Dr. 129.- 33. Jahrg. ?!vsnnement5-keS?ngungm: Kbormemenls» Preis pränumerando Viert eliährl. 8.90 BU, monatl. 1,80 Mk, wöchenllill, 80 Pfg. srei ins Haus. Einzelne Nununer S Pfg. Sonntags- Nummer mit illustrierter Sonntags- Vellage.Tie Neue Well' 10 Pfg. Post- Abonnemenl: 1,80 lltas pro Monat. Eingetragen in die Post-Zellungs- Preisliste. Unter Kreuzband für Deutichland und Oesterreich- Ungarn 2£0 Marl, für das übrige Ausland t Marl pro llilonat. Postabonnements nehmen an Belgien, Dänemarl, Holland, Italien, Luxcniburg. Portugal, «Uiitätücn. Schweden und die Schweis crlcheiiit lägNid. �4} Verlinev Volksblnkk. f 5 Pfennig) Die lnfcrtions--Gebii!)r beträgt für die sechsgcspaltene Ziolonel- zeile'oder deren tüauin 00 Pfg.. für politische und gewerlschaftliche Vereins- und Versanunlungs- Anzeigen lio Pfg. „Kleine Tinzeigen", das tcttgedrullie V-or! 20 Ptg.(zu liisig 2 settgrdruilte Worte!. jedeS weitere Wort i» Pig. Etellenaeinche und Schlaislcllenan- zeigen das erste Wort 10 Pig.,>edcs weitere Wort ö Pfg. Worte über 1ö Buch- staben zählen für zwei Worte. Fnferaie für die nächste ttlununcr Ntüfien bis k Ilhr ltachniiitags in der Erpedition adgegcdcn iverdcn. Die Expeoiiion i>t dis 7 Uhr abend- geosiiiet. Tclrgramm-Adrcffe: .SozjzläcmolluU kerlili". Zcntralorgan der fozialdemokratifchen parte! Deutfchlands. Neöaktion: EW. HS, Linöenstraße 2. Fernsprecher: Amt Morivplatz, Nr. 151 90—151 97. Donnerstag, den 11. Mai 1916. Expeöltion: SW. öS, Lwöenstraße ö. Fernsprecher: Amt Moritzplni!, Nr. I.>i. SO—liU 97. Herr Hughes. Die„Kreuz-Zeitung" glaubte kürzlich eins von uns im Auszug bcröfseutlichte heftige Rede des australischen Minister- Präsidenten Hughes gegen die kriegsfeindlichen australischen Sozialisten in dem Sinne ausschlachten zu können, daß auch ein Arbeiterministerium nicht die demokratische Freiheit ge- währleiste. Hierbei übersah das konservative Blatt freilich die Kleinigkeit, dah es sich nicht darum handelt, ob dieser oder jener Minister Arbeiter oder gar Sozialist ist, sondern darum, ob er, im Besitz der politischen Macht, den Interessen seiner Klasse dient, oder nur der Sachwalter der Interessen der zur Zeit herrschenden Bevölkerungsklassen ist. Wie Verderb- lich der sozialistische Ministerialismus aus die Arbeiterbewe- gung in Europa wirkte, zeigte am deutlichsten die Minister- tätigkeit eines Millerand oder Briand. In Australien kam dieser Ministerialismus insofern anders zur Geltung, als das dortige„Arbeiterniinisterium", dank den besonderen Ver- Hältnissen Australiens, eine sozialreformerische Tätigkeit ent- falten konnte, die die Interessen der Mehrheit der Arbeiter befriedigte. Machte sich aber bereits in Friedenszeiten ein Gegensatz zwischen dem, in engen, nur gewerkschastlerischen Bahnen wandelnden Arbeiterministeriuni und den s o z i a- I i st i f ch e n Arbeitern bemerkbar, so nahm dieser Gegensatz im Kriege einen unl so schärfern Charakter an, als das Ministerium, mit Herrn Hughes an der Spitze, die deniokra- tischen Grundsätze preisgab und sich vollkommen in den Dienst des Militarismus und des Imperialismus stellte. Nicht ge- nug damit, begab sich Hughes als Bannerträger des britisch- imperialistischen Gedankens nach England, wo er in kurzer Zeit als der verhätschelte Liebling der Jiugos an die Spitze der Propaganda für die Dienstpflicht und den Schutzzoll trat. Daß er hierbei keineswegs die Sympathien der englischen Arbeiter fand, zeigte bereits die Demonstration einer starken Minderheit des Jahreskon grosse s der schotti- s ch e n Gewerkschaften, die zum Protest gegen das auf- dringliche Erscheinen Hughes den-Kongreß verließ. Nun wendet sich auch der bekannte englische.Genosse Philipp S n o iv d e n im„Labour Leader" gegen Hughes, und zwar nicht nur im Namen der englischen, sondern auch der australischen Sozialisten. Der Hauptabsatz dieses Briefes lautet folgendermaßen: ,, Verehrter Herr Hughes, Sie sind in dieses Land gekom- tuen zu einer Zell, wo die Demokratie einen Kampf aus Tod und Leben um ihr Dasein ausficht, wo ihre erblichen Feinde ans dem Kriege allen Vorteil ziehen, um ihr ihre politischen, sozialen und industriellen Freiheiten wegzunehmen. Sie haben mit kei- nein Wort jemals dagegen Einspruch erhoben. Im Gegenteil, Sic haben der Regierung die mächtigste lliiterstützniig geliehen, die sie nur finden konnte bei allen ihren Plänen. Sie. der Sie als Vertreter der Arbeit auftreten wollten, haben dazu geholfen, uns auf dein Wege der Dienstpflicht den preußischen M i l i- t a r i s m ii s aufzudrängen. Sie haben sich mit den beklagenS- werten Lehren des Schutzzolles eiuverstailden erklärt und haben dabei mitgeholfen, diese in Australien neu zu beleben. Sie geben sich als Vertreter Australiens, Sic haben aber kei» Recht, eine solche Rolle zu spielen! Sie wissen ganz gut, daß Ihr Ministerium völlig ohne Autorität ist, und daß bei der ersten Gelegenheit Sie und Ihr Ministerium weggefegt werden. Sie wissen, daß die australische Presse, die — mit ein oder zwei ehrenhaften Ausnahmen— Ihnen um den Hals gefallen ist und tKe geküßt hat, als den renigen Sohn, der zurückkehrt in den kapitalistischen Schas- stall. Sie haben viel geschwatzt über die Ausrottung des dcut- scheu Kapitalismus im australischen Handel, aber Sic haben sehr bedeutsam geschwiegen über die Zusammenstöße zwi- scheu K a p i ta l und Arbeit in Ihrer Heimat. Sic haben nie in Ihren Reden die ernsten Unruhen erwähnt, die innerhalb der australischen Truppen herrschten, und die kürzlich in einem Tumulte gipfelten, welcher eine Zeil- lang alle Werbungen hinderte. Sie behaupten, daß Sie die Meinung Australiens über die Dienstpflicht ausdrücken, aber da ziehe ich doch die Meinung der politischen Arbeiter- Partei von Victoria vor, die kürzlich, mit nur einer abweichenden Stimme, den Dien st zwang verwarf und beschloß, bei der nächsten Wahl nur Kandidaten aufzustellen, die sich grundsätzlich gegen den Dienstzwang aussprächen. S i e haben, ich wiederhole es, kein Recht, für die australische Demokratie zu sprechen. Bisher habe ich vermieden, zu fragen, weshalb Sie nun eigentlich nach Engtanid gekommen sind. Ta würde es doch nun interessant sein, den Grund davon bekanntzugeben. Ick wäre nicht erstaunt, wenn ich mit der Annahme recht hätte, daß Ihr Besuch keines- wegs zu dem Zwecke gemacht war. um den Krebs des deutschen Handels auszurotten noch das britische Publikum über Schutzzoll und Wehrpflicht aufzuklären. Ihr alter Freund, der Melbourne Argus, ist eine von den wenigen australischen Zeitungen, die darauf aus sind, Ihnen zu Ihrem eigenen Schaden und zu seinem Partei-Vorteil zu schmeicheln. Er schrieb neun«"„man habe erfahren, daß Herr Hughes' Besuch in England den Zweck ver- folge, wichtige iöan-dels- und VerkehrSge'-bäste zum Besten Australiens abzumachen." Was sind denn das nun für Hau- deksgescbäste, derentwegen Sie in dieses Land gekommen sind? Sollte ich fehlgehen, wenn ich behaupte, es sei das, den lieber- fluß an australischem Weizen rn diesem Lande abzuladen und so den australischen Farmern einen enormen Gewinn zu verschaffen? Das wird wohl der Fall sein Mit diesem Geschäft haben Sie einen Kreuzzug zur Unterstützung jeder arbeiterfeindlichen und un demokratischen Be- wegung unternommen, gegen welche die Ar- beiter dieses Landes so lange ankämpfen. Ich bin, Ihr ganz ergebener Philipp. Snowden," Vielleicht dient zur näheren Beleuchtung der Person des australischen Ministerpräsidenten noch der Hinweis, daß er. der sich vom Zeitungsverkäufer uttd Hafenarbeiter zum Lehrer, Journalisten, Rechtsanwalt und Minister empor- gearbeitet hat, gegenwärtig ein sehr begüterter Grundbesitzer und Aktionär ist. Als solcher dürfte er, den seine politischen Sympathien mehr und mehr in dys Lager der besitzenden Klassen drängten, sich noch mehr mit den australischen Kapitalisten und Agrariern versippt fühlen, deren Geschäfte er nun so eifrig in England besorgt. veutschlanö und Amerika. Eine Erklärung Lansings. Washington, 9. Mai.(W. T. B.) Meldung des Reuter- scheu Bureaus. Nach Abdcpcschicrung der Note an Deutsch- land erließ Staatssekretär L a n s i n g eine Erklärung des Inhalts, daß der größere Teil der Antwort Deutschlands Gegenständen gewidmet sei, über die die Vereinigten Staaten in keine Erörterung mit Deutschland eintreten könnte n. Der wesentliche Inhalt der Antwort sei, daß Deutschland der amerikanischen Vorstellung nachgebe, und s o l a n g e D c n t s ch l a n d sich nach seinen Z u s i ch e- r u n g e n richte, sähen die Vereinigten Staaten keinen Grund zu einem Streit, jedoch unsere Verluste in- folge einer Verletzung der amerikanischen Rechte durch deutsche Untcrseebootskommandantcn, die gemäß der früheren Politik Deutschlands handeln, sind noch zu regeln. Während, führt die Erklärung fort, unsere Meinungsverschiedenheiten mit Großbritannien nicht den Gegenstand einer Erörterung niit Teutschland bilden können, soll festgestellt werden, daß low in unserem Vorgehen gegenüber der britischen Regierung so handeln, wie wir mit R ü ck s i ch t auf ausdrückliche Vertrags- Verpflichtungen dieser Regierung zu hau- dein unzweifelhaft verpflichtet sind. Klärung öes �Sussex�-ßaUes. Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Wie wir an zuständiger Stelle erfahren, sind die bisher noch aus- stehenden Fcftstellungc» zum„ S u s s e x"- F a l l in der Zwischen- zeit erfolgt. Nacks dcui Ergebnis der damit abgeschlosseucn Unter- snchung hat sich die aus den hier damals bekannten Tatsachen- Material gewonnene Ansicht, daß die Beschädigung der„Sussex" auf eine andere Ursache als auf den Angriff eines deutschen Untcrsee- bootes zurückzuführen sei, nicht mifrecht erhalten lassen. Es kann nicht mehr bezweifelt werde», daß das von einem deutschen Unterseeboot am 21. März dieses JahreS torpedierte vermeintliche Kriegsschiff in der Tat mit dem Dampfer„Süss ex' identisch ist. Die deutsche Regierung hat die Regierung der Bereinigten Staaten hiervon benachrichtigt und ihr mitgeteilt, daß sie hieraus die Folgerungen im Sinne der Note vom 4. d. Mts. ziehe. preßftimmen. Das„ B e rlin c r Ta g e b l a tt" schreibt unter anderem: .Am Schlusie der deutschen Note war die„Erwartung" au-s- gesprochen, daß die Negierung der Vereinigten Staaten nunmehr alles tun werde, um bei England die alsbaldige Beobachtung der Völker- rechtlichen Normen mit allem Nachdruck zu verlangen und' durchzusetzen, und eS war hinzugefügt worden:.Sollten die Schritte der Regierung der Vereinigten Staaten nicht zu dem gewollten Erfolge führen, den Gesetzen der Menschlichkeit bei allen kriegführenden Nationen Gel- lung zu verschaffen, so würde die deutsche Regierung sich einer neuen Sachlage gegenübcrsehen, für die sie sich die volle Freiheit der Entschließungen vorbehalten muß." Gleich hinterher crllärte die .Kölnische Zeitung' in einem Berliner Telegramm, diese.Er- Wartung' stelle keine.Bedingung' dar. Wenn es keine„Bedingung" war. hätte man vielleicht besicr getan, die Note nicht mit Sätzen zu belasten, in denen Herr Wilson neue Gelegenheit zu einer stolz rhetorischen Ablehnung fand.„Um ein mögliches Mißverständnis zu vermeiden." verkündet Herr Wilson, die Regierung der Vereinigten Staaten könne sich„keinen Augenblick auf die Idee einlassen, ge- schweige sie erörtern", daß„die Achtung der Rechte amerikanischer Bürger ans der hohen See durch die deutschen Marinebehörden irgendwie oder im geringsten Maße' vom Verhalten Englands ab- hängig zu machen sei. Er lehnt etwas ab, was nicht als Be- dingung. und somit nicht als Forderung gelten sollte, und benutzt so den Anlaß, um sich vor der Welt und vor seinen Wählern in imponierender Haltung aus das Podium zu stellen... � Zunächst stehen wir, sür den Augenblick, vor der Tatsache, daß auch Herr Wilson den Abbruch der diplomatischen Beziehungen ver- meiden will. Er spricht sehr olympierhast, aber er bricht nicht ab. Viel mehr als das bestimmte Begleiikonzert geht uns die Frage an. ob durch diesen Notenwechsel eine �ouernd�e Sicherung nach der amerikanischen Seite hin für uns gewönne» ist. Eine völlige Klarheit und eine garautie- bietende Sicherheit sind ein st weilen nicht err eich t. Auch die größten Lptimislen sind sich darüber wohl klar. Wird es mög- lich sein, das Band ollmählich wieder enger zu knüpfen»iid den deutsch-amerikanischen Frieden wieder fester hinzustellen, der jetzt noch bedenklich schwankt? Das könnte man nur mit Weisheils- sprächen bcamworten, wie sie, ziemlich unverbindlich, den Ratsiicheiii das Orakel in Delphi gab." In einem Artikel der„ P o st", der den Titel„Der Esels- tritt" trägt, heißt es: „Schweigen hätte Herrn Wilson besser angestanden, als der deutschen Regierung diese Note ins Gesicht zu Wersen.., Wie die deutsche Erklärung, so gliedert sich auch die amerika- nische Antwort in zwei Teile. Die erste bringt den Hinweis, daß die Regierung der Union das deutsche Versprechen zur Kenntnis ge- noinmen habe und durch dessen Inhalt ihren Ansprüchen Genüge getan sehe. Wir halten damit also die förmliche Bestätigung in Händen, daß die deulich-amerikamsche Spannung nun wirklich be- seiligt ist, eine Erleimtnis, die uns nicht mehr zweisethasl war, seit wir das Maß des deutschen Nachgebens begriffen, die uns aber um so weniger zu ungetrübter Freude stimmen kann, als uns iiuii von neuem von so übelwollender Stelle aus triumphierend die Tatsache des aufgegebenen Unter seebootskriegcs vor Angen gehalten wird. Nicht weniger peinlich berühren das abermalige Zitat der amerikanischen„Freundschaftsgesühle" gegen Deutschland und der unpassende Ausdruck der Hoffnung am eine sorgsame Ausführung des deutschen SlngebolS. Deutsche Art ist eö nicht, Zusagen frivol zu brechen.— Immerhin mag uuS dieser ganze erste Telt der amerikanischen Antwort, so hochtrabend er klingr, nicht sonderlich bewegen; auch dieser Bissen des sauren Apfels muß hinunter; auf das sachliche Ergebnis fällt schließlich der Hauptaugenmerk: die Beziehungen zwischen Union und Deutschland sind notdürftig geflickt. Weitaus empfindlicher trifft der zweite Teil der Wilsonschcn Erwideiung das deutsche Gefühl, jener Teil, der Antwort aus die deutsche Forderung eines amenkaniichen Vorgehens gegen England gibt. Hier fällt Wilson vorn Lehrhaslen völlig ins Ilcberhcblichc, fast ins Zynisch e.— Wir haben bereits zuvor den Besürchtuiigen Ausdruck verliehen, die sich an den Schlußsatz der deutschen Note jolgerichtig knüpfen mußten; wir sahen nicht die Mög- lichkeit, daß sich die Regierung des Rechts der„freien En!- schlicßung" wirksam bedieuen löuiitc, falls cS Amerika nicht einfiel, England zu völkerrechtlichen Gepflogenheiten zurückzuhriugc». Heute bereits sehen wir die volle Berechtigung dieser Bedenken; denn mit brutaler D e u t l i ch k e i l geht Wilson schon beute hohnlachend über die deutschen Wünsche hinweg.... Sachlich konnte Amerika wahrhaftig zufrieden sein, und war es auch. Den Ausdruck dieser Zufriedenheit nun mit offenem Hohir würzen, heißt jeden Sinnes für die Formen crmangeln, in denen sich der Verkehr bislang besrenndeter Knltnrvölker erledigen müßte. Kurzum,— es war ein schlechtes Stück. Herr Wilson, den Gegner, der den Willen zu äußerstem Entgegenkommen bewiesen hat, schließ- lich noch zynisch zu verletzen!"... Die„Frankfurter Zeitung' schreibt nach einem T.-U.- Telegramm: Zn der amerikanischen Note sagt die, Frankfurter Zeitung" n. a.: Präsident Wilson hat den Beweis geliefert, daß ihm die Wahrung des Friedens mit Deutschland am Herzen liegt. Darum haben wir mich das Vertrauen, daß er sich crnsillch bemüben wird, seine seit langenr andauernde, bisher aber sruchttose Auseinandersetzung mit der britischen Regieruiig. die die Freibeil des Meeres gänzlich' vernichtet hat, zu einem greisbarcn Ergebnis zn sühren. Er ist England gegenüber in einer anderen, diplomatisch fast»vch stärkeren Lage, als in den Verhand- liiiige» mit Deutschland. In diescii tritt er als amerika- nischcs Staatsoberhaupt auf, das das Leben amerikanischer Bürger zu sichern hat. gegen die von England ausgeübte Willkür- Herrschaft aus dem Meere aber erhebt sich Wilson nicht bloß als amerikanischer Präsident, sondern als der mächtigste Mann und ge- borcne Wortführer der ganzen neutralen Welt. In dem furchlbarcii Mächtcringen sehen sich die am Kriege� nicht �beteiligten kleineren Staaten Europas schutzlos den llcbcrgriffen dessen preisgegeben, der über die stärkste Flotte verfügt. Ihr natürlicher Verteidiger ist die einzige ncntralgcblicbenc Großmacht. Es gehört mit zu den Fvlgen dieses an Widersprüchen reichen Krieges, daß Amerika berufen wird, Eurova vor sich selbst zn beschützen." Tie„Kölnische Zeitung" führt zur amerikanischen Aut- wortnvte ans: Trotz seiner Weigerung, die Dinge im Zusammcn- hang zu sehen, wird Wilson nicht umhin können, auf die nunmehr halbjährig hinausgeschobene Antwort Englands auf seine große Bcschivcrdenote zurückzukommen. Jedenfalls ändert Wilsons Ant- wort nichts an der deutschen Erklärung, woiutch für uns ein ganz enger Zusammenhang zwischen Englands völkerrechtwidriger Blockadepoliti! und unserem Tauchbootkrieg besteht. Mbeiterbewegung in Amerika unö öer 1.Mai Ein Kabelbericht im„Daily Telegraph" vom 3. Mai meldet mis New?lvr?: Ein großer Streik in den Anthrazitkohlengrubcn, der 179 000 Arbeiter nmsaßt haben würde, ist durch die fast völlige Befriedigung der Forderungen der Arbeiter vermieden worden. Die Mehrkosten der Gesellschaften werden zehn bis zwölf Millioncn Dollar jäbrlich betragen. Sonstige Arbeiterkundgebungen haben überall iin Lande in großem Maße stattgefunden. Man schätzt die Zahl der in den Ausstand getretenen Arbeiter auf zwei Millionen. Tie Börse zeigt sich nicht beunruhigt, weil sie an Beilegung der Streiks nach dem üblichen Feilschen glaubt. Ein Streik der Maschinisten brachte in New Aork die Schiff- fahrt zum Stillstand, weit er nicht weniger als 700 Schlcppcr lahm- lügte.___ die ßrage öes Durchzugs serbische? Truppe» öurch Griechenland gelöst? Von der italienischen Grenze, lO. Mai.{2. U.) Nach einem Pribattclegramm des„Corriere della Sera" hätte Griechenland den Ententemächten zn verstehen gegeben, der einzige Weg. der für den Transport serbischer Truppen durch griechisches Gebiet in Frage kommen könnte, sei der durch die Meerenge von Korinth. Da die Truppentransportschiffe für diese Wasserstraße indes zn gros; sind, müssen Küstendampfcr verwendet werden. Nach einem iveitcrcn Telegramm scheint es, daß diese Lösung des Problems des serbischen Durchzugs von Griechenland angenommen werden könnte. Kämpfe in Mbamen. Nthcn, I.?�al. iW. T. B>) Aus Telepcne ivird gemeldet daß boftige Kämpfe auf der Straße Ficri— Valona stattfinden, wo die Oesterrcicher mit izroher Wucht die italienischen Verschanzungen an- griffen. Auf beiden Seiten trat schwere Artillerie in Tätigkeit.— Tic Ueberfuhrung der serbischen Truppen von Korfu nach Saloniki dauert auf dem Seeweg an. Der ftünzöfische Tagesbericht. Paris, 1t), Mai., 10. Mai.(W. D 33.) Amtlicher Bericht von Dienstag. Die Artillcrietätigkeit an der Front hält, obwohl durch schlechtes Weiter behindert, an. Im Tosaoa- Gebiet besetzte eine unseier Abteilungen nordöstlich vom dritten Gipfel eine wichtige Stellung in einer Höhe von 2830 Metern. Auf dem Km stiegen unsere Truppen an der Böschung des Lcpenjc-Gicßbackcs den Vrata hinab und wauen Bomben gegen die seindlichen Stellungen. In der Nähe der»Orche von San Marlino del Earso ließ der Feind in der Nacht vom 7. zum 8. Mai Minen springen, die am Kopfende eines unserer Gräben Bejchädiguiigen vermiachwn und einen Teil der feindlichen Berichanzungen zum Einsturz brachten. Südwestlich vo» San Martina ließen wir neuerdings unsere Minen springen, wodurch die seindlichen Linien zerstört wurden. Die Zerstörung wurde durch das kräftige und genaue Feuer unserer Artillerie vervollständigt. E a d o r n a- Gericht öes türkischen hauptquattiers. ÄoustautinvPcl, lü. Mai. sW. T. B.) Bericht des Hauptquarriors: An der I r a k f r o n t leine Veränderung. MelijWg öes SrgW.Wurlins. Amtlich. Großes Hauptquartier, de» 10. Mai 1916. g w a ch t � schreibt: „Aar Zimmerwald der erste Schritt zur internationalen Sanmr- lung. ein erster Kamps- und Sammelruf. so galt es. nach Maßgabe der Möglichkeit die Aktion weilerzuführen und in erster Linie das Werk der geistigen Klärnng zu fördern. Diesem Zweck diente die ziveite internationale Konferenz, die von der internationalen sozialistischen Kommission zu Bern einberufen wurde. Roch ist es nicht der Moment, über ihre Verhandlungen ausführlich zu berichten. Ein offizieller Vcrhandlungs- beruht, der in einigen Wochen erscheint. wird darüber unterrichten. Aber das eine darf schon jetzt gesagt werden: Daß die zweite Konserenz einen Schritt nach vorwärts bildet, einen Schritt, der zwar nicht zu überschätzen ist, dessen Bedeutung aber auf der Hand liegt, sobald man sich die Talsachen, wie sie sich seit Kriegsausbruch in der Internationalen abgespielt haben, vor Augen hält. Während das Manifest der ersten Konferenz»och keine Unter- schristen aus den Kreisen französischer Parlamentarier trägt, finden wir sie unter dein an anderer Stelle publizierten Aufruf. Wahrend die erste Konserenz sich mit einein Ausruf bescheiden mußte, hat die zweite Konserenz eine Reihe wichtiger Frage», besprocken und ihre Ansicht dazu in Beschlüssen niedergelegt, die wir im Lauf der nächsten Woche publizieren werden." (Drgane öer Minderheiten. In Frankreich und Schweden sind neue Organe der sozial'flischen Minderheiten entstanden.(Zn Frankreich sollte am 1. Mai ein neues Wochenblatt, der„Populaire" erscheinen.„Popnlaire du Eenlre" teilt jedoch mit, daß infolge großer Schwierigseiteii mir den Behörden die erste Nummer er» einige Tage später als beabskchiigt herauskommen könnte.— Die'Regierung balle unter einem Vorwand alle Zirkulare, die den Zweck und die Absichten sowie die Abonnements- dedingnngen der Wochenschrist enthielten, mir Beschlag belegt und auch das Inserieren des Textes in anderen Zeitungen verboten. Es bedurife erst des energischen Einschreitens einiger Parlamentarier beim Eonsellpräsidente», um den gesetzwidrigen Befehl rückgängig zu machen. Der„Populaire", eine Revue der sozialistischen und internalio- nalen Propaganda wird, wie der„Populaire du Eentre" sagt,„das Organ der bedeutenden Minderheit»ein, die sich auf dem National- rat vom 0. Aprtl zugunsten der Wiederaufnahme der internationalen Beziehungen gebildet hat". Ter AbonnemenlSpieiZ beträgt 6 Frank pro Jahr. Am 27. April erschien in Schtvodcn die erste Nummer des neuen Wochenblattes..Polmten". da» sich die schwedische Minderheit ge- Ichaffen hat. In einem Ausruf an die Leser entwickelt das Blatt sein Programm wie folgt: „Polniicke und ökonomische Gerechtigkeit für das arbeitende Volt in Stadt und Land und eine Vollserziehung gleichzeitig zur Pflichierfüllung und SelbsiberanIworUichkeit. E!n!ge altuellö Einzel, fragen mögen auverdei» besonders hervorgehoben werden. In der Friedensfrage nimmt.Politiken" einen beslimnrlen Abriiftungsstand- punkr ein in Uebereinslimmnng mit dem Parteiprogramm und betont besonders den Zusatz:„Die Abrüstung ist das Wesentliche, das mit aller Kraft angestrebt werden muß."" Als weiiere Aufgaben werden die Arbeit für die Berfassungs- revisivn, Republik, Einkammersystem und vollständige Demokratie NN Gegensatz zu der Bureaukratie genannt. Freihandel. Frauen- emanzipahton usw. Redakieur ist DureNennan. unter den Miiarbeiiern werden Karl Lindhagen. Z. Hoglund, Fredrik Sir bin, C. R. Earleson, Frida Slbcnhtzff, Kata Dalström und andere genannt. Seftstigt unö kämpf bereit. Die Minderheit in Frankreich fühlt sich nicht geschlagen. Das ging schon aus den ersten Meldungen nach der Tagung des National- rats hervor, aber ihr Optimismus schien unS zu wenig sicheren Untergrund zu haben, die Stellung als nicht genügend befestigt gegenüber der Mehrheit, die die sofortige Wiederaufnahme der inter- nationalen Beziehungen ablehnte. Nun vertritt Raoul B e r f e u i l im„Populaire du Centre" die Auffassung, daß man die Aktion der Minderheit sehr unterschätze. In Wirklichkeit habe sie einen ersten Sieg errungen. Von Ansang an seien sie davon überzeugt gewesen, daß sie rein äußerlich betrachtet, eine Minorität bleibe» würden. Der Weihnachtsiongreß habe sie als Minorität festgelegt und drei Monate seien eine zu kurze Zeit, um eine offizielle Majorität zu werden. An- scheinend seien sie geschlagen, aber man müsse zusehen, ob nicht diese Minorität ebenso gut Majorität sein könnte. «Bon den 2000 Mandaten, die sich in runder Ziffer um die Resolution Renaudel gruppierten, muß mau mehr als 700 Mandate der Departenienis Nord, Pas-de-Calais, Ardennes usw. abziehen. Diese 700 Mandate stammen von Genossen, die nicht befragt werden konnten, weil sie zu den besetzten Gebieten gehören und die man seitdem eine Politik genehmigen ließ, die einem Teil von ihnen vielleicht nicht im geringsten gefiel. Einige Geflüchtete haben so über die Stimme mehrerer Tausender von Mitgliedern verfügt." Was der Genosse Lcbas von Roulaix sage, möge vielleicht für diese Sladt zutreffen, aber es sei nicht sicher für andere Orte. Die Genossen Hütten auf jeden Fall keine Weisung für die Abstimmung gegeben und gcrechierweise hätten die 700 Mandate überhaupt nicht mitgezählt werden dürfen. „Stellen wir sie zurück: die Majorität ist nicht mehr als KOO stimme». Das ist nicht alleS. In brslimmten Departements hat sich die Minorität aus verschiedenen Gründen nicht vertreten lassen können. Das ist der Fall im Allier. das Brizan vertritt und dessen Mandate doch alle zur Resolution Renaudel gegangen sind, weil die Minoritäten dieses Departements der Zusammenkunft des Föderalionskomitees nicht beigewohnt haben l Man liebt die Form im Allier I TaS ist gleicherweise der Fall im Tarn, wo die Minori- tät 00 Karten tAbstimmungskarien) aufbringt. Der ganze Tarn hat für die Resolution Renaudel gestiinmt. Die Satzungen der Föderation lassen, wie es scheint, das Proporlionalsystem nur zu, wenn die Minorität mindestens ein Sechstel beträgt." Endlich fehlen die Kämpfer an der Front, die die„Boches" kennen, weil sie sich mit ihnen gemessen haben. Das sind auch An- Hänger der Minderheit: einstimmige Minderheit. Verseuil belegt diese Behauptung mit Beweisen, Briefen von Kameraden an der Front. Deshalb sei die Majorität des Nationalrats eine künstliche, irr- tümtrche.„In Wirklichkeit ist es die Minderheit, die die größte Zahl der Parteimitglieder um sich gruppiert-" Man darf also vom Sieg der Minderheit in Frankreich sprechen. Verseuil sieht aber auch in einem zweiten Umstand den Beweis sür den Sieg der Minorität. Die Majorität habe das Prinzip der Wiederaufnahme der internationalen Verhandlungen ausnehmen und „feststellen müssen, daß die Begründung einer bestimmten Minorität in Deutschland gosignet sei, den Aufschub abzukürzen, in dem die internationale Aklion des Sozialismus auf festen und genauen Grundlagen sich von neuem zum Wohle der Völker betätigen kann." Aus eiligestandenen und nicht eingestandenen Gründen haben die Anhänger der Majorität in Frankreich die augenblickliche Aklion des internationalen Sozialismus„zum Wohl der Völker" nicht gewollt, aber das Prinzip ist bewilligt. Die Minorität bat sich befestigt. Bei zwei früheren Gelegenheiten habe sich die Minoriiät bestimmen lassen. im Interesse der Einheit der Partei nachzugeben. Diesmal habe man sie nicht er- schüttelt. Man müsse die Dinge sehen, wie sie sind. »Das Wort Albert Thomas im Nationalrat vom 0. April:«es besteht in der Partei eine geistige Spaltung" ist wahr. Warum sie ver- bergen? Sie wird nicht unbedingt eine tatsächliche Spaltung, die wir für unser Teil ernschlossen sind, zu vermeiden, herbeiführen... Die Arbeitermassen sind mit uns. Wenn wir verstehen, be- baulich und zäh zu sein, ist die Partie... schon gewonnen: die Internationale wird nicht zögern wieder auszuleben. Der Kampf ist nicht beendet: er beginnt erst. Ich verlange einen Paß nach dem Haag."(«) Die nationale und üie internationale 3öee in üer Arbeiterbewegung. In seinen, von uns bereits erwähnten, tttteressanten Artikeln über die Perspektiven des Krieges kontml Genosse I. Piletzki im„Nasch Golos" tSamara) auch aus das Verhältnis zwischen Nationaltsmiis und Jiiternationattsmus in der Arbetlcrbcwegung zu sprechen.„Tie organisierten Masten— schreibt er— wuchsen nnd entwickelten sich im Innern der lapitaltstischcn Nationalstaaten. Sie eigneten sich die Errungenschaften der Bourgeoisie aus der Periode der freien Konkurrenz an: die Freiheit der Rede, der Presse, der Bersammlungen, der Koalitionen. Sie eroberten allntähOch die Parlament« des allgemeinen Wahlrechts, drangen in die ötlliche Selbstverwaltung ein, gelangten hier und da togar in die Reihen der Regierungsagenten." „Ter gesamte weitverzweigte Apparat der bürgerlichen Ord- nung, alle liberalen Institutionen des dritten Stande« verwandelten sich in Stützpunkte des vierten Standes. Innerhalb der Staaten schufen die Masten ihren e t g e n e n Staat. Je mehr nun die herrschenden Klassen diesen politischen Apparat als lästig zu empfinden anfingen und ihre etgeiten Institutionen ins Leben rieken. in dcuctt keine störenden Elemente vorhanden waren, je ntchr die WirtschastS- verbände der llnteritehmer Einfluß zu gewinnen suchten, um so euer- gücher begannen die Massen sich tun die politischen Einrichtungen zu sammeln und ihnen Bedenliing beizumessen. . Die herrschenden Klassen sind bereits über den Staat h r n a u s g e w a ch s e n. während die Massen in Westeuropa erst auf diese Stufe gelangt find, und in Osteuropa nicht einmal diesen Grad der Enlwickelung erreicht zu haben schcitten. Ter Krieg hat nun die Mafien vor die Entscheidung gestellt. Während die Jntperia- listen tun, was ihnen beliebt... entfalten die Massen in West« europa eine Tätigketr, die sie für ihre weitere Eitlwickelung für not- wen,dig erachten.' sie verteidigen die Institutionen und Einrichtungen, mit denen die Arbeit einiger G-nerauonen Verknüpft ist. Im Lslett ist nur eine iehr dünne Schickt, die Avantgarde der Massen lk>. selbst zu dieser Idee gelangt, nachdem das Gestthl des Ttaalsbürger» in ihr rege geworden ist. Es ist aus diese Weise klar, daß der Patriotismus der Massen für sie zweifellos einen Fortschritt bedeutet, der Zeugnis davon ab- legt, daß die betrenenden Leute sich als Angehörige einer bestimmten Klasse, als eines Ganzen fühlen. Zugleich gebt aber hieraus her- vor. wie l a n g s a m das Bewußtsein der Massen wächst, wie weit es hinter der wpitatisttschen Entwicklung zutückbleibi. Der Im- perialismus ist bereits über die nationalen Schranken hinaus- gewachsen, während die Massen erst zur Erkeintluis ihrer allgemeinen nationalen Aufgaben gelangt sind. Hier tauchen zahlreiche schwierige und komplizierte Fragen auf. Wir wissen, daß an der Spitze der Massen eine organisierte Avantgarde steht, ausgerüstet mit einer tvissenschaftlichen'Melhode der Erkenntnis, erfüllt von theoretischem Wissen und praktischer Er- fahrung. die ihr die richtige Einschätzung der Ereigniss« und die Auswahl einer richtigen Taktik ermögliche». Wir wissen, daß diese Avantgarde vor dem Kriege eine Reihe Eroberuitgen machte, die scheinbar den Beweis erbrachten, daß sie über den oben gekenn- zeichneten Standpunkt der Massen weit hinausgekommen sei und dem imperialistischen Jnternalionalismus ihren eigenen Inter- Nationalismus entgegensetzte. Kaum war aber der Krieg aus- gebrochen, als diese Avantgarde in ihrer ungeheuren Mehrheit den Standpunkt der übrigen Masten akzeptierte. Folglich bedeutet das, was iür die rückständigeren Schichten einen zweifellosen Fortschritt darstellte, sür die Avantgarde einen Rückschritt. „Wir haben— führte einer der deutschen Delegierten ans der fersten) Zimmerwalder Konferenz aus � vier Millionen Wähler um uns gesammelt, der Krieg aber bat offenbar gemacht, daß nur eine kleine Avantgarde von den Ideen des wissenschaftlichen So- ztaltsmus erfüllt ist." Ist dem so, so muß die Avantgarde nicht herabsteigen, sich nicht in dem Kreis auflösen, der sich die Ideen des wissenschaftlichen Sozialismus noch nicht angeeignet hat, sie muß vielmehr ihren eigenen Weg verfolgen. Selbstverständlich handelt eS sich nicht um einen Bruch mit den„Sündern" und um die Erhaltung einer Sekte von— unfehlbaren Nichtstuern, sondern um eine aktive Tätigkeit und um die Verbreitung der eigenen An- schauungen. Wie das in der Praxis vor sich gehen soll, steht hier nicht zur Erörterung. Hier handelt es sich um die theoretische Frage: werden die Massen lange auf der jetzt erreichten Stufe der Entwicklung bleiben? Die Antwort kann nur vsrnsiirsnd ausfallen und zwar ausgehend von der Erkenntnis des Wesens des rmpsria- t i Iii i ch 6 n Kapitalismus. Zerbricht dieser die nationalen Schranken, so haben die Massen noch weniger Veranlasinng. sich an sie zu klammern, beginnt der Imperialismus«in Halbkugeln zu denken", io werden die Massen zum Denken„im Weltmaßstab" ge- langen- Freilich ist hierzu eine lange und schwierige Arbeit erforder- lich und ente klare Erkenntnis der Endziel? und der zu ihnen führenden Weg?." Keine Wehrpflicht für Irland. Lottdoir, 10. Mai.(SJ. D 23.) Unterhaus. Im Laufs der Beratung über die Bestimmungen des Diensipflichtgesetzcs stellte L o n s d a l o, der Vertreter von Ulster, den Antrag, Irland in das Gesetz einzubeziehen. Asquith führte demgegenüber ans, daß der Mattgel an Einmürigkeit unter den Vertretern Irlands über diese Frage eine erregte Erörterung veranlassen würde, die das Gesetz, das so dringend notwendig sei, nur verzögern müsse. Bei Besprechung der Ereignisse in Irland sagte er, er glaube, die schreckliche Prüfung würde hinauslausen auf eine Befestigung des Zusammenhanges unter den loyalen Jrländern aus einem breiteren Maße von Uebereinstinnnung. als es jemals in der Vergangenheit vorhanden war. Die Regierung sei ge- zwungen, die ganze Frage der militärischen Verhältnisse in Irland und deS Trägers, des Besitzes und des Gebrauchs von Wassett nachzuprüfen; er hoffe, daß eine allgemeine Uebereinstimmung über diese Fragen erreicht werden würde. Redmond erklärte, es würde unsinnig sein, im gegenwärtigen Augenblick Irland einen Zwang auf- erlegen zu wollen; er hoffe, daß die beiden irischen Parteien bald sich zusammenfinden nnd daß durch eine großzügige, staatsmäuntsche und weitreichende Rücksicht auf die höchsten Interessen des Reiches alle Schwierigkeiten überwunden werden und es ein vereinigtes Jr- land geben möge, das atisgestattet ist mit Regierungsverantwortlich- keit und Macht. Churchill, der wie bekannt wird, zur Politik zurück- gekehrt ist, da sein Bataillon an der Front mit einer anderer Ein- heit verschmolzen worden ist, betonte die Wichtigkeit deS Problems. Der Antrag LonSdale wurde abgelehnt. Scharfe Pressekritik an üer englischen Negierung. London, 8. Mai.(W. T. B.) In der„Daily Mail" schreibt Lovat Fräser; Die engltsche Regierung ist der grüßte Fabrikant von Siegen, den man je in der Geschichte gekannt hat. Wenn sie im Kriege selbst ebenso kühn wäre, wie in ihren Erklärungen, so wäre der Kampf längst vorbei. Sie verstand sogar, Galltpoli auszunutzen. Wir haben, sagte sie, Achtbaba und die Höhen von Anafvrta allerdings nicht genommen, aber seht doch, wie wundervoll wir uns aus dem Staube gemacht haben. Die Regierung hat sich der irischen Dinge beinahe gerühmt- Sie gab zu, daß gegenüber den Sinn-Feinern wohl ein kleiner Fehler gemacht worden sei. aber sie verlangte Bcwunderrmg sür die Energie ihrer Aktion, nachdenr die besten Stadtteile von Dublin in Trümmer geschossen waren. Jetzt versucht sie. die Nation zu überreden, daß sie einen erstaunlich geschickton und wettschauenden Zug getan habe, als sie den General Townshend in Kut el Amata einschließen ließ. Aber tatsächlich war es die Uebergabe der größten britischen Slreilnracht. die sich je im Laufe der Geschichte ergeben hat. Man muß dazu die Ver- Inste in der Schlacht von Ktesiphon rechnen. Kein einziger Abgeordneter hat bisher im Parlament gefragt, wie groß die Gcfamtverluste in Mesopotamien gewesen find. Mit leichtfertiger Erklärungen können die Tatsachen nicht ausgelöscht werden, daß wir zweimal die größten Niederlagen von den Türken erlitten haben, auf Gallipoli und am Tigris. Und nicht durch den Mangel an Mut unserer Truppen, sondern durch den Wechsel zwischen zögernder Schwäche und impulsiver Leichtfertigkeit unserer Negierung ttr der Leitung des Kriege?. Churchill wieder Politiker. London, 10. Mai. jW. T. B.)„Daily Ehronicle" meldet, daß Churchill seine militärische Laufbahn aufgeben und seine parla- mentarischen und politischen Arbeiten wieder aufnehmen will. Er beabsichtigt, mit der liberalen und der univuistischen Kriegspartei eng zusammenzuarbeiten, /lsquithZurenglisch-ruflischen Verständigung über türkische und persische fragen. London, 9. Vkai.(ist). T. 53.) Ncutcr. ASquith hielt bei einem zu Ehren der russischen Dunta-Abgeorduetetr per- anstalicten Bankett eine Rede, in der er sagte, daß die beiden Regierungen sich über die türkische»nid die persische Frage und alle anderen P u n k t e, Ivo die r u s s t- s ch e n und die englischen Interessen sich b e- rühren, geeinigt haben, um eine Politik festzulegen. die sie in Zukunft in gegenseitigem Einvernehmen loyal be- folgen werden. Uer fleischlose Tag in England. London, 9. Mai.ort Unterst ützungSHesuche zurück, sobald sie vom fortschrittlichen Parteisekretär verfaßt worden sind. Abg. Sachse(Soz.) fordert eine Ausdehnrmg des Arbeiter- schutzcs. Auf den westfälischen Gruben werden den Arbeiterinnen Hunger löhne bezahlt. Die Ernährung und die Bezahlung der Bergarbeiter ist völlig unzureichend. Auch in Westfalen läßt die Entichädiguna der ausländischen Arbeiter sehr viel zu wünschen übrig. In Schlesien versucht man, den Textilarbeitern Veriräge aufzuzwingen, nach denen sie acht Monate in der Landwirtschaft arbeiten sollen. Eß genügt nicht, daß die Gemeinden mehr be- zahlen, sondern das Reich muß die Untsrstützumg der Krieger- famiLen wesentlich erhöhen.— Abg. Hirsch suatl.) weist die Be- hauptung zurück, daß auf den Gruben Hungerlöhne bezahlt werden.—"Abg. v. TrampczhnSki trägt schwerwiegende Klagen über die Behandlung der ausländischen Arbeiter vor.— Abg. Schmidt- Meißen lSoz.) behandelt nochmals eingehend die Frage der Familienuuterstützung. Die Entscheidung über Unterstützungsgesuche wirb zu lauge verzögert. Für die Vermittlung russisch-polirffcher Arbeiter berechnet das deutsche Grenzamt eine Gebühr von 8,30 M., die von den Arbeitern bezahlt werden muß. Textilaicheiter, die sich weigern, ländliche Arbeit zu übernehmen, werden mit Entziehung der Unterstützung bedroht. Dieses Ver- fahren ist völlig unzulässig. Donnerstag gelangt die Frage der Zensur zur Verhandlung. Die Aigarettensteuer im SteuerauSschah. Der SteuerauZscbiiß des Reichstags trat Mittwoch in die Einzel- beratung der Tabalfteuervorlag««in. Ein Antrag Müller- Fulda—-——-- Nedtige Meßms kür aile Leser I Sine greße illustrierte üansbibliothek gratis I Den Lcfern teilen wir dierdurch ergeben ft mit, daß vir eine reich illmwierte Wochcnfchrstt unter dem Titel »Well und Wissen- k>erauSgel-cii,' Dlefelbe bringt ge- mtiftderständlickie Abhandiunacii au» allen Wissen- schasten. Die Ausstattung ist eine erslklalsige. Tie Nitarlieiicr sind erste Fachleute, Acfcc-J.ycit eiithiilt ca. 20 Artikel, von denen wir«14 Bcilpiet einige anführe«: Der Mensch tn der Psahldauzei!.— Wenn die Erde erzittert.— Gesundheit und Schönheit.— Der Wille und dessen Ktimnaslik.— Das Leben Wasser.— im! er bei Wasser.— Fcrnphotographte.— Liebe und Ehe bei den Naturvöllern.— Der Mensch und die Geisterwelt. — Flüssig« Lust.— Sinfluß der Lebensweise aus daS Menschenalter.— Verschwundene Städte tn der Sahara.— Dl« Zukunjt der llleltrlzttät.— Unser Sonnensystem usw. usw. Außerdem erhält jeder Leser aus»Welt und Wissen- zu jedem Jahrgang drei komplette Werke vollständig grali«. Im ersten Jahr«: DI« illustrierte Himmels- künde.— Illustriertes Buch der Technik.— Enl- deckungZrelsen nach dem Nord- und Südpol. Um zn ermöglichen, daß alle Leser darauf abon- nicren tonnen, haben wir die kleine Entschädigung, die wir notwendig laben müssen, ans nur 1ö Pf. sür ein 24 Sellen starkes Heft sestgesedt. Den Bestellschein bitien wir auszufüllen und ein» zusenden. ■ mmm '':._ Sehr schmucke leichte Muse ganz bestickt, mit hübsch» Knopfv-rzirrung Königfir. 33 Am Bahnhof Alexanderxlah Chauffeesir.-113 Beim Stettiner Bahnhof Sonntags geschlossen! Oustiges Sommerkleid mit eigsrartigeu bestechende!» Stickerei-iLerzier�ngen. ZZe> sovders glockig«md sußsrei 21.50 Schr fesches Kleid aus einem entzückend ge« blümteu Schleierstoss. Hübsch gezogen» Schop mit Samtzvrt. 29.- praktischer Sommerrock aus gutem Friesel, hübsches Mied» und moderne Tasche» 6.50 ?. Rrenhisch-Mddetttfchs (233. Kouis». Z?re«h.) Klassenlotterle b. Klaffe 4. Ziehmizslag 10. Mai 1Ö16 Dorunttag Ans jede«ezogeue Nummer find»wet gleich hol!« Siewinn«„efalle-l, nnd zwar je«iurr ans die Lose gleicher Nummer in den beiden SIbteilungen> n. II. Nur die Wewinnc über 240 M. sind w Klammen» beisefüzt. (Ohne Eeivähr A. St.-A. f. Z.)(Nachdruck vttbotm) 205 86 334 63(1000) 405 24 566 600 40 98 825(500) 000 1137 233 48 72 359(6001 409 90(1000) 633 838 2303 51 410 61 62 686 924 57 90 3 263 65 433 612 95 909 4013 313 50 470(1000) 711 35 881 947 6 039 50 154 8 8 430 544 96 634 «135 290 372 624 762 66(1000) 7125 213 432 630 734 97 815 66 8047 168 423 93 767 899 940 62 9433 74 601»7 851 10008 46 116 302(1000) 91 674 98 867 904 65 11068 281 86 310 490 850 899(6001 12620 701 952 77 1 3080 324 419 675 637 1 4036 125 220 94 433 627 862 76 15137 47 266 78 443 636 651(500) 774 894 16095(500) 111 31 55 66 376 472 89 604(600) 682(1000) 791(1000) 17042 54 334 09 349 532 97 628»8012 66 180 217(500» 735 1 9273 383 409 60 83 695(1000) 636 745 66 836 68 73 925 29029 36 66»06 18 397 99 488 600 704 862 902 21 25 21161 446 606 669 784 930 95 2 2048 87 119 69 353 439 60 678 612 37 85 736 48 862 973 2 3275 314(1000) 879 92» 24138 237 40 304 42 446 625 65 730 39(600) 49 903(1000) 2 5233 33 723 813 89 2 6063 61 70 131 87 294 954 2 7201 37 68 79 340 638 643 78(600) 714 821 93 2 8261 683 824 2 9041 121 224 308 423 527 43 639 52 61 742 »9669 176(500) 221 368 489(600) 704 915 31102 41 209 763 82 945(500)68(600) 32034 69 73 76 448(1000) 67(6000) 604 65 613 18 866 3 3 091 380 84 474 616 17 659 86 909 35 50 65 97 34250 87 300(600) 722 999 3 5 032 228 538 662 88 757 818 »30001 34 941 89 3 6011 13 80(1000) 116 65 264 620 98 790 831 971(3000) 87105 342 47 616 690 3 0001 SS 60 262 68 362 467 515 610(3000) 12(600) 33177 216 300 68 402 39 41 648 62 67 648 833 911 49014 310 582 637» 734 66 825(600) 910 24 41190 <600) 285 316 413 630 848 970 4 2 016 235(1000) 323 62(1000) 824 4 3226 376 471 712 20(1000) 843 905 4 4040 0 000) 251 323 93 437 766 852 967 98 4 5107 66 234 340 403 31 694 723 820 35 4 8 065 160 287 69(6000) 407 61 581 982 4 70X8 469 679(1000) 718 51 4 3067(»000) 396 437(600) 89 661 763 808 22 4 9041 142 206 95 363 637 725 810 40 920 6O011 167 71 250 70 412 600 783 971 51107 78 289 93 898 431 617 768(3000)£38 612 33 5 2081 207 60 461 628(5 9 9 09) 606 700 834 83 5 3163 246 67 67 371 76 618 823 989 6 4075 140 211 391(1000)455 76 757 831(500 090) 90 5 5103 299 316 63 416 535 903 72(3000) 73 5 6317 23 70 73 770(3000) 962 6 7458 88 650 634 716 18 25 33 835 986 5 8034(1000) 136 215 695 5»103 212 426 37 92 60163 234 321 23 68 691 841 61033 267 70 654 71 691 702 879 86 951(600) 6 2231 66 93 406 535 52(500) 63015 65 96 190 268 746 873 6 4053(1000) 71 272 491 628 75 95 708 16(3000) 84 803(1000) 894 9« 6 5007 369 402 10 640 69 87 883 66177 207 97 329 837 936 47 6 7059(1000) 120 85 392 607 600(500) 33 806 77 975(600) 6 3076 402 68 700 822 69217 13 492 612 703(1000) 87 822 902 69 7 0002 49 177 362 90 410 41 61 608 732 43(1000) 880 71054 263 367 433 37 616 748 65 99 847 961 71 72128 416 <800) 76 693 674 737 806 67 87 939 45 48 7 3006 174 309 456 734 62 67 917 79 7 4043 73 74 102 72 333(1000) 58 495 632 668 754 893 7 5016 236(1000) 46 623( 500) 25 9)9 7 6507 602(500) 12(1000) 758 869(1000) 91 7 7 009 38 232 419 63 652 753 76 935 89 7 8169 285 364 630 662 758 801 7 8330 1500) 566 92 606 868 8O014 336 468 664 718(1000) TB 3,062»83 288 848 864 80 68 910«2376«04 68(3000) 98 671 730 974 8 3 098(1000) »89 98 471 676 619 85 851 9S4 8 4 024 84 1 80 86 238 306 62 470 612(1000) 29 908 21 85026 122 41 236 53 88( 600) 372 414(1000)62 72 79 677 84 808 76 709(600)872 010 8 0177 301494 622 67 705 8 7 233 661 834 904(1000) 88027 28 44(600) 363 71 74 447 78 598 632 705 863 8 9 433 669 631 711(1000) 16 63(1000) 801 9 25 90074 146 525 84 93 905 35 81049(600) 137(6001 412 768(3000) 881 910 74(»000) 92045(600) 168 202 374(1000) 877 61 905 30 95 9 3033 41 67 184 243 67 321 615 602 737 829 94189 31« 92(600) 539 603 866 919|600) 9 5268 301 11 619 68 81 769 832 966 G 8046 459 768 849 936 62 9 7350 76 691 85(500) 732 844 47 962 9 3140 336 619 724 38 668 907 93 6 8250 81 524 889 927 35 43(600) 106621(1000) 652 767 804 33 1 01160 331 80 413 673 63(1000) 686 767 928 84» 02120 242 316 93 95 412 16 522 703 31 71 869 911 41 64 1O3101 83 250(500) 320 31 60 63 84 410 40 67 835 47 1 04032 129 40 66 618 925 1 0 5 220 63 338 435 83 828 43 1 08107 213(3000) 90 326 613 93 621 710 14(600) «6 1 0 7096 96 162 308 441 83 634(1000) 778 847 60 10 8620 636 43 79 424 63«! 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Mai Ist die ÜU. 143 651 mit 500 St-««zage« norde». 7. Vreu�fch-SLddeUtsche (233. Köntgl. Vre»h.) Klassenlottrrie K. Klaffe 4. Liehungstaz 10. Mai ISIS Nachmittag Auf jede gezogene Nummer find zwei gleich hohe Gewinne gefallen, nnd zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Zlbteilungeu 1 n.»1. Nur die GeWirme über 240 M. lind w klammem beigelsigt. (Ohne Gewühr«. St.-A. f. Z.1(Nachdruck verboten) 7(500) 84 93 132 240(3000) 313 37 783 31 812 86 87 86 040 1011 89 263 397 607 627 51 740 803 24 944 88(1000) 2214 829(500) 693 3013 209 464 629 910 4197 621(509) 24 5021 66 837 430 642 600 33 64 822 989 6073 365 496 993 7001 6 73 289 301 90 409 696 726 97 6201 77 344 478 644£80 8304 61 460 616 23 661 637 IO120 65 235 401 698 678(1000) 11046 615 716 66 686 903 12015 162 244 386 495 582 705(600) 64 869<30001 875(1000) 13114 432 671 760 71 887 14048 97 122 61 456 87 660 008 83 15078 94 116 246 327 986 J6003 8 63 64 312 16 19(500) 83 86 864 1 7187 423(1000) 30 663 760 967 1 0142(600) 62 210 333 (1000) 473 618 7 CO 68 861(600) 846 1 0293 327 29 474 545(600) 665 765 897 20 208 376 412 716 870 21063 164 252 415 629 48 702 41 67 71 73 833 910 2 2099 604 23160 217 96 439 634 662 714 953 79 24110 81 274(600) 462 754 900 62 2 5013 14 22 60 04 140 69(1000) 260 95 419 799 1600) 835 45 2 8012 08 406 20 647 62 65 638 702 8 860 2 7082 305(500 1 64 91 (500) 742 908 94 2 8093 369 430 559 638(600) 94 743 806 66 76 2 9118 22 67 351 94 436 505 65 624 838 71 934 38009(«001 70 126 47 90 266 355 434 607 651 84(500) 714 860 61 31742 891(3000) 32027 157 225 32 79 368 71 442 668 660 886 82 3 3256 57 63 70 667 75 663 777 862 3 4033 262 433 93 689 668 803(1000) 35176 405 630 83 86 677 709 894 934 3 6074 468 3 7110 26 277 415 652 828 964(SOO) 38239 340 63 464 653 768 851 74 833 81 39147 261 404 82 634 66£60(1000) 40036 37 44 204 20 64(600) 61««3«14 801 66 77 781 832(3000) 41074 151 79 443 64 68 93 677 4 2002 130 88 302 609 734 48128 29 213 303 443 849 65 4 4042 64»47 254 366 602 27 624 712(3000) 904 4 8041 97 327 73 444 669 726 662 69 973 40219 60 371 649 841 4 7014 145 383 421 31 (3000) 77 648 621(600) 80 712 963 4 8080 226 356 400 607 17 21 782 4 9042 501 769 890 907 60023 60 91 122 69 81 241 876 424 68 90 825 922 61196 214 458 503 11000) 769 843 43 74 914 60 52162 80 238 89 93 357 613 7A 66 921 8S0S4 142 340 437 77 651 72 763 11000) 818 63 935(MQO) 84054 66 163 76 330 464(1000) 618 43 63 932 5 5284 89 93 370 90 97 627 769 810 963 87 5 8006 63 215(3000) 8 8 98 447 77 616 61 13000) 620(10«» 64 716 63 79 809 38 6 7096 108 615(1000) 662 717 32 66 824(6001 85 58174 443(600) 82 679 608 36 830(500) 968 6 9076 135 631 42 773 802 74 967 58 6 0012 317 67 406 34 883(1000) 81604 27 696 888 929 82033 OOOO) 176 301 828 63 69 1500) 6 3069(600) 107 278 861 428 nooo) 43 75 794(1000) 98 04171 202 13 84 431 691 622 6 5017 31 123 57 237 38 442 91 627 85 737 952 6 6039 390 462 620(3000) 667 784 964 6 7011(1000) 122 46 359 7» <16 663 650 818 73 66063 231(500) 39 83 95 326(1000) 53 71 486 611 16 43 747(3000) 823 900 65 68 6 9341 66 879 70C31 144 213 45 324 69 84(1000) 604 55 91 714 821 66 (1000) 908 70 71030(500) 39 114 258(1000) 464 68 511 17 65 69 856 929(500) 95 7 2377 478 780 814 7 3049 57(3000) 76 663 852 863 988 92 7 4200 3S3 769 95 805 938 43 46 7 5 006 216 63 415 709 824 962 7 6036 301 565 84 79£6 727 822 32 807(500) 82 7 7337 84 499 631 03 739 7 8108 284 391 638 61(500) TOS 86 946 7 9079 168 318(1000) 92 419 661 73 634 71(600) 743 899(1000) 80164 616 738(3000) 804 BISCO 841 744 949 82019 ET 114 49 378 316 435 48 62S 780 919(600) 83149 343 377 82 (600) 438 624 696 703 836 976 8 4051 85 500 60 798 8 5 019 31 330 49 520 636 82 766 879 993 8 6243 53 434 643 69 809 84 995 8 7 014 90 101 112 399 620 727 33 64 814 21(500) 946 »0 69 140 468 525 915(3000) 66041 81 208 16 334 63 400 27 659 765 866 940 80172 82 90 494 671 752 90 91079 92 225 370 601 23 626 729 48 88 816 917 35 SßlSZ(MOO) 94 408 83 718 813(«00) 63 921 45 73 9 3597 0 4023 28(»0M> 1U 2» 27(»000) 83 256 71 90 408 650 669 721 43 67 912 8 5025 88 237(1000) 45 400 621 78 93 947 76 8 8128 216(3000) 22 47 327 38 51 497 673 74 78 646 726 839(1000) 920 9 7048 235 342 97 605 660 77 83 785 9 8183 267 333(600) 416 98(500) 696(3000) 660(500) 852 9 8014 84 244(1000) 45 301 23 439(1000) 556 63 714 76 830 932 37(10001 96 100265(1000) 375(600) 611 19 904 69 IO1206 311 623 648 761 96 1 02193 230 684 92 766(3000) 89 873(1000)«8339 74 681(600) 713 21«4009 U 112 23 316 463(1000« 6» 81 700 61 97 866«5136 291 472 637 74 728 42 86 868 1O60l0 82 123 660 794 1 0 7000 128 73 83 96 663 97 707 26 931 60 100030162 363 426 46635 66 103310 26 76 612 62 645 727 931 110105 91 269(600) 347 668 613 790(600) 901 111032 183 249 315 458(1000) 624 706 25 87 1 10001 903 24 30|500) E.4 112044 77 576 603 69 88 807 113024 128 295(1000, 351 419 24 114041 62 126(30001 74 290( 500) 341 1500) 647 56 659 866 929 71 112052 129 354 97 489 V5(30001 648£53 110029 34 139 223 91 314 442 620 49 634 41 86 744 843 67 117164 215 485 689 697 118129 224 321 614 28 616 770 119313 66 429 58 725 830 953(3000) 120117 574 78 760 882 967«21020 96 394 611 46 8-9 905 122259 340(500) 427 44 722 923 32 6V 86 l?30;i 126 42 235(1000) 466 754 92 898 918 1 24260(1000) 438 45 663 800 964(600)»25070 98 273 81 358 67 647 781£99 1�6048 122 218 603 713 36 69 840 982»27229 31 616 664 709(1000) 63(1000) 818 67(500) 940(1000)»28157<1000! 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Mtaang. 2. KkilU i>cs Jcraitts" ßftliittt KllisblM Dounktstag. 11. Mai 1916. /!us Groß-Seriin. Die Höchstpreise für Hammel- und Kalbsteisch. Bestimmungen über Wurstherstellung. Der Magistrat hat gestern die Lerordnungen zur Regelung der Großhandels- und Kleinhandelspreise für Kalb und Hammelfleisch, sowie für Kälber- und Hammelkram er lassen. Diese Verordnungen treten bereits heute am 11. Mai in Kraft. Die Preise für 1I2 Kilogramm sind, wie wir wiederholen wollen, folgende: �.Kalbfleisch. 1. Fleisch nüchterner Kälber: für Rücken und Keule mit Haren...... 1,80 M. für die übrigen Teile..."....... 1,70 2. Fleifch von jungen und älteren Saugkälbern: für Rücken und Keule mit Hare, Brustspitze ohne Nachbrust und ohne Dünnung...... 2,50 die übrigen Teile............ 2,10 3. Fleisch schwerer Maslkälber und Doppellender: für Rücken und Keule mit Haje, Bruslspitze ohne Nachbrusl und ohne Düunung...... 3,00 die übrigen Teile............ 2,20 Schieres Kalbfleisch ohne Knochen...... 3,60 Die unter 3 festgesetzten Preise gelten nur bis Ende dieses Monats. B. Hammelfleisch. 1. Für fettes Hammelfleisch von Mastlämmcrn und Masthammeln: Keule, Rücken, dicke Rippe......... 3,20 M. Dünnung, Hals, Vorderbein........ 2�50 2. Mageres Hammelfleisch von Schafen und Böcken, auch mageren Lämmern und Hammeln: Keule, Rücken, dicke Rippe......... 2,60 Dünnung, Hals, Vorderbein........ 1,90 Es sind ferner Großhandelshöchsipreise für Kälber und Hanimel und Groß- und Äleinhandelshöchstpreise für Kälbev und Hammelkrani festgesetzt, Denier hat der Magistrat eine Verordnung erlassen, nach der die Herstellung folgender Wurstarten zugelassen ist: 1. frische Blutwurst mit Semmel�ufatz und andere Blutwürste, 2. frische Leberwurst mit Scmmelzusatz und Zwiebelleberwurst ohne Semmelzufatz, 3. frische Bratwurst mit Wasser abgerieben und Saucischcn sowie andere Bratwürste aus grobem zerkleinertem Fleisch, 4. Brühwurst fWtener, Jauersche, Breslauer, Bockwurst, Knob lauchwurst, Frankfurter). Zur Herstellung von Wurst dürfen lediglich das Blut, ferner von den Kramteilen aller Schlachttiere das Geschlinge, Gekröse oder Mickcr und Kaldauncn, sowie Vto deS ausgeschlachteten Schweines einschließlich der Fettbacken des Schweines verwendet werden. Der Preis für ein Pfund bester Ware darf in Berlin bei Abgabe an den Verbraucher die nachstehend benannten Be- träge nicht übersteigen: 1. Für irische Blutwurst mit Semmelzusatz.... 1,20 M. „ andere Blutwurst........... 1,60„ 2., frische Leberwurst mit Semmelzusatz.... 1,20„ „ Zwiebelleberwurst ohne Semmelzufatz... 1,60„ 3.„ frifive Bratwurst mit Wasser abgcrjebcn und Saucischen............ 1,80, „ andere Btalwurst aus grob zerkleinertem Fleisch 2,00, 4.„ Brühwurst(SSiener, Jauersche, Breslauer, Bockwurst, Knoblauchwurst, Frankfurter)... 2,00, Zuwidorhandlungen sind mit hohen Strafen bedroht. Auch diese Verordnung tritt bereits mit dem 11. Mai, also heitte, in Kraft. Tie Berliner Fleischerinnung und die polizeiliche« Turchsuchnngcn. Die Presse als Sündenbock. Unter austerordentlich starker Beteiligung aus allen Groß- Berliner Innungen hielt Dienstag abend die Berliner Fleischer- iiitiung unter dem Vorsitz des Obermeisters K r i e s ch e im Jnnungs- Hanse, Nene Grünstraße 28, ihre Maiversammlung ab. Vom Berliner Magistrat, den die Innung zu der Versammlung ein- geladen hatte, war niemand erschienen. Auf der Tagesordnung standen Berichte über die Lage des Fleischergcwerbes unter den jetzigen Verhältnissen. Obermeister Kriesche berichtete über die Neu- regelung der Viehverteilung durch den Berliner Magistrat. Durch die Ausschaltung der Großschlächtei soll erreicht werden, daß mvg- lichst in jedem Fleischerladen Berlins etwas Fleisch verkauft wird. Im Laufe der Verhandlung kam eS zu einer lebhaften Auseinander- setzung zwischen den Großschlächtern, die gleichfalls Jnnungsmit- glieder sind, uno den Ladenschlächtermeistern. Die Versammlung sprach sich jedoch mit großer Mehrheit dagegen aus, daß das Vieh wieder an die Großschlächter verteilt werden soll. Uebcr die polizeilichen Durchsuchungen in Berliner Fleischerei- betrieben sprach Altmeister Burg. Er verteidigte das Fleischer- gewerbe gegen die Angriffe, die infolge der Durchsuchungen in der Presse erhoben worden sind und wandle sich vor allem scharf gegen gewisse übertriebene Berichte über das Ergebnis dieser Durch- suchungen. Das Berliner Fleischergewerbe habe im großen und ganzen Nevisionen und das Licht der Oeffenilichkeit nicht zu scheuen. Dw Presse hätte beruhigend wirken und nicht gleich allen halllosen Gerüchten über die unmöglichsten Fleischverstccke Glauben schenken sollen. Auf Vorschlag des Altmeisters stimmte die Versammlung folgenden Eingaben zu: »An den Herrn Oberbefehlshaber in den Marken. lieber die statlgesttndenen Nevisionen in den Fletschcrerbeirieben der Stadt Berlin sind durch die TageSpresse überlriebene und un- wahre Nachrichten verbreitet worden, wodurch die Bevölkerung Berlins nickl iiue gegen das gesamte Fleischcrgewerbe grundlos aufgebracht worden ist, fondern auch die Geiahr bestand, zu Gc- walrrätfgkeircn verleitet zu werden. Diese unwahren Berichte geben aber auch dem Auslande gegenüber über den wirklichen Stand dieser Angelegenheit ein grundfalsches Bild. DaZ Berliner Fleiichergewerbe bat nach keiner Richtung bin�die breiteste Oeffeni- lichkeit zu scheuein Im öffentlichen Jnterepe bineti wir aber, nur noch die Veroffentlichiing ron Betichien über Nevisionen von Fleiichercibetrieben zuzulassen, deren Wahrheit behördlich sestge- stellt ist." In einer zweiten Eingabe an den Berliner Polizeipräsidenten wird um Abhilfe der Mißstände gebeten, die sich darin gezeigt haben, daß es bei den Revisionen an einheitlichen Grundsätzen gefehlt habe. Auch von anderen Jiinnngsmeistern wurden der Presse scharfe Vor- würfe in Sachen der polizeilichen.Durchsuchungen gemacht, lieber die sachliche Seite der Frage und das Ergebnis der Durchsuchungen wurde dagegen wenig oder gar nicht gesprochen. Ausnützung der Kriegsnöte. Uns wird geschrieben: Eines der schwierigsten Probleme der Kriegswirtschasl ist die einigermaßen genügende Versorgung der breiten Massen mit fleischlicher Nahrung. Weit über den Rahmen dessen hinaus, was man sich in der ersten Zeit als Ziel der Ver- sorgung des Volkes gesteckt Halle, nmßtcn im weiteren Verlaufe des Krieges Maßnahmen ergriffen werden, die inchr oder weniger cm- griffen in das Pribateigenlum. Höchstpreise wurden festgesetzt; Höchstpreise freilich, die für das Portemonnaie pielntals um erschwinglich angesehen werden müssen. Doch darüber ist von sachkundiger Seite genügend geschrieben worden. Ge statten Sie mir aber, mit einigen Worten auf einen Mißstand hinzulveisen, der ganz im Gegensatz steht zu dem begrüßenswerten Bestreben der Regierung, durch Erleichterung der gesetzlichen Be- stiinmungen Ersatz für das fehlende Fleisch"zu schaffen. So sind beispielsweise durch eine Verordnung Milderuiigeu des Gesetzes- Paragraphen über das Verbot des Fischens und Angelus während der Schonzeit verfügt worden. Wenn das auch für die Massen dcs Volkes nichl viel bedeutet, so ist doch dem einzelnen Gelegenheit geboten, sich durch Angeln ein oder dos andere mal ein Gericht Fische zit fangen. In der Praxis schlägt aber mich diese Erleichterung zuungunsten der ärnieren Bevölkerung aus. Ausgerechnel der Sonntag, an dem die übergroße Mehrzahl der Angelfreunde Gelegenheit zum Fischsang hat, ist in Preußen als Schonzeit erklärt worden. Wer trotzdem sich ein Gericht Fische„zusammenstippen" will, mutz° im Besitze der Svnniagserlaubnis sein, für die neben anderen Vorbedingungen drei Mark Siempelgebübr zu blechen sind. Noch ein anderes: Trotzdem die Produktionskosten für die Fischzucht auch während des Krieges durchaus nicht höher geworden sind, ist eine gewaltige Sleigernng der Süßwasser- fischprciie eingetreten. Diese Steigerung der Preise nehmen zahl- reiche Besitzer von Fischgewässern zum Anlaß, die Gebühren für die Angelerlaubnis ganz gcivaliig zu verteuern. Nur ein Beispiel: Die Fischereigeiiossenschast und Pächter eines bestimmten Sees in der Mark gaben früher Tageskarten zum Preise von 50 Pf. ab. Jetzt ist der Preis auf 1 Mark erhöht ivorden. Dauerkarten, die früher 8 M. kosteten, werden jetzt unter Vorbehalt weiterer For- deruugeu für 12 M. abgegeben. Aehnliche und zum Teil noch un- verschämtere Fordeniugeu sind mir auch von anderen Fischgewäsiern bekannt. Wo bleibt auch da das so oft gepriesene Solidaritäts- gefühl, das gemeinsime Trage« der KriegSnöte? Gegen Lohndrückerer. DaZ Kriegsbekleidmigsamt des Gardckorps teilt mit, daß an Näblobn für eine Hole aus Khaki 1,26 M., für eine Bluse auS Khaki 2,63 M.. für eine Gefaugeiieuhose 1 88 M., für eine Gefangenenjacke 2,63 M. und für einen Mantel aus Zeltbahnftoff 3,30 M. an den letzten Arbeiter, also an die auZführende Hand, gezahlt werden müsse. Nähmittel gehen zu Lasten des Arbeitnehmers. Die Preise, welche die Heeresverwaltung für die genannten Bekleidungsstücke an die Auftragnehmer zahlt, sind so bemessen, daß vorstehende Löhne unbedingt gezahlt werden können. Numtnerkarten für den Butiereiiikanf. Die Berliner Verkehrs- Polizei hat erwogen, ob cS sich empfehlen würde, an die vor den Butterläden sich ansammelnde Menge Nuni merkarten verteilen zu lassen, nach welchen sich die Reihenfolge der Ab- f e r t i g u n g zu richten härte. Jetzt ist beichloffen worden, zunächst in einigen Polizeirevieren einen Versuch damit zu machen. Dabei wird sich der überwachende Beamte von dem Geschäftsinhaber vor dem Biitterverkaufe nummerierte Karten geben lassen, die ungefähr der vorhandenen Buttermenge entsprechen, und diese an die Kauf- lustigen verteilen. Die Käufer treten dann der Reihe nach ein und und nehmen ihren Eutteraiiteil in Empfang. Wer eine hohe Nummer erhält, braucht nicht nutzlos zu warten, er wird erst in de» Laden eingelassen, wenn seine Nummer an der Reihe ist. Der kleinen Mühe, die Nnmmerkärtchen anzufertigen, dürften sich die Geschäftsinhaber willig unterziehen. Falls der Versuch, wie zu er- warten steht, gelingt, wird das Verfahren in ganz Berlin eingeführt werden.__ Erwischte Nahrungsmittclverfälscher in Steglitz. Das Geschäft deS Bäckermeisters L i e d t k e. Albrechistr. 12 l, wurde polizeilich geschlossen, nachdem festgestellt worden ist, daß dieser Mann Stroh- und Holzmehl zu Brot iind sonstigen Backwaren mitvelbacken hat. In welchem Ilmfange Licdtle betrogen bat, geht daraus hervor, daß er in einem Fall allein für 6 Sack Mehl mehr Marken abgeliefert hat, als er von der Verleilungsstelle erhalten hatte. Das scheint jedoch nicht der einzige Sünder zu sein, denn auch bei anderen Steglitzer Bäckern sind größere Lotrüte von Holz- und Strohmehl festgestellt worden. Die eingeleitete Untersuchung wird ergeben, ob auch dort diese.Kriegsmischung" verbacken worden ist. Eine sehr interessante Ergänztiiig dieses Schwindels veröffentlicht der„Steglitzer Anzeiger". Cr schreibt: „Das Holz- und Strohmehl wird den Bäckereien durch die Firma BieljchowSki u. Lehrer, Kommanditgesellschaft auf Aktien, geliefert. Der Hauptbeteiligte an dieser Gesellschaft ist be- kanntlich Herr Salonton. der Hauptverteiler des örn ermehls im Kreise Telto w." Von der Berliner Lustbarkeits-Steucrordnung vom 8. März lim. Besonders für die Besitzer van Kinos ist eine Entscheidung des OberverwaltungsgerichtS unter dem Aktenzeichen II. C. 88. 15 von größerem Interesse. Einmal war in dem Streitfall, in dem das jetzt vorliegende Urteil seinerzeit ausgesetzt wurde, zu eni- scheiden, ob die Ziffer 4 des � 5 der Berlmer LustbarkeitSfteuer- ordnung vom 8. März 1913 gültig sei. Es schreibt die vorhergehende Ziffer 3 deS§ 5 vor, daß der Veranstalter verpflichtet fei, täglich über die entgeltlich oder unentgeltlich ausgegebenen Eintriltsuach.- weise(Karicii, Programme uito.) nach einem von der Steuerbehörde vorzilichieibenden Muster ein fortlaufendes Verzeichnis zu führen. Die strittige Ziffer 4 des 8 5 bestimmt dann: „Läßt sich ans dem Verzeichnis die Zahl und Art der aus- gegebeiteit Eintriitsnachweise nicht feststellen, so wird die Steuer unter Zugrundelegung aller v o r h a n d c n e n Plätze berechnet." Im Gegensatz zum Bezirksausschuß, der diese Bestimmung für ungültig erachtete. erklärte das O b e r v e r w a l t u n g s- g e r i ch t s i e für gültig. Es führte dazu aus: Da die Ge- meinden berechtigt feien, LÜsibarleitSsteumt zu erheben, so seien sie auch berechtigt, Maßnahmen zu ihrer Durchsübrung anzuordnen. Ferner war die erwähnte Steuerordnung, die sich unter anderem aus KitioS und Varietes bezieht, in einem Punkte auszulegen, der ganz besonders für Kinos in Frage kommt. Nach dem 8 4 der Sieuerordnuiig wird bei kmeniatographischen Vor- stellungen die Steuer auf die EintrittSausweise(Karten) erst bei einem'Eintrittsgeld von 30 Pf. ab erhoben. Vorliegend hatte der Kinomatographelibesitzer B., der auf Freistclluiig von Lustbarkeits- steuern in Höhe von 330 M. klagte, Emtritlskarieii für 25 und 29 Pf. ausgegeben. An sich waren diese also von der Kartcnsteuer frei. Es bestand nun die Ucbung. die speziell für Sonn- und Fest- tage in Betracht kam, daß Besucher des Ktnematographeniheaters bei Abruf, das heißt bei Ablauf der Gültigkeit ihrer Karle im Theater dann vetbleibeu konnte», wenn sie eine neue Karte lösten. Es war mm im Rechtsstreit strittig, ob in solchen! Fällen die Teilnahme an zwei Vorstellungen vorlag, also jedes- � mal der unter 30 Pf. befindliche Eintrittspreis für sich galt und steuerfrei war, oder ob es sich um die Teilnahme an einer Bor- stellung handelte und ob so als Einirittspreis die beiden Beträge zusammengerechnet zu gelten hatten, was die Steuerpflicht begründen würde. Das Oberverwaltniigsgerichl nahm das letztere an, indem es sich auch hierin in Gegensatz zum Bezirks- ausschuß stellte. Das Oberoerwaltiingsgericht meinte, es sehlteir hier objektive Momente für die Angrenzung einer Vorstellung gegen eine andere Vorstellung; deswegen sei in diesen Fällen mit einer eiiiheiilitV» Vorstellung zu rechnen. So kam das Oberverwaltungsgericht dazu, end- gültig die Klage in der Hauptsache abzuweisen. Nur in einem kleinen Nebenpunkt, nämlich in bezug auf etwa 2 M.< er- kannte es zugunsten des Klägers. Mit Gas vergiftet hat die in der Eylauer Straße 1 wohnende Frau ZZeumann sich und ihre beiden Kinder im Alter von 6 und 7 Jahren. Als der Ehe- mann am Dienstag nach Hause kam und die Wohnung betrat, fand er alle drei bewußtlos vor. Die herbeigerufene Feuerwehr stellte Belebungsversuche an. die aber nur bei der Frau von Erfolg waren; sie wurde nach dem Urban gebracht. Die beiden Kinder waren tot. Ein vierles Opfer hat das Unglück in der Loeweschen Fabrik in Wittenau gefordert, über das gestern berichtet wurde. Im Paul- Gerhardt-Sttst starb außer dem Monteur Hahn, der so schwer ver- brüht wurde, daß er schon auf der Unfallstelle verschied, und den Monteuren Dippelt und Dannenberg auch der 55 Jahre alte Ober- monteur Heinrich Klöttschen aus Charlotienburg. Der füttftc Ver- unglückie, der Monteur Arndt, liegt noch schwer danieder. Bei der Arbeit vom Tode überrascht wurde gestern die 29 Jahre alte Fabrikarbeiterin Martha Lehmann aus der Lippchner Str. 31. In einer Kartoiisabri! in der Landwehrstraße brach sie beim Ab- schneiden von Pappe plötzlich zusammen und starb auf der Stelle. Ein Straiietibahnzusautiiteitstoß, bei dein vier Personen verletzt wurden, ereignete sich gestern um die Mittagszeit an der Friedrich- und Elsasser Straße. Ein Triebwagen des Stadtrings I bog von. der Elsasser Straße in die Friedrichstraße ein, als ein Triebwagen der Linie 97 von der Karlstraße her nach der Chausseestraße zu ge- fahren kam. Dieser Wagen hätte warten müssen, bis der Wagen I vorbei war, statt dessen fuhr er vorn auf. Die Plattform an beiden Wagen wurden schwer beschädigt, die des Wagens 97 ganz ein- gedrückt. Am Wagen I gingen alle Scheiben in Scherben, Vier Fahrgäste wurden verletzt; einer, eine Frau, so erheblich, daß sie nach der Klinik gebracht werden mußte. Schwerer Unglücksfall a»f einer Wauderung. Ein bedauerlicher Unglückssail ereignete sich am Ufer des Crossinsees. Dort lagerte ein Trupp Waudetvögel, um abzulochen. Als einer der jungen Leute Spiritus ans seinen Kochapparat, den er vorher vermeintlich gelöscht hatte, nachgießen wollte, explodierte der Apparat und der brenneiide Spiritus ergoß sich über den jungen Mann, dessen Kleidung sofort Feuer fing. Glücklicherweise hatte der Verunglückte die Geistes- gegenwart, in den See zu springen, aus dem er vald gerettet wurde. Er hatte jedoch so schwere Brändverletzungen erlitten, daß er nach dem Krantenhause in Königs-Wusterhausen gebracht werden mußte. Die Firma Morgetistern schreibt uns zu unserer Notiz in der Somitagsnummer:„Auf der Suche nach Speck und Fleisch",� daß die in der Schercrstraße verlauste Wurst durchaus einivandsrei gc- weseu sei. Bei der im Geschäft vorgeitoinmeneli Durchsuchung sei nichts gefunden worden, was auf eine Warenhinterzichung hin« zictcn Ivniitc.__ ßm de« Semsmöm. Fleifchkartcn in Steglitz. Zur Regelung des Fleischverkaufs sollen demnächst Fleischkarten eingeführt werden, die voraussichtlich auf Vr Pfund pro Kopf und Woche lauten werden. Bis dahin ist angeordnet worden, daß samt- liche Fleischerläden gleichmäßig früh um 7 Uhr geöffnet� werden müssen, vorausgesetzt, daß überhaupt Fleisch vorhanden ist. Der Verkauf darf nur an hiesige Einwohner und auf die Auswciskarten für Lebensmittel erfolgen, auf denen der Verkäufer einen bezüglichen Vermerk zu machen hat._ Aus der Tegeler Gcincindcvcrtrctung. In der letzten Sitzung Ivurdcn zunächst die neu- resp. wieder« gclvählteu Vertreter, unter thuen Genosse R a d u n z, aus ihr Amt verpflichtet.— Sodann wurde ein längerer Erlaß dcs Ministers des Jiinern vom 18. März 1916 an die Ober- und Regierungs- Präsidenten zur Kenntnis gebracht, der auf die öffentlich-rechtlichen Verhältnisse der Geineiitdelörperschasten des näheren eingeht, weiter Bezug nimmt auf die Bestätigung von Gemeindeverordneten � durch die Aufsichtsorgane und schließlich Richtlinien angibt über die Er- ledigung von Anfragen, Beschiverden zum Schutz der Selbstverwaltung der einzelnen Gemeinden. Ferner wurde eine land- rälliche Verfügung vom 26. Avril zur Kenntnis gebracht betreffs Ailftellung eines besoldeten Schöffen, der die Geschäfte deS im Heeres« dienst befindlickieu Bürgermeisters Stritte wahrzunehmen hätte. Für diesen Posten ist bereiis Herr Assessor L a e g e l bestimmt, und hat die Verlretmig nunmehr für Herrn R e i ch e l t, dessen AmtSdauer am 15. Mai abgelaufen, einen Nachfolger zu wählen.— Der Vertrag mit der Dampfcrgcsclljchaft„Stern" wurde aus ein Jahr unter den bisherigen Bedingungen verlängert.— Vom Regierungspräsidenten war eine Beteiligung der Gemeinden an der Fürsorgelätig- keit in Ostpreußen angeregt worden. Auf Empfehlung des Genieindc- Vorstandes sah die Mehrheit der Vertretung nach längerem Für und Wider von der Beteiligung ab.— Die Beseitigung deS sogenannten „Rummelplatzes" an der Hauptstraße war längst angestrebt; jetzt hat der Anlieger Hainnscck einen Stteisen seines Grundstücks kosten- und lastenfrei der Gemeinde angeboten und dafür die Straßenregulierung beantragt. Grundsätzlich ist die Vertretung damit einverstanden, �eL soll ein Kostenanschlag vorgelegt und weiteres später beschlossen werden.— Der Voranschlag des Verbandskrankenhauses in Reinickendorf sieht für Tegel einen Zuschuß von 50 000 Dt. vor; nach Crörterutig einer Reihe Beschwerde» wegen inangelnder Bc- rücksichtigung bei Aufnahme van Tegeler Kranken ivegcn Betten- mangcl, wurde iiolgcdnmgen dem Zuschuß zugestimmt unter der Betonung, daß Tegel zwar laut Vertrag zahlen müsse, aber leider nicht viel mitzureden hätte.— Die Kreiskrankenkasse will jetzt wieder die zu Kriegsbegüm aufgegebene Versicherung von Hausgewerbe- treibenden mir einem Jahrcseinlommen bis 2500 Di. auf- nehmen; nach längerer Aussprache wurde der Erlaß einer eiilsprecheiideii Satzung, nach der für die Dauer des Krieges die Versicherung geregelt werden soll, wegen mangelnder Uebersicht über die Tragweite des betreffenden Beschlusses zur nächsten Sitzung zurückgestellt.— Zum Schluß erklärte sich die Verlremng noch mit dem Beitritt zum Flelschvcrsorgungs.zweck- verband Neinickeiidort und Umgebung einverstanden, nachdem Assessor Lacgel die Notwendigkeit dazu näher dargelegt hatte.— Es folgte noch eine vertrauliche Sitzung. Stellungnahme zum„Vortvärts"koiiflikt. In der am 8. Mai tagend-ii Funktionätsitzung des NcitfüIIncr Wahlvereins winde folgende Reioiuiion nngenomnien: „Die Funtlionäre des Neuköllner Wahlvereiiis erklären nach KciUlttnsirahme der Kündigung deS Eciiosscu Mchcr diese 5lündigu!ig als einen Alt der Unduldjamkeit. Die Funktionärs erklären, daß die Tätigkeit deZ(Zenosie» Mcher am Flugblatt„Das Ergebnis des 24. März" durchaus nicht UN« vereinbar ist mit seiner Stellung als Redakteur deS„VoripärtS�. Die Funktionäre protestieren mit aller Enlschiedenheil gegen dgs Auftreten des ParteivorslandcS' und des Aeschäslsiührers Richard Fischer und verlangen, daß diese Genossen sich in den Schranken halten, die ihnen durch das Orgamsalionsstalul der Partei vor- geschrieben sind."_ Gerichtszeitung. Bolle gegen Höchstpreis». Wogen Vergehens gegen die H ö ch st p r e i s o stand der Direktor der Meierst Bolle, Ingenieur K a x j P e r n c t, vor dem Schösfengexicht Berlin Miste unter Versitz des AmtSgerichtSrattz von T r s S ck e>v. Der Bollcsche Betrieb ist bekamittich ein riesig großer und sendet täglich etwa 170 Wagen zum Absatz seiner Produkte in die ver- schiedeuen Stadtteile. Durch dt» Zsutgge veranlaßt, ist die Meierei dazu übergegangen, dem Pertgizse von Milch und Butler noch den Pertrieb von Konserve». Frnchtiästen. Marmeladen, Honig und Talg hinzuzufügen. Di» euva 108 im Dienst» der Meierst siehenden Kuticher verdienen zu ihrem Bocheulohn noch eine bestimmt fest- gesetzte Provistoi, je nach dem Absatz, nud seitens der Geschäfts- lcituug sind sie daraus hingewiesen, mii glichst viel Honig zu ver- tailsc». ES hat sich nun der('».'brauch herausgestellt, daß die Kutscher de«. Verkauf vo» Butter abhängig»lachen von der Entnahme von Honig. Räch de:» Zeugnis der Angestellten einer hieiigen Gesellschaft sollen sie nur dann je Pfund Butter erhalten haben, wen» sie nsch eine Flasche BicueuhvNig zum Preise vsn stäst M, entnahmen. so dar, aus dies« Weise der Preis der Butter weit über den festgesetzten Höchstpreis hinausschnellte. Als die Polizei Nach- forichuugcn t» dieser Richtung anstellte, ließ der Angeklagte durch einen Aushang bekannt machen,„daß ei» derartiger Zwang gegen- über dem kaufenden Publikum selbstverständlich unstatthaft sei und „nochmals" daraus hiugewiese» werde, daß Zuwiderhandelnde ent- lasse» werden". Dieses„nochmals" wurde aber vom Gericht nicht besonders bewertet, da es an einem vorhergegongenen energischen Verbot»rangelte u»s»ach Ansicht, des Gerichts der An- geklagte dieies Treiben der Kuticher, die möglichst viel Prqhision sich verschaffen wollten, wochenlang geduldet habe und dasiir her- antworklich sei. Das Gericht hielt dasiir, daß die HSchstPreis» i» krasse» Form überschritten seien nud de« Angeklagte dafür einzustehe» haho, da»in Leiter eines so große» Betriebes nicht bloß die Pflicht Habs, einen möglichst großen i'tutzen für die Aktionär« herauszuschlagen, sondern auch d>e Angestellten bezüglich der ordnungsmäßigen Geschäfts- Handhabung zu beqnssichtige», zumal wenn aus diese gewisser- maßen ein Druck alisgeübt worden sei, möglichst viel Honig zu verkaufen. Der gegen den Anaeklagien erlassene Strafbosehl in Höhe von 50 Mark erschien dem Gericht viel zu gering, da zur Illustration zur Sprache gebracht wurde, daß die Meierei Bolle auch sonst sich einer llebekichroiiung der Höchstpreise schuldig gemacht haben soll, indem sie den Brauch eingeriihrt hat. daß die Kunden. denen die Milch in Flaschen ins Haus geliefert wird, pro tzüer 4Ps. Briugerlohn und 0 Pf. für Flaschenfiillung, Rsiuiguug uiw, zu be- zahlen haben. Mit Rücksicht darauf, daß durch solches Vorgehen dw durch die Kricgs'verhältnisie bedingteu Enchwerungen für das kaufende Publikum noch vermehrt werden und der Augellagte sin Handelsrichter— nicht nur ein gebildeter, sondern auch juristisch geschulter Mann sei, erkannte das Schöffengericht aus 3000 M. Geldstrafe. Ter Amtsanwalt haste 2000 M. beantragt. flu« aller Welt. �'luvschäden durch Wildschweine. In letzter Zeit tauchen wiederholt Klagen über angerichtete Flurschäden durch Wild«»f. Nach einer Schätzung der Feldgeschworenen sind binnen wenigen Monoton allein in der Gegend von Stiege r og g e n verloren gegangen, Im Hinblick ans den horoiis festgestellten großen Schaden traf die herzogliche Kreisdirektion in Blankenburg jetzt die außergewöhntiche Bestimmung, daß jeder Eigentümer a»s scineni Grund und Boden das Jagdrecht ausüben darf.� Da auch aus anderen Teile» des Reiches ähnliche Schädiglinaen gemeldet werden, wären wohl die gleichen Maßnahmen wie NN Harz augedracht Das erscheint um so notwendiger, wenn man liest, was der„Tägl. Rundschau" darüber geschrieben wird. ES heißt da: „Ter Wildbestand ist durch den Krieg nicht verringert, im Gegenteil, da» Wich treibt llnsng an de» Aeckern. Aber unsere Wildhändter klagen, daß sie keine Ware bekommen können. Woran liegt das. trotz der Fülle? Man i st i» manchen Kreise n, welchen da? Wild gehört, verschnupft über die gesetzte» Höchstpreise und � schießt deshalb kein Wild ab, man läßt die Kreaturen leben. So geht es mit den Hasen, den Rehen, dem Wildgeftügel usw." Der Einsender bemerkt weiter,, daß eventuell die Höchstpreise für Wild erhöbt werden müßten,„aber vor die Flinte muß alles, was ohne Rot abgeschossen werden kann". Wir sind der Meinung, daß die Höchstpreise für Wild schon hoch genug sind. Wenn die Jagdbesitzer damit noch nicht zufrieden sind, mutz dafür gesorgt werden, daß es nicht ihrem Ermessen überlassen bleibt, ob und wie- viel Wild abgeschossen wird. � Wie es gemacht wird. Nor einige» Tage» zeigten wir an einigen Beispielen, wie man es versteht, den Konminenten da» Fell über die Ohren zu ziehen. ohne daß man mit den Gesetzen in Konflikt gerät. Wie die Preis- treibcr es mit den Rahrnngsmitteln treiben, so auch mit den Kleiderstoffen. Bei«ine? Zusammenkunft von Fachmännern teilte ein Produzent auS Thüringen auS seiner Praxis mit: Er hatte einen Posten Ware verkauft, der Abnehmer hatte die Kauksumme bezahlt. Nach wenigen Tagen kam von diesem die Wiitoilung, daß der gekanite Posten setzt einem anderen Herrn gehöre, der neue Besitzer de» Postens ldie Ware ist im Fabriklager belassen worden) hat wenige Tage später dem Fabrikanten mitgeteilt, daß der Posten wieder einem anderen Herrn gehöre. So ging das fort, bis der Posten schließlich an de» sechsten Mann gekommen war. ohne seinen Platz gewechselt zu haben. Die Preistreiber verfahren ganz systematisch, um das Volk auszuplündern. Auch mit Webwaren, die im Auslande hergestellt worden sind, verfährt man so...... Sin geheimnisvoller Leichenfund. In C i n k o t e, einer Ortschaft in der Nähe von Budapest, wurden in einer Kammer, die zur Wohnung eines zu Kriegsbcginn einberufenen Klcmpnermcisters B c l e Kitz gehörte, in sieben zugelöteten Blech sargen sieben in Verwesung übergegangene Frauenleichen gefunden. Die Unter- suchung ist eingeleitet. Nach Aussage der Hausbewohner lst Kitz in Serbien gefallen. Am Mittwoch wurde von der Gerichtskommission der Lckalaugcnschcin vorgenommen. Eine von den sieben Blech- tonnen wurde geöffnet und die F r a u c n l e i ch e hervorgeholt, in deren Mundhöhle sich ein Taschentuch und u m den Hals ein Strick befand. Es wurde festgestellt, daß Bele Kitz, der Mieter der Kammer, in der die Blechtomien gefunden' wurden, bei der Budapestcr Lcichenbestattungsgescllschaft Ver- zinnungsarbcitcn verrichtet hat. Tie übrig»» sechs Blechfässer j werden am Donnerstag geöffnet werben. Man stellte fest, daß Kiß vor- Jahren mit einer Frau und zwei Kindern in die Wohnung eingezogen ist. EincS Tages verschwanden die Frau und beide Kinder, worüber Kitz seinen Bekannten die Aufklärung gab. daß die Kinder in der Kinderschutzliga seien, während er die Frau nach Amerika geschickt hohe. Weitere Erhebungen sind im Ggngc. Hin» Tchiffskajastryphe.„Lloyds" mÄdet auh Chicago. daß der arnerikanischL Dampfer„Kitzhy" bei Castle Hacbour scheiterte. H m a nzig Menschenleben st i N a e N verloren, zwei Personen wurden stsretlet. Uchweres Grubenunglück. Mittwoch vormittag verunglückten auf dem Zirkelschacht t» Ä l o st e r m a n s f e l d bei Hsngekz Hausen durch niedergehendes Gestein drei Häuer tödlich. Einer von ihnen hinterläßt Frau und sieben unerzogene Kinder. Drei Persone» bei einem BootSnnglück ertrunwn. Pei«iner Ueberfahrt über den Mansssldsr Süße» See ertranfsn eins Frau K i r ks m m aus A s ejt e b e n, deren 14 jährige Nicht» und eine Frau Fuchs aus S g e b u r g. Das Boot war ins Schwanken goratei« und umgeschlagen, so daß die Insassen ins Wasser stürzten. Teure Bohnen- Auf einem der letzten Wochenmärkte in Apolda verkaufte, nach dem„Apoldaer Tagsblgft", eine Frau aus Zottelstedt Gtaugenhohnen zum Stecke», und zwar die Bohne für einen Pfennig. Polizeilich wurde fsstgestellt, daß auf ein Pfund 000 Bohnen kommen, so daß also das Pfund 0 Mark, ein Zentner 000 Mark kostete. Nun gibt es wohl Aus- nahmepreise für Samen, aber nur dann, wenn es sich um die erste und einzige Ernte einer neu gezüchteien Art, also um Liebhaber- arten, handelt. Die Frau aber, die diesen mehr als unerhörten Preis forderte, kannte nicht einmal Art und Name der Bohne And mußte zugeben, daß es sich um eine selbst im Garten gezüchtete Bohne handle. Natürlich wurde gegen die llpheberin dieses Wucher- Preises Anzeige erstattet. Die Mutter beim Upiel mit einer Pistole erschossen. In Unter s a ch s e n b s r g lVagtland) spielte Vis 13 Jahre alte Tochter des Instrumente umqcherS Adolf Richter mit einer geladenen Pistole, die auf dem Fensterbrett gelegen hatte. Die Waffe entlud sich und drang der im Mittagsschlaf ruhenden Mutter des Mäd- che»s in den Hals. Die Frau wurde tödlich verletzt und starb bald daraus. Die Sommerzeit in Luxemburg. Durch dis teilweise Ein- führung der Sommerzeit i» Luremburg war im öffentlichen Leben große Verwirrung entstanden. Jetzt erst hat die Regierung diesen Wirren ein Ende bereitst; am Mittwoch hat die Kammer die Ein- führung der Sommerzeit heschlossen. PartsivC«mftaltungen. Kgrlsborst, Generglversgmmlung Freitgg, den 41. Mgi, abends 9 Uhr, bei Pezzke, Adglbortslraizo, Berichte, Neuwahlen. mmMzsmmmmsmm™--'* ertoilti ö.EeniciiirtMStolWlt Filiale<*roSl-Berlin. linieren Mitglieder» zur Nachricht, daß der Kollege bmgnuol welcher im Betriebe des städtischen Zchiachihoies beschästigt ivgr, osr- stmben»t. Air werden ihm«m ehrendes Andenken bewahren. Die Bestattung iindet morgen Freitag, den VI Mai, nachmittags 2 Uhr, von der"etchen- Halle des«t. Hedwigs-Kirchhoses in Hohemschönhauseu qud stqli atz/s Die Ortaverwaltung mmmmmmmmmmmmmmmä Deutselier Banaftoiter-Verhanl SSwelgvoreln-Bcpltn. Bezirk Osten I. Am 3. M«i stqrh unser Mt- glied, der Maurer fram Katzurke. Vbre seinem Andenken! Di» Beerdigung findet heute Donnerstag, nachnüttags 2'/, Uhr, von der Halle des städtischen Zentral-Friedhoses in Friedrichs- selbe aus statt. 14l/17 Die üriliche Verwaltuiij, Zentral'Ki'aiikeii- 11. SteHietoe der ßeulsclien Wa�nbauer. B. a. Ä. Berti«, Bezirk 17. Den Mitgliedern zur Nachricht. daß unser Mitglied ZS7/10 §Lk�arz Neukölln, Harzer Str. gZ am 7. Mai versterben ist. whre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 11. Mat, nachmittags iltt Uhr. von der Leichen- halle des alten Zhomas.kkirch. Hofes, Hermanustraß», aus statt. Zentral-Verbanii der Tipter ö. beriifsgencssen Deylschlands. Filiale«roH-lleflin. Sfm Sonntag, den 7. Mai, verstarb unser Mitglied, her TSR er .losepk Heydemann (Bezirk Neuköllns im Alter von«1 Jahre» an Lungentuberkulose. Ehre seinem Andenken 1 Die Beerdigung findet am Freitag, den tZ. Mai, nach» »siilggs H Uhr, von der Leichenhalle dch Neuköllner Sc- uieiiide-Friedhojes, Mariendokser Äeg. aus stall. Am Montag, den 8, MW. vor- starb unser Nkitglied, der Töpfer Wilkelm Schmidt (Bezirk Charlotte, Iburgs im Äster von 53 Jahre» an Herzleiden. «lirc seiuem Andoukcn l Die Beerdigung findet ain Freitag, den 12. Mai, nach- mfttags Sft.Ubr. oou der Leiche»- bqlle des Südwest-Fnedhoses i» Stahnsdorf aus stall. Um rege Petetligimg ersucht 192/2 Ter Borftand. " Nur für Heiran und JUpestngo, welche tlqh billig kleiden wollen, omii'ehlan wir au» leinsiea ilaßrtoffou eurüekioteut« liiga If. 18 bis 43, Pa..... M. 10 bla 38, Hosen M. 6 bis 18. (iqsellsebaftsenzUiiasehppHKuMtt. Deutsches Garderobenhans, Franldurter sao IIS. Jugenöveranstaltungen. Dempelhei Marieudorf. Die Jugendsektion veranstaltet am Sonn- gesähr 1,5(1—2 M, 21m Montag, den 1Z. tz. M.. abends B/- Uhr, Zusammenkunft im Jugendheim, Tempelhos, Kaiser-Wi!he!m-Str. 76, H. ptr. Zu beiden Beranstattunzen sind Freunde und �Bekannte eingeladen. Der Arbeiter-Schwiuimverein Berlin(Mitgl. des Zl.-Schw.-V.) veranstaltet am 14. Mai sein diesjähriges Bnbaden. Tresipunkt sämtlicher Mitglieder pünlllich d Uhr Stelliner Boiorlbahnhos. Fahrt bis Buch. Um lg ühr Ahmarich«on Buch»ach dem Gorinsee, Gäste stud herzlich will- kommen._________ Sriefkasten der Neüaktion. Tie luilstllchi Gprechstunhe findel kür Abonnenten Lindenstr. I. IV. Hol eechts, vakierre. am Woniag bis Srestao von i bis 7 Her, am Honuabend von 5 bis ll Uhr statt. Jeder lür den Briet rasten bestimmten Antrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Rerlzstchen beizufügen. Briefliche Antworl wird nicht erteilt. Anfragen, denen keine AbonnenienlSauiliung beigefügt ist, werden Nicht beanlwortet. Eilige Fragen trage ina» m der Sßrschstnnde Poe. Bert'-ge,«chriftstöcke»n» dergleichen dring- mar in die tzvrrchftnnde Mi». B. B. Ivo. Sie müssen zunächst die Entscheidung der Kommission abwarten. Event, schicken Eie Are Ehefrau zu uns in die Sprechstunde. — G, K, Machen Hie den» zustäiidigeii Polizeirevier von den Vor« kommnisten Mitteilung.■—(it. K. Ja.— Dr. Faust. Nicht 10 Marken müssen in 2 Jahren gesteht jeili, sondern 20, und zwar nicht qu»(Srund einer versicherungopflichtigeu Beschäiiiguna. sondern als sreiwilllge Beitrags- lelstung.— Anton R. Atz. 87. Ja l Antrag ist an das Ersatzbataillon des Regimenstz, von dem der Heb» eingszsae» wurde, zu stellen. — M> K. N. Btz, 87. Die Invalidenrente wird nicht erhöbt, ein An- trag ist deshalb zwecklos. A, U. Wenn der Sobu zum Unlerhalt der Muster deigstragen ha!, so erhält die Muster HmterbUebeiisiirente aus der Unsallvcrsicheruiig. Sie müht» sich beim Arbeitgeber erkundigen, bei welcher Berussgenossenschast der Betrieb versichert ist und dort ihre Ansprüche geltend mache», Q, A,, tzkarlotkeudurg. 1. Ja. 2. Nein. ®.$. JOO. 1. An Pkwatverjoue» nicht, nur an Behörden. 2. und 3. Nein.— Sl.-H. 47. 1. 50 Prozent. J. 2? Mark pro Monat. 3. Ja. s. Kriegszulage von 15 Mark pro Monat.— Poie» 70. 1. Ja. 2 Nein. 3. Jg. 4. Beide» ist zulässig. � B. 102. Für sie als Werk- meiner muß die Kündigung, wenn nichts Besonderes vereinbart ist, sechs Wochen vor EualtglsichlUlj erjolgeii. E- ist aber durch besondere Bcreui- barung eine monatliche Kündigung zum Mongisschluii zulässig,«»e könnten eoent. den Lohn für vier Kochen beim Äewerbegericht emilagen. — Btz- 2. 18. Dg der Slrzt Sie sstr nicht mehr erwerbsunsqhig erachtet, kann die Krankenkasse Ihnen die Unterstützung verweigern. Den Antrag am Juvaitdenreuie müssen Tie selbst heim Bm>ö>eru»gsgmt Berlin, Wofttzrstr. 65167, unter Einreichuiig der Ausrechnungsbeicheinigungen und der letzten Lluitlungskarte stekken. Wegen Perweigerung tzes Kriegsscheiiies können Hie Beschwerde heim AriegSauaschutz, Wuiierhquieiier Strasto, ein« egen.»- Wi. R. 278. In diesem Falle hxftnden Sie sich im Recht. ivellsrquSstcht«« kür da» mittlere Norddouttchland bis Fvettna mittun. Im Küstengebiete noch iib,rwiegend bcwölst und rogne- risch. In den übrigen Gegenden ziemlich heiler, aber»och unbeitandig ijut öfter wiederholten Regenschauerm. Langsame Erwärmung Allen Bekannten die traurige Nachricht, dgtz meine liebe Frau psulintz, Leb.?Iom. »ach kurzem schweren Kranken- Uger am Honntag, den 7. Mai 1916, gestorben ist. Der trällernde Gatte Max Weldemann. Die Beerdigung findet am Douiierätag. hon ll. Mai, nach« mittags sft.Uhr. von der Leichen- Halle des Friedhofes in Slahns- dorf au» stall. 111A Adsahrt Bhs.tzharlottcnbg 4.07 Uor. MllMIlllziUlN yieiLto I uvvsirl, SUlizvU Preiva. L UohranstraQa 37a OCalonnedeni II, Or. ffanlifortar Str. 115 («aha Andreasetr.) »»welileenduneen«of«n. Ami Zepirum?sao. Soentea tj— 2 Uhr Beölknet Dauksagttng. Für die herzliche'Teilnahme«nh schönen Blumenipenden bei der Be- erdigung meiuer lieben Frau und nnierer lieben Mutter sagen wir allen Verwandten. Bekannten, Genossen und Genossinnen sowie allen Kollegen und Kolleginnen der A, E, G. und N. U. A. unseren innigsten Dank. Der trauernde Gatsi 677b Dheodor Kolodzeik« und Kinder. Daiiii««»armi0, Für hie u„s Hein, Heimgaoge meiner unvergedlichen. lieben grau, unserer treusorgenden Mutter er- iviejene Teilnahme sprechen wir Per. mit unseren ti«>geiüdst°n Dank aus. -•! 10. Mo Gemüse- Pflanzeu in bester Auswahl. Balkon-«. Freiland- Blumenpflanzon. Frische Sendung in la.* Sochkamul-»»» Suschrosril. e.»oese s V. 83. Bandsborger Htr. 00. Treptow, den l>ai 1916. 8755 Ferdlnand Bathe, W«£ Bathe alt>chahn, zurzeit im >>. gelde Bathe geb. Ehricke, Ilona als Enkelin, Anna I Bathe Danksagung. Allen Bekannten und Verwandten. die meinem Wann die letzte Ehre erwiesen haben, sage hiermu meinen herzlichen Dank. 41A Frau Hasemann. Spezialarzt jur Haut«. Sarn-, Frauenleiden. nerv. Schwäche, Beiiikranke jeher «».eiliistrliüta-kiiimi, kilMwt.«.«Kt Eprchst. 10-2, 5.9, Sonntgs. 11-2.- Honorar mägia, auch Teilzahl.(3 — Sevaratoe Oamenzirnrner— gz Haben Sie Stoff? Mßtnlg» davon Anzug od. Paletot noch Maat, schick, dauern. Zutaten von 2h Mark an. Monte Laboad, Neue Promenade 8,11. f Stadt b.Wrs 1, Enlaelickendo ff? Auss»h)]ca6a(i*B aaek aoSwIielb jcfrsa Anaablunf; Btftrksla Kigursa findea Veennd.s i»»II», Abteil an joo Als Qpscr des Krieges fielen unsere Kollegen A Friedrich Schulze lind Otto Hübner. Wie werden ihr Andeuten in Ehren halten. Die Kvllogen der Fimna vanneberß& Quandt. Nachruf. Als Opfer des Weststieges fiel am LT April 1916 bei einem Sturmangrist unser liebe, Kollege Max Hügefraann im Aller von 22 Jahren. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren! 283/19 Ardkiterjugend Berlin-Süd. veMlU», aoieu-Koiitt«* aus Taft, Uberty, weiebsr Lnltta-Stid», vamincarB. Gab adln� 6i. wnnd.pb, oobÄpt. 6. öcbnfcld.-- kuost, 180,— IM.—, Vü,~. 75,—, 50.—.Ciadi�Kammearo- 0. öaedflseb- koatüm. iy großer Auswahl. 42.—, 85,— ,29, 1 22vz. 18.—. �»sch» Nalnaöper-(KoeerKot) filäntol, rooda, grüal. Töne. Piaobtsi.Era far errsn- art>.i». Olock.oscbnitt« kat». baldig., lang best. Stoff. ,70—. 62,-. w:.*�11,— 29,—. 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