Nr. 125. Hbonnemcnts-Ikdingungen: kbomicmeitts- Preis Pränumermido SZisrtoljährl.»,S0 Mf., nicmat!. I.zo Mk. wllchenuich so Pjg. frei ms Haus. Sinzedio Nummer S Pfg. Sonntags- nnnimer mit illustrierter Sonntags- Beilage.Tie Neue Welt" 10 Pfg. Posl- Aboiillement: I.llO Marl pro Monat. eingetragen in die Post-ZcitunaS- Vretslisle. Unter Kreuzband tür Deutschland und Oesterreich- Ungarn L.SO Mark, für das übrige Ausland s Marl pro Monat. Postabonnemenls nehmen an Belgien. Däuemarl. Holland. Italien. Luxemburg. Portugal. kuniänicn, Schweden und die Schweiz. ErlchtiDt fzgllch. 33 Jlthrgang. vle InseMonk-eedilft? betrügt für die fechsaespaltene Kolonel- seile oder deren Raum 00 Pfg., für politische und gewerlschaftliche Bereins- und Bersammlungs-Nnzeige» SO Pig. „Utcine Snoeigen". das scltgedruclie Wort 20 Psg.(zulässig 2 settgedrurkie Wortes, jedes weitere Wort 10 Pig. Stellengesuche und SchlafstcUenmt. zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes w euere Wort ö Psg. Worte über IS Buch- ftabcn zähle» für zwei Worte. Inserate für die uäckste Nummer müssen bis 5 Uhr tiachiniitags in der Expedition abgegeden werden. Die Erdedition ist dis 7 Uhr abends geöffnet. Devlinev Volksbltttk. Delegrainm-Ndreff r. .Sozialdcrnslirat Hcrlia" Zcntmlovgim der foztaldemokratirdicn Partei Oeutfcblands. Neöaktion: SW. 68, Linöenstraße 3. Fernsprecher; Amt Morihplat,. Nr. 151»0—151 97, Sonntag, den 7. Mai 1916. Expedition: SN). 68, Linöenstraße 3. Fernsprecher:?lmt Moripplnti, Nr. 151»»— 151»7. Der Trust der Zarbenfabriken. Während das furchtbare Ringen tobt und die Völker sich verbluten, vollzieht sich geräuschlos und für das große Pnbli- knm unbemerkt der Prozeß der kapitalistischen Enttvickelung. So ging vor ein paar Tagen durch den Handelsteil der Presse eine kurze Notiz über die Bildung einer„Jnteressengemein- schaft" zwischen den beiden Konzernen in der chemischen Groß- industrie Deutschlands. Damit wurde faktisch der Trust in der chemischen Industrie, soweit sie auf die Teerfarben- Herstellung basiert ist, perfekt. Es ist das eines der voll- ständigsten Privatmonopole, das die Welt aufzuweisen hat und verdient daher Beachtung. Tie Herstellung von Farben anS Bestandteilen des Stein- kohlcntcers ist ein verhältnismäßig neuer Industriezweig (die erste Nnilinfarbe brachte der englische Chemiker P e r- k i n s 1856 aus den Markt). Die besonderen Verhältnisse brachten es mit sich, daß sich nni diesen Zweig andere gruppierten(Herstellung von Arzneimitteln und anderen kernt- plizicrten chemischen Präparaten). Die fabelhaften Fortschritte der modernsten der Naturwissenschaften, der Chemie, kamen der Industrie im höchsten Grade zu gute, und der Witz ist da- bei, daß die Resultate der Arbeit genialer Forscher den Kapitalisten nichts kosten. Allerdings— ein ni oderner Großbetrieb dieser Branche beschäftigt oft Hunderte von wissensdiastlich geschulten Chemikern, aber deren Aufgabe ist es im Grunde nur, die Prinzipien, die dort gefunden werden, wo theoretisch wissenschaftlich gearbeitet wird— in den Laboratorien der Gelehrten, aus den Universitäten— praktisch auszunutzen, um den Produktionsprozeß möglichst billig zu gestalten, durch patentierte Verfahren den Konkurrenten zuvorzukommen. Diese Organisation zur Fruktifizierung der internationalen reinen Wissenschaft ist ani zweckmäßigsten in Teutschland durchgeführt worden und darauf beruht der Vorsprung der deutschen chemischen Industrie. In dieser Industrie vollzog sich nun der Konzentrationsprozeß niit ganz besonderer Beschleunigung. Eine nicht unwesentliche Rolle spielte dabei das Patentwesen. Während nämlich dein Kapitalisten, wie gesagt, die großen Errungenschaften der theoretischen Wissenschaft unentgeltlich zur Verfügung stehen, ist er eifrig daraus bedacht, daß die— im Verhältnis mit jenen— kleinen Entdeckungen, die die in seinem Solde ai bettenden Chemiker machen, keinem Konkurrenten zugute koinmen, und das spielt in dieser Industrie eine große Rolle. Ein Betrieb nun, der eine Anzahl rentabler Pittente besitzt, kann beim Verkauf der garantierten Produkte Riesengclvimie einheimsen: das setzt ihn dann instand andere, nicht oder nicht mehr durch Patente geschützte Produkte umso billiger abzugeben, wenn die Konkurrenz es erfordert; Patente erwerben, in eigenen Laboratorien systematisch auf Entdeckung hinarbeiten lassen, kann aber der Großbetrieb leichter als der Kleinbetrieb, bei dem die Entdeckung Zufall ist. Das ist einer der Haupt- gründe, warum bereits in den achtziger Jahren viele Heinere Fabriken mattgesetzt waren. Außerdem sind auch in der chemischen Industrie die Vorteile der Bctriebskvnzentration besonders hoch anzuschlagen(vollkommene Ausnutzung der niaschinellen Kraft und vor allem systematische Verwertung aller Absall- und Nebenprodukte). So war denn bereits um die Wende des Jahrhunderts die Konzentration in der Tecrfarbenfabrikation und den damit zusammenhängenden Zweigen so weit fortgeschritten, daß nur noch einige Großbetriebe übrigblieben. Im Jahre 1903 schlössen sich drei von ihnen zu einem Konzern zusammen, gründeten eine„Interessengemeinschaft", nämlich die der Farbenfabriken vor in. Friedrich Bayer in Elberfeld, die B a d i s ch e Anilin- und Soda- fabrik in Lndwigshafen und die A k t i e n g e s e l l- schaft für Anilinfabrikation in Berlin. Es werden dabei die Gewinne aller drei Gesellschaften zusammen- geworfen und aus der Gesamtsumme erhalten die Elberfclder und die badische je 13 Prozent, die Berliner 11 Prozent. Gleichzeitig wurde der Anstausch der Patente beschlossen. Ivo- Ntit bezweckt wird, daß Patente, die Verfahren sichern zur Verbilligung der Produktion, Gemeingut der drei Gesellschaften iverden. In der Praxis ergibt sich daraus eine Arbeitsteilung: jedes der drei Unternehmen hatte seine Spezialartikel, aber alle drei fabrizierten auch die gleichen gangbaren Anilinfarben und andere Artikel, für die die Patente bereits erloschen sind: naturgemäß bat man jetzt die Fabri- kation dieser Artikel in jenem Betriebe konzentriert, der am besten dazu geeignet ist, die beiden anderen gaben diesen Artikel aus. Selbstverständlich konkurriert man nicht mehr gegen- einander in bezng auf Risiko und Bezugsbedingungen.— Bald darauf vollzog sich der Zusammenschluß dreier anderer Gesell- schasten: die Farbwerke vormals Met st er, Lucius u u d B r ü n i n g i n Höchst liierten sich mit den Färb- Werken Leopold C a s s e l l a und Comp, in Frank- furt a. M. und der Aktiengesellschaft Kalle u. Comp, in Bieberich. wobei ein Aktienaustausch der Gc- scllschaften stattfand und Vereinbarungen über den Bezug von Rohmaterialien, die Fabrikation und den Absatz getroffen wurden. Das Frankfurter Werk hatte nämlich bis dahin Halbfabrikate freihändig gekauft, jetzt bezieht es sie von dem Höchster Werk; ähnlich das Werk in Bieberich. Die Firma Cassella kaufte dann noch die Farbwerke Mühl heim vormabs Leonhard cmj. So standen sich in letzter Zeit zwei Konzerne gegenüber: ; Elberfeld-Ludwigshafen-Berlin und Höchst-Frankfurt-Bieberich, j Abseits stand nur noch die Aktiengesellschaft Chemische Fabriken vormals Weiler ter Meer in Uerdingen. Jetzt schließen sich die beiden Konzerne zusammen und auch die Uerdinger Gesellschaft tritt der Ver- einbarung bei. Diese besteht darin, daß ähnlich wie bei dem ersten Konzern jetzt für sämtliche Gesellschaften eine Verteilung des Gesamtgewinnes nach einem bestimmten Schlüssel statt- finden soll; dieser Schlüssel, das Verhältnis der Verteilung ist indessen noch nicht bekanntgegeben. Rein formell betrachtet bleiben die einzelnen Gesellschaften wohl selbständig, denn jede von ihnen verfügt über ihre Bctriebsvcrhältnisse, ihre Kapitalien und Profite. In Wirklichkeit haben wir es aber mit einem fest geschlossenen Trust zutun. Die Interessen- gemcinschast schließt jeden Konkurrenzkampf aus, Lieferanten und Abnehmer stehen einein einheitlichen Willen gegenüber, Preise und Handelsbedingungen iverden ihneii diktiert; die Produktion wird einheitlich geregelt; der Markt wird verteilt. Daß dieses Privatmonopol jemals gebrochen werden könnte durch Aufkommen neuer Unternchmuiigen, scheint so gut wie ausgeschlossen, denn ganz sicher würde der Trust alle seine Macht aufwenden, um einem Konkurrenten, der seine Kreise stören wollte, nicht aufkommen zu lassen. Dagegen ist es wobt denkbar, daß eine Ausbreitung des Monopols stattfindet. Es sind nämlich die Grenzen zivischen dieser auf der Teerfarbcn- fabrikation basierten chemischen Großindustrie und anderen Zweigen der chemischen Industrie nicht unverrückbar. Es hat z. B. diese Industrie sich bereits der Produktion künstlichen Stickstoffes bemächtigt und andere Zweige können folgen. Bemerkt mag noch sein, daß dieser Trust wohl der einzige ist, bei dem die Hochfinanz wenig oder gar nichts zu sagen hat. In den Direktionen und Anfsichtsräten findet man nicht, wie es in anderen Industrien üblich ist, die Namen der Ver- treter der Großbanken. Diese werben um die Gunst der Potentaten der chemischen Industrie, nicht umgekehrt. Tie Erklärung ist einfach; die chemische Großindustrie arbeitete von Anfang an mit hohen Profiten, das akkumulierte Kapital genügte daher zur stufeniveisen Ausdehnung der Produktion; erschütternde Krisen blieben dieser Industrie erspart, weil der Markt sich schneller erweiterte als die Produktion stieg; des- halb gab es hier nichts zu»sanieren", die Banken fanden keinen Einschlupf. Tie chemische Großindustrie ist in hohem Grade Export- industrie. Nun haben bekanntlich während des Krieges in Amerika, in England, in Rußland, in Italien und selbst in Japan Bestrebungen eingesetzt, sich von dieser deutschen In- dustrie zu enianzipieren. In allen genannten Staaten, mit Ausnahme der Union, hat man für diesen Zweck staatliche Mittel mobil gemacht. Es kann also dahin kommen, daß der deutsche Trust den Kampf auf dem Weltmarkte gegen die lvährend des Krieges entstehende fremde Konkurrenz wird ausnehmen müssen. Indes ist auch eine andere Entwickelnng denkbar, nämlich das Fortschreiten zum Welt- t r u st. Wir haben ja gerade in der chcmisckien Industrie ein Beispiel dafür, den internationalen Dpnamittrnst, wobei die Berücksichtigung von„nationalen Interessen" bei der Her- stellung von Sprengstoffen sicher dringender ist, als bei Her- stellung von Anilinfarben und pharmazeutischen Präparaten. Voraussetzung wäre, daß der deutsche Trust nach Friedens- schluß sich an der Entwickelnng von Produktionsbetrieben in den einzelnen Ländern beteiligt. Freilich muß das nicht kommen, aber cS ist möglich, daß es geschieht. Im anderen Falle ist mit einer Gefahr zu rechnen, die auch beachtet sein will: nimmt der deutsche Trust den Kampf ans dem Welt- markte ani, dann kann er sich gezwungen sehen, im Auslände zu verlustbringenden Preisen zu verkaufen und diese Verluste würde er ans dem Inlandsmarkte einzubringen suchen, was aber aus die Industrien, die Tcersarben und andere Produkte des Trustes brauchen, sehr ungünstig einwirken kann, besonders soweit sie ihrerseits am Export beteiligt sind, um den Absatz ans fremden Märkten kämpfen müssen. Für die Arbeiter schließlich bedeutet die Bildung des Trustes eine Schwächung ihrer Position. Ein Proletarier, gleichviel ob wissenschaftlich gebildeter Chemiker oder Handlanger, der sich in einem der Betriebe des Trustes„mißliebig macht" wird fortan totsicher in der chemischen Großindustrie keine Beschäftigung finden. Lohnkämpfe werden lfier hoffnungsloser sein denn je. Die Löhne und Gehälter sind aber in dieser Industrie, trotz der hohen Profite, die erzielt werden, eher niedriger, als in anderen Industrien. Wilson unö üie deutsche Antwortnote. London, 6. Mai.(W. T. V.) Das R e n t c r s ch c B u- r e a u meldet ans Washington: Der nichtamtliche Text der deutschen Note wird vom Präsidenten Wilson und dem Kabinett sorgfältig erwogen; die neuen Weisungen an die Kommandanten der deutschen Seestreitkräfte bilden be- sonders den Gegenstand der Erörterung. Es Ivcrde aber keine Erklärung über die Haltung der Regierung ab- gegeben werden, che Wilson über die Annehmbar- keit der deutschen Note entschieden habe, und dies werde kaum gvschehen, che der amtliche Text eiutrsfle. Amsterdam, 6. Mai.(W. T. B.)„Times" erfährt aus Washington, daß man in dortigen amtlichen Kreisen energisch betone, Präsident Wilson sei nicht geneigt, seinen Standpunkt aufzugeben, daß der Unterseebootkrieg,. wie er jetzt geführt werde, aufhören müsse. Es sei nicht an- zunehmen, daß Wilson ans weitere Verhandlungen eingehen werde, außer wenn Deutschland aus unabänderliche Weise zu erkennen gebe, daß es entschloffen ist, mit dieser Art Krieg- führnng aufzuhören. Wenn Deutschland die von ihm geforderten Versprechungen gibt, so würde die erste ungesetzliche Torpediening eines Schiffes unvermeidlich zum Abbruch der Beziehungen führen. Washington, 6. Mai.(W. T. V.) Meldimg de? Reuterschen Bureaus. Nachdem de deutsche Note eingetroffen war. verlautete, daß Wilson wahrscheinlich nicht vor der näch�-n Woche eine Entscheidung treffen werde. Ans den verschiedenen Ansichten, die in amtlichen Kreisen geäußert werden, gebt das eine klar hervor, daß die Vereinigten Staaten nach wie vor den Meinungsaustausch mit den anderen Kriegführenden als ohne Einfluß auf den Meinnngsaiistansch über das Ver- halten Deutschlands betrachten müssen. Die meisten Beamten sind ärgerlich über den Ton der Note, haben aber das Ge> fühl, daß es nicht auf die Ausdruckswcise ankommt, wenn nur die Zusicherung eingehalten werde. Neue Verletzungen öes griechischen tzoheitsrechts. Athen, L. Mai.(Verspätet eingetroffen. W. T. B.) Das Ministerium des Innern erhielt vom Präfckten von Florina folgende Nluhricht: Drei Kompagnien Franzosen besetzten Florina, zerstörten die Telephon- und Telegraphcnanlagcn, brachen in muselmanische Häuser ein und verhafteten griechische Untertanen. Der Sekretär des ö st e r r e i ch i s ch e n Konsulats in Mona st i r tvnröe von einer französischen Patrouille verhaftet, als er mit der Eisenbahn von Athen in Florina au gekommen war. Trotz energischen Einschreitens der griechischen Behörden, die seine Freilassung verlangten. schleppten ihn die Franzosen mit sich und fuhren in der Richtung Saloniki ab. Die griechischen Militär- behörden in Saloniki erhoben bei General S a r r a i l Einspruch. Es verlautet, die griechische R c- g i e r u n g tverde auf diplomatischem Wege ebenfalls Einspruch gegen diese Kränkung des giicchischen Hoheitsrechts erheben. Der Chef der hiesigen britischen Marinemission Admiral Cardell und Kapitän zur See Lecht wurden nach England zurückberufen. Athen, L. Mai.(Verspätet eingetroffen. W. T. B.) Wie festgestellt worden ist, haben die Franzosen und die Engländer unter Verletzung der Roten-Kreuz-Flagge die Beförderung der serbischen Truppen bisher ausschließlich ans Lazarettschiffen durchgeführt, um eine Torpedierung durch U-Boote zu vermeiden. Sevorfkehenöer Sruch zwischen Griechenlanö unö Vierverbanül Sofia, 5. Mai.(£.11.) AnS Athen wird gemeldet: Tie Lage wird immer kritischer. Die Bevölkerung ist über das englisch-französische Regime ungehalten. Infolge der Ver- Hinderung der Lebensmitteleinfuhr herrscht in mehreren Bezirken Lebensmittelnot; besonders in Griechisch- Mazedonien verlangt die Bevölkerung von der Regierung energische Maßnahmen. Die öffentliche Meinung ist sehr erregt. Die Presse schreibt im scharfen Ton gegen die Entente und richtet an die Regierung die Aufforderung, den unhaltbaren Zuständen ein Ende zu bereiten. Die Regierung wird unter keinen Umständen den Transport der serbischen Soldaten gestatten. In dieser Frage bekunden selbst venizelistische Blätter reservierte Haltung. Die Griechen hegen nämlich die Befürchtung, daß, wenn die Serben nach Saloniki gebracht Iverden, die Entente, die sich stets großmütig auf fremde Rechnung zeigt, Gricchisch-Maze- donien Serbien zusagen wird. In hiesigen kompetenten Kreisen wird mit einem Bruch zwischen Griechenland und der Entente gerechnet. Lanöung serbischer Truppen in Saloniki. Athen, L. Mai.(W. T. B.)(Verspätet eingetroffen.) Nach einer Meldung ans Saloniki sind dort zwanzig- tausend Serben gelandet. Sarzilai gegen serbische Ansprüche. Basel, 6. Mai.(W. T. 33.) Wie die A g c n z i a S t c f a n i meldet, hielt Barzilai am Freitag in Genua eine Gedenkrede auf den Zug der Tausend nach Sizilien, lieber Serbien führte er �dann aus: Es möge uns gestattcr fein, in dieser Ctnndc um der erhabenen Sache der Eintracht willen ein aufrichtiges Wort an Serbien zu richten, von dem wir den Anschlag, der im Jahre 1913 gegen das Land geplant war, abgewendet haben, dessen Uu abhängigkeit wir stets als unser eigenes Interesse betrachtet haben und dem wir ermöglicht haben, die Reste seiner Armee zu neuen Kämpfen zu sammeln. Serbien möge un- verantwortkichen Agenten nicht gestatten, Programme mit un mäßigen Auspr ü ch c n zu entwickeln, und auf « Wund von statistischen und historischen Angaben, die von Oesterreich gefälscht sind, in den Hauptstädten Europas d a s Propra in in der italienischen Forde r u n g c n a b z n s ch w ä ch e n. Unsere nationalen Ansprüche haben ihre Bürzel in völkischen Gesichtspunkten, die durch geographische Gründe mit dein erhabenen Zweck der Landesverteidigung verstärkt werden. Die Interessen deS Jtalienertums und deö �erbentunis sind nicht notwendigerweise gegensätzlich: cS gibt vielmehr bei gegenseitigem Vertrauen einen offenen Weg für ehrliche Verständigung. Der franIösischc Tagesbericht. Poris t>. Mai. PLZ.?. Bv Amtlich er Bericht von gestern n a ch m i t t a g. Endlich von dcr Somme scheiterte ein vom Feinde versuchter Handstreich ans die Gräben in der Gegend von Cappy vollständig. Westlich von dcr Maas richiclcn die Teilt- üben gestern gegen TagcScndc nach einer äußerst heftigen Beschießung einen starken Angriff ans die Stellungen nördlich von der Höhe 304. Ict icindliche Angriff wurde ans dcr ganzen Front abgeschlagen, mo der Feind faßte nur an einigen Stellen unseres vordersten Grabens Fuß. Leblich von der Maas und im Wocvre-Gebiete zeit« meilig aussetzende Tätigkeit dcr Artillerie. Tie Aacht lvar auf dcni übrigen Teile der Front verhältnismäßig ruhig. Paris, t>. Mai. lW. T. B.) Amtlicher Bericht von a e st e r n abend: Tic Kampfhandlungen wurden auf dem größten Teil dcr Front durch jchlcchlcs Wetter behindert; es wird von dort nur Artillerictätigkeit gemeldet. Westlich der Maas dauerte die Beschießung an den? Abschnitt des Hügels 304 tagsüber mit zu- ebmcnder Hestigleh an. In dcr Gegend des Waldes von Avocourt und des OanrrtteS Waides lvenigcr heftiges aber anhaltendes tbcschützicncr. Oestlich dcr MaaS und in der Wocvre mäßige .rtillcrietätigkeil. Lrientarmce. Am 8. Mai, gegen 2 Uhr nachts, wurde ein Ueppelin, dcr Saloniki überflog, von den Geschützen der alliicricn Flotten herabgeschossen. Ter Zeppelin fiel brennend in den Wardar. Belgischer Bericht. Nachdem die deutsche Artillerie von Tagesanbruch an ein heftiges Feuer gegen unsere Stellungen nörd- !:ch von Stccnstraic und Dixmniden gerichtet hatte, folgte ein sehr eftiger Kampf?nit Mincnwertcrn»nd Geschützen aller Kaliber. Wir aben bei der Beschießung der deutschen Linien feindliche Vcrteidi- ungSanlagen stark beschädigt und sie an mehreren Stellen zum Ein- stürz gebracht. Die englische Melörntg. London, C. Mai.(W. T. B.) Britischer Heeresbericht. Ter Feind ließ letzte nackt bei Neuville Minen springen und heute eine Mine östlich von Albert, ohne daß sich die Lage geändert hätte. Nachts starke Artrllerietätigkeit an den Ufern dcr Soinine und gegen- über von Hulluch. Von heule ist nichts zu melden. Die Artillerie war wenig tätig, die Ergebniffe die gewöhnlichen. Gestern fanden Luftkämpfe statt. Wir zwangen zwei feindliche Flugzeuge, hinter t eu deutschen Linien mederzngchen. Das eine ging in Trümmer; die Insassen unseres Flugzeuges feuerten auf die Insassen des deutschen Flugzeuge-, nachdem dies gelandet war, und kehrten darauf wohlbehalten zurück. Ein anderes feindliches Flugzeug wurde be'chädigt. Wir verloren ein Flugzeug, da-Z in den seindlichcn Linien uicdergchcn mußte.___ De? rusilsche �riegsbeezcht. Petersburg, 0. Mai.(SB. T. B.) Amtlicher Bericht vom Mai. Westfront: An der Dünafront Feuerwechsel. Im Llb- 'chmtt südlich des Fleckens Krcwo ließ der dort stattfindende heftige Artilleriekampf in der Nacht zum 4. Mai nach. Der Feind cut- wickelte lebhafte Artillcrictätigleit am OgynSki-Kanah besonders in 'er Gegend des Dorfes Walischtscha. Südöstlich des Bahnhofes Elhka gingen unsere Truppen ein wenig vor und befestigten daZ besetzte Gelände. Ein durch heftiges Artillenefeuer uulcrstütztcr teindlichcr Gegenangriff war ohne Erfolg: ebenso waren die durch einen Feucrregen auf unsere Gräben in der Gegend der Eisenbahn it arnopol— Jezierna gedeckten AngriffSvcrsuche stärkerer scindlichcr Gruppen vergeblich. Kaukasusfront: In Richtung auf Baibnrt tvieien wir etneu neuen Angriffsversuch der Türken aus einen Abschnitt unserer Stellung zurück. In Richtung Erzindjau machten unsere Truppen, nachdem sie in die feindlichen Gräben eingedrungen waren, viele Türken inil dem Bajonett nieder und machten Gefangene.— Alle nächtlichen Angriff« dcr Türken in Richtung Billis schlugen wir zurück._ Meldung öer italienischen Heeresleitung. tllom, 5. Mai.(23. T. B.) Amtlicher Bericht vom : e i t a g. Auf dcr ganzen Front Arlillerietätigkeit. Unsere Artillerie i crslänte ihr Feuer in der Gegend zwischen Toblach uitd Jnnichcn �m oberen Drautale). Ein feindlicher Flieger warf vier Bomben NN Limoue(am Gardasce), ohne Blenschen zn verletzen oder Schaden nzurichten. Versuche seindlichcr Flugzeuge, in unser Gebiet ein- Zubrechen, wurden durch das Feuer unserer Llrtillerie und die ' imelle Tazwlschcnkunft unserer Jagdgeschwader abgewiesen. _ C a d o r n a. Norwegen erhebt Hejchwerüe gegen öie Heschlagnahms öer Hriefxoft. Kristiania, tZ. Aiai.(W. T. V.) Die norwegischen Gesandt» :»asten in London und in Paris haben entsprechend der ihnen zn- iegangeneii schriftlichen Anweisungen der britischen und der französi- ichen Regierung die A u t w o r t d c r norwegischen Regierung aiis das M e m o r a n d u m betreffend die Beschlagnahme dcr B r i e s p o st auf See übermittelt, das von den genannten beiden 'legierungcn Anfang April an die neutralenRegierungon gesandt worden war. Die norwegische Regierung vertritt nach wie vor den Standpunkt, oaß sie die Richtigkeit der Auslegung der Haoger Konvention von Ziffer 11, durch die britische und französische Regierung, nicht ■iler kennen kann und sieht sich deshalb genötigt, über die Naßnahmcil B c s ch iv c r d e zu führen, die von der französischen ..nd der britischen Regierung im Widerspruch zu den Interessen dcr leutralen getroffen lpurden, Maßnahmen, welche auf die Durchsicht, :'as Festhalten und die Beschlagnahme von Artikeln hinzielen, die in Briefen und Postbcuteln gesandt werden. De? �eilkae Krieg im nördlichen Sudan. Konstaiitiuopcl, 6. Mai.(W. T. B.) likach hier ciitgc- t! offenen glaubwürdigen Nachrichten, Haider Jmanl von T a rfur, Ali Dinar, den Heiligen Krieg gegen die Eng- ander verkündet. Er marschiert mit seinen : r u p p e n n ii d 8 0 0 0 K a m e l e n gegen den n ö r d- -, ch e n S n d a n und treibt die englischen Streitkräfte, denen er aus seinem Marsche begegnet, in wilder Flucht� vor sich er. E r plant im Vereine mit den S e n u s s i vorzugehen. Die in einer Proklamation voin ö. April Amtlich. Großes Hauptquartier, 6. Mai 1916.(W. T. V.) Westlicher Kriegsschauplatz. Südöstlich tind südlich von Armeliticres waren Unter- »chmungen unserer Patrouilleu erfolgreich; es wurden Gefangene gemacht und zwei Maschinengewehre, zwei Minciiwerfcr erbeutet. Bei Givenchy-tn-Eohelic wurde ein englischer Angriff gegen einige von uns besetzte Spreugtrichtcr glatt ab- geschlagen. Nordöstlich von Viennc-lc-Chateau(Argonuen) scheiterte eine größere französische Patrouillcnuntertlehmung nach Nahkamps. Ans dem linken MaaSufer spanne« sich die Artillerie- und Jufanteriekämpfe in Gegend südöstlich von Haucourt fort. Sic brachten uns wiederum einige Erfolge, ohne völlig zum Abschluß zn komitten. Südlich von Warncton hat Bizefcldwebcl Frankl am 4. Mai cittcn englischen Doppeldecker abgeschossen und da- mit sein 4. feindliches Flugzeug außer Gefecht gesetzt. Seine Majestät der Kaiser hat seiner Anerkennung für die Leistungen deS tüchtigen Fliegers durch die Beförderung zum Offizier Ausdruck verliehen. Südöstlich von Dieven- Hofen mußte ein französisches Flugzeug notlanden; die In- fassen sind gefangen gcnvmmcu. Eine große Zahl französischer Fesselballons riß sich gestern abend infolge plötzlichen Sturmes los und trieb über unsere Linien; mehr als 15 sind bisher geborgen. Ocstlicher Kricgöschauplntz. Tic Lage ist im allgemeinen unverändert. Balkan-Kricgsschauplatz. Eins unserer Luftschiffe ist von einer Fahrt nach Saloniki nicht zurückgekehrt. Es ist nach englischer Meldung abgeschossen und verbrannt. Ober st c Heeresleitung. ** * Wien, 6. Mai. iW. T. B.) Amtlich wird vcrlautbart: Nussischcr Kriegsschauplatz. Truppen dcr Armee deö Erzherzogs Josef Ferdinand vcr- trieben südwestlich von Olyka die Russen aus einem unmittelbar vor der Front liegenden Wäldchen. Sonst keine besonderen Ereignisse. Italicnischcr Kriegsschauplatz. Die Kampstätigkeit war im allgemeinen gering, ein fcind- lichcr Gcgciinugriff auf die von uns genommenen Stellungen am Rombon wurde abgewiesen. Auf dcr Hochfläche vou Lafraun wurden die Italiener aus ihren vorgeschobenen Gräben nördlich unseres Werkes Luscrn vertrieben. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert. Ter Stellvertreter deS Ehefs des GcneralstabcS von Hocfcr, Fcldmarschalleutnant. enthaltene Mitteilung, daß die Engländer die Truppen deS Jmam geschlagen hätten, ist falsch. Vielmehr befinden sich die Engländer in wilder Fluckst auf dem Rückzüge gegen den Nil, seitdem Truppen des Jinam ihren Vormarsch gegen Norden fortgesetzt haben. Englische Arbeiterorganisationen gegen Sie allgemeine Wehrpflicht. London, 5. Mai.(T. II.) Ter schottische G e w c r k- s ch a fit s k o n g r e ß in Glasgow nahm mit 66 gegen 46 Stimmen eine Entschließung an, in dcr gegen die all- gemeine Wehrpflielst Einspruch erhoben wird. Ter bekannte Antimilitarist T o in Mann erklärte, er wolle alles tun, um den Sieg der Alliierten zu sichern, bisher sei jedoch keinerlei Beweis dafür erbracht, daß die allgemeine Wehrpflicht un- umgänglich notwendig sei. In London hielten die Gewerkschaften, die lokalen Arbeiterorganisationen, die Sozialisten und die Arbeiterpartei in dcr Esscx-Hall eine Proteswcrsammlung gegen die all- gemeine Wehrpflicht ab. In der Resolution wird der cnt- schiedenste Widerstand gegen jeden Zwangsdienst ausgesprochen, sei er militärischer oder industrieller Natur. Außerdem wird die Einberufung einer großen nationalen Konferenz verlangt, um einen Widerruf deS WehrgesetzeL herbeizuführen. Diese Resolution wurde einstimmig angenommen. Unter lebhaftem Beifall erklärte daS Unterhaus Mitglied Anderson, die Gegner der Wehrpflicht im Unterhanse hätten, obgleich in der Minderheit befindlich, ihre Jlnsicht nicht gewechselt; er habe an der geheimen Sitzung teilgenommen und müsse aufrichtig sagen, er wisse wirklich nicht, warum diese hinter verschlossenen Türen staltgcfundeii hätte, eine Bemerkung, die lebhafte Heiterkeit hervorrief. Der Vorschlag einer gemeinsamen Aktion a l l c r A r b e i t e r o r g a n i s a t i o n c n gegen die Wehrpflicht iv u r d e angenommen. Lorö Curzon für üen Krieg bis Zum ,rSjeg". London, 5. Mai.(W. T. V.) Meldung des Reuterscheu Bureaus. Lord E u r z o n sagte in einer Ansprache in einer konservativen Versammlung in London: Ter Krieg kann noch ein Jahr oder auch zwei Jahre dauern� Ob er aber nun noch lange oder kurze Zeit währt, aus jeden Fall muß er gewonnen werden. Die Regierung und das Land werden ihn bis zu Ende durchfechten. Keiner dcr Alliierten wankt. Im Kabinett habe ich über vieles sprechen hören, aber das eine, das ich niemals erwähnen hörte,>var der Frieden. Frieden i st ein Wort, das wir a u S unserem Wortschatz entfernt haben, b i S d c r S i c g errungen ist. Tie Aeußerungcn Eurzons wurden mit wiederholtem Beifall aufgenommen. Neue Verurteilungen in?rlanö. Dublin, 6. Mai.(W. T. B.) Meldung des Rcutcrschen Bureaus. Amtlich wird mitgeteilt, daß die Ablieferung der Waffen m befriedigender Weife vor fich geht. Gestern wurden 36 Personen vor dem Kriegsgericht abgeu:ieilt. Drei Rebellen wurden zum Tode verurteilt, aber nur eirwr von ihnen wurde erschossen; den beiden anderen wurde die Todes- strafe in lebenslängliche Zwangsarbeit verwandelt. Am L. Mai wurden drei Personen zu je drei Jahren Zwangs- arbeit verurteilt. Rotterdam, 0. Mai.(W. T. B.) Ter„Rotterdamsche Courant" meldet aus London: Tie„Times" berichtet, daß eine sehr wich- tige Bersammluiig dcr irischen nationalistischen Partei für DienS- tag im 1!nterl?ause einberufen ist.—„Daily Ehrontcle" und „Daily Siems" bringen Leitartikel über die neuerliche Hinrichtung vou vier Rebellen.„Daily News" sprechen die Hoffnung aus, daß man von keinen weiteren Hinrichtungen in Dublin mehr hören werde. Man dürfe keine neuen irischen Märtyrer mehr schaffen. England und Japan. DaS englische sozialistische Blatt„Justice" schreibt am 27. April: Japans Eintritt in den Krieg als Verbündeter Groß- britannicns ist von Anfang an ein zweifelhafter Vorteil für uns gewesen. Tnriii seine erfolgreiche Wegnahme von Kiautschou hat es die Möglichkeit gehabt, die cZ längst ersehiilc in China festen Fuß zu fasjeii, ohne daß cS Japan viel gelöster hätte. Inzwischen hat cS bereits diese Eroberung zu seinem Vorteil ausgenutzt. Jetzt beginnt man in Japan eine noch verhüllte Feindseligkeit gegen Großbritannien zu zeigen. Vor kurzem hat dcr japanische Minister des Acußern Baron Jshii im Oberhaus crklüri, daß die beiden Regierungen über japanische Auswanderung ver- handelten. Hierüber befinden sich aber Bestimmungen in dem bestehenden Vertrage, so daß daS Gerücht sich verbreitete, der bestehende Verlrag werde aufgehoben, und tatsächlich ist ein Prejsefeldzug gegen daS bestehende englisch- japanische Bündnis im Gange. In der Zeitung„Uamaio" lTolio) erklärt Professor Ralche Leu, daß es keine gemeinsamen Ideale zwischen England und Japan gäbe; er meint: Japan sei für Loyaliiät und Gerechtigkeit, Deutschland für Loyalität und lln- gerechiigkeit, England aber nur für Eigennutz und Ungerechtigkeit. Unter den Zeitungen, welche sich gegen daS bestehende englisch- japanische Bündnis aussprechen, gehören:„Kolumin",„Vorodzu", „Damato".„Cbugai Shogyo" und„Sekai" in Tokio und„Asahi", „Mainichi" in Osaka. Einberufunßen in tzoUanö. Haag, 6. Mai.(W. T. B.) Tie Tlenstpflichtigen des Milizjahrganges 1916 werden in der Zeit vom 16. bis 26. Mai in die Miliz eingereiht werden. Die Kriegsgefangenenpoft öurch öieSchwsiZ Eine vor kurzem veröffentlichte amtliche schweizerische Statistik gibt einen Ueberblick über den Umfang der durch die Schweiz geleiteten Kriegsgesangencmwst. Hiernach wurden durch das Postamt in Bern im Monat März 4 127 000 Briefe und Karten und 328 800 kleine Pakete nach Deutschland versandt; 3 337 100 Karten und Briefe und 223 950 Pakete nach Frankreich, 510 780 Briefe nach Oesierreich-Ungarn, 678 110 nach Italien, ferner viele Tausende von Sendungen nach England, nach dcr Türkei und nach Bul- garien. Insgesamt wurden derart von diesem Postamt in Bern 8— 9 Millionen Briefe und Ponkarten und über eine halbe Million kleinere Pakete nach den verschiedenen krlegsührenden Staaten de- fördert. Zlehnlichc Ziffern weist dcr Postverkchr von Basel auf. 2 284 700 Pakete für englische und französische Kriegsgefangene in Teutschland, 188 972 für deutsche Kriegsgefangene in Frankreich, 367 für Kriegsgefangene in Japan usw. Was die Gel dss c n- düngen angeht, so wurden von Bern aus im Monat März bc- fördert: 137 177 Postmandate über eine Summe von 1 489 802 Fr. für französische Kriegsgefangene in Teutschland, 62 660 Mandat« für 814 201 Fr. für deutsche Kriegsgefangene in Frankreich; 9506 im Werte von 179 150 Fr. für österreichische Gefangene in Ruß- land usw. Insgesamt 316 218 Mandate über einen Gesamtbetrag von 4 176 466 Fr. Ter gesamte p o fi a l i s ch e Verkehr von September 1914 bis Ende März 1916 belauft fich auf 99 897 434 Briefe und Postkarten, 5 729 064 kleine Pakete, 23 098 929 größere Pakete, 1 606 316 Brotsendungcn im Gesamtgewicht von 3 097 400 Kilo- gramm und 3 834 336 Postmandate über eine Gesamtsumme von 52 495 744 Fr. Diejenigen Sendungen, die nicht portofrei sind, ergaben eine Portoeinnahme bis Ende März 1916 von 1 498 462 Fr. für Briese und Karten, 381937 Fr. für kleine Pakete. 11 549 465 Fr. für große Pakete, 803 158 für Postsendungen und 1 312 394 Fr. für Pastmandate, was insgesamt eine Portocinnayme von über 15 000 009 Fr. ausmacht. Hiervon entfallen auf Frankreich und England fait 13 000 060 Fr., auf Teutschland 2 000 000 Fr., auf Oesterrcich-Ungarn 183 000 Fr., aus' Italien rund 70 000 Fr. und auf Rußland etwa 190 000 Fr.(z) Der rujflsche Ex-Kriegsmmifler Suchomlinow verhaftet. Petersburg, ö. Mai.(SB. T. B.) Meldung der Petersburger Tclegrophcn-Agcntur. Ter Senator S o g o r o d S k tz, der mit der Untersuchung dcr Angelegenheit des ehemaligen KricgSministerS Suchomlinow, dcr des MißbrauchS seiner Amtsgewalt, verbrecherischer Fahrlässigkeit, der Verschleierung der Wahrheit in seinen Berichten und des Hochverrats beschuldigt wird, bc- auftragt ist, hat Suchomlinow am 3. Mai in seiner Wohnung vcr- nomrnen. Er erklärie es nach dcr Vernehmung für notwendig, Vorbcugungsinaßicge'.u gegen Suchomlinow zu ergreifen, narnent» lich ihn z u verhaften. Suchomlinow wurde am selben Tage n dcr Petcr-Paulsfestung inrcrniert. Die nifllschen Kriegsgefangenen in Deutschland crbaltcn aus ihrer Heimat wenig Unterstühung. Warum das der Fall ist, darüber klären gelegentliche Auslassungen in der russischen Presse auf, denen zufolge die in Gefangenschaft geratenen Russen ihre Pflicht nicht getan haben sollen. Wie die„Birschewija Wjedomosti" vom 22. März berichtet, hat ein gefangener Russe auS Teuschlaird dcr Abcilung ffür Kriegs- gefangene des Petersburger Bezirksausschusses vom russischen �tädteberbaud dem niederschmetternden Gefühl Ausdruck gegeben, welche die vorstehende Ausfassung bei den gefangenen Russen her- vorgerufen bat und hervorrufen mußte. ..Viele von uns," schreibt der Kriegsgefangene,„die in deutsche Gefangenschaft geraten, haben dies nicht aus Feigheit getan und wir leben dort in der Hoffnung, daß mau in Rußland von uns nicht tvie von Verrätern spricht." Das wird aber dem gefangenen Schreiber und seinen Schick- salsgenossen wohl wenig helfen, wenn bis in die höckfflcn russischen Kreise hinein die Auffassung herscht, die der Gefangene bekämpfen möchte. Dieser Slusfassung hat in jüngster Zeit ein russischer Gou- verneur dadurch schärfsten Ausdruck gegeben, daß er in seinem Be- zirk die Veranstaltung von Sammlungen für kricgsgcfangcne Riij- scn kurzer Hand verbot.(z) Die Perspektiven ües Krieges. Genosse I. P i l e tz k i schreibt im russischen Arbcitcrblatt „Najch Golos"(Samara): .Einige se'hr naive Leute glauben, der jetzige Krieg werde der letzte sein: wenn>vir den deutschen Militarismus schla- gen, sagt man aus der einen Seile, so wird der Friede auf Erden einziehen i wenn ivir die englische Seeherrschaft brechen und ciit freies Meer schaffen, veri'-�e t man auf der anderen Seite, so wird Ruhe und Frieden herrschen. Allein gerade der jetzige Krieg hat deutlich gezeigt, daß er zahlreiche Keime künftiger Verwickelungen in sich birgt. Ter hockicntwickeltc Kapitalismus ist den nationalstaatlichcu Nahmen entwachsen, die in der vorhergehenden kapitalistischen Epoche cnt- standen sind; er strebt nach Schaffung gewaltiger Weltmächte, die ganze Erdteile mit Hunderten Millionen von Einwohnern um- fassen... Es entstehen Staaten mit einem bis zum Acußcrstcn cnt- wickelten Kapitalismus, der nach neuen Märkten giert, seinen Ein- fluß unaufhaltam zu erweitern sucht, in zahlreichen Verbänden organisiert ist und von der ganzen Mackit der Staatsgewalt gestützt ivird. Zur Aufrcchterhaltung der ungeteilten Herrschaft im Lande selbst werden die bestehenden Zollmauern zwischen den Weltmächten bcwabrt oder neu geschaffen. Das notwendige Ergebnis einer solchen Politik ist ein Handelskrieg uird daniit auch ein wirklicher Krieg. Der JmpermlismuS will aber die Erfahrungen des jetzigen Krieges in allen Beziehungen ausnutzen. Er stellt sich eine Weit- macht nicht anders als bis zu den Zähnen bewaffnet vor. Doch d rnii nicht genug. Der Militarismus dringt in alle Gebiete des Lebens ein: in Wirtschaft, Schule und Wissenschaft. In Anbetracht drr ungeheueren Bedeutung der Schützengräben im Kriege stellen sich die Imperialisten das künftige Europa nur in Form von Kriegslagern vor, die durch eine ununterbrochene Kette von Laufgräben, Drahtverhauen und Forts voneinander getrennt sind. Innerhalb des Landes befinden sich ungeheuere Kriegsvorratslager, iu denen Getreide. Fleisch, Baumwolle, Wolle, Kohle usw. für die Dauer von zwei bis drei Jahren aufgespeichert werde». Auf diese Weise wird der Staat auch in Fricdcnszeilcn eine enorme Rolle im Handelsverkehr spielen. Auch seine Rolle in der Industrie wird bedeutend wichtiger tveodcii. So viel man auch die notwendigsten Bedarfsartikel besteuern sollte, die so gewon- neuen Beträge werden wicht ausreichen, um die Zinsen der Kriegs- anlciben zu decken... "leben den Etaatsmoi'.opolcn werden in den Weltmächten die Trusts und Syndikate noch mehr als bisher zur Blüte gelangen; denn sc grösser das Tätigkeitsfeld der vereinigten Unternehmer, desto intensiver entfaltet sich ibrc Tätigkeit... Das Kapital strebt nach ungeteilter Herrschaft und Vernich- tugn aller geschichlickym und nationalen Grenzen... Die S i ch c- r n n g der internationalen Herrschaft d e S K a p i- i a l s— das ist das Ziel und der Zweck des Imperialismus, d. h. des Kapitalismus in seiner vollendetsten Form." politische Uebersicht. Nach dem Kriege? Die„Voss. Ztg." macht folgende Mitteilung: „Im Wahlverein der fortschrittlichen VolkSPartei zn Stettin hat jüngst, lvic uns geschrieben wird, Juslizrat Lipp- in a n n- Stettin über die Tätigkeit deS Landtags Bericht erstattet. Er behandelte aber auch die Lage der Wahlrcform und führte dazu u. a. aus: Ich glaube mitteilen zu dürfen, das; wir, d. h. die drei Vorstandsmitglieder der Fortschritt- lichen Fraktion im Landtage, einige Wochen bor dessen Eröffnung beim Reichskanzler waren. Wir wollten ihn fragen, ob die Regierung gesonnen sei, eine Wahlreform zn machen und dem Volke weitere Rechte zn geben, und wenn ja. wann und wie die Regierung diese Tinge in die Wege leiten wolle. Aus der fast einstündigen Audienz haben ich und nicinc Freunde die bestimmte Ueberzeugnng mit- genommen, das; der Mann, mit deni wir sprachen, wirklich willens ist, eine solche Reform zu machen, daff er voll anerkennt, daß es ein Gebot der Stunde, der nächsten Stunde ist. Das; während des Krieges eine Wahlrcform nicht gemacht werden kann, ist selbstverständlich. Aber die Thronrede, so sagte Justizrat Lippmann, gibt die Hoff- nung, die G e w i fz h e i t, daß sie nach dem Kriege kommen wird." Tie„bestimmten" Ueberzeugungen, die„Gewißheiten" liberaler Politiker haben schon osc getäuscht. Die Berufung Lippmanns auf die Thronrede muß besonders stutzig machen; denn schon einmal ist das Versprechen cincr Thronrede(1008) unerfüllt geblieben._ Gründe billig wie Brombeeren. Gegen die Novelle zum Reichsvereinsgcsetz, die auch die Zulassung von jugendlichen Personen unter achtzehn Jahren zu nichtpolitischcn Vereinen Vorsicht, erhebt die„Kreuz- Zeitung"„die allerschwcrsten Bedenken erzieherischer und rcligiös-sittlichcr Art": „... denn die Schwierigkeit einer glatten Unterscheidung von wirischaflS- und sozialpolinschen Vereinigungen und potiliichcn Vereinen wird sich in der Praxis kaum überwinden lassen. Durch das Hineintragen einer politischen Agitation in die jugendliche Seele muss aber unbedingt das sittlich» religiöse Fundament unseres Volkes aufs schlimmste g e- lährdel werden, und dieS um so mehr, als gerade jetzl im Kriege der Jugend in ihren schwierigsten Eillwickelungsjabren eine krailvolle erziehliche Leilmig und Beratung ineist fehlt. Darum ist es dringend zu wünschen, das; bei der Beickilussfassung über diese dem RcickiStagc vorgelegte Novelle zum BereinSgesctz angesiwiz ihrer einschneidenden Bcdciiiung für iinscr kullurelleS Volksleben nicht vlotz Erwägungen poliiischcr Naiur. sondern in cister Linie die Rücklicht auf die Bewahrung der Jugend vor neuen Gefahren im Blick auf ihre sittliche Erstarkung maß- gebend seien." Nicht irgendeine Agitation, sondern die wirtschaftlichen und sozialen Zustände haben das„sittlich-religiöse Fundament" der Jugend erschüttert. Aber die„Kreuzzcitung" wird wenig Laune haben, auf diese tieferen Zusammenhänge einzu- gehen. Ihr genügt es, irgendeinen Vorwand zu finden, lim die Teilnahme von Jugendlichen an Vereinen zur Hebung der g e i st i g c n und wirtschaftlichen Lage dieser Jugendlichen zu vereiteln. Ncichsvereinsgcsetz und religiöse Vercinc. Aus Anlas; der Novelle zum NcichsvcrcinSgcsctz hat der Vor- sitzende des Bundes sreicr religiöser Gemeinden DeulschlandS an Bundesrat und Reichslag eine dringende Voistellmig gerichtet, die ungünstige A u S n a h m e st e l I u n g der religiösen V e r- eine iu einzelnen Bundesstaaten, wie z. B. in Preussen, b e- seitigen zu wollen:„Soweit die religiösen Vereinigungen nicht Korporationsrcchtc haben, unterliegen sie noch allen Härten des alten preussischcn Vereinsgesctzes, die sonst allgemein beseitigt sind Sie haben sämtliche Vereinsmitglieder bei der Polizei anzumelden müssen noch die schriftlichen VersammlungSanzeigen einreichen usw' Sie sind also z. B. unfreier gestellt, als selbst die politischen Vereine. DaS dürsle kaum in der Absicht des Gesetzgebers gelegen haben, als er im Reichsvcreinsgesetz so viele Erlcichlermigcn brachte und die religiösen Vereine wohl nur deshalb der LandcSgesetzgebung über- licss, weil speziell kirchliche Vereine darin noch wcitcrreichcnde Privilegien genießen. Die empfindliche Lücke, die für die nicht mit KorporationSrcchicn auSgestatletcu religiösen Vcrcinigungc» damit geschaffen lvorden ist. dürfte in der Jetztzeit mit in cister Linie zu bcsciligcn sein, da die religiöse Gleichberechtigung und Freiheit aller Dcnischen, die immer eine hochcruslc Frage war, je�i ganz besonders der entgegenkommendsten Würdigung bedarf." Die Angstmechcrei vor dem„Auslande". Die amtliche„Korrespondenz sür Ernährungsfragen" wandte sich in einer Notiz„Kritik und Gewiunintcressen" gegen die Zci- lungskrilik der staatlichen Maßnahmen in der Lebensmittclfrage. Das amtliche Organ wird von der„Täg I'chen Rundschan", die den Lcbcnsmitlelwuchcr anerkcnnenSwerterweise immer mit Entschieden- heil bekämpft hat, scharf abgefertigt. II. a. schreibt die„Tägliche Nundschau": „ES ist furchtbar nett von der amtlichen Korrcspoiidcii;, daß sie so gülig voraussetzt, die Kritiker au den unerhörten Z n st ä u d e u. die auf unserem Nahrung-miltelinarlt seit Jahr und Tag unter der pfleglichen Duldung durch niisere nicht aus ihrem Auitssckiimmektrab zu bringeiideu Bchördeu sich herausgebildet haben, hätten nichi die Absicht, da? Vaterland zu verraten und den Feinden den Mut zu stärken. Es widerspricht aber glatt den Tatsachen, wenn die Kor- uspondenz bchaupict:„An eine Unlcrbiiidung der Kritik Hai nie- maud gedacht". Die Wahrheit ist. daß man sich lange Zeil sehr lebhaft an der Unterbindung der Kritik bemüht hat. offenbar aber suhlt man seil einiger Zeit, daß man auf die Dauer dem an- gestauten Maß von Empörung ohne Gefahr nicht jede Möglichkeit deS Ausdrucks pcrsagen kann...." Die«Tägl. Nundschau" kritisiert sodann die Regierung mit ihren.Wajch-uür-dcn»Pclz», mach-mich-i>icht-naß"-Meihodcn und sährt fori: „Mit der ewigen Angstmacherci vor dem „Eindruck im Auslände", mit der man immer wieder und in allem und jedem die Un zuläng- lichkcit unserer Regier inig vor gebührender Kritik sichern möchte, sollte man uns doch nicht mehr komme». Das heißt immer wieder die Symptome unterdrücken wollen, sialt die Krankheil zu heilen.... Daß wir deskrnib aushörcn sollicn, die Kriegswirtschaft unserer Regierung eine betrübende Unzulänglichleit zu nennen, ist eine sehr naive Zumutung. Im Gegenteil, es wird immer noiwcndigcr und immer mehr gebieterische Pflicht, gegen dicje bewährte Unzulänglichleit zu wirken."_ Groszhändlcrmonopole. Wer die Anzeigen unserer großen Blätter liest, ist überrascht, welche Riesen mengen auch der v c r s ch i e d e n st e n Waren in einzelnen Händen zusamincngcslopelt sind. Um einige Bei- spiele aus nur einer Nummer eines großen Blattes zu erwähnen: Eine Firma bietet 500 Kilo Blockschokolade, 10 000 Kilo Schokoladcn- pulver, 2000 Dosen Leberwurst, 10 Zentner Käie, jedes Ouantum Mischobst, Pflaumen usw. an; eine andere Firma bietet Mar- mcladc, Schokolade und Seife«nur enaros an Gelbstkäufer" an. Ei» drille Firma bietet 2ö 000 Kilo Himbeersaft, 8000 Kiso rohen Zitronensaft, 6000 Kilo eingekochten Zilroncnsast, 6000 Kilo Törrgcmüsc, 21000 Kilo Milchlchokoladcnpulvcr an und er- bietet sich zur Abnahme„jeden Postens" Schokoladcnpulvcr, Dörrgcmüse und Dörrobst, Fleisch- niid Wurstkonlerven. Aus- fallend ist die merkwürdige Zusammenstellung; Bloclschokolade wird neben Leberwurst, Himbeersaft wird neben Dörrgenuije, Dörrgemüse und Schokoladcnpulvcr, Schololade und Mannelnde neben Seife offe- ricit. Die Anbielcr müssen Kapazitäten in der pfleglichen Behandlung und Lagerung so giilildpcrschicdcncr Dinge sein, andernfalls müßte man annehmen, daß ihnen, und was bedeutend schlimmer ist, unserer I!ahrlU!gSw>rt''chasl ungeheure NabrungSwerte verderben. Leider muß man annehmen— viele Berlaufögebole großer Mengen vcr- dorbencr Flcischwaren beweisen es— daß letzteres der Fall isl- Es handelt sich um Riescnmengen, die da in einzelnen Händen sich befinden, und deren Preis somit entsprechend reguliert werden kaiin— die meisten dernrügcn Offerten tragen den Vermerk:„Nur gegen H ö ch st g e b o t". Hier liegt wirklich ein dringendes, öffentliches Interesse vor, ein- zuschreiten und die M o n o p o l st c l l u n g bestiinmtcr Großauf- läufer zu durchbrechen. Unter heutigen Umständen haben Ivir nicht das geringste Interesse daran, daß einzelne starke Hände zusammen- kaufen, was nnS allen ncllut. Behörden und PrciSprüfungS- st e l l e n würden gut tun, die Handelsteile der großen Blätter auf solche Anzeigen bin sich genauer anzusehen, und überall da in schSrsstcr Weise einzuschreiten, wo c» sich um Wahrung eines vffcnt- lichen Interesses handelt. Einheitliche Regelung der F-lcischvcrsorgung in Bayern. In Bayern ist seit dem 1. Mai die Fleischkarte eingeführt. Bc- ginnend mit dem 15. Mai 1016 hat nun das bahcrische Staats- Ministerium neue Anordnungen erlassen, durch die eine einheitliche Regeliiiig der Flciichversorgling gesickiert werden soll. Der Bayeriscben FleischvcriorgungSstelle wird die Regelung deS Verkehrs mit Vieh jeder Art. Geflügel, Kaninchen, Wild, Fleisch und Fleischwaren und die Vcschaffung des Viehs für die Truppen, Laza- reite, Gefangenenlager und die Kommunalverbände übertragen. Tie FleischvcrsorgungSstelle kann mit Genehmigung dcS Ministeriums des Lünern Höchstpreise für Bich jeder Art, Fleisch und Fctlwaren usw. festsetzen. T ie FleiickivcrsorguiigSsielle verteilt die für Bayern von der Rcicbsfleischüelle zugelassenen Schlaciituiigen auf die Koinmunal- verbändc. Diese vcricilen die auf sie cnlfallciidcii Schlachiungen auf die Gemeinden oder auf die Metzger ihres Bezirkes. Die Schlachtungen von Rindern, Schweinen und Schafen darf nur auf Grund eines vom Kommunalverbaad ausgestellten Schlachtjcheines erfolgen. Die Kommunalverbände und die Geineinden können die Metzger ihres Bezirkes zu Z w a n g L v e r b ä u d e n zusammenschließen. Sie tönncil auch die Schlachtungen und den Absatz des Fleisches selbst übernehmen und haben Fleischpreise zu erlassen. Der Ankauf von Schlachtvieh zur Deckung des Bedarfs der Zivilbevölkerung erfolgt durch die Koinmunalverbändr, gegebenenfalls durch die von der Bayerischen FleischversorgungSstelle aufgestclllcil Kommissionäre und deren Beauftragte sUnierlauscr) sür Rechnung der Kommunalverbände. Eine Verfassungsfcicr. Die Tatsache, daß am 5. Mai die sachsen-weimarische Ver- fassung 100 Jahre alt wurde, gab Anlaß zu einer Feierlichkeit und zu großen Taukeskundgcbilngen der bürgerlichen Landlagsabgeord- nelcil Sachlcn-WeimarS an den Großhcrzog. Die sozialdemolrati- schen Abgeordneten lehnten die Beteiligung an diesen Kund« gebimgcn ab.__ Etatbctvilligung in Fürth. In der Stadt Fürth i. B. haben die Sozialdemokraten dem HauShaltplau 1016 zugestimmt unter der ausdrücklichen Bedingung. daß die vorliegenden Eingaben der Hilfsschutzlcutc und der städtischen Arbeiler um Erhöhung der TcueruiigSzulage zustimmend erledigt werden. Der HauShaltplau balaneierl iu Einnahme und in Ausgabe mit 1 721 598 M. gegen 2 562 200 M. im Vorfahre, Diese Erhöhung ist auf das beträchtliche Anwachsen der Kricgöuiltcrstützungen aller Art zu- rllckzuführcn. Wenn trotzdem nur eine Erhöhung des UnilagensatzeS um 5 Proz.(von 190 auf 105 Proz.) cintreteu brauchte, so ist das der günstigeii wirtschaftlichen Entwicklung der städliicheu Werke zu- zuschreiben. Stalt der bei der EtatSausstelluilg befürchteten Defizite wurde ein Uebcrschuß bei dem Gas-, dein ElcklrizitätS- und Wasser- wert von zusammen 805 714 M. erzielt. Leider ist dieser günstige llmschivung zum Teil darauf aufgebaut, daß die bürgerlichen Par- tcicii im Jahre 1015 eine Erhöhung der GaSpreise um 20 Proz., eine solche der Strompreise von 10 Proz. durchsetzten und dadurch die Konsumenten zugunsten einiger großer Umlngenzahlcr mit in- dirclicn Abgaben schwer belasteten. Zur Bersorgunfl mit Kaffee. Berlin, 0. Mai. kW. T. B.) Der Kriegsausschuh sür Kaffee, Tee und deren Ersatzmittel G. in. b. H. in Berlin, Bcllcvuestraße 14, macht bekannt, daß Aussicht besteht. den Kaffce-Großröstercien, deren Betriebe infolge der neuen Ver- hältnissc stilliegen, ersatzweise Getreide zum 915 sie» zuzuteilen. Voraussceung für die Zuweisung von Oletreide zur Herstellung von Kafsee-Ersatzmitteln ist, daß die hierzu notwendige technische Einrichtung vorhanden ist. Kosseeröstereien, die eine solche Einrichtung nachweisen können, wollen einen entsprechenden Antrag an den Kriegsausschuß sür Kafsee, Tee und deren Ersatz. mittel G. in. b. H. richten. Ter genannte Kriegsausschutz macht ferner bekannt, daß Kaffee-Ersatz- und Z u s a tz m i t t e l von den Verkäufern nicht zurückgehalten werden dürfen. Tie Abgabe an den einzelnen Verbraucher darf ein Pfund auf einmal nicht übersteigen. Wer dem Vorstehenden zuwiderhandelt, hat die Ulitersagung dieses Teiles seines Handelsbetriebes auf Grund der Bekanntmachung vom 28. September 1015(R.G.Bl. S. 603) zu gewärtigen._ Besteuerung der Reedergewinue. Die schwedische Regierung unterbreitete dem Reichstag ein B e r s ch i s f u n g§ a b g a b e n g e s e tz, von dem ein Ertrag von 5 250 000 Kronen erwarlet ivird. Die Reeder der neutralen Staaten haben durch den Krieg gc- wältige Profite erzielt, die nun in Schweden durch ein besonderes VerschiffungSabgabcngcsctz teilweise den StaatSsinanzcn zugute zommen sollen._ Strcikkrawallc in Pittoburg. Ein Sonderberichterstatter des„Secolo" meldet: In zahlreichen Metallwerkcn PittSburgs sind Streiks ausgebrochen. Die Truppen feuerten auf die Arbeiler der Tonipsonswcrke, von denen 7 gelötet und 20 verwundet wurden. Darauf dehnten sich die Unruhen aus die ganze dortige Arbeiterschaft auS. Ter Gouverneur verlangte telcgraphisch zwei Regimenter zur Unterstützung. kriegebetanntmackungen. Kriegsgefangeuenpakete nach Rustland. Wegen Eisgangs auf dem Tonieastrom kann die schwedische Postverwallung zurzeit KriegSgesangenenpakele nach Rußland nicht weitcrbesördern. Solche Pakete sind daher bis auf weiteres von der Aiinahine bei den Postansialtcn a u S- geschlossen. Letzte Nachrichten. Ter Verlust eineS Zeppelins über Saloniki. Saloniki, 6. Mai.(W. T. B.) Reutermeldung. Ter Zeppelin erschien iingefäbr zwei Uhr morgens. Ein Kriegsschiff im Hafen schoß drei rote Fe uerp seile ab. Einige Gefunden später bestrahlte ein Scheinwerfer den Angreifer, der gerade über der Mitte der Stadt war. Eine Sintflut von Granaten folgte. Französische Brand- granaten erhellten die ganze Stadt. Der Zeppelin setzte seinen Kurs gegen die See fort und bot den Kriegsschiffen ein gutes Ziel. Er stieg stieg auf und nieder, fuhr im Zickzack und verschwand schliesslich. Er hatte sich offenbar selbst in eine Tampfivolke gehüllt. Dann wurde plötzlich zweimal ein scharfer Knall vernommen, dein eine helle Flamme folgte. Ein französischer Flieger, der in der Finsternis ausstieg, bc- hauptet, da? Luftschiff mit zwei Bomben getroffen zu haben London, 5. Mai.(W. T. SB.) Amtlich. Biczeadmiral de Robeck meldet: Die Ueberlebcnden der Besatzung des bei Saloniki abgc- schossenen Zeppelin, vier Offiziere und acht Mann, wurden zu Gefangenen gemacht. � Das Vorgehen der Gntcntctruppcn in Griechenland. Athen, 6. Mai.(Vom Berichterstatter des W. T. B.) Es wird bestätigt, daß die Franzosen nach ibrcr Razzia in Flori n« cinen Posten auf dem Bahnhof zurückgelassen und so die Besetzung der Bahn Saloniki— Florina vollendet haben. Seit einiger Zeit war bereits das Bestreben der Engländer und der Franzosen erkenn- bar. die Front in Mazedonien nach Westen auszudcluieu. So wurde der Strymou von einer französischen Division überschritten und in Lygkovani ein Stabsquartier eingerichtet. Neue Kräfte, die aus Florina zu verschoben weichen, lassen die endgültige Be- setzung dieser Stadt als bevorstehend erscheinen. Ei» parlaliieiüarischer Ausschuß der Ententemächte. Bern, 6. Mai.(W. T. B.) Einer Soiidcrmeldung von„Petit Parisien" zufolge ist l» Rom im Auftrage eines aus der Kammer und dem Senat gebildeten interparlamentarischen franzo sisch-e n gli scheu Ausschusses Franklin. Bouillon eingetroffen, um mit den italienischen Kollegen üver die SNittel zur Bildung eines ständigen Ausschusses zu beraten, dem sich Italien und später auch Rußland anschließen sollen. Die Versammlungen sollen alle drei Monate stattfinden. Franklin ist bereits von Sonnino cinpsangen worden,_ Tic Verhandlungen mit Rumänien. Budapest, 6. Mai.(T. U.) Nach cincr Bukarester Meldung verständigte die englische Regierung den rumänischen Ackerbau- minister Konstantincscu, daß England die von Rumänien bestellten 750 000 Säcke nach Wladiwostock abgesandt habe. Der rumänische Gesandte Dyamandi verhandelt jetzt in Petersburg wegen des Transportes der Säcke nach Rumänien. Nach dem Sofioter„Utro" haben neuerlich wirtschaftliche Vcr- Handlungen zwischen Rumänien und Bulgarien begonnen, die einen günstigen Verlauf nehmen. Take Jouescus Organ,„La Roumaine", konstatiert, daß die- selben Mühlcnbesitzcr, die Mehlverträge mit England avgcsckilosicn haben, letzthin iu Kon stanz» eine Vereinbarung mit der Türkei wegen Lieferung von 150 Waggons Mehl getroffen habe». Todcssturz cincs französischen Fliegers. Bern, 6. Mai. lW. T. B.) Wie„Petit Journal" meldet, hat sich aus dem Flugfeld von St. Menchonld ein tödlicher Uniall des Militärfliegers Suisse ereignet, der von einer Jagd auf deutsche Flugzeuge niedergehend, sich mit seinem Apparat überschlug und vom Motor erdrückt wurde, GewsrkschaMches. die gewerkschaftliche internationale ist nicht tot. Das Züricher„Volksrecht" schreibt: So tief bedauerlich auch das Verhalten eines großen Teiles sowohl der deutschen wie auch der französi'chen und englischen Gewerkschaftsführer und der Gewerkschaften selbst in ihrer Stellung zum Krieg ist, die gewerkschaftliche Internationale ist dennoch nicht tot. Das zeigt nicht nur der N e r b a n d s t a g der schweizerischen Holzarbeiter und die dort angenommene Kundgebung: das geht auch aus dem Schreiben hervor, das der Holzarbeitervcrbaud auf die Einladung zum Verbandstag hin vom Vorstand des englischen M ö b c l a r b c i t c r V e r b a n d e s erhielt. Das Schreiben lautet: „Ter Vorstand des englischen Möbelarbeitcrvcrbandes bedauert, daß unter den gegenwärtigen Umständen die Ent- sendung eines Delegiertem nicht möglich ist", und fährt dann fort: „Nichtsdestoweniger senden tvir Euch unsere besten Wünsche für eine erfolgreiche Tagung, und wir glauben ebenso fest an die Macht der Internationale wie vorher. Wir sehen voraus, daß unser Anteil am internationalen Werk ebenso wichtig für uns alle sein wird, als vor der durch den Krieg verursachten Unterbrechung. Wir glauben ebenso wie vorher, daß die Interessen der Arbeiter der ganzen Welt die gleichen sind, und daß wir gegen die gemeinschaftliche Unterdrückung durch den Kapitalismus vereint bleiben müssen. Mit besten Grüßen verbleibt in Brüderlichkeit (?) gez.: A. G o s s i v, Generalsekretär." Serlin und Umgegend. Ter Kern der Sache. Die Freiiagnummer des„Vorwärts" brachte eine Auslassung deZ Herrrn Mosieano, die sich als Berichtigung eines von mir ver- faßteu BersauimlungSbsrichteS darstellt, ohne jedoch etwas zu be- richtigen. Dagegen ist Herr Mosseano um den Kern der von ihm angeschnittenen Streitfrage herumgegangen. Es handelt sich um folgendes: Vor der SchlichtungSkommission wurde festgestellt, daß er für Drillichhosen zwischen 3-«11», ................ Meter M. u.ZD bis O.üU Schleierstoffe mfl gestickten r rf\ 1/1� Kanten(Volants).......Meter 0«vv bis M, Scnleierslofje bestickte Bul- c mr p garenmuster, etwa 1IO cm breit. Meter O./w bis ö M. Schleierstoffe bedraAl. Meier 2.25 brsz2.75 Schleierstoffe ml> eingewebten Bandslreifen mr und Karos, etwa 110 cm breit...... Meter O./ ü Bestickter Batist.......... 1.30 Woü-Musseline... Meier 1,75 bis 3.50 Gabardine M0eiS 2,75 1*3.25 Wasch-Popeline eh™ 120««n nn cm breit............. Meier» VV bis U.VU Kräuselstoffe �ihMeVer 2.10 bis 2.75 Kräuselstoffe 2.50 � 2.90 Hutgarnituren Kirschtuff mit Laub....... 18 28 PI- Hyazintenbund soieiüg...... 28 PI- Asterntuff............... 40 Pf- Batist-Rosenpiket......... 50 Pf. Stielrose am Seide und Baiist...(j 5 Pf- Weinbeerenpikef mti Seide bez. 55 Pi- Kirsdiranke............. 65 PI- Mod.Ranken 95Pt-.1.35 1.90 3.25 Neue Flügel weitz. schwarz u. farbig 1.19 Neue Flügel elegante Form.... 1.23 Zweiteiliger Flügel....... 1.75 Eleg. Doppelflügel m.Eisenrelher 2.75 «ercmtw. KefcdL; Alsred Wielepp, ReuM». LstSAtenteL rh.wlxke.LM». Druck k.Lxrlag:BsrMrtAMtchdr.g.LerlagSanftaU xaulSin2sr4iEo..Ä:rlmRV. Sierzv 2 Seilauk»».UntcrhattmwSvl. ?lr. 125. 38. WrMg. 1. Sfildif Ks Jotniiirts" Stdiiifr MlisdlM. Sanutag, 7. Pltii 1916. Der poftetat vor der Haushaltskvmmission des NcichstagS. Am Sonnabend brat die Immission in die Veraiung des Postctats ein. Tnzu lag ein gemeinsamer Antrag der Parteien vor, in dem' der Reichskanzler ersucht wird: t. die für die Bewilligung von Kriegsbeihilfen festgesetzte Sinlommensgrenze von 2190 M. für Beamte auf 3000 M. und von 2400 M. für im Vertragc-vcrhältnis stehende Angestellte auf 3300 M. zu erhöhen; 2. die Kriegsbeihilfen auf die Postagenten auszudebnen, deren Einkommen vorwiegend in der Bergütung für Wahr nehmung der Postdienstgeschäfte besteht; 3. den Ruhegehaltsempfängern und den Hinterbliebenen von Reichsbcamtcn im Falle der Bedürftigkeit entsprechende Unter- stützungen zu gewähren; 4. durch einen Nachtragsetat die Mittel zur Gewährung von Kriegsteuerungsznlagen an untere und mittlere Reichs- beamte, einschließlich der nicht etatmäßig angestellten, und an im Vertragsverhältnis stehende Angestellte und Arbeiter, soweit sie jährlich nicht mehr als 2400 M. Gehalt oder 2700 M. Vcr gütung bzw. Lohn beziehen, anzufordern. Auszuschließen von den Teuerungszulagen sind die Beamten, Angestellten und Arbeiter, die bei dem Heere oder der Flotte Dienst tun, die Beamten usw., die bei der Militär- oder Marine- Verwaltung oder bei den Verwaltungen in den besetzt gehaltenen feindlichen Gebietsteilen beschäftigt werden und über ihre Fricdensbezüge hinaus bereits Zulagen erhalten, und die im Sanitätsdienste tätigen Beamten usw. Ferner wurde beantragt, den Entwurf einer dritten Er. gänzung des Besoldungsgesetzes in der vom Reichstag am 18. Mai 1914 beschlossenen Fassung möglichst bald wieder einzubringen. Außerdem wird der Reichskanzler ersucbt, eine Erhöhung der Bezüge der nicht ctatsmäßig angestellten Post- und Telegraphen- assistenten, der nickt etatsmäßig angestellten Post- � und Telegraphengehilfinnen und der Postboten, sowie der Vergütungen der Gehilfinnen bei Postämtern III möglichst bald durchzuführen. Schließlich wird noch beantragt, Anordnungen zu treffen, daß die im Disziplinarwege gegen Reichsbeamte verhängten Strafen nach Ablauf einer angemessenen Frist durch Entfernung aller Ver- merke m den Personalakten gelöscht werden. Der Berichterstatter Meyer- Herford(natl.) dankte der Feld- Post für ihre Leistungen. Im übrigen fordert er, im Einverständnis mit allen Parteien, neue ctatsmäßige Stellen zu schaffen. Staatssekretär Kracttc: Im Kriege sind bereits 7ö00 Postbeamte gefallen. Die Verwaltung bedauert lebhaft, daß die Be- förderung der Beamten in höhere Stellen ins Stocken geraten ist. Ter Ausgleich wird im Frieden gefunden werden müssen. Tie Probezeit der Beamtinnen wird auf das Dienstalter angerechnet. So weit als möglich wird darauf gesehen, daß die Lage der Land- briesträger verbessert wird. Während des Krieges war es leider nicht möglich, die Tagegelder zu erhöhen. Tie Beseitigung der S t r a f l i st e n ist nickt möglich, es muß dabei sein Bewenden haben, daß nach fiinfjähriger guter Führrrng die Strafen gelöscht werden. Staatssekretär Helkferich erklärt, die geforderten iinan- zicllcn Verbesserungen seien schwer zu erfüllen. Man müsse auf den entsprechenden Betrag von Iii Millionen bei der Allgemeinen Finanzverwaltung zurückgreifen. Abg. H ub ri ch(Fr. Vp.): Außerordentlich bedauerlich ist es, daß nun bereits seit zwei Jahren keine neuen etatsmäßigcn Stellen geschaffen worden sind. Bei der gegenwältigen Teuerung sind die Bezüge der unteren Beamien und Angestellten in keiner Weise mehr zureichend. Abg. Zubeil(Soz. Arbg.): Es ist vorgekommen, daß die Rcickspostverwaltung Vermißte fiir tot erklärt, trotzdem die Militärbehörde genaue Angaben darüber nicht machen konnte. Frauen der Vermißten wurden dadurch in ihren Bezügen geschädigt. Gegen die Postmarder muß mit aller Strenge eingeschritten werden, aber nicht nur bei den unteren Beamten, sondern auch bei den oberen. Redner führt einen Fall an, in dem ein Post- sekretär Wertzeichen von Poststücken abgelöst haben soll. Beamten, die den Täter faßten, wurde Stillschweigen geboten. Gehcimrat Peter erklärt, daß die Angelegenheit der Todes- erklärung von Vermißten inzwischen geregell sei. Abg. Nacken lZ.): Tie Landbriefträger seien um so übler daran, als nach Ablehnung der seinerzeit für sie in Aussicht ge- nommeucn Zulage andere in ähnlicher Stellung befindlichen Beamten in Preußen 100 M. Zulage erhalten hätten. Die Ver- merke über die erlassenen Disziplinarstrafen müßten aus den Personalakten entfernt werden. Redner spricht noch den Wunsch aus, daß man den Sandwerkernercinigungen mehr entgegenkomme. — Ein Ministerialdirektor bemerkt hierzu, daß infolge des Stofsmangels eine weitere Ausgabe von Arbeit zunächst nicht zu erwarten sei. Abg. Dr. Oertel(T): Wer höbere Gehälter der Beamten wünscht, müsse auch für die erhöhten Postgebühren eintreten.(Zu- ruf: Die Erbschaftssteuer!) Tie Briefträgerinnen sind viel schneller und geschickter als die Männer. Meinen bisherigen ab- lehnenden Standpunkt gegenüber dem weiblichen Personal in der Postverwallung werde ich entsprechend revidieren. Abg. Ebert(Soz.): Der vorgetragene Abschluß des Post- bausbalts vom Vorjahr ist, trotzdem er durch die Feldpost stark beeinflußt wurde, verhältnismäßig günstig. Die Ausgaben für die Feldvost gehören aber zu den Kriegsausgaben. Die sozial- demokratifcke Fraktion hat auch Vorschläge gemacht, die den Be- darf vollauf decken, so daß die vom Abg. Oertel empfohlenen er- höhten Postgebühren zur Deckung der Gehaltserhöhungen nicht gebraucht werden. Die Post ist während des Krieges ihren große« Aufgaben gerecht geworden; auch wir erkennen die Leistungen der Verwaltung und aller Beamten gern an. Leider haben sich die Klagen über die Verletzung des versa ff ungs- mäßig gewährleisteten Briefgeheimnisses in den letzten Wochen gemehrt. Dem Herausgeber einer Korrespondenz in Düsseldorf wurden Briefe geöffnet, ohne daß er Ahnung hatte, waruni diese Maßregel über ihn verhängt worden war. Im bayerischen Landtage wurde von den Sozialdemokraten ein An- trag auf Währung des Briefgeheimnisses eingebracht, weil man Briefe von Abgeordneten erbrochen hatte. Mit welchem Recht kommt die Postverwaltung zu diesen Maßnahmen? Dringend not- wendig ist, daß die Gewichtsgrenze für Pakete, die Soldaten aus dem Felde in die Heimat schicken, auf mindestens ein Pfund erhöht wird. Besonderes Gewicht legen wir dem Antrage bei, der Teuerungszulagen für Beamte und Arbeiter verlangt. Die Leute mit kleinerem Einkommen leiden besonders schwer unter der herrschenden Teuerung. Tie Zulagen müssen in abgestufter Form, das heißt, den Verheirateten höhere als den Ledigen, gegeben werden. Besonders zahlreich gehen auch Klagen aus den Kreisen der nicht etatsmäßig angestellten Post- boten usw. ein. Mit Löhnen von 3.70 M.(Berlin), 2,90 bis 3,00 M. lBielefeld) u'w. kann keiu Familienvater heute auskommen. Notwendig ist auch, die in großer Zahl geforderten Ueberstundcn entspreckend zu bezahlen. Ivas beute nur teilweife geschieht. Be- zuglich der Familien der Vermißten erfordert es die Gerechtigkeit, daß m den zu der Neuregelung der Frage liegenden Fallen Nach- zahlung geleistet wird. Auch wir erkennen an, daß sich die Frauen bei der Postbestellung bewährt haben, doch man solle mehr als bisher noch Kriegsbeschädigte einstellen. Der aufgestellte Grund- satz. während des Krieges keine neuen Stellen zu schaffen, fei un- haltbar. Redner bittet zum Schluß»och. dc» Eingabe» der 1 Schneiderinmmg nach Möglichkeit Rechnung zu tragen, das liege ' auch im Interesse der Ardeiter. Staatssekretär Kraetke: Infolge des Belagerungszustandes müsse die Poftvcrwaltung bezüglich des Bricfgcheimnisies dem Vor- langen der Militärverwaltung Rechnung tragen. In den vom ?lbg. Zubeil vorgetragenen Falle sei der Diebstahl nicht erwiesen, im übrigen werde in solchen bedauerlichen Fällen bei den oberen Beamten genau so verfahren wie bei den unteren. Die vorliegenden Anträge finden die Zustimmung der Kam- Mission. Ter von den Parteien gemeinsam gestellte Antrag, die KriegsteuerunM-zulagen betressend, wird bis zur Beratung der All- gemeinen Finanzverwaltung zurückgestellt. Im Anschluß daran wird noch der Etat der Reichs- druck er ei ohne Diskussion erledigt. Die Kommission vertagt sich dann auf Montag. Tagesordnung: Etat dos Staatssekretärs des Innern. wie öie Sozialöemokcatie unschädlich gemacht werden soll. In letzter Zeit macht sich in der Behandlung der sogen.„Neu orientierung" der deutschen Sozialdemokratie in der bürgerlichen Presse eine gewisse Wandlung bemerkbar. An die Stelle der Zurück Haltung, die man gegenüber den Vorgängen in der Sozialdemokratie im allgemeinen übte, tritt jetzt das unverkennbare Bestreben, den günstig erscheinenden Augenblick auszunutzen, um die deutsche Ar- beiterbewegung in andere Bahnen zu lenken. Recht bezeichnend ist in dieser Hinsicht ein Artikel, den der frühere Sozialdemo- krat G. O. Hildebrandt in Nr. 17 der„Reformation" ver öffentlicht. Es heißt in diesem Artikel(wir zitieren nach dem „Rcichsboten" Nr. 215 vom 28. April): „Jetzt haben wir die Katastrophe unter den Führern. Hier deutsch— hier international! Hier soziale Praxis auf dem Boden einer deutfch-orientierten Politik! Hier revolutionäre Phrase der Internationalen, wirtlich„Valerlandslosen". Wie ver- hält sich die Piasse dazu? Zunächst das eine: eine Entschei- dung von grundsätzlicher Bedeutung ist noch nicht gefallen. Ueberall schwankt man noch. Doch ist infolge der wirtschaftlickon Krisen, die der Krieg hier und da hervorgerufen bat, eine leicht erklärliche Tendenz zum alten, radikalen Extrem Vorhand en. Diese Tendenz wird nach Möglichkeit von den Katastrophcnvolitikern für ihre Zwecke ausgenutzt. Und hier liegt die Gefahr, auf die bereits der Landtags- abgeordnete v. Zedlitz- Ncukirch in einem Artikel der„P o st" hingewiesen hat. Er meint, die Befürchtung ist nicht ganz abzu- weisen, daß die deutsch gesinnten Elemente, um dem Mitbcwerb der radikalen Gruppe mit Erfolg zu begegnen, auch ihrerseits im Verkehr mit den Massen möglichst scharfe Töne anschlagen werden. Und dem ist leider so. Dem aufmerksamen Beobachter, der sich auf diesem Gebiete orientieren kann, fällt das Verhalten ge- wisser Parteiinstanzen den Massen gegenüber auf. Er bemerkt, daß man hier nach einer Formel suchl, die die vollzogene Neu orientierung mit der alten radikalen Propaganda-Phraseologie in Einklang bringt. Alan will mit der Stimmung der Masse, rechnen, um das ungeschmälerte Fortbestehen der Organisatwn nicht zu ge- fährdcn. Damit aber wird die als absolut notwendig empfundene „Neuorientierung" dieser breiten Volkskreise ernstlich gefährdet. Denn herrscht in der Bewegung erst wieder einmal die alte utopistische Phrase, dann werden auch die be sonnen sten Führer gegen den durch sie geschaffenen Geist und seine praktische Auswirkung nichts ausrichten können. Man kehrt lviedec :n das alle Gleise starrer Parteidogmatii zurück und verschließt sich selbst damit den Weg zum wirklichen Fortschritt, der nun einmal, wie es der Krieg gezeigt hat, auf dem „dcutfch-nationalen Boden" liegt. Ich glaube nicht. daß die Masse so obne weiteres aus sich heraus, beeinflußt durch den Krieg, an sich eine Neuorientierung vollzieht. Vielmehr ist es hier eine eiserne Notwendigkeit, daß diese Neuorientierung bei jedem einzelnen Gliede der Masse sich einzeln vollzieht. Durch ein stetes Hinweisen geeigneter Persönlichkeiten auf die durch den Krieg cnt- ftandencn neuen Verhältnisse und ihre geistigen Voraussetzungen und Kouscguenzon wird hier vielleicht noch am ehesten die Kritik an den alten, nicht mehr stichhaltigen„Ivissonschaftlichen" Grund- sähen wachgerufen. Gerade die Männer der g c w e r k s ch a f t- lichcn Kleinarbeit, die bereits auf einem christ- lich-deut scheu Boden stehen, können, in propagandifti scher Hinsicht gänzlich neutral bleibend, schon jetzt bei ihren Ar beitskollegen dahin wirken, daß dieselben auf die bestehenden Irr tümer aufmerksam werden. Auch die leider noch immer fehlende christliche unabhängige Arbeitsprcssc könnte hier, wenn sie bestände, Ivicktige Pionierdienstc leisten. Auch von der unter einheitlichen Gesichtspunkten vereinigten evangelisch- sozialen Bewegung wird man hier viel erloarten können. Geeignetes Propagandamaterial läßt sich zu- dem zum großen Teil a u S den Veröffentlichungen der Sozialdemokratie selbst nehmen. So bieten zum Beispiel die im Verlage der„Internationalen 5iorre- s p o n d e n z"(Berlin-Karlshorst) herausgegebenen„Kriegs- probleme der Arbeiterklasse", die Schriften K. Haenischs u. a. eine Menge verwendbaren S t o f f." Bei der Verwendung dieses kostbaren„Stoffs" zur Unschädlich- machung der deutschen Sozialdemokratie rät Hildebrandt das eine im Auge zu behalten: „Es handelt sich nicht darum, bestehende Organi- sationen zu bekämpfen und aus ihren Anhängern Proselyten zu machen, sondern es heißt hier in erster Linie be- stehende Irrtümer in der breiten Masse zu beseitigen, und in Volksgenossen das Nationalbewußtsein und die ch r i st- liche Welt- und Lebensanschauung wieder zu er- wecken und zu fördern. Der Arbeiter muß einsehen, daß er auch als„Sozialist" ein guter Deutscher und aufrichtiger Christ sein kann, ja sogar sein m u ß. Gerade der Krieg hat diese Notwendig- keil aus das cklaiantestc erwiesen. Nur aus diesem Boden wird es möglich sein, wirklich praktische Arbeit, fußend auf realer Grundlage. zu leisten, und man wird dadurch wirksam verhindern, daß sich wertvolle Kräfte in matzlosen, doch nicht erfüllbaren, utopistischen Forderungen verzetteln. Deutsche, die sich mit diesen Gedanken vertraut gemacht haben, werden dann selbst als Mitglieder der alten Organisation die Unsinnigkeit der in arxi st- las falle scheu Phra- seologie einsehen und mit ihr nichts mehr zu tun haben wollen." Es handelt sich demnach für die Gegner der sozialistischen Be- wegung nicht mehr darum, die bestehenden Organisationen zu be- kämpfen, sondern ihnen von innen heraus einen deutsch- nationalen und christlich-sozialen Charakter zu verleihen. Das evan- gelische Wort:„Seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben" wird von Hildebrandt in eigenartiger Weise angewandt. Voll äußerlicher Sanftmut, aber nicht ohne Falsch, will er die be- stehenden Organisationen der Arbeiterklasse erhalten wissen: er weiß — es kommt oft nicht so sehr aus die Quantität als auf die Qualität an, und selbst große Massen werden ungefährlich, wenn ihnen der zielklare Wille und der vorwärtsstrebende Geist ge- raubt worden sind. Um dies zu bewerkstelligen, bedarf es aber unter Die Gegner müßten ja blind sein, wenn sie nicht den Vorteil wahr- nehmen würden, den eine gewisse, von Hildebrandt so warm emp- fohlene Literatur für ihre Zwecke bietet. Geeigneteres„Propaganda- Material" können die Deutschnationalen und die Christlichsozialen in der Tat kaum wünschen; wozu sich also noch in geistige Unkosten stürzen? Ausgerüstet mit diesem„Stoff" können sie es ruhig wagen, nach dem Rezept, das schon„Monitor" vor mehr als Jahresfrist in den„Preußischen Jahrbüchern" verkündete, an die geistige Untcrhöhlung der deutschen Sozialdemokratie zu schreiten, die unter Beibehaltung der äußeren Formen der Bewegung in eine bürgerliche Reformpartei verwandelt werden soll. Es wäre ein ver- gebliches Bemühen, wollten wir hier unser mahnendes: Caveant consules— mögen die Konsuln auf der Hut sein! rufen. Die Ge- fahr, die der deutschen Sozialdemokratie und damit auch der ge- samten deutschen Arbeiterbewegung wirklich droht, kann nicht von „oben" her, sondern nur durch die von zielklarem Willen beseelte Selbsttätigkeit der Massen der Parteigenossen abgewendet werden. Ms öer Partei. Erklärung. „Kann jemand, der Parteiorganisationen öffentlich, fchrift- lich und mündlich auffordert, keine Beiträge an den Partei- vorstand abzuführen, also die Desorganisation propagiert, der Redaktion des Zentralorgans der Partei angehören Zu dieser Frage mutzte der Parteivorstand Stellung nehmen, nachdem festgestellt war, datz der„Vorwärts"- Redakteur Dr. Meyer schriftlich und mündlich die Organisationen aufgefordert hatte, in diesem Sinne zu wirken. Der Parteivorstand hat diese Frage verneint und er stellte deshalb, nachdem Meyer zugegeben hatte, datz er die Losung auf Sperrung der Beiträge an den Parteivorstand ausgegeben habe, bei der Prctzkommission des„Vorwärts" den Antrag. Meper seines Postens als„Vorlvärts"-Redakteur zu entheben. Die Pretzkommission lehnte diesen Antrag einstimmig ab. Der Parteivorstand rief darauf die Kontrollkommission an, die nach dem Organisationsstattit der Partei bei Meinungsverschieden- heitcn über Anstellung und Entlassung dcS Personals als dritte Körperschaft mitzuentscheiden bat. Der Kontroll- kommission lagen folgende Fragen zur Entscheidung vor: Antrug des Partcivorstandes: Kann der Genosse Meyer, der Parteiorganisationen öffentlich, schriftlich und mündlich auffordert, keine Beiträge an den Partei- vorstand abzuführen, also die Desorganisation propagiert, der Redaktion des Zentralorgans der Partei angehören? Antrag der Preßkommission. Soll Genosse Meyer als Redakteur des„Vorwärts" entlassen werden, weil er im Flugblatt„Die Lehren des 24. März" die BcilragSsperrung an den Parteivorstand durch die Organisationen propagiert hat? Die Kontrollkommission hat in ihrer Sitzung vom 4. Mai beide Anträge mit Stinimengleichheit abgelehnt. Beide Ent- schcidungcn heben sich gegenseitig auf. Die Kontrollkommission hat damit auf das ihr nach dem Organisationsstatut zustehende Mitbestimmungsrecht verzichtet. Nachdem die Kontrollkommission sich so selbst ausgeschaltet hatte, mutzte der Parteivorstand von neuem entscheiden. Der Parteivorstand mutz dabei bleiben, datz das Amt des Redakteurs am Zentralorgan der Partei ein Vertraucnsamt ist und datz der Inhaber eines solchen auch autzerhalb seiner eigentlichen Berufstätigkeit unter keinen Umständen zur Sperrung der Parteibciträge, und damit zur Sprengung der Partei- organisation auffordern darf. Der Parteivorstand kann die Verantwortung dafür nicht übernehmen, datz ein Redakteur des Zentralorgans, der in solcher Weise die Zerstörung der Partei propagiert, auf seinem Posten bleibt. Der Partei- vorstand hat deshalb den Verlag des„Vorwärts" beaustragt. Meyer unter Fortzahlung des Gehalts für die Kündigungs- zeit von seinem Posten zu entheben. Berlin, den 6. Mai 1916. Der Parteivorskand. » Der Parteivorsiand versucht durch diesen Akt einen neuen Gewalt st reich zu verüben. Die Sachdarstellung des Abstimmungsverfahrens innerhalb der Kontrollkommission vermögen wir auf ihre Richtigkeit im Augenblick nicht nachzuprüfen, da uns zur Stunde der Entscheid der Kontroll- kommission noch nicht vorliegt. Die Kontrollkommission selbst wird also den Sachverhalt erst einmal darzulegen haben. Das aber ist völlig offenbar, datz eS der Kontroll- kommission gar nicht eingefallen sein kann,„sich selbst auszuschalten". Diese Behauptung des Parteivorstandes ist nicht die F e st st e l l u n g einer Tatsache, sondern nichts als eine ganz schiefe, völlig willkürliche Konstruktion des Parteivorstandes. Das ergibt sich nicht nur aus der Tatsache, daß die Kontroll- kommission die Entlassung Meyers ausdrücklich ab- gelehnt hat, sondern schon daraus, daß die KontroUkonimission laut Organisationsstatut die Pflicht hat, in Streitfällen zwischen Parteivorstand und Preßkommission eine Entscheidung herbei- zuführen. Von einem Rechte der Kontrollkommission,- sich bei solchen Fällen selbst auszuschalten, ist in dem Organi- sationsstatut mit keiner Silbe die Rede. Schon der Gedanke an eine solche Ausschaltung ist widersinnig, weil ja dann Differenzen zwischen Parteivorstand und Preßkommission über- Haupt unentschieden bleiben würden. Doch darauf dem Parteivorstand die Antwort zu geben, ist zu« nächst Sache der Kontrollkommission selbst. Aber selbst wenn die völlig organisationsstatutwidrige Aus- lcgung des Parteivorstandes zuträfe, hätte der Parteivorsiand nicht das leiseste Recht, sich unter völliger Ausschaltung der Preß- kommission und ihrer statutarisch verbürgten Rechte als s e l b st- herrlicher Machtfaktor aufzuspielen und eigenmächtig die Kündigung unseres Redaklionskollegen auszusprechen. Selbst dann wäre der Fall unentschieden, solange bis die Kontroll- kommission von neuem einen klaren Entscheid gefällt oder der Parteitag gesprochen hätte. Natürlich hat unser Kollege Meyer sofort die Rechts- Ungültigkeit dieser nach dem Organisationsstatut unmög- lichen Kündigung erklärt. Die Redaktion schließt sich diesem den heutigen Verhältnissen nicht einmal der Klugheit der Schlangen. 1 Protest gegen die Willkür des Parteworstandes au. Sache der Parteigenossen selbst wird es nunmehr sein, dem Parteivorstand sowohl wie dem Genossen Fischer mit dem durch die Sachlage gebotenen Nachdruck tlar zu machen, dajz ihre Kompetenzen nicht weiter gehen, als sie durch daS OrganisatioSstatut der Partei gezogen sind. Die Nedaktion dcS„Vorwärts". Wie geistreich! In der gleichen Nummer der„F. in der Genosse Poetzsch seinen Groll abladet, findet sich unter der Ueberschrift„Ist es er- laubt?" folgende überschlaue Frage: Darf man fragen, warum die Redaktion des„Vorwärts" von ihrem unveräußerlichen Rlenschenrecht, sich so gut zu bla- mieren, wie sie kann, gar so ausgiebigen Gebrauch macht? Ltm Tage, als die amerikanische Trohnote bekannt Ivurde, veröfsent- lichte der„Vorwärts" einen ungemein aktuellen Artikel über UtopißmuS". Und als er nach der Feiertagspause wieder erschien, Icitartikelte er über den„Liberalismus in——— Rußland"! Endlich aber, nach wiederum zwei Tagen, tauchte Ede Bern- st c i n mit ciuein knicschlotternden Geschreibsel auf Ovorin er die Amerikaner um Entschuldigung anflehte, daß wir überhaupt existieren) und versetzte den„Vorwärts"lesern die ungemein er- freuliche,' der Sachlage offenbar auch durchaus angepaßte Versichc- rung, dasjenige Blatt verletze seine Pflicht gröblich, welches seine Leser nicht ausgiebig und sorgfältig über—— den amerikanischen Streitfall unterrichte. Da lachen doch die Hühner!" Aber gewiß, Ihr Schlaumätze von der„I. K.", Ihr dürft schon fragen. Wir hallen es aber mit dem alten Sprichwort: Ein Narr fragt mehr, als zehn Weise beantworten können. Tie Hetze gegen die Berliner. Einer der berufensten Kämpfer für Parteieinheit und Verständi- gnng, der Genosse Hugo Poetzsch. macht in der letzten Nummer der„I. K." wieder einmal seinem schönen Herzen Luft. Unter dem Titel:„Tie Minierarbcit der Opposition und ihre Folgen" wettert er zum so und sovielten Male zum Gaudium der bürgerlichen Presse, die seine Zorncscpistel mit Behagen abdruckt, folgendermaßen gegen die Berliner: „In Berlin treiben die Dinge weiter, so, wie c-Z kommen mußte. Nicht die Haase-Lcdcbour-Gruppe, sondern die Sparta- c u s- L e u t c gewinnen mehr und mehr die Oberhand. Die Frak- tionsspaltung, so hatte die Opposition behauptet, brauche und solle nicht auch eine Spaltung der Partei im Gefolge haben. In Wirklich- keit wird die Groß-Bcrliner Organisation schon heute fast ganz vom Geiste der Spartacus-Leute beherrscht. Im Zentralvorstand müht sich eine besonnene Minderheit, die Berliner Organisation noch vor dcni Schlimmsten zu bewahren. Der kürzlich veröffentlichte Bc- schluß hat gezeigt, wohin die Reise geht. Es soll eine Gcncralver- sammlung einberufen werden, die alle jene Leute aus den vielge- schmähten„Instanzen" beseitigen soll, die sich noch bemühen, die Einheit der Partei aufrechtzuerhalten. Bei Beginn des Krieges war beschlossen worden, während der Dauer desselben Generalversamm- lungcn nicht abzuhalten. Neuwahlen der Funktionäre nicht vorzunehmen. Dieser Beschluß ist wiederholt erneuert worden. Das Statut fordert ganz selbstverständlich, daß vor den Wahlen der Vorstand Rechenschaft über seine Tätigkeit abzulegen hat. Trotzdem dies unter den gegcnioärtigcn Verhältnissen gar nicht möglich ist, trotzdem die Dtehrzahl der Parteimitglieder sich im Felde befindet, soll die Prozedur, d. h. die Absägung aller unliebsamen Elc- mentc, vor sich gehen. Alte Parteigenossen, wie Enge n E r n st, Theodor Fischer. Bocske, Pohl und andere, sollen durch Leute van der Opposition ersetzt werden. Schon im Januar war im sechsten Wahlkreis bcanirngt worden, den Berliner Parteisekretär Fischer seines Postens zu entheben. Er habe sich als„unbrauchbar für jegliches Amt innerhalb der Partei" erwiesen. Die erste revolutionäre Tat, die von den Leuten vollführt wird, welche in anonymen Flugblättern oder unter dein Schutze der Immunität die Arbeiter zu unbesonnenen und nutzlosen Handlungen verleiten möchten, richtet sich gegen die eigenen Parteigenossen. Ein Ge w alt st r e i ch, der wenig Mut, nur eine reichliche Portion Skrupelwsigkeit erfordert. Dieselben Absichten verfolgt man mit der Neunerkommission, auch diese soll mit Oppositionsmänncrn besetzt werden, um damit die vollständige uneingeschränkte Herr- schaft auch über den Verlag, über die Gcschäftsleitung des Zen- tralorgans zu erlangen. In den Sitzungen de? Zentralvorstandcs sind wiederholt Bc- sckilüssc gefaßt worden, toonach die Funktionäre verpflichtet waren, die Verbreitung von Flugschriften durch die Organisationen in den Kreisen nicht zuzulassen, jedem Versuch der Disziplinwidrigkeit und Parteizcrrüttung entgegenzutreten. lind was ist geschehen? Die unterirdische Minicrarbeit der Steglitzgruppe setzte sehr bald nach Ausbruch des Krieges ein, die offene derer um Haase und Ledcbour folgte. Ein von der Partei angestellter Wanderredncr nützte seine reichliche Freizeit(die Wander- kurse waren durch den Krieg sofort unterbunden), die Jugend„auf- zuklären", Flugblätter wurden von Parteifunktionären in Zahlaben- den verbreitet, Sammellisten für die Opposition ausgegeben und so der Boden geebnet für die Stimmung in den � Massen, die für die Partcizerstörer notwendig war, um den Disziplinbruch � zu wagen. Unnötig, hinzuzufügen, daß der gewissenlosen tendenziösen Bericht- erstattung des„Vorwärts", dessen Redaktion sich gänzlich in den Dienst der Opposition stellte, ein gut Teil Schuld an der Partcizcr- rüttung in Berlin mit beizumessen ist.... Zu spät! Die Parteiverhältnisse in Berlin sind vollkommen zcr- rüttet. Zu spät werden auch die Arbeiter einsehen, daß sie gewissen- losen Phraseuren gefolgt sind, die das unsägliche Weh und das Leid, das der Krieg über die Menschen gebracht, in demagogischer Weise ausgenutzt haben, um ihre Sondcrzwccke zu erreichen. Kein Wunder, wenn diese Elemente sich jetzt anmaßen, die einzig wahre Opposition zu sein, wenn sie die Dezcmbermänncr mit Hohn und Spott übergießen. Diese haben Wind gesäct, sie haben Sturm gcerntct. Einen Rühle und Liebknecht hätte die Partei leicht überwunden, die größere Schuld fällt auf Haase, Ledcbour und Ge- nassen." Es genügt wohl, diese neueste Sammlung von Entstellungen und Gehässigkeiten des Genossen Poetzsch und der„I. K." niedriger zu hängen und der Nachwelt aufzubewahren, Berichtigung. Vom Genossen Wels erhalten wir folgende Zu- schrift: Der„Vorwärts" bestätigt in seiner Nr. 12k der„Leipziger VolkSzcitung" eine Darstellung über die„Beziehungen zwischen den Leuten der„I. K." und den Heraus- gebern der„Fackel", die sie unter der Ueberschrift:„Des Rätsels Lösung" wiedergibt. Die Redaktionen beider Blätter haben sich das„Rätselraten" zu leicht gemacht. Das sie es nicht gelöst haben, beweist der Um- stand, daß die Beziehungen zwischen„I. K." und„Fackel" lediglich darin bestehen, daß die erstere gegen Bezablung 300 Exemplare der„Fackel" bezieht und einem Teil ihrer Auflage beilegt. Wir sind bereit, mit dem„Vorwärts" wie der„Leipziger Volkszeitung" unter denselben Bedingungen in genau die gleichen„Beziehungen" zu treten, da sieb mit der größeren Auflage die' Herstellungskosten der„Fackel" verbilligen. Otto Wels. Trotzdem wir in der obigen Zuschrift keine Berichtigung erblicken, sind wir natürlich gern bereit, diese Bestätigung der engen geschäft- lichen Verbindung zwischen der„Fackel" und der„I. K." zu bringen; daß wir uns nicht danach sehnen, in gleiche Beziehungen zur „Fackel" zu treten, brauchen wir wohl kaum mitzuteilen.. Staatsarbeiter unö Versinsgeschnovelk. Eine Vertretung deutscher Staatsarbeitcrvcrbmide fand am Freilag im Festsaale des Lchrcrvcreinshauscs statt. Es waren Vertreter aus allen Teilen des Reiches in großer Zahl, außerdem der Vize- Präsident des Reichstags, Geh. Juslizrat D o v c, die Abgeordneten Dr. Struwe, Kopsch, Blankenburg, Behrens, Giesberfls, Hnbrich, ferner Professor Dr. Zimmermann als Vertreter der Gesellschaft für soziale Reform, Obcrsekretär Capauner als Vertreter der Königlichen Ciscnbahndiieklion Berlin erschienen. Beteiligt an der Kundgebung waren der Verband beut- scher Eisenbahnhandwerkcr und-Arbeiter, Sitz Berlin, der Zcntralberband deutscher Eisenbahner, Sitz Elberfeld, der Bayerische Eisenbahncrverband, Sitz München, der Bund deutscher T e I e g r ap y e narbeitcr, -Borarbeiter und Handwerker, Sitz Berlin, der Wer- band deutscher Post- und Telegraphen arbeitet, Sitz Bochum-Essen, und das Reichskarlell der Staats- angestelltenverbände, Sitz Elberfeld. Der Vorsitzende, Rcichstagsabgcordneier Jckler, bemerkte: Die Staatsarbcücr verlangen keine Vorrechic, sie wollen aber nicht minderen Rechts sein. Sie wollen vor allein, gleich den Privat- arbcitern, volles Vereins- und Koalitiousrccht. Dies werde aber den Staatsarbciicrn noch vielfach vorenthalten. Einige Eisenbahndireknoncn stellen sogar die Forderung, daß der Vorsitzende eines Slaatsarbeitervcrbondcs Eiicnbahnbcamtcr sein müsse, um das Disziplinarrecht zu haben. Die SlaalSarbcitcr stehen treu zu Kaiser und Reich, sie haben keinerlei umsiürzlerische Ab- sichten, sie verlanzcn aber, daß sie, gleich den Privaiarbcitern, als freie Männer behandelt werden. Es müsse ihnen das Recht zugestanden werden, Lobnforderungen zu stellen, zu denen sie infolge der täglich steigenden Lebensmittelpreise gedrängt werden. Nur da- durch sei es möglich, den Geist der Treue und nationalen Gesinnung unter den Sraatsarbeitern dauernd aufrcchtzucrhalrcn. Deshalb sei der Äertrcteriag berufen worden. Es sei zu hoffen, daß diese Zu- sammenkunft zur Verbesserung der Lage der Staatsarbeiter und zur Erweiterung ihrer Rechte beitragen lverde. tLebhaftcr Beifall.) Generalsekretär Riedel- Charlottenburg vom Verband Deut- scher Eiscnbahnhandwerker und-arbeitcr führte diesen Gedanken weiter aus. Im weiteren mißbilligle es der Redner, daß die Rc- gicrung mit Vertretern der Sozialdemokratie über die Handhabung des VcreinSgcsctzcS und des KoalitionSrechtS verhandelt habe, ohne die Vertreter der nationalen Arbeiter hinzuzuziehen. Tie StaaiS- arbeitcr seien sozialdemokratischen Einflüssen nicht zugänglich, sie wollen keinen Klassenkampf. Es sei den Staaisarbcitcrn oftmals gesagt worden: Ihr wollt nur immer höhere Löhne. Diesmal handele cS sich aber nur um ideelle Forderungen. Die Staatsarbcücr wollen von dem kulturellen Aufstieg nicht ausgeschlossen werden. Ter Kaiser habe schon 18!1v gesagt: ES müssen soziale Einrichtungen geschaffen werden, mit denen die Arbeiter zufrieden sind. Die nationalen Arbeiter verlangen, daß sie bei diesen sozialen Einrichtungen als gleichberechtigt behandelt werden. sLebhaftcr Beifall.) LandtagSabgeordnctcr Schmidt ff.) sprach ebenfalls sein Mißfallen aus, daß die Regierung mit Führern der Sozialdemokratie verhandelt habe, ohne die nationalen Arbeiter hinzuzuziehen. Nicht bloß die StaatLarbeitervcrbände, auch die Fachpresse tvcrde unter die Disziplinargewalt gestellt. Die Behörde verlange, daß der Verantwortliche Redakteur eines Staatsarbeiter-Fachblaltcs ein Beamter sei, der der Disziplinargewalt unterstehe. Er gebe sich der Hoffnung hin, daß baldigst ein RechtSboden geschaffen werde, auf dem auch die Staatsarbcücr ihre Forderrmgen stellen können, ohne eine Disziplinarstrafe befürchten zu müssen.(Lcbhafier Beifall.) Er ersuche, folgender Entschließung zuzustiinmcn: „Obwohl§ 1 des VereinSgesetzeS grundsätzlich allen Reichs- angchörigcn das Recht zur Bercinsbüdmig gewährleistet, hat die Regierung ihm bisher die Auslegung gegeben, daß die Rechte des Staates als Arbeitgeber mir Bezug auf die VereinSiätigkeit seiner Beamten und Arbeiter vom LereinSgesctz unberührt gelassen Ivürdcn. Diese Auslegung hat in der Praxis ständig zur Be- schränkuug der VereinSiätigkeit der sämtlichen staatlichen Beamten und Arbeiter auch in geduldeten Lcrcincn geführt. Wenn daher die Befürchtung grundlos loerden soll, daß die Novelle zum VercinSgcsctz sür die staatlichen Bcaintcii imd Arbeiter belanglos sein wird, weil der Staat als Arbeitgeber diejenigen Be- schränlungcn weiter vornehmen wird, welche die Novelle der polizeilichen Handhabung entziehen will, dann muß cinwandsfrei erklärt werden, daß das Bcreiilsgcsctz auch in vollem Umfange auf die Vereine der staatlichen Beamten und Arbeiter Anwendung findet, soweit nicht andere rcichsgcsctzliche Bestimmungen dem entgegenstehen." Es sprachen darauf R o e ß l c r lElbcrfcld), N i I h o l m(Berlin), Riedel(Bayeru), Lechleiler(Elberfeld), Valentin(Berlin), Bietz(Kaltowitz) und Streiter(Barmen). Sie erllärten sich sämtlich mit den Ausführungen der Referenten und mit der beantragten Entschließung einverstanden und betonten die Not- wendigkeit, den Staalsarbeitern volles Koalitionsrechl zu gewähren. Valentin verlangte die Einsetzung eines NeichsarheitcrausschuffcS. Die Entschließung gelangte daraus einstimmig zur Annahme.— Im weiteren wurde beschlossen, Huldigungstelegramme an den Kaiser und an den Reichskanzler zu senden. Von letzterem war noch im Laufe der Verhandlung ein Danktelegramm eingetroffen. Ter Vorsitzende Abg. Jckler tankte den Abgeordneten für ihr Erscheinen und sprach den Wunsch aus, daß diese für die Forderungen der StaaiSarbeüer eintreten werden. * In der gestrigen geschlossenen Sitzung des Vertreter- tageS deutscher Staatsarbeiterverbände wurde beschlossen,„mit allem Nachdruck darauf hinzuwirken, daß bei Bc- ratung der Novelle zum Vereinsgesctz die Regierung zu einer Er- klärung veranlaßt werde, in Zukunft dem 8 1 des VereinSgesetzeS eine für die Siaaisbcdiensictcn nicht mehr ungünstige Deutung zu geben. Die im Staatsinicrcsse notwendigen Beschränkungen sind im 8 1 durch die Erwähnung der anderen reichsgcsctzlichen Bestimmungen genügend berücksichtigt." Ferner gelangten nach eingehender Erörterung folgende Ent- schließ nngen zur Annahme: „Die am S. und 6. Mai 1916 in Berlin versammelten Vcr- tretcr Deutscher Staatsarbeiterverbände erklären es für eine SclbstcrhaltungSpflichl der deutschen Arbeiterschaft, alles, was in ihren Kräften slehr, zu tun, was dazu beiträgt, die Pläne unserer Feinde zu schänden zu machen und den deutschen Fahnen rühm- reichen Sieg zu verleiben. Sie hallen es aber angesichts der schweren DascinSsorgen ihrer mit ungestcigertcm Einkomnien lebenden Mitglieder für ihre Pflicht, der Regierung diese Sorge' nachdrücklichst zur Berück- sichiigung bei ollen Maßnahmen zur Regelung des Verbrauches und der Preisbildung zu empjchlen. Darüber hinaus halten die Vertreter es für eine Pflicht der Verbände, in kommenden Friedenszeilen sich größeren Ein- fluß auf die Gestaltung der deutschen Wirtschaftspolittk zu sichern. 2. Die Vertreter der Handwerker, der Hilfsbeamten und Arbeiter in den Betrieben der staatlichen Eiscnbahnvcrwallung. der Wasser- und Strombauverwaltung und der Reichspost- und Tele- graphcnverwaluing haben die bisher gewährten außerordentlichen Teuernngsbeihilfen dankbar begrüßt. Die Entwickelung der Lebensmittelpreise und-Verteilung ist aber inzwischen eine derartige geworden, daß die bisherigen Teuerungsbeihilfen nicht im enrferntesten ausreichen, um das Mindestmaß an Ernährung sicherzustellen, dessen sie selbst bei der augenblicklichen Kräfleanspannung, dessen auch ihre Familien- angehörigcn bedürfen. Die Vertreter der Verbände erachten daher einmütig eine Er- höhung der Tcucrungsbcihilfe sür ein dringendes Bedürfnis." Endlich wurde noch beschlossen: „Die Vertreter deutscher StaatSarbeiterberbände halten in Anerkennung der gewaltigen Verdienste unserer deutschen Sozial« versich-rung um den siegreichen Ausgang des Weltkrieges es sür dringend geboten, die Erhaltung und den weiteren Ausbau der sozialen Versicherung im Jntercsie des Vaterlandes zu sichern und zu fördern und zu diesem Zweck Maßnahmen rechtzeitig vorzu- bereiten, welche die deutsche Sozialversicherung von den diretien und indirekten Kriegslasten zu befreien geeignet sind, mögen nun diese Maßnahmen die Versicherungszweige und-Einriäuungcn allein berühren oder sich darüber hinaus auf Wohnungöfür'orgc, Ernährungswesen und ähnliche Fragen der Sozialpolitik erstrecken." Die weiteren Beratungsgegenstände betrafen innere Angelegen- heften des Verbandes. Soziales. Entlassung kriegSuubrauchbarcr Mannschaften. Am 1. April nahm der Reichstag mit 1�2 gegen 110 Stim- mcn den Antrag der Sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft an, mehr als bisher die Entlassung dauernd kranker und dien st untauglich er Mannschaften zu beschlcu- nigcn. Im Reichstag hatte der Abgeordnete Dr. Oskar Cohn zur Begründung unter anderem angeführt, daß es vorgc- kommen ist, daß sogar dienstuntaugliche Elsaß-Lothringcr und Sozialdemokraten erst entlassen seien, riachdenr die Ver» waltungsbehörde bescheinigt habe, da* sie politisch unverdächtig sind. Außerdem wäre der Militärbehörde ein reiches Material übermittelt, das die Zurückbehaltung bekräftigte. Im Sinne des ReichStagSbcschlusses liegt folgender, im neuesten„Armee- Verordnungsblatt" veröffentlichter Erlaß: „Mamischaften, deren Kricgsunbrauchbarkeit mit oder ohne Vcr- sorgung feststeht, sind nicht länger als unbedingt erforderlich in Dienst zurückzuhalten und inütels eines beschleunigten Verfahrens seitens der slcllpertrcrendcn Gcneraikomiiiai'.doS zu entlassen. Zur Lcrineiduiig von Verzögerungen der Entlassung ist cö ge- boten, daß sämtlickie berciligte Dienststellen so früh- zeitig wie möglich alle Unterlagen beschaffen, die für die Beurteilung der Kriegsunbranchbarkeit und der clwnigcn Bersorgnng des Mannes erforderlich sind. Diese Unter- lagen sind umgehend dem zuständigen Ersatztruppenteil zuzn« senden, der ebenfalls für die rechtzeitige Beschaffung aller sür die Beurteilung der Kriegsbrauchbarkeit usw. in Betracht koinnicndcir Unicrlageir Sorge tragen muß. Die verfügte Entlassung darf nicht cüva wegen Fehlens der Militärpapiere verzögert ivcrden. In diesem Falle ist den zu Entlasseiiden ein vorläufiger Ausweis zu erteilen, der später durch den Militärpaß zu ersetzen ist." Gerichtszeitung. Einbruch iu eine Kirche. Der Einbruch in die Nicolaikirche zu Oranienburg, der in der Nacht zum 20. März verübt wurde, beschäftigte gestern die dritte Strafkammer des Landgerichts III. Die auf wicdcrhollcn schweren Diebstahl bezw. Widerstand gegen die Staatsgewalt lautende Anklage richtete sich gegen den neunmal, auch schon mit schweren ZuchthauSstrafeii vorbestrafien Adolf E j cki e und den zwölfmal vorbestrafien Heinrich K u n d r a ß. In der genannten Nacht statteten Einbrecher der Nicolaikirche in Oranienburg eiuen Besuch ab. Sie hatten das Kirchen- fenster eingedrückt, nachdem sie den Zaun überstiegen hatten, und stahlen dnen hölzernen Kasten, in dem sich zwei Kassetten befanden. Diese erbrachen sie im Garten und teilten da? darin vorgefundene Geld unter sich. Ferner ivurde ein in der Nähe des Allars befindlicher kleiner eisen- beschlagener Eichenkastcn erbrochen und seines Inhalts von etwa iQ M. Opfcrgeld beraubt. Weiter drückien die Diebe die Scheibe eines an der Wand bcfcsiigicn Ordcnskastens ein und entnahmen ihm 67 Orden. Kriegsdenk münzen und Ehren- zeichen von 1864, 1866 und 1870/71, zum Teil von erheb« lichem Werte. Diese sind später in der Wohnung des Angeklagten Esche, der bei dem zweiten Angeklagten einwohnte, vorgefunden und dem Superintendenten Thiele zurückgegeben worden. Die Täter wurden durch einen Zufall entdeckt. In Tegel fiel eines Morgens einer Frau die Talsache auf, daß zwei Männer einen mit Gegenständen beschwerten Kinderwagen in den Wald schoben. Sie machte die Polizei darauf aufmerksam und ein Kriminalbeamter überraschte die beiden gerade, als sie in, Walde eine neue Kassette erbrechen wollten, die ans einem Einbruchsdiebstahl in Tegel herrührte. Der Kinderwagen, der noch andere aus Diebstählen stammende Sachen enthielt, war gleichfalls gestohlen und zun, Transport benutzt worden. Esche wurde fest- genommen, Knndrnß aber gelang es, zu entkommen. Später wurde er in Berlin festgenoinmeu. In seiner Wohimngjimrdcn die Orden und Ehrenzeichen vorgefunden und dadurch die Täterschaft bei dem Kücheildiebstahl nachgewiesen. Die Strafkammer verurteilte Esche zu öJahrcn Zuchtheus, K u n d r a ß zu 6 I a h r e n l Monat Zuchthaus. 5 Jahren Ehrverlust und Polizeiaufsicht. Ten Angetlagtcn wurde 1 Monat als verbüßt angerechnet. Ein KricgSgcschäft. Wegen Vergehens gegen§ 329 des Strafgesetzbuches stand gestern der Fabrikant Paul S t ii b n e r aus Züllichau vor der 3. Strafkammer des Landgerichts III. Er wurde sür überführt er« achtet, die mit einer Behörde geschlossenen Lieferungsvcrträge über Bedürfnisse des HecrcS nicht zur bestimmten Zeit und nicht in der vorbedungenen Weile erfüllt zu haben. Er wurde zu vier Monaten Gefängnis und 1600 Mark Geldstrafe verurteilt. 10 000 Mark Steuern hinterzogen. Unter der Anklage, 10 000 M. Staats« und Gemeinde«, sowie 1839 M. Wehrsteucr in dem Zeitraum seit etwa zehn Jahren hinter- zogen zu haben, stand gestern vor der Dortmunder Straf- kammer der frühere Direktor der Zeche Hibernia, Felix Bruchhausen. Bruchhausen war auch seit 1007 Direktor bei der Harpencr Berzbau-Akticngesellschast und bezog als solcher ein Jahresgehalt von 18 000 M. und etwa 8 bis 12 000 M. jährliche Tantieme. Außerdem bezog er von seinem Schwiegervater, Fabrik- besitzer Kremer(Firma Schächtcrmann u. Kremer) eine von jährlich 40 000 bis über 60 000 M. steigende Rente. Der Angellagie soll von 1904 bis 1914 über 200 000 M. Einkommen verschwiegen und dadurch das Reich um 1850 Vi. Wehrstener, den Staat und die Gemeinde um mehr als 10 000 M. geschädigt haben, lieber den Ausgang des Prozesses werden wir berichten. Mus alkr Welt. Ostern in Warschau. Keiner don uns haue im Vorjahre daran gedacht, Ostern tvlö in Aarschau verbringen. Und doch sitzen wir seil einem halben Jahre hier in der Hauplstadt von Russisch-Polen nnd versehen unseren Dienst. Ani Ansang der Karwoche erfuhren wir. daß wir an den Feier- tagen Konzert, veranstaltet von Berliner Mädchen, hören sollten. Mancher Kamerad lächelte ungläubtg. Aber die Nachricht stimmte. Am Karfreitag trafen die Sängerinnen hier ein. Ucbcr 200 junge Berlinerinnen, welche sich vorgenommen halten, uns Feldgraue zu den Feiertagen mit ihrem Gesänge zu erfreuen. ES war der bekannte Mit) Berioneu starke»Kiltelsche Chor", welcher unter Führung des Dirigenten Hcrui Bruno Kittel nach hier kam. TaS war ein Leben und Treiben, als die ganze Gesellschaft zu den u. avenchi ch inr sie bestimmten Hotels geleilet wurde, um sich von den Strapazen der 15 stündigen Reise zu erholen. Am Sonnabend staunte die Bevölkerung, als sie diese Schar weißgekleideter junger Mädchen zur russischen Kathedrale pilgern iah. Denn in diesem gewaltigen, mit fünf goldenen Kuppeln geschmückten Bauwerk sollte am ersten Feiertag das Konzert stattfinden, zu dem am Tage vorher die Probe vorgenommen wurde. Wie freuten wir uns— mein Kamerad und ich— als wir am späten Abend so recht zutraulich und doch zaghaft angesprochen wurden in reinem unverfälschtem Deutsch:„Ach, Sie cutschlildigen, lvie kommen wir zu unserein Hotel, wir haben uns wohl verlaufen." Wie angenehm waren wir berührt, als wir endlich mal Ivieder von Damen in der Heimatssprache angesprochen wurden, luährend wir sonst nur polnisch, russisch und allenfalls noch das jüdische Deutsch hörten. Als sich nun noch herausstellte, daß auch wir Berliner waren, da war die Freuds groß. Natürlich ließen imr uns cö nicht nehmen, die Damen zu ihrem Hotel zu begleiten, zumal wir auf Grund unseres ziemlich halbjährigen Aufenthaltes Hierselbst mit der Stadt und ihrem Leben und Treiben genau vertraut waren. Wie dankbar wurde unser Vorschlag angenommen, an den beiden Feiertagen in der übrigbleibenden freien Zeit der Bärenführer durch Warschau und Umgegend zu sein. Pünktlich zur verabredeten Stunde am nächsten Morgen gings los. Wie staunten die Besuche, rinnen, als sie die Pxcicht der Kirchen, Paläste und Parkanlagen sahen. Wie mitleidig lvicdcr waren alle gestimmt bei dem in den Judcnvicrreln herrschenden Elend, und wie füllte sich manches Auge mit einer Träne, als ivir an den endlosen Massengräbern mit ibren zahllosen Kreuzen auf dem hiesigen. außerhalb liegenden Militärsriedhof entlang gingen. So mancher Gedanke mag in der Ferne geweilt haben bei einem lieben An- gehörigen, der auch an dicsem gewalligen Völkerringcn teilnimmt oder den schon irgendivo anders in Feindesland der kühle Rasen deckt. Was für Gedanken mögen durch diese Köpfchen gegangen sein, als sie vor den Trümmern des jenseits der Weichsel in Praga liegenden Petersburger Bahnhoies standen, von Ivo ans der flucht- artige Rückzug der Russen staltfinden sollte, als ain 6. August vorigen JahreS die Deutschen vor den Toren Warschans standen und die deutsche Artillerie ihre Geschosse und Brandbomben aus die Bahn- anlagen warf, alleS vernichtend, was dem Feinde die Flucht erleichtern könnte. Wenn nian auf den alten Ansichtskarten den stolzen Bau dieses Bahnhofes betrachtet, nnd man freht vor dem jetzt übriggebliebenen Trümmerhaufen, dann denkt man so recht an die Worte des Dichters: „Ein furchtbar wütend Schrecknis ist der Krieg; den Hirten schlägt er und die Herde".„O, wie schrecklich", entfuhr eS manchem Munde, als lvir an den endlosen Gleisen des chemaligen Güterbahnhofes standen und die unabsehbaren Reihen der Güterwagen erblickten, wcta.e bon den Russen mit Petroleum begossen und angezündet wurden, um sie nicht in die Hände des nachdrängenden Feindes fallen zu lassen. Jetzt ragen die Eisciiteile, welche sich infolge der enormen Hitze total verbogen haben, als eine unsörmige Masse un- heimlich, aus den Untergestellen empor. Als wir dann auf die jen- fests der Weichsel auf Warschauer Gebiet liegende» langgestreckten Gebäude der Zitadelle aufmerksam machten, da wurde eingehend erwogen, weshalb wohl der Feind nicht diese Festung benutzt hatte. um unseren Armeen entgegenzutreten und den weiteren Vormarsch zu hindern. Es wollte manche der Damen kaum glauben, daß auch dieser starke Fortgürtel kampflos aufgegeben wurde, nur um fort- zukommen aus der Nähe des Feindes. Stolz leuchteten die Augen ob der Schnelligkeit und ungeheueren Arbeitsleistung unserer technischen Truppen, als wir erzählten, in welch kurzer Zeit es gelungen war, zivei von den drei über die Weich chl sich! enocn vollständig gesprengten Brücken wiederherzustellen, um die Verfolgung aufzunchinen. Als nun auch die noch nicht wiederhergestellte Ponialkowslibrücke in Augenschein genommen wurde, da konnte man beim Anblick dieser Trümmernlasse» recht ermessen, was für eine gewaltige Arbetl es Ivar, um die beiden anderen Brücken instand-uictzcn und dem Verkehr zu übergeben. Jetzt fährt lvicdcr die Eisenbahn darüber hin nnd die eleltrrsche Straßenbahn verbindet nach wie vor Warschau mit Praga. Rasch verstrich die Zeit, auch das Freilichttheater ivurde bc« sichtigt. Um Vä8 Uhr fand das letzte Konzert im großen Saale der Vhilharinonie statt. Danach geleiteten ivir die meisten unserer lieben Gäste zum Wiener Bahnhof, da der 10.46 Uhr fahrende D-Zug fckje;! zur Rückreise benutzt werden sollte. Ein letzter Händedruck und der Zug setzt sich in Bewegung, unsere Gedanken mitnehmend nach dem fernen Berlin. Das Flattern der Taschentücher ver- schwindet, und auch wir begeben uns nach unserem Heiin. um morgen nusere gewohnte Beschäftigung wieder aufzunehmen, hoffend, daß bald das Telegramm durchläust, das uns die Nachricht vom Frieden bringt. K. 1*._(z) Der Militarsiskus um Hunderttausende betrogen. Wie dem„Berliner Lokalanzeigcr" au? Königsberg i. Pr. berichtet wird, wurden die drei Großschlächlcr G. Diener, Th. A n"? sr und Ich b"c l berhaftcl. Dffr in günstigen Be?- hältnisscn lebenden Großfletschcrmeistern wird zur Last gelegt, gauzc Wagenladungen mit Vieh, das für behördliche Lieferungen bestimmt loar, nicht an die dafür bestimmte Adresse abgeliefert, sondern nach Fälschung von dazu gehörigen Papieren weiter verfrachtet und zum eigenen Nutzen verkauft zu haben. Als Mitschuldige werden mehrere Angestellte bezeichnet, welche für ihren„privaten Bedarf" vom Schlachthofe in nächtlicher Stunde halbe und ganze Schweine sowie einzelne wertvolle Teile der für behördliche Lieferungen geschlachteten Tiere in der Weise beiseite gebracht haben sollen, daß sie die wertvollen Stücke in mit Blut gefüllte Kannen versenkten und durch Helfershelfer weiter verkauften. Tie unlauteren Machenschaften sind durch übermäßig große Geldausgabcn einer Anzahl bei den Untcrschleifcn bc- tciligtcr Personen und in deren animierter Stimmung ans Tages- licht gekommen. In der Stadt ist das Gerücht verbreitet, daß einzelne der bei den Unterschleifcn beteiligten Angestellten einen wöchentlichen Verdienst von blK)— 100 M. gehabt haben; die„Per- dienste" der in Haft genommenen Flcischermcister sollen 400 000 bis 500 000 Mark betragen. je) Ein Tiroler Torf eingeäschert. Freitag nachmittag 2 Uhr brach in dem Marktflecken T c u t s ch- M a t r c i am Brenner Feuer aus, da? bei dem herrschenden Wind sehr rasch um sich griff, so daß bis 5 Ul?r breits mehr als die Hälfte des ganzen Ortes in Schutt und Asche lag. Von Innsbruck gingen in Sonderzügen lvkililäc und Feucrwchrmannfchaftcn zur Hilfeleistung ab. Erst nach sechsstündiger Arbeit konnte der Brand bezwungen werden. 58 Wohnhäuser sind vernichtet worden. Menschen- leben sollen nicht zu beklagen sein. Mord. In Frankfurt a. M. wurde der 77 Jahre alte Privatier Ernst H a y m a n n in seiner Wohnung ermordet auf- gefunden. Es wird angenommen, daß es sich um einen Raubmord handelt. Opfer des Bergsports. Der feit fünf Tagen vermißte Offiziers- afpirant Erich Budde, Sohn des Rektors Budde in Wernige- lade, der vom Münsterlager auf Urlaub in den Harz gefahren war, wurde am I l s e n ft e i n zerschmettert aufgefunden. Än'scheinMd ist cr Helm'Klettern Horn Kröüz Sei JlfnistemZ aS-. gestürzt. Panik bei einer Fiilnvorstellung. In der Gemeindeschule in Bai ja im Szabolcser Komitat veranstaltete, wie ein Telegramm aus Budapest meldet, der Dorflehrer zu wohltätigen Zwecken mit einem selbst konstruierten Projektionsapparat einen Lichtbilder- abend. Ein Schuljunge, der die Karbidlampc halten sollte, ließ die Lampe falle» und es entstand Feuer. Ter Vorhang und der Film gerieten in Brand. Tie Besucher suchten die Straße zu er- reichen; es stellte sich jedoch heraus, daß jemand die Saaltür von innen abgesperrt und den Schlüssel abgezogen hatte. Schließlich gelang es einigen beherzten Männern, die Fenster ein- zuschlagen und zunächst die Kinder zu reiten. Sechs P e r s o n e n sind schwer, vierzehn leichter verwundet tv o r d e n. Ziolks Feilerbestattuiigsvercin Groii- Berti». Dienstag, den 9. Mai, abends 8'/., Uhr: Mitglied eriierjammlung in Berlin. Äaiicr- Wilbetm-Slr. VI sMüsilcrjälc). Auch werden dastlbst Mitgliedee ausgenommen.__ Sriefkasten üer Neöaktion. Ak.?l. 5.». Der Vater muß unter Angabe der Sparkasse und der Nummer des Sparkassenbuches einen begründeten Antrag an da» Vor- miindschaslSanit der Stadt Berlin, Landsberger Sir. 41—17. auf Auszahlung des Sparguthabens stellen.— H. K. 303. Di- Kasse wird sie als Scibstzahter jetzt nicht mehr ausnehmen. Gic haben als Kriegersrau aber Anspruch auf die Reichswochenhllsc. Diese ist bei der Kasse, bei der Ihr Ehemann zuletzt Mitglied war. zu beantragen. Gehörte Ihr Man» keiner Krankenkasse an, so müssen Sie einen Antrag aus Gewährung der Reichs- mochenhilse bei der zuständigen Steucrkaise einreichen.— E. T. 8. Wenn Ihr Mann ein Jahreseinkommen von über 1500 M. hatte, so können Sic einen Antrag aus Gewährung der Znsatzrente beim Polizeirevier iicllcn. — A. K. 100. 1. und L Ja. 1. Von dem Vater bei) Kindes können während seiner Dienstzeit UnterhaltSgelder nicht vertangt werden. 4 Ja. — H. Z. 100. 1. Das Kranlcngcld kann Ihnen nur soweit geliiizt werbe», daß es insgesamt de» durchschnittliche» Betrag des täglichen Arbeiisoerdiensles nicht übersteigt. Wie hoch Ihr Arbeltsverdienst war, haben Sie nicht angegeben. 2. Ja. 3. eic gehörte» noch zum aktiven Heere. SvetterailSsichtc» für das mittlere piorddeutschtanb bis Montag mittag. Zeitweise heiler, aber sehr veränderlich. Im Küsten- gebiet überwiegend bewölkt mit leichten Rcgensällc». Besonders im Süden stellenweise Gewitter. Ostwärts iorlichrcilcndc leichte Ablübtung. TKottvns»'. Verlangen sie kostenl. Autltärnngs- Prospekt.<». Xae-clrcl, Nculöll». Neckarstr. 5. 144/5 Metallbetten olzrahm rnmatratzen, Kinderbetten, billigst an Privalc. Katalog stei. EiscniNlibelfabrik Suhl«. Thür. 3! n f ch nnd sicher wirkend bei: Gicli! Heienscliuß Rheuma Nerven- und Ischias Kopfschmerzen Acrzil. glänzend begutachtet.— Hunderte von Anerkennungen. 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Z.) 629 42 732 637 977 1 0 2213 433 76 636 871 887 936- 10 3044 132 43 M 63 202 313 434 682 893 836 1 0 4 072 VI 225 870 874( 600) instra 43(1000) 80 243 391 416 608 703 1 0 8317 441 674 84 "97�84' 07179 Kl 4M 18 647 702 56 808 1 0 8472 504 662(600) 730 829 1 09021(500) 116 261 97 320 402 67 513 703 916 119103 76 300 609(1000) 68 74(3000) 600 721 28 94 803 8 89 919(3900) 111016 74 11 88 184 S63 371(600) 481 671 620 29(600) 910(30001 68 112152(30001 277 466( 600) 774 648 73 113013(5'JOl l-'.4 643 616 966 61(600) 75 114024(600) 134 41 61(5001 61 5,9 702 1J5033 138 62 345(5001 426(1000) 62 68 639 08 90( ,1 7-2 8 1 000(500) 116073 108 28 333 673 78 849 998 117206 76 353 PI 428 84 719 907 81 118095 (1000) 170 293 366 637 713(ICOOj 8W 88(600) 951 119032 62 83 97(600) 226 670 879 87 I2O0E3 99 1176 93 97 489 732 895 929 1 21032 452 77 637 (1000) 56 857(1000) 122118 61 62 72£04 6 60 69 466 637 (3000) 12 3 204 25(5C0) 28 335 444(1000) 91 566£6 631 86 925 30 1 24 033 340(1000) 60 476 96(£00) 678 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VrenMsch-Snddeirtsche (233. KÖnigl. Lrenß.) Klass-nlotterk- b. Klasse!. Ziehungstag S. Mai!S!S Nachmittag Auf jede gezogene Siumnier sind zwei gleich bobe Gcloinne gefallen, und livar je einer auf die Lose gleicher Stummer iu de» beiden Zlbteiluugcu 1 11. II. Nur die Gewinne über 1V2 M. sind in Klammern beigefügt. (Ohne Gewähr A. St.-A. f. Z.)(Nachdruck verboten) 36 77 178 682 610 97 1024 68 318 920 91 2017 636(500) 672 767 75 3290( 500) 342 433 608 14 17 68S 840 61 4598 660 83(600) 89 866 929 5077 134 388 441 670 733 6026 615 782 826 933 7 025 211 74 691 720 72 955 6336(3000) 435(60C) 76 89 635(1000) 71 760 881 912(1000) 88 9096 130 36(500) 832 597 807 22 9« 10127 79 422 629 61 899 11116 30 37 611 723(1000) 12025£8 73 183 85 4,2 679 623 69 725 29( 32 1 3046 144 63 227(3000) 82 672 84 672 700 14256 413 83(1000) 631 616 73 883 1 5114 212 389 470 73 82 623 707 971 80 1 0229 323 619 64 679 84(3000) 708(500) 45 802 56 71 913 1 7060 236 59;600| 354 466 612 28(500) 66(1000) 35 782 911 21 18026 46 161 90 230 353 422 690 860(1000) 19129(600) 268 78 306 11(500) 31 482 667 626 66 822 20187 389 633 65 810 931 21-59 433 63(1000) 641(500) 708 94 64 2 2010(1000) 14 84 101(500 2 8 3 283 363 613 705 894 951 23137(1000) 382 444 602 14] 5 756 876(1000) 927 (500) 35 2 4055 119 76 224 435 91 740 60(3000) 99(1000) 862 78 2 5 082 149 220 43 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133,42 248 9o 689(1000) 630 9"6 200053 89 240 405£3£82 629 854 93 912 25 94 2 01203 SvL.t,!1' � 80 c. a 811 35(3000) 2O20C6 237 61 387 80 (500) 479 99 529 69 623 67 782 97 894 2 0 3 243 88 235 91 �2.46 904 61 83 204130 98(500) 2E5 314(3000) 683 706 ,600) 317 20 60 67 2OS097 180 313 488 6 ü 49(600) 91 862 921 80 2 0 6268 733 831 971(3000) 96 2 0 7133 330 434 663 878(500) 924 2 0 8080(6001 14 2 230 694 626 28 79 704 90 885 962 68(1000) 2 0 9281 343 460 674 890 86 954 21 0197 99 2X8(1000) 454 889 936 48 211240 684 677 707 10 26 806 2 1 2052 403(600) 21 666 68(1000) 657 835 905 98 2 1 3057 66 263 411 596 549 717 18 882 91 927 66 21 4343 647 601 725 84 2 1 5141 92 231 638 762 924 21 6035 341 47 71 723 (6000) 64 917 41 2 1 7097 237 336 81 420 758 2 1 0324 73 461 86 506 30 219010 25 63 265 82 437 544 737 91 854 946 87 2 2 0161 96 356 476 819 949 67 82 2 21078 255 o03 638 (3000) 624 46 830 943 74 2 2 2106 24 321 67 433 680 703 861 2 2 3136 38 399 418 42 79 514 606 61 63(1000) 2 2 4C99 232 306 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Jahrgang. 2. j>kilisk i>tS Jotiüirtä"{Sctliift ilolltöliliitt. Sonntag. 7. m lN6. littwocl), den 10. Iah Zablabend in Groß-Berlin. Höchstpreise, Preisprüfungsstellen unö KontrollkommWonen. Von Hermann R a d t k e. Tis Frage der Lebensmittelversorgung ist die brennendste der Hiergebliebenen. Wer Gelegenheit hatte, in irgendeinem Zweig der 5triegsfürsorge tätig zu sein und aus dem Munde der Bs- troffcncn selbst die einfachen, oft tragischen Schilderungen zu hören, der empfindet das Unrecht doppelt und ist verpflichtet, auf Besserung zu dringen. Allgemein bekannt und oft besprochen ist, daß die Reichsregic- rung die Regelung der Lebensmittelpreise und die Verteilung der- selben immer erst dann vornahm, wenn es zu spät war, das heißt: wenn die Preise eine solche Höhe erreicht hatten, daß sie den Unwillen der gesamten Bevölkerung bervorriefcn und wenn die Vorräte fast aufgebraucht waren. Tie festgesetzten Höchstpreise waren mit ganz geringer Ausnahme viel zu hoch und standen in keinem Verhältnis zu den Aufwendungen der Produzenten und Händler. Tie Einrichtung von städtischen Prcisprüfungsstellcn konnte dem Uebel durchaus nicht steuern. Ganz richtig schreibt ein Mit- glied der Groß-Berlincr Preisprüfungsstclle in Nr. 228 des„Berl. Tageblatts" vom 4. Mai 1ö16: „Dagegen hat diese Bundesratsverordnung, indem sie den Gedanken der Preisprüfungsstellen aufnahm, ihre Rechtsgrundlage nur wenig erweitert. Sie hätte ihnen zu dem guten Willen auch die Macht verleihen können. Doch die PrcisprüfungSstellen bekamen nur die einzige Anordnungsbefugnis, den Aushang von Preisver- zcichnissen vorzuschreiben, und haben von dieser Befugnis weitest- gehenden Gebrauch gemacht. Im übrigen wurde ihnen nur das Recht gegeben, ernstliche Nachforschungen auch bei Widerstrebenden zu veranstalten. Die Ergebnisse ihrer Feststellungen aber dürfen sie nicht selbst verwerten, sondern dürfen nur Gutachten abgeben und Anträge stellen. Sie dürfen„zurückgehaltene" Waren nicht enteignen; das darf nur die„höhere Verwaltungsbehörde", in Berlin der Polizeipräsident. Ihre Strafanzeigen gehen den gleichen Gang wie. die Strafanzeigen von Privaten, wenn auch das Ber- liner Polizeipräsidium besondere Abteilungen für die Angelegen- Helten des Lcbensmittelverkchrs gebildet hat. Im Frieden mag es recht sein, daß tiefe Eingriffe in die Privatwirtschaft und die strafende Gewalt lieber von zwei oder drei als von einer Stelle ausgeben. Wenn man aber im Kriege von außerordentlichen Per- anstaltungen außerordentliche Leistungen erwartet, so muß man ihnen auch außerordentliche Vollmachten geben. AM schleppendsten wird der Geschäftsgang dann, wenn, wie in Groß-Bcrlin, die mit der Gemeindebehörde verbundene Preisprüfungsstclle nicht auch bei der Gemeindebehörde ibr polizeiliches Rückgrat findet, sondern mit allen Anträgen an die königliche Polizei herantreten muß, die, wie es scll'stverständlich ihre Pflicht ist, die von den Preisprüfungsstcllen geprüften Tinge noch einmal prüft." Jeder Uebergriff muß erwiesen sein; den Beweis zu erbringen, ist ort keine Kleinigkeit, wenn man bedenkt, daß geschäftsgewandte Händler immer einen Ausweg finden. Zur Beweisführung sind aber fortlaufende und strenge Kontrollen not- wendig. Wer von selbst nicht soviel Einsicht aufbringen kann, dem mutz sie aufgezwungen werden. Hier und da hat man Kontrollkommissionen eingerichtet, so auch in Neukölln. Diese Kontrollkommissionen könnten zu einem gewissen Teil noch sehr segensreich wirken, wenn sie größere Be- fugnisse hätten und somit das Material zusammentragen könnten, welches die Praxis ergibt. Hier einiges aus der Praxis. Als im März d. I. die Zustände bei dem Butterverkauf unhaltbar wurden, führte man die sogen. Sperrkarte ein, d. h. auf jede Brotkarte konnte nur eine bestimmte Menge entnommen werden. Tie Klagen darüber, daß von den Geschäften angezeigt wurde, die Butter ist ausverkauft, trotzdem es nicht der Fall sein sollte, da noch immer bessere und feste Kunden der Geschäfte solch« erhielten, häuften sich so, daß ich in Gemein- schaft mit noch zwei Mitgliedern der Preisprüfungskommission eine Kontrolle in 8 Geschäften vornahm. Diese Kontrolle ergab trotz der Schilder: Butter ausverkauft! und trotz der Versiche- rung der Verkäuferinnen, daß keine Butter mehr vorhanden sei, daß 70�j Pfund Naturbutter und StVA Pfund Margarine vorgefunden wurden. Dabei muß bemerkt werden, daß die Kontrolle abends 7 Uhr 20 Minuten erst vorgenommen wurde. Die Butter war stets eingepackt, öfter auch mit einem Namen versehen und zum größten Teile versteckt. Als Verstecke kamen die Privaträume in Frage. In Kübeln, auf Regalen, unter_ dem Schreibtisch, im Äleiderspind und in einem Falle sogar im jung- fräulichen Bette fand nian diesen vielbegehrten Artikel. Da unsere Vorschrift besagt, daß wir die Räume, in denen die Gegenstände des notwendigen Lebensbedarfs g e- lagcrt werden, betreten dürfen, mußten wir wohl oder übel auch hier zufassen. Eine eingehende Schilderung der Vorgänge wurde der Preisprüfungsstclle übersandt; jedenfalls ist von dort das Notwendige veranlaßt worden. Nun entstand der Streit darüber, ob cS gestattet sei, sich Waren vorher zu bestellen und noch heute ist die Ansicht in den maßgeben- den Stellen die, daß die Vorbestellung gestattet ist. Man sucht da- juristisch baarscharf nachzuweisen. Es sei dem wie ihm»olle, dieser Auffassung muß mit aller Entschieden- heit entgegengetreten werden. In der heutigen Zeit darf keiner Vorrechte haben. Wie ist es zu entschuldigen, wenn derjenige, der ein guter und ständiger Kunde eines Geschäfts war, nur seine Bestellung abzugeben braucht, um sicher in den Besitz seines Quan- tums zu kommen, ohne irgendwelche Mühe; während, da keine Garantie gegeben ist, daß ein jeder auf seine Karte auch wirklich Butter erhält, ein großer Teil der Bevölkerung— und gerade der, der die Butter am nötigsten gebraucht— von einem Geschäft zum anderen laufen mutz, überall stundenlang stehend, um am Abend ermüdet wieder mit leeren Händen nach Hause zu kommen. Wie soll es nun erst denen ergehen, die de? TageS über arbeiten? Deshalb fort mit diesem System, keine Vorbestellung mehr. Reichen die Vorräte nicht aus. dann mag lieber die Ration herabgesetzt werden; ein jeder muß aber die Garantie haben, daß er seinen Teil auch wirklich bekommt. � Heute ist es vielfach so. daß die Verkaufsräume in die Privaträume verlegt sind; hier werden die„bestellten" Warcn� aufbewahrt und dem Kontrol- lierenden wird entgegengehalten: Hier sind die Privaträume! Dadurch wird jede.Kontrolle unmöglich und der unangebrachten Bevorzugung Tür und Tor geöffnet. Nach meiner Erfahrung muß ich annehmen, daß hiermit viel Unfug getrieben wird. Dafür nur ein Beispiel: Am 5. Mai nahm ich in einem Buttcrgeschäft auf Beschwerde von Käufern, daß sie abgewiesen wurden, indem ihnen gesagt wurde, die Butter sei auS- verkauft, eine Kontrolle vor. Mein Bestreben war. festzustellen, ob wirkliche Bestellungen vorlagen und in welchem Umfang- es ge- schehe. Mir wurde trotz meiner Legitimation von der Verkäuferin jede Auskunft und der Zutritt zu den Räumen, wo die bestellte Butter lagerte, verweigert. Erst nachdem ich polizeiliche Hilfe geholt hatte, war eine Kontrolle möglich. Es wurden 17 Pakete, die je ein halbes bis ein Pfund enthielten, gefunden, Auf den Paketen befanden sich auch Namen. Als ich Auskunft über die Käufer erbat, um nachprüfen zu können, ob wirkliche Bestellungen vorlagen, konnte mir nur für drei Pakete die Adresse der Besteller angegeben werden. Sollten solche Fälle, die sich wohl überall feststellen lassen, nicht Anlaß geben, hier einzugreife»? Sollte nicht dafür gesorgt werden, daß, wenn es heißt, dieser oder jener Artikel ist ausverkauft, es auch in Wirklichkeit der Fall ist; während es heute so liegt, daß trotz aller Ankündigung für einen Teil noch immer Waren gibt, wenn er nur in der Lage war, ein„guter Kunde" des Geschäfts gewesen zu sein. Ein schnelles und kräftiges Zugreifen wird manche gerechte Erbitterung beseitigen Ms Groß-öerlin. ftuf öer Suche nach Speck unö Zlelsch. Einige Wochen ist es her, da forderten die Gemeinde- bchörden öffentlich auf, die Mittelstücke der Brotkarte bei dem Schlächter abzugeben, von den man Fleisch zu beziehen wünscht. Dieser Aufforderung wurde entsprochen. Ter Zweck dieser Maßnahme sollte sein, eine Uebersicht über den Bedarf in Berlin zu erhalten. Es sind Wochen ins Land gegangen. Wir haben gelesen, daß Viehhandelsverbände ins Leben gerufen worden sind, welchen die Viehbesch�ung übertragen worden ist. Wir haben auch eine Reichsflcischstelle erhalten. Wer aber in den letzten Tagen zu seinem Schlächter kam, bei dem er das Brotmarkenmittelstiick abgegeben hatte, mußte die Wahrnehmung machen, daß Fleisch nicht vorhanden oder daß das Geschäft überhaupt geschlossen war. Glücklich waren noch jene zu preisen, die eine zum Kauf von städtischem Schweinefleisch berechtigende Fleischkarte hatten. Diese „Glücklichen" hatten unter Umständen— das heißt, wenn sie 3, 4 oder noch mehr Stunden in drangvoll fürchterlicher Enge geduldig ausgeharrt hatten— die Möglichkeit, ein oder zwei Pfund Schweinefleisch zu erhaschen, wenn es nicht gerade alle war, ehe sie an die Reihe kamen. Unsere Schlächter hatten es oft gar nicht so eilig, die Läden zu öffnen, obwohl schon Hunderte vor der Tür standen, genau so, wie es in den Buttcrläüen an der Tagesordnung ist. Nur ja nicht früher öffnen! Aber am gestrigen Sonnabend war es doch auf dem Fleischinarkte trostlos. Da erzählte man uns von der Zahl der auf dem Schlachthofe aufgetriebenen Rinder, Hammel und Kälber, in den Schlächterläden, in den Markthallen war es gestern öde und leer. Wir besuchten gestern vormittag zwei Markthallen und fanden die Fleischstände geschlossen. In der Wcddinghalle verkaufte ein Schlächter einige recht kleine Kälber, die im Handumdrehen alle waren. Tann bot ein anderer Händler noch stark ausgewässerte Hammelbeine das Pfnnd zu dem unverschämt hohen Preise von 83 Pf. an. Als die Hausfrauen, über diese Dreistigkeit empört, stinkende Hammclknochcn für diesen Preis zu verkaufen, dem Pfanne die Wahrheit sagten, packte er seinen Kram ein, warf ihn in eine Knochcntonne und schloß seinen Stand. In der Linden- halle sah es nicht anders aus. Nur Geflügel war hier zu absonderlich hohen Preisen zu kaufem In den Schlächter- lädcn war Fleisch nur selten zu sehen. Und so wendete sich das Interesse den Läden zu, auf welche die Polizei ein Auge geworfen hatte. Glücklich, wer im Gefolge der Polizei an einen Laden geriet, in dem große Vorräte gefunden wurden und sofort zum Verkauf gelangten. Das war in der Wilhelmstraße bei dem Hofschlächtcr- nieistcr Biesold der Fall. Biesold hatte schon seit Wochen an seinem Laden ein Schild mit den Worten:„Fleisch ausver- kauft!" angebracht, obgleich er niehrere Male in der Woche früh am Morgen beträchtliche Mengen rohen Fleisches ge- liefert erhielt. Oft genug fuhren die bekannten Biesoldschen Schlächtcrwagen hochbeladen mit Fleisch vor dem Geschäft vor. Im Laden wurde den zahlreichen Kunden aber nur selten etwas anderes als Leberwurst verkauft. Allmählich fiel dieser dauernde Flcischinangcl in der Nachbarschaft auf, bis am Freitag eine Anzeige bei der Polizei erfolgte. Mehrere Be- amte begaben sich sofort in den Biesoldschen Laden und stellten die Inhaberin der Firma, Frau Rosa Biesold, zur Rede. Ihr blieb nichts anderes übrig, als die Beaniten in die riesigen Kühlräume zu führen. Dort wurden Fleisch- und Wurstwaren entdeckt, wie sie bisher noch bei keinem Fleischer gefunden worden sind. Man fand hunderte von Zentnern Speck, Schinken, Dauerwürste, frisches Rind- und Schweine- fleisch,-Pökelfleisch, ganze Tonnen Fett und Talg und noch vieles andere. Von den Kühlräumen begaben sich die Be- amten in die Privatwohnung der Inhaberin, die sich in dem- selben Hause befindet. Auch dort wurden große Mengen von Vorräten, namentlich Wurstsorten, gefunden, die sofort in den Laden hinabgebracht wurden. Ferner ermittelte die Polizei, daß sich in der Villa der Frau Hofschlächtermeister Biesold in Wannsee ebenfalls große Vorräte von Fett und Tauerwaren befanden. Gestern vormitlag begaben sich einige Beamte dorthin und entdeckten in der Tat gewaltige�Vorräte von Dauerwurst und ganze Reihen von Tonnen mit Fett rmd Talg. Diese Waren werden sämtlich nach Berlin gebracht werden. Des weiteren wird angenommen, daß sich in der Villa des zurzeit im Felde stehenden Mitinhabers der Firma, Winsch, in Fürstcnberg in Mecklenburg auch große Vorräte von Fleischwarcn befinden. Auch dort wird auf Veranlassung der Polizei eine sorgfältige Haussuchung abgehalten werden. Ter Geschäftsinhaber gibt an, zu großen Lieferungen an Hotels, Pensionen und Anstalten verpflichtet zu sein. Immer- hin wurde ein großer Teil der gefundenen Waren gestern so- fort verkauft. Wie ein Lauffeuer lief die Nachricht in der ganzen Ge- gend um, und es dauerte nicht lange, standen viele Hunderte von Frauen vor dem Schlächterladen. Erfreut kehrten sie mit ihrer Beute heim. Auch an einigen anderen Stellen der Stadt vcranlaßte die Polizei den Verkauf solcher zurückgehaltenen Waren; so beim Schlächtermeister Dabelow in der Potsdamer Straße und bei Vorbei in der Oderberger Straße 2. Vorbei erhielt städtisches Schweinefleisch, verkaufte aber nur einige Pfund und erklärte dann, das Fleisch sei ausverkauft. Das glaubten ihm die Frauen nicht und nahmen polizeiliche Hilfe in Anspruch. Und Herr Vorbei mußte nunmehr das noch vorgefundene Fleisch hergeben. Große Empörung machte sich gegen einen Schlächtermeister Bicncrt in der Oderberger Straße 31/52 geltend, der den Frauen in der beleidigendsten Weise entgegengetreten sein soll, als sie ihn darauf aufmerk- sam machten, daß er von dem von der Gstadt bezogenen Fleisch Schinken nicht verkauft habe. In der Brunnenstraße erschien die Polizei bei dem Schlächtermeister Scherlich, der dann schnell seine Vorräte in den Laden brachte. Das gleiche trat ein bei dem Schlächtermeister Morgenstern in der Schererstraße, der Wurst zum Verkauf brachte, die schon roch. Auch bei zwei Schlächtermeistern in der Badstraße auf dem Gesund- brunnen hielt die Polizei Umschau und sorgte für Verkauf. In einem Falle wurde eine größere Anzahl Satten Schmalz gefunden. Ter Schlächtermeister suchte sich zu helfen, indem er erklärte, er habe das Schmalz für das Rote Kreuz bestimmt. Es ist nur erwünscht, wenn in dieser Weise weiter durch- gegriffen wird. Es zeigt sich aber von Tag zu Tag deutlicher, daß es immer unhaltbarer wird, den Vertrieb der wichtigsten Lebensmittel in den Händen Privater zu belassen. Die Stadt muß die Verteilung selber in die Hand nehmen und unter einer geordneten Kontrolle verkaufen lassen. Dazu gehört aber auch die Ucbcrtragung polizeilicher Befugnisse an die städtischen Organe. Damit ist aber die Frage selbst noch lange nicht gelöst. Auch die Stadt Berlin kann der Bevölkerung nicht mehr Fleischwarcn verabfolgen als ihr geliefert werden. Und was nützen alle Vereinbarungen, wenn sie nicht erfüllt werden? Hier Abhilfe zu schaffen, tut in erster Linie dringend not. * Der Magistrat teilt mit: In einer bekannten berlinfeindlichen Korrespondenz wird d'! Erklärung des Magistrats über die mangelhaften Schlachtvi:.- anlieferungen der amtlich ins Leben gerufenen Viehhandelsvcr» bände um deswillen bemängelt, weil der Magistrat dabei die voa. der Pommerschen Vmhverwertungsgesellschaft bezogenen Fett» schwoine nicht mit angerechnet habe. Diese Behauptung ist unwahr. In jener Erklärung deS Magistrats war ausdrücklich gesagt, daß auf die der Groß-Berlincr Gemeinschaft zustehenden 14 116 Schweine die kraft besonderer Vertragsabschlüsse zu liefernden Fettschweine anzurechnen seien. Sie belaufen sich für Berlin auf etwas mehr als 2000 in der Woche. Selbst wenn man für die Vororte die gleiche Menge rechnet, würden die Vieh- handelSverbäiide noch über 10 000 Schweine wöchentlich zu liefern Hadem Davon haben ste i tu der O st e r w o ch e nur den 2 0. Teil angeliefert, und sie werden es sich unmöglich zugute rechnen dürfen, daß Berlin und die Vororte kraft einer läng st vor dem Entstehen der Vieh Handelsverbände ge- troffenen Vorsorge siir die minderbemittelte Bevölkerung einige 1000 Stück abseits von der allgemeinen Vorsorge, welche bisher versagt hat, zu beziehen in der Lage waren. Ebenso ist eine reine Erfindung, daß der Magistrat einen großen Teil der vertraglich gelieferten Fettschweine in Kühl- Häuser legt. Das gesamte Schweinefleisch wird sofort der minderbemittelten Bevölkerung zugeführt. Zurückgehalten sind nur ganz geringe Mengen von Schmalz und Speck, die für die Beköstigung in den städtischen Krankenanstalten, Kriegs- lazaretten, Hospitälern und anderen Wohlfahrtsanstalten unbedingt benötigt werden. Hat doch Berlin für die tägliche Verpflegung von mehr als 28 000 Personen zu sorgen. Ilebrigens stellt sich für die laufende Woche die Anliefe- rung der Viohhandelsverbände nach ungünstiger als in der vorherigem Während Berlin 2125 Rinder zu beanspruchen bat, sind in der laufenden Woche nur 1238 geliefert worden gegen 1653 in der Vorwoche. Die Zahl der Kälber hat sich etwa auf dem Durchschnitt der letzten Wochen gehalten, während die Schweine von 631 auf 921 gestiegen sind, eine gegenüber dem Normalsoll von mehr als 10 000 Schweinen in keiner Weise ins Gewicht fallende Vermehrung. Bestrafungen wegen Uebcrschreitung der Höchstpreise. Das Polizeipräsidium teilt naebsiehende Straffälle mit: 1. Kaufmann Georg Hefter, Charlottenburg, Kaiscrdamm 118 wohnhaft, ist durch polizeiliche Strafverfügung vom 27. April 1?!S wegen llebertretung der§§ 2 und 3 der Verordnung der Prim- Prüfungsstelle Groß-Bcrlin vom 28. Januar 1916 mit 5 Mark oter einem Tage Haft bestraft worden, weil seine Angestellten in sein.nr Geschäftslokale. Leipziger Str. 97/98, den Verkauf von Schlackwurst ohne genügende Begründung verweigert halten. 2. Gcmüsehändlerin Luise Gittsen, Berlin, Tcnncwitzstraßc 35 wohnhaft, ist durch Strafbesehl deS Königlichen Amtsgerichts Cbar- lottenburg vom 29. März 1916 wegen Vergehens gegen die Ver- ordnung des Magistrats Eharlotienburg vom 10. Februar Ib'.O, betreffend Regelung der Kleinbandelspreiie für Gemüse, Zwiebeln und Sauerkraut mit 20 M. eventuell 4 Tagen Gefängnis bestraft worden, weil sie Mohrrüben zum Preise von 20 Pf. anstatt 11 Ps. für das Pfund verkauft hatte. 3. Gemüsehändleriii Frida Kühn, hier, Dreibundsir. 1 wohnhaft, ist durch polizeiliche Strafversügung vom 18. März 1916 wegen Ueberlrelung der 1 und 3 der Verordnung der Prcisprüfungs« stelle Groß-Bcrlin vom 28. Januar 1915 mit 3 M. ev. einem Tage Haft bestrast worden, weil die Preistafel im Verkaufsräume nicht sichtbar angebracht war. 4. Kolonialwarenhändlcrin Ella Krüger geb. Löckicl, hier. Eöcr?« Wälder Skr. 29 wohnhast, ist durch polizeiliche Strafversüguna vom 19. April 1916 wegen llebertretung der Verordnung der Preis- prüsiingSstelle Grotz-Berlin vom 28. Januar 1916 mir 10 M. event. zwei Tagen Haft destrafl worden, weil sie die Abgabe von Zucker von dem gleichzeitigen Verkauf von Itaffce abhängig machte. 5. Verkäuferin Gertrud Liundorff, hier, Lychcner Straße 118 lvohuhait, ist durch polizeiliche Slrasverfügung vom 21. Ayril 1916 wegen llebertretung der Verordnung der Preisprüfungsstclle Groß« Verlin vom 28. Januar 1916 mil 10 M. event. zwei Tagen bestraft worden, weil sie Mehl nicht verabfolgte, obwohl sie solches noch besaß._ Bevorzugte Kunden. Gestern mußten wieder die Käufer, die Butter haben wollten. stundenlang auf den Straßen stehen und viele bekamen nicht ein- mal welche. Was das Stehen bei der Hitze, wie sie gestern herrschte, besonders für schwache Frauen bedeutet, die zu Hause die Wirt- schaft besorgen und meist auch noch arbeiten müssen, kann man sich denken. Man wird deshalb die Aufregung unter den Frauen verstehen, wenn sie bemerken, daß andere ohne die Uebeguemlich- leiten zu Butter gelangen. Uns wird ein Fall mitgeteilt, der sich in dem Buttergeschäft„Zu den drei Kronen" in der Blumenstraße (nahe der Alexanderstraße) gestern abend abgespielt haben soll. Es hieß, die Butter sei ausverkauft. Die Frauen glaubten das nicht und ersuchten den dabeistehenden Polizeibeamtcn, nachzusehen, ob die Butter wirklich ausverkauft fei. Wer Beamte fand keine. Nun suchten die Frauen aber selbst und fanden in einer Schüssel versteckt noch etwa 8 biZ 10 Pfu-nd crbgewoaen unid eingepackt. Jetzt erklärte die eine Verkäuferin, die Butter sei bestellt und Werse später abgeholt.. Tie Frauen die sich stundenlang im heißen Sonnenbrand hin- stellen, um sckilicßlich doch mit leeren Händen davongehen zu müssen, sind mit Recht empört darüber, daß andere aus diese Art bevor- zugt werden Die Polizei sollte auch hierauf ihr Augenmerk richten, denn derartige Fälle sollen sich recht häufig ereignen. Mus; das jetzt sein? Uns liegt eine polizeiliche Strafverfügung vor, nach welcher eine Frau in zwei Mark Strafe genommen wird, weil sie am Sonntag, den 80. April, nachmittags, auf dem straßenwärts gelegenen Balkon in der Jablonskistraße Wäsche zum Trocknen aufgehängt habe. Der Balkon ist vier Treppen hoch belegen. Ausgehängt hatte die Frau drei Windeln zum Bleichen, die sie bei der jetzigen Seifen- knappheit nicht so gründlich hat reinigen können, wie das sonst der Fall ist. Sollte es jetzt nicht wichtigere Aufgaben geben als die Ahndung einer solchen Bagatelle? Nur im Dutzend? Die Fleischverkaufsstellen der Stadt Berlin halten auch Wurst» konserven feil. Daß mal eine eben erst gekaufte Wurstkonserve sich als verdorben erweist, scheint nicht oft vorzukommen. Eine Leserin unseres Blattes, die mit einer Büchse Leberwurst das Pech hatle, forderte Zurücknahme der Ware. Die BerkaufSstelleninhaberin niachte eine Kostprobe, fand die Wurst sauer und bestäligte:»Die ist nicht genießbar". Aber zunächst wollte sie sich vergewissern, ob auch sie selber auf Ersatz zu rechnen hatte. Nach einigen Tagen erklärte sie der Käuferin, an der Lieferstelle wolle man die etwa ver« dorbenen Konserven nur im Dutzend zurücknehmen und ersetzen. Demnach hätte die Käuferin auf ihr Geld zu warten, bis bei dieser Verkaufsstelle das Dutzend verdorbener Kon- serven voll wird? Wer weiß, wie lange das dauert I Wenn hier viel- leicht in jedem Monat nur ein Konserve als verdorben zurück- gebracht wird, dann braucht's zum Dutzend ein ganzes Jahr. So lange sollen wohl auch in der Verkaufsstelle die verdorbenen Kon- serven verwahrt werden? Man muß geradezu ein Mißverständnis der Verkaufsstelleninhaberin annehmen. Den Schaden hat aber die auf ihr Geld wartende Käuferin. Nicht ohne Ausweis reise»! Diese Mahnung wird in folgender amtlicher Bekannt- machung den Reisenden dringend ans Herz gelegt: Bei der Kontrolle der die Eisenbahn benutzenden Reisenden hat sich herausgestellt, daß etwa nur die Hälfte sich über ihre Person- lichkeit ausweisen konnte. Um sich Unannehmlichkeiten und Verzögerungen in der Durchführung der Reise zu ersparen, kann den Reisenden nur dringend eurpfohlen werden, stets irgend einen amtlichen Ausweis bei sich zu führen. Am sichersten ist zwar immer ein Paß, doch genügen auch andere amtliche Ausweise. Besonderer Beliebtheit erfreuen sich die für 50 Pf. erhältlichen Postausweise, die die Postanstalten des Wohnsitzes ausstellen. Wenn auch für Deutsche ein Zwang zur Mitführung solcher Ausweispapiere bei Reisen innerhalb des Reiches nicht besteht, so liegt es doch im eigenen Nutzen der Reisenden, sich einen solchen zu verschaffen und stets bei sich zu haben._ Verbot des Bestreichens der Brotlaibe mit Oel. Vom Kriegsausschuß für Oele und Fette wird uns mitgeteilt: Durch die Bundesratsverordnung vom 1. Mai 1916 ist verboten, in gewerblichen Betrieben Brotlaibe vor dem Ausbacken mit Fett zu be- streichen. Diese Maßregel war notwendig geworden, weil immer noch in einzelnen Teilen Deutschlands die Brotlaibe vor dem Einschieben in den Backofen eines besseren Aussehens wegen mit Oel oder Fett bestrichen wurden und auf diese Weise kostbare Rohmaterialien, die dem Volke zu Genußzwecken anderweitig zugänglich gemacht werden könnten, nutzlos verloren gingen. Bereits vorder war in den meisten Gegenden Deutschlands ein Bestreichen der Brotlaibe mit Oel nicht mehr üblich. Die Trennung untereinander und auch vom Backblech erfolgte meist mit so- genanntem Streumehl, das in Deutschland von den ver- schiedensten Fabriken in einwandfreier Qualität in den Handel gebracht wurde. Die sämtlichen Militär- und Marinebehörden haben schon seit Kriegsbeginn die Verwendung von Oel und Fetten zum Bestreichen der Brotlaibe verboten. Die Be- döllerung, die bisher gewohnt war, Brot zu erhalten, das durch die äußere Verwendung von Oel und Fett ein glänzendes Ausseben hatte, wird daher darauf aufmerksam gemacht, daß die Verwendung von Streumehl eine durchaus sachgemäße ist, und daß die notwendig geivordene Aenderung in dem Backprozcß berncksichligt werden muß. Nach der neuen Gesetzesbestimmung dürfen die Bäcker Brote, die in der bisherigen Weise gebacken waren, nicht mehr herstellen und ver- kaufen._ Abteilung für Seifenversorgung in Berlin. Auf Grund der Bekanntmachung über den Verkehr mit Seife Seiscnpulver und anderen setthaltigen Waschmitteln ist von der Preußischen Landeszentralbehörde der Magistrat für den Stadtkreis Berlin als die zuständige Behörde im Sinne der ZZ 2, 3 und 6 der erwähnten Bekanntmachung bezeichnet worden. Zur Bearbeitung der Geschäfte ist eine besondere Abteilung für Seifenversorgung in: Rathaus, Zimmer 62a und 62b eingerichtet worden. Nach der genannten Bekanntmachung sind dem Magistrat die folgenden Geschäfte überwiesen: 1. Die Erteilung der Ausweise an Aerzte, Zahnärzte, Tier- ärzte, Zahntechniker, Hebammen und Krankenpfleger zur Be- ziehung von Feinseife bis zum doppelten Betrage der vor- geschriebenen Menge; 2. die Erteilung von Ausweisen an solche Wäschereien, die weniger als zehn Arbeiter beschäftigen, zum Bezug der zur Auf- rechterhaltung des Betriebes erforderlichen Mengen an Wasch- Mitteln: 3. die Zuteilung von Seife, Seifenpulver und anderen fett- baltigen Waschmitteln an alle diejenigen Personen, die ein« hier- für geeignete Brotkarte nicht besitzen. Für alle übrigen Fälle ist der Kriegsausschuß für pflanzliche und tierische Oele und Fette, G. m. b. H., in Berlin, Unter den Linden 63a, zuständig. Für die an den Magistrat zu richtenden Anträge auf Erteilung von Ausweisen sind bei der oben genannten Geschäftsstelle im Rathause Formulare zu beziehen. Ueber die Ver- sorgung derjenigen Personen mit Seife, welche eine geeignete Brot- karte nicht besitzen, ergeht noch eine besondere Bekanntmachung. Vorsicht beim Gcnusi von Morcheln. Aus den ver- schiedensten Ortschaften sind in diesen Tagen Vergiftungen infolge Genusses von Morcheln gemeldet worden. In Fürsten- Wälde und Hangelsberg sind besonders zahlreiche Erkrankungen vorgekommen. Es werden von dort nicht weniger als 80 ernstlichere Vergistungsfälle gemeldet. Aeußerste Vorsicht beim Genuß dieser bisher als unschädlich angesehenen Pilze ist daher geboten._ Die Schlösser-Stiftung. Von Herrn L>r. für. Schlösser ist der Stadtgemeinde Berlin im Jahre 1892 ein Betrag von 100 000 M. zur Be- gründung einer Stiftung unter dem Namen„Augnstc-Emilie- Schlösser-Stiftung" überwiesen worden. Der Zweck der Stiftung ist, ans den Zinserträgnisscn des Kapitals bedürftigen Personen beiderlei Geschlechts ohne Ansehung der Religion Freistellen in den städtischen Heimstätten zu beschaffen. Per- sonen, die der Wohltaten dieser Stiftung teithaftig werden wollen, haben ihre Gesuche an das Bureau der städtischen Heimstätten hier. Stralauer Str. 44/45, II. Hof 2 Treppen, unter Beifügung eines ärztlichen Attestes über ihren Zustand nach einem bestimmten Formular, das von dem Bureau kostenfrei verabfolgt wird, zu richten oder dort mündlich an- zubringen. Wir bemerken hierbei, daß die Heimstätten den Zweck verfolgen, Personen nach einer überstandenen Krankheit oder zur Verhütung einer zu befürchtenden Krankheit zwecks schnellerer Wiedererlangung ihrer Erwerbssähigkeit sowie Wöchnerinnen mit ihren Kindern aufzunehmen. Der Aufenthalt daselbst ist also nur vorübergehend, auch werden bare Geld- Unterstützungen aus der Stiftung nicht gewährt. Zweckverband und Dahlem. Der Architekt Herr Hermann Jansen teilt mit:„In der letzten Hauptversammlung des Zweckverdandes bemängelte der offizielle Berichlerslattcr, Herr Juslizrat Sonnenfeld, bei dem Bebauungspläne Dahlem u. a. dos in fiskalischem Jnicresie erfolgte Zurückdrängen sämtlicher öffentlicher Gebäude ans Hinterland zwecks Erreichung einer erhöbien Ausnutzung der Straßenbaustellen für Privatgrund- stücke, serner die Verstümmelung beziehungsweise Verkleinerung der öffenrlichcn Grünflächen durch teilweise Bebauung mit privaten und monumentalen Bauten, die Verkrümelung der Straßen usw. Herr Kommerzienrat Haberland nannie als Schöpfer des Planes rreberr Herrn Geheimral Kyllmann auch meinen Namen. Um einem Mißverständnis vorzubeugen, bemerke ich, daß ich lediglich die Grundidee für den Gesamtplan angab. Genannte auch von mir stets bedauerte Mängel stirb nachträglich ohne mein Zutun und zum Teil gegen meinen ausdrücklichen schrrirlichen und mündlichen Ein- spruch seitens der Geschäftsstelle Dahlem und ihrer rechnischen Be- rater. darunter Herr Geheimral Kyllmann, ausgesührt worden." Um einen Unglücksfall handelt es. sich, bei dem Sturz durch das Glasdach, über den wir dieser Tage berichteten. In der Kapelle dsr Neuapostolischen Gemeinde am Ostbahnhof fand der Diener einen jungen Mann, der später als der 19 Jahre alte Arbeiter Franz Neriich aus der Rüdcrsdorfer Straße festgestellt wurde, in einer Blutlache tot vor dem Altar liegen. Es wurde zuerst an- genommen, daß dieser bei einem Einbruch durch das Glasdach ge- fallen sei. Die Feststellungen der Kriminalpolizei haben jetzt urr- zweifelhaft ergeben, daß dies nicht der Fall ist. Der junge Mann ist das Opfer eines Unglücksfalles geworden. Er war in einem Getrcidegeschäft auf demselben Grundstück beschäftigt und hatte sich dort nackmiittags entfernt, weil er infolge seiner Krankheit heftige innere Schmerzen halte und in dem Gebäude ein Plätzchen suchen wollte, um ganz für sich allein zu sein. Er kam hierbei auf das Glasdach, das als solches nicht zu erkennen war. weil es stark mit Staub bedeckt ist, brach durch und fand so den Tod. Ausgesetzt? Vor dem Hause Schwedenstr. 19, an der Ecke der Exerzierstraße, stand gestern vormittag längere Zeit ein Kinderwagen mit einem etwa zwei Jahre alten Knaben. Es fiel auf, daß sich niemand um den Kleinen kümmerte, obwohl er unausgesetzt wimmerte. Alle Nachfragen und Erkundungen nach der Eigentümerin des Wagens und der Mutter des Kindes blieben erfolglos, so daß sich die'Polizei veranlaßt sah, sich des Kindes anzunehmen. Sie ließ es nach dem Waisenhaus bringen und setzte die Nachforschungen nach der Mutter, bisher jedoch ohne Erfolg, fort. Beim Baden ertrunken ist gestern nachmittag der neun Jahre alte Sohn Herbert des Schneiders Böttcher aus der Christburger Straße 10. Der Junge badete außerhalb der Badeanstalt im Weißen See. Plötzlich ging er unter und kam nicht wieder hock. Der Bade- meister Hoppe der Anstalt, der von dem Vorfall sofort Kenntnis erhielt, machre gleich SicliungSversuche. ES gelang ihm auch, den Knaben bald aus dem Wasser zu holen, jedoch blieben Wieder- belebungsversuche ohne Erfolg. Einer Gasvergifttrng zum Opfer gefallen sind der 70 Jahre alte Tischler Wilhelm Witt haus und seine Ehefrau Martha, die im Hause Admiralstraße 30 wohnten. Da das Ehepaar seit Don- nerstag abend nicht mehr gesehen worden war und aus der Woh- nung heraus Gasgeruch drang, öffnete man und fand die alten Leute tot im Bett liegen. Der Gashahn der Zimmerlampe stand offsn. Ein Selbstinord wird als ausgeschlossen erachtet; es wird vielmehr ein Unglücksfall angenommen. Die Leichen wurden be- schlagnahrni und nach dem Schauhaufe gebracht. Für die arbeitende Jugend Berlins beginnen jetzt wieder Sommerspiels im Freien. Sie finden statt: Moabit: Spielplatz an der Bremer Straße, Mittwochs und Freitags, 7—9 Uhr abends. Wcdding: Schillerparl sRasenspielplatz), Mittwochs 6 bis 9 Uhr abends. Gesundbrunnen und Nosenthalcr Borstadt: Humboldhain (Rasenspielplatz), Montags und Donnerstags 7— 9 Uhr abends. Schönhauser und Prenzlauer Borftndt: Am Falkplatz, Mittwochs 7— 9 Uhr abends; Exerzierplatz, Schönhauser Allee, Montags 7— 9 Uhr abends. Osten und Nordosten: Friedrichs Hain(Rasenspielplatz), Montags 7—9 Uhr abends. Mittwoch? 7stz— 902 Uhr abends. Süden mrd Südosten: Treptower Parkenspielfläche Vill), Mittwochs von 7—9 Uhr abends, Sonntags von 2—8 Uhr noch- mittags. Weste» und Südwesten: Tempelhofer Feld, Freitags 7—9 Uhr abends. Alle jungen Arberter und Arbeiterinnen werden auf die Spiele aufmerksam gemacht und zur Teilnahme freundlichst eingeladen. Legilimarionskarten, die zur Teilnahme an den Spielen berechtigen, werden allen Jugendlichen mif den Spielplätzen unentgeltlich ausgestellt._ /ins öen Gemeinöen. Einführung von Lebensmittelkarten in Schöneberg. Bei der nächsten Brotkartenverteilung erhält jeder Schöne- becger Einwohner eine Lebensmittelkarte, die durch abtrennbare Abschnitte in erster Linie dieVerreilurrg von Fleisch und Fett in den Schönebrrger Fleischerläden vom 15. Mai ab regeln soll. Diese Abschnittskarte soll dem Ladenschlächter die Be- sriedigung möglichst vieler Verbraucher in gleichmäßiger Weise be- gebrenswertcr machen, da der Nachweis durch Abschnitte die Grund« läge der Fleischverteilung durch die Gemeinde bilden wird. Bei der schwankenden Zufuhr ist die gleichmäßige Ra- tionierung des einzelnen Abschnittes für einen längeren Zeitraum sehr schwierig: andererseits verlangt die wirksame Beaufsichtigung des Schlächters, daß der einzelne von ihm abgegebene Abschnitt jeweils den gleichen Wert hat. Die Schöne- berger Lebensmittelkarre will diese Schwicrigkcireir dadurch be- seitigen, daß die Gültigkeitsdauer des gleichwerngen Abschnitts nicht im Voraus bestimmt ist, sondern daß ein Abschnitt nach denr anderen, je nach der Zufuhr und der Befriedigung und der Verbraucher durch öffenrkichen Anschlag an den Scblächterläden aufgerufen wird. Die Lebensmittelkarte enthälr außerdem noch einen Abschnitt über ein halbes Phrnd Hülsenfrüchte, deren Zuweisung gleich- falls in der nächsten Brotkarterrperiode in Aussicht steht, serner Werst sie noch einige nur durch fortlaufende Buchstaben be- zeichnete, sonst leere Felder für weitere, von der Stadt an die gesamre Bürgerschafr auszugebende Lebensmittel auf, bei deren Verteilung der Magistrat sich der Kleinbandelsgeschäfle bedienen will. An diesen Geschäften wird jeweils der betreffende Ab- schnitt durch Anschlag aufgerufen und so die Bürgerschaft am raschesten benachrichtigt. Der abzutrennende Abschnitt ermöglicht dem Klein- Händler den Nachweis über den Verbleib der ihm Übergebeiren Ware und die Berücksichtigung der Vürgerschasi nach den Anweisungen des Magrstrars. Der Umweg über die BrotkoMmiision zur Er- langung von Hülsenfrucht- und Reisscheinen, Speck- und Schmalzkarten usw., der bisher von den Bürgern gegangen werden mußte. wird damit erspart. Die Kontrolle der einzelnen Ladengeschäste nach etwa versteckten Vorräten ist in Schöneberg seit Einführung der gemeinschaftlichen Fleiichvcrteilung durch fachmännisch gellbre Konrrolleure bezirksweise durchgeführt worden; sie wird auch weiter mir Entschiedenbeit durck- geiübrl werden, damit vor dem 15. d. M. nicht etwa Vorräre zurück- gehalten werden. Tie Geschäftszeit in den Neuköllner Friseurgeschäften. Auf Wunsch der„Vereinigten Friseure von Neuköün" hatten wir vor einigen Tagen mitgeteilt, daß rn der Sommerzerr die Frsteur- geschäsle des Sonntags um 1 Ubr geschlossen werden. Gegen diesen Beschluß wendet sich nun in einer öffentlichen Erklärung der Vor- stand der Neuköllner Zwangsinnung und teilt mit, daß die Ge- schäste wie bisher bis 2 Uhr geöffnet find. Wir möchten unsere Leser ersuchen, in diesem Kampr'e um die verkürzte Geschäftszeit die Vereinigten Friseure zu unterstützen, und sich vor 1 Uhr bedienen zu lassen. Aus der Treptower Gemeindevertretung. In der Sitzung vom 5. Mai nahm wiederum die Lebens- miltelversorgung einen brerlen Raum der Verbandlungen ein. Unsere Genossen halten eine Anfrage eingebracht über die Maßnabmen des Gemeindevorsiandes zur Verhinderung von Höckist- preisüberickreitungen sowie über die Konlrolle des gemeindlicoen Fleischvcrkaufcs überhanpl, zum anderen über den zur Wursrbereiiung Ireigegebcnen Anteil.> Sie begründeten die Anfrage mit den Vor- gängen aus letzter Zeit und forderten, daß die mit dem Verkauf des der Gemeinde zugewiesenen Fleisches betrauren Scbläckttermeister sich den Käufern gegenüber unbedingt eines anständigen Tones bedienen müßten und jede Brüskierung zu vermeiden hätten, was bei einzelnen von ihnen leider nicht der Fall sei. Ebenso müßten sich aber auch die zur Aussicht bei den verschiedenen Ver- kaufen bestellten Gemeindedieucr bewußt sein, daß sie zum Sckmtze des Publikums und der öffentlichen Interessen da seien. Als besonders dringend wurden auch Maßnahmen gefordert, das lange Anstehen vor den Läden zu vermeiden. Der Bürgermeister sagte weirgehendste Berücksichtigung der Wünsche zu. Dazu bat er. Höchstpreisüberschreitungen, Zurück« hallung von Waren und sonstige Unregelmäßigletten der Gemeinde« behörde ungesäumt zur Kenntnis zu bringen, da nur dadurch schleunige Abstellung möglich sei. Die Preiskonlrolle könne in erster Linie durch das Publikum mit Hilfe der ausgehängten Preistaieln erfolgen. außerdem sind die Gcmeindebeamlen aus diesem Gebicle tätig. An- stände im Vertrieb haben sich bisher nur bei wenigen Verkäufern er- geben. Von den durch den Kreis zugewiesenen Schweinen dürfen laut Bestimmung bestimmre Teile, dabei auch ein Schinken pro Schwein, zu Wurst verarbeitet werden. Dieser Anteil beträgt urr« gefähr ein Viertel des Gesamtgewichts. Mehrsach durch den Ge« meinde-Tierarzt vorgenommene Haussuchungen haben Mißstände auf diesem Gebiete nicht ergeben. Die wenigen von der Regierung überwiesenen Schweine würden dagegen vollständig als Rohfleisch verkauft. lim daS lange Warten der Käuferinnen zu vermeiden, beabsichtigt der Eemeindevorstand eine Gruppeneinteilung der Lebensmitielkarien. Danach werden bestimmt abgegrenzte Käuferzahlcn ans die einzelnen Tagesstunden eingeteilt. Von den Gememdevertretenr wurde hierzu die Berücksichtigung der tagsüber gewerblich beschäftigten Frauen ge- fordert. Eine wertere Besserung erhofft der Gemcindevorstand von der Bildung eines Beirates für die Lebensmittel« Versorgung aus Bürgern, die am Tage die erforderliche Zeit opfern können, die Verteilung der Bestände zu regeln, den Verlauf zu überwachen und über Beschaffungen mit zu' entscheiden. Tie Gemeindevertretung stimmte dem Plane zu. Für divSonderkriegsfürsorge für ganz oder teilweise a r v e i t S« lose Textilarbeiter erhielt der Gcmeindcvorstand Vollmacht, die von der Stadt Berlin zu beschließenden Maßnahmen auch auf Treptow auszudehnen. In Aussicht genommen sind Unterstützungsbeträge von 9, 17 und 25 Pf. für männliche, 13 und 20 Pf. für weibliche Personen, je nach Alter, für jede aus« gefallene Arbeitsstunde. Verheiratete erhallen dazu einen Kinder« Zuschlag. Von den enlstehenden Gesamiaufwcrrdungcn trägt die Gemeindekasse nur ein Zwölftel bis ein Sechstel, das übrige irageir Arbeitgeber, Staat und Reich. Für die von der Gemeinde zu zahlenden Fuhrlöhne mußte einer Erhöhung, die insgesamt 21 000 M. betragen dürfte, zugestimmt werden. Weiter sollen zunächst sechs Pferde auf eigene Rechnung der Gemeinde eingestellt werden. Regelung der Fleischvcrsorgung in Friedrichsfelde. Um die Fleischversorgung in geregelte Babncn zu lenken, will die Gemeinde den Versuch machen, bei de» Fleischer« meistern eine sogenannte feste Kundschaft einzurichten. Zu diesem Zwecke hat sie angeordnet, daß die B r o t k a r t e n m i t t c l st ü ck e der 63. Woche am Montag, den 8. Mai d. Js.. bei den Fleischer» meistern abzugeben sind, wo jeder in nächster Zeit sein Fleisch zu kaufen gederrlr. Infolgedessen hat jeder HaushaltungSvorstand dafür zu sorgen, daß die Brotkartenmittelstücke, unter Angabe des Nanrens, Berufes und der Wohnung, in voller Zahl pünktlich zur Abgabe gelangen, da andernfalls die Ausstellung einer Fleischkarte in Frage ge« stellt wird._ Nene Bestinnnnngen für den Potsdamer Lebensmittelhandel. Die letzten Erfahrungen im Lebensmittelhandel haben den Pots- damer Magistrat veranlaßt, für den Bezug einiger Handelsartikel neue Bestimmungen zu erlassen, die von jetzt ab zur Anwendung kommen sollen. Eine der wichtigsten ist die Bemessung der Fleischmenge für den einzelnen Haushall. Ver» anlassung zu diesem Vorgehen hat die Tarsache gegeben, daß mehrere Schjächtermeister ihrer ständigen Kundschasr größere Ouanten Fleisch ins Hans geschickt haben, als jetzt zu rcchtferrrgen ist. Um solche Günstlingswirischast auszuschallen, hat der Magistrat be» stimmt, daß lünslig nur jedem Haushalt ein Pfund Fleisch überlassen, daß nichts vorausbestellt und nichts zurückbehalten werden darf, daß von dem zur Verteilung bestimmten Fleisch keine Wurstwaren bergcsrellt werden dürfen und die ganzen Vorräte im Laden zu verkauien sind. Aehnlich wie beim Fleischverkauf haben sich auch beim Butter- verlauf Acnderungen der Bestimmungen und Einteilung als un» obweiSIich herausgestellt. Die räglichen Butterkäuferansanimlungen sind trotz aller Wünsche der städtischen Berwaliung nicht beseitigt und in den letzren warmen Tagen bekam das Srratzenbild noch eine neue neue Nole. Die Frauen hatten sich Sliilfle und Sitzgelegenheireu mitgebracht und schützten sich durch ousgespannre Schirme vor der Sonnenglut. Um auch in der Butlerversorgung Wandel zu schaffen, werden neue Anweisungen ausgegeben nrit dem Vermerk des Wohnungsbezirkes. Für jeden WohnungSbezrrk wird ein besirinmter Tag für den Einkauf von Jnlandsbutter in den städtischen Verkaufsstellen vorgesehen. Jeder Haushalt weiß dann, wenn er sich mit Butter zu versorgen hat und man hofft, mit dieser Regelung die Slraßenansammlungen zu beseitigen. partewecanftaltungen. Friedrichsfelde. Mitgliederversammlung am 10. Mal, abends S Nhr, bei Sudbrink. Vorwag des Genossen Waldmann über„Lebensmittel- sragen". Vortrag des Genossen Fuhrmann über das„Maienscst". Niederschöiiliansen Nordend. Mittwoch, den tt). Mai, abend» 8Vz Uhr, bei Nettig, Blankenburger Str. 4(schwarzer Adler): Jahres« g c'n e r a l v e r s a m m l u n g. Bericht des Vorstandes und der Funktio- näre, Wahl des Vorstandes und der Funltionärc, Wahl von Delegierten, Verschiedenes. Mitgliedsbuch leqilttnrert. Verein der Berliner Buchdrucker und SchriftpOer. Donnerstag, den 11. Mai, abends 8� Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15: Nntralikksmiimrer- DerslilllWllljlg. Tagesordnung: Bericht über die Teuerungszulagen. Zu dieser Versammlung sind die Vertrauensleute. Druckereikassierer und die Delegierten zur Generalversammlung eingeladen. Um pünktliches und vollzähliges Erschewen ersucht 27/8 llter(nauvoratand. Vem altang Berlin. Ted-Amt Moritzplatz 10623, 3378. Bureau: Nungest ratze 30. Irsnebkn-Verssmmwngsn: Küch enlnöb eltisch ler. Montag, de« 8. Mai, abcudS 8 Uhr, Stralauer Brücke 3. Tagesordnung: 1. Bericht von der(Generalversammlung. 2. Verbands- und Branchenangelegenhötr». Kistenmacher. Montag, den 8. Mai, abends 7'/- Uhr, iu de» AudreaS Festsälen, Andreas str. 31. Tagesordnung: 1. Bericht über die Verhandlunge» mit den Nnteruehmern wegen der Teuerungszulage. 2. Branchcnangelcgenheiten. Vergolder. Dienstag, den 9. Mai, abends 6 Uhr, im„Gcwerkschasts Haus", Engelufer 15, Saal 3: Tagesordnung: 1.„Unsere nächsten Slufgaben in der Vertragsfrage." Resercnt: Mauvorsteher I�rnn� tstuscho. 2, Branchenangelegenheitc». Tonuerstag, den 11. Mai, abends 8 Nhr, im Gewerkschastshans Engelufer 15, Saal I s Dersammwttg aü£ntt Innenba«- Getrieben beschäftigten Tischler, Maschinenarbeiter unb Utöbelpolierer. Tagesordnung: Die anhaltende Teuerung und die Löhne in der Jnnenvan-Branche. Tonnerstag, den 25. Mai 1916, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufcr 15, Saal 4: Ordentliche Generalverfamrolung. Anträge zur Generalversammlung müsse« bis znm 13. Mai an das Bureau eingereicht sein. 86/8 Hl« Ort«rv«rvealtl>na-. Verband der Sattler u. Portefeuiller Ortsverwaltung Berlin. Donnerstag, den 11. Mai 1916, abends 8 Uhr, in den Arminhallen, Kommandanienstr. 58/89: Ordentliche Generalversammlung. Tages ordnuug: 1. Geschästliches. 2. Bericht und Wrechnung Vom 1. Quartal IVlS. 3. Vortrag des Kollegen P. Blum über:»Unsere Organisation während der Kriegszeit�. 4. Verschiedenes. 137/18 Die Kollegen werden hiermit ersucht, recht zahlreich und pünktlich w dieser Versammlung zu erscheinen. Ohne Vorzeigung deS Mitgliedsbuches»der de« Mitglieds- karte kein Eintritt. Dl« Ortarerwaltang. KvKfßlM fiff? Iii fiegrflidBt rtTI Carl Hettmann Paradies-, Stangen- u. Kronen- Reiher, Straußfedern, Boas, Fächer- Fabrik Berlin 66, Lindenstr. 71-72 große Auswahl von Neuheiten in ZwMTK Pr.iiltete intla. an i i m.............■ t n Unserem Freunde, dem Buch. bmder Uermnnn Ziis!««! d und seiner Ehefrau IZmlllv, geb. Nissel, Neukölln, Bergstr. 156, zum beutigen ZOjähr. Hochzeitsseste js die herzlichsten Glückwünsche.» Möbel-Angebot. Solide Möbelfirma liesert«pe-inl-Eln- nnd Zwclziinmer- ElnrlohtiinKen sowie Einzelmöbel gegen»inhjge Zinsvergütung bei kleiner Anzahlung und geringen monatlichen Note»- zahlungen. Offerten 1». S an die Expedition des„Vorwärts-. Keine Kassierer. Größte Kulanz. Allgemeine Orts-Krankenkafse sür Kerlill-Muricndtts und Umgegend. Am Montag, de» 15. Mai 1916, abends ö1/, Uhr, im Lokal von Karl Bcnschcck, Berlin- Mariendorf, Chauffeestr. 37: Oldentiiciie Ausschuß-Sitzung der Vertreter der Arbeitgeber und Versicherten. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Abnahme der JahreSrechnung sür 1913. 3. Bericht deS RechnungsausschuffeS. 4. Aenderung der§§ 50 und 51 der Satzung. 5. Verschiedenes. 269/1 Etwaige Anfragen oder Beschwerden, bei denen Einsichtnahme in die Kassenakten ersorderiich fft, find svätestens bis zum 12. Mai er. dem Vorstande schriftlich einzureichen. Beriin-Mariendors, den 6. Mai 1916, Der Kassenvorstand. Aug. L e i p, Vorsitzender. n-y rloH Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. Im Lause de» GeschästSjahreZ ist kein Genosse eingetreten und kein Menoffe ausgeschieden. Am 31. De- zember 1915 betrug die Mitglieder- zahl 18 und da» Mitgliederguthaben 540 M. Die Haftsumme von 540 M. hat sich nicht»ermehrt and nicht vermindert. 103/4 Der Vorstand. Hermana Siebig. Adolf Viel. iDMWSW (itotrnonn's TtTOfMSBZln Grüftte Answohl. Biliigit» PreKe. L Mehrsnstral* 37» (Kolonnaden, II. Or. Frankfurter SSc IIS (nahe Andreasetr.) AMwehlseedengen tetart. Amt Zeotrum 7890. fMKitag 12— 2 Uhr celBseC Spezialarzf Dr. med. Wockenf uß, Friedrichstr. 125(Oranienb. Tor), für Syphilis. Harn- u. Fraaonleideii— Ehrlich-Hata-Kur(Dauer 12 Tage), Blutuntersuchung. Schnelle, sichere schmerziosa Heilung ohne ßorufs- stSrung. Teilzahlung. Sprechstunden: 10— 1 und 5—8 Zurückgekehrt Dr. Zadek Oranienstraßo Mr. ISO II. Teleph.: Moritzpl. 3630. Kad Reinerz Dr. Stern Spezmlarzt sür Haut-, Harn-, Frauenleiden. nerv. Schwäche, Beinkranke jeder »-'.Ehilich-Hita-Kurr«, Ü!°lj,i°!l!ll. Sh Sprchst. 10-2, 5-9,Sonntgs. ll-2. � Honorar mätzig, auch Teilzahl.« — Separates Danisnzimmer.—# Zigarren. Kronpr., 0/0 6,00, Haeseler,°L 7,30, Deutsch Sieg, 0/0 6, 30, Wachta Rh 8.30. Dagos-Zigai etten(2>/�Ps.),% M. 1,30. 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Abt Bez. 438. Am Mittwoch, den Genosse, 3. Mai,»er- der Hut- starb I macher Hermann Kruse Griebrnowfir. 2. Ehre seinem Andenke«! Di« Beerdigung findet heute (Sonntag, den 7. Mai. nach. mittags 2ll, Uhr, von der Leichen- balle dcSZionSkirchhofeS in Nieder. jchönhalffcn, Nordend, aus statt Um rege Beteiligung ersucht 226/9 Der Vorstand. Gesanpereln Lerche-Efnigkett (Hntmacher). Am 3. Mai verstarb nuser Saugesbruder Hermann Kruse (Ehrenmitglied). Wir verliere» w dem Ber- ichiedene» einen lieben Freund, dessen Andenken wir stets in Ehren halten werden. Die Beerdigung findet heule Sonntag, den 7. Mai, nach. mittags 2st, Nhr, aus dem Zions- kirchhos, Nordend, statt 58/8 Der Vorstand. Gchviimssin„Vorwärts" Berlin 1897. Wiederum haben wir die traurige Pflicht, den Mitgliedern den Verlust eines unserer Schwimmgenosscn Paul Krells 1 bekannt zu geben. Er fiel als � Opfer des Weltkrieges. Ehre feinem Andenken k I>«r Vorstand. Für sein Vaterland fiel bei! einem Sturmangriff am 31. Blärz! 19l6 unser liebes Klubmitglied, l der Zimmerer 283/15[ Albert Kopczynski. Rauchklub„Freie Alliance" M. d. A.-R.-B. Allzufrüh und sern der Heimat I bist Du von uns gegangen. Dein! Wirken und Streben sür die große, j gemeinsame Sache wird unver- gessen sein. Wiederum liat der Krieg einen unserer als Opfer gefordert. Am 25. April 1916 fiel auf dem Kriegsschauplatz im Alter von 31 Jahren Mieliard Meinert Buchbinder. Ein Jahrzehnt hat er unserem Betriebe treu gedient und sich allgemeine Achtung und Zuneigung erworben. Wir werden ihm ein treues Erinnern bewahren. Vorwärts Bnchdruckerei und Verlagsanstall Paul Singer& Co. DEHtscRer flolzarlieltEFverhand, Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, | datz unser Kollege, der Tischler Karl Fschenhom Reich enberger Str. 123 | im Alter von 59 Jahren ge- j sterben ist. Ehre seinem Andenken: Die Beerdigung findet am ! Montag, den 8.~Mai, nachmittags j l1!, Uhr, von der Halle des i Zentralfriedhofes in Friedrichs- j selbe aus statt. Um rege Beteiligung ersucht j 86/9 Tie OrtSverwaltung. Transprtarfieilep- yerhaiil Bezirksverwaltung GroB-Berlin. Den Mitgliedern zirr Nachricht,\ J datz unser Kollege, der Droschken- k sührer Hemrich Schreiber s am 5. d. Mts. im Akter von 73 Jahren verstorben ist Ehre feinem Andenke»! Die Beerdigung findet am ! Dienstag, den 9. Mai, nach- i mittags 5 Uhr, von der Woh- iiung Havelbergcr Str. 3, ans nach dem"neuen Johannis-Kirchhos, } Plötzensee, statt. Um rege Beteiligung ersticht j 64/15 Dia Bezirksverwaltung. VErhand tlEF TapEziBTEr. Filiale Berlin. Aus dem Schlachtfclde fiel am i | 2. März 1916 unser Mitglied Bruno Röhring 26 Jahre alt. Am 29. April 1916 verstarb [ unser Mitglied Karl Thürling 53 Jahre alt. Ehre ihrem Andenke«! 178/4 Der Vorstand Mral-Kraito- und Begrätinis- hasse liir Frauen und Mädchen (Kl. Versicherungsveroln) Vorwaltungsstalie Berlin IV. Den Mitgliedern zur Nachricht, datz unser Mitglied Frau Ida Habermann Müncheberger Str. 82 am 4. Mai verstorben ist. Die Beerdigung findet am Mon- tag. den 8. Mai, nachmittags 1 Uhr, von der Halle des An- dreas-Kstchhofes in WilhelmSberg aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 288/14 Die Crlsvcrwaltung. Verband der Eu!- und Filzwaren- arbeitErDJrbeiterinnenDentschl. 1 Ortsvcrwaltung Berlin. Allen Mitgliedern zur Nachricht, I datz am Mittwoch unser lang- 1 jähriges Mitglied Hermann Kmse 65 Jahre alt, nach kurzer Krank- iheit verstorben ist Ehre feinem Andenken: _ Die Beerdigung findet heute Sonntag, den 7. Niat, nach- mittags 2'/, Uhr, von der Leichen- halle des ZionZ- KirchhojeS in Nordend aus statt. Zahlreiche Beteiligung erwartet 76/6 Der Vorstand.{| Als Opser des Weltkrieges fiel aus dem westlichen 5driegsschau- Platz am 25. April er. mein innig- geliebter� Mann, Vater seines ein- zigen Sohnes, der Landsturm- niann kledsrö Keiner! im 31. Lebensjahre. Dies zeigen an in tiefem Schmerz im Namen aller An- gehörigen Fron Anna Meinert! und Sohn. " Dentscher Metailarheiter-Verband[ Verwaltungsstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, f datz unser Kollege, der An- schlägcr Karl Kummer Ackerstratze 13 am 4. Mai gestorben ist. Ehre seinem Andenken k Die Beerdigung findet ami Montag, den 8. Mai, nachmittags s i1!� Ubr, von der Leichenhalle des i Eüsabcth-Kirchhoses iu Pankow,« Wollanksttatzo 66, ans statt. Rege Beteiligung erwartet 116/6 Die Ortsverwaltung. .........>">/? Am 25. April 1916(Geburts-j J tag) fiel als Opfer dos Welt-f j kneges unser lieber Mit-I j arbeiter, der Buchbinder Richarfl Meiner! im Alter von 31 Jahren. In ehrender Erinnerung wird ihn behalten Das Personal der Vorwärts-Bnchdruckerei. Verband der Sattler und Puptefeuilier. Ortsverwallung Berlin. Als Opser des Weltkrieges vcr- Z j starb im Feldlazarett der Kollege' Kraui Zimmel 35 Jahre alt. 157/17 Ehre seinem Andenken: Allen lieben Bekannten die traurige Nachricht, datz meine liebe Frau, unsere liebe Tochter und Schwiegertochter IvlA Marie Mauritz geb. Damrow nach kurzem Krankenlager- am 3. Mai sanft entschlasen ist. Dies zeigen tiejbctrübt an Alfred Manriü als Gatte, zurzeit im Felde. Familie W. Damrow. Bohnsdorf. Die Beerdigung findet am Mon« tag, den 8. Mai, von der Leichen- balle des Zentral-Friedhoscs in... Frtedrichsselde aus um 4 Uhr stall.£ Allzu früh und fern von seinen\ Lieben fiel am 28. April 19161 mein heißgeliebter Mann, mein, lieber, guter Vater, Schwager und Onkel, der Jnsanterist Ado!! Wycisk Jns.-Rcgt. 141, 11. Komp. im blühenden Alter von 36 Jahren. � Dieses zeigt ticfbetrübt an im t Namen aller Hinterbliebenen Frau Elisabeth Wyeisk und Tochter Gretcheu. Du warst zu gut, Du starbst I zu früh, »ergessen werden wir Dich nie.! Ruhe sanst. Du gutes Herz,> Du hast den Frieden, wir den i Schmerz. 6496 j Lieber Vater, schlaf in Ruh, unsere Liebe deckt Dich zu. Als Opser des Weltkrieges siel in den Käinpsen am 25. April 1916 miser lieber Sohn, Bruder, Schwager und Onkel, der Wehr- mann 655b Georg Jaunich im Alter von 30 Jahren. Im Namen allcrHinterbliebencn Colins Jaunich. Allen Freimden nnd Bekamttcn die traurige Nachricht, datz unser lieber Sohn und Bruder, der Schlosser 662b £luc|ust Heine Lurgsdorsstr. 3 am 8. Mai plötzlich gestorben ist Die Beerdigung findet am Montag, den 8. Mai, nachmittags ill, Uhr, von der Leichenhalle des städttschen Friedhofes, Müllerstt. Ecke Seesttatze, aus statt. Dies zeigen tiefbetrübt au Tie trauernden Eitern und Geschwister. Allen Bekannten und Vcr- S wandten die traurige Nachricht,! dag meine liebe und unvergeßliche f Frau, Schwieger- und Großmutter« Heinriette Richter am Freitag verschieden ist Um stilles Beileid bitten Attax Richter, Berlin O., Friedrichssclder Strotze 20. Klara Gleiche geb. Richter als Tochter. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 9. Mai, nach- mittags 3 Uhr, von der Halle deS Zentral-Fricdhojes in Friedrichs- selbe aus statt. DER!«Mll NUN QU) ÖPia MMQU« sekulleueu Seuusieu! Am 31> MSrz fiel beim Sturmangriff unser Eenoffe LA/3 ZorlslQvmoKr. Vi»KI»orein f. d. B. Berliner Reichstagswshrkr. Abt, Ib. Am 9. April fiel bei einem Sturmangriff LnZvK Oerceforfer (Pankstr. 57, 18. LlbteUung) im Alter von 22 Jahren. Am 31. März fiel im Alter von 33 Jahren der Zimmerer KKdei'i!&Lkjpo:z�»?slu Dronthcimer Str. 21, 19. Abt., Bez. 828». In ewem Seegefecht fiel der Heizer PmrA Jesupeit (27 Jahre alt) Gottschedstr. 10, 20. Abt., Bez. 825». 220/10 Lorislliemokr. VlaKIverein i. d. 6. Berliner Reicbstsns�adlKr. Im Felde gefallen der Barbier AcSoBf Osganz Wifimannstr. 9, 24. Beztrl. Im Felde fiel am 11. April der Llrbeitcr Kaifer-Friedrich-Str. 32, 4. Bezirk. Im Felde fiel um 31. März der Schloffer /Mft'erß BCIIpig Offaftr. 34, 4. Bezirk. Im Felde fiel der Bäckermeister KsvKsi'Ä E&arx Weichfelstr. 34, 4. Bezirk. 237/11 Soziaidemokratischop Watihrerein NeukSlln. Durch einen Eranatfchuh fiel»mfer Genoffe KusZoBß Deulstr. 27. 243/20 Boziald. Wahlrerein Niederbarnitn, Bei. Oberschffnewelde. Bei den Kämpfen am 10. Aplll fiel unfer Eenoffe ttsns Viusiee'msnk im 25. Lebensjahr. 244/1 Svziaid. Wahlrercin Niederbarntm. Bez. Pankow. Gruppe 10. ' Deutsch. Metallarbeiter-Verband Ortsverwaltung Berlin. Dem Andenken unserer im s�elde gefallenen Kollegen. Metallarbeiter, geb. 25. 10. 1390 in Berlin. krsn;z Blisdau, Schlosser, geb. 2. 7. 1885 in Spandau. Otto Gabriel, Schlosser, geb. 14. 10. 1877. !&arÜ Gseche. geb. Metallarbeiter, 13. 10. 1884 in Weifiensec. Gefallen 195/19 Klax UdsvFvnx Schlosser, Treptow, Gractzstr. 5. Lozialdemokr. Wahlverein Treptow-Bauinschulenweg. Als Opfer de? Weltkrieges fiel am 20. Aprll 191S nnfcr Ärnoffe, der Schlosser Paul LiSsentbal Eemncstr. 19, Gruppe 11, im Alter von 20 Jahren. Ig/z Loziaidomokr. Wahlver. Klederbarnlrn. Bez. Lichtenberg. Am 17 195/18 April 1916 fiel unser Mitglied Siebes* Sozia'damokratisolior Wahlverein Drewitz. Hermann Hartmann, Schlosser, geb. 5. 11. 1895 in Berlin. Max Hennig, geb. 11. 12. 1884 in ArnZwalde. Gustav Hoffmann, Helfer, geb. 2. 8. 1888 in Drossen. Paul Josupelt, Schlosser, geb. 22. 2. 1889 in Danziz. Richard SCIose, Klempner, geb. 3. 3. 1886 in Strehlen. Paul luloß, Klempner, geb. 23. 3. 1891 in Berlin. Ernst Koch, Metallarbeiter, geb. 4. 4. 1890 in Berlin. Paul Lehmann, Dreh«, geb. 16. 10. 1890 in Berlin. Willi Lohmann, Dreher, geb. 18. 10. 1892 in Berlin. Friedrich Ifieier, Mechaniker, geb. 12. 4. 1894 in Hannover. Hugo Mohnsame, Schlosser, geb. 25. 1. 1887 in Stotternheim. Karl Pietsch, Metallarbeiter, geb. 17. 8. 1889 in Schöneberg. Paul Reinhardt, Klempner, geb. 3. 4. 1892 in Berlin. Artur Röhmann, geb. 31. 10. 1881 in Berlin. Artur Ruß, Schlosser, geb. 5. 2. 1886 in Falkenberg. Artur Rückttrald, geb. 11. 1. 1895 in Landhos. Paul Schmidt, Schlosser, geb. 14. L 1895 in Wilmersdorf. Max Simke, Gravear, geb. 27. 1. 1885 in Berlin. Ehre ihrem Andenke«! Die OrtSvcrwaltung. Dreher, Dreher, 116/5 iraa Zahlstelle Berlin und Umgegend. Den Berufsgenosscn zur Nachricht, daß folgende j Mitglieder im Felde gefallen sind: Erich Kaseloiv, Bezirk 20 Adalbert Kopcxynski, Bezirk is Otto Schulz, Bezirk 7. (Letzterer ist im Felde erkrankt und in der Heilanstalt verstorben.)| Ehr« ihrem Andenken! 254/8 Der Vorstand. Bezirk Grost-Berlin. Filiale Groß-Berlln. Den Mitgliedern zur Nachricht, datz folgende Kollegen auf dem Schlachtselde gefallen sind! Lohann Schemenz,?«. ü&arl Hanne, Franz Springer, �renmaö. Hermann Krause, Desinfektion. OttO OeSe, 2S. Nevier.InsPeMo». Wir werden ihnen ein ehrendes Andenken bewahren. ZZ/7 Die Orstvem-aitimk'. Für die vielen Beweise der Liebe und Teilnahme beim Heimgange meines guten Mannes und Yators Folgende Kollegen find im Felde gefalle«: sodann Ll-onzkowstd, Arbeitskutscher. Friedrich Buchholz, Geschäftsdiener. August Feindt, Gefchäftsdie«». Fritz Hähnlein, Industriearbeiter. Otto Holland, Lagerarbeiter. Karl Köhler, Geschästsdie««. Karl Koschel, Gefchäftsdieuer. August Niemaks, Fensterputzer. Ehre ihrem Andenke«: 64/14 Die Ke»irii»Ivitiu»x. Otto Qrundke sagen wir hiermit unseren innigsten Dank. 209/15 Else Orundke g°d. Günther Frsala Grundke Mai 1916. Durch den Weltkrieg jäh entriflen wurde uns unser braver, hoff- nungSvoller Sohn und Stiefsohn, einzig geliebter Bruder, Stiesbruder und Neffe Lrfch Dendorfer Grenadier im Res.-Jns.-Negt. 201 im blühenden Alier von 22 Jahren. Er fiel am 9. April bei einem Sturmangriff. In tiefem Schmerz Karl Licid und Frau Anna I-eld verw. Dendorfer. Walter Dendorfer. tfertrud Ijeid. Joseph Dendorfer und Frau als Onkel und Tante. Mein Blut gab Dir ein Leben, Das schuf mir eine Welt; Die hat mir Licht gegeben: Neu war mein Tag erhellt. O Kind, Du Glück aus Erden, Du hieltest jung mein Blut: Ich sah Dich mutig werden, Da wuchs auch mir der Mut. Liegt alles nun zerschlagen, Das Heiligste zerschellt! Lagt Euch von Müttern sagen, Was auslosch in der Welt! Deine tiefgebeugte Mutter. Schlaf wohl, geliebtes Bruderherz. Du bleibst mir unvergessen. Dein zurückbleibender Bruder Walter. Igiitscber Bucbbinder-Verband. Zahlstelle Berlin. MS wettere Opser deS Weltkrieges verloren wir nachstehende Kollegen: Karl Lobdowski, Kartonnieter, geb. 26. 8. 93 in Briese». Fritz Eckebrecht, Buchbinder, geb. 7. 12. 89 in Berlin. Bruno Kiausch, Buchbinder, geb. 23. 6. 95 in Berlin. Bruno Bauer, Buchbinder, geb. 6. 8. 92 in Berlin. Max Hahn, Buchbinder, geb. 20. 12. 79 in Berlin. Karl Bünning, Buchbinder, geb. 28. 6. 88 m Nord hausen. Karl Nowak, Buchbinder, geb. 8. 3. 80 in Nieder-Ellguth. Eugen Stiller, Buchbinder, geb. 20. 9. 95 in Berlin. Georg Herrmann, Buchbinder, geb. 7. 2. 83 in Lahr. Richard Meinert, Buchbinder, geb. 26. 4. 85 in Beeskow. Wir werden allen ein ehrendes Andenken bewahren! 23/15 Tie Ortsverwaltung. ss T I II I II IM B II MHW l—HM I II I1 lülllil I Wiederum haben wir folgende Turngenossen als Opfer des Weltkrieges zn beklagen: IHchard Haake, Karl Glöckner, Fritz Uckley, Georg Goldmann, Max Demannt, Rudold Schneider, Friedrich Bobeth, Oskar Förster, Hermann Hofsäß, W. Buick, Bruno Spethmann, Friedrich Henkel, Adolf Lehmann, Emil Giese, Albert Lange, 1. Manner-Abteilung. 2. rr rt q n ff ■st rr n 4 ii n 10.„ 11. er n 11.. 11* ii n 13-„ ff 15. ff ff 1°. ff n 10. ff ii 17. ,f 18. Ehre ihrem Andenken l 185/8 l'Lllmazr» rniMrMiaauzrraBMi iwz« Nach 17 Monaten banger Ungewißheit wurde mir die traurige Nachricht zuteil, dafi mein lieber Bräutigam, der Neservist Hermaim Jandt im Alter von 28 Jahren in®e. sangenschast an schwerer Lungen- entzündung am 17. Januar 1915 verstorben ist. niA ES trauert um Dich Deine tiesbetrübte Braut Fmitic Itachmanzi. Wäre jeder so wie er, Gäb' eS weder Krieg noch Not. Als Sobn des Volles starb er Getreu bis in den Tod. Leicht sei Dir die sremde Erde! AIS Opfer des Weltlrieges starb am 29. April 1916 im Lazarett unser lieber Sohn und Bruder, der Musketier fErich Knopf Jnf.-Reg. 44, 1. Komp. In tiefer Trauer 17A Wilhelm und Hedwig Butz, als Ellern. Elisabeth Knopf, als Schwester. Walter und Willi Bu«, als Brüder. Schöneberg, Nymphenburgerstr. 9. Ruhe sanft! Als Opfer des Weltkrieges starb durch einen Granatschug am 30. April mein lieber Man» und guter Bruder, der Laudstlummann KurtPötschke Reserve-Jns.-Regt. Nr. 208, im Alter von 35 Jahren. In tiefem Schmerz Frau Emma Pvtschke, Arno Potschke als Bruder. Wir werden Dich nie vergeffen. AIS Ovser des Weltkrieges starb durch Granatsplitter am 2t. April I 1916 unser lieber Sohn und Bruder, der Pionier Paul Peinhardt 4. Minenwerscr-Bataillon im Atter von 24 Jahren. Im tiesbetrübte» Schmerz F�amiHo Keinhardt. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben 2'ianncS und guten Vaters 17A Wilhelm KrügLr sagen wir allen, insbesondere dem Genossen Obst für die trostreichen Worte am Sarge sowie dem Schöne- bcrger Frauenchor für den Grab. gesang unseren Herzlichsten Dank. Bis trauernden Hinlerbliebenen. Danksagung. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten, die meinem Heben Manne, unserem guten Vater das letzte Geleit gegeben Haben, sowie den oerehrtcn Genossen, welche uns mit Rat und Tat so hilsteich beistanden, zuma- .i>crrn Trinis jür die lebenswahren Worte am Sarge des Entichlafencn, Jbnen allen sagen wir unseren tics. gesühllcsten Dank. H�'-l Witwe Berta Pfaff und Kinder. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die zahlreichen Kranz. wenden bei der Beerdigung unsere» lieben SohneS, Bruders, Onkels und Bräutigams 8232 Karl Esnghorst sage» wir allen Freunden und Bc. kannten, der Firma Baruch und Kot- legen.demVflanzervcreinZinnia.Spar- verein Role Nelke und dem Skatklub Freundichast unseren innigsten Dank Wühelm Langhorst uad Frau. illerantwortlicher Redakteur: Alfred Wiclepp, Neukölln. Für Pen Inseratenteil verantw.: Tb. Glocke, Berlin. Druck U-Beriaa: Vorwärts Buchdruckerei u. Lerlaasaustall Paul Singer 8i So* Berlin SW.