Gesellschaft für die abgegebenen Tabakmengen zu zahlende Ueber- nahmepreis soll den Einstandspreis zuzüglich der tatsächlichen Trans- portkosteu und eines Zuschlags von 5. v. H. für allgemeine Unkosten nicht übersteigen; bei Meinungsverschiedenheiten entscheidet ein vom Reichskanzler ernannter, aus einem Vorsitzenden und vier Mit- gliedern, von denen mindestens drei fachkundig sein müssen, zusam- mcngesetzter Ausschuß. Die freie Tabakeinfuhr bleibt grundsätzlich bestehen; die den Im- porteuren auferlegten Beschränkungen sind sehr gering im Vergleich zu denen, die dem Handel auf mehreren anderen Gebieten der Ein- fuhr vorgeschrieben werden mußten. Die Regelung des Pctrolcumverkaufs. Der„Frankfurter Zeitung" wird aus Berlin unterm 20. April geschrieben: Dem Vernehmen nach wird die Petroleum- B e>o i r t s ch a f t u n g demnächst straffere Formen annehmen. Es ist beabsichtigt, die Reichsverteilungsstelle für Petroleum in eine Gc- sellschaft m. b. H. umzuwandeln, und ihr ein Beschlagnahmerecht zu erteilen. An der G. m. b. H. würden beteiligt sein: Der Reichs- fizkuL und die Petroleum-Rohimporteure, das sind die Standard- Ofl-Vereinigung, die Deutsche'Erdöl-A.-G., die Deutsche Petroleum- SO-G. und die G. ux. b. H. Rudeloff-Hamburg, In Uebereinstim- niung mit der sorgsameren Behandlung der Spiritusvorräte und der Spirituserzeugung wird zugleich eine verstärkte Sparsamkeit im Pe- troleum-Verbrauch für Leuchtzwecke während des Sommers ange- strebt, und zu diesem Zwecke der Großverkauf von Petroleum für die Zeit vom 1. Juni bis 1. August durch Bundesratsverordnung ver- boten werden. Ausgenommen sind Oelmengen für gewerbliche bzw. technische Zwecke. Der Postpaketverkehr nach der Türker, der vorübergehend ein- gestellt war, wird vonr 26. April ab wieder ausgenommen. Es dürfen zedoch vorläufig nur 16, bei dringendem Bedürfnis höchstens 15 und bei Arzneimittelsendungen 25 Stück von einem Absender täglich aup geliefert werden. Kriegsgewinne. Die Dr. Paul Dl eher Akt.- Ges. in Berlin verteilt TVa Ptoz. Dividende(t. V.—). Die Concordia-Spinn erei und Weberei in Bunz. lau lind Marklissa erhöht ihre Dividende von 5 auf 7 Proz. Den Bautzener Jndustriewerken, A.-G. in Bautzen. gestattet der Abschluß für 1915 eine Erhöhung der Dividende von auf 8 Proz. Die Vereinigten Strohstoff-Fabriken in Dresden werden 6 Proz. Dividende verteilen(i. V. 4 Proz.). Bei der Erdmann sdorser A.-G. für Flachsgarn- Maichinen-Spinnerei und Weberei schlägt der AufsichtS- rat 8 Proz. Dividende vor(i. V. 6 Proz.). Die Steffens u. Nolle A k t.- G e s. in Berlin zahlt ihren Ationären 5 Proz. Dididende, nachdem sie im Vorjahre leer aus- gegangen sind. Die Mechanische Weberei Linden verdreifacht ihre Dividende von 5 auf 15 Proz. Die A k t.- G e i. Jobs. G i r m e Z u. Co. in Oedt(Rheinland) verteilt 12 Proz. Dividende(i. B. ü Proz.). Die Akt.- Ges. für Belon-und Monierbau erhöhl ihre Dividende von 8 auf 10 Proz. Die Maschinenfabrik /M p-s n u S, Akt-Ges. in Frankfurt a. M., zahlt ans 1 159 025 M Remg'kwinn(i.V. 7t 6 673 M.) wieder 6 Proz. Dividende auf die Vorzugsaktien und 12 Proz. auf die Stammaktien. Außerdem erhalten die Stammaktien noch 12 Proz. Extradividende. Die Hacketal-Draht» und Kabelwerke, Akt.-Gei. in Hannover, prosperieren im Kriege ganz außerordentlich. Die Abschlußziffern der letzten drei Jahre sind die folgenden: Bruttoerträgnis Unkosten.. Abschreibungen Reingewinn.. Dividende 1915 M. 2 834 826 482 611 2 402 215 22 Proz. 1232 000 Jahren ist also das Leipzig erhöht ihre 1913 1914 abzügl. M. M. ... 1035 856 1401 106 ... 300 876 368 950 ... 734 980 1032 156 ... 16 Proz. 16 Proz. ... 580000 738000 In den beiden vom Krieg beeinflußten Geschäftserträgnis bedeutend gewachsen. Die Fritz Schulz jr. Akt.- Ges. in Dividende von 12 auf 18 Proz. Die Hansa-Llopd-Werke in Bremen legen einen auZ- gesprochenen Kricgsabichluß vor. Die Last« und Pcrionen-Auto- mobile, die das Werk liefert,„haben sich als hervorragend kncgS- brauchbar erwiesen". Der Bruttogewinn stieg von 2.91 Millionen aus 6.85 Millionen Mark. Die Abschreibungen auf Anlagen sind von 735 200 auf 1.93 Millionen Mark erhöht worden. Die Dividende<12 Proz.) erfordert 1,2 Millionen von dem 3,43 Millionen Mark beiragenden Reingewinn. B. 16 Proz.) noch einen„BonuS" von 25 Proz., also 55 Proz. Dividende. Bei den Deutsch-Böbmischen Kohlen- und Brilettwerken Akt.-Ges. in Blaiewiy, erhallen die Aktionäre eins 700 000 M Reingewinn eine Dividende von 16 Proz. (i. V. 12 Proz.) gleich 480 000 M. Die Bergwerksgesellschaft Hibernia in Herne zahlt auf die Vorzugsaktien 4% Proz. und erhöht die Dividende für die Stammaktien von 3 auf Ii Proz. Die A k t.- G e s. W e s e r in Bremen, die das vorvergangene Geschäftsjahr mit Verlust abschloß, hat in dem letzten Jahre einen Reingewinn von 926 378 M. erzielt(1013 nur 11213 M.). Die Abschreibungen betragen 2 486 125 M. Die Dividende(8 Proz.) beansprucht 586 880 M. Die Düsseldorf-Ratinger Rührenkesselfabrik vorm. Dürr u. Co. in Ralingen wird ihre Dividende von 3 aus 9'/z Proz. erböhen. ' Die Oberichlesische Eisenindustrie, Akt.-Ges. für Bergbau- und Hüttenbelrieb in Gleiwitz verdoppelt ihre Dividende von 3 auf 6 Proz. Die Dividendenzahlung erfordert 1680 000 Mark. Die Abschreibungen sind von zwei auf drei Millionen erhöbt. Die Vereinigten Hanf schlauch- und Gummi- w a re n f a b r i k e n zu Gotha erhöhen ihre Dividende von 5 aus 8 Proz. Die Maschinen- und Armaturenfabrik vorm. H. Breuer». Co. in Höchst am Main wird auf die Vorzugsaktien 8 Proz.(i. V. 4 Prez.), auf die Stammaktien 4 Proz.(i. V.—) Dividende vcneilen. mäßige Zunahme der Schülerinnenzahl erwarten. Die Schülerinnen- zahl war im Winter 1913/14 für eine Stufe 6292, im Winter 1914/15 für zwei Stufen 11 733, im Winter 1915/16 für drei Stufen 19 469. Bon den Schülerinnen des letzten Winters gehörten zur Unterstufe 8689, zur Mittelstufe 6089, zur Oberstufe 4691. Tie Beteiligung der Berufsgruppcn war diese: Bekleidungsgewerbe mit 3572, sonstige Gewerbe mit 83, ungelernte Arbeiterinnen mit 6813, Kaufteule mit LV01. Eine Vergleichung mit der Gruppenstärke der Vorjahre muß hier noch unterbleiben. Soziales. Die Pflichtfortbildungsschulen Berlins. Den Berliner Pflichtfortbildungsschulen für Jünglinge haben die letzten beiden Jahre eine Minderung der Schüler gebracht. Nachdem schon das Schuljahr 1914/15 eine geringere Besuchsziffer als daS vorhergehende gehabt hatte, ist aus dem jetzt abgeschlossenen Schuljahr 1915/16 über eine weitere Abnahme zu berichten. Die Schülerzahl war im Winter 1913/14 noch 86 037, im Winter 1914/15 nur noch 34 469, im Winter 1915/16 nur noch 32 334. Von den Schülern des Winters 1915/16 gehörten zur Unterstufe 12 528, zur Mittelstufe 11735 zur Oberstufe 8071. Ter Rückgang gegenüber 1913/14 beträgt für die Unterstufe 588. für die Mittelstufe 770, snr die Oberstufe 2345, zusammen 3703. Die für die Berliner Fort- bildungSschulen unterschiedenen Berufsgruppen waren in 1915/16 an der Gesamtzahl der Schüler so beteiligt: das Baugewerbe mit 637, die Metallarbeiter mit 7532, das Kunstgewerbe mit 2248, das Be- llcidungsgcwerbe mit 1966, das NahrungSmittelgewerbe mit 1431, die Barbiere und Friseure mit 829, sonstige Gewerbe mit 154, die ungelernten Arbeiter mit 13 268, die Kaufleute init 5169. Zu dem Rückgang der Schülerzahl haben die Gruppen Baugewerbe, Metall- arbeiter, Bekleidungsgewerbe, Kauflcute ganz besonders beigetragen. In den drei Wintern wurden gezählt: Baugewerbe 1563, 1102, 637, Metallarbeiter 8214, 7704, 7532, Bekleidungsgewerbe 1567, 1469, 1066, Kaufleute 6261, 5832, 5169. Die Gruppe Baugewerbe, die schon seit langem im Rückgang ist, hat in den letzten beiden Jahren wieder noch sehr beträchtliche Verluste gehabt. Bei den Pflichtfortbildungsschulen für Mädchen sehen wir die entgegengesetzte Bewegung. Sie wurden für Berlin erst im Jahre 1913 eröffnet, so daß ihnen die allmähliche Zuführung der einzelnen Jahrgänge zunächst eine rasche und außerordentliche Mehrung der Schülerinnen bringen mußte. Nachdem ihr drei- stufiger Aufbau jetzt mit dem Schutjahr 1915/16 fertig geworden ist, darf man für die folgenden Jahre nur noch eine Wahlen nach der ReichsversichcrungSordnung. Nach einer Verordnung des Bundesrates ist der in der Bekanntmachung betreffend die Wahlen nach der Reichs- versicheruiigsordnung bestimmte Zeitpunkt, bis zu welchem die Amtsdauer der Vertreter der Unternehmer oder anderen Arbeitgeber und der Versicherten bei Versicherungsbchörden und Versicherungsträgern sowie der nichtständigen Mitglieder des Ncichsversichcrungsamtes und der Landesvcrsicherungs- ämter längstens erstreckt worden ist, auf den 31. Dezember 1917 festgesetzt worden. � Hat der HandlnngSagcnt Anspruch auf ein Dienstzcugnis? Das Rcicksgerichl hat die umstririene Frage, ob der HandlungS- agent einen Anspruch auf ein Dienslzeugnis hat, in einem jetzt ver- öffentlichlcn Urteil vom 7. Januar 1916 verneint. Der wesent- lichste Teil der Urteilsgründe gebt dahin: Selbst wenn man mit dem Oberlandesgericht annehmen wollte. daß der Beklagte nicht die gewöhnliche Stellung eines Handlungs- agcnten einnahm, sondern gewissermaßen eine Mitletslellung zwischen einem solchen und einem Handlungsgehllfe», wäre der Anspruch auf ein Zeugnis nicht als berechtigt anzuerkennen. Die für Handlungs- gehilfen gegebene Vorichrifl in§ 73 HGB. läßt sich auf den Hand- lungsagenlen nicht übertragen, da der letztere schon nach der Be- griffsbestimmnng des§ 84 HEB. in einem gewissen Gegensatz zum Handlungsgehilsen steht. Daß da« HGB. dem Handlungsgehilfen den Anspruch aus eiu Zeugnis ausdrücklich gewährt, eine gleiche Be« stimmung für den Handlungsagenten aber nicht trifft, spricht dafür. daß dreier einen solchen Anspruch nicht haben sollte. Auch Z 630 BGB. ist nicht anwendbar. Der Agenturvertrag bildet ollerdtiigs eine Unterart des Diensiverlragcs. Aber die Anwendung der §§ 6t1 ff. BGB. ist da ausgeschlossen, wo das Wesen des Agentur« Vertrages, insbesondere die Selbständigkeit des Agenten, entgegensteht. Die Vorschrift des§ 630 BGB. kann nicht auf Dienst« Verträge jeder Art angewender werden. Sie soll dem Diensipflichtigen, der seine Arbeitskraft einem bestimmten Arbeitgeber überlassen hat, das Forlkommen in einer anderen dienenden Stellung erleichtern und eignet sich nur für Personen, die in einer gewissen Unterordnung zum Slrbcitgeber sieben. Das Wesen des Agenlurvertraaes aber besteht darin, datz der Agent, unbeschadet seiner Pflicht, sachlichen Weisungen Folge zu leisten, dem Geschäflsherrn als selbständiger Kaufmann gegenüberstebr. Eine entsprechende Anwendung deS § 680 BGB. auf dieses Rechtsverhältnis ist daher ausgeschiossen. Daran kann cS auch nichts ändern, wenn im einzelnen Fall Be- stimmungen vereinbart werde», die die Stellung des Handlungs- agenten der eines Handlungsgehilfen Khiilich erscheinen lassen. Vielmehr bestehen nur zwei Möglichkeiten: Entweder führen diese Bestimmungen dahin, daß zu der sachlichen Abhängigkeit auch eine persönliche Unterordnung tritt, die mit der Stellung eines selbstän- digen Kauftnanns nicht mehr vereinbar ist. dann ist der Dienst- Pflichtige in Wahrheit nicht Agent, sondern Handlungsgehilfe und hat in dieser Eigenschaft Anspruch auf ein Zeugnis; oder der Dienst- Pflichtige bleibt trotz jener Bestimmungen Haitdlungsagent und selb- ständiger Kaufmann, dann sieht ihm ein solcher Anspruch nicht zu. Tie Rot der Schauspieler. In der letzten Dclegiertcusitzuug der Geiiossenschafr deutscher Bühnenangehörigcr am Karfreitag wurde vom Präsidenten Rickclt unter anderm mitgeteilt, daß von der Genossenswast ein Not- standssonds begründet worden ist, zu dem von den besser- gestellten Kollegen beigesteuert worden sei. Ter Notstaudsfouds erreichte die Summe von 107000 M, der ÄricgShilsSfondS die von 31 466 M. Bon Klenke(Essen a.. Ruhr) lag ein Antrag vor: Dahin zu treben, daß die Theater dem Privatbetriebe entzogen und»r lädtiiche bezw. Staatsverwaltung genommen, daß bei der Errichtung von Stadtlheatern die Bcdürfniosrnge gepriist und davon die be- hördliche Erlaubnis abhängig gemacht ivcrde. Endlich besagt der Antrag:„Eine Besserung der Lohnvcrhnltni'se wird durch das un- verhälinismäßige Ueberangebot nir ArbeitSträsten bintenan gehalten. Dies Uehcrangebot wird durch die skrupellosen Anlockungen zweisel- haster Lchrkräsle vermehrt. Die Delegierienversaminlung der Genossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger beantragt deshalb: 1. Das Recht zur Erteilung von dramatischem und Musik- Unterricht von einer Erlaubnis abhängig zu machen, 2. daß bei der Erteilung der Erlaubnis die Bedürfnis« frage zu prüfen ist." ES wurde daraus hingewiesen, die in dem Antrage enthaltenen Forderungen seien bereits in der Hauptsache in dem RcichZthealergesetzemwnrs vorgesehen, auch habe das Präsidium sich mir den Anregungen bereits seit längerer Zeil beschäitigt. Der Antrag Klenke wurde darauf dem Präsidium und Kontrollausschuß als Material überwiesen. Nachdem noch mehrere geschäftliche Angelegenheiten erledigt waren, wurde die Delegiertenveriammlung vom Präsidenten Riefelt mit dein Wunsche geschlossen, daß die Sitzung zur Hebung des Thealers und zur Besserstellung der Schauspieler beitragen werde. Zunahme der Arbeitcrunfälle in Rufiland. Vor kurzem erschien der Bericht der Petersburger VersichelungS- Genoiienschast für das Jahr 1914. der iutercsianle Daten aus der Unfallstatistik iin Rayon der Genossenschaft: den GouveriiementS Peleröburg, Nolvgorod, Pikow, Olouetz und Estland cntbält. Der Bericht erstreckt sich auf 1078 Jiidustriebezirke mit 314 107 Arbeitern. von denen sich 897 mit 272 424 Arbeitern im Gouvernement Peters- bürg befinden. Bei aller Lückenhaftigkeit des Berichtes kommt die in PcterS- bürg erscheinciide Arbeiterzeitschrift„Fragender Versicherung" auf Grund der im Bericht enthaltenen statistischen Angaben zu folgenden Ecklüsicn über die Unsallhäufigkcil in den Fabriken des erwähnten Jndustrierayons: JnSgeiamt wurden im Jahre 1914 in diesem Rayon 25 848 Unfälle, oder 82 auf je 1000 Arbeiter, registriert, von denen 11 zu völliger Invalidität und 0,22 zu tödlichem Ausgang führten. Speziell in der Metall- und Holzindustrie find diese Zahlen be« deutend höher: auf je 1000 Arbeiter entfielen in der Metallindustrie 117 und in der Holzindustrie 144 Unfälle. Diese Zahlen bedeuten gegenüber dem Vorjahre eine Zunahme von etwa 7 0 Proz. Die erwähnte Arbeiterzeitichrisl siihrl für diese Steigerung der Betriebs- Unfälle folgende Ursachen an: „Der Krieg hat eine ungeheure Verstärkung der Arbeitsintensität bewirkt, die die Zahl der Unfälle erhöht; er hat serner eine Zunahme der Ueber st un den und der Nachtschichten und eine Verlängerung deS Arbeitstages herbeigeführt. Außerdem har sich in allen von dem Bericht umfaßten Industrie- zweigen ein Ersatz der männlichen Arbeitslräfte durch Frauen und Kinder bemerkbar gemacht, was seiner- seilS auf die Zunahme der Betriebsunfälle einwirkt. Die Verstärkung der Arbeitsintensität, der Ersatz der gelernten Arbeitskräfte durch ungelernte, die Einführung neuer Arbeitsmethoden — das sind die grundlegenden Ursachen der Zunahme der Betriebs- Unfälle.... Nach den vorliegenden Angaben zu urteilen, ist im Jahre 1915 keine Besserung dieses Zustandes eingetreten. Das Jahr 1915 hat im Gegenteil noch weit bedeutendere Op per gefordert." Lerantwortlicher Redakteur: Alfred Wielcpp, Reukölln. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Lerlin, Druck u-Berlag: Vorwärts Buchdruckerei u. LerlagSanftalt Paul Singer St Eo, Berlin SW, 33.WrjW, Z Kililge des Igmarts" Kerliller WIKsdlM. � Die nächste Nummer des„Vor- wärts" erscheint der Osterfeiertage wegen am Dienstagmorgen. fahrbare Küchen unö Mnssenverpfiegung. Der preußische Minister des Innern hat über Massenverpflegung »nd Einführung fahrbarer Küchen folgenden Erlaß an den Regierungspräsidenten und den Oberpräsidcnten in Potsdam ge- lichter: In meinem Erlasse vom 28. August 1914 habe ich darauf biiigeurieien. daß erfahrungsgemäß die einheitlich organi- sierte Verpflegung größerer Menschcnmassen weit billiger durckzusühren ist, als dies im Einzelhaushalt möglich ist. Ich habe deshalb den Kommunen empfohlen, sich zwecks Einrichtung von Speisehallcn mtt den Organisationen der freiwilligen Liebes- tätigkeil in Verbindung zu setzen, bezw.— soweit sich Organisationen zur Einrichtung der Hallen gegen Gewährung angemesiener Zuschüsse nicht bereit finden— selber solche zu errichten. Aehnliche Anregungen habe ich— und zwar unter besonderer Beziehung auf die Familien der Kriegsteilnehmer— in den Erlassen vom 14. Oktober 1915— und 19. November 1916— gegeben. Aus den mir erstatteten Berichten einer Anzahl größerer Städte habe ich mit Befriedigung entnommen, daß sich die Gemeinden auch diesen Zweig der Kriegswohlfahrtspflege mit dankenswerter Sorg- fall haben angelegen sein lassen. Es darf anerkannt werden, daß die Gemeinden meinen Anregungen in vollem Umfange gerecht geworden find. Diese Tatsache rechtfertigt die Erwartung, daß die Gemeinden aus dem eingeschlagenen Wege fortschreiten und ihre Maßnahmen ausdehnen werden, soweit das Bedürfnis mit Rücksicht auf die ständige Steigerung der Lebensmittelpreise dieses erfordert. Hierbei wird es sich empfehlen, die Erfahrungen der einzelnen Ge- »neinden auch für die anderen nach Möglichkeit nutzbar zu machen. Die Gemeinden ersuche ich hiernach, etwaige besondere Maßnahmen und die bei ihrer Durchführung gemachten Erfahrungen zum Nutzen der Allgemeinheit der Zentralstelle für Volkswohlfahrt, Berlin W, Augsburger Str. 61, mitzuteilen, und biete damit in die Lage zu versetzen, auf Anfragen den ratsuchenden Gemeinden wertvolle An- rcgungen zu geben. Auf Grund der mir vorliegenden Mitteilungen möchte ich den Gemeinden insbesondere zu Versuchen mit der Einführung fahrbarer Küchen raten. Diese Küchen ermöglichen es, ein nahrhaftes und dabei durchaus billiges Mittagessen für die minderbemittelte Bevöl- kerung bis an ihre Wohnungen zu bringen. Sie verdienen meines Dafürhaltens den Vorzug vor den Speisehallen infofern, als bei einer Verwendung die an sich erwünschte Geschlossenheit des Familienlebens voll erhalten bleibt, während durch die Spei« sunq in den Volksküchen selbst deren Lockerung von mancher Seite befürchtet wird. Sofern eine Gemeinde der Auffaflung sein sollte, daß von ihr auf diesem Gebiete geschaffene Einrichtungen sich zur allgemeinen Nachahmung eignen, werde ich von einem entsprechenden Bericht stets mit besonderem Interesse Kenntnis nehmen. von Loebell. Mus Groß-öerlin. fiuferftehungsgeöanken. Ein in Flandern verwundeter Genosse sendet uns folgende Osterbetrachtung: Vor nunmehr beinahe zweitausend Jahren wurde nach christ- lichem MythuS Jesus Christus am Karfreitag nach dem Urteilsspruch einer inquisitorischen Pricsterschaft und deS hohen Rates für seine Uebcrzeugung, durch seine Wirlsanrkeit die Menschheit vom Fluche des Bösen zu befreien, an das Kreuz geschlagen. Der Apostel be- richtet, daß am zweiten Tage nach der Kreuzigung sich zwei from»ne Frauen, Maria Magdalena und Maria Jacobi, in aller Frühe auf den Weg machten, um aus Pietät und Liebe den Leichnam ihres Meisters nach dem Brauche damaliger Zeit mit Myrrhen und Aloe zu balsantieren. Die bange Frage:»Wer wälzt unS den Stein von des Grabes Tür?' fanden sie gelöst durch das Offenstehen des Grabes und die Verkündigung des Wunders der Auferstehung Christi. Zrühling an öer Ourthe. Ein in Belgien stehender Berliner Landstun»nnana sendet»ms folgendes Stimmungsbild: Ein wundervoller Tag, wolkenloser Himmel, Sonnenschein, frische, würzige Luft, knstallklar, so daß man meilenweit sehen kann. Ein richtiger FrübUngstag. der das älteste Mensckenherz wieder jung »nachen kann. Diese Tage haben wohl den Anstoß gegeben zu den Sagen vom Jungbrunnen. ES duldet mich nicht auf der Wache, wo man allerdings auch sehr schön in der warmen Sonne auf der Bank vor der Tür sitzen, in die Ourthe schauen und träumen könnte. Träumen müßte man schon, die Ourthe hat etwas Eigenartiges, dazu Zwingendes in ihrem Rhythmus, das Stauwehr hat eine so sanft einschläfetnde Melodie. Die Ourthe ist ein Zauberflutz, sie muß wohl eine kleine Beimischung von Lethewasser haben. Ein ganz klein wenig, genug, um zeitweise zu vergessen, daß es eine Havel und eine Spree gibt. Die sind ja ganz anders geartet mit ihrein nur vom Winde gekräuseltem Wasser, die blau oder grau erscheinen, je nachdem wie der Himmel gerade aussieht. Tie Ourthe ist immer grün und braucht den Wind nicht, sie hat selbst Temperament genug. Sie ist ja ein Kind der Berge und nicht der Sümpfe und Seen. Aber soviel Lethe bat die Ourthe doch nicht in sich, um Havel und Spree gänzlich vergessen machen zu können. Diese sind ohne Stroin durch ihre Btindesgenosieniwafl doch stärker. Man träumt an ihren Ufern nicht allein, man wandert dort nicht allein, man hat etwas Liebes bei sich. Und biete Vorzüge kann die Ourthe sich nickt zulegen, es ist unmöglich, die Lieben haben in der Heimat zu bleiben. Der Lantsturimnann hat ieine Brücke allein zu bewachen, er hat allein seine Strümpfe z» stopfen, allein ,u locken und allein zu schlafen. Da sieht man, daß die Ouribe zum Träumen verleitet. Ick wollte dock hinaus in die Berge, in die Frühlingslu't, in den Sonnenschein. Wollte nickt trärmien, sondern wandern Hinaus, wie es bei solchem Wetter halbBerlin hinatistreibt, wenn es gerade ein Sonntag ist. Ich brauche aber leinen Sr«dlbabnzug, Gntncwnldztig, oder wie sie sonst heißen. die mit Vlenicken gebeizt sind. Tie Landparlie kann vor der Tür beginnen. Aus gut Glück schlage ick einen Fußweg oder Landstraße ein. je nachdem'man das steinige Ding nennen will, das auf den Berg führt, dessen Vorderseile' von einem Steinbruch schon ganz weg- gefressen ist. Die nackten Felsenwände, die Eingeiveide des Berges ragen senkrecht in die Höbe, unzählige Dohlen horsten darin. An einer Stelle liegen die Häuier des Tories, das den Berg krönt. dicht am Rande der Steinwand. Wenn man sie von unten erblickt, ES ist nicht zufällig, daß das christliche Dogma den Tag der Auferstehung Christi just in die Zeit des Auflebens, der Auferstehung in der Natur verlegt. Feierten doch schon die Alten den Tag des Frühlingseinzuges als das Fest der Göttin Ostara. Der Brauch, daS schöpferische Neugestalten der Natur im Früh- ling als Symbol des Auferstehens, im höheren Sinne als Symbol der Weiterentwicklung zu betrachten, ist so alt wie die Menschheit selbst. Wir, als die Träger der modernen sozialistischen Welt- anschauung begrüßen den ersten Mai als Weltfeiertag des Völker- frühlings, des Völkerfriedens, doch frei von allem religiösen Zwang und Dogmenkrarn. Wir wissen zwar, daß all das blühende Erspricßen in Wald und Flur, das sich in diesen Tagen zeigt, nichts weniger denn fried- lich ist. Hinter all dem grünenden Frieden verbirgt sich der rück- sichtsloseste Kampf ums Dasein. Aber es wäre falsch, aus dieser Tatsache die Nutzanwendung auf die Menschheit in dem Sinne zu ziehen, daß der„Kampf ums Dasein", der jetzt die Welt durchtobt. nicht inehr denn natürlich ist, sintemalen der Mensch nach Wissenschaft- licher Forschung ein natürliches Produkt ist. Diese Folgerung wäre nicht richtig. An die Stelle des rücksichtslosesten Kampfes in der Pflanzen- und Tierwelt, an die Stelle deS blinden Instinktes tritt beim Menschen das verstandesmäßige Wollen, die Vernunft, und diese ist es, die statt des grausamsten Vernichtungskampfes ein friedliches Nebeneinanderwohnen gestattet. Wir, als die Bekenner der materialistischen Geschichtsauffassung, haben daher das drohende Unheil mit allen Mitteln der Vernunft abzuwenden versucht. Daß uns dies nicht gelungen ist, beweist nichts gegen die Richtigkeit unserer Anschauungen. Die Klärung der Geister kann sich nicht von heute aus morgen vollziehen. Aber wir sind uns bewußt, das Beste und Rechte zu wollen, um die Mensch- heit aus dem Wust veralteter und verrosteter Anschauungen heraus zu führen auf den Weg der völligen und endgültigen Wiedergeburt. Einstmals wird uns das Urteil der Weltgeschichte, für uns das einzig maßgebende, recht geben, und darum wollen wir in unsere»n Sinne weiter wirken, unbekümmert um den Beifall oder die Nicht- achtung der Menschen. Nichts ist so veränderlich als der Beifall der Zeitgenossen. Was der eine lobt, tadelt der andere. Wie kann das anders sein, da die Menschen in ihrem Urteil, in ihren Grundsätzen und Neigungen oft so veränderlich sind? Es sei ferne von uns, der Menschen Lob und Tadel ganz zu verachten. Nein, unsere Gemeinnützigkeit hängt ja von dem Zu- trauen ob, das andere zu unseren Einsichten, Kenntnissen und Er- fahrungen, zu unserer guten Denkart und Rechtschaffenheit haben: sie ist in gewissem Sinne abhängig von der Gunst, von dem Beifall der Menschen um uns her. Der wäre zu bedauern, der gegen Lob und Tadel gleichgültig ist, der sich wenig daraus macht, ob andere ihn achten oder gering schätzen. Nie aber, das wollen wir im Auge behalten, nie wollen wir, um die Gunst und den Beifall der Menschen zu erhalten, unsere Grundsätze verleugnen und die Pflicht verletzen. Trotz allein! Wenn heute Europa vom Kanal bis z»lm Marmarameer ein einziges Gräberfeld ist, darin die Blüte der Nationen vermodert. wenn bis jetzt ganze Meere von Tränen geweint worden sind, so soll uns das ein Ansporn sein, auszuharren auf unserem Posten und kein Jota aufzugeben von dem, was nach unserer lleberzeugung einzig und allein dem Wohle der Menschheit dient.— DaS Dunkel der Gräber erhellt der lichte Glaube an eine Weltenwende, die Hoff- nung auf eine Läuterung der Menschheit durch die unermeßliche Fülle deS Jammers, der Not und der Bekümmernis, auf eine Auf- erstehung aus der jetzigen Zeit der Nacht und deS Todes. AlleS dient allein. Im Walten der unerschöpflichen Naturkräfte ist alles eine ewige Auferstehung. Die Entwicklung steht nicht still. So stürzt im Toben des jetzigen Krieges eine alte,»norsche Ideenwelt zu Grabe, doch muß aus dieser Katastrophe mit Naturnotwendigkeit sich das Höhere, Bessere und Vollkommenere entwickelir. Der Völker- krieg ist die Götterdämmerung der bürgerlichen Ideologie. So sei dieser Tag, den christlicher Mythus zu einem hohen Feiertage gestempelt hat, für uns ein Tag des Trostes, des Lichtes, der Kraft und der Belehrung: allerdings im wesentlich anderen Sinne als in dem religiösen Dogmas. Das körperliche Auferstehen in der Natur soll uns zum Nachdenken zwingen und in uns, trotz aller Schwere der Zeit— oder richtiger wegen derselben—, die Hoffnung erwecken vom endlichen Auferstehen der Geister. O.N.(z) kann man Angst bekommen. Unwillkürlich denkt man, die Häuser müßten eines schönen TageS in die Tiefe stürze,». Aber diese Furcht ist unnötig. Der Berg gibt nicht nach, er ist auS festem Gestein und würde sicherlich noch ebenso lange stehen, wie er schon gestanden hat, wenn der Mensch rhn nicht abtrüge, um ihn in Gold umzumünzen. Aber ganz kann der Mensch den Berg auch nicht vertilgen, er niutz einen Teil unbenutzt lassen und als Geröll wieder ausschütten. So entstehen wieder neue Berge, die aber nicht so hübsch sind und nicht so reckt in die Landschaft hineinpassen. Allerdings schafft die mensch- liche Tätigkeit auch andere eigenartige Bilder, Stellen, die etwas Alpenartigcs haben in ihrer Schroffheit. Ganz oben auf dein Berge erhebt sich eine hohe Halde, so daß er höher geworden ist. Eine Enlschädiaung dafür, daß der Mensch in seinen Eingeweiden herum- wühlt. Früher muß das LandschaftSbild aber dock weit reizvoller gewesen sein. Eine alte Burgruine, die sich in der Ourthe spiegelte, ist dem Steinbruche zum Opfer gefallen. Augenblicklich hat der Berg Ruhe. Der Kriegsgott steht ihm bei, er hat die Eisenbahnen mir Beschlag belegt: nun kann das dem Berge geraubte Gut nicht weggeschafft werden. Darum hat der Berg Ruhe, nur einige wenige Arbeiter sind in Tätigkeit, die augenblicklich sehr kärglich dezahlt wird. Der Lohn beträgt nicht die Hälfte des früher gezahlten. So hat hier der Krieg eine feiertägliche Stille hervorgerufen; in Friedenszeiten lag das Tal, in dem sich Stein- bruch an Steinbruch reiht, wohl nicht so friedlich da wie jetzt im Kriege. Langsam steige ich den holprigen Weg hinan, an kleinen Häusern vorbei»nil ihren Gäricken, freundlich begrüßt von den Bewohnern, die fast alle im Freien sind. Der Frühling treibt sie heule alle hinaus, er scheint nicht nur mir allein im Blule zu stecken. Uebeiall grüßen seine Bolen, die ersten Blumen, die die Sonne aus den steilen Abhängen schon früh herauslockt. Ueber alles hüpfen kleine Ziegen- und Schaflämmer munter herum. Dann geht es eine Weile zwischen dichten Hecken hindurch, hinter denen prächtige Rinderherden weiden, bis ick die Höne erreicht habe und das Dorf, von dem man unten die Häuser erblickte, die in den Abgrund zu stürzen drohten. Hier oben sieht es nicht so gesährlich aus. Allerdings ist der Berg- rücken nicht breit, denn auf der anderen Seite blickt man in ein tief- eingerissenes Backlal. Es gebt sehr steil hinunter, aber eine gute Straße führt langsam an. Hange hinab. Ich folge ihr. DaS Tal ist wunderhübsch. Die Berghänge sind bewaldet, ineisteirs mit Unterholz, im Wiesengrunde rauscht der Back munter einher. Frühling. wohin man blickt, Kätzchen an den Weiden-, Erlen- und Haselnuß- sträuchern. Anemonen und Himmelsschlüsselchen am Boden. Auch Veilchen erblicke ich. Bei einem Bestände hoher Tannen erreicht die Die flleischversorgung von Grost-Berlin. Die Bevölkerung von Groß-Berlin ist nicht nur schmerzlich ent» täuscht über die hohen Fleischpreise und den Mangel an Fetten, sondern auch über die ungenügende Verteilung des Fleisches. An vielen Stellen der Stadt war Rindfleisch für Geld und gute Worte kaum zu haben und bürgerliche Blätter, lvie„Lokal-Anzeiger",.Vossische Zeitung" u. a, finden harte Worte über diese neue Regelung der Fleischverteilung. Auch Schlächtermeister, die ihre Kunden iinmer reell bedient haben, leiden sehr unter dem Mißmut ihrer Kundschaft. Gestern am Ostersonnabend war die Fleischknappheit noch nicht bc- hoben. Zum Bezug von Schweinefleisch, das die Stadt Berlin abgibt, werden bekanntlich Fleischkarten an die unbemittelte Bevölkerung ausgegeben. Der Begriff.unbemittelt" ist ein sehr willkürlicher und scheint in den einzelnen Vrotkotnmissionen, durch welche Fleisch- karten ausgegeben, sehr verschieden aufgefaßt zu werden. Die Stadt Berlin hatte g e st e r n(Sonnabend) 259 Fleischver- kaufsstellen eingerichtet und ivird in»räch st e r Woche noch»nchr einrichten lassen, damit das Publikum schneller abgefertigt werden kann. Durch die Verteilung des Fleischverkaufs auf mehrere Tage in der Woche wird es»nöglich sein, den großen Andrang wesentlich zu vermindern. ES war wohl in der Hauptsache auf die verinehrte Ailsgabe von Fleischbezugkarten zurückzuführen, von denen Berlin über 599 999 Stück für ebensoviel Haushaltungen ausgegeben haben soll. Um die Nachfrage weiter abzuschwächen, hat Berlin vor den Festtagen rund 1999 pommersche Fettschweine an Berliner Schlächter zun» freihändigen Verkauf abgegeben. In den Vororten war der Fleischmangel besonders groß. In Steglitz war es z. B. seit fast acht Tagen fast unmöglich, Fleisch zu.angemessenen' Preisen im freien Verkehr zu bekommen. Und in nrehreren Orten der Mark war es den Schlächtern von der Behörde verboten worden. Fremden Fleisch zu verkaufen. Das Verbot lvar ganz überflüssig, denn die meisten Schlächter konnten nicht einmal ihre alte Kundschaft geschweige denn neue befriedigen. Während die Ladenschlächtcr ihre Läden schließen müssen, heimsen die Großschlächter Millionen ein. Zucker für Anstalten«nd Gewerbetreibende. Der Magistrat Berlin hat eine Verordnung erlassen, nach der Krankenhäuser, Kliniken und ähnliche Anstalten, denen für ihre Insassen Brotkarten nicht zugeteilt sind, sowie Gastivirtc, Bäcker und Konditoren spätestens bis zum 26. April 1016 der Zuckerversorgungsstelle, Rathaus Zimmer 96, anzuzeigen haben, wieviel Kilogramm Zucker sie in den Monaten Januar, Februar und März d. I. allmonatlich in ihren Betrieben verbraucht und von welchem Lieferanten sie den Zucker bezogen haben. Verspätete Anmcldimgcn können bei der Verteilung des Zuckers nicht berücksichtigt werden. Auch Erziehungsanstalten, Apotheken müssen ihren Bedarf anmelden. » Erhebung der Vorräte von VerbrauchSzucker(Zucker) aw 2 5. April 1916 auf Grund der Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 19. April 1916. Wer Vorräte von Verbrauchszucher(Zucker) mit Beginn des 25. April 1916 in Mengen von mehr als 29 Psund in Berlin in Gewahrsam hat, gleichviel ob er der Eigentümer ist oder nicht, ist verpflichtet, die vorhandenen Vorräte dem Statist»- schen Amt der Stadt Berlin, Poststr. 16, bis zuin 26. April anzu- zeigen. Die Anzeige kann auch bei der nächsten Stcucrkasse bis zum 26. April abgegeben werben. Die Anzeige ist nach Mengen und Eigentümern zu erstatten, sie erfolgt durch einen Vordritck, der beim Statistischen Amt der Stadt Berlin, Poststr. 16, 2 Treppen, Zimmer 49, oder bei der nächsten Stcuerkassc in Empfang zu nehmen ist. Vorräte, die in freurden Speichern, Lagern, Schiffsräumen und dergleichen lagern, sind vorn Verfügungsberechtigten anzugeben, wenn er die Vorräte unter eigenem Verschluß hat. Hat er sie nicht unter eigenem Verschluß, so sind die Vorräte vou dem Verwalter der Lagerräume anzugeben. Vorräte, die sich mit dem Begirm des 25. April 1916 unterwegs befinden, sind von dem Empfänger unverzüglich nach dem Empfat»g anzuzeigen._ Die Beauftragten des Magistrats sind befugt, zur Ermittlung richtiger Angaben die Räume der Anzeigepflichtigen zu betreten, Aufschlüsse einzuholen und von den Geschästsaufzeichnungcn Ein- ficht zu nehmen. Wer vorsätzlich die vorgeschriebene Anzeige innerhalb der ge- setzten Frist»ficht erstattet oder wissentlich unrichtige oder rnivoll- ständige Angaben macht, wird mit Gefängnis bis zu 6 Monaten Straße den Grund des Tales, das hier eine Windung macht, so daß ich in einem Winkel der köstlichsten Einsamkeil bin. Das Grün der Tannen, der blaue Himmel, der warme Sonnenschein, die tiefe Stille, nur unterbrochen durch das leise Plätschern des Baches, vcr- locken mich unwiderstehlich zum Verweilen. Auf einem Felsblocke raste ich und gebe mich ganz der Märchenstimmung hin. Die laite Frühlingsluft macht weich und läßt die Sehnsucht nach Hause emporkoinmen, die einen ja nie ganz verläßt. Ich schreibe ein paar Zeilen und lege einige von den Veilchen ein, die ich vorher gepflückt habe. Dann reiße ich mich aber los und pilgere weiter. Es hat kciuei» Zwecks die weiche Stimmung allzu hoch emporwucheri» zu lassen. Die Straße läust jetzt dicht neben dem Backe her, der Wald hat aufgehör», abgesehen von den Erlen_ am Wasser gibt es nur Wiesen. Von der Höbe links liegt ein Stück von einem roten Ziegeldach herunter, ein Zeichen, daß ich wobt bald das Dorf erreichen werde. Es dauert auch nicht lange; bei der »»ächsten Biegung der Straße bietet es sich meinen Blicken dar. Wie angewurzelt bleibe ich stehen. Das Tal bildet einen kleinen runden Kessel, so daß es zu Ende zu sein scheint, im Hintergründe liegt da« Dorf auf einem steil abfallenden, vorgelagerten Plateau. Unwillkürlich sucht man eine alte B»irg, für die der Platz wie ge- schaffen wäre. Aber daS alles ist es nicht, was meinen Fuß stocken läßt, es ist etwas anderes. Der Teil des Dorfes, den ich erblicke, ist bis aus vier oder fünf Häuser zerstört, zerschossen oder verbrannt. Schauerlich heben sich die Trümmer und Brandrumen von dem blauen Himmel ab. Noch niemals ha» mich der Anblick zerstörter Häuser oder Dörfer, der ja nickt neu für mich ist, so gepackt wie in diesem Falle. Es ist eine zu grelle Dissonanz in der Frühlings- symphoiiie. Welches Leid mag der Kriegssiurm über die Bewohner dieser friedlichen Stätten gebracht haben, wie viel von ihnen mögen dabei ein schreckliches Ende gefunden haben? Sonst pflege ich mich gern danach zu erkundigen, suche die Leute zum Erzählen der Be- gcbenheiten zu bringen usw. Die Doistellung der Ereignisse und Ursachen isl gewöhnlich etwas sehr anders, wie sie geschildert zu werden pflegen, aber häufig von großer Wahrscheinlichkeit. Heute verspüre ich leine Neigung dazu. Nebensächlich scheint mir die Frage, wie es zugegangen ist, wer die Schuld trägt. Alles verschwindet vor der Erkeunluis, daß der Krieg ein namenloses Unglück ist für Sieger und Besiegte, für Schuldige und Unschuldige. Langsam wende ich»nich um und gehe zurück, aber der Himmel scheint»nir nicht mehr so blau zu sein, die Sonne nicht mehr so hell, und Schillers Wort kommt mir in den Sinn: .Die Welt ist vollkommen überall, Wo der Mensch nicht hin kommt mit seiner Qual.'(z) oder mit Geldstrafe bis zu IbOOV Mark bestraft. Neben der Strafe kann Zucker, der bei einer Bestandsaufnahme nicht oder nicht richtig angegeben worden ist, eingezogen werden. NichtPreise für Soda. Die PreisprüfungKstelle Grog-Berlin hat nach eingehenden Beratungen mit Sachverständigen Richtpreise im Grog- und Kleinhandel für Soda festgesetzt. Danach dürfen beim Verkauf von Soda im Kleinhandel folgende Preise nicht überschritten werden: Für'A � Kilo kristallisiert« Soda(Stückensoda) 8 Pf., für 1 Kilo 15 Pf.; für das Paket Feinsoda von 1 Kilo Reingewicht bei Füllung 1ö Pf. Eine Usberschreitiing dieser Preise wird die PreiSprüfungs- stelle als eine ungerechtfertigte Preisforderung ansehen, gegen die sie mit gesetzlichen Mitteln einzuschreiten hat. Tie Bedeutung des Arbeitersports. Von der Zentralkommission für Sport- und Körperpflege schreibt man uns: „Früher als in Friedenejahrcn hat diesmal die Jugend des arbeitenden Volks die Volksschule verlassen, um in die Erwerbs- arbeit einzutreten. Mehr als je wird auch die Arbeitskraft der jungen Leute in Anspruch genommen, aber weniger denn je ist für sie der Tisch gedeckt. Es mag daher für manchen fraglich sein, ob es jetzt angebracht sei, diese jungen Leute zum Anschluß an die Arbeiterturu- und-sportvereine aufzufordern. Aber die Frage ist dennoch zu bejahen. Tie Jugend muß sich im neuen Arbeitsver- hältnis an einseitige, sich stets wiederholende Bewegungsformen gewöhnen, das ist m der ersten Zeit nicht nur äuherft lästig, son- der» gewöhnt auch gar zu leicht Haltungsfehler an, die, wenn sie nicht rechtzeitig bekämpft werden, später nur schwer zu beseitigen sind und nicht selten schwere gesundheitliche Nachteile im Gefolge haben. Turnen und Sport behüten den Körper vor solchen Ge- fahren, denn sie gewähren dem Körper durch ihre vielseitigen Be- wegimgen die Nkoglichkeit eines Ausgleichs. An sich bedeuten die Leibesübungen eine vermehrte Arbeit und damit auch eure vermehrte Kraftausgabe, aber durch die allseitige Muskelanspannung in spielerisch freien Formen wirken sie einseitiger Ermüdung (Krade entgegen. Sie unterstützen die Blutzirlulation und den Stoffwechselprozesi in hervorragender Weise und wirken damit auch auf das geistige Befinden ein. Ihre Erfolge sind Kraft und Ge- wandtheit und ein frohes Gemüt. Jetzt mit beginnender Sommerzeit ist es möglicki. den Betrieb ins Freie zu verlegen und damit den Körper den Wohltaten der Bcwegring in freier frischer Luft zugänglich zu machen. Da kommt dem �oport die Einführung der Sommerzeit sehr zustatten. In Zukunft haben die Sportler eine Lichtstundc des Abends mehr zur Verfügung, das bedeutet für die Arbeiterschaft einen grasten Vor- teil, der aber nur dann voll ausgenützt wird, wenn wir die ge- Won neue Lichtzeit im Freien verbringen. Die Arbeitersportvereine werden nicht versäumen, die Vor- teile der Sommerzeit für sich auszunützen, ist doch damit ein seit langer Zeit von ihnen geäußerter Wunsch in Erfüllung gegangen. Es mag hier bemerkt werden, daß die bekannten Jugenderlasse der Militärbehörden die Jugend nicht hindern, an den sportlichen Veranstaltungen teilzunehmen. Wir richten an die arbeitende Jugend dringender denn je die Aufforderung, sich den Arbeitersportvereincn anzuschließen. Ge- rade in der heutigen schweren Zeit können wir alle einen Sorgen- brecher gebrauchen. Ein solcher ist der Sport in allen seinen ernsten Formen, denn Frohsinn und heitere Lebenslust gedeihen nirgends besser als auf dem Turn- und Sportplatz im Kreise fröhlicher Genossen. Tic„Akademischen Nntmichtskurse für Arbeiter", die auf ein mehr als zehnjähriges Bestehen zurückblicken, verfolgen auch in dieser Zeit ihr Ziel, Männer und Frauen, die nicht mebr die Fort- bildungsschule besuchen können, in den elementaren Unterrichts- fächern auszubilden. Vor allem sollen die Hörer richtig schreiben, sprechen und rechnen lernen; doch sollen zur Erweiterung der Kenntnisse besondere Kurse in Literatur und Erdkunde sowie Vor- träge und Führungen dienen. Ter Unterricht wird wie bisher von Studierenden der Berliner Hochschulen erteilt. Wir möchten noch besonders darauf hinweisen, daß im Sommer das frühere Unterrichtslokal in der Friedrich-Werderschen-Ober- rcalschule, Nicderwallstr. IL, wieder eröffnet wird. Jeder Kurs findet wöchentlich einmal in den Abendstunden von 3— lg Uhr statt. Die Anmeldungen werden in den folgenden Unterrichtslokalen von 8— 10 Uhr abends entgegengenommen: l. in, Zentrum: Gemeindeschule GipSstr. 23a, nahe dem Bahnhos Börse, am 26. und 20. April; 2. im Zentrum: Geschäftsstelle des Vereins, Dorothcen- st raste 49, Ouergebäude parterre, am 28. April; 3. im Osten: Fortbildungsschule Langestr. 31, am Schle- fischen Bahnhos, am 27. April; 4. in Neukölln: Nealghmnasium Kaiser- Friedrich- Straße 208/210, in der Nähe des HermannplaheS, am 26. April. Am Sonnabend, den 20. April, findet in der Aula Gipsstr. L3a um 8 Uhr eine allgemeine Hörerversammlung statt, in der über den Unterricht nähere Mitteilung gemacht wird. In dieser Bersamm- lung werden auch noch Anmeldungen entgegengenommen. Bei der Anmeldung ist eine einmalige Gebühr von 60 Pf. für den Besuch jedes Kurses sowie 30 Pf. für Lehrmittel zu entrichten. Jede Stufe dauert eui halbes Jahr. Unterrichtsbeginn: 1. Mai. Unterrichtsschluß: Anfang August. Ein todlicher Strasteiilahuunfall wird vom gestrigen Ostersonn- abend aus dem Osten der Stadt genieldet. Gegen 6 Uhr nach- mittags wollte ein etwa 46jahrig«r Mann den Fahrdamm der Breslauer Straße Ecke der Langestraste überschreiten. Auf dem Gleis blieb der Mann plötzlich stehen, so daß der Führer eines Straßen- bahnzuges der Linie I(Stadtring) nicht mehr rechtzeitig zu bremsen vermochte. Der Unbekannte wurde umgestoßen und blieb sofort be- wnhtlos liegen. Von Passaiiten wurde er nach der nahen Unfall- siation gebracht, verstarb aber bereits auf dem?Lege dahin. Kaffee in Kaniren sollte nach einer uns gewordenen Mitteilung wegen der Kafseeknappcheit in den Treptower Somnrerlokalcn nicht melrr verabreicht werden. Wie uns nun mitgeteilt wird, hat die Mehrzahl der Gastwirte an diesem Beschluß nicht mitgewirkt, son- dcru es wollen einige größere Betriebe in Zukunft nur Kaffee in Tassen verabfolgen. In den übrigen Lokalen wird nach wie vor Kaffee in Kannen zu haben sein. Acht halbe Schweine wurden in der Nacht zum Freitag bei dem Schlächtermeister Bach, Warschauer Straße 10, gestohlen. Zur Fortschafsimg ist ein vierrädriger Handwagen, der mit einer weißen Plane bedeckt war, benutzt. Der Schlächtermeister sichert eine Belohnung von 100 M. dem zu, der ihm nähere Angaben über die Diebe macht und ihm zu seinem Eigentum verhilft.— Ein Schlächterfuhrwerk mit einer Ladung Sülzkoteletts in Gläsern im Werte von etwa 3000 M. wurde gestern nachmittag gegen 1 Uhr vor dem Hause Leipziger Straße 88 gestohlen. Das Fuhrwerk gehörte dem in der Wilhelmstr. 3 in Britz wohnenden Schlächter- meister Dick. Es ist ein gelber Kastenwagen mit roten Rädern, bespannt mit einer vierjährigen Schimmelstnte. Ter Kutscher hatte in dem genannten Hause eine Bestellung zu erledigen; diese Ge- legenheit benutzte ein bisher unbekannter junger Mann, sich auf den Bock zu schwingen und davonzujagen. Auf der Strahe verstorben ist am Sonnabcndnachmittag gegen 1 Uhr eine etwa 70jähngc unbekannte Frau. Passanten fanden sie vor deni Hause Kommandantenstraße 41 in einer großen Blutlache liegend leblos vor. Ein hinzugerufener Arzt stellte fest, daß die Greisin einem Blulsturz erlegen war. Die Verstorbene war mit einer gestrickten Wollwestc, graugestreiftcr Manchesterbluse, blauem Rock und schwarzen Schuhen bekleidet. In einer schwarzen Markt- tasche befanden sich Brot-, Butter-, Milch- und Kartofselkarte», andere Ausweispapiere waren nicht vorhandeil. Die Leiche wurde beschlagnahmt und nach dem Schau-hause gebracht. Gestohlene Brotkarten. In der verflossenen Nacht wurde ein Einbruch in die Geschäftsräume der 122. Brotkommission in der Graunstr. 11 verübt, bei dem den Dieben gegen 600 Tagesbrotkarten für die 60. bis 64. Woche in die Hände sielen. Durch einen Sturz aus dem �Fenster hat sich gestern morgen die 60 Jahre alte Näherin Anna stocking aus der Ouitzowstr. 131 das Leben genommen. Sie litt schon längere Zeit an Geistes- gestörtheit, ohne gemeingefährlich zu sein. In einem Anfalls sprang sie gestern in der siebenten Morgenstunde aus einem Fenster ihrer im vierten Stock gelegenen Wohnung auf den Bürger- steig hinab. Die Unglückliche blieb tot auf der Stelle liegen. Vergiftet hat sich gestern abend die 22 Fahre alte Wirt- schaftcrin Elvira Kühl, die einem Kaufmann in der Borsigstraße den Haushalt führte. Als der Mann gestern spät abends von einem Ausgang heimkehrte, fand er das Mädchen regungslos auf dem Bette liegen. Ein Arzt von der benachbarten Rettungswache in der Eichcndorffstraße konnte nur noch feststellen, daß eZ bereits tot war. Es hatte sich vergiftet, nach der Meinung des Arztes vermutlich mit Strhchnin. Was es dazu veranlasste, weiß man noch nicht. Aus dem Wasser gelandet wurde Donnerstag vormittag gegen- über dem Hause Elisabethufer 10 aus dem Luisenstädtischen Kanal die Leiche einer unbekannten Fmu von etwa 30 Jahren. Die Tote ist mittelgroß, hat dunkelbraunes Haar und trug eine schwarz- seidene Bluse und einen Rock gleicher Farbe. Die Leiche wurde nach dem Schauhause übergeführt. Zu dem tödlichen Kraftwagenunglück in der Königgrätzer Straße, über den wir berichteten, erfahren wir, daß die Verun- glückte eine Freifrau Anna von Köckritz, geborene Gräfin zu Lim- burg-Stirum aus Schreiberhau ist. Die Freifrau kam mit ihrer Tochter am Dienstag zu Besuch nach Berlin und stieg im christ- lichen Hospiz in der Wilhelmstraße 34 aus; sie wollte eine Freundin besuchen. Auf diesem Wege traf sie das Unglück, das ihr den Tod brachte. Ter Männerchor„Obersprce" veranstaltet heute abend sein diesjähriges Osterkonzert im Lokal„Concordia"(früher Karpfen- teich), Am Treptower Park 60, wieder als Wohltätigkcitskonzert für seine im Felde befindlichen Mitglieder. Mitwirkende: Das Verlirrer Tonkünstler-Orchester, Direktion: Fr. Blume; Hans Schmid-Kayser(Lieder zur Laute; Konzertsängerin Frau Mar- garete Blume(Sopran). Eintritt 60 Pf., Anfang 6 Uhr. Freunde des Vereins erhalten Billetts in Treptow, Rest. Scholze, Grätzstraße, Rest. Nauser, Grätzstraße und bei Gramenz, Kiesholzstr. 411; in Baumschulenweg im Zigarrengeschäft von Earl Müller, Baumschulenstraße und im Nest. Krause, Kies- holzstrahc. Im Berliner Aguariunt sind zurzeit einige besonders statt- lich« Vertreter der merkwürdige» Gruppe der lebendgebärenden Kärpflinge ausgestellt. Es sind die sogenannten Hecht- kärpflinge, die als gelvandte Räuber in ihrem Aeußern eine gewisse Aehnlichkeit mit unseren heimischen Hechten haben. Bei diesen Mittclamerikanern sind die Männchen iin Vergleich zu den Weibchen besonders klein, so daß man die Geschlechter im engeren Gewahrsam öfter trennen muß, will man nicht Gefahr laufen, daß die Männchen von ihren Gattinnen verspeist werden. In den Aquarien der Liebhaber spielt diese interessante Fischgruppe wegen ihrer leichten Züchtbarkeit und zum Teil auch wegen ihrer Farben- Pracht eine ganz besondere Rolle. In der Zierfischabteilung ist gegenwärtig eine sehr große Menge von Arten dieser größtenteils in Südamerika beheimateten Fischgruppe untergebracht. Der Berliner Anwaltverein unterhält seit Ausbruch des Kriegs eine unentgeltliche R e ch t s a n« k u n f t s st e l l e für U n- bemittelte im Berliner Stadthaus, Eingang Klosterstraßc. Die Sprechstunden werden dort vom 1. Mai ab nur noch Montag, Mittwoch und Freitag von 3— 1 Uhr durch Berliner Anwälte abge- halten werden. Die DampsschiffSrcedcm Kahnt n. Hertzer, Berlin C. 2, hat ihre Dampferfahrten auch in diesen, Jahre wieder aufgenommen. Die Dampfer verkehren an den Osterfeiertagcn und folgenden Sonn- tagen ab Waisenbrücke 2 Uhr nach Krampenburg; außerdem Ostern und folgende Sonntage ab Reichstagsufer(Bahnhof Friedrichstraßc) 0 Uhr nach Werder zur Baumblüte. Näheres das heutige Inserat. flus öen Gememöen. GemeindevertretersitzunF in Nowawes. Die seit einiger Zeit sich recht fühlbar machende Brotknappheit veranlaßte den Vorsiyenden der KriegSitirsorgeloinmission, Ge- meindeverordneten Nathan, zu der Erklärung, daß zu ernsten Besorgnissen kein Grund vorliege, da ausreichend Mehl vor- Händen sei. Wenn das Brot in den letzten Tagen etwas knapp geworden ist, so sei dies durch unabänderliche Zufälle, wie auch dadurch veranlaßt, daß ein Teil der Bäcker sich mit den neuen Bestimmungen über den Kartoffelzusatz nicht zurecht- finden konnte. Auch Speisckartoffeln seien jetzt so reichlich vorhanden, daß die Kartoffelkarte bis auf weiteres außer Kurs gesetzt werden konnte; es könnten also die Gemeindeangehörigen jedes Quantum erhallen. Ebenso beruhigt dürfe die Bevölkerung über die Fleiichversorgung sein, die dank der getroffenen Maß- nahmen in ruhige Bahnen einzulenken beginne.— Die Bedingungen für die einzurichtende Tcxlilarbeiterfürsorge, über die bereits' in der Märzsitzung beraten worden war, fanden diesmal endgültige An- nähme, nachdem fich der Kreisausschuß bereit erklärt hat, der Ge- meinde die Hälfte der von ihr zu tragenden Kosten aus Kreis- Mitteln zu erstatten. Nach Mitteilung des Syndikus hat die Gemeinde demnach nur ein Achtel der Fürsorgelasten zu tragen, und zwar nur für die im Gemeinde- gebiet befindlichen Textilarbeiter. Da der Kreisausschuß bestrebt ist, diese Fürsorgebestimmungen auch auf die Hansweber, soweit sie für Berliner Firmen arbeiten, auszudehnen, sind bereits neun alte Hansweber berücksichtigt worden. Für diese muß die Gemeinde das sonst auf die Arbeitgeber entfallende Zwölftel mitbezahlen. Der Satz in den Bestimmungen, wonach die Mindestsätze der Kriegsteilnehmer-Fürsorge zur Hälfte angerechnet werden, während Unterstützungen aus privaten Mitteln unberück- sichtigt bleiben sollten, wurde gestrichen. Neu eingefügt wurde da- gegen folgende Bestimmung:„Die Kinderzulage wird nicht gezahlt, wenn der Vater seinen vollen Erwerb behalten, sei es in selbständiger Stellung oder sei eS, daß er außerhalb der Textilindustrie in vollem Verdienst steht oder in der Textilindustrie vollen Wochenlohn oder Monatsgehalt bezieht."__ Nuskunstserteilung in Nowawes. Das Gew-rkschaf-skartell hat beschlossen,� die im Gruhlschcn Lokal bisher von einem Berliner Gewerkichasissekretär zweimal im Monat abgehalienen Auskunsiabende aufzubeben und die Auskunft- erteilung dem Geiwäsisführer der Verwaltungsstelle des Metall- arbeiterverbandeS Genossen Dietrich O s m e r zu übertragen. Derselbe ist für Arbeiter und Arbeiterinnen in allen Fragen des Arbeiterrechts, der sozialen Versicherung usw. werktäglich von 0 bis 11 Uhr in seinem G-ichäsiSlokal. Kaiser-Wilhelm-Siraße 6, unentgeltlich zu sprechen._ Beschluh des Wahlvereins Marieudorf. Die am 13. April staltgefundene Generalversammlung des Wahlvereins beschäftigte stch mit den bestehenden Parteidifferenzen und beschloß nachfolgende Resolution, deren erster Absatz gegen eine Stimme, der übrige Teil einstimmig angenommen wurde. Sie lautet: Die Generalversammlung vom Mariendorf erklärt sich ein- verstanden mit dem Vorgehen der Minderheit im Reichstag am 24. März. Der durch sie gebildeten„Sozialdemokratischen Arbeits« gemeinichaft" bringt sie vollste Sympathie entgegen. Wir fordern, daß sich der Kreis der neuen politiichen Vertretung der Linken durch die anderen Kreditgegner baldigst vergrößert. Als berufenste Instanz überlassen wir dem nächsten Parteitag die endgültige Ent« scheidung. Ferner legen wir ganz entschieden Protest gegen die diktatorischen Maßnahmen des Parteivorsiondes der„Lorwärts"-Nedaklion gegen- über ein. Mit allen zu Gebote stehenden Mitteln werden sich die Mariendorfer Parteigenossen gegen de» etwaigen Versuch wenden, das Blatt der Groß-Berliner im Sinne der Mehrheitspolink zu beeinflussen, weil diese Politik im schroffen Gegensatz zum Partei- Programm steht. Des weiteren drückt unsere Gencralversamnilung der einseitigen Haltung der„Partetkorrespondenz" und der„Fackel" ihre starke Miß- billigling aus. Sie verbittet fich zum Schluß, daß Mittel der Gesamtpartei benutzt toerden, um den Parteigenossen eine Politik aufzu- oktroyieren, die mit den Grundsätzen der Partei nicht in Einklang zu bringen ist. Die Artistenvercinigung„1tnion"-Neukölln(Mitglied des Arbeiter- Athleienbundes) veranstaltet heute im Etablissement„Karlsgarlcn" eine Wohltäligkeilsvorstellnng zum Besten dcS Liebesgabenfonds für die im Felde stehenden Mitglieder: Da der Verein vielfach bei Ver- anstaltungen der Arbeiterschaft mitgewirlt hat, so ist der Besuch obiger Veranstaltung zu empfehlen. Nosentbal— Niederschönhaufen-Wrst. Morgen, 2. Osterseiettag, »«anstallet der Arbeiter-Geianaverein Freier Männerchor Wil- h elmsruh im Lokal.Feldschlößchen", Inhaber Herr Milbrodt, einen Fomilien-UnterhaltungSabend juin Besten seiner im Felde stehenden Mit- glieder. Da genannter Verein sich bei allen Parteioeranstalnngen zur Aer« jügung stellt, so ist zu empfehlen, an dieser V eranstaltung teilzunehmen. Mus aller Welt. Eigenproduktion der Ztädte. Von sozialdemokratischer Seite ist schon häufig daraus hingewiesen worden, welche Bedeutung die Lebensmittelversorgung durch die Städte auch iu sozialer Beziehung hat. Nicht nur die Uebernahme der Lebensmittelverteilung, sondern auch die Eigenproduktion wurde deshalb bei verschiedenen Gelegenheiten angeregt. Ein lehrreiches Beispiel für den Erfolg dieser Kommunalpolitik liefert uns die Stadt Ulm a. d. Donau, die ungefähr 66 000 Einwohner zählt. Diese be- richtet jetzt über die Erfahrungen, die sie gerade während der Kriegs- zeit gemacht hat. Auf dem Gebiet der Schweinezucht ist die Stadt insofern selbst produzierend tätig, als sie der Genossenschaft für rationelle Schweine- zucht angehört, von der sie jährlich 2000 bis 3000 Schweine bezieht. Auf diese Weise war es der Stadt möglich, das Schweinefleisch an Kriegerfcmtilien zu dem verhältnismäßig billigen Preise von 1 Mark das Pfund abzugeben. Ferner läßt die Stadt Rinder und Ochsen bester Rasse mästen. Sie zahlt dafür den Marktpreis der Gewichtsdifferenz zwischen An- und Ablieferung und konnte so das Fletsch zu 1,05 Mark das Pfund verkaufen. Auch der Kar- toffclproduktion hat sich die Stadt zugewandt. Der Ertrag dieser Kartoffelwirtschaft beträgt rund 8000 Zentner, eine Summe, die es der Stadt ermöglicht, ihren Kartoffelbedarf selbst zu decken. Dabei betragen die ganzen Kosten 16 000 Mark. Wenn die Stadt also den Zentner mit 3 Mark verkaufen würde, so würde der Stadt noch ein Gewinn von 8000 2Rark verbleiben. Hier handelt es sich doch immer erst noch um einen Versuch und trotzdem sind die angeführten niedrigen Preise geradezu bestechend und zeigen uns den Wert einer rationellen Eigenwirtschaft der Städte im hellsten Lichte. Jedoch wird man in den städtischen Körperschaften trotz dieser glänzenden Beispiele ans Widerstand stoßen, der so lange währt, bis das Volk Männer als seine Vertreter entsendet, die un- beeinflußt von Sondcrintcresscn nur das Gemeinwohl im Auge haben. Tic Erde ist knapp...! Die„Mecklenb. Volksztg." brachte vor einigen Tagen eine Notiz. in der launig erzählt wurde, w>e der Krieg sogar die Preissteigerung der— Wayerflohe„beeinflußt". Von einem Leser aus Berlin er- hielt das Blatt daraufhin einen Brief in dem ein noch weit schöneres Erlebnis berichtet wird: „Denken Sie sich," schreibt der Einsender,„die Erde ist knapp! Ja, da wird es auf Erden noch schlimm werden, denn wohin sollen tvir gehen, wenn uns die Erde knapp wird? Jetzt wird es ganz schlimm! Also, hören Sic bitte! Kommt hier in Berlin O. meine Frau zum Gärtner(große freie Anlage) und kauft wie sonst für 10 Pf. Blumenerde. Man verlangt dafür jetzt aber 30 Pf.(I) Das Erstaunen meiner Frau über die verhältnismäßig unge- heure Preissteigerung beschwichtigt der Gärtner mit den Worten: „Was denken Sie, die Erde ist knapp." So mußte also der hohe Preis gezahlt werden! Die Komposterde, die jetzt zum Per- kauf kommt, ist ihrer Zusammensetzung nach so wenig von der Kriegs- zeit betroffen, wie die Wasscrflöhe Schuld an Lebensmittelpreisen tragen.— Wer es kann, plimdert eben den Mitmenschen ents, und wer dies nicht kann, bezahlt die Kosten!" Mancher Leser wird wohl sagen, daß damit der Höhepunkt der Verteuerung aller Gebrauchsartikel erreicht sein dürfte. Doch wir sind nicht so leichtfertig und bereiten uns schon auf weitere Heber- raschungen vor. Ter gestörte Eierhandcl in der Kirche. Ein niedliches Geschlchtchen berichtet man der„Votkstvachl" in Freibttrg aus Radolfzell:„Ein schwunghaflcr Eierkmndel fand am vergangenen Mittwoch in der dortigen katholischen Kirche statt. Ein auswärtiger Käufer wollte zwei Verkäuferinnen ihren ganzen Eiervorrat abnehmen, man sagt, um 20 Pf. für das Ei. Ilm nun bei diesem Geschäft nicht gestört zu werden— die Polizei hatte ausdrücklich die VerkSuserinncn von Eiern angewiesen, daß nicht mehr als 4—6 Stück an eine Person verkaust werden dürfen—, gingen alle drei in die Kirche. Wie wir hören, ist die Poltzei da- gegen eingeschritten, aber bei einer solchen Ueberschreilung der Höchst- preise wird doch hoffentlich das Gericht auch noch ein Worlchcn mit- zureden haben." Zu was doch eine Kirche gut sein kann! Von russischen Kriegsgefangenen überfallen. Wie die Stettiner ..Abendpost" aus Jocobshagen meldet, ist dort der 40jährige Stellmacher Amandus I o c ck e aus Jacobsdorf, welcher Freitag abeng aus die Kaninchenjagd gegangen war, von vier von ihrer Arbeitsstelle in Replin bei Dölitz entflohenen russischen Kriegs- gefangenen aus dem Gefangenenlager Stargard in Pommern überfallen und nach hartem Kampfe lebensgefährlich ver- letzt worden. Er erhielt einen Messerstich in die Lunge und mehrere Stiche sowie-inen tiefen Schnitt in den Hals. Er ist im Krankenhaus in Stargard gestovben. Nach den hinterlassenen Spuren sind die Russen in nordöstlicher Richtung davongelaufen, wahrscheinlich nach der Gegend von Dramburg. Sommerzeit in Oesterreich. Aus Wien wird gemeldet: Durch Verordnung des GesamtmimsterinmS wird in Oesterreich für die Zeit vom 1. Mai bis 80. September 1016 die sogenannte Sommer- zeit eingeführt. Erdbeben in Italien. In A q u i l a wurden Freitag mittag 1 llhr 25 Minuten zwei starke Erdstöße wahrgenommen, nachdem schon in den letzten beiden Tagen zahlreiche andere schwächere Erdstöße cingetveten waren. Die Bevölkerung wurde von einer Panik ergriffen. Im Dom, wo gerade Funktion aus- geübt wurde, fiel der Geistliche von der Kanzel. Die Menge stürzte schreiend ins Freie, Explostonsunglück in einer südfranziisischen Granatenfabrik. Freitag vormittag ereignete fich in einer Handgranatenfabrik bei Croix d'Hinz eine Explosion, bei der ungefähr zwanzig Per- fönen getötet und einige verwundet wurden.— Bei einem Brande in einer Tprengstoffabrik in Kronstadt wurden 17 Per- sonen verwundet. parteweranftaltungen. Trnipelbof. Eine Mitgliederversammlung des Wahlvereins findet. Donnerstag, den 27. April, abends 8'/i Uhr, im Restaurant Jordan Gottlicb-Dunkelstr. SV, Ecke der Germaniastratzc, statt. Aus der Tages- ordnung steht: Slellungnahme zur Kreisgeneralvcrsammlung. Ohne Mit- gliedSbuch lein Zutritt. Iteglit!. M i l t w o ch, den 26. d. M., abends 8>/, Uhr, Mitglieder- Versammlung bei S ch e l l h a s e, Steglitz. Ahornstr. 15g.. Tagesordnung: Stellungnahme bezw. Anträge zur Kreisgeneralvcrsammlung am 7. Mai. Wahl der Delegierten. Köpenick. Mittwoch, den S«. AM, abends 8 Mr, Mitglieder- v e r s a m m l u n g im Lokal von Rieck, Grün-mer Str. 7. Tagesordnung: 1. Die Ausgaben unserer MirelSgeneralversananlung. Resercnt Genosse Wo ick. 2. Dlsiulsion. 3. Wahl der Telcgiertsn. Lichterfelde. Am 3. Osterseiertage, abends 8 Uhr, bei Wahrcndors, Hindenburgdamm 104: Generalversammlung dcS Wahlvereins. TagcS- ordnung: l. Bericht des Aorstandes. 2. Neuwahl. 3. Stellungnahme zur austcrordentlichen LlreiSgeneralversammlung. t. Delegicrtemvahl zu der- selben. 5. Verschiedenes._ ßcauenlejeabenös. Mariendorf. Leicabend Dienstag, den L5. d. M., 8'/, Uhr, bei Benscheck, Chausseestr. 27._ Freireligiöse Gemeinde. Tonnlag, den 23. April tSIß, vor- mittags 11 Uhr, Kleine grmilsurler Strage 6: Vortrag dc§ Herrn Dr. B. Wille:„Das Kreuz als Sinnbitd".— Nächste Kindervorlesung: Sonntag, den 30. April. Arbeiter-Tamariterbiind. Kolonne Gro st-Berlin. Mit- glicderversammlung Mittwoch, den 26. April, abends 8>i, Uhr, Köpcnicker Strasje 62(Reslauranl). Tagesordnung: DicnstveAcilrmg am 1. Mai und andere Vorträge. Die Mitglieder werden dringend ersucht, zu erscheinen. Eingegangene vruckschristen. Kultur, Kunst und der Krieg. Ein Nochwort zu einem Vorspiel von P. Wcngras. 71 S.— K. Konege», Wien. Der Weltkrieg in der Karikatnr. Von Eduard Fuchs. Yn 36 Lieserungen a 1 M. Lieferung 2-10. A. Langen. München. m„ Tor Krieg 19U!lö tu Wort und Rild. Heft 7s-7< Jebe Woch« ein Hesl 30 Ps.— Wie wir unser Eisern Kreil, erwarben. Selbst- crlebnisse bearbeitet von F. Freih. v. Dinckloge-Eampe. Hest 3«. 4. Einzelh. 30 Pf.— Bong u. Co., Berlin W. 57. Fachblatt für Holzardeiter. Hest 4. Herausgegeben vom Deutschen Holzarbcilerverband. Erscheint am 15. jeden Monats. Biertelj. 1,20 M.— Selbstverlag des Verbandes in Berlin SO. 16. Ein allgemeiner Rrbeitsuachwoio fiir bi- Burcanangcstcllte». Von E. Schöwitz. 30 Ps.— Verlag des Verbandes Deutscher Bureau- beamten, Leipzig.. �. Iutornational« Nundscha«. 2. Jahrg., 5. Hest. 80 Ps. Artistisches Institut Orcll Füßli, Zürich._ WettcrauSsichten für das mittlere Storddeutschlaud bis Montag mittag. Zunächst ziemlich warm und vielfach bester, später von Westen nach Osten fortschreitende Zunahme der Bewölkung, Regen- fälle und Abkühlung. Strichweise Gewitier. Bei Blutarmut Bleichsucht, Appetltloslgk., allgem. S das wohlschmeck. Haemäticmn-Dlaus. mäche besond. bei Frauen u. Kindern ist ärztl. bcvorz. Gr. FI. Z.bv d. alle Apoth. klis feins Damen-Kosiüme, Herreu-Änziige usw, Mtr. 4,-, 6,-, 8,-, 10,-, 12,- M. Tuch-Lager Koch& Seelanil G. m. b. H., CeftraBilteDStP. 28/21, 8-eöenUber� i Petrikircha. VestnHnn's Tnum�zin GröSte Aaswahl. BUligcle Preise. L Mohrentiraßo 37» (Kolonnaden) iL Or. Frankfurter Str. 115 (nahe Andre asstr.) Attswahissndungen tofert Amt Zentrum 7890. Conntaj 12— 2 Uhr ßeöffnat. ksi-ft«.Hrkiofl 3hBall iUazcahaadlung Borllii.'Wildelm- Strasse*ßJ47. Fleeliten aller Art heile ich schnell, restlos und ohne Zlücksall. Ausk. kostenlos.* Markmann. Magdeburg 20, Postsach 120. schmerzhaste Fuszsohlenverhärluna u. 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In stiller Trauer 118A Rraii zäuiia-Cltiuauu. Nach langem, zum Teil sehr schwerem Leiden verschied am Donnerstag, den 20. April, meine innigstgelicbtc, herzensgute Frau, ! unsere Müller und Grotzmustcr, Schwester und Schwägerin Kkarss l&losia se*. Schulz. Letcht sei ihr die Erdet Im Namen der Hinterbliebenen Raul SSosla als Gatte. Die Beerdigung findet statt am Dienstag, den 25. ßlpril, nachmitiagS I 2 Uhr, von der Halle de« städtischen Zcntralfricdhofes in Friedrichs- seldc auS. 618b Als Opfer des Weltkrieges liehen aus dem Schlachtseide ihr blllhende» Leben zwei Brüder, unsere inniggelicbien, herzcnsguicn| I Galten, meine einzigen Söhne am 2. März 1916 Jns.-Negiment 64, 4. Komp. im Aller von 30 Jahren. am 81. März 1918 Otto Trapp Hermann Trapp Jnf.-Regiment 60, 11. Komp. im Alter von 31 Jahren. Die» zeigen ticfbetrübt an die Euch nie vergessenden Gattinnen Herta Trapp gb. Tioltcnbnrg Roka Drapp gb. SchmtetainSIt j und Sohn, und Sohn. Niederschönhausen, Sachsenstr. 8. verlin. Swinemünder Skr. 42. Wilhelmine Trapp als Müller. Ihr starbt im Frühling Eures Leben», Geschafft habt Ihr mit treuem Fleth, All unser Hoffen, ach, es war vergebens, Ihr kehret niemals wieder heim. Wir können Euch nichts mehr bieten, I Mit nichts mehr Euch erfreu'«, Nicht eine Handvoll Blüten Auf Eure Gräber streu'n. Spezialarzt für Haut-, Harn-, Frauenleiden. nerv. Schwäche, Beinkranke jeder Art. Ehrlilli-Hcta-Kmen, Friedrichstr. 81, Sprchst. 10-2, 5-9, Sonntg«. 11-2. Honorar mähig, auch Tcillznhl. — Separates Damenzimmer.— So ruht nun fanst in fremder Erde, Wir sind so glücklich hier gewesen. I Doch grausam grisfdas Schicksal ein, Nahm uns das Liebste h er aus I Erden, Lahtuns in unsrem Schmerz allein. Ihr schlummert nun in stiller Ruh, � Unsere Liebe deckt Euch zu. Euer einziger Wunsch war nur ein Wiederscyn. Ruhet sanst in fremder Erde! Als Opser de» Weltkrieges sicll am 9. April unser langjähriger l Bezirks- und AbteilungSsührer Richard Stahl. I Ehre seinem Andenke» j Die Genossen des 340. Bezirks,! I Teil I und der 3(1. Abteilung. 4. Berk. NeichStagS-Wahlkrcis. I 1. F' [ Wirklich cedieg«* ßlofT»! Feiertag geschlossen! Z. Feiertag 1Z bis Z LFar ccößrsel. Billige Preise. y«Bebst« Tor min Ckoin« Datzendwai e).l Praktiech« öUDailllnQ«äiiilel mit passender Kappe, bian, grün, mod«, kastanianbr« aus Popeline, Kammgarc. Kaschmir, Beide, bis an den wailest. Gr., prücht. Gummier, 65,—. 48.—, 86,—, 29,— ,22, 19,—. Harrangummimäntel, auch I. Offizior« a. jUaunßchalUn, 50,— ,38,—, 24,— ,20,—. Setaseidangommim&ntel, gaaatalich geschützter Ersata f. Gamm fescheste Emmen, praohtrolia Karben, -, 56,- 43.-. 45,'�« 4i.-. 7e«oke KovcrUol- mttniel bar«, halblang; lanf. angeffltten, auch mit Beide, grfln liehe, mode Töne, darunter prächtige Herrensteffe, glatt mit dtappereion, euch Fanta sie formen loa# Qlockenforman(keine D atzend wäre) 65,-, 58.—, 49,-, 36-. 29,-, 22.-. IS,—, WlnJcr- Angebote!! 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Gewidmet zu seinem beutigen L6. Geburtstage. Dem Völkerringen zum Opfer siel nach ISmonatigen Kämpfen am 25. Februar 1916 unser Herzens- guter Sohn, Bruder, Schivager, Better, Neffe und Bräutigam ködert Gertb Reservist des Jnsi-Ncgtm. Nr. 20 Berlin, Gubener Straße 7. In schmerzlichster Erinnerung: Tüilh. Gerth u. Frau als Eltern. Ffranz Gcrth t als Brüder Willi Gerth j zurzeit im Felde und Angehörigen nebst Elise Schmidt als Braut. Wir werden Dich nie vergessen. Ruhe sanst in Feindesland. ! 8cMl!Wvkfsti5ehefMseTelp Win. Die Beisetzung des am 11. Ja- ' nuar im Felde gestorbenen | BczirlSsllhrers Paul Altmann Pannierstr. 16— 3. Bezirk, findet nach der Uebersührung der Leiche nach hier am Dienstag, den 25. April, nachmittags 2 Uhr, | auf dem Ehrensriedhof der Ge» meinde Neutölln am Mariendorser | Weg statt. Ilm rege vetelltgung ersucht l 237/8 Ter Vorstand. veulzedei' tarWer-VEiiianil. Zwclgverein Berlin. Bezirk Westen. Am 18. April starb unser Mit. glled, der Hilfsarbeiter Priedridi Brust. Ehre seinem Andenken: Die Beerdigung findet heute, nachmittags 41/, Uhr, von der Halle des neuen Jakobi-Kirch- hoscS in Neukölln, Hermann- slratze, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 141/13 Die örtliede Verwaltung. OeufSEiißF Bolzariieitervertianil Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht. ! dah unser Kollege, der Klavier- I arbeitcr Paul AUmann Neukölln, Pannierstr. 16, > im Alter von 35 Jahren als Soldat verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 25. SIpril, nach- mittags 2 Uhr. aus dem Gemeinde- friedhos Neukölln, am Marien- dorfer Weg, statt. Um rege Beteiligung ersucht 1 85/15 Tie Lrtöverwaltnng. Deulscliep Ilolzarlieiierverijanl Zahlstelle Adlershof. Den Mitgliedern zur Nachricht, I dah unser Kollege, der Tischler Karl Müller |am 17. April gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet ei Osterseiertage, den 24. April,! > nachmittag» 3'/, Uhr, von der! Leichenhalle des EmmauS-Kirch- Hofes in Neukölln, Hermannstratze, faus statt. Di« Ortsverwaltung. Mein lieber Mann und unser guter Vater, der frühere Schrift- sezer und jetzige Gastwirt (iustav Günther verschied nach schwerem Kampfe am Freitag, 21. April, morgens 2'!, Uhr. Um srllle Telliiabme bitten Bio tiefbetrlitlen Hinterbliebenen Hedwig Günther nebot Kindern, Elnäschcrunz Dienstag, 25. April, 5 Uhr, im Krematorium Gericht- ftraszc 37-38._ 622» UrHEEEi - Die- Wochenschrift für ArbeUersamMen Wöchentlich I Heft für 10 Pf. Allzu früh und fern von seinen Lieben frei als Opser des Welt- trieges nach 20 Monate langem Ringen am 31. März 1916 durch Granat Ivlitter am Kops mein lieber ältester Sohn, unser gulcr, Bruder und Enkel, der Armie� rungssoldat Lried Fellmaim im blühenden Alter von 28'/, Jahren. Die» zeigen in tiesemGchmer» an Wwe Auguste Felhnann als Mutter. Max, Riehard, als Brüder, zurzeit im Felde. Geosmuttee». alle Verwandten. In der Blüte deS Lebens, in der Füll« der Kraft, wurdest Du lieber Sohn und Bnrder dahin- gerafft. Er schrieb nie. daß er darbte. Er tlagte nie bis er starb. Tat treu seine Pflicht, bis die Kraft llesi nach, bis fein Herz stand still und daS Auge brach. Schlaf wohl, geliebter Sohn. Ueber Deinem Grabe weht der Völlersiicden._ 12321 AIS Opfer des Weltkrieges starb insolge seiner schweren Ver- wundung durch Schrapnell am 11. SIpril 1916 nicmjieber Mann, unser guter Pater, Sohn, Bruder, Onkel und Tchwager, der Land- sturmmann f*«»! Fleck Res.-Jns.-Regmt. 20, 10. Komp. In tiefem Schmerz Berta Fleck geb. Hook als Gattin nebst Kindern Bruno, Kurt und Fried. Augusts Fleck als Mutter. Willi Fleck als Bruder, zurzeit im Felde, nebst Frau. Max Fleck als Bruder, zurzeit in Gesangenschast, nebst Frau. Karl Fleck als Bruder, zurzeit im Felde, nebst Braut, Schwager und Schwägerin. Mein Neb er Mann, ruh' sauft In Frieden, Du meine Welt, mein ganzes Glück, Zu früh bist Du von uns ge- schieden Und stehest uns allein zurück. Allein zu sein, drei Wort« letcht! zu sagen,( Und doch so schwer, so endlos i schwer zu tragen. D'rum, lieber Paul, ruh' still in 1 Frieden. Ewig beweint von Deinen Lieben. I AIS Opfer diese» Kriege« siel am 27. März 1916 beim Sturmangriff mein lieber, unvergehiicher Mann. unser lieber Onkel, Schwager und Schwiegersohn doksnn Müller Jnsanterie-Regiui. 344, 11. Komp. Witt»» Henriette MUI ler»w. Düring Franz und Frida Döring, Stralauer Sir. 33. O, Schicksalsmacht, ich sah e? kaum, wo bist Du hin, mein schönster Traum. 6136 Ruhe sanft in fremder Erde! Am 19. SIpril 1916 starb im Boremslazarett Peslatozziichule zu Ludwlgshasen Im Aller von 20 Jähren unssr lieber, hossnungs» voller Sohn und Bruder, der Schlosser kemim Hartmaim an den Felgen einer schweren Verwundung, welche er am 23. Februar t 916 bei einem Sturm, angriff erhalten hatte. Dle Leerdiaungsandamllt.b. M. aus dem stadtischen Friedhose in Ludwigshasen statt. 620b Familie Hartman», Berlin- Treptow. 21 m Freitag, den 21. April, ( morgens 3 Uhr, verstarb infolge ! Schlagansall moine inniggeliebte Frau und h erzensgute Mutter Paulme Wilke geb. KUhler tm 54. Lebensjahre. 619b In tiefer Trauer Gustav Witte und Kinder, Elsenbahnstrahe 3«. Die Beerdigung findet am Monlag, den 24 April, nach- mittags 3 Uhr. von der Halle des Emmaus- Klrchhoses, Neukölln. Hermanustrahe, au» statt. Sem MMni nnftm ms in MMm« geWmü Moflen! Hat 16. Lprll 1919 verstarb im Lazarett Graboivsee tnfoigc Krarikhelt imser Genosse, der Zlnnnerer vtto Tvkuk Echönleinstr. 4. Bezirk 135. «tn 9.«prll 1916 fiel auf dem Tchlachsteld« unser Penosi« psuS ToknviÄon Kalser-Franz-Regiment. Bezirk 129. ! 293/19 SezIaMemokr. Wahlvereln f. d. 2. Berliner Refohstsgtwahlkr. «m 9. April fiel im Alker von 89 Jahren nnser MkellungSfohrcr\ | und Niiglied der Beschwerdekommission, der Maschinenarbeiter mckantl Stahl Löweftr. 7, Bezirk 3401. Am 20. März fiel im Mter von 39 Jahren der Arbeiter August Feindt Wiener Str. 60, Bezirk 197 II. Jnsolge einer Verwundung starb am 30. März im Mer von 35 Jahren nnser BezirkSführer. der Marmorschleifer Fmll Paetzel Pasteurstr 17. Bezirk 420 II. 219/13 Sezlaldemekr. Wahlvereln f. d. 4. Berl. Reiehaiagswahlkrelt. Deutsclier Bauarbeiterverband. Zweigverein Berlin. Am 12. März fiel unser früherer Bezirkdführer. der Handlung?- gehilfe Walter Schmidt (24 Jahre alt), Martin-Ovitz-Str. 19. 17. Abt., Bezirk 824». Am 9. März siel durch Kopsichuß der 80 Jahre alte Krisenr Fritz Blenke «ostocker Dir. 42. 14. Abt., Bezirk 690 b. Am 27. März fiel im Alter von 89 Jahren der Bauhilssarbetter Klax Flckert 229/3 Demminer Str. 9. 9. Abt.. Bezirk 594. Sezlaldemekr. Wahlvereln f. d. 6. Berliner Relchsfagewahlkr. AIS Opfer de?«eltkriege» fiel am 1. April im 32. Lebensjahre | unser Genosse, der Brauer Paul Grabowski Bezirk 9. 15/8 Sozialdemokrat. Wahlvereln Berlln-SetiBneberg. In der Nacht zmn 16. April fiel unser Genosse, der BezirkSführer Hermann Obst. 195/14 Sozlaldemokr. Wahlvereln Brllz-Biiekow. Ein Opfer deS Weltkriege» wurde unser treueS Mitglied, der| Metaklarbeiter Karl Pietsch. 195/18 Sozialdemokratischer Wahlverein Lankwitz. Am 27. März starb im Lazarett an einer Verwundung der Metall- arbeiter Hermann Pautsch Tellstr. 2, 4. Bezirk. 287/7 Sozialdemokratischer Wahlvereln NeukSlln. Bezirk Grost-Bcrlin. Folgende Kollegen find im Felde gefalle«: Gutav Bahr, G-schsftskutscher. Otto Härtel, Arbeitskutscher. Otto Dorenburg, Geschästskutfcher. Erich Fellmann, Droschkenchauffeur. Paul Haberland, Industriearbeiter. Rudolf Heuer, Miillschaffuer. Ernst Kesten, Industriearbeiter. Hermann Langguth, Geschsftsdiener. Gustav Lungwitz, Geschiiftsdiener. Rudolf Meier, Rollkutscher. Hermann Werner, Branereiarbeiter. 64(4 Ehre ihrem Andenke«: Die Bezlrk.leltnnc. Im Felde find folgende Kollegen gefallen: Honzer, Karl, Wahr, Bezirk$chane#e*fi. FlBClf, Panl, Rabitzpuher,„ Wedding. Franke, Wilh., Maurer, Heckel, Heinrich, Lehmann, Paul, Maurer. Meske, Franz, st-ker, Hölze!, Friedr., PölZel, 0(lO, Maurer, Piate, Herrn., Hilfsarbeiter„ Nordoste». Runge, Hans, Hilfsarbeiter,„ Lichtenberg. Schulze, Odo, Maurer,„ SchSneberg. Sloldl, Herrn., Maurer.„ Moabit. Thiede, Wilh., Maurer,„ Oste« L Torges, Paul, Stukkateur.„ Lichterfelde. leidler, Hugo, Stukkateur.„«»»»»». „ Köpenick. „ Norde» L „ Charlottrnburg. „ Schöueberg. „ Sharlottendurg. „ Marienfrlde. 141/12 Ehre ihrem Andenken! Die örtliche Terwaltnng:. Verband der Schneider, Schneiderinnen und Wäschearbeiter Deutschlands. Filiale Berlin. lern Andenken unserer anf dem Kriegsschauplatz gefallenen Kollegen! Am 2. April starb im Lazarett im Osten durch Granatsplitter der Herrenmaßschneider Wilhelm Röhnisch geb. 16. 4. 71. Ferner fiel am 28. Februar 1916 im Osten infolge BrustschusfeS der Herrenmaßschneider .Joseph ienick geb. 14. 1. 81. Ebenso der Herrenmaßschneider Ludwig Podvmskl geb. 11. 6. 76. DeS weiteren starb im Lazarett im Osten an Lungenentzündung der DarnenkonfektionSschneider Julius Keiler. 162/20 Die OrtarerwaltUUi». Deutsch. Metallarbeiter-Verband Ortsverwaltung Berlin. Als Opfer des Weltkrieges fiel am 21. März 1916 infolge eines Kopfschusses unser inniggeliebter, hofintmgs- Toller Sohn nnd guter Bruder Max Stolzenburg (Ke3.-Inl.-Eegmt. 52) im blühenden Alter von 21 Jahren. In tiefstem Schmerz Karl Stolzenbnri; nebst Frau und Kindern. Ebelingstr. 4. 134A Wie schwer ist es doch zu verstehn, Daß wir uns nicht mehr wiedersehn. Wer Dich gekannt, kann unsem Schmerz ermessen; Wir werden Dich, geliebtes Herz, niemals vergessen. Ruhe sanft, so fern von Deinen Lieben! LkWvtwiirtljcheZ! Lteislteui:«lkrrd Wielepp. Neutoto, güx des Dem Andenken unserer im Felde gefallenen Kollegen. Paul Lecken, Drücke». geb. 25. 8. 1873 in Tretzdors. Kani Fritze, Schlosse», geb. 14. 5. 1893 in Berlin. Paul Gahlen, Schlosse», geb. 26. 10. 1890 in Berlin. Max Großmann, Schlosse», geb. 25. 9. 1886 w Neufölln. Friedrich Henkel,@ftrtie», geb. 2. 1. 1891 in Lüneburg. Franz Jaschinski, Metallarbeiter, geb. 24. 8. 1890 in Eichmedien. Oskar Lirka, Dreher, geb. 14. 1. 1888 in Vetschau. Emil Marx, Schlosser, geb. 11. 3. 1884 in Seeren. Karl May, Schlosse», geb. 6. 10. 1883 in Praßnicken. Walter Stoppok, Schlosse», geb. 29. 3. 1893 in Glogau. Max Zänker, Schleife», geb. 7. 3. 1889 w Wolgast. Ehre ihrem Andenken! 115/13 Die OrtSverwalwng. Allen Verwandten und Bekannten die ttestraurtge Nachricht, daß unser lieber, hoffnungsvoller Sohn und Bruder, der Grenadier 13 Hapke Reserve-Jnjanterie-Regiment Nr. 202 im 21. Lebensjahre am 16. April 1916 als Opfer des Weltkrieges in- soige KopsschusseS gefallen ist. Die tiesbeirübten Hinterbliebenen: August Hapke nebst Frau und Kindern. Hugo Hapke als Bruder, zurzeit im Felde und Elsa Neuenhagen-Leipzig als Verlobte. Ruhe sanft Du gutes Herz, Du hast deu Frieden, wir den Schmerz I Allen verwandten, Freunden und Bekannten dt« traurige Nach- richt, daß mein lieber Mann,! unser guter Vater, Großvater, I Schwiegervater und Onkel, der | Gastwirt 64/6 j Albert Mrowka Berlin, Engelufer2l, im Alter von! 53 Jahren plötzlich verstorben ist. I Die Beerdigung findet aml Dienstag, den 25. April, nach- mittags 4 Uhr, von der Leichen- halle des St. Michael-Kirchhoses, I Martendorf, Rixdorser Straße I (Mariendorser Weg) aus statt. Ww Anna Mrowka u. Angehörige. SoziaideniokralischerWablvereiiil LlOeplieiebslags-Wablkfeis, Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Gastwirt Albert iMrowka Engeluser 21 gestorben ist. Ehre seinem Andenken k Die Beerdigung findet am Dienstag, den 25. Zlpril, nach- mittags 4 Uhr, von der Leichen- Halle des St. Michael-Kirchhoses, Mariendorfer Weg, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 209/12 Der Verstaad. Verband der freien Gast- und Sebankvirte Dentseblands. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege Albert Mrowka (Engeluser 21, Bezirk 4) verstorben ist. Ehre seinem Andenken k Die Beerdigung findet am Diensiag, den 25. April, nach- mittags 4 Uhr, von der Halle des St. Michael- Kirchboses, Mariendorser Weg in Marien- darf, auS statt. Um rege Beteiligung ersucht 73/20_ Die Orlsverwaltung. Zentral-Kranken- 1 Slerhekasse der deutseben Wagenbauer. Ortsverwaltung Berlin 16. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß am 21. d. MtZ. unser lang- jähriges Mitglied Albert Mrowka Engeluser 21 plötzlich verstorben ist. Die Beerdigung findet Diens- tag. den 25. April, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle deS St. MichaelS-Kirchhoses, Marien. dorser Weg, auS statt. 621b Die Ortsverwaltnng. Deutseber Transportarbeiter-Verband. Bezirksverwaltung GroB-Berlin. Ten Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Borstandsmitglied, der Kollege Albert Airtwka im Aller von 53 Jahren plötzlich verstorben ist. 64/5 Die Beerdigung findet am Dienstag, den 25. April, nach- mittag» 4 Uhr, von der Leichen- Halle deS St. Michaei-KuchhoseS, Mariendorj, Rixdorser S-raße (Mariendorser Weg), aus statt. Der Verhandsversiaml. Sozialdemokratiseher Wahlvereln I. OJerLBelchstagswahlkrels. 10. Abt Bez. 620. Am 21. April, früh 8 Uhr. starb unser Genofie, der Gastwirt (justsv(jüntber Brunnenstr. 96. Ehre seinem Andenken k Die Einäscherung findet am HienStag, den 25. April, nach. miltagZ 5>hr, im Krematorium, Gerichtstraße, statt. 226/4 Der'Vorntand. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, dag mein Mann 123A kür! Müller Laufitzer Straße 7 verstorben ist. Josepha sslfilier nebll Kindern. Die Beerdigung findet morgen Montag, nachmittag» 8'/. Uhr, von der Leichenballe des EmmauS- Kirchhoses aus statt._ Als Dpier deS Weltkrieges starb durch Schrapnellsplitter am 9. April 1916 mein lieber Mann, der Landsturmrekrut Richard Stahl Jns.-Reg. 72, 10. Komp., im Alter von 37 Jahren. Im tiefen Schmerz A Frau Emilie Stahl. druthrei ü, Deulseber Iransporlarheiter-Verband. Bezirksverwaltung GroB-Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht. daß unser Kollege, der Kutscher Läugrc! Contenius am 20. d. Mts. im Alter von! 47 Jahren verstorben ist. Die Beerdigung findet morgen Montag, den 24. Avrll, nach. mittag? 1 Uhr, von der Leichen- balle des Ehristus-Kirchhofes in Martendorf aus statt. Den Mitgliedern serner zur Nachricht, daß nnser Kollege, der Bretterträger Adolf Krause von der Firma Ftumvs in Treptow am 20. April im Alter von 58 Fahren verstorben ist. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 25. AprU. nach- mittags 3>/z Uhr, von der Leichen- Halle deS Thomas-Kirchhofs in I Neukölln, Hermannstr., aus statt.! Den Mitgliedern ferner zur j Nachricht, daß unser Kollege, dcr> Setterlutscher dulius Jensen von Firma H. Petereit am Mitt« B woch, den 19. April, im Aller von 68 Jahren verstorben ist. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 25. April, nach. mittags 4 Uhr, von der Leichen- balle des Gemeinde-Friedhofes in Neukölln, Mariendorfer Weg, aus statt. Um rege Beteiligung wird ersucht. Den Mitgliedern serner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Packer Paul Lange von der Firma Lorenz, Elisabeth- ufer 4/5, am 18. April im Alter von 26 Jahren verstorben ist. Die Beerdigung findet am DienStag, den 25. Nvril. nach. mittags 4 Uhr, von der Leichen- balle des Neuköllner Gemeinde- Friedhofes, Mariendorser Weg, auS statt. Um rege Beteiligung wird ersucht. Den Mitgliedern serner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Schankwirt Albert iMrowKa am 21. April tm Alter von 53 Jahren verstorben ist. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 25. April, nach- mittags 4 Uhr, von der Leichen- balle des neuen Mchael-Kirch- boseS in Mariendors, Rixdorser Straße, aus statt. UmregeBeteiligungwird ersucht. Nachrufe. Den Mitgliedern serner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Fensterputzer Otto Halsband von der Firma Darkow, Mohren- straße 16, am 19. April im Alter von 56 Jahren verstorben ist. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, dag unser Kollege, der Industriearbeiter Lrnst Hübner am 18. April im Alter von 60 Jahren verstorben ist. Ehre ihrem Andenke«! 64/7 Die Bezirksverwaltung. Allzu srüh und fern von seinen Lieben fiel am 12. März 1916 unser bcißgeliebter, hosftmngZ- voller Sohn, Bruder, Schwager, Onkel und Bräutigam, der MuS- ketier VValter Schmidt Jnf.-Rez. Nr. 60, 8. Komp., im blühenden Aller von 23 Jahren. Dies zeigen tiesbetrübt an G. Schmidt und Frau als Eltern und Angehörigen. Hann« Feilhauer als Braut nebst Ettern. Du warst so gut. Du starbst zu srüh, Vergessen werden wir Dich nie. Ruhe sanft Du gutes Herz. A Danksagung. Für die herzliche Teilnahme an dem Ableben meines inniggeliebten Mannes sage ich allen Freunden und Bekannten sowie den» Tlansportarbciterverband meinen Dank. 146b sirao Anna Vogel geb. Scholz. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme und ichonen Blumenspcnden beim Hm- scheiden meines lieben Mannes und Vaters 17A Wilbelm Dobitz sagen wir allen Verwandten und Be- kannten, sowie dem Genossen Küter sür die trostreichen Worte am Grabe und den Mitgliedern des Schöne- berger Frauenchors und des Wahi- vereinS unseren aufrichtigsteil Dank. Frau Ailiia Dobit- nebstKinder»».Schwiegersöhnen. Bertin-Schöueberg, 22. April 1916. Paul Smger& Co« Berlin SW. Zouuiaz. 23 Aprl! 1915. Gerichtszeitung. Wieder ein Tauetprozeß. Nachdem eben ersl der fast drei Wochen andauernde Prozeß gegen die ehemaligen Direktoren des Preußischen Leihhauses beendet ist und der seit dem 28. Februar vor der dritten Strafkammer deS Landgerichts I verhandelte Betrugsprozeß gegen Steinbock und Genossen noch immer weiter geführt wird, beginnt unmittelbar nach den Feiertagen schon wieder ein Riesenprozeß vor der l. Strafkammer des Landgerichts I unter Vorsitz des Landgerichtsdircktors Dr. S ch w a r tz e. ES handelt sich wieder:m ganz umfangreiche TarlehnZ- schwindsleicn, die der wegen Betruges in ungezählten Fällen angeklagte Kaufmann Karl W i n t l e r, der feil l Jahren in Untersuchungshaft i i y r und von der Äullagc« bebörde als gemeingefährlicher Vorfchnsinepper angesehen wird, verübt haben fall. Der erst 33 Zerre alte Angenagte hat seine kaufmännischen Talente schon in onSgiebigstem Maße auf den verschiedenste!! Gebtetcn betätigt. Er ist gelernter Drogist. Mit 20 Jahren war er Angestellter bei dem.ItUernalionaien AuSin » bureau Union" des Herrn Flotando Eichbaum, der gleichzeitig die .Deutsche Kredit- und D:"conto-Ban!" degründet hat.. Noch nicht 22 Jahre alt übernahm LSintler die„Weltansknitsrei Uni«»!.", ve.-- kaufte sie aber nach einiger Zeit an den Kammann Otto Schaar- schmidr und übernahm dann das Eichbaumsche„Bankgeschchr. Ader auch in anderen Unternehmungen versuchte er sein Glück!>0 gründete er das.Expoitgeschäst und Versandbuchhandlung Carl WinUer u. Co.", ein.Veisandge>chäst kosmetischer Präparate Dr. Aders u. Co.", eine.Berliner Grundstücks- und Terrnin-Vcrwcrtungs-Gefellfchast", auch wird behauptet, daß er sich in der Bermittelung von Trauungen in England betätigt habe. Schkiesstich wurde er personlich haftender Gesell'chastcr der Kredit- und Jmmobiliengesellschast räiuüer u. Co. Teil Jahren betrieb der Angeklagke die DarlehnSvernütleluirg. In immer wiederlehrenden Inseraten, die über das ganze Inland und teilweise auch über das Ausland verbreitet wurden, bot er„Dar- Ischen an reelle Leute jeden Standes und gegen Raten- Rückzahlung und mäh ige Zinsen" an, wobei er den Glauben .".weckte,.t'g er ii'lbs! der Geldgeber sei. In seinen Diensten f.".. c. l'.;u".Utk», nie die Werbetrommel für ihn rührten und ihm riete T iuseude von Daxlehnssuchern zuführten, von denen d e:u. ä-m l. liegen fühlten, wie die zahlreiche» eil.'. Su-'t; ee..gangcuen Strafanzeigen und die mehr als. m.. ,.•».. iese, die dem Angeklagten über- mittel: wurden, l:>•.■■cn... ie Ges.däftSvrariS des Angetlagtcn soll darin beste sen.ui, das; er seinen Vorsatz lediglich darauf richtete, von den'..:> ir, e.e. n teils Vorschüsse in Bargeld, teils ed„.'. als, t; zu erlangen und sich dann der Erfüllung '.c'.ne's...'.a'e..' Darleun zu gewähren, möglichst ni entziehen. Es sollen außerordentlich zahlreiche Personen, ohqe einen Pfennig Darlcön zu erhalten, beträchtliche Vorschüsse g.'-ahlt ha!.n t!' gen, die im Bertranen auf sofortige Erleehmtg ihr.. inchs an den Angeklagten Wechselakzepte ge- geben tzaltsN. I:.* er sofort diskontierte,?on den Diskonteuren der« rlagt, von den Gerichten verurteilt und mit Zwangsvollstreckung .'folgt t. i. Es haut e!k.ich NU» viele Hunderte von Straf- fällen und mehrere Tausend geschädigter DarlehnSincher. Die Ver- andktntg dä ä.. rei Wochen in Anspruch nehmen. Ueber das Urteil werden wir berichten. Theater. Direirticm: ckturr ilercliardt. s'/j Uhr: Faust i?. Montau; ö1;, Uhr: ih'aast II. Dienst. TE./U.: De.- kdiberpoT (Frau Wolfk; Elso Lehmann. Kammerspiele. 8 Uhr: ße: einrjebjidate Krank#. Hierauf: Ballett. ckkaohm. 21/, Uhr(kleine Preise): Die denisohen KleinstllKer. Jlonrag: Der einj;clii!date Kranke. Hierauf: Ballott. Volksbühne. Theater a.BDIowjl 8 Uhr: Die lffottenbarstPr. Kechm. 2'/. Uhr(kleine Preise): Das flflrnberaisch Ei. Montag: I)le Tfottenbnrper. Nachm. 3 Uhr(kleine Preise): Doppelselbstmord. Dienstag: Romeo und laüa._ Dir. Meinhard-Bernauer. Theater in der Königgräteer Str. T'/j Uhr: Ein Traqinspicl. Nachm. 3 Uhr: Ruascli. Mor.t. T'. jU: Ein Tranmeplel. Nuohm. 3 Uhr: Raasch. Komödienhans. T'/j U.: Z. 1. M.: Der siebente Taj. Nachm. 3 Uhr:„Extrablätter!" Montag 7-1, Uhr: Der siebente Tag. Nachm. 3 Uhr;„Extrablätter!" llorliner TlK-ateT1. 8 Uhr: Wenn zwei Hcchzeil machen. Nachm. 3 Uhr: Wie einst im Kai. .Mont.8U.: Wem: zweiHochz. machen. Nachm. 3 Uhr; Wia einst im Mai. Theater für deh 1. Detitsctes Opernhaus Lharlottdg. 3 Uhr; Itcr Elottelsfmlent. 7U.: Wohltätigkeitsvorat.: Parslfal. Am 2. Poicrtacr: 12 Uhr mittags uml 7 Uhr abend.;: Wobitätig- keitsvorstellung; Parsi'al. Priedrich-Wilheimstädt. Theater. 3 Uhr: Oer üdelc Itunrr. 8 Uhr: Ons Orclmüüorllmaa. Am 2. Feiertag; 3 Uhr: Oer Truiibiidonr. 8 Uhr: Das OrciniüdcrlhciiH. Osbr. SEd-Tliaater äü älien örei OsferfeieriEse!!: s Uhr: Ber Scliiemllii. Kleines Theater. 3j;, Uhr: Jettchen Gebert. 8 Uhr: Dogierbesach. Am 2. Feiertag; 3'/. Uhr: Henriette Jacoby. 8 Uhr: ILogierbesuch. Komische Oper. An beiden Feiertagen: 3'/, U.: Janpr nml! man sein. 8 Uhr: Der Favorit, �heh� Dnstspielhans. An beiden Feiertagen: 3./.U.: Die öEUlsclieü KIsinslätiitT. sv.uhx: Der Satte lies Fräuleins. Metropol-Theater An beiden Feiertagen; 3 Uhr: Wiener illnt. euir; Die Kaiserin tCsU Rontis Operetten-Theater An beiden Feiertagen: sv. uy Dar Weitenbummler. 8 Uhr Der selige Balduin nii äer Free ynte Sonntag, den 23. Slbril 1916: Nachmittags 3 Uhr: Volksbükme, Theater am Büiowpiatz: Das Nürnbergiich Ei. Teukiches Opernhaus: Der Bettel- siudent. Schille'-Theater Eharlottenburg: Die fünf Frankiurter. Deutiches Künstler'Tb: Don Juan. Lejstng-Theater: Komödie der Worte. Montag, Zt. April 1916: Nachmittags 3 Uhr: Volksbllbue. Theater am Büwwplatz: Doppel'elbitmord. Deutiches jiünjller-TH.: Don Juan. Lesiing-Theater: Komödie der Worte. Abends 8 Uhr: DeutkcheS Kllnstler-Theater: Dienstag und Freitag: Die selige Exzellenz. Abends 8'/« Uhr: Volksbühne, Theater am BSIowplatz: Dienstag bis Donnerstag: Romeo und Julia. Ws-Ttoi ie Troerfnne! URANIA Tals/"o.tr' Sonntag und Montag 4 Uhr: (Halbe Preise) Aegypten, der Sneskanal und der W'elthricjr. Sonntag und Montag 8 Uhr: Von den Rokitnosümpfcn zur».\aroc/:sce. u. 2. Osterfeiertag. Residcns-The-ater An beiden Feiertagen: sv. u.: Die Prinzessin vom Dil. sv.u.: Loge N o.7. Schiller-Xiieatcr O. s uhr Äll-HeidelbeFg. Am 2. Feiertag: s uhr: Mutter Thiele. Schiller-Th.Cliarfottenbg. 3 Uhr: Die 5 Frankfurter. s uhr: Müller Thiele. Am 2. Feiertag: 3 Uhr; Das Lumpengesindel. 8 uhr: Die heilere Residenz. Thalia-Theater. 3 Uhr: Drei Paar Schuhe. s uhr: BlondiDChen. Am 2. Feiertag: 3 Uhr: Jchannisfener. s uhr: Biondinchen. Theater um �.ollendorfpl. 31/, Uhr:»er Troubadour. «v.u.: immer feste druff! Am 2. Feiertag: 3V, Uhr: Der Wakfsnschmied. «v.u.- immer feste druff! Theater de« Westens An beiden Osterfeiertagen: s uhr: Das FrSülein vom Amt mit Guido Thieischer. 3'/. Uhr: Polcnbiut. Trianon-Thcater. . An beiden Feiertagen: 4 uhr: Der Pfarrer voo Meli 8V. u: Die beiden Meyers. Ä�smg-Tiieaisr. S Uhr: i>le Trosrfnnen. 3 Uhr; Hcn'ödäc der Worte. -Montag: Feer t�ynt. 3 Uhr; Kontöd'c der Worte. Deutsch Jüasfler-Thsafer. Heute und Montag 8 Uhr: »ie«eMgn EaceUenx. Nachm. 3 Uhr t!ton Jttnst. Luisen«Theater Heute und Montag 3 Uhr: CliMs Klinger. Täglich 8 Uhr: fS Dienstag 4 Uhr: Aschenbrödel. Oassn®- Theater Lothringer(Str. 37. Tägll 8 Uhr. An allen Osterkeiertagen abds. 8 Uhr: »nkels Testament oder Die Vogelscheuche. Nachm. Uhr zu Deinen Drelsen: Was machste nn? Vorher: Eestkisssigs SpozialllZtsn. �Vsldglw-T'ksster. Aomttng: Nachm. 3 Nbr: Die ELrs'.ee-Dbrloti. Abends 8 Uhr: Das Dläck am lliwin. Lfterrnoutag: Nachm." Uhr: Srmrt. AbendS 8 Unr: Das G!5ck am Rhein. DienSt:>?>? AbendS 8 Uhr: Das Giiiok am Phciü. RosesTheater. Sonnt. 3 Hbr: Wohltäter d.('.enschlielt Sonntag 8 Uhr: Von Stufe zu Stufe. Montag 3 Uhr: Der Hüttenbositzer. Montag 8 Uhr: Von Stöfs zu Stufe. ! st Gr. Fsst- I/ 32 |ii X yienfa. mmmmsTS* Heute und morgen: Oster-Sonr.'.ag und Ostor-Moniag je 2 VjfslelluogM IthS Nachm. joder troaohs. 1 Kind frei. In'aüan Vorstcilungen: d. rollst, ungskürzte hsitero April- Programm mit Bernh. Merbitz, Otto Röhr, Zirkus im Theater, „Das höchste Kleinod'' usw. **• igr Der neus V*•.» .• grosse OsSer-. • Fess-SplelpJart!* U.T Äurlürftenbamui, Nollendori-$»*•• Platz, Alexanderplatz, s?rledrich- Eckt'- � ' Taubell Uraße, Moritzplatz, Weinbergsweg: Erstaufsühemig: Lebsn um LeHen! ,®n gilmto.naa Ree« Richard Elchbsrg, r In den H-Uptroücn Lrich Kaiser-Titz, Eilen Richter, Louis Weher, ©fe OstenLustspiele: ... HENNY PORTEN •' r.ijf Oer 0chirm mildem(Zchtven!| 3.7 Halenheide. Schbg. Hauplslr, Reinlckendorlcrftr., U. d. 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VV" Ohne Mitgliedsbuch kein Eintritt."vEsQ 283/11 Der Vorstand. ttr IHM Branche der listenmacher. Mittwoch, den 26. April 1916, abends«'/, Uhr: Vertrauensmänner- Versammlung bei F. M i e ck s ch, Krautstr. 24, Der wichtigen Tagesordnung wegen must jede Werk- statt vertreten sein."SSV 85/17* Die Dranchcnkommisslou. • Möbel-Angebot. Solide Möbelfirma liefert Speztlal-Eln- and Zwelzlntiraer- Elnrlchtnngen sowie Elnseiinöbel gegen masttge Zinsvergütung bei kleiner Anzahlung und geringen monatlichen Raten- Zahlungen. Offerten D. S an die Expedition des.Vorwärts�.' Kielne Kassierer. Größte Knlanx. Eosisiiiiipösseiisslililt„flotaf iiir PolsiiaiD M öiuppl E. G. m. b. H. Sonntag, den SO. April 1916, nachmittags 3 Uhr, im Restaurant Hauffmann, Potsdam, Äaiser-WUhelm-Str. 38: Drdentllelie bellLI'Alvei'LMWlllvg. Tagesordnung: 1. Geschäftsbericht. 2. Wahl von drei Aussichtsratsmit- gliedern und Ersatzwahl eines Aus- sichtsratsmitgliedes. 3. Antrag der Verwaltung. Aus- Hebung der Verzinsung der Ge- schästsanteile. 103/3 4. Genossenschaslliche Angelegenheilen. Zahlreichen Besuch erwartet Der Aufsichtsrat der Konsumgenossenschaft„Hoffnung* sür Potsdam und Umgegend. E. G. m. b. H. Rudolf Liebenow, Vors. Spezialarzt Dr. med. Wockenfnß, Friedrlchstr. 125(Oranienb. Torj, für Syphilis. Harn- u. Frauenleiden— Ehrllch-Hata-Kur(Dauer 12 Tage), Blutuntersuchung. Schnelle, sichere schmerzlose Keilung ohne Berufs- siörung. Teilzahlung. Sprechstunden• 10— 1 und 6—8 Oiine iede Anzahlung Pianos erstklassiges Fabrikat o viellach prämiiert u. a. Berliner Gewerbe- Ausstellung 189S jT Berliner Musik-Fachausstellung 1906* gegen kleine monatl. Teilzablxmg. Für jedes Instrument gewähre ich langjährige Garantie.% I Conrad Krause lehfa., �liin, Ansbacher str, i � Ecke Kurfürstenslr. Tel. Steinpl. 10 411 I- 410« Aach Sonntags geöffnet! KrMkü-, Sterbe- uub für männl. Personen aller Berufe Groh-Berli». Montag, den 22. 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