Nr.r».-SS.I«hrs. HbonnementS'ßcä!ngiiB9«h BbomtemnüS• Preis srdramtmmbo viert eijährl. SL0 ÜRt, uumafl. 1�0 Ml, wöchcnlllch 80 Pfg. frei in» fymt. Einzelne Nummer 5 Pfg. Eanntag». Nummer mit illustrierter Sonntag»- Vellage.Die Neue Welt' 10 Pfg. Post« «bounemenl: 130 Marl pro Monat Emgerragen in die Post. Zeltung». Preisliste. Unter Kreuzbant) für Deutichland und Oesterreich. Ungarn ZchO Marl, für da» übrige iluSland i Marl pro Monat Postabonnement» nehmen an Belgien. DSnemarl, Hollands Jwlien, Luxemburg, Portugal. »iumämen. Schweden und die Schweiz. 5 Pfennig) Vit Tnlertlons-Gebfllsr öetrügt für die sech?aefpaltene Kolonel- teile oder deren Raum 60 Pfg, für politische und gcwerlschaftNche Bercin»- und VersammklngS-?lnzeigen 80 Pfg. steine Nnreigen", da» fettgedruckte kort 20 Pfg.(zulässig 2 settgedruckte körte), jede» weitere Wort tO Pfg. Stellengesuche und Schlafitellenmi- zeigen da» erste Wort 10 Pfg, jcdcl wettere Wort 8 Pfg. Worte über lS Buch- 1>aben zählen für zwei Worte. Anscraic ür die nächste Stummer müssen bis > Uhr nachmittag» in der Expeditwn abgegeben tverden. Die Ep-edlliou ist dit 7 Uhr abend» gevssnet c-scheim lZzsich. Nerlinev Volksbl�kk. Megtamm-Hbteffti «SwlaldtmeliTat Btrlli", Zcntfalorgan der rozialdemohratifchen parte» Deutfchlanda. Redaktion: SV. 6$, Linüenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moripplatz, Str. Iii» 30— 151 97. Expedition: SM. 6$, Linöenstraße Z. »Fernsprecher: Amt Moripplap, Nr.»ä» 90—»ö» 97. Gemeinden und Nahrungsmittelfürsorge. Von Paul Hirsch. Die sich häufenden Fälle von Hinterziehungen notwendiger Nahrungsmittel durch gewissenlose Händler und von Bewuche- rung der Verbraucher legen die Frage nahe, ob die Gemeinde- behörden ihre Pflichten im vollen Umfange erfüllt haben. Die Beantwortung dieser Frage ist nicht möglich ohne eine zu- sammenfassende Schilderung der Aufgaben, die den Gemeinden auf dem Gebiete der Nahrungsmittelfürsorge durch die Kriegs- gesetzgebung übertragen sind. Der Kreis der gemeindlichen Betätigung hat durch den Krieg eine wesentliche Erweiterung erfahren. Wenn zu irgend einer Zeit, so hat es sich bei Kriegsausbruch bitter gerächt, daß sich die deutschen Städte früher den sozialdemokratischen Anträgen auf Regelung des Nahrungsmittelverkehrs gegen- über in ihrer großen Mehrheit ablehnend verhalten haben. Hatte doch der Vorstand des deutschen Städtetages ausdrück- lich erklärt, daß es nicht als Aufgabe deutscher Städte an- gesehen werden könnte, dauernd in die Preisgestaltung von Lebensmitteln einzugreifen und Mängel der Wirtschafts- Politik durch kommunale Maßnahmen auszugleichen! In der Tat hatte— von kleinen Ansätzen in München abgesehen— bis zum Januar 1912 noch nicht eine einzige deutsche Stadt den Ein- und Verkauf von Fleisch selbst in die Hand genommen. Erst als im August 1912 die Vieh- und Fleischpreise, besonders die Schweincpreise, eine ganz gewaltige Steigerung erfuhren, griffen die Stadt- Verwaltungen in den Prozeß der Fleischversorgung ein, sie errichteten kommunale Mästereien, sie kauften Fleisch oder lebendes Vieh und verkauften das Fleisch auf eigene Rech- nung an die Konsumenten. Aber auch jetzt noch gingen sie nur zögernd an die neue Aufgabe heran. Im ganzen hatten im Jahre 1912 erst 55 deutsche Gemeinden zusammen für 6,5 bis 8 Millionen Mark Schlachtvieh angekauft, 292 hatten die Versorgung der Bevölkerung mit frischem Fleisch über- nommen,'163 hatten einen Fischverkauf, 5 einen Kartoffel- verkauf eingerichtet, und in 8 Städten bestanden eigene Schweinemästereien. Noch schlimmer stand es mit der Milchversorgung. Nur hier und da stoßen wir auf Ansätze zu einer Organi- sierung des Milchhandels in der Form, daß Stadtgemeinden sich an genossenschaftlichen Gründungen, sogenannten Milch- zentralen, beteiligten und sich einen gewissen Einfluß, sei es in preisbildender, sei es in qualitätsvcrbesscrnder Hinsicht sicherten. Allmählich scheint den Gemeindebehörden die Erkenntnis dafür aufzugehen, wie verkehrt es gewesen ist, der Lebens- Mittelversorgung nicht die erforderliche Aufmerksamkeit zu widmen. So heißt es in einer Vorlage des Karlsruher Stadtrats an den Bürgerausschuß vom Jahre 1915:„Hätte die Stadtverwaltung und damit die städtische Bevölkerung über eine kraftvolle Organisation verfügt, durch die sie die städtischen Jntcreffen in der Milchversorgung gegen- über dem Jnteressenstandpunkte der landwirtschaftlichen Produktion zusammenfassen und wirksam vertreten könnte, so hätte sie aller Voraussicht nach eine Steigerung des Milch- Preises auf die jetzige Höhe von 26 Pf. verhüten, jeden- falls eine viel leichtere Anpassung des Milchprcises an die jeweilige Veränderung der Produktionsbedingungcn er- reichen können.... Eine gut organisierte Milchzentrale ist eben in der der Lage, auf der einen Ssite kraft der von ihr angebahnten und gepflegten Beziehungen zu den Produzenten jeweils die günstigsten Bedingungen für den Bezug der Milch auszunutzen, wie sie auf der anderen Seite durch die technischen Einrichtungen für die Verwertung der Milch und durch die planmäßige Organisation der Milch- Verteilung mit der geringsten Spannung zwischen Ankaufs- und Verkaufspreis auskommen kann." Aehnlich günstige Er- fahrungen wie Karlsruhe mit der Milchversorgung hat ll l m mit der F l e i s ch v e r s o r g u n g erzielt. Ulm ist eine der wenigen Städte, die es verstanden hat, sich über theoretische Einwände hinwegzusetzen und zur Eigenproduktion überzu- gehen, sie gehört der Genossenschaft für rationelle Schweine- zucht an, von der sie jährlich 2999 bis 3999 Schweine bezieht, und war dadurch in der Lage, das Schweinefleisch an Krieger- familien zu dem verhältnismäßig billigen Preise von 1 M. das Pfund abzugeben. Rindfleisch konnte sie, da sie Rinder und Ochsen bester Raffe mästen läßt, daS Pfund für 1,95 M. verkaufen, ihren Kartoffelbedarf kann sie, da sie sich auch der Kartoffclproduktion zugewandt hat, in vollem Umfange selbst decken, und dabei beläuft sich der Selbstkostenpreis auf nur 2 M. für den Zentner. Diese Beispiele zeigen, was die Gemeinden zu leisten im- stände sind, sie sind ein glänzender Beweis für die Richtigkeit unseres Programms, und sie werden uns nach dem Kriege eine wertvolle Handhabe zur Begründung unserer Forderungen bieten. Aber auf der anderen Seite verkennen wir nicht, daß es jetzt während des kkrieges, wo so gewaltige Anforderungen an die Gemeinden gestellt werden und wo es überall an Menschen- Material mangelt, nicht gut oder doch nur sehr beschränktem Maße möglich ist. plötzlich zur Eigenprodu.rion überzugehen. Jahrzehntelange Vernachlässigungen sind nicht i» wsuigen Woche» od« Monaten wett zu macheu. Worauf es jetzt für die Gemeinden ankommt, ist die vorhandenen Nahrungsmittel richtig zu verteilen, die Bcvölkc- rung vor BeWucherung zu schützen und von den ihnen durch die bundcsrätlichen Bekanntmachungen erteilten Befugnissen den zweckentsprechenden Gebrauch zu machen. Genosse Robert Schmidt hat in seinem Artikel.Mängel in der Lebens- mittelversorgung" in Nr. 123 des.Vorwärts" überzeugend nachgewiesen einmal, daß die Bundesratsverordnung betreffend den Verkehr in Fleisch ungenügend ist und sodann, daß auch die Berliner Gemeindebehörden bei der Ausnutzung ihrer Rechte auf halbem Wege stehen geblieben sind. Was für Groß-Berlin gilt, gilt mit wenigen Ausnahmen für alle deutschen Gemeinden. In allzu zarter Rücksichtnahme auf die Interessen der kleinen Händler, die sie nicht schädigen möchten, schrecken sie vor ganzer Arbeit zurück und schädigen so die Interessen der Gesamtheit. Die Bekanntmachung des Bundesrats vom 27. März 191L der- pflichtet die Gemeinden, eine Vcrbrauchsregelung von Fleisch und Flcischwarcn in ihren Bezirken vorzunehmen. Als Fleisch im Änne dieser Verordnung gilt das Fleisch von Rindvieh, Schafen und Schweinen, als Fleischwarcn gelten Fleischkon- servcn, Räucherwaren von Fleisch, Würste aller Art sowie Speck. Die Befugnisse der Gemeinden regeln sich nach der Verordnung über die Errichtung von Preisprüfungsstellen und die Versorgungsregelung. Hiernach sind die Gemeinden mit mehr als 19 999 Einwohnern verpflichtet, andere Gemeinden und Kommunalverbände sind berechtigt, Preisprüfungsstellen zu errichten, die unter anderen! die den örtlichen Verhält- nissen angemessenen Preise au ermitteln und die zu- ständigen Stellen bei der Ucberwachung des Handels mit Gegenständen des notwendigen Lebensbedarfs sowie bei der Verfolgung von Zuwiderhandlungen gegen die Vorschriften über Höchstpreise und über die Regelung des Verkehrs mit Gegenständen des notwendigen Lebensbedarfs zu unterstützen haben. Besonders weitgehend sind diese Befugnisse nicht, namentlich dann nicht, wenn man berücksichtigt, daß wir tat- sächlich eine Knappheit an Nahrungsmitteln haben. Gerade diese Knappheit ist es ja, die den wucherischen Manipulationen Tür und Tor öffnet. Wären die Nahrungsmittel ausreichend, dann würde es nicht möglich sein, notwendige Lebensmittel zurückzuhalten oder durch Ueberschreitung der Höchstpreise die Bevölkerung zu betrügen. Das sollten sich die Wort- sührer der Landwirtschaft gesagt sein lassen, die.jetzt so frohlocken darüber, daß hier und da in den Städten unlautere Elemente aus dem 5kreise der Händler er- tappt sind. So scharf wir das Verhalten dieser Händler verurteilen, so dürfen wir uns doch durch den Unwillen, den ihr Gebaren bei allen anständigen Elementen hervorruft, nicht darüber hinwegtäuschen lassen, daß der Boden für ihre Handlungsweise erst dadurch geebnet worden ist. daß die deutsche Landwirtschaft trotz der hohen Zölle außerstande ist, das deutsche Volk ausreichend zu ernähren. Gerade die Erscheinungen des Krieges haben uns von neuem wert- volle Waffen zum Kampfe gegen die Lcbcnsmittelzöllc ge- liefert und gezeigt, daß>vir mit unserer Forderung auf Be- seitiguug aller Lebensmittelzölle auf dem richtigen Wege sind. Das muß man sich vor Augen halten, wenn nian sich fragt, was die Gemeinden heute zu tun in der Lage sind. Ihre Aufgabe ist es im wesentlichen, den Verkehr in die richtigen Bahnen zu lenken und eine strenge Kontrolle über die von ihnen getroffenen Anordnungen auszuüben. Ist wenig vorhanden, dann muß dafür gesorgt werden, daß wenigstens das, was da ist, gerecht verteilt wird. Allgemein durchgeführt ist die Rationierung eigentlich nur beim Brot und Mehl. Hier hat das Reich von vorn- hersi» mit kräftiger Hand zugegriffen und jeder Spekulation vorgebeugt. Beim Zucker hat man einen ähnlichen Weg be- schritten, allerdings erst reichlich spät, so daß die Rationen, die auf den 5lopf der Bevölkerung entfallen, in gar keinem Verhältnis zu der Produktion an diesem unentbehrlichen Nahrungsniittcl stehen. Bei den Kartoffeln, der Milch, dem Fett und dem Fleisch hat die Regierung von so durchgreifenden Maßnahmen wie beim Brot und Mehl Ab- stand genommen. Die Folgen sehen wir in den bedauer- lichen Erscheinungen, die wir tagtäglich beobachten können, daß Tausende von Käufern die Läden belagern und schließlich nach stundenlangem Warten unvcrrichtctcr Sache nach Hause gehen muffen. Ganz besonders tritt der Mißstand jetzt bei dem Verkehr in Fleisch zutage; er hätte vermieden werden können, wenn die Regierung sich zur Einfiihrung der RcichLfleischkarte entschlossen hätte. In Württem- berg, Bayern und Sachsen ist sie von Landeswegcn ein- geführt, in Preußen nicht. Um so mehr sollten die Gemeinden von ihrer Befugnis Gebrauch machen und wenigstens für ihren engen Bezirk so schnell wie möglich zur Einführung von Fleischkarten übergehen. Die Schwierigkeiten sind groß, aber sie sind nicht unüberwindbar, und wenn auch nicht allen Wünschen dadurch Rechnung getragen werden kann, so kann doch das eine erreicht werden, daß das Quantum Fleisch, über das die Gemeinde verfügt, gerecht verteilt wird, damit nicht die einen wochenlang darben müssen, während die an- deren täglich Fleisch essen können. Hand in Hand damit muß die Schaffung beson- derer städtischer Verkaufsstellen cinhergehen, denn nur so ist eine ausreichende Kontrolle möglich. Für die dadurch ausgeschalteten Händler bietet sich eine Verwendung� Möglichkeit als städtische Augestellte, die mit dem Verkauf traut werden können, sie werden sich dabei nicht schlechter stehen als heute; aber allen Durchstechereien wird dadurch vorgebeugt. Selbst diejenigen, die an sich in dem Zwischenhandel ihr Ideal erblicken, werden sich der Erkenntnis nicht verschließen können, daß es sich hierbei um eine Kriegs- Notwendigkeit handelt, hinter der jedes Sonderintercffe auf den einzelnen zurückzutreten hat. «• * Der offiziöse.Nachrichtendienst für ErnährungSftogen" schreibt: .Roch ist die Auffassung nicht überall durchgedrungen, daß die Gemeinden, ebenso wie das Feuerlöschwesen, die Wasser- Versorgung, die Gas« und Elektrizitätsherstellung in die Hand ge- nommen haben, unter derKriegswirtschast geradezu verpflichtet sind, Wer- teilung undOrganisation am Lebensmittelmarkt in die Hand zu nehmen. Man sollle darauf bedacht sein, die Milch« und die Fleisch- Versorgung zu regeln. Am durchgreifendsten wird hierbei die Errichtung von EigcnerzeugungSstätten wirken neben weit- gehender Unterstützung der Eigenerzcugung der Verbraucher.. Wege dazu gibt es genügend. Tie Gemeindcir können Mittler zwischen landwirtschaftlichen Erzeugungsstätten und den in ihrem Bezirk wohnenden Kleinhändlern sein, denen die gleichmäßige Verteilung an die Verbraucher übertragen wird. Sie können auch zur Eigenerzeugung übergehen und städtische Molkereien und Schweinemastanstalten errichten. Sie können auch durch Mietung leerstehender Ställe, Beschaffung von Milchkühen und Milchziegen innerhalb der Vcrbraucherkrcise und der benifsmätzigen Mollereieu steigernd auf die Erzeugung wirken. Sie können durch Gewährung von Prämien in gleichem Sinne anregend tätig sein, kurz, in der Hand der Gemeinden liegt eine große Zahl von Hilfsmitteln, durch die die Verhältnisse am Lebensmittelmarkt wesentlich gebeffert werden können. DaS Gleiche gilt für die Bodenbestellung. Stellenweise ist zweifellos die Landwirtschaft nicht in der Lage gewesen, in gleichem Umfange wie früher die Felder zu besorgen. Arbeiter-, Spannvieh- und Dungmangel haben manchen Landwirt veranlaßt, zu seineni Eigenbesitz hinzugepachtete Ackerflächen auszugeben. Er ist mit der Bearbeitung seines Besitzes mehr als ausreichend beschäftigt. Diese entstandene Lücke müssen die Gemeinden auszufüllen bemüht sein und sie müssen nach Möglichkeit hierfür freiwillige Kräfte aus ihrem Einwohnerkreis heranziehen, die vaterländisch denken und ihre Kraft und Kcnntniffe gern in den Dienst der Allgemeinheit stellen." Die Antwort Amerikas. London, 9. Mai.(T. N.) Die Blätter vernehmen nuS Washington, daß am Montag eine k u r z e N o t e— die Antwortnote auf die deutsche— nach B criin gesandt wurde. London, 9. Mai.(W. T. B.s Meldung des Reutrrschen BnreauS. Die amerikanische Regierung hat gestern eine Antwortnote an Deutschland abgesandt; sie enthält nnr zweihundert Worte. »» * London, 9. Mai.(W. T. B.) Das Ncutcrschc Bureau meldet aus Washington: Die amerikanische Note an De u t s ch l a n d hat folgenden Wortlaut: Die Note der Kaiserlichen Regierung vom 1 ist von der Regierung sorgfältig evivogen worden. Sie ist nainentlich zur Kenntnis genommen worden als Angabe der Absicht der Kaiserlichen Negierung, künftig ihr Aeußerstes zu tun, um die Kriegsoperaftonen für die Dauer des Krieges auf die Be- kämpfung der Streitkräfte der Kriegführenden zu beschränken, und daß sie beschlossen hat, allen ihren Kommandanten zur See die Beschränkungen aufzuerlegen, die die Regeln des Völkerrechts anerkennen, und worauf die Regierung der Der- einigten Staaten in all den Monaten bestanden hat, seitdem die Kaiserliche Regierung am 4. Februar 1915 denjenigen Unterseebootkrieg angekündigt hat, der jetzt glücklicherweise aufgegeben ist. Die Regierung der Vereinigten Staaten hat sich in ihren geduldigen Bemühungen, die kritischen Fragen, die aus jener Politik entstanden sind, und die die guten Be- zichungen der beiden Länder so ernstlich bedrohten, zu einem sreundichaftlichen Ausgleich zu bringen, beständig durch die Gefühle der Freundschaft leiten und zurückhalten laffen. Tie Regierung der Vereinigten Staaten verläßt sich darauf, daß jene Erklärung hinfort gewissenhaft ausgeführt werden wird. Die jetzige Aenderung der Politik der Kaiserlichen Regierung ist geeignet, die hauptsächliche Gefahr einer Unterbrechung der guten Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland zu beseitigen. Die Regierung der Vereinigten Staaten hält es für notwendig zu erklären, daß sie es für ausgemacht hält, daß Deutschland nicht beabsichtigt, annehmen zu lassen, daß die Aufrechterhaltung der neu angekündigten Politik in irgendeiner Weise von dem Verlauf oder dem Ergebnis der diplomatischen Verhandlungen zwischen den Ver- emigten Staaten und irgendeiner anderen kriegführenden Rc- gicrung abhänge, obwohl einige Stellen in der Note der Kaiserlichen Regierung vom 4. Mai so ausgelegt werden könnten. Um jedoch ein mögliches Mißverständnis zu ver- meiden, tut die Ncgieming der Vereinigten Staaten der Kaiserlichen Negierung zu wissen, daß sie sich keinen Augen- blick aus die Idee einlassen, geschweige sie erörtern kann, daß die Achtung der Stechte amerikanischer Bürger auf der hohen See durch die deutschen Maeinebehörden irgewwne oder im geringsten Maße von Sem Verhalten einer anderen Regierung abhängig gemacht werden sollte, denn die Verantwortung mit Vezug auf die Rechte der Neutralen und der Nichtkämpser ist rtwaS Individuelles uird nichts Gemeinschaftliches, etwas Absolutes und nicht etwas Relatives. NotizdeSW. T.B. Wie wir festgestellt haben, liegt der deutschen Regierung diese Note n o ch n i ch t vor. Die Aufnahme öer üeutschen Note in Amerika. Kölu Rh.. 8. Mai.(W. T. B.) Ter Berichterstatter der„Kölnischen Zeitung" in Washington sendet Funksprüche, in denen eS unter anderem heißt: In Kongreßkreisen enthält man sich noch des Urteils, aber die Empfindung herrscht vor, daß die Regierung nicht im Rechte wäre, wenn sie jetzt -.um Bruche schreiten sollte. Senator Hughes sagte:„Ich glaube nicht, daß ein Bruch gerechtfertigt wäre bei dieser Antwort. Ter Haken scheint nur zu sein, daß die Versprechungen bedingungsweise gegeben sind. Die Endsätze der Note enthalten sogar eine .l r t D r o h u n g." Die letzten Berichte deuten an, daß »ie Note von der Regierung allein im Lichte der Anweisungen an die Kommandanten der deutschen Seestreitkräste betrachtet und daher für befriedigend gehalten wird, wenn nicht etwa neue Fälle sick> ereignen. Der Ton ist auf» reizend, aber noch ausreizender scheint in dieser Note die Be- weissührung und die Notwendigkeit eines Vorgehens gegen England zu sein. Ob eine Antwort crsolgen wird, ist noch unentsllfieden.— Das Kabinett hält die Note für unangenehm, aber sehr geschickt aufgesetzt. Tic überwiegende Mehrheit Himmt dahin übercin, daß ein Bruch unmöglich i st. Von noch größerer Wichtigkeit als die Erfüllung der amerika- nischen Forderungen wird die erste amtliche Ankündigung angesehen, daß Deutschland bereit sei zum Frieden. Eine Umfrage im Kongreß enthüllt die Furcht mancher Kreise. daß die 5!ote amerikanische Sympathien zugunsten Deutsch- iands erwecken werde. Einige denken, die Antwort sei zu 'ehr antibritisch gehalten. Was die Amerikaner hauptsächlich tiört. ist das klare Verlangen der Note, gegen England vor- zugehen. Die Berechtigung dieses Verlangens ist zu offen- kundig, und es verursacht daher die größte Unruhe, da viele Zeitungen und führende Männer gerade ein der- artigeh Vorgehen verlangen. ÄlleS in allem ist der Eindruck ausgezeichnet. New Uort. 6. Mai.(Funkspruch bei Vertreters von 28. 2. 83.) Die deutsch« Antwort ist stückweise an- aekommen und ebenso veröffentlicht worden. Der erste T e i l der Äntwort, welcher früh am Bormittag eintraf, machte einen entschieden unvorteilbofteir Eindruck, welcher jedoch nach Eingang deS vollständigen Textes einer hoffnungsvolleren Empfin- o u n g wich. Die Meinung über den Wert der deutschen ZugestSnd- niss« ist geteilt, aber die Meinung überwiegt, daß die Z u g e st ä n d- a i f s e annehmbar seien. „Associated Preß" berichtet auS Washington: Wilson und daZ Kabinett prüften die Antwort sorgfältig. Die erste Emp- undung. daß sie nicht zufriedenstellend sei, wurde durch den Inhalt .vr neuen Befehle an die Unterseebootskommandanten etwas ge- wandelt, während man für die endgültige Entscheidung den amtlichen Text abwartet. Einige Kabinettömitglieder deuteten an, daß die deutschen Zusicherungen wahrscheinlich ange» nommen und die diplomatischen Beziehungen nicht abgebrochen werden würden, außer wenn der Befehl an die Unterseebootskommandanten ver- etzt und Amerikaner in Lebensgefahr gebracht würden. Die Kabinettssitzung dauerte zwei und ein« halbe Etunde und war die längste seit vielen Monaten. Während der allgemeine Ton der Rote einen ungünstigen Ein- "ruck machte, stellten amtliche Kreise sich auf den Standpunkt, daß die AuSdruckSweise nichts zur Sache tue, wenn die Bürgschaften nur zuverlässig seien. Die Erklärung Deutschlands, daß neue befehle an die Unterseeboots-Krmmandanten«klaffen seien,„Kauf- 'ohrtteiichiffe. welche völkerrechtlich anerkannt seien, nicht ohne War- «illig m GreW SWkWtliers. Amtlich. Großes Hauptquartier, be» S. Mai 1916. Meter vor uns, eine Granate ein. Der Feind hatte es auf die zu weit vorgegangene Bagage abgesehen. Schleunigst machte die Gulaschkanone kehrt und floh auf uns zu. Sie hatte noch gut abgeschnitten, ei war nichts passiert. Geradeaus und links befand sich ein Wald, und bis dahin batte sich der Feind vorgewagt, unterstützt von Artillerie. Plötzlich schlug eine Gcwehrsalve in unsere Kolonne hinein.„Die Serben wollen meinen Hochzeitstag feiern." sagte ich schnell zu meinem Rebenmann; denn cS kam das Kommando zum Ausschwärmen. Wieder begrüßte uns eine Salve.„Hinlegen," hieß es. Ter Be» seist zum Feuern kam nicht, denn der Feind war nirgend zu sehen, er saß versteckt im Walde. Unsere Artillerie war indetz nicht un- tälig geblieben. Hinüber und herüber scholl der Donner. Schließ- lich wurde der Feind von zwei Bataillonen in der Flanke gefaßt und räumte eilends den Wald. Wir machten doch noch Kehrt und zurück gings dreiviertel Stunde ins nächste Dorf. Bald waren wir wieder häuslich eingerichtet und hatten die Sachen zum Trocknen gehängt. Aber wir hatten kaum eine Stunde geschlafen, da schlug wieder das ominöse„Fertigmachen" an unser Ohr. Es war&1Ö Uhr. Nach zehn Minute» standen wir marschbereit auf der Dorf. stratze.„Ne Nachtpartie bei uffgeweichtem Boden, ooch wat Scheenet." meinte ein Berliner. Ein Stolpern, Rutschen, zeitweises Abreißen der einzelnen Gruppen, Schimpfen und Fluchen, und zwischendurch Befehle. Durch und über Gräben mit und ohne Wasser, durch Wald und Feld, über Berge marschierten wir, bis end- lich gegen zwei Uhr wieder ein Torf kam. Umgeschnallt, jeden Moment marschbereit, durften wir zwei Stunden schlafen. Zwar lagen wir auf Steinboden, in einer Wein. kelterei, immerhin war'S besser wie draußen. Die Kleider waren noch naß, wenn auch der Regen ausgesetzt hatte. Bor Nässe und Kälte zitternd schliefen wir«in. Um vier Uhr wurden wir geweckt und nach vorn ging es, den Serben entgegen. Das war mein Hochzeitstag. Wie ich verwundet wurde. Ein steiler, schmaler Fußpfad, den ein nicht tiefer, aber breiter Bach durchschnitt, führte zur Höhe empor. Ter Loden war vom taaelangen Regen völlig durchweicht und schlüpfrig. Vorsichtig, in Abständen von zwanzig Metern, klommen wir langsam empor. Zweimal war die Verbindung abgerissen, denn der Pfad mündete auf der Höhe in ein noch nicht abgeerntete? mannshohes Maizfeld. An das Maisfeld schloß sich rechts ein nicht allzudichter AZald an. Am Rande lag ein kleines Gehöft, in dem ein armseliges Bauernhaus stand. TaS Maisfeld dehnte sich bis vor das Häuschen aus, war aber, hier bereits abgeerntet. Eine amtliche Mjchüttelung. Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Die Zeitungen haben eine Unterredung veröffentlicht. in der sich der hiesige amerikanische Botschafter Mr. Gerard über böswillige Erfindungen äußerte, die ihn und seine Gemahlin deutschfeindlicher Gesinnungen und Hand- lungen bezichtigt haben. Daß sich Leute zu Trägern und Verbreitern solcher Erzählungen her- g e g e b en h a b en. so llte man kaum für glaub- l i ch h a l t c n. Es versteht sich von selbst, daß niemand. der den Botschafter und seine Gemahlin kennt, am wenigsten amtliche Kreise, an die Wahrheit dieser Aus- st reuungen geglaubt hat. Aber wir sind der Mei- nung, daß sie nicht scharf genug zurückgewiesen werden können. /lblehnung einer Zrieüensvermittelung üurch Wilson! Rotterdam, 9. Mai.(W. T. B.) Dem„Maasbode" zufolge melden„Central News" aus Washington. man versichere in unterrichteten Kreisen, daß Präsident Wilson das Ersuchen des Papstes um Ver- Mittelung zugunsten des europäischen Fric- dens rundweg abgelehnt habe. Freilassung ües üeutschen Konsuls von Saloniki. Toulon, g. Mai.(W. T. B.)(Meldung der„Agence Havas'.) Auf Befehl des Ministers des Auswärtigen ist der d e u t s ck e Konsul in Saloniki und sein Personal, welche sämtlich vor einigen Monaten nach Toulon gebracht und in einem Fort inter- niert waren, an die Schweizer Grenze geführt worden. venizelos gewählt. Bern, 9. Mai.(W. T. SB.) Laut einer Athener Meldung des „Petit Journal" ist VenizeloS in Mhtilene zum Abgeordneten gewählt worden. Ein Gegenkandidat war nicht aufgestellt. Venize. los erklärte, daß er feinen Sitz im Parlament nicht einnehmen werde. der französische Tagesbericht. Paris, 9. Mai.(W. T. B.) Amtlicher Bericht von Montag nachmittag. Auf dem linken Ufer der Maas dauerten die Kämpfe im Laufe der Nacht erbittert an. In der Gegend der Höhe°0i brachen sich die wütenden Versuche des Feindes vor unserem Widerstande und brachten den Deutschen nur außerordentlich hohe Verluste ein. Ein lebhafter Gegenangriff unserer Truppen vertrieb den Feind aus dem Verbindungsgraben östlich der Höhe 804, wo er sich gestern festgesetzt hatte. Wir machten etwa SV Gefangene. Auf dem rechten Ufer der MaaS in der Gegend südlich deS Waldes von Haudromont warfen wir im Laufe einer Reihe von Nachtkämpfen die Deutschen auS dem größten Teile der Abschnitte erster Linie wieder heraus, in die sie gestern eingedrungen waren. Etwa 30 Gefangene, darunter 2 Offiziere blieben in unseren Händen. Es bestätigt sich, daß die gestern auf einer Frout von über zwei Kilometern zwischen dem Walde von Haudromont und dem Fort Douaumont ausgeführte Angriffsunter- nehmung dem Feinde bedeutende Opfer gekostet hat. An der übrigen Front verlief die Nacht ruhig, außer in der Gegend des Waldes von CumiereS und von Jury westlich von Pont-a-Mousson, wo sich die Artillerie sehr tätig zeigte. Flugwesen: Zwei deutsche Flugzeuge wurden im Luftkampf in der Gegend von Berdun zum Absturz gebracht. Eins von ihnen fiel in der Gegend von Orne» nieder, daS andere, das ernstlich be« schädigt war, war gezwungen, südlich von AzanneS zu landen. Paris, V.Mai.(W. T. B.) Amtlicher Bericht von gestern abend. Am linken Ufer der MaaS dauerte die Be- ichießung mit derselben Heftigkeit auf den Wald von Avocourt so- wie in der ganzen Gegend der Höhe 304 an. Ein im Laufe i�eS Jetzt sollte unS die Hütte zur Sicherung alz Vorposten dienen. In ihr sah es traurig aus. Drei Erwachsene und ztvei Kinder waren die Insassen. Ein Mann, ungefähr 70 Jahre alt, und zwei Frauen, eine Anfang der Dreißiger— die Mutter der Kinder im ungefähren Alter von eineinhalb und vier Jahren, wohingegen die andere Frau an fünfunddreitzig Jahre zählen mochte. Wir machten den Leuten klar, daß sie sich zu entfernen hätten, waren ihnen be. hilflich, so schnell wie möglich alle? Nötige aus dem Bouernwagcn zu verstauen, setzten Frauen und Kinder obenauf und bald war der Wagen auf dem Wege ins Torf unseren Blicken entschwunden. Doch der Alte war durch nichts zu bewegen, seinen Herd zu verlassen: hatte er doch bemerkt, daß wir keine Vandalen waren. Denn vorher wurde die ganze Familie durch unsere Gulaschkanone gespeist und konnte nicht so viel essen, wie sie bekam. Selbst die arg verängstigten Kinder waren zutraulich geworden. Doch der Alt« war unS hin. derlich. Zweimal hatten wir ihn schon den Frauen nach ins Dorf gewiesen; zweimal war er wieder zurückgekehrt, bis er endlich vurck- drei Kameraden direkt ins Dorf geführt wurde. Hierbei hatte ich zum erstenmal Gelegenheit, die Serben genauer kennen zu lernen. Etwas Schroffes, Herbes. Eckiges kennzeichnet alle. Selbst die Frauen verraten ein etwas männliches Aeußere. Im allgemeinen ist eS ein großer, kräftiger Menschenschlag. Das wechselnde Klima, die rauhe Gebirgslandschaft drückt ihnen den Stempel auf._ Den zweiten Tag lagen wir nun schon hier oben. Sollte es nicht zum Kampf kommen? Die letzt« Nacht war ich auf Horch- Posten an einer Stelle, wo der Wald einen Ausblick gestattete. Links hatten wir angeblich nichts zu fürchten, ebenso sollte halblinks ein Dorf in einer tiefen Schlucht von unseren Truppen besetzt sein. Nichts vom Feind zu merken. So war also unsere Kompaanl« schon trotz ihrer polierten Stellung ziemlich sorglos geworden. . Gegen zehn Uhr vormittags prasselte plötzlich heftiges Artillerie. scuer auf un,ere Hütte hernieder. Wir traten heraus. Da empfing uns auch schon e,n mörderisches Artillerie- und Jnfanteriefeuer. Der erste Zug war bereits nach ganz rechts tjuSgeschwärm:. ©chleurngst mußten wir zurück und hinten herum am Abhang lang zur linken Flanke hinüber. Doch wir tonnten uns hier nicht entwickeln, mußten erst durch �sthtung. Unheimliches Feuer prasselte uns entgegen. Doch es half Nichts.„Hinwerfen," hieß es,„im Kriechen ausschwärmen und entwickeln." Eine Hecke hielt unS auf. Schon kamen die Serben in wohlgeordneter Schützenlinie auf 300 Meter heran. Wie ich nachber erfuhr, standen zwei Bataillone einer Kompagnie gegen. über. Was der Flintenlauf hergeben konnte, wurde verschossen. Wenn auch die Reihen drüben sich lichteten, so tvaren es immer noch genug, uns zu erdrücken. Jetzt kam der Befehl:„Weiter vorgehen und etwas rechts schwenken." Ich hob daS rechte Bein zum Sprung, da. ein heftiger Schlag im Oberschenkel; ich konnte nicht auf. Gi» Schutz hatte das Bein durchbohrt. Ich rief nach dem Sanitäter, doch eS kam keiner, kroch zurück bis zur Hecke; da lagen sie und hatten daS Rufen überhört. Ein Verband war bald angelegt; dann galt es, eine Stunde ins Torf zum nächsten Verbandplatz zu kommen. Ich brauchte Stunden mit Unterstützung des Sanitäters dazu. Wiederholt mußten wir uns hinwerfen, ehe wir aus dem Feuer» bereich kamen. Dazu die Schmerzen, dex schlüpfrige Weg-" zum NachnMagZ auf unsere Stellungen auf der Höhe 287 westlich der Höhe 80i eingeleiteter deutscher Angriff wurde durch unser Sperr- teuer und unsere Maschinengewehre angehallen. Auf dem rechten Ufer und in der Woevre ziemlich lebhafter Geschützkampf. Unsere Satierien beschossen wirksam feindliche Lager nordwestlich von Euvcsin und südlich von Thiaucourt. Auf der übrigen Front verlief der Tag verhältnismäßig ruhig. Belgischer Bericht: In der Gegend von Dixmuds versuchten die Deutschen gestern abend und heute früh zweimal, das heftige Feuer wieder aufzunehmen, das die letzten Tage gekenn- zeichnet hat. Unsere Geschütze sämtlichen Kalibers traten in Tätigkeit und machten diesen beiden Versuchen rasch ein Ende. die englische Melöung. London, 8. Mai. fW. T. B.) Meldung des Reuterschen Bureaus. General H a i g berichtet: Gestern nacht herrschte an verschiedenen Bunkten der Front einige Tätigkeit. Der Feind drang nach einer heftigen Beschießung in das Gehöft von Thiepval ein und fügte uns einige Verluste zu,»he er vertrieben wurde. Der Feind ließ einige Tote und einen Gefangenen in unseren Laufgräben zurück. Wir überfielen mit Erfolg die Laufgräben nördlich des Ge- Höstes von Thiepval, trieben die Besetzung in die Unterslände und bewarfen sie dort erfolgreich mit Bomben. Wir lieferten auch ein gelungenes Gefecht bei FromelleS, drangen dort in die feindlichen Laufgräben, die gut besetzt waren, ein und verursachten beträchtliche 'Verluste. Unsere Verluste waren in beiden Fällen sehr gering. Diese Ueberfälle wurden von den wallisischen und JnniSkilling- Füsilieren gemacht. Bei Dpern war gestern nacht und heute die Artillerie tätig. Ankunft australischer unö neuseelänöischer Truppen in Frankreich. London, 3. Mai.(W. T. B) Das Kriegsamt meldet: Australische und neuseeländische Truppen sind in Frankreich eingetroffen und haben einen Front- abschnitt übernommen. Der rujstsche Kriegsbericht. Petersburg, S. Mai.(W. T. B.) Amtlicher Bericht vom ».Mai. Westfront: Unsere Artillerie schoß Jlluxt in Brand, verhinderte durch ihr Feuer Löschversuche und bewirkte dadurch das Ausfliegen eines deutschen Munitionslagers. Gestern um 1 Uhr in ver Nacht machten die Deutschen in einem Unterabschnitt südlich Jlluxt einen Feuerüberfall und versuchten anschließend daran einen Angriff anzusetzen, er war jedoch ohne jeden Erfolg. Die Deutschen beschossen ebenfalls sehr heftig den Abschnitt nördlich Jlsersee sg.S Kilometer) südwestlich von Dünaburg. Südlich des Fleckens Wischnew(19 Kilometer südlich Krewo) ent« wickelten die Deutschen am Morgen des 7. Mai eine Feuertäligkeit. die sich allmählich zum Arnllerie-Trommel- feuer steigerte. Zwei deutsche Flugzeuge warfen acht Bombe» aus den Flecken Ljachowitschi(21 Kilometer südösttt», Baranowilschi). Nordwestlich Krcmeniec ließen wir eine Ouetschmine ausfliegen und zerstörten damit eine Minenlage des Feindes. Galizien: Südlich Cebrow(21 Kilometer) nordwestlich Tarnopol brachen unsere Grenadiere aus einem Minentrichter gegen einen feindlichen Posten vor und zerstreuten ihn durch Handgranaten. Schwarzes Meer: Der Kreuzer.Breslau' beschoß E u p a t o r i a(IIS Kilometer nödlich Sewastopol), das eine See- und Wetterstation hat, aber unbefestigt ist. Kaukasus: In Richtung Erzindjam gingen die Türken unter dem Eindruck unseres Feuers zurück und gaben ihre ganze erste Verteidigungslinie auf._ Meldung der italienischen Heeresleitung. Ro», 9. Mai.(W. T. B.) Amtlicher Bericht vom Montag. Im Adamellogebiet eröffnete unser« auf die Höhe der Lobbia Alra(819S Meter) geschaffte Artillerie das Feuer auf feind- liche Verteidigungsanlagen am Col Topeta und zerstörte sie. AuS weiter zurückgelegenen Stellungen beschossen unsere mittleren Kaliber die rückwärtigen Verbindungen der feindlichen Linien und das Val Genova(Sorca). Längs der Trienter Front und im oberen Etschtal wachsende Tätigkeit beider Artillerien. Lebhafte Zusammenstöße der Infanterie wurden gemeldet von der Marmolata, dem Col Falzarego und dem Culla(Becken von Flilsch). Ueberoll wurde der Feind Unglück hatte sich noch mein Verband gelöst und war herunter. gerutscht; das Blut sickerte in Hosen, Strümpfe und Stiefel, bis ich endlich auf dem Verbandplatz dem Arzt übergeben wurde. Hier waren schon verschiedene Kameraden angelangt. Die Serben hatten tzut gezielt. Nachher erfuhren wir, daß unsere Kam- pagnie zurückgeichlagen wurde, aber durch zwei Reservekompagnien aus dem Dorfe und unter kräftiger Mithilfe der Artillerie dem Feind alles Errungene wieder abnahmen, darunter auch verschiedene der Unseligen, die bereits in Gefangenschaft geraten waren. ES war ein heißer Tag und mancher Brave mutzte sein Leben lassen. »» Wie froh waren wir Verwundete, als wir die Donau hinter uns hatten und unS in Freundesland befanden. Wir konnten nun ausruhen, schlafen soviel wir wollten, lagen in sauberen Betten. Nur die Schmerzen und das Gestöhn ringsum erinnerten uns an die Wirkung des Krieges. Im Lazarett. Ich befand mich in einem Saal, in welchem 250 Mann unter. gebracht waren. Neben mir einer. Kopf. Arme und Hände voll- ständig im Verband, nur die Augen und ein Spalt für den Mund waren sichtbar. Eine Schwefelgranate hatte ihn furchtbar verbrannt. Leise wimmernd lag er da. Ein anderer wieder sprang ungefähr all« Stunde auf, als sähe er� etwas Ungeheuerliches auf sich zukommen, schrie los, um dann erschöpft dazuliegen, bis aufs Neue ein Anfall kam. Er hatte eine Armverletzung und war� verschüttet gewesen. Am zweiten Tage starb er, ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben. Aehnlich erging es einem Kameraden, der durch einen Bajonett- stich in den Leib bis jjum Rücken durchbohrt war. Auch dieser schrie und wimmerte vor Schmerzen� bis auch ihn der Tod am fünften Tage erlöste. Einem jungen Menschen von kaum zwanzig Jahren war das halbe Bein zerschmettert, und da Brand zu kam. mußte es fast voll- ständig amputiert werden. Nur ein kleiner Stumpf, unter Watte und mächtigem Verband verborgen, ragte wie anklagend in die Höhe. Wie glücklich kenn ich mir mit meiner verhältnismäßig kleinen Wunde vor. Jeden Vormittag kamen die Aerzte. Wo nötig, wurden die Verbände gelöst und erneuert,"äo mancher sonst so Tapfere zitterte schon vor der Berührung, doch es mußte ia sein. An alles dies gewöhnt man sich, man wird ruhiger und lächelt, wenn die Schwester mit liebevoller Hand eine Gefälligkeit erweist. Störend empfand ich es nur, und mancher pflichtete mir bei, daß man uns. die wir alle so Schweres erlebt, uns nach Ruhe sehnten, mit religiösen, kirchlichen Zeremonien kam. die das seelische Gleich. gewicht vieler störten, auch wohl den Heilprozetz unterbanden. Hat jemand Verlangen nach dergleichen, gut, aber man dränge es nicht allen auf. Nun bin ich leidlich wiederhergestellt, kann wieder lausen, nur em Nervenleiden d-Mdert Mich noch. izl ' zurückgeworfen und ließ einige Gefangene in unseren Händen, vor unseren Stellungen am Cukla haben wir etwa 190 Gewehre und viel Munition aufgesammelt, die in den letzten Gefechten gefallenen Feinden abgenommen wurden. Ein starkes Flugzeuggeschwader unternahm gestern einen Einfall ins Etschtal und warf zahlreiche Bomben auf Mattarello und Calliano ab, die Mittelpunkte feind- licher Ansammlungen sind. Trotz heftigen Feuers der Abwehr- geschütze kehrten die Flugzeuge sämtlich unversehrt zurück. Ein feindliches Flugzeuggeschwader überflog die Ebene des unteren Jsonzo und warf Bomben ab, ohne Personen zu treffen oder sonstigen Schaden anzurichten._ C a d o r n a. Bericht öes türkischen Hauptquartiers. Äoustautinopel, 9. Mai.(W. T. B.) Bericht des Hauptquartiers. An der I r a k f r o n t im Abschnitt von Felahie nur zeitweise aussetzende Tätigkeit der beiden Artillerien. Das Steigen des Tigris hat auf beiden Sellen einen Teil der Gräben zerstört. Wir haben die unsrigen sogleich wieder in Stand gesetzt.— Die Namen der höheren Kommandeure, die bei Kut el Amara gefangen genommen wurden, sind folgende: Außer dem General Townshend der Kommandant der 6. Infanteriedivision Powna und der Divisionär Matios, die Kommandeurs der 16., 17. und 18. Brigade, nämlich die Generäle Dalmack und Hamilton sowie Oberst Evens, ferner der Kommandeur der Artillerie Smith, sowie 531 sonstige Offiziere niederen Grades, darunter die Hälfte Europäer, der Rest Inder. Von den gefangenen Soldaten sind 25 Proz. Engländer, die übrigen Inder. Obwohl der Feind vor der Kapitulation einen Teil der Geschütze. Gewehre und Kriegsmaterial zerstörte und das Uebrige in den Tigris warf, verblieb noch eine Beute, die bis jetzt noch gezählt wird und mit leichten Ausbesserungen verwendbar ist, nämlich 4» Ka- nonen verschiedenen Kalibers, 20 Maschinengewehre, fast 5000 Gewehre und eine große Menge Artillerie- und Infanterie- munition, ein großes und ein kleines Schiff, die gegenwärtig wieder verwendet werden, 4 Automobile, 3 Flugzeuge und eine Menge Kriegsgerät, das noch nicht gezählt ist. Die Waffen und die Munition, die in den Fluß geworfen wurden, werden nach und nach geborgen. Diejenigen Einwohner von Kut el Amara, die nicht zu uns hinüberkommen konnten, empfingen uns mit großer Festlichkell und vergossen Freudentränen beim Einzüge unserer Truppen, die sich vor allem damit befaßten, den Belagerten Lebensmittel auszuteilen. An der Kaukasusfront nichts von Bedeutung. In Sstnyrna schössen ein Torpedoboot und zwei Wacht- schiffe auf der Höhe der Enge von Mekri ungefähr 100 Gra- naten ohne Wirkung auf die Umgebung von Mefei ab. In den letzten Kämpfen bei Katia und bei Divar West- lich davon und 15 Kilometer östlich vom Suezkanal nahmen wir dem Feinde 240 Lasttiere, 120 Kamele. 67 Zelte, 220 Sättel, 57 Kisten Munition, 100 Gewehre, 2 Maschinen- gewehre, 163 Säbel und eine Menge Bajonette, Konserven und andere Gegenstände ab. An der Front von Aden versuchte am 10. März eine feindliche, aus Infanterie und Kavallerie zusammengesetzte Abteilung, durch eine Flankenbewegung unsere Abteilung nördlich von Scheik Osman zu überraschen. Sie wurde zurückgewiesen und ließ Tote und Verwundete am Platze. Am 15. und 16. März unternahm unsere auf Amad nord- östlich von Scheik Osman entsandte Abteilung einen über- raschenden Angriff, der gelang. Der Feind gab nach zwei- stündigem Widerstand Amad auf und zog sich nach Süden zurück trotz seiner schweren Geschütze, die von Scheik Osman herangeführt worden waren und trotz der Kanonen� eines Kreuzers, der sich östlich von Amad befand. In dieser Schlacht verlor der Feind 7 Offiziere und mehr als 300 sonstige Tote und Verwundete, unsere Verluste dagegen betragen etwa 30 Mann. vom IJ-Soot-Krieg. Amsterdam, 8. Mai.(W. T. B.) Wie das Reutersche Bureau meldet, soll die.Cymric' von einem deutschen Unterseeboot im Atlantischen Ozean torpediert worden sein. Amsterdam, 8. Mai.(W. T. B.) Räch einer LlohdSmeldung soll sich der White Star Dampfer.Cymric'(18096 R..T.) in sinkendem Zustande befinden. Die.Cymric' hatte keine Fahrgäste an Bord; sie befand sich mit gemischter Ladung auf der Heimreise nach England. Brest, 9. Mai.(W. T. B.) Ein deutsches Unterseeboot zerstörte den englischen Viermasler.Jylgate'. Zwei Offiziere und 10 Mann wurden gerettet. Das Schick- sal von 14 Mann ist unbekannt. London, 9. Mai.(W. T. B.) Lloyds erhielt einen drahtlosen Bericht von dem niederländischen Dampfer.Gratius', daß alle Personen, die sich an Bord des versenkten Dampfers.C h m» r i c' befanden, ge r e t t e t worden sind. Funehmenöe§rieöensgeneigtheit in England? Dem..Berliner Tagebl." wird aus dem Haag gedrahtet: „Im Gegensatz zum größte« Teil der englischen Presse, die es vermeidet, auf die deutsche Note an Amerika im ein- zelnen einzugehen und die sich nur in groben allgememen Eharakteristiken ergeht, in denen das Wort Dreistigkeit die hauptsächlichste Rolle spielt, unternimmt es die ministe- r i e ll beeinflußte„W e st m i n st e r Gazette", sich in bestimmter Form mit der deutschen Note auseinanderzu- setzen. Hierbei ergeben sich einige interessante Punkte. Gegenüber dem T'-Boot-Krieg erklärt die Zeihrng, daß ein langsam wirkender Druck auf die deutsche Regierung durch die Blockade viel menschlicher sei als die Maßregeln, die Deutsch- land ohne Bedenken gegen diejenigen anwende, die in ferne Hände fällen. Die Zeitung wendet sich dann mit ihren Ausführungen an die Neutralen, deren Aufgabe es sei. zu ent- scheiden, od den meerbeherrschenden Mächten der Gebrauch wirtschaftlicher Waffen gegen militärische Schreckensmethoden zu unterbinden sei. Man könne nicht glauben, daß es un Interesse der Welt liege, wenn diese Fragen mit ia beant- wortet werden. Keineswegs sei es aber sicher, fahrt dre „Westminster Gazette" fort, ob die wichtrgste Stelle der Note nicht diejenige sei. dre die fr red- liche n Wünsche und Absichten de r deutschen Regierung beteuere und sage, daß rn den letzten Monaten Deutschland zweimal sich bereit erklärt habe, unter Wahrung seiner Sicherheit Frieden zu machen. Die „Westminster Gazette" sagt, wir würden gern eine genaue Bezeichnung dieser beiden Mitteilungen haben, denn wir können uns ihrer nicht erinnern. Im übrigen sei aus der Note zu ent- rahmen, daß der Frieden, an den Deutjch�lch denke, jW den Sieg zusprechen wurde. Es beklagt sich jetzt darüber, daß seine Feinde ihm das nicht einräumen wollen. Wenn der deutsche Ruf nach Frieden nur eine Aufforderung an Eng- land sei, in einem Deutschland passenden Moment aufzuhören. Deutschland im Besitz von dem, was es zeitweise okkupiert hat, zu belassen und sogar ihm die Rechnung zu bezahlen, so kenne Deutschland nicht die Natur dieses Krieges. Im Anschluß daran beteuert die„Westminster Gazette" von neuem:�„Wir wissen nichts von Deutschlands Absichten außer dem. was wir aus der gewalttätigen Sprache seiner zensierten Presse entnehmen können. Wir sind unsererseits entschlossen, in Ordnung zu bringen, was wir für arges Ün- recht halten, und unsere eigenen Lebensinteressen zu sickern. Wenn die deutsche Regierung auf jene An» gelegenheit, nämlich die einer zweifachen Erklärung, zum Frieden bereit zu sein, zu» rückkommen will, so muß siedas unter dieser Voraussetzungtunundunterkcinerandercn. Lord Curzon hat für uns alle gesprochen, wenn er gesagt hat, daß das Land unerschüttert in seiner Entschlossenheit ist." Es ist interessant zu hören, schließt der Korrespondent des „B. T.", daß die„Westminster Gazette" den Wunsch hat, ge- nauere Mitteilungen über jene beiden Er- klärungen zu erhalten, die ihrer Aufmerksamkett, wie sie sagt, entgangen sind."— Unter den hier erwähnten beiden Erklärungen waren in der deutschen Note an Amerika die Kanzierrcden gemeint. Daß das englische offiziöse Blatt an diese Stelle der Note anknüpft, auf deren außerordentliche Bedeut- s a m k e r t wir bereits hingewiesen haben, darf wohl als Zeichen einer größeren Friedensgeneigtheit englischer Regie- rungskreise angesehen werden.(z) Proteste gegen öas Stanörecht in Irland. Rotterdam, 9. Mai.(W. T. B.) Der„Rotterdamsche Courant" meldet aus London vom 8.: Im Unterhause fragte heute Redmond den Premierminister, ob er nicht wüßte, daß� die fortwährenden militärischen Hinrichtungen in Irland eine rasch zunehmendeErbrtterung und Wut in dem Teile der Bevölkerung hervorriefen, die nicht die geringste Sympathie mit dem Aufstande habe, und ob ASgullh nach dem Vorbilde Bothas in Südafrika unverweilt den Hinrichtungen ein Ende machen wolle.(Hört-Hört- Rufe!) Asguith antwortete, Redmond habe von Anfang an bei der Regierung darauf gedrungen, und seine Vorstellungen, um milde Behandlung für die Mehrheit der Teilnehmer am Aufstand seien nicht umsonst gewesen. Sir John Maxwell sei stets in direkter persönlicher Fühlung mll dem Kabinett gewesen, und dieses habe alles Vertrauen in seine Besonnenheit. Die allgemeinen Instruktionen an Maxwell. die sich mit seinem eigenen Urteil deckten, gingen dahin, die Todesstrafe so sparsam wie möglich zu der- hängen und nur über verantwortliche Personen, die die größte Schuld an dem Vorgefallenen treffe. Zu Beant- Wartung von Anfragen anderer Nationalsten und Radikalen, die sich gegen die Art, wie gegen die Rebellen vorgegangen werde, wendeten, sagte Asguith, daß die Hinrichtungen von den Militärbehörden angeordnet wurden. Er weigerte sich zu versichern, daß keine mehr vor- kommen würden, ehe das Unterhaus Gelegenheit habe, die Sache zu besprechen. » London, 8. Mai.(W. T. B.) Amtlich. Vier weitere Aufrührer sind in Dublin erschossen worden, einer wurde zu acht, drei zu fünf, sechzehn zu drei, zwei zu zwei Jahren Kerker verurteilt. Zwei wurden freigesprochen. • Amsterdam, 9. Mai.(W. T. B.) Ein hiesiges Blatt meldet au» London: Von den letzten vier Aufständischen, die erschoflen wurden. gehörte einer, Edmund Kent. zu den Unterzeichnern der Smn-Fein- Proklamation, so datz jetzt fünf von den Unterzeichnern hingerichlet sind. Weiter wird berichtet, daß Conrolly schwer verwundet»st, daß wenig Aussicht auf seine Wiedergenesung besteht. Im ganzen wurden bis jetzt z w ö lf P ers o n e n hingerichtet, 67 zu Zuchthausstrafe und zwei zu Zwangsarbeit der- urteilt. Zwei wurden freigesprochen. Eisenbahnerstreik in Spanien. Bern, 9. Mai.(W. T. A.) Einer Meldung aus Valladolid zufolge ist in einer Versammlung der Bahnangestellle» der Nord- bahnen ein friedlicher Generalstreik beschlossen worden. Die Eisen- bahner von ganz Spanien billigten den Beschluß. Die Regierung traf Vorkehrungen, Unruhen zu verhindern und den Berkehr aus- rechtzuerhalten. die Unruhen in Ehina. Amsterdam, 9. Mai.(W. T. 33.)„Handelsblad' meldet aus London: Der„Morningpost" wird aus Tientsin benchtet, daß die Lage in Shanhai ernst werde. Die Rebellen hätten T s ch o u t s u n besetzt. Ferner wird ge- meldet, daß sich in Tsinanfu viele Bombenexplosionen ereignet hätten. In einem anderen Berichte wird behauptet, daß cm japanischer Zug bei Weihsien beschossen worden sei. Letzte Nachrichten. Ein griechisch-italienischcr Zwischenfall. Bern, 9. Mai.(W. T. B.)..Corriere della Sera' Meldet au» Athen: In der vergangenen Woche erfolgte ein neuer Zwischen. fall zwischen griechischen und italienischen Truppen in Albanien. Eine griechische Patrouille feuerte auf eine italienische. Diese zog sich ohne Verluste zurück. Der italienische Gesandte Bosdari wurde daraus bei Skulndis vorstellig und gestern vom König empfangen. Der Audienz wird Bedeutung beigemessen, da man sie mit dem jüngsten Zwischenfall in Zusammenhang bringt. BoSdari soll auf ffeimdschaftliche, aber entschiedene Absichten der italienischen Be- Hörden in Valona hingewiesen und die Aufmerksamkeit des Königs auf die delikate Frage gelenkt haben. Anscheinend ist die griechische Regierung geneigt, ein« gemischte Kommission aus italienischen und griechischen Offizieren einzusetzen, um eme neutrale Zone zu de- stimmen._ Dir englischen Verluste in Irland. London, 9. Mai. kW. T. B.) A s q u i t h hat mitgeteilt. daß Armee. Marine un!d Polizei in Irland 124 Mann an Toten. 388 Mann an Verwundeten und n e u n an Vermißten verloren haben. Fliegerangriff aus Port Said. Kairo, 9. Mai. lW. T. B.) Reuter. Zwei feindliche Klus- zeuge warfen gestern über Port Said Bomben ab. Es wurde kein SHadeu sngeriHtet, Zwei Zwiljjerjone» wurden verletzt. Gewerkschaftllckes. /irbeitsnachWew und Kriegsbefthäöigten fürsorge. Eine Anzahl Konferenzen der Gewerkschastskartelle und Organisationen sind von den Gauleitern der Gewerkschaften zur Beratung der Provinziellen Regelung de Arbeitsnachweisfrage sowie des Standes de Krieg sbeschädigtenfürsorge berufen worden. Nach' dem die Gewerkschaften der Neumark am 7. Mai getagt haben, finden am Sonntag, den 14. Mai, gleichartige Konferenzen in Berlin, Brandenburg a. H. und K o t t b u s, und am 21. Mai in Frankfurt a. O., Luckenwalde und Ebers Walde statt. Die Referate sind den Genossen Brückner, Cohen und Ritter übertragen. Die Kartelle und Gewerkschaften folgender Ort tagen am Sonntag, den 14. Mai, in Berlin im Gewerkschafts hause, Enzelufer 13, und wird die Sitzung pünktlich mittags 1 Uhr eröffnet: Adlershof, Köpenick, Strausberg, Königs- Wusterhausen, Erkner, Spandau, Teltow, Zossen, Nauen, Bernau, Oranien bürg, Zehlendorf. Werder, Potsdam. Nowawes, Klosterfeldc, Velten, Hennigsdorf, Kremmen, Michendorf, Wittenberge, Havelberg. Die Ganleiter-Kommisfion. _ I. A.: Otto Wels. S erlin und UmgegenS. Die Teuerungszulage der Kisteumacher. Die KistenmaSer hatten in einer früheren Versammlung be schlössen, zu der bereits erzielten Teuerungszulage von 10 Proz. wegen der inzwischen erheblich verstärkten Teuerung eine weitere Teuerungszulage von IV Proz. zu fordern, also eine Erhöhung der Telierungszulage auf insgesamt 20 Proz. Die Erhöhung sollte vom 1. Mai ab in Kraft treten. Der Vorstand der Vereinigung der Kistenfabrikanten lehnte eine mündliche Verhandlung ab und vev wies die Vertretung der Kistenmacher an die einzelnen Betriebe. Die Branchenleitung wandte sich nun schriftlich an die einzelnen Firmen und sandte das Schriftstück auch dem Vorstand der I1nter> uehmer zu. Am Montag waren die K i st e n m a ch e r wieder in einer Branchenversammlung zusammen, um das Ergebnis entgegenzunehmen und weitere Beschlüfse zu fasten. Der KoM' mistion ist vom Vorfitzenden der Fabrikanten ein Formular zu- gegangen, aus dem sich ergibt, daß die organisierten Kisten fabrikanten zusammengekommen waren und beschlossen haben, zu dem seinerzeit auf dem Gewerbegericht festgelegten Tarif einen Zw schlag von insgesamt 16 Proz. zu zahlen, was also einen weiteren Teuerungszuschlag von 5 Proz. statt der geforderten wen teren 10 Proz. bedeutet. In der Versammlung wurden dann Mit teilungen über die Stellungnahme der einzelnen Arbeitgeber aus etwa 12 Betrieben gemacht. Zwei der Betriebe sind dem Verlangen nach insgesamt 20 Proz. nachgekommen, die anderen haben nach dem Beschlutz der Fabrikanten nur einen Gesamtzuschlag von je 45 Proz. zugebilligt. Einzelne von ihnen erklärten, sie würden auch den Gesamtzuschlag auf 20 Proz. erhöhen, wenn ihn alle Fabrö kanten zahlten. Von der Firma Dedermann wurde die Kuriosität berichtet, datz sie zwar weitere 6 Proz., also im ganzen 15 Proz. Teuerungs Zuschlag zugestand, aber auf sämtliche Arbeiten pro Ouadratfutz einen Viertelpfennig vom Akkordpreis abzog. Diese Art des Vor gehen? wurde im Laufe der Diskussion verurteilt, wie überhaupt be- tont wurde, datz die Tarifsätze, neben dem Teuerungszuschlag, auf jeden Fall inne zu halten seien. Das mutzte auch dort geschehen, wo bisher geleimte Arbeit infolge der Verteuerung des LeimS nicht mehr geleimt, sondern jetzt gediebelt werde. Im übrigen wurde be tont, datz man dem Verlangen nach einer Gesamtteuerungszulage von 20 Proz. zum tarifmätzigen Lohn Geltung verschaffen sollte. Sei doch die Teuerungszulage sowieso vielfach zum Teil durch schlechteres Material wettgemacht. Schlietzlich wurde folgende Resolution einstimmig ange- uommen: .Die stark besuchte Versammlung nimmt mit Genugtuung von der seitens der Unternehmer bewilligten weiteren fünfprozentigen Teuerungszulage Kenntnis. Angesichts der immer weiter steigenden Teuerung der Lebensmittel und Bedarfsartikel hält die Vcrfamm- lung aber nach wie vor an der Forderung von insgesamt 20 Proz. fest. Aufgabe der Kollegen ist es, mit allem Nachdruck den Tarif und die 20 Proz. Teuerungszulage zu fordern und bei allen Unternehmern durchzudrücken. Die Versammlung beauftragt die Kommission, diesen Beschlutz dem Vorstand der Unternehmer mit- zuteilen.'' Am Donnerstagabend wird bei Mücksch, Krautstratze 24, eine Sitzung der Vertrauensmänner stattfinden, wo die Berichte aus den einzelnen Betrieben gegeben werden sollen. Die Kollegen sollen vorher ihren Arbeitgebern den Beschlutz der Versammlung unter- breiten und über die Stellung des Arbeitgebers in der Vertrauens- männerkonferenz Mitteilung machen lasten. Die Beschlutzfasiung ist Sache der Vertrauensmännerfitzung. Die Verhältnisse der Bildhauer. Die Zahl der Berliner Mitglieder des Zentralvereins der Bild« Hauer ist im Lause des ersten Quartals von 367 auf 859 zurück- gegangen. Die Holzbildhauer haben gegenwärtig so ausreichende Arbeitsgelegenheit, datz die Konjunktur als günstig bezeichnet werden kann. Bei den Stcinbildhauern und den Modelleuren gibt es sehr wenig Beschäftigung. Die Lage dieser beiden Branchen ist äutzerst ungünstig. Trotzdem sind nicht viele Arbeitslose vorhanden, weil ein grotzer Teil der Bildhauer aller Branchen seit längerer Zeit Arbeit in anderen Berufen hat. Das ist auch der Grund, weshalb die Nachfrage nach Holzbildhauern nicht immer gedeckt werden kann. Eine am 81. März im ganzen Reiche veranstaltete Umkrage ergab, datz 663 Bildhauer im Beruf und 374 autzerhalb des Berufes beschäftigt waren. Ende Dezember 1915 arbeiteten im Beruf 535, autzerhalb des Berufe? 431. Aus diesen Zahlen ergibt sich, datz sich nach und nach die Rückkehr der in fremden Berufen Beschäftigten in den eigenen Beruf vollzieht. Die Berliner Holzbildhauer haben das Verlangen nach einer nochmaligen Teuerungszulage geäutzert. Sie erhielten vor einiger Zeit auf ihren Antrag Teuerungszulagen bewilligt, die in den meisten Fällen wöchentlich 3 M., in manchen Fällen etwa? weniger betragen. Wegen der fortgesetzten Steigerung der Lebensmittelpreise macht sich eine erneute Teuerungszulage notwendig. Der Vorstand teilte in der Generalversammlung am Montag mit, datz er den Wünschen der Kollegen entsprechend an die Arbeitgeber der Holz- brancke den Antrag gestellt bat, eine abermalige Teuerungszulage von 3 M. wöchentlich zu gewähren. Eine Antwort der Arbeilgeber liegt noch nicht vor, well das Antragschreiben erst kürzlich ab- gegangen ist. Deutsches Neich. Teuerungszulagen für Chemigraphen und Kupserdrucker. Das Tarisamt für Deutschlands Chemigraphen und Kupfer- brucker hat auf Veranlasiung der Gehilfen den Bund der Chemi- graphischen Anstalten ersucht, den Wünschen der Gehilfen auf Ge- Währung von Teuerungszulagen entgegenzukommen. Der Vorstand des Bundes richtete daraufbin ein Rundschreiben an die Bundes- mitalieder worin er die Forderung der Gehilfen als berechtigt an- «kennt und den Firmen die Gewährung einer monatlichen Kriegs- fteuerungszulage empfiehlt,.die jeweils am Ende des Monats oder an dem unmittelbar darauffolgenden Zahltage bis zu einer v°he von 5 M für Gehilfen und bis zu 3 M. für Hrlrsarberter mit Wirkung vom 15. April 191«* auSgezahkt werde» soll. Seit Beginn dieses JahreS bereits gewährte Lohnsteigerungen und Zulagen sollen auf diese Kriegsteuerungszulage,.die mit Beendigung des Kriegs- zustandes selbswerständlich(!) wieder in Wegfall" kommen soll, an- gerechnet werden. Das Tarifamt schlotz sich der Aufforderung des Bundes der Chemigraphischen Anstalten zur Gewährung von Teuerungszulagen an und bat seinerseits die tariftrcuen Anstalten, sich das Ersuchen des Bundesvorstandes zu eigen zu machen. stuslanS. Vom internationalen Schuh- und Lederarbeitersekretariat. Das in Nürnberg befindliche und unter der Leitung des Ge- nossen Simon stehende internationale Schuh- und Lederarbeiter sekretariat hat soeben ein neues Lebenszeichen von sich gegeben mit der Herausgabe der Nr. 9 der„Intern. Korr.", die Berichte von den angeschlossenen Verbänden in Deutschland, Amerika, Dänemark, Schweden, Norwegen, Schweiz, Oesterreich. Ungarn und England, also von 9 Verbänden, enthält, während 7 Verbände nicht berichtet haben. Die berichtenden Verbände alle, mit der einzigen Ausnahme des schwedischen, haben unter dem Kriege gelitten, zum Teil sehr empfindlich; der schwedische Verband konnte seine Mitgliederzahl um 206 von 3616 am 31. Juli 1914 auf 3882 am gleichen Tage 1915 vermehren. Der englische Schuhmacherverband erhöhte zwar seine Mitgliederzahl ebenfalls, und zwar ganz bedeutend, nämlich von 42 480 Ende 1913 auf 49 388 Ende 1914, aber wahrscheinlich ist diese erfreuliche Zunahme in den sieben Friedensmonaten eingetreten. Im Gegensatz dazu ist die Mitgliederzahl des amerikanischen Verbandes von 40 000 Ende 1913 auf 36 077 Ende 1914 zurückgegangen. Die„Korr." bemerkt aber dazu, datz dieser Rückgang offenbar nur ein scheinbarer ist; denn es rnd im Bericht für 1914 wohl nur die Mitglieder berücksichtigt, welche über ein Jahr dem Verbände angehören. Der amerikanische Schuhmacherverband hat sein Vermögen von 1 286 334 Dollar Ende 1913 auf 1 480 978 Dollar Ende 1914 vermehrt. Als der Krieg ausbrach, hatte die amerikanische Schuhindustrie bereits unter emer zweijährigen Wirtschaftskrise gelitten, die durch den Krieg natürlich noch verschärft wurde. Inzwischen ist freilich die amerikanische Schuhindustrie mit den großen Millionenaufträgen der Ententestaaten reichlich beschäftigt worden. Alle Verbände berichten über die enorme Verteuerung der Lebenshaltung und die empfindliche Erschwerung der Existenz der Arbeiterschaft. Erfreulich ist der uugebrochene Geilt der Internationale, der alle Berichte erfüllt und der hoffnungsvoll in die Zukunft zu blicken gestattet. Soziales. Vom schweizerische« Holzarbeiterverbaud. Die Holzarbeiter hielten in Zürich ihren Verbandstag ab, dem zum erstenmal ein weiblicher Delegierter aus Zürich neben 63 männ- lichen Delegierten beiwohnte. Aus dem Ausland war nur Petersen Kopenhagen als Vertreter des dänischen Holzarbeiterverbandes er- 'chienen. Die Holzarbeiterverbände in Deutschland, Ungarn, Holland und Frankreich hatten Begrützungsschreiben geschickt. Der schweizerische Holzarbeiterverband hat sich vom tiefften Stande mit 8467 Mit gliedern nach Kriegsausbruch einigermatzen erholt und zählt nun 4174 Mitglieder in 78 Sektionen. Beschlossen wurde unter anderm, von den zuständigen Behörden in den Gemeinden, Kantonen und im Bund Subventionen für die Arbeitslosenkasse des Verbandes zu fordern. Eine Resolution richtet sich gegen das internationale Holzarbeitersekretariat in Berlin und die„Deutsche Holzarbeiter-Zeitung" wegen ihrer Kriegspolitik. Auf dem nächsten internationalen Holzarbeiterkongretz soll die Verlegung des inter nationalen Sekretariats beantragt werden. Die andern Verbände werden aufgefordert, mit allen Mitteln... einzutreten. Auf dem Grabe Bebels wurde ein Kranz niedergelegt mit der Inschrift: Dem wahren Kämpfer für den internationalen Sozialismus August Bebel; gewidmet vom 15. Verbandstag des schweizerischen Holz orbeitervcrbandeS Zürich 1916*. Ms Inöustrie und kfanöel. Der Fifchhandcl Englands mit Dentschlaud. Während die englischen Minister und der größte Teil der eng' tischen Presse Deutschland den wirtschaftlichen Vernichtungskrieg an- kündigen, kommen trotz der englischen Zensur immer mehr Stimmen von Industriellen und Gewerbetreibenden an die Oeffentlichkeit, die beweisen, datz diesen Kreisen gerade der Krieg die Bedeutung des deutschen Absatzgebietes für England erst so recht zum Bewußtsein gebracht hat. So führt das englische Blatt„Scots man" in einem längeren Aussatz aus:„Unglücklicherweise ist ür die gesamte Fischindustrie Englands und nichr-um mindesten Schottlands bisher Deutschland der größte Abnehmer ge- Wesen. Diese Tatsache hat zusammen mit den unausbleiblichen Maßnahmen der Marine die Einbußen des Handels durch den Krieg bedeutend gesteigert. Es macht die Frage dringend, wie nach dem Frieden die Handelsbeziehungen zu unseren Feinden, den Bundes' zenossen und Neuttalen am besten geregelt werden können, und ollte sowohl die Räuchereien wie die Ausfuhrhändler veranlassen, alles auszubieten, sich rechtzeitig nach neuen Absatzgebieten umzu- ehen. So wird von sachverständiger Seite versichert, datz Rußland Wohl in der Lage wäre, den größten Teil der Salzheringe aufzw nehmen, falls günstige Bedingungen für diesen Handelsverkehr ge chaffen werden. Die Verteilung der englischen FischauSsuhr im J ahre 1913 aus die verschiedenen Länder zeigt die folgende Tabelle: Menge in Zentnern Deutschland..... 5 216 128 Rußland...... 3 571 868 Wert in Lstrl. 8 013 616 1 991 760 413 602 163 558 141 037 hatte sich Vereinigte Staaten... 420 673 Italien....... 194 766 Frankreich...... 83 488 Die Ausfuhr nach Deutschland und Rußland hatte sich dabei tändig vermehrt. Nach Deutschland hat die Ausfuhr frischer sowie gesalzener und geräucherter Ware— besonders von Heringen— zugenommen, da unter dem auf wissenschaftlicher Grundlage ausgearbeiteten Zolltarif sich die Konservenfabriken in Altona, Kiel, Hamburg und anderen Plätzen ständig vergrößerten. Deren jährlicher Umsatz wird auf fünf Millionen Pfund geschätzt und eS liegt daher im Interesse dieses Landes, sich eine genügende Zufuhr billigen Rohmaterials zu sichern. Im letzten Herbst vor dem Kriege brachten ein Dutzend Dampfer ständige Zufuhren von Lowestoft nach Hamburg, ebenso trafen große Mengen aus Schottland dort ein. Ein kleiner Teil dieser Einsuhr ging dann als konservierte Ware von Deutschland nach Oesterreich und der Schweiz heraus. Während also Deutschland Englands bester Kunde war, blieb dieieS wiederum Deutschlands größter Lieferant. Wie soll sich dieses Ge- schäft nun nach dem Kriege entwickeln?— Auf beiden Seiten werden bittere Gefühle vorherrschen, die an sich die erneute Aus- nähme der alten Verbindungen stören dürften. Trotzdem wird es noiwendig sein, das Geschäft wieder aufzurichten, wenn auch hoffentlich unter anderen Bedingungen.— Naturgemäß Nichten jedoch die beteiligten Kreise. Deutschland als Absatz- gebiet zu verlieren, falls diesen Fabrikaten in England hohe EingangSzölle auferlegt werden sollten. Bisher war die Einfuhr frischer und gesalzener Ware in Deutschland frei, wäh- rend bei Konserven— um die eigenen Fabriken zu schützen— der Zoll von 1 Pfund 10 Sh. bis 1 Pfund 17 Sh. 6 P. für den engli- chen Zentner jede Absatzmöglichkeit so gut wie ausschloß. Man ollte bei den Verhandlungen auch berücksichtigen, datz Holland und die skandinavischen Länder jede Anstrengung machen werden, das deutsche Geschäft au sich zu reißen, trotzdem diese kaum imstande sein werden, die bishertgeu großen Zufuhren aus England zu ersetzen.* Verschlimmerung eines LuugeuleideuS durch Unfall. Wie notwendig es ist, bei Unfällen Zeugen sich zu no- tieren, zeigt wieder nachstehender Fall. Der Vorarbeiter D. brach am 81. Juli 1914 beim Tragen eines mit Steinen gefüllten Kastens mit dem Laufbrett durch und schlug im Fallen mit der Brust auf einen Kalkkasten. Der mit Steinen ge- füllte Kasten schlug ihn dabei in den Rücken. D. wurde bewußtlos, Blutspeien stellte sich ein. Die Nordöstliche Baugewerks- Berufsgenossenschaft, Sektion I, lehnte ab, den Verletzten zu entschädigen, einmal, weil der Unfall selbst nicht er- wiesen sei und weil Folgen des angeblichen Unfalls nicht vorhanden seien. Die Beschwerden, über die D. klagte, hätten ihren Ursprung in einem älteren Leiden. Das Ober- versicherungsamt Grotz-Berlin holte, nachdem eine eides- stattliche Versicherung des mittlerweile zum Heeresdienst eingezogenen Mitarbeiters des D., der den Unfall bestätigte, beigebracht war, von ihrem Vertrauensarzt Geh. Medizinalrat Dr. W. ein Gutachten ein. Dieser Arzt verneinte gleichfalls den Zusammenhang des bei D. bestehenden Lungenleidens mit dem Unfall, ebenso eine durch den Unfall hervorgerufene Verschlimmerung des Leidens. Beim Reichsversicherungsamt, bei dem der Verletzte Rekurs einlegte, hatte der Verletzte Erfolg' Ein Spezialarzt für innere Krankheilen bejahte die Wahrscheinlichkeit des Zusammenhangs des Leidens mit dem Unfall. Infolge der Quetschung hätten sich die vorhandenen Tuberkelbazillen entwickelt. Ein von der ersten Medizinischen Universitätsklinik der Kgl. Charits eingeholtes Ober« gutachten kam zu demselben Resultat. Die Berufsgenossenschaft wurde verurreilt, an den Verletzten bis zum 6. Mai 1915 die Vollrente und von dort ab eine Rente von gkffz Prozent zu gewähren. Von Erheblichkeit war auch die eidesstattliche Versicherung deS Mit« arbeiterS, der den Unfall mit angesehen hatte. Auch aus diesem Fall ergibt sich für die Versicherten die Lehre, die Namen und Adressen ihrer Mitarbeiter, die Zeugen, und wenn auch noch so unscheinbaren Unfalles gewesen waren, zu notieren. Sind Augenzeugen bei einem Unfall nicht vor- Händen, so sollte kein Verletzter versäumen, sofort nach er- littenem Unfall Mitarbeitern oder Vorgesetzten Kenntnis von dem Unfall zu geben._ Gerichtszeitung. Die Leiche im Reisekorb. Gestern wurde vor dem Schwurgericht des Landgerichts I die Anklage gegen die Friseurin Johanne Ullmann und die Arbeiterin Anna Sonnenberg wegen Mordes verhandelt. Die beiden Angeklagten werden beschuldigt: 1. am 16. März dieses Jahres gemeinichastlich die Manha Franzke mit Vorsatz und Ueberlegung getötet und dieser ein Portemonnaie und ein Bund Schlüssel gestohlen zu haben; 2. in der Nacht vom 16. zum 17. März zum Nachlasse der Franzke gehörige Kleidungsstücke und Wäschestücke und eine Uhr den Erbberechtigten in der Absicht rechtswidriger Zu- eignung weggenommen zu haben. Die Einzelbeilen der grauenvollen Mordtat, die hier ganz plan- mäßig und kaltblütig ausgeführt ist, steht noch so frisch in jeder- manns Gedächtnis, daß kurz nur folgendes hervorgehoben zu werden braucht: Am 16. März ist in Stettin mit dem Znge 9.30 von Berlin ein 67 Kilo schwecer Reisekorb als Gepäck ein« getroffen. Da er bis zum 4. April nicht abgeholt wurde, wurde er am Nachmittage dieses TageS geöffnet und man fand in ihm unter Lumpen die zusammengekrümmte Leiche einer Frauensperson, die eine Reihe schwerer Verletzungen aufwies. Die Leickie ist nach einigen Mühen als die der angeblichen„Köchin" Martha Franzke aus Berlin und dann die beiden Angeklagten als die Mörderinnen ermittelt worden, die anfänglich ihre ge- meinschaftliche Freundin Helene Bohl dreister Weise als Täterin beschuldigt und deren vorübergehende Festnahme veranlaßt hatten. Die Angeklagten hatten am 16. März die ihnen bekannte Franzke zur Ullmann eingeladen. Dort war die Sonnenberg anwesend. Beide hatten vorher geplant, die Franzke zu ermorden, unr sich ihre Barschast, die sie für hoch hielten, anzueignen und so aus bedrängter Lage herauszukommen. In dem �Augenblick, wo die Franzke in der Ullmannschen Wohnstube am Kaffeetische auf dem Stuhle saß und die Kaffeetasse zum Munde führen wollte, warf ihr die Sonnen« berg die Schlinge um den Hals und die Ullmann schnitt ihr mit dem Rasiermesser die Kehle durch. Die Franzke war nicht sofort tot, sondern sprang auf und warf sich auf das Sofa. Dort erhielt sie zum zweitenmal einen Schnitt in den Hals. DaS Meffer ruschte aus und machte einen tiefen Schnitt in das Sofa. Die sehr kräftige Franzke sprang sogar an die Tür. um zu ent- kommen, wobei sie ausrief:„Ihr findet ja doch kein Geld bei mir!", die Tür war aber verschloffen, sie erhielt noch einige Stiche Schnitte von der Ullmann, die auch mit dem Schlagring zuschlug, und war bald darauf tot. Bei der Leiche fanden die Angeklagten im ganzen 43 M. vor. Das Geld teilten sie sich. Die Leiche preßten sie in einen Reisekorb und gaben ihn als Gepäck nach Stettin aus. Dann gingen die Angeklagten nach Hause, verbrannten die blutigen Kleider und setzten sich in demselben Zimmer, in welchem das Verbrechen geschehen, zum Kaffee nieder. Abends gingen sie mit Hilfe des der Leicke abgenommenen Schlüsselbundes in die Wohnung der Franzke in der Ackerstraße. Sie fanden dort da? erhoffte Geld nickt, stahlen aber eine Reihe von Kleidungsstücken, einen Mantel, Schuhe, Wäsche, zwei Figuren und eine Uhr. Die Gegenstände teilten sie unter- einander und machten sie zu Gelde. Die Angeklagten waren in vollem Umfange geständig. Nur suchte jede der anderen einen größeren Anteil an Schuld aufzubürden. Medizinalrat Dr. Störmer erörtert den G e i st e s- zustand der beiden Angeklagten. Sein Gutachten spitzt sich zu fol- gendem Endurteil zusammen: Die Ullmann ist eine von Stufe zu Stufe gesunkene Dirne, bei der der chronische Alkoholmißbrauch und ihr vagabondirendes Leben als Kellnerin, Bardame und Bordellinsassin in verschiedenen Städten zu einer Ber« rohung und ethischen Verkümmerung geführt hat.§ 51 Str.G.B. findet keine Anwendung, denn es liegt au» nicht ein Schatten einer Bewußtseinstrübung oder dafür, datz sie bei Begehung der Tal nicht im Vollbesitz ihrer Geisteskräfte gewesen sei, vor. DaS die An- geklagte Sonnenberg botrifft, so liege auch bei ihr die Anwendbar« kett des§ 51 nicht vor. Die Geschworenen sprachen die beiden Angeklagten deS Mordes, des schweren Raubes und des Diebstahls schuldig. Das Gericht verhängte über beide Angeklagte die T-deSstrafe und lebenslimglichen Ehrverlust, außerdem über die Ullmann zwei Jahre Zuchthaus und über die Sonnenberg ein Jahr Gefängnis. Prozeß Schiffman». � Tie Verhandlung gegen Leo Schifimann nahm auch gestern nur lehr lang, amen Fortgang und kam nickt über die Verlesung des Er- öffnungSbeschlusies hinaus. Nach Eröffnung der Sitzung verkündete der Vorsitzende Landgerichtsdireklor Geier zunächst, daß der Ab- lehnungsantrag des Schiffmann verworfen sei. Der Vorsitzend« schlotz im Anschluß daran die Sitzung mit der Erklärung, daß die Akten dem Kommergericht zur Entscheidung der Schiffmannschen Be- schwerden übermitteit würden. Die Sitzung wurde bis Sonn- abend vormittag 91/, Uhr unterbrochen. Aus Verseheu verurteilt. Das Landgericht Flensburg hat am 30. November den Hofbesitzer HanS L u n d wegen Vergehens gegen da» Belagerung»- gesetz zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Erst hinterher hat da» Gericht gemerkt, daß es den Angeklagten hatte freisprechen müssen und dessen Verurteilung nur aus Versehen erfolgt ist. Deshalb hatte die Staatsanwaltschaft zugunsten des Angeklagten Revision eingelegt. Das Reichsgericht hob am Montaa '""'''' den Angeklagten frei. ................ I._,,.. das Urteil aus und sprach. Perantw. Rebait.: Alfred iSielevv. Neulölla. Jnj�ratenteil vermrtw. Tb. Glocke. Berlin. Druck u> Verlaa: LorwärtsBuchLi�I�Ierlaüsanualt Paul StngerLCo, Berlin SW. Hierzu 1 Beilage u. llntcrhaltuugsbll »,128 Mm des JoriuirtB" 5 er Silier iollislilßtt 10 sai 1916 Heute Mttivoch, Reichstag. 4t. Sitzung. Dienstag, den 9. Mai 191S, nachmittags 3 Uhr. Am BundeSratstisch: Dr. L i S c o. Ein schleuniger Antrag Albrecht(Soy), den Reichskanzler zu ersuchen, das gegen den Abg. Dr. Liebknecht eingeleitete Verfahren für die Dauer der Sitzungsperiode auszusetzen und die über ihn verhäng!? Hau aufzuheben sowie«in ähnlich lautender Antrag B e r n st e i n(Soz. Arbg.) werden der Aeschäftsordnungs- kam miision zur schleunigen Berichterstattung überwiesen. Es folgt die erste Beratung des Gesetzentwurfs über die Feststellung von Kriegsschäden in, Reichsgebiet. Ministerialdirektor v. JouquiöreS t Die endgültige Regelung der Entschädigungsfragen kann erst nach dem Kriege erfolgen. AndcrerseilS sind schon jetzt Vorent- schädigungen notwendig, um das wirischaftliche Leben wieder in geordnete Lahnen zu lenken. In verschiedenen Fällen haben LandeS- regierungen sich bereits zur Feststellung solcher Schäden und zuvor- läufigen Entschädigungen genötigt gesehen. Die Landesregierungen müssen aber eine Gewihheit haben, daß die von ihnen gewährten Entschädigungen später durch das Reich als zutreffend anerkannt werden. Deshalb ist schon jetzt über die Feststellung der Schäden eine gewisse rcichsgesetzktche Regelung notwendig. Diese sieht die Borlage vor. Abg. von Rechcuberg(Z.) begrüßt den Entwurf und wünscht, daß auch die Deutschen ent- schädigt werden mögen, die in den Kolonien und auf Schiffen ihr Eigentum verloren haben. Abg. Eutmel(Soz.): ES wäre wünschenswert gewesen, wenn der Regierung die Er- kenntniS von der Notwendigkeit, diese Materie zu regeln, etwa« früher gekommen wäre. Dann würden wir jetzt schon eine ganze Reihe von Feststellungen auf diesem Gebiete haben machen können. Wir müssen verlanIen, dag ein organisches Ganzes auf diesem Ge- biete möglichtl schnell geschaffen werde. Die Regierung hat ja früher schon Entwürfe in dieser Richtung in Aussicht gestellt, aber bis jetzt nur diesen einen Entwurf ein- gebracht, der leider nur sich auf die Feststellung der enlstandenen Schäden bezieht. Aber auch diese Feststellung ist wichtig, damit später der entstandene Schaden unbestritten an- erkannt ist. Die ganzen Fragen, die den Ersatz des Schaden«, der au Leib und Leben entstanden ist. betreffen, sind vorläufig auSge- schallet. Auch hier aber muß die Feststellung möglichst bald er- folgen. Es liegen jetzt schon viele solche Fälle vor. Zum Beispiel pelitioniert der Mann einer Frau, die bei der Flucht vor den Russen— sie war kurz vorher im Wochenbett gewesen— ein Herzleiden bekommen hat, darum, daß dieser Schaden al« schadenersatz- pflichlig anerkannt wird. Auch die Fliegerschäden gehören hierzu, überhaupt all die vielen Falle, wo vor allem in Ost- Preußen und Elsatz-Lolhringen die Zivilbevölkerung durch Kriegsschäden verletzt worden ist. Hier muß eine einheitliche gesetz- liche Reaelung erfolgen. Schon heute kommen eine Reihe von Kriegsbeschädigten zur EnAasiung und bei der Gewährung der Renten wird jetzt noch auf Grund der alten Bestimmungen ent- schieden, über die sich der Reichstag und auch die Regierung einig sind, daß sie nicht aufrecht erhalten werden können. Wir verlangen also, daß alle EntschädigungSfragen einheitlich und dauernd auf eine Weise geregell werden, wie da« den gegenwärtigen Zeit- Verhältnissen entspricht, damit kein Stückwerk entsteht. In erster Reihe muß der Ersatz des Schadens an Leib und Leben stehen, den Kriegsteilnehmer erlttten haben, dann kommen die Angehörigen und Hinierbliebenen der Kriegsteilnehmer, dann die beschädigte Zivil- bcvölkerung. Weiterhin kann auch an die Einwohner in den Schutz- gebieten gedacht werden, an die JniandSdeutschen im Ausland, an die Ausländsdeutschen und sch»eßlich auch an ehemalige Deutsche im Ausland. Die Opfer der ruffiichen und französischen Invasion, auch die Geißeln müssen wie Kriegsteilnehmer behandelt werden. Auch den Geschädigten, die in andere Bundesstaaten überführt wurden und dort Gastfreundschaft in Anspruch nehmen, mutz der Ersatz ihres Schadens gesichert werden. Noiwendig ist eine schnelle Regelung der Entschädigung. In erster Linie müssen die Deutschen im Inland entschädigt werden. vor allem die Neinen Leute, die Deuffchen in den Kolonien und die deutsche Schisfahrt können erst in zweiter Linie kommen. Zurück- gewiesen muß auch die Forderung werden, die von einer Seile in der Kommission erhoben wurde, daß �einzelne Gruppen von Schäden vorweg genommen werden, nämlich die Schäden an Grundstücken und Gebäuden. Energisch muß verlangt werden, daß die kleinen Leute einen vollen Ersatz für die er« litlenen Schäden erhalten, bei den reichen Leuten und den großen kapilalistffchen Gesellschaften allerdings wird man auch die Finanzlage des Reiches in Betracht ziehen müssen. Der Geietzcnlwurf bringt nur die platonisch« Feststellung der Schäden, ohne daß das Reich bestimmte Verpflichtungen übernimmt. Preußen mit feinen reichen Mitteln ist trotzdem an den Wiederaufbau Ostp-oußenS gegangen, aber Elsaß-Lothringen hat solche Mittel nicht zur Beriilgemg. und hier ist ein schneller Wieder- ausbau und eine Wiederbelebung des Wirtschaftsleben« um so not- wendiger, als ja die Franzosen, je mehr ihnen die Hoffnung schwindet, das Reichsland von Deutichland loszureißen, um so rück- sicbtsloser Dörfer und Güter zusammenschießen und vernichten. Mindestens 50 Proz. des Risikos muß daS Reich fest übernehmen, wenn der Entwurf praktische Bedeutung erlangen soll, wenn er nicht ein Wechsel auf die Zukunft bleiben soll, von dem niemand weiß, ob auch nur ern Pfennig honoriert werden soll. Ueber Einzelheiten im Entwurf, eine bessere und schärfere Fassung des BegrtffeS»Kriegerische Unternehmung', ferner über eine Beteiligung der Pariamenie an den Ausschüssen sllr die Fest- stellung der Schäden, die wir für dringend notwendig halten, wird in der Kommiision zu reden sein, an die ich den Gesetzentwurs zu verweisen beantrage.(Betfall ber den Sozialdemokraten.) Abg. Siehr(Vp.) bedauert, daß die Feststellung der Schäden a» Leib und Leben vor- läufig nock auszeichlosien blskben soll. Die Regelung dieser Frage sei mindestens io drmgsich wie die Feststellung der Schäden an be« weglichein und untzewegfichent Gut. Wer das furchtbare Elend der oslprcußii'chen Flüchtlinge msterlebt hat. wird volle« Verständnis für die Dringlichkeil der Entschädigung dieser Unglücklichen haben. (Bravo.) Abg. Dr. Thoma(natl.): Wir begrüßen die Vorlage, die freilich die Hauptmasse aller Kriegsschäden noch gar nicht berührt. ES wird hier nur eine emzige, allerdings die am meisten inö Auge springende Kategorie von S-bäde». die in den Grenzgebiete», geregelt. Die Einheitlichkeit deS Feststellungövcrfahrens im ganzen Reich, wie sie die Borlage bringt, ist allerdings eine dringende Notwendigkeit. den 10. Mai: Abg. Kreth(kons.) verlangt, daß bei der Festsetzung der Grundsätze der Entschädigung seitens des Reichs auch der Umfang festgestellt werde, in welchem da? Reich den Ersatz für die Schäden übernehmen will. Abg. Gamp(Deutsche Fr.) drückt seine Freude über die einmütige Zustimmung deS Hauses zu der Borlage aus. Hierauf vertagt daS HauS die Weiterberatung auf Mittwoch 3 Uhr. ternach Reichsvereinsgesetz. chluß 6'/« Uhr._ Zur Vereinsgesetznovelle. 1. Der Vorstand des Deutschen Landarbeiter- verbände- wendet sich in einer längeren Eingabe vom 6. Mai an den Reichskanzler. In dieser nimmt er gegen die Forderung in der Eingabe des Vorstandes des Deutschen LandwirtschaftLrats an den Reichskanzler Stellung, bei der Neuregelung des Reichsvereins- gesctzes die neuen Bestimmungen nicht auf die ländlichen Arbeiter auszudehnen. Der Landarbeiterverband legt ausführlich dar, daß das Bedürfnis einer Interessenvertretung der ländlichen Arbeiter durch eine selbständige gewerkschaftliche Ovgamsation gegeben ist. Der Verband zählte bei Beginn der Kriegszeit 22 531 Mitglieder. Die Zahl der Mitglieder ist in der KriegLzeit auf durchschnittlich lOOOO zurückgegangen.»Wenn in einer Eingabe der landwirtschaft- lichen Avbeitgebcrkreisc," führt der Vorstand deS Landarbeitcrver- bandes aus,„darauf hingewiesen wird, daß sie bestrebt sind, die bestehenden Organisationen der landwirtschaftlichen Arbeitgeber gemeinsam und in gleicher Weise den Arbeitnehmern zugäng- lich zu machen, so ist dabei vergessen worden zu sagen, daß«S sich hierbei mir um eine Scheinvertretung der Arbeiter handelt." Der Charakter dieser Scheinvertrewng wird in klarer Weife von dem Landarbeiterverband dann auseinandergesetzt. Zum Schluß heißt es: „In einer Eingabe des Bundes der Landwirte, die sich gegen die Novelle zum ReichSvereinSgesetz richtet, wird gesagt:„Die Natur der ländlichen Arbeit bedingt eine engere Arbeitsgemein- schaft zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer als in der Jndu» strie und ist in vieler Hinsicht auch noch in höherem Maße Ver- trauenssache." Ist dieser Satz richtig, dann ist unbedingt erfor- derlich, daß für Arbeitgeber und Arbeitnehmer in der Landwirtschaft die gleichen Nechtsverhältnisse bestehen. Da der Bund der Landwirte jedoch in seiner Eingabe eine Einschränkung der Rechte der Landarbeiter fordert, so ergibt sich, daß diese For» derung nicht aus den in der Eingabe angeführten Gründen er- folgt, sondern aus Gründen, die aus Gerechtigkeitsgefühl auf das schärfste zurückgewiesen werden müssen. Aus den vorgenannten Gründen bitten wir Ew. Exzellenz ergsbenst, allen Vorschlägen, die auf eine Verschlechterung des VeveinigungsrechteS der ländlichen Arbeiterschaft hinauslaufen, entschieden entgegenzutreten. Eine tatsächliche Störung des Burgfriedens würde es bedeuten, wenn man für die ländliche Arbeiterschaft, für die wahr- lich schon genug Ausnahmegesetze bestehen, noch weitere schaffen würde." 2. Der Vorsitzende der Zentralkommission für Sport und Kürperpflege, Genosse Harnisch-Leipzig, legt in einem längeren Aufsätze, dessen volle Wiedergabe Raumrücksichten der- bieten, dar: Zu denen, für die die Novelle zum ReichSvereinSgesetz eine volle Enttäuschung gebracht hat, gehören auch die Arbeiter- Sportverbände. Als Rettung aus all den Drangsalierungcn und Beschränkungen ihrer Tätigkeit hätten die Arbeitersportverbände die Aufhebung des§ 17 des ReichSvereinSgesetzeS(Jugend Paragraph) durch den Reichstag begrüßt. Diese Hoffnung sei nun vereitelt, und das, wiewohl in den Zeiten des Burgfriedens und den Erfah- rungen des Krieges auch den Avbeiter-Sportvcreinen Anerkennung zuteil wurde. Dringend erforderlich sei die Beseitigung des§ 17 und derjenigen landesgesetzlichen Bestimmungen und Verordnungen, die der weiteren körperlichen Erziehung der Jugend im Wege stehen. So der preußischen Kabinettsorder von 1834 und der diese crgän- zcnden Ministe rialrnstruktion von 1839. Zum allerinindesten müsse, wenn§ 17 nicht beseitigt werde, der Ausnahmesall der Be- tefligung von Jugendlichen„zu geselligen Zwecken" erweitert werden durch die Fassung:„zu geselligen, belehrenden oder sport- lichen Zwecken". Der 8 3 des ReichSvereinSgesetzeS genüge auch in der neuen Fassung keineswegs, um einer Wiederkehr von Bedrückungen vorzubeugen. Der Begriff der politischen Angelegen- heit müsse erschöpfend geregelt und ausgeschlossen werden, daß alZ Einwirkung auf politische Angelegenheiten weiteres verstanden werde, als die durch einen Beschluß eines Vereins und im Namen desselben an eine gesetzgebende Körperschaft gerichtete Aufforde- rung auf Aciidcrung eines bestehenden politischen Zustandes. Bei der Regelung des ReichSvereinSgesetzeS möge man endlich den Be- dürfnissen der Arbeitersportvereine Rechnung tragen und bedenken, daß es sich um die Interessen von rund 409 900 Arbeitersportlcrn handele. politische Ueberflcht. Vom Reichstag. Im Reichstag, der am Dienstag zusammentrat, fand nach einem Beschluß des Seniorenkonvents über die Anträge der sozialdemokratischen Fraktion und der Sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft auf Entlassung des Abg. Dr. Liebknecht auS der Haft zunächst keine Debatte statt, sondern auf Vorschlag des Präsidenten wurden die Anträge dem Geschäftsordnungsausschuß zur schleunigen Bericht- erstattung überwiesen. Das Haus beschäftigte sich sodann mit dem Gesetzentwurf über die Feststellung von Kriegsschäden, wobei Redner aller Parteien ihre grundsätzliche Zustimmung ausdrückten. Ans der Reichstagsfraktion. Der Genosse Reichstagsabgcord neter Rhssel ist gestern aus der sozialdemokratischen Fraktion ausgetreten und in die Sozialdemokratische Arbeitsgemcinschast eingetreten. Zum Ftall Liebknecht. Die»Berliner Neuesten Nachrichten" schreiben zu den Anträgen auf Haftentlassung Liebknechts: »In anderen Fällen sind solche Anträge selbstverständlich. Beim Abg. Liebknecht sollte man sich freuen, wenn auf dem Wege der militärischen Haft das vaterlän- in Groß'Bcriin. d isch e Ansehen von ihm befreit und er vor sich selber gerettet würde. Da übrigens Art. 31 der Reichsverfassung nur von der Aufhebung»jeder UnterfuchungS- oder Zivilhaft" auf Verlangen deS Reichstags spricht, könnte man folgern, daß die militärische Haft eine Sonderstellung einnehme. Falls sich im übrigen ernsterer Strafverdacht in Sachen der vaterländischen Interessen gegen Dr. Liebknecht ergeben haben sollte, wird der Reichstag hoffentlich den besonderen Fall besonders zu würdigen wissen." Die Auslegung, daß Anträge auf Entlassung aus militärischer Haft unzulässig seien, ist selbst von bürgerlicher Seite zurückgewiesen worden. Im übrigen spricht die Notiz für sich selbst. Der von der Sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft ein- gebrachte schleunige Antrag lautet: Der Reichstag wolle be- schließen: »Das gegen das Mitglied des Reichstags Dr. Liebknecht ein- geleitete militärgerichtliche Strafverfahren und die gegen ihn verhängte Untersuchungshast sind für die Dauer der Sitzungsperiode aufzuheben." Bulgarische Gäste in Berlin. Eine Abordnung bulgarischer Parlamentarier befindet sich zur- zeit in Berlin, wo ihnen zu Ehren verschiedene Empfänge und Fest- lichkeiten stattfinden. Nach dem Auftakt am Sonntag beim Banleit der Deutsch-Bulgarischen Gesellschaft wurden die bulgarischen Gäste Montag mittag vom Staatssekretär Dr. S o l f in den Räumen dcr Deutschen Gesellschaft 1914 empfangen. Am Nachmittag fand ein feierlicher Empfang beim Reichskanzler im Auswärtigen Amt statt. Den Abschluß des TageS bildete ein BegrüßungSabend im Reichstage, wo die bulgarischen Gäste vom Präsidenten Dr. K a e m p f festlich empfangen wurden. Spargelausfuhr„erwünscht"! Ein Berliner Kaufmann erfuhr bei einem Aufenthalt in Mecklenburg-Schwerin, daß dänische Agenten dort von den Bauern die diesjährige Spargelernte aufkaufen. In berechtigtem Erstaunen richtete er eine Eingabe an den Reichskanzler, indem er auf diesen bei der jetzigen Lebensmittelknappheit und Teuerung unbegreiflichen Vorgang aufmerksam machte. Auf seine Eingabe vom 16. Äpril erhielt er, wie er der„Voss. Ztg." mitteilt, folgende Antwort: Berlin W 8, den 29. April 1916. Der Staatssekretär deS Innern. Es liegt durchaus im Interesse der Spargel- interessenten und der deutschen VolkSwirtschait, daß das Absatzgebiet für Frischspargel, an dem besonders in diesem Jahr kein Mangel berrichen wird, nach Möglichkeit erweftcrt wird. Ein Export von Spargel nach dem neutralen Auslände kann zur Hebung der deutschen Valuta nur erwünscht sein. Im Auftrage: Kautz. (Herr Kautz ist der ehemalige Vorstand der RcibhS- kartoffelstelle.) Wir glauben schon, daß eS im Interesse der Spargel- interessenten liegt, Spargel auszuführen. Aber auch im Interesse der Konsumenten, die keineswegs unter Uebersluß an Gemüsen zu leiden haben?! Die Preise für Spargel sind heute so hoch, daß nur wenige Arbeiterfamilien sich das wohlschmeckende Gemüse leisten können. Für die Be- gründung, durch die Spargelausfuhr würde die deutsche Zahlungsbilanz so sehr verbessert werden, daß der Markkur« einen günstigeren Stand erreichen würde, haben auch die bürgerlichen Blätter nur spöttische Bemerkungen. Gegen daS Kino. Der antisemitische Abgeordnete Dr. Werner-Gießen hat fol- gende kurze Anfrage gestellt: »Die Lichtspielhäuser überbieten sich seit geraumer Zeit in der verwerflichen Darstellung von Ehebruchs.komödien"(so- genannten»Stttenschlagern"), Einbrecher- und Detettivstücken übelster Art, unter Verwendung schreiender bildlicher Anpreisung und mit Unterstreichung deS sittlich Brüchigen und Anfechtbaren. Mit ihre» Vorstellungen„nur für Erwachsene" übertreffen sie noch daS, was sie leider schon vor dem Kriege dem Volke vorsetzen dursten, und tragen damit erwiesenermaßen fort und fort zur Verwilderung dcr Begriffe von Ehre und Sitte bei. Ist der Herr Reichskanzler bereit. Maßnahmen treffen zu lassen, die geeignet sind, dem gerade jetzt doppelt empörenden Treiben dcr Lichtbühnen erfolgreich zu begegnen? Eine schriftliche Antwort würde mir genügen." Flurschadenersatz bei Notlandungen von Flugzeugen. Amilich. Berlin, 9. Mai.(W. T. B.) Der bei Flugzeug- Notlandungen entstehende Flurschaden wird er- fahrungSgemäß trotz dringender Warnungen seitens der Flugzeug- insassen in der Hauptsache von den Zuschauern(Ortseinwohnern usw.) verursacht. Die Heeresverwaltung kommt für den durch die Zuschauer bewirkten Flurschaden nicht auf. vielmehr können dafür nur die letzteren selbst haftbar gemacht werden. Die Bevölkerung wird darauf aufmerssam gemacht und gewarnt. Mus öer Partei. Erklärung. Gegenüber der Auslegung, die der Parteivorstand den Beschlüssen dcr Kontrollkommission gegeben hat, stelle ich als Vorsitzender der Kontrollkommission folgendes fest. Nach§ 25 des OrganisationSstatutS der Partei entscheidet die Preßkommission in Gemeinschaft mit dem Parteivorstande über alle Angelegenheiten deS ZenIralorganS, insbesondere über alle An" stellungen und Entlassungen im Personal der Redaktion und Ex" pedition. Bei Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Parleivorstand und der Preßtommiision entscheidet die Kontrollkommission, dcr Parteivorstand und die Preßkommission in der Art mit gleichen Rechten, daß jedes dieser Organe eine Stimme hat. Am 4. Mai hatte die Kontrollkommission über die zwischen dem Parteivorstand und der Preßkommission entstandene Meinung«- Verschiedenheit zu entscheiden, ob der Redakteur Genosse Dr. Meyer zu entlassen ist. Der Parteivorstand hatte die Entlassung beschlossen, weil der Genosse Meyer außerhalb der Redaktion zur Verbreitung des Flugblattes»Lehre des 24. März" beigetragen hatte, in dem die Aufforderung an die Organisation enthalten ist, diesem Partei» vorstand die Beiträge nicht abzuliefern und weil Genosse Meyer auch in der Organisation, der er zugehört, mündlich dafür ein- getreten war, daß die Organisation dieser Aufforderung nach- kommen sollte. Die Preßkommission hatte einstimmig abgelehnt, dem Antrage des Parteivorstandes auf Entlassung Meyers bei�u- treten. Darauf beantragte der Parteivorstand bei mir die telegraphische Einberufung der Kontrollkommission nach Berlin auf den Karfreitagabend. Dem Antrage gab ich statt; in dieser Sitzung trug der Parteivorstand den eben geschilderten Sachverhalt vor. Die Preßkommission beantragte die Vertagung, weil Genosse Meyer nicht geladen war. auch die Redaktion nicht vollzählig habe erscheinen können, ebenso seien mehrere Preß- kommsisioiismitglieder am Erscheinen verhindert. Der Parteivorstand widersprach der Vertagung. Die Kontrollkommission beschloß, die Angelegenheit auf den 2. Mai zu vertagen und zu der an diesem Tage mit dem Parteivorstand und der Preßkommiision abgehaltenen Sitzung den Genossen Meyer und alle Redakteure des.Vorwärts'1 zu laden. In der Sitzung vom 2. Mai stellte sich heraus, daß der Genosse Meyer verreist war und wahrscheinlich die Ladung nicht er- halten hatte. Es wurde beschlossen, die Sitzung auf den 4. Mai zu vertagen. In dieser Sitzung erschien der Genosse Meyer. In der- Verhandlung beautragte der Parteivorstand, die Mei. nungsverschiedenheit zwischen Parleivorstand und Preßkommission durch Stellung folgender Frage zum Austrag zu bringen: .Kenn der Genosse Meyer, der Parteiorganisationen öffent- lich, schriftlich und mündlich auffordert, keine Beiträge an den Parteivorsiand abzuführen, also die Desorganisation propagiert, der Redaltion des Zentralorgans der Partei angehören?* Die Preßkommission widersprach dieser Fragestellung, weil die Meinungsverschiedenheit die Frage betreffe, ob der Genosse Meyer als Redakteur wegen seiner Beteiligung am Flugblatt vom 24. März zu entlassen sei und die Frage, ob in seinem Verhalten eine Propa- gierung der Desorganisation liege, eine Vorwegnahme der Beant- worlung des Slreiipunkles sei. Die Preßkommission beantragte die Frage so zu stellen: .Soll der Genosse Meyer als Redakteur des„Vorwärts" entlasien werden, weil er im Flugblatt.Die Lehren des 24. März" die Beilragsi'perrung an den Parteivorstand durch die Organisationen propagiert hat." Die Kontrollkommission beschloß hierauf in die materielle ver- Handlung des Falles Meyer einzutreten. Nach dieser mit dem Parteivorstand, der Preßkommisflon und der Redaktion gepflogenen Verhandlung, beschloß die Kontroll- kommission dann in ihrer durch Statut vorgeschriebenen besonderen Sitzung, die zur Entscheidung gestellte Frage, ob der Genosse Meyer zu entlassen sei, durch Abstimmung über beide Fragestellungen zu entscheiden. Beide. Fragestellungen verneinte sie mit Stimmen- gleichheit und hat dadurch die zwischeu dem Parteivorstand und der Preßkommiision entstandene Meinungsverschiedenheil, ob der Redatteur Meyer zu entlassen sei. im ablehnenden Sinn beant« wartet. Die Ansicht des Parteivorstandes, die Kontrollkommission habe sich selbst ausgeschaltet ist durchaus irrig. W. Bock, Vorsitzender der Kontrollkommission. »« « Die Prcstkommissio» hat in ihrer Sitzung vom 9. Mai e i n st i m m i g folgenden Beschlutz angenommen: Die Pretzkommission ersucht den Rodaktsur Genossen Meyer, trotz der öffentlichen Erklärung des Parteivorstandes auf seinem Posten auszuharren. Die dem Genossen Meyer von dem Geschäfts- führer Fischer übersandte Kündigung ist nach dem Organisations- statut der Partei rechtsungültig. *» Gegenüber-der Erklärung des Parteivorstandes im„Vorwärts" vom 7. d. M. sieht sich die Pretzkommission veranlaßt, folgende Tat- fachen festzustellen: 1. Der Entscheidung der Kontrollkommission unterlagen ma- teriell und formell nicht irgendwelche zwei Anträge— je einer von dem Parteivorstand und der Pretzkommission—, sondern nur ein einziger Antrag: Die vom Parteivorstand bean- tragte Entlassung des Gen. Meyer aus der Re- daktion des„Vorwärt S". Diese vom Partcivorstand für sich zunächst beschlossene Entlassung wurde von ihm der Preß- kommission in einer schleunigst einberufenen Sitzung am 14. April offiziell mitgeteilt, diese selbe Entlassung wurde sodann von der Pretzkommission in ihrer Sitzung am 18. April einstimmig abge- lehnt, folglich konnte gemäß§ 25 des Organisationsstatuts nur der- selbe von der Pretzkommission abgelehnte Entlassungsantrag als Konfliktgegensiand zwischen den beiden Instanzen der endgültigen Entscheidung der Kontrollkommission unterliegen. Die Preß- kommission hatte ihrerseits gar keine Anträge der Entscheidung der Kontrollkommission zu unterbreiten, da ihre Rolle im gegebenen Konflikt lediglich darin bestand, die beabsichtigte Handlung des Parteworstandes: die Entlassung des Gen. Meyer zu inhibieren. Diesen klaren und einfachen Sachverhalt suchte der Parteivorstand in der Sitzung der Kontrollkommission durch eine plötzliche völlig neue Formulierung des Konfliktsgegenstandes zu verdunkeln, indem er zweimal hintereinander der Kontrollkommission eine Frage zur Entscheidung unterschob, die der Berliner Pretzkommission weder vorher zur Beschlutzfassung vorgelegt worden war, noch auch in ihrer allgemeinen Fassung der Kompetenz dieser Instanz überhaupt hätte unterstehen können. Angesichts dieser beabsichtigten gewalt- samcn Verschiebung der Frage durch den Parteivorstand, mit der durchsichtigen Tendenz, für den Fall der Stimmengleichheit in der Kontrollkommission um jeden Preis die Entlassung des Gen. Meyer zu erzwingen, sah sich die Pretzkommission genötigt, den Partei- vorstand auf seine wirkliche Fragestellung festzunageln. Was der Parteivorstand also jetzt für den„Antrag der Pretzkommission" auszugeben versucht, dem er einen anderen entgegenstellt, ist nur sein eigener ursprünglicher Antrag, von dem durch ungeschickte Winkelzüge abzurücken er sich alle Mühe gab, als ihm die Ab- lehnung desselben durch die Kontrollkommission wahrscheinlich wurde. 2. Sollte auch die Darstellung des Parteivorstandes zu- treffen und die Kontrollkommission über jene angeblichen zwei Anträge zwei entgegengesetzte Entscheidungen getroffen haben, so würde sich daraus höchstens die dringende Notwendigkeit ergeben, die Partei schleunigst in Kenntnis darüber zu setzen, durch welche Umstände die Kontrollkommission beschlutz- und aktionsunfähig geworden und wie dagegen Remedur zu schaffen sei. Wenn der Parteivorstand hingegen aus jener angeblichen wider- sprechenden Entscheidung der Kontrollkommission folgern zu dürfen glaubt, daß er nun die Kontrollkommission einfach mit einer Hand- bewegung auf die Seite schieben un-d seinem Herrenstandpunkt in der Redaktion des„Vorwärts" ungeniert Geltung verschaffen darf, so bedeutet das nichts anderes als die Proklamierung des nackten Faustrcchts des Parteivorstands in Berlin, genau wie früher in Duisburg. Nach der Berliner Pretzkommission wird nun die oberste Instanz der Gcsamtpartei— die Kontrollkommission—-, weil sie der Pretzkommission zugestimmt hat, zum alten Eisen geworfen. Jede Instanz, die nicht pariert und der Politik des Parteibor- stands als gefügiges Werkzeug dient, wird einfach ausgeschaltet, und das Parteistatut wird kum Gespött gemacht. Die.Hüter des Par-. teistatuts" führen die Partei mit jedem Tage durch einen neuen Gewaltstreich dem Zustand der inneren Anarchie entgegen. Die Pretzkommission des„Vorwärts". Stellungnahme zum Parteikonflikt. Die Kreiskonferenz des 4. Berliner Reichstags- Wahlkreises vom 8. Mai verurteilt aufs neue die vom Partei- vorstand gegen die„Vorwärt-5"-Nedallion geübte FaustrcchtSpolitik, sie Beauftragt den Vorstand und die Mitglieder der Pretzkommission tückstckstslos jedes Mittel anruwcnden, um den Berliner Genossen das Eigentumsrecht an der Vorwärtsdruckerei und dem„Vorwärts" mit allen seinen Konsequenzen zu sickern. Erklärung des Leipziger Bezirksvorstandes. Die Bezirkskonfcrenz Leipzig, die sich zusammensetzt aus den Vorständen des 11. bis 14. sächsischen Neichstagswahlkreiies. dem Bezirksvorstand, den im Bezirk wohnenden Abgeordnelen der Partei, den Mitgliedern der Redaltion der„Leipziger Volkszeitung" und der .Volkszeitung für da? Mnldental", nabnt am 2. Mai zu den neueren Vorgängen in der Partei Stellung. Die Ereignisse der letzten Zeit zeigen, daß der Parteivorstand und der Parteiausschnß versuchen, sich Besugiüsse anzueignen, die nur dem Parteitag zustehen. Als solche Maßnahmen kommen in Betracht: 1. daß das Vorgeben des Parteivorstandes gegen die Redaktion des„Vorwärts" nach dem klaren Wortlaut des Organisationsstatuts der Paitet unzulässig ist; 2. daß bei der Entlassung der beiden Redakteure in Duisburg der Parleivorstand nach eigenen Angaben sich über die zuständigen Partetinstanzen in Duisburg hinweggesetzt bat und die Entlassung auf bloße Denunziation hin veranlaßte; 3. daß der Parteivorstand gegen Sinn und Wortlaut des Organisationsstatuts den Parteiausschuß veranlaßte, den Beschluß über die Budgetirage fälschlich auszulegen, ihn als Richter über die Reichstagsabgeotdneten und den„Vorwäits" fungieren ließ und sich damit Reckte anmaßte, die nur dem Parteitag zustehen; 4. daß er die Rechte des Reichstags verletzte, indem er die Mitglieder der Kontrollkommiision, die sich der Arbeitsgemeinschaft im Reichstage angeschlossen haben, mit Hilfe des Portetausschusies aus den ihnen vom Parteitag übertragenen Aemtern zu drängen versucht; 5. den Partciausschuß veraulaßte, gegen den Wortlaut des Statuts ihm oppositionell gesinnte Parteimitglieder ohne das vorgeschriebene Ausichlußversahren aus der Partei hinauszu- drängen; 6. den Vorsitzenden der Partei, Genossen Haase, zwang, sein Amt als Vorsitzender niederzulegen; 7. die Gelder der Gesamtpartei dazu benutzt um Schriften zu verbreiten, die mit tendenziösen und bewußt falschen Be- hauptungen über die Vorgänge selbst und über die oppositionellen Mitglieder der Partei gefüllt sind. Aus all diesen Vorgängen geht hervor, daß der Parteivorstand planmäßig und mit Absicht die Parteigesetze verletzt und damit auf eine Sprengung der Parteiorganisation hinwirkt. Ziel und Aufgabe der Sozialdemokratie ist eS, die... in eine sozialistische umzuwandeln, die politische Macht zu erringen und den Kampf um dieses Ziel zu einem einheitlichen zu gestalten. Die Bewilligung von Kriegskrediten und vor allem die seri dem 4. August 1914 eingeschlagene Politik ist unvereinbar mit den Auf- gaben der Sozialdemokratie, weil dadurch... und die Lösung der Aufgaben des Sozialismus gehindert wird. Das Verhalten der Fraliionsmebrheit ist die Ursache zu den den Parteigesctzen und Beschlüssen zuwiderlaufenden Handlungen des Parleivorsiandes und des Paitciausschusies, es hat zur Spaltung der Fraktion geiithrt. Die Einheit der Organisation ist notwendig, um dauernd denKampf um das sozialistische Ziel,.., mit Erfolg führen zu können. Deshalb fordern tvd Fälscher vielfach erhalten. Die Volksauswucherer sagen sich: schlimmer kann die Sache nicht werden.(r) Ein Mord in Magdeburg. Am vergangenen Sonntag, vor- mittags gegen 9)4 Uhr, wurde die 38 Jahre alte Prostituierte Minna Busse in ihrer Wohnung in Magdeburg tot aufgc- fundeu. Sie lag in einer großen Blutlache auf dem Fußboden ihrer Wohnstube. Die Feststellungen ergaben, daß die Frau � ermordet sein muß. Sie Ijatte zwei tiefe Schnittte an beiden Seiten des Halses, die tödlich gewesen sind und eine Verblutung herbei- geführt haben. Der Täter ist noch nicht ermittelt. Zwei Mörder verhaftet. Der Frankfurter Kriminalpolizei ist es gelungen, den Raubmord an dem 78 jährigen Privatier H a h- mann ausznklären. Die Täter sind zwei junge Männer im Alter von 18 und 29 Jahren, Heinrich Münzer und Wil- Helm K i r s ch n e r. Sie sind verhaftet und geständig. Durch flüssiges Eise» verbrannt. Aus Oberhausen wird gemeldet: Auf der„Gute Hoffnung"-Hütte erfolgte ein Durchbruch eines Hochofens. Fünf Arbeiter wurden durch flüssiges Eisen verbrannt; einer ist bereits gestorben. DaS rasierte Schwein. Im wetmarifchen Dorfe N d e st ä d t wollte ein Landwirt, obwohl Privatschlachtungen jetzt streng ver- boten sind, doch für seinen Hausgebrauch sein herangemästetes Borstentier schlachten. Damit nun der Brühgeruch ihn nicht derrale, seifte der Schlaumeier das Schwein sorgfältig ein und rasierte es nach allen Regeln der Kunst. Soweit ging auch alles ganz gut, aber beim Wurftmachen drangen verräterische Düfte in die Nachbar- schaft. Die Schlachtware wurde irurmnehr beschlagnahmt und als corpus delicti nach Weimar gebracht, damit dem Landwirt der Prozeß gemacht werde. Die Sommerzeit in England. Im Unterhaus ist mit 179 gegen 2 Stimmen ein Antrag auf Einführung der Sommerzeit an- genommen worden. Die englische Regierung wird demgemäß an- ordnen, daß am 21. Mai um 2 Uhr morgens die Zeitmessung um eine Stunde vorgerückt wird. Die Wiederberstellung der alten Zeilmessung wird am 1. Oktober stattfinden. Die Zeit von Green- wich wird'für wissenschaftliche, Schiffahrts- und einige andere Zwecke in Geltung bleiben._ parteiveranftaltungen. Zweiter Wahlkreis(III. Abteilung, Friedrich st ad t) Z ahlabend: Mittwoch, den 10. Mai, abends 8V, Uhr, bei Nathmann, Wilhclmstr, Iis,— Zahlmorgeu: Donnerstag, den 11. Mai, bei Krüger, Jerusaieiner Straße 63, Fünfter»reis. 2, Abteilung, Mittwoch, den 10, Mai: Gemeinschast- licher Zablabend beim Genossen Voweleit, Josthstr. 7. Steglitz. Heute Mittwoch, den 10. Mai, abends 8'/, Uhr: Gemeinsamer Zahlabend sür alle Bezirke bei S ch e 1 1 h a s e, Ahornsw, 15». Der Zahlabend bei Jacob für den Südender OrtStcil fällt ans. Friedrichöhagen. Heute, abends 81/! vhr: Mitglieder- Vers a vi m I u n g bei Lerche, Friedrichsw. 112. Tagesordnung: GcschäslS- und Kassenbericht. Wahl der Delegierten zur Kmsgencrawcrsammlung. Die Mitglieder werden ersucht, pünwich zu erscheinen. itöpenick. Gemeinschastlichcr Zahlabend Mittwoch, den 10, Mal, abends S Uhr. bei Ricck, Grünauer Sw. 7. Vortrag des Genossen S t ü h m e r: „Die Lebensmittclteuerung", Röntgental-Zeperuick-Bnch. Donnerstag, den 11. Mai, abends 9 Uhr. findet bei August Lange, Siemensftr, 10 in Röntgental, der gemein- schajtliche Zahlabend statt. NeinickenSorf-Ost. Heute, abends 8V, Uhr, bei HernowSki, Residenz- straße 109: Gemeinsamer Zahlabend. Vorwag deS Genossen Hermann Müller:„AuS der englischen Arbeiterbewegung". Kaulsdorf-BieSdorf. Der gemeinschaftliche Zahlabcud findet heute abend pünktlich 8'/, Uhr in B i e S d o r s, Königstr. 120, Restaurant Schiller- säle(Jnh. Ernst Wille), statt, Wcitzensee. Die sür heute Mittwoch angesetzte Mtgllederversamm- lung süllt aus. Dafür findet am Mtttooch, den 17, Mai, abends L Uhr, bei Meschc, Berliner Allee 251, eine Generalversammlung statt. Kinöerveranftaltungen. Neukölln. Die Kinderspiele finden von jetzt ab wieder regelmäßig Mltwoch nachniiltags im Treptower Park statt. Tresspunkt 3 Uhr am Elsen- stcg(Witdcnbrrich-Brücke). Steglitz. Die regelmäßigen Kinder auSflüge nach dem Grunewald haben wieder begonnen und finden jeden Mittwoch statt. Treffpunkt pünktlich nachmittags 21, Uhr am Bahnhof Steglitz(Halte- stelle der elelirischen Bahn nach dem Grunewald), Mundvorrat ist mitzu- bringen. Bei schlechtem Wetter im Lugendheim, Kniephosstraße, Eile Jeverstraße._ Sriefkasten üer Reöaktion. Die jurtstilche Eprechstmid« findet sür ildonnenten Lludenstr. 3, IV. Pdf rechts, parterre, am Montag bis Freitag von* 6(8 7 Ugr, am Sonnabend von b bis s Uhr statt. Jeder lür den B r t e l k a st e n bestimmten Anfrage tst ein Duchstabe und eine Lahl alS Merkzeichen beizufkigen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Anwagen, denen keine AbonnementSquitning beigefügt ist, werden nicht beantwortet. Eilige Fragen wage man in der Sprechstunde vor. vcrwägr, Schriststücke»nd dergleichen bringe man in die SPlcchsrunde mit. Dewitz. Sie sind zur Zahlung der Miete bis zum Ablaus des Ver» wages verpflichtet,— H. H. III. Der Hauswirt kann Ihnen verbieten, Karnickel auf dem Ballon zu hallen,— A. 191. 1. Ja: Anweisung zu einem gegenseitigen Testament erhatten Sie bei uns in der Sprechstunde, 2. Ja, 3. Nein,— H. W. 100. Die Unterstützung wird nicht weiter- gezahlt; Sie müssen der Steuerkaffe von Ihrer Zurückstellung Mitteilung machen,— B. A. 1919. 1. Nein. 2. Wenn keine statutarische Dcstiin- inung im Verein gewoffen ist, zu welchem Zweck der etwa vorhandene Kaffenbestand bei Auslösung des Vereins Verwendung finden soll, so muß der Kaffenbestand an die noch vorhandenen Mitglieder des Vereins gleich- mäßig verteilt werden,— G. G. I. 1. Ja. 2, Da Sie noch im MUitär- Verhältnis stehen, ist die Entlohnung zulässig.— F. H. 65. Ja; Antrag aus Auszahlung des Sparguthabens ist unter Angabe der Sparkasse und der Nummer des Sparkassenbuches an den Gemeindevorstand zu richten. — H. P. 14. Die Löhnung sür einen Sergeanten im Felde bewägt 57 M, pro Monat,— Palme 330. 1. Die Beiträge sind überhaupt nicht vom Einkommen in Abzug zu bringen, 2. Ja. 3. Ja, 4. Wir würden Ihnen empfehlen, diese Tatsache in der Reklamation anzuführen und Herab- sctzung der Steuer zu bcanwagen,— 3t. ffi. 14. Sic lünnen nicht" ohne werteres ziehen, Ter Wirt wird vorgeben, die beim Vertragsabschluß ein- gegangenen Bedingungen erfüllt zu haben. Weitere Ansprüche an den Wirt zu stellen, halten wir sür aussichtslos; Sie könnten höchstens die Wohnung vertragsmäßig nnfkündigen,— Friedenau 99. Ja. W. E. 59. Sie iönnen die niedrigste Beiwagstlasse ilebcn. In zwei Jahren müssen mindestens 20 Marken geklebt sein und die Invaliden- karte zum Umtausch vorgelegt werden.— W. 39. It. 90, Nein. Wetteraussichten für das mittlere Norddentschland biS Donnerstag mittag. Ein wenig wärmer, vielfach heiter, aber veränder- lich und im Westen jowie längs der Küste leichte Regensällc. Dentseher MetiMeiter-Verlüinil Verwaltungsstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht daß unser Kollege, der Schlosser �dolk Schwarz Neukölln, Harzer Straß«»3 am 7. Mai gestorben ist. Ehre seinem Andenke« Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 11. Mai, nach mittags SV-Uhr, von der Leichen balle des alten ThomaS-Kirch hoseS, Hermannstraße, aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Metallarbeiter Paul Stempel Brandcnburgstr. S, gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 11. Mai, nach mittags i'l, Uhr. von der Leichen« halle der Freireligiösen Gemeinde, Pappelallce, aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Gürtler dulius tiühlle Neukölln, Bicberichstr. IL, am 7. Mai gestorben ist. Ehre seine« Andenke«: Die Beerdigung findet heute Mittwoch, den 10. Mai, nach. mittags 4 Uhr, von der Leichen- balle dcS neuen Jakobi.KIrchhoseS, Hcrmannstraße, aus statt. Rege BetcUigung wird erwartet. Nachrtil. Den Mitgliedern serner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Metallarbeiter Gustav Katschke am 2t>. April gestorben ist. Ehre seine« Andenke«: l 16/10 Die OrtSverwaltnng. üeiitsclier BanapheltEr-Yertianl Znelgvcrelu Berlin. Bezirk Moabit» Am 7. Mai starb unser Mit- glied, der Hilfsarbeiter �uxust Schlinke. Ehre feinem Andenke«: Die Beerdigung findet heute Mittwoch, nachmittags i'/, Uhr. von der Halle deS städtischen Friedhofes in der Müller-, Ecke seestraße, aus statt. Rege Beteiligung ei wartet 141/16 lZls Ertliche Verwaltung. Allen Bekannten und Ver« wandten die traurige Nachricht, daß unser lieber, ein- ziger Sohn LöA Hugo Hennig Ncs.-Jnf.-Rcgt. 201 am 1. Mai 1916 gefallen ist. Allen, die seiner im Felde liebevoll gedachten, unseren aus. richttgsten Dank. Paul Hennig und Fnm, Strelitzer Str. 36. Dentsciier Bolzartelterfertaiil Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht. daß unser Kollege, der Stellmachei Jobaones Frieke Stratzburger Str. 29 im Aller von bZ Jahren ge- storben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Mittwoch, den 10. Mai, nach- mittags 4 Uhr, von der Halle des griedhvseS der Georgen- Gemeinde in Deißensee, Rölcke- straße, aus statt. 86/10 Die Ortsverwaltung. Fabrradantaus Linienstroße 19. AIS Opfer des Weltkrieges fiel am 3. Mai 1916 unser Kollege Etfc!! Heere. Wir werden sein Andenken In Ehren halten t 12531 Die Kollegen der Firma Argus. JSaemcrrAciden I geh winden sohneU n, schmerzlos durch Myrobalanam. sicher bowänrteste äußerliche Anwendung. M. 2,50. Otto Reichel, Berlin 43, EisanbahnslraBs 4. I Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, für die herrlichen Blumen- sp enden beim Begräbnis unseres lieben Entschlafenen, des HutmacherS Hermaim Kruse sagen wir hiermit unser» herzlichsten Dank. Berlin, 9. Mai 1916. 6. 70b Familie Krane. AI, Opfer des Weltkrieges fiel am 28. April 1916, nach 20 Monate langen, harten Kämpsm, mein inniggeliebter Mann, Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onkel, der Gefreite der Reserve Wilhelm Starke Reserv«-Jns.-Reg. 207, 4. Komp., Inhaber de. Eisernen Kreuzes, im Aller von 27 Jahren. 671b Die zeigt an im Name» aller Hinterbliebenen, die tiestrauernde Gattin Altwe Anna Starke geb. KolmS. Allen Bekannten die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau Pauline, geb. Ziem, nach kurzem schweren Kranken- lager am Sonntag, den 7. Mai 1916, gestorben ist. Der trauernde Gatte «lax Velllemallll. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 11. Mai, nach- mittags 4'/. Uhr, von der Leichen- halle des FriedhoseS in StahnS- dorf ans statt. 111A Abfahrt BHI.CHarlottenbg.4.07Udr. Vorwärts Bibliothek Gute Bücher für Unterhaltung und Belehrung gehören ins Feld! 38 Srtoljrft ein Äo$Gn öu4&em�cflieuxtietiei,en Ver Ausweg ) Pteqanft Va« Land der Zutunfi \ bung v�oUsch Verschrobenes VolkkÄN Der Prinzipienreiter Srznhluua von —- Au Wilhelm Bio« 3n den Tod getrieben ÄÄ Derpariser Garten Mutter «in Franenschicksal von Joh. Ferch Der Morgen graut iWÄQV l000MartVelohnung��� C Cd»» DleSeitereteiZ�'S�um. Vom Waisenhaus zur Fabrik Sefchicht« einer Prolevorierlugend von Ditreiier Der Gotteslästerer birgiscüen Waldarbeiter von il. Ter DieMartetenberinp�""" ttonstnege von Srktmann.Ehatrtan KriegSsahrten und G. T.oiit:: Mit S vilder» Kriegsberichte Kriegsberichterstatter u Mit 8 Bilden» aus Ostprcutzen und»utz. iand. von Stlh. Düwell. d. Fr. , Schilderungen u. che» _ schichten. IluSgeinSHU viederich. L B�nde. jeder f. sich abgeschlossen. Leder Band gebunden, preis 1 Mk. Buchhandlung Vorwärts Z)aul Singer G. m. b. H. Äerlin SW. 68, Xinbcnflrage 3. Am 7. Mai verstarb plötzlich infolge BlutsturgeS unser Mit- arbeiter, der Maschinenmeister Berirtanl Bameeher im Alter von 36 Jahren. Wir bettauern ausrichttg seinen frühen Heimgang und werden ihm ein gutes Andenken bewahren I 673b Oas Personal der KSnigl. Hak- buchdruckerei Mittler u. Sohn. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlichster Teilnahme und Kranzivenden bei der Beerdigung unseres lieben Sohnes und BruderS, des Schlossers August Heine Burgsdorsstr. 3 sagen wir allen Freunden, Ver- wandten, sowie den Kollegen von der Artillerie- Werkllatt Spandau 0. 2 und für die trostreichen Worte des Genossen Manasse unseren herz- lichsten Dank. 41A Familie Heine. a/ftCCgC«»*»»SSSSSSZ, t/T Bon Hergen viel Glült Ä M .erge wünschen unserm lieben, braven Genossen und Mtttämpser 0/ <0 w vi/ V iv « w \!/ « yO in Relnlokendorf-OsL Max Eichaer atn Tage der 25jährigen Zu- gehörigteit zur Partei und zu unserm Wahlverein 244/2 vor Vorstand and die Bezlrksführer des Sozialdemokrat. WahWerelos # Haben Sie Stoff? 237 498 810 2 7021 31(600) 191 320 49 802 12 48 988(1000) 2 8004 48 96 135 246( 600) 610 66 768 76 28163 213(1000) 40 396(600) 426 6U 34 61 67 606 29 33 919 90 30261 66 301(600) 96 419 631 667 67 818 80 91119 62 260 319 82 636(600) 94 773 916 81 32147 208 34 362 479 690 716 807 32 05 944 88 33121(1000) 333 48 442 619 34 766 64(600) 867 925(500) 84322 560(500) 628 960 56 3 5 066 96 98 134 223 429 82 644 960 86114 79 266 71(3000) 603 709 95 883(600) 947(3000) 67 8 7177 333 401 610 27 62 81 97 904 3 8014 102 213 55 471 603 69 661 780 888 945(1000) 39036 375 666 736 890 983 4 9069 169 209 40 48 77 390(600) 616 730 68 823 39 60 41102 17 233 81 338 439 692 722 988(600) 42109 267 467 629 86(1000) 697 792 983 88 48162(500) 416 74 81 661 69 4 4 019 161 201 324(1000) 442 603 21 669 723 34 78 978 4 5 014 22 46 82 164 237 46 621 63 620 21(1000) 744 954 4 6 247 86 432 63 648 726(600) 809 88 944 69 76 96 4 7017 35 73 173 232 36 434 40 610 665 600 87 893 4 8012 29(600) 34 38 221 463 74 602 70 646 946 64 4 9027 348(600) 68 448 56 601 752 867 923 29 43 93(600) 5 0013 29 218 66 319 431(1040) 66 79 754 76 886«1206 43 72 333 443 65 682 891«2011 269 308 818 92 993«8133 226 62 7 5 390 411 83 611 61 614 55 865 996«4060 184 231 490 500 818 67 910 SS 027 47 269 597 703 6 45 5 6040 235 492 504 65 772 94 816 77(500) 97100(1000) 63(1000) 225 60 347 434 75 642(500) 79 698 8 8004 146 67 266 409 808 993 6 9082 120 243 343 769 849 6 0040 171 300 645 770 910 76 61010 42 286 383 97 486 614( 600) 39 84 679 95 782 82 9 2 043 93(600) 101 50 297 337(600) 446 618 672 90 776 918 68 77 0 8 233 798 629 927 64164 85 84 433(600) 626 85 701 03 914(600) 9 5 034(3000) 9? 101 68 88 228 692 705 15 927(600) 6 6 038(1000) 76 374 80 438 63 630 761 626 85 9 7 052 97 117 50 264 93 384 418 670( 500) 74 963 60143 68 406 15 546 889 6 8078 327 620 75 610(500) 84 791 864 7O041 43 80 228 44 361 433 688 640 756 63 913 71031 69 2)3 27 40 63(3000) 300 2 5 610 632 69 912 65 7 2164 209 (500) 606 730(1000) 988 73119 72(1000) 362 673(3000) 680 74196 243 344 75 476 626 673 786 966 98(1000) 7 8 296 424 93 870 818 909 13 17 93 7 8049 169 312 433(3000) 38 647 fSO«) 716 77 912 63 81(1000) 70 77 7 7119(3000) 484 680 7 8071 85(600) 107 65 219 302 46 82(600) 606 58 732 7 8 056 206 33 68 86(1000) 89 91 66(1000) 686 99(600) 733 58 953 83 96 89180 322(1000) 69 473 91013 126 216 23 38 460 620 22 ■34 776 82 84(1000) 87 996( 500) 99 8 2104 7(600) 316 663 801 6 910 88269 902(1000) 27 72 86 97 8 4648(500) 64 635 708 66 70 812 964 72 77 8 6 006 168 200 386 935 8 9176 93 714 29(500) 46 485 606 609 866 917 63 67 9 7 009 28 76(500) K43 92 600 94 933 8 8160 262 317 24 48 419 99 600 635 MIM 367 497 691 607 1 7 44 99 826 944 Bf» 109 20 329 39 62 681 669 91141 336 433 96 634 53(1000) «17 705 78(5001 92118 225 306 93 469 663 768 808 941(1000) tT 03102 295 304 409(600) 668 72 808 22(1000) 9 4042 136 277 930(3000) 91 9 5089 193(1000, 209 69 334 72 504 738 SEH®«™""""»"™ » S h? 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KSnigl. Vreust.) Klassenlatterie S.«lasse S. ZiehungStag v. Mai ISIS Nachmittag Auf teds gezogene Nummer find zwei gleich hob« Gewinne gefallen, und zwar i« einer auf dl, Lose gleicher Nummer iu den beide» Abtetlnngen I u. II. Nur die Gewinne über 240 M. find tu»lammern betgefügt. (Ohne Gewähr v. Et.-A. f. Z.)(Nachdruck oerboten) 261 97 616 46 963 1273 492 816 24 611 30 2149 76 244 364 67 91 93 449 660 733 66 866 979 3266 408 36 686(3000) 869(600) 4002 11 117 206 304<10001 79 80(600) 489 616 791 804 47«026(600) 78 81 160 310(1000) 84 458(1000) 664 747 79 923«042 186 326 683 880 7 040 108 276 348 469 628 686 914 8019 223 403(600) 82 654(30 000) 80 811 816«147 60 72 228 347 668 77 820 940 10076 109 216 66 303 24 666(600) 714 860 937 11120 369 72 460 772 993 1 2135 64 223 461 687 666 703(1000) 811 83 944(1000) 13163 76(1000) 201 604 633 802 20(1000) 80 14448 666 96 617 38 764 866 89 934 1 8270 334 494(3000) 644(1000) 860 61 10078 92 179 360 687(600) 718 847 69 1 7010 85 237 631 727 827 1 8238 46 337 682 731 819 33 34 86 1 8026 60 102 28(600) 230 76 338(600) 990 20041(3000) 218 36 369 406(1000) 21 643 799 839 984 (600) 21131 32 391(600) 407 703 932 22141 306 530 68 706 36 62 S4 83 2 3045 66 316 497 656 66 84 818 22 69 83 966»4003 368 498 672 638 766 843 2 6 096 202 746 828 31 96 961 2 8014 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