Nr. 93. Erscheint täglich außer Montags. Breis pränumerando: Biertel: jährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pig. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr. Monat. Eingetr. in der Post Bettungs- Preisliste für 1894 unter Nr. 6919 Vorwärts 11. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzetle oder beren Raum 40 Pfg., für Bereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Augen auf! Taschen zu! Sonntag, den 22. April 1894. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. vorsichtiger Mann weiß aber Herr Miquel, daß die nächste Auflösung, allein dank dem famosen Moloch- Geduldspiel neue Militärvorlage nicht die letzte neue sein wird; und hatten doch etliche Millionen Wähler sich für die Vorlage so denkt er gleich an mehrere neue" Militärvorlagen, fangen lassen. Und schließlich ist die Militärvorlage durchSo müssen wir heute, unmittelbar nach dem Schluß die auch ebenso ficher einander folgen werden, gegangen. der Reichstagssession, den deutschen Wählern und Steuer- wie das A dem B, und dem B das folgt. C Eine Auflösung kann die Regierung in der Steuerzahlern wieder zurufen. Mit Kleinigkeiten giebt nach einem lateinischen Sprich- frage nicht wagen. In Steuersachen hört die GemüthlichWohl hat der Reichstag das Steuerbouquet" des wort der Prätor sich nicht ab; und mit Kleinigkeiten giebt feit auf-die Regierung würde sich selbst ihre Chancen Herrn Miquel zerpflückt und zerfetzt; wohl hat er seinen der deutsche Miquel sich nicht ab. Er geht ins Große, und verschlechtern. Sie muß mit dem jezigen Reichstag famosen Steuerplan- den wunderbaren Antomaten", auf der Zukunftsaderlaß muß im großen Stil sein ein rechnen. Und sie rechnet auf die parlamentarische Umfallden der findige und erfindungsreiche Herr Finanzkünstler Aderlaß, der die bisherigen überragt, wie der Zukunfts- krankheit. Herr Lieber hat schon heftige Krankheitssymptome so stolz war, nicht einmal der Ehre einer eigenen Berathung krieg die lumpigen Zwergkriege der Vergangenheit, die blos verrathen. Jn 5 Monaten wird das Zentrum Rückgrat die erforderliche Weichheit haben würdig gehalten. Aber Steuerpläne, das heißt Pläne zur Hunderttausende ins Jenseits befördert haben. falls die Wähler es Schröpfung des armen steuerzahlenden Volts" gehören Und Herr Miquel wird sein Spiel gewinnen wir nicht strammen. wo meinen: seinen Aderlaß zu stande bringen, wenn das namentlich in unserem deutschen Vaterland, Und das gilt nicht blos von den Zentrumsrücken. die Volksvertretung noch ſo wenig selbständige deutsche Volk nicht auf der Hut ist, und nicht Das Volk muß über die Bolksvertreter Macht hat zu den Würmern, die nicht sterben", auch neben der nöthigen Aufmerksamkeit auch die nöthige machen! Es muß ihnen Herz und Nieren prüfen! Die wenn man ihnen zwanzig Mal den Kopf zertreten zu haben Energie entwickelt. Ferien bieten ja Zeit und Gelegenheit zu Zusammenkünften glaubt. Und nach dem zweideutigen Gebahren des stets Man darf sich durch das bisherige Handeln des Reichs- von Wählern und Gewählten. Die Wähler müssen ihre auf zwei Achseln tragenden Zentrums, und nach den nicht tages nicht in falsche Sicherheit wiegen lassen. Deutsche Bolts Abgeordneten fragen, was sie von der Besteuerung denken; zweideutigen Erklärungen des Herrn Reichskanzlers in der vertreter haben kein Eisen im Blut, jedenfalls keinen Stahl und auf klare Fragen flare Antworten legten Sigung des Reichstages kann auch für den hart in den Knochen. Das deutsche Rückgrat ist in der ganzen heischen! nädigsten Optimisten kein Zweifel mehr obwalten, daß der Welt als biegsam bekannt; und unter den deutschen Kein Abgeordneter kann sich dem Einflusse feiner Reichstag bei seinem nächsten Zusammentritt voraus- Männern, die wir ins Ausland exportiren, erfreut Wähler entziehen. Und find die Wähler auf dem Posten, fichtlich schon Mitte Oktober ein neues Steuerbouquet, der Bediente sich des besten Rufes in seiner Art, er so scheitert auch der neueste Versuch, das deutsche Volk für wesentlich aus denselben mißduftenden Blumen bestehend gilt für den besten Bedienten der Welt. Und diese National Militärzwecke weißzubluten". wie das alte, nur etwas anders geordnet und gebunden, Tugend macht sich auch im Reichstage bemerklich. Ist das als Augen- und Nasenweide vorfinden wird. " Umfallen" nicht eine Reichstagskrankheit? Die Tabaksteuer ist todt," denkt Herr Miquel,„ die Die Taktik der Regierung läßt sich ziemlich bestimmt Tabatfabrikat- Steuer soll leben!"" Die Weinsteuer ist voraussehen. Herr v. Caprivi, der in dieser Frage todt, die Flaschenweinsteuer soll leben!" u. s. w. Selber Herrn Miquel zur Seite steht und ihm jeglichen Vorschub ein Proteus, heute in dieser, morgen in jener Gestalt, hat leisten wird, hat seine Kampf- Eigenthümlichkeiten schon so Herr Miquel feinen philisterhaften Respekt vor Formen deutlich gezeigt, daß wir hinsichtlich der Manier seines welche Form die Steuer hat, wie sie aussieht, das ist ihm Vorgehens nicht im Dunklen zu tappen brauchen. Wir ganz gleichgiltig, wenn sie nur Geld bringt in das boden- kennen sie. Er droht nicht, er poltert nicht, er brutalisirt lose Faß des Militarismus und auf die richtigen nicht, wie sein Vorgänger es gethan er ist stets höflich, „ tragfähigen" Schultern geladen wird. Beides find uns stets ruhig, stets versöhnlich in der Form, aber unnach neu" zwischen " Brauchen die Herren Bourgeois und Junker zum Schutz gegen das arbeitende deutsche Volt mehr Soldaten, gut, dann mögen fie auch selber die Kosten bezahlen. Tragfähig" das Wort ohne Hohn gebraucht- sind nur die Schultern der Reichen und die Armen brauchen feine Soldaten! Nieder mit dem Moloch! Fort mit den neuen Steuern! Politische Ueberlicht. erläßliche Bedingungen. Die armen Reichen" müssen ge- giebig und zäh in der Sache. Das suaviter in modo et Berlin, den 21. April. schont werden. Und viel muß es sein. Nicht Iumpige 30 fortiter in re fanft in der Art, start in der Sache-, Die Solidarität der Großindustrie und des Groß bis 40 Millionen. Es muß in die Hunderte gehen natür das Bismard mit gewohnter Wahrhaftigkeit für sich in grundbesitzes wurde durch die Abstimmung des deutschlich von Millionen. Denn wenn auch die ne u e" Militär- Anspruch nahm, könnte Caprivi's Devise sein. vorlage nur eine angebliche Mehrausgabe von vierzig Die Tattit in bezug auf die Steuern wird aller Vor- russischen Handelsvertrages schwer erschüttert, so behaupteten wir nach der Abstimmung über den Vertrag. Die heutigen Millionen bedingt, so ist doch die„ neue" Militär- aussicht nach genau diefelbe sein, wie weiland in bezug auf Verhandlungen im Abgeordnetenhause über das große Kanalvorlage nur noch Gänsfüßchen; die Militärvorlage. Die offiziöse Presse, die sich inzwischen projekt beweisen, daß wir vollständig im Rechte waren. in Wirklichkeit war sie schon alt am Tag, da der Reichstag ja zu fast Bismarck'schen Dimensionen ausgewachsen hat, Sehr groß ist das materielle Interesse der rheinisch- westfie unter Hängen und Würgen annahm gegen den wird Tag für Tag wahre und falsche, Enthüllungen" und" In- fälischen Großindustrie, des Kohlensyndikates, der Stumm, willen einer Millionen majorität des diskretionen" über die Regierungspläne bringen, das Enthüllte Baare und Konsorten, daß der Dortmund- Ems- Kanal gedeutschen Volkes. Und sintemalen nach der jedem Schul- widerrufen, die Widerrufe zurücknehmen, und monatelang durch baut werden soll, deshalb stimmen nun die Konservativen in diesem Fall: ermüdende Wiederholung das Publikum an alles mögliche buben begreiflichen Logik der Thatsachen, der Schraube ohne Ende die Annahme der neuen deutschen und Unmögliche gewöhnen, so daß die Wachsamkeit zulegt dagegen und sie werden die Vorlage auch zu Fall bringen. Militärvorlage für die übrigen Ritter der Schraube ohne erlahmt und der zappelnde Fisch so ermattet ist, daß er Der Kaiser ist der politische Gegner der LandEnde das Signal war zu einem kräftigen Ruck, der das von dem geduldigen Angler ans Land gezogen werden wirthe, dies ist bekanntlich im Korrespondenzblatt des alte Verhältniß wiederherstellte, so ist jetzt die neue" fann. Bundes der Landwirthe" verkündigt worden. Ein Freiherr Vorlage so veraltet, daß schon für eine andere neue Bei der Militärvorlage war diese Methode erfolgreich. von Harthausen vertheidigt in der neuesten Nummer der Vorsorge getroffen werden muß. Als vorschauender und Es bedurfte zwar noch des Rucks einer Reichstags- Korrespondenz diesen Satz gegen einen Artikel des„ Westnahme an Sachen der Minne. Sprecht!" versetzte sie: Freundschaft gelobe ich Euch, und Bewahrung Eures Ber trauens. Nicht dem Schilf am See, nicht dem verschwiegenen Dfen will ich gestehen, was ich von Euch erfahren soll, sei es eine Wahrheit oder gefällige Lüge!" Feuilleton. Der Jude. Deutsches Sittengemälde aus der ersten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts. Bon C. Spindler. 〃 " " Bunge lahm," rief sie schäfernd: und Ihr sitt da, wie aus Holz geschnitzt. Bekennt, was Euch so fühllos gegen die Rede einer jungen muntern Dirne macht, die Euch für ihr Leben gern gefallen möchte. Was ist's, das Eure 22 Lustigkeit dergestalt herabstimmen konnte? Jst's die Buß predigt Eures Ohms, so schlagt sie Euch kühn aus dem Reine Lüge, Mühmlein von Cesena;" versicherte Das Sinn. Er ist auch kein Heiliger. Ist's die Erinnerung gobert, die lautere Wahrheit hingegen. Hört aufmerksam an ein verlassenes Liebchen, so vertraut Euren Kummer zu. Es mögen ungefähr zwei Jahre verflossen sein- nein, meiner uneigennützigen Freundschaft. Oder wäre es viel zu nächstem Frühling werden es zwei Jahre; da gab der leicht die Bewerbung um meines Herzens Gunst, die Euch Rath unserer Stadt ein großes Rampfspiel auf dem RömerDagobert nahm die Predigt stillschweigend hin, verließ auf der Zunge sigt, und muthlos, sich nicht auszusprechen berg, zu dem alle guten und ebenbürtigen Leute aus Stadt ebenso das Gemach und wurde von Fiorillen, die seiner wagt...? nur feck heraus damit. Wer weiß, sage ich: und Gegend geladen waren, und auf dem die altbürgerlichen Geschlechter mitftritten zu Pferd und zu Fuß. E3 auf dem Vorplage wartete, unter Bedeutung der völligsten Nein" darauf." Heimlichkeit in ihre Stube gewiesen. Monsignore hält Dagobert, ohne einen Augenblick in Verlegenheit zu ges wäre mein Tod gewesen, hätte ich mich von solchem stattfeinen mbiß heute auswärts," flüsterte ihm die Schlaue rathen, sprach nach kurzem Besinnen: Lieb Bäschen! des lichen Rennen ausschließen sollen. Ich stach daher auch zu: bleibt bei mir zu Gafte und rührt Euch nicht, bis Dheims Donnerworte sind mir schon nicht mehr im Ge- mit, in Stahlhaube und Panzer, und ritt meines Vaters der Dhm von dannen ging". Dagobert ließ das Mäd- dächtniß, bekümmern mich folglich feineswegs. Jch hörte, tollstes Pferd, Trotteufel genannt, das seines Gleichen sucht chen lächelnd gewähren, und verschmähte die leckere Rost an so zu sagen, eigentlich garnicht auf fie. Ebenso wenig dente in Stärke und Unbändigkeit. Biemlich eitel von Geburt, deffen Seite nicht. Nach einer langweiligen Stunde ver ich uni Eure Gunft zu freien. Soviel ich deren bedarf, um suchte ich meinen Stolz barin, den Gaul zu reizen mit ließ der Oheim das Haus, und Fiorilla rüstete die Tafel in Euch die uneigennützige Freundin zu schäßen, habt Ihr Sporn und Bügelriß, daß er stieg, mieherte, sich herummit ausgesuchter Bierlichkeit. Die Speisen wurden durch mir bereits zugewendet. Ein Mehreres verbietet mir mein warf im Kreise, und endlich, hinten und vorne ausschlagend, fie selbst heraufgeschafft, der umherlauernde Diener mit Stand und die Liebe für den Ohm zu begehren. Auch zu bocken begann, daß allen Zuschauern Hören und Sehen einem Trinkgeld vergnügt, und ins Weinhaus gesandt; die denkt Ihr nicht daran. Daher darf ich Euch frant und verging, und Sand und Kies hinaufsprühte zum Altan, Thüre verschlossen, und Base und Better setzten sich in frei vertrauen, daß Euer Scharfsinn den rechten Zweck ge- wo die Stechgrafen saßen und die Frauen. Da ich mein friedlicher Einsamkeit zu dem Mahle, geschmückt von den troffen, indem Ihr von einem verlassenen Lieb spracht, und Müthchen gekühlt hatte und mich wendete, um gegen meinen Kränzen der Ceres und des Bacchus. Fiorilla hätte nicht von dem Gedächtniß an dasselbe. Wenn Ihr's erlaubt, Mitkämpfer anzusprengen, so hörte ich unfern von mir, von ungerne den kleinen heidnischen Gott, der gewöhnlich die und nicht dem Oheim, mindesten nicht mit ärgerlichen Zu den Schranken herunter, ein boshaftes Gelächter schallen, Dreizahl voll macht, mit in die Gesellschaft gezogen. Aber fäßen, das Gesagte wieder sagen wollt, so möchte ich wohl und ersah einen häßlichen Kerl, der, in seiner ritterlichen umsonst. So freundlich ihre Worte und Geberden den meinem Herzen Luft machen durch ein frei Bekenntniß, auf Tracht auf dem Geplänke sigend, wie toll aufmieherte fleinen Schalt einluden, so blieb er doch aus; er scheute die Gefahr hin, von Euch gescholten oder ausgelacht zu über meine Reiterkünfte, während alle übrigen Zuschauer sich vor Dagoberts Unempfindlichkeit, die, im Anbeginn werden, denn die Historie meiner Liebe ist nicht die ge- fie bewunderten. Ich drohte zürnend dem geputzten Wicht unter der gleißenden Larve des unbefangensten Frohsinns wöhnlichste." So schnell auch die ersten Worte Dagoberts mit der Fauft und dachte, er würde Ruhe geben. Statt verborgen, gegen Ende der Mahlzeit in ein nachdentliches Fiorillens Antlig mit Unmuth beschattet hatten, so schnell deffen zieht mir der Bube eine boshafte Fraße. Darüber Schweigen überging. Fiorillas Spott rüttelte ihn aus erheiterte dasselbe des Mädchens natürliche Herzens- entrüftet, winkte ich schnell den Trompeten zu schweigen, demselben. Da plaudre ich mun, und plaudre mir die güte, und die dem Geschlechte eigene Neugier und Theil meinen Gegner nicht anzusprengen; reite darauf gestreckten faleu". Wir registriren dieS, um für die systematische Untergrabung des auf dem Lande so befestigten Autoritäts- glaubcns weiteres Material beizubringen. Nachdem sich Freiherr von Haxthausen mit der Person des Kaisers weiter beschäftigt hat, schreibt er: Die Korrespondenz weist damit aus die allgemeine Er- fahrung hin, daß es schwer ist und im praktischen Leben selten ausgeführt wird, die Person immer von der Sache zu trennen, die Politik von dem Träger der Politik, und damit hat sie meiner Ansicht nach vollkommen Recht Wenn Sozialdemokraten so schreiben würden?!!— Im Tteuerfeldzug dulden die Offiziösen keinen Waffenstillstand. Sie gönnen sich in der Bearbeitung der öffentlichen Meinung keine Ruhe. Als ihre wichtigste Auf- gäbe betrachten sie jetzt den durch die Annahme der Militär- vorläge geänderten Zustand der Reichsfinanzen als nicht weiter haltbar zu bezeichnen. So werden die gestern auch von uns mitgetheilte» Ziffern über die Einnahmen des Reiches an Zöllen und gemeinschaftlichen Verbrauchssteuern zur Stützung der Reichsfinanzpolitik herangezogen. Die„Nordd. Allg. Ztg." schreibt heute: Für das finanzielle Verhältniß des Reichs zu den Einzel- staaten kommen die Zölle und die Tabakssteuer, die Brannt- weinverbrauchsabgabe und die Stempelabgaben für Werth- p-rpiere u. s. w. und Lotlerieloose in Betracht. Die Zölle und die Tabakssteuer sind im Etat mit 352 Millionen veranschlagt, sie haben thatsächlich 346,6 Millionen oder 5,4 Millionen weniger ergeben. Der Ertrag der Brnnntweinverbrauchsabgabe mit 100,7 Millionen hat dagegen den Ansatz in Höhe von 99.0 Millionen um 0.3 Millionen überstiegen. Die Stempelabgaben haben aber dafür ein recht beträcht- liches Weniger gegen den Etatsanschlag aufzuweisen. Börsen- steuer und Lotterieloosestempel sind im Etat auf 27,2 Millionen angesetzt, sie haben 20,6 Millionen oder 6.6 Millionen weniger erbracht. Die Börsensteucr, die mit 19,3 Millionen veranschlagt war. brachte eine Einnahme von 12,3 Millionen. Reichs- einnahanen, welche zum Theil oder ganz den Einzelstaaten überwiesen werden, haben demnach insgesammt ein Weniger von über 11 Millionen Mark erbracht. Um dieses verschlechtert sich das finanzielle Verhältniß der Einzelstaaten zum Reich im Vergleich zu dem Etat für 1893/94. Aus den Einnahmen an Zöllen und Verbrauchssteuern im verfloffenen Etatjahre einen Schluß auf die Lage der Reichsfinanzen zu ziehen, geht unseres Erachtens nach schon deshalb nicht, weil das verflossene Jahr ein außerordentlich schlechtes Geschäftsjahr mit dementsprechend vermindertem Konsum war. Was die verminderten Ergebnisse der Steuer auf Börsengeschäfte und Lotterieloose anlangt, so beiveist sie, was die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" Pflicht- schuldig verschweigt, nur, daß unsere Kritik des Stempel- fteuer-Gesetzentwurfes vollkommen berechtigt war.— Siebenundzwanzig mannesselige Reichstags- Ab- geordnete haben nach Schluß des Reichstages die Kourage gehabt, die alte Raketenkiste in Friedrichsruhe zu besichtigen. Am Schluß der vorigen Session waren die Herren nicht so — neugierig. Inzwischen ist aber der famose Hosgaug verübt worden und da ist der Sachsenwaldgang nicht mehr gefährlich.— «Der Ffall Thüngen", dessen wir schon früher er- wähnten, w,rd jetzt von verschiedenen Zeltungen, die sich sonst um derartige Dinge nicht kümmern, sehr weitläufig behandelt, und ist sogar vor den bayerischen Landtag ge- kommen. Wie dem Leser wohl erinnerlich, besteht er darin, daß ein bayerischer Adliger und Agrarischer, der in einem bayerischen Blatt Herrn Caprivi angegriffen hat, wegen Caprivi-Beleidigung vor die Schranken eines Berliner Gerichts zitirt worden ist, welches Verfahren damit be- gründet wird, daß das betreffende Blatt in Berlin auch gelesen werde. Daß wir es hier mit einer wahrhaft ungeheuerlichen Auffassung zu thnn haben, nach welcher die Presse geradezu vogelfrei gemacht und für jedes Preß- erzeugniß jedes Gericht in Deutschland zuständig gemacht wurde— das brauchen wir nicfy des Weiteren nachzuweisen, das springt in die Augen. Und die bayerische Regierung, die sich in die Sache gemischt hat, wird, ihren Aeußerungen im Landtag nach zu urtheilen, auch ohne Zweifel die Rücknahme der Vorladung, oder doch in der einen oder anderen Form den Rückzug des Berliner Landgerichts erwirken. Freilich was das Gezeter von bayerischen Reservatrechten betrifft, so verstehen wir es nicht, denn in diesem„Fall Thüngen' ist die gesammte deutscht Presse gleichmäßig angegriffen. Wenn übrigens die BiSmarck'sche Reptilprcsse so thut, als ob eine Enormität und Monstrosität des»neuen Kurses" vorliege, so müssen wir doch feststellen, daß auch hier der„neue Kurs' nur llges an die Planken hin, und schlage dem rothaarigen ölpef,— der das Turniergesetz verletzte, das jede Be- leidigung und Störung der Kämpfenden verpönt,— mit der Glane dergestalt über die Affennase, daß er von seinem Sitze herab m den Straßenkoth purzelt. Da er ohne einen Laut von sich zu geben, noch irgend eine Urkunde seines Lebens dahinsturzte und liegen bleibt, gewinnt das Mitleid schnell bei mir die Oberhand. Ich schwinge mich, des Panzers ungeachtet, �schnell vom Pferde und über die Schranken, und springe dem Elenden bei, der von neugierigen uschanern aufgehoben worden war. So wie ich aber dem urschen das Wamms lüfte, schlägt er die Augen auf, und stößt mich mit der geballten Faust zurück, wie ein Wahn- sinniger schreiend:„Fort! rühr' mich nicht an, verfluchter Goi!" Durch diesen Ausruf vcrrieth er sich als einen Juden, und weckte aufs neue meinen Zorn und den aller Um- stehenden.„Ein Jude!" brüllte der Hausen, und hundert Fäuste erhoben sich drohend, denn es ist jedem aus dem Volke Abrahams streng bei uns verboten, einem feierlichen Spiele zuzusehen, weil der mißgünstige Blick des Zuschauers schon zum Schaden wirken kann, geschweige erst die tückische Zauberformel, deren sich oft die Juden bedienen sollen, um den Christen jede Lust in Leid zu verkehren." »Das ist wohl ein Aberglaube!" meinte Fiorilla, und führ etwas verlegen mit dem feinen Tüchlein über die er- röthende Stirne. „Möglich!" versetzte Dagobert gleichmüthig.„Ich sage nur, was uns von Kindheit an Amme, Eltern und Schul- meister einprägen. Genug; dem Rothkopf bekam seine Neu- gierde übel. Ich konnte mich vor Wuth, von einem Juden mißhandelt worden zu sein, nicht fassen. Rechts und links schmetterte ich mit dem Blechfäustling dem Buben in das häßliche Angesicht, und das Volk riß indessen die präch- tigen Kleider, in die er sich verkappt hatte, in Stücken. So hatten wir ihm eine gute Strecke von dem Schrankewerk hinweg das Geleite gegeben, als plötzlich einige alte Juden aus ihrer Gasse herbeieilten, sich darin mischten, den Be- straften ihren Freund und Verwandten nannten, und uns das Fahrwasser deS alten Kurses ist. Wir selber wissen ein Liebchen davon zu singen. Wurde doch Liebknecht seiner- zeit, d. h. Mitte der 70er Jahre, in unserer Eigenschaft als Redakteur der zu Leipzig erscheinenden»Neuen Welt", weil diese auch in Berlin verbreitet war, von Herrn Tessendors, Bismarck's Vertrauensmann, unter der Anklage der Majestätsbeleidigung nach Berlin geladen— was freilich ebenso mißlang, wie der Schlag gegen Herrn von Thüngen mißlingen wird.— Tie Reorganisation der preußischen Kesselrevision Pardon �abrikinspektio». Offiziös wird geschrieben: Die durch den Etat auf das Jahr 1891/92 eingeleitete Neuregelung des preußischen Fabrikaussichtsivescns war auf einen Zeitraum von vier Jahren berechnet. Bei der Durch- sührung der Reorganisation ist der in Aussicht genommene Termin innegehalten. Mit dem 1. April d. I. war der Or- ganifationsplan durchgeführt. Allerdings konnte er nicht in allen Einzelheiten innegehalten werden. Das wird schon äußerlich erkennbar, wenn man die Zahl der t hat- fächlich zur Anstellung gelangten Gewerbe- Inspektoren li n d Assistenten mit der seinerzeit geplanten vergleicht. Nach der dem genannten Elat beigefügten Uebersicht waren 97 Ge- werbe- Inspektoren und' 40 Assistenten in Aussicht ge- genommen. Thatsächlicki waren am 1. April 93 Inspektoren und 50 Assistenten zur Anstellung gelangt. Man hat also die Zahl der elfteren zu gunsten der letzteren etwas verringert. Des weiteren ist wohl noch insofern eine Vervollständigung vorzunehmen, als gegenwärtig für Trier überhaupt der Regie- rungs- und Gewerberath fehlt und für einzelne Bezirke, wie Frankfurt a. O., Magdeburg. Merseburg und Erfurt, diese Stelle kommissarisch verwaltet wird. In dem Organisations- plan« hatte man vorgesehen, daß 17 von den Gewerbe-In- spektoren als Hilfsarbeiter der Regierungs- Gewerberäthe zu fnngiren haben würden. Es hat sich bisher nur als nothwendig herausgestellt, diese Institutionen für die außerordentlich in- dustriereichen Bezirke Arnsberg und Düsseldorf, sowie für Trier ins Leben zu rufen. In Arnsberg steht ein, in Düsse!- dorf stehen zwei Inspektoren dem Regierungs- Gewerberath als Hilfsarbeiter und Vertreter zur Seite. In Trier vertritt gegenwärtig der Gewerbe- Inspektor dennoch fehlenden Re- qierungs- Gewerberath. Abgesehen von diesen wenigen Aenderungen ist jedoch im Großen und Ganzen der Organi- sationsplan durchgeführt worden. Mit dem 1. April d. I. ist auch für diejenigen Landestheile, in denen dies bis dahin noch nicht der Fall gewesen war, die Ueberweisung der Dampf- k e s s e l- R e v i s i o n an die Gewerbe- Inspektion zur Durch- führung gelangt. Es sind dies die Provinzen Ost- und West- preuße», Pommer», Posen und Hannover. Würden die Beamten nicht die Dampfkessel- Revision als Hauptaufgabe betrachten müssen, könnten wir, die wir in Fragen der Sozialpolitik zu größter Bescheidenheit er- zogen sind, halbwegs mit der Reorganisation zufrieden sein. Wie die Sache aber jetzt liegt, haben wir eine vielleicht genügende Dampfkessel- Revision in Preußen, sicherlich aber eine durchaus ungenügende Fabrikinspektion.— Tie Kölner Rechtsanwälte kommen der preußischen Regierung in ihrem Wunsche, � die Zahl der Rechtsanwälte zu beschränken, ziemlich weit entgegen, wenn sie auch nicht den ganz reaktionären Forderungen derselben ihre Zu- stimmung geben. Der Kölner Anivaltsverein hat nämlich beschlossen: 1. Es beständen infolge der unbeschränkten freien Advokatur Mißstände, für welche im Interesse der Rechtspflege unbedingt Abhilfe gesucht werden müsse. 2. Der einzig gangbare Weg sei der des sogenannten nuworns clausus, nicht aber Wartezeit u. s. w. 8. Bei Besetzung erledigter Stellen dürfe eine Auswahl unter den Bewerbern durch die Justizverwaltung nicht stattfinden, vielmehr müsse die Zu- lassung nach festen gesetzlichen Regeln erfolgen. 4. Für die Oberlandesgerichte besondere Bestimmungen zu treffen, sei nicht angezeigt, ö. Die Anmeldung behufs Znlassung zur Rechtsamvaltfchaft dürfe nur bei einem, nicht gleichzeitig bei mehreren Gerichten erfolgen und verliere ihre Wirkung, ivenn der Bewerber ein besoldetes Reichs-, Staats- oder Gemeinde- Amt annehme. Ferner wurde beschlossen. den Vorstand der Anwaltskammer um Einberufung einer Generalversammlung zu ersuchen. In zwei Worten läßt sich das gleiche mit„doall possiäentos"(glücklich, die besitzen) ausdrücken. Wer heute Rechtsanwalt tst, der soll geschützt werden vor der Kon- kurrenz derjenigen, die später diese Karriere eingeschlagen haben. Derselbe die besitzenden Klassen charakterisirende Egoismus findet sich bei den Rechlsanwälten, der in den Kartellen der Großindustriellen und in dem Streben nach dem BefähignngSnachweis bei den Jimungszöpfen zum Ausdruck kommt.— bei allen Verdiensten der Erzväter beschworen, inne zu halten. Ich wäre wenig geneigt gewesen, dem Geschrei und Gejammer der Langbärte nachzugeben, hätte nicht mit einem Male eine seidenweiche Hand meine drohende Faust auf- gehalten, und eine zarte Stimme zu mir emporgefleht. Ver- wundert blickte ich hernieder, und sah ein jüdisches Mägdlein vor mir stehen, in reizlose Tracht gekleidet, so wie dies Volk gewöhnlich auf der Straße gesehen wird. Verächtlich stieß ich sie von mir, und wollte dem Haufen nach, der sich mit dem Mißhandelten und seinen Fürsprechern einige Schritte von meiner Seite gewirbelt hatte, da hielt mich das Mägdlein zum zweitcnmale auf, und wenig hätte ge- fehlt, so wäre sie zu meinen Füßen gesunken. Mit einem derben Fluche wollte ich die Zudringliche noch einmal von dannen weisen, aber da mein Auge zürnend auf ihr Antlitz blitzte, da war im Nu mein Zorn vorbei, und nicht um die Welt hätte ich ferner ein hartes Wort zu der Dirne gesprochen, die mit den Blicken eines bittenden Engels aus dem groben Schleier sah, und mit der Zunge der alles gewinnenden Demuth die Worte zu mir sagte:„O schlagt nicht mehr, lieber Herr! schlagt nicht mehr! Zodick ist ja kein Hund; er ist unser Knecht, und wird sicher nimmer thun, was Enern Zorn gereizt!" Dagobert lehnte sich hier in den Stuhl zurück, drückte beide Augen zu, als suche er daS gegebene Bild noch ein- mal aus der Vergangenheit zurückzuzwingen in die Gegen- wart, und fuhr dann mit sanfter Stinime fort:„Erwartet, liebe Fiorilla, keine Schilderung der Schönheit dieses Mäd- chen§; selbst die Eure müßte ihr weichen. Erwartet ebenso- wenig einen Bericht, wie sich plötzlich mein Herz umge- wandelt. Genug, es war so. Der Leue war zum Lamm geworden. Mein Grimm hatte den hämischen Buben der Rache überliefert, mein Fürwort entriß ihn den Klauen seiner Feinde. Als ihn nun seine Glaubens brüder hinweg- führten, fühlte ich einen heißen Kuß aus meiner Hand und siedwarme Thränen.— Die Dirne war es, die mir also ihren Dank bezeugte. Tie Hand zog ich zurück, doch nicht das Auge, das eingewurzelt schien in die Fülle von Lieb- Die badische Einkommensteuer. Die Regierung schätzt laut der„Badischen Korrespondenz" den Mehrertrag aus der progressiven Einkommensteuer von 30 000 M. ab auf jährlich 280 000 M. Die eingebrachte Novelle verlegt die Progression nicht in die Steueranschläge, sondern in den Steuerfuß.— Wann kommt die österreichische Wahlreform» Vorlage? Die Verschleppungstaktik der österreichischen Regierung wird am besten durch den Streit in öfter- reichischen parlamentarischen Kreisen charakterisirt. Die einen behaupten, daß die Regierung die Vorlage nach drei Monaten, wenn das Parlament schon vertagt sein wird, einbringen werde, die anderen, daß überhaupt kein fester Zeitpunkt in's Auge gefaßt wird. Die Sache verschleppen, das Volk ermüden, es gleichgiltig machen, das ist die Taktik der österreichischen Regierung der wichtigsten Aufgabe gegen- über, die sie übernommen hat.— Die Einkommensteuer soll nun auch in Oester- reich mit progressiven Sätzen und zwar solchen die höher sind als in Preußen eingeführt werden. Eine Wiener Depesche meldet hierüber: Der Steuerausschuß des Abgeordnetenhauses beschloß nach eingehender Debatte mit 14 gegen 12 Stimmen, die Progressivsteuer bei der Personaleinkommensteuer nicht nur gemäß der Regierungsvorlage bis 30 000 Gulden Jahreseinkommen. fondern auch darüber hinaus fortzuführen und innerhalb dieser Kategorie den Steuersatz von 4 pCt. bis auf 5 pCt. zu erhöhen. Das Subkomitee ist beaustragt worden, die betreffende Skala auszuarbeiten.— Ungarische Sorge». Pesti Hirlap, ein magyarisches Chauviuistenblatt, beklagt das Bündniß der Sozialdemo- traten niit der Reaktion zn gunsten der Aufhebung des Jesuitengesetzes; es werde nur zur Schädigung des Libera- lismus führen. Nach dem Blatte sind wohl die Deutschkonservativen liberal und die Sozialdemokraten reaktionär. O du heilige Einfalt!— Für eine Amnestie für politische„Verbrecher" sprach sich mit 41 gegen 10 Stimmen der Generalrath des Seine-Departements aus.— Ueber de» Coburger ist da? englische Ministerium gestern nicht gestolpert. Die Tories waren gnädig, und dank ihrer Hilfe wurde der Antrag der Radikalen mit großer Mehrheit(293 gegen 67 Stimmen) abgelehnt. Gegen das Ministerium stimmten nur die eigenen Leute.— Schottland dürfte Homerule eher haben als Jr- land. In der letzten Unterhaussitzung wurde eingehend der Antrag, einen Sonderausschuß für schottländische Fragen zu schaffen, günstig in zweiter Lesung erledigt. Dieser Ausschuß würde sich bald zu einem besonderen schottischen Parlament entwickeln. Eine Bestätigung dieses Beschlusses durch das Oberhaus scheint nicht erforderlich, so daß Schott- land näher seinem Ziele ist als Irland. Ueber die Sitzung theilt der Telegraph das folgende mit: In der Berathung des Regierungsantrages auf Ernennung eines großen Ausschusses für schottische Angelegenheiten wurde ein Amendement Wolmer, welches die Befugnisse des Aus- schusses auf gewisse Vorlagen beschränken wollte, mit 245 gegen 203 Stimmen abgelehnt. Ein Unterantrag Maxwell. wonach nur Regierungsvorlagen von dem Ausschüsse behandelt werden sollen, wurde von der Regierung akzeptirt. Ein An- trag Little, daß statt 15 nichtschottischer Unterhausmitglieder deren 31 in dem Ausschusse sitzen sollten, wurde mit 241 gegen 211 Stimmen abgelehnt. Die weitere Berathung über den Ausschuß sür schottische Angelegenheiten wurde sodann vertagt.— Italien. Die Entscheidung ist noch nicht gefallen. Ein Telegramm aus R o m vom heutigen Tage besagt: Der Deputirle Pais hat den Bericht über das Heeres- budget vollendet. In dem Bericht werden die Deputirten auf- gefordert, von der Wiederholung der Disknsston über die Heeresordnung, die Heeresstärke, die Entwicklung des Heer- wesens und die Landesvertheidigung abzustehen, denn ein Heer, über welches fortwährend dislutirt werde, sei halb besiegt. Die Bündnisse entbänden Italien nicht von der Pflicht, für die Landesvertheidigung zu sorgen. Durch eine Aenderung der auswärtigen Politik würde die Abrüstung nicht ermöglicht werden; selbst die neutrale Schweiz gebe für Berthetdi- gungszwecke verhältniß mäßig mehr aus als Italien. Nicht ehrgeizige Pläne, sondern die Nothwendig- keit, sich gegen unvorhergesehene Ereignisse zu schützen, zwängen Italien, das Heer intakt zu erhalten. Im all« gemeinen seien die Ansätze des Heeresbudgets zu gering. Roth- reiz, die des Mädchens Antlitz darbot. Sie war aber um- sichtiger als ich.„Lebt wohl, guter Junkherr!" flüsterte sie. „ich möchte Euch zwar gerne sagen, wie hoch ich Euch ver- ehre, aber es ist Euch eine Schande, eine elende Jüdin auf offener Straße anzuhören, darum vergönnt mir nur dies Andenken von Euch mir zuzueignen." Sie bückte sich schnell nach einer schlechten Feder, die meinem Helmbuschc ent- fallen war, drückte sie heftig an die Lippen, verbarg sie im Busen, und entfernte sich rasch. Wie ein Träumender ging ich zu dem Rennen zurück, aber mir war die Kampflust vergangen, ich mied den Kreis meiner Gesellen, die mit roher Schadenfreude das Abenteuer mit dem Juden aus- posaunten; Küraß und Haube warf ich von mir, griff zur Laute, und verklimperte den Tag und den Abend im einsamen Stüblein. Je niehr ich aber klimperte, je näher trat mir das Bild des Mägdleins; trotz dem Abscheu, den ich von Kindheit auf gegen das ganze Volk der Hebräer hegte, wurde mir dieses Bild immer lieber, immer trau- licher; so oft ich die Saiten rührte, die jetzt nur der Minne klangen, wie früher dem lustigen Scherz,— so trat die liebliche Gestalt in meine Zelle, neigte sich, und schien mit dem Lächeln der Sehnsucht meinen Tönen zu lauschen. Wie selig war ich dann! Zwar sagte ich mir oft: Du wirst noch den Veitstanz gewinnen, wenn das Gebreste so fort geht. Sei nicht aberwitzig und kein Dummbart, der sein Quentlein Verstand an das glühende Gesicht einer Dirne verliert, die nicht einmal an den Heiland glaubt. Mein Lehrmeister, der Predigermönch Johannes, ersah wohl meinen Trübsinn, meine wehmüthige Freundlichkeit, errieth deren Ursprung.»„Die Minne qnäll Dich und schafft Dir Herze- leid," sagte er warnend,„„hüte Dich, mein Sohn, Du bist bestimmt, der Jungfrau jungfräulich zu dienen, und darfst dem Gelüste der Sinne nicht nachhängen. Bete, mache das heilige Kreuzeszeichen, so oft der Versucher zu Dir tritt, und genese!"— Ich folgte seiner Lehre, ich betete, schlug das Kreuz, und genas doch nicht. Im Gegentheil: ich lernte immer mehr das verführerische Siechthum lieben, in das ich verfallen war."'(Fortsetzung folgt.) «endlg fei auch die Erneuerung der Bewaffnung und die Kompletirung der Festungswerke; Ersparnisse seien nur auf dein Gebiete der Verwaltung denkbar. Italien verwendet nur 20 pCt. der CtaatSausgaben für das Heer und auch im Ver- hältniß zur Bevölkerung weniger als Deutschland und Frank- reich. Auch in finanzieller Beziehung laufe Italien nicht Ge- fahr, wenn es seine Heeresstärke aufrecht erhalte. Zwölf Armee- korps seien die unentbehrliche Grundlage für die Landes- vertheidigung. Ein Volksheer entspräche zwar den Forderungen der Gegenwart, Italien könne aber nicht die Initiative zur Verwirklichung dieser Forderungen ergreisen. Wenn die Verkürzung der Militärdienstzeit aus finanziellen Gründen nölhig sein sollte, so möge die Dauer der Felddienstübungen verlängert werden. Die Karabinerie-Regimenter seien in ihrer gegenwärtigen Stärke beizubehalten. Das Heeresbudget, dessen Annahme der Bericht schließlich empfiehlt, stellt sich um 13 Millionen niedriger als das Heeres- budget des laufenden Jahres. Man sieht, Herr Pais ist sehr militärfromm. Mit seiner Logik ist es freilich ebenso mangelhaft bestellt wie mit seiner Sachkenntniß. Das Militärbudget der Schweiz ist auch verhältnißmäßig weit niedriger, als das von Italien. Und wenn das italienische Herr so schwach ist, daß es schon durch eine Diskussion„halb besiegt" wird, dann thäte man doch wahrhaftig besser, das ganze Heer knall und fall zu entlassen.— Crispi. Filippo Turati kennzeichnet in einem Artikel der „Criliea Sociale" in folgenden meisterhaften Zügen den Typus des Mannes, der in diesem Augenblicke als Diktator Italien regiert. Denken wir uns die Karrikatur alles dessen, was rohbrutale Energie heißt, dazu ein sehr weites Gewissen ohne Skrupel und Bedenken; ein Gefäß, bis an den Rand gefüllt mit dünkel Hastester Unwissenheit, so daß ihm nicht einmal der Verdacht kommt, es könne irgend jemand in einer wichtigen Sache, über die er spricht und um die es sich eben handelt, ein anderes Urtheil haben, als es ihm gut scheint. Denken wir uns einen Menschen, der nie in seinem Leben einen anderen Gedanken ifilsgesprochen hat als die gewöhnlichsten plattesten Gemeinplätze, die sämmtlich aus der Periode von 1848 stammen, einen Menschen, der, wie er selbst zugesteht, seit um denklichen Zeiten nie ein wissenschaftliches Buch angesehen, ge� schweige denn gelesen hat, so daß er kurz vor seiner neuesten Diktatur in Palermo eine Rede über die soziale Frage halten konnte, welche begann mit der 43 er Phrase von der Tyrannei des Kapitals, und welche schloß mit der Empfehlung, als einziges Mittel zur Lösung der sozialen Frage in allen Städten, auch in Törsern Volksküchen und Armensuppen-Anstalten zu begründen. Stellen wir uns eine Seele vor, anmaßend bis zu jedem Grade der Dreistigkeit, aber taktlos und derartig abergläubisch daß er, der jeden Tag einen Pfaffen verschlingen will, sich von einer bigotten Betschwester— ihr Name und sein Name prangen als holdes Paar aus den Nalionalbank» Wechseln— beherrschen läßt, die ihm nach seinem Ministersturz im Jahre 1891 mit Schimpfworten von sich trieb und in diesem Jahre bis heute schon zweihundert Messen zu Gott dem Herrn in den Kirchen von Rom hat lesen lassen als Dankgebet, daß er die Staats- gewalt wieder erlangt hat. Denken wir uns ihn auch, wie er in seiner äußeren Erscheinung ist gerade so wie in seinem Innern: Klein als Mann, groß als Hampelmann, ein Bündel von lauter Widersprüchen und durch die Ironie der Zeit zur höchsten Höhe der öffentlichen Gewalt getragen wegen eben derselben geistigen Eigenschaften, die vor einer Ver- sammlung von prüfenden Psychiatern und Irrenärzten das ein- stimmige Urtheil als Diagnose ergeben müßten, daß er an der äußersten Grenze der moralischen Verantwortlichkeit stehe. A diesen Gründen eben ist Crispi der Mann der Zeit, der Mai der Gegenwart in Italien. Die herrschende Vourgeoisklasse in Italien erkennt und anerkennt eben in ihm Fleisch vpn ihrem Fleisch und Geist von ihrem Geist; er führt die Bourgeoisie und sie jubelt ihm zu bis zu ihrem natürlichen Ende, das heißt so lange, bis die Stimme der Marschirenden durch die Tiefe des Schlammes, in dem sie waten, erstickt sein wird.— Ein Stimmungsbild aus dem Heere Italiens.(Aus der Zeit des erwachenden Sozialismus.) Letzten Dienstag, den 11. April, erschoß sich in Mailand in der Kaserne St. Francesco der einundzwanzigjährige Korporal Ulisses Chelli auf heroische Weise, indem er mit dem eigenen Dienstgewehr sich eine Kugel ins Herz jagte. Der Selbstmord geschah aus unglücklicher Liebe. da seine Braut von ihren Eltern mit Gewalt gezwungen wurde. dem armen Geliebten den Abschied zu geben und einen reichen, alten Hausbesitzer zu heirathen. Am folgenden Tage erhielt Filippo Turati, der bekannte Sozialist, ein Schreiben des Kommandanten, das ihn aussorderle� sich in die Kalerne zu begeben, um einen an ihn gerichteten Brief, den der Todte als Testament hinterlassen hatte, in Empfang zu nehmen. Turati war erstaunt und ergriffen, als er den Brief las, der folgenden Wortlaut hat: Malland, 10. April 1894. Herr Advokat Turati, Ich habe nicht die Ehre, Sie zu kennen, aber ich habe oft und gern die»l-otta. 61 classe"*) gelesen, da? sozialistische Organ, und ich weiß, daß ich mich mit Vertrauen an Sie wenden kann. Da ein Lebensunglück mich getroffen hat, das ich nicht überstehen kann, habe ich den Entschluß gefaßt, mü das Leben zu nehmen. Ich wünsche aber nicht, daß meine Leiche von Soldaten be> gleitet werde, noch auch von einem Priester. Ich gehöre zwar durch meinen Ticnst mit meiner Person der Monarchie; aber mit meinem Herzen und mit meinem ganzen Denken gehöre ich der sozialistische» Partei. Und deshalb wende ich mich an Sie, Herr Turati, und bitte Sie, meinen letzten Willen und Wunsch zu erfüllen. Dieser besteht darin, daß mich vier Sozialisten zu meiner Ruhestätte begleiten; ich wiederhole, ich will weder Priester noch Soldaten. Verzeihen Sie die Mühe, die ich Ihnen bereite; ich weiß. Sie werden sie gerne auf sich nehmen. Ich danke im Voraus Ihnen und den Genossen Ihr ergebener Ulisse Chelli, Korporal der 1. Kompagnie des 39. Jnfanterie-Regiments. Tnrato, von Eifer ergrissen, that alle möglichen Schritte, bei den verschiedenen Militärbehörden, an die er verwiesen wnrde, um dem letzten Wunsche des Tobten zu willfahren. Das wurde ihm furchtbar scdiver. In einer halben Stunde schon sollte die Beerdigung stattfinden. Ein Piqnel Soldaten war be ordert und auch der Priester stand bereit, der Leiche zu folgen. Mit nicht geringem Erstaunen vernahmen die obersten Dtilitärbeaniten diesen letzten Willen eines Korporals im Dienst. Ter Priester ward leicht verabschiedet aber nicht so leicht das Piquel der Soldaten. Der Gouverneur erklärte, dem Korporalsrang deS Militärs gelte diese offizielle Begleitung und davor müsse das gesetzliche Bürgerrecht der Voll slreckung des Testamentes zurückstehen. Er blieb dabei, das Piquet Soldaten müsse der Leich-. folgen. Aber der Militärbeamte, der diesen Befehl ausführen sollte, dachte menschlicher. Er ließ das Piquet Soldaten«rur antreten, nicht folgen. Turati und zwei sozialistische Genossen führten die Leiche nach dem Kirchhofe von Porta Magenta, warfen die ersten Schollen auf das Grab und bekränzten mit Blumenkronen und rothcr Schleife, die sie unter- wcgs gekauft hatten, den Grabhügel.— Am anderen Tage hatte sich mit Blitzesschnelle dre Nach» •)„Klassenkamps", das sozialistische Haupt- Wochenblatt Italiens, das zu Mailand erscheint. rlcht von dem Vorgefallenen verbreitet, zugleich der Ort des Grabes auf dem Kirchhof und den ganzen Tag, bis in die sinkende Nacht hinein, trugen Sozialisten, Arbeiter sowohl als Soldaten, Blumen auf das Grab des armen jungen Korporals, der durch die soziale Korruption, die ihm das liebste nahm, sich den Tod gab und der als Sozialist begraben sein wollte, ohne Soldaten und ohne Priester.— Internationaler Bergarbeiter-Konkreh. Wie uns Herr P i ck a r d, Mitglied des Parlaments mittheilt, werden seitens des britischen Bergarbeiter- Bundes(Miners' Federation of Great Britain) 22 oder 23 Delegirte nach Berlin kommen. Pickard selbst wird mit einem der Delegirten schon mehrere Tage vor Beginn des Kongresses eintreffen, damit noch alles gründlich be- sprochen werden kann.— Z?Krkeinsckrrickiksn. Parteitag. Der Telegraph meldet aus Nürnberg, daß der diesjährige Parteitag der deutschen Sozialdemokratie dort nicht stattfinden könne, weil der Magistrat auf eine Anfrage die Theilnahme von Frauen für unzulässig erklärt habe.— Diese Nachricht bedarf jedenfalls noch der Bestätigung. Der Art. IS des bayr. Vereinsgesetzes untersagt zwar die Theil- nähme von„Frauenspersonen" an den Versammlungen politischer Vereine, der Parteitag ist aber eben kein geschlossener Berein. Der„Korrespondent für Deutschlands Buchdrucker und Schriftgießer" veröffentlicht einen Leitartikel:„Die un solidarischen Buchdrucker", in dem blos der Titel unseren Beifall findet, weil er mit dem Inhalt genau überein- stimmt. Oder ist es etwa nicht„unsolidarisch", wenn der Beschluß der Leipziger Buchdrucker, sich an die Boykottbeschlüsse der Arbeiterschast nicht zu kehren, vertheidigt wird? Wir heben aus dem Artikel nur zwei Sätze hervor, die selbst ohne jeden weiteren Kommentar unser Urtheil als gerechtfertigt erscheinen lassen würden. Sie lauten: Wir müssen gestehen, daß nach unserer Meinung die Leipziger Kollegen mit ihrem Beschlüsse sich sogar ein Verdienst um die allgemeine Sache erworben haben, indem sie die Anregung gaben, in der Boykottfrage andere Wege einzuschlagen. Ter Arbeiterpresse bietet sich eine dankbarere Aufgabe, wenn sie bemüht ist, den Bedürfnissen unserer Organi- sation einiges Verständniß entgegenzubringen, statt durch ungerechtfertigte Verdächtigungen zur Zersplitterung der Arbeiter unter sich beizutragen. Wohin würde es mit unserer Partei kommen, würde jede Korporation sich berechtigt halten, die Beschlüsse der Gesammt- partei zu ignoriren und sich aus eigener Machtvollkommenheit über Beschlüsse, die als bindende anerkannt wurden, hinweg- zusetzen. Die Buchdrucker habe» wahrhaftig keinen Anlaß, sich darüber zu beklagen, daß ihre Interessen in der Partei nicht genügend berücksichtigt werden. Wäre dies aber auch der Fall, so würden in ähnlichen Fällen Schreiner, Metallarbeiter oder sonstige„gewöhnliche" Arbeiter auch weiter ihren Pflichten als Arbeiter nachkommen. Die Buchdrucker, welche so denken und handeln, täuschen sich, wenn sie etwa meinen, daß ihnen derartige Disziplinwidrigkeiten im Ansehen der Genossen nicht sehr schaden werden. »» » Von«»erhörten AnSlegnngen des sächsischen Vereins- gesetzes zu hören, sind wir bereits gewöhnt. Das neueste auf diesem Gebiete- wird aus Dresden berichtet. Dort hatte ein Genosse für den II. Februar eine Versammlung völlig ordnungs- gemäß' angemeldet. Aber in der„Sächsischen Arbeiter-Zeitung" vom 8. Februar stand eine Ankündigung für dieselbe Versamm- lang und hicr war als Anfangszeit derselben �/s4 Uhr ausgeschrieben, während die Anmeldung bei der Amtshauptmann- schaft auf 4 Uhr lautete und thalsächttch die Versammlung um 4 Uhr ihren Anfang nahm. Durch die unterschiedliche Zeitangabe soll der Einbernfer ein Ver- gehen gegen§ 2 des Vereins- und Versammlungs- gesetzes begangen haben. Es ist geradezu unerfindlich, so bemerkt hierzu unser Dresdener Bruderorgan, wie die Staatsanwallschaft auf eine solche Idee kommen und ein Gerichtshof eine solche Anklage annehmen konnte. Das Gericht kann noch nicht einmal wissen, ob der betreffende Parteigenosse die Annonce selbst in die„Arbeiter-Zeitung" eingegeben hat, ob nicht vielleicht ein Druckfehler vorttegt it. Aber hiervon ganz abgesehen, was haben Ankündigungen in Zeitungen mit dem Vereiusgesetz zu thun? Der Einberuser hatte formell richtig an- gemeldet und zur rechten Zeit die Versammlung anfangen lassen. Es ist wirklich erstaunlich, wo überall heutzutage rm lieben Sachsen sozialdemokratische Vergehen herausgespürl werden!— § öffentlich werden sich unsre Dresdner Parteigenossen mit diesem »tscheid nicht zufrieden geben. »« Bei den KctvrrbegerichtSwnhlen in Cassel ging aus der Klasse der Arbeilnehmenden die von sozialistischer Seile auf- geücllte Kandidatenliste durch. Von den Arbeitgebern betheiligten sich an der Wahl von 1600 Wahlberechtigten nur 36. *» « Von der Agitation. Die Genossen von Geestemünde, Bremerhaven rc. beabsichtigen, demnächst die Landagitatio» in stärkerem Maße zu betreiben und machen verschiedene Sammel- stellen bekannt, an denen geeignete Schriften, Zeitungen u. s. w. schon jetzt nieder zu legen sind. Der Boykott, den die Dresdner Parteigenossen über die Waldschlößchen-Brauerei verhängt haben, scheint bereits zu wirken. Wie die„Sächsische Arbeiter Zeitung" mittheilt, stellte dieselbe schon das Kochen des Bieres zum großen Theil ein. Es wurden 26 daselbst angestellte Brauer sofort entlassen. Hier zeigte sich mit übergroßer Deutlichkeit die Arbeiterfrenndlichkeit der Direktion dieser Brauerei, sie griff unter all ihren Arbeitern gerade diejenigen heraus, welche organi sirt sind, dem Fachverein der Brauer angehören. Männer, welche seit längeren Jahren daselbst tadellos gearbeitet haben, wurden weggeschickt, während man weit jüngere Arbeitskräste, welche nicht dem Fachverein an- gehören, noch in Arbeit behielt. »» » Etliche 20 Parteigenossen von Chemnitz haben wegen Bertheilung von Flugblättern während der sächsischen Landtags- wählen im Oktober 1893 einen Strafbefehl von je I1,S0 M. inkl. Kosten vom Staatsanwalt zugestellt erhalten. In der Be- gründung heißt es u. a., daß die Flugblätter unter Umständen von Haus zu Haus getragen worden seien,„daß hierdurch die öffentliche Ruhe und Ordnung, insbesondere der Sonntagsfrieden für viele Bewohner der Stadt gestört oder doch gefährdet werden sei." Richterliche Entscheidung ist angerufen und es wird sich nun zeigen, ob die geringe politische Freiheit, die während der Wabl dem Staatsbürger durch Gesetz erlaubt ist, durch Polizei-Ukase aufgehoben werden darf.� Maifeier. Die Parte i'genossen von Ronsvorf bei Elberfeld hatten beschloffen, zum 1. Mai einen Ausflug mit Musikbegleitung nach LangenhauS zu unternehmen. Sie hatten die Rechnung ohne das Bürgermeisteramt gemacht. Die„Musikbegleitung" ivnrde aus dem Programm gestrichen. Der Ausflug wird natürlich trotzdem stattfinden und wird auch nichts an seinem Werthe verlieren.— Der herrschenden Gesellschaft kann man eZ nicht so aanz verargen, wenn sie ihre Todtenmusik nicht hören mag.— Die allgemeine Orts-Kranken» lasse in Barmen, die etwa 20 000 Mitglieder zählt, hat den Beschluß gefaßt, daS Kassenlokal am 1. Mai, dem inter- nationalen Feiertage des Proletariats, zu schließen, um dem Personale Gelegenheit zu geben, an der Demonstration theilzu- nehmen. Die kranken Mitglieder sind durch das Vorgehen nicht beeinträchtigt, da Arztscheme an den bekannten Ausgabestellen (außer der Kasse) zu haben sind und Arzt und Apotheke wie an jedem anderen Tage zur �Verfügung stehen. Polizeiliches, Gerichtliches te. — Grober und gröbster Unfug. In Straß- bürg wurden einige Rekruten, die ihrer Freude, bald in die „Ferienkolonie" einrücken zu dürfen, dadurch Ausdruck gaben, daß sie ihre Hüte mit schwarzem Flor umhüllten und so durch die Stadt marschirten, zur Anzeige gebracht und sehen nun einer Bestrafung wegen„groben Unfugs" entgegen.— Als Gegen- stück zu obigem möge ein Fall Erwähnung finden, der sich kürzlich in Stettin ereignete. Die dortige Polizei- direktion erließ an einen elfjährigen Knaben ein Strafmandat von drei Mark wegen„groben Unfug". weil dieser am 2. Osterfeiertage sich„an einem sogenannten Kriegsspiel betheiligt und dadurch gegen die Ruhe und Ordnung auf der Straße grob verstoßen" hat! Im Unvermögensfalle soll ein Tag Haft verbüßt werden.— Wunderbare Logik! Der thatendurstige Junge, späterer Vaterlandsvertheidiger hätte unseres Erachtens in einem Militärstaat par excellence, wie Deutschland einer ist, eher eine Auszeichnung haben sollen, denn erst mit dem Augenblick, wo unsere Jugend mit Pickelhaube und Schleppsäbel zur Schule kommt, dürfte daS Ideal eines echten, wirklichen Militärstaats erreicht sein— eine einzige große Kaserne.— Im übrigen überlassen wir unfern Lesern, sich von beiden Fällen den gröbsten Unfug herauszusuchen. — Wegen Beleidigung der Generaldirektion der StaatSeisenbahnen, welche in einem Artikel der „Sächs. Arbeiter- Zeitung" enthalten gewesen sein soll, der sich mit dem im Juni vorigen Jahres beim Dresdener Bahn« hofsbau vorgekommenen schweren Unglücksfall beschäftigte, wurde der damalige verantwortliche Redakteur öbiger Zeitung, Genosse Knöfel, zu 500 M. Geldstrafe verurtheilt. — Mit vier Strafmandaten zu je 10 M. oder 2 Tagen Haft wurde Genossin Frau Klara Zetkin von der Hamburger Polizeibehörde beglückt, weil sie sich in Versamm- lunaen Zetkin habe nennen lassen, währenddem sie doch Eißner heiße. Frau Zetkin ist nun aber seit 1391 in Stuttgart gemeldet unter dem Namen: Klara Eißner, ge- nannl Zetkin, und zeichnet auch unter letzterem Namen„D i e Gleichheit". Richterlicher Entscheid gegen diese Strafverfügung ist beantragt worden. — Gepfeffert ist die Strafe ausgefallen, die dem Redakteur des„Fachgenosse" von dem Schöffengericht in Dresden wegen Beleidigung des vormaligen Direktors Joses Havranek aus Usch zudiktirt wurde. Genosse Horn wurde zu 300 M. Geldstrafe und den Kosten des Verfahrens verurtheilt. Berufung ist eingelegt. — In Langen(Hessen. Darmstadt) hatten emige Genossen während der Ländtagswahl an einem Sonntagsmorgen Plakate angeklebt und deswegen eine» Strafbefehl erhalten, weil sie dadurch die Sonntagsruhe gestört haben sollten. Das Schöffen- gericht bestätigte das Strafmandat. Die Berufung beim Land- geeicht hatte den Erfolg, daß die Genossen von Strafe und Kosten freigesprochen wurden, da eine„gewerbliche Handlung" nicht nach- gewiesen sei.— In Darmstadl ist man also noch nicht gaizz bis auf das sächsische Niveau gesunken. Cholera- Nachrichten. Folgende Depeschen sind heute über die wieder auftretende Cholera eingetrossen: Wien, 20. April. In drei unmittelbar an der russischen Grenze gelegenen Gemeinden des Bezirkes Hiisiatyn in Galizien erkrankien in den letzten Tagen mehrere Personen unter ver- dächtiaen Symptomen; einige der Erkrankten sind gestorben. Die bakteriologische Untersuchung hat Cdolora asiatica als Todesursache ergeben; man glaubt, daß die Cholera aus russisch Podolien eingeschleppt wurde. L i s s a b o n, 20. April. Die Zahl der Cholerine-Erkrai, klingen nimmt ab; in den letzten Tagen ist hier rein Todesfall infolge Cholerine vorgekommen. Madrid, 20. April. Für Herkünfte aus Lissabon ist wegen der dort herrschenden choleraäh»l>chen Epidemie eine Quarantäne aiigeordnet worden. Madrid, 21. April. Die„Gazeta de Madrid" veröffentlicht nnnniehr die Dekrete, durch welche die See-Gesundheits-Behörde für die portugiesische Grenze in Frejeneda wieder eingesetzt wird. In Badajoz. Tuy und Valencia werden GesundheitS-Jnspektionen errichtet. Die Herkünfte aus portugiesischen Häfen sind in einem Umkreis von l7S Kilometern von Lissabon für verdächtig erklärt worden. Die Neisenden des Süd-Expreß-Znges müssen in Valencia sich einer ärztlichen Beobachtung und Desinfektion unterzieh«». WitternngSiibersicht von» 21. April. Witterung in Deutschland am 21. April, 8 Uhr Morgens. Die Wetterlage hat sich seil gestern wenig geändert, so daß auch heute fast in ganz Deutschland trübes Wetter vorherrscht. In Sterddeiitschland wehen mäßige Nord-, im Süden frische Nordostwinde, welche die Temperalur noch etwas weiter herab- gedrückt haben; dieselbe liegt zivischen ö Gr. Celsius in Meinel iliid 9 Gr. Celsius in Breslau. Am letzlere» Orte fiel heute früh Regen. Gestern siel im Osten und Süden vielfach Regen; Königsberg halte Nachmiltags Gewitter. Berliner Wetterbureau. Wetter- Prognose für Sonntag, den 22. April 1894. Veränderliches, ein wenig wärmeres Wetter mit leichten Regcnfällen und mäßigen nördlichen Winden. Berliner Wetterbureau. DettepHo»». (Wolff'iS Tölegrappen-Bureau.) New- S)ork, 20. April. Morgen beginnt in dem Kohlen« distrikt ein großer Streik. 2S0 000 Bergarbeiter, welche in 3000 Minen beschäftigt sind, werden die Arbeit einstellen. Für den Inhalt der Inserate über nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Sonntag, den 22. April. Freie Volksbühne. National: Theater. 3. Abtheilung. Beginn Unserem Freunde Berch Allegro Passage- zu feinem heutigen Wiegenfeite ein dreimal donnerndes Hoch! So ver Panopticum. in the unb printi te jest gefa 4. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Du uns, aber hüte Dich vor einem Vorzügl. Panoramen, Rückfall. Dioramen, Wachsgruppen etc. Todesanzeige. 15b Großer Erfolg von Freie Vereinigung aller in der chirurgischen Branche Schiller's Glocke beschäftigt. Berufsgenossen Mufit von Romberg. Allen Kollegen zur Nachricht, daß Nachm. 22 Uhr: Wie man wohl Dargestellt in 15 lebend. Bildern. unfer Rollege thut. Nachher: Michel Perrin. Nene freie Volksbühne.( WallnerTheater). Die Rantau. Opernhaus. Falstaff. Carneval. Montag: Don Juan. Schauspielhaus. Der Kaufmann von Venedig. Montag: Hamlet. Deutsches Theater. Geographie und Liebe. Montag: Der Herr Senator. Berliner Theater. Eva. Montag: Diefelbe Borstellung. Leffing- Theater. Das zweite Gesicht. Montag: Niobe. Friedrich- Wilhelmäädt. Theater. Der Bettelstudent. Montag: Orpheus in der Unterwelt. Wallner- Theater. Die Fledermaus. Montag: Dieselbe Vorstellung. Rekdenz- Theater. Deforirt. Montag: Dieselbe Vorstellung. Neues Theater. Eheglück. Montag: Dieselbe Vorstellung. Central- Theater. Die Näherin. Montag: Dieselbe Vorstellung. Adolph Ernst- Theater. Charley's Tante. Vorher: Die Bajazzi. Montag: Dieselbe Vorstellung. Viktoria Theater. Kinder Alcazar. Variété- u. SpezialitätenTheater. Dresdenerstr. 52/53( City- Passage.) Vornehmster Familien- Aufenthalt. Neu! Höllenqualen. Neu! Boffe in 1 Att von Bernhard. Neu! Eingeseift. Neu! Operette in 1 Att v. A. L'Arronge. Auftreten sämmtl. Spezialitäten. Wochentags 8 Uhr. Anfang: Sonntags 7 Uhr. Entree: Wochentags 20$ 3f. Sonntags 30 Pf. R. Winkler. Kaufmann's Variété. Gänzlich renovirt! Neue Direction. Dieber Elektr. Beleuchtung. des Kapitän Grant. Montag: Dieselbe Vorstellung. Täglich: Alexanderplah Theater. Die Große Künstler- Spezialitäten Nachteulen von Paris. Montag: Dieselbe Vorstellung. National- Theater. Anna- Marie, mein Engel, ich verehr' Dich. Montag: Dieselbe Vorstellung. Theater Unter den Linden. Pariser Leben. Hierauf Columbia. Montag: Dieselbe Vorstellung. American Theater. Lumpen- Susanne, oder: Die Obdachlosen von Berlin. Montag: Dieselbe Vorstellung. Wintergarten. Spezialitäten- Vorstellung. Reichshallen- Theater.SpezialitätenVorstellung. Apollo Theater. Vorstellung. SpezialitätenKaufmann's Variété. Spezialitäten. Vorstellung. Parodie Theater. Vorstellung. SpezialitätenNational- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Zum 1. Male: Anna Marie, mein Engel, ich verehr' Dich. Große Posse mit Gefang und Tanz in 5 Atten von Carl Peters. Regie: Max Samst. Kasseneröffnung 2 Uhr. Anfang der Vorstellung 71/2 Uhr. Im Garten, Nachmittags 3 Uhr: Grosses Konzert und SpezialitätenVorstellung erften Ranges. Aufführung von Charley's Tante und Die Bajazzi Vorstellung. Auftreten von Künstlern I. Ranges. Kapelle 24 Mann stark. Anfang 8 Uhr. Victoria- Brauerei, Lüßowstraße 111-112. Sonntag, den 22. April 1894: Stettiner Sänger Anfang 8 Uhr. Entree 50 Pf. Zum Schluß New 1mm Neu! Die Zigeunerkapelle Benzin Gullasch. Parodistisches Ensemble von Meyfel. Nach der Soiree: Tanzkränzchen. Montag: Viktoria- Brauerei. Castan's Panoptikum. Die Theaterbesucher haben den Garten Im 9. Kreise der Hölle: Montag: Anna Marie, mein Engel, Der Rutsch a. d. Rafirmeſſer. ich verehr' Dich. Central- Theater. Alte Jafobstraße Nr. 30. Zum 1. Male: Die Näherin. Poffe in 4 Aften von Ludwig Held. Mufit von Carl Millöker. Anfang der Vorstellung 71/2 Uhr. Montag: Die Näherin. Adolph Ernst- Theater. Heute: Charley's Tante. Schwank in 3 Att. v. Brandon Thomas. Vorher: Die Bajazzi. Elite- Damenkapelle Austria. ratweil' sche Bierhallen Kommandantenkr.77-79. Aelt. u. größt. Etablissem. Berl. Täglich bei freiem Entree abwechselndes Programm der österreichischen Damenkapelle 57 Dittl" in kleinrussischen Nationalkostümen. Anftreten von Parodiſtiſche Poſſe mit Gesang in 12ft Künstlern. Spezialitäten von Ed. Jacobson u. Benno Jacobson. Mufit von Franz Roth. In Szene gesezt von Adolph Ernst. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. FRIEDRICHSHAIN AktienBrauerei Friedrichshain am Königsthor. Beute, Sonntag: Gr. MilitärKonzert der Kapelle des Königin Augusta Garde- GrenadierRegiments Nr. 4 ( Koblenz). 1. Ranges, sowie Auftreten der nordamerikanisch. Negergesellschaft Mr. Brown. Sonntags Anf. 5 Uhr. Entree 30 Pf. 3 Regelbahnen. 6 Billards, pro Stunde 60 Pf. C. Koch, fr. Gambrinus. Säle für Versammlungen und Festlichkeiten sind noch an verschiedenen Tagen zu haben. Neue Welt. 1727 Hasenhaide Nr. 108. Sonntag, den 22. April 1894: Finsterbusch- Konzert. Georg Joseph Die am 20. April gestorben ist. Beerdigung findet am Sonntag, den 22. April, Nachm. 4 Uhr, von der Leichenhalle des Elisabeth Kirchhofes ( Gesundbrunnen) aus statt. Bahlreiches Erscheinen erwünscht. 331/11 Der Vorstand. Die Begräbniskaffe und Zahlstelle ber Buchbinder befindet sich bei W. Schünemann, Steinftr. 17. 6b Bereinsz. mit Klavier f. 20 Perfit 3. vergeb. b. M.Schünemann, Steinstr.17. Geselligkeitsklub ehem. Pflug'scher Arbeiter. Die außerordentliche General- VerDienstag, den 1. Mai 1894: gr. Mai- Feier bestehend in Vokal- und Inftrumental- Konzert, 349/16 ausgeführt von der Freien Vereinigung der Zivil- Berufsmusiker Berlins und Umgegend", unter Mitwirkung von Gesangvereinen des Arb.- Sängerbundes. Für den Often des Wahlkreises in den Lokalen: am Königs Thor. Brauerei Friedrichshain, Festrede: Genosse Paul Singer. Elysium, Landsberger Allee 39-40. Festrede: Genosse Curt Baake. Für den Süd- Osten in den Lokalen: ſammlung findet am Sonntag, ben Concordia- Festsäle, Andreasftr. 63| 64. 29. April d. J., Vorm. pünktl. 10 Uhr, in Keller's Saal, Bergstr. 68, statt. Das Mitgliedsbuch legitimirt. Von Anfang Mai ab wird eine Festrede: Genosse Paul Singer. neue Bahliſtelle in der Acferſtr. 31 bei Konzerthaus Sanssouci, ofer Herrn Hausmann Sonnabend Abends 8-10 Uhr eingerichtet. 59/60 Der Vorstand: Otto Winkler. W. Noack's Concert- u. Gesellschafts- Säle, Brunnenstraße Nr. 16. Festrede: Genosse Dr. Heymann. Aufführung lebender Bilder. Deklamationen, sowie in sämmtlichen Lokalen nach Beendigung des Programm3: Tanz. Seute, Sonntag, den 22. April: Serren, bie baran theilnehmen, zahlen 30 Pfennig nach, Grosser Ball. Anfang 5 Uhr. Empfehle meinen großen Garten, bis 1000 Perf. faffend, mit elektr. Beleuchtung für Vereine u. Gewerkschaften z. Sommerfeftlichkeiten mit Konzert, Theater- Vorstellung und Kaffeeküche zu den foulantesten Bedingungen. Schluß 87b luß der Saison am 30. April. Circus Renz, ( Karlstraße.) Sonntag, den 22. April: 2 Vorstellungen. Nachm. 4 Uhr ( 1 Rind unter 10 Jahren frei): Große Komiker- Vorstellung. Anfang 4 Uhr. Das Komitee. 5. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Dienstag, den 1. Mai 1894: gr. Mai- Feier im Schweizer Garten am Königsthor bestehend in Muftreten fämmitt, Stownd unstinter gr. Vokal- und Inftrumental- Konzert KünstlerSpezialitäten 1. Ranges. Abends 71/2 Uhr: = nebst Tanz, Auf auf zur fröhlichen Jagd! Gesangs- Aufführungen von 200 Sängern des ArbeiterBarforce- u. Kastadenritt. Ballet von Sängerbundes. Aufführung lebender Bilder. 100 Damen. Meute von 40 Hunden. Gerner: Der ostpreussische Hengst Festrede, gehalten vom Reichstagsabg. Robert Schmidt. Blondel, vorgeführt vom Dir. Fr. Renz. Kandelaber, ger. v. Hrn. Ernst Renz. Cromwell und der Steiger Alep, ger. von Frl. Oceana Renz. Die Luftgymnastiker Gebr. Wortley 1. f. m. Montag: Auf auf zur fröhlichen Jagd. Fr. Renz, Direktor. Märkischer Hof, Admiral- Strasse Nr. 18 c. Großer Volks- Ball. Jeden Sonntag: Anfang 4 Uhr. Ende 2 Uhr. 14L Die beiden Spiegel: Säle empfehle Vereinen Sonnabends u. Sonntags zu Sommernachtsbällen u. Versammlungen. Concordia- Festsäle C. Saeger, 64. Andreasйtraße 64. Heute, Sonntag, den 22. April: Grosser Ball bei stark befekten Orchestern. Anfang 51/2 Uhr. Entree 30 Pf. Donnerstag, den 26. April: Abschieds- Soirée Der Norddeutschen Säuger. 74/1 C. Saeger. Bock- Brauerei Tempelhofer Berg. Brinkmann- Konzert. Anfang 41/2 Uhr. Entree 30 Pf. Bei ungünstiger Witterung findet das Konzert in dem Saal statt. Gintritt 30 Grosser Ball.lifte der preuß. Lotterie bei. Anfang 4 Uhr. Billet 20 Pf. Herren, die am Zanz theilnehmen, zahlen 30 Pf. nach. Das Komitee. Billets find an folgenden Stellen, sowie bei den bekannten Parteigenoffen zu haben: R. Drescher, Linienstraße 50. E. Wittschow, Elfafferstraße und Kl. Hamburgerstr.- Ede, Fr. Krüger, Hirtenstr. 10, Ece Amalienstraße. Richter, Neue Königstraße 90. Weber, Landsbergerstraße 41. Achilles, Greifswalderstraße 210. 852/8 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Dienstag, den 1. Mai 1894: gr. Mai- Feier bestehend in Konzert, Gesang, lebenden Bildern und Festvorträgen. Dieselbe findet in folgenden Lokalen statt: Ahrens Brauerei( Monbit). Eiskeller, Chausseestraße. Norddeutsche Brauerei, Chauffees Weimann's Volksgarten brunnen). Berliner Prater, Kastanien- Allee. Jägerhaus, Schönhauser Allee. Anfang Nachmittags 4 Uhr. Entree nach Belieben( Tellersammlung). Mai- Festzeitungen werden in allen Lokalen zu dem Preise von Das Komitee. 354/9 10 Pf. abgegeben. Der heutigen Nummer unseres Blattes liegt die geftrige GewinnBerantwortlicher Redakteur: Hugo Pötsch in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Anfang 4% Uhr. Kinder frei.Programm unentgeltlich. Hierzu drei Beilage 1. Beilage zum„Vorwärts" Bttliner Volksblatt. Nr. 93. Sonntag, den ZZ. April 1894. 11. Jalirg. Utartamsnksbertchke. Abgeordnetenhaus. 54. Sitzung vom 21. April 1894, 11 Uhr. Am Ministertische: Miquel, Thielen und Rom- anssarien. In dritter Berathung erledigt daZ Haus zunächst die Vor- läge betreffend die Deckung der Ausgaben des Rechnungsjahres 1892/93 und den Gesetzentwurf betreffend Aenderung der Wege- gesetzgebung der Provinz Hannover. Darauf folgt die erste Berathung des Gesetzentwurfs betr. den Bau eines Schiff fahrts-Kanals vom Dort- mund-Ems-Kanal bis zum Rhein. Minister Thielen: Die Regierung hat sich zur Einbringung der Vorlage in so spätem Stadium der Session entschloffen, weil die spätere Vorlegung unwiderbringliche Schädigungen mit stck gebracht hätte. Tie Arbeiten sind aber erst in letzter Zeit so weit gefördert worden, daß ein Abschluß der Verlage erfolgen konnte. Der Kanal wird die Aufgabe haben, das in seiner Produktion und Konsumtion wohl einzig dastehende niederrheinische In- dustrierevier mit den Wasserstraßen zu verbinden und als Durch- gangsstraße zu dienen aus dem Osten nach dem Westen. Wer die Verhältnisse im niederrheinisch-westfälischen Jndustrierevier aus eigener Anschauung kennt, wer weiß, mit welchen Schwierig- leiten die Industrie zu kämpfen hat infolge der wachsenden Pro- duktionskosten, der kann sich der Ueberzeugung nicht verschließen, daß«ine Vermehrung der Verkehrsweg« und eine Ermäßigung des eine gewaltige Rolle spielenden Faktors der Transporte von der allergrößten Bedeutung ist. Wohl noch niemals ist eine Kanalvorlage dem Hause gemacht worden, bei der das Bedürfniß so klar zu Tage liegt, wie bei diesem Kanal. Es drängt sich von selbst die Frage auf, welchen Einfluß wird der Kanal auf den Betrieb und die Einnahmen der Eisenbahnen haben? Hierauf eine ziffernmäßige Antwort zu geben ist un- möglich. Daß der Kanal einen Theil des Verkehrs von den Eisenbahnelt an sich ziehen wird, ist natürlich. Dazu wird er gebaut. Daß der Verlust der Eisenbahn dem Verkehrsquantum des Kanals entsprechen wird, ist nicht anzunehmen. Die Eisen- bahntransporte am Rhein und nach Frankfurt haben sich durch die bessere Herstellung des Rheins und die Main-Kanallinie nicht vermindert. Die Verminderung der Transporte wird jedenfalls nicht im Verhältniß stehen zu dem Nutzen, den die Industrie von dem Kaual haben wird. Es wird sich hauptsächlich um Artikel handeln, deren Netto-Erträge sehr geringfügig sind, wie Kohlen und Kokes. Deshalb kann auch der Verkehrsminister ein Herz haben für diesen Kanal. Die Eisenbahnverwaltung hat ein sehr lebhaftes Interesse daran, daß die Kohlenindustrie des niederrheinisch- westfälischen Reviers nicht nur in ihrer Leistungsfähigkeit erhalten, sondern auch gefördert wird. An den Produktionskosten ist wenig zu ermäßigen; sie sind in den letzten Jahren aus bekannten Gründen erheblich gesteigert worden. Nur die Ermäßigung des Wassertransports kann eine Erleichterung bringen. Abg. Wlnckler(k.) erklärt, daß die konservative Partei gegen die Vorlage stimmen würde. Die schlechte Finanzlage zog sich wie ein rother Faden durch die Verhandlungen. Dringende Ausgaben wurden zurückgestellt; das wird um so mehr jetzt nolhwendig sein, nachdem die Hoffnung auf eine Reform der Reichssinan�en gescheitert ist. Hinter den 55 Millionen stehen noch weitere Millionen, namentlich für den Mittelland- kanal, deffen große Ausdehnung eine Anforderung von mehr als 209 Millionen Mark Ausgabe in Aussicht stellt. Unsere Staats- schulden würden also im Laufe dieses Jahrzehnts um 200 bis 300 Millionen für Kanalbauten vermehrt werden müssen. In der Denkschrift ist darauf hingewiesen, daß die Arbeiter des Nord-Ostsee-Kanals hierbei verwendet werden könnten. Das würde doch beinahe wie ein Recht auf Arbeit aussehen. Wenn von der Verwendung der dort gebrauchten Maschinen gesprochen wird, so ist nicht festgestellt, ob die Maschinen zur VersücMg Jtehen und ob die Maschinen noch so werthvoll sind, daß sie den Transport lohnen. Daß die Steigerung der Preise des Grund und Bodens den Kanalbau später vertheuern werden, sei nicht anzunehmen. Mit einer Kommissionsberathung sind die Konser- valiven einverstanden.(Zustimmung rechts.) Abg. Schmieding(natl.): Der Minister hat schon ausgeführt, daß für keinen Kanal' die Nothwendigkeit so klar vorliegt, wie für diefen;danach kann ich auf eineweitereBegründung derNolhwendig- keit wohl verzichten. An dem Ausbau des gesammten 5tanalS vom Rhein zur Weser und zur Elbe hat der Osten mindestens das- selbe Interesse wie der Weste».(Widerspruch rechts.) Unsere Flüsse nehmen meistens einen Lauf nach Norden und begünstigen dadurch besonders den Import nicht bsos von Getreide, sondern auch von industriellen Produkten und namentlich von englischer Kohle, welche billiger nach Berlin kommt, als die westfälische Kohle. Abg. v. Ouistorp(k.) bringt erhebliche technische Bedenken zur Sprache. Endlich berührt Redner auch die Frage der Rentabilität. Geheimer Baurath Dresel: Die Senkungen sind unbedenk- lich; wo es nothwendig ist, wird der Abbau unter dem Kanal ausgeschlossen. Di- Schiffshebewerke sind nnr zur Ersparung von Zeit nothwendig, weil sie an solchen Stellen angelegt werden, wo sonst mehrere Schleusen nothwendig wären. Abg. Wallbrecht(natl.): Der Dortmund-Ems-Kanal dient hauptsächlich mit der Einfuhr. Giebt es ein besseres Mittel, den inneren Verkehr zu heben, als einen Kanal vom Osten nach dem Westen zu bauen? Ich hoffe, daß man in der Kommission dazu kommen wird, den Kanal zu bewilligen.(Beifall links.) Abg. v. Schalscha(Z.) bezeichnet es als irrig, den Mittel- landkanal als eine Konzession zu betrachten; derselbe würde nur dem Auslande nützen und der Industrie des Westens. Die Interessen des Ostens liegen nicht bei Dortmund.(Zuruf: Wo denn?) Die liegen im Osten.(Heiterkeit links.) Minister Miquel: Auch ich bin der Meinung, daß man die Slaatseisenbahn-Einnahmen nicht unberücksichtigt lassen darf und daß man nur dann bedeutende Kapitalien auf unser Kanalnetz verwenden darf, wenn eine mäßige Rentabilität dieser Kapitalien zu erwarten ist. Auch wäre es mir erwünscht, wenn es gelänge, in das Gebührensystem für unsere Wasserstraßen wirklich durch- greifende und regelmäßig überall anwendbare Grundsätze hinein- zubringen. Man wird aber das von Fall zu Fall beurtheilen müssen. Man wird nicht die Forderung stellen können, daß unter allen Umständen ein Kanal nur dann gebaut werden darf, wenn mit Sicherheit auf eine volle Rentabilität gerechnet werden kann. Das ist auch bei dem Bau der Sekundärbahnen nicht der Fall. Die allgemeine wirthschaftliche Bedeutung des Unternehmens, die Rücksicht auf die Landesmelioration sind bei dem Kanal gerade für die Landwirthschaft von großer Bedeutung. Nun haben wir uns im Finanzministeriuin aber doch überzeugen müssen, daß gerade der vorlegende Kanal eine Garantie für eine mäßige Verzinsung giebt. Man könnte diese Frage von vornherein bejahen, selbst wenn man keine Zahlen hätte. Man braucht wohl blos das dortige Gebiet zu kennen.� Die Probe auf das Ersinpel ist für mich die Geneigtheit der nächst betheiligten Landestheile, ein Viertel des Risikos mitzuübernehmen.(Zuruf rechts.) Ja ich hätte es auch gewünscht, daß es mehr gewesen wäre. Wenn aber auch solche Personen, welche keiu unmittelbar wirthschaftliches Interesse an zehn Millionen beispielsweise den Kanal haben, geneigt sind, für die Rheinprovinz zu über- nehmen, so müssen doch die zunächst betheiligten Kreis« an eine Rentabilität des Kanals glauben. Abg. v. Woyna(k.) erklärt namens der Minderheit seiner Freunde, daß der Kanal nothwendig sei; aber er wünscht, daß durch ein hydrotechnisches Gutachten festgestellt werde, ob die Anlagen des Kanals auch so sind, daß die Landwirthschaft nicht geschädigt wird. Abg. v. Riepenhausen(I.): Trotz der lichtvollen Aus� führungen des Finanzministers bin ich nicht von der Nothwendig- keit des Kanals überzeugt. Wenn 35,3 pCt. des gesammten Eisern bahnverkehrs Deutschlands aus das rheinisch-westfälische Kohle» gebiet entfällt, wenn also dort der Güterverkehr auf die Flächen- einheit berechnet, das 98fache des für ganz Deutschland geltenden Durchschnitts deträgt, dann ist es besonders gefährlich, dort die Konkurrenz eines Kanals herbeizuführen. Alle Gründe, welche an- geführt sind, treffen die Hauptpunkte nicht, namentlich ist nicht nachgewiesen, daß unsere Finanzen sich so gestalten, daß wir solche großen Ausgaben machen können. Ich habe«ine kleine Mehrausgabe angeregt, um eine größere Sonntagsruhe für die Eisenbahnbeamten herbeizuführen, aber nicht einmal eine Ant wort erhallen. Daß der Bau von Kanälen die Industrie hebt, wird nicht bezweifelt. Aber die Rentabilität des Kanals ist nicht nachgewiesen. Wir sind in der Schuldenwirthschaft so mit Riesenschritten vorwärts gegangen, es sind für nichtproduktive Aufgaben so viel Schulden gemacht worden, daß wir endlich einhalten müssen, namentlich wo der Osten noch der einfachsten Verkehrsmittel entbehrt; z. B. für Stralsund handelt es sich nur um wenige Hunderttausend Mark, um die nothwendig« Ver- tiefung der Wasserstraßen vorzunehmen. Deshalb ist einer solchen Vorlage gegenüber der ablehnende Standpunkt der allein richtige. Minister Thielen: Der Vorredner scheint darüber verletzt zu sein, daß ich ihm bezüglich der Sonntagsruhe der Beamten der Eisenbahnen keine Antwort gegeben habe. Ich habe an- genommen, daß er sich die darauf bezügliche Denkschrift durch- gelesen hat und kann ihm nur noch die nachträgliche Durch- lesung empfehlen. Abg. Ostrop(Z.) tritt für den Kanal ein und bringt zwei Bedenken vor, auf welche der Minister Thielen sofort antwortet: Die Entnahme des Waffers aus der Lippe wird so gering sein, daß eine meßbare Senkung des Wasserspiegels nicht zu erwarten ist. Durch die Senkung infolge des Bergbaus wird der Kanal nicht geschädigt werden; dagegen sprechen alle Gutachten der Bergbautechniker. Abg. Stengel(dk.): Die Verantwortlichkeit für die Be- willigung einer so hohen Summe wird gestärkt dadurch, daß andere Kanalprojekte im Hintergrunde lauern, so daß man nicht den Kanal Dortmund- Rhein für sich allein betrachten kann. Für die Unterhaltung der Kanäle sind 13 Millionen an Ausgaben ausgeworfen und was steht an Einnahmen gegen- über? Etwa 1350 000 M. Die übrigen 17 Millionen werden aus Steuern gedeckt. Die Regierung mag eine Aenderung dieses Verhältnisses beabsichtigen, aber ich bezweifle, daß es möglich sein wird, einen erheblichen Theil der Kosten durch Gebühren auszu- Mnngen. Abg. Jerusalem(Z.) hofft, daß die Gegner der Vorlage durch die Kommissionsberathung noch Freunde derselben werden würden, da die Gegengründe sich leicht als nicht stichhaltig nach- weisen ließen. Abg. Richter: Ich bin der Meinung, daß der Kanal jetzt nicht zu bewilligen ist; denn der Kanal ist hauptsächlich eine Er- leichterung für die Ausfuhr von Kohlen nach Holland. Daß die Zufuhr von Steinen, Holz, Getreide u. s. w. durch den Kanal gefördert wird, ist in der Begründung nicht dargelegt. Die Land- wirthschast wird jedenfalls keine nennenswerthen Vorlheile davon haben, ob diese Zufuhrstraße gebaut wird oder nicht. Das Konkurrenzverhältniß zu den Eisenbahnen ist nicht gründlich genug erörtert. Kann der Kanal sich selbst erhalten, so soll der Staat den Bau nicht hindern. Die Interessenten müßten voll und ganz für diesen Kanal auf- kommen. Ein gewiffes Naturrecht, mehr als 3Ve pCt. aus ihrem Kapital zu ziehen, haben die Industriellen ebenso wenig, wie Großgrundbesitzer ein Siecht auf hohe Rente. Nach der Schluß- folgerung des Ministers müßte auch jede Sekundärbahn als ein sehr rentables Geschäft angesehen werden. Eine noch größere Garantie gegen die Herabsetzung der Kanalgebühren wird es sein, wenn die Interessenten die volle Garantie übernehmen und zwar nicht blos für das ganze Kapital, sondern auch für die Bauzinfen, und dabei müßte die Untervertbeilung in dem Gesetze vorgeschrieben und nicht dem Provinziallandtag überlassen werden. Es sollten die betheiligten Kreise bezeichnet werden, welche die Garantie zu übernehmen haben, und zwar müßten die Kosten umgelegt werden aus die Kohlenförderung. Man sollte einmal erst die Einwirkung dieses Kanals abwarten. Ich bin nicht der Meinung, daß der Verkehr Selbstzweck ist, sondern daß jeder Verkehr sich auch selbst bezahlen muß. Aus den gegenwärtigen Finanzverhältniffen läßt sich gegen daZ Pro- jekt nichts herleiten. Auch wenn alle geforderten Steuern be- willigt worden wären, würde ich doch ein Gegner der Vorlage sein. Wenn erst diese Vorlage angenommen wird, dann wird der Mittellandkanal mit 232 Millionen Mark Kosten kommen und noch manches andere. Man ist den Interessenten viel zu weit mit Staatshilfe entgegengekommen; es kommen nun immer weitergehende Wünsche und die Unzufriedenheit wächst immer mehr, einmal über die fortwährenden neuen Steuern und dann daß diese und jene Forderung der Interessenten nicht erfüllt ist. Ich bin gegen diese Liebesgabenpolitik in jeder Gestalt, ob eS sich um Großindustrielle und um Großgrundbesitzer oder sonst wen handelt. Auch hier sollte der Grundsatz von Leistung und Gegenltistunggelten. Redner empfiehlt die Ueberweisung der Vorlage an die Budget- kommission. Minister Thiele«: Vorermittelungen haben stattgefunden über den Ausfall von Eisenbahn-Einnahmen. aber sie haben ergeben, daß es sich dabei immer nur um unzuverlässige Schätzung handelt. Daß eine kleine Schädigung der Eisenbahnen eintritt, ist natürlich, aber diese Schädigung kann aus andere Weise ausgeglichen werden. Bewältigen können die Eisenbahnen den Verkehr schon, aber es handelt sich darum, daß eine Ver- kehrsstraße geschaffen wird, die den Verkehr billiger auch auf diese kurze Entfernung ausführen kann. Die Befürchtung, daß die Kanäle eine zu große Zeit während des Winters gesperrt sind, ist bei unseren Witterungsverhältniflen für gewöhnlich nicht anzunehmen. Herr Richter will den Interessenten zwar nicht d» Aufbringung des Kapitals auferlegen, aber die Uebernahme der vollen Garantie. Aber damit würden wir das bisherige System vollständig verlassen. Zu den künstlichen Waffer- straßen im Osten haben die Interessenten nichts beigetragen. Ich hoffe, die mannigfachen Bedenken technischer Art werden in der Berathung der Kommission beseitigt werden können. Was dazu seitens der Regierung geschehen kann in offener Darlegung alles Materials, welches sie besitzt, soll gewiß geschehen. Nachdem noch der Abg. Schwarze(Z) sich für die Vorlage ausgesprochen, wird dieselbe an eine Kommission von 21 Mit- gliedern verwiesen. Schluß 4 Uhr. Nächste Sitzung Montag 11 Uhr. Zweite Berathung der Vorlag« betr. die Landwirthschaftskammern. Lolrcrlvs. Achtung» Gewerkschaften! Maifeier! Der Ausschuß der Berliner Gewerks chafls-Kommissioir giebt den Gewerkschaften Berlins nochmals die Resolution bezüglich der Maifeier bekannt: Die Versammlung derBerlinerGewerkschafts-Kommission fordert die Arbeiter Berlins auf, am l. Mai Vormittags die von der Berliner Gewerkschafts-Kommission einberufenen resp. bekannt zu gebenden Gruppenversammlungen zu be- suchen. Den Arbeitern derjenigen Berufe, die bereits Versammlungen zum 1. Mai festgesetzt haben, wird anheim» gegeben, in diesen vollzählig am Platze zu sein; damit die Feier eine wirkungsvolle und keine zersplitterte werde. Außerdem wurde der Beschluß gefaßt, daß die Gewerkschaften bis spätestens acht Tage vor dem 1. Mai, die Versammlungs- anzeigen dem Gewerkschaftsbureau, Rofenstr. 28, übersenden sollen, damit dieselben von dort aus. nach Gruppen geordnet, dem„Vorwärts" zur Bekanntmachung übergeben werden können. In diesen Versammlungsanzeigen ist bekannt zu geben, in welchem Lokal, zu welcher Stunde und mit welchem Referenten die Versammlungen stattfinden; dasselbe ist bei den Jndustriegruppen-Versamm- lungen zu beachten, sofern diese von den Gruppen selbst veran- staltet werden. Ferner wird noch bemerkt, daß die Gewerkschaften und Be- rufe, die sich an den Jndustriegruppen-Versammlungen betbeiligen wollen, etwa 1 Stunde vor dem Anfang der Gruppenverfamm- lungen sich in ihren eigenen Versammlungslokalen zusammen- finden können, um die Zahl der Festtheilnehmer aus der eigenen Gewerkschaft festzustellen; von diesen Lokalen aus haben sich die einzelnen Gewerkschaften dann rechtzeitig zu den Gruppen- Versammlungen hinzubegeben. Die Einberufung der Gruppenverfamm- lung0n und die Besorgung der Referenten finden von d er G ew erksch a fts-Ko m mi sfi»n j e- d och nur dann statt, wenn an das Bureau der- selben ein diesbezügliches besonderes Ver» langen gestellt wird. Zum Schluß verweisen wrr noch, mals ausdrücklich darauf, daß die Gewerkschaften resp. die Delegirten dem Bureau so bald wie möglich m i t t h e i l e n, wo die Versammlungen ihrer Gewerkschaften am 1. Mai abgehalten werden, da es andernfalls nicht möglich ist, die Bekanntgabe rechtzeitig und vollständig stattfinden zu lassen. Mit solidarischem Gruße Der geschäftsführende Ausschuß der Berliner Gewerkschafts-Kommission._ Die Unzulänglichkeit der städtischen Krankenhäuser gegenüber dem vorhandenen Bedürfniß wird in unfreiwilliger Weise durch die Direktionen der betreffenden Anstalten selbst an- erkannt, insofern der Entlassungsschein oft den Vermerk trägt: „Wegen Ueberfüllung als gebessert entlassen." Angesichts dieser That- fache ergiebt sich für den Magistrat die dringende Verpflichtung, den Bau des vierten städtischen Krankenhauses schleunigst in Angriff zu nehmen und nicht erst zu warten, bis zwingende Ereignisse eintreten. Die Cholera-Nachrichten aus dem Auslande mehren sich in beunruhigender Weise und der unheimliche Gast könnte auch in Berlin seinen Einzug halten in jener verhmenden Wirkung, wie seiner Zeit in Hainburg. Man warte diese traurige Möglichkeit nicht erst ab, sondern trage den berechtigten Wünschen der Einwohnerschaft Rechnung,«he es zu spät ist. Ein«ener gefährlicher Feind ist der Sozialdemokratie entstanden. Als„feste Burg und Bollwerk gegen den Umsturz, zur Mehrung und Erhaltung des Mittelstandes" ist die Heim- stätten-Aktiengesellschast gegründet worden, welche in langen Pro- spekten zum Beitritt auffordert. Auch der„fast Besitzlose" soll hier Gelegenheit haben, ein angenehmes eigenes Heim zu erwerben und dadurch Glück und Zufriedenheit zu erlangen. Dieses Ziel, allgemeine Zufriedenheit und somit Lösung der sozialen Frage, wird auf höchst einfache und geniale Weise gelöst: Anstatt zur Miethe zu wohnen, bezieht man ein eigenes Häuschen. welches die Gesellschaft in eineui Vororte baut und zur Ver- fügung stellt. Außerdem aber versichert man sich bei einer Lebens- versicherungs-Gesellschaft und zahlt die fortlaufenden Prämien an diese; an die Heimstätten-Aktiengesellschaft dagegen die Zinsen des auf den Kauf des Bodens und den Bau des Hauses ver- wendeten Kapitals. Lebt man lange genug(bis zum 60. Jahre), so zahlt die Versicherungsgesellschaft die Bersicherungssmnme an die Heimstättengesellschaft und man ist glücklicher Besitzer eines eigenen Heinis. Stirbt man früher, so wird wiederum die fällige Ver- sicherungssumme der Heimstättengesellschaft ausbezahlt, und die Kinder und Erben des selig Entschlafenen sind die Besitzer der schönen Heimstätte. Die Direktion rechnet auS. daß man aus diese Weise, trotzdem man außer ven Kapitalzinsen noch die Versicherungsprämien bezahlt, billiger wohnt, als rn Berlin. DaS ist zwar richtig; aber man wohnt um so viel theurer, als man ohne die Versicherungsprämie in dem betreffenden Vorort wohne» würde. Freilich, dafür hat man aber im 80. Lebensjahre, oder beim Todesfalle die Erben, daS Häuschen als Eigenthum. Nun. und wenn man sich darauf nicht einläßt, sondern WohnungS- miethe und Versicherung als gesonderte Geschäfte behandelt, so besitzt man im 80. Jahre resp. die Erben bei früherem Ableben, daS versicherte Kapital, welches ja eben den Werth d«S HäuZ- chenS darstellt. Dann ist man nicht Zeit seines LebenS an die ein« Wohnung gebunden, sondern kann, den wechselnden Bedürf- nissen der Beschäftigung folgend, die Wohnung und den Wohnort wechseln, und für daS Kapital auch, wenn man so gern eigener Besitzer ist, sich in einem Vororte ankaufen. Aber selbst, wenn der Vortheil, welchen man alS Mitglied der Heimstätten-Aktiengesellschaft hat, noch so sehr in die Augen spränge, waS hätte wohl der Arbeiter davon und waS würde fürs allgemeine Wohl daraus folgen? Die Gesellschaft behauptet selbst nicht, daß sie den„Besitzlosen" glücklich machen will, sondern nur den„fast Besitzlosen". Ihre billigsten Häuser sollen 8000 M. kosten. Dafür muß ein Sdjähriger bei emer Anzahlung von 800 M. noch 416,90 M. Miethe zahlen, nämlich 4 pEt. Zinsen oder 216 M. für den Rest von 5400 M. und 200,90 M. Ver- sicherungsprämie. Läßt man die Anzahlung fort, so erhöht sich die Miethe noch um»/». so daß 483,22 M. herauskommen. Nun. welcher Arbeiter kann wohl auch nur 400 M. als jährliche Miethe für sich und seine Familie ausgeben. Das Ein- kommen unserer Arbeiterbevölkerung ist kein so bourgeois- mäßiges, daß sie seine solche Summe zur Befriedigung ihres Wohnungsbedürfniffes aufzuwenden nn Stande ist. Außerdem hat die Rechnung noch ein Loch; die Versicherungs- Prämien berechnen die Versicherungsgesellschaften nach der Sterb- lichkeit derjenigen Bevölkerungsklasfen. welche sich vornehmlich versichern lassen; würde ein Arbeiter bei einer Versicherungs- gesellschaft anfragen, so würbe er bald einsehen, daß die tarif- mäßigen Prämien für ihn nicht gelten, sondern daß er„wegen der besonderen Gefahren seines Berufes" erheblich mehr zahlen müßte. Für den Arbeiter bietet demnach der Beitritt zur Heim- stätten-Aktiengesellschast nicht nur keinen Vortheil, sondern es ist ihm direkt unmöglich. Wäre daS aber auch nicht der Fall, sondern könnten Ar- beiter beitreten, und würden die segensreichen Folgen �eintreten, >vMs die Gesellschaft prophezeit. waZ wäre der Erfolg? Di« Gesellschaft betont in ihren Rellame-Waschzetteln alS besonderen Vorlbeil. daß der Grund und Boden in den Bororten, wenn erst mehrere ihrer Mitglieder dort wohnen, sehr schnell in seinem Werth steigen müsse, so daß die glücklichen �Besitzer nachher reiche Leute würden; mit anderen Worten, die glücklichen Besitzer können ihre billig erworbenen Grundstücke theuer verkaufen und den Grund- und Bodenwucher bis in die fernsten Vororte tragen. Der Inhalt des ganzen Prospektes läßt sich zusammendrängen in die Worte:„Betheiligt euch am Bodenwucher; dann schafft ihr ein Bollwerk gegen die Sozialdemokratie." Nun. eine hoffentlich nur noch kurz« Weile werden die Herren Bourgeois ihr Spiel wohl noch treiben können, bis der verwirklichte Sozialismus allem Spekuliren mit dem Boden des Volkes ein Ende machen wird. Tie Anfbesserung der Gehälter für die Lehrer und Lehrerinnen an den Berliner Gemeinde» schulen ist durch die Beschlüsse der letzten Stadtverordneten- Versammlung endlich zur Thatsache geworden. Damit ist eine Streitfrage zu ihrer vorläufigen Erledigung gelangt, die zu den am wenigsten ehrenvollen nicht nur in der Entwickelungsgeschichte des Berliner Volksschulwesens, sondern überhaupt der Berliner Gemeindeverwaltung gehört. Ter Berichterstatter des Aus- schuffes zur Beralhung der die Gehaltsaufbesserung be> treffenden Magistralsvorlage meinte zwar unter dem Beifall der Versammlung, durch Annahme des Ausschuß- antrages, der die Mitte zwischen den bescheidenen Absichten des Magistrats und den weitergehenden Forderungen der Stadt- verordneten bildete, werde ein Denk- und Markstein in der Ent- Wicklungsgeschichte unseres Volksschulwesens geschaffen werden, und für alle, die daran mitgewirkt, werde das eine erhebende Erinnerung bleiben. Aber der Krämergeist, der den Magistrat beseelt, und der bei den Stadtverordneten diesmal ausuahms- weise keine rechte Unterstützung gesunden hat. ist selten so häßlich und abstoßend zu tage getreten, wie in dieser Angelegen- heit. Unsere Leser kennen das Hinüber und Herüber der Ver- Handlungen zwischen Magistrat und Stadtverordneten und die wiederholte Berathung im Ausschuß wie in der Stadtverordneten- Versammlung.(Vgl. die Berichte in Nr. S7 vom 9. März und Nr. 91 vom 29. April.) Das, was der Magistrat fich schließlich hat abringen lassen, ist nicht viel, aber es bedeutet immerhin eine Besserung gegen früher. Sie besteht namentlich in einer Er- höhung des Maximalgehalts und in einer anderen Art des Auf- rückens in die höheren Gehaltstufen. Der sogenannte Stellen- Etat ist durch das System fester Zulagen nach einer bestimmten Zahl von Dienstjahren ersetzt worden. Das System der Dienst- alterszulagen bestand schon einmal im Berliner Gemeinde-Schul- wesen, aber es wurde 1872 trotz aller Bitten der Gemeindelehrer verlassen, weil dadurch, wie der Magistrat damals ausführte, „die Interessen der Kommune erheblich gefährdet" würden, da „jeder Lehrer das Maximalgehalt erreichen könne". Es wurde also der Stcllen-Etat eingeführt, d. h. man setzte ein Durchschnitts- gehakt pro Lehrer fest, multiplizirte es mit der Zahl der Lehrkräfte und vertheilte die Gcsamintsuunne zu ungleichen, im allgemeinen mit den Dienstjahren steigenden Sätzen unter sämmtliche Lehrer. Wurden wenig neue Stellen geschaffen, so stieg die Gesammt- summe wenig, und es konnte nur ein geringes Aufrücken statt- finden. Da aber in den letzten Jahren immer weniger neue Schulen gebaut, also immer weniger neue Stellen geschaffen wurden, so wurde auch das Aufrücken immer geringer. Hätte es dem Magistrat gefallen, 19 Jahre lang gar keine Schule zu bauen, so hätte das Aufrücken in eine höhere Gehaltsstufe, von den durch Abgang oder Tod bedingten Veränderungen abgesehen, 19 Jahre lang gänzlich aufgehört. Dieses unglaubliche Berfahren suchte Stadtschulrath Bertram in einer 1879 erschienenen Schrifi über„das Gemeindeschul- wesen der Stadt Berlin" als vorzüglich hinzustellen. Die Alters- zulagcn, meinte er, machten die Lehrer zu unabhängig, ver- minderten ihren Eifer und schwächten die Bereitwilligkeit zur Unterordnung unter die Vorgesetzten. Es erscheint lins an- gebracht, jetzt, wo der Stellenetat, gegen den die Lehrer so lange vergeblich petitionirt haben, endlich beseitigt ist, an diese Er- wägungen des Maoistrats und seines Vertreters noch einmal zu erinnern. Unsere Leser werden daraus ersehen, daß die Ein- führung des Stellenetats auch ein„Denk- und Markstein" war, aber er wird für die, die daran mitgewirkt haben, wahrscheinlich keine„erhebende Erinnerung" bilden. Diese Art der Besoldung, unter der die Gemeindeschullehrer zwei Jahrzehnte hindurch geseufzt haben, hat es zuwege gebracht, daß noch 1393 eine große Zahl von Lehrern über 39 Jahre(darunter einer von 49 Jahren!) nur 1699 Mark Gehalt bekam. So geschehen unter der „liberalen" Aera, die die Entwickelung des Berliner Volksschul- wesens gerade seit Anfang der 79 er Jahre zu ihren glänzendsten „Ruhme-thaten" zählt! Und da hat man noch den Muth von „Verständniß für das Volksschulwesen und für die Erzieher unserer Jugend" zu sprechen! Das Prahlen mit der jetzt endlich erfolgten Gehaltsausbesserung kommt den„Liberalen" des rothen Hauses umso weniger zu, da ihre Motive vorläufig noch keines- wegs ganz klar sind. AuS dem Reiche des Herrn v. Thielen. Einen licht- vollen Einblick in gewisse Verhältnisse des Eisenbahnwesens er- öffnet ein Nothschrei, der dem„Artist" aus Künstlerkreisen zu- geht und der ein weiteres Interesse für sich in Anspruch zu nehmen berechtigt ist, da derselbe manche verwandte Saite in unserer Brust erklingen macht, deren Akkorde mit jenen Klage- tönen sich zu einer seltsam ergreifenden Melodie vereinigen. In der gedachten Zuschrift werden zunächst die Lichtseiten des modernen Eisenbahnverkehrs, die mit allen erdenkbaren Bequem- lichkeiten ausgestatteten Züge vor Augen geführt, welche aller Herren Länder durchlausen und den Reisenden gestatten. Tage lang den Zug nicht zu verlassen, da in demselben für alle Bedürfnisse Sorge gelragen ist. Demgegenüber erhalten die dem nächst geschilderten Schattenseiten ein ziemlich düsteres Kolorit Mit Bitterniß wird hervorgehoben, daß an dre armen Artisten, welche sich häufig auch 1—2 Tage mittels Extrcuuges, in dicht gefüllten Abtheckungen, auf Reisen befinden, noch Niemand gedacht habe, trotzdem hier Hilfe so unendlich noth thue. Toiletten, so heißt es, wird Niemand beanspruchen dürfen, aber Pflicht der Eisenbahnverwaltungen wäre es, in die Zirkus-Extrazüge nur solche Personenwagen einzustellen, welche mindestens einen Abort haben. Man denke nur an die armen Kinder, Frauen, Kranke, Wöchnerinnen, welche jeder Zirkus mit sich schleppt. Der Mangel einer Retirade kann Leben und Gesundheit Einzelner sehr gefährden. Selten halten die Extrazüge die Fahrzeiten ein; es wird der Aufenthalt auf eine kleine Station verlegt, wo nach Stillstehen des Zuges 199—299 Personen ans einen resp. zwei Aborte losstürzen und dies oftmals bei Nacht. Grauenhafte Zu- stände! Man sucht sich durch Mitnahme von Nachtgeschirren zu Helsen. Nach den heutigen Anschauungen über Hygiene ist dies für den Einzelnen imnierhin delikate Hilssmittel namentlich in den Sommermonaten der Gesundheit sehr nachtheilig und kann zur Verschleppung gefährlicher Krankheiten dienen. Schließlich wird der Wunsch ausgesprochen, daß dieser Nothschrei dem Neichs-Eisenbahnamt und dem Reichskanzler vor Augen kommen möge, damit endlich die Eisenbahnverwaltungen Weisung er- halten, nur Wagen mit Klosets einzustellen und für deren Desinfektion Sorge zu tragen. Hohe Zeit sei es. daß auch Zirkus-Extrazüge für das lheure Geld ausschließlich Wagen mit solchen unerläßlichen Erfordernissen erhalten. Als eine weitere große Annehmlichkeit würde es zu begrüßen sein, wenn bei längerem Aufenthalt Trink- und Waschwasser in genügender Menge bereit gehalten würden.— Wie heißt es doch in dem bekannten Liebe? Wenn jemand eine Reise macht, so kann er'was erzählen! Wenn wir auch unter dem„Zeichen des Verkehrs" flehen und die private Spekulation rivalisirt darin, die modernen Verlehrsmittel mit den größtmöglichsten Bequemlich- leiten auszugestalten, so können leider die staatlichen Eisenbahnen keinen großen Staat machen, und wer eine mehrtägige Eisenbahn- fahrt hinler sich hat, der kann etwas erzählen! Möge der Roth- schrei der Artisten, die doch gewissermaßen auch Menschen sind, nicht ungehört verhallen. Recht irrige Meinungen müssen heutzutage noch in den Kreisen eines hohen Adels'über die finanziellen Verhältnisse der kleinen Handwerker herrschen, denen man bekanntlich sonst gerade im konservativen Lager so bereitwillig mit tönenden Worten dient. Vor kurzem erschien bei einem Schneider in Schöneberg der Lakai eines solchen hohen Herrn mit dem von seiner Herr- schaft ausgehenden Auftrage. daß seine Livree ausgebessert und umgeändert werden solle. Dies geschah auch und als der Diener einige Tage später die reparirten Kleidungsstücke wieder abholen wollte, glaubte der Schneider, der feine neue Kundschaft sonst nicht kannte, den vereinbarten Preis, 14 M., gleich einfordern zu dürfen. Doch der Diener war anscheinend auf Baarzahlung nicht vorbereitet und mußte daher, ohne seine Livree empfangen zu haben, sich auf den Heimweg begeben, um, wie der Schneider in seiner Harmlosigkeit dachte, das schuldige Geld zu holen. Statt des Geldes traf aber bei dem Schneider ein Brief mit dem Post- stempel Lichterselde ein, der folgenden Inhalt hatte: Ew. Wohlgeboren muß ich auf die mir unglaubliche Botschaft meines Dieners Wilhelm Bieske, Sie würden den von Ihnen hergestellten Livree- Anzug nur gegen gleich baare Bezahlung aus den Händen geben, nur erklären, daß— ich bin ein alter Mann— mir das noch nie, auch nickt zu der Zeit geschehen ist, da ich noch junger, leichtsinniger Kavallerie-Offizier war. Es versteht sich nun von selbst, daß ich nun auf das ganze Machwerk verzichte und meinem Diener verboten habe, so lange er sich bei mir be- findet, je wieder Ihren Laden zu betreten, für nnch ist es ein Leichtes, jihm«ine andere Livree von Leuten machen zu lassen, die sich gegen mich so benehmen, wie es sich gehört. Freiherr W. Münchhausen, Kaiserl. Konsul z. D. Wir wissen nicht, ob der Herr Freiherr auch zu jener Partei gehört, welche sich des Stimmenfangs halber bis zum Ueberdruß die ewigen Phrasen von der Hebung des Handwerks leistet, aber auch wenn dies nicht der Fall ist, so sollte er als„alter Mann" doch schon so viel Erfahrung gesammelt haben, um zu wissen, daß die sicherste Stichprobe auf die Nächstenliebe am Geldbeutel zu mache» ist. Wenn der Herr Freiherr sich vielleicht in so glück- licher Lage befindet, daß er sich um ausstehendes Geld und Gut keine großen Sorgen zu machen braucht, so niuß«in von tausend Sorgen gequälter Schneider und Familienvater sich noth- gedrungen sehr der Sprichworte erinnern: Trau, schau, wem und: Baar Geld lacht! Die Damen der„guten Gesellschaft" sind natürlich den Frauen der Proletarier an Feingefühl bei Weitem überlegen. Zum Beweise für diese nach bürgerlicher Anschauung»nbestreit- baren Thalsache sind wir heute in der Lage, ebenfalls drei Fälle anzuführe», die von dem Zartgefühl jener Damen Zeugniß ablegen: 1. Als hier vor einigen Tagen ein in den„bessere» Kreisen" spielender Kupplerprozeß stattfand, und der Vorsitzende die an- wesende» Damen ersuchte, sich angesichts des jheiklen Themas lieber aus dem Zuhörerraume zu entfernen, blieben sämmtliche Damen sitzen; das Thema war eben zu pikant. 2. In Glogau haben einige Damen der besseren Gesellschaftskreise durch ihre Vorstellungen bei einem dortigen Hausbesitzer es durchgesetzt, daß dieser die an seinem Hause zum Schmuck und zur Stütze angebrachten bekannten Figuren der Caryatiden, an deren Nackt- heit die Damen Anstoß nahmen, mit Unterkleidern versah. 3. In Bromberg haben Damen aus de» feinsten Gesellschasts- kreisen dem Scharfrichter Reindel, als derselbe jüngst dort behuss einer Hinrichtung weilte, zum Abschiede auf dem Bahnhof ein prachtvolles Bouquet überreicht. Polizeiliches. Zu den durch die Presse gegangene» Klagen, daß man bei Erstattung von Strafanzeigen oft bureanlralisch aus angeblich nicht zuständigen Revierbnreaus abgewiesen werde, schreibt eine diesige Korrespondenz u. a.: Sämmtliche Polizei- Reviere sowohl, als auch die Kriminalpolizei find in nicht miß- zuverstehender Weise verpflichtet worden, jede in ihren. Bureau erstattete Strafanzeige unbekümmert um die Wohnung der anzeigenden Person und abgesehen von dem Aufenthalt des Angeschuldigten anzunehmen. Die Verfügung, die alle Beamten der Berliner Polizei kennen müssen, ist im Interesse des Publikums erlassen worden und findet auch im allgemeinen Beachtung. Wenn trotzdem ein einzelner Fall vorkommt, wo jemand abgewiesen wird, so trifft die Schuld nicht die Behörde, sondern de» un- gehorsamen Beamte». Eine Beschwerde darüber wird zweifellos von Erfolg sein. Wenn das Publikum über die Verpflichtung der Beamten zur Ausnahme von Anzeigen belehrt wird und sich nicht abweisen läßt— ein Anrufen des stets ansfindbaren Revier- Vorstandes bringt schon eine sofortige Abhilfe—, so werden Klagen nicht mehr vorkommen können. Ein geheimnisvolles Dunkel umgiebt das Verschwinden der als vermißt gemeldeten zehnjährigen Emma Tirneisen. Der Kriminalpolizei ist es nicht gelungen, Licht in die räthselhaste Affäre zu bringen, die im Wedding-Stadttheil Aussehen hervor- rust. Die Kleine war am 2. April gegen'/est Uhr Morgens aus der in der dritten Etage der Pankstraße 3 belegenen elterlichen Wohnung nach dem Hofe hinuntergegangen, wo zwei Harfen- spiclerinnen sangen, und begab sich eine Stunde später nach der Wohnung zurück. Im Hause kann das Kind nicht fesiaehalten worden sein, sie ist aber an jenem Vormittag auch nicht mehr aus der Straße gesehen worden. Tie polizeiliche Vernehmung der beiden Harfenspielerinnen hatte kein Resultat. Tie Leiche des Kindes— im Falle dasselbe verunglückt wäre— ist weder in Berlin»och in der Umgebung gesunden worden, die Nach- frage in sämmtlichen Krankenhäusern war resultatlos. Es bleibt daher nur die Annahme— und diese wird von der Kriminal- polizei getheilt— offen, daß die Kleine in verbrecherischer Absicht ermordet oder gefangen gehalten wird. Der Tachstuhlbrand in der Lothringerstraße 54. über den wir kürzlich berichteten, ist nach einer uns von Herrn Max Stessens zugegangenen Mittheilung nicht in seinem Arbeits- -immer entstanden, sondern zuerst ans dem Boden des Hauses bemerkt worden. Für seinen Betrieb ist demnach keine Störung eingetreten. In der Rixdorfer Gemeindevertretung, welche am Donnerstag Nachmittag stattfand, kamen zunächst einige geschäft- liche Angelegenheiten zur Erledigung, worauf der Vorsitzende, Amtsvorsteher Boddin, über die Kommissionsberathungen be- treffend die Einführung von Volks- und Jugendspielen in de» Gemeindeschulcn berichtete. Die Zweckmäßigkeit dieser Spiele wurde allgemein anerkannt, das Projekt auch für ausführbar erachtet. Tagegen hält die Kommission die Schnlhöfe als Spiel- plätze nicht geeignet, sondern empfiehlt, einen über 6 Morgen großen Platz an der Wildenbruchstraße, gegenüber der Pump- Nation, zu einem Spielplatz Herrichten zu lassen. Da dieser Platz, der alsdann auch ein Erholungsplatz sür Erwachsene sein würde, aber noch bis zum 1. Januar 1895 verpachtet ist, der Etat auch keine Geldmittel sür diesen Zweck vorsieht, so empfiehlt die Kommission, die Einführung der Volks- und Jugendspiele erst für das nächste Jahr zu beschließen. Nach lebhafter Diskussion wird dieser Antrag angenommen. Der Vorsitzende theilt sodann mit, daß die Hermannstraße bei der Neupflasterung, die demnächst beginnt, verbreitert werden kann, nachdem sich die Grundbesitzer zur un- entgelUichen Abtretung des nöthigen Terrains bereit erklärt haben. Tagegen sind die Verhandlungen mit verschiedenen Eigenthümern in der Bergstraße resultatlos verlaufen, da jene die Gemeinde mir schröpfen wollen. Von der beabsichtigten Verbreiterung muß daher Abstand genommen werden.— Der Bau eines Echiilh.uiseZ in der Kaiser Friedrich straße soll demnächst begonnen werden.— Als Armenkommissar wurde Eigenthümer Häusler, Schönweiter- straße 23, als Waisxnrath Kaufmann Hänke, Bergsir. 4, gewählt. Als Deputirter sür das Schulhaus in der Mahlowerstraße wurde Gemeinde-Verordneter Leyke, als Deputirter für das Schulhaus Bergstraße 13» Gemeinde-Verordneter Müncheberg ernannt. Durch Stur� auS dem Fenster ihrer in der Steinmetz- straße 18 zu Rixdorf belegenen Wohnung verunglückte am Donnerstag Nachmittag die Ehefrau des Glasers Meyer. Die Bedauernswerthe war im Begriff, die Fenster zu putzen, als sie das Uebergewicht bekam und aus die Straße stürzte, wobei sie so schwere Verletzungen erlitt, daß sie kurz darauf verstarb. Ueber den Selbstmordversuch einer Tanzlehrerin wird aus Wilmersdorf berichtet. Am vorgestrigen Nachmittag ge- wahrten Feldarbeiter am Ufer des Wilmersdorfer Sees einen daselbst stehenden aufgespannten Sonnenschirm; hinzutretend gewahrten sie etwa 3 Meter vom Lande den aus dem Wasser hervorragenden Kopf einer Frau. Da der See überaus morastig und sumpfig ist. ein Boot jedoch nicht zur Stelle war, so wagte Niemand der Selbstmörverin zur Hilfe zu eilen. Erst dem hinzu- gerufenen Bademeister Tieck von der Wilmersdorfer Bade-Anstalt gelang es bis zu der Lebensmüden heran zu schwimmen und die bewußtlose Unglückliche ans Land zu schaffen. Die Lebensmüde wurde nach dem Charlottenburger Krankenhause überführt, wo sie erst am gestrigen Freitag Abend das Bewußtsein wieder- erlangte. Dieselbe ist die 59jährige Ottilie Benda aus Berlin, die erst vor kurzer Zeit aus Böhmen nach der Reichshauplstadt übersiedelt ist. Ueber das Motiv zur That verweigert die B. jede Auskunft. Herr Bolle hat es nach dem einstimmigen Urtheil derer, die seines Winkes harren müssen, nicht sehr angenehm empfunden, daß wir das horrende Slrafregister seiner christlichen Muster- anstalt kürzlich der Oeffentlichkeit preisgegeben haben. Der fromme Mann hat fich aber, soweit wir unterrichtet sind, bisher noch nicht dazu verstehen können, der Erwartung nachzukommen, die wir in die Veröffentlichung der Liste setzten. Unser Artikel sollte dem gortesfürchtigen Herrn Bolle als Warnung und als Mahnung' dienen, statt der bisherigen christlichen Slraf- bestimmungen hinfort humane Grundsätze in seinem Betrieb walten zu lassen; der Artikel sollte Herrn Bolle oeranlassen, in Ueber- einstimmung mit den Wünschen des Publikums sowohl als denen seiner Arbeiter die inhumanen Verordnungen zu beseitigen oder wenigstens eine wesentliche Milderung der vielen Strafen eintreten zu lassen. Das ist bis jetzt leider nicht geschehen. Denn von dem Umstände aus, daß er am Tage nach dem Erscheinen unseres Artikels die bisherige Art des Verkaufs von Johannisbeerwein und Fruchlcssenzen inhibirt hat, können wir noch nicht auf einen genügenden Wechsel seiner Gesinnungen schließen. Was will es an- gesichts der Thatsache, daß nach dem vom Polizeipräsidium aus- gestellten Wander- Gewerbeschein, den Kutschern nur die Be- fugniß erlheilt ist, für Stecknung der Meierei C. Bolle mit Milch, Butter und Käse zu handeln, denn jetzt bedeuten, daß die Strase von 59 Pf. sür den Kutscher, der keinen Wein mit aus die Fahrt nahm, ausgehoben ist und daß die Kutscher die Weisung erhalten haben, den Kunden fortan nur auf aus- drückliche Bestellung Wein zu liefern? Was will es bedeuten, daß die Kutscher jetzt folgerichtig auch dann nicht mehr mit 29 Pf. Strafe für den Fall belegt werden, daß es ihnen nicht gelungen, den Wein an den Mann zu bringen? Diese geringe Milderung besagt zu gunsten der Kutschev garnichts, wenn Herr Bolle wie bisher auch nur scheinbare Defraudationen in den meisten Fällen als offenbaren Betrug auslegt und an seineu Angestellten im Wiederholungssalle mit Entlassung ahndet. Eine solche Erleichterung ist zu gering, als daß ihr im Interesse der Angestellten besondere Bedeutung beizulegen wäre. Herr Bolle, der so fromm wie möglich ist, und bekanntlich von seiner Frömmigkeit kürzlich dadurch noch ganz besonderes Zeugniß abgelegt hat, daß er einer der neuen ragenden Kirchen eine Glocke zum Preise von 8999 M. verehrte, die Tag für Tag verkündet, daß ihr Spender, so gut es geht, nach de» Geboten kirchlicher und weltlicher Gesetze wandelt, dieser Herr Bolle hat 148 Milchwagen in feinem Betriebe. Da früher jeder Kutscher wenigstens eine Flasche Fruchtwein a B/8 Liter verkaufen mußte, so ergiebt dies bei 1936 Flaschen gleich 677l/s Liter& 89 Pfeniilg einen Betrag von 513 M. pro Woche. Sehr niedrig gegriffen. Eine Milderung nur in diesem Punkte ist wie ein Tropfen auf einem heißen Stein und es sollte uns sehr wundern, wenn Herr Bhlle sich damit salvirl fühlte und die Sache überhaupt ihr Be- wenden hätte. Wir hoffe» bestimmt, außer in Sachen des Johannisbeerweins noch weiteres über die Praktiken in seinem Betriebe zu hören. Bei Betrachtung der Fruchtweinbestimmungen fällt uns übrigens ein, daß Herr Bolle bisher zur Saison auch Spargel verkaufen ließ. Auch hier bestanden womöglich noch drücken- dere Bestimmungen. Jeder Kutscher mußte eine bestimmte Portion Spargel mit auf die Tour nehmen, von der in den erste» Tagen nichts zurückgenommen wurde. Der Kutscher mochte sehen, wie er seine Waare los wurde, war es ihm nicht möglich, sie unter- zubringen, so stand es ihm ja frei, sich selber bei 21 Mark Wochenlohn ein Gericht Spargel zu leisten; auf jeden Fall aber verlangte Herr Bolle seine 1 M. 59 Pf. sür das Pfund baar aus den Tisch gelegt! Soviel jür heule aus dem Bolle'schen Musterbetrieb. Bei Gelegenheit werden wir mit mehr auswarten. Im Thiergarten wurde in der Nacht zum Sonnabend ein Mechaniker von zwei Leuten zu Boden geschlagen und seiner Uhr sowie seines Geldes beraubt. Bei dem Uebersall erlitt der Arbeiter so schwere Verletzungen, daß er sich rn ver Sanitäts- wache einen Nothverband anlegen lassen mußte. Tie Warnung gegen das Fortwerfen von Obstrcstea uud Schaaleu kann nicht oft genug wiederholt werden, denn' auf dem Blücherplatz erlitt letzte Nacht wiederum ein Hand- werker einen schweren Unfall dadurch, daß er auf einer fort- geworfenen Apselsinenschale ausglitt und einen Bruch des Beines davontrug. Ein Schutzmann sorgte für die Herbeischaffung einer Droschke, welche den Verunglückten nach seiner Woynung be- 'örderle. Polizeibericht. Am 29. d. M. Morgens wurde im Hum- boldthafen die bereits stark verweste Leiche einer Frau an- geschwemmt.— In der Lorberg'schen Baumschule, an der ver- längerten Schwedterstraße, wurde Vormittags ein Arbeiter erhängt vorgesunden.— In einem Hotel vergiftete sich ein Kaufmann mittels Cyankali.— Nachmittags fiel ein Arbeiter vor dem Hause Gotzkowskystr. 9 beim Besteigen eines in der Fahrt be- Endlichen Arbeilswagens herab, gerielh unter die Räder und er- litt einen Bruch des Unterschenkels.— Im Lause des Tage? fanden vier Brände statt. Kleine Theater- und Literatur-Chrouil. Das Moskauer Gastspiel des Lessing-Theaters ist am Mitt- woch mit einer Wiederholung des Lustspiels„Mauerblümchen" von Oskar Blumenthal und Gustav Kadelburg beendigt worden, und bereits am Sonntag findet im Lessing-Theater das erste Wiederauftreten von Marie Reisenhoser. Maria Eisinger. Franz Guthery, Franz Schönfeld. Ernst Horn, Richard Jürgas, Heinrich Preckller und Wilhelm Rieckhoff statt. Zur Aufführung gelangt das Lustspul„Das zweite Gesicht" von Oskar Blumenthal, das bei dieser Gelegenheit nach langer Pause in den Spielplan des Lessing-Theaters zum ersten Mal wieder- ausgenommen wird.— Fräulein Clementine Krauß, die junge Wicner Kin, stierin, welche die Rolle der.Riobe' zur Darstellung gebracht har. ist auf die Dauer von drei Jahren für das �essiiig-Theater engagirt worden.— Herr Robert G u t h e ry feiert am nächsten Dienstag im Zentral-Theater den Tag, an dem er vor 25 Jahren zuerst in Berlin am Wallner-Thealer auftrat. Zu seinem Jubiläums-Benefiz wird die Pohl'sche Posse „Der Goidonkel" aufgeführt, in welcher er die Rolle des Blumen- kränz spielen wird. Der Bühne gehört Herr Guthery jetzt SS Jahre an.— Eleonora D u s e hat sich besonnen und mimt weiter. Anfang Mai beginnt sie ein auf sechs Wochen berech- netes Gastspiel in London.— Jbsen's„Nora" hat in Pans «inen großen Erfolg errungen. GerirfcksrBettimg. Gewerbegericht. Vorsitzender: Assessor Dr. Buls. Sitzung Kammer V. vom 19. April. Der Mechaniker Sch. fordert vom Fabrikant Eggebrecht eine Lohuenlschädigung. Ter Beklagte hält sich zu einer solchen nicht verpflichtet; tiläger sei, so behauptet er, ausdrücklich nur auf vier Wochen engagirt worden. Auf Anregung desselben giebt E. zu, ihn wenige Tage länger als vier Wochen beschästigt zu haben. Kläger hatte angegeben, er habe S Wochen bei E. gearbeitet. Mit Rücksicht aus den Umstand, daß er den Sch. 4 Wochen u n d e inigeTage beschäftigt, wurde der Bellagie zur Zahlung der Klagesunune, 42 M., verurlheilt. Der Gerichtshof war der Meinung,> daß die mehrtägige Weilerbeschästigung über die vcrtragsniäßigen vier Wochen hinaus ein neues Arbeitsverhältniß begründete, für welches die gesetzliche Kündigungsjrist Geltung halte. Gegen die Klage eines Werkmeisters machte der Vertreter der beklagten Firma geltend, der Kläger sei Unredlichkeiten wegen entlassen worden, es habe also ein gesetzlicher Grund vorgelegen. Von den Zeugen der Beklagten war keiner in der Lage, sestzu- stellen, daß Kläger thatsächlich die ihm vorgeworfenen Verun- treuungen begangen hat, weshalb demselben die Entschädigung zugesprochen werden mußte. Der Beklagte hatte nur den einen Grund zur Entlassung genannt. Ein Arbeiter klagt gegen die Firma A. auf Zahlung von 22.25 Mark rückständigen Lohn. Der Beklagte hat den Lohn einbehalten, weil der Sohn des Klägers angeblich sehr oft Preß- kehlen aus der Fabrik mitgenommen hat, wenn er dem Vater Kaffee brachte. Der Junge, als Zeuge gehört, giebt zu. ziveunal Preßkohlen mitgenommen zu haben, es sei jedoch ohne Wissen und Willen des Vaters gewesen. Der Kläger hatte dies behauptet. Der Gerichtshof hielt eine weitere Beweiserhebung über die Richtigkeit der letzteren Angabe und darüber, wie oft Preßkohlen mitgenommen wurden, für überflüssig und verurtheille den Beklagten zur Herauszahlung des Lohnes. Ter Schmied K. wurde mit einer Lohnenlschädigungsklage abgeiviesen, erhielt aber für eine Reihe von Tagen, welche er „aussetzen" mußte, 24 M. zugebilligt. Ausbeutung einer Schauspielerin. In einer mehr als fünfstündigen Verhandlung, welche gestern vor der vierten Straf- kaminer des Landgerichts I stattfand, Handelle es sich um die Ausbeutung einer Schauspielerin, an welcher sich drei Personen, die Prokurislen-Ehesrau Helene K a t s ch i n s k y, die Ehefrau des dänischen Kapitäns a. D. Giese und der Kommissionär Louis Meyer betheiligl haben sollten. Die Schauspielerin Fräulein Rockahr nahm die erste Augeklagte häufig bei ihren ge> schäftlichen Angelegenheiten in Anspruch. Dies geschah auch im Juli vorigen Jahres. Fräulein Nockahr war in Geldverlegenheit, sie wollte nach Norderney reisen und halte keine Baarmittel. Sie bar die Frau Kalfchinsly, ihr gegen einen Wechsel von 1000 M. Geld zu ver- schaffen, sie wolle gern mit 650 M. zufrieden fern. Frau Kalschinsky versprach, das Geschäft zu vermitteln. Sie wandle sich an Meyer, welcher auch die Diskonlirung des Wechsels in Aussicht stellte. Zunächst verlangte er aber von Fräulein Rockahr, daß dieselbe ihm einen Werthgegenstand als Pfand hinterlege. Die Dame besaß einen Schmuck, den sie kurz vorher für 1250 M. erworben halte. Sie brachte dies Werthstllck zur Frau Kalschinsky, welche nun bald zu Ende zu bringen. aber wiederholt recht dringlich Geld bekam. Frau Kalschinsky welche, wie sich später herausstellte, dadurch beschafft worden waren, daß die Angeklagte Giese, bei der der Kommissionär Meyer wohnte, den Schmuck der Rockahr einfach bei dem Pfand- leiher Pumpe für 500 M. versetzt hatte. Von den übrigbleibenden 200 M. erhielt Frau Kalschinsky gegen 100 M., Frau Giese gegen 20 M. und Meyer den Rest. Frl. Rockahr wurde auf ihr Drängen von einem Termine bis zum anderen verlröstet. Als sie endlich den Sachverhalt erfuhr und Anzeige erstattet halte, legte die Kalschinsky ihr ein Schriftstück zur Unter> schrist vor, wonach nicht der Brillanlschmuck, son- dcrn der Wechsel als Pfand dienen sollte. Ferner sollte sie sich für völlig befriedigt erklären und in einem Begleitschreiben wurde ihr angedroht, daß man Mittel an der Hand habe, sie dem Staatsanwälte zu überliefern, falls sie sich weigern sollte, die Unterschrift zu leisten. Wegen dieser Handlungsweise war gegen die Kalschinsky noch Anklage wegen versuchter Erpressung erhoben worden. Sämmtliche Angeklagte bestritten ihre Schuld. Die Kalschinsky behauptete, daß die Zeugin Rockahr in ihrer Schuld gestanden habk. Sie habe sich versprach, das Geschäft Fräulein Nockahr mußte fordern, bis sie endlich brachte ihr 300 Mark, deshalb für berechtigt gehalten, sich aus der Summe zu befriedigen, die aus dem Versatz des Schmuckes gelöst worden war. Der An- geklagte Meyer wollte auch die Absicht gehabt haben, das Geschäft in reeller Weise abzuwickeln. Er habe zu jener Zeit nur nicht so viel Baarmittel gehabt, um den Wechsel selbst vis- kontiren zu können, ein Bekannter habe ihm aber den Betrag nach kurzer Frist versprochen. Inzwischen habe er aber nach Kopenhagen reisen müssen und da Fräulein Rockahr wegen des Geldes gedrängt habe, so habe er auf Anrathen der Kalschinsky eingewilligt, daß der Schmuck einstweilen versetzt werde. Nach seiner Rückkehr wollte er dann den Wechsel diskontiren, den Schmuck wieder einlösen und den Rest des Geldes an Frl. Rockahr aushändigen. Seine Rückkehr habe sich ver- zögert. Er habe sofort der Frau Giese gegenüber crügt. daß der Rockahr nicht der volle aus dem Schmuck gelöste Betrag ausgehändigt worden sei. Frl. Rockahr habe den Wechsel zurückerhalten und sei nicht geschädigt worden. Die dritte Angeklagte, Frau Giese, erklärte, daß sie lediglich im Austrage der Kalschinsky den Schmuck ver- setzt und sich nur ihre Unkosten berechnet habe. Ihre Vermögens- läge sei eine derartige, daß sie nicht nöthig habe. Jemandem zu übervortheilen. Ihre Tochter sei mit dem Kammerrath Berling in Kopenhagen verheirathet gewesen, dem Besitzer der„Berlingske Tidende". Allerdings sei die Ehe ge- schieden. Berling aber zur Unterhaltung seiner früheren Frau verurlheilt worden. Die Beweisaufnahme war«ine höchst eingehende. Der Staatsanwalt hielt nur die Angeklagten Meyer und Frau Kalschinsky für schuldig, gegen ersteren be- anlragte er sechs, gegen letztere acht Monate Gefängniß, gegen Frau Giese Freisprechung. Der Gerichtshof verurtheille sämmtliche Angeklagte, und zwar Meyer zu drei. Frau Katschinsky zu vier Monaten Gefängniß und Frau G i e s e zu einer Geldstrafe von 300 M a r k. Der ehemalige Direktor der Neuen Welt in der Hasen- Haide, Fords, dessen wirklicher Name Maurice Piornick ist, stand am Sonnabend vor dem Schwurgericht des Landgerichts 1l unter der Ülnklage des betrügerischen Bankerotts. Die Geschworenen gaben ihr Verdikt auf Schuldig unter Zubilligung mildernder Umstände ab. Ter Staatsanwalt beantragte 5 Monate Ge- f ä n g n i ß. der Gerichtshof erkannte aber auf 9 M o n a t« G e- f ä n g n i ß unter Anrechnung von 3 Monaten aus die Unter- suchungshaft. Ein Antrag auf Haftentlassung wurde abgelehnt. Devlnrnrnlungeu. Der Berein deutscher Schuhmacher(Filiale Berlin III S.W.) hielt am 15. d. M. eine Versammlung ab. Fräulein Ottilie Baader sprach über„die technische Revolution der Neuzeit und die Frauenbewegung". Der interessante Vortrag wurde sehr beifällig aufgenommen. Mehrere Kollegen schloffen sich hierauf dem Verein an. Kollege Holzgrese ersucht die Kollegen, das Schuhmacher-Fachblatt" recht zahlreich bei ihm zu abonniren. Billets zum Besuch der Urania am 29. d. M. zum Preise von 40 Pf. sind zu haben bei Holzgrese, Wafferthor- straße 45, l. 3 Tr. Die Buchdrucker und deren verwandte Berufs- genossen hielten am 20. April in der Norddeutschen Brauerei ihre neunte große öffentliche Agitations-Versammlung ab; der Besuch war ein guter. Die Diskussion, welche auf die ein- leitenden Referate der Kollegen M a s s i n i und Wachs über das Thema:„Die Mihständ» im Buchdruckgewerbe, ihre Ur- fachen und wie beseitigen wir dieselben?" folgte, zog sich bis nach Mitternacht hin. Eine eingehende herbe Kritik wurde wiederum dem Verhalten der Anhänger des„Guteuberg- Bundes" zu theil. Bezeichnend für den Geist dieser ''„Auch- Organisation" ist das letzte Geschreibsel ihrer Fachzeitung, worin sie eine Ermahnung an ihre Mit- glieder, mit den Prinzipalen das gute Einvernehmen ausrecht zu erhalten, mit den blödsinnigen Worten schließt:„wir wollen unfern Kohl in Friede» bauen."— Außer allgemeinen Klagen über tariswidrige Verlängerung der Arbeitszeit, der, den Be- stimmungen des Tarifs entgegenstehenden übergroßen Anzahl von Lehrlingen, niederen Bezahlung u. f. w. sind folgende Mit- theilungen von allgemeinem Interesse. In der Druckerei von R o h d e. Lützowstrabe. hat ein Maschinenmeister 5 Maschinen aufzuwarten, der Vorsitzende des Leineweber- Bundes ist dort Faktor. Der Obermeister der Innung, Hempel, bezahlt selbst nicht den anerkannten und von ihm untev schriebenen Tarif. Ein Buchdrucker, der sich dem den Arbeits Nachweis der Innung dirigirenden Prinzipal nicht stundenweise zur Aushilfe zur Verfügung stellt, erhält durch denselben keine Beschästigung nachgewiesen und verliert die Arbeitslosen-Untev stützunz aus der Prinzipalskasse. In den„Bundes-Druckereien' (bei Jnnungsmeistern) herrschen nach übereinstimmenden Angaben die miserabelsten Zustände und Arbeitsverhältnisse. In einer Zei- lungsdruckerei erhalten die Lehrlinge 4 M.Kostgeld pro Woche, müssen aber mindestens für 16 M. Zeilen liefern und genau Buch darüber führen. In der Verlagsdruckerei bei Harnisch u. Ko. in der Norkstraße werden den Hilfsarbeitern nur Löhne von 10 bis höchstens 15 Mark gezahlt. Die Druckerei von Schuhmacher, Fricdrichstraße, hatte vor dem Streik 6, jetzt 14 Lehrlinge. Die sanitären Zustände sind in vielen„Buden" bedauerlich; oft- mals sind es wahre Schwindsuchtshöhlen, selten gereinigt und ohne jede Ventilation. Berechtigten Unwillen erregte in der Versaninilung die Mitlheilung, daß bei Grunert, Junkerstraße, wo ausschließlich kommunale Druckarbeiten her- �stellt werden. jeder Arbeiter«inen Revers unter- chreiben muß.. wonach er bei Strafe sofortiger Entlassung einer Organisation angehören darf. Die Angelegenheit soll der Stadtverordneten- Versammlung unterbreitet werden. „Saubere" Zustände herrschen auch bei Trowitsch u. Sohn, Leipzigerstraße, Druckerei für Gebet-, Gesangbücher und Er- bauungssachen.„Erbaulich" ist es jedenfalls nicht, zu hören, daß für ca. 120 Personen nur 2 Klosets zur Verfügung stehen. Nicht besser, eher noch schlimmer sieht es bei Köpke, Alexandrinenstraße, aus, wo staatliche Arbeiten(fürs statistische Amt) hergestellt werden, Hier soll Beschwerde event. an den Reichstag gerichtet werden. vorher aber kann auch die Arbeiter-Sanitätskommisston die Sache in die Hand nehmen; hier ist für 70 Arbeiter resp. Arbeiterinnen nur 1 Kloset vorhanden. Philipp Schmitt ermahnte namentlich auch die Arbeiterinnen eindringlich zum Anschluß an die Organisation. Mit Entrüftungsrufen beantwortete die Versammlung die Bekanntgabe eines am letzten Montag seitens der Leipziger Innung gefaßten Beschlusses, wonach in allen Jnnungs-Druckereien das Lesen des„Korre- spondent" und der„Reform" verboten und auch der Beitritt der „Ausgelernten" zum Verband mit sofortiger Entlassung ge- straft werden soll. Diese rigorosen Bestimmungen be- deuten die Kriegserklärung gegen die organisirte Gehilfen- schast. Diese nimmt den Fehde-Handschuh auf und wird den Prinzipalen bei gelegener Zeit entgegentreten, zum willenlosen Sklaven lasse sie sich so leichten Kaufs nicht herabdrücken. Die neun Versammlungen haben ein trübes Bild der Zustände in den Berliner Druckereien enthüllt. Zunächst sind die noch Indifferenten in ruhiger, sachlicher Weise an den Verband heranzuziehen und die öffentliche Meinung für denselben z» erobern, dann würde eine Beseitigung der Uebel- stände sich leicht ermöglichen. Mit einem brausenden Hoch auf das Gedeihen des Verbandes schloß die Versammlung. Vermisiftkes. Als größter Sprachreiniger in Deutschstüminelland ist in und außer seinem Ressort der Poststephan bekannt. Da er den „Vorwärts" so genau liest, wollen wir ihm folgenden Anschlag vom schwarzen Brett der„Grenzboten" nicht vorenthalten: In einer Bekanntmachung des Staatssekretärs des Reichs- Postamts, die Einziehung der gestempelten Briefumschläge und Streifbänder betreffend, sind folgende Mustersätze zu lesen:„Ebenso koimnen bei dem Umlausch einer größeren nicht durch 2 theilbaren Zahl von Streifbändern für das überschießende Exemplar Her- stellungskosten nicht zur Erstattung. Die Posthilfsstellen und die amtlichen Verkaufsstellen für Postwerthzeichen haben mit dem Umtausch keine Befassung." Die Bekanntmachung ist unter- zeichnet:„Der Staatssekretär des Reichspostamts. In Vertretung Fischer. Könnte sich der Staatssekretär des Reichspostamts nicht durch einen Beamten vertreten lassen, der mit der deutschen Sprache. wenigstens während seines Schulbesuches, einige Befassung gehabt hat?" „Bitte, wolle» Sie nach vorwärts absteigen!" Ein Münchener Lokalblatt veröffentlicht folgendes„Eingesandt": „Letzten Sonnabend fuhr ich mit der Pferdebahn die Dachauer- straße entlang. An der Gabelung der Geleise der weißen und der rolhen Linie, deren Wechsel seit den Zeiten Herzog Christophs des Kämpfers reparaturbedürftig ist, hielt der Wagen einen Moment, und diesen Moment benützte eine Bauersfrau, um ab- zusteigen— nach rückwärts zu natürlich. Als sie sich hierzu anschickte, ermahnte sie der Kondukteur, nach vorwärts abzn- springen— aber mit folgenden Worten, die er mit dröhnender Stimme wie Stentor über den Wagen— es war ein Sommer- waggon— hinrief:„Drah' Di' um, dumm'S Luder!" — Finden Sie den Ausdruck nicht ein bischen rauh? Hoch- achtungsvoll Ein Ohrenzeuge." Brände. In dem Dorfe Lindenwalde bei Neidenburg sind am Sonnabend drei Wohngeväude und viele Wirthschaftsgebäude niedergebrannt. Drei Söhne eines Besitzers im Alter von 14 bis 20 Jahren sind in den Flammen umgekommen.— Ein schweres B r a n d- 11 n g l ü ck hat dieser Tage das ohnehin arme, auf dem höchsten Gebirgszuge der Rhön gelegene Dörfchen Frankenheim heimgesucht, wobei annähernd 20 Wohnhäuser und Scheunen vernichtet wurden. Die Ent- stehungsursache ist noch unbekannt. Unter der ohnehin dürftigen Bevölkerung Herrschtinfolge dieses Brandes große Roth.— Nach einer Meldung aus Bad Hall(Oberösterreich) sind daselbst 16 Häuser sammt den Nebengebäuden niedergebrannt. Der Brand wurde lokalisirt. Erdbeben. In Livadia, Atalanti und Athen sind durch ein Erdbeben einige Gebäude beschädigt. Menschen sollen nur wenig verunglückt sein. Großes Erdbeben in Griechenland. Aus Athen wird telegraphirt: Heute morgen wurden hier zwei neue, heftige Erd- stöße wahrgenommen. DaS gestrige Erdbeben wurde in ganz Griechenland verspürt; besonders stark wurde es in den Ortschaften Volo, Tripolis, Megara, Korinth, sowie auf Milo und Patras beobachtet. An verschiedenen Orten wurden tiefe Spalten in die Erde gerissen, Häuser stürzten zu« sammen und Felsenmassen hernieder. Furchtbar war die Wirkung des Erdbebens in Skanderaga und Pala, wo viele Menschen ums Leben kamen. Der König läßt sich fortwährend aus allen Theilen des Landes telegraphisch Bericht erstatten. Wegen vollständiger Aufgabe meines seil langen Jahren unter der Firma B. Domnauer Nach!., Rooenthalerstraase 11—12, bestehenden S p ezial-G e s ch ä f t s für Tameu-Mäutel. Kostüme und Blousen sind die Preise auf den vierten Theil der bisherigen Laden- preise zurückgesetzt. Mäntel 4.50 M., Jaquets 3,50 M., Blousen 99 Pf.«. Der Ausverkauf dauert nur kurze Zeit. Erkläre Frau Greca für eine Ehren- frau. 22b Gustav Faust. Das vom„Schantwirth" Wilhelm Meyer, Lübbenerstraße 30, fortgesetzt über uns verbreitete Gerücht, wir hätten denselben am 3. Januar auf dem zuständigen Polizeirevier wegen det Polizeistunde denunzirt, erklären wir hiermit öffentlich für eine grobe Verleumdung. 49b rraiH Rudolph. K. Krause. Rudolph Hloczek. 1 Droschke 2. Kl.. 1 Geschirr u. a. m. sind billig zu verk. Adalbertstr. 83, Mühler. 55/55.lecke Nähmaschine reparire unbedingt gut und billig Ersatztheile berechne möglichst billig, Schiffchen 70 Pf.. Spulen 5 Pf., W.- W.-Spulen 20 Pf. u. f. w. 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Bortrag des Genossen Rolandt über: Stirner und Nietzsche, die Philosophen des Anarchismus. 2. Diskussion. 8. Anträge und Fragen. Mitglieder werden aufgenommen. Gäfte haben Zutritt. Sozialdemokratischer Wahlverein 373/14 8 Uhr, Uebungsstunde, Pelebergerstr. 9. Sangesfreunde find eingeladen. Bauer. 96b Meinen Freunden, Bekannten und Genossen zur Nachricht, daß ich das Kleiderspind, Schlafsopha, Bertitow, and. Möbel, Oranienftr. 183 b. Bizew. Teschin zu vert. Naunynstr. 22, r. part. Wiegrah, Friedrichsgracht 44, v. 1 Zr. I. bei Bigarrengeschäft von Herrn ich Reichert, freundl. Schlafft. für 2 Hrn Schöneberg, Colonnenstr. 60, täuflich übernommen habe und werde mich be- zu verm., Eing. separat. mühen, meine geehrten Runden stets reel und prompt zu bedienen. 776 Otto Gruhn, Colonnenftr. 60. für den 5. Berl. Reichstags- Wahlkreis. offen eige hiermit an, daß ich GeorgenGeneral Versammlung am Dienstag, 24. April, Abds. 81/2 Uhr, bei Seefeldt, Grenadierftr. 33. Tages Ordnung: 1. Bereins- und Raffenbericht. 2. Neuwahl des Borstandes und der Revisoren. 3. Erfahwahl der Bezirksführer. 4. Vortrag des Genossen Astor über:, Decadence." Diskussion. Mitgliedsbuch legitimirt. 379/10 Der Vorstand. Zahlstellen des Wahlvereins: Witscho, Kleine Hamburgerstr. 28; 86 2 Schlafft. zu verm. Wilhelmftr. 122, H. r. 3.Eing.3 Tr. bei Niedergefäß. Frdl. Schlafft. zu verm. b. Meyer, Alexandrinenstr. 99. 41b Möbl. Schlafft. f. 1 H. Laufigerstr. 48, Tr. Dertel. 446 Allen Freunden, Kollegen und Gefirchstraße 65 ein Weiß- u. Bairisch Bierlokal eröffnet habe. Für gute 3 Speisen und Getränke werde ich stets Sorge tragen. Karl Spaet. Nachbarschaft mein neu eingerichtetes Empfehle meinen Bekannten sowie Schankgeschäft. 816* Paul Biekel, Novalisstr. 12, früher Nixdorf. Nadeln z. Wiederverk. Frdl. möbl. Schlafft. für 2 Herren möbl. Schlafft. Manteuffelstr. 91, v.3 Tr. Wienerstr. 68, v. 4 Tr. Schwarz. 46b Frol. Schlafft. f. 2 Herren, sep. Eing., Auss. n. d. Ostbahnpart, Posenerftr. 82, v. 3 Tr. bei Hertwig. 14b Krüger, Sirtenſtr. 10; Weber, Landsbergerstr. 41; Richter, Neue Lassalle- muter co. geg. Eins. Grünauerstr. 25 b. Dieter. Rönigstr. 90; Achilles, Greifswalderstr. 210. MS Kistenmacher! Moning, den 23. April 1894, Abends 8½ Uhr, im Lokal des Herrn Gründer, Köpenickerstr. 100: General- Dersammlung. Tages- Ordnung: 1. Abrechnung vom ersten Quartal. 2. Wahl des gesammten Vorstandes. 3. Statutenänderung. Die Schiedsgerichts- Kommission wird hiermit aufgefordert, am Donners. tag, den 26. d. M., Abends 8/2 Uhr, im Arbeits- Nachweis, Markusstr. 23, zu erscheinen zur Erledigung der Angelegenheit Franz. 437/15 J. A.: F. Märten. Möbelpolirer Berlins und Umgegend! Morgen, Montag, Abends 8 Uhr, im Klubhaus Süd- On" Waldemarstraße 75: Große öffentliche Versammlung. Zages Ordnung: = 1. Vortrag des Herrn Dr. Heymann über: Die Wirkungen des denaturirten Spiritus bei den Möbelpolirern. 2. Diskussion. 3. Bericht der Rommission betreffend die Maifeier. 4. Gewerkschaftliche Mittheilungen. Alle Möbelpolirer, speziell die, welche an Hautausschlägen, Augenfrankheiten u. dgl. leiden, sind zu dieser Versammlung hiermit eingeladen. 449/14 J. A.: H. Schulz. von 20 Pf. H. Guttmann, Brunnenstr. 9. Sämmtliche Anzüge sind aus rein wollenen Stoffen gefertigt. Central- Depot' für Herren- Moden Zwei frol. Schlafft. f. S. sof. od. 1. Mai 10b Frdl. Schlafft. bei Richter, Rheinbergerstraße 17. 486 Möbl. Schlafft. für Herren, sep. Ging., Mariannenstr. 23, v. 2 Tr. b. Dabinnus. Frol. Schlafft. f. 1 Genossen, sep. Eing., Lorenz, Straßburgerstr. 12, S. 4. 36b Für Genossen saubere Schlafftelle bei Schlafft. b. Maier, Naunynftr. 84, v.32r E. gute Schlafft. für 1 Herrn zu verm. 2928b Sebastianftr. 72, Hof I. 12r. An Parteigen. ift für 2 Herren Schlafft. zu verm. Prinzenftr. 92, 4 Tr. rechts. E. möbl. Schlafft. ift s. od. sp. a. 2 Hr. z. verm. Dranienftr. 8, v.2 Zr. r. b. Gubela. Frol. Schlafft. Naunynftr. 1, 8 r. 38b Schlafft. für Herren Gitschinerstr. 61, 34b vorn 3 Tr. bei Midley. Schlafftstelle, möbl., f. zwei Herren, zu verm. Grüner Weg 62, v. 12r.b. Leder, Frol. Schlafft., sep., f. H. od. Damen, Oranienftr. 3, Dugb. 4 Tr. Johannsen. Möbl. Zim. Gneisenauerstr. 19, 2 Er. 104b b Fleischer. Möbl. Zimmer a. 2 Hrn. z. 1. Mai. Wittwe Spies, Staligerstr. 125, 42r. I. Theilnehmer a. möbl. Zimmer w. gef. Martgrafenftr. 9, v. 4 Zr. I. G. Schlafft. b. Schulz. Andreasstr. 67, H. 3 Tr. 985 . Frdl. Schlafft. 3. verm., sep. Eing. Cuvryftr, 42, v. 1 Zr. bei Sommer. Schlafft. f. 2 S. Manteuffelstr. 92 v. 2 Tr. I. 1036 Frol. Schlafft. f. Herren b. Eckert, Staligerstr. 112, v. 3 Tr. 101b Frol. Schlafft. f. 2 H. bei Frau Hoff1056 50 Oranienstr. 50 Standow, Schmidtstr. 9a 5.1 Tr.[ 516 mann, Wilhelmftr. 145. Sommer- Anzug 12 M. 15 Cheviot- Anzug, 2 reihig. 15 " " Kammgarn- Cheviot " • Kammgarn Jaquet- und Rock- Façon " " H 18 OP • " 20 " " " 18 " 21 • " 25 " •" 18 " 21 " 24 " " " " " 27 " " " " . 30 " " " " " Gehrock 27 " 33 " " 36 " 12 " 15 " 18 " 21 " Achtung! Schneider und Schneiderinnen! Palett Große öffentliche Versammlung der Mäntelnäherinnen, Bügler und Stepper, sowie aller in der Kinder- Garderobe, Trikotagen- Branche beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen am Montag, 23. April, Abds. 81/2 Uhr, in Hoffmann's Festsälen, Oranienstr. 180. Tages Ordnung: 1. Die Zustände in der Konfektion und wie streben wir nach Besserung? Referentin: Frau Reimann. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Um recht rege Betheiligung bittet 398/20 Die Agitations- Kommission der Schneider und Schneiderinnen Berlins. General- Versammlung " " " naben- u. Burschen- Anzüge zu den denkbar billigsten Preisen. Maaßbestellungen ohne jeden Aufschlag. Der Verkauf findet zu streng festen Preisen statt. Central- Depot des Fachvereins der Klempner für Herren- Moden am Dienstag, den 24. April, Abends 82 Uhr, in ,, Jnsinger's Lokal", Krautstraße 34. Tagesordnung: 1. Ergänzungswahl des Vorstandes. 2. Kaffenbericht. 3. Verschiedenes.. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. 187/18 Grosse öffentliche Versammlung eller in der Kürschner- Branche und verwandten Betrieben beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen am Montag, den 23. April 1894, Abends 8 Uhr, im Schükenhaus, Linienstraße 5/6. Tages- Ordnung: 1. Der Internationale Rongreß zu Brüffel event. Wahl eines Delegirten. 2. Die Maifeier. 3. Verschiedenes. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist es Pflicht eines jeden Kollegen und jeder Kollegin, pünktlich zu erscheinen. 196/20 Soeben erschienen: Die Vertrauensleute. Der Arbeitsvertrag. Von Rich. Lipinski. Möbl. Schlafstelle für 2 Genossen, Lindner, Admiralftr. 20 v. 1 Tr. I.[ 66b Frol. Schlafftelle f. 2 H., Köpenickerstraße 8a H. r. 11. Ging. part. b. Rlaue.[ 52b Möbl. 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Schlafftelle, 9 M., Dranienstr. 16 v. 11 bei Schulz. 64b Frol. Schlafstelle n. vorn bei Müller, Dresdenerstr. 117 v. 4 Tr. 65b 50 Oranienstr. 50 Stöpeniderstr. sa S. t. 11. Ging. part. Sonntags geöffnet bis 2 Uhr. Charlottenburg. 222* Schankgeschäft m. voll. Konzession Krankheits halber zu verk. Näh. durch G. Beyer, Wallstr. 96, v. 3 Tr. Kl. freundl. möbl. Zimmer f. 1 H., 8a bei Klaue. 535 Schlafstelle u. Pl. für Schuhmacher, Ernisch, Saarbrückerstr. 27. 67b Beffere gemüthl. Schlafstelle, sep.Eing. Manteuffelstr. 44 v. 3 Tr., Wolff. 68b Eine vortreffliche Erfindung ist die TOF Zacherlin- Tinktur, Freundl. Schlafft. b. Wwe. Hanisch, 946 Strausbergerstr. 5, H. r. 3 r. Möbl. Schlafft. f. 2 Herren zu verm. Krug, Frankfurter Allee 39 I, b. Part. Frdl. Schlafft. f. H. Strausbergera ftraße 33, v. 3 Tr. Schwarz. 96b Eine freundl. Schlafft. ist zu verm. C. Frölich, Schönleinstr. 13, v.lll[ 726 Frol. Schlafft., 2 Mädchen o. Herren, Admiralstr. 26, Hof 4 Tr. b. Schwahn. 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Es ist somit ein Leitfaden für den Arbeiter vom Beginn bis zum Ende des Ar- meinsam mit beitsverhältnisses und darf folgedessen in keiner Bibliothek des Arbeiters fehlen. Zu beziehen durch jämmtliche Parteibuchhandlungen, sowie durch den Verfasser Rich. Lipinski, Leipzig, Ponttraße 6. Metzner's Korbwaaren- Fabrik, Berlin, ZagerlinPulver angewendet, bietet diese 1. Gesch.: Andreasstr. 23, H. pt., gegenüb. Andreaspl Mustergrößtes Lager Berlins. Erfindung nicht blos Kinderwagen, Bücher gratis. Theilzahlung ge- den allerstattet. 500 Mark zahle ich jedem, der mir nachweist, daß ich nicht das größte Kinderwagen- Lager Berlins habe. schnellsten, Auguststr. 40, Gke Rosenthaler- Straße. Bügerrevisor Loehr, Ginzelunterricht( Th silzahlung). Buchführung, sondern auch den dauerndsten Erfolg gegen feberlet Art von vorn 3 Tr. Arbeitsmarkt. Ein Bandagist, 63/8 felbftändiger Arbeiter, erfahren in der Herstellung von Orthopädie und künstl. Gliedern, find. dauernde Stellung bei hohem Lohne. Geft. 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Es werden deshalb die Berliner Gewerkschaften aufgefordert zu der in dieser Sache am Mittwoch stattfindenden öffentlichen Versammlung recht zahlreich zu erscheinen. Der geschäftsführende Ausschuß der Berliner Gewerlschafts-Kommission. An die Graveure und Ziseleure Deutschlands! Die Freie Vereinigung der Graveure, Ziseleure und verwandten Berufsgenossen Berlins und Umgegend wendet sich hiermit an alle Kollegen, Nachstehendes gefälligst zu berücksichtigen; Um eine gut geregelte Arbeiisvermittelung in unserem Gewerbe zu schaffen resp. zu erhalten, ist es nothwendig, dem sich immer breiter machenden Unwesen, daß die Stellennachweise in die Hände von Werkzeughändlern gelangen, einen Damm entgegenzusetzen. Es ist wohl einem Jeden einlenchlend, daß hier Wandel geschaffen werden muß, da die in Betracht kommenden Händler nicht das geringste Interesse haben, uns Arbeit zu vermitteln. wohl aber ihr eigenes sehr im Auge behalten; denn ein Jeder. ob Gehilfe oder Meister, hat durch die Benutzung dieser Arbeits� nachweise die indirekte Verpflichtung, zu gleicher Zeit Werk zeuge zu kaufen oder zu bestellen. Klar liegt es nun auf der Hand, daß dadurch leicht derjenige im Nachtheile bleibt, welcher wenig oder gar nichts kaufen kann. Wir haben es hier also mit einem unwürdigen System zu thnn, wie es auch augenscheinlich bei den Kellnern, Dienstboten:c. durch das Kommissionärwesen zu tage tritt. Um dies Unwesen zu beseitigen, beschäfligte sich eine zahl- reich besuchte Vereinsversammlung am 19. Februar mit der Er- örterung dieser Angelegenheit und kam nach eingehender Dis- kussion zu dem Beschluß, die uns bekannten Werkzeughändler. welche Arbeitsnachweise unterhalten, aufzufordern, ihre vakanten Stellen dem Arbeitsnachweis der Freien Vereinigung der Graveure und Ciseleure zu überinilteln. Um den Beschluß der betreffenden Versammlung durchzuführen, unterbreitete der Vorstand den Herren ein diesbezügliches Schriftstück, das die Herren Barthelmes und Buh anstandslos unterschrieben, dagegen die Herren Hagemayer und Victor trotz mehrmaligen Ersuchen un beachtet ließen. Da wir nun aber den Geschäftsinhabern zeigen wollen, daß wir nicht gewillt sind, uns mit dieser Antwort zufrieden zu geben, ersuchen wir alle Kollegen sowohl wie Prinzipale erstens: bei eintretender Arbeitslosigkeit den unentgeltlichen und in letzter Zeit außerordentlich gut funktionirenden Arbeits- Nachweis der Freien Vereinigung der Graveure und Ziseleure beim Kollegen Wunderlich, Neue Grünstr. 20,*u benutzen, zweitens aber bei Ernkäufen von Werkzeugen die beioen Händler zu berücksichtigen, welche sich unserem Beschluß entgegenkommend gezeigt haben, und allen übrigen ihre Werkzeuge, die sie uns ver- kaufen möchten, selber zu belassen. Ferner würde es sich empfehlen, die Reisenden der Werkzeughändler, die die Werk- statten zu besuchen pflege», zu fragen, von welchem Geschäft sie Werkzeuge führen. Wrr glauben, daß wir damit die Zweck- Mäßigkeit des Beschlusses genügend dargethan haben und da es nur zum Vortheil der gesammten Kollcgenschaft gereicht, eine» einheitlichen Arbeitsnachweis zu haben, so ersuchen wir Alle, das oben Angeführte genau zu befolgen. Der Vorstand. Da diese Firmen auch von und nach außerhalb Arbeit vermitteln, so werden sämmtliche Arbeiterblätter um Abdruck gebeten. Achtung» Bürsten- und Pinselmacher! Die Kollegen der Werkstatt von M. Pfennig, Köthenerstr. 35, haben (10 Mann) wegen Lohndifferenz die Arbeit niedergelegt. Wir bitten die Berussgenossen, dieses zu berücksichtigen. Die Werkstatt-Kontroll-Kommission des deutschen H o lz ar b e i t e r- V er b andes (Zahlstelle Berlin). SonnkÄgsplsudevek. Hie Treptow, hie Witzleben! Das ist der neueste Fehderuf, das ist das neueste Schlagwort, das in unserem guten Berlin ausgegeben wurde. Verstummt sind die parlamentarischen Kämpfe, die Reichstagsferien sind ge- kommen und da man doch für irgend welche„heiligen Güter" kämpfen will, so ist die große Angelegenheit will- kommen, die sich an den Streit um Treptow und Witzleben knüpft. Soll der Osten, soll der Westen Berlins auserkoren sein, das stolze Ausstellungswerk zu beherbergen, dem wir in ein paar Jahren entgegensehen? Hie Treptow, hie Witzleben! Wie sie grimmig aufeinanderfahrcn. Wie sie schachern und feilschen, die braven Bürger und Hausbesitzer von West und Ost. Die reine Mühlendammcrei. Wie sie ihre Bäunie messen im Park zu Treptow und im Schloß- garten von Witzlebcn bei Charlottcnburg. Wie sie für landwirthschaftliche Romantik zu schwärmen verstehen und kein Ende finden im Rühmen der reizvollen Gegenden. Da werden eintönige graue Wasserflächen zu herrlichen Seen, jeder Maulwursshügel wird zu einer idyllischen Anhöhe ge- stempelt. Und erst die paradiesischen Lüfte, die im Osten von der Spree, im Westen von den mageren Kieferbeständen des Grunewalds herüberwehen. Zn verwundern ist nur, daß dieselben Hauseigenthümer von Ost und West, die doch all' diese Herrlichkeiten so nahe haben, trotzdem so gerne in die Ferne schweifen und im grünen Waldgebirge oder am Eeegestade ihre Sommerfrischen aufschlagen. Noch viel Kostbares wird von der bevorstehenden Aus- stellung erzählt werden, emsig und unausgesetzt wird die Reklametrommel gerührt werden müssen, jedes Zeitungs- blatt wird zum Morgenkaffee dem geehrten Abonnenten neue Wunder von der Riesenausstellung verkünden, alle lokalpatriotischen Berliner Herzen werden höher schlagen, wenn erst die Fehde entschieden sein wird, ob der Profit dem Platz um Treptow oder im Witzleben zufallen soll. 91« die Frauen«nd Mädchen deS tverkthätigen Volkes lasten wir den Ruf ergehen, theilzunehmen an dem Kamps des Proletariats. Denn gerade die Frau ist es. die das Joch der Unterdrückung am schwersten fühlt und in vielen Gewerben zur Schmntzkonkurrentin des Mannes geworden ist. Es ist unsere Aufgabe, Euch aufzurütteln aus dem Dunkel, welches sich über Euer geistiges Leben gelagert hat. Darum schließt Euch dem Frauen- und Mä d ch« n- B i l d u n g S v e r e i n des ar- bettenden Volkes an, der danach strebt, durch geeignete Vorträge die geistige und soziale Lage seiner Mitglieder zu heben. Frauen und Mädchen! Erscheint zahlreich in der am Dienstag, den 24. April, Abends 8 Uhr, stattfindenden Versammlung in Rudolph's Festsälen, Mittenwalderstr. IS, in der Frau Greifenberg über das Thema:„Der bürgerliche Frauenkongreß und die Bestrebungen sozialdemokratischer Frauen vereine" referiren wird. Der Vorstand. Warnuug, Glasarbeiter! Zwischen den Glasfabrikanten in Kopenhagen und Umgebung und den Arbeitern droht eine ernsthafte Differenz auszubrechen, deren Spitze sich auch gegen die Arbeiterorganisationen richten dürfte. Wir ersuchen alle Kollegen des In- und Auslandes, den Zuzug nach Dänemark streng fernzuhalten. Weiterer Bericht folgt. Der Vor st and des dänischen Glasarbeiter-VerbandeS. I. A.: F. H a r t m a n n. An die Parteigenosse» in FriedrichSberg! Laut Be schluß des Kölner Parteitages ist die Maifeier am 1. Mai zn veranstalten. Da eine Versammlung zur Beschlußfassung unter den gegebenen Verhältnissen nicht möglich war, so werden die Friedrichsberger Genossinnen und Genossen hierdurch in Kenntniß gesetzt, daß die Feier in derselben Weise wie im vergangenen Jahre vor sich gehen wird und zwar: Dienstag, den 1. Mai, Abends 8 Ubr, im Lokale des Herrn Spitzig durch Festvortrag und daraus folgenden Kommers. Die Vertrauensperson. Achtung, Maler RixdorfS! Die organisirten Maler und Anstreicher von Ripdorf beschloffen am Dienstag, den 17. April, den 1. Mai durch Arbeitsruhe zu feiern, und sich der Nindorfer allgemeinen Maifeier anzuschließen. Vormittags 8 Uhr ist die Volksversammlung und treffen sich die Kollegen um 3 Uhr bei Kummer. Von den nicht zur Zeit Erschienenen wird angenommen, daß dieselben arbeiten und zahlen diese laut Beschluß der Ver- sammlung die Hälfte von dem verdienten Tagelohn an die Fonds der Maler und Anstreicher zu Ripdorf, zur Erreichung des Acht- stundentages. Der französische Grnbeuarbeiter-Kongreß in Paris ist zahlreich beschickt. 70 000 Bergarbeiter sind vertreten. Achtung, Mänteluäherinncn! In letzter Zeit sind vielfach Klagen über die Übeln Zustände in der Konfektion gehört worden, so daß wir uns gemüßigt sehen, in einer Versammlung nochmals diese Mißstände zu be> sprechen. Zu diesem Zweck findet Montag, den 23. April, Abends 8-/2 Uhr, eine öffentliche Versammlung rn Hoffmann's Festsälen, Oranienstr. 180, statt, in der Frau Reimann über„die Zustände in m Konfektion und wie streben wir nach Besserung?" referiren wird. Wir erwarten, daß alle in der Damen-Konfektion, sowie Bügler, Stepper, in Kindergarderoben- und Trikotagen-Branchen beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen recht zahlreich in dieser Versammlung erscheinen. Die Agitations-Kommission der Schneider und Schneiderinnen Berlins. „Ter Fachgeuosse", Organ der GlaS« und !o rzellanarbeiter, warnt die deutschen Kollegen, den ockungen der Mailänder Fabrikanten, falls dieselben dem- nächst Arbeiter durch deutsche Zeitungen suchen. Folge zu leisten. Die Verhältnisse in den italienischen Hütten seien sehr schlechte, die Löhne bereits so tiefe, daß sich die dortigen Arbeiter mit aller Kraft gegen eine weiter« Herabsetzung derselben wehren und gewillt sind, in den Streik einzutreten. Ein Berner Schneidermeister«ngagirte in München drei Arbeiter, ließ ihnen 40 Franks Reisegeld verabfolgen, verheim- lichte ihnen aber, daß in Bern ein Schneiderstreik ausgebrochen sei. Die Arbeiter kamen in Bern an, erfuhren diese Thatsache und verweigerten die Aufnahme der Arbeit. Sie klagten wegen dieser Verheimlichung den Meister an aus Schadenersatz wegen Vorspiegelung falscher Thatsachen und Verweigerung der Heraus- gäbe der Heimnthspapiere. Der Gerichtspräsident erkannte die Klage sür begründet und verurtheilte den Meister zu einer Ent- schädigung von je 95 Franks und den Kosten. Bravo!— Wie aber stellen sich die Behörden in Deutschland zum Streik? Die Jetzt zunächst ist freilich der brennende Kampscifer noch groß und die Herren am Westende von Berlin wie die vom arbeitsamen Osten haben alle Hände voll zu thnn, um ihrer sittlichen Entrüstung Ausdruck zu geben. Die Grundstücks- spekulanten, die ohnedies die Miethspreise im vornehmen Westen fürchterlich in die Höhe geschraubt haben, wollen abermals vertheuern und vertheuern, so denunziren die Besitzer im Osten, die Biedermänner mit unschuldvollen Seelen; und ist es bei uns im Osten nicht auch schön? versichern sie zugleich. Sind die Straßen in den Arbeitervierteln nicht sauber gehalten, haben wir nicht erfreuliche, gefällige Miethskasernen aufgebaut und alles traulich und wohnlich eingerichtet? Und wird der feinde nicht behaglich schmunzeln, wenn er draußen im Weichbild der Stadt fröhliche Kinderschaaren begegnen wird, „pausbackigen, rothwangigen" Knaben und zierlich ge- kleideten Mädchen, die sich auf den Straßen tummeln und an lustigen Spielen ergötzen. Wird den Fremden der Gedanke beschleichen, daß diese Kinderschaaren zwischen die grauen, trostlos einförmigen Miethskasernen flüchten müssen, daß sie auf die Straße geworfen sind, weil ihnen, wenn sie ein Dasein haben, in diesem Heim Raum, Luft und Licht fehlt? Nein, der Fremde, das heißt der hoch- geschätzte Fremdling, der sich amüsiren und im Amüsement recht viel Batzen dranfgehen lassen kann, wird sich darüber keine Gedanken machen, so kalkuliren die Schlaumeier im Osten. Proletarische Noth, so wird er ausrufen, ei, wer hat dies thörichte Märchen erdacht? Die Anreißer im Westen aber singen ein anderes Lied. Ihr draußen im kümmerlichen Osten, schreien sie, ihr wollt euch schön- arberischer Mittel bedienen? Ja, glaubt ihr, daß der hochgeehrte Fremdling so wenig Verstand und Beobachtungsgabe besitzt, daß ihr ihn so leicht nas- mhren könntet? O nein, der geschätzte Fremdling ist ein Mann von Welt. Der wohllöbliche Fremdling hat eine zu feine Nase. Was wird er, wenn er heimgekehrt ist, von der glorreichen Herrlichkeit der Reichshauptstadt zu er- StuttgarterSchneidermeister haben bekanntlich ihre Helfershelfer ebenfalls unter falschen Vorspiegelungen nach dort gelockt und unter polizeilicher Aufsicht zur Arbeit ge- zwungen; von einer Verurtheilung hat man aber nichts gehört. dagegen haben die Polizeiorgane sich zu willigen Handlangern des Unternehmerthums hergegeben und sind in wahrhaft unver. antwortlicher Weise gegen die ausständigen Schneidergehilfen eingeschritten, sobald diese in der anständigsten Weise versuchten, den zugereisten Kollegen von dem Vorhandensein einer Lohn- bewegung zu unterrichten. lieber de« Wiener Tischlerstreik schreibt die„Franks. Ztg.": Der Streik der Tischler ist von langer Hand und, wie es scheint, mit großer Umsicht vorbereitet worden. Die Forderungen der Tischler sind: 1. Achtstündige Arbeitszeit, 2. Abschaffung der Akkordarbeit, 3. wöchentlicher Minimallohn von 10 fl., die Bautischler speziell verlangen 2.S0 ff. täglichen Arbeitslohn, 4. Freigebung des 1. Mai. Diese Forderungen wurden, bis auf die den I. Mai betreffende, von den Meistern abgelehnt. Gestern Abend fand nun in der Volkshalle des Rathhauses eine Tischler- gehilfen-Versammlung statt. Aus allen Theilen der Stadt kamen die Tischler in Trupps zu Hunderten angerückt. 12-13 000 an der Zahl, Die Volkehalle erwies sich bald als zu klein. Der größere Theil der erschienenen Arbeiter stellt* sich auf den Stufen des Rathhauses und auf dem Platz davor auf. In der Volks- Halle wurde nach kurzer Berathung der Streik beschlossen und nun löste sich die große Maffe, den Kommandoworten der Führer folgend, wieder ,n ihre Theile, die Trupps, auf, und diese marschirten ruhig nach Hause. Wie bei dieser Demonstration. so haben die Tischler bei der ganzen Jnszenirung des Streiks bisher ein ruhiges, zielbewußtes Verhalten und stramm- Or- ganisation gezeigt. Es sollen ihnen nicht unbedeutende Geld- mittel zur Verfügung stehen. Der Ausgang ihres Streiks wird wahrscheinlich von Bedeutung werden für einen anderen, noch größeren Streik, der sich gegenwärtig in Wien vorbereitet: den Streik der Bauarbeiter, der ca. SO 000 Personen umfassen dürfte. Die Zentral-Krankeukaffe der Maurer„Grundstein zur Einigkeit" beschloß in ihrer am 16. April in Dresden tagenden Generalversammlung, daß die Kasse weiter bestehen soll. Die Unparteilichkeit deutscher Behörden bei Streiks wird durch untenstehenden Brief in recht deutlicher Weise zum Ausdruck gebracht. Ende Februar brach in der Webstuhlfabrik von Otto Müller in Reichenbach wegen Lohndifferenzen ein Streik aus und heute ist derselbe trotz der polizeilichen Hilfe, die Herrn Müller zu Theil wurde, noch nicht ganz beendet. Denn Herr Müller schrieb an den Herbergsvater der„Herberge zur Heimath" in Görlitz folgenden Brief: „Es dürfte Ihnen nicht unbekannt sein, daß meine Gießerei Ende Februar in Streik trat, welcher Streik von der Behörde dadurch endgiltig gelöst wurde, daß sämmtliche fremde Streikende zwangsweise in ihre Heunathgemeinde abgeschoben wurden, so daß dem neuen Zuzug kein Hinderniß mehr im Wege steht. Ich beschäftige Sommer und Winter rund 100 Former und brauche jetzt deren noch ca. 40 Mann und geht mein ergebenes Ersuchen Zahin, mir solche gefl. zuzuweisen, falls solche sich bei Ihnen »m Arbeit melden sollten. Der Verdienst ist«in guter, im Sommer und Winter gleich. Es wäre mir aber lieb, wenn Neueintretende mir zuvor den Tag angeben wollten und wo- möglich auch den Zug, mit welchem sie in Neichenbach ankommen. Bei Ankunft sollen sie sich wegen näherer Auskunft beim Portier melden. Hochachtungsvoll Otto Müller." Hut ab! Die soziale Frage ist gelöst ohne großes Kopf- zerbrechen. Die Streikenden werden abgeschoben, damit die Streikbrecher ungehindert an ihre Stelle treten können und der Streik, ein Symptom der sozialen Krankheit, ist beendet. Oh, über unsere kluge und unparteiische Polizei. Ein für Handlungsgehilfe» wichtiger Beschluß ist im Reichstag gefaßt worden. Der Abg. Singer beantragte:„Verein« barungen, welche den Bestimmungen des Z 69 des Handels- Gesetzbuches zuwiderlaufen, sind nichtig. Er führt zur Begrün- dung aus: Für den Fall der Erkrankung sichert das Handels- Gesetzbuch den Handlungsgehilfen eine sechswöchige Gehalts- zahlung zu. Es ist aber durch besondere Verträge diese Bestim- mung oft illusorisch gemacht worden. Die Bestimmung wird besonders den Handlungsgehilfen von Nutzen sein, d,e über 2000 M. Gehalt beziehen und deshalb nicht der Ortskranken- kaffe angehören. Der Antrag wurde angenommen. Dem kräk- tigen Eingreifen der Sozialdemokratie gelang es, die Mehrheit des Reichstages zu bewegen, einige Verbesserungen der wirth- chaftlichen und sozialen Stellung der„Proletarier im Gehrock" ihre Zustimmung zu geben. zählen wissen, wenn ihr ihn in die düsteren Quartiere deS Proletariats geleitet? Führt man seinen Gast denn in die Gesindestube oder in den feinmöblirten Salon? So eifert man hüben, so eifert man drüben, in Witz- ! eben und in Treptow. Die Profitgier klammert sich an die Gewerbe-Ausstellung, künstlich sucht man die Gemüther anzufeuern und aufzuregen; man macht krampfhafte An- trengungen, den lokalpatriotischen Kitzel zu reizen. Das ist die modern-bürgerliche„Kulturthat". Aber die große Masse in Berlin bleibt stumm. Wie sollte sie sich auch begeistern? Wo steckt die Größe, die sie mitreißen könnte? Für das Gezänke der Jnter- effenten, für die unmäßige Heuchelei der beiden Gruppen um Treptow und Witzleben hat sie nur ein Lächeln der Verachtung übrig. Wäre eine echte Kulturthat im Werke, Stolz und freudige Schwunghaftigkeit würden sich von selber einstellen. Man brauchte keine diensteifrige Klaque von Journalisten, um befeuerten Beifall zu wecken. Woher sollte aber solche stolze Genugthuung entsprießen? Ja, hätte Preußen- Deutschlands Hauptstadt die Kulturwelt zu einer internationalen Ausstellung im großen Stil zu laden vermocht, wäre diese Jde von zündender Gewalt gewesen, dann war's etwas Anderes. Aber die Haupt- stadt des Militarismus hat sich so herrliche Sympathien, die solchem Kulturwerk ein geveihlichcs Ende versprächen, nicht zu erwerben gewußt. Nicht einmal eine engere nationale Ausstellung wußte sie durchzusetzen. Auch da fehlte die Entschlußfreudigkeit, auch da stieß man überall ans Bangen und Zagen; und man bedauerte Mißgunst und Eifersüchte- leien; man schalt den Partikularismus; man belferte gegen jene unseligen Elemente, die daheim in Schwaben oder Franken noch immer nicht die Wohlthaten des preußischen Regimes in dankerfüllter Brust zu würdigen verstehen; und so kam es zu der Berlinischen Lokalausstellung, die wir erwarten. Darum aber sollten sich Berlin und die Berliner in die Brust werfen, darum sollte man das Seichte erhaben nennen und an papierner e Unternehmer im Bäckergetverbe find ganz aus dem verhungerten Pfarrherrn hat ja noch teiner auf den Tisch des find, aus der Kirche auszufcheiden, auf Wunsch die Untoften en, daß auch sie der fortschreitenden Kultur ihren Tribut Hauses niedergelegt. Und so lange das nicht geschieht, fümmern aus der Vereinstaffe zu ersehen. Diesem Antrag wurde zuSahlen sollen. Besonders seitdem die Kommission für Arbeiter- fich die schwarzen Himmelsdragoner um die Noth des arbeitenden gestimmt. Der Saffirer verlas hierauf den Vierteljahrsbericht, Ratiftit auch das Bäckergewerbe in den Kreis ihrer Betrachtungen Boltes auch nicht einen Pfifferling. Derlammlungen. Sezogen hat. Die wahrhaft verblüffenden Ergebnisse der Enquete liegen den bezopften Größen schwer im Magen; durch die Spalten rer Preffe geht ein Stöhnen und ein Lamentiren über den Frevel" der fich darin offenbart, daß sich außer den Sozialdemokraten, von denen man ja von vorne herein das Schlimmste erwartete, auch andere Leute erlaubt haben, die scheußliche Aus- Wedding- Rassino, Schulstraße. Der Vortrag des Genossen off* Eine öffentliche Versammlung tagte am 5. April im beutung im Bäckergewerbe einigermaßen verständig zu beurtheilen. Man erinnere fich, daß der Rektor Schlick aus Köln feiner- ann mit dem Thema:" Wann beginnt die Revolution?" fand allgemeine Zustimmung. Im Punkt Verschiedenes" forderte zeit seiner Pflicht dadurch gerecht wurde, daß er, vor das Forum Genosse Bringmann die Anwesenden auf, fich einer politischen Der Kommission zitivt, die elende Lage der Bäckereiarbeiter ohne Organisation anzuschließen, sowie auch unsere Presse und Lite Weiteres zugab und aus religiösen und fittlichen ratur zu berücksichtigen. Die große Betheiligung der Frauen an Gründen sich für Aufhebung der Sonntagsarbeit soweit der Versammlung benugte der Referent zu einem Appell an die fie möglich sei, aussprach. Das hat den Zorn feiner felben mit dem Hinweis, recht oft Versammlungen zu besuchen und igenen Parteigen offen, der profitwütherigen fleri fich der bestehenden Organisation anzuschließen. talen Bäckermeister, die in der" Bäcker und Konditor sich der bestehenden Organisation anzuschließen. Zeitung" das große Wort führen, dermaßen herausgefordert, daß Der Verband deutscher Kürschner( Filiale Berlin) hielt sie den Mann, der es wagte, neben seiner untadelhaften Frömmig- am 16. April eine Mitgliederversammlung ab. Herr Dr. Christeller feit auch ein wenig human zu sein, fortgesetzt mit den ehren- hielt einen mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrag über rührigften Schmähungen und Beschimpfungen überhäufen. Der Gewerkskrankheiten." An der Diskussion betheiligten sich die " Kölnischen Bolkszeitung", dem Zentrumsorgan, welche den Be- Kollegen Thomsen, Riem und Wier. Hierauf verlas der Kassirer richt des„ Vorwärts" über die Konferenz nachgedruckt hatte, wird die Abrechnung vom 4. Quartal vorigen Jahres. Diese ergab der Boykott angekündigt, ein Kaplan wird denunzirt, daß er mit eine Einnahme von 142,18 M. und eine Ausgabe von 119,35 M.; Mitgliedern des Kölner Jünglingsvereins am Wirthshaustische mithin bleibt ein Ueberschuß von 22,83 M.; dazu der Bestand Karten gespielt habe resp. ihnen Anleitung dazu gegeben vom vorigen Quartal 22,04 m., ergiebt einen Rassenbestand von hat u. s. w. Dieses ganze Wüthen ist ein krasser Beleg dafür, 44,87 M. Unter Verschiedenem gelangte eine Resolution zur bis zu welchem Grade der bornirte Egoismus dieser frommen Annahme, die den zur Zeit des Streits ausgeschlossenen MitMeister, die sich ihres regelmäßigen Kirchenbesuchs rühmen, gliedern wieder Aufnahme gewährt. Das Vergnügungskomitee eigentlich geht. Daneben paradirt die alte Lüge, daß nach Ein- macht bekannt, daß am 18. Juni das Stiftungsfest in der Brauerei führung der Sonntagsruhe die Rohheiten der vergnügungs- Friedrichshain stattfindet. füchtigen arbeitsscheuen" jungen Leute in bedeutendem Maße gestiegen sind. Respekt vor des christlichen Staates! " Die Organisation der Linoleumleger und Teppichnäher hielt am 16. April eine Versammlung ab. wonach der Verein eine Einnahme von 360,90 m. und eine Ausgabe von 239,15 M. zu verzeichnen hat, bleibt mithin ein Ueberschuß von 121,75 M. Ein Antrag des Vorsitzenden, eine dramatische Abtheilung im Verein zu gründen, gelangte nach längerer Debatte zur Annahme und wurde eine Kommission von vier Mann gewählt zur Ausarbeitung eines Regulative. 2. Freie Vereinigung selbständiger Barbiere. Montag, den 23. April, abends 10 Uhr, bet Röllig, Steue Friedrichstr. 44, Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Abrechnung des Borstandes und der Fachschul- Kommission. Anschluß der Bereinigung an den Zentralverband der Freien Bereinigung Deutschlands. Nachm. Uhr, im Königstadt- Kafino, Solzmartstraße 72, Sizung. Uhr Fidelitas. Röpniderftr. 62, Gigung. Nachher Fidelitas. Vergnügungsverein Fraternitas". Sonntag, den 22. April, Vergnügungsverein Normannia 2". Sonntag, den 22. April, Vergnügungsverein Stalia". Fidelitas fällt aus. Montag, den 22. d. M., Abends 8% Uhr, bei Thiessen, Bionstirchplas 1, Sigung. Wichtige Tagesordnung. Arbeiter- Bildungsverein Friedrichsberg. Lefe- Abende finden statt: Dienstag, den 24. April, im Sorale des Genoffen Lange, Wartenbergstr. 67. Dienstag, den 8. Mat, im Lotal des Genossen Schulze, Friedrich- Karlstr. 34. Anfang pünktlich 9 Uhr. Landemannschaft der Schleswig- Holsteiner zu Berlin. Montag, den 28. April, Abends 8 Uhr, in Th. Bolg' Fesfälen, Alte Jakobstr. 75, öffentlicher Vortrag des Herrn R. Gerling, Beil- Magnetiseur, über das Thema: Der Hypnotismus und seine Anwendung in der Medizin und Erstehung( mit Experimenten). Arbeiter- Bildungsschule. Montag Abends 8%-10% Uhr: NordSchule, Müllerftr. 179a und Südost- Schule, Waldemarstr. 14: National otonomie. Bei allen Unterrichtsfächern werben neue Theilnehmer, Damen und Serren, jeder geit aufgenommen. im Laufe des Gemefters, eintreten. Bei allen Unterrichtsfächern fönnen Schüler und Schülerinnen auch jest, Montag, Abends 8-10% Uhr: Nord- Schule, Müllerstraße 179a: Unterricht in Gesezestunde. Südost- Schule, Reichenbergerstraße 133: Deutsch. Dft- Schule, Markusstr. 31, Unterricht in Gefeßestunde. Sozialdemokratische Lese- und Diskutirklubs. Mar anfer, Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Sonntag. Alle Angesichts solcher, wirklich gemein den Erörterung des Kollegen Marquardt, betreffend die Sperre Reimer, jeben Montag, Abends 9 Uhr, bet Rudolph Bahr, Gerichtsstr. 19. gefährlichen Handlungsweise erwächst für die Bäckerei- Arbeiter bei Quantmeyer und Gite, stellte Herr Neumann den Antrag, die die doppelte Verpflichtung, alles daran zu ſehen, um möglichst bald durch gesezgeberischen Eingriff diesen Leuten die Klauen etwas zu ftußen. V Der Steinkohlenbauverein Gottes Segen zu Lugan zahlt für das abgelaufene Geschäftsjahr eine Dividende von 20 pCt. auf die Stamm- und 25 pet. auf die Prioritätsaktien. Im Jahre 1892 wurden 17 pet. auf die Stamm und 22 pet. auf die Prioritätsattien gezahlt. Mithin erhalten die Herren Aktionäre diesmal je 3 pet. mehr für ihre schwere(?) Arbeit des Kouponabscheidens. Wie sieht es aber bei den Arbeitern, die diese herrlichen Dividenden schaffen müssen, aus? Nun, wahrhaftig traurig genug, denn der knappe Lohn langt hinten und vorne nicht zu, um nur das nothdürftigste zu decken. Sperre, welche vor drei Monaten über genannte Firma verhängt wurde, aufzuheben. Dem stimmte die Versammlung zu. Herr Kornmehl rügte das Verhalten des Kollegen Weftmayer, der sich erboten hatte, bei der Firma das Quadratmeter Sinoleum für 15 refp. 20 Pf. zu legen( um die Hälfte billiger als die Firma zur Beit zahlt). Nach einem zündenden Appell des Vorsitzenden an die Kollegen, dem Verein treu zu bleiben, schloß derselbe die gut besuchte Versammlung. Kenderungen im Vereinstatenber find zu richten an Fr. Kortuin, Manteuffelfraße 49, born 11 Abends 9 Uhr: Uebungsstunde. Aufnahme neuer MitSerfules. glieber. ,, Dirigenten chor, Stadtbahnstation zur Börse, Restaurant Frohfinn i, Rummelsburg, Berlinerstr. 82 bei Friesecke Nachm. 1-3 Uhr. Montag. Norddeutsche Schleife, Melchiorstr. 15. bei Stehmann. Siebertafel ber Maler u. v. Berufsg. Annenstr. 16 bet Gbrenberg.- Zonblüte, Görligerstr. 50 bet Siewert.- Blüthe, Ballifadenftr. bei Liege. Siebesfreiheit II, Strausberg, im Restaurant Krüger.- Myrthe nblätter, Belforterstr. 15, bet Schneider. Gesangverein Sieberameig, Waidmannsluft Berlinerstr. bet Berbe." Bur Fichte". Frisch auf in Schönwalde i. d. Mart bei Schulz. Frisch Metallarbeiter sten" zur Frethett, Simeonftr. 23 bet Flick. Roppenftr. 29 bei Reller. Bieber'fcher Männerchor, Elifabeth- KirchMohr'sches Doppel- Quartett, Büschingtraße 7 bei Jakob. Glodenrein( gem. Chor) Kastanien- Allee 95/96. Bruderherz, Krautftr. 6, bei Rudolf. Rosalia, Rebuferstr. 5, bet Nemis.- Goffnung 2, Wilmersdorf, Brandenburgischeſtraße bet Gräs. Glockenrein( gem. Chor), Trescomftr. 55 bei knapp. " Ge= Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend ( e Buſchriften, den Bund der geselligen Arbeitervereine betreffend, find au richten an P. Gent, Adalbertstr. 95. Sonntag: Theaterverein halia bet Schröder, in Stralau, Nachmittags 3-4 Uhr. Theatergesellschaft Romelia alle 14 Tage, Adalbertstraße 8 bet Sauermann. Bergnügungsflub Oftend, Krautftr. 6 bei Rudolf von 5-6 Uhr. feniger Berein der Feilenhauer, Gartenftr. 16, bet Meißner, jeden Sonntag v. b. 1. b. Mts. Bergnügungsverein Helgoland 2, Sangeftr. 9 bei Styczewsky, alle 14 Tage, 4-6 Uhr Nachm. Bergnügungsverein Geer ofe, Bergnügungsverein Iüdstern 1, Grüner weg 25 in Hahn's Bierhaus. in den Germania- Festfälen, Chauffeeftr. 103, 5-6 Uhr Nachm.- Montag: Pfeifentlub Felfenfest bet Schubordt, Königsbergerftr. 24. SumoTheaterverein ristischer Berein Bipifar bei Frösche, Fichteftraße 29. BergnügungsNora, Märkischer Hof, Admiralfir. 18c, Abends Uhr. verein" elfenfe ft", Nigdorf, Sermannstraße 167 bei Fülleborn, Uhr. Kartentlub Lustige Brüder", Krautstr. 48 bei Rattle, Abends 8 Uhr. Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. Sonntag. Theater- und Bergnügungsverein Barletin, heute Nachmittag 5 Uhr Zeughofftr 8. Theaterverein Concordia Beughofftraße 8 bei Roch. Theaterverein Othello jeden Sonntag uhr bet Foge, Röpeniderftr. 191. Nachher: Fidelitas. Theaterverein Concordia", Gigung Sonntag, Nachmittag 5 Uhr, bet Krebs, Ohmgaffe 2. nach der Gizung Fibelitas. Bergnügungsverein Germania, alle 14 Tage Verfammlung Sintens fraße 150. Bergnügungsverein Deutsche Ginigteit, Nachm. 4-6 Uhr, Bergnügungsverein Blumenstraße 20 bet Bernice. Machher thing. Titania, Macm 5-6 Uhr, bei Tempel, angefty, 65. aber belts. Eine gut besuchte öffentliche Versammlung der Bäckerstraße 14 bei St. Sirthe. Berlins tagte am 17. April Nachmittags in der Brauerei Friedrichshain. Genoffe offmann sprach über das Thema:. Der Kampf ums Dafein". Die Stellungnahme zur Feier des 1. Mai fand feine Erledigung dahin, daß den Ausführungen Gründlich der Spaß verdorben ist den Leipziger Krieger Pfeiffer's gemäß beschlossen wurde, am 1. Mai eine öffent vereinen. Die Nermften!" Sie hatten gehofft, daß die deutsch- liche Versammlung mit entsprechendem Vortrage anzuberaumen, amerikanischen Krieger zum 25 jährigen Sedanrummel, der mit im übrigen fich den Beschlüssen der Gewerkschaftskommission anganz besonderem Pomp in Szene gesetzt werden foll, zupassen. Nunmehr trat man in die Verhandlungen des Hauptin Leipzig sein würden. Nun haben sich die braven Philifter punttes der Tagesordnung ein: Die Zustände in der Genossengetäuscht, denn wie" Der Wähler" mittheilt, hat der Bundes- schafts- Bäckerei für Berlin und Umgegend. Einleitend hierzu vorstand der deutsch- nordamerikanischen Kriegervereine erflärt, erklärte Kollege Pfeiffer: Vor 14 Tagen seien Kollegen aus daß die Exkursion nach Deutschland mit Bestimmtheit erst der Genossenschafts- Bäckerei an die Agitationskommission heranim Frühjahr 1896 zur Enthüllungsfeier des Kaiser Wilhelm- getreten mit der Beschwerde, daß der Aufsichtsrath beabsichtige, Denkmals auf dem Kyffhäuser zu erwarten fei, jedoch müßte Akkordarbeit einzuführen, und zwar dergestalt, daß den zur dieser Beschluß noch dem im Auguft d. J. abzuhaltenden Bundes Tagesaushilfe hinausgeschickten Kollegen 1,50 m. bezahlt wurden. tage aur Santtionirung vorgelegt werden. Bei dieser Gelegen Die Agitationstommmission verlangte 8 M. für den Tag der heit wollen die Deutsch- Amerikaner eventuell auch Leipzig einen Aushilfe zu zahlen, gleichviel, wie lange Zeit die Aushilfe- Arbeit mehrere Tage dauernden Besuch. abstatten. Also wenigstens in Anspruch nimmt, das sei eine der an die Kontrollmarke noch ein Troft. geknüpften Bedingungen. Streng zu rügen sei, daß sich der Aufsichtsrath um Aushilfe- Arbeiter telephonisch an den ArbeitsDes Landarbeiters Ende. Vor etwa vierzehn Tagen nachweis der Innung gewendet habe, nachdem vom Verwurde im Walde zwischen Eger und der bayerischen Grenze, an bande nur Arbeiter den vereinbarten Bedingungen der Straße, die nach Nürnberg führt, ein alter Mann erhängt eingestellt werden sollten. Außerdem tadelt Redner das Veraufgefunden. In den Taschen des Todten fand man nichts als drängen der Kontrollmarke durch die neueingeführte Schuhmarke. Bergnügungsverein Nord, Sigung Sonntag Abends 6 Uhr bei Keller. einige Kupfermünzen, die einen Werth von kaum 50 Pf. hatten. Seit Einführung letterer sei nur noch jedes dritte Brot mit Theater Verein Lustige Seelen, Sonntag 4 Uhr bei Stehmann Nach einigen Tagen erkannte man in dem Lebensmüden den Kontrollmarke versehen. In der weiteren Diskussion, an der sich nach Wondreb in Bayern, Bezirk Tirschenreuth zuständigen, eine große Anzahl Kollegen betheiligen, werden von den einzelnen Bergnügungsverein& uftt g, Sonntag, Staligerftr. 54( S. Sente), 5% Uhr: 73 Jahre alten, ledigen Knecht Georg Kunz, ber über ein Rednern fortwährend Klagen erhoben gegen den Aufsichtsrath Vergnügungsverein Gemüthlichteit, Sigung jeben Sonntag Nachs Menschenalter in Eger und in einigen Dörfern des Egerlandes in der Genossenschaft. Freitag, Geschäftsführer der Genoffengedient hatte. Ueber die Ursache des Selbstmordes berichtet die schaft, vertheidigt die Geschäftsleitung gegen die Angriffe der Gefang- Turn- und gesellige Vereine. Montag. Gefelliger Berein unverfälscht liberale Egerer Zeitung": firaße 120. Bergnügungsverein Freundestreue, jeben Montag bet Geselliger Klub Namenlos, jeben Montag int " Den greifen, ehrenhaften Mann, dem von allen seinen Dienst- einzelnen Redner. Sodann verlangt er, daß die Mißstände, die ebelfife, Birborf, Abends 9 Uhr in Barta's Cotal, Berlinerin dem Betriebe vorhanden sein sollen, ihm zunächst unterbreitet Möring, Admiralfir. 18c. Gemischter Chor herren das schönste Zeugniß ausgestellt wird, hat der Umstand in werden. Um acht Uhr erfolgte Schluß der Rednerliste. Auf Restaurant sum Sufunftsstaat, aftanien- Allee 30den freiwilligen Tod getrieben, aß ein tückisches Fußleiden ihm, direkte Anfrage an Herrn Freitag, ob er gewillt ist, die Verein- klarheit", Uebungsfiunbe bei Deftreich, Tempelhofer Ufer 15, 2011 Bergnügungsverein Auf Selgoland Sigung jeden Montag ühr bei der von Jugend auf nichts genoffen, dafür aber schwer ge barungen, die er selbst unterschrieben, hoch zu halten, antwortete Be- Linke, Bergfir. 64, Fidelitas. Bergnügungsverein intgleit 1890. Jeben Montag Sigung bei Roll, immer schwieriger machte, er also vor der Alternative stand fragter bejahend, doch unter der Voraussetzung, daß allen Unter Adalbertstr. 21, Abends 9 Uhr. Alle 14 Tage Tanz. nehmern die gleichen Bedingungen unterbreitet würden. Es folgte eine Bergnügungsverein Eulalia" bei Herrn Reggentin, Barnim ftr. 4-5, entweder als Bettler sein freudloses Leben zu beschließen, indem Reihe persönlicher Bemerkungen und Richtigstellungen. Zum Sigung 6 Uhr. er feiner Heimathsgemeinde, die selber arm, zur Laft fiel, oder Schlusse wurde auf das am 9. Juni stattfindende Stiftungsfest Pfropfenrerein Wedding, Abends 8 Uhr, bei Wolf, Gerichtsstr. 44. aber gänzlich einem schweren, weiteren Erdenpilgern zu entsagen. hingewiesen. Außerdem wurde die Agitationskommission beaufstraße 8. Diesen letzteren Ausweg wählte er." Die im und in der Nähe des ehemaligen Reichsbannwaldes fragt, einen Kollegen in die Gewerkschaftskommission zu delegiren, Die im und in der Nähe des ehemaligen Reichsbannwaldes bis in nächster öffentlicher Versammlung definitive Neuwahl gelegenen Fichtelgebirgs- Dörfer sind arm, auch in solchen, in stattgefunden hat. welchen es größere Bauern giebt, beträgt das Jahresbudget für Armenunterstügung oft nicht mehr als 10 M. das weiß man Köpenick. Eine öffentliche Versammlung vom hiesigen in München sehr gut und genau. Trotzdem haben die dicken sozialdemokratischen Arbeiterverein tagte am 17. d. M. im schwarzen Kammerherren und die bayerische Regierung erst un- Kaiserhof. Genosse Hansen hielt einen Vortrag über das Thema: längst den Antrag der Sozialdemokraten, der eine Reform der Die Stellung der Kirche zur sozialen Frage." Zur Diskussion Armengesetzgebung bezweckte, schlankweg abgelehnt. Na ja, einen stellte Genosse Feller den Antrag, allen denjenigen, die gewillt wird. " " Melchiorstr. 15. Sigung, Tanz, Fidelitas. mittag 5 Uhr im Reſtaurant Schröter, Urbanftr. 17. Senoch. Rauchflub Ivira, abends Uhr bet Sehmann, Friedrichsfelber Privat- Theater- Gesellschaft Hoffnung, Sigung b. Sauermann, AdalbertPfeifentlub Felfenfeft, Abends 9 Uhr, Rönigsbergerstr. 20 bet Schabrobt Rauchflub Weiße Wolte, Abends von 9-11 Uhr, Bernauerstr. 14 bet firaße 27. Rauchflub Veronita", Sigung Montag Abends 9 Uhr, Stattlub Grand", Abends% Uhr bet R. Subrich, Lübbenerftr. 22. etaligerftr. 65, bet traufe. Stattlub Roth- Junge". Sigung alle Dienftage nach dem 15. und Spiel abend alle Dienstage von bis 11 Uhr im Restaurant Böchstr. 7 bet Herrn Freie Bereinigung der Raufleute. Jeben Montag gemüth liches Beifammenfein im Restaurant Bur neuen Post", Beuthstr. 21. Herrath. Sein Er Größe sollte man sich berauschen? Hier Treptow, hie Seelenkunde zu bereichern, selbst das unglückliche Weib des gewachsene Baum am Rain. Er saugt alle Bodenfäfte auf und Wigleben, auf diesen Fehderuf der Interessenten läuft es Verhafteten wird von journalistischen Profitwütherichen über- um ihn herum verkümmert alles übrige Wachsthum. So ist der heute heraus; das ist die mächtige Kulturthat, für laufen und ausgehorcht; und es finden sich wirklich Zeitungen, Bhantasieleben, seine Beschäftigung mit der geographischen Professor Tygesen in Björnson's Komödie geartet. die zur Zeit ein tüchtiger Begeisterungsrummel inszeuirt die derlei Jnterviews" an die Deffentlichkeit zerren, sie mit Phantasieleben, seine Beschäftigung mit der geographischen Wissenschaft ist ihm einzig und allein von Bedeutung. anwiderndem Behagen abdrucken. Nur immer mehrEnthüllungen martert sein Weib, er vernachlässigt es, ohne daß er eine Spur Während die papierne Welt der Bourgeoisie auf der neueste und allerneueste. Je mehr graufige Sensation, um von Empfindung hierfür hat. Er hat eine Tochter und die lebt einen Seite das Schwächliche und Hinkende als eine Kultur- so willkommener. Als ein bekanntes Blatt in Wien ge- in einer fremden Pension und seiner Seele steht sie meilenweit macht voll Kraft und Gesundheit auslegt, während sie hier gründet wurde, das auf seiner ersten Seite Illustrationen fern. Kleinliches und Hohes mischt sich in seinem Charakter. schönfärbend die Wahrheit verhüllt, weiß fie auf der zu allerhand Tagesereignissen brachte, da erhielt das Blatt Es wäre ein prächtig humoristisches Charaktergemälde geworden, andern Seite fich nicht zu bändigen, wenn es finstere Sen- bald den Spitznamen: Die illuftrirte Hade". Denn mit was Björnson da anfing, wäre er nur seinem ersten Entschluß Aber die Wünsche des breiten Publikums fationen zu enthüllen gilt. Da wird aller Sput Vorliebe brachte es, wenn ein Mord geschah, jedes Detail treugeblieben. in den Journalen losgelassen; und dieselben Vertreter der in seinen Beichnungen bis auf das Mordinstrument, mit 80gen ihn nieder; und was er als lebenerfüllte Tragikomödie begann, das beschloß er leider als Spaßmacher. Das tam so. öffentlichen Meinung, die über die Pariser Sensationspresse dem die That verübt wurde. Ob illustrirt, ob nur mit als 1885 Björnson's Komödie in Christiania aufgeführt wurde, mit Recht den Stab brachen, als sie aus Anlaß der anarchistischen Worten ausführlich erzählend, solcher illustrirten Hacken" da zog der Dichter die Konsequenzen aus der Charakteranlage Attentate mit wahnwißigen Verbrechern nicht genug giebt es auch bei uns in Ueberfülle. Sie machen den des Professors Tygesen; das führte und mußte ähnlich, wie in fofettiren konnte, arbeiten in gleichem Stil, wie ihre wahnwizigften Verbrecher, den niedrigsten Rowdy zum Molière's meisterlichem Wurf vom Misanthropen, zum bitteren Hu Pariser Genossen, und sie treiben es sogar am schlimmsten. interessanten Mann; einen Wuft von Rohheit und Ver- mor führen. Durch seine naive Selbstfucht vergiftet Profosfor Tygesen Auf dem abgelegenen Gebiete eines Borortes von Berlin wilderung schleppen sie hinter sich und schön steht es den fein Weib und seine Familie. Der Mangel an Harmonie im Tempe wird eine Frau vergewaltigt, eine andere hingeschlachtet, Edlen an, wenn sie im Leitartikel stolz den moralischen rament und dem Leben des Phantasiemenschen, muß ihn selber tief unglücklich machen. Das ist die Tragikomödie in feinem Ein Mann wird verhaftet, der dieser bestialischen Thaten Klappergaul reiten. Dasein. Davon aber fühlte das Publikum sich peinlich berührt. verdächtig ist. Flugs wird dieser Mann in den MittelE3 wollte einen heiterversöhnlichen Ausklang und zum tiefen punkt eines weiten Interesses gerückt. Die grauenhafte Schaden des Kunstwertes gab Björnson nach. Tygesens Gattin That wird sorgsam analysirt. Der geringfügigste Nebenverträgt die Haustyrannei ihres Mannes nicht mehr. Sie zieht laffen ohne sie, indessen ist ihm nur eine furze Probezeit auferlegt. Bald kehrt seine Frau zurück und schließt einen Gatten in ihre Arme, der einsehen gelernt hat, daß neben der tobten Geographie auch die lebendige Liebe zu Denen, die einem nahe stehen, von Bedeutung sei, daß man über der Pflege des Phantasielebens nicht die Wirklichkeit und ihre Ansprüche vergessen dürfe. fann, wird Theater. Der Direktor des Deutschen Theaters, Herr umstand wird verzeichnet und in aller Breite geschildert.' Arronge wollte doch mit größeren literarischen Ehren die von ihm und geht auf Reisen. Er aber ist hilflos und ver= Was nächtliche, blutrünstige Phantasie nur ersinnen Bühnenleitung nieberlegen; so ließ er denn auf die philiftröfe dem lieben Leser und der geneigten Boffe" Der Riegniger Bote" von Lubliner eine Komödie Leserin aufgetischt, damit sie in nervösen Aufregungen er Björnson's Geographie und Liebe" noch folgen. Als Lust halten werden und das Grufeln lernen. Der Mann, der spiel ist das Werk in der deutschen Uebersetzung bezeichnet. Un des Mordes beschuldigt wird, ist verheirathet. Sein Weib das Wort Goethe's" Wer sich nicht selbst zum Besten haben kann, lebt in einer kleinen Stadt in der Nähe von Berlin. Ueber der ist gewiß nicht einer von den Besten" erinnert die Ein ähnlicher Gedanke fie ist das Unglück schwer genug hereingebrochen. Aber Romödie des norwegischen Poeten, selbst vor diesem Unglück macht die spekulative Enthüllungs fich selber wird er gehalten haben, als er fein Stück schrieb. mag dem Dichter erfaßt und eine tragikomische Abrechnung mit sucht nicht Salt. Nicht genug, daß jede Miene, jedes Wort, ich Wie die Phantasiemenschen sich in ihre besondere Welt ein jede Drohung, die der verhaftete Mann, wenn er beim spinnen, bis sie hart, falt und grausam rücksichtslos werden Betteln abgewiesen wurde, ausstieß, aller Welt in größter gegen die Welt ihrer Nächsten, das ist der Kern der drama Umständlichkeit erzählt wird, als gelte es, die menschliche tischen Schilderung. Solch Phantasiemensch ist wie der hoch- zügen. Den Profeffor Tygesen, in dem ein Stück poetischen Selbst. bekenntnisses steckt, gab Herr Nissen in der Maste Björnson's. Von diesem, doch immer äußerlichen Koup abgesehen, bot Herr Nissen eine schauspielerische Charakteristik ersten Ranges, fesselnd in der gesammten Ausführung und frappirend in Einzel Größtes Manufaktur- und Modewaaren- Hans des Nordens 7661 M. Grünberg, Inhaber: L. N.& A. Jacob. Müller- Strasse 181( Ede Weddingplatz). Georg Wagner Uhrmacher, Oranienstr. 65, 1 Tr. Tr. Bilte auf die Hausnummer zu achten. E Uhren u. Goldwaaren in solider Ausführung zu den billigsten Preisen. Massiv goldene Trauringe, gefeßlich gestempelt: 1 Dukaten 10,50 M., 11/2 Dut. 15,50 M., 2 Dut. 21 M. Star. von 4 M. an. 5735L* Reparaturen an Uhren u. Goldwaaren solid u. billig. Der Schuhengel. D. N. p. 71 128. Vorräthig in allen Eisenwaaren- Han lu get. Preis von 3 Mr. an. LIBERAN 57/ 6* An jedem Fenster leicht anzubringen. Berhindert das Hinausfallen ber Kinder aus offenstehenden Fenstern. Prospekte gratis und franto. 2. Littauer, Berlin, Landsbergerstr.28. Müller- Strasse 181( Ece Weddingplatz). 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Aus der Schweiz wird uns geschrieben: Von der Ab- lehnung der sozialdemokratischen Initiative für das Recht auf Arbeit seitens des Nationalrathes haben Sie bereits Notiz genommen. Zu dieser Ablehnung ist zu bemerken, daß sie im Hinblick aus die ausschließliche Vertretung der bürgerlichen Parteien im Parlamente Niemanden überraschen kann; sie war vielmehr als geradezu selbstverständlich vorauszusehen. Ebenso wenig überraschend ist nach der Verwerfung des aus humanitären Gründen verlangten Zündholzmonopols die Ablehnung aller zum Recht auf Arbeit gestellten Anträge auf staatliche Mitwirkung zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, zur Unterstützung der Ar- beitsloscn und zur Organisation des öffentlichen und unent- geltlichen Arbeitsnachweises. Die über die Jninoiive gepflogenen über die sozialpolitische Qualität Vertreter helles Licht verbreitet. Sie fanatischen Haß g�geit die Sozialdemokratie und die moderne Arbeiterbewegung überhaupt erfüllt und bekämpfen alles, was von dieser Seite ausgeht. Dieser Geist beherrschte die zwei- tägigen Verhandlungen, welche sich zu einer richtigen Sozialisten- debatte gestaltete: und an die seiner Zeit im Deutschen Reichs- tage geführten Zukunftsstaatsdebatten erinnerten.�. Der Unterschied bestand nur darin, daß die Bachem. Richter, Stumm:c. in Berlin kampfesgcrüsteten Sozialdemokraten gegenüberstanden, während in Bern die Herren ausschließlich unter sich waren, nachdem im vorigen Herbsie bei den Wahlen die sozialdemo- kratische Parter vergewaltigt worden ist. Die alten abgelagerten Witzchen von der Tyrannei des Sozialistenstaates, der Aushebung der Familie kehrten wieder und im gleichen Athcm- zuge mußten die Herren in kläglichster Weise dib Ohnmacht der bürgerlichen Gesellschaft gegenüber der Arbeitslosigkeit, der daraus entspringenden Nothlage sür Tausende und all' der zahlreichen schrecklichen Folgen der Verdienstlosig- feit konstatiren. Von dem in solcher Situation sich aufdrängen- den Ernste, von der Behandlung des Gegenstandes aus einem Höberen sozialen Gesichtspunkte keine Spur. Es ist eine Gewissenlosigkeit schlirumster Art, wenn die bürgerlichen, fast aus- nahmslos gut situirten Politiker in den wichtigsten Momenten der Gesetzgebung immer nur-das eigene persönliche und das Klassen- intercsse kennen und wegen ihrer Wohlfahrt unter allerlei ver- führerischen Schlcgworten jede gesetzgeberische Hilfe für die Be- sitzlosen, für die Armen und Bedrückten ablehnen. Es wirkt nachgerade langweilig, wenn in den Parlamenten bei jeder ernsteren, von den Sozialdemokraten angeregten sozial- politischen Debatte über dem tendenziös konstruirten Wauwau des Sozmlistenstaates die schrecklichen Gebrechen des Kopitalistenstaates, die physische und moralische Tcgenerirung der Millionen besitzloser Arbeiter im Interesse der kleinen Mind-rheit der Besitzenden unterschlagen werden. Das ist ver- wersliche, unehrliche Taktik, die sogar der seit einem Jahr mehr berüchtigte als berühmte Berner Stadtpräsident Müller als eine recht unglückliche charakterisirte. Er sagte ganz richtig, daß durch die schroffe Ablehnung der Anträge, die nur dahin gehen, über eine soziale Frage eine Untersuchung anzustellen, eine er- staunliche sei.„Damit, daß man nichts sehen wolle, schaffe man unangenehme Gegenstände nicht«us dem Wege. Die sozialen Uebelslände seien nun einmal da, und allerorten sucht man sie zu mildern. So mit der Arbeitslosigkeit. Wenn die bisherigen Versuche zur Avhilse noch wenig Erfolg hatten, so liege die Schuld daran, daß die Bestrebungen vereinzelt geschahen. So seien die in Bern gemachten Versuche mit der Arbeitslosenversicherung ganz befriedigend ausgefallen, aber es habe sich auch da gezeigt, wie wenig Kraft in solchen Einzel- bestrebungen liege. Man müsse daher gemeinsam vorgehen.' S ch ä p p i von Zürich erklärte, daß das Recht auf Existenz als Naturrecht bereits allgemein anerkannt sei. Die Selbsterhaltungs- Pflicht der Gesellschaft führe auch mit Nothwendigkeit dazu. Vollkommen wäre unsere Rechtsordnung erst dann, wenn sie de- wirken könnte, daß jeder Arbeiter zu seinem vollen Arbeitsertrag käme und jedem sein Bedürfniß nach Maßgabe der vorhandenen Mittel zu Theil würde. Er befürwortet Arbeilslosenstatistik, Abhilfe gegen die Arbeitslosigkeit und öffentliche, unentgell- liche Älrbeitsuachweise, welche, mit einander in Ver- bindung stehend, zu wirklichen Arbeitsämtern ausgebildet werden sollten. Etwas dunkel erklärte Bundes- r a t h D e u ch e r. daß es dem„Bonrgeoisstaat", den„Mast- bürgern", schon längst gut angestanden wäre, etwas mehr Schneid zu entwickeln und dieses oder jenes Stück Gebiet zu kultiviren, das jetzt von den Arveiterbataillonen besetzt ist. Das Resultat der Debatte war, wie bekannt, die Ablehnung aller Postulate und der Initiative selbst mit S9 gegen S7 Stimmen. Angenommen wurde einzig ein Postulat formeller Natur, das mit dem Recht auf Arbeil selbst in keinerlei Zusammenhang steht. Dem Beispiele des Nationalrathes ist der S t ä n d e r a t h gefolgt, der die Initiative einstimmig ablehnte. Auch hier wurde die Hilflosigkeit der bürgerlichen Gesellschaft gegenüber einer der schlimmsten sozialen Erscheinungen ausgesprochen. Man kann dafür auch sagen, daß aus den parlamentarischen Verhandlungen, die in Bern über die sozialdemokratische Jni- tiative für das Recht auf Arbeit gepflogen wurden und die im großen Ganzen ihre Spitze gegen die Sozialdemokratie richteten, nicht diese trotz der Ablehnung des Begehrens, sondern die bürgerliche Gesellschaft zerschundenj und zerfetzt und bankrott hervorgegangen ist. Daran wird auch nichts geändert, wenn in der Volksabstimmung die Initiative mit großer Mehrheit ver- worsen werden wird. GevtckkSrBettuitg. Gewerbegericht. Kammer I. Vorsitzender: Assessor H- l l w i g. Sitzung vom 18. April. Die Näherin Sch. wurde mit einer Lohnentschädigungsklage unter folgender Begründung abgewiesen: Die Beweiserhebung habe erbracht, daß der Beklagte. Schneidermeister Koch, nach ihrer Entlassung jemanden in die Behausung der Klägerin geschickt habe mit dem Auftrage, Klägerin möge wieder arbeilen kommen, und daß dieser Auftrag erfüllt worden sei. Klägerin sei, wenn sie auch im Moment nicht zu Hause war, erwiesenermaßen davon unterrichtet worden. Sie hätte, lebte ne auch der Annahme, ein neu engagirtes Mädchen habe ihre Stelle eingenommen,»n das Geschäft kommen und sehen müssen, ob sie wurer beschäftigt würde. Sie lhat es nicht, deshalb sei sie ihres Entschadignngs- anspruches verlustig gegangen.,_„_,.,. Ueber ein sonderbares Urtheck der Kammer I, welches n, einer ihrer letzten Sitzungen gefällt wurde, wird uns nachträglich Mitteilung gemacht. Der Bügler P. bcanspruchte von der Frau Dickmann eine Entschädigung wegen unrechtmäßiger Entlastung. E r w u r d e a b g w i e s e n... �_.. Gründe: Der Kläger sei, wie festgestellt wurde. entlasten worden, weil er eine Arbeit so ausführte, daß das Material verdorben wurde. Nun habe zwar die Beklagte be» der An- nähme des Klägers gewußt, daß derselbe ein schlechter Arbeiter sei, jedoch komme für diesen Fall der§ 123 Nr. 8 der Gewerbe- Ordnung in Betracht. Der Kläger habe feine Unfähig- keit zur Abeit bewiesen und war deshalb seine sofortig-Entlassungberechtigt. Der Passus des Z 123 der Gewerbe-Ordnung, welcher besagt, daß die Unsäbigkeit zur Fortsetzung der Arbe>r ein Entlassungsgrund sei, ward- bisher nie in dieser Weise angewandt. Als Unfähigkeit zur Fortsetzung der Arbeit wurden angenommen: Krankheit, Einziehung"T" Ver- büßnng einer Stra-e, Einziehung zum Militär, bei schweren Arbeiten die Schwächung des Körpers in solchem Grade, daß der Betreffende zur Ausführung derselben unfähig geworden, sinnlose Betrunkenheit u s w. Letztere berechtigt nach mebreren Urtheilen nur solange zur sofortigen Emloffung, wic der Zustand der Sinnlosigkeit dauert. We>.t«rbsschäf- tigung nach Hebung derselben nimmt der Trunkenheit den Cha- rakte.r des Kntlassungsgrnndes.— Schlechte Arbeit wurde in einer sehr großen Anzahl von Fällen direkt als kein Grund zur kündigungslosen Entlassung bezeichnet und erfolgte stets, insofern kein anderer Grund vorlag, die Berurtheilung d« Beklagten. Uebrigens, schon der nachstehende Wortlaut des ß 123 8 der Gewerbe-Ordnung hätte zu einem anderen vrtheil wie dem erwähnten der Kammer I führe» müssen.„Vor Ablauf der vertragsmäßigen Zeit w s. f. könne?' Gehilfen entlasten werden,(8) wenn sie zur Fortsetzung der Arbeit unfähig oder m!« einer abschreckenden Krankheit be- hafte» sind.'- Wirklich angenommen, verdorbene Arbeit sei ein Zeichen für U u f ä h i g k ei t zu einer Arbeit, so wäre sie doch nock keineswegs ein solches für Unfähigkeit zur Fortsetzung der Arbeit d. h. zur Fertigung anderer als der verdorbenen Waarem Zu» E?n«iagS?«he im HautzelSgewerbe. Bezüglich der Schließung der Läden während ber Sonntagsruhe ist vom Ober- landesgericht in Hamburg ein? für die Geschäftswelt sehr wichtige Entscheidung gefällt worden. Der Beginn der Sonntagsruhe»st in Bremerhaven obrigke.tlich um 1�» Uhr festgestellt. Ein Kaufmann in Bremerhaven war dabei betroffen worden, daß noch 7 Minuten nach l'/s Uhr mehrere Leute in seinem Laden»varen. Er bekam dafür ein Srrafmandat über 10 M., legte(dagegen aber Beschwerde ein, worauf auch das Schöffengericht die Strafe bestätigte. Gegen dieses Urtheil legte der Kaufmann Berufung ein und auch die Strafkammer in Bremen schloß sich der ersten Instanz an. Der Verurtheilte wollte die Bestimmungen wegen der Sornitagsruhe nicht gelten lassen. Er erklärte nämlich, es sei allerdings richtig, daß an dem betreffenden Tage noch nach U/s Uhr einige See- leute in seinem Laven geivesen seien. Diese hätten an demselben Morgen bei ihm gekaust, die Packet« jedoch zurückgelassen, um diese später abzuholen. Bor l1!* Uhr seien dieselben aber zurückgekommen und einer von ihnen habe sein Packet geöffnet, um den gekauften Paletot anzuziehen, und daher sei es ge- kommen, daß sie sich noch nach IVe Uhr im Loden befunden hätten. Ein Verkauf habe überhaupt nicht mehr stattgefunden. Dieser Sachverhalt wurde von der Strafkammer als völlig richtig festgestellt und dennoch die Strafe bestätigt. Vergeblich führte der Ver- theidiger etwa folgendes aus: daß ein Kaufmann eS nie in seiner Gewalt habe, ein Geschäft auf S— 7 Minuten zu prffzisiren und da er sein Geschäftslokal bis U/s Uhr offen halten durfte, so konnte er auch alle Kunden abfertigen, die bis zu dieser Zeit in seinen Laden eingetreten waren. In diesem Falle haben aber die Leute gar nicht gekaust, sondern nur Waaren, die am Vormittag gekauft»vurde»i, abgeholt, und daß dieser Akt sich bis 7 Minuten nach 1»/, Uhr hinzog, kann doch unmöglich strafbar sein. Jetzt legte der Vsrthcidiger gegen das Urtheil der Strafkammer Revision nach Hamburg ein. Das Hamburger Oberlandesgericht hat sich der Entscheidung der Berufskammer in vollem Umfange angeschlossen und die Berufung venvorfen. Dasselbe hat erkannt: die Vorschriften der Bremer Verordnung vom 30. Juni 92 betreffs der Sonntagsruhe sind verletzt worden, »veil diese besagen, daß der Geschäftsinhaber verpflichtet war, um U/s Uhr jeden geschäftlichen Betrieb einzustellen. Diese- Verbot ist verletzt, auch»venu die Waaren, die er den Käufern verabfolgte, schon vorher an sie verkauft sein solle». Eine strafbare Handlung ist demnach darin zu erblicken, daß die Aushändigung der Packele sich bis nach IVs Uhr hinzog. Der Gewerbebetrieb uinsaßt alle Handlungen, welche mit der Ausübung des Gewerbes überhaupt verbunden feie»», wobei es gleichgiltig sei, ob dadurch mittelbar oder unmittelbar die Herbeiführung eines Gewinnes bezweckt sei. Ebenso gleichgiltig sei es, ob die Auslieferung der Waaren so- fort erfolge, oder ob z»vischen ihr und dem Kaufabschlüsse einige Zeit liege, indem auch die Aufbewahrung der Waaren mit zum Gewerbebetriebe des Verkäufers gehöre. Der Verkäufer hat sich nur deshalb der Pflicht der Aufbewahrung underzogei», um seinen Kunden die Ausführung des Kaufvertrages zu erleichtern und sich damit selber die Bortheile daraus zu sichern. Drollige Szenen aus dem Eheleben deZ Mechanikers B. kamen gelegentlich eines Termins zur Sprache, welcherdieser Tage vor der Jnjurieuabtheilung des Schöffengerichts anstand. B. verlangte die Bestrafung des Handlungskominis H., weil dieser ihn in einer Restauration lächerlich gemacht haben sollte. Der Vorsitzende machte zunächst Vergleichsversuche. Kläger: Nee, det leidet mein Schimpf nich. Wenn ick eenen Schamberjarnisten habe un er sticht sich mang Eheleite, denn mag er ooch nehmen wat darnach kommt. Richtig is et ja, det ick mancher Mal een bisken späte nach Hause komme un det meine Olle denn'ne Lippe riskirt. aber braucht da een anderer Hauskomplize darieber zu reden? Eernnal wäre ick so legen eens rum nach Hause jekommen un denn hätte er von seiner Stube aus jehört, det ick Au! un Weh! jeschrieen hätte un meine Frau würde mir woll ordentlich vertobakt haben, hat er erzählt. Nu frage ick eenen, wat versteht so'n junger unverheiratheter Zunggeselle von eheliche Verhält- niffe? Jeschrieen habe ick an zenen Abend, det is richtig, aber wer will mir det in meine Wohnung verwehren? Meine Frau hat die Anjewohnheit, vet sie die Lampe, die bei ihr Bette steht, erst ausschraubt. wenn sie inschlafen will. Als ick nu in jener Nacht janz leise in die Schlafstube rintrete, höre ick ihr schnarchen. Un da kam mir denn eene Idee. Ick nahm leise die Jlocke her- unter, un als ick den Zylinder anfasse, mache ick mit cenmal een jefährliches Jeschrei. so det meine Frau uffährt un fragt, wat mir is. Ick denn nu uf un ab in der Schlasstube un schlenkere mit den Arm hin un her un pußle un spucke us den Frnger un jammere, det ick mir an den Zylinder verbrannt hälte, ter müßte woll noch jlühend jeivesen sind. Meine Olle jlo->bte denn ooch richtig, det sie eben erst injeschlafen wäre un sagte von die späte Stunde nischt un hatte Roth mir zu beruhigen. Det sind so'ne kleenen Ehemannsknisfe. Aber noch Völler war et mit die Jansgeschichre. Ick war zum Jänseausschieben jewesen un weil ick een tüchtiger Billardspieler bin, hatte ick drei Stück je- »vonnen. Na, denke ick. als ick so jejen Drei« rum nach Hause wanke, heite habe ick richtig schiver je- laden, eenesdeels von wegen die Jetränke ui» anderen- deels wejen die drei Jänse, die mir der Wirth mit eenen Strick zusammenjebunden un mir denn um den Hals je- hängt hatte. Heite wird meine Olle gewiß nischt sagen, denke ick, als ick mit Roth und Müh« in't Haus bin un nu nach den Drücker von de Schlafstubendhnre fummele. Endlich habe ick ihn un stolz will ick mit meinen Halsschmuck ihr vor die Oogen treten- Sie hatte mir aber schon kommen hören un»vußte, wat die Jlocke jeschlagen hatte. Die Lampe halte sie so'n bisken brennen lassen, aber sie hatte sich umjekehrt, indem sie an meinen Oogenschein keine Freude erleben wollte. „Karline", sage ick,„ick habe drei Jänse", da stolpere ick aber über een Stück Kledasche un falle mit meine drei Jänse lang hin. Meine Olle sagt nischt un rührt sich nich. Ick»vill mir denn nu wieder nf- richten, der Strick von die drei Jänse is mir bei't Fallen aber um den Hals gerutscht un det Geivicht von die Thiers reißt mir immer wieder mit den Kopp nach unten.„Karline" sage ick, helf mir doch uf. ick habe ja drei Jänse." Ach»vat, sagt sie, eenen Affen hast-? un det eenen dichtigen. N?, ick sielte mir denn nu mit meine dre' Bratvögel eene Zeit lang us'r, Fußboden herum. bis ick zuletzt Hilfe schrie. Da is sie denn ufjesprungen von wejen die Nachbarn un da hat sie mir von me-nen Jewiunst losjemacht un hat mir in't Bette jeholfen. Un det legt der so aus, det ick meine reielrechte Senge jekriegt hätte?— Nach längerem Zureden des Vorsitzenden läßt der Kläger sich doch zu einem Vergleich herbei. VsvlÄmmlmrgen: In der Mitglicderv�kammlnng der Lokal- unk» Straßenhändler und-Händlerinnen Berlin? vom 13. April bei Pyrteck, Gipsstr. 3, hielt Herr Guttmann einen Vortrag über Darivinismus zur allgemeinen Zufriedenheit der Versammlung. Sodann ließen sich einige neue Mitglieder aufnehmen. Der Punkt„Maiseier"' wurde nach längerer Diskussion bis zum 20. April vertagt. Die Kollegen Saß, Luther, Nitzichke, sowie die Herren Glods und Guttmann unterzogen die im„Vorwärts" vom 8. April erschienene Notiz einer eingehenden Kritik. So- dann gelangte eine Resolution zur einstimmigen Annahme, wonach sich die Versammlung gegen die No»iz im„Vorwärts" vom S.April, worin gesagt wird, daß die Händler nur Geschäfts, Sozialismus trieben, verwahrt. Die Freie«Zereiniguna der MilitLrmützen-Zlrbeiter hielt am Sonnabend, den 14. d. M., eine Generalversammlung ab. Ter Kollege Kramer unterbreitete der Versaminlung den Kassenbericht vom verflossenen Vierteljahr, der einen Bestano von 82 M. 55 Pf. aufweist. Hierauf befürwortete Kollege Fischödep einen Antrag des Vorstandes, betreffend die Erhöhung der Bei« träge auf 50 Pf. pro Monat. Für denselben sprachen die Kollegen Kramer. Bredendich und Weng. Kollege Frick machte den Vor- schlag, an Stelle dessen einen Streikfonds zu gründen, doch»vr.rds nach längerer Debatte der erstere Antrag angenommen. Die erhöhten Beiträge sollen vom 1. Juli ab erhoben werden. Di« cndgiltige Beschlußfassung über die Maifeier wird von dem Kollegen Beyer eingehend begründet. Roch längerer Dis'tussion wird beschlossen, den 1. Mai wenn möglich mit den Verbands- kollegen gemeinsam zu feiern. Sodann wird beschlossen, daS Fachorgan„Der Kürschner" auch fernerhin zu abouniren. Die nächste Vereinsversammlung findet am Sonnabend, den 23. d. M., im Vereinslokale, Reue Fnedrichstr. 44, statt. Ju der Arbeiter-Bildungöschule(Bezirk 17.) sprach am 15. April Herr Dr. Weyl über das Thema:„Warum geht es dem Arbeiter schlecht." An dem mit lebhaftem Interesse aus- genommenen Vortrag betheiligten sich»n der Diskussion Herr Vogel, Frl. Milautzki, Frau Ludwig und Frl. Wabnitz. In der Generalversammlung der Ortskasse des Zimmcrergewerbes wurde bezüglich der Zentra lisation der Ortskassen folgende Resolution angenommen:„Die heutige am 15. 4. 94 tagende Generalversammlung der Ortskrankenkaffe des Zimmcrergewerbes erblickt in der Zentralisation sämmtlicher Ortskrankenkassen nur die Möglichkeit, die materielle Lebens- fähigkeit qu. Kassen dadurch wieder herzustellen und eine Er- leichierung den Kassenmitgliedern sowie auch den Arbeitgebern dadurch zu schaffen und erklärt sich deshalb mit der Zentralisation sämmtlicher Kassen voll und ganz einverstanden." Die Berliner Knopfarbeiter und Arbeiterinnen hielten am 15. d. M. eine General-Versammlung ab. Der Kassirer verlas zunächst den vierteljährlichen Kassenbericht und die Ab- rechnung vom Slistungssest. Sodann wurden die neuen Etatuten des Vereins vorgelegt und ohne Debatte genehmigt. Der Verband aller in der Mctallttidustrie beschäftigte» Arbeiter hielt am 16. April eine Bezirksversammlung für den Osten ab. Das Referat hatte Genosse Pinn übernommen, der in einem beifällig aufgenommenen Vortrag über das Thema: „Die Geschichle als Lehrmeisterin" sprach. In der Diskussion sprach ein Kollege im Sinne des Referenten. Der Vorsitzende tadelte den schirachen Besuch der Versammlung und forderte die Anwesenden auf, tüchtig für die Versammlungen zu agitiren. Ferner wurde angeregt, zur nächsten Versammlung die Kollegen aus einigen größeren Fabriken einzuladen. Der Fachverein der Tischler hielt am lS. April«ine Generalversammlung ab. Nach einem Referat des Genossen S ch ö p k e nahm die Versammlung den Bericht des Kasfirers entgegen. Danach beträgt der Kafsenbestand 4209,67 M. Der Unterstützungsfonds weist einen Bestand von 126,25 M. auf. Die Ersatzwahl des Vorstandes ergab folgendes Resultat: Thiel, 2. Vorsitzender: Rose, Schriftführer; Schulz, Rendant: Streit. Ersatzmann; Wiedemann, Bibliothekar; Jesche und Seibt, Kon» trolleure. Eine Sffeutlich« Schrauben- und Favondreher-Versamm- lung nahm am 16. April den Bericht des Vertrauensmannes entgegen, der eine Gesammteinnahme von 3997,67 M. für die Streikenden bei Willing und Violet aufweist. Die Revisoren theilten mit, daß der„Kollege" Paterka mehrere Listen gefälscht hat. Die Versammlung sprach dem bisherigen Vertrauensmann Decharg« aus und wählte Kollegen Rothe, Lausttzerstr. 16, zum Vertrauensmann, Kollegen Ernst Schulz zu dessen Stellvertreter. Bezüglich des Mechanikers Ziegler, der größere Summen sowohl den Schraubendredern als auch den Mechanikern und den Metall« arbeilern unlerschlagen hat. soll sich der bisherige Vertrauens- wann Ernst Schulz mit den Vertrauensmännern der anderen ge» schädigten Branchen in Verbindung setzen. Kollege Rüther be» richtete dann über die Uebelslände, die sich in den Kranken- kassen bemerkbar gemacht haben,»md rieth den Schrauben- und Fagondrehern, die bisher in sechs verschiedenen Kassen versichert waren, die vorgesetzten Behörden zu ersuchen, sie zu einer Ortskasse, und zwar derjenigen der Mechaniker, Optiker und verwandten Gewerbe, zuzuweisen, oder, falls das abgelehnt wird. eine eigene Orls-Krankenkasse der Schrauben- und Fagondreber zu gründen. Die Versammlung nahm schließlich eine Resolution an, den Magistrat und den Oberpräsidenten um Zuweisung der Schrauben- und Fagondreher zu der Mechanikerkasse zu ersuchen, und beauftragte den Kollegen Ernst Schulz mit der Ausführung dieser Resolution.— Den Kollegen sei hier noch mitgetheilt, daß die Zahlstelle 31, welche bisher bei Ernst Schulz war, nunmehr dem Kollegen Rothe übertragen ist. j Eine öffentliche Versammlung der Kaufleute tagte am 17. April. Den ersten Gegenstand der Tagesordnung bildete die brechnung des bisherigen Bertrauensmanns. Bei der hierauf| fernen, da Neger nicht als vollwerthige Menschen betrachtet wer- I rfolgten Neuwahl wurde der Kollege A. Penn, KI. Andreas: ben tönnen. Briefkaffen der Redaktion. So gefchehen im Jahre des Seils 1894. Der straße 7, mit diesem Amt betraut und die Kollegen Hinze und oberste Gerichtshof in Madrid hob jedoch das merkwürdige Ur- Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( Zwei Buchstaben oder eine Zahl Adler zu Revisoren bestimmt. Zum nächsten Punkt der Tages theil des Vorderrichters auf, indem er wohlwollend zugab, daß ordnung erstattete Kollege Hinze den Bericht über die Thätigkeit Schwarze und Mulatten derfelben Achtung würdig seien der Gewerkschaftskommission. Als Delegirte für die Gewerk- wie andere Menschen und beshalb auch diefelben Rechte schaftskommission werden die Kollegen Hinze und Born gewählt. genießen. Es ist wirklich schön von den Madrider Nichtern, Zum dritten Punkt der Tagesordnung: Rongreß der Geschäfts- daß sie den armen Negern doch noch die Menschenrechte zuerDiener, Packer 2c., wurde beschlossen, von einer Betheiligung ab- tannten. zusehen. Hierauf gelangten folgende Anträge zur Annahme: Stelle den Antrag, den neugewählten Vertrauensmann zu ersuchen, im ersten Quartal des Jahres eine Versammlung abzuhalten mit der Tagesordnung: 1. Ausführlicher Bericht des Vertrauensmannes und Wahl desselben. 2. Bericht der Vertreter zur Gewerkschaftskommission und Preßkommission. Stelle den Antrag, zwei Revisoren zu ernennen, welche die Raffe vierteljährlich revidiren. Die Versammlung beschließt, am 1. Mai überall die Arbeit ruhen zu lassen, wo solches ohne Konflikt mit dem Unternehmer thum möglich ist. Die arbeitenden Kollegen verpflichten sich, von ihrem Verdienst einen Theil, aber nicht unter 1 M., an die Agitationstommiffion zu zahlen. Pflicht aller Angestellten ist es ferner, in den zur Feier des 1. Mai arrangirten Bersammlungen und Festlichkeiten zu erscheinen. Die Bersammlung beauftragt den Vertrauensmann, für die Veranstaltung einer Gruppenversammlung am Vormittag des 1. Mai aller im Handelsgewerbe angestellten Personen Sorge zu tragen, und sich mit den dabei betheiligten Personen in Verbin dung zu sehen. Briquettes aus feftem Petroleum. Rürzlich wurden in Marseille interessante Versuche über die Verwendbarkeit felten Petroleums als Heizmaterial angestellt, welches nach den Angaben des Schiffslieutenants Mäftracey hergestellt war. Bei gleichem Gewicht liefern diese Betroleumbriquettes den dreifachen Wärmebetrag von dem der Steinkohle, und es wird nur geringer Beränderungen an den bisherigen Feuerungsöffnungen bedürfen, um die produzirte Wärme noch um ein Drittel zu Steigern. Das feste Petroleum läßt außerdem feinen Rückstand nach dem Berbrennen, und wahrscheinlich wird man auch jede Rauchentwickelung dabei beseitigen können. Sicherlich wird das Petroleum, ob im feften, ob im flüffigen Bustand, in Zukunft ein Feuerungsmaterial von großer Bedeutung für Dampfschiffe bilden. anzugebeu, unter der die Antwort ertheilt werden soll. C. A. 3. Zum Abgeordnetenhaus wählt jeder Preuße, der das 24. Lebensjahr erreicht hat, einen festen Aufenthalt seit sechs Monaten hat, im Besiz der bürgerlichen Ehrenrechte ist und keine Armenunterstützung erhält. A. 28. Nein. 18420. Verjährt. M., Spandau. Sie können alles zurückverlangen. Erheben Sie Klage. F. S. 100. Nicht verjährt. Klagen Sie. 5. R. 50. Nein. und Vormundschaftsakten nichts sagen. Wenden Sie sich an einen $. E. S. Wir können ohne Einsicht der betreffenden Grunddortigen Rechtsanwalt. .. 1001. 1. Wenn die Ehe noch nicht geschieden ist, ja. 2. Einen Monat. 3. Von Zustellung des Urtheils ab. A. S. II. 1. Nein. Ein solcher Vertrag ist anfechtbar und strafbar. 2. Wenn die Frau in der Ghe Sachen von ihrem Gelde tauft, so haften diese für die Schulden des Mannes in der Mark Brandenburg nicht. P. N. 50. 1. Nach§ 36 der Gesinde Ordnung können Weihnachtsgeschenke im Laufe eines Dienstjahres angerechnet werden, wenn das Dienstverhältniß durch Schuld des Gesindes Abzug für den drittlegten Monat ist unberechtigt. Das Mädchen aufgehoben wird. 2. Nur für die beiden legten Monate. Der hat sich zunächst an die Polizei zu wenden und kann dann bein Gericht den fehlenden Betrag einflagen. Laudluft und Stadtluft. Der Amerikaner G. H. Bailey bat in jüngster Beit festgestellt, daß Landluft und die Luft wenig 10 Millionen Theile Luft enthält, während in dichtbevölterten bevölkerter Stadttheile nicht mehr als 1 Volumtheil Schwefel auf Distrikten im gleichen Volumen Luft im Winter 10, im Sommer 5 Theile Schwefel fommen, im Nebel wurden aber schon 30 bis 50 Volumtheile beobachtet. Gine gleiche Zunahme in bevölkerten Wahlik. 1. Giltig. 2. Ja. 3. Seit 1884, soviel uns beIn einer öffentlichen Versammlung der Kondi Gegenden zeigte auch der Gehalt der Luft an organischen fannt. toren Pfefferküchler und verwandten Berufs Substanzen und an Krankheit erregenden Bakterien. Der G. St. 1000. 1. An das Amtsgericht, in dessen Bezirk genossen, die am 17. April tagte, sprach der Verbands- Niederschlag, welchen nebliges Wetter zurückließ, zeigte bei der Schuldner wohnt. 2. Ja. 3. Sie bekommen erst nach einiger vorsitzende G. BöItel über unsere wirthschaftliche Lage." Nach seiner Analyse: 39 pet. Roble, 12,3 pot. Rohlenhydrate( b. h. Zeit die Rechnung über die Gerichtskosten, nur die Zustellungseiner intereffanten Schilderung der gewerblichen Verhältnisse, Bucker), 2 pCt. organische Basen, 4,3 pet. Schwefelsäure, foften inkl. Nachnahme werden bald erhoben. Dieselben betragen giebt Redner eine eingehende Darlegung der Erfolge feiner letzten 1,4 pet. Salzfáure, 1,4 pet. Ammoniat, 2,6 pt. metallisches ca. 1 M. Agitationsreise. An den mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Gifen und Eisenoxyd und 31,2 pCt. andere mineralische BestandVortrag schloß fich eine längere Diskussion. Ein Redner vertheile, wie Rieselsäure u. f. w. In unserem Jahrhundert seigt 2. Nein. suchte in der Wiedergabe einiger Berleumdungen den Referenten sich eine allgemeine Zunahme der Häufigkeit der schwarzen Nebel zu widerlegen. Sein Erfolg war jedoch gleich null. Hierauf gab in großen Städten; in Manchester z. B. tamen im Anfang des der Delegirte der Gewerkschaftskommission den Bericht über die Jahrhunderts jährlich 4-5 dichte Nebel vor, heut haben wir Thätigkeit der Kommission. Bum Delegirten für die Kommission dichte, den ganzen Tag hindurch andauernde Nebel dort jährlich wählte die Versammlung den Kollegen Wels und zum Stellver- etwa 20 Mal, und geringere Beit dauernde noch 40-50 Mal. treter den Kollegen Haafe. Allerdings stieg die Bevölkerung in dieser Zeit von 120 000 Röpfen auf 500 000. Durch den Rebel tritt neben den schädlichen Substanzen, die ihn bilden, noch die jeber Hygiene feindliche Erscheinung auf, daß so sehr große Beträge der Sonnenstrahlen zurückgehalten werden, von den so wichtigen chemischen Strahlen allein mehr als 95 pet. M. B. Hgbg. 16. 1. An das Regimentskommando. $. A. Nur wenn es ausgemacht ist. 2. R. Die Sache gehört nicht vor das Gewerbegericht. Sie brauchen die Stiefel nicht zu bezahlen. B. 375. 1. Er kann bestraft werden. 2. Ebenso. O. K. Sie müssen Folge leisten.. R. 2. 64. 1. Ja. 2. Ja. 3. Nach der Praxis des hiesigen Gewerbegerichts Nein. 4. Ja. 2. M. Beschweren Sie sich bei der Schuldeputation. C. R., Potsdam 100. Nein. 21. G. 1. Grfundigen Sie sich an der im Schein an= gegebenen Stelle. Uns ist die Sache nicht bekannt. A. H. 1. Nur auf Antrag. 2. Auf den Antrag des Ginen. 201. B. E. 1. Am 15. 2. Bis zum Schluß der Geschäftsstunben 7 Uhr. A. 2. 15. Die Frage ist ohne den Wechsel nicht zu beant worten. Wenden Sie sich an einen Rechtsanwalt. Zwei Wettende 100. 1. Die Ehe ist nichtig. 2. Schwere Karl Schule. Klagen Sie. M. H. Wir fönnen die Bestimmungen aus Raummangel nicht angeben. Sie finden dieselben im Enteignungsgeseh. Jago. Nein. 5. P. Wir werden gelegentlich auf diesen Punkt zurückfominen. In einer öffentlichen Versammlung der Uhrmacher und verwandten Berufsgenossen, die am 19. April bei Bolt in der Alten Jakobstraße tagte, hielt der Augenarzt Dr. med. Wurm einen äußerst lehrreichen Vortrag über: Die Erhaltung der Sehkraft. Jim Verlauf der weiteren Verhandlung wies Genosse Faber auf den Aufruf der Agitations- Kommission der Leiche und Asche sind gleichberechtigt! In der ehemals Goldschmiede Deutschlands hin bezüglich des zum 15. Juli in freigeistigen Stadt Zürich hat der Stadtrath jüngst einen Hanau in Aussicht genommenen internationalen Rongreffes der Schwabenstreich begangen, der zur Rennzeichnung des heutigen Es handelte Uhrmacher, Goldarbeiter, Graveure, Diamantschleifer u. f. w. Fortschritts" verewigt zu werden verdient. Rollege Nather verhielt sich ablehnend hierzu. aber be- fich um die hochwichtige Frage, ob die Afche einer gründete noch einmal die Nothwendigkeit des Rongreffes und nach heidnischem Brauch heidnischem Brauch im Krematorium verbrannten hob die den Uhrmachern daraus erwachsenden Vortheile hervor, Leiche neben den chriftlich verwesenden Leichen auf Urfundenfälschung. doch wurde nach kurzer Debatte, an der sich die Kollegen Bär der Rehalp in mütterlicher Erde bestattet werden dürfe. Der und Wagner betheiligten, der Antrag angenommen, daß die Ver- hohe Stadtrath hielt das für unschicklich und verweigerte fammlung der Uhrmacher es ablehnt, den internationalen Kongreß in der Asche das Grab in der allgemeinen Gräberreihe. Allein Hanau zu beschicken. Zur Stellungnahme zum 1. Mai unter dieser fromme Eifer, der aus lauter Angst vor der Leichenbreitete äther der Versammlung die diesbezügliche Refolution verbrennung die Landesgefeße vergaß, fand leider nicht die der Gewerkschaftskommission mit dem Ersuchen, diefelbe zu der Billigung des Züricher Regierungsrathes. Im Gegentheil! Diese ihrigen zu machen. Rebner beantragte, daß diejenigen Kollegen, Behörde stellte sich auf die Seite der Heiden und war so undie am 1. Mai arbeiten, 25 pGt. ihres Arbeitsverdienftes dem höflich, den Stadtrath daran zu erinnern, daß nach§ 5 des öffentlichen Agitationsfonds zur Verfügung stellen. Nach statt- Beerdigungsgefeges jeder Kantonseinwohner ein Recht auf ein gehabter Diskussion wurde dem zugestimmt und beschlossen, sich Grab in seiner Wohngemeinde habe, gleichviel ob feine Leiche am 1. Mai Vormittag der öffentlichen Metallarbeiter Versamm einbalfamirt, zu anatomischen Zwecken zerstückelt oder verbrannt lung anzuschließen. Sollege Krause erstattete Bericht über die werde. So find also tünftig im Kanton Zürich Leiche und Asche Thätigkeit der Gewerkschaftskommiffion, und gab bekannt, daß gleichberechtigt. der prozentuale Beitrag der Uhrmacher zur Erhaltung des Gewertschaftsbureaus 30. beträgt. Die Versammlung verhielt sich zustimmend. Hiernach erstattete Rollege 2e etsch, Beisitzer des Gewerbeschiedsgerichts Bericht über seine Thätigkeit. Zum Schluß wurde die Art und Weise gebrandmarkt, wie ein Auch Kollege nennt sich Künstler unter dem Vorwande, ein Ge schäft faufen zu vollen, sich nach allen Einzelheiten erkundigt. Mit den Bemerken, daß er an stelle der dort am längsten arbeitenden Kollegen, welche einen höheren Lohn erhalten,( es sind dieses in der Regel aufgetrte Genossen, auch die besten Arbeiter) jüngere Kräfte für tie Hälfte des Lohnes einstellen würde, verschwindet der Herr auf Nimmerwiedersehn. Die Folge war, daß in mehreren Geschäften ältere Kollegen entlassen wurden. 1 Der fozialdemokratische Wahlverein für Teltow Beestow Stortow Charlottenburg hielt am 19. d. M. seine Generalversammlung ab. Dieselbe hatte sich zunächst über den seitens einer niedergefeßten Kommission durchberathenen Entwurf des neuen Vereinsstatuts und Organisationsbezw. Agitationsplanes fchlüffig zu werden. Der letztere entspricht der in Berliner Wahlvereinen geschaffenen Dezentralisation. Beide fanden nach eingehender Berathung Annahme seitens der Generalversammlung. Der vierteljährliche Rassenbericht mußte eingetretener Umstände halber bis zur nächsten Mitgliederversammlung vertagt werden. Hierauf vollzog die Generalversammlung die Neuwahl des gesammten Vorstandes, nachdem hierzu ein Antrag angenommen worden war, daß alle Bor: standsmitglieder gewerkschaftlich organisirt sein müssen. Dieselbe hatte folgendes Ergebniß: Es wurden gewählt zum ersten Vorsitzenden Scharenberg, zum stellvertretenden Vorsitzenden Luther, zum ersten Kassirer Schnell, zum Stellvertreter Bartel, zum Schriftführer Flemming. Ferner wurden zu Revisoren gewählt Kube, R. Gericke und Policinsky, und zu Hilfskassirern Wernicke, Wolter und Hermann Krause. Diese Bahlstellen sind die bisherigen, die Errichtung neuer Bahlstellen wurde bis nach Inkrafttreten des neuen Dr ganisationsplanes verschoben. Die weitere Erörterung von Vereinsangelegenheiten bot nichts Bemerkenswerthes. Berichtigung. Von Herrn Rieß geht uns folgende Bes richtigung zu: In Nr. 85 Ihres Blattes vom 13. b. M. be= richten Sie über eine Versammlung der Wäsche und Kravatten: arbeiter und Arbeiterinnen in Berlin. Unter anderem heißt es da: Allem die Krone seßt ein Verfahren bei Herrn M. Rieß auf. Hier abonniren die Arbeiterinnen auf Strafen und zwar zahlen sie die Woche 30 Pfennige Strafe, dafür können sie dann alle Tage an spät kommen." Ich erkläre Vorstehendes für eine Unwahrheit, bemerke, daß meinen Arbeiterinnen noch niemals Strafgelder auferlegt worden sind. Dermischtes. Das Kölner Schwurgericht verurtheilte vorgestern in später Abendstunde den Maurer Hoeck, welcher den Goldsticker Beckers beraubte und mittelst 25 Messerstichen ermordete, zum Tode. " Sind Neger Menfchen?" Mit dieser furiofen Frage hatte sich unlängst der Gerichtshof in Sabanna auf Guba und vor einigen Tagen der höchste spanische Gerichtshof in Madrid zu beschäftigen. Ein Neger in Habanna war nämlich aus einer Speisewirthschaft hinausgeworfen worden, weil der Wirth in seinem Lotal nur echte Menschen", d. h. weiße Männer sehen wollte. Der farbige Mann erhob deshalb Klage. Das Gericht in Habanna gab ihm Unrecht und wies die Klage ab; in der Urtheilsbegründung wurde ausgeführt, daß die Wirthe das Recht haben, aus ihren Lokalen jeben Neger su ent Literarisches. Die ranhe Fanst, das biedere Herz." Arbeiterlied von Adolf Kunz. Komponirt von Carl Otto. Berlin, A. Kunz. Für Klavier und Gefang 1 M.; für Männerchor, Partitur und Stimmen 80 Pf. Die Musik ist gar nicht übel, freilich auch nicht frei von Anklängen, fie echot des Säffinger Trompeters Leiblied an zwei Stellen wieder. Der Text macht einen etwas verschrockenen Gindruck; wahrscheinlich hat ihm der Autor zugeschrieen: Reim' Dich, oder ich freß Dich! Auch scheint es uns, als würde er, dem Inhalt nach, mehr für freifinnige" Arbeitervereine passen; flaumweich genug ist er. 2. B. Wenden Sie sich an einen Rechtsanwalt. Wir tönnen aus Ihrer Anfrage nicht genau ersehen, wie die Ans gelegenheit thatsächlich liegt. H. B. Som Fachverein der Maler" fönnen wir Ihnen feine Adresse angeben, da wir bis jetzt ein Adressenverzeichniß genannter Vereinigung nicht erhalten haben. Nr. 4030. Wenden Sie sich an den Parteivorstand. Nr. 999. Eine Hilfstaffe Reform" ist uns unbekannt. W. B. N. 1. Sie können Gebühren aus der Staatskasse fordern, wenden Sie sich an den Amtsvorsteher. 2. Sie können auf Rückzahlung der Miethe vom 15. Dezember an flagen. B. Rlagen Sie auf Entfernung, soweit der Bauin die Grenze überschreitet. W. 46. Ihr Bruder hat nichts geerbt, die Summe ist dem Rinde ganz zugefallen. Ihr Bruder muß sich auseinandersetzen und den Verbrauch angeben. Strafbar ist derselbe nicht. Ackerstr. 90. Kommen Sie in die Sprechstunde. G. Kiepert. Soviel wir wissen, nein. A. K. Wer aus der Kirche austritt, ist mit Ablauf des folgenden Jahres von Kirchenlasten befreit. Ci 75. Geldstrafe bis 3000 M. oder Gefängniß bis zu einem Jahre. Jawohl, wenn er nicht in Nordamerika natu ralisirt ist. Von der Renen Zeit"( Stuttgart, J. H. W. Diet' 2. M. Blich. 20. 1. Schreiben Sie dem Mädchen, daß Verlag) ist soeben das 29. Seft des 12. Jahrgangs er- Sie noch länger warten und sie abmelden werden, wenn sie nicht schienen. Aus dem Inhalt heben wir hervor: Frosch- in drei Tagen zurückfäme. Melden Sie dann an dem vierten mäufetrieg. Naturwissenschaft wider Gesellschaftswiffen. Tage ab, wenn das Mädchen nicht kommt, und geben Sie die schaft. Von Eduard Bernstein. Die Weinfrisis in Frank- Sachen unter Benachrichtigung des Mädchens einem Spediteur reich. Bon Gallus.( Schluß.)- Die badische Fabrit nr Aufbewahrung. 2. Es kommt auf die Police an. Lesen Sie inspektion und die Unternehmer im Jahre 1893. Bon biefelbe genau durch. Dr. Mar Quard. Feuilleton: Auch ein Streber. Frei nach dem Dänischen des Hans P. Lunde von Ernst Brausewetter, " Von der Gleichheit", Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen( Stuttgart, J. H. W. Diez Verlag) ist uns foeben die Nr. 8 des 4. Jahrgangs zugegangen. Aus dem Inhalt dieser Nummer heben wir hervor: Zur Maifeier. Der 18. März. Die Ausbeutung der Arbeitstraft. Der vierte österreichische Parteitag. Reinliche Feuilleton: Bei Tisch. Von François Copée, Echeidung. überfezt von G. A.( Schluß.) Arbeiterinnen- Bewegung. Kleine Nachrichten. Seft 1 Die Gleichheit" erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer 10 Pf., durch die Poft bezogen( eingetragen in der Reichspost- Zeitungsliste für 1894 unter Nr. 2660) beträgt der Abonnementspreis vierteljährlich ohne Bestellgeld 55 Pf.; unter Kreuzband 85 Pf. Inferatenpreis die zweigespaltene Petitzeile 20 Pf. $ F. B. 50. Die Rücknahme des Strafantrages ist nach § 247 St.-G.-B. zulässig. Der Staatsanwalt wird die Sache nicht weiter verfolgen. M. G. Der Chef muß die Roften aus eigener Tasche bezahlen. 2. 98. 420. Mit Ablauf von 4 Jahren vom Ende des Jahres, in welchem die Forderung entstanden ist. 2. G. Sie brauchen nur gegen Rückzahlung des Geldes die Sachen herauszugeben. Graffow. Beschweren Sie sich bei der Regierung in Magdeburg. Moabit. 1. Nein, bei 1200 M. Ginkommen haben Sie eigentlich 9 M. zu zahlen. Sie sind also schon um eine Stufe niedriger eingeschätzt. 2. Kommen Sie in die Sprechstunde. C. F., Kyrig. 1. Nein. 2. Nein. in Ihrem Fall 7,50 m. betragen wird. Die Sonntage können Edison. Sie können den angemessenen Betrag fordern, der Sie nicht voll rechnen, 3 M. dürfte angemessen sein. Klagen Sie beim Gewerbegericht wegen des Restes. 4 des Bolts Lexikon, herausgegeben von Emanuel A. 1. Nur das Netto- Einkommen. Kaufen Sie sich eine Wurm; Verlag von Mörlein u. Comp. Nürnberg. der Taschenausgaben des Einkommensteuer- Gesetzes, die etwa ist soeben erschienen und enthält folgende größere Artikel: 1 M. Toften. Alkoholismus, Alpen, Aluminium, Amerita, Ammoniak, P. P. Beantragen Sie Erhöhung der Rente beim Vorstand Amnestie, Amortisation, Amphibien( mit Abbildungen). der Berufsgenossenschaft wegen Verschlimmerung des Zustandes. Alle 14 Tage erscheint ein Heft. Eingelaufene Druckschriften. Unter dieser Rubrik zeigen wir fämmtliche der Redaktion zugehende literarische Neuigkeiten an. Wir bitten unsere Leser die Nennung der Schriften nicht als Empfehlung der Redaktion, sondern lediglich als Empfangsbestätigung aufzufaffen. Blos über diejenigen Erscheinungen, welche im Intereffe unserer Leser oder aus polttischen Gründen besprochen werden müssen, veröffentlichen wir, fomeit dies der Raum unseres Blattes zuläßt, vititen. Genügt einer Verlage: buchhandlung die Anführung der übersandten Rezensionsexemplare in diefer Rubrir nicht, so bitten wir von der Zusendung der Neuerscheinungen des Berlages absehen zu wollen. Geschichte der Kommune von 1871. Von Lissagaray. Jalustrirte Ausgabe. Stuttgart. Verlag von J. H. W. Dieg. Emil Grosch. Der Arbeitgeber durfte Sie nicht beschäftigen. Schuldichein 50. 1. Mein. 2. Es ist möglich. 3. Beauftragen Sie jemand oder schicken Sie das Geld per Post mit Porto für Uebersendung des Schuldscheins. . R. 129. 1. Nur wenn fein anderer Kirchhof vorhanden ist. 2. Nein. Er kann im Wege der Klage zurückfordern. F. S. Wir haben die Frage unseres Wissens schon beantwortet. Sie können nichts machen, da die Untersuchung nach Lage der Sache erforderlich war. 2. 8, Rigdorf. Berjährt mit 31. Dezember 1893. Gr heben Sie Widerspruch. 100. Nein. B. 1. 1. Nein, von einigen fleinen Orten abgesehen. Der Mann nicht für die Prozeßtosten der Frau, auch nicht in Ch. P. 200, Oelsnig i./B. Nach sächsischem Recht haftet Ihrem Falle. Bolts. Fremdwörterbuch. Bon W. Liebknecht. 7. Auflage. 2. Nein. Stuttgart. Verlag von J. H. W. Diez. Jüdische Moral und chriftlicher Staat. Von Dr. Edm. Friedemann. Berlin. Verlag Siegfr. Cronbach. Deusche Bürgerkunde, kleines Handbuch des politisch Wissenswerthen für Jedermann. Von G. Hoffmann und Ernst Groth. Leipzig. Verlag von Fr. Wilh. Grunow. F. A. 100. Er ist nicht verpflichtet. R. S. Nein. K. B. 100. 1. Nein. 2. Es giebt keine Klage auf Eheschließung. Größtes Manufaktur- und Modewaaren- Hans des Ostens M. Löwinsohn, Inhaber: L. N. Jacob. Grüner Weg 32( Ecke Andreasplazz). 5765L Grüner Weg 32( Ecke Andreasplak). Verkauf nur gegen Baar zu streng festen Fabrikpreisen. Wilh. Fischer Verlag des ,, Der Töpfer", Berlin, Colbergerstr.12. 108* Soeben erschien in unserem Verlage: ,, Die Syphilisseuche" unter theilweiser Benugung der unter demselben Zitel veröffentlichten Artikel im Der Töpfer". " " Von einem Arbeiter". Preis 25 Pfennige. Wiederverkäufer erhalten Rabatt. Zahlreiche Aufträge erwünscht. GESCHAFTSHAUS S. HEINE Die Firma bestent seit 1873. E Neuheiten für die Frühjahrs- u. Sommersaison in Kleiderstoffen. Reichhaltige Sortimente im neuesten Geschmack. Fertige Roßtüme, Kostümröcke u. Blousen. Die schönsten Kinderkleider für Mädchen jeden Alters, fowie Morgenröcke, Unterrödhe und Schürzen in größter Auswahl vorräthig, ev. 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Wahl des Vorstandes und der Revisoren. 5. Diverse wichtige Anträge. Es ist Pflicht aller Mitglieder zu erscheinen. 455/11 Der Vorstand. Arbeiter- Bildungsschule( Süd- Ost). Versammlung heute, Sonntag, den 22. April cr., Abends 6 Uhr, in Bolt Festfälen, Alte Jakobstraße 75. Zages- Ordnung: 1. Vortrag des Genoffen Fritz Hansen: Rönnen wir nach ethischen Grundsägen leben? 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Nach der Versammlung: Geselliges Beisammensein mit Tanz. Aufnahme neuer Mitglieder findet in der Versammlung statt. Damen und Herren, willkommen. Um zahlreiches Erscheinen bittet 455/12 Gäste, Die Schulkommission. Ethische Gesellschaft. Sonntag, den 22. April 1894, Abends 7 Uhr, in Gratweil's Bierhallen, Kommandantenstr. 79: 1. Wie stellen sich die Kutscher zu dem am 13. und 14. Mai zu Halle a./S. 2. Diskussion. 3. Eventuelle Wahl eines Delegirten. 4. Verschiedenes. Um pünktliches Erscheinen bittet 497/17 Der Einberufer. Meine Wohnung habe ich von Rosenthalerstr. 54 nach Mittelstraße 48 am Bahnhof Friedrichstrasse verlegt. Sprech ft. 81/ 2-91/ 2 Vm. 5-6 Nm. Sonntag 9-11. In der Politlinit unverändert Weinbergs- Weg am Rosenthaler Thor. Sprechst. 12-1 Nm., für Unbemittelte unentgeltlich. Dr.med. Max Radziejewski, Augenarzt. Steinarbeiter Berlins und Umg. Oeffentliche Versammlung 293/15 am Mittwoch, den 25. April 1894, Abends 8½ Uhr, bei Rennefahrt, Dennewigstraße Nr. 13. Zages Drdnung: B 1. Burtrag über Gewerkschafts- Bewegung. Referent Herr Naether. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Der Einberufer. A. Bethge's Konzert- und Spezialitäten- Park. Britz, Chauffeestraße 39, vorm. E. Engel. Jeden Sonntag Konzert, Spezialitäten- Vorstellung und Lanz übrigen Gesellschaftsräumen Konzert- Unterhaltung durch ein großes im großen Riesensaale. Herrlicher Aufenthalt im großen Park. In den Orchestrion. Sämmtliche Räume find mit elekt. Licht versehen. Für gute Speisen und Getränke Weiß- und Bairisch- Bier ist bestens gesorgt. 82* Familien können Kaffee kochen. Den geehrten Vereinen empfehle mein Etablissement zur Abhaltung von Sommerfesten( auch Sonntags). Fahrgelegenheit: Endstation der Pferdebahn. A. Bethge, Gastwirth. Achtung! der Achtung! Putzer( Maurer)! Große öffentliche Versammlung Putzer Berlins und Umgegend am Montag, den 23. April, Nachm. 5 Uhr, im Louisenstädtischen Konzerthaus", Alte Jakobftr. 37. Tages- Ordnung: 1. Wie feiern wir den 1. Mai? 2. Vortrag des Genoffen Millarg. 3. Diskussion. 4. Bericht des Delegirten zur Gewerkschafts- Kommission und Neuwahl deffelben. 5. Gewerkschaftliches. 249/ 18* Kollegen! Dies ist die erste Montagsversammlung in diefem Jahre Freunden und Genoffen empfehle ich Eure Pflicht ist es aber nun, auch recht zahlreich zu erscheinen. mein neu eingerichtetes Bier- und Speise- Lokal. 118 Vereinszimmer mit Piano ist noch an mehreren Tagen zu vergeben. G. Denner, Manteuffelstr. 19. Zur Aufnahme von Feuer. Glasund Kinderversicherung und Sterbefasse Bortrag des Herrn Mattutat über:" Der Kampf ums Dasein". 150/16 empfiehlt sich 60149* Versammlung. Nachdem: Gemüthliches Beisammensein. Gäfte( Damen und Herren) sehr willkommen. Der Vorstand. Verein deutscher Schuhmacher. Montag, den 23. April 1894, Abends 8½½ Uhr: Versammlungen. Filiale I im Lokale des Herrn Wilke, Andreasstraße Nr. 26. Filiale II im Lokale des Herrn Rehlitz, Bergstraße Nr. 12. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. 464/20 Um zahlreiches Erscheinen ersucht Die Ortsverwaltung. Frauen- und Mädchen- Bildungsverein des arbeitenden Volkes für Berlin und Umgegend. Dienstag, den 24. April, Abends 8 Uhr, in Rudolph's Festfälen, Mittenwalderstr. 15: Wander- Versammlung. Tages Ordnung: A. Miesch, Weißenburgerstr. 49. Für den Nachweis von Versicherungen zahle ich Provision. Der Vertrauensmann. Deutscher Holzarbeiter- Verband. ( Zahlstelle Berlin, Norden.) Montag, d. 23. Apt 1, Ab. 82 Uhr, in Keller's Lokal, Bergstr. 68: Vertrauensmänner- Versammlung. Tages- Ordnung: Besprechung über Lohn- und Arbeitsverhältnisse. Die Zahlstelle 14 befindet sich nicht Bernauerstr. 72, fondern Berg Straße 60 bei Hilgenfeld. 439/ 9* in den Arminhallen", Kommandantenstraße 20: B Mittwoch, den 25. April, Abends 82 Uhr, General- Versammlung. Zages- Ordnung: Mitgliedsbuch ist vorzuzeigen. Die Versammlung Ich bringe hierdurch mein Mehl1. Abrechnung vom 1. Quartal. 2. Bericht der Ortsverwaltung, der und Landesprodukten- Geschäft in Beisiger, der Werkstatt Kontroll- Kommission und des Arbeitsvermittlers. empfehlende Erinnerung. Ich führe 3. Antrag der Ortsverwaltung, betr. Streit und Maßregelungs- Unterſtügung. nur beste Qualitäten und halte keinerlei 4. Wahl eines Mitgliedes zum Ausschuß( Drechsler). 5. Verbandsangelegen ba solche, tros ihrer scheinbaren Billig wird pünktlich eröffnet. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist es Pflicht minderwerthige Waaren zum Verkauf, heiten und Verschiedenes. feit, verhältnißmäßig am theuerften eines jeden Mitgliedes, zu erscheinen. und daher am unvortheilhaftesten für die Käufer find. Besonders mache ich auf mein unübertroffenes Wienermehi aufmerksam, es iſt daſſelbe nicht allein das beste, aus ungarischem Weizen hergestellte, sondern das beste Weizenmehl, das überDie Ortsverwaltung. Sattler. Oeffentliche Versammlung haupt existirt; ich bringe dasselbe voll am Montag, den 23. April, Abends 8% Uhr, bei Bolt, ständig unvermischt zum Verkauf und übernehme daher für dessen Reinheit volle Garantie. Der von mir ge früher Fenerstein, Alte Jakabftraße Nr. 75. Zages Ordnung: 1. Die Bedeutung des 1. Mai. Referent Rollege Sassenbach. 2. Dis. 1. Vortrag der Genoffin Greifenberg über: Der bürgerliche Frauen- botene Kaffee ist nach einem paten- fuffion. 3. Berichterstattung des Delegirten zur Gewerkschafts- Kommission. Rongreß und die Bestrebungen sozialdemokratischer Frauenvereine." 2. Dis- tirten Verfahren geröstet und besißt 4. Berichterstattung der Arbeitsnachweis- Rommission. tusfion. 3. Verschiedenes und Aufnahme neuer Mitglieder. Um zahlreiches Erscheinen, besonders der Frauen, bittet 461/10 Der Vorstand. Orts- Krankenkasse für das Tapezirer- Gewerbe zu Berlin. Donnerstag, den 26. April, Abends 8 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstraße Nr. 20: General- Versammlung. Tagesordnung: 1. Rechnungsbericht. 2. Beschlußfassung über die Abnahme der Rechnung Beschlußfassung über Erdadurch nicht nur ein ganz vorzüg Die Agitationskommission. Um zahlreichen Besuch wird dringend gebeten. liches Aroma, sondern man braucht 294/16 auch nur eine kleinere Bohnen= menge zur Herstellung einer -NO affe& affee als sonst. Meine Vogelfutterfachen sind gesund und doppelt gereinigt, die Preise mäßig. Achtung! Maler und Ladirer! Bei Entnahme von 5 Pfund treten Kombinirte Versammlung sämmtl. Filialen Engrospreise ein. 29686 L. Brachvogel, Berlins und Umgegend am Dienstag, den 24. April 1894, Abends 8½½ Uhr, bei Nöllig, Neue Friedrichstraße Nr. 44. Tages- Ordnung: 1. höhung der Beiträge over Herabſegung der Leiſtungen. 4. Bekanntmachung Manteuffelstrasse 75 name für die ftreifenden Kollegen in Bürich und Bremerhaven. 8. Bere der Beschlüsse des Borstandes. 5. Verschiedenes. 1b Wegen der wichtigen Tagesordnung ist das Erscheinen dringend erforderlich. Der Vorstand. Allgemeine Kranken- und Sterbekaffe der deutschen Drechsler u. deren Berufsg. ( Eing. Hilfskaffe Hamburg.) 137/3 Die Mitglieder- Versammlungen für sämmtliche Ortsverwaltungen finden am Mittwoch, den 25. April, Abends 81/2 Uhr, statt. Verwaltung A: Laugestraße 65 bei Tempel. B: Reidenbergerstraße 16 bei Pätzold. C: Mariendorferstraße 5 bei Grube. D: Elifabethkirchstraße 14 bei Hirte. Zagesordnung: 1. Geschäftliches. 2. Vierteljährlicher Raffenbericht. 3. Bericht über die in Hamburg stattgefundene General- Versammlung. 4. Verschiedenes. In der Ortsverwaltung D findet die Wahl des 1. Raffirers statt. Sozialdemokratischer Agitationsklub für den Often Berlins. Sonntag, den 22. April, Abends 61/2 Uhr, im Lokale ,, Bum Freischüt", Fruchtstraße Nr. 36a( oberen Saal): Grosse öffentliche Bersammlung für Frauen u. Männer. Zages Ordnung: 30936 1. Vortrag des Herrn Dr. Weyl über:" Die Naturheilkunde". 2. Diskussion. Nach der Versammlung: Gemüthliches Beifammensein und Tanz. EF Entree 10 Pfg. Der Einberufer. Meinen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß während meiner viermonatlichen Erholungsreise meine Buchdruckerei ununterbrochen weiter fortgeführt wird. 58831* M. Schrinner, Buddruckerei, Brunnenstraße 164. zwischen schiedenes. [ 442/17] Der Einberufer. Oranien- u. Reichenbergerſtr. Verband der Geschäftsdiener, Packer u. Berufsg. Wander- Versammlung im Norden Empfehle den geehrten Genossen meine u. Plätt- Anstalt, arch. v. Wittanyol, Gardinen: am Dienstag, den 24. April, Abends 9 Uhr, in Hensel's spannerei, bei freter Abholung u. sendung; garantire reelle Bedienung. 28796 Fr. Eitner, Ritterstr. 85. In RohTabaken und Utensilien für Cigarren- Fabrikanten !! billigster Einkauf!! Salon, Brunnenstraße, Ecke Invalidenstraße. Zages Ordnung: Vortrag des Genoffen C. Thieme: Warum organisiren fich die Arbeiter? Diskussion.-Aufnahme von Mitgliedern und Bezahlen der Beiträge. Geschäftliches und Fragetaften. Den Kollegen im Norden machen wir es zur besonderen Pflicht, zu erscheinen. Der Vorstand. Bureau und Arbeits- Nachweis: C. Neue Grünftr. 10 I. Fernsprecher Amt 1, 810. Geöffnet von 8 Uhr Morgens bis 6 Uhr Abends. Sonntags 477/10 gefchloffen. Achtung! Berlin und Umgegend! Achtung! Dienntag, den 24. April 1894, Abends 8%, Uhr: Oeffentliche Tischler- Versammlung in Joël's großem Salon, Andreasstr. 21. Tagesordnung: W. Hermann Müller fündigen Arbeitstag erringen? Berlin Neue Friedrich- Strasse 9. Streng reelle Bedienung. 1. Fortsetzung der Diskussion vom 3. April über den 1. Mai. 2. Stellungnahme zum Fachverein und können und wollen die Berliner Tischler den acht85b Zur Deckung der Unkosten 10 Pf. Entree. Zu recht zahlreichem Besuch ladet ein Creditgewährung Mindestens nach Uebereinkunft!! Ein Jeder mache den Versuch. Der Einberufer: Schlächter. 50% erfpart Jeder durch den Bezug seiner Garderobe Fabisch& Laband, von Heiligegeißftr. 15, II., vom einfachsten bis elegantesten Genre. 32* Künstl. Zähne meals eingesetzt, feſtſizend. Reparaturen fofort. Weniger Bemittelte Ermäßigung. Kreslawski, Spittelmarkt 13. Berantwortlicher Redakteur: Hugo Pötsch in Berlin. Druck and Berlag von Maz Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2,