Kapitulation der Cngländer in IKut-el-flmara. Unser tägliches örot. Die Lebensmittelversorgung wird inimer schwieriger. Adicht nur sind die Preise für Fleisch, Butter, Fett aller Art, Fische wahnsinnig gestiegen, sondern diese Produkte stich nur in begrenzten Mengen zu haben. Aehnlich geht es mit Gc- miise. Ausreichend scheinen jetzt Kartoffeln zur Verfügung zu stehen, allerdings erst, nachdem Produzenten und Händler ihren Willen durchgesetzt hallen und die Preise sehr hoch ge- worden sind. Außer der Kartoffel kommt unter diesen Um- ständen vor allem das Brot als Hauptnahrungsmittel der großen Masse der Bevölkerung in Betracht. Hier aber hat man sich mit dem bestehenden Zustande abgefunden und er- trägt ihn in stummer Resignation. Indessen scheint keines- Wegs die eingetretene Regelung einwandfrei. Vor allem fragt es sich, ob es wirklich nicht möglich ist, die festgesetzten Rationen zu erhöhen. Sie sind auf 19lX> Gramm pro Kopf und Woche reduziert worden, und die Aus- gäbe von Zusatzkarten ist aufs äußerste eingeschränkt worden. Selbst dort also, wo in den Haushaltungen gänzlich auf den Verbrauch von Mehl bei Bereitung der Speisen verzichtet wird, kann nicht mehr als 271,4 Gramm pro Tag verzehrt werden. Angesichts der geringen Qualität des Brotes, seinem verminderten Nährwert, ist das unbedingt unzureichend. Nun wurde uns versichert, daß nach Reduktion der Rationen die� Mehlvorräte so reichlich sind, daß wir mit bedeutenden Reserven in das neue Erntejahr gehen, außerdem soll aller auch� Weizen aus Rumänien kommen. Hier wurden phan- tastische Zahlen genannt. Nimnit man indessen diese Einfuhr mit nur oll llllg Waggons an(d. h. LlXl 000 Tonnen) so wäre das immerhin ein Quantum, das für die Bemessung der Brotrattonen erheblich ins Gewicht fällt, denn es könnten, wenn dieses Korn für ein halbes Jahr verteilt wird, die Nationen um 300 bis 330 Gramm pro Woche erhöht werden (500 Millionen Kilogramm Korn geteilt durch 63 Millionen Köpfe und 26 Wochen, wobei 1 Kilogramm Korn mehr als 1 Kilogramm Kriegsllrot liefert). Wir verstehen sehr wohl, daß eine Aenderung der Ra- tionen bei dem Kartensystem erhebliche Schwierigkeiten für die Vcrteilungsstellen bedeutet. Allein der Vorteil einer solchen �Erhöhung ist unter den bestehenden Umständen von so großer Wichtigkeit für die Volksernährung, daß diese Schwierigkeiten nicht ausschlaggebend sein können. Wenn es also mit der rumänischen Zufuhr stimmt, dann ist eine Er- lwhung der Rattonen schleunigst und unbedingt durchzu- führen. Dringend nottoendig wäre es auch, die Hemmungen in der Versorgung mit Brot unmöglich zu machen. Selbst in Groß-Bcrlin, wo der Apparat noch am besten funktioniert, ist es wiederholt vorgekonnnen, daß den Bäckern in den Vor- ortsgemeinden das Mehl nicht pünktlich geliefert wurde und eine Verzögerung in der Verabfolgung von Brot eintrat. In manchen Städten soll es noch schlimmer sein. Es sind das Mängel der Organisation, die nicht vorkommen sollten, zu- mal sie berechtigten Unmut erregen, der bei der allgemeinen Nervosität verständlich ist. Nicht minder wichtig ist aber die Preisfrage, und hier bestehen immer noch„Unstimmigkeiten", die auf Fohler in der Organisation zurückzuführen sind. Von Anfang an war nach der Einführung der Höchstpreise die Spannung unge- buhrlich hoch, und das ist leider bis auf den heutigen Tag so geblieben. Ein Fachmann, der Rittergutspächter M. Töpfer- Großzschocher bei Leipzig, hat neuerdings Bcrech- nungen aufgestellt'), die das Unberechtigte dieser Spannung erweisen und weitgehendste Beachtung verdienen. Töpfer berechnet, daß bei einem Preise von 238 M. pro Tonne Roggen, wie er jetzt gilt, und bei dem vorgeschrie- bencn Ausmahlverhältnis von 82 Prozent, das Mehl nicht über 33 M. pro Doppelzentner kosten müßte. Für die Back- mehlmi'chung kommt dann, wenn man den Preis mit dem Roggenpreis vergleichen will, in Betracht, daß der Bäcker zu nehmen hat: 820 Kilogramm Roggenmehl, 117 Kilogramm Weizenmehl(zu 39 M. Pro Doppelzentner) und 235 Kilo- grcrmm Kartoffelwalzmchl(zu 42 M. pro Doppelzentner): das sind 1172 Kilogramm Backmeblinnchung, die auf 414,93 Mark zu stehen kommen. Diese 1 172 Kilogramm geben dann bei normaler Ausbeute von 140 Prozent 1610 Kilogramm Brot. In Wirklichkeit ist die Ausbeute aber großer, minde- stens 145 Kilogramm, da das Kartoffelmehl viel mehr Wasser aufsaugt als Roggenmehl. Verkauft� dann der Bäcker das Brot mit 20 Pf. pro Pfund, so ergibt sich ein Erlös von *) In einer kleinen Druckschrift, betitelt:„Ist di�e in den der s chic denen Koinmunalbezirkeu bestehende Spannung der Brotp reise gcrechtfcrtig t." Selbst- Verlag der Gesellschaft für den Bau Töpferscher Druckrollen m. b. H., Großzschocher bei Leipzig. Amtlich. Großes Hauptquartier, 29. April ,W. T. B.) Die in Kut el Amara eingeschlossene englische Truppen- macht hat sich dem tapferen türkischen Belagerer ergeben müssen. Mehr als 43 060 Mann sind kriegsgefangen. Oberste Heeresleitung. » Konstantinopel, 29. April.(W. T. B) Wie der Vize- generalissimus der osmanischen Armee meldet, hat die englische Garnison von Kut cl Amara, die aus 13 300 Mann unter dem Befehl des Generals Townshend besteht, heute bedingungslos kapituliert. Konstantinopcl, SS. April.(W. T. 35.) Ter Korrespondent der Agence Milli meldet aus Bagdad, daß General T o w n- s h e n d die Uebergabe von Kut-el-Amara mit der gesamten in der Stadt befindlichen Zlrtillerie und von mehr als einer Million Pfund an barer Münze unter der Bedingung anbot, daß er die Erlaubnis erhielt, mit der Armee frei abzuziehen. Dieser lächerliche Vorschlag sei natürlich sofort abgeschlagen worden. Mißglückter Verproviantierungsversuch öer Cnglänöer bei Kut-el-�lmara. London, 28. April.(W. T. B.) Das Kriegsamt teilt mit, daß in der Nacht zum 24. April ein Versuch unternommen worden sei, ein Schiff mit Lebensmitteln nach Kut-el-Amara zu senden, daß aber der Versuch trotz äußerster Unerschrockenheit leider ni i ß l u n g e n sei. Flugzeuge hätten festgestellt, daß das Schiff ungefähr vier (englische) Meilen östlich von Kut-el-Amara auf Gr u n d geraten sei. 656 M. bei einem Preise des Backgutes von 414,93 M. Die Spanming ist daher viel zu groß. Töpfer stellt seine Berechnung ans, um zu bewesten, daß nicht die Landwirte an den überhohen Brotpreisen schuld sind. Das steht nun auf einem anderen Blatte. Die nackte Tatsache ist, daß in den letzten fünf Friedensjahren der Roggenpreis nach Berliner Parität sich auf durchschnittlich 173 M. stellte, während jetzt die Landwirte 238 M. frei Bahn- station erhalten. Das ist eine Verteuerung des Korns, die unseres Erachtens nicht gerechtferttgt ist. Aber darin hat Töpfer zweifellos recht, daß selbst bei diesem Kornpreise das Brot erheblrch brlil- ger sein müßte, wenn alles mit rechten Dingcnzuginge. Der Brotpreis ist zurzeit m Berlin sogar hoher als �0 Pf pro Pfund. Es wird zwar von den nieisten Bäckern das„Vierpfundbrot" zu 78 Pf. verkauft nur sind es eben keine vier Pfund, fondern gemäß der Brotkarte 1900 Gramm, und somit kostet das Pfund über 201/2 Pf. Daß man es etwas billiger abgeben kann, beweist der Konsümverem, der das Brot mit 74 Pf. abgibt, also nicht ganz 191/2 Pf., wobei sein Brot bedeutend besser ist, geringeren �oaslergehalt hat, als das der meisten Bäckereien. Immerhin fallt aber auf, daß auch der Konsumverein, der sicher frtuc übermäßigen Öc- Winne schinden will, das Brot nicht billiger abgeben kann. Das scheint in Widerspruch zu stehen mit der �.oepferschen �Judessen jene Rechnung soll keineswegs den Verdienst der Bäcker feststellen. Wenn-n d" Rechnung von cmeui Mehlpreis von 33 M. die Rede ist, so heißt das nur, daß bei einem Kornpreis von 23,8 M. Mehl zu diesem Preise her- gestellt werden kann. In Wirklichkeit musicn die �acker bei weitem mehr zahlen. Warnni, das sind die Geheimniste der «n Sic TM°che.« f-üw viel. fach In Mitteldeutschland Tausch von Korn gegen Brot im Verhältnis„Pfund ans Pfund" stattfand: die Müller waren gleichzeitig Bäcker; die Bauern lieferten ihnen Korn und er- hielten von ihnen Brot im genannten Verhältnis, für ein Pfund Roggen ein Pfund Brot. Die Bäcker-Müller kamen dabei gut aus, denn wenn sie auf 100 Pfund Korn 100 Pfimd Brot lieferten, blieben ihnen noch 5 Pfund Brot und die Kleie, aus deren Erlös Mahl- und Backkosten bestritten -�1. w,«,,,. w.v solche Rechnung..... dort möglich, wo keine weiteren Kosten für Transport, Laden- miete usw. hinzukommen. Toepfer meint aber, daß ein Zuschlag von 25 Prozent genügen müßte und somit bei dem gegebenen Roggenpreife das Pfund Brot 14,875 oder rund 15 Pf. kosten müßte. Fiir das K-Brot scheint uns das in- dessen zu hoch gerechnet, weil hier die Mehlausbeute nicht 75, sondern 82 Prozent ist und der erhöhte Wassergehalt in Anschlag zu bringen ist. Eine andere Rechnung: Nach eingehenden Untersuchungen B r u tz e r s(„D ie Verbesserung der Lebens- mittel in Berlin i m L a u f e der letzten dreißig Jahre", Leipzig 1912) war 1900 bis 1909 die Spannung zwischen Kornpreis und Brotpreis pro Kilogramm 9,1 bis 12,5 Pf., im Durchschnitt 10,76 Pf. Danach würde bei einem Rogaenpreise von 238 M. bei gleicher Spannung 34,56 Pf. pro Kilogramm, 17� Pf. pro Pfund kosten. Wohl gemerkt: vollwertiges Brot, das K-Brot müßte erheblich billiger sein, etwa 16 Pf. Wer die gewaltigen Summen einsackt, die aus der nwer- großen Spannung entstehen, die Miiller, die Mehlhändler oder die Gemeinden(die zum Teil an Stelle der Mehlhändler getreten sind) oder die Bäcker, soll vorläufig unerortert bleiben. Tatsache ist, daß die übergroße Spannung zwischen Kornpreis und Brotpreis zum größten Schaden der Bevölke- rung besteht._., Nun ist zu beachten: da Korn- und Mehlumsatz zentral,- siert sind und die Gewinne der Bäcker genau kontrolliert werden können, so müßten gegenüber dem früheren Zustande sich große Ersparnisse erzielen lassen, jene Spannung müßte geringer sein als in normalen Zeiten. Statt dessen ist sie größer. Tie einzige Erklärung dafür ist, daß bei der be- stehenden Organisation nicht das Gemeinwohl allein maß- gebend ist, sondern daß noch Sonderinteressen zuviel Berücksichtigung finden. Nur deshalb haben wir so über Gebübr teures Brot. Hier kann und muß Abhilfe geschaffen werden. Der Mufstanö in Dublin. London, 29. April.(W. T. B.) Reuter. Die letzten amtlichen Benchte aus Dublin melden, daß die FreiheitShalle von dem Kanonenboot„Liffey" zerstört wurde. Die Truppen trieben die Rebellen mit Voniben und Maschinengewehren, die aus den Dächern eines Hotels und eines Klubs aufgestellt worden waren, aus ihrer befestigten Stellung auf dein Platze St. Stephensgreen. Die Rebellen sind noch immer im Besitze der großen Biskuitfabrik von Jacobs, welche die Truppen mit zwei Kanonen beschießen, ferner des Postamtes, des Gerichts- gebäudcs und einer Eisenbahnstation. Gerüchtweise verlautet, daß die Truppen inzwischen das Postamt eingenommen und dabei Rauchbomben benutzt haben. Der Mob wurde am Montag durch die Gefechte dazu verleitet, die hauptsächlichsten Läden zu plündern. London, 28. April.(W. T. B.) B c r i ch t d e s L 0 r d Fr euch: Die militärischen Unternehmungen zur Unter- drückung des Aufstandcs in Dnblm machen befriedigende Fortschritte. Die Aufständischen halten nur uoch einige wenige Plätze besetzt, vor alleni die Gegend der Sackville Street mit dem Postamt als ihr Hauptguartier. Die Gegend wurde durch eine Truppcnlinie abgeschlossen. Die Rebellen sind hier in Barrikaden verschanzt. Von den Häusern in den ver- schiedenen Teilen der Stadt wird noch geschossen, Haupt- sächlich nordwestlich vom Gerichtsgebäude, das noch immer von den Rebellen besetzt ist. Die Räumung der Häuser von diesen Schützen ist eine Frage der Zeit. ES wurde beträchtlicher Schaden durch Brände Ver- ursacht. Die hauptsächlich st cn Punkte d c s Auf- st a n d e s i ni übrigen Irland sind die Graf- s ch a f t e n G a l w a h und Enniscorthy. Auch aus Killaruey, C l 0 u in e l und Gore y werden U n- ruhen gemeldet. Im übrigen Irland herrschen ordentliche Verhältnisse. Die Unruhen haben offenbar örtliche Be- dcutnng. Amsterdam, Sg. April.(28. T. B.)„Times" erfährt aus ZLashinaton, daß die irischen Unruhen in Amerika mit Nr. 118. Bbonneir.cnts-Bcdingungen: Abonnements• Preis pränumerando fciciteljcbrL 3,90 Mt, Uiunatl. 1,30 Mk. Wöchentlich 30 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nununer 5 Pfg. Sonntags. Nummer mit illustrier! er Sonntags- Vellage.Die Neue Äclt� 10 Pfg. Post. Abonnement: ILO Mark pro Monat. Eingetragen in die Post. Zeitung?. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich. Ungarn 2.50 Mark, für das übrige Ausland 4 Marl pro Monat. Postabonncn:ents nehmen an Belgien. Dänemark, Holland. Italien, Luxemburg. Portugal. Rumänien, Schweden und die Schweiz. ertchetat tagRO. B3+ Jahrgang. Die InlerHons-GeMhr betrügt für die sechsgcspaitene Nolonei- teile oder deren Raum 60 Pfg.. für dolitische und gewerlscbaftliche Vereins. und VerfammlungS- Anzeigen 30 Pfg. „Nleine Bnztigen", dllS lettgedruriic Wort 20 Pfg.(zuläisig 2 fettgedruliie Worte), jedes weitere Wort 10 Pfg. EtellcngcsUlhe und Schlafstcllenau- zeigen das erste Wort 10 Pfg.. jede- weitere Wort 5 Pfg. Worte über lö Buch» slabcn zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müjjeil b!- 5 Uhr nachmittags in der Expedition adgegcden werden. Die Expedition hl bis 7 Uhr abends geösincl. Vevlinev Volksblnkf. Zentralorgan der rozialdemokratifcben Partei Deutfcblands. reiegramm-Mreffe: .JoilaldemoKrat Btrlin", Neüaktion: SW. HS, Kinöenstraße Z. Fernsprecher: Slmt Moritipla«, Nr. 151 Sv— 15X97. Sonntag, den 30. April 1010. Expedition; Ev). HS, Linöenstraße Z. Fernsprecher: Amt Moritzpla«, Nr. 151 90—151 97. großer S p a» l! u n g verfolgt werden. D!e öffentliche Meinung geige aber keine Neigung, mit den Rebellen zu sympathi- siercn.„Times" zitiert„New Tribüne", die die Amtstätigkeit des Staatssekretärs Birrell einer scharfen Kritik unterzieht. Die New- Jorker Leitung der Vereinigten irischen Liga in Amerika veröffent- lichte eine Erklärung, in der sie die irischen Amerikaner ermahnt, zu bedenken, dag sie Amerikaner seien. London, 29. April.(W. T. B.) Neutcr meldet: Tie letzten Nachrichten aus Dublin besagen, daß seit der Ankunft des Generals Maxwell die Schlinge um die Rebellen immer enger gezogen werde. Nicht mir das Zentrum der Stadt sei reichlich verstärkt worden, auch in den Vororten befänden sich starke Wachen, die verhindern sollen, daß die Rebellen in die Berge entkommen, ferner meldet Reuter, daß der Führer der irischen Nationalisten N e d in o n d eine Erklärung ver- dffentlicht habe, in der er sich ganz zur Verfügung der Be- Hörden stellen. Er sei in beständiger Fühlung mit ihnen und habe die nationalistischen Freiwilligen in allen Teilen des Landes beauftragt, sich den Militärbehörden zur Verfügung zu stellen. In vielen Orten außer Dublin seien sie bereits aus eigenem Antriebe mobilisiert, um die Truvpen zu unter- stützen. Gestern hätten die Freiwilligen von Tipperary ihre Dienste angeboten. Cm englische? Augenzeuge übe? öie Kämpfe m Dublin. Amsterdam, Lg. April.imacher sind«bensolche Realisten. Wenn sie Macht spüren, die für sw die einzige Gtsttheii bleibt, so verfliegt ihr Hochmur nnd beugt sich vov ihr. Bern, 28. April. sW. T. 23.) Anscheinend überrascht von der! versöhnlichen Tendenz der Eni Wickelung des deutsch- amerikanischen Konfliktes spottet der Pariser„Teinps" in seinem heutigen Leitartikel über die Neigung Teutschlands, eine befriedigende friedliche Lösung zu finden, indem er sagt. Deutsch- land habe Angst bor dem mächtigen Amerika. Andererseits läßt das Blatt es nicht an deutlichen Hinweisen darauf fehlen, daß Amerika! sich nicht nicht mit 5ivnzessionen zufrieden geben könne, nachdem die energische Note abgegangen sei. Es schreibt: Wilson fordert die unverzügliche Einstellung des jetzigen Tauchbootkrieges. Cr weist also von vornherein eine bedingte Antwort zurück, und wenn er sich zum Verteidiger der Rechte der Neutralen macht, so geschieht cS nicht, um sich an ihre Spitze zu stellen und sich dann zurückzuwenden gegen die Mächte, die für die Freiheit und Verbrüderung der Völker streiten. Gegenüber dem deutschen Hinweis auf den englischen Aushungcrungsplan betont„Tcmps" dessen Berechtigung nach deur Völkerrecht und vergleicht die Aushungerung von Paris I870/7tl damit. Deutschland sei nichts anderes, als ein ungeheures belagertes und verschanztes Lager. Im übrigen rühme es sich ja selbst oft, daß seine Vorräte bis zum Ende reichten. Die Neutralen würden keinem Kriegführenden Helsen, der, um sich die Welt zu unterwerfen, alle Gesetze der Menschlichkeit mit Füßen trete. Das zu glauben, verbiete schon die bestimmte und würdevolle Sprache Wilsons- Die englische Herrschaft in Indien. Die indische revolutionäre Partei in San Franziska(Hin- dustan-Gadar Party) veröffentlichte vor kurzem eine„Bilanz der englischen Herrschaft in In die n", aus deren Lektüre klar hervorgeht, weshalb die herrschenden Klassen Englands alles daran setzen, sich den Besitz der indischen Kolonie und ihrer Zufuhrstraßen nicht schmälern zu lassen. Der Ausruf lautet im Wortlaut: „t. Tie Engländer erheben in Indien und bringen nach Eng- land jährlich LLö Millionen Frank; infolgedessen sind die Eingeborenen so verarmt, daß das durchschnittliche Tagescur- kommen eines JndierS 12% Cents pro Kopf beträgt. 2. Die Grundsteuern belaufen sich auf mehr als öö Pro». 3. Für die Erziehung einer Bevölkerung von 249 Millione« gibt die Anglo-Jndische Regierung jährlich 12S Millionen Frank aus; für das Gesundheitswesen 3t) Millionen Frank; für das Heer jedoch 48S Millionen Frank. 4. Unter der englischen Regierung sind die Hungersnöte im beständigen Zunehmen begriffen, und in den letzten 19 Jahren sind 29 Millionen Menschen an Hunger gestorben. 5. Die Pest hat in den letzten 16 Jahren 3 Millionen Men» scheu dahingerafft, und der Prozentsatz der Todesfälle ist im Laufe der letzten 39 Jahre von 24 auf 34 pro Tausend gestiegen. 6. Mittel aller Art werden angewendet, um Feindschaft und Zwietracht in den Eingeborenenstaatcn zu säen, wodurch der eng- tische Einfluß in jenen Staaten gesteigert wird. 7. Die Engländer bleiben straflos, wenn sie eingeborene In- dier töten oder wenn sie die Ehre indischer Frauen schänden. 8. Mit dem von den Hindns nnd Mohammedanern erhobene« Gelde werden die christlichen Missionare subventioniert. 9. Auf alle Arten wird der Streit zwischen den Hindus und den Mohammedanern geschürt. 19. Die Künste, Gewerbe und die einheimische Industrie Indiens werden zugunsten des englischen Handels zerstört. 11. Mit dem Gelde Indiens und mit dem Blutopfer der ttt� dischcn Soldaten führt und führte England seine Kriege in China, Afghanistan, Burmah, Persien und Aegypten. 12. Seit der letzten großen Revolution in Indien im Jahre 1357 sind 59 Jahre vergangen. Die Bevölkerung Indiens, die in den Eingcborenenstaaten aus 79 Millionen Eingeborenen nnd in den von den Engländern beherrschten Gebieten aus 249 Millionen Eingeborenen besteht, hat nur eine englische Militärmacht von 79 614 englischen Offizieren und Soldaten und 38 948 Mann ein- geborenen Truppen über sich. Wie lange wird es daher dauern, bis sich das indische Riesenvolk zu einer neuen Revolution auf- rafft?" Ter Aufruf der indischen Revolutionäre, der im Grunde nur die Anklagen wiederholt nnd ergänzt, die unsere englischen Ge- Nossen, vor allem Keir Hardie, seit Jahren den herrschenden Klassen Englands ins Gesicht geschleudert haben, ist eine neue grelle Jllu- tration zu den Zuständen, zu denen die imperialistischen Be- irebungen aller kapitallstischcn Staaten in den mit ihrer Herr- 'chaft und ihrer„Kulturmission" beglückten exotischen Ländern chhrcn. Letzte Nachrichten. Zur Lage in Gricchenlaud. Athen, 29. April. lA, T. B.) Reuter meldet: Von der chauvi- rtistischen Presse seien böchst extravagante Gerüchte verbreitet worden, daß die Offiziere der Athener Garnison eine Liga zur Verteidigung ihrer Ehre, ihres Herrschers und ihres Vaterlandes zu bilden beab- ichtigen. Bis jetzt seien diese Gerüchte unbestätigt, nichts weise auf eine Gefahr hin, die einen solchen Schritt rechtfertigen würde. Die Zeitung„Embros" teilt mit, daß die Offiziere ein Protokoll unter- zeichnen, in dem sie sich ehrenwörtlich berpflichtcn, dem König, für den sie bereit seien, ihr Blut zu vergießen, ihre Loyalität zu bewahren und sich nicht mit Politik zu beschäftigen. Die Rcklame-Russen in Frankreich. Bern, 29. April. fW. T. 23.) Laut einer Sondermcldung des„Tcmps" ist in Marseille ein dritter Transport rnssifcher Truppen am 23. April früh eingetroffen. Ter Schweizer Fücgcrzwischcnfall beigelegt. Bern, 29. April.(T. U.) Ter jüngste Fliegerzwifchenfall ist erledigt. Die deutsche Regierung hat, wie bereits nntgeteilt, durch ihren Bern er Gesandten beim Bundesrat über die Ausdehnung der Grenzzone längs der schweizerischen Grenze, in der die Flüge verboten sind, durchaus befriedigende Mitteilungen gemacht. Der Bundesrat betrachtet damit den Zwischenfall als erledigt. Die zu- vorkommenden Erklärungen der deutschen Regierung und besonders der deutschen Heeresleitung, die grundsätzlich jeden Flug an der Schweizer Grenze verboten hat. machen hier den denkbar günstigsteu Eindruck und haben sofort beruhigend gewirkt. Grubenunglück. Wesel, 29. April. lW. T. B.) Infolge plötzlichen Wasserdurch- bruches sind am Nachmittag auf Schacht 2 der Anlage Wallach im benachbarten Borth der Betriebsführer, der Steiger und sechs Mann zu Tode gekommen. GewerkMastlkches. Gesetzlicher Schutz Dr öle weibliche unö jugenöliche Arbeitskraft. Die stark gesteigerte Verwendung weiblicher und jugend- licher Arbeitskräfte im gesellschaftlichen Arbeitsprozeß macht eine Erweiterung des geltenden gesetzlichen Arbeiterinnen- und Jugendschutzes dringend notwendig. Die Gesundheit der Arbeiterinnen und der kommenden Generation, die Rücksichtnahme auf die geistig-sittliche Ent- Wicklungsmöglichkeit der heranwachsenden Jugend, auf das Kulturbcdürfnis der Erwachsenen und deren wirtschaftlichen, sozialen und politischen Pflichtenkreis und nicht zuletzt das Ge- samtinteresse der Gesellschaft an dem Gedeihen ihrer einzelnen Mitglieder, erfordern die Errichtung hinlänglich hoher und starker Schranken gegen die kapitalistische Ausnutzung mensch- licher Arbeitskräfte. Im Widerspruch zu dieser Notwendigkeit steht die Tat- fache, daß noch immer das Notgesetz gilt, welches bei Aus- bruch des Krieges geschaffen, dem Reichskanzler die Befugnis einräumt, den bereits bestehenden gesetzlichen Schutz für Ar- beiterinnen, Jugendliche und Kinder außer Kraft zu setzen. Die tatsächlichen Verhältnisse, unter denen die Arbeitenden heute schaffen, schreien geradezu nach einem erweiterten Schutz. Ilm so mehr wird deshalb der durch das Notgcsctz geschaffene Zustand als schwer drückend und unhaltbar empfunden und seine Beseitigung herbeigesehnt. Einer in politischen und gewerkschaftlichen Kreisen all- gemeinen Auffassung gibt deshalb die nachfolgende Petition Ausdruck, die Ende Äärz von den Genossinnen Z i e tz und Hanna dem Reichstage eingereicht wurde: Petition betreffend Arbeiterinnen- und Jugendschrch. Die Unterzeichneten richten an den Reichskanzler die drin- gende Bilte: 1. Um Aufhebung des NotgesetzeS vom 4. August 19U, nach welchem der Reichskanzler für die Dauer des Krieges die Vorschriften der Gewerbeordnung über den Arbeilerinnen-, Jugend- und Kinderschutz außer Kraft setzen kann. 2. Ilm Einführung des Achtstundentages für Frauen, mindestens für die in der Schwerindustrie lGroßeifenindustrie, Bergbau, Erdarbeiten. Müllabfuhr und andere mehr) beschäftigten weiblichen Personen. Begründung. Die Aufhebung der Vorschriften der Gewerbeordnung über den Arbeiterinnen-, Jugend- und Kinderschutz durch das Notgesetz vom 4. August 1914 erregte von vornherein Bedenken, die man aber zurückstellte, weil allgemein mit einer kurzen Dauer des Krieges gerechnet wurde und deshalb gesund- heitliche und sittliche Gefahren für die Arbeitenden bei einer bloß vorübergehenden Beseitigung der Schutzbestimmungen nicht zu erwarten waren. Dies umso weniger, als auch in dem Minister- erlaß vom 10. August als allgemeine Ansicht hervorgehoben wurde, daß bei der Bewilligung von Ausnahmen mit großer Vorsicht zu verfahren sei, und daß insbesondere Ausnahmen von den Be- stimmungen über die Beschäftigung von Kindern nur in den dringendsten Notfällen gewährt werden sollten. In Wahrheit hat die Erwerbsarbeit der Frauen, der Jugend- lichen und Kinder in einem Maße zugenommen, wie sie niemand vorausgesehen hat. Die Frauen sind in Berufe eingedrungen, die ihnen bisher verschlossen waren und die für den weiblichen Organismus schlechthin schädlich sind oder wenigstens nur bei den sorgiältigften Schutzbestimmungen ohne tiefgreifende Schäden ausgeübt werden Kimen. Es sei nur erinnert an die Beschäftigung mit gewerblichen Giften in der chemischen und der Sprengstoffindustrie, an da« Heben schwerer Lasten bei der Geschotzfabrikation, in den Hüttenwerken und andere mehr. Die Beschäftigung von Frauen, jugendlichen und kindlichen Arbeitskrästen in einem über die Bestimmungen der Gewerbe- ordnung hinausgehenden Umfange ist auch nicht nach den ursprüng- lichen Intentionen der Regierung und Parteien auf Ausnahmefälle beschränkt geblieben, sondern ist vielfach zur Regel geworden. Viele Tausende Frauen und jugendliche Personen beiderlei Geschlechts leisten in sehr erheblichem Umfange Ucber-, Nacht- und Sonn- tagsarbeit. Diese Ueberbürdung, in Verbindung mit der Unter- ernährung als Folge der außerordentlichen Teuerung und der Knappheit vieler Lebensmittel, ist von verhängnisvollen Folgen für die Gesundheit der Betroffenen, die meistens auch noch von tiefem Seelenleid bedrückt sind, und für die Entwicklung der nach- folgenden Generation, die unter solch' ungünstigen Verhält- nisien getragen und geboren sind. Wir fügen einige ärztliche Ur- teile bei. Dabei ist nicht zu verkennen, daß der betreffende Zustand leider auch zu einer sehr ungünstigen Beeinflussung der noch nicht gefestigten jugendlichen Arbeiter geführt hat. Und schließlich sei noch erwähnt, daß die dauernde Ueber- müdung, die zur Entftäftung und Gesundheilsfcbädigung führt. den Eintritt der Invalidität beschleunigt und die Unfallgefahr erhöbt. Die Volksgesundheit und die Charakterentwickelung der Jugend sind also schwer bedroht. Dabei kann der Grund; durch Einstellung von weiblichen und jugendlichen Personen ohne die Beschränkung durch die Arbeiter- schutzgesetze eine Stockung im Arbeitsprozeß zu verhüten, gegen- wärtig auch nicht mehr geltend gemacht werden. Das.Reichs- arbeitsblatt" vom Februar 1916 meldet vielmehr, daß für 163 weib- liche Arbeitsuchende nur 190 offene Stellen vorhanden waren. Allein in Berlin stieg im Januar 1916 gegen den Vormonat die Zahl der arbeitsuchenden Frauen von lOTOO auf 14 200, die der offenen Stellen für sie jedoch nur von 8050 auf 8220. Und ähnlich sind die Bericht« sämtlicher Arbeitsnachweise, die regelmäßig ihre Einsendungen machen: der Verband märkischer Arbeits- nachweise, der ostpreußifche Verband, der posensche, die Hamburger Landeszentrale für Arbeitsnachweise, das Würrlembergische Staats- landesamt und der Verband westfäliicher Arbeitsnachweise. Nach dem westfälischen Bericht kommen sogar aus 216,5 Arbeitsuchende nur 100 offene Stellen. Aber auch die Zahl der männlichen Arbeitsuchenden stieg in Berlin im Januar von 11 700 auf 16 100 und die der offenen Stellen nur von 11 350 auf 13 400. In dem schon erwähnten Ministerialerlaß vom 10. August 1914 heißt es aber ausdrücklich:»Bei der Bewilligung von Aus- nahmen müsse unter allen Umständen beachtet werden, daß da- durch die Arbeitsgelegenheit der durch den Krieg arbeitslos ge- wordenen Männer nicht vermindert werde." Durch die Ueberarbeit der Beschäftigten ist nunmehr die Be- einträchtigung der Arbeitsgelegenheit für Männer und Frauen eingetreten. Damit steht die weitere Zulassung von Ausnahmen im Wider- spruch zu dem Willen der Gesetzgeber und dem klaren Wortlaut der ministeriellen Ausführungsbestimmungen; die Beseitigung der Ausnahmen wäre also ein Akt der Gerechtigkeit und eine segens- reiche sozialpolitische Tat. Die Aufhebung des Notgesetzes und die Einführung der Acht- stundenschicht für Frauen, mindestens in der Schwerindustrie, würde Tausenden Beschäftigung und Verdienst geben und viel Not und Sorge von der Arbeiterschaft nehmen. Die Unterzeichneten erwarten deshalb, daß im Interesse der Arbeitenden und im Interesse der Volksgesundheit ihre Worte Be- achtung finden und ihre Bitte erfüllt wird. Für die sozialdemokratischen Frauen Deutschlands: Luise Z i e y. Für daS Arbeitcrinneusckretariat der General kommission der Ge- werkschaften Deutschlands: Gertrud Hanna. Die angefügten ärztlichen Gutachten mußten wir auS Raummangel weglassen. Unsere Leser finden sie in der von der Genossin Z i e tz verfaßten Broschüre:„Zur Frage der Frauenerwerbsarbeit während des Krieges und nachher", die in der„Vorwärts"-Buchhandlung erschienen und in allen Parteibuchhandlungen zu haben ist. In erster Linie ist es Sache der politisch und geWerk- schaftlich organisierten Frauen, im Rahmen der Gesamt- bewegung für die Durchsetzung obiger Forderungen zu wirken. verlw unü Umgegend. Ein merkwürdiger„Hilfsbund". Vor der Schlichtungskommission der Militärjchneider hatte sich seinerzeit ein Schneidermeister wegen Zahlung nichltarifmäßiger Löhne zu verantworten. Er hatte die Arbeiten von einer anderen Firma erhalten, die nunmehr auf dem Rechtswege haftbar gemacht wurde. Der Beklagten wurde von der Kommission aufgegeben, den Namen des Auftraggebers zu nennen, der für die Heeresverwaltung lieferte. Die Firma gab daraufbin in einem Schreiben an, daß sie die fraglichen Unterhosen im Austrage des„Hilfsbundes für bedürftige gebildete Frauen und Mädchen" angefertigt habe, deren Vorsitzende Frau Geheimrat T h e w a l d sei. Diese war nun zum 1. April d. I. ge- laden, blieb aber ohne Enrschuldiguiig aus. Der beklagte Schneider« meister beantragte außerdem, die beklagte Vorderfirm'a anzuhalleu, ihm den Zwischenmeisierzuschlag von 12 Pf. nachzuzahlen. Die Vertreterin der Firma führte aus, daß diese für den Hilfsbund im ganzen 10 000 Unterhosen angefertigt habe. Für 1000 Stück habe sie pro Hose 70 Pf., für weitere 1000 Stück pro Hose 75 Pf. und für den Rest pro Hose 80 Pf. erhalten. An den Zwischenmeister habe sie ihrerseits 55 Pf. gezahlt. Der Zwischenmeister wiederum hat seinen Arbeitern 35 Pf. gezahlt ohne Knopflöcher. Es hatte nun ein neuer Termin stattgefunden, zu dem Frau Gebeimrat Thewald wieder geladen und— wieder nicht erschienen war, sondern eine Verireterin geschickt hatte, die nur aussagen konnte, daß.Frau Geheimral nach Weimar" gereist sei. Die Schlichtungskommission machte aus dieser Nichtachtung und Rück- sichtslosigkeit einem Gericht gegenüber keinen Hehl und der Vor- sitzende, Magistratsrat v. Schulz, rügte ein solches Verhalten mit scharfen Worten, zumal die Dame erst eine Woche vorder verreist war, die Ladung aber bereits am 5. April an sie ergangen ist. Die Kommiision faßte folgenden Beschluß: Es wird ein neuer Termin angesetzt, die Haupworsitzende des Bundes, Frau Dr. W a s b u tz k i geladen und ihr gleichzeitig aufgegeben, den mit der Heeresverwaltung abgeschlosienen Vertrag vorzulegen, serner Frau Thewald zu veranlassen, die von der beklagten Firma über die Lieferungen ausgestellten Ouittungen im Termin vorzulegen oder falls sie im Besitze des Bundes sind, selbst mitzubringen. Die Angelegenheit wird schon durch die eigenartige Tätigkeit des Bundes, der doch sozial wirken will, interessant, gewinnt aber noch mehr an Interesse, wenn man hört, daß laut amtlichem Tarif der letzte Arbeiter für die Hose 1,08 M. hätte erhalten müssen, stall dessen aber nur 35 Pf. bekommen hat. Ein Arbeitgeberbeisitzec meinte denn auch:»Wenn die Arbeit noch durch weitere Hände ge- gangen wäre, dann hätte der letzte Arbeiter noch Geld mitbringen müssen."_ Mus Industrie und Handel. Kricgsgewinne. In der gestrigen Aussichlsralssitzung der Vereinigten Köln-Rottweiler Pulverfabriken wurde beschlossen, der auf den 16. Mai dieses Jahres einberufenen Generalversamm- lung die Verteilung einer Dividende von 35 Prozent nach reich- lichen Abschreibungen vorzuschlagen und 6 395 501 M. auf neue Rechnung vorzutragen. Q.m. b. H. Blusen vsmen- Handschuhe"n,errÖtke mm Bluse ou, hengestrefflen Wasdv $lo(len, mit weißem Rips garniert., u./«) Bluse om Wajch-Volle, Vocdcrtei!„ reich mit Slldcerel garniert...... O.OÜ Bluse«n» Wasch-Volle, rnN Hand- slidcerel und Einsatz reich garniert., V.7D Bluse aus gesllckler Volle, Arne halsfrei.................. Bluse aus bunl gemusterter Volle, halsfrei w Bluse aus Wasdi-Voile IN II Hand- Stickerei 10.75 Strumpfwaren Damenstrümpfe lang_n �.« sdiwarz oder lederjarbig..0", 70™- 1.11/ Damenslrümpfe lang. ssi«-. schwarz................. V«»™* Damenstrümpfe lang...„ Seldensrsalz....... 1.10un£l I.OD Damenslrümpfe lang. Seidener- salz, mit Laufmaschen.......... 1.0" Damenslrümpfe lang. Seide m» Florsohle.... farbig 1.90 sdiwarz 2.10 Damenslrümpfe lang. Trama- seide, mit Flor, Oberteil und Sohle.. 3.20 Damenslrümpfe lang. durchbrochen, schwarz...... 55, 90 PI Damenslrümpfe lang, schwarz, mit farbigen Slreijen.......... 1.10 Damenslrümpfe lang, Flor, schwarz, mit jarbig hinterlegt..... 3.50 »r Zwlmhandschuhe mu 2Dnick- knöpfen, w farbig und weis...... Zwlmhandschuhe•« weiß, mit jdiwarzer Aujnaht, 2 Drudcknöpfen.. Leinen-Ersatz»n 2Druckknöpf«. in farbig, weiß und jchwarz...... Schweden-Ersatz M» 2 Drudcknöpfen, weiß und farbig....... Leinen-Ersatz mit schwarzer Auf- nahl und 2 Drudcknöpfen, farbig u. weiß Seide glatt, mit 2 Drudcknöpfen, In Jarbig. weiss und schwarz........ Seide glall. ml! verstärk!. Fingerspilz. u. 2 Druckknöpf., farbig, weiss u. schwarz 48 PI- 60 pi 65 PI- 65 pi 75pi 1.10 1.25 Leinen-Ersatz m» 2 Perlmutter- druckknöpfen, farbig und weiß.... 1.10 Leinen-Ersatz ohne Aufn., dünnes Gewebe, m. 2 Druckknöpf., farbig u.welß 1.20 QIac£ farbig, weiß und schwarz, � � 2 Druckknöpfen............. 1.25 Schweden-Stepper Jarbig, m» zwei Drudcknöpfen........... 1.95 Nappa-Stepper farbig, mit zwei Druckknöpfen.............. 1.95 Schweden leichte cpialiläl. farbig. mit schwarzer Aufnäht und 2 Drudcknöpfen.................. 2.10 Damen- Paletot| Jackett- Kostüm aus coverlcoalarligem Gewebe, etwa 100 cm lang, mll etwas Glocke gefchnlllen.. 25- g aus covertcoalar tigern Ge- m mm M webe, Jacke mB Halbseide W gefoltert; Jugendliche Form Waschstoffe Neueingänge schöner Sommer- Stoffe in modernen Farbenslellungen und Geweben Foulardine- Krepon- Krepehn- Schieier- Stoffe mit bedrucktea bestickten u. eingewebten Mustern• Wotlmusselin• Batist usw. Rock aus kariertem Wasdisloff, mit gebranntem Ansatz.......... 3.25 Rock a.Haiblelnen Ansatz m-Snckerel 4.00 AtlaS-Rock mit gekrepptem Ansatz 6.50 Lüster-Rock mit hohem angekraustem Ansatz und gebogler Frisur 7.25 Taffet-Rock Ansatz inlISöumchen- Qarnierung............... 12.50 Trikotagen Korsettschoner weiß oder farbig, mit Aermeln............... 75 Pf. UntertaiHen leicht gestrickt mit Aermeln........... 1.55 2.10 UntertaiHen leicht gestrickt, mit V4 Aermel............... 80 PI- Schlupfbeinkleider schwarz, mit farbig hinterlegt............. 2 M Schlupfbeinkleider. CA (ein Trikot, weiß od farbig 1.75 2.50 3.50 Sport-Jacketts{arbig, Wolle oder Kunstseide Sonnenschirme Sonnenschirme Seide, einfarbig 6.25 Sonnenschirme ml! 6.50 Sonnenschirme Seide, weiß, mü schwarz-weissem Ansatz........ V./D Sonnenschirme Seide.einfarbig, Bogenform mil Rüsche........ 13.50 Sonnenschirme Seide, schwarz, mit Ällaskanle............ 7.75 AV'-"-st•■■■ o*- �'_-_- '»«onto. Redakt.: Alfred Wielepp. Neukölln. Jnic-ateuteil verantw. Ttz. Glocke. Berlin. Druck u.Vezlag:LolwartsBuchor.u.Vezlagsanilalt PaulSiugeröiEo.,BerIin2V/. Hierzu 3 Äeilagen u. Unterhaltung!! 10. Lr. 118. 33. IshrMg. 1. Knills Ks Jormirtf Knlmr 5o««tl!g. 30 April 1915. Wohin öle Keife geht. In dcr neuesten Nummer der, S o z i u l i st i s ch c n M o n a t S- I) e s r c" produ-ien sich Genosse Ludwig O u e s i e l in bemerken«- werier Weise nIS StaatSsozialist. Nach dem Muster Lcnschs zichr er eine Parallele zwischen der jetzigen„Weltwolution" und der„Ncvolution von oben", die die Jahre vor der Neichegründung auefüllre. Nach iciner Tarslellung bestand der damalige rechte is-ügel der Fvrlschrilller, der sich von der Partei trennte, um den Grundstock pir die nationallibcrale Partei zu legen, aus Männern, »die si.ti in ihrer Weise die Ansichten von Marx und Engels zurecht- gclegr hatten und die es daher gar nicht so erstaunlich sanden, dast die Gewalt auch bei der nationalen Einigung des deutschen Volkes die Geburtshelferin spielte." Dagegen war die Mehr- ben der damaligen Fortschrittspartei noch so kleinlich und einsichtslos, dag sie sich an die Grundsätze des Liberalismus klammerte..Mit tiefem Schmerz mutzte es nun die Mehrheit der Fortschrittspartei erleben, datz die bürgerlichen Massen drautzcn so gar lein Verständnis sür die bisherige FraklionSpoliiik zeiglen. Was sie nicht verniochten, das besorgten um so gründlicher die Massen. Sie dclclen den Erfolg an und strömten zu der neuen Partei, die a n f d c i» B o d c n der h i st o r i s ch e n T a i- lache n io glücklich den LZahlkompf voin 12. Februar 1867 führte, datz sie 70 Mann stark fortan den rechten Flügel dcS deutschen Liberaliswiis bildete, dem für lange Zeit eine führende Stellung im deutschen Parlamentarismus zusiel." Diese Situation vetHleicht nun Luesicl mit dcr fetzigen Lage in der iozialdeinolraiischen Partei. Die Anhänger der Mmderheit sind 1860 wenden sie sich von der smarxistiichenj Lehre ab, datz die Ge wall die Eeburlshel'crin einer neuen Gesellschaft ist, und sie per- »nögen cS nicht zu fassen, datz die Stellung der deutschen Sozial demokratie zn der neuen Eescll'chast. die in Sturm und Weiler der grotzen Wclikatastropbe geboren ist, notwendigerweise eine andere fein mutz, als gegenüber der allen, der dcr 4. August 1014 die Lolcnglocke läutete." In der fetzigen Situation findet Ducsscl noch den Trost, datz»im Gegensatz zn der Fortschrittspartei von 1866� nicht die Mehrheit, foudern nur eine ileiiis Minderheit sich den geistigen Anforderungen einer grotzen Zeit nicht gewachsen zeigte". Mit anderen Worten: d-e jetzige.Mehrheit" dcr sozialdemokratischen Partei darf ihre Leistung auf dem Gebiete dcr Anpassung an die»Anforderungen einer grotzen Zeit" inil Stolz höher stellen als die Leistung des rechte» Flügels dcr ForlichiittSpartci von 1866. der nur eine Minderheit der Partei bildete. Die Urluche dieser erfreulichen Eischciiiung sieht Oucsiel nicht zum wenigsten in der.Gcislcsarbeit jener beiden grotzen Männer, die dem deutschen Sozialisinus das Gepräge ihres Geistes aufgedrückt" haben.»Soviel Marx— be- merkt er gönnerhaft— auch im einzelnen geirrt haben mag. durcb feine grotzangelegte Theor.e der soziale» Eniwickliing hat er das Proletariat vor jciier geistigen Verflachung und Vcrsinipelung dcwalnt in dir: der Wortradikalismus dcr Minderheit in den letzten Jahren mit vollen Scacln hincinsteuerle, bis dcr Sturm des Welt- trieges sie zwang, sick' auf gerettetem Boot schleunigst in den peiiligen Hafen deS fortschriillichen PhilisterinmS von 1866 zu flüchten, das uncniwegt diejem System jeden Mann und jeden Groschen verweigert." Bei dieser Ticie der geschichtlichen Erkenntnis»st eS nur Natur- lich, datz Diicffcl für die Zutunil ein Programm aufstellt, das die Vartci aus dcr Enge des visberigen— losialistüdKN—»Phtliste- ruims" herausführen soll. In erster Linie mutz die Partei positive i'. o l o n i a l p o l i r i t t,cibcn. Ader mcht genug damit:»Wir ivcidcn sogar an alle Staaten, die über etil koloniales Territorium vci fügen, die� moralische Forderung richten müssen, alle notwendigen finanziellen Lpfcr zu dringen, nm probuftibe Kraft i lirer 5loIontctt tveuer zu entwickeln." Worauf sich diese»moralische Forderung" stützen wird, verrät Oucsiel leider nicht, was in Anbetracht der ungeheuren Wichtigkeit dieses neuen Gedankens nur zu bedauern ist. Datz die Partei und die Arbeitcrichatt eine völlig andere Sicllung zur siolonialpolitik einnehmen müssen, ist für Ouesiel ohne weiteres klar. .Auch der ichlichlcste Arbeiter ist durch den Krieg darüber aufgeklärt worden, datz ein Verticlil der europäischen Menschheit auf Kolonial- Wirtschaft gleichbedeutend mit ihrer Verelendung wäre." Und es ist ferner klar,»datz die Sozialdemokratie auf Grund der Erfahrungen des Krieges gar nicht mehr anders kann, als eine neue Stellung gegenüber den Kolonien zu gewinnen. Sie mutz die Negation preisgeben und sür eine positive K o l o n i a l p o I i t i k ciiitretcii, die den hoben Idealen deS Sozialismus und dem geniein- kamen Wohl der wcitzcn und farbigen Menschheit entspricht." Und ähnlich wie mit der Kolonialpolitik verhält es sich auch mit dem Militarismus:„Die neue Kriegführung, das neue Volksheer wird sich seine neuen Gesetze schaffen.... Den: neuen Volksheer, das der Krieg plötzlich geformt, ein neues besseres Recht zu schaffen.. das wird eine der grotzen Aufgaben dcr deutschen Volksvertretung sein, der gegenüber die Richtersche Abc-viich-Weisheit der sozial- demokratischen Minderheit wie eine Parodie auf längst beraannene Zeiten wirkt." ES ist selbstversländlich, datz Ouesiel unter solche» Umständen daS Festhalten an der Budgeiverweigerung als eine Unmöglichkeit verwirft.»Selbst wenn ein lomnicnöcr sozialdemokratischer Partei- rag in übergroher Pietät gegen früher gcsatzte Beschlüsse noch einmal das Prinzip der Budgeiverweigerung bekräftigen sollte, so würde die Befolgung dieieS Brauches von den anderen Parteien überhaupt nicht mehr alö eine poliliiche Handlung geweitet werden, nur»och als eine traditionelle Zeremonie, die etwa bedeuten soll, datz dieser Staat unserem Ideal nicht reif ist und wir im Geist schon als Bürger dessen leben, der da kommen wird.... Die Sozialdemokratie hat im Krieg ihre StaatSgesinnung vor aller Welt dokumentiert, sie hat die Sacke dieses Staates zu der thrigen gemacht; sie kann ihn da- her auch später wckhl nach im Innern umformen wollen, aber n i e mehr negieren. Im Frieden mag man mit grotzen Worten auch bei geringfügigeren Anlässen gegen allerlei anrennen, was man zu niideru oder zu beseitigen wünscht. Das wären aber immer nur Institutionen innerhalb deS Staatswesens, nie dcr Staat selber. Denn diesen hat man in der Stunde der Gefahr selber bekräftigt." Damit können wir wohl die Bekenntniffe einer schönen Seele schlictzcn. die das Beispiel der Nationalliberalen nach 1866 io grüud- lich nachahmen will, datz auch nicht eine Spur sozialistischen Geistes in ihr zurückgeblieben ist._. politische Ueberffcht. Wicdcrzusanilnentritt deS NcichLtages. Die Budgetkommission und die Steuerkommission deS Reichstages nehmen diesen Dienötag ihre Arbeiten wieder auf, letztere mit der Beratung der Tabatsieucr. TaL Plenum dcS Reichstages tritt am erst it. Mai wieder zusammen.— Man hofft bis Ende Mai mit den Beratungen fertig zu werden. „Neuorientierung" in der Schnkpolitik. Die Regierung in Frankfurt a. d. O.. Abteilung für Kirchen- und Schulwesen, hat den Kreisschulinspektoren ihres Bezirkes Anweisung gegeben, den verschiedentlich laut gewordenen Wünschen, das; den BölkerverbrüdcrungSgedanken in dcr Schule Raum gewährt werde, nachdrücklich ent- gegenzutreten. Die Anweisung lautet: Es drängen sich in neuester Zeil an die Lehrer und die Schule Wünsche heran, aus erziehlichen Gründen durch geeignete Belehrung dcr Ausbreitung und Vertiefung deS Völkerhasscs entgegenzuwirken und dcr künftigen Versöhnung der Kulturvölker vorzuarbeiten. Diesen aus dem Gcsübie allgemeiner Völkerverbrüderung und internationaler FriedcnSschwärmere! cntspringendeli Bestrebungen darf kein Raum gewährt werden. Es kann um so weniger Aingabe dcr Volksschule sein, in diesem Sinne zu den künftigen Beziehungen der Völler unter- einander Stellung zu nehmen, alö nach der friedlicbc» Grund- siiminung deS deutschen Volles gerade im Gegensatz zu anderen Völkern gar keine Gefahr besteht, datz in unserer Jugend ei» dein künftigen Frieden gefährlicher Hätz aufwachsen köniite. Im Gegensätze zu solchen Auffassimgcn ist es eine er- zieherische Aufgabe ersten Ranges für die Schule, dafür zu sorgen, datz die furchtbaren Lehren und Erfahrungen dcr jüngsten Vergangenheit und der Gegenwart in dem lebenden Geichlechte unauslöschlich hasten bleiben. Vor allen Dingen mutz ganz allgemein die Ueberzcugung in unserem Volke einwurzeln, datz Deutschlands Frieden und Sicherheit nur durch seine Wchrmachl zu Wasser und zur See verbürgt wird und datz alle VerbrüderungSbe strebungen mit allen Völkern auf kulturellem Gebieic niemals dazu führen dürfen, °u ch nur das Geringste von seiner kriegerischen Rüstung abzubröckeln. Zum anderen sollen die Schulen die Ueberzcugung festizcn, datz Deutschland einig bleiben mutz und datz alle Parteien oder Sonderbestrebungen sich dieser Forde- rung unterzuordnen haben. Endlich wird eS eine schöne Aufgabe aller Lehrenden bleiben, nicht nur die durch die Erfahrungen des Krieges gciestigte Uebcr- zeugung von dem Segen eines starieu Zköiiigtums, sondern auch die Liebe zu unserem König und Kaiser sowie zu dem H o h c n z o l l c r n h a n s e zn voller Er- starkung zu bringen. Das jetzt ciniesührte tägliche Gebet dcr Schulen siir Uliseren Herrscher wird darum als gemütvoller Aus- druck solcher Liebe auch nach dcr Beendigung des Krieges zu pflegen sein. Allen Bemühungen aber, die unsere Feinde an den Deutschen der ganzen Erde begangen haben, zn entschuldigen oder zu beschönigen. Wollen Sie, falls sie in die Schule einzu- dringen versuchen sollten, und nicht schon an dem gesunden Sinne der Lehrerschaft scheitern, Ihrerseits entschlossen entgegentreten." Nach diesem zeitgeschichtlichen Dokument zu urteilen, be- reitet sich eine nette„Neuorientierung" in dcr Volksschule vor. Wir bezweifeln, datz die Wünsche der Massen dcr werktätigen Bevölkerung, die in dem Krieg so ungeheuere Opfer gebracht haben, sich in der Richtung bewegen, die dcr Erlaß dcr Regierung in Frankfurt a. O. kennzeichnet. .Mi en. Auszeichnung Krupp von Böhlens. 29. April.(W. T. B.) S. M. dcr Kaiser hat in Anerkennung dcr von dcr Firma Krupp erzielten Kriegs- leistungen Herrn Krupp von Bohlen bei seiner Anwesenheit im Grotzen"Hailptquartier daS Eiserne Kreuz e r st e r Klasse verliehen und ihm diese Auszeichnung p c r s ö n- lich überreicht._ Ein Entarteter. Die„Deutsche Tageszeitung" schreibt unter dcr Ueberschrift„Ein bedauerlicher Vorfall": »In der»Neuen Zürcher Zeitung" setzt sich Prinz Alexander zu Hohenlohe, wie wir dem„Vorwärts" entnehmen, mit Lord C r o m c r auseinander, der in einem Briese an die„Times" dargelegt hatte, datz England nickit die preutzische Militär macht, sondern die preutzische Miliiar- Partei»vernichten" wolle. Prinz Hohenlohe geht ausführlicher auf Lord Eromers Schreiben ein und spricht sich am Schlnssc seines Artikels dafür anZ, datz die.vernünftigen" Elemente ans beiden Seiten einmal anfangen sollten,„miteinander vernünftig und höflich zu reden". Wir können es uns versagen, irgendwie auf die sachlichen Darlegungen des Prinzen Alexander zu Hohenlohe einzugehen. Auf das tiefste bedauern müssen wir cS aber, datz ein Mitglied des deutschen Hochadcls cS überhaupt fertiggebracht hat, aus eine so unerhört anmatzende und beleidigende Aeutzrrung wie die Lord Eromers in solcher Weise einzugehen." Wir würdigen den Schmerz dcr„Deutschen Tageszeitung", datz ein Mitglied des deutschen Hochadcls zu sagen gewagt hat, der einfachste Weg sei noch immer, datz„die vcr- n ü n f t i g e n Elemente ans beiden Seiten einmal anfingen, miteinander vernünftig und höflich zu reden". Zu der geplanten Abänderung der Geschäftsordnung des Reichstages. DaS.Berliner Tageblatt" schreibt im Anschlutz an die ein- setzende Diskussion in der Presse über die Verschärfung dcr Ge- schäftsordnung des Reichstags: »Bekanntlich hat das preutzische Abgeordneten- hau» vor einigen Jahren eine Erweiterung dcr Ecichästs- ordnung im Sinne Heckichcrs vorgenommen. Aber man iveitz, öer?kwa. öen Schützengraben an Von Hugo Schulz- Wien. IV. April. Nie vorher ist mir der Erstarrungszusiand, in den der Krieg in den Ösifroiileir gerate» ist. so anschaulich geworden wie an der Jkwa, vis ich dorr im März durch die Schützengräben der Wiener Regi- «unter sireifie. Ich habe seither das sichere Gefühl, datz sich durch russische Initiative kaum noch ein vorivringeuder Erker in der 1206 Kilometer langen Fassade von BerleidigiingSantagen wcgbrechen lätzt. und datz die durch die heutiaen Schützengräben tracierten Grenzen der Macht des zarischen Ricsenreiches enigegenglotzen wie der böse Blick dcS unabänderlichen FatumS. Im' vorigen Winter iah ich an dcr Pitica zum ersten Mate, danu später wieder au der Aida. am Dimajec und tu den Karpathen, wie das ist, wen» sich der Krieg aus einem ratend umhertollenden Wolf all- mählich in einen fachte schleichenden Dachs verwandelt. Ich gewann damals tieie Eindrücke von den sorgfältig ausgebuddelten Erdbautcn niit i ii reu zum Teil gemauerten oder iveiiigstens aus Lehmziegeln gcschichlcn Traversen, mit ihren zierlichen Verkleidungen aus Flccht- tvcrl, mit ihren»rosaieidciicn Schrapncllichirmen" und mit den stachelig überspülten spanischen Reiter» davor.»Kann cS noch etwas VollkoinmeiicrcS an improvisieltcr Feldbefestigung geben?" dachte ich. Mein Gott, wie man doch irrt! Dcr Stellungskrieg im Winter 1014 und dcr SlcllungSkiieg im Winter 10!ö, da« ist schier so wie Minel- alter und Gegenwart. So viele Jahrhunderte scheinen dazwischen zu liegen, als die Entwicklung nötig holte, aus dcr Ringmauer einer kclii« scheu Ansiedlung zu den vcrichnvrkciten Bastionen RavclinS einer Fcstumisciiceinte des Meisters Vauban zu gelangen. In jenen Ur- zeitcn des WelilriegcS gab cS ja auch noch lcln Trommelfeuer im Sinne dcr modernsten ZerstörungStechiiik. die darauf ausgeht, mög- Iichsl viel Erdreich out einmal in Brei zu verwandeln, samt den Meiischenlnochen. die damit zufällig in die Stampfe geraten. Anno 1014 aber bewahrte die Artillerie noch ein gewisses altvätcrischeS vtcdcrmciertempo und zwischen den Einschlägen dcr Fünfzebner- oder dcr Achtzchlltcrgrana'.cn gab es sogar noch mcrlliche Zeil- abstände..... Wie ist daS anders geworden und wie ander? sehen nitolge- deffen die Feldbefestigungen a»S, die dcr jüngste Rriegswintcr an dcr Oslsront hervorgebracht hat! Welch ein Gewirr von tief- eingeschninenen Grüben, Galerien, Nischen, labyrinthisch inein- ander geschlungenen Wandcl«äiigcn und mätzig aiifgelürmteii, mit Drahtnetzen üverflochienen Traversen! Welch leich'.icke Ausstattung mit Hotz- und Rcisigverileidungen»ut Türen. Fenster», Lrelterii. Bohlen und gezimmerrcu Verchalnugen! Dabei alles trocken und emwäsien, obgleich die Well, fewie man aus den Graben- labhrinthcn inS F.eic gelangt, ui Kol und Morast � starrt und obgleich es an manchen Stellen hinter den kunstvollen lSeidengeflechleu, die die Wände deueu, noch fettig herab- iropii, besonders dort, wo der Spaten im derben, gelben Lehm i» fetter Schwarzeide schllrsen inutzle. Wo U>td die Zeilen, da die Schützeugrobendcwodncr noch oft otS zu den Kiiltn un Wasser waten mutzten? Falls sich nicht etwa dlcke lragfahige Eisdecken daraus gebildet hallen! Heute sind die Schützengräben kanalisiert— buchstäblich kanalisiert. Unter dem mit Birkenknüppeln gepflasterten Boden der Grabcnsohle gibt e-s überall röhrenförmig verlaufende Hobliäume, die mit Abflutzlöchern in das sanft geneigte Vorfeld versehen sind, und überall wandert man trockenen FutzeS. Selbst aus den Laufgräben verschwindet allmählich der zähe Schiannn. in dem Matze, al« die Vollendung der Arbeiten in den eigentlichen Kampfstellungen Kräfte freigibt. Das jst freilich bisher nur in geringem Umfang der Fall gewesen, denn auch ivcmr der Feind nicht störend eingreift, gibt es in den Schützengräben und Berbindungsgängen immer noch was aiiSzubaucn, zu verändern, zu verbessern und zu verfeinern.' Noch elpe rnffinicR ausgeklügelte FlankierungSanlage für ein neugeliefertes Maschinengewehr, noch eine gut gegen Sicht und Wirkung gedeckte Bcobachternische,»och eine Schleuse für die Grabenwäsier und noch ein Gerinne sür ihren Abfluh ins Freie! Dazu kommen von Zeil zu Zeit auch ganz ravikaie Reformen, die viel Arbeit geben. So sind im Laufe des Winters überall in Wolhhiiien die spliUersichcrcn Entdeckungen und die„rosaseideiien Schropnellschirme" weggerissen worden, die man früher sür uncntbchriich hielt und die jetzt als vorsintflutliches Zeug gelten. Bei den Russen drüben sind sie, ivie ich durch das Fernrohr deutlich sehen konnte noch vorhanden, die Ruileu sind eben' nicht so flink im Reformieren. Tatsächlich haben sich die Schrapnclttchirme als schädlich erwiesen, deim sie leisten der Wirkung deS Trommelfeuers Vorschub, brechen unter dem Granatcnhaocl sofort zusammen und verschütten den Graben, noch ehe die seindliche Artillerie seine Böschungen ordentlich zusammen- gedroschen bat. Ais Schutz gegen die Schrapnellwirlung aber sind sie entbehrlich, denn wenn der Graben tief genug ist. deckt er gegen die Schrapnellkugcl, selbst wenn sie in recht steilem EinfallSwmkcl hermischwirrt, zur Genüge. Das Abrcitzen dcr Schrapnellschirme aber war kein Spatz und kostete saure Mühe, denn das Zeug hatte sich mit dem stoslstarrem Boden förmlich verwachsen und verhärtet Ch?ralt'trische Merkmale dieser Fcldbefesiigimgen neuesten Stils sind die autzerordcntlich breiten Stacheldrahlhecken und die bomben- sicheren Erdstollen. au».Fuchslöchcl" oder.Hcldcnkellcr" genannt. Die Drabtanlagen bilden heute eine weil lnS Vorfeld hmauslangende Hinderniszone und sehen ans einiger Entscrnung aus wie Wein- gätten im Winter. Wenn sich nachts leindlichc Patrouillen an das Dornendickickzt heranpirschen und sich dort zu schassen machen, setzen sich die clclttischen Läutewerke, die in die Grabcnw.mde eingebaut sind, in Bewegung und schrilles Getön alarmiert die Besatzungen. Bei den... jägern zeigte man mir autzerdem noch einen aller- tümlichen Alarmapparal auS der Sleii«eit von Anno 1014, den man dorr gewisscrmetzen aus Pietät in Reserve halt. LS ist ein Schelleitbaum auS leeren Konservenbuchien, die iofort m klirrende Bewegung geraten, wen» vorn jemand an den slachcldrahlen zupft. Noch locseiitlicher als die breiten Drahlverzauiiungeii sind für die moderne Feldbefestigung die bombensicheren Unlerstaiide. St« liegen 4 bis S Meter tief unter der Grabcniohle und sind nicht mit auf- geschüttetem Erdreich bedeckt, sondern in den gewachicnen Boden ein- geschnitten Di- Erdschicht lastet auf dm bis vlcr Lagen dicker Baumsläinin« und darunter zieht sich der mlt Brettern ausgekleidete Stollen, der zwei Ausgänge hat, von denen je eine Treppe zur Grubensohle aufwärts füh:t. Mau möchte glauben, datz diese liefen Keller volle Sicherheit gegen scdeS Kaliber verbürgen, Ich habe an dcr I. autzer anderen Stellungen der____ auch jene der.. er und der... jäger besucht. Dabei drängle sich mir die Beobachtung auf, datz diese Schützengrabenanlagen bei jedem Truppeilkörper ein anderes Gesicht haben. Jedes Regiment gibt seinen Erdbautcn ein ganz individuelles Gepräge, bei jedem bilden sich besondere Eigenheiten der Technik heraus. Daran sind nicht nur die Verschiedenheiten in der Auffassung schuld, die z. B. den einen Regimentskommandanten veranlasse», die bombensicheren Unterstände in die vorderste Linie zu bringen, während dcr andere sie in die Zone der Verbindungsgräben verweist, sondern auch Ver- schicdenheitcn im verfügbaren Material, vor allem aber die Tal- sache, datz die Langeweile des Slellungökriegcs den Kunsttrieb ge- weckt hat. Es haben sich, so sonderbar das klingen mag, beim Schützcngrabenbüddcln Baustile herausgebildet. Eine ganz bcson- derö ausgeprägte Stilisierung fand ich in den Gräben der.. er und der...jäger, dann später wieder bei dcr Nachbardivision in D., wo alles wieder ein ganz anderes Gesicht hat. Das Bedürfnis, die Zweckmätzigkeit mit einem Einschlag von Schönheit zu verklären, mutz in diesem Frontabschnitt wobl bei den... jägern am stärksten sein, denn in ihren Stellungen ist alles fabelbatt schmuck und ge- fällig geraten. Der Waldhiiitergrund verleiht dem Bilde noch einen eigenartigen, romantisch umschimmerten Stimmungsreiz, der den Gedanken, datz dahinter der Tod und neben ihm noch unend- lich viel Mühsal steht, gar nicht aufkommen latzt. Die biederen Traisentaler und St. Pöltener, die die Stammannschaft des alt- berühmten Bataillons bilde», das einst bei Santa Lueia den Sieg erstritt, scheinen selbst nicht daran denken zu wollen, wie schwere Tage sie hinter sich haben und wie wenig heiter ihr silbernes Hift- Horn klang, als bei Kottovice jeder Zweite von ihnen blutend aus den Rasen sank. Sie sind in bester Laune, fühlen sich in ihren Schützengräben wohlaeborgcn und gehen nicht einmal gern in di: Reservestellung zurück, weil eS dort noch mehr Arbeit gib: und über- dies Exerzieren. Der Kunsttrieb, den man bei den Wiener Truppen auch im Schützengraben walten sieht, artet übrigens nicht selten in wirkliche Kunst auS. In den OffizierSunterständen sind die Wände voll von Pastell» und Federzeichnungen, von Aquarellskizzen und Tempcragemäldcn, die alle an Ort und Stelle entstanden sind und die insgesamt namhafte Künstler zu Url>ebcrn haben. Die grötzie Ucbcrraschung bietet sich auch in dieser Hinsicht bei den... jägern. Tort gibt cö mitten in der Stellung ein bombensicheres Bildhauer- atelier. Ein Fähnrich bosselt dort in den Mufreirundcn, die der Dienst ihm lätzt, an seinen Tonmodcllcn. Dieser Fähnrich ist näm- lich sonst noch ein berühmter Bilddaner, der im Frieden bereits bedeutende Monumentalwerke geschaffen hat. Die Kunst im Schützengraben ist wie ein Blümlein, das am Rande des Gletschers blüht. Ein Sinnbild trotziger Lebcnsbcjahung iin� Angesicht des Todes. Sie ist aber auch ein Anzeichen dafür, datz sich Verhalt- nisse herausgebildet haben, die den TodeSgedanken ferner rücken, als man annehmen sollte. Für mich hätte dieses Bosseln, Malen und Zeichnen vor dem Feinde wenig Anziehendes, wenn ev mir nicht bewiese, datz das Leben in den Schützengräben viel gesünder geworden ist als ehedem. Das scheint auch wirklich der Fall zu(ciiij M welken unerquicklichen Szenen daZ geführt hat. Diese Spuren sollten schrecken, und man sollte nicht aus einem qewisz sehr unliebsamen Einzelfalle zu weitgehende Konsequenzen ziehen. Bian könnte dem Reichstage sonst vor- werfen, unbequeme Redner mit Gewalt mundtot machen zu wollen." Ucbrigens erklärt die„Liberale Korrespon- den z" die Annahme der„Dcnrichen Tageszeitung", dag die �ortickrittliche Vollepartci eine Abänderung der Geschäftsordnung des Reichstages in der von Dr. Hsckscher angedeuteten Richtung beantragen oder anregen werde, für unrichtig. Soviel sie wisse, habe die Fraktion sich zwar mit der Angelegenheit be- schäftigt, sei aber zu positiven Vorschlägen noch nicht ge- k o>n m e n. Wir wollen hoffen, daß die bürgerlichen Parteien und speziell die Fortschrittliche Volkspartci in der Tat die Spuren schrecken werden. Die„Opfer" der Landwirtschaft. Die„Landwirtschaftliche Zentraldarlehenskasse für Deutsch- land", eilt Institut, in dem die landtvirtschastlichen Raiffeisen- vereine Zusammengeschlossen sind, veröffentlicht soeben seinen Geschäftsbericht. Ueber den Umfang der Geschäfte wird mitgeteilt: „In dem Geschäftsjahr 1913 sind die Umsätze gegenüber dem Vorjahre, in dem bereits eine Erhöhung im Vergleich zu dem Geschäftsjahr 1913 eingetreten war, von 1,1 Mil- liarden ans BVa Milliarden, die Guthaben tim 87,7 Millionen auf 166,8 Milliorieit Mark gestiegen, die Schulden der Ge- nosscnschaften um 38,6 Millionen Mark auf 15,3 Millionen Mark zurückgegangen. Insgesamt ist also eine Verbesserung der Wirtschaftslage um nahezu 139 Millionen Mark einge- treten. Tie günstige Wirtschaftslage wird auch dadurch bc- zeugt, daß die Geldzuflüsse aus den Vereinen rund 100 Mil- lioneu Mark, die Abforderungen dagegen nur 169 Millionen Mark betragen haben, und ferner dadurch, daß die im De- zember 19l3 beschlossene Erhöhung des Aktienkapitals um 10 Millionen Mark bis Jahresschluß zu 50 Proz. seitens der Vereine finanziell durchgeführt werden konnte." Diese Ziffern lassen die geradezu glänzende Lage der deutschen Landwirtschaft erkennen. Umso schärfer muß es zurückgewiesen werden, wenn jüngst in der„Deutschen Tages- zeitung" gefordert wurde, diese Einnahmen von der Kriegs- gcwinnsteucr frei zu lassen. Was zcitwidrig ist und doch vorkommt. Tie Gemeindeverwaltungen haben jetzt wirklich ihre liebe Not mit der leidlichen Znrechlrückung ihrer Finanzen. Gewiß geht eS dabei an manchen Stellen nicht so ab, wie es die Rücksicht auf das allgenieine Wohl erforderte, und zwar auch durch direktes Verschulden der maßgebenden Stellen. Wer die Finanzberichts der Gemsinden aufmerksam verfolgt, kann da merkwürdige Feststellungen machen. Mitunter freilich müssen die Gemeindeverwaltungen den Merk- Würdigkeiten, Zeitwidrigkeiten, die sich in ihren finanzpolitischen Be- trieben abspielen, ruhig zusehen, ohne selbst einen Finger dazu rühren zu können. Da müßte eine höhere Gewalt eingreifen. Aber die zeigt sich nicht, so dringend sie auch vonnoten wäre. Mutet eS z. B. nicht sehr eigentümlich an, wenn man da in einem Finanzbericht der Stadt Dülmen n. a. liest: „Von der Mehransgabe des Jahres 1916 entfallen rund Ill'/a Proz. auf das Stcuerprivileg des Herzogs von Crotz. In- sol'ge des Mehreinkommeus des Herzogs muß dre'Stadt eine höhere Kr ei s st e u er abführen, sie v e r.m a g d i e s e jedoch nicht aus die Einkommen- st euer des Herzogs umzulegen, da dieser durch den mit der Stadl abgeschlossenen Vertrag von 1837 von� jeder persönlichen Steuer befreit ist. Der Ausfall muß daher von der übrigen Bürgerschaft getragen werden." Der Herzog von Croy hat im Gegensatz zu vielen anderen Leuten während des Krieges höhere Einnahmen, er macht vielleicht Kriegsgewinne, und da er in der Gemeinde Dülmen wohnt, spielen seine höheren Einnahmen für die ikreisabgaben der Stadt Dülmen eine Rolle. Die Gemeinde wird dadurch in dieser KriegSzeit außerordenllich belastet. Aber sie sucht vergeblich beim Herzog und man versicherte mir, daß bei der Wiener Division heute dank der getroffenen Vorkehrungen Krankheiten seltener sind als in der Friedensgarnison. Sogar die Läuse beginnen den Rückzug anzu- treten, seitdem an der I. selbst in den vordersten Stellungen Bade- und Jnfektionsanstalten bestehen. Ter Schützengrabenmensch räkelt sich dort jede Woche ein bis zweimal in der Badewanne, läßt dann noch eine kalte Brause über sich ergehen imd verläßt schließlich völlig entlaust das Lokal. Das hat er allerdings�wemger dem Wasser zu verdanken, als dem großen Ringofen, Zessen Hohlraum inzwischen seine Kleider barg und dessen Brutwärme den Läusen ein tödliches Heißluftbad von hundert Grad Celsius bereitete. Daß sich die Soldaten unter solchen Umständen verhältnismäßig wohl fühlen und bei aller Sehnsucht nach der Heimat ihren Zustand er- tcäglich finden, bestätigten mir die Aussagen aller, mit denen ich sprechen durfte. Ich habe insbesondere bei den-- ern, deren Re- gimentskommandant Oberst Fr. v. E. niich selbst in seine Stellung brachte, viele freimütige Aeutzerungen der Mannschaften hören können. Itiemand machte ein Hehl daraus, daß er schon gern wieder bei den Seinen wäre, aber sonst gab cS keine Klage, als höchstens die, daß die Kost etwas eintönig sei. Wie ich höre, ist das Divi- sionskommando im Begriff, auch darin Wandel zu schaffen, und zwar durch Anbau von Genrüse. Das wird ein Feld der Betäti- gung für die zahlreichen Schrebergärten sein, die sich bei der Wiener Division befinden. Bisher hielten sie es mehr mit der Viehzucht. Bei einer Kompagnie der.. er fand ich vor der Stellung, mitten im Stacheldrabt und nur durcb eine Erdmulde vor feiud- licher Sicht gedeckt, einen förmlichen Viehstall, in der es lebhaft grunzte, gackerte und piepte. Zwei rosige Ferkel waren drin, die schmatzend aus dem Troge schlürften, einige Dutzend Kaninchen und ein paar prächtig ausgemästete Hühner. Wenn in dieses Still- leben nur keine Granate hineinfährt. Ucbrigens wird an der I. auch noch höheren hygienischen Be- dürfnissen Rechnung getragen. Man kann sich dort völlig kosten- frei seine Zähne mit Gold plombieren und sogar falsche Gebisse ein- setzen lassen. Zwei zahnärztliche Laboratorien sind im Acreich der Division im Betrieb, eines davon gehört den...ern, die davon auch reichlich Gebranch machen. Nicht weniger als 2009 haben bisher die Gelegenheit bcnützt, kostenfrei ihre Zähne behandeln und ver- schönern zu lassen. Dieses Gesamtbild erfreulicher Gesundheitsverhältnisse wird im Stellungskrieg durch die Wirkung der feindlichen Waffen gott- lob nur wenig getrübt. Die Verluste sind außerordentlich gering und werden bei dem Charakter dieser Kämpfe schon fast als un- glückliche Zufälle empfunden. Etwas lebhafter gebt es nur bei Nacht iin Vorfeld zu, im Niemandsland, das zwischeii den Fronten liegt und von pürschenden Schleichpatrouillcn durchstreift wird, die darauf ausgehen, dem Gegner ein Stückchen Stacheldraht abzuzwicken oder herrenlose Heuschober einzuheimsen oder Gefangene heimzubringen. Stoßen solche Patrouillen aufeinander, so cnt- spinnen sich kleine Jndianerkämpfe, die vielen Russen die er- wünschte Gelegenheit schaffen, in Gefangenschaft zu geraten. Kürz- lich gab ein solcher Gefangener seiner Freude über das Mißgeschick in recht drastischer Weise Ausdruck. Als er die Randlinie unserer Stellungen überschritten hatte, rief er jubelnd aus:„Endlich ein jreter Mannl" von Croy eine Rückendeckung. Er konnte es zwar, denn er hat ja höhere Gewinne erzielt. Jedoch, er zieht sein Pergament, und da steht es allerdings schwarz auf weiß, daß das Privilegium den großen Krieg überdauert. Es hilft nichts:„Der Ausfall muß von der übrigen Bürgerschaft ge- tragen werden!" Sollte man nicht annehmen können, daß sich derartige kraffc Zeilwidrigkeiien in dieser sogenannten großen Zeit von selber sozu- sagen verwischten? Aber wenn sie es nun nicht tun,— müßte man da nicht im Interesse der Gemeinden von höherer Stelle als- bald eingreifen? Keine Malfestversammlungen in Leipzig. Bezirksvorstand der sozialdemokratischen Partei in Leipzig batte, der„Deun'chen Tagesztg." zufolge, für den 1. Mai fünf öffenrliche Versammlungen an- gemeldet in denen die Bedeutung des 1. Mai erörtert werden sollte. Die Polizeibehörde verlangte als Bedingung zur Ge- nehmigung der Versammlungen, daß von den Rednern alles ver- mieden werde, was den Burgfrieden stören könnte und daß insbesondere über Kriegs- und Friedensziele, über Leben smiltclteuerung nicht gesprochen werden dürfe. Die Leiter und Redner der Versammlung sollten feiner ehren- wörtlich versichern, dafür einzutreten, daß auch die Redner in der Besprechung Ausführungen über diele Punkte nicht machen würden. Nach einer weiteren Entscheidung der Polizei sollten die Voreinwürfe zu den Reden eingereicht werden, und eine Aussprache sollte nicht stallfinden. Daraufhin verzichtete der Bezirksvorstand auf Ab- Haltung der Versammlungen; es soll nur ein gemein- samer Spaziergang gemacht werden. Unterstützung deutscher Kriegerfamilien in der Schweiz. Es ist bis jetzt noch von keiner Seite eine statistische Ucbersickt über die Zahl von Kriegerfamilicn in der Schweiz veröffentlicht worden, obwohl die schweizerischen Behörden iniolge ihrer bezüglichen Kenntnisse dazu in der Lage wären. Eine solche Statistik würde auch deshalb besonderes Jntercffe bieten, weil Krieger- familien in der Schweiz Angehörige oller Nationen aus allen Fronten haben. In jüngster Zeit wurden in der Presse Angaben über die Unter st ützung deutscher K r i e g e r f a m i l i e n in der Schweiz veröffentlicht, denen folgendes zu entnehmen ist. An die in Schaffhausen und seiner industriellen Nachbargemeinde Neuhausen wohnenden Angehörigen von an der Front stehenden deutschen Wehrmännern wurden seit Kriegsausbruch insgesamt 504 076 Frank Kriegsunterftützung ausbezahlt. Jüngst ist eine Ortsgruppe Schaffhausen des Hilfsbundes für deutsche Krieger- sürsorge in der Schweiz gegründet worden. In der Stadt St. Gallen und seinen beiden Vororten Tablat und Staubenzell sind vom Mai 1915 bis März 1916 555 764 Fr. Kriegsnoiuntcrstützung an 979 deutsche Wehrmannsfamilien mit 2089 Personen entrichtet worden. Im Konsulatsbezirk Zürich beläuft sich diese Summe bis Ende März 1916 auf G'/s Millionen Frank. Im Kanton Aargau sind im Jahre 1915 880 deutsche Familien mit 511 462 Fr. unterstützt worden und zwar Kriegerfamilien mil 492000 Fr., Wöchnerinnen mir 2200 Fr., arbeits- lose Familienväter mit 16 000 Fr. und Vereine 1263 Fr. Bereits sind 30 deutsche Krieger, die im Kanton Aargau wohnten, auf dem Kriegsschauplatz gefallen. Die Witwen erhalten eine Rente von 400 M., jedes Kind bis zum 18. Jahr 163 M. Im Durchschnitt er- hielt im Jahre 1915 jede im Kanton Aargau wohnhafte deutsche Kriegerfamilie 581 Fr. Unterstützung, per Woche rund 11 Fr. Die schweizerische Presse findet diese Unterstützniig sehr bescheiden und ungenügend, namentlich im Hinblick auf die durch den Krieg ver- schuldete drückende Teuerung der gesamten Lebenshaltung. Wildes Spekulantentum in Zürich. In der bürgerlichen Presse der Schweiz wird festgestellt, daß die Stadl Zürich in der Kriegszcit zum Eldorado aller derjenigen ge- worden ist, die durch sogenannte Kriegsgeschäfte, das heißt durch die Beschaffung von Bedarfsartikeln aller Art für kriegführende Staaten rasch zu großen Vermögen koinmen wollen und talsächlich auch viel- fach gekommen sind. In einem bekannten Restaurant an der Bahn- hofstratze finden sich tagtäglich von morgens 10 Uhr an Hunderte solcher Glücksritter zu einer förinlichen Börse ein, bei welcher alles Denkbare, namentlich Lebensmittel, Stoffe und Werkzeuge, oft wagen- und güterzugsweise verhandelt werden. Dieselbe Ware wird nicht selten am gleichen Vormittag drei- bis vierfach verkauft. Man weiß, daß verschiedene Leute, meistens Ausländer, die eigens zur Ab- Wicklung dieser Geschäfte nach Zürich gekommen sind, in kürzester Zeit enorme Gewinne erzielt haben; auch Zürcher Advokaten und Großkauf- leute beleben die Kriegsbörse. Die Zürcher Steuerbehörden sind auf diese Vorgänge aufmerksam gemacht worden und haben ihnen nun auch die richtige Aufmerksamkeit geschenkt, indem sie unverzüglich den größten Teil dieser Börsenspekulanten zur Einkommen- und Ver- mögensversteuerung herangezogen haben. So wurde dieser Tage auf einer Züricher Bank eine Hinterlagssumme von 120000 Fr. vom Steuerbnreau der Stadt Zürich verarrestiert, weil daran die Ge- meinde und der Staat ihre Steuerrechte geltend machen, wobei nach- gewiesenermaßen der Hinterleger der Summe durch Kriegsgeschäste bis jetzt rund eine Million Franl verdient hat. Aehnlich ist es einer ganzen Anzahl anderen gegangen, denen ebenfalls ihre Gelder, die sie zur Sicherheit der Lieferanten der Kriegswaren bei Banken depo- niert hatten, mit Beschlag belegt worden. Cin vorsthlag zum Zraktionsstreit. Zu dem Artikel des Genossen Stampfer unter dieser Ueber. schrist wird uns aus dem Kreise der Sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft geschrieben: „Der Artikel des Genossen Stampfer geht von völlig falschen Voraussetzungen aus. Er nimmt an, die sozialdemokratische Frak- Hon unterrichtete die Sozialdemokratische Arbeitsgemeinschaft von ihren jeweiligen Absichten und sagt, dasselbe möge auch die Ar- beitsgemeinschast tun. Genosse Stampfer irrt: die sozialdemokra. tische Fraktion hat noch nie die Sozialdemokratische Arbeitsgeinein- schaft von ihren Absichten unterrichtet. Das würde ja auch dem Vorgehen der Fraktion gegen die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft durchaus widersprechen. Wir erinnern nur an folgendes: Nachdem die Mehrheit der Fraktion schon wiederholt verlangt hatte, die Minderheit müsse sich auch den gegen Parteitagsbeschlüsse ver- stoßenden Beschlüssen der Fraktion stillschweigend fügen, hat sie es wiederholt der Minderheit unmöglich gemacht, in wichtigen poli- tischen Fragen ihre Ansicht im Reichstag zum Ausdruck zu bringen. Schließlich haben danil 58 Mitglieder der sozialdemokratischen Fraktion bekanntlich die Mitglieder der jetzigen Sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft— wiederum unter Bruch der Disziplin gegen- über den Parteitagsbeschlüssen und dem Organisationsstatut— durch Fraktionsbeschluß als Mitglieder der sozialdemokratischen Fraktion mundtot gemacht und sie damit aus der Fraktion hinausgedrängt. Die hinausgedrängten Fraktionsmitglieder waren zur Gründung der Arbeitsgemeinschaft genötigt, damit sie ihre Pflichten als Ab- geordnete erfüllen können. Seitdem hat die sozialdemokratische Fraktion der Arbeitsgemeinschaft Mitteilung von ihren Absichten oder Beschlüssen niemals gemacht. Im Gegenteil: sie suchte weiter in den Kominissionen und im Plenum die Arbeitsgemeinschaft nach Möglichkeit aus dem Reichstag auszuschalten. So hat sie außer« halb des Seniorenkonvcnts unter Ausschluß der Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft mit den bürger- lichen Parteien Vereinbarungen über die geschäftliche Be- Handlung im Reichstag gepflogen. Aehnlich ist sie in den Kam- Missionen verfahren. Sie hat z. B. in der bl-Bootfrage unter Ausschluß der Zuziehung des Mitglieds der Arbcitsgemein« schast mit Vertretern aller bürgerlichen Parteien sich über eine Resolution zur U- Bootsftagc verständigt.„Persönliche Verun» glimpfungen und Uebcrraschungen" haben ihre Führer Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft gegenüber zugefügt, nicht umgekehrt. Alle Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft, die ja zurzeit nicht in Berlin zusammen sind, haben längst vor dem Artikel Stampfers die jetzt von ihm ausgesprochene Mahnung als selbstverständlich erachtet: „offenes Aussprechen ernster sachlicher Meinungsverschiedenheiten, keine persönliche Gehässigkeit, kein unlauterer Wettbewerb und keine Ueberrumpelungsversuche". Hiernach hat die Arbeitsgemeinschaft auch gehandelt, anders die sozialdemokratische Fraktion, und zwar nicht nur in den Kommissionen, sondern auch im Plenum. Er- innert sei an einige Vorgänge. Ein Mitglied der Arbeitsgemein- schaft, der Genosse Stadthagcn, hatte als Redner im Plenum die schleunigste Beseitigung der drückenden Bestimmungen des Mili- tär st rafge setzbuch es unter Vorführung eines Falles verlangt. und gefordert, wenn der gesetzgeberische Weg zu lange dauere, müsse der Bundesrat durch Perordnung eingreisen. Tarauf vereinbarte die sozialdemokratische Fraktion ohne Zuziehung von Mit- gliedern der Sozialdemokratischen Arbeits- gemein schaft mit den Freisinnigen und Nationalliberalen eine Resolution in ähnlichem Sinne und stimmte nachher gegen den von Mitgliedern der sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft eingebrachten, von dem Präsidenten als weitergehend bezeichneten Antrag. Ferner: Das zur Begründung des Antrags der Arbeits- gemeinschaft„die Entlassung dauernd kranker und dienstuntaug- licher Mannschaften mehr als bisher, zu beschleunigen" dienende ausführliche Material hat Genosse Dittmvnn, wie er in der„Ber- giscken Arbeiterstimme" mitgeteilt hat, der Regierung und den Vor» ständen aller Fraktionen, auch dem der sozialdemokratischen Frak» tion unterbreitet. Niemals ist in ähnlicher Weise seitens der sozialdemokratischen Fraktion vorgegangen worden. Das würde ja auch ihre Absicht, die Mitglieder der Sozialdemokratischen Arbeits« gemeinschaft als Reichsiagsabgeordnete aus dem Reichstag aus- zuschalten oder sie an der Ausübung ihrer Pflicht als Abgeordnete im Reichstag zu hindern, widersprechen. Genosse Stampfer beruft sich aus Genossen im Schützengraben. Aus dem Felde sind den Mitgliedern der Sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft vielfache Zustimmungen zu ihrem Vorgehen mit dem Bedauern zugegangen, daß ihnen nicht mehr Mitglieder der sozialdemokratischen Fraktion gefolgt sind. Der Vorschlag des Genossen Stampfer wendet sich also durchaus an die falsche Adresse. Kein Tellschuß! Genosse Midlrnel Schacherl(Graz) schreibt in der Aprilnummer des„Kampf": In seiner Polemik gegen Rudolf H i I f e r d i n g ruft Karl Renner s„Zur Krise des Sozialismus", Nr. 3 des„Kampf") als Zeugen dafür, oan sich die sozialdemokralische Partei im allgemeinen und die deulicke Reichstagssraklion im besonderen mit ihrer Hallung am 4. August 1914 und ivätcr als gute Menichen im dunklen Drange des rechten Weges wohl bewußt waren, den alten Wilhelm Tell an. Da der Krieg einnial dagewesen sei, seien die Sozial- demokraien zu dem Entschlüsse gekommen:„In der Slunde der Gefahr lassen wir unser Vaterland nicht im Stichel' Renner versucht nun in drei Absätzen an einem Beispiel die gegebene Lage und den gefaßten Entschluß zu veranschaulichen: „Der Tell, der den Vogt aus freier Heerstraße löter. läßt ihn im Sturm nicht im � Stiche." So wie Tell„da? Schiff de» Vogts auch positiv steuert mit dem vollen Einsatz seiner Meister» ichasl",� so positiv mußte der Wille der Sozialdeniokratie zur Abwehr der Feinde gesetzt werden, so mußte von der sozialdemokratischen Reichstagsfraltion sür die Kriegskredite gestimmt werden.„Der Tell rettet zunächst den Vogt und verschiebt die Abrechnung auf später— aber er geizt nicht nach der feigen Genugtuung, daß der Sturm oder die Wellen oder die Franzosen und Engländer mit ihm abrechnen." Ebenso bleibe die Abrechnung im eigenen Lande die Sache der Sozial« demokratie, aber die Sache von in o r g e n.„Auch der Tell führt den Klassenkampf des freien Bauern gegen die Ritterschaft— wo bleibt sein Klassenkamps, während er das Schiff des Vogts rudert— außer etwa in seinem sittlichen Krieg über ihn?"... Leider trifft der Vergleich init dem biederen alten Schweizer nicht zu, und zwar gerade nicht„in dem Punkte, aus den es an» kommt". Wilhelm Tell liegt, an den Händen gefesselt, wehrlos im Schiff des österreichischen Statthaliers, als der Siurm losbricht. Aber es fällt ihm gar nicht ein, daß er, da man ihn losbindet und zur Rettung des Schiffes verwenden will, den Vogt und icin Staats» schifflein retten sollte! Im Gegenteil, er begrüßt es als Gottes glück- liche Fügung, daß der Sturin losbricht und denkt nur daran, sich zu retten, das Schiff mit seinem Peiniger aber überläßt er ruhig seinem Schicksal! Ich weiß nicht, wo Nenner seine Deutung her hat, habe auch noch nirgends diese Auffassung des Vorgebens Tells gefunden. In Schillers„Wilhelm Tell" er» zählt der Freiheitsmann dem Fischer(4. Aufzug, 1. Szene): „So fuhren wir dahin, Der Vogt, Rudolf der Harras und die Knechte. Mein Köcher aber mit der Armbrust lag Am hintern Grausen bei dem Steuerruder. Und als wir an die Ecke jetzt gelangt Beim kleinen Axen, da verhängt es Gott, Daß solch ein grausam mörderisch'Ungewiller Gählings hersürbrach aus des Gotthards Schlünden, Daß allen Ruderern das Herz entsank Und meinten alle, elend zu ertrinken." Er hört nun, wie ein Diener dem Vogt den Rat gibt, sich Teils gewalligen Armes zur Rettung zu bedienen. „Nun aber ist der Tell Ein starker Mann und weiß ein Schiff zu steuern. Wie, wenn wir sein jetzt brauchlen in der Not? Da sprach der Vogt zu mir: Tell, wenn du dir's Getrautest, uns zu helfen aus dem Sturm, So möcht' ich dich der Bande wohl enlled'gen. Tell sagt zu, wird seiner Bande los, ergreift das Steuerruder und führt„redlich", das heißt bei Schiller ordentlich, tüchtig, hin, und wie er dem Fischer weiter erzählt: „Doch schielt' ich seitwärts, wo mein Schießzeug lag, Und an dem Ufer merkt' ich scharf umher, Wo sich ein Vorteil auftäl' zum Entspringen." Tell denkt also nicht ini Traume daran, den„Klassenkampf de« freien Bauers gegen die Ritterichaft" aufzugeben, es fällt ihm unter der Diktatur der allgemeinen Not nicht ein, das Schiff zu reiten, obwohl sogar außer dem Vogt auch noch der anständig« Ritter Rudolf der Harras und die Knechte des Vogt« in Lebensgesahr sind, er denkt nur daran, sich zu retten. Er bemerkt ein steiles Felsenriff, lockt die Knechte mit dem Versprechen, daß dort das Aergste überstanden sei. an, alle Kräfte aufzubieten, um da« Schiff dorthin zu ludern. Dort angelaugt, steht er di« ®nabe(Söffe* an und wagt, sein Gefährlichen Sprung... -chießzeug ergreifend, den lebend »UN d mit gewaltigem F u h st 0 b hinter mich Schleudr' ich das Schifflein in Schlund der Wasser— Dort mag's, wie Gott will, auf den Wellen t r e i b e n r Da er aber nicht weiß, ob der Landvogt nicht doch noch lebend dodonlommt. erwartet er ihn mit dem zu diesem Zweck geretteten Schießzeug in der bohlen Gasse, durch die er komme» muß. � Man sieht, daß zumindest dieses Beispiel Nenners nicht zu jtifft. Der_ Tell läßt den Vogt im Sturm im Stiche, er gibt feinem Schiff sogar noch einen tüchtigen Zußlritl, damit es in Wellen und Sturm zurückfliege. Er ist wirklich so feig, ivie Nenner sagt, es dem Sturm unv den Wellen zu überlassen, mit dem Bogt ab zurechnen. Er steuert das Schiff des Logts zwar„positiv", aber nur Utir der Absicht, sich, also die freien Bauern vor der Nillerschafl zu reiten. Wirklich. Nenner hat recht: Tell vergißt nicht, verzeiht nicht, biedert sich nicht an. sanktioniert nicht, er hält jedem psycho logischen Sturm stand, er erliegt keiner falschen Ideologie. Auch während er das Schiff rudert, vergißt er nicht einen Augenblick, wo er ist und was er ist, und nicht einen Augenblick vergißt er, daß r. um im Bilde Renners zu bleiben, die Pflicht obliegt, dem Klassenkamps als Repräsentant deS freien Bauers gegen die Rillerscha steit zu bleiben, unbekümmert um die„Diktatur der Not des Volkes Und des Landes*. Schiller preist diesen legendenhaften Mann für feine Tat, die das gerade Eegenieil von dem ist, als was Renner sie als Beispiel anführt. Hätte er nach Renners Auffassung das Schiff samt dem Vogt„mit dem vollen Einsatz seiner Meisterschaft im sicheren Hafen gebracht und sich dann wieder in Ketten legen lassen, wäre er wahrscheinlich als Muster eines edlen Menschen und treuen Dieners seines Herrn in die österreichischen Lesebücher ge- lommen, aber die Schweizer hätte er nicht befreit. Und im Bilde zu bleiben, muß man Neuner bei diesem un- glücklichen Schulbeispiel die Worte zurufen:»Das war nicht Tells Eefchoß 1*_ Aus öer Partei. Ter Berliner Zeutralvorstaud zur„Vorwärts"°Zensur des Parteivorstandes. Zu den Vorgängen zwischen Redaktion, Preßkommission, Partei- vorstand und Geschästsleitung der„Vorwärts"-Druckerei faßte der Z e n tr a I vo r sta nd des Verbandes der sozialdemokratischen Wahlvereine Berlins und Umgegend am 28. April folgende Beschlüsse: „Ter Zentralvorstand, dem es obliegt, die Parteiinteressen den Grvß-Berliner Wahlkreisen zu wahren, fordert die von den Parteiorganisationen bestellten Mitglieder der Neuner k o m m i s s i o n auf, sofort der mit dem Parteistatut wie mit den Interessen der Berliner Parteigenossen im Widerspruch stehenden Zensur der„Vorwärts*-Redaktion durch den Partei- vorstand dadurch ein Ende zu machen, daß sie dem Geschäfts sührer Fischer aufgibt, das technische Personal an- K u w e i s c n, hinsichtlich der Herstellung des„Vorwärts" sich nur allein an die Weisungen der Redaktion zu halten. Zusatzantrag. „In der Sitzung der Preßkommission vom 17. April wurde an die Vertreter des Parteivorstands die Frage gerichtet, weshalb seine Zcnsurmaßnahmen und seine gewaltsame Einmischung in die Nedaltionssührung des„Vorwärts" fortdauere, trotzdem von der Preßkommission durch formellen Beschluß dagegen Protest erhoben worden ist. Auf diese Frage erklärte im Namen des Parteivor- standcs Genosse Müller: „Solange für uns die Gründe maßgebend sind, die zu jenen Maßnahmen geführt haben, dauern auch die Maßnahmen fort." Der Zcntralvorftand erklärt diesen Standpunkt des Partei dorstaudes als einen flagranten Bruch des Partei- st a t u t s, der im§ 25 ausdrücklich die Berliner Preßkommission als gleichberechtigte Instanz anerkennt, ohne deren Zustimmung Und gegen deren Protest die Maßnahmen des Parteivorstandes in Sachen des„Vorwärts* ohne weiteres null und nichtig sind. Dem Parteivorstand steht statutarisch nur der Weg der Berufung an die Kontrollkommission offen. Wenn der Partcivorstand seine Ge- waltmaßnahmcn selbstherrlich getroffen hat, ohne erst die Mei- nuug der Preßkommission einzuholen, wenn er sich jetzt weigert, die Entscheidung der Kontrollkommission in Sachen seiner Zensur deS „Vorwärts" anzurufen und gleichzeitig seine gewaltsamen Ein- griffe in die Redaktionsführung des„Vorwärts" fortsetzt, so begeht er einen doppelten Bruch des Parteistatuts und macht sich damit der Parteizerrüttung schuldtg, vor der die Partei zu beschützen er öffentlich vorgibt." Zu der Minoritätserkläruxg über die Llbhaltung einer Vcr- bandsgeneralvcrsammlung, die am 27. April im«Vorwärts* per- öffentlicht ist, hat die Mehrheit des Zentralvor standcs folgender Erklärung ijjrc Zustimmung gegeben: Erklärung. „In der letzten Sitzung des Zentralvorstandes protestierten 20 Mitglieder gegen die Abhaltung der statutenmäßig fälligen Ber- bandsgeneralversaormlung. Ihr Protest ist hinfällig. Ihre Be- hauptuug, die Einberufung einer Generalversammlung mit irgend- einer Tagesordnung sei stawtcnwidrig, ist mit dem Vcrbandsstatut Nicht zu vereinbaren. Nach§ 12 unseres Berbondsstatuts muß mindestens halbjähr- lich eine Generalversammlung des Verbandes stattfinden. Eine Zuwiderhandlung hiergogen ist ein Statutenverswtz. ein unbcgrcif- lieber, wenn er vom Verbandsvorstand ausgeht. Denn zu seinen Pflichten gehört nach 8 3 unseres Statuts die Einberufung der Geireralversammlung, nicht ihr Ausfallenlassen. Sind mit einem Ausfallenlassen der Generalversammlung sämtliche Kreise einverstanden, wie sie es im Oktober 1914 für die im November 1914 fällige Generalversammlung mit Rücksicht auf die Erwartung baldiger Beendigung des Krieges waren, so wird kein Parteigenosse hiergegen etwas einwenden. Anders steht es, sobald ein Kreis die Befolgung des Statuts verlangt. Dann mutz eben nach dem Statut eine Generalversammlung stattfinden. Was zur Tages ord- nung der Generalversammlung gehört, hat nach unserem Statut diese selbst zu entscheiden. Der Verbandsvorstand hat nach§ 3 Absatz c nur die provisorische Tagesordnung festzusetzen. Die Tagesordnung muß natürlich im Nahmen der im§ 13 des Statuts festgelegten Befugnisse der Generalversammlung liegen. Unsinnig ist aber die Annahme, sämtliche im§ 13 des Statuts als Aufgaben der Generalversammlung bezeichneten Gegenstände müßten auf die Tagesordnung gesetzt werden. Ist es mit Rücksicht auf den Krieg und den dadurch geschaffenen Zustand unmöglich. die brennendsten allgemeinen Fragen aus der Generalversammlung 5u erörtern, so ist es durchaus zweckmäßig und notwendig, die Digesordnung auf innere Parteiangelegenheiten z. B. Kassenbericht. Wahlen.„Vorwärts"-Angelegenheit— zu beschränken. Welche Gegenstände die Generalversammlung �behandeln will, ist �h>e Sache zu entscheiden. Die Generalversammlung ist keine �onderorganisation, sondern die allein berufene Vertretung Groß- Verlins, deren Beschlüsse für alle Genossen maßgebend sind. Die VerautwortUcherRedakteum«Ufte* Witlepw»eulätoL Erklärung der Minorität setzt sich also in gröblichsten Widerspruch zu unserem Verbandsstatut. Jeder Grundlage entbehrt die Be- hauptung der 29 Protestier von„brutaler Unterdrückung der Mei- nungsfreiheit" und von„systematischem Hinüberschieben der Ber- liner Parteiorganisationen zu den Bestrebungen der Sonder- Organisationen*. Ter Protest der Zwanzig mit seinen unwahren Unlcrstellnngen kann nur Ausdruck der Furcht sein, daß die Ver- baudsgeneralversammlung in Wahrung ihres demokratischen Rechts die Zwanzig durch Genossen ersetzen könnte, welche die lieber- zeugung ihrer Wähler teilen und in diesem Sinne wirken. Wenn die Zwanzig drohen, sie würden die Beschlüsse der Generalver- sammlunz nicht anerkennen, so würden sie sich mit der Betätigung dieser Drohung außerhalb der Organisation stellen." osk?* "HS Parteigenossen t « a Werbet unermüdlich für die politische und gewerkschaftliche Schulung der Arbeiterschaft! k Haltet Treue- Euren Organisationen Z ........................... Genchtszeitung. Handel mit Brotkarten. Der Händler August Delling, der gestern wegen Hehlerei im Rückfalle vor der 3. Hilssstrafkanimer stand, ist eines Toges� dabei abgefaßl worden, als er in der Neuen Schön- tiauier Siraße e i n e A n z a h l von Brotkarten a u einen S t r a ß e» p a i i a n l e n verhökern wollte. Der Schutz- mann, der idn iestiiahin, fand bei ihm 39 Broikarlen vor, die er angeblich am Tage vorher im„Cafs Dalles*, wie die Bolksipeise» anslalt in der Neuen Schönhauser Straße 13 im Vollsmunde beißt, gekauft haben will. Er will für das Siück 39 Pf. gezahlt haben. Die Brotkarten rühren von einem Ein bruchsdiebstabl her, der in der Nacht zum 7. März d. I. in dem Schut- gebnude in der Dennewitzstraße 27 ausgeführt worden ist. Der Dieb war nach Oeffimug dreier Schlösser mittels Nachichlüsiels in das Klassenzimmer gedniilgen, in welchem die zur Verteilung be- stimmten Broikarlen aufbewahrt wurden. Es sind je 99 Brolkarten für die 55. und 59 Woche gestohlen worden. Der Angetlagie be- stritt, daß er in irgend einer Beziehung zu dem Diebstahl stehe und behauplele. daß der Handel mit Brolkarten sehr floit betrieben werde und er nicht habe annehmen müssen, daß die ihm von einem Un- bekannten verlausien Karleu von einem Einbruchsdiebstahl herrührten. Der Staatsanwalt beantragte I Jahr 9 Monate Ge-- iängnis. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu 9 Monaten Gefängnis und entließ ihn aus der Haft.- Verein für Frauen und Mädchen der ArbeiterNasse. Mittwoch, den 3. Mai: Besuch der Sternwarte zu Treptow zum Vortrag: „Der Balkan im Weltkrieg". Anfang 5 Uhr nachmittags. Vorher Treffpunkt bei Eichbaum in Treptow. Billetts a 39 Pf. bei den Vorstandsmitgliedern. Meftzner ffinderwagai-SMlaiJS MetatUBe ttstetien Kinder- und Hohr- Hobel. Kernwaren :: Huhestühle:: Hupperewacien. Alle Kinderfahrzeuae etc. Crt 8t e Auswahl BCTiln« Andreasstr. 23 Andreasplaiz Bninnsnstf. 95 □ Beusselstr. 67 Ulpzlger St. 54. Neukölln, Bsrgst. 133 Spandau, Charlaiienslr. 24 a Adeisiiiier- Pumpe«. z. Sellistauistell. Vollst. tompl., unter Kar., schon von 8 M. an. Gartenspritze n, Garten- Schläuche u. 75 Pf. an. Strahlrohre, gebr. Pumpen. wie neu, spottbillig. Erdbohrer leihw. Jllustr. Preist, grat. A. Schep- mann, Pumpenfadrik. Berlin N 656, Chausseestr. 83.* Spezialarzt Dr. med. Wockenlnß. Friedrichstr. 125(Oranienb. Tor), für Syphilis. Harn- u. Frauenleiden— Ehrlich-Hata-Kur(Dauer 12 Taxe), ßlutuntersuchung. Schnelle, sichere schmerzlose Heilung ohne Berufsstörung. Teilzahlung. Sprechstunden 10— 1 und 5— 8 kiult 9. verkauft lEob-Ball iliinzenhandluDg �BtrliOa'Wilhelnfto Strasse 46/47. H.& P. Uder, Tabak-ttrolihandlnng und 1 Spezialität: Nordhäuser A. Kanewaeher, Griww S TrispoL Kerlin SO. 16, Sngel-Ctfer 5. Tabakfabrik. Kautabak von :—-"= Stets frisch zu den äußersten Engrospreisen. Amt Morltzpl. 3014. Dcr echte Kapitän-Kautabak wirkt erfrischend und belebend im Felde, zu haben in den meisten Geschästen.(Kl. Dosen daselbst umionst.) � C. Röder, Berlin, Grüner Weg III(Kgit. 3861). L' ßUiil i lüfÄii Iii, am 31. Dezember 1915. A&Divoa. 1. Nicht eingexahltes Ak»ienk»pit«I. 2. Kasse, fremde Gelfisorten und Kupons. 3.(iuthaben bei Noten- und Abrechnungs- Bnuken......... 4. Wechsel nnd an verzins! Ich« Schatz- anweisnngen ») Wechsel(mit Ausschluß von b, c und d) und unverzinsliche öchaizanweisungen des Reichs und der Bundesstaaten.. b) eigene Akzepte....., c i eigene Ziehangen...... d) Eigenvrocfasol der Kunden an die Order der Bank........ 6. Nosiroguthaben bei Banken und Bank firmen 6. Report- und Lombard-Vorschüsse gegen börsengängige Wer»papiere.... 7. Versoausso aut Waren und Waronver- schiffuagen....... davon am Abschlußtage gedeckt a) durch Waren, Kracht- oder Lagerscheine b) durch aci4ere Siokeiheiten.... 8. Eigene We/tpapiere.. a) Anleihen uni verzinsliche Schatzan�rei- s angeri dos Reichs und der Bundesstaaten b) soostäge bei der Reichsbank und anderen Zontralnoteubanken beleihbare NVert- c) sonstige börsengängige Wertpapiere,. dj sonstige Wertpapiere...•. 9. Konsorüialbeteili�nngen..... 10. Dauernde Beteiligungen bei anderen Banken und BnDkiirmen....... 11. bcbuldner in laufender Rechnung a) gedeckte......•• bj ungedeckte...•••. Außerdem: � Burgschaftsschuldnor,•• 12 Bankipebäude..• f»•• 13. Sonstiger Grundbesitz,.., 14. fcjonstTige Aktiven..... 1 018 631 574 8367 94 097 201 S4 271 860 151 541 059 2143 200 14157 498 131 865 765149 894 145609 378 196 370267 73 Kumme der Aktiven. Mark Passiven. 1. Aktienkapital....... 2. Rücklagen....... 3. Gläubiger in laufender ktechaung ») NostroverpfLichtungea.... bj seitens der Kundschaft bei Dritten nutzfeo Kredite....... e) Qufeiaben deutscher Banken und Bank- Braien,....... d) Einladen auf prrvisionsfreier Rechnung L inner halb 7 Tagen fällig.... M. 943 493 267.46 2. darüber hinaus bis zu 3 Monaten iällig 3. nach 3 Mooaten iäliig •j senstäge Gläubicsor L innerhalb 7 Tagen be- . 301 789 963,69 . 178 396 105.78 f2«g.. 2L darüber hinaus bis M. 763 692 165,65 zu 3 Monaten fällig, 60396 087,93 8 nach 3 Monaten fällig, 85 674 968 43 Akzepte und Schecks a) Akzepte........ b) noch nicht eingelöste Schecks,.. Außerdem: Bürgschaftsverpflichtungen.., Rigenc Ziehungen.....• davon für Rechnung Dritter M.—,— Weiter begebene Eigotmcchsel der Kunden an die Order der Bank... ßonsbige Passiven Unerhobere Dividende.... Dr. Georg von Siemens-Fonds für die Beamten....... Rnckstellung für Talonsfceuer Uebergacgaposten der Zentrale und der FiliHen untereinander.... Reingewinn.£. 77 160 70S{ 223 442 013 1018 639 941 105 562 655 329 745 744 166 264 320 78 167 973 624 49 597 210 63 763 54'. 910 659 2% 44 500000 1 1 58 S 159 209 243144 21 456 946 7934694 1G8882090 1 425079626 118195 175 9 0023831 198370 237170 8 367,7' 407 441 8929 109 660 000 6755824 43 Snmme der Passiven Mait 280 000 600 178500000 1 541(XL 770 122797512 0 16 752374 78 49 643 596119 liSüzüSltiiü Ausgaben Gehälter, Weihnacbts-Gratifikationen an die Beamten, feste Bezüge der Vorstandsmitglieder, Bezüge der Filialdirektionen und allgemeine Unkosten...... Krieeslursor�o lür die Beamten.... Wohlfahrtbeiarichtungen für die Beamten (Klnb, Kantinen und freiwillig über- . nommene Versicherungsbeiträge). Beiträge der Bank zum Beamtenförsorge-Veiein SleuOTn ned Abgabe«...... Rückstellung lür Talonstener. Gewinnbeteiligung an den Vorstand usw. in Berlin......... Abschreibungen auf Bankgebäude•■• ,. Einrichtung.... Zur Verteilung verbleibender Ueberschoss_ einnahmen. Vortrag ans 1914 abzüglich der 2. Rate des Wehr-Beitrags. Gewina auf Weehse! und Zinsen.,.• B# Sorten. Kupons usw.«• ,« �ertzpassiere. ,, Konsorrial-Geschfifte...• 9» Provision.» B ans Dauernden Beteiligungen bei fremden Unternehmungen and Bankfirmen,..,. gut tes JJnferatettUü oeraattD,; SU». OiUrfe. löetita. Druck mvertaatLorwärtH Buchdrucker« u. L erlag Saiistalt Paul Siuaer är So. Berliu SVl. f! I vys Ote neue. �> 8-fonmer�ett! i 6 A'-k WD 7 TMM DM f W -'K � UM �' U M '&/%!$> M M M B %fe M# .. w* V? t WD . 5;''«5 m V// \»< t H I J � k�M MSi A<»'"- Eine Stunde früher als sonst siehen Zbnsn vsm-t. Mal ab unsers schönen, so stark veZshn'm Sommersachen zur Verfügung Eine Stunde früher als sonst können Sie das befriedigende Gefühl kennen lernen, bei uns— also vorieilhafi gekauft Zu haben Eins Stunde frühe? als sonst iuiinm:ii!:i;iiu:iiuimiiimmimiin!ii»iimiiimi:iii!iiiiii!iiiiimiimu!!!:i!iiiuiiiiiiuuuiiuuummiiiiiumuiiuiiiiiu!iiiuiiii:mi!iiiimumiiuimia könn n Sie dann im Vollgefühl � Ihres hübschen neuen Gewandes der1" gcldenen Maisonne enigegengehen W 5) -ö] t&M &\] S- wW < u '.v Alpa'a©«»«. Mant.l Jackenkleid Lederköper Flotte Form, in blau aus gutem schwarzmEoilenne. aus guter blauer Ware, Schoß fesche, su�endllche Form, mit und fchwar?, mit hüb- Äe�nders eigenartige Mi-der- mi! reicher Se.dent'esssa-Gar be ondere schrnem schem Schle�fen-Güriel rerarbciiung. Salb aus Gei�e nierung. ModemerV»itzr�?ck Kall und bequemen Tesche« KSnißsirÄßs 33 Am Dahnhof Alexanderplah Go�nia�S geschlossen Chausseestraße HS Beim©teitiner Bahnhof Sln« unserer schönflcn SommerNeider,«us gutem relnwoll.'nem gerippten Stoff in verschiedenen vor nehmen Karbtönen. Besonder« zu demerken ist der gtocki« angesetzte Schoh, ein sehr hübsches Zicrsch! st unt der neue Wiener Aermei. Tadellose.- Sitz. Aus Seide Genau wie Zeichnung Nllf Hr. 118. 33. Ißljrnung. 2. Keiligt Iß Jjraärts" Knliük! WldsM Sovlltag. 3Y. April 1916. Kriegsführung unö Humanität. Die nachfol�geil�cn Auszüge sind der Schrift des Generals I. v. Hartman n. eines hervorragenden TruppcnführerS im Deutsch-Französifchen Kriege,„Mili- tärische Notweirdigkeit und Humanität'"(Berlin 1878, Verlag Gebrüder Pätel) entnommen. Hartmann ge- tiietzt in der deutschen Militärliteratur klassische Geltung und wird stets angeführt, wenn der Grundsatz militari- scher Notwendigkeit gegen die Ansprüche völkerrechtlicher Bindung verteidigt wird. Alle militärische Erziehung des Volkes stellt die Anreizung nationalen Selbstgefühls, des«sinns für Ehre und Ruhm, die Lust au Kampf und Gefahr, die Belebung leidenschaftlicher Hingabe hon Gut und Blut, wenn sie das Vaterland fordert, an die Spitze chrcs Strebens. Jede Kriegsrüstung wetteifert mit der � des Gegners in der Entfaltung der aufgestellten Gewaltmittel, jeder KriegSaufruf appelliert an die patriotische Leidenschaft von Volk und Heer. Weil Gewalt und Leidenschaft ihre persönlichen Präger aus den Gleisen der Gewohnheit herausheben, weil sie die -rar der Person selbst in ihrer Unmittelbarkeit aus dem Alltags- reizen der Frieöensarbeit hervortreten lassen, deshalb gewinnen sich kriegerische Leistungen noch immer jene reiche Fülle von Bei- fall und Bewunderung. Das Völkerrecht ist durchaus auf seinem Boden, wenn es hervorhebt, dag der Krieg niemals Selbstzweck sein dürfe, dah er nur angesichtö eines von der Politik vorgezeichneten, ausserhalb des Krieges liegenden, gewaltsame Erledigung erheischenden Moments zulässig sei; eS tritt dagegen aus seinem Bereiche, wenn rs der Verfolgung des militärischen Kriegsziels a priori Gesetze vorschreibe«' will. Die veal« Strömung des Krieges, deren Ge- waltsamhrit eingedämmt werden soll, mißachtet Sätze der Doktrin, die eir.er solchen Naturmacht gegenüber sich als ein ungeeignetes Baumaterial erweisen. Die Not und die Drangsal des Krieges sollen dem feindlichen Dtaate nicht erspart werden; sie dienen recht eigentlich dazu, seine Energie zu brechen und seinen Willen zu bewältigen. Was gibt das Völkerrecht hier(gegen den Volkskrieg) dem klug reifer für Waffen in die Hand? Bluntschli sagt, nachdem er beklagt hat, daß der Krieg 1870/71 eher Beispiele für die hergc- brachte Härte der Kriegsschrecken geliefert, als eine humanere Praxis eingeführt habe:„Alle diese Erfahrungen bekunden den terroristischen und leidenschaftlichen Grundcharakter unseres Zeit- alters, welcher der künftigen Menschheit vermutlich einen älm- lichen Eindruck zurücklassen wird, wie der Dreißigjährige Krieg den folgenden Geschlechtern erschienen ist." Dian könnte als Er- widerung darauf zu bedenken geben, daß der Schrecken als eine berhältnissmässig mildere Prozedur erscheint, um Volkömassen, die geregelten Rechtszuständen des Friedens entrückt wurden, in Botmäßigkeit zu erhalten; daß die Menge, sobald sie, leidenschajt- sich erregt, Gewalt gegen Gewalt setzt, in der llnbercchenbarkeit ihrer Ausschreitungen nur gezügelt werden kann, wenn ihrem ParoxismuS gegenüber sehr drastisch wirkende Mittel zur An- Wendung gelangen. Werden Einzelne dadurch hart betroffen, daß an ihnen ein warnendes Exempel statuiert wird, so sind dieselben ge- wiss tief zu beklagen; aber dem Ganzen geschieht in der an ihnen geübt?« Strenge eine heilsame und schonende Wohltat. Wo der Volkskrieg zum Ausbruch gelangt, da wird der Terrorismus zu einem militärisch notwendigen Prinzip. Not und Drangsal sind militärisch notwendige Momente bei der Bekämpfung der feindlichen Energie. Die Finanzkraft des Gegners ist zu einem unendlich wichtigen relativen Kriegsmittel geworden; sie beruht wesentlich auf dem Wohlstande und der Steuerfähigkeit der Staatsangehörigen; ihre Abschivächung gehört zu den Kriegshand- lungen, welche bald indirekt den militärischen Sieg vorzubereiten, bald den taktischen Erfolg zu einem wirkungsvollen Momente dem Willen des Feindes gegenüber zu steigern haben. Die Schonung der eigenen ÄriegSmittcl ist militärisch geboten; die Nachhaltigkeit der- selben verbürgt allein die Fähigkeit, sich allen Chancen des Krieg»- glücke» gewachsen zu zeigen. Der Reichtum ist zu einer spezifischen Eigentümlichkeit der französischen Nation geworden; sie fühlt eine Beeinträchtigung desselben als einen Angriff gegen eines ihrer Lebensclemente. Es kann mit Bestimmtheit ausgesprochen werden, daß die Entziehung größerer Kapitalien, wie sie z. B. durch die Er- bebung der Kontributionen in der Touraine erfolgte, der Geneigtheit, dem Abschluß der Friedenspräliminarien zuzustimmen, einen zunehmend breiteren Boden gewann. Wenn e» sich nur darum handelte, in einem hartnäckigen Kampfe den Frieden zu erzwingen— in einem Kampfe, dessen Ansprüche die eigene Äkacht nach und nach der Ab- nahine entgcgcnführtcn, durste man da auf eine Waffe verzichten, deren Wirksamkeit gemäß der obwaltenden Kriegslage vorauSzu- setzen war? Der Entschluß zum Kriege kann angesichts der Schrecken, die er mit sich bringt, nur unter Zittern und Beben gefaßt werden. Ist er aber gefaßt, so müssen auch seine Konscguenzen in vollster Klarheit und ohne alle Scheu gezogen werden. Sie sind eben furchtbar; des- halb möge die Vermeidung der Kriege, als der grausamsten Geißel der Völker, mit allen Mitteln eines allseitig entwickelten und aner- kannten Völkerrechts angestrebt werden. Ist der Krieg aber da, dann können nur die Gebote der militärischen Notwendigkeit zur Geltung kommen. Die Steigerung der durch eine� verstärkte Waffenwirkung aus- zuübenden Gewalt bildet die selbstverständlich bestimmende Ten- dcnz für jede Fabrikation von Kriegswaffen. Welchen Weg dieselbe demnächst einschlagen wird, wohin sie gelangen kann, läßt sich im voraus gar nicht ermessen. Ein gegenseitiges Uebcrbictcn mit Erfindungen hat weit über da» hinausgeführt, was früher als entsetzlich und verdammungSwürdig� angesehen wurde. Ketten- kugeln, glühende Kugeln und Pechkränze, die noch immer als ver- bannt selbst in den neuesten Bearbeitungen deS Völkerrechts sign- rieren, sind längst in die Rumpelkammer der Arsenale resp. der Archive gewandert. Die Projektile, welche die Artillerie in der Gegenwart verschießt, bringen da, wo sie treffen, viel großartigere Verheerungen zustande, als jene �veralteten Geschosse es jemals vermochten; Torpedos räumen gründlicher auf, wie irgendwelche früher angewendete Zerstörungsmittel._ Wer über ein großes Schlachtfeld hinweggegangen und wen all da» Grausen, das ihm von dorr entgegenstarrt, im tiefsten Innern seines Gemüts erschütterte, der wird erneute Kraft und Erhebung in dem Gedanken gefunden haben, daß der ganze tragische Ernst der militärischen Notwendigkeit hier gewaltet, und daß eine berechtigte Leidenschaft hier ihr Werk getan hatte. � Er wird die Träger des Roten Kreuze» als Boten der Humanität willkommen heißen und in ihrem Hilfe und Erleichterung spendenden Tun sich des innigen Zusammenhanges mit Bestrebungen freudig bewußt werden, die Soziales. Familienuntcrstützuug. Dem»Armeeverordnungsblatt� entnehmen wir folgende Be kannlmachung über Familienunterstützung: Nach dem Erlaß des Ministers des Innern vom 10. April 1910 sind die Familienunter- stützungen den Angehörigen der in den Dienst eingetretenen Mann schaffen nicht nur für die Dauer ihrer zeitweiligen Beurlaubung in die Heimat infolge Erkrankung oder Verwundung, sondern auch für die Zeit einer kürzeren Beurlaubung zur Erholung, zur Besorgung häuslicher oder wirtschaftlicher Geschäfte unvcrkürzr weiter zu zahlen Die Urlaubsklagen gegen die B. E. W. In dem Klagcfalle, der vor die Berufungsinstanz ge� kommen ist, hat das Landgericht dieser Tage den Parteien das Urteil zugestellt. In Uebereinstinimung niif dem An trage der Kläger hat das Landgericht entschieden, daß die Direktion der Berliner Elektrizitätswerke für den nicht gewährten Urlaub eine Entschädigung zu zahlen hat, deren Höhe dem Lohn für die den Klägern zustehende Urlaubsöauer gleichkommt. Ties Urteil entspricht dem Standpunkt, den das Gewerbegericht in den ersten Klagefällen eingenommen hat. In den später verhandelten Fällen ist das Gewerbe gericht dann den Ausführungen des Vertreters der beklagten Firma gefolgt und hat seinen Standpunkt dahin geändert: Da der Urlaub eingeführt worden ist als Vergütung für die ohne den sonst üblichen Lohnzuschlag geleistete Sonntags' arbeit, so ist die Höhe der Entschädigung derart zu bemessen daß die Kläger zu der von ihnen im Laufe des Jahres ge- leisteten Sountagsarbeit einen Zuschlag von 40 Proz. des Lohnes erhalten.— Als infolge dieses Urteils die geleistete Sonntagsarbeit in jedem Einzelfalle festgestellt wurde, zeigte sich, daß viele Kläger erheblich höhere Beträge zu bekommen hatten als sie forderten. In der gestrigen Sitzung der Kammer 5 des Gewcrbegerickits. wo wieder 107 Klagen gegen die B. E. W. zur Verhandlung standen, legte der Vertreter der Beklagten daS Urteil des Landgerichts vor und bemerkte, die beklagte Firma sei bereit, in Konsequenz dieses Urteils den Klägern die Entschädigung in Höhe des Lohnes für die Urlaubszeit zu zahlen. Sic habe die Beträge be- reits abgeschickt ohne Rücksicht darauf, ob sie höher oder niedriger seien als bei Berechnung des Zuschlages für die geleistete Sonntags- arbeit. Die Vertreter der Kläger wollten sich anfangs mit dieser Erledigung der Sache nicht einverstanden erklären, sondern einen neuen Termin beantragen, um die Klageforderungen unter Berücksichtigung der geleisteten Sonntagsarbeit zu erhöhen. Sie meinten, da dieser Berechnnngsmodus ja auf Veranlassung des Ver: treters der Beklagten anerkannt Ivorden sei, so hätten die Kläger keinen Grund, auf die ihnen hiernach zustehenden Mehrfordcrungcn zu verzichten. Nach einer Beratung des Gerichtshofes erklärte der Vorsitzende, M a g i st r a t s r a t Schultz, die Kammer habe nach Kenntnis- nähme von dem Landgerichtsurteil keine Veranlassung, von ihrem zuletzt eingenommenen Standpunkt: Entschädigung nach Maßgabe der geleisteten Sonntagsarbeit, abzugehen. Besonders müsse sie des- halb daran festhalten, weil die Entschädigung nach Maßgabe der Ur- lanbszeit nicht in Einklang zu bringen sei mit§ 253 des Bürgerlichen Gesetzbuches. Dieser Paragraph besagt:„Wegen eines Schadens, der nicht Vermögensschaden ist, kann Entschädigung in Geld nur in den durch Gesetz bestimmten Fällen gefordert werden." Um den Klägern neue Termine und umständliche Beweis- führungcn zu ersparen, einigten sich deren Vertreter mit dem Vertreter der Gegenpartei— der sich das Recht des Widerrufs nach Rücksprache mit der Direktion vorbehielt— dahin, daß alle Kläger, die nach dem Standpunkt des Gewerbegerichtsiirteils mehr zu bekommen hätten, alö sie ursprünglich forderten, außer ihrer Forderung noch die Hälfte des Mehrbetrages erhalten. Die Kläger aber, deren Forderung höher ist, al» der Betrag, der ihnen nach Maßgabe der geleisteten Sonntagsarbeit zusteht, erhalten nur diesen Betrag. Hundewartiing als knufmännisches„Lehrfach". Eine merkwürdige Auffassung von den zu erwerbenden Fähigkeiten eines weiblichen Lehrlings bekundete der Manu- fakturwarenbändler Aloys Stein back, gegen den eine Lchrlingsklage vor der 5. Kammer des Berliner Kaufmanns- gcrichts verhandelt wurde. St. hatte dem Lehrmädchen Anna D. von ihrer kleinen Monats- Vergütung 8 M.„für erlittenen Schaden" in Abzug gebracht. Diesen Schaden begründet er wie folgt: Zu den Obliegenheiten des Lehr- inädchens gehörte es, allabendlich den Teckel„Kusch" ein wenig in der frischen Luft spazieren zu führen. Eines Abends erregte bei „Kusch" das faltenreiche Kleid einer vorübergehenden Dame Aerger- nis, und in seinem Zorn riß daS Tier„kurzerhand" ein Stück vom Rock los und biß es entzwei. Diese Schnelljustiz fand nicht die Billigung des ordentlichen Richters, und der Beklagte als der Hunde- besitzer mußte 8 M. Schadenersatz leisten. Diese 8 M. wollte er auf das Lehrmädchen abwälzen. Anna, die„Kusch" schon lange genug wartete, hätte seine Mucken kennen und besser aus ihn aufpassen müssen.— Der Beklagte sah Ivohl das Aussichtslose seines Stand- Punktes ein. denn er zog es vor. zum Termin gar nicht zu erscheinen und Versäumnisurteil gegen sich ergehen zu lassen. SimulationSriccherei. Schwierig ist oft die Festsetzung des Prozentsatzes der in- folge eines Unfalls eingetretenen Verminderung der Erwerbs- fähigkcit. Leider gibt es noch immer Aerzte, die dieser Schwierigkeit nicht Herr werden können, und statt ihr eigenes Urteil sorgsam nachzuprüfen, dem Verletzten Simulation an- dichten. Von einem solchen Fall berichten wir nachstehend. Erst das ReichSvcrsichcrungsamt hat den durch ärztlichen Mangel an Fähigkeit dem Verletzten zugefügten großen Schaden in etwas beseitigen können. � m ,. r.„. Ein Maurer erlitt im Oktober 1903 durch Betnebsunrall einen Bruch der Wirbelsäule und beider Vorderarme sowie schwere nervöse Störungen. Der Vetlepte bezog zunächst jahrelang die Voll- renle. Im Fahre 1903 nahm ärztliches Gutachten an, eine weseniliche Besserung sei eingetreten. Die Renle wurde ans _____.......,... 90 Proz. herabgesetzt. Bereits im Jabre 1910 stellte sich eine über den Streit der Nationen hinaus in der Anerkennung von offenbar schwere Verschlimmerung des Zutlandes des verletzten Menschenwürde bei Freund und Feind ihre veredelnde Besricdi- Maurer-5 ein. Ihm wurde dw Hilnosenrente tii� Hohe von gung finden. Ihm wird aber niemals der Gedanke auftauchen, daß sich vor seinen Augen der Akt eines„zivilisierten Krieges" voll- ziehe. Tie ganze Hoblheii dieses Begriffs, welcher mit seinen Konsequenzen die freie Tat der Leidenschast in ihrer furchtbaren Notwendigkeit nach Maß und Elle der Doktrin zuschneiden möchte, würde als inhuman geradezu abstoßen und verletzen. Ja, wenn die militärische Notwendigkeit uberall so glimpflich derartig mil' dem Handschuh des Nechtsschuhcs angetan auf- zutreten dermöchte. da mürde inan den CSuitfchlufö, �rieg führen Zu wollen, mit leichterem Mute fassen I Dem ist aber leider durchaus nicht so. und kann es nie und nimmer werden. . Tic unbedingte Frcihe't der militarilcheii Aktion im Kriege st't eine uncoläßliche Pvraussetzuilg für den jmsttonichcn Erfolg,(z) unglücklcii geiilig� der Bcrufsgenossen schalt nicht. Ge« stützt auf ein Gutachte..''bres Vertrauensarztes Dr. Rottenberg be- antiagte sie. die Rett� vom Mai 1912 ab gänzlich einzustellen. Das Schiedsg».'"� beließ es bei den 20 Proz. Vergeblich lvaren des Verletzten ÄnitaL6 aui Wiedergew äh» rung der H i l f l o s e n r e n t e. Auch �sss ,O b e r V e r s i ch e. r u n g s a m t wies i h n ab. Der arme Mstnn winde infolge der— vermeintlich simulierten I— nervösen Unfau.Aolgen geisteskrank und mußte in der Landesirrenanstalt rintergevri».cht worden. Sein Pfleger legte gegen das Urteil deS Oberversichelgmgsarltts Rekurs beim Rerchsversicherungsamt ein. Gleichzeitig stellte der Pfleger den Antrag auf Ge w ä h- rung der Angehörigenunter st ütznng. Der vom Ver« srcherungsamt gehörte Arzt der Irrenanstalt bezeichnet die Geisteskrankheit als eine Folge des Unsalls von 1903. Trotzdenr lehnte die Berufsgenossenschaft und das Oberversichernngsanu die Entschädigung der Angehörigen ab. In dem Rekursverfahreiu über die Hilslosenrente crtiob das R c i ch» V e r s i ch e r n n g s a in b noch weiteren Beweis. Es forderie ein ärztliches Obergutachten von dem Chefarzt der Landesirrenanstalt über die Frage des nrsäch« lichen Zusammenhangs der Geisteskrankheit mit dem Unfall vom Ottober 1903. Der Sachverständige kam zu dem Ergebnis, daß die Geisteskrankheit zweifellos au» dem Unfall vom Oktober 1903 folge. Mit größter Wahrscheinlichkeit müsse an- genommen werden, daß die Geisteskrankheit des Verletzten schon seit 1900 begonnen hat; mit Sicherheit sei indessen anzunehmen, daß die geistige Er« krankuiig schon am 29. April 1912 bestanden hat. Darauf hat der crkeiinende Senat des Reichsversiche« rungsamt das Urteil des Oberversichernngsamts Groß-Berlin aufgehoben und die AerufSgenossenschast verurteilt, dem Ver- letzten vom 13. Januar 1913 ab die Hilslosenrente in voller Höhe des JahreSarbeitsverdienstes zu zahlen. Leider ist der Verletzte durch die Fahrlässigkeit deS Ober« versicherungSamtS fast um 1 Jahr um die Hilslosenrente gebracht. Der Antrag auf Gewährung der Hilslosenrente ist beim Ober- versicherungsamt am 29. April 1912 eingereicht, von diesem aber der Berufsgenossenschaft erst am 15. Januar 1915 zugestellt worden. Das Neichsoersichruiigsamt war nachdem nicht in der Lage, diesen groben Fehler der Borinstanz beseitigen zu können. Nach dem Gewerbe-Unfallversicherungsgesetz zählt die Erhöhung der Rente erst von dem Tage, an dem das Oberversichertuigsaml den Antrag den Parteien zustellt, da? geschah indessen erst am f-5. Januar 1913. fius aller Welt. Bolikvttierung cineS Konsumentenvertreters. Wir lesen in den„Berl. Neuesten Nachrichten":„Auf eine im Kriege neue und doch alte, an Wahlzeiten erinnernde Mctbode zur Bekämpfuiig unbequemer Gegner sind die Milchinteressenten in Zell im Wiesenthal(Baden) verfallen. Ihr Versuch, den Milchpreis von 24 aus 20 Ps. zu schrauben, scheiterte an dem Widerstand der Vertreter des Kriegsausschusses für Kousumenteninteressen, die nur für 25 Pf. zu haben lvaren. Dementsprechend wurde in der Preis» prüfungsstelle beschlossen. Am anderen Tage erhielt der Vorsitzende der Verbrauchervereinigung von seiner bisherigen Milchlieserantin, der Landfrau Zimmermann, bereits die Nachricht, daß er keine Milch mehr bekommen könne. Gmize vier Wochen hindurch hat er trotz seiner vier Kinder tatsächlich auch säst keine Milch er» halten. ES handelt sich also nm eine offenkundige Maßregelung eines pflichtgetreuen Preisprüfers." Man sieht hieraus, daß manche Landwirte ihre früheren Kamps- mittel auch jetzt nicht scheuen, wenn es sich um die Wahrung ihrer Interessen handelt. Mit welchem Recht verlangen sie dann, daß-die anderen Rücksicht walten lassen! Tcutschc Farben für den„Union-Jack". Iii»dcr„Tägl. Rundschail" wird folgende ergötzliche Geschichte erzählt:„In Amerika erregt ein gegenwärtig vor dem Bundes- distriktsgericht anhängiger Prozeß, der die englischc Farbemiot grell beleuchtet, große Heiterkeit. Tic Syndicate Publishing Co. in New Uork hatte, der„Deutschen Chenffker-Zeitilng" zufolge. An» fang des vorigen Jahres von der englischen Regierung den Auf« trag bekommen, mehrere hunderttausend Union Jacks, also englische Schiffsflaggen, zu lieseni. Im Kontrakt war ausgemacht, daß die Flaggen mit deutschen Farbstoffen bedruckt sein sollten. Die Shn- dicatc Publishing Co. gab einer Fahnenfabrik in Pennsylvanien den Auftrag zur Licscrung, iind am 23. Juni vorigen Jahres lang» ten 12 000 Union Jack in Kanada, dem Lieferungsort, an. Die englischen Sachverständigen fanden aber heraus, daß die Flaggen mit amerikanischen und nicht mit deutschen Farben bedruckt warei!, und so wurden die Union Jack prompt zurückgesandt. Darauf schrieb die Syndicate Publishing Co. an die Fahnenfabrik, sie verzichte auf diese und jede weitere Lieferung. Die Firma klagte nun wegen KontraktbrucheS, wobei sie geltend machte, die Syndicate Pn- blifhing Co. habe ganz genau gewußt, daß Mangel an deutschen Farben herrsche und man daher gezwungermaßen zu„haltbaren" amerikanischen Farben habe greifen müssen. Die Syndicate Pu« blishing Co. erhob Widerklage auf Schadenersatz. In der jetzt ein- getroffenen Antwort auf diese Gegenklage macht die Fahnenfabrik den Einwand, die Fahncii seien im Sinne des Kontraktes mit„halt- baren Farben" hergestellt und glichen in jeder Beziehuiig den Mustern, die vor Abschluß des Kontraktes vorgelegt seien. Sie fordert daher Abweisung der Gegenklage nnd Verurteilung der «syndicate Publishing Co. zu Schadenersatz. Ter Prozeß dürfte sich noch lange hinziehen. Jedenfalls ist die ganze Angelegenheit nicht nur ein glänzendes Zeugnis für die deutsche Farbeniiidustric, sondern auch ein prächtiger Treppenwitz der Weltgeschichte." Gegen die neue Mode. Der Verband Westmark der Deutsch. völkischen Partei hatte an das stellvertretende Generalkommando des 7. Armieekorps in Münster eine Eingabe gerichtet, die sich gegen den angeblich jetzt herrschenden Modeunfug wandte und energische Maß- nahmen zu dessen Bekämpfung verlangte. Das stellvertretende Generalkommando hatte diese Eingabe dem preußischen Kriegs- �"üst�um weitergegeben zur Erwägung, ob für das ganze Reich solche Maßnahmen einheitlich getroffen werden können. Laut„Kons.' hat der Verband jetzt vom stellvertretenden Generalkommando fol- gcnden Bescheid erhalten:„Laut Mitteilung des Krieg-Zmmisteriums ist vorgesorgt, daß die H e r b st- und Winter mode eine andere Richtung einschlägt." � Ein franzSsffcheS Flugzeug nebst Insassen verbrannt. Heber Saint Denis fing ein mit zwei Insassen besetztes Flugzeug in der Luft Feuer und stürzte ab. Hinzueilende fanden den Apparat und die Insassen schon völlig verbrannt. Tie Sommerzeit in Norwegen. Wie„Jniclligenssedler" halbaintlich mitteilt, bereitet die norwegische Regierung einen Ge« 80 Pro, des vollen Jabresarbeilsverdienstes durch das Schiedsgericht für A r b e i-- r v e r,> ck e ru n g z� gesprochen. Auf Veranlassung der �Nordoplickien Bau bci'iUCt�8k" rcm�iisä'tsten a'tbctt£)l'@enofscnic6aft untersucht. Nun 1 fctzcntlourf über die Einführung der deutschen" Sommerzeit vor, sevie die Simulationsriecherei ein. Der Arzt verstand das Leiden cm Be,chluß des StorthmgS notig ist, um, loie beab,ichtlgt des Uiialückli-bcn nicht zu beurlcileii. Er liahm daher Simulation �d, gleichzeitig mit Schweden und Dänemark die neue Sommer- an und hielt 20 Proz. Rente für ausreichend. Das S ch i e d s- � öcA einzuführen. gericbl für A r b e i l e r v e r s i ch e r u n gehörte noch den Pro- !!! i mm Montag, den 1. Mai 191(3, abends 8 Uhr: Mitglieder-Versammlung Tagesordnung: SäaO/li) Maiycdankcn. Referent: Reichstagsabgcordneter Fritz Zubeil. — Gc�chäsllicheS.— Bericht des Kassierers.— Wahl der Delegierten zur Ztreis-Gcaeralvcriammwng.— Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert!------------- Vorstand. Verwaltung Uerlln. Tel.-Amt Moritzplatz 10623, 3578. Bureau: Rungestratze 30. SratiQheti-VsrsatmtihttiBsii: Einsetzer am Sonntag, den 39. April, vormittags 19 Uhr, im Gcwerk- schaftshauö(Saal 11), Eugelufer 14/15. Tagesordnung: 1. Vortrag.„Niickblick über die Gewerkschaftsbewegung und die Psticht der Kollegen in der Zukunft«. 2. Bericht von der Generalversammlung. 3. Verbands- und Branchenangelcgenheiten. Ticnstag, den 5ä. Mai er., abends 8 Uhr, im GeWerk- fchaftshans(Saal 1), Engelnfer 14/15: PF* Versammlung"W8 fäntlkher Molkgen und Moikginnen m den �ifdjlrrfjfn, Ivo Munitionskästen angefertigt werden. Tagesordnung: Die verschiedenartige Herstellung und die Entlohnung. Die Wichtigkeit der Tagesordnung bedingt das Erscheinen aller Beschästigtcn. Modell- und Fabriktischler sowie Modelldrechsler! Mittwoch, den 3. Mai er., abends 8�z Uhr, bei Waldt, Pfiugstr. 6. Bürsten- und Pinselmacher! Mittwoch, den 3. Mai 1916, abends 8 Uhr, bei Krugmann, Kleine Andreasstraße 19. Tagesordnung: Ansarbeitung eines neuen Tarifs. Perlmutter-, Horn- und Stemnnstarbeiter! Mittwoch, den 3. Mai 1916, abends 6 Uhr, bei Stein, An der Stralancr Brücke 3. Tag esordnung: 1. Bericht von der Generalversammlung. 2. Bericht der Branchenkommission., Mitglieder-Versammluug Bezirk Oberschcmeweide. Kienstag, den 2. Mai er., abends 8'/z Uhr, bei Warncckc, Wilhelminenhofftraße 18. VgrtraüensmäoiierniiiiiiEiiiigsn Tischler, Bezirk Südost 1 n. Ä. Mittwoch, den 3. Mai, abends«Vv Uhr, Naunynstr. 9, bei I,ier. Tischler! Bezirk Neukölln. Mittwoch, den 3. Mai, abends 8'/, Uhr, Bei Schmidt, Reuterstr. 22. Oberschöneweide-Johannisthal. Aller ia den Flugzeugbetriefoen bksGftlgien Arbeiter and Arbeiter Mittwoch, den 3. Mai 1916, 5'/z Uhr, bei Hauck, Nieder- Schöncweide, Hasielwcrder Str. 12. Korbmacher. Mittwoch, den 3. Mai, abends 8 Uhr, bei Krause, Mariannenplatz 8. Stellmacher. Mittwoch, den 3. Mai, abds. 8tthr, bei Hummel, Sophlenstr. ii. Kammacher. Mittwoch, den 3. Mai, abends 8 Uhr, in Staden? Bierhaus, Michaelkirchstr. 24. 86/4-Die OrtsTerwaltung*. VerM der Sattler u. Porteteuiller Ortsverwaltung Berlin. Miiüär-Branche. tebl»»!,! Die Brauchenversammlung findet am Mittwoch, den 3. Mai lllcht statt. Tie Kollege» werden hiermit bringend ersucht, die Statistik- karte» sofort auf dem Bureau abzuliefern. 157/15 Die liraschenleltung;. Mfchkr TrmsMMttDMck Eugelufer 14/15, II. Bezirk Grofi-Berli». Telephon: Amt Moritzplatz Nr. 2382 und 4747. Delegierte zur örtlichen General-Bersammlung Mittwoch, den 17. Mai ISIS, abends K'/z Uhr, im Saal 1 des Gewerkschaftshauses, Engcluscr 14/13: 64/11 Ordettiliche General- Versamlulunq pro 1. Quartal INIK. Tagesordnung: 1. Mitteilungen. 2. Geschäfts-, Kasten- und Arbeitsnachweisbericht pro 1. Quartal 1916. 8. Erledigung eiwa eingegangener Ruiräge. 4. Geschäftliches. Mitgliedsbuch und Legitimationskarten find am Eingang des Saales zwecks Abstempelung vorzu- legen.— Ohne Buch und Karte kein Zutritt. � Wer mit seinen Beiträgen über 8 Wochen im Rückstand ist, hat ebenfalls keinen Zutritt. ZMe nev-ZrlrsverwssltuuK. S.A.: A.Werner. Verband der M- tmd Ftlzwarenarbeiter nnd Jlrbeiterin Senhehlantb. Ortsverwallung Berlin. Am Mittwoch, den 3. Mai, abends 8 Uhr, im GcwerkschaftLhansc, Engelufer 15, Saal 3 Mitglieder-Versammlimg Tagesordnung: 1. Lohn- und Arbeltöverhäliniste für die Winterfaif»». 2. Wahl eines Beisitzers zum Vorstand. Das Erscheinen aller Mitglieder ist dringend notwendig. 76/5 Iber Vomtaud. Montag, den 1. Mai 1ÖX6, abends 8'/, Uhr, bci Lchäjer, Ecke d. Mannheimer u. Br-andenburgischcn etratze: JVIitglkdcr-Verfamntlviiig« Tagesordnung: Kreis-Generalversammlung. Nur Mitglieder haben Zutritt, Mitgliedsbuch dient alS AuSweiS. vLlMIIIl'l lkssennWÄn LrvLte �ustrahL ßiliigalo Preise. 1 MohrenstraQs 37« nColonnadcnl 11. Or. Frankfurter Str. 115 (nebe Andreasstr.) AmwahlsandunBen tolart. Amt Zentrum 7890. Soantar 12— 2 Mir ceSHnet. Wir laden unsere Mitglieder hierzu enigegem__[195;17]_ ein und sehen zahlreichem Besuch Ider Vorwtnnd. Verband der Sehncider. Sshneiderinnen und läsebearbelter Sentsehlands. iilialc Berlin. Versammlungen am Mittwoch, den I. Mai 191«, abends S'/2 Nhr, im Gcwcrkschastshaus, Engelufer 13, und in der Branerei Pfefferberg, Schönhauser Allee 176. Tagesordnung: Bericht über dir mit den Arbeitgebern und den Behörden gepflogenen Iliitcrhandluiigeii wegen der Bcrknrzung der Arbeit». � zeit lind der kiiustig zu zablenden Lohnsätze. 163/3 I Referenten: Kollege Kunze und Schärtl. Zahlreichen Besuch erwartet_ Die Ortsvcrwaltnng. Deutsclier Tabalrartieiter-Verljand. ZahlKtelie Berlin. Bureau; Drasoncrstr. 6a, II. Mittwoch, den lt. Mai 1916, abends 8 Nhr,__ in den„Musikcrsälen", Kaiser- Wilhelm- Strafie 31': Uijtz!Zki!kr-Nklsl!AMl!!!!g. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 1. Quartal 1916. 2. Antrag der Ortsvcrwal- tung auf eventuelle Neuwahl. 3. Verbandsangelcgcnhciten. gS£~ Kolleginnen und Kollegen Es ist Eure Pflicht in dieser Versammlung zu erscheinen. 190/4 Die Ortfrrerwaltangr, billig!». Köchlin& Co., Alte Jakobstr. 20/22. LeMSst 1879 Zlllgemeine Orts- Krankenkasse sür 268/18 NüVWtS o. Umgegekd. Einladung zu der am Blontag, den 8. Mai, abends 8'/, Uhr, im kleinen Saal des Restatirants ZI. iöinzxer, Pricsterstr. 31, stattfindenden ordentl. stusschuß-Sitzung. Tagesordnung: 1. Vorlage deS Geschäftsberichts sür 1915. 2. Slbnabme der Jahresrechnung sür 19l5. 3. Sonstige Kastenangelegenheite». Der Vsriktand. 0. Räpcke. Vorsitzender. K. Wilk, Schrtslsührer. 3. Bmr IniiStrJS Preise Koderne Herren- und Knaben-Anzüge. Eleg. Paletots, Ulster Joppen i.jed. Prc-islag. Gr.Stofflager z. eleg. iSaSanferligung Billigste, teste Preise, schmerzhafte Futzsohlenverhärwng u. Eornhaut enlserut mit adsoluier icherbeit Reichels..Beiteo". tt'tt« ziges Radilaimiltel für eingewurzelte Leiden, Seit 25 Jabuen bewährt! Dole 75 Pf., gegen M. 1.— franko durch*>tt« Reichel, Berlin 43, Eisenbahnftratze 4. Carl Hettmann Paradies-, Stangen- u. Kronen- Reiher, Straußfedern, Boas, Fächer- Fabrik BertfnßB, LiRdenstr. 71-72 ßrcje teabl von sssheifass in ZwMsn f r*>>>I«te rratii. Preiswerte Angebote! «JklCkCIlIclcidCr in unerreicht. Auswahl von M. 48 an C0VertC03t=Mäntel, nenosteFonn. Seidene Jacken u. Mäntel„ Kleiderrocke, schwarz und farbig B Garnierte Kleider a.Musseiinn.voiie, Weiße Blusen, letzte Neuheiten, ......... n V 28 an Berlin, Jerusslsmer Str. 44-45 � Ecke Schützenstr, Nähe Dönhoffpl. Hilht, Zihevma, Pkrvenschmtmv. � Völliger Ersolg mit Togal. H err Herbert Schulze, Kuustmühlrnwerlbes., Wünschendors, ichreibt:.Teile Ihnen hierdurch Höft, mit, datz Ihre Togal- Tabletten gegen xichlische Erscheinungen direkt srappant wirkten und völligen Hctlersolg mil sich brachlen. Ich kann dieselben bestens empfchlen.- Achnüch bcrichlen viele Hunderte, welche Togal nicht nur bci Wicht, sondern auch bei Rheuma« iismus, Ischias, Hcxenschutz, bci Schmerzen in den Gelenken und Gliedern, sowie bei allen Stilen von Nerven« und ftopi« schmerzen gebrauchten. Ein Versuch wird jeden von der Vor- ziigiichkcii des Präparat es Überzeugen. SIerztlich glänzend begutachtet. Alle'Apotheke n führen Togal- Tabletten. Gummimäntel e hAaßf lösaing einer Uleidepfafepäk s mir gelungen, das Gesamtlagor, bestehend ans Herren-, Durch 1 die* ist es mir gelungen,-----------------, Jünglings- und Knaben-Gardoroben,«ehr preiswert zu erstehen. Hlcmand versäume, bei Bedarf sich hiervon zu überzeugen! Ringel, Berlin H 81, Wichtig fir Harren!" Während das Krieges gibt Erste Herrenkleiderfabrik Anzüge, Paletots, ülster fertig„0al Maß im EinzeSverkauf vom grossen Fabrikiager ab. Verkunfuzelt: 10— O. heute Sonntag: 12— Ä. »oikenmarkt 7/8 IV. Fahrstuhl. Oiine jede AnzaMung Pianos erstklassiges Fabrikat vielfach prämiiert u. a. Berliner Gewerbe- Ausstellung 1836 Berliner Musik-Fachausstellung 1SQG gegen kleine monatl. Teilzahlung. Für jedes Instrument getvßhre ich langjährige Garantie, p Conrad Krause Mclifn., 5!SÄ!»Ä.!i I Auch SouutasH scüifuet I Spezmiarzt| für Haut«, Hain-, Frauenleiden. nerv. Schwäche, Beinkranke jeder. »>. iplich-Kaia-Klirea, kmltiiÄÄ. Sl. SSZ Sprchst. 10-2, 5-9,Somltgs.>1-2. � Honorar mätzig, auch TeUlzohl S — Separates Oamenzimmer.— 0 BametiMk werden zu bekannt billigen Preise» umgearbeitet, ebenso neue Hüte sehr billig. 236/7 Hallabrik, fK&g- Dem Mite eeleitt nf üei MMM geWtete Seriofien! Am S2. April starb im Lazarett infolge einer Verwundung im Alter von 33 Jahren, der Tischler iCriesien 213/19 Glogaucr Str. 29. Bezirk 207 I. Sczlaldemokr. Wahlverein f. d. 4, Berl. RoichstagswahlKreis. Am 11. April fiel unser früherer Bezirkssührer Paul FSsck 226/8 (85 Jahre alt), Sparrstr. 28. 16. Abt., Bezirk 752. Lozisidemoirr. Wahlverein f. d. 6. Berliner Relchstagswahlkr. An einer Verwundung starb im Lazarett der Hausdiener 237/10 Siermssin Langguth Wescrftr. 6, 2. Bezirk. Sozialdemokratiiclier Wahlverein Neukölln. Folgende Kollegen sind im Felde gefalle«: J&ugsssf Bobkowskij Kohlenardeiter. ECsri OsckSs Arbeitskutscher. WiUl Fe&s@reiseiii9 Geschäftskutscher. Wilhelm üoSke, Rollkutscher. Hax Pickeptg Geschiistsdleuer. Bfi'fyff6 GeschSftSdiener. Frans Sch&iSzej Industriearbeiter. Ehre ihren- Zl»denken' Llm 22. April fiel unser Mitglied, der G-ftette friarmasin Stiller Gruppe 9. 18/5 Eozialdemokr. Kreiswahlver. Niederbarnim, Bez. WeiBensae. iictl versMiiteD Benile(ßeufselsr Seselelder-SiigS) BA Hierdurch bringen wir unseren Mitgliedern zur Kenntnis, das; solgcude Kollegen alS Opser deS Weltkrieges zu verzeichnen sind: ßWsx Wseker, Steindruikcr, gesallen am 4. April 1916 durch Bauchschutz. Ousiav FrehSSch, Chemtgraph, gefallen am 31. Mörz 1916 durch Eranatschutz. MM S-KSken, Positwretoucheur, verstorben am 15. April 1916 an Lungenentzündung i im Feldlazarett. Hermann Schwitwn0f Fräser und Monteur, verstorben am 13. April an Lungenentzündung im Feldlazarett. Sin ehrendes Andenken werden wir ihnen bewahren. I 1gg/g VI« Ortsvcrwaltiing. Oeulsctier Hoizarlieüer-Verliand Zahlfitelle Berlin. Im Felde grsallcn smd fulgeudc Mitglieder: kernst Krektlv�. Tischler. 48 Jahre all. Franz ECries�enj Tischler, ss Iah»»u. Hermann öfosf,»vechfier, 33 Ja»« Hicharsl Stahig Waschin-nacb-ll-r, 36 Jahre all. 86/3 Ehre ihrem Andenke«! Ibt« OrtsTcrwaltuns. j SoziaideiDokntiselier Wahlverein i. i. 4. Berl. HeicijstsgswaiiliirEis. | Landsberger Viertel. Bezirk 410. J Den Mitgliedern zur Nachricht. | datz unser Genosse, der Tischler Wilkelrn Höhnow Stratzmannstrage 15 l gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Tic Beerdigung findet am I Montag, den 1. Mai, nachmittags j 41/, Uhr, von der Halle des Zen- 1 tral-Friedhoses in Friedrichsseide I aus slalL i Um rege Beteiligung ersucht 1213/18 Der Aoritand. ■--- Bujarsüi 1 Verb. iSehneiiloF.SctüieiiieflDne« I o. Wäscliearbeiter Beülsciiiaßtls. Filiale Berlin. Unseren Mitgliedern hiermit I zur Nachricht, datz der Herren- l matzschncider !Max �nkZriske gcb. 3. 3. 68 m 28. April gestorben ist. Ehre ieinrm Andenke»! Die Beerdigung findet am iienstag, den 2. Mai. nachm. '/.Uhr, von dcrLeillicnballe des adl. �riedboscs. Mnllerstratze. cke Scestratze, aus statt. S3/4 Oio OrtsvenMltunp. An den Folgen ciiicr schweren ! Lungenentzündung starb am I t. Osterieiertag im Lazarett unser | lieber Kollege, der Packer lkorx Weber. Wir werde» sein Andenken stets l in Ehren halten. | Tie Kollegen n. Kolleginnen der Ziehl-Abegg-Werke, iUsetstensee. Allen Verwandten und»e- kannten die traurige Nachricht, datz unser guter S-im und. lieber Bruder' Artur Rflckwald Rescrvc-Jnfanlcrlc-Ncgiment 202, 6. Kompagnie am 20. April im 22. Leben». jähre als Opser des Weltkrieges •iiel. Um stille Teilnahm- bitten Die ticfbctrübten Elter», Max(im Felde) und Frida, als Geschwister. Ruhe lanst in sremder Erde! Am 13. April 1916 fiel unser j Kollege, der ArmicrungSsoldat Panl Holstein durch Granalsplilterverletzung, tmj Alter von 34 Jahren. Ehre seinem Andenken! Die Hilfsarbeiter „Berliner Lokal-Anzeiger�! Ahl. Rotation. 67?I! de« Am Dienstag srüh 2'/, Uhr , enischiies nach langen Heide» nreui ! Uebcr Mann, Vater, Sohn, Bruder, j Schwager und Onkel, der Gast- wirt 133 21 EmiB BCappSer im 40. Lebensjahre. Frau Margarete Kapplar geb. Reetz Uli!) Kinder. Die Beerdigung findet Montag, nachmittags 4 Uhr, aus dem Zentral« Friedhos in Friedrichs- reibt statt._ Ii Arbeiter-Radfatirer-Bund Solidarilär(otisgrupps 8°«. Am 11. März d. F. fiel im Mer von 22 Fahren der Bundesgenosse tweorg£w?ls röter c-«dteiiung). Ehre feinem Andenken! ÜM« Optsvcpwaltnng. B8M ÄMkWW Verband der Brauerei- und Müblenarbeiter und varwandtfif Berufsgsnossen. Zahlstelle Berlin. Als Opfer des Weltkrieges starben folgende Kollegen: �osepll prause, Mitfahrer, Brauerei Patzenhoser, Abteilung I. Paul LctlM0lVi!Ke!m l'komus, Flaschenkcllerciarbcitcr, Brauerei Patzenhoser, Abteilung I. Otto Jakoby, Faßbierfahrer, Weitzbierbraucrei I. C. A. Richter. (Zustav LLbmerNn�, Flaschenbierfahrer, Bockbranerei, Niederlage Gr.-Lichteiselde. Ksrl(Zrexve, Brauer, Brauerei Schultheiß, Abteilung II. Frledrichi Schneider, Flaschenkellerarbeiter, Brauerei Schultbcitz, Abteilung II. Paul Qrabowski, Brauer, Brauerei Schultheitz, Abteilung II. Ehre ihrem Andenken! 4Z/1I> Tie QrtSverwaltnug. FBMiiZktgüssdkliBf'Vksdsnii OrtsvsrwsltunA Berlin. |I.ö. 6. Berl. ReiMpwalilkreis, 8. Abt. Bez. 602. Am Freitag, den 28. April 1916, I verstarb unser- Genossin, Frau Uiise Nehmsch Swinemünder Straße 51. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet morgen i Montag, den 1. Mai, nach- j mittags 3 Uhr, von der Leichen- > Halle de? FriedenS-KirchhofcZ in i Niederschönhausen- Nordend aus I statt. 11. Ab!. Bez. 646. Ferner verstarb am Freitag,| „ den 28. April, unser Genosse, der L Schlosser � Friii Riemann Bohenstratze 8. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet morgen Montag, den 1. Mai. nach- mittags 5 Uhr, von der Leichen- Halle dcZ Gnaden-Kirchhoscs in der BarfuSstratze aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 226/7 Der Vorstand. Oentseher BnsliWeMefliiiiii (Zahlstelle Berlin.) Unseren Mitgliedern die trau- rige Nachricht, datz unser Mit» glicd, der Luxuspapierarbeitcr Lrnil Wagner verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 1. Mal, nachmittags 4'/, Uhr, von der Leichenballe dcZ Emmaus-Kirchhoses in Neu- kölln, Hermannstratze, aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 23/14 Bio Ortsverwaltung. i Deatsctier BaßarbeilerVarlM ÄwefgrcreiB Berlin. Bezirk Wedding. Am 27. April starb unser Mit- glied, der Putzer Auxust tZnmloTv. Ehre setuem Sindenkcul � Die Beerdigung findet heute,! Sonntag, nachmittags 3 Uhr, von j der Halle des Gnaden-Kirchhose- l Iin der Barsusstraße aus stall.' Um rege Beteiligung ersucht ! 141/14 Die ürltiche Verwaltung. 'uxmrf M7,1 Tom Andenke» unserer im Felde gefalkenen Kollegen. Wilkolm EeS�SCSlä, Mechaniker, geb. 24. 6. 1894 in Berlin. äfSicliardi Elorio3> Schlosse», geb. 23. 8. 80 in Bei Im. Gustaw Fischerj Metallarbeiter, a geb. 19. u. 1872 in Waschge. ä Wilhelm Grläneborg, Metallarbeiter. j-i cc6, gl. 10. 1879 in Wusteirnark. Ott® HUSmer, Metallarbeiter, geb. 13. 2. 1892 in Luckenwalde. Otto Heumann, Metallarbeiter, geb. 7. 11. 1888 in Berlin. ICari Scäsaililit, Metallarbeiter, ged. 4. 9. 1887 in Berlin. Paid Schl�idttz Metallarbeiter, geb. 25. 6. 1892 in Berlin. Ehre ihrem Andenken! iix/lg Die Ortsvcrwaltung. z V�zndil.liWMiie-v.MZllr!!. Z-Tllnle BroU-BerUn. Unseren Mitgliedern zur Nach- richr, datz der Kollege V/ilheim Lütow welcher im Betriebe der Part- Verwaltung beschüstlgt war, ver- storben ist. Wir werden Ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Die Bestallung findet am x Montag, den 1. Mal, nach- | mittags 3'/, Uhr, von der Leichen- Halle des ilädlischeii Friedhofes in der Sceftrajle aus statt. Die Orisverwaltung. i i mm nia— i■mniaiiiMi aini § Verband der freies dastund Schankwirte Deutschlands j Zahlstelle Berlin. Den Wilgliedern zur Nachrichi, s datz die Frau des Kollegen Iflehöis, Luise SChBrter,| Ewiiiemünder Str. 51(Bez. 2), j am 28. April verstorben ist. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet niorgcn i I Montag, den 1. Mai, nachmittags> 3 Uhr, von der Leichenhalle des j | Friedens« KirchhojS in Nordend I aus statt. Um rege Beteiligung ersucht s 74/3 Bio Ortsverwattung. Allzu früh und scrn von seinen| I Lieben siel am 15. April 1916\ 1 mein lnnigstgctiebter Mann und> s herzensguter Vater, Bruder,! Schwiegersohn, Schwager und s I Onkel, der SanilätS« Unter- j ossizier herrngnn Obst Landw.-Jns.-Negiment Nr. 85 10 Kompagnie im blühenden Alter von 33 Jahren. In tiesem Schmerz Itzren Klara Obst und Tochter. Familie Vogt«IS Eltern. Familie Jonas alö Freunde. Du warst so gut, Du starbst so srüh,« Vergessen tonnen wir Dich nie. H Ruhe sanst. Du gutes Herz!| AIS Opser des Weltkrieges starb! I am 15. April unser lieber Kollege,$ ] der W-rkzeugdreher Ernst Schwarz j im 26. Lebensjahre. Wir werden ihm stets ein s! I daneriides Slndenken bewahren. ! vle Kollexeo vam IVerkzeuxdau! Kaholverk Obcrsprce. waiw'uimcrs'-gr.iaal-Ht.'xvi!--?. Allen Freunden und Belaiinlen- I die traurige Nachricht, dag meine 1 l liebe gute Frau, Mutter und i s Schwiegermutter 637b! i�nna SchnaheZ sam Freitag, den 28. April, infolge j ?ch!agansalls verstorben ist. In tiefer Trauer August Schnabel und Kinder\ Matternslr. 17. Di- Beerdigung findet am! ! DicuStag, den 2. Mai, nachmittags! I4stz Uhr, von der Leichenhalle z dcS ZentralfliedhoseS in Friedrichs- j � selbe aus statt. Am 28. April verstarb nach I ! langein und schwerem Leiden| ' meine liebe Frau I Luise Nelunscii geb. Schröder j im Alter von 60 Jahren. Dies zeigt hiermit tiefbetrllbt an Ködert �ehirscd, Swinemünder Straße 51. Die Beerdigung findet am Montag, den 1. Mai. nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle der FriedenS-Gemeinde, Nordend, aus statt. 106 /l ■wiuu ■■-r/v.« ßEütSOlieF TrsösporlariieiiEr-VeHiani. Eezlrksverwaltuag Grofl-Berlln. Den Milgliedern zur Nachricht,! | datz unser Kolleg«, der Droschken- sührer Lndwix Saeger am 28. April im Alter 67 Jahren verstorben ist. Ehre sciiicul Andenken Die Beerdigung findet am Diciistag. den 2. Mai, nach- mittags 3 Uhr, von der Leichen- balle des Markus-KirchhofeS iul WilhcimSbcrg aus stall. 64/10»ie Bezirksvenvaitung. von DanksKgmtg. Für die herzliche Teilnahme und schonen Kralizipeiiden bei der Be- erdigunz meines lieben Mannes, des PionierS 13LA k�otKl sage ich allen Verwandten, Freiinden und Belannlen, sowie der Firma R. Dolberg, Feldbahiisabrik, dem 2. Earde-Pionier-Ersatz-Bat. nieiiien ausrichtigiten Danl. Frau Anna Pohl, Lichtenberg, Franlsuiter Alle 243. Für die überaus zahlreichenl ! Beweise wohltuender Teilnahmc I und die schönen Kranzspenden bei! der Beisetzung meiner lieben i Frau und unserer herzenSgiite'.l I 1 Mutter Anna Volimann geb. Knrth, sprechen wir hierdurch allen Ver- wandleil, Freunden nnd Be- t kannten, sowie den Mitgliedern l des Verbandes der sreieii Gast-! und Schankwirte, sowohl auch! allen anderen Kollegen unseren� besten Dank aus. Im Namen der Hinterbliebenen! Auousi Yolimann 209/13 liefest Kvncler. Danksagung. Für die vielen Be/oeise herzlicher Tcüilalmie sowie die zahlrctchen Kranz- ivciiden bei der Boerdigung meiner lieb«» Frau und unscrercherzensguteii Mutter sagen ivir allen Berwalidtell und Belannlen uilsercn I»iligsteii Dank. V36b Ousiav>ViI!l«t».»rrlm. Dout B.8frlng;ffimnftrt|Biichftni(rcrri u.«crlttgRmstdll$qc!i" auf je 5 Warte ä ro ätfermtg i Wert frei) .ttbonriruten erhetien auf dirsen ilds�II, bei«vf. gäbe privater„ttlcmer Anzeigen" auf je 5 Warle ä 10. Pfennig 1 Wart(rtf! Adamiantrn erbaiien auf diesen Sibuirulli dei Ausgebe prirater„Kleiner Anzeigen" auf ie 5 Warte s io pfenniz 1 Wart jrei! Abonnenten erbaücn ggf diesen Abfchni» bei Auf- gäbe privater„meiner Anzeigen" au» je 5 Worte ä 10 Pfennig i Wort srci! „Kleine Anzeigen" werden außer von der Hauptexpedition, LW 68, Lindenstraße 3, bekanntlich in jeder.VorwärtL"-AuS- gabestelle entgegengenommen. Gleichzeitig sei»och aus unsere juristische Sprechstunde bingewicsen. in weichet an Abonnenten Rat und Ailslunst in allen Rechtösragen unentgettlich erteilt wird. Die näheren Angaben hierüber sind ebenfalls der Abonnementsquillung aufgedruckt. fljis Groß-öerlin. Zur Iieischvcrsorgung. Uns Wird von sachverständiger Seite gcschr-ieben: „Tie Flcischvcrsorguiig der Zivilbevölkerung wird immer schwieriger. Die vielen Verordnungen haben ivcnig gebessert, da sie meist zu spät kamen oder nicht durchgreifend waren. Die vor kurzem erfolgten Höchstpreise für Rindfleisch haben wiederum gezeigt, wie es nicht gemacht werden darf. Die Preistreiberei wird immer tollet. Die Gesellen kann man fetzt für die hohen sslcischprcise nicht mehr Verantlvortlich machen, Wie dicS eine Zeitlang beliebt war. Die Löhne sind erheblich gesunken, die Arbeitslosigkeit sehr groß. Die Fleischveriorgung der städtischen Vevölketimg muh auf eine andere Grimdlage gestellt werden. Das Spiel der freien Gräfte hat versagt. Staat und Gemeinde müssen hier anders als bisher eingreifen. Aufgabe des Staates muh es sein, die ländlichen Gemeinden bezw. Bezirke zur Aufzucht und Mast einer bestimmten Anzahl Schlachttiere zu ver- Pflichten. Es darf keineswegs geduldet iverden, daß große Güter wenig oder gar keine Viehzucht treiben. Die Gcmcindeti müssen zur Kommunalisierung der Fleisch- Versorgung übergehen. Das Interesse der Allgemeinheit muh höher stehen, als das eines Gewerbes. Der Krieg hat es mit sich gebracht, daß in verschiedenen Gewerben bezichungs- weise Industrien fühlbare Eingriffe der Behörden vor- genommen sind. Die Stadt Berlin erhält jede Woche eine erhebliche An- zahl Schivcine, die zum Weiterverkauf an die weniger be- mittclte Bevölkerung abgegeben werden. Auch Fleischermeistcr, die noch ein, ja sogar z'vei Geschäfte haben, erhalten solches Schweinefleisch. Daß der Verkauf der städtischen Schweine ein sehr nutzbringendes Geschäft ist. beweist der große Andrang zu denselben, obgleich die Flcischcrmcisier und ihre Presse das Gegenteil behaupten. Die verschiedenen Probeschlachtungen und Kalkulationen geben vielfach kein klares Bild. Auch haben sie den Fehler, daß die Praxis, oder besser der Verkauf, wie er in Wirklichkeit ist, dabei viel zu wenig beachtet ivird. Gerade beim Fleischverkauf ist zwischen Theorie und Praxis ein großer Unterschied. Die in voriger Woche vorgenommene Abgabe eines Schweines an viele Fleischer ist ein Fehler. Der Bevölkerung ist dadurch nicht allzu viel zugeführt. In Fachkreisen ist es ein offenes Geheimnis, daß von diesem Fleisch die, für die es angeschafft ist, das wenigste erhalten haben. Viel ist in die Pökelfässcr gewandert. Mancher Fleischer, der seit langer Zeit kciii Schlveinefleisch mehr gehabt hat. hat zunächst für sich gesorgt. Besser für die Bevölkerung wäre es, wenn die Stadt das Fleisch selbst an die Verbraucher abgeben würde. Die Stadl könnte, wenn sie die Sache nicht Leuten anvertraut, die ein Interesse an einem Fiasko der Stadt haben, dabei noch ein gutes Geschäft machen. Ferner könnte der Kram(Eingeweide, Därme usw.) von der Stadtverwaltung in eigenem Betrieb zur Wurst v(p> arbeitet werden. Es wäre möglich, eine erhebliche Menge Wurst herzustellen. Es könnte ja, wie in einigen Städten eine sogenannte„Kriegslvurst" fabriziert weiden. Die Miker, die jetzt ausschließlich zu höhereu Preisen als vorgeschrieben, durch unreelle Handlungen, verkauft iverden, könnten ebenfalls mit den Liesen zusaninlen ausgebraten und das gewonnene Schmalz könnte an die Bevölkerung abgegeben werden. Da der Großbetrieb im allgemeinen vorteilhafter arbeitet, sollte die Gemeinde in diesen Zeiten nicht achtlos an der Eigen- Produktion vorübergehen. Man wende nicht ein, daß der Schwierigkeiten zu viele seien. Vieles ist in letzter Zeit gc- schaffen ivorden, ivas man früher für unmöglich gehalten hat. Die Gemeindeverwaltung sollte sich ernsthaft mit dieser Frage beschäftigen. Es werden genügend Fachleute vorhanden srin. die sich gern in den Dienst der Allgemeinheit stellen werden. Willst die Interesse»! einer kleinen Anzahl Bürger dürfen eist-, entscheidend sein. Tie Stadt Siraßburg i. E. hat eine! für Mafcknnen und Verkaufswagen, unbeglickiene Rechnungen für städtische Wurstfabrik ins Leben rufen. In Nürnberg will! bereits gelaufie Rohstoffe und dergleichen. Wird man es wagen, man ebenfalls, Ivie»vir schon mitgeteilt haben, die Herstellung! den Rum dn ser Leute lieibeizuführen, indem man ihnen einfach"den von Wurstwaren in eigene Regie übernehmen. Die Reichs- Hauptstadt sollte hier nicht länger zurückstehen. Wo ein Wille, ist auch ein Weg! Haiiptrohslvff entzieht und keinen Ersatz bietet! Die verantwortlichen Stellen sollten sich das febr überlegen." Unserer Aiisiw» nach lvird die Zuckerrationierung überhaupt nicht begriffen Iverden. Deutfcbland>var das Land, das Zucker nach allen $?,,!• fötttFüCran« Sar WelUeilen liefern konnte. Wir hallen Zucker in Ueberfluß. Noch INI Zur Slnfuhrmtg dcu>sonimer„�lt. Vorjahre wurde die Bevolkeruilg beruhigt mit dem Hinweis, Zucker Amtlich. Bcrl'm 20. April.(W. T. B.) Amtlicherseits sei überreichlich vorbanden. Jetzt auf einmal sell das anders ge- wird erneut in Erinnerung gebracht, daß der Bundesrat am 6. April! worden sein, obwohl die Zuckerproduzenten noch staatlich be- 1016 die Früherlegung der Tageszeit in den fünf Sommermonaten j günstigt Iverden. Eine weitschauende Ernährungspolüil ist das nicht. Mm bis einschließlich September 1916 um eine Stunde beschlossen»- Mai beginnt demnach am 30. April 11 Uhr nach diesem Zeitpunkte werden alle Uhren im Reiche auf hat. Der 1. mittag?. Mitternacht vorgestellt. Ter 30. September endet eine Stunde nach Mitternacht. Zu diesem Zeitpunkte werden sämtliche Uhren auf Milternacht zurückgestellt, so daß am 1. Oklober 1916 die mitteleuropäische Zeit wieder in Kraft tritt. Die„Sommerzeit" und die Gärtner. Die Zurückstellung unserer Uhren um eine Stunde vom 1. Mai ab soll bekanntlich dem Hauptzwecke dienen, an künstlichem Licht zu sparen. In dieser Hinsicht bleiben aber sowohl landwirtschastliche wie auch Gärtnereibetriebe unberührt, weil in diesen Betrieben während der Sommermonate schon immer nur bei Tageslicht oe arbeitet wurde. Gleichwohl wird die neue Idtordnung auch hier nicht obne Wirkung bleiben. WaS die Gärtnerei anbetrifft, so bat sich während der beiden letzten Jahrzehnte, unter dem Einfluß und dem Druck gewerlschaftlichep Kampflätigkeit. allgemein eine gegen früher erhebliche Arbeitszeitverkürzung durchgesetzt. Als Höchstarbeitszeit kommt heute der Elfstundentag in Frage, die DurchschnitlsarbeitSzeit beträgt jedoch in den vorgeschritteneren Plätzen zehn Stunden. Der Arbeitsanfang stand allgemein auf 6 Uhr, das Arbeitsende auf 6 und 7 Uhr. Der durch das Zurück- stellen der Uhren um eine Stunde früher verlegte Arbeitsanfang dürfte auch auf die Gärtnereien übertragen werden. Dabei bestehen große Gefahren für da« damit bedingte frühere Arbeitsende. Von den Unternebniern dürfte vielfach der Einwand geltend gemacht werden, daß dieses Früherlcgen des Arbeitsschlusses die Blumen- und Pflanzenpflege benachteiligt. Und es besteht darum die ernstliche Gefahr einer Arbeitszeit- Verlängerung. Dieser Gefahr zu begegnen und sie ab- zuwehten, wird Aufgabe der beteiligten Arbeiterschaft sein. Von freigewerkschastlicher Seite ist der Angelegenheit sofort die ge- bührende Aufmerksamkeit zugewendet worden. Folgende Richtlinien tragen den einschlägigen Verhältnissen und der neuen Lage fach- gemäß Rechnung: 1. Wo eS irgend angängig, soll die Arbeitszeit mit der neuen Sommer-Uhrzeit in Einklang gebracht werden, d. h. Ärbeitsansnng und ArbeitScnde fallen eine Stunde früher als vor- dein. Diese Ordnung läßt sich ohne eine Benachteiligung der Pflanzeiipflege»lischwer durchführen in den Landschafts-, Baumschul- sowie überhaupt in allen Freiland-Gärtnercibetrieben, demzufolge auch in den gemeindlichen und in den Fnedhofs-Gärtiierei- betrieben sowie in den sogenannten Privatgärtnereien, so- weit diese Betriebe als Landschasts- und Freilandsbetricbe in Betracht kommen.— 2. Wo ein Früherlegen des Arbeits- endeS durchaus nicht angängig ist oder ihm unüberwind- barer Widerstand entgegengesetzt wird, da ist auch der frühere Arbeitsbeginn abzulehnen. Oder aber es ist entsprechend dem Zeit räum des früheren Anfangs eine Verlängerung der Mittagspause einzusetzen. In Betracht kommen dafür nur Betriebe mit Früh- beet« und Glashauskulturen, soweit die gezüchteten Pflanzen be- sonders empfindlich sind und ein srnhcrcr Arbeitsschluß diese Kulturen wirklich nachteilig beeinflussen würde. Im allgemeinen ann solche Benachteiligung nicht anerkannt werden.— Eine Arbeitszeitverlängerung ist unter allen Umstünden zurückzuweisen! Der Montag schnlfrei! Aus Anlaß öer Ucberflatzc öer Festung Kut-cl-Amara wertzen am Montag in den Schulen Berlins und der Provinz Brandenburg Schulfeiern abgehalten, nach deren Beendigung die Kinder zu entlassen sind. Brot ans Vorschnst. Aus dem Raihaui? wird mitgeteilt: Nach den von den Behörden gemachten Beobachtungen ist es in letzter Zeit häufiger vorgekommen, daß Bäcker Brot auf Brotkarten abgegeben haben, die erst für die nächsten Wochen Gellung haben..ES ist die« selbstverständlich ein gänzlich unzulSssiges Versahren. durch das sich sowohl die Bücker ivie der Käufer strasbar machet. ES verstößt auch völlig gegen die ür die Brot- und Mchlverteilung aufgestellten Grundsätze, nach denen eben in einer Woche nur ein bostimmleS Brot- und Mehl- quaiitnin verbraucht werden darf. ES haben daher von den zu- ständigen Behörden Revisionen stattgefunden, durch welche in ver- schiedenen Fällen Neberlretungen dreier Art festgestellt worden sind. Gegen diese Bücker wird natürlich ein strafrechtliches Verfahren ein- geleitet werden. Bäcker und Konsumenten werden daher mit allem Nachdruck davor gewarnt, Brolkarlen zu einer Zeit zu verwenden, für welche sie noch nicht oder nicht mehr gültrg sind." Speiseeis und Zuckervertcikung. lliiZ wird geschrieben:„Bei der Iuckervertellung durch die ReichZ- zuckerstelle, die in den nächsten Tagen vor sich oehen toll, scheint man auf einen bestimmten großen Kreis kleiner Gewerbetreibender keine Rücksicht nehmen zu wollen, und zwar auf die Speiseeis- Händler Das Speiseeis besteht in seinem Hauptbestandteil aus Zucker es soll aber beabsichtigt sein, an Spe'.seeiSfabrikanleii keinen Zuck-r zu liefern, da der Zucker für die Ernährung der Bevölkerung bestimmt sei. Speiseeis sei aber kein Nahrungs-, sondern ein Ge- nutzmiitel. Das letztere zugegeben, muß man aber doch fragen. ob denn nicht andere Fabrikate, für die Ziicker weiter geliefert werden soll, auch nur Gennßmiliel und keine NahnmgSmrttel pnd. Zn der dieser Tage eraangenen Aufforderung zur Zuckeranmeldung sind besonders genannt Obstweinkellereien und Lilürfabrikeii. Emd nun Obstweine und Liköre NahrungS- oder Geimtzmittel?� Die Antwort hierauf kann doch nur fein, dag sie als Genußm.ttel zu betrachten sind. Trotzdem� soll für diese Zwecke Zucker bcieitgestellt werden, für Speiseeis aber diese ungerechte Behandlung Existenzen, die sich vom Handel ebenso wert zu berücksichligen Explosion in Halens«. 2 Arteiter tot. Eine gcwalrige Wassersioffexplosion verursachte am Sonnabend« nachmittag erheblichen Schaden in der Wagenfabrik von Jos. Neuß, Inhaber Karl Trutz in WilmerSdorf-Halensee, Restorstr. 8— 12, nahe der dortigen Rollschuhbahn. Leider sind dabei zwei Arbeiter, die Schlosser Fritz K. und August S., ums Leben gekommen; einer wurde schwer und sieben leichter verletzt. Ein Arbeiter wurde sörm- lich in Stücke gerissen und der andere am Hatse nahe der Schlagader so schwer getroffen, daß ein schnell herbeigeeilter Militärarzt keine Hilfe mehr bringen konnte. Die übrigen acht Arbeiter konnten von ihm und Samaritern der Wehr verbunden und dann entlasscu werden. In den beiden großen Ouergebäuden der Fabrik ist keine Fensterscheibe heil gebliedcn. Mehrere Automobile sind total zer- trümmert. Die Ursachen der Explosion stehen noch nickt fest. Von anderer Seite wird über das Unglück berichtet: In der Klempnerei der Wagenfabrik von Jos. Neuß in der Restorstr. 8,9 war gestern nachmittag der S6jährige Schlosser Luge- biel damit beichäkligt, autogene Schweißungen vorzunehmen, wobei er sich eines WasserstoffgebläseS bediente. Plötzlich explodierte aus bisher nnbekanntcr Ursache der Wasserstoffbehälter mit furchtbarem Knall, der beide Fabrikgebäude erschütterte. Durch die ungeheure Explosionskraft des Wasserstoffes wurde Lugebiel mit so großer Gc- walt gegen eine Wand geschleudert, daß sein Kopf und der Ober« körper buchstäblich zersplittert wurden. Der 45jäbrige Arbeiter Wilhelm Krüger, der in demselben Räume mit dem Klopfen von Karbit beschäftigt war, wurde von einer schweren Tür, die durch den Luftdruck auS den Angeln gehoben worden war, gegen den Hals getroffen und erlitt eine so schwere Verletzung, daß er in wenigen Minuten starb. Ebenfalls von einer heransgerissenen Tür geti offen wurde der 19jährige Arbeiter Franz Voigt aus der Bandelmannstr. 17 in Char- lottenburg; er erlitt eine schwere Verletzung des rechten Unterschenkels. Durch den ungeheuren Luftdruck bei der Explosion wurden zahlreiche Türen ans den Angeln gehoben und sämtliche Fensterscheiben der beiden großen Fabrikgebäude zertrümmert. Von den umherfliegenden Glassplittern wurden noch sechs Arbeiter leicht verletzt. Ein zufällig vorübergehender Stabsarzt eilte sofort zu Hilfe und legte den Verletzten Notverbände an. Während Voigt nach dem Schöneberger Krankenhanse gebracht werden mußte, konnten sich die übrigen sechs Verletzten nach Hause begeben. Die lelephonisch alarmierte Wilmerödorfer Feuerwehr war bald zur Stelle und löschte den anSgebrochenen Brand in kurzer Zeit; ihre Samariter beteiligten sich an den Hilfeleistungen für die verunglückten Arbeiter. Die beiden Leichen wurden beschlagnahmt.— Die Ursache dcS ver- hängni-vollcn Unglücksfalles konnte bisher noch nicht ermittelt werden * Wegen eine Kesselexplosioi? wurde gestern vormittag die Wilmcrsdorfer Feuerwehr nach dem Hause Tantener Str. 21 ge- rufen. Dort war der 26jährige Monteur Ph. Preuß auS Berlin, Oldenburger Str. 49, mit der Reparatur einer Heizungsanlage be- schästigt und hatte dabei nicht genügend Wasser auf den Kessel gc- füllt. Durch die hierdurch hervorgerufene Explosion wurde beträcht- sicher Sachschaden verursacht und der Monteur erheblich verletzt. Die Feuerwehr beseiligie die Gefahr und brachte den Verletzten nach dem Schön-berger Krankenhanse. Weitere Personen sind nicht verletzt, doch sollen einige Hausbewohner in den unteren Geschossen angeblich einen Nervenchock erlitten haben. aber nicht. Warum nun Sind die tausende kleiner mit Speiseeis ernähren, nicht wie die Obstweinkeller und Likörsabrikanten? Wenn Zucker für keinerlei Genuß, Nittel mehr acliescrt werden soll, dann muß das Oeichegen aber keine Ausnahmen zugelassen werden, die boiei® Int b er d e u§ 9 cfch n J te[er machen müssen. Es muß eventuell dafür geiorgl werden, daß Ersatz- mittel für Zuck-r zugelassen werden, wenn man nicht Tau, ende ex,stenzlos machen will. ES mag darauf hingew.eien werden. daß sich durch den Handel mir Spe,iee..s auch p>ele Frauen ernähren, welche die jetzt schon herrlÄende Arbe.tslosrgleu unter den Frauen noch vermehren wurden. Viele von den«perie- eishändlern haben auch noch große ge!cha'..lche Verpflich- tungen, die sie nicht so ebne weiteres von. fich abWalzen können, Miete für die Fabrikatrons- und Lagerräume, Abzahlung Zur SlnSflcrSe der ZucZerkarten. Infolge Verzögerung in der Drucklegung kann die Ausgabe der Zuckerkarten erst am Anfang der kommenden Woche erfolgen. Eine Schmülerung in dem Bezug von Zucker tritt hierdurch nicht ein, da die Zuckerkarten bis Montag, dcn 8. Mai einschl. Geltung haben und deshalb hinreichend Zeit zum Bezüge des Zucke cS auf Grund der Karte während der ersten Periode gegeben ist. Kochhann gestorben. Am 9. d. M. ist im Alter von 85 Jahren das frühere langjährige Mitglied der Städtischen Schnldepulation Alben Kochhann gestorben. Er gehörte vom 1. Mai 1868 vis zum 23. März 1914 als Bürgerdeputierter der Schuldeputation an und hat das Ausblühen des städtischen Volksschulwesens, das 1870 nach Aufhebung des Schulgeldes einsetzte, tatkräftig fördern helfen. In der letzten Sitzung der Schuldeputalion widmete ihm der Vorsitzende StadljyndikuS Dr. Hirsekorn einen warm gehaltenen Nachruf. Tie Ncis- und Bohnenkarten für den Monat Mai werden in Berlin in der gleichen Werse wie für den Monat April verteilt. So« weit die Verteilung der Karten durch die Brotkommissionen erfolgt, sind wieder vier Tage, nämlich der 3—0. Mai als Ausgabetage vorgesehen(Buchstaben.A.— G, H— L, M— E, S— Z). Die Nei-kollucr Friseure hatten kürzlich beschlossen, daß sämtliche Gcschäsie jeden zweiten Feiertag geschlossen bleiben sollen. Eine andere Neuerung ist folgende: Vom 1. Mai, also in der neuen Sommerzeit, haben die vereinigten Friseure beschlossen, jeden Sonn- und Feiertag das Geschäft um 1 Uhr zu schließen, was in Anbetracht der langen Arbei. zeit in diesem Gewerbe sehr angebracht ist. Auch beschäfttgen sich dieselben jetzt damit, die Geschäfte abends um 8 Uhr zu schließen, was auch gewiß wieder Beifall findet. Einen schlniersichen Selbstmord beging gestern abend der 28 Jahre alte Schläcktergeselle Lindolf Behnle. In einer Schank- wirischast in der Swinenrnnder Straße trat er aus und kam nicht wieder.� Ais man sich nach ihm umsah, fand man ihn blutüber- überströmt!ot daliegen. Er halte sich mit einem Schläcktermesser den Hals vis anf die Wirbelsäule durchgeschnitlen. Was ihn dazu veranlaßle, weiß man noch nicht. Strajicnbahiiunfall. Beim lleberschreiten de? FahrdammeS bor dem Haujo Teestr. 106 wurde der in demselben Hause wohnende fünfjährige Walter Beetz von einem Slraßenbahnwagen der Linie 42 erfaßt und umgeworfen. Er geriet unter den Wagen und konnte ern besreil iverden. nochdenr der Wagen mit Windei! gehoben wurde. Mit schweren Ouclschwmiden am Kopf und Arm wurde er nach dem Birchow-5kcankenhause übergeführt. Im Kinderhause Blumenstr. 97 findet wieder ein unenlgeltlicker Unterricht in Säuglingspflege statt, mit prakliichen Uebungen, wöchentlich einmal. Meldungen, schriftlich oder mündlich von 2 6 Uhr im Bureau des KinderhauseS, Blumenstr. 97. Vergrabene KindcSleiche. HeinerSdors gemacht worden. Ein schauriger Fund ist gestern in Als dort in der Kolonie Hermanns« fufl eine Frau F. auf t5tem SaitBntrieTänbc eins Grube ausbob, stietz sie in einer Tiefe von einein halben Meter auf eine Kindes- leiche. die in einen Sack eingenäht war. Es handelt sich um einen Knaben im Alter von ungesähr eincin Jahre, der ganz unbekleidet war. Da der kleine Körper schon stark in Verwesung übergegangen war, konnte zunächst nicht festgestellt werden, ob an dem Kinde ein Verbrechen verübt worden ist. Untersagter Handelsbetrieb. Das Polizeipräsidium teilt mit: Auf Grund der Bundesrats Verordnung vom 23. September 191.5, hat der Polizeipräsident von Berlin dem Kaufmann Werner Voigt in Bcrlin-Schöneberg, Präger Str. 21, den Handel mit Leuchtstoffen wegen Ünzuverlässigkcit in bezug auf diesen Handelsbetrieb unter- sagt. Ein Grosifcucr von ganz gewaltiger Ausdehnung kam gestern abend in der auf dem Grundstück Greifswalder Straße 220 befindlichen Eisenguß- und Wasserrohrfabrik von Borchers u. Jürges Nachfolger zum Ausbruch. Die Räume waren dicht mit vollgefüllten Regalen besetzt, die lichterloh brannten. Die Feuerwehr griff mit 29 Schlauchleitungen, darunter mehreren L-Nohren und einem Fontanemast an. Ungeheure Wassermengen wurden besonders in die oberen Stockwerke über mechanische Leitern hinweg durch die Fenster ins Innere gespritzll Es gelang, das Erdgeschoß und das erste Stockwerk des linken tseitenflügels, sowie den rechten Seiten- flügel mit dem Kontor und der Kasse und den Expeditionsräumen zu schützen, dagegen brannten drei Stockwerke in einer Ausdehnung von 59 Meter Front total aus. Angeblich ist der Brand in einem einstöckigen Holzschuppen auf dem 4. Hofe ausgekommen. Dort lagerten eine Menge Stroh, Verpackungsmaterial, Kisten usw. Der Schaden ist natürlich sehr groß, ließ sich aber, da jedes Betreten der Brandstelle wegen der Glut unmöglich war, auch nicht einmal an- nähernd schätzen. Menschenleben sind nicht zu Schaden gekommen. .Gleichzeitig hatte die Wehr einen großen Dachstuhlbrand in der Neucnburger Straße 15 zu löschen, der dort gegen 6 Uhr aus unbekannter Ursache auf dem Boden des Hauses ausgebrochen war. Die Löschung dieses Brandes gelang schneller. Er konnte auf den Dachstuhl beschränkt werden. Die Berliner Feuerwehr hatte am Sonnabend früh in der Neuen Königstr. 83 zu tun. wo der Dachstuhl eines Kesselhauses in Flammen stand. Der fünfte Löschzug lourdc nach der Köpcnicker Str. 175 enl- sandt. Dort standen im vierten und dritten Stock Fenster. Fuß- bödcn. Balkenlagen, Schaldccken und Möbel in Flammen, so daß tüchtig Wasser gegeben werden mußte. Das Feuer war in einer Küche entstanden. Ein Fabrikbrand ivurde aus der Liebenwalder Str. 18 gemeldet. Immobilien brannten dort. Aus' der Kastanienallce 2ö lief eine Feuenncldung ein, wonach dort in einer Küche Feuer ausgekommen war. das die Balkenlage erfaßt hatte. Ein Radfahrer, der entkommen ist, hat in der Thorner Straße ein Fräulein Wally Dahms aus der Hausburgstr. 9 überfahren. Es erlitt eine schwere Gehirnerschütterung. Die Feuerwehr fuhr die Schwerverletzte zur Ncttungswache. Mit Erfolg waren Samariter der Feuerwehr in der Treskowstr. 69 tätig, wo sich eine Person mit Gas vergiftet hatte. Böswilligcrwcise wurde die Wehr nach der Rügener Str. 14 gerufen. Der Täter ist entkommen. /tos den Gemeinden. Einschränkung des Bahnhofsvcrkchrs in Nowaives. Anstatt die bisher bestehenden Verkehrserschwernisse, z. B. das teilweise Geschlossenhallen der Bahnhofssperrcn, wodurch in der Regel beim Einlaufen der Züge die Reisenden zu langem Warten am Aus- f�ang gezwungen sind, zu beseitigen, kommt die Eiscnbahnverwaliung etzt mit einer noch weil einschneidercn Veilchrsbeschränkung. Sie macht durch Anschlag bekannt, daß Fahrkartenschalter und Bahnsteig- sperre des Zugang? an der Bülowstraße vom 1. Mai d. I. ab für den Verkehr gesperrt werden I Auf wie lange, wird nicht gesagt; wahr- scheinlich jedoch bis zur Kricgsbeendigung. Daß die Eisenbahnbebörde gerade zum Beginn des stärkeren SommerberkehrS zu einer solchen Sparsamkeitsmaßregel greift, erscheint nicht nur unverständlich, sondern zeugt auch von großer Rücksichtslosigkeit gegen die Gemeinde; hat diese doch seinerzeit die Leistung des von ihr geforderten erheb- lichen Zuschusses zu den Bahnbaukostcn hauptsächlich von der Schaffung zweier Zugänge zum Bahnhof abhängig gemacht. Hoffentlich Wendel sich die Gemeinde mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln gegen diese die örtlichen Verkehrsinteressen schwer schädigende Maß- regel._ Potsdamer Stadtverordnetenversammlung. Die Potsdamer Stattverordneten beschlossen in ihrer letzten Sitzung die Aufnahme einer Füni-Millionen-Anleihe, von der 4 Millionen zur Uebernahme der Gasanstalt und 1 Million zur Bestreitung der Kosten für die Kriegsuntcrstützungen, die bisher schon 959 999 M. und 629 999 M. betragen, verwende! werden. Bei der Verzinsung der zur Kriegslast verwendeten Beträge werden die Zinsen bis zur späteren Beschlußfassung zum KapilaI geschlagen. Die zum großen Teile durch die Kriegslage verursachlcu Etalsüber- schreilunzen von 1915 wurden mit 165 292,21 M. genehmigt.— Als Beitrag der Sladt zur Errichtung einer Bürgerspeiseballe wurden ! 4999 M. bewilligt. Die gesamten Kosten betragen 7999 M. Der ! inonatliche Beköstigungszuschuß beläutl sich auf 259 M. In langen | Beratungen wurde endlich die neue Geschäftsordnung für die Sladt- � verordnetenversammlung angenommen. Der Durchberalrmg stellten J sich Berdeulschungsschwierigkeiten in den Weg. Die Antragsteller, j die die Worte.Protokoll, Kontroll- und Eialswesen' ausgemerzt wissen wollten, drangen mit ihren Vorschlägen nicht durch. Sie wurden mit 23 gegen 9 Summen abgelehnt, nachdem der Oberbürgermeister empfohlen hatte, beim Wortlaut der Gesetz- gcbung zu verbleiben, um nicht Gefahr zu lausen, es zu verletzen. — Zur Organisation einer vermebrlen Kaninchenzucht in Potsdam. durch die eine Stärkung der Fleischerzeugung zum Besten der ärmeren Bevölkerung herbeigci'Lhrt werden soll, wurden 8999 M. als unverzinsliches Darlehen gegeben und dem Unternehmen werden die Räume nebst einer Ansicbcrwohnung bis zwei Jahre nach Friedensschluß überlassen. Die Einrichtung soll ausschließlich Pots- damer Einwohnern zugute kommen. Ein Sozialdemokrat zum Gemeindcschöffen gewählt. Bei der am 22. April erfolgten Gcmcindevorstandswahl in Germcndorf bei Oranienburg wurde Genosse Mücke mit neun gegen fünf Stimmen zum Gemeindeschöffen gewählt. Mücke gehört der Gcmeindevemetung bereits 8 Jahre an. Auch bei den kürzlich vorgenommenen Gemcindevertreterioahlen wurden unsere beiden Genossen gegen gegnerische Slimmen gewählt. parteweronftaltungen. Sechster Wahlkreis. Den Mitgliedern des Wahlvereins teilen wir mit, daß die zum 1. Mai nach den Germania-Sälen in der Chaussee- straße einberufene Wahlvcreinsversammlung, in der Abgcord- neter Ledebour über den 1. Mai referieren sollte, verschiedener Schwierigkeiten halber nicht abgehalten werden kann. Neukölln. Die für Montag geplante Maifeier kann wegen der uns auferlegten Bedingungen nicht stattfinden. Wilmersdorf. Montag, den 1. Mai: Milgliederversammlung.(Siehe Anzeige.) Mariendorf. Montag, den 1. Mai, nachmittags 4 Uhr, bei Stechcrt, Tempelhofcr Stratze: Mais ei er. Kaffeekochen und Kindabeluftigungeii. Abends 9 Uhr: Miivcrsamnilung mit Vortrag und geselligem Beisammen. sein. Tie 6>cnoffen von Tempelhof sind dazu eingeladen. Olierschönewcide. Montag, abends ßy, Uhr: Mitglieder- v e r s a m m I u n g des Wahlvereins bei Koschlitzki, Rathausjlr. 10. Vor- trag über:„Der 1. Mai.* Nicdcrschönewcide. Montag, den 1. Mai, abends 8'/, Uhr, im Restaurant von Hauck, Haffelwerdersir. 12: Generalversammlung. Tagesordnung: Jahresbericht, Bericht über die Gemeindewablen, Wahl der Delegierten zur Krelsgeneralversammlunz. Eintritt nur gegen Mil- gliedsbuch. Nowawcs. Mittwoch, den 3. Mai, abends pünktlich H*!, Uhr, findet im Singerschen Lokal, Priesteritr. 3t, die Versammlung des W a h l v e r e i n s mit solgeudcr Tagesordnung statt: 1. Der Gemeinde- bailshaiisctat und Gemeindesteuern.' Reserent Gcnoffe Otzmer. 2. Stellungnahme zur Kreisgenerilversammlung und Wahl der Delegierten. IrauenLefeabenöe. Sechster Wahlkreis. Der iür den Monat April bisher nicht ab- gehaltene Lescobend findet avi Montag, den 1. Mai, abends 8� Uhr, in den bekannten Lolalen stait. Wir biticn um regen Besuch.— Die Gr- iioisinnen der 18. Abteilung(Geiundbrunncn) ireffcn sich nachmittags 2 Uhr an der Stcpbanuskirche in der Prinzcn-Allce— Soldiner Straße zu einem Ausflug nach Schiißlcrs Restaurant in Pankow. Köpenick. Dienstag, den 2. Mai, abends 8 Uhr, bei Lehman», Bahnhojsir. 41._ Sitzungstage der Stadt- und Gemeindevertretungen. Ncinickendorf. Montag, nachmittags 5 Uhr, im Rathause, Haupt- straße 38, 2 Tr., im großen Ätzungssaal. Dicjc Sitzungen sinv öffentlich. Jever Gcmeindeangchörige ist be- rechtigl, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. Schöncbergcr Arbeiter-Turnvercin. Dom Mai ab finden die Turnabcnde jür Schüler und Lehrlinge Dienstags, für Mädchen und Frauen Donnerstags in der Turnballe Berchtesgadener Straße statt. Außerdcni aus dem Spielplatz Rubensstraße. Gäste willkommen. öriefkasten üer Neöaktion. N. K. 6. Der Kriegersrau könnte in diesem Falle die kommunale Unterstützung nicht vorcnthailen werden. Sie müßte sich mit einer Be- ichwerde an das Miliiärbureau wenden.— A. B. 100. Sie können den Vertrag ohne Kündigung löten, da der Arbeitgeber nach Ihrer Darstelliing die vertraglichen Pslichtcii nicht erfüllt.— Osten 5. 1. In kinderloser Ehe erbt die Frau die Wirtschaft im voraus. Am übrigen Nachlaß sind die Ellcrn bczw. Geschwister beteiligt. Sie können Ihre Frau als alleinige Erbin durch ein eigenhändig geschriebenes Testament, das Ort und Datum und Mre Unlcrichrist Iro.gcn muß, einsetzen. 2. Erledigt sich durch die vor- stehende Auskunst. 3. Es genügt Ihre Unterschrift, Zeugen sind nicht not» wendig.—®. K.«JO. Kommen Sie mit dem Mietsvertrag in die Sprech« stunde. Kündigung kann erfolgen; die Kriegersrau ist dann zum Räumen der Wohnung verpflichtet.— R. G. 500. Sie müssen der Stenerkasse davon Mitlcüung machen. Es ist möglich, daß Ihnen die Mietsunteislützung in diesem Falle entzogen wird.— P. B. 31. Der Schlächtergeselle gilt als gewerblicher Arbeiter und hat, da keine belondere Vereinbarung vorliegt, in diesem Falle Anspruch aus vicrzehntägige Kündigung. — G. F. 17. Antwort ist Ihnen seinerzeit im Briefkasten erteilt worden. Wir erteilen Ihnen nun nochmals Auskunft: Erbe ist der Ehemann und, wenn Kinder nicht vorhanden sind, die Ellern bezw. die Geschwister. Ter Ehemann erbt die Wirtschaft im voraus. Vom übrigen Nachlaß gehört ihm die Hälfte, der andere Teil fällt an die Kcfchwiftcr, wenn die Ellcrn nicht mehr am Leben sind 2. Nein.— M. D. 90. Sie müsien als Zeuge auf Fragen des Richters die Strafe angeben, können aber an den ©erichtsvorfitzenden vorder ein schriftliches Ersuchen richten, in dem Sie die Strafe angeben und bitten, in der öffentlichen Verhandlung davon nichts zu erwähnen.— A. St. 5. Wenn der Urlaub nicht zu gewerblichen Zwecken gewährt worden ist, haben Sie Anspruch aus Beköstigungsge fd.— — K. 1916. 1. und 2. Da uns das Material nicht zur Verfügung steht, können wir darüber leider keinen Ausschluß geben. Bei der General- kommisfion der Gewerkschaften, Engelufer 15, würden Sie wohl Auskunft erhallen. 3. Nein.— E. K. 3469. 1. und 2. Die seinerzeit veröffcnl« lichte Verordnung ist auf dem Polizeibureau einzusehen.— Namlerftr. 3l. 1. Bei jeder größeren Bank. 2. Diese Preise sind uns nicht bekannt. Adressen finden Sie öfters unier den„Kleinen Anzeigen- unseres Blailcs. — B. W. 38. 1. Pulsadergeschwulst. 2. Sehr verschieden.— 9t. 4. Ja. — S. 1000. 1. Sie können Ihre Kinder als Nacherben einsetzen. An- leitung zu einem solchen Testament erhalten Sie bei uns in der Sprech- stunde. 2. Ihre Frau würde ein Viertel, also 1250 M. erben, das übrige Vermögen läme unter die vier Kinder zu gleichen Teilen zur Lerteilmig. Das Pflichtteil beträgt die Halste von dem gesetzlichen Erbteil. 3. Erledigt sich durch veantworlung uulcr 1.— M. R. 15. Kriegsunterstützung ist steuerfrei, sie gehört nicht zum Einkommen.— R. Z. 100. Nein, da Ihr Ehemann nicht Kriegsteilnehmer ist.— N. 31. 1. Der Klage muß ein Sühueterinin vorm Schiedsrichter vorangehen, der nur 1 M. Kosten verursacht. Kommt es dort zu lcincr Einigung und müsien Sie beim Schöffen- gerichi Klage einreichen, könnten Sie evtl. das Armenrechl erwirken. 2. Nein. Ws 32» W Rillst aus Sutom Voile mit � sehr apart Besticktem Vorderteil u. Glasbatist- i btuartkiasea, ßehr preiswert Voile-Bluse 75 aus bestickt. Voile, mit mod. Ülasbatist-Krasen � Voile- Bluse handeestlckt, mit hohem*7 50 Kragen und Rüsche.■ Voile-Bluse gemustert, mit gestickt. Q Qlasbatisttcller-Kragen. 75 DamenhQte Mews nsoderire Farmen helirarbla, mit Blumen und Bund eurniert 075§25§50 Heue Rund formen kellfarbig, flacher Kopf, mit Chiffon bezogen. Blumen und Band garniert 12» 13" 1SS0 Elegante Snari-Hüte Naturgef le r h t e. moderne Formen, glatte R i p s b a n d s e b 1 e i f e n 2" 2" 3»*» I»» Tüll-Bluse ausWaschtüll, bestickt"t 0�5 m. gezog. Stuartkagen J*** Tüll- Bluse »as ni*tt. Tan mit Jabot,"1 j�C73 und reichen mit Klöppel- B«1 Einsatz. Terz., sehr kleids.— Elegante Bluse aus sehr gut Crep de Chine mit hohem Krag., Jabots sehr schön. Hohlsaumgarn. ? IQ75 Bluse •n BtirV. hftr.hmnd. oile Urft schöner Hand- stick.. bochmod. Krag., m. Ecken u. Moirö-Krawalte Damenbeklelduns Elegante Paletots J ackenkleider Strassenkleider Kleiderröcke Impr. Seid.-Mäntel Gummi-Mäntel neueste Sportformen, ans*1 Q75 0�150 guten Stoffen......... In feschen Ausführungen �QOO �QOO und gut garbeitet...... In �schr aparten Mach- 27� 39� in geschmackvollen Aus iührungen........... sehr elegant, In verschie- QQ50 A QQQ denen Farben......... 295° 3650 6900 7800 4500 6900 675 975 1275 1975 5900 75OO äusserst praktisch, solide 29� 38� 4�00 ��00 Schuhwaren nnnmnmmtflJitntiimniifiiitifmiHniiri (iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii ÜMiriiiliSiliMiii Kinder-Kleidchen WS: 1M Knaben-Spielhosen KS! I95 Mädch.-Waschkleider tS1"; t'':' 32s SS'" 4°° 475 �00 90.100 cm * lang... Mädch.-Waschkleider JS" S!" 550;�cm 625 ZT"* 700 lang Mädchen-Kleider Ä: fü;™0". 975 i5 85 cra Schlupf bl us en-Anzug lang. 1 1 75 90-100 cm X X lang... fOr Knaben für 2—4 C75 kür 5-7 •J Jahre.. 13« 72S,äJru. 8'5 In vielen Ausführungen....... Damen sliefe! neueste Form., mit u. ohneLackkappe Lackb&satz-Stlefel f. Damen m.schw.u. färb. Ledereins. S50 W 14 12'° 15" 18 19° 21" 29 50 50 50 Merrensflcfel �5o«qso in grosser Auswahl..... fi Ül � w Bai ftf 27.30 Sl,<5 36 4 11- 11° 12 grosser r!ieich.-Stlefel breite Formen........ Turnschuhe «chwarz braun, grau.... 50 36/40 50 25/30 31/35 86/42 270 3,c 370 Nr. 101.- 1916. Unterhaltungsblatt öes vorwärts Sonntllg, 00. April. Aber samt auf» Kein Astronomie unö �Sommerzeit*. Auf den ewigen, unabänderlichen Gesetzen unterliegenden Lauf der Gestirne hat die am 1. Mai zur Einführung kommende.Sommer» zeit" selbstverständlich nicht den geringsten Einfluh. Die Sonne, dieser gewaltige Zeiger unserer Weltenuhr, die von der Erde in ihrem Umlauf um das Zentralgcstirn und in ihrer Notation um die eigene Achse gebildet wird, geht allen Vundesratsbeschlüssen zum Trotz auch lünfiig jeweils zur gleichen Stunde auf und unter, wie früher an den entsprechenden Dogen des Jahres. Hätte sich die Kulturmenschheit, soweit sie an die städtische Lebensweise gebunden ist, in dieser nicht gar zu sehr von den un» verrückbaren Merkzeichen des Kosmos entfernt, so hätte es zur Ersparnis künstlicher Belcuchtungsmittel gar nicht erst dieser durchaus unwissenschaftlichen Methode bedurft. es ist praktisch unmöglich, zu verordnen, daß die Städter und sonders im Sommer statt um 7, schon um 6 Uhr früh zustehen und eine Stunde früher zur Ruhe zu gehen haben. Mensch würde sich danach richten; die allermeisten könnten sich auch gar nicht danach richten, weil das ganze wirtschaftliche und soziale Leben nach den bisherigen Gepflogenheiten der Tages» und Nacht» einteilung eingerichtet ist. So blieb nichts anderes übrig, als diese LebenSeinteilunq schematisch unangetastet zu lassen und statt dessen mit Hilfe einer Selbsttäuschung der gebräuchlichen Zeiteinteilung ein wenig Gewalt auzuiun. So kommt es, daß wir. um wieder ein wenig mehr als bisher zur Natur zurückzukehren, in Wirklichkeit uns von der Natur ab- lehren. Gern lassen wir uns deshalb einreden, es sei 12 Uhr mittags, während es in Wirklichkeit erst tl Uhr vormittags ist Dabei stört es uns nicht, daß die große, leuchtende Himmelsuhr mit den Uhren in unserer Tasche gar nicht mehr übereinstimmt; in Wirklichkeil tut sie das ja auch jetzt schon nicht mehr, da die Unter schiede zwischen wahrer Ortszeit und der allgemein gebräuchlichen mitteleuropäischen Zeit in den östlichen und westlichen Grenzgebieten der mitteleuropäischen Zeilzone ohnehin bereits recht bedeutend sind und in Gumbrnnen beispielsweise 29, in Aachen sogar 36 Minuten bclraien Die Vorstellung der Uhren am 1. Mai um eine Stunde be deutet nun, daß wir statt nach mitteleuropäischer, der Zeit des lö._ Meridians östlich von Greenwich. nach osteuropäischer Zeit unseren Tag einteilen werden, die die Ortszeit von 86 Grad östlicher Länge von Greenwich ist. Das ist der Meridian von Petersburg; wenn also in der russischen Hauvtstadt die Sonne im Meridian steht, so werden auch in ganz Deutschland und Ocsterreich-Ungarn unsere Uhren 12 Uhr mittags zeigen. Das macht an der Westgrenze des Reiches eine Abweichung der bürgerlichen Von der wahren Zeit um nicht weniger als eine Stunde und 36 Minuten; in Aachen beispielsweise ist es nach der Ortszeit erst 16 Uhr 24 Minuten vormittags, wenn es auf der Münsterglocke Zwölf schlägt. Und ihren höchsten Stand im Süden erreicht die Sonne in der allen Kaiserstadt an der belgischen Grenze erst um 1 Uhr 8si Minuten nachmittags. So große Unterschiede mülsen natürlich auf das bürgerliche Leben einen nicht unerheblichen Ein fluß ausüben; man denke nur daran, wie lange abends im äußersten Westen Deutschlands die Sonne scheint und die Helligkeit dauert I Aber auch in den mittleren und östlichen Landesteilen wird uns der Unterschied zwischen Sonrmcrzcit und Ortszeit offenbar, sobald wir den Blick von der Taschenuhr und der Turmuhr abwenden rmd ihn auf den großen leuchtenden Zeiger am Himmel richten. Mit anderen Worten: wollen wir die Zeiten des Sonnenauf» und Untergangs während des diesjährigen Sommers mit der gesetzlich eingeführten Zeiteinteilung in Ucbcreinstimmung bringen, so müssen wir diese Auf- und Untergangszeiten in die Sommerzeit umrechnen. Danach geht die Sonne am 1. Mai um b Uhr 38 Minuten früh auf, um 8 Uhr 27 Minuten abends unter. Die entsprechenden Zeiten für den IS. Mai sind S Uhr 13 Minuten früh, 8 Uhr S2 Minuten abends. Am Monatsschluß erscheint der Eounenball über dem nordöstlichen Horizont um 4 Uhr SS Minuten vormittags, wogegen er um 9 Uhr 14 Minuten abends im Nord» Westen verschwindet. Entsprechend der Zunahme der nördlichen Ab- weichung des Tagcsgestirns steigt auch seine Mittagshöhe, berechnet für die geographische Breite von Berlin, von u2 *"> SO'/a Grad. In der dritten Maitvoche beginnt auch die Zeit der sogenannten nächtlichen Dämmerung, während der am Nordhorizonl ein Heller Streifen den scheinbaren Lauf der Sonne unterhalb des Gesichtskreises bis zum Wicderanbruch des Tages er- kennen läßt, ein Streifen, der bis zum Sommers.lstitium an Breite immer mehr zunimmt und in Norddeutschland dann bis zum Zenit reicht. Bedingt wird die nächtliche Dämmerung dadurch, daß der Sonnenball nachts nicht so tief unter den Horizont sinkt, um den Nordhimmel völlig finster werden zu lassen, und je weiter wir nach Norden geben, um so heller wird die Dämmerung, bis wir am Polarkreise am 21. Juni das Tagesgestirn überhaupt nicht mehr untergeben sehen._ kleines Feuilleton. Volks-Sin fenie-Konzerte. Wie seit mehreren Jahren hat das BIüthner-Orchcster nach einem in musilliinstlerischer Beziehung ertragreichen Winter nun wieder seine Bolks-Sinsonie-Konzerte begonnen. Dies Unter» nehmen verdient aus verschiedenen Gründen die nachhaltige Unter» stützung aller Volkskreise Groß-Berlins. Ohne Beihilfe der Stadt« Verwaltung, ist es lediglich auf sich selbst angewiesen. Hierzu treten die mannigsachen Hemmnisse und Erschwerungen, die der Krieg herauf- beschworen. Man sollte es nicht für möglich halten, aber es ist doch leider so:— Militärkapellen graben den Zivilorchestern vielfach das Wasser ab. Diese Konkurrenz macht sich natürlich auch dem Blüthner-Orchester gegenüber fühlbar genug. Es braucht wirk- lich nicht erst gesagt zu werden, auf welcher Seile wahrhafte Musik» pflege getrieben wird. Daraus folgt, daß die Konzerle des Blüthner- Orchesters bei allen Kunstverständigen den Vorzug haben sollten. Dies um so mehr, als man für ein sehr geringes Entgelt hohe musikalische Genüsse eintauschen kann. Die diesjährigen Sommerkonzertc werden vorläufig wöchentlich einmal im Saale des Moabiter Sladttheaters stattfinden. Hoffentlich gelingt es noch in anderen Stadtvierteln, einige größere Räume zu bekommen. Das BIüthner-Orchcster präsentierte sich, erheblich verstärkt, im ersten Konzert ain Freitag mit Leistungen, die danach angetan zu sein scheinen, diese Veranstaltungen volkstümlich zu machen. Nicht durch.bunte', sondern durch ausschließlich stil» volle Programme wird jene angestrebte Popularität erreicht werden. Die Vortragsfolgc des ersten Abends wies sinfonische Werke von Mozart, Wagner, Schumann, Liszt, Verdi und Sarasate auf. In Wallingford R i e g g e r hat das Orchester einen hier noch neuen Dirigenten von anscheinend starker musikalischer Intelligenz. Als Solistin trat die jugendliche Geigerin Carola Zelle nka hervor. Seit dem ersten Kriegssommer, wo ich sie zum allerersten Male hörte, hat ihr Spiel an innerlicher Kraft und technischer Reife ge Wonnen. Mit inniger Beseelung gab sie Schumanns Träumerei mit Rassigkeit Sarasates schwierige Zigeunerweisen. elr. Stimmen über öie öeutsche Sommerzeit. Der Tagedieb. Wozu will man voll Lug und Trug, Wie spät es sei, verhehlen! Mir wird es so schon schwer genug, Dem lieben Gott den Tag zu stehlen. Der Vielbeschäftigte. Was von der Neuerung ich halte! Mein Urteil Hab' ich bereit: Ob neue oder alte, Ich habe doch nie Zeit! Der Langschläfer. Stellt ihr die Uhr auch immer vor, Mich stimmt das doch nur heiter. Ich leg' mich aus das andre Ohr, Und schlafe zeitlos weiter. Der Kilowatt st unden'Zähler. Wenn auch wie sonst die Stunden rinnen, Die Wahrheit läßt sich nicht verhehlen: Der Tag kann eine Stunde nur gewinnen, Indes wir viele Stunden wen'ger zählen. Der Hahn. Ihr glaubt, daß ihr der Zeit gebeut! Mit nicht«! Seid, eitle Menschen, wirklich ihr so weit! Wohl mögt ihr selbst euch nach ihr richten, Doch kräht kein Hahn nach eurer Sommerzeit! O. K. Cin paraöies öer Vogelbeobachtung. Die ornilhologische Wissenschaft, die sich die Erforschung der Vogelwelt als Ziel steckt, sucht sich, besonders in Deutschland, immer mehr ständige Beobachtungsplätze zu sichern, die ihr zu allen JahreS» zeiten genügend Material als sichere Unterlage für die Erforschung des Vogellebens zu bieten vermögen. Zwei solcher Vogelwarten, Helgoland und Roisiten auf der kurischen Nehrung, haben auch schon Wellruf erlangt. Gerade die Probleme, die im periodischen Bogelzug gelegen sind, haben z. B. bei Störchen durch das Rossiter Be- ringungssystom schon große Förderung erfahren. Eine neue, für der» artige Beobachtungen geeignete Gegend, die in gewiflem Sinn die Vorzüge und Eigenarten von Helgoland und Rossiten vereinigt, glaubt Dr. F. Lindner. wie er in den.Naturwiffenschaften' ausführlich be» gründet, in der westlich von Rügen gelegenen Insel Hiddensö ge- funden zu haben. Da die von Norden nach Süden sich erstreckende Insel nur 18 Kilometer lang ist, in der Breite im Durchschnitt l'/z Kilometer beträgt, die Bodensormation aber die denkbar größte Verschiedenartigkeit aufweist, durch die durchaus mitteleuropäische Lage aber endlich die Vogelzüge von Norwesten, Norden und auch der von Nordosten über Skandinavien südwärts ziehenden Wander- vögcl in diesem einzigen Ostseegebiet sich schneiden, so wird das Vogelleben wie sonst nirgends in Deutschland auf einem so beschränkten Raum zusammengedrängt. Noch erhöht wird der Reichtum an sich hier tummelnden Vogelindividuen für die einzelnen Zeitabschnitte des Jahres durch die ausfallende Tat- fache, daß eine fortwährende Ablösung der Vögel untereinander statt« findet. So verlassen die meisten dort nistenden See- und Strand» vögel, ja selbst Finken und Grünlinge, nach Vollendung des Brut» geschäfteS und der Aufzucht der Jungen die Insel und machen da- durch den nordischen Durchzüglern Platz; außerdem fällt die Brut» zeit und entsprechend die Zugzeit der verschiedenartigen, hier zu» sammentreffcnden Vogelarten in ganz verschiedene Monate eines Jahres. Für manche nordische Arten beginnt die Zugzeit bereits im Juli, während andere erst die eigentlichen Wintermonate dazu benutzen. Durch alle diese Umstände wird eS begreiflich, daß bis jetzt aus den wenigen Ouadratkilomelern der Insel 207 Vogelarten, 79 davon als Brutvögel, nachgewiesen sind. Von der Südspitze bis an eine 16 Kilometer davon entfernte, an dem sogen. Viltcr-Bodden gelegene Ortschaft besitzt die Insel nur flaches, von einigen Dünen von höchstens 6 Meter Höhe unterbrochenes Land, das weitere nörd-' liche Stück dagegen steigt in immer höher werdenden Bodenwellen bei 70 Meter an, die gegen das Meer hin niit starker Zerklüftung steil abfallen. Damit ist der Boden für Laub» und Conifercnwalo gegeben, wie auch daS für die Vogelwelt wichtige Gebüsch nicht fehlt. Eine Landzunge östlich davon weist wieder nasses Wiesen- und Sumpfgelände auf, wo Strandläufer, Wasserläufer, Limosen und Brachvögel ihr Wesen treiben. Der mittlere Teil der Insel, ganz flach, von einigen Lachen zerschnitten, gibt der Vogel-Fauua von Binnenseen, die Schilf, Binsen und anderes Rohr braucht. Lebensmöglichkeit. Dann folgt wieder Heide, in der Grabgänse, Wiesenpieper u. a. sich aufhalten. Inmitten dieser ragt plötzlich ein schöner, dichter Baumbestand von Erlen. Pappeln, Obst» bäumen und Kiefern auf, der für die 5Ueinvögcl wie Schneeammern, Bergfinken, Zeisige, Drosseln, Gimpel, ja selbst Alpenlerchcn das ge» gebene Idyll ist. Nah gelegene Inseln haben wieder besondere Schaustücke, so Gänsewerder den graziösen Säbelschnäbler, den Steinwälzer, verschiedene Arten' von Seeschwalben und Möwen. Ganz südlich endlich fallen die Hunderte von wilden Schwänen auf, die fast während des ganzen Jahres hier anzutreffen sind. ?rlanö. Erin— da liegt sie auf den Knien, Bleich und entstellt, mit weh'ndem Haare, Und streut des Shamrocks wellend Grün Zitternd auf ihrer Kinder Bahre. Sie kniet am See, sie kniet am Strom, Sie kniet auf ihrer Berge Kronen— Mehr noch, als Harold-Byrons Rom, »Die Niobe der Nationen I" Ferb. Freiligrath. Nottzea. — D i e Große Berliner Kunstausstellung wird in 8 bis 16 Tagen im Bau des Ausstellungsgebäudes eröffnet werden. Eine besondere Abteilung wird den Kriegsbildcrn, vor- züglich den österreichisch-ungarischcn und bulgarischen, gewidmet sein. Im Ehrennsaal wird eine Porträtgalene ausgestellt. Die politische 5karikatur ist diesmal besonders stark vertretcm — Das Institut für Biologie, das einen Teil�dcr von der Kaiser-Wilhelm-Gesellscbaft zur Förderung der Wiyen- schaften in Dahlem begrünoeten Forschungsanstalten bildet, wurde am Sonnabend durch eine Hauptversammlung der Gesell- schast eingeweiht. Die Anstalt dient ausschließlich der reinen For- schuna, es sind damit weder Lehr- noch sonstige praktische Zwecke verknüpft. Leiter ist Prof. Karl Correns, ein bekannter Forscher auf dein Gebiet der Vererbungslehre und Pflanzenbiologie. Für die Tierbiologie war Prof. Rich. Goldschmidt berufen; er lann aber aus Amerika nicht zurück. Die Einnahmen der Gesellschaft sind trotz des Krieges erheblich gestiegen, sie betrugen für 1914/1S 3 460 000 M. — Das Deutsche Theater in Holland. Am Freitag eröffnete Reinhardt in der Grooten Schoulvburg in Rotterdam sein Gastspiel mit„Macbeth". — Der Erfinder M. I. Pupin, von dem in der Frei- tagSnummer die Rede war, ist kein Ruffifch-Amerikaner, sondern stammt— wie uns von einem seiner Bekannten geschrieben wird—. von serbischen Eltern aus Südungarn. Erzählungen eines alten Tambours. Von Edmund H o e f e r. Außer unserem Regiment und dem Grenadierbataillon von O. standen damals noch die Dragoner von B. in der Festung. � Wir waren ein so schmuckes Korps, wie Ihr es jetzt nicht mehr findet. Das war ein Tritt und ein Schlag ohne Wanken; da war kein Knopf jemals blind, da war kein Zopf um ein Haarbreit länger als der andere. Die Dragoner waren auch nicht übel in ihren blauen Kolletten und gelben Aufschlägen, und auf ihren großen holsteinischen Pferden; aber wir waren ihnen damals spinnefeind. Woher das kam? Ihr Oberst und der unsere waren ein Paar herzensgute Leute, liebten ihre Regimenter und behandelten chre Soldaten gut, mochten einander aber nicht mit den Augen begegnen. Denn einst beim Trinken war das Gespräch auf den Krieg gekommen und sie hatten sich über den Nutzen der Kavallerie und Infanterie gestritten. Da sagt unser Oberst, nur die Infanterie tauge'was, und der andere, nur die Reiterei. So gibt ein Wort das andere, und endlich meint unser Komman- deur:„Ich kann mit meinem Regiment eine Schanze mit einer Batterie darin wegnehmen, und das könnt Ihr nicht!" —„Nein," sagt der andere ganz bissig,„das kann ich nicht, aber in freiem Felde kann ich Euch in Krautstücke hacken."— „Den Teufel könnt Ihr!" ruft unser Oberst; da wollt ich keinem raten, einmal den Versuch mit uns zu machen!" Und darauf gibt es noch hitzigere Worte, und dann mußten sie dem General versprechen, sich nicht zu duellieren, und von da waren sie sich bitterböse, und wenn der Dragoner unseren Führer zur Parole rechts über den Markt gehen sah, so ging er links, und sie sagten sich nicht guten Tag und nicht gute Nacht. Wir abar, als rechtschasfeue Soldaten, die ihre Kommandeure liebten, konnten einander nicht leiden, und wo eine Schlägerei war. standen die Dragoner von B. und die Mus- ketiere von M. sicher gegeneinander. Wir hatten also gute Zeit, haßten die Dragoner wie den Teufel und liebten unseren Obersten um so mchr, da der Major von den Grenadieren ein wahrer Satan war und wir also sahen, was es heißt, gute Offiziere zu haben. Allein unsere Freude dauerte nicht lange, �ch war noch kein Jahr in der Festung, als unser Kommandeur starb und wir einen neuen Obersten erhielten, der ein echter Höllen- brand war. Da gab's keine Musterung, wo nicht zwei oder drei geschlagen oder in die Latten geschickt wurden; da fielen die Schimpfwörter hageldicht, und oft genug mußte meine Trommel den Appell beim Spießrutenlaufen schlagen. Zu- erst lachten uns die Dragoner aus und verhöhnten uns; bald aber hätten wir's mit ihnen so machen können, denn ihr Oberst ward General und nach Berlin versetzt, und sie er- hielten einen anderen, der womöglich von einer noch tolleren Sorte war als der unsere. Das war der Herr von V., der Großvater unseres Kapitäns, welcher von jenem wenigstens die Strenge und Akkuratesse im Dienst geerbt hat. Kurz, die Dragoner hatten jetzt noch mehr zu klagen als wir, und so wurden wir wieder dicke Freunde. Das ging denn so weiter Jahr rniib Tag.,._.„,, Damals stand bei den Dragonern em gswifler Patow. Sein Vater war Pastor in meinem Dorf. Der sunge Mensch liatte studiert und einen tüchtigen Kopf; er war aber unter wilde Gesellen geraten, der Vater hatte sich von ihm losge- sagt, und er kurz und gut geht unter die Soldaten. Ich war viel in seines Vaters Hause gewesen, er kannte mich Wohl und ich ihn und wir beide waren eigentlich die Ursache, daß die Regimenter ivieder genau befreundet wurden Sem früherer Oberst hatte ihn meist zum Schreiben gebraucht, und da er ein überaus anstelliger und.lustiger Kumpan war, liebte ihn das ganze Regiment und wir übrigen mcht.minder. Als nun aber der neue Oberst kam, horten seine Schreibereien auf und er mußte Dienst tun wie-m anderer, za mehr als ein anderer. Und je mehr wir chn liebten, desto mehr haßte ihn sein Chef, weiß Gott aus welcher Ursache. Da war kein beschwerlicher kein unangenehmer Dienst, Wozu. er mcht kom- mandiert, da lvar kein Versehen so gering, das ihm nicht hoch angerechnet wurde. Und � wißt,. wenn-m Offizier den Soldaten malträtieren und bestrafen ivill, so findet sich auch alsbald etwas«traffälliges.»Iber Patow hielt sich gut und da, Regiment auch; der Obefft konnte ihnen nichts anhaben. und außer einigen kleinen Strafen für noch kleinere Ver- gehen fiel nichts vor. � t nL Run war es im Frühjahr 1792 uich wir. sollten bald zu der Kampagne aufbrechen, die wir das �ahr m Frankreich machten. Es war an einem Sonntag und Patow stand Polten auf der Südbastion, nachmittags so um 2 Uhr. Das Wetter war prächtig, zu tun gab es nichts, und wir waren an die sieben oder acht Mann nach derselben Bastion hinaus- gegangen, weil es von da eine schmucke Aussicht auf den Fluß und die ganze Umgegend gab, und wir, die wir von der See waren, doch gern ein Stückchen Wasser vor Augen hatten. So saßen und lungerten wir dann dort in aller Ruhe umher, als plötzlich der Teufel unsere beiden Obersten daher führte, die, ein Herz und eine Seele, zusammen gesessen haben mochten und nun der Verdauung halber einen Spaziergang machten. Wir fuhren also wie der Donner in die Höhe und stellten uns znrecht, Patow präsentierte, und die beiden blieben nicht weit von ihm im Gespräche stehen. was sie sprachen, aber sie stritten sich, denn sie hantierten mit ihren Armen, als wären's Mühlenflügel, und der Dragoner mochte etwas Lächerliches sagen oder be- haupten, denn unser Chef lachte und auch des Patows Mund verzog sich ganz leise. Nun stieg das Wohl dem Dragoner zu Kops und konjungierte sich dort mit dem Wein, und weil er jiaj gegen den anderen nicht auslassen durfte oder wollte, so fahrt er lvie ein angeschossener Eber auf Patow zu und schreit: "Kreuzmlllionendonnerwetter, was hat die Kanaille hier zu lachen?"—„Halten zu Gnaden, Herr Oberst," versetzte der, steif und starr wie eine Puppe,„ich lache nicht."—„Was!" Ichreit der Dragoner,„Er untersteht sich noch zu leugnen, Er infamer Sohn einer— I Ihn soll ja gleich ein Kreuzdonner- Wetter!"— und dcchei hob er seinen Stock auf. „Der Patow aber war ein ganzer Kerl, fürchtete den Teufel selbst nicht, um so weniger den Obersten; er war über den. Schimpf fuchswild, wußte, daß er als Posten nicht be- leidigt werden durfte, und sieht also seinem Kommandeur keck und fest in die Augen.„Was guckt der Kerl mich noch an, der Racker?" schreit der, und zugleich fallen die Schläge Hagel- dicht auf den Posten. Der aber springt zurück, holt mit dem Säbel ans und ruft:„Herr Oberst, respektieren Sie den Posten, oder ich tue. was ich muß!" Der Oberst leichenblaß, prallt zurück und schweigt»uerst ganz still. Unser Alter steht auch da, ohne Hand, Fuß und Zunge zu rühren, denn das alles war Schlag auf Schlag in keiner Minute Zeit pa Ziert. Plötzlich aber wendet sich der Dragoner, schießt wre eine Granate auf uns los und schreit uns zu, den Patow zu arre- tieren.(Forts, folgt.). ■'-r.% ■-v.>. ,,.■■■■■ Wir liefern direkt ac Private als Spezialität: -iifcMflnfM ia jeder Holz- ond Stilart, oar erstklassiger AnsfGhrang ztz tonkunenzios billigen Preisen. 10 Jahn Garantie. Schlafzimmer: M. 183,219,270, 326, 428, 532bis350a. Beste Verarbeitung. Speisezimmer;«. 298,333, 426, 5C5 bis 4C00, Wohnzimmer:«. 242, 359, 429, 543 bis 2500 Herrenzimmer M. 209, 328, 487, 550 bis 3000 Neuzeitl. Küchen;«. 51, 58, 75, 93 bis 450 Ständiges Lager von ca. 500 Einrichtungen. Enorme Auswahl bis mm Auserlesensten. Illustrierter Katalog mit Rcferenzcnliste gratis. FrankoHeferuegdurck ganz Deutschi and direkt ab Fabrikgebäude. Elnielmöbel ohne Preiserhöhung! ' r [JMt&rMl: Zeitongs-Ausgabestelle« unü Inseraten.Annahme. Nlhert H nh n! s th. �UfirRr. 174, am Koppm�latz.(BeSRnel von 11— Vj? und nun 4'/-,— 7 Uhr. 2, WaiilLreiK; S. und SW.: CSaftas Schmidt, värwaldftr. 42, cu der fc: fiicncafiratt. Tköswct bort 11— 4'/, und>»« 4'/,— 7 Uhr. zz. V:--l-llitrej«: St. Fritz. Prinzenslr. 31, Hol rechts vnr:. Geöjfnel '. on 11— Hfj und rort i'/j— 7 Uhr. 4.- ahfkreis: C ti f Tt: Sieben EScnaels, SKartuäflr. 36.(Beiffttcl i n:! j— l3, rrb ocn*1/,— 7 Ubr.— Karl VI r II c, Pctrr?burgerplatz L i�ubcn i.(l-ecfjnti ton 11— l1/, und ton l1/,— 7 Uhr. 4. Wnliikrei«. Sitboften; VirnI Böhm, ffausttzerplatz 14/15. <:;7sinet VOI! 11- l3/z und von i1!,— 7 Uhr. 5. V> aitlireiB: Ito?«tcht, Ammanuellirchstr. 12«i< itbi rzrer Vstrstadt: R. SoignR Ti-oHflropc 8. Geöffnet von 11—1'/, und von 4'/,— 7 Uhr. CvKimiinrtimtcnr F i i ch e r, Bastianstr. 6, Sahen. Geöffnet von Ii— VI, und von 1'/,— 7 Uhr. S. hör. snKser Vorslittit; ffiat!_SSarS, Greisenhagener Str. 22, F.ccfncl von Ii— 1'/, uud von 4'/,— 7 Uhr. Aa/U't-rUol: llorl©dowar? in je, SiSmarckftr. 28. Geöffnet von 7 Uhr lumgcns bis 8 Uhr abend-. A.It-4' lietticke, faikenberg;: Wilhelm Dürre, Friedrich str. 4ö. liv.r.x-itochulenwcez H. Hornig, Marientbalcr Str. 13, i. v«:»'»»», tiiinlß:«»«»!, Liopeuulek, SLkdiror,', lück»» Lxiicli und Bucli: Heinrich Brvfe, Mühlenftr. 5, Laden. kZei:: Paul Gcufch, Bohnsdorf, GenoffenschaitShauZ. „Paradies�. Cfe:.rl«ik«B'bars::(Buftat Scharnberg, Gefenheimer Str. 1. Ge< öffnet von 11— 1'/, und von 41/,— 7 Uhr. Eichwalde, SehmBcIrwItic: Cäfar Mahle, Grünauerstr. 37. Ez-kner, S«'ildau, Xlederlehme: Friedrich B a u ui a zi n. Luckemvalder Straffe 5. Köpenick: Emil Wiffler, Kietz erftr. 6, Laden. Geöffnet von morgens 7 Uhr bis abends 8 Uhr. klchtcnberg 2, Frledrichsfelde. UolienHChönhaascn; Ctto Seite!, Larlenberzstraffe 1(Laben). Geöffnet von 11— l1/, und von i1/,— 7 Uhr. Kichtenbcrg I!, RuTnntelsbnrg, Stralau: 91. SR o( e tt. t r a n z, Ülll-Bnxhagea öö. Gcössnet von 11—1'/, und von 4'/,— 7 Uhr. /9ahls:d«rf, Kuulodorf, Riosdorl: P. Hrgberg, Kaut-- dorj. Ferdinandstraffe 17. Ilaricndorf, Aaricnfeld«: Zlugust Leid, khau'seeitr. 23. henenhugen, Kfoppegartca: Loijzclo ivjli, Dotti- sniaffe 14. Kenkölln: M. Heinrich, Neckarstr. 2. im Laden. Geöffnet von 9—2 und von 4— 7 Uhr i Neukölln. Britz: Zi o hr, Siegfriedstraffe'28/29. Geöffnet von 11— Vi, und von VI,— 7 Uhr. Xleder-Scfaöneweide: BZilyetm Unruh, Brücken str. 10, IL A oujiwcs: Karl Krähnberg, Eisenbahn str. 10. Ober-Schöncweide; 9tlkrcd Bader, Wichel minetthofstr. 17, Lade Geöffnet von 7 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. (Aankow. h'isderxchönhaasen, Xordend, Frz.-Bneh- holc, Biankenbnrg: SR ig wann, Mühlenstr. 30. Geöffnet von 11— l'l, und VON 4'/,— 7 Uhr. fCeiniekcndorf• Ost. Wilheiinorah und Schönholz: P. E u r i ch. Proomzftr. 56, Laden. Geöffnet 8. 11— l1/, u. 41/,— 7 Uhr. Schenkendort b. Könizs-Wusterhaufen: Thr. H a n t f ch I e, Dorf str. 10. Scliöncberg: Vilbeün Säum: et, R einstiger L trage 9. im Laden. Geöffnet von 11— V/, und von VI,— 7 Uhr. Spandau, hfonncndamin. Staaken. Seegefeld und Falken hageu: Schumacher, Breiteitr. 64. Geöffnet von 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. fegel. Borsigwalde, Wittenau, WaidmannMiust, fteemsdorf, Hohen- Xeaendorf, BirUeuwcrdcr, Freie Scäiolle u. Roinickeudorf- West: Äanl Kicnait Borffgwalde, Ziäuich irnjze 10. Geä-fncl oon 11— l1/, it. von 41/,— 7 Uhr Teltow: L e n 1 ch n e r, Havelstr. 2. Tciupeikof: Joh. Kro h n. Borussiastr. 62. Treptow: l!ob. Gramenz. iliefholzstraffe 412, Laden. Geöffnet von 7 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. Weißensee, Meinersdorf:©uft. Stogtopf, Berliner Allee 11. Wilutersdorf, Halcnsce, Schmargendorf: Baut Schubert WilhelmSauc 27. Reuthen. Siersdorf: WilH. Schulz, Zeuthen, Ziethenftr. 16. Sössen: Rönnebeck, SWöenrauchitr. 27. Sämtliche PorteilUeratur lowie alle wiffenichaftlichen Werke werden geliefer Sonntags stitd die Ausgabcitcllr» geschlossen. mu»ALM- '.V.T�.,•* �5&■'V.>.V.'1 j.i'»' äs•.ä."/;*v<*■ fekti 4'.vSf'fr' Jl\ rv>'''; Jedes Wort 10 Pfennig. . Das fettgedruckte Wort 20 Pfg.(zuiässii 2 fettgedruckte ' Worte). Stellengesuche und SchUfsteiten- Anzeigen S PSo.; das erste Wort(fettgedruckt) 1« Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. üsssüflsn Mamufiii.i iuiiumhuwiwmh Kleine Anzeigen ANZEIGEN t6r die nSchstc Nummer werden In den Annahmestellen für Berlin bis I Uhr, lür die Vororte bis 12 Uhr, in der Haupt-Expedition, Undenstrasse!k bis 5 Uhr angenommen. r Verkäufe. Leibbaus Morthptatt 58a: kaufen Sie spottbillig von Kavaiicrcn wenig getragene sowie im Versatz ge- weieiw Jacken., Nockanzüge, Ulster, VatctotS, Serie 1: 18—25, Serie II: 23—35 MmS, gröff'.cmeils aus Seide. EelegeicheitStäufc in neuer Maff- garderobe, eirorm billig. Riesenposten illeNer, Kostüine, Mäntel, aus Seide, jetzt nur 20—(15 M. Extra-'/lng-bot iu'stomöard gewesener Teppiche, Gar- fc::-ett, Bor; ieren, Betten, Wäsche, Uhren, Brillanten, Eoldwaren enorm billig nur llfforitzplatz ö.-a L�SSt* Z taunonerregend I Betienv erkauf. PrawUeppiche. GardinenanSwahl. Aussteueriväfche. Tischdecken. Stepp» decken. Divaudecken. Pelzgarnituren. .Bertengarderobc. Uhrenverkaus. Bildete erkauf, Schmucksachen. Spott- preise! Leibhaus Warschauerslraffe 7. Teppiche mit kleinem Fehler, sehr billig, Gardhren, Portieren, Stepp« ! ecken, Tffchdeckeu. Diwaudecken, seh: billig. Bmibärtsleler 5 Prozent Rabatt, Teppichhaus Brünn, Hackeichet '.rtarkt 4(Bahnhof Börse). Sonnta»S geöffnet. 254/3' DePPich-Tbomas, Oranienitr. 44 spottbillig jarbsibierdaste Teppiche, «Sardinen. Lorivä'.lsicjern 5 Prozent rörlraravatt, K10' is'sandleihhauS Hennannplatz 6. Jedcrmaims Aauigeiegenheil. GroffeS Tcppicklager, Gardtiicniager, Wäsche- lagcr, Bctteiilager, Ubrenlager, Gotd- jachen, Ricsenauswahl Herrenanzüge, Hei trnpaleiots, Herrenhosen._* Frühjahrskostüme, bildschöne Sportjacken, Koverkoatjacken, Glockenröcke, Fraucnmäntei, imprägnierte Scidemnäntel.vummitinmäntei, direll aus ArbeitSsluben. Meyer, Blücher- straffe 13, I. Kein Laden, Sonntags geöffnet.__• Leihhans Prinzenstraffe 105 kausen Sie von Kavalieren wenig getragene Jackett-, Rockmizüge, Paletots, gröfften- teils aus Seide gearbeitet. JüiiglingS- anzüge.(Lelegenheitskätise m neuer Maffgarderobe, Gold-, SUberwarcn, Höchste Bclcihung aller Wertsachen.» Halvumsom't verkaufe ich Herren- schuhe, Damenschuhe, Laugschäste, valbschäste, Ztrbcitsschuhe, wenig ge- tragen, Stur Grüner Weg 80 und L �usscestraffe 37 bei Läufer. 142/16 Monatsanzüge, Eommerpaletots, Gehrockauzüge, Smokinganzüge, Frackanzüge. Ncueschönhauscruraffe 12, eine Trepve, Ecke htosenlhalerstr.* GelegenbcitLkäufe in Kostümcn- Sportjacken, Regcnmüntel.Tuchmänteff Stauhmätitel, Röcke, elegante Blusen, sowie Monatsanzüzeti, Sommer- palelots, Hofen, Burschen-, Knaben-, Rädchenzarderobe, billigste Preise. ntttölln, Heriinerstraffc 41 I._* ÄZonatsanzüge- nur wenig ge. tragen. Paletots. Ulster, Hosen, Ge- sellichastsauzüge werden spottbillig vertaust Die elegantesten Anzüge und leihweise billig zu haben. Air- bekannte Firma,«az Wetz. Erotze Frankjurtevstratze Wonatsaiizüge und Sommer- Paletots von 10 Mari sowie Hosen von 4.00, Eebrockanzöge von 12,00, Fracks von 2,50, sowie für korpulente Figuren. Nene Garderobe zu staunend billigen Preisen, ans Pjandteiben vcr- fallcne Sachen kaust man am billigsten bei Raff, Mutackstraffe 14,__* �KlaschsvorNuagen, Teilzahlung, Kiuderwagen, Kinderbetten. Richardi, Warschauerstraffe 80. IISK" Zintwafchfässer, Zober. Sitz- wannen, Badewatmen, Walchtöpfe, Speziakfabrik, Reichenbergcrjtraffe 47, Lesern 5 Prozent_ 4K� 1,50 wöchentlich Schnellnäher(vor rückwärts). Familienniafchwe 60.00, gebrauchte 20,00, ItaiiSIi, Chauffec« straffe 80, Gröffe Frankfurter Straffe 144, Belle- Alliancestraffe 4, Taucntzienstraffe 5, Wilmersdorser Straffe 131. Vertretcrbcsuch. 22K� Teppiche!'Ausnabmepreije Groffe Posten mit kleinen Mängeln 6,75, 8,50, 11,50 bis 72,, jetzt: Lettvc ettvorlcger, Läuserstosfe allerbilligst, Wolfs Teppickbaus, Dresdener- straffe 8(Kottbusertor). Abonnenten 10 Prozent Rabatt. 20SI* GroffberlinsPelzleidbaus, Gntnc« waldstraffe 72, Eisenachcrecke, Riefen- auSwahl hocheleganter, nagelneuer Pelzgarnituren spottbillig! Skunks- garmlur. Skunisstoias. Skunks- muffen. FuchSgarnituren. Fuchs- muffen. Opoffuinstolas. Opossum- muffen. Verschiedene Pelzgarnituren haibumscnst, 157K� Getd! Geld sparen Sie, wenn Sic im LeibbauZ Rojcntbaier Tor, Linicnslraffe 203/4, Ecke Rojcntbaier- straffe, lausen. Im Versatz gewesene Anzüge, Paletots, Ulster sowie neue Maffgarderoben zu staunend billigen Kriegspreiien. Silberne Uhren 3.—, goldene Damcnubren 8.—, Goldwaren, Brillanten, Fahrräder. Auf Uhren d'.cijähriger Garantiescheiu. Eigene Werkstatt. Sonntag 12— 2 geöffnet. Monatsanzüge, Paletot«, speziell Bauchanzüge verlaust Alexander- straffe 28a, eine Trepve. Geicll- schastsanzügc werden verliehen. KOK' In Freien Stunden. Wachem schritt für das arbeilcnde Volk. Romane und Erzählungen. Abonnements, wöchentlich 10 Ps., nehmen alle AuS. gabcstellen des.BorwärrS' entgegen Probehefte gratis.' Alle Arten Seifen zu sehr billigen soliden Preisen. Waschseife Pfund 70 Ps, Alle Tage zu haben bei Guttfcld, Potsdamer straffe 40. Brot- karte« mitbringen.* MfibeL Moderne Zlrbeitermöbel in zeit- zemäffer Aussöhning, in Eiche(alle Farben) und Nuffbaum, unerreichte Auswahl, zu den allcrbillignen Preisen, in solider Arbeit, direkt vom Tischler- Meister Julius Apclt, Adalbertstrage k, am Kottbusertor. Z4K» 'Möbel aller Art aus Kredit, be- gueme An. und Abzahlung, Möbel- Lechner. Brtmnenstraffe 7. Zweites Geschält Müllersttage 174. Sonntae M �_ bor. 12—2 geöffnet._ 8151* ßfrunfwoFfftchei Mcbakteui; Äsfred Wiclepp, Neukölln. Platinabstillc, kaust Kowaiewski, Gramm bis 8,50 Seydelstraffc 30-tl �Zahngedisse! Bruchgold! Silber- iachen, Blatinaabsälle, Queckstlber, Siaiiniolpapter, sämtliche Metalle böchsizabiend. Schmelze Ebristional. Kövenickerftraffe 20 a(gegenübct ManieUffelsiraff«)._ 111/1' (UbetalldVinkanfS-Bnrran. Grünet Weg 66, laust alle Metalle höchst- � zahlend, 6066'-' FaffrrSder- auch defekte, zähle , allerhöchsten Preis, Streefe, Andreas- straffe 22.______U2/5+ Fahrradankanf Webcrstraffc 42.• Möbel gegen soso: tige Kasse lehr l preisivert zu verkaufen, Brunnen- straffe 7 und Müllerstraffe 174, Sonn-| tag von 12— 2 geöffnet, Möbelnngebot. Anhalter Möbelspeitticr Alte Schönhauser- straffe 32, Breitestraffe 29, werden Möbel für Stüde und Küche zu jedem amiehmbaren Preis verkauf!. Vor- ivärlziefcrn cmpfoblen. 21K' Nur! noch solange Vorrat l Küche „Warschau', komplett fiebcntcilig, In Etnaillclack, Linoleum. Butzenscheiben für 95,—. Transport frei! M, Hirschowitz, nur S ü dosten, Skakitzer- straffe 25, Riesenauswahl moderner Kücheneinrichtungen. 10751' Bollstandige Wohnungseinrichtung, bildschöne Küche, alles nagelneu, für jeden annehmbaren Preis, Rosenthalerstraffe 57, vorn III rechts. Gewerblich,) Händler verbeten.* Möbel! Für Brautleute günstigste Gelegenheit, sich Möbel anzuschaffen. Mit kleiner Anzabwng schon Stube und Küche. ZIn jedem Stück deutlicher Preis. Uebervorteilimg ausgeschlossen. Bei Krankbeitsiällen, Arbeitslosigleit anertann! Rückficht. Möbelgeschäst Goldstaub, Zossenerftraffe 33. Ecke Gnciicnau straffe,_ 29015!' Moe bcl-Bo edel, Moritzplatz 58, Fabrikgebäude. Spezialität Ein- unb Zweizimmer-Einrichtungen. Gröffte AuSwabl in neun Etagen. Niedrigste Preise, gediegene Aussührung. Voll- ständig eingerichtete und Lberfichtlich ausgestellte MusterrSume in Wohn- zimmern, Schtaszimmern, Speise- zimmern. Herrenzimmern, Küchen- möveln. Besichtigung ohne Kaufzwang 8 bis 8, Sonntag 12 bis 2. Eventuell Zahlungserleichlerung. 3K' Tie reellsten und billigsten Möbel undPolfirrwaren licseri anerkannt seit 38 Jahren die Möbelsabrit von A Schulz, Reichendergerftraffe 5, in gröffler Aitswahl tmd moderner Ausführung zu äuffcrst billigen K assen- preisen. Auch Zablungserletchttcrung. Unerreicht! bleibt meine AuS- Wahl in entzückenden Küchen, aller- neueste Mm'ter, kolossal billige Preise, Besichtigung lohnt. Möbelhaus Osten. nur ülndreaSstraffe 30. 1115! Bahnspeicher, Eingang nur Möckern- straffe 2S, direkt Hochbahnstation Aöckernbrücke, steheti verschiedene neue, moderne Wohnzimmer, Küchen- möbet, Nuffbaumbüsctte. Bücher- schiönke, Schreibtische 32,—, Rube- bcttcn mit Decken ivottbillig, Säulen- Irumeau mit Faccltegias 38,—, Au». ziehtische 20,—, Tüllgardinen, Uhren, jede Preislage, Teppiche, Standuhren und sonstige Einzelmöbel zum spolt- billigen Verkauf. Otto Lidctes Möbel- speicher, Möckern straffe 25. 1915!' Mobel-Grast, O-roxe Frankfurter. straffe 141(Ecke Fruchtstraffe), liefert Möbel jeder Art zu bekannt billigen Preisen auf Teilzabtung. Gröffte Rücksicht bei Ktankheit und Arbeits- lostgkeit. Inserat mitbringen, Wert 5 Mark. Sonntag 12—2 geöffnet. Musikinstrumente. Wandermandoline, Wander- gitarren 9.50. emgespielte Konzert- geige mit Etui 20,—, Laute, ffiitarr« zithern mit sünsundachtzig Untertea- noten 8,50, Harmonium 85,— verkaüjt Ernst, Oranienstraffe 166, III. Grammophone, spottbillig, echtes, gekostet 115,00, für 35.00. Teicke, Fürftenstraffe 8 HI. 142/ti �Harmonium vertaust billig Grat te. Landsbergerallee 36 IV. S39b' Fahrräder. Herrenfahrrad, Tamenfahrrad, „Dtotorfahrrad' spottbillig. Groffe Fraiikfurierstraffe 14, Ouergedäude Keller. 142/19 ahrrad billig, Frellauf. Audreassiraffe 22 I. tSttceic, 143/1 jahngebisse, Bruwgotd, Silber- lache.._ Quecksilber, Glühstrumpiafche usw. höchstzahlend Metallschmelze Cohn. Brunnenstraffe 25 und Neukölln, Berlinerstraffe 76. Klavierkursus. Erwachsenen Schncllmelhode, Monatsprcis 3,—, Klavicrübcu jrei. Musikakadcmic Oranienstraffe 63(Moritzplatz).' Lür den �njerttteitteU oercmtw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u.Lerkaa:Lorwär!,Luchdruclcrci m�erlagsanstalt Paut Singer& Co, löertin SW. Platin, Cioldsachen, Silbersachen, Zahngebtsfe, Stanniol 2.—, Queck- plbcr, Klühstrumpsasche kauit Blü- ntel, Auguststraffe 69, 256/10' Miincl, (.'Ilüiistrumpsasche Auguftstraffe 69, laust 256/9' Fahrradankauf Liniensiranc 19. Plalinabfästej Gr] bis 8,50, Zabugebisse bis 90,—, Kupier, Messing, Bierrobrlcitung, Scideldcckcl, Fla/chcnlapseln, Biet, Zink, Stanniol- papier, Zinn bis 4,50, Geschirr- zimi bis 3.20. Aluminium, Queck- silber bis 6,—. Goldfachen, Silber« lachen, Glühstrumpsaschc.höchstzablcnd. Rctallkontor Alte Jalobstrase 138 und Kotlbuserstraffe 1(Kottbusertor) Moritzplatz 12858,_' 'PlntiiiabfüUc bis 8,50, Zabn- gebifie bis 20,—, Goldiachen, Silber. iachen. Quecksilber, Kupjer, Messing Stanniowavier, Zinn bis 4,50. Nicket, Aluminium, Blei. Ziitt, Glüh. strumpsafche, höchstzahtenb. Edei- meiall- Emtauisbureau Weber- straffe 31.'Alexander 4243. S8K' Zessnloid-Platten und-Stäbe so- wie Zellutoid-Absülle kauft und er- bittet(bemusterte Angebote m. Vor- ratsmcnge) Sicabert Schwarz, Berlin d/O II, Ü«nb»Dcri Amt Könizftadt 3814. Ällee 121/126. 141/6 Mtm-Abfäklc laust jede:: Posten Sieabert Schwarz, Berlin NO 18, Landsberger Allee 123/125. Ami Königstadt 3814.___ 143/4 Betten, gebrauchte, Berlin- Lichtenberg, Allee 239. laust F. Wurl. Frankfurter 236/8 Reste, Stoffe, Samt, Seiden kaust, zahlt hohe Preise, Koppel, Chartoltcn- bürg, Kantstiaffe 65. 143/2 Lfntemckt Tanten Ausbildung al s technische Zeichnerinncn, Lohnender Bmtj, Prospekte jrei. Polytechnisches Gewerbe- Institut, Chausseestraffe l, 262/7' Mnsrijiiicubou, Elektrotechnik, Eisenkonstruklion,'Ausbildung Werk- meister-Techniier, Konstrukteur. Pro- spektc frei. Polytechnisches Gewerbe. Jnstiwt Ebaaffeeftrage 1.*62/8' TStMIikhcr Unterricht.'Abend« kurje. Schinkelakademie, Inhaber: RegierungS-Baumeistcr Dr. Werner, Bertin, Neandcrilraffe 3. 135/12' Klavierschule. Violine, Mando- ine, Gitarre. Laute,, Zitherjchule, gewiffcnhast, Stralsimderstraße 46 und Danzigerftraffe 95,_ f39 Tettnehmer an einem englischen Zirkel für Anfänger werden gesucht, ebenso für KonversationSzirket, Preis monatlich 4 Mark<2 Stunden wöchentlich), Prwatftunden billig. ffi.«wicntv, Cbatlottenburg Stuttgarterplatz 9, Gartenhaus lv. 51' Verschiedenes. Patencanivalt Müller, Gttichiner- straffe 16_____' K uns-itopferet Groffe Frantsut ler- straffe 67. 2609K' Nöss Wer 16,00. straffe 9. hat, «aczynSii, jertige Anzug, Lichtcnbcrger- 143/3 Vermietungen. Wohnungen. Wohnung mit Gas 20 Mark. Naunyitsttaffc 87. 142/24 Zimmer. Leere oder möblierte Stube, Prell, Kreutzigerstraffe 21._ ff 23 �rcunblichesPorderzimmerNeicken- dcrgerstraffe 133 UI. Nähe Görlitzer Bahnhof. ff L-Lhiakstellen. Möblierte Schlafstelle, Lad. Dörge. DrcSdcnerstraffe lll II. Schlafstelle für Herrn Mariannen- straffe 43. III links, ff Schlastteir. MichalSki, Lausitzer- ftraffe 9, vorn IQ ff �rdeitsmsrkt. Schlosser aus Mililärarbeil oer- langt Ed, Puls, Tempelhos, S3K Rabihspanlicr und Arbeiter oer- langt Günther, Treptow, Stuckslraffe?. Wagenladierer, ieldsländiger A:- bester, sucht Stellung als Vocatbcitrr. oder Meister, Aussehet und dergleichen. H ubrich, Hoherlehme, Müllersttaffe 69. �Tüchtigen Rahmenmacher o erlangt Paul Ktinte, Köpenickcrittaffe 21 Milstör/rcie Mechaniker finden bei hohem Lohn dauernde Bcschästigung bei Ingenieur 31 ax Paß, Am KönigSgraben f.» - Mchiige-- Werkzeugdreher u. tüchtige Werkzeugschlosser sofort sür dauernde, lohnende Beschäftiauna gesucht. 635b �lllllgenUerlle,«�»�.22