Mr. 113.-33. Jahrg. BbonncmcntS'Bcdlngungen: KBoratetnenlä■ VreiZ tninumermibo Lierteljährl. 8,90 Mk, monotl. 1,30 SRI, wöchentlich 30 Pfg, frei ins HauS, Emzellle Nmmner ö Pfg. Sonntags- numoier mit illustrierter Sonntags- Beilage„Die Neue Welt" 10 Pfg, Post- ktöonnemenl: 1,30 Morl pro Monat. Eingetragen in die Post-ZeitungS- Preisliste. Unter Kreuzband für Teutschland und Oesterreich- Ungarn 2.Z0 Marl, für das übrige Ausland 4. Marl pro Monat. Postabonnements nebmen an Belgien. Dänemarl. Holland, Italien, Luxemburg, Portugal. Rumänien, Schweden lind die Schweiz. MlttlDt l-gllch. Vevliner Volksblerkk. � s pksnnig) VI? Insettlonz-eedilhi' beträgt für die fechSgespaltene Kolonel- . feile oder deren Raum 00 Pfg., für politische und gewerlschastlicho LereinS- und PersammliingS-Aiizeigen 80 Pfg. „klicinc Hnzeizen", das sertgebruckie Wort 20 Pfg.(zulässig 2 ietigedrurlte Worte), jedeS weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellenali- zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg, Worte über 15 Buch- ftaben zählen für zwei Worte. Fnserale sür die nächste Stummer inüfsen bis K Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werdeil. Die Exvedilion ist bis 7 Uhr abends geöffnet. relegramm-Sldreffe: „Scriaülcinsiirat ncrlla" Zcntralofgan der rozialdcmokratifchen parte» Deutfchlands. Reöaktion: EW. 6$, Linöeastraße Z. Fernsprecher: Amt Moritzplan, Rr. 1S1 SV— 131 37. ExpeSition: SW. HS, Linöenstraße Z. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 131»0-151»7. ieionng des Stögen Mnotfleto. Amtlich. Großes H a» P t q u a r t i e r, de« L3. April 1916. ,W. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Unsere neugewonnenen Gräben an der Straße Langcmarck— Ipcrn mußten infolge hohen Grundwassers, das einen Ausbau unmöglich machte, geräumt werden. Gegen Morgen wurde südlich St. Elvi ein englischer Handgranatcnangriff abgeschlagen. Englische Patrouillen, die nach stärkerem Borbcrci- tungsfeuer nachts gegen unsere Linien beiderseits der Straße Bapaumc— Albert vorgingen, wurden zurück- gewiesen. Bei Tracy-lc-Aal mißlang ein feindlicher Gasangriff; die Gaswolkc schlug in die französische Stellung zurück. Links der Maas wurden südöstlich von Haucourt und westlich der Höhe„Toter Man n" feindliche Gräben genommen. Rechts des Flusses, in der Woevrc- Ebene und auf den Höhen bei Eombrcs blieb die Gefechts- tätigkeit auf andauernd sehr lebhafte Artillerickämpfe bc- schränkt. Oestlichu Kriegsschauplatz. Südlich des Narocz-Sccs endete ein russischer An- griff in etwa Bataillonsstärkc verlustreich an unserem Hindernis. Sonst außer stellenweise auffrischendem Artillerie- seucr und einigen Patrouillcnkömpfcn keine besonderen Ereignisse. Balkan-Miegsschauplatz. Nichts Neues. Oberste HeereSleltuug. » Amtlich. Großes Hauptquartier, deu 21. April 1916.(SB. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Fast allgemein herrschte aus der Front lebhaftere Fcuertätigkeit als in den lebten Tagen. An mehreren Stellen fanden erfolgreiche deutsche Pa- trouillcnuntcruehmungcn statt. Südlich von St. Elvi wurden englische Abteilungen durch Feuer abgewiesen. Im Maasgcbict wurden gestern kleinere französische Handgranatenan griffe gegen unsere Waldstclluugcn nord- östlich von Avorourt zurückgeschlagen. Ebenso scheiterten nachts schwächliche Vorstöße des Gegners östlich von„Toter Mann". Ein stärkerer Angriff brach in dcr Gegend des Gehöftes Thiaumont vor unseren Linien völlig zu- sammen. Ein englischer Doppeldecker wurde im Luftkampf östlich von Arras außer Gefecht gesetzt; die Insassen, Ossi- ziere, sind gefangen genommen. De? französische Tagesbericht. Paris» 23. April.(SB. T. B.) Amtlicher Bericht von Sonnabend nachmittag. In Belgien beschoß Artillerie leb- Haft den Abschnitt östlich von der Straße Upern— Pilkem während eines Kampfes, in den englische Truppen an dieser Stelle verwickelt waren. Westlich von dcr Maas griff der Feind nach heftiger Ar- tillerievorbereitmrg im Lause dcr Nacht die Stellungen auf den Nord- hängen des„Toten Manne ä" an. Tie Tcu! scheu, denen es ge- glückt war, in unserer ersten Linie Fuß zu fasssn, wurden bald dar- auf durch unseren Gegenangriff zurückgeworfen, durch den wir alles Gelände, das wir schon vorher erobert hatten, zuriickgcwamien. Ein anderer Angriff unter Anwendunz brennender Flüssigkeiten, die auf die Gräben nördlich vom Walde von Caurettes geschleudert wurden, wurde vollständig zurückgeschlagen. O estlich von der Maas besetzten die Deutschen gegen Ende des Tages nach einer heftigen Beschießung unserer Linien von dcr Maas bis zum Fort Bauz ihre Gräben vor der Front zwischen dem Teich und Fort Baux mit Truppen. Gegenvorbereitung unserer Artillerie, die sofort einsetzte, ließ ihre Vorbereitungen scheitern und verursachte ihnen ernste Verlufte. Im Priesterwalde einige Patrouillenzusammenstöße in der Nacht. Ruhe auf der übrigen Front. Paris, 23. April.(W. T. B.) Amtlicher Bericht von Sonnabend abend. In den Argouncn ziemlich lebhafter Minen- kämpf bei Vauquois und La Fille Mortc. Wir haben die Eisenbahnen und Verbindungswege hinter der feindlichen Front beschossen. West- lich der Maas haben die Deutschen nach heftiger Beschießung zwei aufeinanderfolgende Angriffe aus unsere Stellungen zwischen„Toter Mann" und Bethincourt-Bach unternommen. Beide Male hat unser Gewebr- und unser Maschinengewehrfeuer den Feind genötigt, mit beträchtlichen Verlusten in seine Gräben zurückzukehren. Oestlich der Maas ziemlich lebhafte Beschießung unserer ersten und zweiten Linien. In der Woevre war dcr Tag verhältnismäßig ruhig. Eines unserer wcirtragenden Geschütze hat den Bahnhof Vigneulles nord- östlich von Saint'Mhiel- bejchvjssn. In einem dem Babnhof Bcnach- Oestlicher und Balkan-Kriegsschauplatz. Keine wesentlichen Ereignisse. Oberste Heeresleitung. « Luftangriff auf eine russische ßlugftation. Amtlich. B c r l i n, 23. April 1916.(23. T. B.) Ein Geschwader von zehn deutschen Flugzeugen hat am 22. April die russische Flugstation P a p c n h o l m auf dcr Insel Ocscl nngcgrifscn und mit 45 Bomben belegt, wobei sehr gute Wirkung beobachtet wurde. Ein russi- schcs Flugzeug wurde zur Laudung gezwungen. Alle deutschen Flugzeuge sind trotz heftigster Beschießung un- verfehlt zurückgekehrt. TcrChcfdcsAdmiralstabcsdcrMarine. ♦ ♦ m llmeWW AllMMMjU Wien, 2Z. April.(W. T. B.) Amtlich wird verlaut- bart, 2Z. April: Russischer und südöstlicher Kriegsschauplatz. Nichts NcueS. Italienischer Kriegsschauplatz. Gegen den Südwcstrand dcr Hochfläche von Toberdo hat ein feindlicher Angriff eingesetzt; sonst brschräntte sich die Ge- fcchtstätigkcit an der küstenländifchen und 5iärntncr Front auf örtliche Artillerickämpfe.. Am Col di Lana haben unsere Truppen den Stützpunkt auf dem Grat nordwestlich des Gipfels wieder besetzt und gegen einen feindlichen Angriff behauptet. Dcr Gipfel selbst steht unter kräftigem Feuer unserer Artillerie. Auch im Sugana- abschnitt und bei Riva fanden lebhafte Gcschützkömpfc statt. Der Stellvertreter dcS Chefs des Gcncralstabcs, v. H o e f e r, Fcldmarschallcutnant. » Wien, 21. April ISIS.(W. T. B.) Amtlich wird vcr- lautbort: Russischer Kriegsschauplatz. Die Gefechtstätigkeit war gestern an dcr ganzen Front wesentlich schwächer als gewöhnlich. Eine Mine, die der Feind östlich von Tobronoutz sprengte, richtete nur in den russischen Gräben Schaden an. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Kämpfe am Südwcstrand dcr Hochfläche von Doberdo dauern fort. Mehrere durch Bcrsaglicri geführte Angriffe brachen in unserem Feuer zusammen.— Am Col di Lana schlug die tapfere Besatzung des GratstützpunktcS fünf feindliche An- griffe blutig ab. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Ruhe. Ter Stellvertreter dcS ChcfS des GeneralstabeS von Hoeser, Feldmarschalleutnaut. barten Gebäude sah man einen Brand ausbrechen. Die Eisenbahn- Verbindung wurde unterbrochen. Von der übrigen Front ist nichts zu melden. Flugwesen: Eines unserer Kampfgeschwader hat auf fcind- liche Lager bei Äzannes und bei VillcrS-les-Mangiennes nordöstlich von Berdun 20 Bomben abgeworfen. Orientarmee: Zur Vergeltung für eine Streife feindlicher Flieger aus Dörfer an der griechischen Grenze hat einer unserer Flieger vier Bomben aus die Stadt Sofia abgeworfen. Belgischer Bericht: Von der belgischen Front ist nichts Besonderes zu melden. Paris, 24. April.(W. T. B.s Amtlicher Bericht von Sonntag nachmittag. Westlich von Vauquois versuchten die Deutschen in dcr Nacht eines unserer Maschinengewehrs zu nchmen, das ihnen besonders lästig war. Sie wurden zurück- geschlagen. Acht Gefangene blieben in unseren Händen. Westlich der Maas erneuerte der Feind seine Angriffe gegen Bethincourt-Bach und „Toter Mann" nicht. Im Walde von Avocourt nahmen wir durch Handstreich mehrere feindliche Horchposten und machten Gefangene. £eftlich der Maas und im Woevre zeitweilige Artillerietätigkeit. An der übrigen Front war die Nacht ruhig. Paris, 21. April.(W. T. B.) Amtlicher Bericht von Sonntag abend. Südlich von der Somme richtete unsere Artillerie gesammeltes Fener aus die deutschen Gräben an den Zu- gängcn von Fransart und Hattancourt(südlich von Chanlnes«. West- lich von der Maas ziemlich heftige Beschießung der Anhöhe 301. Oestlich von dcr Maas und in der Woevre einige Male Geschoßhagel. Keine Infanterietäligkeit während des Tages. In Lothringen bc- schössen wir kräftig die feindlichen Werke im Abschnitt von Leintrey. Von der übrigen Front ist kein Ereignis zn melden. Belgischer Bericht. Die beiderseitige Ärtillerietätigkeit wurde heute kräftig wieder aurgenommen, insbesondere im Absckmitt zwischen Nieuport und Dirmuiden. Ein deutscher Militärzug wurde bei dem Torfe Beerst wir�am unter unser Feuer genommen. Der ruDsche Liberalismus unö öie Demokratie. Tie letzten SRonate standen in Rußland unter dem Zeichen einer verstärkten Mobilisierung jener gesellschaftlichen Elemente, die sich auf dem Boden der direkten oder indirekten Unterstützung dcr „Landesverteidigung" zur Austragung des historischen Konflikts zwischen Volk und Regierung in Rußland rüsten. Nicht nur in der Duma, deren Einberufung schließlich unvermeidlich geworden war, sondern auch auf verschiedenen Kongressen, Konferenzen, Beratun- gcn usw. wurde diese schon im verflossenen Jahre einsetzende Mobiftsierung der politischen Kräfte fortgesetzt. An der Spitze dieser Bewegimg stand auch jetzt der Liberalismus, dcr während des Krieges mit dcr Lösung dcr in sich widerspruchsvollen Aufgabe beschäftigt ist, die Unterstützung dcr Kriegspolitik dcr Regierung mit dem Kampf gegen diese selbe Regierung um dir politische Macht zu vereinigen. Soweit dieser Prozeß sich auf parlamentarischem Boden ab- spielte, demonstrierte er in krasser Weise die Unvereinbarlichkcit dcr vom Liberalismus aufgestellten Ziele. Der sogenannte sortschritt- liche Block, die neueste Schöpfung des Liberalismus, in der Natio- nalisten reaktionärster Färbung mit nationalliberalen Geschäfts- Politikern und fortschrittlichen Schönrednern vereinigt sind, fand in dieser Session dcr Duma nicht einmal den Mut, dcr Regicrung seine ungekürzten Forderungen zu präsentieren, geschweige denn den Kampf um die politische Macht aufzunehmen. Freilich fehlte es nicht in' dcr Duma, auch von bürgerlicher Seite, an schonungs- loser Kritik und scharfen Vorstößen gegen die Regierung.?lber in dcr Kardinaliragc: der Frage der radikalen Umgestaltung des Nxgierungsshstenis steht dcr fortschrittliche Block tatenlos dcr Re- gierung gegenüber, d rcn KricgSpolitik er sich auf Gedeih und Verderb verschrieben hat. Tiefe: Widerspruch in dem poiiischcn Wollen und Können des russischen Bürgertums wird in einem interessanten Artikel des Organs dcs ausländischen Sekretariats des OrganisationSkomitecs dcr russischen Sozialdcnwkraiic, chas von Axclrod, Marlow und einigen änderen Genossen herausgegeben wird, aufgedeckt. Zugleich bietet dieser Artikel, den wir iiachsteheiid in seinen wesentlichen Teilen wiedergeben, einen lehrreichen Einblick in die inuerpoliti- schen Beziehungen Rußlands, die durch die fortschreitende Krise ganz eigenartige Umgestaltungen erfahren haben. „Soweit unsere Bourgeoisie— heißt es in dem Ariikel— imperialistische Ziele in der äußeren Politik verfolgt, und im Laude eine„starke Gewalt" schaffen will, kann sie nicht einmal auf. die Unterstützung seitens dcr nichtprolctarischcn revolutionären Demo- kratie rechnen. Taraus folgt aber keineswegs, daß sie nicht den Wunsch hegen köiinlc, in jener Demokratie, die dcr Revolution den Rücken gekehrt hat, einen Stützpunkt für ihre Politik zu suchen. Die Resolution des letzten Kongresses der Kadcltciipartci im Februar d. I. besagt, daß die Partei„unermüdlich die Interessen dcr Demokratie wahren... und nach Möglichkeit den Kontakt mit anderen demokratischen Parteien aufrechterhalten müsse". Diese klassische Formel bedeutet, daß die Kadetten die Interessen der Demokratie wahrnehmen müssen, wie sie sie oder gar wie sie dcr Block der Nationalisten, Lklobrijtcn und Kadetten auffaßt. Ferner, daß die Kadetten die Verbindungen mit anderen demokratischen Parteien aufrechterhalten müssen, soweit die letzteren dem impcria- listischen Patriotismus mindestens nicht entgegenwirken. Diese Fornrcl bedeutet, daß die Libereücn ein Bündnis mit der Sozial- demokrätie und der„Arbeitsgruppe"(d. h. der radikalen Bauern- Partei) auf derselben Grundlage dcr politischen Versklavung der letzteren. anstreben, wie sie die Regierung gegenüber der Duma- Mehrheit zurzeit will. Im Interesse einer solchen einseitigen Unter- stützung sprechen die Progreffisten und Kadetten gegenwärtig dcr Organisation des Proletariats ihre Shmpathie aus, aber— nur soweit sich dieses um die Kriegsindustrieausschüsse sammelt. Und ihre Shmpathie denronstrieren sie in der Duma und in dcr Presse, indem sie den patriotischen Reden dcr Abgeordneten Manjkow und Burjanow, und den Artikeln Plechanyws und der Mitarbeiter des Buches„Die Selbstverteidigung" Beifall spenden und diese Reden und Artikel den„idyllischen Träumereien" der„Friedensstifter" Tschcidse und Skobelew gegenüberstellen. Die liberale Bourge«isie, die nicht die Kraft in sich fühlt, ihren Streit mit den Herren Suchomlinow, Goremykin, Cvwosiow usw. .ruszufechten, sucht nun die Syinpatbien der linksstehenden Demo- kratie zu gewinnen, und zwar wie man gestehen muß, nicht ohne einen gewissen Erfolg. Je größer aber der Einsatz ist, den sie auf die Arbeiterklasse macht, desto stärker wird ihre Besorgnis, daß bei dieser Klasse, deren politische Selbsttätigkeit sie in gewissen Grenzen und unter einer bestimmten Flagge fördert, nicht ihre revolutionäre Naiur erwachen, daß diese Klasse nicht schließlich die Ketic sprengen könnte, die gegenwärtig das gesamte bürgerliche, und nicht bloß bürgerliche, Rußland an den Kriegswagen dcs Imperia- lismus fesselt. Die Liberoten fürchten das und deshalb blicken sie, ungeachtet des bisher unerhörten Triumphs ihrer Ideen, voll Bc- sorgnis in die Zukunft- Aber gerade das, was sie befürchten, bildet den einzigen Ausweg aus dcr Sackgasse, in die das demokratische Rußland geraten ist. Tiejcn Ausweg haben dem russischen Volke von der Dumatribüne die Genossen Tschcidse und Skobelew, die der Internationale treu geblieben sind, in ihren Reden und- der von ihnen verlassenen Deklarationen dcr sozialdemokratischen Frak- tion geViesen.".,,.--. � Zur Frage iet imperialistischen SchcnaSeif der russischen Bourgeoisie und der darau» sich ergebenden inneren Politik de» Libe- ralismuS heißt e» in dem Artikel weiter: .Der Imperialismus ist das Produkt der hohen kapitalistischen Entwickelung. In England und Deutschland triumphiert er bei der Bourgeoisie, weil die kapitalistische EntWickelung in diesen Ländern bereits über die nationalstaatlichen Grenze» hinausgewachsen und die imperialistische Ausbreitung für die Bourgeoisie das beguemste Mittel geworden ist, die Profitrate auf hohem Niveau zu halten oder einen Extraprofit zu gewinnen. In Rußland kann von einer Enge für da» Kapital vorläufig keine Rede sein und der jetzige Krieg hat ganz deutlich gezeigt, wieweit Nußland noch von dieser Grenze entfernt ist. Daß dies jetzt auch unseren bürger- lichen Imperialisten klar geworden ist, geht beispielsweise aus der Dunuireds Cchingarewi bei den Budgetverhandlungen hervor, aus einer grellen Schilderung des krassen Widerspruchs zwischen den natürlichen Reichtümern Rußlands und seiner außerordentlichen wirtschaftlichen Rückständigkeit. Dementsprechend spricht man jetzt in der russischen bürgerlichen Gesellschaft nicht über Kapitalexport, sondern im Gegenteil über Mittel und Wege zur Heranziehung des ausländischen Kapitals. Wenn im Widerspruch hierzu unsere liberale Bourgeoisie schon seit einem Jahrzehnt in verstärktem Matze die imperialistische Politik deS Zarismus unterstützt, so erklärt sich daS in erster Linie aus politischen Gründen: Tie russische Bourgeoisie, die im Jahre IStZÜ vor de« roten Gespenst erschrak, wandte der Revolution den Rücken und beschloß, einen Anteil an der Staatsgewalt und eine Erweiterung der Quellen der KapitalSakkumulatio» durch eine Verständigung mit der Real- Tum auf dem Soden einer Großmachtspolitik zu erlangen. So trat bei ihr an die Stelle der Sorgen um die Schaffung eines inneren Markte» die Sorge um die militärische Eroberung äußerer Märkte, und diese Eroberungspolitik hatte, ungeachtet der relativen Schwäche Rußlands, insofern Erfolg, als der russischen Politik die Möglichkeit sich bot, den Gegensatz zwischen zwei mächti- gen Konkurrenten. England und Deutschland, zu ihren Gunsten auszubeuten« So war e» bi» jetzt. Wird da» aber auch in Zukunft fo fein? Schon jetzt erSnen in Verbindung mit der Frage der- Schaffung einer antideutschen wirtschaftlichen Koalition nach dem Kriege immer häusiger warnende Stimmen, daß Rußland, von der deutschen.wirtschaftlichen Vorherrschaft' befreit, nicht unter die eng- tische.Vorherrschaft' geraten dürfe. Schon jetzt tauchen bei einigen Elementen der russischen Bourgeoisie Zweifel auf, ob nicht da» rückständige Rußland im jetzigen Kriege lediglich da» Werkzeug des englischen Imperialismus fei. ES ist nicht unwahrscheinlich, daß diese Zweifel erstarken»nd zn einer Umwertung der Werte in breiten Kreisen der Bourgeoisie führen können, wenn eS sich herausgestellt, daß der jetzige Krieg.unsere jahrhunderte alten historischen Aufgaben' nicht verwirklichen sollte. ES ist nicht un- wahrscheinlich, daß, wenn der Krieg beispielsweise nach allen zahl- reichen Opfern ergebnislos endet, beträchtliche Teile der russischen Bourgeoisie zeitweilig wieder ihre Bestrebungen auf die Schaffung eine» inneren Markte» nnd auf innere Reformen konzentrieren werden. Schon jetzt spricht man darüber bei un» mehr al» über Konstantinopel und die Meerengen. Natürlich wird Rußland auch in diesem Falle nicht einfach znm Jahre 1905 zurückkehren. Die neuauflebende revolutionäre Bewe- gung wird mit einer ungleich stärker organisierten und ihre Klassen. ziele weit bewußter vertretenden Großbourgeoisie rechnen müssen; sie wird im Auge behalten müssen, daß auch jene bürgerlichen Ele- mente, die in der Gegenwart die Eroberungspolitik preisgeben, ihr bloß den Weg für die Zukunft ebnen, und sie wird endlich rechnen müssen mit der Verschärfung des wirtschaftlichen Kampfe» zwischen den Staaten nnd der Verstärkung der politischen Reaktion in Westeuropa. Aus alledem folgt, daß unser Proletariat seinen revolutionären Kamp gegen den Abso- lutiSmu» in weit engerer Gemeinschaft mit dem Prole- iariat der anderen Länder und in weit stärkerem Zu- lammenhang mit dem gemeinsamen Kampf der Arbeiterklasse gegen den WeltimperialiSmu» wird führen müssen, al» da» bisher der Fall gewesen ist»._ ,(■)) dle englische Melöung. ZnAatf, 22. April.(2B. T. 8.) Britischer Heere» bericht. Da» leichte Jnfanterie-Regiment Shropshire hat gestern nacht den Laufgraben an der Straße ypern— Langemark wieder» gewonnen, der m der Nacht vom 19. verloren wurde. Unsere Linie ist dort vollständig wiederhergestellt. Heute Artillerie- und Minen» tätigkeit. London, LS. April.(W. T. 8.)' Britischer Heere» Bericht. Wir überfielen mit Erfolg die feindlichen Laufgräben süd- westlich von Thcpval. Wir machten 13 Gefangene, abgesehen von den Verlusten, die wir dem Feinde durch Bombenwerfen zufügten. Unsere Verlust« find sehr gering. Heute Minen- und Artillerie- Tätigkeit. Dle Reklame�Rujsen an öer Westfront. Bern, 22. April. 00. T. SB.) Reisende, die von Marseille kommen, teilen mit, daß die russischen Truppen dort auf drei Dampfern angekommen sind, schätzunglweise vier- bi» fünftausend Man«. ES sind sibirische Schützen, die au» Wladiwostok gekommen find und eigentlich nach Saloniki bestimmt waren. »Progres de Lyon' meldet an» Marseille: Der erste Transport von Russen au» dem Lager von Mirabeau an die Front fand am 2l. April morgen» statt. Am Abend de» 22. April werden bereit» alle Russen da» Lager verlassm haben. Der Dericht üer russischen Heeresleitung. Petersburg, 23. April.(W. T.».) Amtlicher Bericht vom 22. April. Westfront: Im Abschnitt Dünaburg machten die Dent- scheu bei Garbunowka und Ginowka mehrere Fenerüberfälle. Galizien: Feindliche Flugzeuge überflogen Tarnopol uird warfen mehrere Bomben ab. Südlich Nowo-Alekfiniec fanden wir ein deutsches Flugzeug, da» durch Brand ganz zerstört war. Da» Flugzeug gehörte wahrscheinlich dem Geschwader an. das Tarnopol überflogen hatte. Kaukasus: Im Küstenabschnitt drangen unsere Truppen noch über Trapezunt in westlicher Richtung vor. Ter Feind ver- suchte, unserem energischen Vorgehen Widerstand entgegenzusetzen. wurde aber überall zurückgeworfen. In der Gegend von Ashkala, bei den Dörfern Pirnakapan (12 Kilometer westlich) und Kagdarich(3 Kilometer östlich Ashkala) dauert der Kampf noch an. Ein feindlicher Anyriffsversuch bei Mamakhatun(28 Kilometer südwestlich Ashkala) brach in unserem Feuer zusammen. Petersburg, 24. April.(SB. T.».)' Amtlicher Bericht vom 23. April. Westfront: In der Nacht zum 22. April nnd am folgenden Tage beschoß feie deutsche Artillerie de» Brückenkopf tv» Uxküll. Deutsche FkuWenge überflogen die Geyend So» Dünaburg. An einer Stelle de» OginSki-Kanal» ließen die Deutschen erstickende Gase ausströmen. Im Laufe de» Tage» überschritt ein Teil beut- scher Aufklärer nördlich des Whgonowskoje-See» die Schara und drang in den Wald ein, wo er von nnS umzingelt und niedergemacht wurde; ein Teil der Ueberlebenden gab sich gefangen. Am 21. April vernichteten wir einen österreichischen Posten bei ThraLk nördlich EzartorhSk. In der Gegend von Sopanow nördlich Krzemteni« ließ der Feind drei Minen springen und versuchte, die Trichter zu besetzen, wurde aber durch unser Feuer in seine Gräben getrieben. Wir besetzten die Trichter und erlitten keine Verluste. KauknsA»front: In der Gegend dou Aschkala warfen wir überall die heftigen Angriffe der Türken mit großen Ver- lusteo für den Feind zurück; nach Ansetzen eines überraschenden Gegenangriffs nahmen wir einen wichtigen Abschnitt der feindlichen Stellung. Melövng See italienisthen Hmesletttmg. Rom. 23. April.(SB. T. B.) Amtlicher KriegSde- r i ch t Im Tonalegebiet unternahm der Feind in der Nacht vom 21. zum 22. April drei aufeinanderfolgende Angriff« gegen die Linie unserer Verteidigungswerk« am Paß. Er wurde jedesmal mit Verlusten zurückgeworfen. In dem Frontabschnitt vom La- garinata!« bi» zum Suganatale Artillerietätigkeit und Bewegungen des Feindes. Im Hoch-Cordevol« richteten die feindlichen Batlerien aller Kaliber ein heftiges Feuer auf den Gipfel de» Eol di Laim, ohne den festen Widerstand der Unfrigen zu erschüttern. Am oberen und mittleren Jsonzo behinderte gestern schlechte» Wetter die Tätigkeit der Artillerie. Vom Karst wird ein neuer glänzender Erfolg unserer Waffen gemeldet. In der Gegend östlich von Selz erobert« unser« Infanterie gestern nachmittag mit der üblichen wirksamen Unterstützung der Artillerie und nach Ueberwindung deS hartnäckigen Widerstandes des Feinde» eine starke verfchanzung in einer Länge von Sö0 Metern. Nachdem der Gegner Lcrstär- fu regen erhalten hatte, unternahm er in der Nacht zwei heftige Gegenangriffe. Beim zweiten gelang e» ihm. w einen Teil der verlorenen Verschanzung wieder einzudringen, doch wurde er bald in einem wütenden Handgemenge, da» ihm sehr schwere Verlust« kostete, wieder hinausgeworfen. Bei diesem Kampfe fielen 183 Ge. fangen«, darunter sechs Offiziere, in unsere Hände, ebenso wie zwei Maschinengewehre, etwa 200 Gewehre, Flammenwerfapparate und viele Kisten mit Munition und Bomben. General Eadorna. Rmn. 23. April.(SB. Z.».) Amtlicher KriegSde- richt vom 22. April. Srtillerietätigkeit in der Gegend deS Tonale, deS Ledrotale» und an einem Teil der Front von Rovereto bi» zum oberen Calametotale(Flüsse Mafo und Brenta). Im Su- ganatal griff der Feind am 21. April mit bedeutenden Kräften unsere Linien westlich de? LarganzaflusseS an. Gleich zu Anfang durch unser Feuer angehalten, wurde er weiterhin durch einen Gegenangriff gefaßt und zurückgeworfen, wobei er viele Leichen auf dem Gelände zurückließ. Man meldet von neuem den Ge- brauch von Sprengfugeln beim Feinde. Da» Vorrücken unserer Truppen jenseits de» Cima Lana schreitet fort. Etwa 40 Ge- fangen« und ein Maschinengewehr wurden dem Feinde abge- nommen. Am Jsonzo und auf dem Karst einige Artillerietätig- keit, heftigere in der Gegend von Plawa. Unser« Artillerie hat die feindlichen Verteidigungsstellungen jenfeit« von Zagora zerstört, deren Verteidiger durch unser Feuer zurückgeschlagen wurden. Eadorna. Bericht ües türkischen Hauptquartiers. Konstantinopel, 22. April.(W. T. B.) Amtlicher Heeresbericht. Von der Jrakfront keine Nachricht von Bedeutimg. An der K a u k a s u s f r o n t wurden die feindlichen Kräfte, die sich im Abschnitte von Motiki unmittelbar südlich von Bitlis befanden, durch einen überraschenden Angriff, den wir unternahmen, genötigt, Rückzugsgefechte in der Richtung mif Bitlis zu liefern, wobei sie Hunderte von Toten zurück- ließen. Nach einem Kampfe von vier Stunden, der sich vom Berge Kozma bis östlich von Müsch hinzog, wurde der Feind nach Osten zurückgeworfen. In den Kämpfen, die sich am Berge Kop, in der Umgebung der Höhe 2600 bis östlich von Aschkale abspielten, wurden die Angriffe der Russen zum Stehen gebrocht, und durch einen von uns unternommenen Gegenangriff wurde der Feind von den Höhen und Abhängen nördlich von diesem Berge zurückgeschlagen, wobei er schwere Verluste erlitt. Im Tschorokgebiete nur Scharmützel. Eine feindliche Abteilung, die von Trapezunt nach Süden vorzu- rücken versuchte, wurde im Abschnitte von Djevizlik zum Stehen gebracht. Im übrigen finden Gefechte zwischen unse- ren Küstenwachabteilungen und der bei Polathane gelandeten ruffischen Abteilung statt. In der Nacht des 6. April hat eines unserer Wasierflug- zeuge bei einem Angriff auf I m b r o S und T e n e d o S mit Erfolg Bomben auf Einrichtungen des FeindeS am Hafen von Tenedos und ebenso auf sein Lager geworfen. Konstantinopel, 23. April.(W. T. B.) DaS Haupt- quartier meldet: In der Nacht vom 20. zum 21. April wurden feindliche Angriffe gegen unsere Stellung von B e i t i s s a leicht zurück. geschlagen. Vom 21. April bis zum Mittag des 22. April beschoß der Feind zeitweilig unsere Stellungen von Felahie auf dem linken Ufer des Tigris. Gegen Mittag verstärkte er die Beschießung und griff unmittelbar darauf mit Truppen, die auf eine halbe Tivision geschätzt werden, diese Front an. Unsere Reserven richteten jedoch unverzüglich einen heftigen Gegenangriff gegen die angreifenden feindlichen Kolonnen. Nach zweistündigein Bajonettkampf ließ der Feind etwa 2000 Tote auf dem Schlachtfelde zurück und wurde zur Flucht in seine alten Stellungen gezwungen. Die Verluste des Feindes während der Schlackt vom 22. April betrugen mehr als 3000 Mann. Unsere Verluste waren unbedeutend. Bei K u t e l A m a r a ist die Lage unverändert. Auf der Kaukasusfront nichts von Bedeutung auf dem rechten Flügel. Im Zentrum überrumpelten wir eine feindliche Abteilung, die auf 100 Mann geschätzt wurde. Ein Offizier und zehn Mann von ihr fielen, die übrigen entflohen. In diesem Abschnitt wurde ferner ein von zwei feindlichen Bataillonen ausgeführter Angriff im Gegenangriff zurück- geschlagen, wobei etwa die Hälfte der feindlichen Truppe ver- nichtet wurde. Auf dem linken Flügel wurden im Küsten- abschnitt vereinzelte Angriffe des Feindes mit Erfolg zum Stehen gebracht. Bei Sedd ul Bahr eröffneten zwei feindliche Schiffe ein unwirksames Feuer. Einige Flugzeuge erschienen in großer Höhe und warfen Bomben ab, die ins Wasser fielen. An der Küste von S m y r n a feuerten zwei feindliche Moni- toie in Zwischenräumen und zogen sich dann zurück, �' Englischer Stricht über einen Mißerfolg in Mesopotamien. London, 23. April.(W. T. B.) Eine Meldung deS Konunan- danien in Mesopotamien lautet: Ein am Morgen des 23. April am lmken Tigrisufer gegen die türkische Stellung ausgeführter An- griff ist gescheitert. Die Stellung war am 20. und 21. April sowie während der Nacht und auch am Morgen deS 23. April unter Geschützfeuer genommen worden. Infolge de: Ueberschwemmungcn war es nur einer Brigade möglich, ckuf einer sehr kurzen Front an- zugreifen. Wir drangen in die erste und zweite feindliche Linie nach einem Vormarsch durch Sümpfe und unter Wasser stehende Schützen- grüben ein. Einige kleine Abteilungen gelangten sogar in die dritte Linie. Indessen vermochte sich die Brigade unter dem Gegenangriff des Feindes nicht zu behaupten und andere Brigaden, die zu ihrer Unterstützung gesandt waren, konnten das überschwemmte Ge- biet angesichts des heftigen Maschinengewehrfeuers nicht durchqueren. , Auch unsere Truppen auf dem rechten Ufer des Flusses vermochten nur einen geringen Fortschritt zu machen. vom U-Soot-Krieg. OneenStown, 24. April.(W. T. B.) Der italienische Dampfer »Jozsef Lgost Föherczeg(?) wurde von einem llutersee» boot versenkt. Die Besatzung ist gerettet. London, 23. April.(W. T. B.) Nach einer Meldung der Agen- tnr Lloyds ist die französische Bark.C h a n a r a l'(2423 Tonnen) am Sonnabendmorgen torpediert worden; die Mannschaft wurde, wie man annimmt, gerettet.— Der Kapitän und 16 Mann des Dampfer».F e l i e i a n a'(4277 Tonnen) wurden durch einen Dampfer aufgenommen. Nach dem Rest der Mannschaft wird ge- sucht. Die.Feliciana' ist vollkommen verloren, sie war unbe- waffnet. Nach einem anderen Berichte wurde die gesamte Mann- schast gelandet. Wilsons /köresse an öen Kongreß. Washington, 22. April.(Funkspruch deS Vertreters von W. T. B.) In der Adresse Wilsons an den Kon- g r e ß. die sich in großen Zügen an den Wortlaut der nach Berlin gesandten Note hält, wird ausführlich auf die ganze Unterseebootfrage eingegangen, wie sie sich seit Februar 1915 entwickelt hat. Während der Verlesung der Adresse herrschte gespannte ernste Stille. Als Wilson mit dem Ausdruck der Hoffnung, daß Deutschland so handeln werde, daß ein bedauerlicher Bruch mit Amerika abgewendet werden könnte, schloß, brach das Haus in Beifallsrufe aus. Wilson verlangte keinerlei Maßnahmen vom Kongreß. New Dork, 22. April.(Funkspruch des Vertreter? von W. T. B.) Tie amerikanischen Zeitungen geben mit wenigen Ausnahmen der Meinung Ausdruck, daß das Land sich hinter Präsident Wilson stellen müsse, wobei sie betonen, daß die Entscheidung jetzt bei der Berliner Regierung liege. «» « In seiner Adresse sagt Präsident Wilson: In Verfol- gung der Unterseebootskriegführung gegen den Handel seiner Feinde, die Deutschland trotz des ernsten Einspruchs unserer Regierung unternommen hat, haben die deutschen Unterseeboots- kommandanten Handelsschiffe mit immer größerer Lebhaftigkeit an- gegriffen, nicht nur auf hoher See um England und Irland herum, sondern wo immer sie sie antreffen konnten, nnd in einer Weise, die immer und immer unbarmherziger und immer und immer unter- schiedSloser wurde, und während die Monate dahingingen, weniger und weniger ohne Beobachtung irgendwelcher Schranken, und sie haben bedenkenlos ihre Angriffe auf Schifte jeder Nationalität und Schiffe, die sich in jeder Art von Diensten befanden, gerichtet. Eine Tragödie auf See ist der anderen gefolgt in einer Weise und unter solchen Begleitumständen, daß offenbar wurde, daß diese Kriegführung, wenn das noch eine Kriegführung ist, nicht fortgesetzt werden kann, ohne fühlbarste Verletzung der Gesetze der Menschlich- keit. SVaS auch die Ansicht und Absicht der deutschen Regierung ist. sie hat offenbar bewiesen, daß es ihr unmöglich ist, solche Angriff»- Methoden auf den feindlichen Handel innerhalb der Grenzen zu halten, die durch Vernunft oder Menschlichkeit gesetzt werden. Einer! der letzten und schrecklichsten dieser Vorfälle dieser Kriegführung war die Vernichtung der»Süss ex". Diese muß, wie öie Versenkung der.L u s i t a n i a', als ein so einzigartig tragischer und ungerechtfertigter Fall angesehen werden, daß sie ein schreckliche? Beispiel für die Unmenschlichkeit der Unterseebootskriegführung ist, wie sie die Kommandanten der deutschen Fahrzeuge in den letzten 12 Monaten betrieben haben. Wenn dieser Vorfall für sich allein dastünde, so könnte irgendeine Erklärung, eine Mißbilligung durch Deutschland, eine Feststellung eines verbrecherischen Fehlers oder willkürlichen Ungehorsam» seitens des Kommandanten deS Fahr« zeugeS, das den Torpedo abgefeuert hat, gesucht oder angenommen werden; aber unglücklicherweise steht er nicht allein. Die jüngsten Ereignisse machen den Schluß unausweichlich, daß er nur ein Bei- spiel, obwohl eins der schwersten und betrübendsten Beispiele, ist für den Geist und die Art der Kriegführung, die die deutsche Rc« gierung fälschlich angenommen hat, und die von Anfang an die deutsche Regierung dem Vorwurf aussetzte, daß sie alle Rechts der Neutralen beiseite wirft, indem sie nur ihr eigene» augenblick- liche» Ziel im Auge hat. Tie amerikanische Regierung hat sich bemüht, sich von jeder zu weit gehenden Handlung oder Einspruch durch bedächtige Erwägung der außerordentlichen Umstände diese» Krieges, der keinen Vorgänger in der Geschichte kennt, fernzuhalten, und ließ sich in allem, was sie sagte oder tat, von den Gefühlen echter Freundschaft leiten, die immer das Volk der Vereinigten Staaten gegenüber dem deutschen Volke gehegt hat und auch fort- fährt zu hegen. Mit Bezug auf den Weg. der in Aussicht genommen worden ist, falls Deutschland nicht sofort einen Verzicht auf die gegen- wärtige Art der Kriegführung gegen Passagier- und Frachtschiffe erklärt und in die Tat umsetzt� sagte Wilson: Zu dieser Eni- scheidung bin ich mit schmerzlichstem Bedauern gekommen. Ich bin sicher, daß alle bedachtsamen Amerikaner der Möglichkeit eines Vorgehen», wie es in Aussicht genommen ist, mit aufrichtigem Widerstreben entgegensehen werden, aber wir dürfen nicht ver- gissen, daß wir in gewisser Weise und durch den Zwang der Um- stände die verantwortlichen Wortführer für die Rechte der Mensch- heit sind, und daß wir nicht stillschweigend dabei stehen dürfen, während diefl Rechte allmählich vollständig beiseite gefegt werden. Im zermalmenden Strome dieses schrecklichen Krieges sind wir es mit Rücksicbt auf unsere eigenen Rechte als Nation sowie unserem Pflichtgefühl als Vertreter der Rechte der Neutralen in der ganzen Welt und einer gerechten Auffassung der Rechte der Menschheit schuldig, jetzt mit äußerstem Ernst und Festigkeit den Standpunkt einzunehmen, den ich eingenommen habe, und zwar im Vertrauen darauf, daß ich Ihre Billigung und Ihren Bei» stand finden werde. Alle ernst denkenden Männer müssen sich in der Hoffnung vereinigen, daß die deutsche Regierung, die in an- deren Fällen als Verfechter alles dessen dagestanden hat. für da» wir jetzt im Interesse der Menschlichkeit eintreten, die Berechtigung unserer' Forderungen anerlennen möge und ihnen in dem Geiste begegnen wird, in dem sie gestellt worden sind. »• • New York, 22. Svril.(Funkspruch des Vertreters von W. T. B.) Meldungen au» Washington betonen, daß Präsident Wilson lediglich den Kongreß davon uriferrichten Wellie, daß sich die Tatsachen däufen, die beweisen, daß die Dersichernngra Deutsch- lands an die Pereinigten Staaten nicht gehalten werden, daß der llntcrseebootskrieg trotz ernsten Einspruchs der Bereinigten Staa- reu wit erneuter Kraft und nn Widerstreit mit allen Gesetzen der Völler und der Menschlichke-t geführt wird, und daß er die Absicht hat, die Beziehungen abzubrechen, wenn der UuterseebootÄrieg aicht im Rahmen des Völkerrechts geführt wird. Eine Meidung der„Eoening Post" aus Washington besagt: Wilson gab deutlich zu verstehen, daß et sein letztes Wort an Deutschland in der Frage des Uatcrs-ebootskriegeS, wie er jetzt geführt wird, gesprochen hat, und daß Teutschland nicht nur so- fortige Versicherungen seiner Zustimmung zu den billigen Forde- rungen der Vereinigten Staaten geben, sondern diese auch sofort in die Tat umsetzen muß. In der Meldung der„Evcning Post" heißt eS dann weiter: Tatsächlich könnte Teutschland die Gewähr da- für geben, daß Fracht- und Paffagierschiffe, die keinen Wider- stand leisten, genügend gewarnt werden, und daß den Fahrgästen und der Bemannung Gelegenheit zur Rettung gegeben wird, und damit in der Sache das amerikanische Verlangen erfüllen. Wahrscheinlich wünscht Amerika die Versicherung, daß die Bemannungen nicht gezwungen werden, in offene Boote zu steigen, außer bei ruhigem Wetter und in der Nähe der Küste, wie cs von Teutschland in dem Briefwechsel über die Angelegenheit des William P. Frye und über die Behandlung ran Schissen, die sich im ameri- kanischen Besitz befinden, versprochen worden ist. Cm Zwischenfall in ös? französischen Kammer. Paris, 24 April.(SS. T. B.) In der Kammer kam infolge des Wws'.'tandes der Anhänger der Regierung die Jnterpel- lation des Abgeordneten Bernard über dir Mißgriffe der Zensur nicht zur Besprechung. Briand lehnte es ab, auf sie einzugchen, und forderte die Vertagung. Trotzdem der Interpellant auf bestimmte Fälle hinwies und der Abgeordnete Russin mit Enthüllungen drohte, wurde die Besprechung mit 206 gegen 189 Stimmen vertagt. Im weiteren Verlauf der Debatte beschwerte sich Russin darüber, daß verschiedene von ihm beim Präsidenten der Kammer eingereichte schriftliche Anfragen nicht im„Journal Cfficiel* abgedruckt worden seien. Er erblicke darin eine Beeinträchtigung seines Rechtes als Abgeordneter. Des- ch a n'e l erklärte, er habe geglaubt, im Geiste der GeschäftSord- nung zu handeln, wenn er die Anfragen nicht abdrucken ließ, da sie gegenüber dem Feind nicht ohne Nachteil veröffentlicht werden konnten. Der Präsident forderte Russin aust aus diesem Grunde auch von der Verlesung abzusehen. Der Redner versuchte dies jedoch, so daß ihm der Präsident schließlich, nachdem er das HauS befragt hatte, da? Wort entzog. Tie Kammer und der Senat habe« sich bis zum 13. Mai vertagt. Die Virtsthaftskonferenz öer Cntente. Paris, 22. April.(W.T.B.) In der D ep u t ie r te n- k a ni m e r wurde eine Interpellation eingebracht über die Bedingungen, unter denen die Regierung an der Wirt- schaftskonferenz teilzunehmen gedenke. Ministerpräsi- dcnt Briand antwortete: Die Konferenz, die am Tonnerstag beginnen wird, hat keinen amtlichen Charakter. Ihre Be- schlüsie verpflichten in nichts weder das französische Parlament noch die französische Regierung. Tie Konferenz tritt nicht infolge einer Berufung der französischen Regierung zusam- men. Die Rolle der Regierung wird mir die gute Gastfreund> schaft und herzlichen Willkommens sein. Darauf wurde die Interpellation auf unbestimmte Zeit vertagt. Die politische Krise in Cnglanü. Manchester, St. April.(W. T. B.) Der Londoner Korcespon- beut deZ„Manchester Guardian" berichtet: Tie politische Krise hat mit einem vollständigen Siege der Anhänger der Wehr- Pflicht geendet. Die Vereinbarung, die A S q u i t h und Sender- s o n angenommen haben, bedeutet einen neuen Derby-Feldzug unter den Verheirateten, worauf unvermeidlich die Wehrpflicht für die Verheirateten eingeführt werden wird, wenn nicht der Wider- stand dagegen im Parlament und im Lande zu stark ist. Aber da- von ist nichts zu merken. Man bat allgemein den Eindruck, daß die KrisiS einen starken Antrieb au» Frankreich erhalten hat, das von England größere Leistungen verlangt. Ter„Manchester Guardian" sagt im Leitartikel: Tie Haupt- fache bei der Krijis war, daß der Einigungsvorschlag für die Ar- bditerpartei annehmbar gemacht wurde. Denn sonst hätten die Minister, die der Arbeiterpartei angehören, zurücktreten müssen, und das wäre das Ende der Koalition gewesen. Das Blatt meint, der Rücktritt Lloyd Georges hätte viel weniger geschadet, auch wenn zugleich ein paar unionistische Minister zurückgetreten wären. Denn Lloyd Georges Hauptaufgabe als Geschoßminister fei vollendet, und eS wäre vielleicht zweckmäßig, wen« er mit Earson und Churchill den Kern einer Opposition bildete und damit die Grundlage einer abwechselirden Regierung schüfe. London, 22. April.(W. T. B.)„Daily New S" schreibt im Leitartikel: Wir wissen trotz der Versicherungen der amtlichen Stellen, daß die Ausdehnung der Wehrpflicht sowohl bei der Ar- beiterpartei als bei den Liberalen weit mehr Uneinigkeit und Feindseligkeit hervorrufen wird als das jetzt geltende Dienstpflichtgesetz. Der Herausgeber von„Daily News", Gardener, richtet in seinem Blatte in der Form eines Briefes einen scharfen Angriff gegen Lloyd George. Er habe die Krisis hervorgerufen. Die Nation müsse zwischen ihm und Aequith wählen. Lloyd George habe nie politische Grundsätze, sondern immer nur Wallungen gehabt, er sei das Opfer seiner fieberischen Phantasie, er halte sich für den Mann des Schicksals und erblicke in sich den Retter Europas. � Gardener gibt Lloyd George die Schuld an allen Schwierigkeiten, die das Geschoßministerium mit den Arbeitern gehabt bat, und wirft ihm vor, daß er den beständigen Presse- angriffen auf das Koalitionsministerium nahestehe. Die Haltung öer Bergarbeiter von Süüwales. Dem„Daily Telegraph' vom 18. April wird au§ Cardiff be- ruhtet: Obgleich die Admiralität im Hinblick auf die Bedürfnisse der verbündeten Flotten, die Ueberlastung der Bahnen und den allgemeinen Mangel an Hausbrandkohle dringend angeraten hatte, daß zu Ostern nur einen Tag gefeiert werden sollte, beschlossen die am 12. April zu Cardiff versammelten Vertreter der Bergarbeiter-Gewerkvereine von Südwales, doch zwei Feiertage zu machen, einige waren sogar für drei. Tie Vertreter faßten ferner einen Beschluß, der die Aufhebung des HeeresdienstgesetzeS verlangte, und kamen übercin, daß im Falle einer Erweiterung des Gesetzes eine neue Konferenz die Sachlage beraten müsse. Die verschwunöene englische Freiheit. In der„Nation" vom 18. April fübri J. A. Hoblon aus: Ter englische Soldat steht im Feld gegen das Prerchemtnin. Wenn er aber zurückkommt, find:! er«in FarsimiliL dieses Preußsntums iu England, denn freies Sprechen und freies Reden gibt es in England nicht mehr, da die verschicden'ten Zensurbebörden sich ein- mischen. In den letzten 2V Monaten sind unausgesetzt Ängrifsc gegen die persönliche Freiheit in brzrtg auf Reden und Etbreiben in England gemacht worden. Militär- und Marinebehörden, Presse- amt und Postamt treten als Zensoren auf. Tie wichtigsten Dinze erfahren wir nicht oder sehr spät. So hat man uns lange den Ber- tust von Kriegsschiffen verschwiegen, wäbrend et in Amerika und Teuffchland� bekannt war. Es gilt in England nicht der Grundsatz. wieviel müssen wir verbergen, iondern wie wenig brauchen wir zu enthüllen? � Nachrichten, die über Heer oder Marine nichts enthalten, werden gefälscht oder verheimlicht. So beispielsweise über Arbeiter- unruhen und«treiks. Solche Maßregein find besonders lächerlich. Unpopuläre Meinungsäußerungen in der Presse, in Versamm- langen, selbst in privater Unterhaltung werden unterdrückt. Be- strebungen, die öffentliche Meinung für den Frieden zu gewinnen, für internationale Schiedsgerichte oder für Wehrpflicht, find verboten, Versammlungen dieser Art ausgelöst worden. Wir haben in Englaich jetzt den Geist von Zaber«. Wie weit man in der Unter- drückung der freien Meinung geht, zeigt die Beschlagnahme des Theaterstücks„Das TeufelSgeschaft" von Fenner Brockwah, in dem in dramscher Form die Rolle geschildert wird, die die Waffen- fabrikanlen beim Zustandekommen moderner Kriege spielen. Auch Schriften find unterdrückt worden, die über den Ursprung des Krieges und gegen die Teilnahme Englands an ihm handelten. Tie Unterdrückung der freien Meinungsäußerung in dieser Weis- ist kein Zeichen der Stärke. Eine Politik, die keine freie Kritik verträgt, hat kein Selbstvertrauen mehr und läßt eS an sittlicher Kraft fehlen. Cm amerikanisch-japanischer Konfllikt, London, 22. April.(W. T. B.)„Morning Post" meldet aus Washington vom 21. April: Der japanische Bo tschafter überreichte heute beim Staatsdepartement einen Einspruch gegen da? Einwanderungsgesctz, da» asiatisch« Einwanderer auS- schließt. Da» Gesetz hat daS Repräsentantenhaus durchlaufen und liegt jetzt dem Sena: vor. Tie japanische Regierung erhebt da- gegen Einspruch, weil eS gegen die Würde de» japanischen Volkes verstoße und den gulen Gauben der japanischen Regierung in Frage stelle. Der japanische Einspruch hat in Regierungskreisen eine gewisse Beunruhigung hervorgerufen. Neuorönung öer chinesischen Regierung. Peking, 22. April.(W. T. B.j Meldung des Reuterschen Vu- rcaus. Tnan-Schi-Jui bat die Ministerpräsident- schaft und das Portefeuille de? KriegSministeriums sowie die Mldung des neuen Ministeriums übernommen. D ü a n- S ch i- Kai hat darin eingewilligt, alle Zivilgewalt an das Ministerium abzutreten. Man hofft, daß die Uebernahme des Präsidiums im Ministerium durch Tuan-Schi-Jui, der ein entschiedener Republi- kaner ist, den Süden versöhnen wird. politische Ueberflcht. Zur Rückkehr des Reichskanzlers ans dem Hauptquartier. AuS Berlin wird der„Frankfurter Zeitung" ge- meldet:„Die Rückkehr des Reichskanzlers aus dem Hauptquartier er- klätt sich durch die Notwendigkeit, in Berlin, am Sitze der Regierung, mit den berufenen Stellen und Persönlichkeiten die Entscheidungen zu beraten, welche die amerikanische Note notwendig machte. Ob der Kanzler dann etwa noch einmal in das Hauptquartier zu weiteren Beratungen zurückkehren wird, bleibt abzuwarten. Den Glauben, daß ein Konflikt mit Amerika noch auf ehrenvolle Weise zu erledigen ist, braucht man nicht aufzugeben. Es ist selbstverständlich, daß über die dazu führenden Mittel jetzt beraten wird. Die öffent- iiche Meinung, soweit sie sich auch durch die Blätter der verschiedenen Parteien feststellen läßt, wird Vertrauen zu den Entschließungen haben, die der Kaiser und seine verantwortlichen Ratgeber und gx- wiß auch die Leitung unseres Heeres zusammenwirkend treffen,' Eine deutsch-österreichische Konferenz. Lerlin, 24. April.(W. T. B.) Am 26. April werden Vertreter deutscher Reichsbehörden in Wien eintreffen, um verschiedene Zoll- und Wirts chafts- politische Fragen mit den zuständigen österreichisch- ungarischen Dienststellen zu besprechen, Kriegsgewinnsteuer und Landwirtschast. Diese nicht uninteressante Frage behandelt die„Deutsche Tageszeitung", und zwar wird der Besprechung die Behaup- tung zugrunde gelegt, daß nicht wie in anderen Berufen, bei der Landwirtschaft die Einnahmen als Gewinne betrachtet werden dürfen. Denn es sind Erlöse aus Verkäufen darunter, die die Landwirtschaft nur gezwungen vorgenommen hat. Auch die hohen Preise, die die Landwirtschaft für ihre Produkte erzielt hat, sollen nicht als Gewinne gelten dürfen, weil ihnen erhöhte Ausgaben gegenüberstehen. Schließlich führt das Blatt aus: „Diese Ausführungen widerlegen gleichzeitig die verschie- denllich hervortretende Forderung, die auch schon im Reichstag vorgebracht worden ist, bei Vermögenssteuern, kammenden oder bestehenden, den durch die augenblicklich höheren Einnahmen an- geblich bedingten Mehrwert ländlicher Grundstücke heranzuziehen. ES ist mit Sicherheit zu sagen, daß ein Zuwachs an Vermögen und Mehrwert überhaupt nicht eingetreten ist. Tie Verhälimsse haben vielmehr zu einem System gezwungen, auf den das Wort „Raubbau", ohne es anwenden zu wollen, eigentlich weitaus eher patzt. Dieses System kann aber den Wert landwirtschaft- licher Grundstücke sicherlich nicht erhöht haben. Es wird vielmehr langjähriger und angestrengtester Arbeit bedürfen, landwirtschaft- liche Grundstücke auf den vor dem Kriege bestandenen Ertrags- wert zu bringen." Durch die neuen Kriegssteuern würde natürlich auch die Land- Wirtschaft erfaßt, und das will man unter allen Umständen vermeiden. deshalb auch bei jeder Gelegenheit die Versicherung, daß die Landwirtschaft ganz besondere Opfer gebracht habe. Je teurer die landwirtschaftlichen Produkte werden, desto mehr hatte die Landwirtschaft angeblich Opfer zu bringen. Mit solchen Behaup. tungen stellt man die Vernunft einfach auf den Kopf. Ist die Wucherverordnnng in Kraft? Die Verhältnisse auf dem Lcbcnsmittelmarkt veranlassen den. „Verl. Lokalanzeiger", diese Frage aufzuwerfen. Das Blatt knüpft an die Festsetzung von Höchstpreisen für Rmdsleisch an. die den Erfolg hatten, daß sofort alles Rindfleisch vom Markte verschtomd. Das Blatt schreibt: „Es kann schließlich niemand verborgen bleiben, daß hierin System liegt. Ter Markt wird künstlich leer gelassen, um da- durch die maßgebenden Stellen zur Aufhebung der den Juter- essenten unbequemen Höchstpreise zu veranlassen. Bebauerlich ist es. daß sich dieses Spiel unter den Augen der Regierung immer wiederholen konnte, ja, daß es sogar mehrfach zu dem den Interessenten erwünschten Ziel führte. Trotzdem die Fleischzu- Weisung jetzt angeblich von der Regierung organisiert ist, ver- sagte sie völlig am ersten Tage der neuen Höchstpreise für Rinder. Erfreulich wirken diese offenbaren Mängel in der� itaatlicl>en Ucberwachung unseres Lebensmittelmarktes nicht. Ist denn die Staatsgewalt so gering, daß gegen die offenbare TolkSbewuche» rung nichts wirklich Entscheidendes geschehen kann? Ganz schuld» los ist das Publikum freilich auch nicht. ES sind unter dem Einfluß der Fleifchtnappheit gestern in Berlin lächerliche Phan- tasiepreis« gefordert und bezahlt worden. Ein Huhn kostete 15 M, Kalbfleisch da« Pfund bis 4,59 M.. Kasseler Rippespeer bis 4,40 Mark, Gänse das Pfund bis 4,60 M.(so daß eine 12-Psund-GanS über 59 M. kostete), Rinderschabefleisch 4 Mk., westfälisch: Schlackwurst S MI Solche Preise sollten vom Publikum nicht bewilligt werden l Aber sie werden doch nicht nur bezahlt, son- dcrn auch gefordert, und die Regierung muß untersuchen, wo die Quellen für diese Preistreiberei zu suchen sind. Wer steckt die ungerechtfertigten Millionen-Gewinue ein? ilnd steht die BundeSratSverorbnung vom 23. Juli 1915 nocb in Kraft, wonach mit Gcwngnis bis zu einem Jahr bestraft wird, wer für Gegen- stände des täglichen Bedarfs, insbesondere für Nahrungsmittel, Preise fordert, die einen„übermäßigen Gewinn" enthalten? Und wird diese LundeSraiSverordnung auch in den geeigneten Fällen angewandt?— Man hört so selten davon!" Diese Kritik d:S der Regierung nahestehenden Blattes ist gegenüber den tatsächlichen Verhältnissen noch recht milde gehalten, Verbot der privaten Fleischsendungen ins Aeld. Das lippische Staats Ministerium weist in einer Veröffentlicbung besonders darauf hin, daß in Lippe die Versen- dung von Wurst und Schinken an Angehörige ins Feld verboten ist» Die Heeresverwaltung sorge in musterhafter Weise für die ldrieger. E» entfalle auf sie viermal so viel Fleisch als im Höchstfall auf die Zivilbevölkerung kommen werde. „Selbstverständlich ist es, daß da? Heer vorgeht, so notwendig ist cs andererseits, der Zivilbevölkerung dann aber auch ungeschmä. lert zu erhalten was flir sie noch übrig bleibt. Ilm dies zu er» reichen, mutzten die Flcischsendungen an die Krieger im Felde ver» boten werden." �essing-Theater:„Die Troerinnen". Diese von dem jungen Poeten Franz Werse! in klang» voll edle deutsche Verse übertragene Tragödie des E u r: p i d e s, des letzten der drei großen griechischen Tragiker, der gegenüber Aeschyles und Sophokles als der Vertreter einer mehr subjekti» vistischen, von der mptholognch nationalen Ueberlieferung skevtiich abgelösten Denkart gilt, erhebt sich in ihrem Aufbau nickt über die primäre Form lyrinh schwungvoller Rhetorik zu eigentlich drcnna» tischer Geschlossenheit. Tie Situation bleibt im Verlaus des Stückes im wesentlichen unverändert. Mit Werken, in denen sich ein Bild wirklicher, in starken Umwälzungen soribewcgter Entwickelniuz ent- rollt, wie des Sophokles König Oedipus und�Antigon», kann cs sich nicht entfernt vergleichen. Ohne die Gespanntheit, die eine längere Szenensolge durch die Beziehung zu einer in ihr dargestcll- tcn bedeutsamen seelischen und Schicksalsentwickelung erhält, ver- mag dieselbe aber schwerlich— das zeigte sich auch hier— die Spannungsgefühle einer tieferen Anteilnahme bis zum Schlüsse festzuhalten. Ter Strom der Worte, auch der schönsten Worte, wenn unter seinen Wogen nicht zugleich ein Strom der inneren Handlung rauscht, ermüdet allzu rasch. Der Stoff ist. wie überall im griechischen Trauerspiel, der alten Sagenwelt entnommen. Hier der Homerischen Jiias, die von dem Raub der schönen Helena durch den Trojanerprinzcn Paris, dem Racheseldzug der griechischen Fürsten wider Troja und der Eroberung der Stadt erzählt. Hekuba, de? Paris Mutter, kauert mit ihrem weiblichen Gefolge unter den Burgmauern,� angstvoll dem Los entgegenharvent», das sie und ihre Töchter treffen wird. Merkwürdig ist dabei, wie der bochgebildere athenische Dichter, der fiir das von dem Athener Staat gebaute und� unterhaltene Theater für das ganze Athener Volk schrieb, hier jeder Verhcrr- lichung des Griechentums aus dem Wege geht, die ganze Sym- pathie dem Besiegten zukehrt. Die von Homer gefeierten Heerführer erscheinen bei ihm als Barbaren, die unmenschlich voll rohen lieber- muis wehrlose, hochgesinnte Frauen erniedrigen und ihren Lüsten dienstbar machen wollen. Der mildernde Gedanke, sie bandelten nach damals allgemeinem Kriegsbrauch, die Troer, selber siegreich, würden sich auch nicht anders verhalten haben, taucht nur nebcrhcr in indirekten Andeutungen auf. Kaum weniger merkwürdig ist es. daß der Dichter keine der Bedrängten, die er betvnndernd schildert, in ihrem Abscheu vor drohender Erniedrigung zu jenem stolzen Heroismus sich erbeben läßt, der, ehe er sich unter erzwungene Zärt» lichkeiten beugt, Befreiung in selbstgewähltem Tode sucht, lieber Klagen kommt keine hinaus. Weder Öekuba, die noch als Greisin Sklavendienste verrichten soll, noch ihre Tochter Kassandra, die gotigeweihte jungfräuliche Seherin, noch des gefallenen Hektar Gattin, die züchtige Andromache, die mütterlich in ihren Armen ihr verwaistes Knäblein hält. Sic weiß, der Grieche, dem sie zugeteilt ist. erwartet ihre Gunst. Noch mehr. Ihr wird verkündet, daß aus Odysseus Rat Befebl gegeben wurde, den Knaben von der Zmne zu stürzen. Doch auch dies letzte Uebermaß des Jammers trifft sie, ohne sie zu dem Entschlüsse, ibr Leben selbst zu enden, fortzureißen. — Im zweiten Akt tritt die gefangen vorgeführte Helena, die An» stiftcrin all dieses namenlosen Elend?, in den Mittelpunkt der Reden. Ter Dichter süblt keine Sckonung für sie. Keck und frech, im Vertrauen auf die Rkacht ihrer Reize, läßt er sie mit schillern» den Sophismen ihrem einstigen Gatten antworten. Und Hekuba erkebt die letzte Genugtuung, daß die Verhaßte als Opfer seiner Racke fallen wird. Im Widerschein des Feuer?, das die Griechen in die Stadt gelegt, loht das Entsetzen und die Klage der Unglückselige» noch einmal mächtig auf. Die maleriscke Gruppierung rrnd Bewegung der Troerinnen» cköre wie ibr Vorrrag, der nie zum wesenlosen Deklamieren wurde, und, ivas noch schwieriger, überall verständlich blieb, war eine große Leistung der Regie. Von den Darstellerinnen wirkte am stärksten Lina Lossens Andromache. Anna F e l d h a m m c r war eine würdige, den ungewöhnlich hohen Anforderungen, die die Figur an die Klangfülle de? Organ? stellt, gewachsene Hekuba. Maria E a r m i spielte die Helena. Leider kam nur die wich» tige Kassandrarolle, für deren erkrankte Darstellerin im letzten Augenblick Else Basscrmann hatte einspringen müssen, nicht zur Geltung. üt. Letzte Nachrichten. Ein deutsches Flugzeug über Dotier. London, 24. April.(W. T. B.) Das Kriegsamt gibt be- kannt: Heute morgen um 11 Uhr 45 Minuten erschien ein feind» liches Flugzeug über Dover und kreist: in einer Höhe von 6999 Fuß über der Stadt. Tie Abwehrgeschütze eröffneten das Feuer und verjagten das Flugzeug, das kein: Bomben warf. Cchifssunfällc. Schanghai, 24. April.(W. T. B.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Ter ckinesische Kreuzer„Hai-Jung" stieß. während er am Sonnabendabend Truppentransporte nach den Südinseln' des Tschusan-Arckipels begleitete, mit dem Dampfer „H s i n y u" zusammen und brachte ihn zum Sinken. Von den 1999 an Bord befindlichen Soldaten und der Be» satzung wurden 69 Mann gerettet. Paris, 24. April.(W. T. B.)„Temps" meldet: Aus der Reede von Algier ereignete sich an Bord des beladenen Petroleum- dampsers„N o t r e Dame d'A f r i q u e" eine befiigc E x P l o- s i o n. Sieben Personen wurden verwundet. Infolge des ausgebro- chcnen Brandes gelang es nicht, das Schiff zu retten, das in der Nähe des Hafens unterging. Tic Ursache ist unbekannt. Man vermutet eine Unvorsichtigkeit. Ms Grofi'Serlin. das zweite Kriegsoftern. Tas Ziarakteristische Zeichen des diesjährigen Osterfestes war für die Groß-Berliner Bcbölkmmg die sich in der Oster- Woche immer mehr bemerkbar machende Fleischnot. Von v-ochlächterladen zu Schlächterladen eilten die Hausfrauen, um wenigstens für die Feiertage ein Stückchen dieses so knappen Nahrungsmittels zu erkämpfen. Zu beneiden diejenigen, die in den Besitz des verhältnismäßig noch billigen städti- scheu Schweinefleisches gelangten, wenigstens glücklich schon diejenigen, die für 3 M. und mehr ein Pfund eine der übrigen Fleischforten kaufen konnten. Aber unglücklich die, die nichts mehr bekamen. Freundlicher als die Viehhandelsverbände ging der Wettergott mit der Groß-Berliner Bevölkerung um. Zwar hat auch er sein Versprechen vom Sonnabend, der von schönem Wetter begleitet war. nicht gehalten und schickte uns noch in derselben Nacht ein starkes Gewitter, das eine merkliche Ab- kühlung für den ersten Feiertag brachte, aber am zweiten Feiertag waren die Launen verflogen, die Sonne strahlte schon am frühen Morgen in aller Pracht und lockte schon in den Vormittagstunden unzählige Menschen ins Freie, um wenig- stens in der Natur einigermaßen Ersatz für die Einschnürun- tzcn ihres eigenen Körpers zu suchen. Bier Personen im Müggelsee ertrunken. Wie alle Wasserstraßen, so waren auch die Ober- Und Müggelsprce mit ihren Seen an den beiden Oster- feiertagen von Fahrzeugen aller Art sehr belebt. Für den Müggelsee bedeutete der Westwind, der am ersten Feier- tag herrschte, die Gefahrrichtung. Von den späteren Vormittags- stunden an steigerte er sich zu bedenklicher Stärke. In der dritten Nachmitiagsstunde schwoll der Wind fast zum Sturm an. Jetzt häufte sich das Unglück. Auf der Strecke zwischen dem Forsthaus Müggelsee und dem Nahnsdorfer Gemünde, in der Höhe des Frei- bads und etwas weiter stromaufivarts, schlugen binnen kurzer Zeit Pier Ruderboote voll Wasser und kenterten. Das neueste Motorboot der Nahnsdorfer Gemeindefähre kam zweimal gerade noch zur rechten Zeit, um von 8 gefährdeken wenigstens sieben zu retten. Die Insassen eines Bootes, drei junge Männer, wurden alle von ihm gerettet. Das zweite Mal handelte es sich um einen Dopvelvierer, der mit 5 Mädchen besetzt war und von denen nur vier gerettet werden konrchen. Die fünfte, ein Fräulein Tannert, ging unter und ertrank. Während die Fähre noch mit diesem Ncttungswerke beschäftigt war, geschah wenige Meter davon entfernt das zweite große Unglück. Hier kenterte ein Doppelskuller nnt zwei Damen und zwei Herren besetzt. Ein Segler und ein Handkahn, die zur Rettung herbeieilten, konnten nur einen Herrn retten. Die beiden Insassinnen des Bootes, Fräulein Klara Schulze aus der Prinzen- Allee 81 und ein Fräulein Mittwoch aus der Metzstraße 10 zu Weißensee, fanden den Tod, ebenso der zweite Insasse, ein Herr Fritz Kurth, Von den Leichen war bis Sonntagabend noch keine gefunden. Der Verkauf von Seife. Berlin, 2-1. ApAl. jW. T. B.) Um entstandenen Zweifel aus- zuschließen, wird datcauf hingewiesen, baß die Abgabe von Seife an Salbstverbrauchcr nur in der vierten vollen Monatswoche er- folgen darf, also im laufenden Monat nur in den Tagen vom �3. b i s 29. April. Tie Abgabe ist mif dem Stamme der Brot- k a r t e zu vermerken. Ter Vermerk kann mit Tinte oder Faro- stempel gemacht werden._ Schwere Einbrüche in der Ostcrwochc. Eine gefährliche Ein- örechcrbande, die sich auf ihren nächtlichen Fahrten mit Vorliebe der Automobile bedient, hat in den letzten Tagen nicht weniger als 8 0 0 0 0 M. bei ihren Streifen durch den Westen Berlins erbeutet. Die Täter„baldowerten" in der üblichen Weise aus, ob Inhaber größerer Wohnungen, natürlich nur als wohlhabend bc- kannte Leute, etwa während der Osterfeicrtage verreisten und statteten dann den ohne Aufsicht stehenden Räumlichkeiten ihre Besuche ab. Allein in der Wohnung dcr Gräsin P. in der Halber- städter Straße erbeuteten die Gauner Wertsachen in Höhe von 30 000 M. Die Einbrecher, die hier zu dritt„arbeiteten", packten die gestohlenen Gegenstände in Koffer und Handtasche, riefen dann ein Droschkenauto herbei und verschwanden mit ihrer Beute. Auch bei den anderen Einbrüchen haben die Burschen Droschkenautos benutzt, um nach dcr Tat zu verschwinden. Wer ist der Tote? Aus dcr Spree gelandet wurde am 1. Feier- tage an der Achcrbachbrücke die Leiche eines Mannes, die augenschcin- lich schon längere Zeit im Wasser gelegen hat. Der Tote ist etwa 20 Jahre alt, tbittelgroß und schlank, hat SunfeJÜmimdl Haar und trug einen dunkelgrauen Uebcrzichcr, einen blauen Anzug, Steh- Umlegekragen mit schwarzem langem Schlips, braune Strümpfe und schwarze Schnürschuhe.— Noch nicht bekannt ist ferner ein Mann von etwa 40—00 Jahren, der vorgestern an dcr Ecke der Andreas- und Langestraße von einem Stratzenbabnwagen dcr Linie 1 über» fahren und getötet wurde. Ter Verunglückte gehört anscheinend dem Arbeiterstande an. Kleine Nachrichten. Unglückliche Liebe hat die 38 Fahre alte Ar- beiterin Berta Woitschig aus der Wrangelftraße 44 in den Tod ge- trieben. Weil ihr Bräutigam sie verlassen hatte, vergiftete sie sich Sonntag nachmittag in ihrer Wohnung. Man fand sie tot im Bette liegend.— Den Tod im Wasser suchte aus unbekannten Gründen das 22 Jahre alte Dienstmädchen Margarete Schneider aus der Elberfcldcr Straße 7. Es erbat und erhielt am Karfreitag von per Dienstherrschast die Erlaubnis, auszugehen und kehrte nicht wieder zurück.� Die Ermittelungen ergaben, daß die Vermißte in der Nacht zum Sonnabend oberhalb des Borsigstegs ins Wasser gesprungen und ertrunken ist. Die Leiche ist noch nicht gefunden.— In einem Kasten der Straß enreinigung in der Hamioverschen Straße fand ein schüler die Leiche eines neugeborenen Knaben, die in Zeitungs- Papier eingewickelt war.— Durch erneu Diebstahl schwer geschädigt wurde die Mitteldeutsche Maschinenbaugesellschaft in der Herzberg- straße zu Lichtenberg. Als man Montag dort den Betrieb wieder auf- nahm, entdeckte man, daß Diebe 12 Treibriemen im Werte von 5000 Mark gestohlen hatten. Die Riemen sind 7—9 Meter lang und vor deren Ankauf gewaritt wird. Wetteraussichten für das mittlere Nordbeutschland bis Mittwoch mittag: Langsame weitere Erwärmung, vielfach heiter, nur im Süd» osten überwiegend bewölkt, keine erheblichen Niederschläge, Ms aller Welt. Toppelfelbstmsrd. In einem Wiener Hotel nakmen zwei Frauen gm 2k. April abends Gift. Dir eine ist tot» die andere konnte wieder zum Bc» wußtsein gebracht und wird wahrscheinlich gerettet werden. Die Tote ist die in Leipzig geborene 34 jährige Pflegeschwestcr Dorothea �strohulhol, die andere ihre ständige Begicitcrin Baronesse Palom» bini, zu Grochowitz, Teutschland, geboren. Nach langem, zum Teil sehr schwerem Leiden verschied am| Donnerstag, den 20. April, meine innigstgcliebte. herzensgute Frau, unsere Mutter und Großmutter, Schwester und Schwägerin UZss�T üblsa sct. Sciiulz. Leicht sei ihr die Erde! Lm NaMen der Hwtcrdlledenen .Panl Molsa als Gatte. Die Beerdigung findet stall am Dienstag, den 25. April, nachmittags] [ 2 Uhr, von der Halle des städtischen ZentralsriedhofcS in Friedrichs- 1 selbe aus.' LILb Sozialöeinokraföelifir Walilräj f.[!.iBeFlineFF.eic!isfa!3Swalilkr.| Bezirk 333. Den Mitgliedern zur Nachricht, i daß unser Genosse, dcr Gastwirt j AJois Görlich Rornintener Straße 47, im Mter von 48 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Mittwoch, den 2s. April, nachmittags Zft.Uhr, »cm der Leichenhalle des Zetttrat- sricdhofeS,FriedrichSseIde, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Iteie Vorstand. i Trauer- Magazin gegründat 1806 iBrunnenstr. 56-57 Aus Wunsch ZluSwahlsendung. Tel. Norden 8540. !Bta van 2.90 M. i Röcke von 4.75 M.°n! I M aßanfertigung in 8 Stunden.! Als Opser des Weltkrieges starb insolge seiner schweren Verwun» dung durch Granatschuh im Ru- dolj-Virchow-Kraukeuhause am 22. Avril 1916 mein lieber unvcr» getzlicher Mann, unser lieber Sohn, Bruder, Schwager und Onlel, der Pionier Paul Pohl (Gardc-Pionier-Batl. 3, 12. Komp.) kurz vor seinem vollendete» 33. Lebensjahr. In tiefem Schmerz Anna Pohl. geb. Zimmer als Gattin. Die Beerdigung findet am Mitt- wach, den 26. d. M.,'I, 2 Uhr, von dcr Kapelle deS Rudots-Virchow- Ztranlenhauses nach dem Garnt» sonfriedhofe in der Müllerstr. statt. Mein lieber Mann, ruh' sanft in i Frieden. Allein zu sein, drei Worte, l leicht zu sagen und doch so schwer, l so endloS schwer zu tragen. Nun. j lieber Paul, du hast den Frieden und ich den Schmerz. [ Ewig Leweint von deinen Lieben. Wtetnll-tSintanfS-Bureau, Grüner Weg 66, taust alle Metalle höchst- zahlend._ 6066* UgyjSlon .Bollkriifttge Omalitiit. 100 Stück M.2,-,200St.4,35frk.. 100051.15,50 frk. Otto Reichst, Berlin43, Eisenbahnstr.4. r liiei Filiale Groß-Rcrlin. Tonnerstag, den!Z7. April, abends 8Vz Uhr pünktlich, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15(Saal 4); General- Versammlung Tagesordnung: 1. Geschäfts- und Kassenbericht vom 1. Quartal 1916. 2. Die Neuregelung der Deuerungszulagrn. .3. Die diesjährige Regelung dcr Urlaubsfrage. 4. Verschiedenes. 33/4 Zutritt haben nur Mitglieder gegen Vorzeigung deS Mitgliedsbuches. Tie Ortsverwaltung. Stoffe fär feine Damen-Kostüme, Berren-Änzüge usw. Mfr.4,-,6,-,8,-,10,-,12,- M. Tuch-Lager Koeh 3 Seeland G. in. b. � einer I,eil>l»inde? Särotliolie Systeme am Lager resp. nach ilaiianfertigutig sowie Bruchbandagen"i1" Artikel z. Gesundh.- u. Krankenpflege Pollmann, Bandagist Berlin N., Lotliringer Str. 69.* Lieferant für Krankenkassen. Ungeahnte Erwerbs- NBglichbeKen bietet die nächste Zuknnft Eine tief- ereilende Änderung unseres gesamten Wirtschaltsiebens, ein gewaltiger Auf- schwang unserer Industrie n. des Hsn. dels steht bevor, und es werden überall geschulte Kräfte gesucht Hin. Angehörige technischer Beruf« u. Handwerker sollen nicht versäumen, ihre Kenntnisse und Fertigkeiten der kommenden Zelt anzupassen, um teilzunehmen an den wirtschaftlichen Erfolgen, die naturgemäß das Ergebnis des gewaltigen Ringens sein müssen. 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AllflrlMrPnrip � Seiten starke Broschüre gratis und post- HUIC..fll CllUv frei in verschlossenem Kuvert. Verantwortlich ex Redakteur! Ernst TSumig, Steglitz, Für d-n Lnjergtemeilverantw� Zh. Glocke, Berlin. Krucku.Verlaz: LorwartiLuchdruckerei u. verlogssnstalt Paul Singer& Co« Berlin SR.