Nr.116.-3I.Iichrs. Wonneroetits-Bcdlngungen: Ooramnmlä■ Preis ptänumeranh» «rtteli-ihri S,90 SM, monall. ILO MI, wichen Uich M Pfg. srci ins$au£ «utjeine Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags» Vellage.Die Neue Weif 10 Pfg, Post» vbonnement: 1,30 Marl pro Monat. kmgetragen in die Post-Zeitungs- Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich» Ungar» �30 Marl, für dos übrige ttusland i Marl pro Monat. Postabonnements nehmen an Belgien, Dänematch Holland, Italien. Luxemburg, Portugal, ", Schweden und die Schweis Vlchelitl IjgNch. Vevlinev Volksblnkk. ( 5 Pfennig) Die TnlertionS'Gebübr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel- »elle oder deren Raum SO Pfg, für polittsche und gewerlschaftliche Vereins- und Persammlungs> Anzeigen SO Pig, Kleine ZZnoeigen", das tettgedruckte Kort 20 Pfg.(zulässig 2 setigedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellenan» »eigen das erste Wort 10 Pfg, jede? weitere Wort b Pfg, Worte über lö Buch- (laben zählen sür zwei Worte. Inserate für die nächste Plummer müssen bis � 6 Uhr nachmittags in der Expedition «bgegeden werden. Die Expeditwo ist bis 7 Uhr abends geüsfuet. reiegramm-Zldresfet „SszlakUinolirat BcfUn". ZcntruXovg&n der rozialdemokratifcben Partei Deutfcblands. Keüaktion: EW. 68, Linüenstraße 3. pkerniprecher- Ami Moriypla«. Nr. I,5l Sv— läl S7. Freitag, den Ä8. April 1V16. Expeüition: EW. 68, Linüenstraße 3. Hrrusprecher: Amt Moritzplasi, Nr. iSl S0-1S1 S7. ein neuer Utopist. I. Dir mgen Beziehungen, in die der Weltkrieg das Deutsche Reich zur Donaumonarchie gebracht, hat auch bei uns ein weit stärkeres Interesse an den eigenartigen und komplizierten Problemen Oesterreichs wachgerufen. Der Befriedigung dieses Interesse in erster Linie dient ein kürzlich erschienenes Buch unseres österreichischen Genossen Karl Renner, das aber auch abgesehen von den besonderen österreichischen Fragen die Auf« merksamkeit der deutschen sozialdemokratischen Leser in hohem Mäste in Anspruch nehmen darf.') Renner ist, wie ja auch seine früheren Schriften zeigen, ein konstruktiver Denker, das heistt er begnügt sich nicht mit der Untersuchung des Gegebenen und der Tendenzen, die sich in ihm auswirken, sondern er versenkt sich mit Liebe in die Konstruktion, in die Ausmalung der Pläne zur Reform, zur Umgestaltung, und gerade diese Geistesrichtung ist es, die seine Schriften nicht nur oft sehr anziehend, sondern gerade auch zu einer wert- vollen Ergänzung der von den meisten anderen sozialistischen Autoren mit Vorliebe gepflegten analytischen Untersuchungen macht. In dieser Hinsicht hat Renner viel mit den alten Utopisten gemein. Tatsächlich ist ihm ja auch schon oft der Vorwurf des Utopismus gemacht worden. Im Vorwort seiner neuen Schrist verwahrt er sich dagegen mit dem Hinweis, daß verschiedene von ihm vorgeschlagene Reformen bereits teilweise verwirklicht seien. Aber wie wir schon gesehen haben"), kann dieser Einwand nicht überzeugend wirken, denn nicht die Un- ausführbarkeit gibt einem Reformprogramm den Charakter des Utopischen, sondern der Mangel einer Untersuchung der lebendigen sozialen Kräfte, die diese Reformen durchführen und ihnen Gestalt und Bedeutung verleihen sollen. Die alten Utopisten haben uns aber nicht nur mit geist- vollen Ideen zum Aufbau der neuen Gesellschaft bereichert, sondern auch mit oft äußerst scharfsinnigen Untersuchungen über die bestehende. So liefert uns auch Renner sehr scharf gesehene Bilder, oft bittere Kritiken auf dem Ge- biete, das er sich zum besonderen Studium gewählt hat. Oesterreich. Es dürste heute nicht viele Männer, nicht viele Politiker geben, die die so ungemein komplizierten staats- und verwaltungsrcchtlichen Verhältnisse dieses Landes so genau kennen und von so hoher Warte überblicken wie er. Besonders auf dem Gebiet der Nationalitätenfragen ist Renner eine auch in bürgerlichen Kreisen immer mehr anerkannte erste Autorität. Niemand, der daS so schwierige Problem der Donaumonarchie verstehen lernen will, wird an seinen Schriften vorübergehen können, und auch sein neues Buch, eine Sammlung von Aufsätzen, die während des Krieges cnt- standen sind, enthält wieder eine Fülle des Anregenden und Belehrendem Aber auch Renner ist der Gefahr nicht entgangen, die nun einmal mit dem konstruktiven Denken innig verbunden zu sein scheint: die Freude an der Konstruktion verleitet dazu, in ihr die Hauptsache zu sehen. Was dem Autor selbst, je mehr er sich mit den Gedanken beschäftigt, um so einleuchtender, um so überzeugender erscheint, muß. glaubt er, auch aus jeden anderen ruhigen Beurteiler ähnlich wirken. Die Idee wird auf diese Weise unabhängig von den sozialen Kräften, die ihre Verwirklichung fördern oder hemmen könnten. Ihre Vortreff- lichkeit, ihre Nützlichkeit für die ganze Gesellschaft ist die beste Bürgschaft für ihre Durchführung, und was sich dieser wider- setzt, ist nur engstirnige Beschränktheit. Sehr deutlich macht sich diese Denkweise bei Renner z. B. in seiner Behandlung der österreichischen Verwaltungs- rcsorm geltend. Seine Darstellung der österreichischen Ver- waltungsmisere und die Gegenüberstellung der englischen modernen Grafschastsverfassung, deren demokratischer Charakter ins hellste Licht gerückt wird, bieten nicht nur dem, der Ge- schichte und Gegenwart Oesterreichs kennen lernen will, eine genußreiche Lektüre, sie ist auch für jeden sehr beherzigcns- wert, der sich für die Probleme der Verwaltung überhaupt, besonders aber sür die Fragen der Demokratie interessiert. Auch die Rcformpläne, die� Renner in Vorschlag bringt, besonders die von ihm stets so warm befürwortete Kreis- Verfassung, haben sicherlich sehr viel für sich; ver- geblich aber sucht man bei ihm eine Antwort auf die Frage, ja nur die Frage selbst, welchen wirtschaftlichen, sozialen und politischen Verhältnissen diese eigentümlichen österreichischen Verwaltungszustände ihre Entstehung und ihren Bestand verdanken. Nur wenn wir wissen, welche sozialen Kräfte diese Zustände geschaffen haben, welche an ihrer Aufrechterhaltung interessiert sind, können wir die Wahrscheinlichkeit beurteilen, daß sie geändert werden und in welchem Sinne. Insbesondere wird uns erst die Beantwortung dieser Fragen ein Urteil darüber ermöglichen, welchen Einfluß der Krieg und die sozialen und politischen Verschiebungen, die er mit sich bringt und nach sich zieht, aus die öfter- reichischcn Verwaltungsverhältnisie üben wird. Auf all das geht aber Renner gar nicht ein. Vielmehr be- ').Oester«»« Erneuerung.' Politisch-programmatis-be Aufsätze. Wien lSlS vertag der Wiener Volksbuchbandlung Ig. Brand u. Co.!60 S. Preis 3 M.. �. "> Vgl. den Artikel.Utopismus' w der Nr. 112 des.Vorw.' vom gnügt er sich überraschenderweise fast ganz damit, die Schuld an diesen Zuständen der Beschränktheit, der Unfähigkeit des Ministers Schmerling zuzuschreiben. Diesem Staatsmann macht er die schwersten Vorwürfe, weil er.»der die beständige organische Weiterentwickelung des Gemein- Wesens zum Gegenstand seiner Kunst' hätte machen sollen. dessen Amt es gewesen wäre,»das Geschichtliche auch der Ge- schichte zu überantworten, wenn dessen Zeit um ist', nichts anderes getan habe, als das Ständewesen modern zu dra- pierew(S. 84) Und entrüstet fährt er fort:„Zu ver- wundern ist freilich nicht, daß jene schmalen Gesellschaftskreise, denen in Gemeinde und Landesausschuß eine vom allgemeinen Staatslcben losgelöste, staatsferne Machtsphäre eingeräumt war, diese festhielten, erweiterten und vertieften. In der Politik entscheiden eben Interessen, und jeder Zufallserfolg von gestern ist morgen erworbenes Recht.' In diesen Sätzen allein im ganzen Buche bricht sich die Erkenntnis Bahn, daß hinter den Schmerlingschen Februar- patenten sehr reelle materielle Interessen standen und nicht nur Dummheit und Kurzsichtigkeit. Es handelt sich daher heute auch nicht nur um den Entwurf zu einer Verwaltungs- reform, sondern vor allem muß untersucht werden, ob jene „schmalen Gesellschaftskreise', deren Bedürfnissen die Schmer- lingsche Verwaltungsorganisation entspricht, heute noch die Macht in Oesterreich besitzen, ob der Krieg diese Macht steigert oder schwächt, welche lebendigen Kräfte sich dieser Macht ent- gegenstellen und welche Form der Verwaltung den Interessen dieser vorwärtsstrebenden Klassen oder Schichten entspricht. Nach Renners eigener Darstellung könnte man in dieser Hinsicht recht skeptisch werden. So spricht er(S. 115) von der„unbegreiflichen Interesselosigkeit des Volkes an der Ver- waltung' in Oesterreich, und er fährt fort:„Diese stupende Indolenz wäre ein Rätsel, wenn man nicht wüßte, daß der nationale Chauvinismus unser Bürgertum so sehr in die Bande der Narrheit geschlagen und betört hat, daß es alle seine wirklichen Interessen und Pflichten vergessen und sich eine völlig talent- und richtungslose, in staatlichen und ökonomischen Dingen ganz ununterrichtete Polstische Führung eingewirtschaftet hat.' Wo sind aber dann die lebendigen Kräfte, die das neue Oesterreich schaffen, die es mit neuem Geist beseelen sollen? „Die Obstruktion", sagt Renner(S. 23),»hat das Parlament erschlagen, der Nationalismus die Nationen, so daß am Ende nichts übrig blieb als Bureaukratie und Heer.' Sehen wir da nicht den alternden Fourier vor uns. der auf den reichen Mann wartet, der ihm sein Mustcrphalanstsre einrichten soll, oder den unverwüstlichen Opttmisten Robert Owen, der glaubte, den Fürsten Metternich und den König von Preußen für die Durchführung seiner Ideen gewinnen zu können?„„ rr Seltsamer Weise hat gerade der(etzige Krieg Genossen Renner mit neuen Hoffnungen erfüllt. Der Krieg habe zwei Ueberraschungen gebracht: er habe die ganz erstaunliche Tüchtigkeit. Mannhaftigkeit. Ausdauer und Anpassungsfähige keit der Völker Oesterreichs erwiesen, zugleich sei aber auch „in den Massen selbst das unmittelbare Verhältnis zu Staat und Reich unverkennbar durchgebrochen". Besonders dieser letztere Umstand gibt Renner die frohe Zuversicht, daß„die Nationen das Gesetz eines friedlichen Zusammenseins finden würden'.(S. 82.) Der Standpunkt, den Renner hier einnimmt, ist einer- seits bedingt durch seine Stellung zu den nationalen Problemen, auf die wir noch zurückzukommen haben werden. andererseits aber auch durch seine Einschätzung des Krieges als Prüfftein der inneren Kraft der Völker und Staaten. Der Staat ist eine Machtorgamsation, die bezweckt, die Bevölkerung eines größeren oder kleineren Gebietes zur Er- rcichung bestimmter Ziele zusammen zu fassen und unter ein- heitliche Gewalt zu stellen. Welche Ziele das sind, und mit welchen Mitteln sie angestrebt werden, das hängt von der sozialen und politischen Struktur der Bewohnerschaft des be- treffenden Gebietes ab, insbesondere von ihrer Klassen- schichtung. Die Festigkeit des Staats wwd dadurch bedingt. daß seine Organisation mit den wirklichen Machtverhältnissen in seinem Innern übereinstinimt. oft dies nicht der H-all, dann besteht das Bestreben, diese Organisation zu verändern oder ganz zu vernichten.. Wenn es aber eine Zeit gibt, m der solche Tendenzen zur Untätigkeit verurteilt sind, dann_ ist es die Kriegs- zeit. Denn erstens zwingt die gemeinsame Gefahr hier die Völker und Klassen auch zu einer gewissen Ge- meinsamkeit der Abwehr. Die Gegensätze niussen schon sehr stark sein, bis sich ihre politischen Vertreter entschließen, sich über diese Rücksicht auf die gemeinsame Verteidigung hinwegzusetzen. Zugleich ist aber auch die Staatsgewalt während eines Krieges mit ungleich groszeren Macht- Mitteln und Machtbefugnissen ausgestattet alo je m �ricbcn�eitcn unb biß bro�ßnbe öcfciljr bc|citic|t oHc SemÄ Rücksichtnahmen. Daß ein Staats- wescn während eines Krieges und solange die Regierung die uneingeschränkte Verfügungsgewalt über den rmlstanschen Machtapparat in Händen hat, nicht zerfallt, beweist also sehr wenig für seine innere Festigkeit. JStjt wenn sich nach dem Friedensschluß die normalen Verhältnisse wieder herstellen sollen wenn die Wunden sichtbar und fühlbar werden, die der Krieg geschlageu. und wenn zugleich die Regierung das Schwert wieder aus der Hand legen muß, dann kann sich ctst erweisen, ob die inneren Kräfte des Staates der Belastungs- probe des Krieges gewachsen waren. Es ist kein Zufall, daß die Revolutionen, die die Kriege der letzten Jahrzehnte so häufig begleiteten, stets erst zur Zest des Friedensschlusses zum Ausbruch kamen._ G. E. Der amerikanische Botschafter zu einer /luüienz ins Hauptquartier abgereist. Berlin, 27. April.(W. T. B.) Der amerikanische Botschafter Gerard hat sich heute abend zu einer Audienz bei Seiner Majestät dem Kaiser ins Große Haupt- quartier begeben. Amerikanische Stimmen gegen einen Krieg. Frankfurt a. M., 27. April.(W. T. B.) Die„F r a n k- furter Zeitung' meldet aus New Jork: Der Abgeord- nete M u n n, der Führer der Oppositton im Repräsentanten- hause, der wegen seiner Bemerkungen gegen Wilson scharf angegriffen wurde, hat eine neue Rede gegen einen Krieg gehalten, in der er sich gegen einen Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Deutschland erklärte. Das ganze Haus zollte ihm Beifall.— Senator Townsend, der sich bei Senator Gores Resolution über den Tauchboot- krieg der Stimme enthalten hatte, erklärt jetzt in einer Unter- redung, er sei unter den gegenwärtigen Umständen gegen einen Krieg. Diese Sinnesänderung ist offenbar auf"die in Michigan, dem Heimatsstaate Gores, zugunsten Henry Fords ausgefallene Abstimmung für die Präsidentschaftskandidatur zurückzuführen._ Bombenanschlag gegen öie bulgarische Hesanütschaft in Althen. Athen, 26. April. Vom Berichterstatter des W. T. B. Die Bombe, welche auf der Treppe der bul- garischen Gesandtschaft in der Nacht zur Explosion gebracht wurde, riß ein Loch von 4) Zentimeter Tiefe und 80 Zentimeter Breite. Die Explosion war außerordentlich stark. Sämtliche Fenster der Gesandtschaft und der Häuser in der Umgebung wurden zerttümmert. Der bulgarische Gesandte äußerte dem Vcrttcter des W. T. B. gegenüber, er halte es für ausgeschlossen, daß dieser Anschlag von Griechen verübt worden sei. Eine zweite Bombe, die nicht zur Explosion kam, ist von der Polizei beschlagnahmt worden. Die Behörden treffen große Vorsichtsmaßnahmen, u m neue Ruhestörungen seitens der der Entente nahestehenden Kreise zu ver- hindern. Neuer Druck öer Entente auf Griechenland. Mailand, 27. April.(W. T. B.) Nach einer Meldung des Secolo" aus Athen hat der serbische Gesandte Skuludis auf die Notwendigkeit hingewiesen, die auf Korfu befindlichen Truppen auf den Landweg nach Saloniki zu bringen. Er bot die notwendigen sanitären Garantten an. Der französische Gesandte Guillemin und der englische Gesandte Elliot unter- stützten diesen Schritt und überreichten eine Note der Verbands- mächte. Bezüglich der Truppentransporte versicherten sie, daß außer für die Zeit der Durchfahrt keine GebietSbcsctzuiig '" en werde. then, 26. April.(W. T. B.) Vom Berichterstatter des W. T. B. Auf das Verlangen der Diplomatie der Entente, die Eisenbahn Piraeus— Larissa zur Ver- f ü g u n g zu st e l l e n, hat die griechische Regierung kategorisch abgelehnt, eine solche Anfrage überhaupt zu er- örtern. Rumänien unü Bulgarien. Sofia, 27. April.(SB. T. SB.) Wie Finanzmiiiister Tontscbe» in einer Unterredung mit einem Redakteur des»Utro" erklärt, sind die Verhandlungen zwischen Rumänien und Bul- garien über ein wirtschaftliches Abkommen er- gcbnislos verlaufen. Die Verhandlungen wurden auf SBunsch Rumäniens eröffnet und machten zuerst gute Fortschritte. Rumcinien wünschte Saatzwiebcln und Tabak für neun Millionen von Bulgarien zu kaufen und eine Anzahl Waggons mit von Rumänien gekauften Waren von Griechenland nach Rumänien durch- führen zu dürfen; Bulgarien stimmte prinzipiell zu und verlangte als Gegenleistung die Auslieferung von über zweihundett Waggon? mit bulgarischen Waren, welche seit langer Zeit in Rumänien fest- gehalten werden. Während eines ganzen Monats wartete Bulgarien vergeblich auf eine Antwott aus Bukarest. Schließlich verließ der rumänische Gesandte Derussi, welcher mit der Führung der Ver- Handlungen beauftragt war, Sofia mit einem Osterurlaub. Dafür traf der Direktor der Tabakregie Bakalbascha hier ein, um Tanthi» tabak zu kaufen, mußte aber ohne Ergebnis Sofia verlassen, weil er nur nehmen, nicht geben wollte. Tontschew schloß mit der Hoffnung, daß trotz der bisherigen Mißerfolge die Verhandlungen schließlich zu einem Abkommen führen würden, da die Interessen der beiden Länder die gleichen seien und Bulgarien aufrichtig bestrebt so. freiuibnachbarliche Beziehungen mit Rumänien zu pflegen» pajchttsch auf der Keife nach Petersburg. Ltockho»«� 27. April.(W. T. V.) Meldung des schwedischen Telegrnoulh ans: Die Beschießung von Loweslost und Aarmouth begann gestern früh um i Ubr 10 2Pnut«n und dauerte übcr eine halbe Stunde. Trotz de- heftigen Eeschützseucrs feiten- der feinde lichen Schiffe war der Schaden verhältnismäßig leicht. Ein Ge ncsungsheim. ein Schwimmbad, der Pier und 40 Wohnhäuser»vurden leicht beschädigt. Zwei Männer,«ine Frau und ein Kind wurden nciviet, drei Personen schwer und neun leicht verwundet. Das Feuer auf Aarmouth wurde zur selben Zeil eröffnet. Sott wurde ein großes Gebäude durch einen Brand ernstlich und«in anderes durch Schüsse leicht beschädigt. Dlättermelöungen über öen üeutschen Zlot die Lage im gegenwärtigen Augenblick? DaS ganze Europa ist i» den Krieg verioickelt. Staatsmänner, Dichter, gelehrte Männer, Wissenschaftler, Diener der Sieligion, alle sagen. der Krieg ist Recht und muß fortgesetzt werden. Aber ungeachtet dieser Tälsache haben junge Männer gegenüber dieser Gemeinsamkeit der Meinungen erllärt, daß, was sie betrifft, der Krieg Unrecht ist, und daß sie nicht daran teilnehmen werden."... SörgarbeiterbeWegllng in Schottlanö. Tie schottischen Bergarbeiter erklärten sich lmit„Taily Tele- graph" vom 21. April mit der ihnen durch daö Schiedsgericht zu- erkannten Lohnerhöhung von 8 Pcnce täglich nicht zufrieden und verlangen jetzt eine weitere Gehaltsaufbesserung von 1 Schilling pro Tag. Amerikanische Zoröerungen an Englanü. New A»rk, 24. April.(Funkspruch deö Vertreter« von 23. T. B.) Ter Internationale Nachrichtendienst berichtet aus Washington: Auf Ersuchen des Amerikanischen Roten Kreuze» Hot da» Staatsdepartement durch Kabel- telegramm bei der britischen Regierung darauf g e d r u ii g e n, daß für L a z a r e t t b e d ll r f n i s s e au-Z Amerika die Einfuhr nach den Mittelmächten freigegeben werde; man sagt, die amerikanische Regierung beabsichtige, diese Sache scharf zu betreiben. Eine Waihington« Depesche der»New Aork Sun* besagt: Die Streitfrage mit Teutschland wegen Verletzung des Völkerrechts ist derartig, daß die a m e r i k a n i s ch e K l a g e g e g e n E n g land nicht betrieben werden wird, bis eineVer Bändigung mit Deutschland erreicht worden ist wenn die deutschen Unterseeboote zur Anpassung an die Forderungen des Völkerrechts gebracht sind, dann wird das Staatsdepartement Freiheit hohen, mit feiner Klage gegen England vorzugehen. politische Uebersicht. Nur ruhig Blut! Die.Kreuz-Zeitung" veröffentlicht unter der Ueberschrift„Ein neuer Praoceptor Gonnauiae" eine Zuschrift, die sich gewaltig darüber aufregt, daß die bisherigen Ausführungen unserer Presse über die amerikanische Note sich durch eine»merkwürdige Gclasiew heit" auszeichnen. »Merkwürdig deswegen, weil auch wir gutmütigen und ge> duldigen Deutschen in unserem überlieferten Sprachichatz keinen anderen als hahnebüchene Unverschämtheit dafür finden können, wenn ein eoi-äisant neutraler Staat— für ein unwahre» Verhältnis sind franzosische Bezeichnungen nach wie vor erlaubt— wenn also ein solcher sich erdreistet, uns Deutschen nach zwanzig Monaten unerhörter Anstrengungen und Erfolge zuzumu-en, daß wir ans»nw« gesürchtetste Waffe»n Kampfe mit England verzichten, ollen. Dag darüber kein einziges deutsches Blatt in Harnisch gerät ist um ,o auffallender, als z. B. unsere Preise ganz harmlos nachdruckt, daß sogar eine unbeteiligte Leitung die„ B e r u e r Tagwacht', die»Geringschätzung und unverhüllle Drohung" in Herrn Wilsons Pronunciam-nto - für Kundgebungen eine« fallchen Pathos sind italienische Be- Zeichnungen äm geeignetsten- durchaus zuirestend hervorhebt. Die Beruer Tagwacht" wird nicht wenig erstaunt fein, in der feudale».Krcuz.geituug" als Kronzeuge für die»hahnebüchene Ilnvcrschnmrheit" der«ereinigten Staaten zu figurieren. Noch mehr aber wird der simple deutsche Leser staunen, dem feit Jahr und Tag die.Dentschseindlichkeit" der„Berner Tagwacht" in den schwär-esten Farben geschildert worden.st. Dieser Leser wird J unverdorbenen Gemüts- sicherlich d-e Frage aurwer?en weS- halb gerade jetzt das resolute Urteil ur�etej verner Parte, blatte-. für das bisher lein Raum in der deutschen Preste war. als Rechtfertigung dafür dienen soll, daß an Stell» der.merkwürdigen Gelasienhe." unserer Presse die„hahnebüchene Unverschamthett" der Zuichnst in der»Kreuz-Zeitung" treten soll.__ Eine Reklamiertensteuer. tiifliitot B a III b e r g e r. der bekannte Verfechter einer durch- greifenden Erbschaftssteuer und deS. Erbrechts des Re-cheS, mach-, nachdem er kürzlich eine KriegSerblchastssteuer gefordert, m der .Tägliche» Rundschau" den Vorichlag. eme Relamte-renstener emzu- führoL Er begründet seinen Steuervorschlag folgende, maßen: »Bei der Behandlung dieier Frag« ist wohl beckchiet, daß die Zurückstellung von HeereSpflichtlgen durchaus nicht immer ihren Wünschen entspricht und viele es vorziehen würden, dem Vater- laude mit der Löaffe zu diene». Aber die Zurückgestellleu genießen doch tatsächlich den Borzug vor den Kämpfer», daß ihr Leben und ihre Gesundheit von de» Gefahren verschont bleiben, die der Krieg mit sich bringt. Damit sind unbestreitbar bedeutende finanzielle Vorteile für sie selbst und ihr« Familienangehörigen ver- bunden. Diese Borteilc auf der einen, die Nachteile auf der anderen Seite, ein wenig auszugleichen, ist der Zweck der Reklamiertensteuer. Ihr Ertrag ist nicht zu unterschätze«. Denn die Zahl der Zurück- gestellten ist groß. Gilt es doch, die«erwalmnz eines Reiches von 67 Millionen, Gewerbe, Handel, Industrie, Finanz, Bergbau, Schiff« fahrt, Landwirtschaft möglichst ohne Störung fortzuführen und da- neben die Millionen Slreiier des Heeres und der Marine in allen Bedürfnissen des Lebens und der Kriegführung zu deriorgei!. Fn einem Bezirk, der zwei Stadt« und zwei Londkreiie mit rund 100 000 Einwohnern umfaßt, beträgt die Zahl der Rellamierteii 4000, also 4 Proz. Wenn man dieses Ergebnis all- gemeur als Maßstab anlegen darf, so bcläufl sich die Zahl der Rellamierlen in Deutschland bei 67 Millionen Einwohnern auf 2 680 000 Personen. Lei einem Durchichniltsiatz von 100 M. würde die Reklamiertensteuer 288 Millionen für das Jahr ergebe». Nun kann eine Kopssteuer freilich nicht in Betracht kommen, schon um des« willen nicht. weU die Dauer der Befreiung von der HeersSpflicht sich ver'chieden bemißt und eS ungerecht wäre, denjenigen, der auf ein halbes Jahr zurückgestellt wird, mit demselben Betrage heranzuziehen, wie den, der auf ein ganze- Jahr zurückgestellt wird. Billig erscheint eS vielmehr, wenn die Abgabe iii Form eines Zuschlags zur Ein- lommcnsteuer erhoben wird. Wiederholt möchte ich empfehlen, bei den Einkommen über 8000 M. mit einem Zuschlag von SO Proz. einzusetzen, der sich für jede weitere 1000 M. um 5 Proz. bis zu 100 Proz. erhebt. Bei geringer Kiuderzahl erscheint eine Abstufung dahin augebracht, daß der Pflichtige, der weniger als vier Kinder bat, für jede- an der Zahl fehlende Kind einen Zuschlag von 5 Proz. emrichtet. Junggesellen mögen angesichts ihrer größeren steuerlichen LeislungSfähigleil den dreifachen Betrag der Steuer mit ISO Proz. abgeben. Die Erhebung von Kriegssteuern zu verschieben, etwa bi« auf den Friedensschluß, wäre ebenso nachteilig für die NteichSlaffe, wie ungerecht gegen die Steuerpflichtigen. Kriegsstenern müssen im Kriege erhoben werden, und zwar so schnell wie möglich." Preistreiberei auf alle« Gebiete». Die Seefische sind im Preise enorm gestiegen, sie sind jetzt tenerer als wie das Fleisch in Friedenszeiten. Wie wenig diese Preissteigerung begründet ist. das geht aus folgender Schilderung der»Deutschen Fischkorrespondeiiz" hervor: »Der Sprottenfang in der Danziger Bucht ist selten so lohnend gewesen, ivie in diesem Winter. Seit Dezember vorigen JahreS sind alle Fischereifahrzeuge in Hela und an der pommrrschen Küste und viele fremd« Fischer und Händler beim Einbringen und«er- frachteir der Fänge beschäfligt; bis zu 1000 Zentnern wurden an guten Tagen gefangen, und einige Kutter brachten es ans Tage»« sänge von 100 Zentnern. An einem einzigen, besonders günstigen Tage wurde in Hela eine Beute von 1620 Zentnern im Werte von 33 000 M. eingebracht. Der Gesamtwert der Fänge bis Ende Februar wird auf 620 000 M. geschätzt. So kam es, daß der Preis für den Zentner frischer Breitlinge in Hela allmählich auf 12 M sank, das Pfund also 12 Pf. kostete.* Au anderen Plätzen werden, wie das erwähnte Fachblatt feststellt, für das Pfund Sprotten 1,40 bis 1,80 M. verlangt. In den Großstädten sind diese Fische natürlich noch teurer. Landtagsers atzw ahl. Posen, 27. April.(23. T. B.) Tie heutige LandtagSersatzwahl im Wahlkreise Mogilno-Wongrowitz-Znin ergab die einstimmige Wiederwahl des Abgeordneten Dr. Wolff-Gorkr(k.) Wiesbaden, 27. April.(W. T. B.) Die»Rheinische Bolls- zeitung" meldet: Bei der heuligen LandtagSersatzwahl im Wahlkreise L i m b u r g au der Lahn ist anstelle des zurückgetretenen GeheimratS CahenSly der Generalsekretär Herkenrath (Zentrum) einstimmig gewählt worden. Das bremische Budget abgelehnt. Am Mittwoch gelangte in der bremischen Bürgerschaft der Hausssaltsplan für April 1916 bis März 1917 zur Beratung. Die sozialdemokratische BurgerschaftSsraktion stimmte gegen das Budget; im vorigen Jahre hatte sie für das Budget gestimmt, weil darin auch die Gelder für die bremische Kriegs- fürsorge enthalten ivaren. Diese Budgetzustimmung erfuhr in einigen bremischen Parteiversammlungen, die jedoch noch nicht zum Schlüsse gekommen sind, scharfe Kritik, und da anzu- nehmen ist, dag eine eingelaufene Mißbilligungsresolution in der Versammlung Annahme finden wird, beschloß die Fraktion, zur Budgetablehuung zurückzukehren. Genosse Rhein kritisierte in der Bürgerschaft scharf daS auf neun Monate Gefängnis lautende Urteil gegen den Ge« nofsen Hüneke, das die Bremer Strafkammer im Sommer 1915 fällte, weil dieser Genosse ein anonymes Flugblatt gegen den Krieg verbreitet hatte. Bis auf einige wenige Tage, die man ihm erließ, da er einem Gestellungsbefehl Folge leisten mußte, hat Genosse Hüneke die Strafe bereits verbüßt. Für den Inhalt des Flugblattes lehnte Genosse Rhein naniens der Sozialdemokratie jede Verantwortung ab. Letzte Nachrichten. Euglischc Hefimelduog über Wilsons Haltung. London, 27. April.(W. T. B.)„Daily Newö" melden 23 a s h i n g t o n, daß das Staatsdepartement die Korrespon- deuten der Blätter vor übertriebenem Optimismus warnte. Ter Präsident ordnete heute die Aufstellung eines JndustriezensuS für den Fall eines Krieges und eine Untersuchung an, ob Felix Tiaz und Villa von deutscher Seite unterstützt würden. aus Einberufung der Verheiratete« in England. Loirdo», 27.'April.(W. T. B.)(Meldung des Reuierschen Bureaus.) Tie verheirateten Männer im Alter»ou 28— 35 Jahren wurden für den 29. Mai unter die Fahnen g-rufen. Französische Flugzeuge über der Schweiz. Bern, 27. April.(33. T. B.) Das Prcssebureau de» Schwerz«- rischen Armcestabcs teilt mit: Herne um 12,33 Uhr mrd 1,05 Uhr überflog je ein französischer Flieger die Schweizer Grenze bei Beurnevesin(Brischweiler) um 1—2 Kilometer und kehrte nach etwa 2 Minuten wieder um. Die französischen Abzeichen an den Flugzeugen wurden deutlich erkannt. Unsere Truppe» haben beidq Flugzeuge beschossen._ Austausch der Schwerverwundete». Bern, 27. April.(W. T. A.) Wie der„Bund* erfährt, wird nach dem 1. Mai der Austausch schwervcrwundeter Gefangener wieder ausgenommen werden. 10 000 schwerverwundete französische und 3000 deutsch« Krieger sollen wieder in die Heimat zurück- besördert werden.' Gewerkschaftliches. Krkegsnotgefetze und �rbeitslosigkett der Irauen. Trotz der erheblichen Zunahme von weiblichen Beschäftigten, die nun schon seit Anfang des Jahres 1915 nur mit Ausnahme des vorjährigen Dezember durch die Nachweilungen der Krankenkassen festgestellt wird, bleibt das Ueberangebot von weiblichen Arbeitskräften immer gleich hoch und die Hoffnung auf eine endlich eintretende Ver- Minderung der weiblichen Arbeitsuchenden will sich nicht ver- wirklichen. Man braucht nur die Andrangziffern der Arbeitsnachweise verfolgen, so findet man, daß der An- drang von weiblichen Arbeitsuchenden zu den Arbeitsnachweisen in den beiden Monaten Januar und Februar 1916 ebenso stark war als in der gleichen Zeit des Vorjahres. Noch deutlicher aber wird die Arbeitslosigkeit unter den Ar- beiterinnen beleuchtet, wenn die von den Gewerkschaften in der Kriegszeit ermittelten Arbeitslosenziffern an geführt und denen eines guten Konjunkturjahres gegenüber gestellt werden. Es ergibt sich dann folgendes Bild. Von je IVO Gewerkschaftsmitgliedern waren arbeitslos im Jahre: zu IStl 1914 1915 1916 Ende mannt, weibl. männl. weibl. männl. weibl. mZmtl. weibl. der Gewerkschaften Deutschlands eine Eingabe an den Reichs- tag gerichtet, in der sie unter Angabe von Gründen die Aufhebung desNotgesetzes vom 4. August 1914 und die Einführung des Achtstundentages für Frauen, mindestens für die in der Schwerindustrie beschäftigten weiblichen Personen, ersuchen. Bei diesen Verhandlungen wird es sich zeigen, ob die Regierung ernstlich gewillt ist, den durchaus berechtigten Wünschen der gewerblichen Arbeiterinnen Rechnung zu tragen. Diese große und andauernde Arbeitslosigkeit der weib- lichen Erwerbstätigen, die im Vergleich zum Jahre 1911 eine ganz außerordentliche und seit Jahresfrist um das fünf- bis zehnfache größer ist, als die der Männer, ist zweifellos zu einem guten Teil auf die bei Kriegsausbruch erfolgte teil- weise Aufhebung der Arbeiterschutzbestim- mungen für Weibliche und Jugendliche zurück- zuführen. Dadurch können die Unternehmer auf besonderen Antrag hin Frauen und Mädchen weit über die in normalen Zeiten gesetzlich zulässige Grenze und über das ihnen gesund- heitlich zuträgliche Maß beschäftigen. Daß dies natürlich auch in weitestgehendem Maße von den Unternehmern ausgenutzt wurde und noch wird, ist natürlich; steigert sich doch dadurch der Unternehmergewinn in noch höherem Maße. Die Erlaubnis zur Außerkraftsetzung der gesetzlichen Vor- schriften für eine längere Beschäftigung von Arbeiterinnen lag bisher schon nicht im gesundheitlichen Interesse der Arbeiterinnen. Nachdem aber feststeht, daß die Zahl der be- schäftigungslosen Arbeiterinnen nicht zurückgeht, ja sogar in der Metallindustrie nach den Berichten des Metallarbeiter- Verbandes noch g e st i e g e n i st, wäre es dringend an- gebracht, sämtliche Arbeiterschutzbestimmungen, die ja sowieso notdürftig genug sind, wieder in Kraft treten zu lassen. Es hat deshalb das Bureau der sozialdemokratischen Frauen und das Arbeiterinnensekretariat der Generalkommission Verlin unü Umgegenü. 2500 Mark auf einen Hieb! Vor der Schlichmngskommission klagte Kunze auf Nachzahlung gegen die Unternehmer Krause und K l o st e r. Der Zwischen- meister Faser hatte für die beiden Hosen gemacht. Die beiden haben je 13 Pf. pro Hose eingesteckt. Der eine hat 79 Pf. bekommen und sie für 53 an K l o st e r weitergegeben und dieser übertrug sie zur Herstellung dem genannten Zwischenmeister Faser für — 49 Pf. Die Hofen waren für das Bekleidungsamt Stettin. Kunze führte aus: Die beiden Unternehmer haben 39 Pf. Verdienst pro Hose eingesteckt, ohne einen Finger gerührt zu haben. Seit November versuche nun schon die Schlichtungskommission, die Firma herbei zu zitieren, was ihr jetzt gelungen sei. Die Beklagten erhoben den Verjährungsantrag. Magistratsrat v. Schulz:.Sie haben 39 Pf. pro Hose eingesteckt für nichts und wieder nichts und kommen mit solchem Einwand. Das ist aber stark. Uebrigens gibt es für Regreßbeklagte keinen Berjährungs- einwand.� Das Gericht verurteilte die Beklagten zur Nachzahlung an den Schneiderverband in Höhe von 2599 Mark. Der letzte Arbeiter hatte 52% Pf. zu erhalten. Die Herren erklärten hinterher noch, Berufung einzulegen zu wollen. Sie mutzten sich belehren lasten, datz es hiergegen keine Berufungsmöglichkeit gibt. Die Akten dieser Klagesache werden dem Oberkommando über- mittelt. In einer Reihe von anderen Klagen konnten noch mehr oder weniger große Summen für die klagenden Arbeiterinnen herausgeholt werden._ Der Berliner Arbeitsmarkt. Die Zahl der bei 33 Verbänden der freien Gewerkschaften er- mittelten Arbeitslosen ist in der Woche vom 19. b's zum 17. April von 2923 auf 2963 d. i. um 35 oder 1,73 Proz. gestiegen. Einer Zunahme um 89 arbeitslose Buchbinder, die auf Entlastungen von nur vorübergehend Beschäftigten zurückzuführen ist, steht eine Ab- nähme um die gleiche Anzahl Holzarbeiter— nach auswärts ent- sandle Bautischler— gegenüber. Die Veränderungen bei den son- stigen Verbänden sind nur geringfügiger Art. Die Zahl der beim Arbeitsnachweis Berliner Metallindustrieller gemeldeten offenen Stellen sank gegenüber der Vorwoche von 914 auf 728, die der Vermittelungen von 737 auf 369. Reichliche Be- schäftigungsgelcgenheit bietet sich noch infolge von Heereslieferungen für Korbmacher. Im Baugewerbe herrscht noch immer Stillstand; die Zahl der gemeldeten Neu- und Umbauten ist gering. Im graphi- schen Gewerbe halten Lithographen. Stein- und Buchdrucker reichlich zu tun; infolge mangelnder Arbeitskräfte waren teilweise Ueber- stunden nötig. Im Handelsgewerbe hat die Lage für kaufmännische weibliche Angestellte keine Aenderung erfahren. Günstig ist die Lage des Arbeilsmarkles für technische Beamte. Aust dem weiblichen Arbeitsmarkt ist die Verschlechterung der Lage besonders ans die Einschränkung der in Heimarbeit vergebenen Aufträge zurückzuführen. Bei den öffentlichen Arbeitsnachweisen Grotz-BerlinS betrug die Zahl der vermittelten männlichen Stellen 2424 gegen 2646 der Vor- Woche, die der weiblichen 2464 s2693>. An offenen Stellen waren für männliche Arbeitskräfte 2774(3269), für weibliche 2733(3925) bor- handen. Die Zahl der männlichen Arbeitsuchenden stellte sich auf 3628(8725), die der weiblichen auf 3897(4198). deutsches Reich. Bauarbeiterstreiks in Köln. Nachdem schon am 18. April bei einer Kölner Baufirma ein Streik ausgebrochen ist, haben am 25. April die Arbeiter von drei weiteren Firmen die Arbeit niedergelegt. Es streiken bisher 169 Mann. Mit andern Firmen wird nocb wegen der Teuerung?- z u l a g e verhandelt. Falls sie nicht zum Ziele führen, wird auch dort die Arbeitseinstellung erfolgen. Für die Arbeitseinstellungen kommen bei dem Daniederliegen der Bautätigkeit nur industrielle, staatliche und kommunale Bauten in Frage. Tie Wirkung der Zuckerbeschränkung i« der Dresdener Schokoladenindustrte. Dresden ist neben der Zigarellenindustrie auch auf dem Gebiete der Zuckerverarbeitung auf dem deutschen Markte tonangebend. Einer großen Anzahl von Arbeitskräften ist nun durch die Be- schränkung des Zuckerverbrauchs die Arbeitsgelegenheit genommen worden. Schon sind viele Entlastungen zu verzeichnen, denen noch weitere folgen werden. Eine große Zahl der Beschäftigten arbeilet mrt besiHränkter Arbeitszeit. 34 Betriebe beschäftigen von früher 6933 nur noch 4959 Personen. Der Zentralverband der Bäcker und Konditoren hat schon frühzeitig gegen die Entlastungen Stellungen genommen. Er beantragte beim Stadtrate, er möge beim Fabrikantenverbande für sie Vermeidung der Entlastungen und für Arbeitsbeschränkung bei vollem Lohn wirken, den Entlassenen aber eine auskömmliche Unterstützung auS städtischen Mitteln gewähren. Mit dem Fabrikanlenverband wurde verhandelt und es wurden wegen der Arbeitszeitverkürzung be- friedigende Ergebniste erzielt. Der Rat konnte sich aber trotz Be- sürwortung der Stadtverordneten zur Bereitstellung von Mitteln für die Unterstützung der Arbeitslosen nicht aufschwingen. Jnzwii'cben sind noch viele Entlastungen erfolgt und es sind immer noch weitere zu erwarten. Die städtischen Behörden und die Regierung werden bei den einschneidenden Folgen der Zuckerbcschränkung schließlich nicht anders können, als den arbeitslosen Schokoladenarbeitern und -Arbeiterinnen ebenso wie den Textilarbeitern eine laufende Unter- stützung zuzubilligen, wenn große Unzufriedenheit, Not und Elend oermieden werden soll._ Kuslanö. Für die Arbeitsruhe am k. Mai. AuS Rom wird uns geschrieben: Die Konföderation der Arbeit hatte, mit Rücksicht auf die aus- nahmsweisen Zustände, unter denen in diesem Jahre das Fest der Arbeit begangen wird, bekanntgegeben, daß die Pflicht der Arbeits- ruhe für die Werkstätten nicht gilt, die den Militärbelrieben gleich- gestellt sind. Dieser Beschluß entsprang dem Wunsche, der organi- sierten Arbeiterschaft schwere Konflikte und zwecklose Opfer zu er« sparen. Der Zentralverband der Metllarbeiter, deren Mitglieder hauptsächlich für die militärischen Betriebe in Betracht kommen, hat nun beschlosten, sich an die Militärbehörde mit dem Antrage zu wenden, am 39. April, einem Sonntage, die Betriebe in Tätigkeit zu erhalten und sie am 1. Mai ruhen zu lasten. Die Antwort der Behörde ist noch nicht bekannt. In Genua haben die Trambahner beschlossen, im Gegensatz zu den früheren Jahren am 1. Mai den Betrieb nicht einzustellen und ihren Tagelohn den Institutionen für die Kriegshilfe zuzuwenden, falls die Gesellschaft ihrerseits bereit ist, den nach Abzug der Löhne übrig bleibenden Teil der Einnahmen gleichfalls für diesen Zweck auszuwerfen. »eufrirdti« Theater. Direktion: Max Reinhardt 7% Uhr: Maria Stuart. Sonnab.: Die gpiine Fläte(Ballett). Vorher: Die Lästigen. Kammerspiele. 8 Uhr: Der eingebildete Kraoln. Büerauf: Ballett Vo'ksbühnc. Theater a.EDIowpl. 8 Uhr: Dia Moltenburger._ Dir. Meinhard-Bemauer. Theater U.Königgrätzerstraße 71/, Uhr: Ein Tranrnspiel. itommSienhaus 8 Uhr: Der siebente Tag. B©HEk®b* T Ii esst. 8 Uhr; Wenn zwei Hochzeit machen. Sessing-Theater. Direktion: Victor Parnowsky. 7% Uhr: Peer Cynt Musik v.Grieg. Sonnabend und Sonntag; Die Troerännen. Deutsch. Künstler-Theater. Allabendlich 8 Uhr: Die selige Exzellenz. URANIA Taubenstr. 48/40. 8 Uhr: Ton den Rokltnosßmptcn zum Aiaroczsee. Hörsaal 8 Uhr: Prof. Dr. Donath; Die neue deutsche Sommerzeit Theater für Freitag, den 28. April. Deatscbes Opernhaus Charlottbj. 8 uhr: Der Freischütz. Frledrich-WUhelmsfädt. Theater. 8 uhr: Das Oreimäderihaus. Gebr. SITIlf©E Cl-TU.«»« 8 uhr Der Sehtemihl. Schluß dieser Spielzeit 30. April. Wiederorofm.(25. Spielj.): 15. Juli. Kleines Theater. 8 uhr: Logierbesach. Komische Oper. s uhr-. Der Favorit. 0Är Metropol-Theater s uhr Die Kaiserin ÄU Sonntag 3 Uhr: Wiener Blut. IlontiM Operetten-Theater 8 uhr: ßer selige Balduin Lustspielhaus. s'i.uhr: Der Gatte des Frluleins. Besideuz-Th eater sv.u.: Loge Ho. 7 Schiller-Theater O. 8 uhr; Romeo und Julia. Schlller-Th.Charlottenbi;. s uhr: MutteF Thiele. Thalia-Theater. s uhr: Blondinchen. Theater am\ollendorfpl. s'/.u.: immer feste druff! Theater de« Weuten« s Uhr- Das Fräulein vom Amt mit Guido Thietscher. Trlanon-Thcatcr. 8*/4 u.: Die beiden Meyers. Luisen«Theater 8.15 Uhr: Sonnabend FugxvUMUlchkN. fS? Ich lasse dich nicht. �Vglhgllu-Thester. Freitag 8 Uhr abends: Da« GlUch am Kheln. Sonntagnach.: Die Förster-Christi. Rose=Theater. ilon Stufe pt Stufe. In Vorbereitung: tSrläjri, Berliner Konzerihaus. 82. Zimmerstr. 90/91. GROSSES KOXZERT.>30 Berliner Konzerthaus-Orchester iS�fSiSiT J? j£>j£jrV Mauerstr Heute wie alle Tage: Antans 8 Ehr. Eintritt SO Pf. Montag, den 1. Mai er.: Gr. Doppelkonzert zum Besten des im Felde stehenden 7. Garde-Inh-Keg. u des Res.- Anfang*■ Ehr. zum Besten des Inf.-Keg. Nr. 93, Possen-Theater linienstraße a. d. Fnedrichstraße. Täglich S1/.: Ha so was! Gannei& Co. mit Leonhard Hastel und Siegfried Berisch. Elsa und Berta WBesenthaS „täfsxQü'ida" (Jas Mädchen mit den Schicksalsaugen Variete-Operette von = Gisbert== sowie der Srlänzende April-Spielplan. !-« V otgjft-Tii eater. Badstr SC. Badstr. 58. Freitag, den 28. Apiil 1916: Mg LiebesMudies. Orig»Ausst."Operette v. Walt. Gerecke. Sonntag 3 Uhr: Das Sorte. Ab Moni: lorheerhaum u. Bettelstab Kasjeneröftnung 7 Uhr. Ans. 8 Uhr. Tägl. 8 Uhr. Sonnt 3'/, u. 8 U. IVnr noch 3 Tage! Das hoclsste Kleinod von Otto Reutter. Bernh. Mörtitz— Otto Röhr Zirkus im Theater usw. Ein Programm sondergleichen! _ jer unübertroffen ifader w man Lä'bsn uberall [Jährlich Tanscnd Zentners 1 Viehlntter vom Morgen, j | Einmal gepflanzt, 30 Jahre j abzuernten. | lang abzuernten. „Edel- Reieiishailen-Theater. Stettiner Sänger. Zum vorletzten Male: ..Die von der Emden." Ansang 8 Uhr. Für Militärper» ionen jreier Eintritt zu den ■steif. Sängern. 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Der Berliner Kongreß im Jahre 1873 brachte die ersehnte Einigung noch nicht, arbeitete ihr aber ein gutes Stück vor. Die Auflösung der politischen und gewerkschaftlichen Vereine, die Staatsanwalt Teflendorf auf Grund des preußischen Vereins. gesetzes durchsetzte, wirkte ungewollt nach derselben Richtung. Im Jahre 1874 wurde der Allgemeine Deutsche Schuhmacherverein be. hördlich aufgelöst. Auch der Internationalen Schuhmachergewerkschaft Zur Beruhigung Heinrich Kunows. Der Leitartikel Heinrich Cunows im„Vorwärts" vom -6. April, der sich mit meiner Abstimmung in der Budget- kommission zum Antrag über die Erbschaftssteuer befaßt, er- bringt so wenig Sachliches von irgend welcher Bedeutung und besagt so wenig mit Bezug auf die von mir dargelegte�,„. �_____...„_____ Begründung meiner Abstimmung, daß ich mich nicht veranlaßt wollte man den GarauS machen: dem Geschick ihres Präsidenten fühlen könnte, auf ihn etwas zu erwidern, wenn Cunow nicht den offensichtlichen Mangel an beweiskräftigen Gründen da- durch zu ersetzen suchte, daß er meine B e- weggründe verdächtigt. Nach seiner Darstellung habe mich zu meiner Haltung der Wunsch bestimmt, „radikaler als die alte sozialdemokratische Neichstagsfraktion zu scheinen" und„ganz besonders aber die Rücksicht aus die Ganzentschiedcncn innerhalb und außerhalb der Arbcitsgenicin- schaft". Soll heißen: die Furcht vor Angriffen aus der Gruppe„Spartacus". Für diese ebenso abgeschmackte wie unwürdige Unterstellung erbringt Cunow auch nicht die Spur eines Beweises. Sie ist vollständig aus der !luft gegriffen und kann auch nur auf Leute Eindruck machen, die mich nicht kennen. Wer mich nur einigermaßen� kennt, weiß auch, daß mir nichts ferner liegt, als der Wunsch, um jeden Preis radikal zu erscheinen, daß ich aber in den Fragen der Finanz- und Steuerpolitik von jeher starke Grundsätze vertreten habe, die mich wiederholt mit unfern Gemäßigten in Widerspruch gebracht haben. Es sei nur aus der Zeit vor dem Kriege an meine Abstimmung über den Wehrbeitrag von 1913 erinnert. Auch damals habe ich die Sreucrpolitik der Fraktionsmehrheit nicht mitmachen können. Es erschien mir ein unhaltbarer Standpunkt, für einen Zweck, den die Partei mit der größten Ent- schiedenheit bekämpft hatte, die Mittel zu bewilligen, bloß weil es„eine so schöne Steuer" war. Im übrigen straft die Tatsache, daß ich in der Steuer- kommission bei der Verhandlung über die Frachturkundcn- steucr, in der Blidgetkommiision bei der Verhandlung über die Kricgsgetvinnsteucr und über den Wehrbcitrag mit den Mitgliedern der alten Fraktion in Reden und in der Abstimmung Gemeinschaft gehalten, bei der Verhandlung über die Erbschaftssteuer aber Sorge getragen habe, ausdrücklich festzustellen, daß ich g r u n d s ä tz- lich durchaus mit ihnen übereinstimme, das Cunowsche Gerede von der„Sucht, radikaler zu scheinen", zur Genüge Lüge. Nichts wäre ja z. B. leichter gewesen, als die Anträge der alten Fraktion hinsichtlich der Kricgsgewinn- steucr noch zu überbieten. Tie Forderung höherer Steuersätze, als von ihr verlangt wurden, hätte sich sehr gut begründen lassen. Wäre es mir darauf angekonimen, radikaler zu scheinen als die alte Fraktion, so tvar hier eine viel günstigere Ge- legenheit dazu gegeben als bei der Erbschaftssteuer. Und doch kam es mir nicht bei, von ihr Gebrauch zu machen. Je öfter die Arbeitsgemeinschaft mit der alten Fraktion an einem Strange ziehen kann, um so lieber soll es mir sein. Berlin-Schönebcrg, 26. April. Ed. Bernstein. Cin Siebzigjähriger. Wilhelm Bock wird heule 70 Jahre alt. Im Leben des rast- losen unerschrockenen Kämpfers für die Organisierung der Arbeiter und für ihre Einheit auf gewerkschaftlichem und politischem Gebiet spiegelt sich die Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung wider. Wilhelm Bock wurde am 28. April 1848 zu Groß-Breitenbach in Thüringen geboren. Seine in dürftigen Verhältnissen lebenden Eltern schickten ihn in die dortige Dorsschule und gaben ihn bei einem Schuhmacher in Arnstadt in die Lehre. Nach vollendeter vierjähriger Lehrzeit ging der junge Schuhmacher in die Fremde. Er arbeitete unter anderem in Magdeburg, dann in Hamburg. Mächtig lebte in ihm der Drang nach Bildung und nach Hebung der Arbeiter, deren traurige Lage er auch im eigenen Leben oft spüren mußte. Ein eiserner Fleiß beseelte ihn, die reichen Gaben seines Talente? der Allgemeinheit dienstbar zu machen. Mit Eiser benutzte er seine arbeitslose Zeit und die freien Abende seiner Ge- scllentätigkeit während seines fünfjährigen Aufenthaltes in Ham« bürg, um in den dortigen Bibliotheken zu studieren. Lebendig wurde in ihm das Bewußtsein: die Arbeit muß organi- siert werden; der Organisation der Arbeit muß die Organisierung der Arbeiter vorangehen, sie müssen als Ganzes sich fühlen, einheitlich sich organisieren und gewerkschaftlich und politisch tätig sein, um soziale Freiheit zu erringen. DieS der Leitstern, dem er ollen Schwierigkeiten und Verfolgungen zum Trotz mit reiwem Erfolge sein Leben hindurch nachstrebte. Ins- besondere die Bekanntschast mit Geib veranlaßle ihn, sich im Jahre 1888 dem Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein(den Laflalleanern) anzuschließen. Im Jahre 1863 kam Bock nach Gotha als Lasialleaner. Lebhast waren damals die Fehden zwischen Laflalleanern und Ersenachern. Dem nach Einheit aller durch ge meinsames Ziel zusammengehaltenen Arbeiter strebenden jungen Mann war aller persönlicher Zwist unter den Arbeitern und der Av beiterbewegung zuwider. Freie Aussprache, hoffte er, müfle zur Einheit der Arbeiter führen, deren wirlschafitiche und politische Notwendigkeit ihm ins Herz und in den Verstand gegraben war. Den freien Meinungsaustausch, die notwendige Vorbedingung zu einer Einigung, sab er damals bei den Laflalleanern durch deren damalige Leitung bedroht, die diktatorisch weniger ein« Einigung der Arbeiter als ihre Unterwerfung unter die Macht einiger Führer anzustreben schien und einer demokratischen Grundlage widerstrebte. Er trat in Gotha zu den Eisenachern(Arbeiter- Bildungsverein) über. Unablässig aber wirkte er mit eiserner Energie für die Verschmelzung beider R i ch- tungen innerhalb der Arbeiter. Zunächst auf dem gewerkschaftlichen Gebiet. Die gewerkschaftliche Bewegung war nicht minder wie die politische zerrissen. Die Gewerkschaften führten nur ein Scheindasein. Bock gehörte der Internationalen Schuhmachergcwerkschaft(Eisenacher Rich- tung) an. trat ober schon im Jahre 1872 öffentlich für Verschmelzung dieser-Gewerkschaft mit dem Allgemeinen Deutschen Schuhmacher- verein(Lassalleaner- Richtung) ein. Er rief im„Vollsstaat" am 1. Oktober 1872 die Schuhmacher auf. auf dem in Aussicht genommenen allgemeinen Schuhmacherkongreß„allen eigensüchtigen und Sonderbe st rebungen die Spitze abzubrechen und dahin zuwirken, daß uns olle ein gemeinsames B a n d u m sch l i e ß e". Im Jahre 1873 wurde Bock zum Präsidenten war es zu danken, daß dieser Versuch bei den Golhaer Behörden mißlang. Die Einigung wurde auf dem Schuhmacher- kongretz in Koburg(18.—18. Mai 1875) nach einem glänzenden Referat Bocks Wirklichkeit. Bock wurde zum Präsidenten der geeinigten Gewerkschaften gewählt. Die Schuhmachergewerkschaft nahm einen prächtigen Aufschwung. Sie verfiel aber am2.November 1878 auf Grund des Sozialistengesetzes der Auflösung. Bock parierte diesen Schlag zunächst durch eine geschickte und erfolgreiche Auf- forderung zur Gründung von lokalen Fachvereinen. Dann hob er im August 1883 auf dem Schuhmacherkongrcß den „Unterstützungs- Verein deutscher Schuhmacher" aus der Taufe. Heute steht der„Verein der Schuhmacher Deutschlands" als endgültiger Nachfolger aller dieser Organi- sationSbestrebungen festgefügt als Organisation aller Schuhmacher da. Gleich energisch und geschickt wie für die Aufrechterhalwng des Vereins trat Bock für Schaffung und Aufrechterhaltung einer Fachpresse ein. Im Januar 1875 erschien unter seiner Redaktion „Der Weckruf" als erstes gewerkschaftliches Blatt der Schuhmacher. Es wurde Anfang November 1878 auf Grund des Sozialistengesetzes verboten. Bereits Ende November gab Bock die Zeitung„Der Schuhmacher" heraus. 1837 wurde sie verboten. Einem gleichen Scbicksal verfiel das„Scbuhmacherfackiblatt". Bock ließ sich nicht abschrecken. Im August 1887 erschien„Die Gothaiiche Schuhmacher- Zeitung". Auch sie wurde freilich aus Grund deS Sozialistengesetzes verboten, das Verbot wurde aber auf eingelegte Beschwerde von der ReickSkommiffion aufgehoben. Noch heute steht das Organ des Schuhmacherverbandes unter Bocks Leitung. Mit nicht minderem Eifer und Erfolg wie auf gewerkschaftlichem Gebiet verfolgte Bock auf politischemGebiet dieEinigung der Arbeiter. Den Einigungskongreß in Gotha 1875, der den Zwist zwischen Lassalleanern und Eisenachern begrub, eröffnete Bock und leitete die Verhandlungen bis zur Verständigung der streitenden Brüder. Der Einigungskongreß wählte ihn dann in die Kontrollkommission der Partei. Dem mit so reichem Erfolg unermüdlich und uneigennützig für die einheitliche Organisierung der Arbeiter wirkende Mann, dem rastlos für die Jntereflen seiner Berufsgenossen und der Arbeiter in ihrer Gesamtheit hervortretenden Agitator wurden die schwersten wirtschaftlichen Schädigungen von den Gegnern der Arbeiter zuteil. Oft geriet Bock mit seiner Familie in bitterste Not. Eine leidliche Existenz wurde ihm durch den Demokraten Dr. Sy in Jena und den Genossen Winkler in Arnstadt ermöglicht, die ihm die Mittel zur Gründung eines kleineu MaterialwarcngeschäfteS verschafften. Das Vertrauen der kleinen Leute und der Arbeiter wog ihm reichlich die Verfolgung seiner Gegner auf. brachte ihm aber auch Arbeit in Hülle und Fülle. Oft war der kleine Materialwarenladen von mehr Leuten besucht, die zu Bock gepilgert waren, um seinen Rat in Rechts- und Familiensragen zu erbitten, als das Vorzimmer deS besuchtesten Rechtsanwalts. Un eigennützig versagte Bock niemand seine Hilse. Unendlich rührig betrieb er die politische Ausklärung bis in die kleinsten Flecken deS Thüringer Landes hinein. DaS Vertrauen seiner Genossen stellte ihn zum ersten Male im Jahre 1877 als ReichStagSkandidaten auf. Die Stinimenzahl der Sozialdemokraten stieg von 1488 auf 6154 und brachte Bock in die Stichwahl, in der er mit 8953 Stimmen gegen 11 312 nationalliberalc Stimmen unterlag. Im Jahre 1884 siegte Bock in der Stichwahl mit 10 754 Stimmen über den fort- schritllichen Gegenkandidaten, der 8938 Stimmen auf sich vereinigte. Bock zog in den Reichstag ein. Bei den Wahlen 1887 und 1899 unterlag er aber trotz erheblichen Stimmenzuwachses. Im Jahre 1830 wurde er in der Nachwahl für Wollmar in Magdeburg gewählt, von 1893 ab bis heute vertritt er den Gothaer Wahlkreis im Reichstag, mit Ausnahme der Wahlperiode 1307 bis 1312, für die bei der Wahl der Erbprinz zu Hohenlohe-Langenburg mit 18 343 Stimmen den Sozialdemokraten mit 16 084 Stimmen ver- drängt hatte. In den Gothaer Landtag zog Bock im Jahre 1892 ein. Vier Jahre hindurch war er der einzige Sozialdemokrat im Gothaer Landtag. Seine propagandistische, nicht ohne Erfolge für die Ar- beiter begleitete Tätigkeit im Landtage bewirkte es. daß im Jahre 1396 die Zahl der sozialdemokratffchen Vertreter auf sieben stieg. Dann wuchs die Zahl auf neun gegen zehn bürgerliche Abge- ordnete. Bock errang durch sein kenntnisreiches, konziliante« und charaktervolles Wesen auch die Anerkennung seiner Gegner; er wurde zum Vizepräsidenten und zum Mitglied des VerwaltungSgerichtShofeS gewählt. Auch um die Part ei presse hat sich Bock lebhaste Ver- dienst« erworben. Im Jahre 1875 gründete er die„Freie Presse". Nach neun Monaren ging sie ein. für sie wurde die„Golhaer Zeitung" im Jahre 1876 inZ Leben gerufen. Sie wurde auf Grund des Sozialistengesetzes im Jahre 1878 verboten. Nach dem Fall des Sozialistengesetzes im Jahre 1830 wurde das.Gothaer Volks blatt" geschaffen. Der Parteitag zu Lübeck wählte den Genossen Bock im Jahre 1901 wieder zum Mi'tglied der Kontrollkommission; seit einigen Jahren ist er nach dem Tode unseres unvergeßlichen Kaden ihr Vorsitzender. Außer wirtschaftlichen Schädigungen zog seine Tätigkeit dem Ge- nossen Bock auch strafrechtliche Verfolgung zu. Viermal wurde er zu Gefängnisstrafen verurteilt und mußte zusammen 5*/, Monate wegen seiner agitatorischen Tätigkeit im Gefängnis verbringen. Der unermüdliche Kämpfer für die Srnhett der Partei glaubte im Interesse der Einheit der Partei der Soztaldemo- kralischen Arb-itSa-m-inschast" beitreten zu müssen. Werl die soz-al- demokratisch- Fraktion seiner Ansicht nach dle Me.nungsft-.he t unter- drückte und den von der Ansicht der Mehrh-.t der Frakt.on ab- weichenden Genossen, zu denen auch er gehört, d.e«uSübung.hreS von der Gesamtpartei aufgetragenen Mandats in den wichtigsten politischen Fragen unmöglich machte. Hervorragende Kulturarbeit hat unser rüstiger Siebzigjähriger nahezu fünfzig Jahre hindurch im Interesse der Arbeiter opferwillig. unermüdlich, unersdhrocken und unablässig verrichtet. Sein Wirken möge andere zur Nacheiferung ampornen. Unserem Wckbel.n Bock aber rufen wir zu seinem Geburtstag em herzliches Gluckaut zu und wünschen ihm und den Arbeitern, daß er noch recht lange Zeit hindurch in ungebeugter Kraft erfolgreich als Vorkämpfer der Arbeiter wirken möge. Ms ösr Partei. Chemnitzer Methode. In der Chemnitzer„Volks stimme" lesen wir: Kurzes Gedächtnis. In einer Erklärung zum„Vorwärts"- konflikl sogt der Zenlralvorstaiid deS Verbandes der sozialdemo- kratlschcn Wahloererne Berlins: „Der Zenlralvorstaiid spricht ferner wiederholt auS, daß die prinzipielle und taklische Hallung, die der„Vorwärts" während deS Krieges eingenommen hat und einnimmt, im Sinne der Berliner Genossen liegt." Der„Vorwärts" bekämpft die Bewilligung der Kriegskredite. Die Berliner Parteileitung hat dagegen die Zustimmung zu den Kriegsausgabcn für geboten erachtet. Der Vorstand des Verbandes der Berliner Wahlvereine hat am 14. Oktober folgende Erklärung publiziert: ..... Im deutschen Volke mußte, da die eisernen Würfel im Rollen waren, ei» fester SiegeSwille Platz greifen. Auch bei uns Sozialisten. Wir mußten uns klar sein, daß eine Niederlage der deutschen Waffen gleichbedeutend sei mit dem Triumph der englischen WcllmachtSpolitikcr und Großindustriellen, der ehrgeizige» Geschäftspolitiker und Börsianer Franlrcichs, der barbarischen und verkommenen Regicrungssippe Rußlands. Einen solche» Triumph zu verhüte«, habe» auch wir deutschen Sozialisten alle Wer- anlassung. Der feste SiegeSwille, der im deutschen Volke und auch bei der deulichen Sozialdemokralie herrscht, muß aber auch die Mittel bercitsteUe», die zum Siege eine der Voraussetzungen bilden." Dieselben Leute, die diese Erklärung veröffentlichten, ver« sichern jetzt mit dem Bewußtsein tiessler Ueberzeugung, daß die Kredilbcwilligung am 4. August 1914 die sozialistischen Grund- sätze verrate» haben und diese wackeren Hüter der reinen Prin« zipien bilden die unentwegte Sckutztruppe der 18 Disziplin- brecher. Imponierend wirken die Berliner schwankenden Rohre gerate nicht, die heute Ansichten verfluchen, die sie selbst aus vollster Ueberzeugung im Anfang des Krieges vertreten haben." Dieser Notiz der Chemnitzcrin gegenüber stellen wir fest: Erstens: Eine Erklärung des abgedruckten Wortlautes ist vom Vorstand des Verbandes der Berliner Wahlvcreine niemals ab- gegeben worden. Vielmehr stammt der erste Absatz deS Zitats aus einem Artikel des, Mitteilungsblattes" des Verbandes, der drei Spalten umfaßt und durch seinen Gesamtinhalt das Zitat in einem völlig anderen Lichte erscheinen läßt, als die Chemnitzer.Volksstimme" vortäuschen will. Zweitens: Der Artikel wurde in der Nr. 7 des„Mit- teilungsblattes" vom 14. Oktober 1914 veröffentlicht. Drittens: Vom zweiten Absatz des Zitats, beginnend „Der feste SiegeSwille" bis„Voraus-setzungen bilden" ist in dem Artikel nicht eine Silbe enthalten. Dieser Absatz ist glatt erfunden. Jedes Wort der Kritik an diese Chemnitzer Zitier- Methode erscheint uns danach überflüssig I , Ch em- Nud wieder die bösen Berliner. Unier der Spitzmarle„Die Instanzen" wird der nitzer Volts st i mm c" ans Berlin geschrieben: „Gern gebärdet sich„radikal", wer als Sozialdemolrat stocklonjervalw ist. Und je„radikaler" einer ist, um so größer ist auch die Geringichätzung, mit der er über die„Instanzen" und die „Jnstanzenpoliiil" urteilt. Was hat es zn bedeuten, wenn die R e i ch S t a g s f r a l t i o n in einer Frage Stellung nimmt? Nichts! Denn die Fraktion ist nicht die Partei, sie ist nur eine Parteikörpcrschasl, eine „Instanz". WaS hat es zu bedeuten, wenn der Parteiausschuß sein Gutachten abgibt? Nichts! Denn der Parteiausschuß ist ja auch nur eine Parteikörperschast, eine„Instanz". Und hat es irgend welche Bcdeuiung, wenn der Partei- v o r st a n d sich so oder so entscheidet? Keine Ahnung! Was ist der Partcivorstand? Eine Anzahl Genossen, die im Partei- burcau beschäftigt werden. Eine„Instanz". „Hinter keiner dieser Instanzen steht die Partei oder gar die Mafien." Zwar sind die ReickiStagSabgeordncten als die Vertrauensleute der Partei gewählt worden. Zwar setzt sich der Parteiousschuß aus den von den Bezirks« und Landesvorsländen der Organi- saiionen bestimmten Vertrauensmännern zusammen. Zwar setzt der Parleivorstand sich zusammen auS Genossen, die von der höchsten Vertretung der Partei, dem Parteitage, gewählt werden. Immerhin: alles„Instanzen", beschränkte„Bureaukraten", die kein Vertrauen verdienen, denen man den Brotkorb höher hängen, die man nach einer Galgenfrist mit Schimpf und Schande davon- jagen muß I Aber wer hat denn„die Mafien", die Partei nun eigentlich hinter sich? Wer vermag den Stab zu brechen über die Instanzen und die von diesen gebilligte Politik? Wir, Wir, Wir! Und Wir sind die Groß-Berlincr. Wir sind die Preßkommission. Und wir sind als Preß- kommission des Seele dcS Zeiitralvorslandeö von Groß-Berli». Und wir Mitglieder der Pießkommission und Mitglieder des Zentralvorflandcö, w i r rcpräseniiercn die Massen; wir sind die Massen. Wir sind Berlin: wir sind das Reich; wir sind das Prole- tarial; wir sind die Sozialdemokralie, denn hinter uns stehen die Massen der Zahlabrnde, die von 3 bis zu 13 und 30 Genossen bc- such! wurden. Und durch alle wirklich konservativen und nament« lich radikalen Blällcr wird es mit seligem Entzücken weiter ge- raunt 53 und 85 Berliner Funklionäre haben eine Resolution beschlossen, in der klipp und klar auseinandergesetzt wird, wie es gemacht werden müßte und wie cS nicht gemacht werden dürfte. DaS ist Berlin. Das ist die Sozialdemolratie. Das ist die Masse. Das ist die Internationale. S i e wissen es ganz genau, diese 53 und 65, denn hinter ihnen steht der Zahlabend, und sie orientieren sich nach dein.Vorwärts". Und es fehlt nicht an Kleingläubigen, die sich in« Bockshorn jagen lassen." Wir gönnen den„Instanzen" einen Verteidiger mit solcher GeisteStiefe und kindlichem AulorilätSglaubcn. Niedriger hängen! K. liefert solgenden Beitrag einer vornehmen Partei- Die I. Polemik: „Der Abgeoidnele Haase hat zu cinein Korrespolidenteil eines ausländischen Blaücö geäußert, er hoffe in kurzer Frist noch winde st ens 25 bisherige Mitglieder der sozial- demokratischen Reichstagsfraktion seinen Spuren folgen zu sehen. Haas«, dessen Rührigkeit nur durch seine Verschlagenheit übertrvffen wird, drück:« init solchen Worten mehr einen Plan als eine Hoffnung aus. Es ist lein Geheimnis, daß sich die führenden Mitglieder der„Sozialdemokratischen Arbciis-Gcmcinschaft" schon sehr stark bemüht haben, aus der jetzigen Linien und der Milte der alten R-ichstagsfraltion noch Milglicder'zu sich herüberzuziehen; ebenso wenig braucht die Tatsache verschwiegen zu werden, daß sich Hoch, Ryssel, Simon, Antrick, Enimel und eine Reche anderer Mit- glieder der alten Fraktion den Haas« und Lcdebour näher verwandt fühlen, als ihren FraklionZkollegen Scheidemann und David. Als Haase neulich seine herzlich unbedeutende Rede über die anZwärtige Potilik hietl, tonnte man recbt lehrreiche Beispiele von auffallendem Takt mangel oder gesuchter Anbiederung in der Reich stagSfratlion beobachten. Der linke Flügel der alten Fraktion wird sich angesichts des Haaseslden Plans seiner Verantwortung wohl bewußt sein. Haases jetzige Fraktion ist nicht lebensfähig, Einmal sind die Gegensätze zwischen den extremen Anarchosozialisten Henke, Herzfcld und Kunert auf der einen, den alten Gewerkschaftern wie Geyer, Horn und Kock auf der andern Seite nicht lange und sicher nicht dauernd zu überbrücken t dann fehlt es der Gruppe trotz ihres vielversprechenden Namens an soliden Arbeitskräften: es kommen eigentlich nur Haase, Wurm, für gewisse Gebiete auch Cohn und Sradthagen in Betracht, während Männer Ivie Ledebour und Ditt- mann für Fleiß und Kenntnisse erfordernde par- laut entarische Arbeit ebenso wenig von Belang sind, wie die Beteranengruppe. Ohne innere Ge- schlosscnheit und ohne saubere parlamentarische Arbeit kann eine Flakiion, wenn mal der Reiz der Neuheit verflogen ist, nicht sehr lange Zeit aus Beachtung oder gar Erfolge rechnen, weder im Par- Imnent noch im Volk. Von der bloßen Opposition gegen die alte Fraktion, von den bekannten 10— lOOprozentigen Zuschlägen zu deren Anträgen und von anderen solchen demagogischen Kniffen kann die„S.-A.-G." ebenso wenig leben, wie von Skandalszenen oder Ledebourschen„Geschäftsordntings"-Arien. Das sieht Haaie natürlich selbst sehr genau. Und daher sucht er eine neue„Umgruppierung" herbeizuführen. Schon ein mäßiger Zuwachs von sagen wir sechs bis acht Mitgliedern würde ihm zu- nächst gestatten, das Kleeblatt Henke-Herzfeld-Kunert, das eigentlich zu Liebknecht und Rühle gehört, entweder aus der„Arbeitsgemein- schau" hinauszusetzen oder doch völlig kaltzustellen. Das zweite Verfahren ist �daS wahrscheinlichere, denn es dürste sich für die Führer der„S.-A.-G." aus bestimmten Gründen nicht empfehlen, mit Herzfeld allzu rücksichtslos umzuspringen. Die bloße Kalt- stellung mit Fraktionszwang— den Haase in seiner Gruppe natür- lich mit Löwenmut verteidigen wird, so wie er ihn in der großen Fraktion bekämpft hat— genügt auch für den Zweck, mit dem neuen Zuwachs eine leidlich lenkbare Fraktion von mehr als fünfzehn Mann aufzubauen. Immerhin würde eine„S.-A.-G." von einigen zwanzig Mit- gliedern, von denen sich doch nur etwa 18 notdürftig auf ein ge- incinsames Aktionsprogramm einigen könnten, für den Bestand der sozialdemokratischen Partei noch keine un- abwendbare und entscheidende Gefahr bedeuten. Das würde erst der Fall sein, wenn die von Haase erhofften 25 den Abmarsch auS der Fraktion zur Hanfe-Gruppe vollziehen wollten. Denn eine Fraktion von rund 45 gegen rund 70 Mitglieder würde bald mit ganz bestimmten Ansprüchen an zentrale und örtliche Parteileitungen, an Preßkonimissionen, Redaktionen usw. herantreten. Die Spaltung der Partei wäre dann un- aufhaltsam. So ergibt sich also die Verantwortlichkeit für die radikalen Mitglieder der alten Fraktion. Folgen sie den Lockungen Haases, LedeoottrS und Ditimanns, dann müssen sie auch wissen, was sie damit tun. Diese Rücksicht auf das Schicksal der Partei ist von so über- ragender Wichtigkeit, daß daneben alles andere zunächst bedeutungslos wird; eS brauchen daher die Folgen, die eine neue größere Ab- splitterung für die alte Fraktion voraussichtlich haben würde, nicht erst erörtert zu werden. Sie würden vermutlich nicht ganz in der Richtung liegen, in der sie dem Anschein nach Haase sucht und wünscht."_ Stellungnahme zur Fraktionsspaltung. Eine Kreiskonferenz für Aachen nahm nach einem Vor- trage des Genossen M e e r f e l d(Köln) folgende Entschließung an t „Die Durchbrechung der Einheit der Partei durch die Sonder- aktion ist tief zu beklagen, weil darin die große Gefahr liegt, daß die Spaltung auf die Oiganisationen im Lande übergreift und überall der Bruderkrieg entfesselt wird. Ueber die Taktik der Partei wird der nächste Parteitag endgültig entscheiden; bis dahin ver- langt die Kreiskonferenz Unterordnung der Minderheit unter die Mehrheitsbeschlüsse." An der Aussprache beteiligten sich auch Minderheitsvertrcter, ohne die Fraktionsspaltung gutzuheißen. Eutlassung eiucs sozialdemokratischen Redakteurs. Wie wir schon berichteten, haben sich zwei Braunschweiger Mit- gliederveisammlungen mil den Parteidifferenzen beschäftigt und in einer angenommenen Resolution sich u. a. auch mit der Haltung des „Volks freundes" einverstanden erklärl. Da inzwischen der leitende Redakteur des Blattes, Genosse Dr. Thalheimer eingezogen ist, und Genosse May sich weigerte, die bisherige Politik des„Volks- freundes" fortzusetzen, so bat die Preßkommission den Genossen May seiner Stellung sofort enthoben. Abonnementsprciserhöhung. Der Hannoversche„Volks wille" erhöht vom 1. Mai ab den monatlichen Bezugspreis von 65 auf 80 Pf., die ,K ö n i g S- berger Volkszeilung" von 75 auf 85 Pf. Zu 3000 Kronen Geldstrafe wurde der verantwortliche Redakteur der Wiener„Arbeiter- z e t t u n g". Genosse Fr. A u st e r k i tz. vom Wiener Landgericht Sie wollen nicht mehr kämpfen. Ost pressequartier, 17. April ISlö. „Was wollen Sie iehen? Was interessiert Sie besonders? Ich bitte die Herren, sich alles anzuschauen, sich über alles zu unier- richten. Sprechen Sie bitte aucb mit den Mannschaften Es würde mich freuen, wenn die Herren sich über die Verhältnisse an der Front erkundigen und mir Ihre Meinung sagen!"— Mit solcher Aufforderung entließ uns Exzellenz v. F.. Kommandeur der... R.- Division. Wir kamen an die Front vor Dünaburg, Der erste Ein« druck, den ich hier empfing, war der, daß die Witterungsverbältnisie und Bodenbeichaffenheit den Soldaten das Leben recht sauer machen. Andauernde Arbeiten sind nötig, um eine Zerstörung der Gräben und Unierstände durch Wasser, sowie ihre Verschlammung zu ver- hindern. Die äußeren Verbällnisse sind daher wenig geeignet. Zu- sriedenheit und Wohlbehagen auszulösen. Aber ich fand die Soldaten im allgemeinen in überraschend guter Verfassung. Sie sehen frischer und kräftiger aus als im Herbst nach dem anstrengenden Vormarsch und den Entbehrungen, die sich damals aus den Schwierigkeiten des LebenSmittelnachschubs erklärten. Mittlerweile hat man alle Ver- kehrsichwierigkeiten überwunden. Die Truppe soll gut verpflegt werden! Das ist em? der Hauptsorgen der Heercslettmtg. Ich hörte auch nur sehr mäßige Wünsche in bezug auf die Verpflegung äußern. Mehrere Soldaten, mit denen ich darüber sprach, erklärten mirt Wir leben hier besser als die Leute in der Heimat. Wegen der Verpflegung halten wir es an der Front gut aus. Daß man trotzdem einen Friedensschluß freudig begrüßen würde, sich nach Hause zurück- sehnt, ist selbstveiständlich, Freude an den Widerwärtig- leiten des Krieges hat schließlich kein Mensch. Monatelang in diesem Sumpfgelände, in Schützengräben und Unterständen zu hausen, ist wahrlich kein Vergnügen. Leute, die in der Heimat Siege feiern, rednerisch Schlachten schlagen, auf das Wohl der Truppe und der Helden trinken, stellen sich das Leben an der Front vielfach reizvoller vor, als es in Wirklichkeit ist. Wohl richtet man sich nach Möglich- keit häuslich ein, aber das Wohnen in Erdlöchern, die man zwar warm halten, jedoch nicht ganz trocken machen kann, wird nie zu einer aeichätzten Annehmlichkeit. Rege Einbildungskraft zaubert in die Unterstände Luxus � und Wohlleben hinein. Des Krieges Härte zwingt die Soldaten jedoch, sich mit dem Nötigsten und Einfachsten zu bescheiden. Und sie sind viel anspruchsloser als manche Leute verurteilt. Unser Wiener Parteiblatt hatte nach der„Fnnsbrucker Volkszeitnng" über die Verurteilung von zehn Bauern wegen Preis- treiberei berichtet. Unter diesen Preistretbern befand sich auch ein Bauer namens Christian Schweiger. Die„Volkszeitung" hatte aber den Bürgermeister und Landtagsabgeordneten Schweiger als Verurteilten gemeldet. Dieser klagte kurzerhand und das Gericht kam wegen Beleidigung Schweigers zu der obenbezeichneten hohen Strafe. Ms Industrie und Handel. Kriegsgewinne. Die Geiteralversantmlung der Ludwig Locwe u. Co.- Aktiengesellschaft setzte die auszuzahlende Dividende auf 35 Prozent fest. Niederländische Aussuhrverbote. Da? unterm 4. November 1015 für rohe Kakaobohnen er- laffene Ausfuhrverbot ist durch eine im„Nederlandsche Staats- couraut" vom 14. April 1916 kundgemachte Königliche Verordnung vom gleichen Tage auf Erzeugnisse aller Ärk aus rohen Kakaobohnen ausgedehnt worden.— Die Ausfuhr von Kapo! und Kapokwaren, von Kümmelsaat, blauer Mohn- saat, Kau arten saat sowie Abfall von Oelsämereien ist ebenfalls verboten worden._ Krieg und Privateigentum. Großbritannien hak durch einen neuerdings ergangenen König- lichen Beschluß Gold, Silber, Papiergeld, allebörsen- gängigen Werte und Obligationen als unbedingle Konterbande erklärt. Stadtverordnetenversammlung. 11. Sitzung vom Donnerstag, den 27. April 1016, nachmittags 5 Uhr. Vorsteher M i ch e l e t eröffnet die Sitzung. In den Ausschuß zur Vorbereitung der Wahl von acht unbesol- deten Stadträten sind auch die Stadtvv. Basn>er, Bruns, Hei mann, Pfannkuch und Dr. Wehl(Soz.) deputiert worden. Die Enichtung einer Trocknung San st alt für Gemüse und andere landwirtschaftliche Erzeugnisse nach dem vorgelegten Pro- seit und mit einer Baukostensumme von 250 000 M. ist von dem ein- gesetzten Ausschuß zur Genehmigung empfohlen und zugleich folgende Resolution angenommen worden: Gleichzeitig ersucht die Versammlung den Magistrat, für den Genuß von Gemüse und Obst in den weitesten Kreisen der Be- völkerung zu werben. Sie wünscht ferner, daß dem für das Publikum bestimmten Dörrgentüse und Dörrobst gemcinverständ- ticke Anweisungen über seine gesundheitsgemäße Zubereitung bei- gegeben werden. Bürgermeister Dr. Rcickc: Die in der Resolution zum Aus- druck gekommenen Wünsche sind auch die Wünsche des Magistrats; ihre Ausführung wird eifrig beirieben werden. Stadlv. Dr. Wehl(Soz.): Ich freue mich dieser Zusicherung des Magistrats, besonders hinsichtlich des Obstes. Gerade jetzt wird durch eine verhängnisvolle Politik der Zuckervetbranch eingeschränkt. Andererseits tragen viele durch den dauernden Genuß von Marmelade schwere Verdauungsstörungen davon. Für diese ist das Dörrobst von großer Bedeutung; die Nährsalze des Obstes bleiben im Dörrobst zurück, während sie beim Einkochen mit Zucket zum Teil verloren gehen. Die Verwaltung wird vor allem dafür zu sorgen haben, daß Dörrgentüse und Dörrobst zu erschwinglichen Preisen der Bevölkerung zur Verfügung stehen. Die Vorlage gelangt darauf mit der Resolution zur Annahme. Vom 1. Oktober 1916 an soll das Schulgeld für alle Schülerinnen der städtischen Studienanstalt 140 M. jährlich betragen, die Erhöhung für Kinder auswärts wohnender Eltern also in Fortfall kommen. Stadlv. Dr Wehl: Wie steht es mit der zweiten damals von uns gegebenen Anregung wegen Gewährung von ErziehuitgS- beihilfen an hochtalentierte Kinder unbemittelter Eltern? Bei der Erörterung dieser Frage in der Deputation hätten wir von sehr sachverständiger Seite, daß Betlin mit seiner Schulgeldpolitik den Vororten gegenüber finanziell eigentlich Fiasko gemacht habe; durch die Verteuerung des Schulgeldes für Kinder aus den Vororten bätten wir eine Einbuße erkitlen, indem auch solche Eltern, die es gar nicht nötig gehabt hätten, in großer Zahl aus Verärgerung ihre Kinder abgemeldet hatten. Kamt das festgestellt werden, so müßte man doch in eine Revision der Schulgeldpolitik eintreten. Eine Ueberflutung unserer Schulen braucht man von der Gleichstellung nicht zu befürchten, denn einmal haben die Vororte aus anderen Gründen eigene höhere Lehranstalten errichtet, und dann haben bekanntlich unsere eigenen Anstalten einen Rückgang erfahren. Die Vorlage darf als ein erster Versuch freundnachbarlichen Zusammenwirlens mit den Vororten betrachtet werden; dreien ersten Schritt, der uns nichts kostet, sondern noch etwas einbringt, können wir mit guiem Gewissen tun, ihm werden hoffentlich weitere folgen und so die Eingemeindung, die ja doch einmal kommen muß, vorbereiten helfen. in der Heimat, die wohl Heldentaten erwarten, selbst aber eifrig darauf bedacht sind, keine Not zu leiden. Die vielen Mitteilungen über Lebensmittelhamster und-Wucher erregen an der Front starkes Mißbehagen. Was die Russen anbelangt, ko begegnet man hier der Ansicht. daß sie nicht mehr kämpfen wollen und nur noch durch rückstchts- loicn Zwang vorwärts getrieben werden können. Ich sprach darübet mit einem russischen Gefangenen. Seit Beginn des Krieges hat er stets vorn in der Front mitgekämpft. Nach seiner Ansicht ist die im Ansang wohl vorhandene Kampfeslust in unbedingten Friedenswillen umgeschlagen. Große Empörung herrschte über die Offiziere, die hinter der Front blieben und mit dem Revolver in der Faust die Soldaten zum Vorgehen antrieben. Ilm die Infanteristen, deren Widerwillen gegen weitere Kämpfe allgemein bekannt sei, gegen die deutschen Stellungen vorwärts zu bringen, hätte man auch wieder Koiaken herangeholt, lieber die Verhältnisse im Lande erstihren die Mannschaften an der Front nur etwas von den zurückgekehrten Verwundeten. In dem Brieiverkehr zwischen der Front und der Heimat müßten sich die Schreiber auf direkte Familienangclegen- betten beschränken. Meistens wurde nur erlaubt, miizuieilen, daß man sich guter Gesundheit und sonstigen Wohlbefindens erfreue. Dagegen höre man von den aus Lazaretten wieder an die Front Zurückgekehrten, daß es im Lande böse aussehe. In manchen Dörfern gäbe es fast nur noch Frauen, Kinder und Greise. Alle dienstfähigen Leute seien eingezogen worden. In vielen Gegenden herrsche direkte Hungersnot und überall großer Mangel an Lebens- Mitteln. Die allgemeine Not sei größer als in Jahren schrecklicher Mißernte. Das Volk verlange Frieden, aber seine Stimme werde nicht gehört. Die Polizei unterdrücke mit roher Gewalt jeden Ver- such zu einer Friedenskundgebung. Der Gefangene, der mir solche Ansichten kundgab, ist selbst ein verbältnismäßig gut situierter Bauer aus dem Uralgebict. Er ist Abkömmling einer vor zirka 150 Jahren aus Deutschland nach Ruß- land auswanderten Familie. Seine rußigen, � sachlichen Darstellungen machten auf mich den Eindruck eines sicheren Urteils und unbedingter Wahrheitsliebe. Von der sonst bei Gefangenen vielfach zu beobachtenden Neigung und Absicht, den Deut'chen etwas An- genehmes zu sagen, war bei ihm nichts zu merken. Objettiv mögen seine Schilderungen vielleicht etwas übertrieben sein, immerhin darf man sie trotzdem wohl als einen ziemlich gelreuen Ausdiuck der Grundstimmung bei der russischen Truppe und im ruisiichen Volke betrachten. Düwell, Kriegsberichterstatter. Stadtv. Cassel(Linke): Mit ganz besonderer Genugtuung habe ich die Worte des Vorredners vernommen. Ich habe mich stets gegen jede Erhöhung wie gegen jede Differenzierung ausgesprochen und prophezeit, daß diese Er- höhungen usw. nur unsere Schulen entleeren würden: ich habe da- für niemals eine Mehrheit gefunden, da gerade auch die Kollegen des Vorredners für alle diese Erhöhungen stimmten. Jcb schließe mich den Darlegungen Wehls in allen Punkten an und bitte auch meinerseits den Magistrat um die erwähnten statisttschen Er- Hebungen. Stadtschulrat Dr. Reimmm: Die einheitliche Regelung der Schuldgeldfrage ist 1908 an den Vororten gescheitert. Ich kamt nicht leugnen, daß mir nach dem Studium der Allen die Erhöhung auch von diesem Hause etwas ab irato erfolgt zu sein scheint; viel« leicht möchte jetzt für neue Verhandlungen der Boden geeigneter sein. Die gewünschten statistischen Erhebungen sind bereits im Gange.— Bei der zeitigen schwierigen finanziellen Lage der Stadt Berlin stehen direkte Erziehungsbeihilfen nicht gerade in Aussicht; der Gedanke wird aber wohlwollend erwogen im Rahmen der Er- Hebungen über die Erleichterung des Aufstiegs aus den niederen in die höheren Schulen, wofür ich in absehbarer Zeit einen Plan hoffe vorlegen zu können. Die Vorlage wird zur Kenntnis genommen. Vorsteher Mich elet verwahrt die Versammlung gegen den in den Worten des Stadt« schulrats„ab irato" liegenden Vorwurf. Für die am 26. April stattgehabte Erhebung der Vor- rate an Kartoffeln und Erzeugnissen der Kartoffeltrocknerei und Kartoffelstärkefabrikatton sind die Kosten überschläglich auf 6000 M. geschätzt worden, die vorschußweise verausgabt werden sollten. Die Versammlung erklärt sich nachträglich damit einverstanden. Die zur Foitführung der A rm e n s p e i s u n g s a n st a lt bis zum 15. Mai von der Versammlung im März bewilligten Zuichüsie von zusammen 186 000 M. sollen nach einer Mitteilung des Magi- strats als lediglich durch den Krieg veranlaßte Mebrauswendungcit für minderbemittelte Ortseinwohner auf das Vorschußkonto für Kriegs- Wohlfahrtspflege übernommen werden. Stadtv. Hinve(soz.): Wir haben das Entgegenkommen, daS Magistrat und Versammlung im März bewiesen haben, dankbar anzuerkeiiiten. Ganz besonders dankbar ist die ärmste Bevölkerung, der es dadurch vergönnt ist, in dieser schweren Zeit ein nahrbaflcs und schmackhaftes Essen durch die Armenküchen geliefert zu bekontmeu. Die Gründe für die Beschlußfassung im März bestehen aber auch heute fort: die Verhältnisse im WittschastSleven haben sich nidfat etwa gebessert, sondern weiter versckilimmert. Die Gemüsepreise haben eine Höhe erreicht, die man ftir unmöglich gehalten hätte; von den K o h l a r t e n kostet das Pfund 45—50 Pf., für Fleisch sind nach den Feierlagen geradezu Phantasiepreise, 5, 6 und noch mehr Mark für ein Pfund Kalb- oder Rindfleisch, genommen ivorden. So wird es denn der ärmsten Bevölkerung unmöglich gemacht, sich die nötigen Nahrungsmittel zu verschaffen. Wir beantragen deshalb, den Magistrat zu ersuchen, die A r in e n s p e i s u n g auch über den 15. Mai hinaus fortzusetzen. Die Möglichkeit dazu ist vorhanden, die Stadt ist schon jetzt Lieferantin der not« wendigsten dafür erforderlichen Materialien. Es werden noch jetzt über 10 000 Portionen täglich in den 16 Küchen verabreich!; im Norden und Osten der Stadt werden aus einigen Kücken je über 1000 Portionen abgeholt, und der Andrang ist forwährend im Wachsen. In der Lebensmitteldeputation gab der Bürgermeister heute bekannt, daß. der Magistrat sich mit dem Ministerialerlaß beschäftigt, der Eiutichtungen wie die Lichtenbergcr Gulaschkanonen empfiehlt. Berlin gedenkt ähnlich vorzugehen; aber in erster Linie sollte man doch an den Ausbau der bestehenden Einrichtungen denken. Schwierigkeiten könnten da höchstens wegen der Aufsicht entstehen, aber die wäteit zu überwinden. Können die ehrenamtlichen Funktionäre nicht über den 15. Mai hinaus tätig sein, so müßten eben Hilfskräfte, eventuell gegen Bezahlung, eingestellt werden. Die Vorlage wird zur Kenntnis genommen, der sozialdemclta- tische Antrag einem Ausschuß überwiesen. Für die Verbrauchs«Zucker- Bestandsaufnahme am 25. April sind 2000 M. an Kosten dieser Erhebung eriorderltck gewesen. Tie Versammlung spricht die nackttägliche Bewilligung aus. Schluß der öffentlichen Sitzung gegen 1li7 Uhr. Mus Groß-öerlin. �us üer Serliner Selbftmoröstatiftik. Durch Selbstmord endeten in Berlin im Jahre 1915 so wenig Personen, wie man es hier seit langem nicht kannte. Während in den fünf Jahren 1910—1914 noch 676. 726. 791, 808, 778 Selbstmorde gemeldet wurden, ergab 1915 nur 588 Selbstmordmeldungcn. Daß sicherlich nicht alle Selbst- morde zur Kenntnis der Behörden gelangen, sondern manche als Unfälle gemeldet werden, sei nebenbei bemerkt. Auch das wollen wir hier von vornherein betonen, daß man aus dem Auf und Ab der Sclbstmordzahl nicht ohne weiteres auf eine Zu- oder Abnahme der Selbstmordncigung schließen kann. Es ist sehr wohl möglich, daß die Selbstmordversuche sich mehren und doch gleichzeitig die geglückten Selbstmorde sich mindern. Immerhin muß aber eine Minderung der Selbstmorde, wie sie in 1915 sich gezeigt hat, auffallen. Gruppiert man die durch Selbstmord ge- storbenen Personen nach dem Geschlecht, so ergibt sich ein sehr beachtenswerter Gegensatz. Bon 1914 zu 1915 haben nur die�Selbstmorde männlicher Personen sich von 550 auf 327 gemindert, aber die Selbstmorde weiblicher Perfonen sich von 228 auf 261 gemehrt. Beim mann- lichen Geschlecht ist die Selbstmordminderung zum großen Teil aus der durch die Heercseinberufung verursachten Winde- rung der Männer in der Bevölkerung zu erklären. Die Selbst- mordmehrung beim weiblichen Geschlecht wird man nur zu einem ganz geringen Teil aus der durch Zuzug bewirkten Mehrung der Frauen in der Bevölkerung erklären können. Die Gruppierung nach Altersklassen zeigt, daß beim männlichen Geschlecht fast alle Lebensalter eine Minderung der Selbst- morde hatten. Daraus folgt, daß hier neben der Minderung der männlichen Bevölkerung noch eine andere Ursache mitge- wirkt haben mutz, die Selbstmorde zu verringern. Am ve- deutendsten ist der Rückgang der Selbstmordzahl allerdings bei den Männern von 20—30 Jahren und von 80— 40 Jahren. die für die Heereseinberufung hauptsächlich in Frage kommen. In 19l5(bezw. 1914) endeten aus der männlicheu Be- völkerung durch Selbstmord 3(2) Knaben unter 15 Jahren, 36( 40) Jugendliche von 15—20 Jahren, von Erwachsenen 36(98) von 20—30 Jahren, 51(118) von 30—40 Jahren, 60(91) von 40—50 Jahren. 59(103) von 50—60 Jahren, von greisen Personen 59(70) von 60—70 Jahren, 23(23) von 70—80 Jahren, 0(5) von mehr als 80 Jahren. Ebenso erstreckt beim weiblichen Geschlecht die Mehrung der Selbstmorde sich auf ziemlich alle Altersklassen. In 1915(bezw. 1914) endeten durch Selbstmord 0(1) Mädchen unter 15 Jahren, 22�(25) Jugendliche von 15—20 Jahren, von Erwachsenen 63(58) von 20— 30 Jahren, 54(41) von 30— 40 Jahren, 43(30) von 40—50 Jahren, 37(26) von 50—60 Jahren, von greisen Personen 22(31) von 60—70 Jahren, 18(13) von 70—80 Jahren, 2(3) von mebr als 80 Jahren. Aus den Feststellungen über die Arten der Selbstmorde sei erwähnt, daß beim weiblichen Geschlecht Nc Vergiftungen durch Tai sich Im vorletzten Jahr wurden nur aber brachte 102._ hr auffällig gemehrt haben. Z gezählt, das letzte Jahr Zur Einführung der Sommerzeit. In der„ II r n n i a* fTaubenstratze) sprach Prof. Donath über die am 1. ZKai einzuführende Sommerzeit. Den Entschluß, unsere ganze Zeitrechnung im Sommer um eine Stunde vorzurücken. begrüßte er als ein„interessantes Experiment*. In gemeinverständ lichen Ausführungen legte er dar, wie wir die Umdrehung unserer Erde als Zeitmesser benutzen. Man kann sagen, daß dabei die Erde das Zifferblatt ist und als Zeiger die Sonne dient. Zur Beseitigung des UebelstandeS, daß jeder Ort seine eigene Sonnenzeit hat, ist die Zeit über ganze Ländergruppen hin zusammengelegt worden. Für die mittel» europäische Zeit, die wir bisher hatten, sollen wir auf die fün Sommermonate vom 1. Mai bis zum 30. September die ost europäische Zeit eintauschen. Die mitteleuropäische Zeit entspricht der Sonnenzeit des 18. Meridians, der durch Stargard und Görlitz geht. Mit der osteuropäischen Zeit nehmen wir die Sonnenzeit des 8<1. Meridians an, der etwas westlich von Petersburg und Kiew vorläuft. Der Unterschied beträgt eine Stunde: um eine Stunde früher als bei uns geht dort die Sonne auf. Wir müssen mithin vom 1. Mai ab unsere Uhren um eine Stunde vorrücken— unsere Uhren und unser ganzes Tagewerk. Die Borrückung des Tagewerks ist der Zweck dieser Maßregel. Daß bei mitteleuropäischer Zeit unser Tagewerk sogar im Sommer noch bis in die dunklen Abendstunden hinein, reicht, war längst als Nachteil empfunden worden. Der Gedanke, eine besondere Sommerzeit einzuführen, ist nicht neu, und schon früher wurde dieses Abhilfemittel empfohlen. Jetzt hat der Krieg auch hier sein Machtwort gesprochen. Die Einführung der Sommer» zeit wird nicht nur dazu dienen, an künstlichem Licht zu sparen. Man sieht auch darin einen Borteil, daß sie die Möglichkeit schafft, am Abend eine Stunde länger sich dem Garten» und Ackerbau zu widmen. Der Vortragende wies darauf hin. daß in Mecklenburg und in Schleswig-Holstein bei den Bauern seit alter Zeit der Brauch besteht, im Sommer die Uhr vorzustellen. Er nannte dieses jetzt von Obrigkeitswegen uns allen aufgenötigte Verfahren eine.holde Selbsttäuschung', durch die uns die Borrückung des Tagewerkes erleichtert und geregelt werden soll. Gegen den Lebensmittelwuchcr. DaS Polizeipräsidium teilt mit: Auf Grund der Bundesrats- bekannlmachungen vom 23. Juli und 23. September 1015 werden in Berlin täglich 50 bis 60 Straffällc wegen übermäßiger Pretssteige rung, Zurückhaltung und Unzuverläßlichkeit in Bearbeitung genommen. Damit wird manches erreicht. Zum durchschlagenden Erfolge aber bedarf es der Mitarbeit der Bevölkerung. Jedoch nicht mit namenlosen Anzeigen, sondern urit persönlichem Eintreten für die im öffentlichen Interesse erhobenen Beschuldigungen Keine Obstbaumzweige abreisten. Das Oberkommando erläßt folgende Bekanntmachung. Seit Beginn der Baumblüte wird wiederum über die Uirfitte geklagt, daß auch in diesem Jahre blühende Obstbaumzweige mut- willig von Kindern und auch von Erwachsenen abgerissen werden Durch einen derartigen Unfug wird die Obsternte geschädigt, deren Ertrag in der jetzigen Zeit von besonderer Bedeutung ist. Ich nehme daher Veranlassung, vor diesem törichten und schäd- lichen Verhalten dringend zu warnen. Die Polizetbehörden sind angewiesen, die Ueberlretungcn nach den bestehenden Gesetzen straf gerichtlich zu verfolgen. Der Oberbefehlshaber in den Marken, von Kessel, Generaloberst. „Heimarbeit." In der„Morgenpost' las man am 26. April folgende Annonce „Frauen und Mädchen zur Anfertigung eines Maffenartikels, Heim arbeit, gesucht. Ewest, Schönhauser Allee 5'. Daß auf dieses An, gebot hin sich Frauen und Mädchen in großer Zabl einfanden, ist begreiflich. ES scheint aber, daß viele der zur Anfertigung des Massenartikels gesuchten Arbeiterinnen sich in ihren Erwartungen enttäuscht sahen. Unter den Arbeitsuchenden, die aus der Treppe versammelt waren, entstand Unruhe und Erregung, so daß Frau Ewest Wohl ängstlich wurde. Sie hängte an die Flurtür ein Plakat, das den Wartenden mitteUte, es sei keine Heimarbeit zu vergeben. Das fand man nicht recht verständlich, weil man sich sagte, bei einem Massenartikel müsse doch auch reichlich Beschäftigung vor- handen sein. Schließlich legte sich herbeigerufene Polizei inS Mittel und sorgte dafür, daß die Frauen sich entfernten. Was für Heim- arbeit mag das sein, von der die Frau Ewest in ihrer„Morgenpost'- Annonce spricht?_ Städtischer Heringsverkauf. Am heutigen Tage beginnt in den Berliner Markthallen ein städtischer Verlaus von Heringen und zwar kommen zum Verkauf SloesullS zum Preise von J2ö Pf. das Stück, große Isländer zu 85 Pf. das Stück und Holländer zu 45 Pf. für zwei Stück. Die Abgabe erfolgt nur an Berliner Einwohner, die sich durch die weiße AusweiSkarte sür den städtischen Lebensmittelverkauf als solche legi- timieren können. Wiederverkäufer, auch Restaurateure, sind vom Einkauf ausgeschloffen. Mehr als acht Heringe dürfen an eine Person nicht abgegeben werden. Der Beikauf findet zu den üblichen Markt- ballen-Berkaufszeilen statt. Die Berkaufsstände in den Markthallen sind durch Plakate kenntlich gemacht. Frühjahrsschonzeit der Fische. Die von dem Potsdamer Regierungspräsidenten für die Provinz Brandenburg und Berlin festgesetzte Frühjahrsschonzeit der Fische auf die Zeit vom 28. April bis zun« 9. Juni d. I. hat eine Abänderung erfahren. Um die Bevölkerung hinreichend mit Fischen ver- sorgen zu können, sind statt der bisherigen drei Tage jeder in die Schonzeit fallenden Woche nunmehr fünf Tage zum Fischfang freigegeben worden. Die Fischerei kann somit am Montagmorgen 6 Uhr beginnend bis� Sonnabendmorgen 6 Uhr ausgeübt werden. Die diesjährige Schonzeit beginnt demnach erst Sonnabend, den 29. April, vormittags 6 Uhr. Während der nicht freigegebenen Zeit von Sonnabendmorgen 6 Uhr bis Montagmorgen 6 Uhr müssen die ständigen Fischerei- Vorrichtungen in nicht geschlossenen Gewässern weggeräumt oder abgestellt sein._ Kein BerkaufSvcrbot für weiße Kleider. In gewerblichen Kreisen war das Gerücht verbreitet, daß der Verkauf von weißen Kleidern und Röcken untersagt werden soll. Um Klarheit zu schaffen und be- ruhigend wirken zu können, haben sich einige der in Betracht kommen- den Verbände an das kgl. preußische Kriegsministeriuni mit der An- frage gewandt ob tatsächlich der Erlaß eines solchen Verbots vom preußischen Kriegsministerium oder vom stellverlretenden General- kommando beabsichtigt sei. Auf diew Anfrage hat nun das Kriegs- Ministerium einen Bescheid dahin abgegeben, daß dort von einem Verkaufsverbot für weiße Kleider und Röcke nichts bekannt sei. Die Lebensmittelversorgung der märkischen Svmmcrfrischen. Der Märkische Verband für Fremdenverkehr und Anncdlung beschäftigte sich am Mittwoch mit der Frage der L-b-nSmulelver,orgung der märkischen Sommerfrischen. ES wurde beschloffen, sich mit der Zentral-ElnkaufSgenossenschaft in Verbindung zu setzen, auch selb- ständig den Einkauf von Fleisch, Milch und anderen NahrungS- Mitteln vornehmen und auch mit der BiehverwertungSgesellschast sich ins Einvernehmen zu setzen. Ein Ausschuß soll also die märkischen Gemeinden mit Lebensmitteln versorgen, und dabei in erster Linie diejenigen Städte und Ortschaften berücksichtigen, die Fremdenverkehr aufzuweisen oder zu erwarten haben. Um einen Maßstab für die Bemessung der erforderlichen Mengen an Lebensmitteln zu haben, sollen die in Betracht kommenden Gemeinden gehalten sein, eine Statistik anzufertigen, die der Zentral-Einkaussgenoffenschaft vorzu- legen ist. Es wurde bei den Erörterungen dieser Frage wiederholt darauf hingewiesen, daß es erforderlich wäre, durch den Ausschuß die Versorgung aller märkischer Gemeinden zu regeln, man war sich aber schließlich darüber klar, daß der Ausschuß seine Tätigkeit auf die Ortschaften mit Fremdenverkehr beschränken müsse. Die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe. Das Polizeipräsidium teilt mit: Nach dem Ortsstatut der Stadt Berlin vom 14. Oktober 1S11 diirjen in der Zeit vom 1. Mai bis einschließlich 80. September an Sonn- und Fest- tagen in offenen Verlaufsstcllen des Handclsgewerbes Gehilfen, Lehrlinge und Arbeiter nur von 8 bis 10 Uhr vormittags beschäftigt werden; ein Gewerbebetrieb daselbst ist nur für diese Zeit zulässig.— Auf den Handel mit NahrungS- und Genußmitteln lowie auf den Handel mit Blumen findet diese Bestimmung keine Anwendung._ Schuhsohlen aus Pappe. Die Lederknappheit hat den Hauptausschuß des Deutschen Schuh- und Schäfte-Fabrikanten-Verbandes. der die ersten und größten Firmen der deutschen Schuhwarenindustrie umfaßt, veranlaßt, sich mit Ersatzstoffen zu beschäftigen. Er hat grundsätzlich der Ver- Wendung von Lederersotzstoffen sPappe) zugestimmt und hierzu folgende Richtlinien ausgestellt: Für die Laufsohle von Straßen- schuhen sollen Pappe oder ähnliche minderwertige Ersatzstoffe selbst bei den billigsten Preislagen keine Verwendung finden. Wo das dennoch geschieht, sollte das zur Verwendung kommende Material durch eine deutliche Bezeichnung in der Austragsabschrift, Rechnung und dem betreffenden Schuh selbst ersichtlich sein. Bei Straßen« schuhwerk, dessen Brandsohlen, Hinterkappcn oder Absätze ganz oder zum größeren Teil aus Pappe bestehen, ist sowohl in der Auftrags- schrift als in der Rechnung ein entsprechender deutlicher Vermerk zu niachen. Bei Absätzen für Straßenschuhwerk hat sich die Verwendung von Ersatzstoffen sür die dem Verschleiß nicht ausgesetzten Flecke hinsichtlich der Haltbarkeit bewährt. Hersteller und Verkäufer dieser Schuhwaren mit Pappsohlen dürften dabei Wohl auf ihre Rechnung kommen, anders aber werden die Käufer solcher Schuhwaren denken. Nicht genug, daß die Leder- und Schuhpreise eine außerordentliche, kaum erschwingliche Höhe angcnonimen haben, wird oft Ware ver- kanft, die fast unbrauchbar ist. Uns wurden dieser Tage Kinder- schuhe gezeigt, die der Käufer als echte Ledcrschuhe gekauft hatte, die aber bereits nach dreitägigem Gebrauch entzwei gingen. Offenbarer Betrug wird vielfach auch auf dem Gebiete des Schuh- Warenverkaufs geübt. Liebesdrama in Wilmersdorf. Großes Aufsehen hat in Wilmersdorf eine Liebestragödie hervor« gerufen, die sich in der Nacht zum Donnerstag in dem Hause Duis- burger Str. 5 abgespielt hat. Dort gab der Kürassierleutnanj v. Schlieffen einen Schuß auf seine dort wohnende Braut, die Opernsängerin Claire Haecker ab, der die junge Dame leicht verletzte. Schlieffen verwundete sich selbst schwer durch einen Schuß in den Kopf. Die Ursache zu dem Schritt Sch.'S soll darin liegen, daß der noch junge Mann große Schwierigkeiten hatte, seine Braut zu ehe- lichen, was er versprochen hatte. Auch Geldschwiertgkeiten spielen eine Rolle. Beim städtischen Arbeitsnachweis Neukölln hat sich im Gegensatz zu den ersten Kriegsmonaten, die ein Uebermaß von Stellengesuchen aufzuweisen hatten— über 2000 Arbeitsuchende im Monat— im verfloffenen Halbjahr Oktober ISlb/ März 1916 in der männlichen Ableilung ein Mangel an Arbeitskrästen geltend gemacht. Für die genannte Zeit standen nämlich 3009 offenen Stellen nur 2813 Be> Werber gegenüber, wobei in 2407 Fällen mit Erfolg vermittelt werden konnte. Umgekehrt liegt das Verhältnis in der weiblichen Abteilung. Hier überwiegt auch jetzt noch die Zahl der Arbeit« suchenden die der Stellenangebote reckt erheblich. In dem gleichen Zeitraum wurden insgesamt 7027 Stellenbewerber und 4956 An- geböte gezählt, von denen 4206 zur Annahme gelangten. Die Stellennachfrage war in beiden Abteilungen im Oktober und Januar am stärksten. Soziales. Eine bulgarische Eiersendung. Ein Eierimportgeschäft, das verschiedene der Beteiligten nicht befriedigte, hatte ein Nachspiel vor der Kammer 7 des GewerbegerichtS. Verklagt war der Eiergroßhändler Vitzthum als Vertreter samt- sicher Berliner Eierimporteure. Diese hatten sich zusammengetan, um eine große Eiersendung auS Bulgarien, die ihnen von der Zentral- EtnkaufSgesellschaft zugewiesen war. auf die einzelnen Großhändler zu verteilen. Wie der Beklagte ausführte, enttäuschten die butgarischen Eier insofern, als verhältnismäßig viel verdorbene darunter waren. Die Ware mußte deshalb bearbeitet, das heißt, die schlechten Eier mußten ausgesondert werden. Zu diesem Zweck stellte der Beklagte elf Eierleuchter an. DaS find Spezialarbeiter, welche mit fabel- hafter Schnelligkeit jedes emzelne Er vor einer elektrischen Lampe daraufhin prüfen, ob es verdorben oder unverdorben ist und da« nach die guten von den schlechten sondern. Di? Eierleuchter forderten für diese Arbeft einen Tagelohn von 15 M. Der Beklagte wurde mit ihnen auf einen Lohn von 12 M. einig. Er will ihnen bei dieser Gelegenheit gleich gesagt haben, daß eS sich um eine vorübergehende Beschäftigung handele und sie nur tageweise engagiert seien. Als die Eiersendung aus Bulgarien beendet war, wurden die Eierleuchter, die drei Wochen gearbcftet hatten, entlassen. Durch ihre Klage beanspruchten sie je 144 M. Schadenersatz wegen kündigungs- loser Entlassung. Sie behaupteten, es sei ihnen nicht gesagt, sie würden nur vorübergehend beschäftigt. Im Gegenteil. Ihnen sei dauernde Arbeit vom Beklagten versprochen und sie hätten deshalb die von ihnen innegehabten Arbeitsstollen aufgegeben. Der Beklagte Vitzthum stellte es so hin, als ob die Eierimporteure das Geschäft mit den bulgarischen Eiern aus reiner Menschen- freundlichkeit und nicht des Gewinns wegen gemacht hätten. „Wir haben mir einen Nutzen von 3,50 M. pro Kiste gehabt', sagte der Beklagte. Er entrüstete sich über die hohe Lohnforderung der Eierleuchter, die im Frieden einen Tagelohn von 5 M. bekämen.— Darauf rief einer der Kläger dem Beklagten zu:„Sie nehmen ja auch 20 Pf. sür das Ei, was in Friedenszeitei: 5 Pf. gekostet hat.' Uebrigens behaupteten die Kläger, für eine Arbeit tvie die von ihnen geleistete sei auch vor dem Kriege schon ein Tagelohn von 8 M. gezahlt worden. Nach längerer Verhandlung kam ein Vergleich zustande, wonach die Kläger je 67,50 M. erhielten. Gerichtszeitung. Einen schweren Unfall erlitt am gestrigen Donnerstag SanitätS- rat Dr. Max Edel aus Charlotten bürg. Dr. E. sprang gegen /z8 Uhr vor deni Hause seiner Anstalt für Nervenkranke vom Hinter- perron deS Triebwagens eine« Zuges der Linie D, kam dabei zu Fall und geriet mit dem linken Fuß unter den Beiwagen, dessen Räder den Unlerichcnkel zermalmten. Der Verunglückte wurde nach dem Krankenbouse Westend gebracht, wo ihm der verletzte Fuß bis zum Kniegelenk abgenommen werden nrußte. Kleine Siachrichten. DaS Opfer einer Kohlenoxydgasvcrgistung ist der 61 Jahre alte Wilhelm Gütow aus der Türkenstr. 19 ge- worden, der in dem Sckulgebäude Llltticher Str. 47—43 zur AuS- Hilfe die Heizung besorgte. Die Frau des Schuldieners fand den betagten Mann Mittwoch morgen im Heizraum regungslos mit dem Gestchl auf dem Fußboden liegen. Herbeigerufene Samariter der Feuerwehr machten alsbald Wiederbelebungsversuche, jedoch vergeb« trck. Gütow war bereits tot.— In der Nacht zum Donnerstag stießen an der Ecke der Zosiener und Mariendorfer Straße zwei Straßenbahnwagen zusammen, wobei die Schaffnerin Bergener chwer verletzt wurde. Sie wurde auf der nächsten Unfallstation verbunden und dann in ihre Wohnung geschafft.— Vor dem Hause Kottbuscr Ufer 32 wurde ein 7jähriger Knabe don einem Slraßen- bahnwagen überfahren und sofort getötet.— In der Reichenberaer Straße 116 hat sich am Mitlwochnachmittag eine Frau S. mit Gas das Leben genommen und in der Schwerinstr. 2 stürzte sich eine Frau K. in selbstmörderischer Absicht aus den 4. Stock auf den Hof und war sofort rot. Die Große Berliner Straßenbahn weist darauf bin, daß die Ausfertigung' von Zeit- und Sckülerkarten in den AbfertigungS- stellen Nollendorfplatz, Kleine Frankfurter Straße 2. Ackerstraße 3/4 und Slraßcnbahnbof Westend, sowie die Markenausgabe in den Ab- fertiqungsstellen Nollendorfplotz und Kleine Frankfurter Straße rn- folge der andauernd geringen Inanspruchnahme künftig auf dre Zerr von 8—6 Uhr am ersten und letzten Werktage im Monat be- schräntt wird.___ öen Gemeinden. Aus der Gemeindevertretung Weiftcnsee. Dem Stalut zur Bildung eines Vieh- und Fleisch ver- s o r g u n q s z w e ck v° r b a n d° S für die Gemeinden Pankow. Niederschönbausen. Schönholz. HernerSdorf. Hohenschönhausen, Mar- zahn. Malchow, Lindenberg, Karow, Falkenberg. Wartenberg und Weißcnsee wurde zugestimmt. Dieser Zweckverband übernimmt die Schlachtung und Verteilung des ihnen von dem Brandenburg-Ber. liner VieheinkaufSverband zugewiesenen Viehes. Die Schlachtungen selbst werden mchl auf dem Zentralviehhof. sondern in Weißensee voraeiiommen was zum besonderen Vorteil für die angegliederten Gemeinden gereichen soll. Die Versorgung mit Fleuch dient insgesamt für 159 000 Einwohner, für je 10 000 Einwohner ist e.n Vertreter und ein Ersatzmann in den Zwcckverband zu wählen. Wahlen hierzu wurden gl?» vorgenommen.- Zugleich wurde einem M.ühl.eferungs- vertraa mit der Milchkuranstal. V.ltoriapark und dem Kre.s Nreder- bmnim zugessimmt. Tie genannle Anstalt übernimmt die tägliche Lieferung von 8000 Liter Milch an den Kreis, die wieder an die einzelnen beteiligten Gemeinden verteilt werden; aus Wcrßemee »mkXrr«/ der Gesamtmenge, bis auf werteres will der Krers 21/o Bf vro� Liter den Gemeinden vergüten, damit diese die Milch für 30 Pf vro Liter an die Einwohner abgeben tonnen.- Dre Berpflegungs'ätze des Weißenseer Kr°nlenhautts sollen vom 15. Mai ab wiederum von 3,50 M. auf 4 M, erhöht werden. AuS dem Tancrprozeß. Die gestrige Verhandlung gegen den DarlehnSvermittler Wiuklcr gab einige Aufschlüsse darüber, wie durch Neppen von Darlehnssuchern Geld verdient wird. Die Bücher des Angeklagten sind, wie die Verhandlung ergab, sehr schlecht geführt. Die Darlehnsanträge hat er vielfach ver- nichict— nach Annahme der Staatsanwaltschaft, um einen Heber- blick über das Geschäft zu erschweren bezw. unmöglich zu machen. Auffällig ist es. daß ein Teil der Kassabücher fehlt; bei zweimaliger Haussuchung sind sie nicht gefunden worden. Der Angeklagte be- hauptet, daß alle Bücher vorhanden sein müssen. In einem Buche sind in zwölf Monaten an Einnahmen 93 311 M. verbucht, darunter allein 52 341 M. Vorschußeinnahmen; er hat also 60 Proz. seiner Ein- nahmen aus Vorschüssen bezogen. Sein Kommanditist, der Ober- st a b s a r z t a. D. Dr. D a m m a n n, der als Einlage ein Vor- lagsrecht an einem medizinischen Buch in die Ge- sellichaft eingebracht hak, war der Geldgeber dsS Angeklagten und diskonlierte diesem die von den Darlehnssuchern gegebenen Wechsel. Der Vorfitzende stellte nach Erörterung mit dem Angeklagten und auf Grund der Behauptungen des letzleren folgende Berechnung auf: An einem Wechsel über 200 M. verdiente Winkler 6,50 M. und Dr. Dam- mann 13,50 M. Da nach der Behauptung des Angeklagten er imLaufe eines halben Jahres 210— 3000M. Wechsel diskontrerte, verdiente er aufs halbe Jahr 7800 M. oder aufs ganze Jahr 15 600 M. Dazu kommen noch 40 000 M., die er sonst noch vereinnahnite, so daß sich ein Gesamtverdien st von 55 600 M. ergibt.— Die weitere Entwickelung der Schicksale eines DarlehnssuckerS faßte der Vor- sitzende dahin zusammen: Der Betreffende wandte sich an den An- geNogten und mußte 4,60 M. Vorschuß zahlen; auf Erfordern mußte er einen Bürgen stellen, für die Erkundigung nach dem Bürgen mußte er 2,50 M. zahlen, das sind zusaimnen 7,50 M. Der Ange- klagte empfing dann den verlangten Wechsel, den er sofort diskontierte, der Gcldsucher aber wartete und warlcte vergeblich auf das Geld, er erhielt nichts und wurde schließlich aus dem Wechsel ver- klagt. Der Angeklagte behauptete, daß dies nur vereinzelt mrd zu einer Zeit geschehen sei, als das ihm gänzlich über den Kopf ge- wachsene Geschäft zusammenbrach. Er sei auch dadurch in eine schlechte Loge gekommen, daß Dr. Tammann. der vertragsmäßig verpflichtet gewesen sei, ihm die Wechsel zu diskontieren, ihm so gut wie gar kein bares Geld, sondern als Valuta Gegenwechsel gegeben habe, die in kurzer Zeit fällig waren.— Nach Verlesung des zwischen dem Angeklagten und dem Dr. Dammamr geschlossenen Vertrages und eines dem Angeklagten scharf charakterisisrenden llr- teils eines Hamburger Gericht« in einer Strafsache gegen einen Darlehnsschwindler, in welcher Winkler als Zeuge vernommen worden ist, wurde die Sitzung auf Freitag vertagt. Verdorbene Nahrungsmittel. Die in Schlächter-, Butter- und anderen Nahrnngsmittelgeschäften jetzt so oft beobachtete unfreundliche, mitunter auch grobe Behandlung von Käufe- rinnen, die eine Beschwerde vorzubringen haben, hat indirekt zu einer Anklage wegen Vergehens gegen das Nahrungsmittelgesetz geführt. Der Angeklagte P r a u s n i tz e r ist Mitinhaber der seit langen Jahren bestehenden Fleisch- und Wur st Warenfabrik A. Moebes Nachfolger in der Oranienburger Straße, die einen sehr ausgedehnten Betrieb hat. Eines Tages kaufte eine Frau in dem Geschäft ein Quantum Schinkenspeck zu dem festgesetzten Höchstpreise unter der ausgesprochenen Voraussicht. daß der Speck gut und tadellos sei. Dies traf aber nicht zu, denn die Käuferin entdeckte zu Hause, daß der Speck stark mit Maden durchsetzt war. Als sie mit der Ware ins Geschäft zurückeilte und ihr Geld zurückverlangte, erhielt sie letzteres zwar in Gemäßheit einer vom Angeklagten für solche Fälle allgemein er- tasienen Anordnung, zurück; doch konnte es die Verkäuferin nicht über sich gewinnen, dabei einige recht kränlende Redensarten zu der Käuferin zu unterlassen. DaS war der letzleren denn doch zu viel und so erstattete sie Anzeige. Der mit der Revision des Detail- geschäfts betraute Polizei-Tierarzt konnte nun feststellen, daß auch ein zu beanstandender Schinken und neun schlcchle Mettwürste sick unter den Vorräten im Laden befanden. Das Schösse ngerichl hatte daraufhin den Angeklagten wegen Vergehens gegen das Nah- rungZmitielgesetz zu 500 Mark und wegen Uedertretung einer Polizei- Verordnung belr. die Amdewahrung von Fleischwaren zu IVO Mark Geldstrafe verurteilt.— Gegen dieses Urteil hatte sowohl der Staats- anwalt als auch der Angeklagte Berufung eingelegt. Der ersiere hatte die Berufung wieder zurückgezogen, der Angeklagte die seinige auf das Strasinatz beschränkt. Er konnte sich damit entschuldigen, daß er, da sein Bruder im Felde stehe, den grasten Geschäftsbetrieb, der auch grohe Militärlieserungen umfasie, allein erledigen müsse und deshalb in entschuldbarer Weise nicht die sonst übliche Sorgfalt auf das Detailgeschäst habe verwenden können. Er habe den Befehl ge- geben, dast ber jedweder Beschwerde das Geld anstandslos zurück- zugeben sei, und sei überzeugt, dost aus der ganzen Sache nichts ge- macht worden wäre, wenn sich nicht die Käuferin über das Per- halten der verkäuierin geärgert hätte. Die Strafkammer v e r- warfdieBerusung. Mus aller Welt. Giilfühmug von Bierkartcn? Der„Mühlhanser Zeitung' wird aus Brauereitreisen geschrieben, es sei nicht unwahrscheinlich, dast auch noch Bierkartcn eingeführt würden, wenn den Braueieien weitere Gerstenmengen nicht zugeteilt werden können. Den norddeutschen Bierbrauereien bleibt nichts weiter übrig, als durch die Einführung obergäriger Biere, bei denen die Verwendung von Zucker gestattet ist, ihre Borräte an Bier zu strecken. Bratwürsichen kein BolkSnahrungSmittel. Die bekannten Nürn- berger Bratwürstel sind nun auch der Kriegsfürsorgegesetz« gebung zum Opfer gefallen. Der Nürnberger Magistrat beschlost, die Herstellung von Rostbratwürsteln zu verbieten. Man be- zeichnete das Esten von Rostbraiwürstchen alS eine L u x u S s a ch e, da es austerhalb der regelmästigen Mahlzeiten, zum Frühstück und zur Vesper stattfinde und die Würste somit nicht als Volks- Nahrungsmittel angesehen werden könnten.— Wir sind gespannt, was die Nürnberger zu dieser neuesten Snt- deckung ihres städtischen Oberhauptes sagen werden. Eisenbahnunfall in Köln, Mittwoch abend stieg der von Köln abfahrende Schnellzug der Rheinuferbahn auf dem Bahnhofe Köln- NodcnlirSen mit einer Güterzugmaschine zusammen: zehn Per« s o n e n wurden leicht verletzt. Der Betrieb wird aufrecht erhalten. Felssturz bei Eisenach. An der Werrabahnstrecke Meiningen— Eisenach löste sich Mittwoch abend gegen 7 Uhr kurz vor Eisenach ein groster Felsblock, der beim Absturz die beiden Gleise in etwa 20 Metern klänge sperrte. Ein Güterzug hat noch kurz vor dem Felssturz die Stelle pastiert. Der Aufmerksamkeit eines Bahnwärters ist es zu danken, dast der kurze Zeit darauf verkehrende Personenzug nicht in Gefahr gekommen ist. Zwei Personen durch giftige Gase nmgekomme«. In dem Münchener Vororte Perlach ereignete sich ein schwere« Unglück. Die beiden 14 und 19 Jahre alten Söhne des Oekonomen Kauderer wurden bei der Leerung einer Dunggrube durch Grubengase betäubt und konnten nur als Leichen geborgen werden. Ein zu Hilfe gekommener Wachtmeister ist unter schwerer VergiftungS- erschcinung erkrankt. Ein neuer Jndustriehafen in Lübeck. Der Bürgerausschuß in Lübeck bewilligte einstimmig 2 296 000 M. für die Schaffung eines neuen Jndustriegeländes und eines neuen Jnduftriehafens. Einführung der Sommerzeit in Holland. Aus dem Haag wird gemeldet: Die Zweite Kammer hat den Gesetzentwurf über die Sommerzeit angenommen. Sitzungstage der Stadt- und Gemeindevertretungen. Oberschöneweide. Freitag, den 28. Aprll, nachmittag« 5 Uhr, tn der Aula des Realgymnasiums 0öindenburgschuIesi Diese Siyungrn sind öffentlich. Jever Semctndeangehdrige ist de- rechtigt, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. Arbettcr-Samariterbnnd. Kolonne Grotz-Berlin. Mit der Prüfung der Teilnehmer des WmterkursuS am IS. März fand der Kursus seinen Abschlutz. Di« Prüfung der 30 Teilnehmer durch Herrn Dr. Moses ergab das ersreuklche Resultat, daß sämtliche das Prüsungs- zeugnis erhielten und mit wenigen Ausnahmen als Mitglieder gewonnen wurden.— Wie wir schon berichteten, fwdei im Sommerhalbjahr im Uebunckslokal der 1. Abloilung, Köpcmckec Str. 62, nur ein Kursus statt. Darselve begaim«n 3. April. Seit langer Zeit sahen wir wieder mal ein volles Haus. 60 Teilnehmer sind bis jetzt eingezeichnet. Eine bessere Be- teiligung der Mitglieder wäre durchaus wünschenswert. Am 2t. April fand eine Ucbung«us dem Turnplatz in Treptow statt, wo hauptsächlich Trage- Übungen startsanden.— Am Donnerstag, den 4. Mai, abends 8'/, Uhr, findet in obengenanntem Lokal ein Vortrag über KeschlcchtSkranMeilcn (mit Lichtbildern) und am IS. Mai ein Vortrag über.Soziale Hygiene" statt. Vortragender Herr Dr. Moses. Hierzu ersuchen wir die Mitglieder und Teilnehmer, sämtlich zu erscheinen.— Der nächste Lehrabend findet am 8. Mai, die nächste Mitgliederversammlung am 24. Mai statt. Am Sonntag, den 28. Mai: Besuch der Ausstellung in der Fraunhoserstraße zu Cbarlottcnburg, nachmittags 2 Uhr. Arbeiter-Radsahrer-Bunv Solidarität-, Mit�Iiedschast Berlin und umliegeneen Ortschaften. Sonntag, den 30. April: Ausflug sämt- licher Abteilungen nach Werder, Lokal von Höhne, Chausieestraste. Es ist Pflicht der zurKSgebllebenen Mitglieder, sich daran zu beteiligen. Sämt« liche Starts früh 5 Uhr. Sammclstart bis 9 Uhr im Restaurant»Fürsten- hos", Wannsee.'Nachmittagsftari 1 Uhr nach.Fürftenhos". Heute Freitag Start 8 Uhr bei Boeker, Weberstrabe. Pflichttour sämtlicher M«gsteder. Auskunft über Touitnangelegenheitm«teilt Otto Hankel, Zentral- sahrwart, Neukölln, Lichtenrade! Str. 31. Zentral-Kranken- und Srerbekaffe der deutschen Wagenbauer. Neukölln l. Morgen-Lvnnabend, abend« 81/, Uhr, bei Gricger, Lessing. strasie 9: Mitgliederversammlung. Erscheinen notwendig. Allgltneitie Krauten- und Sterbetaste der Metallardrtter (V. a. G.) Hamborg. Filiale Baumschulenweg. Sonn- atond, den 29. April, abends S'l, Uhr: Mitgliederversammlung im Lokal von Bocke, Baumschutenstr. 67.— Filiale Berlin 7. Sonnabend, den 29. Aprll, abends 8 Uhr; Mitgliederversammlung bei Zache, Kolberger S trage 26. Eingegangene Druckschriften. von der»Nene« Zeit- ist soeben das 4. Heft vom 2. vand des 34. Jahrgangs erschienen. Aus dem Inhalt de» HesteS heben wir hervor: 1. Mai 1916. Von Adolf Braun.— Rekrutenschule oder proletarische Not- wendigkcit. Von Heinrich Schulz.— Grunds atzlose Steuerpolitik. Eine Erwiderung von Karl Kautskn.— Die soziale Unrast in Amerika. Von I. Köttgcn.(Schluß)— Zollpolitische Zukunftsmusik. Von Anton Hof. richtcr.— Literarische Rundschau: Oswald Külpe, Die Ethik und der Krieg. Wilhelm Jerusalem, Der Krieg im Lichte der GesellschastSlebre. Von Nolter. Die Kriegsschauplätze. 2. Hest: A. Philippsohn. Der französisch. belgische KliegSschaupiatz. 3. Heft: I. Partsch, Der östliche Kriegsschauplatz. Von Äg. Engelbert Gras. Veit Valontin, Koloniaigeichichte der Neuzeit. Von Sp.— Notizen: Maisestschrist 1916 der deutschen Sozialdemokratie in Oesterrsich. »on der»Gleichheit-, Zeitschrist für die Interessen der«rdettertnnen, ist uns soeben Nr. 16 de« 26. Jahrganges zugegangen. Aus dem Inhalt dieser Nummer heben wir hervor: Maigedanken.— Der amerikanische Militarismus und die Frauen. Bon Meta Stern-Li licnthal.— Gesetzlicher Schutz für Arbeiterinnen und jugendliche Arbeiter,— Aus der Bewegung: Der Zopi der hängt ihm hinten.— Genossin Zieh erkranlt.— Notizenleil: Unterm Belagerungszustand.— Für den Frieden.— Sozialistische Frauenbewegung im Ausland.— Frauenstimmrecht.— ArbeilSlosigkeil der weiblichen Erwerbstätigen.— Soziale Gofetzgebung.— Die Frau in öffentlichen Aemtern. Die Mainummer des»Wahren Jacob- ist soeben erschienen. »Die Glocke-. 2. Jahrg. 4. Hest. Sozialistische Wochenschrift, heraus- gegeben von Parvus. 20 Ps.— Verlag für Sozialwissenschast, München. Pflanzenleben. 3. Bd. Von Pros. Dr. A. Kerner v. Marllaun. Neubearbeitet von Pros. Dr. A. Hansen. Drei Bände in Halbleder 14 M. Bibliogruph ischeS Jnstilut, Leipzig. Die flofaie Keldbücherci. Heft 3. 40 Ps.— Th. Thomas, Leipzig. E-rhoieiugsorte und Gukiolungsheime an der Ostsee im ÄriegS- jähr Ivlk. G»r ausgegeben vom Verbände Deutsch« Ostseebäd«. 20 Ps. M. Bauchwitz, Eiettin. Kultur-Aberglaube. von A. v. Glelchen-Rutzwurm. 26 S. Forum« Verlag, München._ Sriefk asten der Redaktion. Dte luristllcki SvreSllunde findet kür«bonnenlen Lludenftr. 8, IT. Hol rechts, parterre, am Montag bis Freitag von i bis 7 Ui|t, am Sonnabend von& dt» 6 Uhr statt. Jeder kür den B r l e t i a st e n bestimmten Anfrage ist ein ÄucSstabe und eine Zahl als Merlzstchsn beizufügen. Briestich« ! Antwort wird ntch: erteilt. Aniragen, denen leine Abonnementsau itiung beigefügt ist, werden nicht beantwortet. Eilige Fragen wage man in der Cvrechstunde vor. Verträge, Schrtftktülle und dergleichen dringe mar in die Sprechstunde mit. B. A, IVO. Die erste deutsche Briesmark« erschien in Bayern am 1. November 1819. Das N»>chSzcsetz, das die Reichspostmarke zur Folge hatte, datiert vom 28. Oktober 187t.— I. L. 75. Berlin SW 11, Ab- geordnetenbaus. Zu sranfieren. Um dem Bureau die Arbeit zu erleichtern, ist offene Sendung zu enipiehsen.— Jtz. H. 75. Nein, Karte ist überall erforderlich.— W. H. 15. Sanne und Mond unterwerien sich den Bestimmungen nicht. Wenn daher Sonnenausgang um 4 Uhr ver, zeichnet staht, so heißt das nach der Sommerzeit um 5 Ubr.— W. 58. Durch Einsaizcn oder auch durch Dorren.— O. F. 70. Ja.— A. D. 100. Am ehesten ist dazu Ihre Organisation in der Lage. Z-ntralverband der Handlungsgehilfen und-Gehilfinnen, Berlin, Münzstraße 20 II.—»Verein 00-. Sind uns nicht bekannt, verfolgen Sie die Zeitungen.— W. 66. 1. und 2. Ja. — Sch. 16. 1. Diese Frage ist dem Arzt vorzulegen. 2. Wenn der Bräutigam, ohne Grund vom Verlöbnis zurückgetreten ist, sind Sie zur Zurückgabe der Kaschenke nicht verpflichtet.— A. N. 100. Nein, es kann sosort zur Pfändung geschAllen werden.— P. G. 82. Da es sich um eine tarifliche Abmachung bandelt, würden wir Ihnen doch zunächst emp- fehlen, sich an Ihre gcweriichaslliche Organisation zu wenden.— M. W 37. 1. Da Sie zum Unterhalt der Schwiegermutter beigetragen haben, kann für diese die Unterstützung beansprucht'werden. Der Antrag ist an die zuständig« Sieuerkatse in Berlin zu richten. 2. Für die Kraulen- hauskosten müßie eventuell die Armendirektton aufkommen, 3. Zeitlich untauglich; herzkrank und schlechte Zähne.— 100. E. S. Guesen. Da es sich in Ihrem Falle um eine erhebliche Operation handelt, können Sie die Vornähme der Operation ablehnen. Die Rente kann Ihnen deswegen nicht bee inträchiigt werden.— K. Ple. 65. 1. Sie dürfen nur 40 Stund en in der Woche arbeiten lasten. 2. Es muß Ihnen 10 Prozent Zuschlag aus den Lohn gewährt wer den.— B. A. Budapest. Ja.— «. 84. 1. Die Geburlsurkunden für beide Personen. 2. Beim Standesamt, bei dem die Geburten angemeldet wor den sind.— 11. Ja. — Gerhard. 1. Ihre Frau muh natürlich die Klage annehmen. 8 Da« können wir mit Gewißheit nicht sagen, aber da die Beeidigung sehr gering ist. etwa 10 M. 3. Widerklage können Sie nicht erbeben, da eine Be- leidigung von der anderen Partei nicht begangen ist. Tragen sie den Sackverhalt beim Termin vor, t. Sic tonnen«wen Anwalt nehmen; wir würden Ihnen aber bei der Gerin-gsügigkeit der Sache dazu nicht raten. 5, Das kommt auf die Auffassu ng de? RichlerS an.— A. Z. 100. Nein. I. W. 1. 1. Das Urteii wird durch die Amnestie nicht berührt. 2. Psän- dung kann sofort ersslgen.— A B. E. 100. 1. Sie müssen Antrag aus Anberaumung eines Sühnetermins beim Schiedsmann des Bezirks stellet,, in dem der Beklagte seinen Wohnsitz hat. Danach können Sie Klage beim Schötsengcricht anhängig machen. 2. An das Polizeipräsidium in Berlin. — Skatiticr Ztr. 145. Sie müssen den Hauswirt auffordern, die Fenster verkitten zu lassen. Kommt er die!« Aufforderung nicht nach und entsteht nachher irgendein Schaden, so hasten nicht Sie sur den Schaden. WetteranSstchtrn f6t das mittlere Vorddenrichland bis Sonnabend mittag. Ein wenig kühler, trocken und vorwiegend heiter, nur im Süden zeilweise stärker bewölkt. | SozialdemokratisctieFWatilverein jf. 14. Bert. BeiehstagswaSilkreis.| Petersburger Viertel. 348. Bezirk. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genoffe, der Tffchler (iiistsv Stöffin Rigaer Str. 3 gestorben ist. siebte feinem Andenke»! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 29. Aprll, nach- mittags 2'/, Uhr, von der Halle des üluserstchungS-Kirchhoses m Weißensec au§ statt. Der Vorstand. ABe»t5i:dEF?i!eta!I»i'l!e!teF-VeFli!Uiij| Verwaltungsstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, l daß unser Kollege, der Rohrleger �.Ikreä(iremberx Lichtenberg, Wcichselftt. 4 I am 22. April gestorben ist. Ehre seinem Andenken l Die Beerdigung findet heute I Freitag, den 28, April, nach- I mittags 3 Uhr, von der Leichen- I Halle dcS Jakobi-.Kirchhofs in Neu- j lölln, Hermannstraße, aus statt Rege Beteiligimg wird erwartet, Den Mitgliedern serner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Mechaniker Huf« Lämmle Malplaquetstr. 11 am 26. April gestorben ist. Ehre feinem Andenken k Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 29, April, vor- mittags 9 Ubr, von der Leicken- halle des St.«Ssba!tian- Kirch- Hofes in Reinickcndors. West, Humboldtstraße, aus statt, Rege Beteiligung erwartet 115/18 Tic Ortsvcrwaltung. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau, unsere Tochter und Schwester 631b Staehr am 27. April verstorben ist, Heinrich Staehr, Bäckermeister, Die Beerdigung findet am Mon< tag, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle See- und Müller- ilraßen-Ecke aus statt. BeirtÄ Holzarhelterveriianl Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht daß unser Kollege, der Maschinen- arbeiter Adolf iaeck Badsiraße 17 im Alter von 61 Jahre» ge- storben ist. Ehre seinem Andenke»! Die Beerdigung findet am Freitag, den 28. April, nach- mittags 4'/, Uhr, von der Halle des neuen St. Paulskirchhoses in der Seestraße aus statt. 85/19 Die Ortsvrrwaltnng. Verdanck der freien Gast- and Schankwirte Oentsctalands Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern die traurige Nachricht, daß die Frau des Kollegen Vollmslil!, Anna Kurth Neue Jakobstt. 20(Bezirk 6) im Alter von 35 Jahren an Herz. leiden verstorben ist. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet heute Freiiag, den 28. April, nach. mittags 5>/, Uhr, von der Leichen- halle des neuen Luisen-KirchhosS in Neukölln, Hermannstraße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 74/2 Bie Ortsverwaltung. Allen Bekannten und Perwandten die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwester und Schwägerin UMjlSe verevov am 26. April, nachmittags 3 Uhr, im Krankenhause nach kurzen Leiden verstorben ist. Der ttesttauernde Gatte 1- es eil(xerchow nebst Sohn, Danziger Str. 85. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 29. Aprll, mittags IS1!, Uhr, von der Leichcnballe des Zcniral- Friedhofes in Fried- richsselde anS statt. BvzIatöemvki'alfecherMIvei'eto Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unsere Genossin Martha Bobzien in Treptow, Elsenstr, 40 plötzlich verstorben ist. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet Sonn- abend, nachmittags 4 Uhr. aus dem Treptower Gemeindeftiedbos in Baumschulenweg, Kiesholz- straße, statt. Um rege Beteiligung ersucht 195/15 Der Vorstand. 8lm Montag, den 24. April 1916, folgte nach langem Kranksein tn der Heilstätte Beelitz unser lieber Sohn- Bruder, Schwager, Onkel und Bräuligam Karl Kanxborst im Alter von 27 Jahren fewem vor drei Wochen verstorbenen Bruder Hermann tn den Tod. DteS zeigen ttesbettübt an Eltern, Schwester, Schwager, Nichte und Braut. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 29. April, nachmittags S'L Uhr, von der Halle des Zenttal-Fnedhoses tn Friedrichs- selbe aus statt. Am Sonntag verstarb nach kurzem Leiden, während unser Vater im Felde steht, unsere liebe Mutter IIA iHartba Bobzien im 35. Lebensjahre, Die trauernden Kinder Martha, Frieda und Edmund Bobzien. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 29., nachmittags 4 Ubr, aus dem Friedhos in der Kiesholislraße w Baumschulen- weg statt. Nach langen schweren Leiden entschlief sanft heute vormittag um 11 Uhr meine liebe Tochter, unsere Nichte, gute Schwester, Enkelin, oufine und Braut iHarx. Schröder im Alter von 21 Jahren. Dies zeigt ttesbettübt an im Namen der ttauernden Hinter- bltcbenen 81A Alfred Schröder und Georg Kohlafe als Bräutigam. Berlin-Britz, den 25. April 1916. Cbauffeestr. 67. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 30. April, nach- mittags 4 Uhr, von der Leichen- Halle des Britzer Gemcinde-Fried« hoseS, Chauffeeitt. 145, Ecke Trist- sttaße, auS statt. Danksagung. Für die herzlich« Teilnahme und schonen Bülmensp enden beim Hin- icheiden meweS lieben Mannes und Vaters 123A Ulbert Mrowka sagen wir allen Verwandten und Be- iannten sowie dem Verbandsoorstand, der Verwaltung Groß.Berlin, dem VerbandSausschuß de« Deutschen Transportarbeiter> Verbandes, dem Sozialdemolrattschcn Wabloerein des 3. Berliner Reichslagswahltteises, dem Verband der steten Gast- und Schank- wttte Deuttchlands, der deutschen Wagenbauerkafse. Bezirk Berlin, deni Sparverein.Berolina" unfern aus- richttgsten Dank. Hau Anna �rowha nebst Kindern, Berlin SO 16, Engeluser 21. s/l/vke/i/t-t/r» Stlto Xty 2/Ö' Möbel-Angebot. Solide Möbelfirma liefert 8i»«»1«s1'E1is- nnd Zwelclmmer- 1 Elnplchtongen sowie Einzelmöbel gegen mästtge Zinsvergütung bei kleiner Anzahlung nnd geringen monatlichen Rate»« zahlungen. Offerten». 3 an die Expedition� deS�.Vorwärts". Itelne Kassierer. Größte Kulanz. Danksagung. Allen Kollegen, Freunden, Be- KeranstpoiMZet Alst?? kannten und Verwandten, insbesondere den Angestellten der Ortsttankenöale der Schroffer, für die tn so reich- lichem Maße bewiesene herzliche Teu- nähme und reiche Kranzspende bei der Beerdigung meiner lieben Frau Aarle Sfolsa, auch Herrn Manasse sowie den Sängern sage ich hier- init herzlichen Dank, 632b faul JLtubn W Spezialarzt k. Geschlechtskrankheiten Harnleiden, Schwäche, Ehriich-Hata-Kuren. Blut- und Harn-Untersuchungen. Di% med. Karl Reinhardt. Institute: p. /-i zwischen Dresdener und AnnenstraBe. mnzenstr. 04 Spreohst. 5-7. Sonntars 10-11, Potsdamer Str. 117 1 I nflj läpamla 48 Seiten starke Broschüre gratis und post- HUlRiareilUC frei in verscblossonem Kuvert. Verwnltnnc Berlin. Tel-Amt Moritzplatz 10623, 3578. Bureau: Rungesttaße 30. Sranehen-Versamttilungen: Einsetzer am Sonntag, den 30. April, vormittags 10 Uhr, im Gewerk- schastöhans sSaal 11), Eogelnfer 14/15. Tagesordnung: 1. vertrag.»Rückblick über die Gewerkschaftsbewegang and die Pflicht der Kollegen in der Zukunft". 2. Bericht von der Generalversammlung. 3. Verbands- und Branchenangelcgenheite». Dienstag» den S. Mai er., abends 8 Uhr, im GeWerk« schaftshaus(Saal 1), Engclufer 1-4/16: m- Versammlung; [ämtlklser Kollegen und Kolleginnen aus dtll Wilkmeil, wo Mtinitfonslcasten angefertigt werde«. Tagesordnung: Die verschiedenartige Herstellung und die Entlohnung. Die Wichtigkeit der Tagesordnung bedingt da« Erscheinen aller Beschäftigten. Modell- nnd Fabrikttzichler sowie ModeAdrechsler! Mittwoch, den 3. Mai er., abends 8'/z Uhr, bei Waldt, Pflugstr. 6. nb. Dt- Morgensprache der Modelldrechsler findet von jetzt ab bei DöNIinx(ßaßkaii), Srunnellstr. 79, jeden erste» Sonntag im Monat statt; die nächste am 7. Mai vormittags 3'/, Uhr. 85/20_ Die Or t»verw Verband der Schneider, Sehneiderinnen nnd Vläsehearbeiter Beatscblands. icbastianstr. 37/38. .Filiale Berlin. Telephon: Amt Moritzplatz 9737 Militärschueider Berlins! ionnabcnd, den 29. April "" ftSu er., Iiaas, abends 8Vs Uhr, Engelufer 14/15 mranSo.; 2& Stnd a. Verlag rÄorwZrfs im Gewerkschaft Mitglieder- Versammlung der �ilitärsckneicker. Tagesordnung: 1. Bericht über die Berhandlung mit de» Arbeitgeber« betreff» der Extraarbeiten. 2. Dislussion. 3, Festlegung der Löhne bei der leinenen Bluse nnd deS kleinen Rockes. 163/2 Vollzähliges scheinen erwartet Die Kommiision. TSTPaul©lüSeTÄ ß®, BMid SW Jlr. 99.- 1916. .Udrsachcn.' Von W. Jcus- Rothe. Km SO. April werden lämrliche Uhren im Deutschen Reich mit «ncm �chla�e um eine volle Stunde vorspringen. Im Zeitaller der Eleltrijilät und de-Z Telephons wird es möglich sein, auch im Welt- tNllegensten Dörfchen die Uhr richtig einzustellen. Das war früher, da Telephon und Telegraph nur größeren £ctcn vorbehalten waren, gan� anders. So entsinne ick mich noch lehr gut der„vormitteleuropäilchen Zeil"' da oben im Gebirge, das lern der Welt zwischen Mosel und Rahe liegt. Unsere Uhren waren damals gegen Berliner Zeit etwa eine halbe Stunde zurück; aber j? ganz genau hätten wir eigemlich nie zu sagen gewußt, wieviel die Glocke geschlagen halte. Zur Schule wurde geläutet; beim ersten Klang machte nian sich mit den Büchern auf den Weg, und wenn der letzte Ton langsam verhallte, stand man vor der Tür. Die ent- sernter wohnten, kamen zu spät, wenn sie nicht irgend ein glücklicher Lusall eher auf dre Sohlen gebracht hatte. Der alte„Postschorsch", der täglich zu Fuß Briefe. Pakete und Geld für sechs Dörfer zu bestellen hatte, war ein braver, nach Kräften pünktlicher Mann, aber seine Uhr ging nie. Fragte man 'hn, wieviel Uhr es sei, dann lachte er wie über einen Witz und sagte:„Ebbes meh wie borscht".(Etwas mehr wie vorher.) Viele Regelten ihre Schwarzwälder nach dem Mittagläuten; andere bc- haupteten, es sei genau 6 Uhr morgens, wenn im Sommer die Schafe zur Weide zogen. Die meisten kümmerten sich um nichts. Unser Vater richiete sich nach der Sonne. Viertelsiundenlang stand er früh mit der Uhr in der Hand und wartete geduldig aus den ersten Sonnenstrahl, der über die Wildenburg herauskommen sollte; oder er sah abends nach dem RingSkopf, bis dort der letzle rote Schein verblaßt war. Danach rückte er flugs die Zeiger.� Slam dann jemand.aus der Welt" zu uns, so war cS das erste, die Uhren zu vergleichen, und groß war der Stolz, wenn wir von der »Bahnzeit" nur um 5 Minuten abwichen. Der Nachbarkollege, ein streitbarer und hartnäckiger Tscheche, den das Leben nach'mancherlei Irrfahrten aus seinem noch immer leidenichaitlich geliebten.Pragg"'o feit, daß sie bis zu b Lot wogen und ohne weitere Zutaten gebraten werden konnten, nach dem alten Grundsatz: alauda ipso suo corpore eatia unguitur. Wo sind die vielen, jetzt durch das Jagdrecht geschützte» Lorchen geblieben? Drahtlose Telephonie über 9SW Kilometer. Dem bekannten Erfinder M. I. P u p i n, einem Russisch« Amerikaner, ist es gelungen, eine drahtlose telephonische Verbindung über 8000 Kilometer herzustellen. Das entspricht etwa der Eick- fernung von New Aork bis Berlin, so daß mit dieser Erfindung sich die Möglichkeit eines drahtlosen telephonischen Verkehrs zwischen New Uork und den europäischen Hauptstädten eröffnet. M. I. Pnpin hat über seine Erfindung einen Vortrag gehalten, den die.Umschau" unter Weglassung der leider darin ent- haltenen deutschfeindlichen Ausfälle auszugsweise wiedergibt. Schon vor einiger Zeit wurde berichtet, daß ein drahtloses Ge- spräch zwischen Arlington in Washiilgton und Mare Island bei San Francisco über eine Entfernung von 4500 Ksilometcr gelungen sei und daß dieses Gespräch auch in der 8800 Kilometer entfernten Großstation auf Hawai vernommen wurde, wobei allerdings sich Störungen durch die Lustelektrizität in unangenehmer Weise in Form von schußähnlichen Detonationen bemerkbar inachten. Pupin hat es nun fertig gebracht, diese Störungen zu beseitigen. Er teilte über die hierbei angewandte Methode sowie über das Prinzip der drahtlosen Telephonie über weile Entfernungen in dem erwähnten Vortrage mit: Nachdem es gelungen war. elektrische Generatoren herzustellen, die sehr rasche elekirtsche Schwingungen in der Zahl von 20 000 bis 200 000 pro Sekunde erzeugten, und zwar gleichmäßig und geräuschlos, handelte es sich darum, diese Wellen durch ein Mittel so zu ver- ändern, daß diese Veränderungen dem Wechsel der Tonwcllen beim gesprochenen Wort entsprächen. Auch das wurde erreicht. Aber bei den ungeheuren Entfernungen, die es zu überbrücken galt, kamen die Wellen bei der Empfangsstation so schwach an, daß kein Instrument ihre Gegenwart hätte feststellen können. Da machte Pupin vor einigen Jahren die geniale Erfindung des»Verstärkers", der die schwache Welle in ungeheuer verstärkter Form wiedergab, ohne ihren Cha- rakrer zu verändern. Jetzt konnte man bereits aus 8000 Kilometer verständigen, aber diese Verständigung wurde oft gestört durch die zahlreichen elektrischen Wellen, die ständig die Erdatmosphäre durch- kreuzen und die durch den»Verstärker" natürlich auch ins un« gemessene vergrößert werden. Die letzte wichtige Erfindung Pupins war nun die, einen Teilwellenlonduktor zu konstruieren, der zwischen die Gebe- antenne und den Empfänger eingeschaltet wird und der nur Wellen von bestimmter Länge durchläßt. Da die almosphärischen elekirischen Wellen meist von sehr kurzer Länge sind im Vergleich zu denen, die durch den elektrischen Generator in den Raum gesandt werden, so kann man cS also jetzt, indem man den Teilwellenlonduktor auf eine bestimmte Länge einstellt, es er- möglichen, nur solche Welle» durchzulassen, die das gesprochene Wort übermitteln, während die störenden Nebengeräusche ausgeschaltet werden. Damit ist nach Pupins Ansicht theoretisch die Möglichkeit einer drahilosen Verständigung zwischen allen beliebigen Punkren der Erdoberfläche gegeben, wenn man nur auf der Gcbcstation genügend starke Wellen erzeugen kann. Das nächste praktische Ergebnis dürste, wie schon eingangs erwähnt, die drahtlose Telephonie zwischen dem europäischen und dem amerikanischen Festland sein. StoNze». — Der Architekt Bruno Schmitz ist am Donnerstag, b? Jahre alt, in Charlottenburg gestorben. Er hat viele der großen Denkmäler entworfen, dre in den letzten zwanzig Fahren in Deutsch- land erstanden, darunter das Kyffhäuserdenkmal, das Kaiser- Wilhelm-Denkmal an der Porta Westfalica wie bei Koblenz. Vor allem ist er bekannt geworden durch das wuchtige Völkerschlacht- denkmal in Leipzig. Seine Art geht ins Massige, Koloffole, ohne dabei stets die erstrebte monumentale Wirkung zu erreichen. Von seinen sonstigen Bauten sind zu nennen: der prächtige Rosengarten in Mannheim, der beim Mannheimer Parteitag als Beratungsrauw diente, in Berlin das Papierhaus und das Rheingoldgebäudc. Schmitz stammte aus Düsseldorf, auf dessen Akademie er auch seine Ausbildung erhielt. 18) Enöri? Kraupatis. Eine litauische Geschichte von Ernst Wicher t. ' Sckilutz. i Er ging langsam in den Krug und ließ sich ein großes Glas Branntwein geben. Das nahm er mit auf sein Giebel- zimmer. Dort schüttete er das weiße Pulver hinein und rührte die Flüssigkeit mit einem Stahlfederhalter um. Ehe sich die weiße Masse wieder gesetzt hatte, trank er hastig den Brannt- wein aus. Und dann trat er ans Fenster und blickte eine Weile un- beweglich hinaus in die Ferne. Er sah über die Stallgebandc des Kruges hin an dem nächsten, von hohen Linden über- ragten Bauernhof vorbei auf die Wiesen und Felder der Dorf- schaft. In der Ferne der mattere Streif von Grün war die Werde und hinter ihr zog sich sein Wäldchen lang hin, hier zu- gleich den Horizont begrenzend. Er erkannte auch das alte Hirtenhaus. Vom Dach her stieg dichter Rauch vor den Birken auf und sammelte sich über ihnen zu einer kleinen, grauen Wolke. Da kocht die Jlsze ihr Mittagessen. Aber der starke Rauch— sie muß nasses Holz in den verfallenen Ofen gelegt haben. Natürlich! Sie nimmt auf, was sie findet. Viel Mühe darf das Suchen nicht kosten. So eine leichtfertige Person— Er dachte sonst an nichts— nicht an ihre Zärtlichkeiten und nicht an ihre Bosheiten, nicht an ihren falschen Eid und nicht an seine Brieftasche mit dem Gelde. Eher an die fünf kleinen Kätzchen und wie sie ihnen den Garnfaden mit dem Lappen zuwarf. Seitab, aber nicht weit über Feld war der Kirchturm sichtbar, und wenn er sich zum Fenster hinaus- lehnte, konnte er auch ein Stück von dem Kirchsteige sehen. Die Mare wird nun schon vorbei sein. Der Pfarrer ist ein guter Mann, er geht genffß gleich mit ihr— und die alte Frau hat Ruhe zuni Stechen. Berta aber— die muß leben für die Kinder. Wenn's erst vorüber ist— das Nächste... So ein liederlicher Mann ist bald vergessen. Und sie wird vielleicht doch sagen;„So ganz schlecht war er nicht. Er hat sich ver- blenden lassen, ein geringes Unrecht zu tun, und es ist wider seinen Willen ein großes daraus geworden— und dann ist's so Schritt nach Schritt weitergegangen, innner tiefer in die Lüge und Verdechnis hinein. Aber so viel Ehr' im Leibe hat er zuletzt doch noch gehabt.". � v Ihm wurde sehr unwohl. Es zuckte ihm durch die Glieder. olle Muskeln seines Gesichts zuckten. Er warf stch aufs Bett und wälzte und krümmte sich m Schmerzen. ,,?cur zu! rief er,„nur zu! Das war kräftig angepackt! Dein Pulver wirkt St— aber das hast Du Dir nicht gedacht.— Gott, Gott, sei rmherzig!" t Ä..,. Währenddessen hatte Jlsze sich aus dem Hirtenhause ent- fernt, um nachzusehen, ob Mare bald käme. Sie nahm für gewiß an, daß Endrik nun endlich zur Tat Mut gefaßt haben werde. Die Mare wollte er ihr hinausschicken. Sie hatte erst die Suppe mit Kartoffeln und Fleisch gekocht und dann den Kamin noch einmal eingeheizt, um einen Kuchen für das Kind zu backen. Der Teig stand im Ofen. Sic hatte dabei nichts weiter zu tun und ging ttällernd hinaus vor die Tür, hielt die Hand gegen die Mittagssonne über die Sttrn und schaute nach Mare aus. Da sie noch immer nicht kam, ging sie ihr entgegen, erst die Trift entlang und dann auf der Landstraße bis nahe an das Dorf heran. Sie setzte sich auf einen schräg gewachsenen Baum, nahm ein paar runde Steinchsn auf und fing sie bald mit der Fläche, bald mit dem Rücken der Hand. Das unter- hielt sie eine Weile ganz gut. Als ihr der eine Kiesel fortgesprungen war und sie sich zurückwandte, ihn wieder aufzuheben, bemerkte sie über dem Hirtenhause den dichten Rauch. Er drang aus dem Schorn- stein, soviel von einem solchen stehen geblieben war, aber auch aus dem Dach. Das verwunderte sie doch. Sollte das Holz im Kamin nochmals aufgebrannt sein und solchen Qualm ver- Ursachen? Sie stand aus und schaute einige Minuten aufmerk- sam hin. Was war das? Eine kleine Flamme leckte über das grcme Stroh hin. Und gleich darauf schlug sie hoch auf und eine schwarze Rauchmasse quoll rund um den Schornstein vor. , Herr Jesus— das Haus brennt," schrie sie,„das Haus!' Sie war einen Augenblick ganz wie betäubt, wußte nicht, was sie zuerst beginnen sollte. Dann lief sie ein Ende gegen das Dorf hin und rief:„Rettet, rettet— das Hirtenhaus brennt! Schon war die Flamme auch dort bemerkt worden. Einige Knechte und Mägde aus dem letzten Bauerngehöft traten auf die Straße hinaus, zeigten auf das Hirtenhaus hin und schrien:„Feuer, Feuer!" Plötzlich blieb JlSze wie angewurzelt stehen, griff sich mit beiden Händen ins Haar uich krettchte cuis.„Ta�Geld das Geld! Das Geld verbrennt! Das Geld! Und dann, als ob ein Wirbelwind sie umgedreht und fortgeblasen hatte, jagte sie ii£er die Landstraße fort durch den Graben guer über die Felder auf das brennende Haus zu. Eme �char von Männern und Weibern folgte ihr. konnte sie aber nicht einholen. Schon stand das ganze Dach in hellen Flarmiien. Zu helfen ist da nichts— das alte Dmg brennt herunter— im Brunnen wird kaum noch ein Eimer Wasser lern." Es war gar keine(Ale nötig, aber nran lwf doch, weil man bcu Mädchen laufen sah.. Und in, Dorf rief loder. der in der Ferne den Rauch aufsteigen sah;„ßreuer �euerl Und das hörte auch der Mann, der in der Giebelsttche des Krügers sick in Kränipfen wand, auf seinem Schmerzens- laaer Feuer— Feuer!" Er horchte auf. ächzte:„Feuer— ja Feuer! Die alte Mühle- s�uer!" und verschied. Jlsze erreichte keuchend das brennende Haus, riß dre Tur auf und stürzte in den Flur. Dicker Qualm drang ihr ent- gegen, wälzte sich vom Strohdach abwärts in den schmalen Gang hinein, verhüllte sie in wenigen Sekunden völlig, so ldaß sie nicht eine Spanne weit sehen tonnte und die Augen schließen mußte. Sie tappte an der Wand hin.„Das Geld— das Geld! Er denkt, ich hab's ihm gestohlen." Die Brieftasche steckte im früheren Stall unter der Krippe, die lose an der Lehmwand hing. Wurde sie ein wenig gehoben, so ließ sich ein flacher Gegenstand einklemmen. Dorthin also. Die Flammen brachen durch den Dcckenbclag von Brettern, Bündel brennenden Strohs fielen durch die Lücken auf den Estrich hinab, sperrten den Weg. Jlszcs Haar und Kleider brannten, aber sie achtete nicht darauf, nicht auf den Schmerz� der Brandwunden— das Geld mußte sie her- ausholen,«ein Gckd! Und es gelang ihr mit dem äußersten Aufgebot der Kräfte, sich bis zur Krippe durchzubringen. Sie bog sie von der Wand ab. griff mit der Hand dahinter, faßte die Tasche. „Gott sei Dank! Eine Diebin bin ich nicht."— Aber wie den Weg zurückfinden? Sie versuchte die Wand einzuschlagen— es gelang nicht. Mitten durch die Flamme mußte sie, die der Zugwind anfachte, nachdem die Haustür geöffnet war. Sie preßte die Lippen zusammen, um den Rauch nicht einzulassen. Aber sie mußte doch atnien. Es war, als ob sie Feuer in sich hineimchlang. Durch— durch! Sic stieß schon an die Schwelle zum Flur. Noch ein paar Sprünge, und die Tür mußte er- reicht sein. Da hörte sie ein klägliches Manen unten ganz in ihrer Nähe. Eins von den Kätzchen lebte noch. Sie bückte sich, tastete mit der Hand herum. In diesem Augenblick stürzte die Decke hinter ihr prasselnd ein. Tie Flamme bekam von oben Luft, sprang hoch auf und drückte den Qualm gegen den Fußboden. Jlsze fiel ohnmächtig vornüber— ein kurzer Stickhusten— dann war's zu Ende. Die Nachfolgenden hatten sie in das Haus laufen ge- sehen. Man hielt sie für verloren. Zur Löschung des Feuers konnte nichts geschehen. Man mußte sich damit begnügen, mit einer Hakenstange, die am Brunnen lag, das brenneiid« Stroh vom Dach vorn am Giebel herunterzureißen und einige Eimer Wasser durch die Tür in den Gang zu gießen, damit Jlsze, wem, sie noch am Leben wäre, den Ausgang frei hätte. So wurde hier einen Augenblick die Flamme bewälttgt. Die Nächststeheniden glaubten auf dem Boden eine menschliche Gestalt zu erkennen. Man begoß sie mit Wasser. Sie drangen ein. schleppten den Gegenstand heraus, der wie eine Fackel brannte, und drückten das Feuer aus. Jlsze lebte nicht mehr. In der rechten, krampfhaft ge- schlosfenen Hand hielt sie ein verkohltes Leder. Asche fiel heraus und wurde vom Winde über das Gras und die Steine hin verweht. Das war der letzte Rest der asstm Mühle von Krau- pattschkeu. ÄlM Pornt rrhfjt liefert die Suchhanölung vorwärts öerlin SM HL, Linöenstraße Z Rez-er, C., Im Pliaraonciilande iAcgyptcn). Reife» 'schilderungeil aus Äegyplca. Stau Gcbd. 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De- zembcr 1913 wieder zur Einführung gelangt. fiorm. Rhauda, Vorsitzender. Fr. Keeso, Schrislsührcr. 268/17 Verkäufe. PfandleibbaiiS Hermannplatz 6. jedermanns Kaufgelegenheil. GrosteS Teppichlager, Gardinenlager, Wäiche- iager, Bettenlagcr, Uhreniager, Gold- lachen, Riesenauswahl Herrenanzüge. Herrenpaietots, Herrenhosen Teppiche mit kleinem Fehler, iebr billig Gardinen, Portieren, Stepp- decken, Tischdecken. Diwandccken, seht billig. Vorwärlsleier 5 Prozent Rabatt. TepvichbatiS Brünn. Hackeichet Mark! 4(Bahnhof Börse). Sonntae, s geöffnet._ 251/3' Tevvich-Tbomns, Cratncn/tr. 44 spottbillig iarbicblerbaste Teppiche, Gardinen. Vorwärlslcjern 5 Prozent Extrarabatt. ftlO* Vcihbnu« Prinzenstratze 105 laufeu Sie von Kavalieren wenig getragene Jackelt-, Ziockanzügc, Paletots, grösilcn- teils aus Seide gearbeitet. JünglingS- anzügc. GelegenbeiiSkäusc in neuer Mahgarderobc, Gold-, Silberwaren. Höchste Beleihung aller Wertsachen.' 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