Nr.U7.-SS.I-Im. Hbonnemcnfs-Bedlngmig«»: Jffiomiemeniä■ Preis tränumeronio' EietteijäfirL 3,90 monali. ILO Ml, vöchenUich SO Pfg. frei ins Haus. »Mjelrie Nummer 5 Pfg. SoraUags. Winitnet mit illustrierter Sonntags. Vellage.Die Neue Welt' lO Pfg. Pos!. «bonnemenl: ILO Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitung». Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich• Ungarn 2L0 Mar!, für das übrige Lusland i Marl pro Monat. Postadonnemems Nehmen an Belgien. Dänemark Holland. Italien. Luxemburg, Portugal, «umänum, Schweden und die Echwei». ( s Pfennig) VIe Tnlertlons-GebOljr betrügt für die sechsgospaltene Kolonel- geile oder deren Raum M Pfg.. für politische und gewerischaftliche Vereins- und Vcrsammlungs- Anzeigen SO Pfg. ..lileinc ZZnr-ig-n", das settgedrulkle Wort 20 Pfg. Zulässig 2 settgedruckre Wort«), jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellenali- icigen das erste Wort 10 Pfg, jedes weitere Bort 8 Pfg. Worte über 18 Buch- ! laben zahlen für zwei Worte. Inserate ür die nächste slummer müffen bis > Uhr nachmittag» IN der Expedition »dgegeben werden. Die Expedition qi bis 7 Ugr abends gcöfjnet. Olcheiiit tszN«. 1�0 Vevliner Volllsblnkt. Pelegramm-Ndrejs«: �«sZltltMs�kil lltkitl". �entralorgan äer fozxnidemohrntxtdKn Partei Deutfcblands. Reöaktiou: SW. HS, Linöenstraße 2. ?ker»st>recher: Amt Moritsplaü. Nr. ISI SO— 151 97. Cm neuer Utopist. H. Im Jahre 1898 veröffentlichte Karl Kautsky in der »Neuen Zeit" einen Artikel„Der Kampf der Nationalitäten und das Staatsrecht in Oesterreich", in dem er als Lösung des NationalitätenproblemS die Forderung der nationalen Autonomie ausstellte: «Oesterreich kann nur als Föderaiivstaat bestehen, aber der Föderalismus der überkommenen.historisch-politischen Jndividu- aliläten", der einzelnen Königreiche und Länder, ist ebenso wenig lebensfähig, als der Zenlralisrnus. Nur eine Möglichkeit bleibt: der Föderalismus der Nationalitäten, die Zerschlagung der tradilionellen Provinzialgrenzen, die Neuordnung Oesterreichs auf Grund der Sprachgrenzen." Diesen Gedanken hat Genosse Renner in seinen seit 1899 erschienenen Schriften weiter ausgeführt, er hat ihm dabei aber in zweifacher Hinsicht eine charakteristische Wendung gegeben. KautSkti war bei seinen Untersuchungen von den Bedürfnissen der Völker ausgegangen, die im österreichischen Staate ver- einigt sind, insbesonders von den Lebensbedingungen ihrer Industrie, ihres Proletariats. Renner machte die Lebens» Notwendigkeiten des Staates zum Ausgangspunkt seiner Untersuchung und suchte nachzuweisen, daß die Autonomie der Nationen nicht wie die Selbständigkeit der Kronländer eine Gefahr für den Staat bedeute, sondern seine Rettung. Zweitens aber gab Renner der Forderung der nationalen Autonomie eine juristische Form; es handele sich darum, die Nation als Rechtsidee zu konstruieren. Welche wunder baren Wirkungen Renner aber von dieser„Verrechh lichnng der Nation" erwartete, das hat er z. B. in einem Vortrag klar ausgesprochen, den er kurz vor Kriegs- beginn gehalten hat.(Die Nation als Reichsidee, Wien, 1914.) Er meint dort(S. 17),„durch diese Verrechtlichung der Nation werde eine neue und höhere Stufe der Kultur errungen, die von der vorangegangenen so weit absteht, wie die Zeit des Zivilprozcsses von der Zeit des Faustrechtes." Hier ist also nicht mehr die Rede von einem Auskunstsmittel, um den Völkern Oesterreichs ein erträgliches Zusammenleben im Rahmen dieses Staates zu ermöglichen, sondern es handelt sich um ein Prinzip, dessen allgemeine Geltung eine höhere Kultur stufe herbeiführen würde. Zugleich glaubte Renner aber auch in dieser„Verrechtlichung der Nation" eine Parole gefunden zu haben, die sich wirtsam der Agitation der Nationalisten entgegensetzen ließ. Tie„Nation... zum Rechtssubjekt machen und ihr die unveräußerlichen Rechte durch die Ver fassuug sichern— ruft er diesen zu(Der deutsche Arbeiter und der Nationalismus. Wien 1919, S. 60.), „das ist nationale Politik, das ist nationale Rechts- und Kulturpolitik." Jnsolgedeffen glaubte denn auch Renner, für seine Pläne zur Herstellung der nationalen Autonomie zwei wichtige Faktoren gewinnen zu können: die staatliche Bureaukratie und alle anderen Kräfte, die am Fortbestande der Monarchie direkt interessiert sind, und die besonneneren Elemente unter den Nationalisten selbst. Kautsky hatte seinerzeit an sein Pro- gramm der nationalen Autonomie in Oesterreich eine Unter- suchung der Kräfte geknüpft, die in diesem Staate einer solchen durchgreifenden Reform förderlich und die ihr hinderlich seien, und er war zu dem traurigen Resultat gekommen, daß außer der Arbeiterschaft keine Klasse in Oesterreich an der Durchführung eines solchen Reformprogrammes interessiert sei, die nur auf demokratischer Grundlage möglich wäre. Renner hat meines Wiffens eine ähnliche Untersuchung wenigstens öffentlich nie angestellt. Sie hätte wohl auch noch trauriger ausfallen müssen. Denn inzwischen hat sich ja das nationalistische Gift auch der öfter- rcichischen Arbeiterbewegung in weitem Maße mitgeteilt. Man braucht nur an Namen wie Leuthner. Nemec oder Daszynski zu erinnern, um anzudeuten, wie weit es in dieser Hinsicht schon gekommen ist. Doch all das vermag nicht Renners Zuversicht zu trüben. Er verläßt sich eben auf die Uebcrzeugungskraft seiner Ideen und seiner Darstellung. Oesterreich, meint er. hat in diesem Krieg seine Lebensfähigkeit und seinen Lebenswillen bekundet. Wenn es leben will, muß es die nationale Autonomie ver- wirklichen. Folglich... Dabei kommt diesem Gedankengange noch ein cigentüm- sicher Nmlcrnprozeß zustatten. Renner war nämlich bei Ver- folgung seiner Idee der Verrechtlichung der Nasionen zu einer bedeutenden Ueberschätzung der historischen Bedeutung der Nation gelangt. In seinem„Kampf der österreichischen Na- tionen"(1902) hatte er noch sehr treffend hervorgehoben (S. 28):„Während im Nationalitütenstaate gewisse öffentliche Interessen, wie das der äußeren Verteidigung, allen Staats- angehöttgen gemeinsam, also rein staatlich sind, scheiden sich sofort die nationalen Sonderintcressen." In„Die Nation als Rechtsidee"(1914) aber heißt es schon(�. 6), die Su- Periorität der Natton über den Staat, begrifflich und historisch. hat sich mehr oder weniger im 19. Jahrhundert durch- gesetzt... In der Praxis des Völkerlebens ist der Staat bloßes Instrument, und zwar Instrument der Macht, das in die Hand der Natton gelegt ist." Ja, in diesem Vortrag geht Nenner sogar so weit, den Imperialismus als Expansions- bestreben der Nation zu bezeichnen, nicht des Staates. Gegen diese schiefe Auffassung mußten die Erfahrungen des Krieges eine Reaktion bewirken, und so sehen wir denn, daß Renner alsbald vollständig umgelernt hat. In dem vor liegenden Buche schreibt er(S. 54): „Und so wie des Lebens Notdurft vorangeht dem stolzen Traum eincS Lebens in Glückseligkeit und Schönheit, so ist der Staat vor allem berufen, diese seine wirtschaftliche, soziale und humanitäre Pflicht zu erfüllen, die noch aller nationalen Kultur vorangeht. Und darum steht der Staat der Nation voran." Und Renner polemisiert eifrig gegen die Uebertreibungen der Nationalisten, die die historische Bedeutung der Natton überschätzen und den Staat zum bloßen Organ der Nation herabdrücken wollen, was er nicht ist. Aber was folgert Renner aus dieser seiner neugewonnenen Erkenntnis? „Für die tägliche Praxis österreichischer Politik", sagt er S. 57,„bedeutet das gegenständlich: Niemals mehr darf eine nationalistische Aspiration die tägliche Arbeit der Gesetz- gebung und Verwaltung hemmen: der Zyklus der Obstruktion ist beendet. Der Staat steht vor der Nation." Damit wären wir glücklich bei den sanften Gemütern gc- landet, die die tobenden Fluten des politischen Kampfes mit dem Oel ihrer weisen Lehren glauben besänftigen zu können. Wie oft und von wie vielen Seiten ist den wilden Obstruktionistcn in den österreichischen Parlamenten(obstruiert wird ja in allen) schon gut zugeredet worden, daß sie durch ihr Vor- gehen doch nur die Interessen des eigenen Volkes schädigen. Aber was haben diese guten Lehren BtS, heute genützt? Renner bemüht sich aber gar nicht, zu zeigen, daß die sozialen und nationalen Gegensätze, die sich heute in den Obstruktionen austoben, nach dem Kriege gennger sein werden. Er verläßt sich eben auch hier auf die bessere Erkenntnis der Menschen, daß es ratsamer ist, sich zu vertragen, als sich zu schlagen. Am 7. März 1914 hatte er noch öffentlich die Hoff- nung ausgesprochen, daß diese Erkenntnis zur Schaffung einer internationalen Rechtsordnung und damit zum Völkerfrieden fiihren werde. Fünf Monate später stand die Welt in Flammen. Dieselbe ideologisch-utopistische Denkweise finden wir schließlich auch in Renners Artikeln über Mitteleuropa, und dann berührt er sich aufs innigste mit Pfarrer Naumann, dessen Buch er als„die beste Morgengabe für Deutschlands und Oesterreich-Ungarns zukünftige Verbindung" bezeichnet. (S. 37.) Auf den Plan eines handelspolitischen oder staats recht- lichen Zusammenschlusses von Mitteleuropa kann hier nicht näher eingegangen werden. Die ökonomischen und politischen Seiten dieses Gedankens sind ja auch an dieser Stelle schon ausführlich erörtert worden. Wir wollen hier nur das Utopistisch-ideologische in Renners Denkweise auch in diesem Punkte aufzeigen. Auch hier bemüht er sich lediglich darum nachzuweisen, welche Vorteile eine solche Vereinigung für die beteiligten Staaten mit sich brächte. Aber er untersucht nicht, wie dieser Zusammenschluß auf die einzelnen Klassen der Ge- sellschaft in den verschiedenen Staaten wirken würde und ver- schließt sich so selbst den Weg zur Erkennwis, welche sozialen und politischen Kräfte ein solches Projekt hemmen und fördern und vor allem in welche Bahnen sie es lenken würden. Das ist ja überhaupt der gefährlichste Abweg, auf den das Denken auch sehr vieler sozialdemokratischer Autoren in der Kriegszeit geraten ist, daß sie nur mehr„in Staaten denken", d. h. daß sie die Jntcrcffen des Staats als homogen, als gleichartig auffassen und den Standpunkt ganz außer acht lassen, den sie selbst früher stets vertreten haben, daß die Gesellschaft aus Klassen mit verschiedenen, zum Teil gegen- sätzlichen Jntereffen besteht, daß daher ein Verständnis gesell- schaftlicher und politischer Beziehungen ausgeschlossen ist. wenn man von diesen Gegensätzen absieht. Das gilt natürlich für die äußere Polittk ebenso wie für die innere, für den Krieg ebenso wie für den Frieden. Es ist aber klar, daß„Mitteleuropa" etwas ganz anderes bedeutet, wenn diese Idee im Sinne einer„völligen Abkehr von der bisherigen Schutzzollpolitik" durchgeführt wird, wie die Konferenz der deutschen Sozialdemokratte in Oesterreich. die Ende März in Wien getagt hat. es verlangte, oder ob dafür z. B. die Wünsche der österreichischen Industriellen maßgebend sein sollen, deren drei zenttale Verbände, der Industriellen- find, der Zentralvcrband der Industriellen Oesterreichs und der Bund österreichischer Industrieller, soeben eine gemein- same Resolution veröffentlichen, in der es u. a. heißt: .Die künftigen Vettragszölle müssen unserer Industrie un- bedingt jenen Schutz gewähren, der für ihren gedeihllchen Bciiand und ihre künftige Enlwicklung imerlätzlich ist. was nolwendigerweije in einzelnen Positionen zu einer Erhöhung der jetzt geltenden Sätze führen wird." Hier tritt uns aber auch die Gefährlichkeit der utopistischen Denkweise mit voller Klarheit entgegen. Das Schlagwort Mitteleuropa" wird in den Vordergrund gestellt und stets nur betont, daß das Interesse aller beteiligten Staaten und Völker das Zustandekommen dieses Projekts crheijchc: es wird aber nicht untersucht, welche Klaffen an der Verwirklichung dieser Idee interessiert sind, und welchen_ Stempel sie dieser Verwirklichung aufprägen werden. Auf diese Weise wird nicht nur jenen ein Dienst geleistet, die darauf aus sind, den Völkern das Bild eines positiven und erstrebenswerten Zieles dieses Krieges vorzugaukeln, das mit der Wirklichkeit nicht übereinstimmt, es entsteht die noch viel größere Gefahr. daß sich das Proletariat im Glauben, eine demokrattsche und Cxpeöition: Sw. 6$, Linöenstraße 2. Kermprecher: Nmt Morifcplai«, Nr. 151 90—151 97. frcihändlerische Idee zu fördern, zum Vorspann hergibt für Pläne, die mit seinen Interessen in unversöhnlichem Wider- spruch stehen. In seinem Berliner Referat über Mitteleuropa hat Genosse Renner allerdings den Klassenstandpunkt stärker betont, und in der Diskussion ist er auch mif Einwände Hochs und MeyerS eingegangen, die ihm die Gefährlichkeit der Festlegung auf ein solches Schlagwott vorhielten. Es mag hier dahingestellt bleiben, ob die von Renner empfohlene Methode, sich erst vor den Wagen des Imperialismus zu spannen, um ihn dann, wenn er im besten Rollen ist, in die Gleise der Demokratie zu lenken, ob diese Methode sehr zweckmäßig und aussichtsreich ist. In seiner Denkweise nähert sich Genosse Renner stark den großen Utopisten, und er teilt mit ihnen viele ihrer Vorzüge. die ihnen heute noch unsere Bewunderung sichern.— Im Ziel des Denkens entfernt er sich allerdings weit von ihnen. Sie wollten durch ein neues soziales System die Erneuerung der Menschheit bewirken, er ersttebt auf dem Wege politischer Reformen die Erneuerung des österreichischen Kaiserstaatcs. _ G. E. Eine Erklärung öes ,Hansabunöes�. Die„Mitteilungen des tzansabundes" schreiben: Nun wollen sich auch die Bereinigten Staaten von Nordamerika in den Kreis unserer Feinde stellen. In der Note des Slaaissekretärs Laufiug an unsere Neichsleitung wird der Abbruch der diplomatischen Beziehungen für den Fall angc droh!, daß Teutschland nicht die Methoden seiner Kriegführung durch die Unterseeboote gänzlich ändere. Schwere und ernste Entschlüsse sind in diesen Tagen von unserem Kaiser und seinen Beratern zu fassen. Tie im Hansabund vereinigten weiten Kreise von Handel, Industrie und Gewerbe sind dessen gewiß, daß diese Entschlüsse mit der Leidenschaftslosigkeit, Sorgfalt und Un: ficht erwogen werden, die der Ernst der Stunde fordert; sie sind dessen aber auch gewiß, das; der Kaiser keinen Entschluß fassen wird, der die nationale Würde Deutschlands und die für un- lebensnotwendige Freiheit antastet, unsere VerteidigungZivafsen in dem uns aufgezwungenen Kriege nachdrücklich gebrauchen zu könnest. In solcher Zuversicht hoffen wir, daß es gelingen Wird, mit der großen R e p» b 77 k jenseits des Ozeans, in der s» viele Millionen Deutsche wohnen, in Ehren zu friedlichem Verständnis zu gelangen. Sofern dies aber nicht möglich sein sollte, so stehen die von uns verireteiKN weiten Kreise von Handel, Gewerbe un Industrie, zusammen mit dem ganzen deutschen Volke, auch br, dieser ernsten Entscheidung festen Mutes und ungebeugter Zuber ficht auf die für uns siegreiche Durchführung des Kampfes zn unserem Kaiser. Kritische Lage in Griechenlanö. Athen, 27. April.(W. T. B.) Reuter meldet, daß die Lage infolge der griechischen Weigerung, den Serben die Benutzung der griechischen Bahnen zu gestasien, kritisch ist. Die Blätter betonen, daß die Regierung entschlossen sei, fest zu bleiben. Der scr- bische Gesandte sprach im Ministerium des Aeußern vor und teilie mit, daß die serbische Regierung von der Weigerung der Griechen peinlich derührt sei. Di« Diplomaten der Entente crivarten neue Jnstruksion%•• Jt Der fiufftanü in Irlanü. London, 26. April.(W. T. B.) O b c r h a u Z. Lord M i d d l e t o n kritisierte die Ankündigung der Regierung, daß sie die Lage in Irland beherrsche. Das Umgekehrte scheine der Fall zu sein. Die Regierung sage, die Lage sei aus- gezeichnet, und außer in Dublin seien keine Unruhen tu Irland entstanden. Redner wünschte eine Versicherung der Regierung. daß sie in den übrigen Teilen von Irland genug Truppen habe, uin eine Ausbreitung der Bewegung zu verhindern. Die Regierung scheine durch den Ausbruch in Dublin völlig über- rascht worden zu sein, aber sie sei von zuständiger Seite wiederholt gewarnt worden. Redner fuhr fort: Seit langer teit gab in Dublin große Körperschaften von i n n- F e i n c r n. die vollständig bewaffnet uud ausgerüstet waren und seit Monaten militärisch aus- gebildet wurden. Sie waren im Besitze von erheblichen Mengen von Explosivstoffen nud hatten viel Geld. Tie ausgesprochenen Pläne der Sinn- Feiner wurden in einer Anzahl von Blättern Woche für Woche verkündigt, aber die Regierung machte nur sehr geringe Anstrengungen, diese zu unterdrücken. Die Häupter der Bewegung waren der Regierung Ivohl bekannt, aber nur in zwei Fällen wurde gegen sie eingeschritten. Lord Middletou sprach die bestimmte Er- wortung aus, daß Birrcll sich ungesäumt auf scinen Posten nach Irland begeben werde, wenn er es noch nicht getan habe. ES handle sich vor allem darum, die Ausbreitung des AufstandcS außerhalb Dublin zu verhindern. Die Lage in Irland sei äußerst gefährlich, wenn mau ihrer nicht schnell Herr werde. Die Untäsigkeit der Regierung in den letzten Wochen habe die loyale Bevölkerung sehr cnt- mutigt. Lord Lansdowne antwortete im Ztamcn der Re- gicrung, er könne die Anzahl der Rebellen in Dubliu nicht angeben. Lord Middletou wiederholte danach seine An- gäbe, daß die Regierung von sehr einflußreichen Personen in der deutlichsten Wesse gewarnt worden fei. Lord Peel de- ffäflgfc Me?. Lord Salisiurh sagte, das Parlament werde Aufklärungen verlange!? müssen, weshalb die Regierung trotz dieser Warnungen nichts getan habe, Im Verlaufe der Debatte Ivurdc gesagt, daß ein großer Teil der Nachrichten aus Irland auf drahtlosem Wege nach England käme, da die Rebellen das Kabel durchschnitten hätten. l!»»!»i>n, 26. April.(W. T. B.) Im U n t e r h a u s e sagte B i r r e l l auf cine»Zrage. er wisse nicht, ob die Poflvcrbindung mit Irland sunllioniere und ob die regelmäßigen Postzüge abgefahren inen; zwei Dampfcrlinicn seien unierbrochen. Oberst Sharman (5 r a w f u r d fragte, ob er unter diesen Umständen keine Aussicht habe, sich nach Irland zu begeben, um sich an die Spitze seines dortigen Bataillons zu stellen. Birrcll gab auf eine Frage zu, daß die Rachrichten aus Irland der Zensur unicrworfen seien. Er sagte: Es lag uns sehr viel daran, >nß teiue Nachrichten die neutralen Länder und vor allem Amerika erreichten, die dort einen falschen Eindruck von der Lage machen könnten. London, 2Z. April, l®. T. B.) Im Unterhause fragte P e m» b e r r o n Willing, nachdem Birrell seine Mitteilung über die Revolution iu Irland gemacht hatte, ab der Premierminister dem Parlament und der Ration die Versicherung geben könne, daß Sir Aoger Casement sofort erschossen werden würde. ASquith erwiderte, diese Frage hätte in diesem Augenblicke nicht gestellt werden sollen. London, 26. April. Am 27. April haben drei deutsche Flugzeuge das russische L i n i e n s ch i f f„S l a w a" im Rigaischen Meerbusen mit 31 Bomben beworfen. Mehrere Treffer und Brandwirkung sind einwandfrei beobachtet worden. Trotz heftigster Beschießung sind säml- liche Flugzeuge unversehrt zurückgekehrt. DerChcsdesAdnliralstalzcödcrMarinc. *« Ar WkreWWe SlMlIlWMW. Wien, 28. April.(W. T. B.) Amtlich wird vcrlautbart: Russischer und südöstlicher Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereiqniffc. Italienischer Kriegsschauplatz. Tie Gcfcchtstötiglcit wor gering. Die Lage ist unverändert. Ter Stellvertreter des Chefs des Grncralstabc?, o. Hoefer, Fcldmarschallcutnont. Thionville und acht Geschosse dcS gleichen Kalibers auf den Bahnhof von ConflanS. Belgischer Bericht: Oertliche Tätigkeit auf vcr- schiedcnen Punklen der Front, ganz besonders bei Dixmuidcn. Unsere Batterien nahmen bei Keyem und WyShuysen feindliche Gruppen unter ihr Feuer. Die englische Melüung. London, 27. April.(SS. T. B.) Meldung deS Reuierschen BureauS. Ter Heeresbericht Haighs ineldet heftige Kämpfe an der britischen Front. Der Bericht erwähnt außer einem erfolgreichen britischen Angriff auf die deutschen Laufgräben bei Carnoy, wobei die Deutschen schwere Verluste hatten, deutsche Angriffe, die gestern abend, letzte nacht und heute früh stattfanden. Die zwei Morgen« angriffe wurden durch GaSwolkcn und schwere Beschießung ein« geleitet. Alle Angriffe wurden unter schweren Verlusten sür den Feind zuriickgewieien. Die Deutschen vcrmochien sich an vier Stellen der Laufgräben festzusetzen, wurden aber durch Gegenangriffe wieder daraus vertrieben. Der ruffische Kriegsbericht. Petersburg, 28. April.(W. T. B.) Amtlicher Bericht vom 27. April. W e st f r o n t. Ter Feind setzte die Beschießung des Brückenkopfes von Uexküll fort. Feindliche Flugzeuge überflogen gestern die Gegend von Düna- bürg, einer der Apparate trug deutlich unsere Abzeichen. Unsere Flieger griffen die Eisenbahn im Rücken der deutschen Linien an. Ein Lustfahrzeug vom Typ Muriametz warf 13 ein Pud schwere(16.38 Kilo) Brandbomben und 7 Sprengbomben auf den Bahnhof DaudsewaS südöstlich Friedrichstadt. Die Bomben vcr- ursachtcn Brände im Bahnhof. In der Nacht zum 26. April griff der Fcind nach zweistündiger Artillerievorbereitung im Abschnitt Wlassy-Kraschin nordöstlich Baranowitschi an: der Angriff wurde durch das Feuer unserer Posten, Patrouillen und Aufklärer abgewiesen. Am Morgen stellten wir neue feindliche Truppenzusammenziehungen gegen diesen Abschnitt fest, welche wir gleichfalls durch Feuer zerstreuten. Die feindliche Artillerie war besonders tätig in der Gegend des OginSkikanalS und der Jasiolda. Feindliche Flugzeuge überflogen an zahlreichen Stellen die Unter- künfte der Truppen deS Generals Elvert und warfen Bomben ab. In der Gegend der Eisenbahn Rowiro— Kowel besctzien wir noch Kampf das Dorf Chromiakow kö Kilometer nordwestlich Olyka). Der Feind versuchte das verlorene Gelände zurückzuerobern, wurde aber durch Feuer abgewiesen. K a u l a s u S f r o n t: In den Gegenden von Mamachatun und Müsch Vorpostengescchte. Südlich Biitis warfen unsere Truppen die Türken aus einer ganzen Reihe ihrer GebirgSstellungen. Melüung dev italienischen Heeresleitung. Rom, 27. April.(W. T. B.) Amtlicher B c r i cv t. An der Grenze des Treniino vom Gardasee bis zur Brenta Tätigkeit der Artillerie und der Flugzeuge. Im oberen Cordcvolc nahm unsere Artillerie die feindlichen Verteidigungsanlagen am Sief unter ihr Feuer. Im Traulale wurde der Bahnhof vonInnichen mehrere Male don unseren schweren Kalibern mit genau gezieltem Feuer beschossen. Am Jsonzo und auf dem Karst gewöhnliche Artillerie« tätigkeit. Ein feindlicher Wagenzug an der Straße von Lppacchia- selle nach Rubbia wurde von einer unserer Batterien de« schössen. Einige Wagen explodierten mit großem Getöse. In dem Abschnitt östlich von Selz setzt der Feind mit großer Berschwendung von Schießbedarf und schweren Mensche»- opfern seine Bersuche, in die von uns im Süden deS Tales eroberte Verschanzung wieder einzudrinzen, hartnäckig ober vergeblich kort. In der letzten Nacht trieb er nach mehrstündiger heftiger Beschießung naSeinander vier wütende Angriffe gegen unsere Stellungen vor. Die dichten Reihen seiner Infanterie wurden von unserem Feuer niedergemäht und jedesmal gezwungen, in großer Unordnung zurückzugehen. Wir nahmen dem Feind etwa zwanzig Gefangene ab.__ Cadorna. Dericht öes türkischen Hauptquartiers. Konftantinopel, 27. April.(23. T. B.) Amtlicher Bericht. An der I r a k f r o n t keine Veränderung. Au der K a u k a s u s f r o n t haben feindliche Truppen. ungefähr eine Brigade, aus drei Einheiten zusammengesetzt, am 25. April unsere Stellungen auf dem rechten Flügel im Gebiete des Ortes Surem, unmittelbar südlich von Bülts angegriffen; der Angriff dauerte acht Stunden. Bei seinem Vorgehen wurde der Feind in einer Entfernung von 390 Meter von unserer Stellung von unS scinerscits angegriffen, so daß sein Angriff scheiterte, und unter großen Verlusten zwei Kilo- metcr weit nach Norden zurückgetrieben. Im Zentrum Herrschte Ruhe. Auf dem linken Flügel versuchte der Feind in der Nacht zum 26. April im Abschnitt von Dschewislik unsere Stellung überraschend anzugreifen, wurde aber mit Verlust abgewiesen. Zusammenstöße in der Nachbarschaft von Pola- thane blieben unentschieden. Am 23. April überflog eines unserer Wasserflugzeuge I m b r o s und griff aus einer Höhe von 800 Meter die Anlagen und Flugzeugschuppen des Feindes im Hafen mit Bomben an; diese Platzten sämtlich, und man konnte einen Brand in den Schuppen sesLslcllen. Maschinengewehre und eine Batterie des Feindes am Hasen eröffneten das Feuer, ohne cine Wir- kung auf unser Flugzeug ausüben zu können, welches unversehrt heimkehrte. Bei dein Zusammenstoß zwischen dem Feinde und unserer gemischten Abteilung in der Umgebung von K a t i a, östlich vom Suczkanal, am 23. April waren die vier Schwadronen feindlicher Kavallerie vollständig aufgerieben und die Ueberlebendcn gegen Katia hin zurückgetrieben worden. Späterhin machte unsere Abteilung einen Sturmangriff gegen deil von allen Seiten her verstärkten Feind in scincii befestigten Stellungen bei Katia, zerstörte den größeren Teil dieser Stellungen und das Lager und tötete ihm viele Leute; eine kleine Anzahl feindlicher Soldaten, die dem Tode entging, wurde zu regelloser Flucht gegen dcu Kanal hin gc« zwungcu. Ein Oberst, ein Major sowie 21 Hauptlcute und Leutnants, zusammen 23 feindliche Offiziere, welche nicht hatten fliehen können, 257 uuverwundcte Soldaten und 21 Vcr- wundete wurden gesangen genommen. Tic Truppen unserer Abteilung sowie unsere Äamelreiter und besonders unsere Frei- schärlcr aus Medina habe» sich in diesem Gefecht bei Katia mit hervorragender Tapferkeit geschlagen. Am Morgen des 25. April machte der Feind, um sich für die hier erlittene Niederlage zu rächen, eine Luftstreife mit einem Geschwader von ileuu Flugzeugen und warf trotz der Zeichen und Flaggen des Roten Halbmondes absichtlich etwa 70 Bomben auf das Lazarett des vorgenannten Ortes, wodurch er zwei unserer Verwundeten und einen verwundeten Gefangenen, der dort gepflegt wurde, tötete und zwei andere von neuem verwun« dcte. Eines unserer Flugzeuge, die darauf einen Flug unter- nahmen, ivars mit Erfolg Bomben auf ein feindliches Kriegs- schiff vor El Arisch; unser anderes Flugzeug griff feindliche Dampfer, welche auf der Reede von Port Said ankerten, und militärische Einrichtungen in diesem Hasen, sotvie alle Lager des Feindes zwischen Port Said und El Kantara mit Bomben und Maschinengcwchrfcucr an und lehrte unversehrt zurück. Englisches Flaggschiff gesunken. L« n d° n, 28. April.(W.T.B.) Tie A d m i r a l i t- t teilt mit, daß dns F l a q q sch i ff„R u ss e ll", daS die Flaqqe des Konter« admirals Frcmcntle führte, im Mittelme« aus eine Mine gestoßen nnd gesunken ist. 121 Mann werden vermißt, 676 wurden gerettet. N o t i z d e S W. T. B.: Das Flaggschiff„Nuffcll" maß U 220 Tonnen, war mit vier 30, S Zentimeter-, zwölf IS, 2 Zentimeter- und zwölf 7,6 Zentimeter-Kanonen bewaffnet und holte vier Torpedo- lancierrohre. Seine Geschwindigleit betrug Ikfl/a Knoten. $4 Schiffe für englische Prisen erklärt. London, 27. April.cht mehr so ganz abgeneigt seien. >.. x�ch bin nicht„dans le secret des dieux"(in das Ge- /�'wui-> der Götter eingeweiht), aber ich glaube, das, ebenso �>e Regierung und Volk in Deutschland fest entschlossen und �azu auch vollauf imstande sind, den Kampf gegen eine Welt 'um iycinbcn mit derselben Tatkraft wie bisher weiterzuführen, sien'o auch sowohl das deutsche Volk wie seine Regierung gern einem Vorschlag zustimmen würde, der geeignet wäre, ous vernünftigem Wege dem nun bald zwei Jahre währenden, -'eben und Wohlstand von Millionen zcrstörciiden Zustande cm Ende zu machen und der Wiederkehr einer Acltkatastrophe �>ie der gegenwärtigen vorzubeugen, ohne das Selbst- beitimniungsrecht der Nationen in bezug auf ihre inneren verfassungsmäßigen Zustände anzutasten.�(r) Zusammentritt öer gemischten Rote Kreuz- Kommiftlon. Stockholm, 27. April.(W. T. B.) stiicldung von Svcnska 7 albgrammbyran. Die gemischte Rote Kreuz- Kommission, deren Einsetzung die Stockholmer Kon- icrenz unter Führung deS schwedischen Roten Kreuzes im Dezember 1913 beschlösse tt hat, wird am 2. Mai in Stockholm zusammentreten, nachdem die beteiligten Regierungen ihre Genehmigung dazu gegeben haben uiid alle Schwierigkeiten überwunden sind. Ausgabe der Kommission ist es, die Gefangcnlagcr in Deutschland. Oe st erreich- Ungarn und Ruß- kand zu besuchen. Das Rote Kreuz von Deutschland, Oesterreich und Ungarn entsenden je einen Vertreter, Rußland �rei und die neutralen Länder Schweden, Dänemark und die Schweiz je einen. Nachdem die Kommission ihr Präsidium gewählt und ihren Rciseplan festgestellt haben wird, reist sie iomu in die Gefangcnlagcr ab. Sie steht unter dem Schutze bcs Prinzen Karl von Schweden. Deutscher§!iegcr über öer Schweiz. ?ern, 26. April.(W. T. 23.) Die schweizerische Dcpejchen- Tlgcnwr meldet: Heute morgen um 5 Uhr 27 Minuten überflog ein Doppeldecker in großer Höhe von Norden herkommend unsere Grenze bei Mecourt in der Richtung auf Alle. Pruntrut und Bure. Bei Billais-le-Se« flog er nach Krankreich. Da» Klugzeug lraf um ö llhr s? Minuten über Delle ein und warf dorr einige Bomben ab. Um Uhr 12 Minuten flog der Apparat neuerdings über unsere Grenze > 00. Florünonl herkommend über Lugncz und Bonfol und verließ onser Land um S UHr 13 Minuten in der Richtung auf Pfettcrhausen. *wn unseren Posten wurde mit Sicherheit in den Tragflächen des lRpparatcs daZ Eiserne Kreuz festgestellt. Die deutsche Nationalität des stliegers wird auch dadurch bestätigt, daß er Bomben auf Delle abwarf und auf der Strecke Delle— EereolleS von den Franzosen nnl hcstigem Feuer verfolgt wurde. Der Flieger bewegte sich in riner Höhe von 1006 bis 1500 Meter. Er wurde von unseren Truppen hejtig, der großen Höhe wegen jedoch ohne Ersolg b e» schössen. Bern, 28. April.(W. T. B.j(Meldung der Schweizerischen Depeschenagentur.) Ter schweizerische Gesandte in Berlin, Minister van Elaparedr, ist heute früh in Bern cingetroffen. Er wird nach- mittags von Bundesrat Hoffmann in längerer Audienz empfangen werden zur Besprechung der durch verschiedene Fliegcrzwischenfälle geschaffenen Lage. Nachdem in Bern eine amtliche Mitteilung der deutschen Regierung eingctrosfen ist, wonach da? Armcekommando '�efedl erlassen hat, daß rn Zukunft alle Fluge in der dem schwei- zcrrschen Gebiet benachbarten Gegend zu unterlassen sind, erscheint eine besriedigcnhe Lösung wesentlich erleichtert, da darin wohl die beste Bürgschaft für die Vermeidung von weiteren Verletzungen unseres Staatsgebiets erblickt werden darf. Scbwcöischer klationalökonom über Deutj�h- lonös wirtschaftliche tViüerftanüskraft. Stockholm, 27. April. �23.?. ö.) Meldung des Schwedischen TelegrammburcauS. Der hervorragende Nationalökonom Professor Gustav Cassel von der Stockholmer Hochschule, der als unparteiischer Sachverständiger während einer Reise durch Teutschland Gelegenheit gehabt hat, nähere Kenntnis von den Wirt- ichastlichcn Verhältnissen in Deutschland zu gewinnen, veröffentlicht seine Ergebnisse in einem Buche unler dem Titel Deutschlands wirtschaftliche Widerstandskraft, dessen schwedische Aus- gäbe morgen erscheint. DaS Buch, dessen Charakter völlig nculral m. legt dar, daß die JsolicrungSpolitik der Entente nicht vermag. Deutichland wirtschaftlich zu vernichten, welches im Verhältnis ebenso stark bleiben würde, wenn auch der Krieg um noch ein (labr verlängert würde. Die Beweise dafür, daß Deutsch« land wirtschajtlich durchbalte» kann, liegen teils darin, daß die Lebenshaltung trotz der Beschränkungen nicht niedriger ist als vor einem oder ein vaar Jahrzehnten, teils darin, daß die Wirtschaft- lachen Verhältnisse im Fortgang deS Krieges in weientlichcn Hin- i'chten besser werden dürften, oder wenigstens nicht schlimmer, als ste gewesen sind während der Zeit, die Deutschland tatsächlich schon durwgehalten hat. Ein fortgesetzter Kampf bedeutet nur eine gleich- förmig fortschreitende Entkrästung ganz Europa?. Tie deutsche Valuta ist einer Wertminderung unterworfen, aber dies gilt von allen Kriegführenden, nur mit gewissen Gradunterschieden, und ist obne Bedeutung für die wirtichastlicde und finanzielle Möglichkeit, den .Krlcg fortzuführen. Das Buch wird bald in deutscher und in cnzlrscher Ausgabe erscheinen. Eröffnung öer tzanöe!skottfe?enz ües vierverbanös. Paris, 28. April.(W.?. B.) Meldung der Agence Havas. Die zweite parlamentarische inter- nationale Handelskonfcrcnz ist gestern nachmittag >m Luxemburgpalast in Gegenwart des Präsidenten Poincarä und des Ministerpräsidenten Vriand eröffnet worden. Der Vorsitzende der Konferenz Ehanmet hieß die fremden Abge- sandten willkommen und bezeichnete als den hauptsächlichsten Gegenstand der Beratung, Zeugnis abzulegen für die Wirt- jchastliche Geschlossenheit der Alliierten gegenüber Deutschland. Zurückziehung öes Wehrpftichtgefehes. London, 27. April.(W. T. B) Meldung deS Reuter- schen Bureaus. Unterhaus. Ter Präsident der Lokal- derwaltung Long brachte das Wchrpflichtgesctz ein, das einen Teil der von der Regierung am 23. d. M. an- gekündigten Politik bildet. Das Gesetz begegnete auf allen leiten kritischer Stimmung, weil einige seiner Bestimmungen vis unbillig angesehen wurden, und ivcil es ein �.cilvcrsuch Gar, die allgemeine Politik durchzuführen, wie sie von Asquith skizziert worden war. W a l s h(Arbeiterpartei) b e k ä m P f t c die Bill und sagte, er würde für allgemeinen Zwangsdicnst srnnmcn, wenn er beantragt werden sollte. ASquitY zog im Hinblick auf die allgemeine kritische Stimmung die Bill zurück und sagte, er werde den Entschluß der Regierung im Hinblick auf die durch Zurückziehung der Bill geschaffene Lage in d c r n ä ch st c n Woche mitteilen. Im weiteren Verlaus der Sitzung teilte Asquith mit, daß die Lage in Irland noch immer ernst sei. Die Rebellen hätten noch einige wichtige öffentliche Gebäude in Dublin in Besitz und die Straßen kämpfe seien noch nicht zu Endo. Anscheinend sei eine ausgedehnte Ausstandsbewegung, besonders im Westen des Landes, am Werke und es müßten strenge Vorsichtsmaßregeln getroffen werden. Tie in das Aufstandsgebict entsandten Truppen seien zahlreich genug, um die Lage zu beherrschen. Ucbcr ganz Irland werde unverzüglich der Be- lagern ngszu st and verhängt werden und General Sir John Maxivell werde die nötigen Vollmachten zur Niedcrivcrfnng des AufstandcS erhalten. Tie Regierung würde eine eingehende Untersuchung darüber veranstalten, welches die Gründe des Aufstandcs seien med wer die Vcr- antivortung trage. Earranza und waUftreet. In der, H u m a« i t s' vom 15. April schreibt Fabra Ribas zur Rote CarranzaS an die Vereinigten Staaten: Man muß alle Nachrichten über Mexiko mit größter Vorsicht aufnehmen, seitdem die Hauptlieferanten der Nachrichten über mexikanische An- gelegenheiten, die von den amerikanischen Agenturen und der großen Presse verbreitet werden, die reaktionäre mexikanische Bande der Limantour. de la Barra und Konsorten geworden ist. die wieder mit ihren Komplizen in Wallstreet unter einer Decke steckt. Vorsicht ist umso nötiger, als die mexikanische Gesandtschaft in Pari- gestern noch keinerlei Nachricht von den angeblich ernsten Ereignissen hatte und ihr Erstaunen darüber ausdrückte, daß die bis jetzt vor- züglichen Beziehungen zwischen Earranza und dem Kabinett in Washington sich plötzlich so verschlechtert haben sollten. Wichtig sind in Verbindung damit die bezeichnenden Aeußerungen des über mexikanische Angelegenheiten besonders gut informierten Genossen David Bruce in der»International Socialist Review der schreibt:»Wallstreet will die Intervention der Vereinigten Staaten in Mexiko vor Beendigung des europäischen Kriege-. Wenn sie«folgt, so lange Frankreich und England die Hände gebunden sind, haben die amerikanischen Interessen größere Hoffnung auf Erfüllung ihrer Wünsche." Wenn die Carranzasche Note wirklich existiert und in dem Ton gehalten ist, wie aus Amerika berichtet wird, so würde sie die Lage um so mehr verschärfen, als die Vereinigten Staaten noch der offiziösen Version ihre Truppen nicht zurückziehen, sondern ent- sdil offen sind, die Villa schen Banden während der Verhandlungen mit Carranza weiter zu verfolgen.(z) Rußland und Japan. Dos Moskauer Blatt„Rußloje Slowo" meldet(laut der..Köln. Ztg.") aus Tokio: Die in dem japanischen Blatte»Nitschi Nrtschi" mitgeteilte Ab- machung zwischen Rußland und Japan hat die Beschlagnahme der betreffenden Nummer zur Folge gehabt. Nichtsdestoweniger druckten die anderen Blätter den sensationellen Vertrag ab und dem AuSsragcr der Zeitung»Djidji" sagte der Premier Graf O k u m a: „Die Bedingungen im engliscb-japanischcn Vertrage, nach denen wir Teutschland den Krieg erklärt haben, sind den Mächten aus der Deklaration der japarnschcn Regierung und aus dem Erlaß des Mikados bekannt. Seit dem Beginn des Krieges haben wir gegen die Verbündeten unuertinderte Freundschaft bekundet. Wir baden uns nicht nur an den Londoner Vertrag über den Friedensschluß mit Teutschland angeschlossen, sondern auch Gelegenheit genommen, den Mächten durch eine große Reihe von direkten und indirekten Diensten unsere Mitwirkung zu beweisen. Die Verbündeten baden sich dazu auch anerkennend geäußert. Di e Versorgung Rußlands durch Japan hat die Freundschaft solchermaßen bestärkt, daß diese einem Verband gleichkommt. Die dadurch entstandene Lage ist jetzt so g ü n st i g, daß beide Mächte die Möglichkeit eines Zusnlnmcnarbcitcns erreicht haben, um den Frieden im Fernen Osten bewahren zu können. Zu diesem er- reichten Ziel iann man im Westen wie im Osten die ganze Welt beglückwünschen. Die Entwickclung der Freundschaft zwischen Japan und Rußland beruht nicht nur auf der von unS bewilligten Hilfe, sondern auch auf der Anerkennung der russischen Re- gicrung, die sich überzeugt hat. daß Japan auch bestrebt ist, Chinas Unabhängigkeit bei gleichen Vergün» st ig un gen und Rechtenaller Mächt« in China zu bewahren. Unsere neuen Beziehungen zu Rußland und das englisch, japanische Bündnis dienen dazu, die Interessen der Mächte in China zu schützen und die Versuche ehrgeiziger Na- tioncn im Fernen Osten durchzudringen und dort die Rnhe zu stören, zu vereiteln. Ueber die Hauptbedingungen den Frieden im Fernen Osten und die Unan- tastbarkcit Chinas zu wahren, die auch die Grundlage des englisch. japanischen Vertra- ge« sind/haben w i r noch mit Rußland und Eng- land Näheres festzulegen. Doch zweifle ich nicht, daß nach der Ausfertigung des Vertrages kein Mißverständnis be- sieben bleibt, und daß wir eine gesicherte Stellung unter den Mächte» einnehmen werden. Näheres über diese Bedingungen kann ich nickü äußern, aber verraten kann ich, daß sie die Be- Wahrung des Friedens in sich bergen und V c r s ch i ed e n c Kompensationen für die von uns gclei stete ten Dienste enthalten." Diese Aeußerungen des Grasen Oikuma haben in Japan die Gemüter allseitig aufs höchste erregt. Der Minister des Aeußern besuchte bald nack der Unterredung den Grasen Okuma und das ErgebmS war. daß sein Sekretär den Zeitungen die Mitteilung zugehen ließ, seine veröffentlichten Erklärungen stimmten nicht mit der Wirklichkeit übcrein. Im Ministerium des Aeußern erklärt man entschieden, daß der Ver» trag mit Rußland nicht abgeschlossen worden sei.' Soweit sich die bisher eingetroffenen russischen Blatter über die neuen Abmachungen mit Japan äußern, ist eine unvcrkcnn- bare Betroffenheit über die weitgehenden Konzessionen an Japan zu verzeichnen...K i j e Iv s k a j a M Y s l, das in den ostasia- tischen Angelegenheiten in der Regel gut unterricotct ist, schreibt in ciiicm Leitartikel, man könne, obwohl Einzelheiten fehlten, über den grundsätzlichen Charakter der ruffisch-iapanischen Abmackungen nickt im Zweifel sein. Für Japan bedeuteten sie crnc Ruckversicherung aus den: Kontinent, die sick in erster Linie gegen China richte. Befremdlich sei das Fehlen entsprechender Kompensationen an Rußland.„Die Abmachungen, über die das japanische Blatt„Nitschi-Nitschi" berichtet, sind so aktuell und be- dcutsam. daß ihre politische Wirkung sich nicht auf die veröfsent- lickicn Grenzen beschränken kann. Andererseits sind die für Japan festgelegten Vorrechte so enorm, daß irgendwelche ergänzende Kam- pensationen für die andere Seite nicht ausbleiben können. Diese Kempensationcn müssen natürlich von demselben Geist der..Freund- fchastliZkeil" getragen im Per tzk gapzeg Bzittaz ufülst. Ast andere« Worten: sie tnLssen den Rücken der setzigen russischen Politik im fernen Osten schützen und keine Bedrohung für sie darstellen." Aus diesen Worten spricht deutlich genug die Besorgnis über die verhängnisvollen Folgen de? japanischen Vordringens für die russische Politik im fernen Osten.(z) Der Kampf öer Richtungen in öer rujlftjchen Sozialöemokratie. Tie Vorgänge, die sich im Anschluß an die Wahlen für die Kricgsindustrieausschüsse in der russischen Arbeiterschaft abspielen. machen es mit jedem Tag sichtbarer, daß der Teil der russischen. Sozialdemokratie, der nach außen bin durch das sogenannte..Organi- sattonskomitee" vertreten wird und der vorwiegend aus Anhängern der sogenannten„Min-derheitsrichtung"(»Menschewiki.") besteht, von tiefgehenden Gegensätzen zerrissen wird. Auch der andere Teil der russischen Sozialdemokratie, die sogenannte„Mchrhcitsrichtung" (Bolschewiki) blieb während der Kriegszeit von inneren Gegen» sätzcn nicht verschont. Allein dieser Prozeß zeitigte aus Gründen. die mit der Entwickclungsgcschichtc einer unter asiatischem Regt- mcnt nach modernen Formen strebenden Arbeiterbewegung eng verknüpft sind, im Lager des„LrganisattonskvmitecS" tiefere Er» schüttcrungen als b« den Anhängern der Lcnin-Richtung und machte es den auf dem Boden des International ismu- und deS Klassenkampfes stehenden Genossen weit schwerer, den nationalisti- scheu Anwandlungen und der opportunistischen Praxis einer Gruppe von Parteischriftstellern und„Praktikern" entgegenzuwirken. Es kam so weit, daß die ausländischen Vertreter des»OrganisationS- komiteeö", die diesen Teil der russischen Sozialdemokratie auf der Zimmerwalder Konferenz repräsentiert haben, offen den Kampf gegen die zersetzenden Einflüsse in den Organisationen und dw schwankende Haltung des..OrganifationskomitccS" aufnehmen mußten. Daß sie hierbei nicht isoliert dastehen, sondern einen beträckülichen Teil der„Menschewiki" in Rußland hlnter� sich haben. zeigt ein in Nr. 4 der„Nachrichten des auswärtigen Sekretariats des Organisationskomitees" veröffentlichter Brief, den ein Genosse im Auftrage der Petersburger Parteiorganisation an die Genossen Axelrod und VI a r t o w gerichtet hat. Wir bringen nachstebend einen Auszug au- diesem Brief, weil er geeignet ist, die Verhält- nisse in den russischen Parteiorganisationen wesentlich deutlicher erkennen zu lassen. „Mit dem Ausbruch des Kriege?." beginnt der Brief,„setzte«in unglaublicher Jdeenwirrwarr ein. In dieser Beziehung ist freilich mehr und mehr Klarheit eingetreten: die Scheidung in zwei bestimmte Richtungen macht sich von oben bis unten bemerkbar...« lind die Entfremdung zwischen den Internationalisten und Nationalisten, oder wie man sie jetzt hier nennt: zwischen den Gegnern und Anhängern der Landesverteidigung nimmt mit jedem Tage zu." Die Parteiinstanzcn selbst gehen einer klaren Stellungnahme aus dem Wege, und vergeblich fordert die Petersburger Organ:- fation(der Menschewiki) vom Organisationttkomitee ein« Klärung der Lage. Diese- sucht aber einer Entscheidung aus dem Weg« zu gehen, einerseits aus Furcht vor einer Spaltung, anderseits weil die Anhänger der„Verteidigung" eine Niederlage befürchten» sobald die Frage im allrussischen Maßstabe ausgerollt wird. „Tie Richtungen verteilen sich folgendermaßen: es kann für das ganze Reick als Regel genommen lverden, daß unter den Intellektuellen, speziell unter den Schriftstellern, die„Vertcidi- gungSldce" vorherrscht. DaS gleiche— und sogar noch in, größerem Maße— ist leidet in der obersten Schickt der fortgeschrittensten Arbeiter der Fall(die zugleich zu den aualisizicrtestcn und gutbezahlten Arbeiterkotegorien gehören). Allein in der breiten Masse der„Menschewiki" hat die„VerteidigungSidce" gar keinen Boden und wird auf das heftigste bekämpft. Auch in Sibirien, im Kau- kasus und im Donetzgcbiet ftndet sie fast oder gar keinen Anklang. Die Petersburger Organisation hat sich offtziell auf den internationalen, Standpunkt gestellt. Bei allen Abstimnrungen sprechen lich 75 bis 90 Prozent der Mitglieder gegen die„Ver- teidigung" aus. Auf denselben Boden stellte sich einstimmig die Konferenz der fünf nördlichen Städte( Petersburg. Moskau. Jarvslaw, Tula. Kaluga) und die sudrussrscke Konferenz(Rostow. JekaterinoSlaw und Donetzgebret). In Moskau sind zwei Parteigruppen tätig, von denen die ein«, die der„Landesverteidiger". die Arbeitergruvpe im Moskauer Kriegs- industrieauSsckuß beeinflußt, der im übrigen nur zwei Sozialisten angehören.?lefmlick liegen die Dinge in K i j c w. In Petersburg besteht die Arbeitergrunvc im Zentralen Kriegsausschuß aus zufälligen Gründen in der Mehrzahl aus Anhängern der„Ver- teidigung". Offiziell jedoch sprickt sie sich aus Furcht vor den Parteigenossen unklar und gewunden aus. „Im allgemeinen"— schließt der Brief—„ist die Lage sol- gendermaßen: die Mehrheit steht zweifellos hinter uns. Wir for- dem eine offizielle Stellungnahme der gesamten„Menschewiki". Und wenn das Organisationskomitee hierzu keine Schritte er- greifen sollt«, werden wir es selber tun. Eine S pal tu mg erscheint mir persönlich unvermeidlich: die„Landesverteidiger" werben sich sicherlich nicht unterordnen, sie verhalten sich reckt beranSsordernd. Wir dagegen werden kaum die Berautworiung für den„Patriotismus" tragen wollen.... Wir begrüßen Ihre Haltung und alle Ihre Schritte. Die Petersburger Organisation ist für unbedingten Anschluß an Zimmerwald Nach meiner Meinung und der unserer Freunde müssen Sie im Bureau bleiben(dieser Passu« bezieht sich aus den Genossen Axelrod. der angesichts einer sozialpatriotischcn Deklaration de- Organffations- komitecs sein Mandat im I. S. B. niederlegen wollte). Sie müssen sich als die Vertreter der„Minderhettsrichtung" im Auslände be- trackten. bis ein kompetentes Organ etwa einen entgegengesetzte» Beschluß fassen sollte...." Lette Nachrichten. Die Schweiz und Deutschland. Bern, 28. April.(W. 7. B.)(Meldung der Schweizeriscke« Depeschenagentur.) DaS politische Departement macht folgende Mit- teilung: Der deutsche Gesandte hat beute im besonderen Austrage de? dciitsckcn Reichskanzlers beim Vorsteher deS politischen Departement? vorgesprochen, um ihm das aufrichtigste Bedauern über den scharf zu verurteilenden Flug auszusprechen, durch welchen vorgestern erneut schweizerisches Gebiet verletzt wurde und zu erklären, daß die deutsck« ReichSrcgi erring diesen und vorausgegangene Vorfälle nicht minder lebhaft bedauere als der Bundesrat selbst. AuS den spontan von der deutschen Heeresleitung getroffenen einschneidenden Maßnahmen, wo- nach der schuldige Flieger strafweise aus dem Fliegerkorps entfernt und grundsätzlich alle Grcnzflüge an der schweizerischen Grenze ver- boten wurden, möge der Bundesrat erkennen, welch großen Wert die deutsche Heeresleitung darauf legt, jeden Anlaß zur Mißstimmung in der Schweiz zu beseitigen und wie sehr sie von dem ernsten Wille« beseelt ist, alles zu vermeiden, wa- die bestehenden freundschaftlichen Beziehungen trüben könnte. Ter Bundesrat Hoffmann hat heute nachmittag den schweize» Tischen Gesandten in Berlin, Minister von Claparede. zu mehrstün- diger Besprechung über die durch die verschiedenen Fliegerzwischen- fälle geschaffene Lage empfangen. Im Anschluß an dies« Be- sprcchung fand eine Extrasitzung des Bundesrats statt, in der der Text der Note an die deutsche Rcichsregierung festgesetzt wurde. Später empfing Bundesrat Hossinann neuerdings den deutschen Gesandten von Romberg zu einer längeren Besprechung. Pom U-Bootkrieg. London. 28. April. iW. T. 23.) Reuter amtlich. Der britisch« Dampfer„J n d u st r y" wurde von einem feindlichen l'-Boot ver- senkt. Die Besatzung wurde in offenen Booten 120 Meilen von der nächsten Küste im Atlantischen Ozean zurückgelassen. Die Boote mit der ganzen Besatzung wurden von dem amerikgnischen Dampfer „Finland" ausgenommen. Der Dampfer„Jirdustry" befand sich m dt»! West Mch tivrm HMv in dtü Verxin igten StaattN, GeVsrkschüftk'chss. SerUn und UmgegenS. Die Lage der Berliner Töpfer. In dsr am Donnerstag abgebaltenen Generalversammlung der berliner Filiale des Töpferverbandes Nmrde ausgeführt, daß sich die Bautätigkeit nicht gehoben hat, also die Arbeitsgelegenheit für Töpfer imr.ner noch setic gering ist. Im ersten Ouarlat dieses JahreZ waren nur sieben Barnten in Arbeit, wo 3S Töpfer beschäftigt waren. Es ist möglich, dost sich die Konjunktur in nächster Zeit etwas bessern wird, weil eini ge Berliner Firmen auswärtige Arbeiten übernominen baben, bei denen ein Teil der Berliner Töpser Beschäftigung finden könnte. Die Hoffnungen, welche auf Arbeiten beim Wiederaufbau Ostpreußens gei etzt wurden, scheinen sich nicht zu erfüllen. Die seit langer Zeit anh altendo misiliche Lage im eigenen Beruf hat den größten Teil de r Töpfer veranlaßt, in anderen Berufen Beschäfli« gung zu nehmen. Die Zahl der Arbeitslosen sowie die Dauer ihrer Arbeitslosigkeit ist deshalb nur gering.— Tie Ortsverwaltung hatte im verflo-Tenen Quartal verschiedene wichtige Arbeilen zu erledigen. Zunächst beschäftigte sie die Frage des Arbeitsnach« weises. Schon feit längerer Zeit halten sowohl die Arbeiter wie die Arbeitgeber die Errichtung eines paritätischen Arbeitsnachweises für notwendig. Man bat deshalb mit dem Zentralverein für Ar« beitsnachweis ve thandelt. Dieser stellte, wie er das auch bei anderen Gelegenheiten ge tan hat— die Bedingung, daß der Arbeitsvermitller vom Zentralverei n angestellt wird, ohne daß die am Arbeitsnach« weis beteiligten Organisationen dabei mitzuwirken haben. Damit konnten sich die Berbandsvertrctcr unter keinen Umständen ein« verstanden erklirren. Ihr Verlangen, daß nur Arbeit an organisierte Arbeiter vermittelt werden soll, wollte der Zenlralverein auch nicht erfüllen. Die Bedingungen des Zentralvereins fanden auch bei den Arbeitgebern keinen ungeteilten Beifall. Deshalb zerschlugen sich die Verbandlungen mit dem Zentralverein. Die Organisalicrien der Arbeitgeber und der Arbeiter wollen nun ohne Mitwirkung dcS Zentralvereins einen paritätischen Arbeits� Nachweis einrichten. Die Verhandlungen hierüber sind in der Haupt fache abgeschlosien', so daß der Arbeitsnachweis in allernächster Zeit eröffnet werden kam.— Die Versammlung erklärte sich mit dieser Erledigung der Arbeitsnachweisfrage einverstanden. Vor Jahresfrist hatten die Arbeitgeber einen Antrag der Orts» Verwaltung auf Gev.'ährung von Teuerungszulagen abgelehnt. Unter Hinweis auf die zu unerträglicher Höhe gesteigerten Lebensmittelpreise hat die Ortsverwaltung neuerdings ihren Antrag erneuert. Die Arbeitgeber konnten sich der Berechtigung dieses An- träges nicht mehr verschließen. Es wurde darüber verhandelt und die Arbeitgeber erklärten sich bereit, den Lohnarbeitern pro Tag IM. und den Äkkordarbeitern 10 Proz. zuzulegen mit der Maßgabe, daß der Wochenverdienst«einschließlich der Zulage 64 M. nicht über« schreitet. Wer mehr als 64 M. wöchentlich verdient, soll keine Zu» läge erhalten.— Die Versammlung erkannte das Entgegenkommen der Arbeitgeber an, meinte aber, daß die Lohngrenze von 64 M. im Hinblick auf die gegenwärtigen Teuerungsverhältnisse zu niedrig bemessen sei. Die Ortsverwaltung wurde beauftragt, bei de» weiteren Verhandlungen mit den Arbeitgebern darauf zu dringen, daß die Teuerungszulagen bis zu einem Wochenverdienst von 60 M. gewährt werden. Dem Antrage der Funktionäre, mit Rücksicht auf die ungünstige Lage des Gewerbes den Tarif nicht zu kündigen, stimmte die Ver- sammlung zu. Den Angestellten der Filiale wurde eine vom 1. April ab geltende Teuerungszulage von 6 M. wöchentlich und den Hilfs« kassierern eine Znlage von 60 Pf. für jeden Zahlabend bewilligt. Ein Antrag Lehmann verlangt, daß der Redakteur des Ver- bandsorganS angewiesen werde, politische Artikel, welche den Streit in der Sozialdemokratie in einseitiger Weise behandeln, aus dem Blatte fernzuhalten.— Wie ans der Debatte hervorging, bezieht sich der Antrag im wesentlichen auf einen Artikel, der die Spaltung der sozialdemokratischen Fraktion behandelt und die Absplitterung als eine Schädigung der gesamten Arbeiter- bewegung bezeichnet. Der Antragsteller und andere Redner meinten, sie wollten die Meinungsfreiheit des Redakteurs nicht beschränken, aber er solle seine politischen Ansichten nicht im Gewerkschaslsblatte vertreten, denn der Parteistreit dürfe nicht in die Gewerkschaften getragen werden. Der Redakteur stelle die Vor- gänge vom Standpunkt der Fraktionsmehrheit dar. Das sei aber nicht die Meinung der Mehrheit der Verbandsmitglieder. Die gegenteilige Meinung könne wegen der Zensur nicht im Blatte vertreten werden. Deshalb sei die Haltung des Blattes gleichbedeutend mit einer Beeinflusiung der Kollegen im Sinne der Fraktionsmchrheit. Dagegen müsie Ver- Wahrung eingelegt werden.— Redakteur Schmidt führte dem- gegenüber aus, er sei bestrebt, den Parteistreit nicht in die GeWerk« schaft zu tragen. Er halte es aber für seine Pflicht, die Kollegen über wichtige politische Vorgänge, welche die gesamte Ar- beiterbewegung beeinflussen, zu unterrichten. Die Absplitte- rung von der Fraktion störe die Einheitlichkeit der Ar- beiterbewegung und schädige dadurch auch die Interessen der Gewerkschaft. Das habe er zum Ausdruck gebracht. Es sei überzeugt, in dieser Auflassung die Mehrheit der Kollegen im Reiche hinter sich zu haben. Er könne seine redaktionelle Tätigkeit nicht nach den Wünschen einer einzelnen Filiale einrichten� denn andere Filialen könnten doch entgegengesetzte Beschlüsse fassen. Rur der Gesamtverband habe über die Haltuug des Blattes zu bestimmen. Der Antrag Lehmann wurde schließlich mit 26 gegen 21 Stimmen abgelehnt. Dl« Gemeinde- und GtaatSarBeiter nahmen am Donnerstag den OuartalSbericht entgegen. Hoffmann erstattete den Kasten- bericht. Einnahme und Ausgabe der Hauplkaste bilanzieren mit 28 576,80 M., die Einnahmen der Lokalkasse betragen(inkl. Bestand) 77 988,69 M., der eine Ausgabe von 23 261,91 M. gegenübersteht, so daß ein Bestand von 54 706,78 M. verbleibt. Für Unter- stützungszwecke wurden aus der Lokalkasse 2595,91 M. ausgegeben. Die Mitgliedcrzahl beträgt 4776. Ueber die Neuregelung der Teuerungszulage berichtete M ü n t n c r, der mitteilte, daß von der Verbandsleilung an den Magistrat eine Eingabe gerichtet lvorden sei, in der die Lohn- Verhältnisse der städtischen Arbeiter den jetzigen Lebensmittel- Verhältnissen gegenübergestellt wurden und zwar gestützt auf ein reichhaltiges, besonders statistisches Tatsachenmaterial. ES wurde anerkennend darin erwähnt, daß seit Kriegsausbruch bereits zweimal eine Teuerungszulage bewilligt worden sei. Doch genügt dies den jetzigen Zuständen gegenüber nicht mehr. Folgende Lohnaufbesserungen werden in der Eingabe beantragt: 1. Alle Arbeiter, Arbeiterinnen und Handwerker im Alter von über 18 Jahren erhalten eine Lohnzulage und zwar die Arbeiter und Handwerker bis zu einem Wochenverdienst von 33 M. 7>/z Pf. pro Stunde und bei einem Wochenverdieust von mehr als 33 M. ö Pf. pro Stunde. Die Berechnung des Wochenverdienstes erfolgt nach den Sätzen der normalen Lohntabelle für sechs Arbeits- tage, ohne die bis jetzt gewährten Teuerungszulagen und etwaige Ueberstunden in Anrechnung zu bringen. 2. Die Arbeiterinnen erhalten eine Lohnzulage von 5 Pf. pro Stunde. 3. Die jetzt bestehenden«llgemeinen Teue- rungSzulagen werden wie folgt geregelt: ES sollen erhalten e) Ledige 16 M. pro Monat, b) Verheiratete ohne Kmder 20 M. pro Monat und für jedes Kind unter 16 Jahren 6 M. pro Monat mehr, c) ledige und verwitwete Personen mit eigenem Haus- halt und solche, die andere Familienmitglieder zu unterhalten haben, werden den Verheiratelen gleichgestellt. 4. Für die in den Pflegeanstalten beschäftigten Personen, die dort K o st erhalten, findet folgende Regelung statt: a) Unverheirateten, die Kost und L o g i s in der An- stalt bezieben, wird die Teuerungszulage auf 15 M. pro Monat erhöht. b) Verheiratete und Verwitwete, die K o st in der Anstalt beziehen, aber einen eigenen Hausstand oder andere Familien- Mitglieder außerhalb der Anstalt zu erhalten haben, erhalten die Bezüge wie unter a) angeführt. Außerdem werden für ihre Familien pro Tag 50 Pf. besonders vergütet. Die gleiche Regelung tritt für die Krankenhäuser in Kraft, soweit die dort beschäftigten Personen nicht bereits höhere Teuerungs- zulagen erhalten. Ein amtlicher Bescheid ist noch nicht eingegangen. Es sei, wie Münlner noch mitteilte, der Versuch in Aussicht gestellt, die Zulage für Groß-Berlin gemeinsam zu regeln. Wegen der diesjährigen Regelung der Urlaubsfrage teilte Redner mit, daß vom Magistrat die Entscheidung so gefaßt ist, daß, wer von den Arbeitern nicht einen höheren Anspruch hat als zehn Tage Urlaub, seinen volle» Urlaub erhält. Es kommen somit wohl alle Arbeiter in den Genuß des Urlaubs. Wo aber dringender Verhall- nisse wegen der Urlaub nicht, oder nur gekürzt gegeben werden kann, wird eine entsprechende Entschädigung gewährt. In der Dtskuision wurde ausgeführt, wenn der Magistrat besiere Löhne zahlen würde, er genügend Arbeiter erhalten und somit in jedem Falle Urlaub gewähren könnte. Es dürfe auch nicht vor- kommen, daß Arbeiier freiwillig auf den Urlaub verzichten, um dafür lieber die Entschädigung zu nehmen. Ein Ausspannen brauche der Arbeiter heute nötiger denn je. Weiter berichtete Müntner noch über die Fürsorge für die Kriegs- beschädigten, wie über den Sparzwang der Jugendlichen und die Maßnahmen, die von den Gewerkschaften in diesen Fragen getroffen wurden. Hoffmann wies noch darauf hin, daß eine vorherige Anmeldung bei Beginn einer Krankheit im Bureau nicht nötig sei. veutiÄes Neich. Konflikt in der schweizerischen Uhrenindustrie. In einer großen Uhrenfabrik in Chaux-de-Fonds haben die Arbeiter die Kolleklivkündigung auf 14 Tage eingereicht, weil ent- gegen den bezüglichen Bestimmungen des bestehenden Tarisver- träges zwischen der Gewerkschaft und der Firma die Frauenarbeit auf" weiter? Teile der Uhrmacherei, die bisher die Männer herstellten, ausgedehnt werden soll. Mus öer Partei. Vom Genosica Wehker geht uns nachstehende Erklärung zu: Die Erklärung meines Freundes Eisner bildet einen starken Anreiz zu einer materiellen Erwiderung. Ich verzichte dennoch daraus. Empfindungen, die man hoffentlich zu schätzen weiß, halten mich ab, das Schauspiel einer Auseinandersetzung zwischen uns noch dazu im„Vorwärts" aufzuführen, die ja an den Dingen doch nichts änderte, wohl aber für etliche Beteiligte sicher ebenso schmerz- lich wie für andere doch eine Gaudi wäre. Daß die Stellungnahme zum gegenwärtigen„Vorwärts"-Konslikt mit der Stellungnahme zu den allgemeinen politischen und Parteifragen zusammenhängt, werden wohl die wenigsten bestreiten. Ich möchte auch die gegenwärßgen Auseinanderseßungeji in der Partei nicht noch mit einer Wiederaufrollung des alten Streites belasten. Zeigt doch schon Eisners Darstellung, wie barschieden heute solche Betrachtungen und Urteile über die damaligen Vor- gänge ausfallen können und wie nahe die Gefahr liegt, selbst alten Freunden unrecht zu tun und sich dann gegenseitig zu erhitzen. Acs- halb nur das eine: Genosse Eisner sollte ciuschen, daß er nicht berechtigt ist, m Beziehung auf mich Behauptungen aufzustellen, die einen Zweifel darüber lassen, als ob nicht Meinungsverschiedenheiten den An- laß geboten hätten, mir die Stellung kündigen zu wollen. Glaubt er jedoch zu wissen, daß ich aus einem anderen Grunde gekündigt werden sollte, dann wäre er doch wohl verpflichtet, es wenigstens jetzt zu sagen, wenn es auch bisher mir selbst unbelauirt geblieben ist. Ebenso sollte es Eisner unterlassen, Behauptungen aufzu- stellen über angebliche Widersprüche zwischen dem, was mich da- mals bewegt hat und was mich heute bewegt, denn darüber kann er nichts wissen. Die schmerzliche Ueberraschung, die Eisner als Grund dafür anführt, daß er jetzt im„Vorwärts" das Wort zu der Sache nimmt, könnte ich ihm im vollen Umfange zurückgeben. Zu anderen Erklärungen in dieser Angelegenheit werde ich mich nicht mehr nötigen lassen. Bochum, 27. April.____ Heinrich W e tz k c r. Stellungnahme zur Fr..Itl0ttZspaltung. Eine Funknonärsitzung des Wahlkreises Düsseldorf nahm zu den letzten Vorgängen in der Partei Stellung. Nach au-führ- sicher Debatte gab die Sitzung mit 48 gegen eine Stimme ihre Zu« stimmung zu den schon mitgeteilten Beschlüssen, wie sie in der letzten Sitzung der Bezirksleitung des SliederrheinZ angenommen worden find. Wie wurde der„Vorwärts" Zentralorgan? In dem Artikel vom 26. d.?N. ist durch ein«schreibversehen als Entstehungsdatum des„Sozialdemokrat" der 1. Januar 1879 statt 1. Oktober 1879 angegeben. Tic Probcnummer des„Sozialdemokrat" erschien am 28. September 1879. Bei dieser Gelegenheit sei auch ein von unseren� Lesern wohl schon korrigierter Satzfehler berichtigt. Es muß heißen:„Die Eisenacher hatten als Zentralorgan den„Volks- staat" in Leipzig, die Lassalleaner den„Neuen Sozialdemokrat" in Berlin: nach der Vereinigung im Jahre 1875 erschien dreimal wöchentlich als Zentralorgan der geeinigten Parteien der„Vor- wärts" in Leipzig unter Liebknechts und Hasenclevers Redaktion. Mus Industrie und Handel. Die Einstellung der Goldankäufe seitens neutraler Staaten. Die„Nowoje Wremja" vom 17. April gibt einen Artikel der in Finanzfragcn autoritativen„Torgo'.vo"Promyschlennaja Gaseta" wieder, in dem darauf hingewiesen wird, daß einige neutrale Staaten den Goldankauf verweigern und die freie Goldprägung emstellen, womit sie die Entwertung des Goldes auf eine mehr oder weniger geraume Zeit ver- längern. Damit macheu sie das letzte Mittel der krieg- führenden Staaten, dem Sinken der Valutenkurse durch Gold- ausfuhr Einhalt zu tun, zu nichte und verschärfen weiter künst- lich die Entwertung der fremden Valuta." Die„Nowoje Wremja" bemerkt dazu:„Man sagt, daß wirtschaftliche Interessen mehr als alles in der Welt zur Vereinigung bei- tragen. Werden nicht alle kriegführenden Staaten unter- einander einen Bund gegen die Neutralen schließen müssen?" Das rheinisch-westfälische Kohlensyndikat hielt am 4. Mai eine Versammlung der Zechenbesitzer ab. auf deren Tagesordnung nur die Beschlußfassung über eine anteilige Ver- ringerung sämtlicher Berkaufsbeteiligungen für Mai und Juni steht. Die Kohleuversorgnng Italiens. .Ftalia" vom 15. April veröffentlicht eine Mitteilung bei italienischen Handelsdclegierten in London, wonach die englische Regierung die Ausfuhrerlaubnis für Splint-Kohle wegen der in der letzten Zeit erfolgten starken Kohlenausfuhr nach Schottland vor« läufig verweigert. Es wird daher den italienischen Industriellen gc« raten, ebenso wie die englischen Munitionsfabriken statt der Splint- Kohle andere Qualitäten zu verwenden. Bei den AuSsuhrgesuchen ist der Verwendungszweck der Kohle und die Art der Hochöfen und Kesiel, für die sie bestimmt ist, anzugeben, weil das englische Amt sich die Freiheit vorbehält, andere Qualitäten als die geforderten zu bewilligen. Um den Kohlenverbrauch herabzumindern hat die italienische Regierung der Kammer einen Gesetzentwurf vorgelegt, durch den die Elektrizität für Heizungszwecke von der Steuer befreit werden soll. Der Dhnom Kriegsgewinue am 27. Mai stattfindenden Generalversammlung ds �ynamit-Aktien-Ges ellschaft vormals Nobel u. Co. wird, wie aus Hamburg berichtet wird, die Verteilung einer Dividende von 20 Proz. vorgeschlagen werden. �1 /OicöKaifr. gioli'linhe � Frau a AKwsaJiam Hol- Meseäna-u.RoMortrjink-Eell. G.25Bar! tlfir.Sa, Femsp. Erst. 13788 ifoinnrsjn Anzsagruberstr. cimsaaÄÄ«. Nation&l-Bad, Bnmnenstr.$. Fassage- Bad SÄ Eetonn-Bad, Wiener Str.«5, dl Bütcfaer- u- KaKUhorefaM» p Br. Friedridi, Eiscnbahastr. 31. A-GfoStunakr/i Ilo-h.-ypr.or-t 17. 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Aber auch die„Arbeitsgemeinschaft" darf der � sozialdemokratischen Fraktion gegenüber keine G c h e i m d i p l o- ' matie treiben. Die Mitglieder der sozialdemokratischen Orgaiii. sation, die in der Fraktion sitzen, haben zweifellos auch das Recht, zu erfahren, was ihre nicht mehr Fraktionskollcgcn, aber doch Parteigenossen von der„Arbeitsgemeinschaft" beraten und bc- schließen. Das erstrebte Ziel kann auf verschiedene Weise erreicht wer- den. Entweder man beschließe: Jedes Mitglied der einen Irak- tion hat das Recht, den Sitzungen auch der anderen Fraktion als Zuhörer beizuwohnen(wobei Voraussetzung wäre, daß nicht gleichzeitig getagt wird). Oder: Jede Fraktion ist berechtig!, einen Verirauenomann als Berichterstatter zu de,, Sitzungen der anderen zu entsenden. Oder zum allermindcsten: Jede der beiden Fraktionen und jeder der beiden Vor- stände sind verpflichtet, ihre Beschlüsse so rasch Ivie möglich dem Vor st and der anderen Fraktion mitzuteilen. Darüber hinaus wäre die Einsetzung einer Schlichtungs- k o m m i s s i o n wünschenswert, deren Aufgabe es wäre, den Streit auf dasjenige Gebiet zu beschränken, auf dem wirklich un- übcrbrückbarc Meinuiigsvcrschlcdeuheiteu bestehen. Dadurch könnte, ohne daß die EntschlicßungSfrcihcit der neuen Gruppe irgendwie beschränkt wird, viel unnützer Krakeel sicher vermieden werden. Wenn aber die Einsetzung und offizielle Anerkennung einer solchen Kommisston heute noch nicht möglich ist, so werden sich hoffentlich auf beiden Seiten ruhige und verständige Männer finden, die in- offiziell zu leisten versuchen werden, was die Aufgabe einer solchen Kommissioll wäre. Heute stehen wir vor der traurigen Tatsache, daß die Vorstände der beiden Fraktionen zwar jeder mit dem Vorstand irgend einer bürgerlichen Fraktion, aber nicht miteinander ver- handeln können. Haase kann i»!t dem Grafen Westarp ruhig rede», Schcidemann mit Spahn, aber Haase kann nicht mit Schcidemann, Scheidcmann nicht mit Haase sprechen. TaS ist ein krankhaft unnatürliches Verhältnis. Wer das parlamentarische Getriebe einiger- maßen kennt, der ivciß, wieviel geschäftlich formale und manchmal auch sachliche Vorbesprechungen notwendig sind, um die Maschine in ruhigem Gang zu erhalten. Fraktion und„Arbciisgcmeinschaft" müssen sich miteinander wenigstens so loeit verständigen, wie sie sich beide mit bürgerlichen Fraktionen verständigen könne». Sonst gibt es jeden Tag wegen Kleinigkeiten neuen Streit und öffentliche gegenseitige Anrempelungen. Tie notwendige Verständigungsarbeit wird also durch einzelne vernünftige Mitglieder der beiden Fraktionen geleistet werden müssen, wenn man sie nicht einer besonderen offiziell anerkannten Kommission übertragen will. Ties sind aber schon ziemlich weitgehende Wünsche. Wich- tigcr als sie und entscheidend für die weitere Entmickelung der Tinge ist der Verzicht auf Geheimniskrämerei und alle llcbcrraschungScssekte. Durch parlamentarische Manöver eine Fraktion in Verlegenheit und in scheinbar schiefe Situationen zu bringen, ist keine große Kunst, obgleich man frei- lich dabei wieder leicht in die Grube fallen kann, die man dem anderen gegraben hat. Aber so darf es nicht werden, daß die Fraktionen nur gegeneinander Teufeleien aushecken und darüber die sachliche Arbeit im Interesse des Volkes vernachlässigen. Darum heißt es für beide Seiten: Karten ans de» Tisch! Offenheit und Ehrlichkeit, wie es sich unier Parteigcuosscn gehört, auch wenn sie bis auf weiteres keine Fraktionsgenoffen mehr sind! Offenes Aussprechen ernster, sachlicher Meinungsverschiedenheiten! Slber kein Streit um Nebensächlichkeiten, keine persönliche Gc hässigkcit, die tvieGift immer weiter frißt, kein unlauterer Wettbewerb und keine lleberrunipe lungsver suche! Dann wird es auch keinen Skandal geben! Friedrich Stampfer. Wir sind dem Wunsche des Genossen Stampfer nach- gekommen. Ehe sich zu seinen Vorschlägen etwas sagen läßt, inüsscn sich erst die beiden Fraktionen als die Haupl- beteiligten zu seinen Anregungen äußern. Sie haben also zunächst das Wort. Ms Groß-Gerlm. Zur kommunalen§!eischverso?gung. Der Krieg hat den Gemeinden fortgesetzt neue Ausgaben gestellt. Die wichtigste ist die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln. In Verlin hat auf diesem Gebiet so gut Ivie alles im argen gelegen, und wie oft sind unsere Genossen im Rathaufe verspottet worden, wenn sie verlangten, die Ge- mein de sei zu einer großzügigen Lebensmittelversorgung in erster Linie berufen. Jetzt rächt " F'" sich . MW. die llnterlassung der Gcnieinde und in sehr vielen Fällen muß die Stadt viel Lehrgeld zahlen; es sei nur ans die Kartoffelversorgung hin- gewiesen. Der Krieg hat aber die Gemeinden genötigt, auch das Gebiet der Lebensniittelversorgung in den Vereich ihrer Auf- gaben cinznbcziehen. Es dürfte von allgemeinem Interesse sein, in welcher Weise bestimmte Gemeinden die Fleischvcr- sorgung regeln. Für die Fleischversorgung der Stadt Nürnberg sind nach einer Zusammenstellung des„Fränkischen Kurier" vom 1. Mai ab die folgenden Maßnahmen in Aussicht genommen: 1. DaS von der FleischversorguugSzeinrale(in München) überwiesene Bich wird von einer von der Siadtvcrwaliung eingesetzten Kommission übernommen und auf städtische Kosten abgeschlachiet. 2. Die bei der Schlachtung sich ergebenden Nebenprodukte worden von der Stadt verwertet. 3. Die Verteilung des Fleische« an die Fleischer nimmt die obengenannte Koimmssion vor; geplant ist die Verlosung der Be stände. 4. Als Maßstab für die Zuweisung des Fleisches ist für die erste Bersorgunaspcriode die Hülste der bisher von den Fleischern be- zogenen Fl-ischmengen in Aussicht genommen. Die weiteren Bezüge erfolgen auf Grund der eingelieferten Fleischkarten. 5. Fleisch wird nur gegen Fleischkaricn abgegeben. Die Kou- sumcntcn haben das Recht, sich zum Bezug von Fleisch ein Geickän zu wähle», an das sie gebunden bleiben, wenn nicht durch un- gewöhnliche oder besondere Gründe eine Aenderung behördlich bc- stimmt wird. 8, Für alles Fleisch— sei es vom besten Ochsen oder von der schlechtesten Kuh— werden Einheitspreise festgesetzt z den Fleischern wird eine angemessene Vergütung für die Uederna'hme des FleisÄ- Verlaufs gewährt, die im Verkaufspreise des Fleisches entHallen ist. 7. Das Fleisch mutz in den Fleischerläden abgeholt werden; für die Zusendung des Fleisches wird ein noch näher festzusetzender Zuschlag zum Fleischpreis erhoben. 8.'Bei der Fleischverteilung werden die für die Wurstbereitung benötigten Teile zurückbehalten! die Wurstfabrikation wird von der Stadt in Regie betrieben. Auch die Wurst wird in den Fleischer- lüden verkauft. Die Regelung ist autzerordentlich straff und läßt die privaten Ladenschlächtcrgeschäfte lediglich als kommunale Verkaufs- stellen weiterbestehen. Die Stabilität der Verteilung von An- gebot und Nachsrage ist durch das System der festen Kundschaft sichergestellt! OualitätSbcvorzugungen sind im Rahmen des über- Haupt Möglichen durch die Verlosung der Zufuhren und durch den festen Einheitspreis ausgeschaltet. Besonders bemerkenswert ist die llebernahnie der gesamten Wur st Herstellung in st ä d t i s ch e Regie. Sie ermöglicht, die für die Fabrikation der- sügbaren Vorräte in der rationellsten Weise auszunutzen und dabei Zusammensetzung und Güte der Produkte und angemessenes Ver- hältnis beider zum geforderten Preise vollständiger als bei irgend einer anderen Veriorgungsmeihode zu gewährleisten.— Natürlich stellt die ganze Regelung erhebliche Ansprüche an die organisa- lorische Tüchtigkeit und Beweglichkeit der Stadtverwaltungen, die sie etwa einführen wollen; aber diese Ansprüche dürften kaum unerfüll- bar sein. Selbsthilfe gegen Ucberteuerung. Ter Kriegsausschutz sür Konsumenteninteressen, Bezirk Leipzig, hat an ollen Anschlagsäulen der Stadt ein grosses Plakat anbringen lassen, das von allen dem AuSschutz angehörenden Vereinen unter- zeichnet ist und folgendermatzen lautet:„Gegen die Ueberteuerung schützt sich die Leipziger Einwohnerschaft am besten durch strenge Einhaltung und Kontrolle der behördlichen Kriegsvorschriften. Zu ihrer richtigen Durchführung genügen die infolge des Krieges in ihrer Zahl bedeutend verringerleii Beamten allein nicht. Darum ist der Grundsatz aufzustellen: Das Volk mutz sich selbst helfen, indem es alle Ueberschreitungen, die ihm zur Kenntnis gelangen, bei der Geschäftsstelle des Kriegsausschusses sür Konsumenteninteressen ohne Ansehen der Person zur Weiterverfolgung meldet. Diese Meldung ist keine Denunziation, sondern ein Schutz gegen die inneren Feinde, ohne deren Niederringung die Erfolge unserer Feldgrauen gefährdet werden.'_ Die Fleischauktionen eingestellt. Infolge der Preistreibereien, wie sie bei den Auktionen in der Zentralmarkthalle besonders in den letzten Tagen vorgekommen sind, finden Versteigerungen von Kalb- und Hammelfleisch, Wild und Geflügel bis auf weiteres nicht mehr statt. Tie Regelung der Abgabe von Zucker. Zuckerhöchstprcise. Nach einer gestern, anr 28. April, erlassenen Verordnung des Magistrats darf die Abgabe von Zucker an die Verbraucher vom l. Mai ab nur auf Grund von Zuckerkarten erfolgen, die vom Magistrat durch die zuständigen Brolkommissioncn in gleicher Weise wie die Brotkarten ausgegeben werden. Jeder Einwohner erhält eine Zuckerkarte, auf die 1I3 Pfd. in acht Kalendertagen abgegeben und entnommen werden darf. Die Zuteilung an Krankenhäuser, Kliniken, Apotheken, Wohltätigkeitsanstalten. Bäckereien, Konditoreien, Gast- Häuser und dergleichen unterliegt besonderer Regelung. Im Betriebe von Gast- und Speisewirtschaften, Bäckereien, Konditoreien und Cafes darf Zucker an Gäste zuin alsbaldigen Verbrauch an Ort und Stelle ohne Vorlegung der Zuckerkarten abgegeben werden. Die auf Grund der Zuckerbestandsaufnahme nachgewiesenen Bestände werden auf die nächsten Zuckcrkarten angerechnet werden. Die Re- gelang durch Zuckerkarten erfolgt einheitlich durch Grotz-Berlin, und zivar für das die Butterkartengemeinschast Grotz-Berlins umfassende Gebiet. ES ist dringend erforderlich, mit den vorhandenen Vov rätcn haushälterisch umzugehen und schon jetzt für die Einmachezeit nach Möglichkeit einzusparen. Ferner hat der Magistrat eine Verordnung über Zucker- Höchstpreise im Kleinhandel erlassen. Danach darf der Preis für je 1 Pfund Zucker im Kleinhandel nicht übersteigen: Für Melis oder gemahlenen Kristallzucker 30 Pf., gemahlene Raffinade 32 Pf., für Würfel II �gewöhnlichen Würfelzucker) 32 Pf., sür Würfel I jKristallwürfelzucker) 34 Pf. und für Brotzucker 34 Pf. Ein Zuschlag für Verpackung darf nicht bereckmct werden. Als Kleinhandel gilt der Verkauf an den Verbraucher, soweit er nicht Mengen von mehr als 30 Pfund zunr Gegenstand hat. Ablieferung von Gegenständen aus Reinnickcl. Sflach der Verordnung des Oberkommandos in den Marken vom 13. März 1916 in Verbindung mit den dazu erlassenen Ausführungsbestimmungen des Magistrats Berlin von demselben Tage sind 1. Haushaltungen, 2. Hauseigentümer, 3. Unternehmungen zur Verpflegung fremder Personen, insbesondere Gast- und Schank- wirtschaften, Pensionat?, Kaffeehaus-, Konditorei- und Küchen- betriebe, Kantinen, Speiseanstalten aller Art, auch solche auf Schiffen, Bahnen und dergleichen, 4. ö f f e n t l i ch e(einschließlich kirchliche, stiftische usw.) und private Heil-, Pflege- und Äuranst alten, Kliniken, Hospitäler, Heime, Kasernen, Er- ziehungs- und Strafanstalten, Arbeitshäuser und dergleichen, die folgende Gegenstände aus Reinnickcl noch im Besitz haben, nämlich: Einsätze für Kocheinrichtungen, wie Kessel, Deckel- schalen, Jnnentöpfe nebst Deckeln an Kipptöpfen, Kar- toffel-, Fisch- und Fleischeinsätze usw. nebst Reinnickcl- armaturen verpflichtet, diese unbeschadet aller bisher erstatteten Mel- düngen bis zum 1. M a i d. I. dein MagistratLkommissar für Militärangelegenheitcn(Metallabteilung) unter der An- schrift„Bureau der Metallabteilung. Berlin C 2 Stadthaus. Klostcrstraße, Zimmer 89/40" auf dem vorgeschriebenen Vor- druck zu melden. Die Vordrucke sind im Bureau der Metallabteilung erhältlich._ Sparztvang der Jugendlichen. Uns wird geschrieben: Durch die Presse läuft eine Notiz, wo- nach der durch Erlatz deS Oberkommandos in den Marken vom t8. März verfügte Sparzwang der Jugendlichen bis zum 18. Lobens. jähr ausgedehnt werden soll auf die Jugendlichen bis zum 20. Lebens- jähr. In der betreffenden Notiz heitzt es, datz die Kgl. Artillerie- Werkstatt Spandau bei den in Frage kommenden Kommunal- verbänden angeregt habe, eine Ausdehnung des Sparzwanges auf die Jugendlichen bis zum 20. Lebensjahre zu verfügen. Eine solche Ausdehnung wäre nur möglich dmch Aenderung des Erlasses vom 13. März. �. Wir halten jedoch eine derartige Massnahme nicht für angezeigt. Die Erfahrung lehrt jetzt schon, datz von dieser Massnahme eine ganze Reihe von Familien getroffen werden, in denen der Jugendliche durch seinen Verdienst die Stütze des Haushaltes ist. Es erwächst den Kommunen durch die Anträge auf Freigabe eines Teils des Sparguthabens allmonatlich eine ungeheure Arbeitslast, die in keinem Verhältnis zu dem gewollten Zweck steht. Will man den Missbrauch und die Ausschreitungen der Fugend. lichen(falls solche vorkommen) beseitigen, dann dürfte es genügen, wenn, wie es der Ausschuss des Gewerbegerichts Berlin vorschlug, auf Antrag der Eltern oder des zur Erziehung Verpflichteten, der Lohn nicht an den Jugendlichen, sondern an andere Stelle gezahlt werden würde. Nun soll der Sparzwang gar noch auf die Jugendlichen bis zum 20. Lebensjahr ausgedehnt werden, ohne daran zu denken, dah doch der Jugendliche nach den gesetzlichen Bestimmungen gehalten ist, mit dem 18. Lebensjahre bereits das Vaterland zu verleidigen, Er ist also verpflichtet, sein Gut und Blut für das Vaterland ein zusetzen, wird aber nicht für fähig angesehen, über seinen Arbeits- verdienst verfügen zu können. Nach uns gewordenen Informationen ist Veranlasserin der Massnahmen gegen die Jugendlichen die Innere Mission der protestantischen Kirchengemeinschaften. In jenen Kreisen scheint man sich der Ansicht hmzugeben, Ausschreitungen einzelner durch Massnahmen gegen die Gesamtheit bekämpfen zu können. Das ist ein fundamentaler Irrtum. Wir erheben heute schon entschieden Einspruch gegen die Aus- dehnung des Sparzwanges der Jugendlichen bis zum 20. Lebens jähre, weil wir uns irgendeinen praktischen Erfolg davon nicht ver- sprechen können, vielmehr überzeugt sind, datz dadurch nur noch mehr Erbitterung geschaffen wird._ Tödlicher Strastenunfall. Ein bedauerlicher Strassenunfall, bei dem ein Kind getötet, ein zweites verletzt wurde, hat sich am gestrigen Freitagvormittag gegen Uhr in Tempelhof ereignet. Dort versuchten vor dem Hause Berliner Strasse 00 zwei vierjährige Mädchen Hildegard Barsch und Charlotte Puhlmann unmittelbar vor einem in der Richtung nach Mariendors fahrenden Strassenbahnzug der Linie 70 das Gleis zu zu überschreiten. Der Fahrer versuchte mit aller Kraft den Zug zum Stehen zu bringen, daS war ihm jedoch bei der geringen Entfernung nicht mehr rechtzeitig möglich. Die beiden Kleinen wurden um- gerissen und Hildegard Barsch geriet unter den vorderen Schutz rahmen, während das andere Mädchen zur Seite geschleudert wurde. Als der Wagen mittels mitgeführter Winden angehoben und die B. befreit wurde, war die Kleine bereits tot; sie hatte einen schweren Schädelbruch und innere Verletzungen erlitten. Die kleine Puhlmann kam mit Hautabschürfungen an den Füssen davon. Brotkartcndicbc sind im Norden der Stadt wieder aufgetreten. In der Nacht zum Freitag drangen sie in die Räume der 16ö. Brot lommission in der Höheren Mädchenschule in der Böttgerstr. 10 ein und stahlen 600 Tageskarten für die nächsten Wochen. Anmeldepflicht ausländischer Margarine. Verschiedene Vorkommnisse haben der Zentraleinkaufsgesellschaft, Abteilung 12, Margarineeinfuhr, Berlin ITW 7, Unter den Linden 68a, Veranlassung gegeben, darauf hinzuweisen, dass laut der Ver ordnung des Herrn Reichskanzlers vom 12. Januar 1916 sämtliche aus dem Auslande eingeführte Margarine der Zentraleinkaufsgesell- schafl m. b. H., Abteilung 12, Margarineeinfuhr, Berlin IW 7, Unter den Linden 68a, abzuliefern ist. Bestandaufnahme von Druckpapier. Berlin, 26. April.(W. T. B.).Räch der Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 19. April 1916 über Druckpapier sind die zu den vorgeschriebenen Meldungen über den Verbrauch an unbedrucktem, maschinenglattem holzhaltigen Maschinen- druckpapier erforderlichen Vordrucke von der K r i e g s w i r t- schafts stelle für das Deutsche Zeitungs- gewerbe G. m. b. H., Berlin G 2, Breite Str. 8/9, Fernsprecher Zentrum 10976, 10977, Telegrammadresse: Kontingent Berlin, anzufordern. Die Aufnahme der Bestände hat am 4. Mai 191 6, abends 6 Uhr, zu erfolgen. Zu dieser Bcstandaus nähme sind alle Personen, Firmen usw.(insbesondere go werbsmäßige Erzeuger, Händler, Verleger, Drucker, Lager Halter), die unbedrncktes, mascknnenglattcs holzhaltiges Maschinendruckpapier am 4. Mai 1916, abends 6 Uhr, in Gewahrsam haben, verpflichtet. Mit Rücksicht auf die Strafen, die bei Unterlassung der vorgeschriebenen Meldungen angedroht sind, wird empfohlen, sich die in Betracht kommenden Vordrucke von der Kriegs- Wirtschaftsstelle rechtzeitig zu beschaffen und diese in Zweifels- fällen schriftlich oder telephonisch um Auskunft zu ersuchen. Freibnd Müggelsee. Am Sonntag, 14. Mai, öffnet das zwischen Fricdrichshagen und Rahnsdorf herrlich am Müggelsee gelegene Freibad wieder seine Pforten und ladet zum Besuch ein. Das Bad ist täglich von 7 Uhr morgens ab geöffnet. Es wird ein Eintritts- geld von 10 Pf. sür Erwachsene und 5 Pf. sür Kinder im schul- Pflichtigen Alter erhoben. Dutzendblocks für Erwachsene kosten 1 M. und solche für Kinder 50 Pf. Für Aufstellung eines Zeltes sind pro Saison 4 M. zu entrichten. Die Garderobengebühr beträgt 5 Pf. Das Bad ist mit der Eisenbahn von Friedrichshagen und Rahnsdorf auS auf schönen Waldwegen bequem zu erreichen. Dieses Unter- nehmen hat nur einen rein gemeinnützigen Charakter und ist dem Wohle der Volksgesundheil gewidmet. Wer ist der Tote? Aus dem Stadtkanal gelandet wurde in Potsdam gestern die Leiche eines Mannes, dessen Feststellung Schwierigkeiten macht. Der Unbekannte hat wohl erst etwa vier Tage im Wasier gelegen. Er ist etwa 23 Jahre alt und mittelgrotz, hat dunkelblondes Haar und trug einen braunkarierten Anzug und ein blaues Vorhemd mit blauer Krawatte. Sein weisses Taschentuch ist ?. ck. gezeichnet. Die Leiche wurde nach dem neuen Friedhof in Potsdam gebracht. DaS Befinden der von ihrem Bräutigam, dem Grafen Wulf v. Schliefen, verwundeten Opernfängerin Claire Haecker hat sich so- weil gebessert, dass sie das Bewusstsein wiedererlangt hat. Die junge Dame, die auf Wunsch� ihres Bräutigams nach Veröffentlichung der Verlobung ihre Bühnenlätigkeit aufgegeben hat, bestätigte ibren am Krankenlager weilenden Verwandten, dass ihr Verlobter im Ein- Verständnis mit ihr auf sie geschosien hat. Schlimmer daran ist der Offizrer. dem die Kugel durch die reckte Schläfe ging und ausserhalb des Gehirns auf der linken Seite herausdrang. Es ist zu befürchten. dass, wenn v. Sch. mit dem Leben davonkommen sollte, er für immci blind bleiben wird.__ Landsturmpflichtige österreichisch-ungarischer Staatsangehörigkeit. 1. Alle im Jahre 1895 geborenen österreichischen und ungarischen Staatsangehörigen bezw. bosnisch-herzegowinischen Landesangehörigen ohne Ausnahme werden in der Zeit vom 80. April bis 9. Mai 1916 bei einer Konskription(Aufnahme der Musterungsblätter behufs vorhergehender Feststellung der Identität) und hiernach in der Zeit vom 11. bis 16. Mai 1916 einer Musterung unterzogen werden. Zur Kon- skription zu erscheinen haben: Die in Groß-Berlin und in der Provinz Konskriptionstag: . 29. April 1916 konfulate, Berlin UV, Keithstr. 3, 1 Tr., an folgenden Tagen zwischen 9 und 12 Uhr: deren Familienname mit dem Buchstaben beginnt: A bis einschliesslich E F.. J... 1. Mai.. K, tr 0... 2.„„ P.. S... 3., T., Z... 4.„ 2. Die Landsturmpflichtigen haben ihre heimatlichen Aus- wcispapiere(Reisepaß, österreichisches oder ungarisches Arbeits- buch, Heimatsschein, eventuell die Ausweispapiere ihres Vaters, ferner einen polizeilichen Anmeldeschein und schließlich zwei unaufgezogene Photographien mitzubringen. Die in Deutsch- land Geborenen haben auch ihren Geburtsschein abzugeben. Jeder hat seine richtige Hcimats-(Zuständigkcits-) Gemeinde richtig anzugeben. 3. Die militärärztliche Untersuchung(Mu- st e r u n g) selbst findet nach Beendigung der Konskriptions- arbeiten in der Zeit vom 11. bis 16. Mai in den Räumen der Landwchrinspektion, Berlin-Schöneberg, Gcneral-Pape- Straße, von 9 bis 12 Uhr mittags statt. Zu erscheinen haben sämtliche Musterungspflichtigen des Jahrgangs 1898, die ihren ständigen Aufenthalt in Groß- Berlin, Provinz Brandenburg, Provinz Sachsen oder im Herzogtum Braunschwcig haben: deren Familienname mit dem Buchstaben beginnt: A bis einschliesslich E, MuslerungStag; 11. Mai 1916 J. 12 0... 13." l S... 15..„ Z... 16... eines Landsturmpflich- jenem Musterungstagc stattfinden, der für den ständigen Aufenthalts- ort des Betreffenden zuständig ist. Eine ander- wärts vorgenommene Musterung ist ungültig, sofern der Be- fund auf„nicht geeignet" lautet. Bewilligungen zur Vornahme der Musterung an anderen Orten dürfen nicht erteilt werden. Eine persönliche Vorladung erfolgt nicht. Der k. u. k. Generalkonsul. Szarvasy. F K. P. T, 4. Die Musterung t i g e n darf nur an ßm den Gemeinden. Mctallcnteignung in Neukölln. Bei der auf Grund der Verordnung des Magistrats vom 31. März 1916 durchgeführten Zwangsvollstreckung hmsichllich der nach der Bekanntmachung des Oberkommando- vom 16. November 1915 enteigneten Gegenstände aus Kupfer, Messing und Reinnickel stossen die Beamten der Melallsammelstelle wiederholt auf Unkennluis seitens der Betroffenen; auch werden in den Haushaltungen vielfach enteignete Gegenstände angetroffen, die bisher nicht abgeliefert sind. Zur Bebebung dieser Unkenntnis weift der Magistrat nochmals darauf bin, dass nach der Bekanntmachung deS Oberkommandos alle Wiltschaft-gegenftände aus Kupfer. Messing oder Reinnicket, auch wenn sie mit einem ander- gearteten Ucberzuge versehen sind, die in Küchen und Backstuben gebraucht werden, enteignet sind und abgeliefert werden müssen. Außerdem sind enteignet: Waschkessel, Türen an Kachelöfen und Kochherden, Badewannen, Warmwasierschiffe,-be- Hölter,-blasen,-schlangen, Druckkessel. Warmwasserbereilerch: erteilt. Aiüragc», dcuc» leine AbonnementSguittung beigefügt ist, werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Svrechstunde vor. Bcrträge, Echriitsiüar und dcrglcichc» bring« man in di« eprcailtniidc mit. W. D. 100. Das balten wir für auZgcschlolscn. �Dic Entscheidung darüber aber tristt der Militärarzt.— F. it. 100. 1. Stellen Sic einen Antrag aus Kricgseltcrngcld beim zuständigen Polizeirevier. 2. Wenn die Erbauseinandcrsctznng nicht schon 1913 ilaltgciundcn hat, laim die Tochter sie seht beaniragcn.— M. 30. Da eine Veränderung in Ihren Familien- �..1. ü i 1„1,4 � nl»-.il, m ii'i tn-»X CVfi.trti» Xir* die Auszeichnung des Eisernen Kreuzes gibt es einstweilen leine besou- deren Bezüge. 2. Ihre Frau erhält Unterstützung, wenn Vedürstigkelt als vorliegend erachtet wird. 3. Wenn Sic Bcschl dazu erhalle», müssen Sie diesem Folge leisten: andcrnsalls werden Sic bestrast.— M. 33. New. — Zf. W. 76. An die städtische Geschäftsstelle, Memeler Str.. 24—25— R. N. 17. Ja.— P. W.'Tie Erben müssen für die Miete auskömmen. Die Kündigung der Wohnung ist zulässig zum 1. Ollober d. I.—. B.-p. Skalilier Str. Nur wem, die Wnlin Ihnen Ichristlich die Zusicherung gibt, das, der Vertrag oclöit ist, törmen Sic sofort ziehen. Soim mutzten Sic der Geiundheitspölizei von dem Zustand der Wohnung Mitteilung machen.— M.<«. 17. Sic müssen die Kirchensteuer sür das Jahr 1913 noch zahlen.— gibt. 20. 1. und 2. Ja. 3. Staatseiutommcnstcuer nicht, aber Kommunalsteuer.— Sioiv. 3S. Bruchanlage und allgemeine Körper- schwäche, landsturmp süchtig.— M. 23. 21. Solange Ihr Mann nicht aus dem Mililärdicnst entlasscii ist, haben Sic Anspruch auf Unterstützimg.— F..*». 32. Sic sind zur Zahlung der Stempelsteuer verpslichtel. P.«OO. Zahlen Sic die Beiträge sür die verlangte Zeit, dann baben Sie noch Anspruch aus die Leistungen der Kasse, denn Sic sind somit erst im Oktober aus der Kasse ausgeschieden. Und da Sic am 7. November er- krankten, trat der Ertianlmigssall inncrhaw drei Wochen nach Ausscheiden aus der Llranlenlasse ein._ WettcrauSsichte» für das mittlere Norddeutschland djS Sonntag mittag. Im Osten zeitweise ctivaS stärker bcwöllt, sonst vor- wiegend heiter und trocken; am Tage ziemlich wanir. Bei Blutarmut Bleichsucht, Appetitlosigk., allgem. Schwäche besoud. bei Frauen u. Kindern ist das wohlschmeck. Haematieum-Slausch ärztl. bevorz.(St. Fl. 2.60 d. alle Apoth. auf wirtschaftlichem Gebitte wird derjenigen Firma zuteil, welche durch große, reichhaltige Abschlüsse sich reich sortiertes Lager zu sichern wußte. Unsere Zlusvahl tn modernen Herren-, Damen- u. Kinderstiefeln «°wi- Halbschuhen ist eine fetten große. Unsere Verkaufspreise sind niedrigst bemessen. Eigene Reparalurwerlstatt im Saufe. Iv w- � V 5*-'*7» 'VVv•? a/,'''♦t«&*£.'t*- Moatll. Zorm|lr«(t SO XI ä 1 1 1 r fl r a g e 3» OranitnjlroSe 34 atufällirWSeräflr. 7/8 ffrlebtaau", 316«lii(Jr.l4 Todes-Anzeigen| iw immwamaKaann wnrmwium Bgaygprorai mirw' SoziaidemokFatisctierWatiiverein !. d. 4. Berl. Reichstagswslilkreis.| Köpenicker Viertel. Bez. 189 II, Den Mitgliedern zur?!nchricht, daj; unser Genosse, der Tischler BEi'ns� Fischer Guimjftt. 45 gestorben ist. Etire seinem Andenken l Die Beerdigung findet am Montag, den 1. Mai, nachmittags 4 Uhr, von der Halle des Gin- maus« LUrchhoses in?!eulölln, Hermaiinstraße, auS statt. Der Borstand. ZoztoMeiMi'gtizckerMvemll !.iL8.ßerl. Reichslagswahlkrels. 10. Abt. Bez. 652. Am Mittwoch, den LK.Asiril, der- starb unser Genosse, der Gastwirt MMm Kietz Neue Höchste. 21. Ehre seinem Andenke»! Die Beerdigung smdet heute Sonnabend, den 29. April, nach- mittags 3stz Uhr, von der Leichen- Q halle des Dankes- Kirchhofes in der Müllerstrabc aus statt. ,1. Abt. Bez. 646. Am Donnerstag, den 27. April. verstarb unser Genosse, derMaurcr August Gurnptow Boyenstr. 7. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet morgen Sonntag, den 30. April, nachmittags 3 Uhr, von der Leichen- halle des Gnaden-KirchhoseS in der Barsusstraße auS statt. Um rege Beteiligung ersucht ldoz- Voi-Mtand. Deutscher Transportarheiter- Verband. Bezirksverwaltung GroB-Berlln. Den Mitgliedern zur Nachricht, dah unser Kollege, der Droschten- sührer Karl Müfzel am 26. April im Alter von 55 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am vtainitag, den 30. April, nachmittags-t'/z Uhr, von der Leichen- V Halle de« gürstenwalder Fried- hojcS aus statt. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, dag unser Kollege, der Droschtensührer Robert Dummer von der Firma Kroll, Posener Strabe 28, am 26. April im Alter von 56 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den I.Mal, nachmittags 2>/z Uhr, von der Leichenhalle des Zcntral-FriedhoseS, Friedrichs- seldc, aus statt. 64/3 Bis Bozlrksverwaltung. Sozialdemokratischer Wahlverelnl IdlershoL Den Mitgliedern zur Nachricht, dah am Mittwoch, den 26. iilpril, unser Genosse, der Arbeiter Hugo Lüderitz plötzlich gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 30. April, nach- mittags 4 Uhr, von der Leichen- Halle des GcmeindesriedhoscS in AdlcrShof aus statt. Rege Beteiligung erwartet 195/16 Her Vorstand. Zentral?erhaDd rterlsilerarbeiter und-Mellerinnen Deutschlands. Filiale Berlin 1. Den Kollegen zur Nachricht, dah am 27. April unser Mitglied, der Weißgerbcr Ernst Wenig gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonnabend, den 29. April, nach- mittags 4�Ubr, von der Leichen- Halle öcS Sebastian-KirchhoseS in Neinickendors aus statt. Um rege Beteiligung bittet Der Borstand. Deutscher lolzarbeltemrhand. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht dag unser Kollege, der Tischler (justuv Stöffin Nigaer Strohe 3 ( im Alter von 42 Jahren ge- | starben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute I Sonnabend, den 29. April, nach- 1 ! mittags 3 Uhr, von der Halle I des Friedhofes der Auserstehungs- 1 j Gemeinde in Weitzensee aus statt.| Den Mitgliedern ferner Nachricht, dag unser Kollege, Tischler Gustav Heigis Lichtenberg, Pfarrslr. 14 im Alter von 50 Jahren slorben ist. Ehre seinem Andenke»! Die Beerdigung findet ani Montag, den 1. Mai, nachmittags 4 Uhr, in Marzahn statt. Den Mitgliedern ferner zur[ Nachricht, datz unser Kollege, der( Tücher Wilhelm Höhnow Strabmannstr. 15 im Alter von 53 Jahren stoiben ist. Ehre seinem Andenke«! Die Beerdigung findet am Montag, den 1. Mai, nachmittags 4'/, Uhr, von der Halle des ZentralfriedhoseS in Friedrichs- selbe aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 86/2 Die OrtSverwaltung. zur« der» ge- Sozialdemokratischer MIsereln MHn. Am 26. 9lpril verstarb unsere Parteigenossin Anna Besl (Bergstr. 25, 9. Bezirk). Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sounabend, den 29. April, nach- mittags 3'/, Uhr, aus dem Neu- köllner Geineiude- Friedhos, Ma- riendorfer Weg, statt. Um rege Beteiligung ersucht 237/9 Der Vorstand. Nach kurzem, schwerem Leiden enijchiies saust unser lieber Vater, Schwieger« und Grotzvater, der Putzer August Gumptow im 64. Lebensjahre. 633b Dies zeigen liesbetrübt an Paul Gumptow und Frau Emma Müller geb. Gumptow Richard Gumptow. Berlin, den 27. April 1916. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 30. April, nach- Hiermit allen Verwandten und I Bekannten die traurige Nachricht, daß am 27. April meine liebe I Frau, Mutter, Schwiegermutter s und Großmutter Lmnm Stargardt nach langem Leiden verstorben ist. Her traiiernd« Oatto nebst Kindern und Enkelkindern Die Beerdigung findet Montag, den I.Mai, nachmittags I !>/, Uhr, von der Leichenballe des! Zentral-Friedhoses ur Friedrichs- 1 seide aus statt. 132A i Für die herzliche Teilnahme und schöne» Blumenspenden beim Hin- scheiden meines lieben Mannes und Vaters .AJois Görlich sagen wir allen Verwandten, und Be- kannten, dem Verband der Ircien Gast- und«chankwirte, dem sozial- demokratischen Äahlvcrein des vierten Kreises, auch Herrn Melle, sowie den Gängern unseren innigsten Dank. hiVUsvo Emilie Görlich A nebst Kindern. Verband der Lithographen, (Deutscher Sonefelder-Bund). Den Mitgliedern geben wir! bekannt, daß unser Kollege, der[ Stcindruckcr Friedrich Richter am 27. April 1916 im Alter von 43 Jahren an Lungenentzün- dung verstorben ist. Die Beerdigung findet am Sonn- tag, den 30. April, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des TankeS-Kirchhofes in der Müller- sttratze lius statt. Uni reg« Beteiligung ersucht 108/9_ Die Verwaltung. Allen Verwandten und Be- kannten die traurige Nachricht. daß unser lieber Vater und! Schwiegervater Huxu Lüderitz am 26. April plövlich ocrstorbcu ist. Um stilles Beileid bitten fiermann Lüdoritz] Karl Lüderitz> als Söhne. Willi Lüderitz) Emma, Martha, Klara als Schmie. gcrtöchtcr. L2A Die Beerdigung findet am Sonntag, den 30. April, nach- mittags 4 Uhr. von der Halle des AdlerShoser Demeinde-Fried- hoses ans statt. t/Ly&.gvi c5kIm 5£t|4- 2/Ö' I Schuh-Haus | Schdneberq | Kauptstrasse 160 Ecke Kaiser■ Friedrich• Strasse | Wilmersdorf Äugustastrasse 1{ p--"'-" Billige Preise n=ma Streng reelle Bedienung J SehrgrosseAuswahl! Billige PrsiseH Moden- Kost iSire? e, reizende Aasfuhrungen in Kammgarn� Gobeline, Taffet, Eeolienne, Seide, auch für stärkste Jj'iguron, Glockenschnitto, fesche Formen, keine Dutzendware, Ersatz lür ftinsto Werkstättenorbgit, Jasrendformen, 150,— 120.- Ü3,— 67.- 56.- 59,— 81,- 26,- 22 Vi 18,- AnswahlsottdaDgen nach aaßerbalb fegen Anzahlung. 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April, vormittags 10 Uhr, Mitglieder-Versammlungen der örtlichen Verwaltungsstellen: Berlin A im Lokal von Wählisch, Skalitzer Str. 22. Verlin B im Oiewerkschaftöhause, Engelufer 15, Saal III. Verlin I) im Restaurant von Goebel, Putlitzstr. 10. Berlin E bei Herrn Erdmann, Schönivalder Str. 25. Berlin E bei Herrn Büttner, Schwedter Str. 23. Berlin(i in Mann's F-ortunasälen, Strausberger Str. 3. Berlin tt bei Herrn Neidhardt, Görlitzer Str. 58. Berlin J im Restaurant von Huth, Warschauer Str. 61. Berlin-Lichtenberg im Lokal von Heinr. Stäber, Jung- straße 29, Ecke Oderstraße, vorm. OVs Uhr. Charlottenburg im Bolkshause, Rosinenstr. 3. Tagesordnung: 1. Kassenberichle vom 4. Quartal 1915 und 1. Quartal 1916. 2. Neuwahl der Ortsverwaltnng. 3. Verschiedene Kassenangelegcnheiten. Mitgliedsbuch legitimiert."MS Wir ersuchen um zahlreiches und pünktliches Erscheinen. 184/2 Die Ortsverwaltungen. Nigemeills KfZMSft- u. Sterbskasse der deutschen Drechsler (Ersatzkasse). Sonntag, den 30. April 1910, vormittags 10'/, Uhr: AFZtAlieÄei'- Bezirk A. GewerkschaftShauS, Saal 9, Engelufer 15, Bezirk«. Nestaurant Ehlert, Koltbuler Slratze 19, Bezirk O. giestaurant Sasse. Alte Jakobilratze 61(Ecke Sebastianstratze), Bezirk S*. Restaurant Hummel, Sophicnstrabc 5. Tagesordnung: 1. Geschästliches. 2. Kaffcnbcricht vom IV. Quartal 1915 und vom l. Quartal 1916. 3. Verschiedenes. 39/7 SvaugsqusIIen-Venasivknis Berlin- Westen BmtMnl wlnalllrli tln«»!. l'»te»a-l>«»t« Ctzcliifte ejijfih!«, deh bei Eiatlifn. ■ccara Et-auepelen ea=n �elüiio& Uten Akt.-Brauerei Potsdam IEij. Niederlag. BorIlnSW.47 KreuibergstraBee äs, Brandenburg s. K., Wilhelms- dorfsrstraße 72. CnnT-Potsilam.StanoBn ii ii Stirn'-Iiahw.-Lag.l Kop. . Ui llUi bUl. Bcberrenstr. 8. s __ Fleisch- u. Wurstwaren giiectfl Daheiaw&oTb.] pst Qelegenheitskäulrä na p. PlataüfiUll-Mo3h.1lo!j ■ Fdowawea Kicpcr Frledriebutr. 28 DD amen-, K ludor- K onf e kt lo n j QBel gemBlnsamem Bezug Prelsermässlgung ]Beplln, LOtzowstr. 94.f Verlangen Sie Preisliste. ___ Spandau:_____ Fay!Oeeoe£i£ Breiteste. 87, Sellfinwalder- str. IS 1t, richelsdorferetr. II. Haus- und Uücheu�erKta Hermann Fmck Eisenwar., Schön walderst.S?. Alfred Bartels, Proitesti. 31 Sohirme, Leder-, Droohalorw. kHU. Joldschmiodemst. f MarktlO,gegr.lS59. Den Genessen im Felde ist es Bedürfnis, Uber das politische und organisatorische Leben in der Heimat stets unterrichtet zu sein. Darum sendet ihnen regelmäßig die Neuerscheinungen der parteigenössischen Literatur des Krieges. Sie sind zu beziehen durch die Zeitungsausträger oder direkt durch die BUCHHANDLUNG VORWÄRTS BERLIN SW. SS, LindenstraB« 3 Sport-Paletots von 42 bis 70 Mk Jackett- und Roek-AnzQge 28 bis Sil von Mk. M. Schulmeister Berlin SO, Dresdener Str. 4 Hochbahnstation Kottbuser Tor. Jiinglinys-JLnzfige« 18 bis 48 ml Knaben-Anzüge in e«- m o bis» zu billigsten Preisen. Trotz steigender Teuerung der Stoffe halte ich die billigen Preise aufrecht. ▼ w*» MM war XW»Uv 4 UCLiiliOLCLLAWIl 1 XW UtAlLW AWli UAV A/IAAi�WU I IVIOV tt U i 1 W V Ulfr-tz«HTfc«-»SM». g*c S-l-rm-m-N v-rantw.: Dd.«l�tr. Berlin. Drmt n. Verlaa i BocnxbrUi Dnchdrnckerei u.«erlagSanstalt Hanl Sin«« k«o, Berti» SW. 8t, 100.- 1916. Unterhaltungsblatt öes vorwärts Sumtdietid, 29. April. Die Hauptstadt Irlands. zum ersten Male hat j�tzt in Dublins Straßen der Auf- 1 and gegen die englische Fremdherrschaft gelobt. Fast 7ö0 Jahre ifi 6 ra' �'e Engländer Irlands alte schöne Königsstadt in �-�walt gebracht haben und in diesem langen Zeiiranm haben � einen dicken englischen Firnis überwogen, io daß der flüchtige und oberflächliche Besucher sie für eine typische rngusche Stadl halten möchte. Aber der Schein trügt. Dublin ist I w die'e Jahrhunderte hindurch echt und ganz irisch, cS ist aa Herz Irlands geblieben und in dieser englischen Stadt . en die Fäden der ganzen nationalen Bewegung der üninen � Kirsel zusammen. Die Ceschickile Dublins bat da« wr gesvrgl, daß seine Bewohner nicht vergessen. Wer im Verzen der Stadt, auf der O�Connelbrllcke, bis zu der die Seeschiffe Nut fünf Meter Tiefgang den Liffeyfluß hinauffahren können, Auf« nellung nimmt, dessen Blick fällt gegen Süden auf zwei monu« nientale Baulichkeilen. Die eine, eines der schönsten Gebäude der 'rifchen Hauptstadt, ist die Bank von Irland, ein Pracht« bau in Halbkrcisform mit schönem Portikus in der Mitte und daran anschließenden seitlichen Säulengängen. Dieser Palast, 1 too heut Gott Mammon thront, war einst der Sitz der beiden Rammern des irischen Parlaments, bis England ihm das Lebens uchr ausblies. Hier war es, wo Männer wie Burke ihre sundenden Reden gehalten haben, und kein Ire, der an diesem Hause vorübergehl, vergißt, daß es in all seiner Pracht doch nur rill monumentales Grabmal der irischen Selbständigkeit darstellt. Und gegenüber diesem einstigen Mittelpunkte des politischen Lebend des Landes stehen die Anlagen von Trinith College, das den Nillelpunkt des geistigen und wissenschaftlichen Lebens des Landes bildet oder wenigstens bilden sollte. Aber Tcinity College ist bon Elisabeth als protestanlische Universität gegründet worden, wobei natürlich die politische Absicht mitwirkte, dem Katholizismus in Irland das Bett abzugraben: Oxford und Cambridge gaben die Vorbilder für die Dubliner Hochschule, und bis zum heutigen Tage noch ist Trinity College, was es von feiner Gründung an gewesen ist. So kann man verstehen, daß den «chlen Jrlnndern diese Universität ein Dorn ini Auge ist, daß sie sie als Fremdkörper in ihrem Volksleben empfinden; und wenn auch in neuerer Zeit eine katholische Universität und eine auf praktische Be« dürftüsse zugeschnittene Studienhochschule in Dublin entstanden sind, fo bleibt doch die Existenz und die Stellung von Trinity College für alle Nationalircn ein Stein des Anstoßes. Um so mehr, vis diese Universität sich bis in die jüngste Zeit hinein allen Bestrebungen zur Wiederbelebung der gälischen Sprache und Literatur gegenüber ganz verstockt gezeigt, ja sogar daS Studium der irischen Geschichte. Kultur und Altertümer, das doch hier gewisser« »naßen vor der Tür liegt, mit zur Schau getrogener Gcringschähung vernachlässigt hat. Erst in allerneuester Zeit hat sich ein Wandel hierin wenigstens angebahnt. Unholde Erinnerungen sind es so, die diese großen Bauwerke dem Dubliner ins Gedächtnis rufen. Und ebenso unerfreulich sind die Gedanken, die ihm Dublin C a st l e. das Schloß des Vize« königs von Irland, erweckt, ein alter, weitläufiger, festungSarliger, im Innern zum Teil prächtig aliSgestatteter Bau. in dem der echte Irland« ein Zwing-Uri der Fremden erblickt. Und wandert der Bürger von Dublin gen Westen in den Phönixpark, diesen herrlichen Riesengarten, um den jede Großstadt Dublin zu beneiden hat, so gedenkt er wieder der Schüsse, die einst an dieser Stelle gefallen sind und die schwere Zeiten für die grüne Insel herauf- deschioorcn haben. Phönixpark ist ein Bild strahlender Heiterkeit und Raiurschönheit. Aber hart stoßen hier die Gegensätze aufeinander. Nicht gar weit ist cS von den sattgrüncn Wiesen und den üppigen Bäumen des Parkes zu dem Stadtteile der Armut, der hauptsächlich den Südwesten der Stadt füllt, einen Stadtteil mit erstickend engen, swmutzigen Gassen, der einst dicht bewobnt war von den Arbeitern der blühenden Woll-, Leinen« und Seidenindustrie der irischen Hauptstadt. Die Enaländer sind eS, die diese Industrie, eine Lebensader Dublins, unterbunden und erstickt haben, und so zeigt das Arbeiterviertel der Stadt verlassene Häuser. gebrochene Existenzen, überall Spuren des Verfalls Wie denn überhaupt der äußere Glanz Dublins nicht darüber hinwegtäuschen kann, daß unter dem Druck der englischen Fremd« Herrschaft der Forlschritt der Stadt geknebelt ist. Freilich, das Bild. das Erins Hauptstadt dem Besucher bietet, ist so herrlich, so be« stechend, daß er dadurch leicht geblendet werden kann. Dublin ge« hört unstreitig zu den schönsten Städten der Welt. Wenn man vom Poolbeg-Leuchtfeuec zwischen gewalligen Molen durch die schmale Einfahrt, die der einstigen Sandbank vor der Mün« dung des Liffey abgewonnen wurde. der Siadl sich nähert, so gibt sie teils in der Ebene, teils auf Hügeln, sich aus- breitend, von Grün umkränzt, von schönen Bauwerken gekrönt, ein bezauberndes Bild. Zwischen schönen langen Ilferwegcn aus Granit führt der Wasserweg flußaufwärts bis ins Herz der Stadt selbst. Der Liffey bildet die Längsachse Dublins. Sachville Street ist ihre rauschend belebte Hauptstraße und ringS um die alte Stadt zieht sich als baumgeschmückte Prachlstraße in zwölf Kilo« mclcr Länge die Circular Road. Jenseits dieser alten Bannmeile aber gliedein sich die Vorstädte an, die weit geräumiger und gesünder angelegt sind, als die alte Stadt, und das Herz der Stadt entvölkert sich mehr und mehr zugunsten der Vororte. Die Natur selbst hat sich hier einen Platz geschaffen, auf dem eine menschliche Ansiedelung zu höchster Blüte gedeihen sollte; aber die Hand des Fremdherrschers fesselt die Stadt am Liffey, iinter ihrer heiteren Oberfläche birgt sich das krasse Elend, die Ver- bittcrung, der Haß, und irgendwann, plötzlich, brechen die nur mühsam gefefielten Dämonen aus und durch die Straßen von Jr- land gellt der alte Ruf der Rebellen. Arbeit gut angepaßt wurden. Dieses Zusammenwirken der Verwunderen mit Gesunden hatte die erfreulichsten Folgen für jene, sobald sie nur die Besorgnis verloren halten, daß sie dabei ihre Rente schmälern könnten. Die Arbeitsfähigkeit war zu Beginn meistens bfl Proz. der eines Gesunden, sie stieg aber dauernd und erreichte oft in manchen Fällen sogar Ol)— 100 Proz. Sogar ein ungelernter Arbeiter, der den rechten Arm bis aus einen kurzen Stummel verloren hatte und der auf eigenen Wunsch in der Schlosserei beschäftigt wurde, brachte es bis zu ein« Leistung von M und 75 Proz. eiites gesunden Mannes. (Diese beachtenswettxn Versuche bringen wir zur Kenntnis unserer Leser, möchten jedoch vop einer allzu optimistischen Verallgemeinerung warnen. Die Red.) Kleines Zeuilleton. Nerksiätten für Kriegsbeschäöigte. Von technischer Seite wird uns geschrieben: Die chirurgische Erfahrung der letzten Jahrzehnte hat uns ge� lehrt, daß die früher allgemein übliche Schonnngslherapie beschädigter Gliedmaßen falsch war. Es erwies sich als bedeutend zweckmäßig« solche Glieder so rasch als angängig wieder an ihre normale Tälig- keit zu gewöhnen, um Versteifungen, Narbenbildung, Schwinden von Muskeln usw. hintanzuhalten. Dementsprechend wurde auch im Kriege dafür gesorgt, die schwer Verwundeten möglicbsi bald wieder an eine, ihrer gewöhnlichen Berufstätigkeit entsprechende Be- wegung zu gewöhnen, um den verletzten Gliedern das erreichbare Höchst« maß an Geschicklichkeit und Gebrauchsfähigkeit zu erhalten. Es ergab sich nun bald, daß die für solche Zwecke in großer Auswahl kon- struierten mediko-mechanischen Apparate nicht das Geeignetste waren, das die Verwundeten die Uebungen nur mit wenig Lust ausführten. Der Grund war ein rein psychologischer, diese Uebungen waren in ihren Augen keine Tätigkeit. cS fehlte ihnen Beschäftigung und sie langweilten sich dabei. Viel erfolgreicher war aus dem Grunde der Versuch, sie in den meist vorhandenen kleinen Werkstätten der Lazarette zu beschäftigen, da sie hier dasselbe Ziel, aber mit wirklicher Arbeit erreichten. Ein Mangel dieser Werkstätten war ihre Kleinheit(sie waren a ursprünglich nur dazu bestimmt, den Hausbedarf an einfachen Ge« räten herzustellenund Ausbesserungen vorzunehmen) und die Talsache, daß sie leine wirtschaftliche Arbeit leisteten, also auch keinen Lohn zahlen konnten. Es fehlte der Anftiorn des Verdienens, der die ja oft noch ruhende Arbeitskraft und-lust erst wecken muß. Es wurde darum der Gedanke erwogen, besondere Anlernwerkstätten zu gründen, die einen regelrechten Wirtschatlsbetrieb führen sollten. Sie hätten sich also mit' Auslrästen zu versehen, diese mit Gewinn auszuführen und den Soldaten einen angemessenen Lohn zu zahlen. Der Gedanke erwies sich aber schon aus dem Grunde als undurchführbar, weil die Arbeitskraft verwundeter Soldaten ein zu unzuverlässiger Faktor ist, um daraufhin Austräge zu übernehmen. Sie lönnen natürlich nicht einen vollen Arbeitstag durch- halten, häufig wird der Heilungsvorgang durch Krankheit, Abstoßen von Knochensplittern usw. unterbrochen, dazu kommt noch der un- vermeidliche häufige Personalwechsel. Endlich schien es auch aus psychologische» Gründe» wenig erwünscht, eine Werkstatt zu gründen, in der lauter Verwundete beschäftigt sind. Diese würden sich ver« mutlich nicht gegenseitig anspornen, sondern im Gegenteil sich ihr Nichtkönnen vorklagen und in ihren Schwächen bestärken. ES haben nun mehrere industrielle Werke versucht, die Ver« wundetcn in ihren gewöhnlichen Werkstätten zu beschäftigen, sie zu« nächst zum Gebrauch ihrer verletzten Glieder anzulernen und dann sobald als möglich mit norinaler Arbeit zu beschäftigen. Zu nennen ist da vor allem das Werk Oberschöneweide der Akkumulatorcnfabrik« A.-G. Bei solcher Tätigkeit ist das wertvollste, daß die Verwundeten mitten unter gesunden Arbeitern stecken und daß sie ganz natürlich das Bestreben haben, es diesen gleich zu tun. Es wurde auch von Anfang an grundsätzlich ein Mindeststundenlohn von 40 Pf. gezahlt, auch zu der Zeit, als die Leute nock gar nichts leisteten, sondern erst mühsam den Gebrauch ihrer Glieder von neuem erlernten. Sobald aber ihre Arbeitsfähigkeit so weit gestiegen war, daß sie bei den in hp-r 4*; fir««<.«** 9, � Riechen öke Sieneu öen Slumenünft! Es ist sicher eine interessante und für die Kenntnis des Bienen« Volkes wichtige Frage, ob die unzähligen Düfte, die von den Blumen in die warmen Frühlings- und Sommeri.üfte gehaucht werden, für die neklarsuchcnden Bienen ein Lockmittel sind oder welche andere Bedeutung dieser Duftreichtum für das Insekt zu haben ver« mag. Sehr aufschlußreich sind in dieür Hinsicht Dressur« versuche deS bekannten BienenfvrscherS K. von Frisch, über die die Siaturwissenschaftliche Wochenschrift berichtet. Der Forscher nahm eine Reihe von Kartonkästchen mit einem in der Nähe des Bodens befindlichen Ift, Zentimeter großen Einflugloch zu Hilfe, die immer nur teilweise mit Parfüms versehen wurden. Außerdem wurden in die Kästchen kleine Näpfe mir Zucker- Wasser gefüllt getan, die als Nahrung dienten, nachdem die Tiere mit Höing herbeigelockt worden waren. Waren die Bienen an die bestehende Ordnung von Geruch, Futt« und die Kästchen gewöhnt, so wurde ein Auslausch vorgenommen, indem man vier noch nicht benutzte Kästchen in anderer Reihenfolge zusammenstellte. Ein Zählung der in jedes Kästchen eingeflogenen Bienen bewies das Vorhandensein des Duftes für das Empfinden der Bienen deutlich, da sie in den duftenden Kästchen auch bei Nichtvorhandensein der Nahrung in weitaus größter Anzahl sich einfanden. Dann würden plötzlich zu dem Duft, z. B. Akazienduft, noch eine Reihe anderer Düfte wie Rose, Lavendel u. a. gesellt, um die Unterscheidungsfähigkeil bei verschiedenen Oualitäteu zu prüfen. Auch hier sprach das Ergebnis deutlich für daS Unter- scheidungSverntögen der Bienen. Noch weiter wurde die Eindrucks« fähigkeit, die die Bienen gegenüber den Blumen besitzen, dadurch kom« pliziert. daß Farbenwerle bei obige» Versuchen mit einbezogen wurden. Zum Beispiet benutzte Frisch ein Kästchen mit blauer Vorderwand, Vlumenduft und Futter, neben das er dann ein gelbes leeres stellte. Die aus den blauen Karton dressierten Tiere wurden dadurch in Verwirrung gebracht, daß plötzlich das gelbe das duftende war, das blaue dagegen leer blieb. Der Farbetndruck war dementsprechend beim Anflug auch so mächtig, daß die größte Mehrzahl aus weiterer Entfernung auf die Dressuvfarbe zusteuerte, die beim Ausbleiben des Geruchmerkmals dann aber stockte und unsicher sich dem gelben und dem blauen Kästchen ohne sichtliche Bevorzung eines der beiden näherte. Obwohl also die Farste auf weitere Strecken wirkt, ist der Duft in seiner Mannigfaltigkeit der Farbe überlegen. Beide scheinen aber nicht den Charakter eines uknniltelbaren Lockmittels zu besitzen, sondern sind bloß Merkzeichen, die Mrch die Erinnerung mit der Nahrung verknüpft werden. den in der W-rlstäite üblichen Stücklohn, atzen mehr verdienten als 40 Pf., wurde ihnen ohne weiteres der sprechende Satz zugebilligt. Außerdem standen d» �°rwundeten unter der Aussicht erfahrener Werlstaltleiier. die auch dafür sorgten. daß die etwa vorhandenen Ersatzgftedec den Bedürfnis� Notizen. — Theaterchronik.� DaS Lessing-Theater will ge« treu seiner Tradition zum Schluß der Spielzeit eine Reihe von Ibsens Werlen wiederholen und andere, darunter»Gespenster� und Wildente* neu einstudieren. — Vorträge. Im Museum für Meereskunde, Georgen« traße 34/86. findet am 29. April, abends 8 Uhr. eine Filmvorfüh- rung mit Vortrag statt. Es werden u. a. vorgeführt: 1. Die fabri« kalionSmäßige Herstellung eines Motors und seine Verwendung. 2. DaS Motorboot im Sport. 3. Das Motorrad usw. Auch Nicht» Mitglieder sind gern gesehen.— Dr. Magnus Hirschseld wird am künftigen Soniiabend. 3 Uhr nachmittags, die Hörer der Ar» beitcrvorlesuugen der Humboldl-Akademie Freie Hochschule durch die Ausstellung für Arbeiterwohlfahrt führen. Karten für Arbeiter durch Obmann Paul Eichhorn, V. 34, Gubener Str. 81, — Einen Lichtbildervortrag über Verdun hält am Sonnabend, den 29. April, abends S'/j Uhr, Dr. Hans Spcth- mann im Schillersaal, Charlottenburg, Bismarckstr. 110. — Jiddische Kultur. Der nächste kulturgeschichtliche Abend, den der Schutzvcrband Deutscher Schriftsteller am 29. April, abends S'/z Uhr, im Festsaale des Abgeordnetenhauses veranstaltet, ist der Literatur, Musik und bildenden Kunst der Ostjuden gewidmet. Erzählungen eines alten Tambours. Bon Edmund Hoefer. Anno Zweinnöneunzig. Es ist ein wüstes, unheimliches Wetter. Der Schnee, mit Regen untermischt, schlägt klatschend gegen die trüben, schwitzenden Fenster; der Sturm fährt in langen Stößen über den weiten Platz vor der Wache und pfeift und heult in den zackigen Giebeln und Zinnen der gegenüberstehenden alten Gebäude. Hin und wieder klingt der Schritt des Postens am Gewehr dumpf durch das wilde Eetö'e. Zwei magere, düster brennende Talglichter erhellen not- dürftig die schmutzigen Wände der großen Wachtstube und ihre Flammen schillern trübe in den blonken Läufen der Musketen, welche man zum Schutz vor dem Wetter herein« genommen und an der Wand aufgehangen hat. Es ist nicht laut im Zimmer. Die zunächst aufziehenden Posten liegen, in ihre Mäntel gehüllt, schlafend oder doch fchiueigend auf der Pritsche; der Unteroffizier ist vor seinem Wachtbuch eingenickt; andere sitzen schweigsam rauchend an dem schmutzigen, einfachen Tisch und regen eifrig die bunten Blätter in ihren Händen; noch andere haben sich um den gewaltigen Ofen gereiht, in dem ein helles, knisterndes Feuer brennt; sie haben sich einige Bänke hingerückt und ein Tisch- chen. Auf dem Tisch steht eine schon ziemlich kies geleerte Bowle; denn ein Freiwilliger, der seine erste Wache tut, gibt öer Mannschaft den herkömmlichen Satz. Da sitzen die Alten, öle ausgepichten Trinker, rauchen ihre kurze Pfeife und trinken ihr Glas heißen Grogs in aller Ruhe. Indessen schlägt die Uhr. Der Posten ruft heraus, die Wache folgt wngsam und schläfrig. Die Ablösungen werden schnell be- lorgt und man eilt wieder hinein an seinen alten Platz. Und nachdem die Abgelösten sich den Schnee von den Mänteln geschüttelt und die erfrorenen Hände gewärmt, stellt sich bald öie frühere Ruhe wieder ein. ,..Aber, Ralow," sagte der Freiwillige, indem er schauernd Uch nahe dem Ofen setzte, zu dem alten Tambour,„aber �nlow. sagt mir doch, ob Euch denn dies Wesen so gefällt, Ihr noch immer beim Regiment bleibt und den Abschied Sftr müßt doch an die sechzig Jahre zählen."— "Ernundiiobzig bin ich, junger Herr," versetzte der Alle, veyaglich sich an die Wand zurücklehnend und dicke Rauchwolken aus dem alten schwarzen Maserkopf von sich stoßend „Ja, so alt bin ich l Und ob's mir bei der Fahne gefällt, fragt Ihr? Ei, zum Teufel, wohin sollt' ich denn sonst? Viel- leicht, ein armer Invalide, von der Drehorgel mich ernähren oder Vogelbauer macheu? Nicht doch! Und übrigens bftt ich noch nicht invalid, sondern gesund und kräftig wie einer von den jungen Burschen. Sie haben mir zwar schon zweimal den Abschied geben wollen, ich aber habe gebeten, und da bin ich denn noch geblieben." „Ihr könnt ja uach Haus zurückkehren," meinte jener wiederum;„könnt da bei Euren Verwandten ruhig leben und braucht Euch nicht mehr im Dienst zu quälen, den ich nach diesen vier Wochen schon hinreichend satt habe." „Das glaub ichl das glaub ich!" enviderte der Tambour, in daS Lachen der übrigen einstimmend.„Aber hättet Ihr nur wie ich 55 Jahre bei der Fahne gestanden, dann wäre das anders. Dienst sagt Ihr? Bah! Ihr hättet vor vierzig, fünfzig Jahren kommen müssen, uni zu verstehen, was Dienst ist. Und ich nach Haus? Gilter Gott! was sollt ich da? Hab nicht Later und Mutter, nicht Schlvester und Bruder, nicht Weib und Kind! Weiß nicht einmal, ob das räucherige Dach der alten Hütte noch steht, wo ich geboren bin. Nein, die Fahne ist mir Heimat, Weib und Kind und ich scher mich den Henker ums andere." Der Alte ist ungemein redselig. Was ihn wohl so ge- stimmt hat? Das Getränk? Schwerlich; er ist ein alter Hecht, den eine halb durchtrunkene Nacht nicht gerade aufregt und erheitert. Sonst ist er meist still für sich und verflucht den Lärm der jungen niuntcren Kameraden. Heut ist es anders. Dielleicht stimmt's ihn heiter, daß der junge Satzgeber aus seiner Heimat stammt, daß er seine Voreltern noch gekannt hat. Ein gutmütiges Lächeln umspielt den Mund und die noch feurigen, von langen stniovigen weißen Brauen über- schatteten blauen Augen. Er fühlt sich ungsmein behaglich in der Ecke am Ofen vor dem knisternden Feuer, be: seinem vollen Glase und der Pfeife mit besserem Tabak. „Wißt Ihr was. Vater Ralow?" sagte der Unteroffizier; „Ihr sollt uns etwas erzählen von ehemals aus Eurem Sol- datenlcben. Damit vertreibt Ihr uns die Zeit; denn schlafen dürfen wir nicht, da Kapitän V. du Jour hat." Der Alte wurde ernst.„Nichts dal" versetzte er;„was gab es da auch zu erzählen? Das Leben ging seinen ruhigen Weg: Garnison und Krieg, und Krieg und Garnison," „Der Unteroffizier hat recht," sagte der Freiwillige,„er- zählt uns immerhin. Es muß Euch doch hier und da etwas Merklvürdigcs in so lauger Zeit begegnet sein. Sprecht von der Zeit vor Jena, vom Dienst, vom Kriege, was Ihr wollt, uns wird's schon recht sein. Und dann, das Wasser dort kocht, ich will uns noch eine Bowle machen. Da rücken wir zu- sainmen und Ihr erzählt." Der Alte lachte.„Ihr habt gut schmeicheln," sagte er; „was soll ich Euch berichten?" Die anderen redeten ihm zu, der heiße Trank war fertig, man füllte sich die Gläser und rückte heran.„Nun gut." sagte der Tainbour,„ich soll er- zählen, und so muß ich wohl. Aber noch eins! Haltet Euer Maul, ihr Bursche, wenn ich spreche; zweimal reden mag ich nicht, und das Fragen kann ich nicht leiden." So sprach er und begann. „Damals, Ihr Bursche, als ich in den Dienst trat— ich war sechzehn Jahre alt und wir schrieben Anna 1786— damals war�s noch eine andere Zeit und ein anderer Soldaten- stand. Da gab es ganz andere, schmuckere Uniformen, da- mals hatten wir Gamaschen an den Beinen und Schuhe an den Füßen, und nicht diese dicken, großen Stiefeln. Damals, lvcnn man sc» weit war wie jetzt mrd alles zur Parade in Ordnung hatte, wenn auf der Uniform kein Stäubchcn mehr war, und Knöpfe, Messingzeug und Kuppeln blank und rein, da mußte man sich noch die Haare frisieren und pudern und den Zopf einflechten lassen. Damals regierte nicht Gukwort oder ein christlicher Fluch, sondern die Fuchtel; damals gab's Spießruten und Latten und Esclreitcn und Schimpfwörter, wie sie jetzt kein C�ristenmensch mehr in den Mund nimmt; die Offiziere trugen ihren Stock zur Bequemlichkeit oder Züchtigung, je nachdem, und jeder Korporal auch. Von Re- serve und Landwehr und erstem und zweitem Aufgebot und all dergleichen war keine Rede. Der Kanton ging durchs Land und band den Kindern in der Wiege schon seinen roten Faden um den Hals. Nun denn, solch einÄi Faden gaben sie mir auch, und er liegt noch als Zeichen fti meinem Gesangbuch. Und da ich von Jugend auf viel Lust zur edlen Musika gehabt, glaubte ich törichter Bursch, ich könne so dazu gelangen, ging also ein paar Jahr früher von Haus und ward Tambour im Regi- nient von M., das damals in— g stand. Das ist dasselbe Regiment, in welchem ihr jetzt alle mit mir seid, denn Anno 1867 bekam es die Nummer, die es nun führt. Worts, folgt) Deutsches Theater. Direktion: Max Reinhardt 71/, Uhr: Die grüne Flöte(Ballett). Vorher: Die Schäferinnen. Kamm erspiele. 8 Uhr: Der eingebildete Kranke. Vorher: Die Lästigen. Tolksböhnc. Theater a. Bülowpl. 8 Uhr: Die Motlenburger.__ Dir. Meinhard-Bernauer. Theater i.d.Königgratzerstraße Vi* Uhr: Ein Traniuspiel. Komödienha&ss 8 Uhr: Der siebente Tag. BcHinei* Theat. 8 Uhr: Wenn zwei Hochzeit machen. SessStsg-Theater. Direktion: Victor Barnowsky. 8 Uhr; Die Troerinnen. Sonntag: Die Troerinnen. Seutsehjunstler-Theater. Allabendlich 8 Uhr: Die selige Exzellenz. URANIA TaÄs.tr- 4 Uhr(halbe Preise): Aegypten, der fSnezkanal und der Weltkrieg. 8 Uhr: Ton den Rokitnosümpten zum Karoczsec. Hörsaal 8 Uhr: Prof. Dr. Donath: Die neue deutsche Sommerzeit. Theater für Sonnabend, den 29. April. Deutsches Opernhaus Charlottbg. 7 uhr: Parsifal. Friedrich-Wilhelmsfädt. Theater. s uhr: Das Dreimäderlhaus. cebr. HerrnfeBc3.Tb..t«r 8 Uhr: Der Schlemihl. Morgen Sonntag, letzte Vorstell. Wiedereröffn.(25. Spielj.): 15. Juli. Kleines Theater. 8 uhr: Logierbesuch. Komische Oper. s uhr: Der Fayorit. Operetten- neuheit. Lustspielhaus. S1/. Uhr; Der Gatte des Fräuleins. Bonntag nachm. 3'/»(kleine Pr.): Die deutschen Kleinstädter. Metropol-Theater s uhr: Die Kaiserin tCsU Sonntag 3 Uhr: Wiener Blut. Zlontis Operetten-Theater 8 uhr: Der selige Balduin Residenz Theater n.u.: Loge Ho. 7 Schiller-Theater O. s uhr: Die heitere Residenz. Schiller-Th.Charlottenbg. 8 uhr: Mutler Thiele. Thalia-Theater. s uhr: Blonümehen. Theater am Tollendorfpl. S1/, Uhr: Der Waffenschmied. 8'/. u.: Immer feste druff! Theater des Westens 8 uhr: Das Fräulein vom Amt mit Guido Tbielscher. Trianou Theater. 8'/. u.: Die beiden Meyers. Berliner Konzerthans. Jk Mauerstr. 82. Zimmerstr. 90/91. Heuta wie alle Tage: GROSSES KOMZERT."TM Berliner Konzerthaus-Orchester Anfang 8 Ehr. Eintritt SO Pf. Anfang 8 Ehr. Montag, den 1. Mai er.: Gr. Doppelkonzert zum Besten des f.-Reg. u. des Res.- im Pelde stehenden 7. Garde-Xnf.-Keg. UM& Hertzer 3»«�«0�0�.2062.1 Extrafahrten oh WRlSenbrÜCke. Jeden Sonntag TS Krampenburg. Hin«Ith zurück 1 M., Kinder 50 Pf._ W Reiehstagsufer dire«°m Bahnhof Friedrichslr. »ach �ferder-ur Baumblüte. Morgen und folgenden Sonntag, vorm. 9 Uhr aim Sonntag, den 30. zur April, höchster Blütenstand. MWWM Tägi. 8, Sonnt. 3b. u. 8 Uhr: Riesenerfolg t die neue Glanz-Pantomime: I vom Germanentum b. z. Neuzeit Vorher: Das großartige Variets- Programm und zirscnsijche Spiele. Tägl. 8 Uhr. Lonnk 3'/, u. 8 U. Vorletzter Tag! Das höchste Kleinod von Otto Rentter. Bernd. Merbitz— Otto Röhr Zirkus im Theater usw. Ein Programm sondergleichen! Walhalla-Theater. Sonnabend 8 Uhr: Das Glück am Rhein. Sonnlagnach.: Die Förster-Christi. Vorletzter Tag 1 Elsa und Berta i WSesenthal „Arizondacc Das Mädchen mit den Schicksalsaugen Variete-Operette von = Gilbert= sowie der glänzende April-Spielplan. ErmäBigte Preise!' Bezugsquellen-Verzeichnis Berlin-Süden lach, Inf wtelititllrt«lurnd. Geietafi« mfftHe»»Ich bei Einkinfen. iFBäcKer.u.KonSMsn'9 Bacberei Domsierni �oionial'j/arGn, DeilHaL> Xnh. Gast. Müller iFUlsIen In Süden, Osten u. Dngebuü.M FPorilnff Nkllm., Allerstr. 37 . flaUlUII AncrknintgiLKnelienv. ä �Bert Bottfedern 1 Berta Pfeffer Wiener Str. 17 Fleisch- u. Wurstwar. H Paül Hier, FfieseaslF, M G. Keiner JE. L im. LsydicHs Klansteinstr. 4 Bei gemeinlamem Bezug Preisermäßigung Berlin, Ldtzowsir. sa VoHang. Sie Preisliste mrvt T? Tf V V TT n Tv.�.nnnri _ Uhren, Goidvja�enacac IS. Fesske, Kettbus.Damm 96M Strener reoll, anarkaimt bill.pi �eukär�rna C. Dittmann Berlinerstr. 42 Wild— Geflügel— Fische. Treptow Feme Fleisch- ud Wantvar. Srätzifr. l»»« Tel. Html. 1001J -Inf.-Rog, Nr. 93. Rose=Theafer. Von Stnfe zn 8tufe. Sonntag 3: Von Stufe zu Stufe. . 8: Grigri. Uuisen-Tlisatsr 4 Uhr: Letzte Kindervorstellung: Lügenmäulchen. 8.15 Uhr: Die Räuber. Relchshallea-TheAler. Stettiner Sänger. Zum letzten Maie: Die v.d. Emden. Anf.LU. Morgen: Ein Ralcuspuk. Sfudentenbild hon Mchfel. Für Militärperjonen freier Einlrstt zu den Stell. Sängern. V oigt-Tlieater. Badstr. 58. Badstr. 58. Sonnabend, den 29. April 1916: Das Lltbesparadits. Ortg..Ausst.-Operette v, Walt. Gerecke. Sonntag 3 Uhr: Das Lorle. Ab Morst.: Lorheerbaum u. Bettelstab Kaifcneröffnung 7 Uhr. Ani. 8 Uhr. Rosseii-TkeaLeZ' Linienstraße a. d. Friedrichstraße. Täglich S1/.: Na so was! Gannef& Co. mit Leonhard Haskel und Siegfried Berisoh. idmiralspalast. Das nene Eisballett �ran �antasie. 8'/, Ehr. 2, 3, -Sc Casino- Theater Lothringer Str. 37. Tägl. 8 Uhr. Nur noch ganz kurze Zeit: Das zug- kräftige Volksstüst Dnkeis Testament od. Die Vogelscheuche. Vorher: Erstklassige Spezialitäten. Sonntag 4 Uhr: TSaS»nächste nu? Im Mai eine neue Berliner Posse. H*** a Aampfer-�trafahrt margen Sonntag zur Bauinblüte uach Werder Abf. L?�u� Uhrvom Reichstagsufcr-Marschallbrücke b. Reichtagsgeb. . s>/. u. s-/.. v. Charlottenburg, Tegeler Weg. n. Bes. Sungsernheidc. 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Von Generalleutnant Imhoff. 50 Ps.— tindes. �Von Dr. F. W. Strauch. Halle a. S. Kriegsrccht. KricgSgcschc und KriegSverordnungcn, dargestellt von Oberlandesgerichtsrat Ll. Freymuth. 1 M. Zt. Oesler, Berlin LXV 2'.). Höhere Srtrulbildung und Wirtschaftöleben. Von F. 5kuckhoss. 2 M. Bolksvereins-Verlag, M.-Gladbach. Klar Deck überall! Dcutsch-Seernännisches von G. Gocdel. Ouickborn-Vcrlag. Hamburg. Aus der niederländischen Kunst. Von W. N. Valcntiner. 9 M. B. Cassirer, Berlin W 35. Ich weist Bescheid. Kleiner Soldalensührer durch Wilna. L0 Ps. K. F. Köhler, Leipzig. Gcsnndheitspflege des Schul- 30 Pf.— Gebauer- Schivetschke, 50 Ps. Ter Heldcnkampf unserer Kolonien. Mit einer Einleitung von Major Langheld. Hcsl 3. Boll u. Pilkardt, Berlin XVr' 0. Notgemüse. Bon Dr. Fr. Losch. L5 Ps. Franckh, Slultgart. In der Schwarmlinic des öfterreichisch-nngarifchen Bundes- genösse». Von Zt. Jagucs. 2 At., geb. 3 M. G. Fisch er, Berlin, Bülow» straße 90. Europas Stantrnbild im Wandel der lctitcn vier Jahr- hunderte und die Kriegslage ziusang ISllö. In 9 Kärtchen von Dr. H. Fischer. Text von H. Schöncdaum. 00 Ps. D. Zlcimer, Berlin L>V-18. Antwerpen. Seine Weltstellung und Bedeutung für das deuijche WirtschastSleben. Von H. Schuniachcr. Geb. 3. M. Duiuler«. Huniblot, München und Leipzig. Inlelisliit iroellonWcd eiDTnal. rntonstcicn�® Geschäfte empfehlfln sich bei EinHnfcn. i rOucgen, Farbenxara cnöfegoröÄLj Fleisch |8teD2D MyWw Fleisch- u. VZurstw. aj Selscliniainsßealp.s™;»." f.if vorm. O. Lücke; .Stralsunderst.27.| i Hci-p.-, Dam.-, Knab.- u. Klädchen-Ganier, C3C0 KOKll BOfüger KohlenhandSung Malmeer Sti. allerbill.Tagesprg, 1 zgei aemeinsamem Bezugg Prelsermässiaung äSei'Etn, Lützowstr. 94.� Verlangen Sie Preisliste. «-a----- Kolonialwaren ßtrelitzer Str. 57 3Wilh ThnmQoliBiI,ickeildorfrsU4 i�llU.lÜüüiaO Mehliiandlung fAshlhandlungsn � j[. L M, Panitstt. 91. a CS rällbelmagazlne H Wioco Ä fn 8«t°irt«»-l»ll»t.S7 K U WlÜK ii IU. 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