Nr. 146. nbonnementS'Bedlnaungeo: Bbtmnemcnlä- Preii ttinumetonbd »ierteljährl. 8,90 Mk. monolL 1,30 Mk. wöchentlich 80 Pfg, frei ins Haus, Einzelne Nmniner B Pfg, Kannlag s. Nummer mit Illustrierter Sonntags. Beilage.Die Neue Welt' lO Pfg, Post. «bannement: ILO Marl pro Monat. Eingetragen in die Pasl-Zeilungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Teutschland und Oesterreich- Ungarn 2,50 Marl, für das übrige ilusland t Marl vre Monat, Poslabonnements nehmen an Belgien. Täiiemarh Holland, Italien. Luxemburg Portugal, Rumänien. Schweden und die Schweiz. CridltiDt täglich. Vevlinev Volksblnkt. 33. Jahrgang. VIe Inlestionz-Sebühr teirögl für die sechSgesvaliene Kolonel» seile oder deren Raum 60 Pfg.. für doliiilche und gewerlfchaftliche Vereins- Und Bersammlungs- Anzeigen 80 Pfg, „KUine Hnreigcn", das leitgedruckie Wort 20 Pfg. szuiälsiz 2 fcttgedruSle Worte), jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlasiiellena»- zeigen das erste Wort 10 Pfg. jedes weitere Wort ö Pfg, Worte über lö Buch- stabcn zählen sür zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Tie Exvedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Delegramm-Adresse: »5»äislv e ck, nämlich, wie es wörtlich heißt: „zum Zwecke der Verteidigung". Aus dem Zusammenhang, in dem diejer Ausdruck steht, erhellt deutlich, daß die rein militärische Verteidi- g u n g gemeint ist. So steht es auch in den Regierungs- motivcn vom l0. Mai 1849, wo es heißt, der kommandierende General müsse solche Befugnisse haben: .wenn es sich darum handelt, seinen Korpsbezirk oder einzelne Teile desselben gegen Anfälle äußerer Feinde zu sichern." Diesem Zweck allein darf der Belagerungszustand im Kriegsfalle dienen. Dazu ist aber nach der ganzen Kriegslage seit langem gar keine äußere Gelegenheit mehr vorhanden. Statt aber den Belagerungszustand aufzuheben, hat man ihn all- mählich überall verschärft durch die Aufhebung be- stimmter Artikel der Verfassung, die die Per- sönliche Freiheit(Art. 5), die llnverletzlichkeit der Wohnung (Art. 6), das ordnungsgemäße Gerichtsverfahren(Art. 7). die Preßfreihcit(Art. 27 u. 28) und das Vereins- und Versamm- lungsrecht(Art. 29 u. 30) gewährleisten. Zur Suspension dieser Verfassungsartikel gibt ß 5 des Gesetzes über den Be- lagerungszustand das formelle Recht. Sie gehört zu der „Wirkung", die laut Artikel 68 der Reichsverfassung die Er- klärung des Kriegszustandes haben kann, wenn sie„für erforderlich erachtet wird", wie es in Z 6 des Gesetzes heißt. Da für die Aufrechterhaltung des Belagerungszustandes selbst — wie nachgewiesen— die Berechtigung fehlt, so fehlt sie erst recht für die auf Grund dieses ungesetzlich aufrecht- erhaltenen Zustandes erfolgten Suspensionen von Ver- fassungsartikeln. Ueber die Art und Weise, wie unter dem Belagerungs- zustand auf Grund dieser Suspensionen verfahren wird, haben die Redner aller Parteien im Reichstage eine erdrückende Fülle von Material zusammengetragen. Die Klagen und Beschwerden über Schutzhaft, Redeverbote, Preßzensur usw. füllen Seiten über Seiten in den stenographischen Berichten des Reichstags während des Krieges. Sie allein schon müß- ten der Regierung Anlaß geben, gemäß den gegebenen Ver- sprechen den gesetzlichen Zustand wiederherzustellen, selbst wenn der Belagerungszustand sich formell gesetzlich recht- fertigen ließe. Aber die Militärbefehlshaber heben selbst solche Ver- fasiungsartikel auf, zu deren Aufhebung sie nach dem Gesetz gar nicht befugt sind. So bestimmt Artikel 31 der preußischen Verfassung ausdrücklich: „Das Briefgeheimnis ist««verletzlich." Zur Aufhebung dieses Verfassungsartikels gibt weder§ o des Gesetzes— der die suspensionsfähigen Artikel aufzählt— noch eine sonstige gesetzliche Bestimmung ein Recht. Nichts- destoweniger verhängen die Militärbefehlshaber über zahl- reiche Personen die Brtefsperre und verletzen damit sowohl Artikel 31 der preußischen Verfassung wie§ 5 des Reichs- postgesctzes, die das Briefgeheimnis schützen. Auch Artikel 8 der preußischen Verfassung, der vorschreibt: .Strafen können nur in Gemäßheit des Gesetzes angedroht oder verhängt werden' Wird von den den Militärbefehlshabern in vielen Fällen verletzt. Ich zitierte zum Beweis dafür im Reichstage einenFall, in dem ein Militärbefehlshaber öffentlich„P o l i t i s ch e S ch u tz h a f t" als Strafe androhte. Die Gesetze aber kennen eine solche Strafe nicht, auch nicht das Gesetz über den Belagerungs- zustand. Ich habe im Reichstag weiter Fälle angeführt, in denen Militärbefehlshaber durch ihr Vorgehen gegen die Reichstagsabgeordneten Herzfeld und Haegy die I m m u n i- tätsbestimmungen der Artikel 21 und 31 der Reichs- Verfassung verletzt haben. Selbst wenn also der Belagerungszustand noch zu Recht bestände, so dürften die kommandierenden Generale ihn nicht so handhaben, wie sie es tun. Ihnen steht aber auch dann laut§ 4 des Gesetzes nur„die vollziehende Ge- walt" zu, das heißt die Ausführung der Gesetze und Verordnungen, nicht aber eine Aufhebung der Gesetze. Die Militärbefchlshaber berufen sich für ihre Maß- nahmen stets auf eine Bestimmung des Gesetzes, die ihnen eine Verbotsbefugnis gibt. Es ist das der A b s a tz b des§ 9, nach welchem strafbar ist, wer .ein bei Erklärung des Belagerungszustandes oder während desselben vom Militärbefehlshaber im Interesse der öffentlichen Sicherheit erlassenes Verbot übertrittt, oder zu solcher Uebertretung auffordert oder anreizt.' Als Strafe wird Gefängnis bis zu einem Jahre ange- droht; durch die Lex Schiffer vom letzten Dezember ist beim Vorliegen mildernder Umstände Geldstrafe zugelassen. Wie aus vorstehendem Wortlaut des � 9b ersichtlich, dürfen die auf Grund desselben erlassenen Verbote nur„im Jnter- esse der öffentlichen Sicherheit" erfolgt sein. Daß auch hier wieder wie in Artikel 68 der Reichs- Verfassung die rein militärische Sicherheit gemeint ist, ergibt sich ebenfalls aus der Entstehungsgeschichte des Gesetzes. Im Plenum des Abgeordnetenhauses hat am 1. April 1831 der Regierungskommissar, Geh. Regierungsrat Schcrer, bei der Beratung des§ 9b wörtlich erklärt: .Ich sage ja. m. H., denn es ist hier ausdrilcklich gesagt, daß daS Verbot erlassen sein nmß im Interesse der öffentlichen Sicher- heit. Es ist die hier gemeinte Maßregel keineswegs zu vermengen mit einem gewöhnlichen Polizcivcrbot, welches bloß im Interesse der öffentlichen Ordnung erlasse» wird." Also eine Gefahr für die rein militärische Sicherheit, nicht etwa nur eine Gefahr für die sehr untergeordnete Sicherheit im polizeitechnischen Sinne der Ruhe und Ordnung soll die Voraussetzung für den Erlaß von Verboten aus§ 9b des Gesetzes bilden. Unmittel- bare militärische Interessen sollen die Verbote schützen; darum auch die drakonische Strafandrohung des Z 9b. ' Itur der rein militärische Charakter der im§9 des Gesetzes unter Strafe gestellten Delikte gibt den Schlüssel für diese drakonische Strenge. Dort sind zusammengefaßt: falsche Gerüchte über Truppenbewegungen, Aufruhr, tätliche Widersetzlichkeit, Gefangenenbesreiung, Verleitung von Soldaten zu militärischen Verbrechen. Brandstiftung. Verursachung von Ueber- schwemmungen und ähnliche schwere Delikte. In diesen Zusammenhang ist Absatz b in§ 9 des Ge- setzes einge stellt und es ist als selbstverständlich anzu- sehen, daß die Verbote der kommandierenden Generale sich unmittelbar auf Delikte dieser Art beziehen müssen, nicht aber auf die Uebertretung irgendwelcher Schank- oder Back- Verordnungen, wie es heute die Regel ist. Die Kommission des Abgeordnetenhauses hatte in ihrem schriftlichen Bericht vom 18. September 1849 sogar beantragt, die Worte„Verbrechen gegen die Subordi- Nation" zu streichen, weil ....die Verleitung zu Vergehen gegen die m ili t ä r i s ch e Z u ch t und Ordnung einen weniger straffälligen Charakter habe.' Ebenso sagte im Herrenhause am 30. Januar 1851 bei der Beratung des§ 9 der Abg. v. Plötz: „Das Gesetz stellt als Maximum e i n Jahr hin. Die Kom- Mission schlägt Ihnen vor:„drei Jahre". Ich stimme für das letztere. Man macht dem Gesetz den Vorwurf einer d r a l o- nischen Strenge und sagt, daß es mit Blut ge- schrieben sei. M. H. Verbrechen, wie sie hier bezeichnet sind, müssen mit drakonischer Strenge bestraft werden.... Es handelt sich hier darum, den Aufruhr zu dämpfen und offenbare Widersetzlichkeit, die mit bewaffneter Hand den Organen des Staates entgegentritt, zu unterdrücken.' Gegen solche schweren Delikte sollte 8 9b des Gesetzes mit seiner Vcrbotsbefugnis Schutz gewähren, die Interessen der„öffentlichen Sicherheit" im rein militärischen Sinne wahren. Was aber haben unsere heutigen Militär- befehlshaber daraus gemacht? Aus der eng begrenzten Ver- botsbefugnis des 8 im Interesse der rein militärischen Sicherheit hat man allmählich ein Polizeivcrord- n u n g s r e ch t, ja ein ganz unbegrenztes S t a a t s v e r- ordnungsrecht gemacht, wie es nach Artikel 63 der preußischen Verfassung nicht einmal dem Könige zusteht. Das ist längst nicht mehr die Ausübung der vollziehen- den Gewalt, das ist die Ausübung der Legislative, der gesetzgeberischen Befugnisse, wie sie im Deutschen Reich nach der Verfassung nur dem Bundesrat und dem Reichstage zustehen. Deshalb ist es die gebieterische Pflicht der Regierung und des Reichstags, dem Gesetz und der Verfassung wieder Geltung zu verschaffen. Der BelageWngszustand, für den die gesetz- und verfassungsmäßig erforderliche Voraussetzung der Bedrohung der„öffentlichen Sicherheit" nicht mehr vor- liegt, muß aufgehoben werden. Daher hat die Sozial- demokratie wiederum im Reichstage beantragt: den Herrn Nrichskanzlcr zu ersuchen, dahin zu wirken, daß der Belagerungszustand aufgehoben und insbesondere die Freiheit der Presse wiederhergestellt wird. Gegen den Antrag ist geltend gemacht worden, daß bei völliger Aufhebung des Belagerungszustandes und vor allem der Zensur in militärischen Dingen durch Verbreitung militärischer Nachrichten die Verteidigungsinteressen des Landes gefährdet werden könnten. Diese Annahme ist falsch. Der 816desSpionagcgcsetzes vom 3. Juni 1914(!) verbietet im Kriege die Veröffentlichung militärischer Nach- richten aller Art und droht Gefängnis bis zu 3 Jahren an. Wenn die Militärbehörden statt der heutigen Zensurverbote der Presse künftig Information en über militärische Nachrichten zustellen, so daß Zuwiderhandlungen den Fahr- läffigkeitscharakter verlieren, dann schreckt dieser Galgen des 8 19 des Spionagegesetzes(bis drei Jahre Gefängnis!) wahrlich genug. Die Sensations- und Klatsch- presse, bei der bisher allein solche Veröffentlichungen vor- gekommen sind, hat auch jetzt den größten Spielraum und kennt meist weder Vor- noch Nachzensur, die ernste poli- tische Presse hat bisher schon von selber die Finger von solchen militärischen Dingen davongelassen, und würde es auch künftig tun. Die Aufhebung deS Belagerungszustandes würde auch mit einem Schlage den unheilvollen Dualismus beseiti- gen, der heute die gesamte Exekution in Reich, Staat und Gemeinde lähmt und die Quelle so vieler innerer Mißstände ist: das Nebeneinander schalten und-walten von Militär- und Zivilbeh.örden. Die Militär- befehlshaber würden wieder auf ihren eigentlichen, rein mili- tärischen Aufgabenkreis beschränkt, der zurzeit im wesent- lichen in der Sorge für den Heeresersatz besteht. Die Zivilbehörden aber würden die gesamten Verwaltungsfunk- tionen wieder unter eigener Verantwortung übernehmen. Polizei und Justizbehörden, die jetzt im Auftrage der Mili- tärbefehlshaber gegen Spionage usw. aufgeboten werden, würden künftig in diesen Dingen auf Grund der Gesetze genau so arbeiten wie bisher. Kein wirkliches Landesintercsse würde geschädigt, aber Recht und Gesetz würde Genüge getan. Ueber die Notwendigkeit dazu herrschen allerdings vielfach recht laxe Auffassungen, denen 1879 bei der mehr- fach erwähnten Jnterpellationsdebatte während des Krieges der Zentrumsführer Windthor st mit folgenden treffenden Worten entgegentrat: „Nun weiß ich allerdings, daß eine Reihe von Männern hier und anderswo sagen: im Kriegszustande muß man das nicht so genau nehmen. Meine Herren, für die gewöhnlichen, ruhigen Zeiten, für das Philisterleden, da bedarf mkm der(Nesehe kaum; die Brdeu- tunz drr Wcfcfcc, die Bedeutung der G:irantic persönlicher Frei- hcit, der Presse, des Bereinswefe�'s und was damit zusammen- hängt, die tritt erst dann hervor, wenn es Zeiten gibt wie die gegenwärtige." Diese Worte treffen ins Schwarze, auch für die heutige Zeit. Ihnen Geltring zu vericksaffen, müßte jeder Volks- Vertreter als seine heiligste Pflicht ansehen. Das ist nur möglich durch die Aufhebung deF Belagerungs- z u st a n d e s. * In dem ersten Artikel über die �Verantwortlichkeit der MilitärbefehlKhaber ist durch ein Versehen gegen den Schluß folgende Stelle fortgeblieben: Daß 1870 auch die Gerichte tdie Verantwortlichkeit der Militärbefchlshaber als eine solche vor den Gesetzen ansahen, mußte General Vogel von Faljckcnstein erfahren, als ihn die Vraunschweigcr Verhafteten auf dem Zivilwege a u f Entschädigung verklagten. Er wurde verurteilt und mußte zahlen, was ihn sehr gewurmt haben soll, obgleich ihm der Kaiser die Strafsumme als Gnctdengeschenk verehrte. Wilsons vermittelun.AS absichten. Frankfurt a. M., 27. Mai, lW. T. V.) Tiie„FrankfurtcrZtg." meldet aus New vom 26. Mai: Dae europäischen Kommentare zeigen, daß Wilsons Rede etwa? nsißverstanden wurde. Er wird seine Haltung am Sonnabend deutlicher in einer Rede darlegen, die er vor der neuen IriedenLliga halten wird. Diese Liga wurde gegründet, um den Weltfrieden nach dem gegenwärtigen Weltkriege zu befestigen. Wsllson wird erklären, daß eine Intervention der Neutralen nun stattfinden soll auf Grund eines gegenseitigen Einverständnisses der �kriegführenden, daß die verabredeten Bestimmungen das Interesse der ganzen Menschheit mehr als das von bestimmten Gruppen von Nationen wahren ni ü s s e n. Der Abgeordnete Henslcy von Missouri, der eine Unterredung mit Wilson hatte, erklärte, daß kein un- mittelbarer Schritt in Aussicht steht, obgleich Wilson handeln wird, sobald der günstige Augenblick gekommen sei. Die Irieöensbewegung in Amerika. Washington, LS. Mai.(W. T. B.j Meldung des Reuterschcn Bureaus. Die erste Versammlung zur Herbeiführung deS Friedens wurde abgehalten. Es waren LOA) Personen anwesend, darunter Vertreter der Universitäten, Geschäftsleute und Arbeiterpolitiker. Die Beratungen waren rein akademisch. Unter den Rednern waren Taft und der Staatssekretär für d e n K r i e g. Wilson wird am Sonnabend in der Friedens- l i g a sprechen. Unliebsame„kleine Anfragen'" im französischen Parlament. Laut einem telegraphischen Bericht der„Frankfurter Zeitung" vom 23. d. M, kam es in der Sitzung der französischen Deputierten- kammer vom 23. d. M, zu folgendem Zwischenfall: Nach Erledigung der Tagesordnung erbat der Sozialist R affin Dugcns, der an der Konferenz inKiental teilgenommen hat, das Wort zu folgender Bemerkung: Am letzten Freitag habe ich dem Präsidenten der Kammer eine schriftliche Anfrage an die Regierung übergeben. Diese Frage ist nicht im offiziellen Journal abgedruckt worden. Ich lege Wert darauf, gegen dieses System Widerspruch zu erheben, daS es den Abgeordneten unmöglich macht, sich Auf- klärung zu verschaffen. Ich habe in dieser Anfrage den Minister« Präsidenten um Auskunft gebeten, um welchen Preis an neuen Opfern an Menschen und Geld Frankreich seine/r Feinden diejenigen Friedensbedingungen auferlegen könnte, die in einer Rede in Nancy, von der ich nicht sprechen will, definiert worden sind.(Lebhafte Ausrufe und Lärm.s Ackerbauminisier M S l i n e: Der Ministerpräsident hat recht gehabt, Ihnen nicht zu, antworten. R affin Dugenö: Ich habe meine Pflicht erfüllt. Präsident Deich anel: Ich habe die GeichäflSordnung aus- geführt, indem ich mich einer Entscheidung der Kammer unter- werfe, die es dem Abgeordneten Raffln DygenS nicht ge« st a t t e t, diejenigen Fragen zu stellen, die er am 22. April verlesen wollte. Der Zwischenfall ist geschlossen. Die Anfrage deS Genossen Raffin Dugcns bezog sich auf die Rede, die der Präsident Poincaro am 14. d. MtS. in Nancy ge- halten hat. Zweck dieser Austage war offensichtlich, neben einer Kritik der Fanfaronade PoincarvS die Regierung zur offiziellen Klarstellung ihrer Ziele zu veranlassen. Durch das Mittel der Unterdrückung dieser„kleinen Anfrage"— erzielt durch die Ver« gcwaltigung unseres Genossen durch den Präsidenten und die ihn stützende Mehrheit— ist auch hier die. Klärung der Lage verhindert worden. De? französische Tagesbericht. Paris, 2S. Mai.(W. T. B.) Amtlicher Bericht von Freitag nachmittag. In den Argonncn sprengten wir bei Fille Morte mit Erfolg eine Mine. Am linken Ufer der Maas sehr heftiger Artillerickampf in den Abschnitten deS Waldes von Avocourt und des Toten Mannes. In dieser Gegend scheiterte ein deutscher Vorstoß noch in der Vorbereitung unter unserem Sperrfeuer. Am rechten Ufer brachte ein Gegenangriff die Franzosen wieder in den Besitz eines Grabenstückes zwischen dem Walde von Haudromont und dem Gehöft Thiaumont, das die Deutscben gestern besetzt hatten. Nördlich von diesem Gehöft machten die Franzosen während der Nacht im Handgranatcnkampf Fortschritte und behielten einige Gefangene. An der übrigen Front war die Nacht verhältnismäßig ruhig. ' 27. Mai. Mestlichcr Kriegsschauplatz. Nördlich des Kanals von La Bass6c drang eiue unserer Patrouillen bei Festnbert in die feindliche Stellung, machte Gefangene und kehrte ohne Verluste zurück. In den Argonncn lebhafter Minenkampf, durch den die feindlichen Gräben in größerer Breite zerstört wurden. Außer einigen Gefangenen erlitten die Franzosen zahlreiche Verluste an Toten und Verwundeten. Links der Maas richteten die Franzose« seit Mittcr- nacht heftige Angriffe gegen CumiercS; eö gelang ihnen, vorübergehend in den Südrand des Dorfes einzudringen, wir machten bei der Säuberung drciundfünfzig Gefangene. Rechts der MaaS gelang es uns, bis zu den Höhen am Südwcstraud des Thiaumout-WaldeS vorzustoßen. Ein französischer Angriffövcrsnch dagegen wurde durch Artilleriefeucr iur Keime erstickt. Zwei feindliche Angriffe gegen nnserc ncucrobcrtcu Stellungen südlich der Feste Douaumont scheiterten restlos. In den Kämpfen südwestlich und südlich der Feste sind seit dem 22. Mai an Gefangenen 48 Offi- ziere 1943 Mann eingebracht. Ocstlicher Kriegsschauplatz. Bei einer erfolgreichen Patronillenuntcrnehmnng süd» lich Kckkan machten wir einige Gefangene. Dalkan-Kriegsschanplatz. Keine Beräudcrnngen. Oberste Heeresleitung. «« Zer KeirMMe ämlüWsW®. Wien, 27. Mai.(W. T. B.) Amtlich wird vcrlautbart: Russischer Kriegsschauplatz. Nichts Neues. Italienischer Kriegsschauplatz. Daö znr VefestigungSgruppe von Arficro gehörende Panzer- werk Cosa retti, die Straßensperre unmittelbar südwestlich von Barcarole, ist in unserer Hand. Leutnant Albin Mlakcr deS SappcnrbataillonS Nr, 14 drang mit seinen Leuten ungeachtet des heftigen beiderseitigen FcucrS in daS Wert ein, nahm die feindlichen Sappcure, die cS sprengen wollten, gefangen und er-' beutete so drei nnvrrschrtc schwere Panzerhaubivcn und zwei leichte Geschütze. Nördlich von Asiego bemächtigten sich unsere Truppen deS Monte Moschiccc, ans dem Grcnzrückcn südlich des Sugancr- talcS drangen sie bis auf die Cime Macra vor. Die Zahl der im Angrifföraum erbeuteten Geschütze hat sich auf 284 erhöht. Am Monte Sief und Krn wurden feindliche Angriffe ab- geschlagen. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Bei FcraS vcrsuchie» die Italiener, die am Nordufer der Bojusa liegenden Ortschaften zu brandschatzen; sie wurden durch unsere Patrouillen vertrieben. Der Stellvertreter deS ChcfS deS GencralstabcS. v. H o c f c r, Feldmarschalleutnant. kämpfe statt. Der Feind ließ während der Nacht bei Fricourt eine große Mine springen, die aber keinen Schaden anrichtete. Die unterirdischen Operationen im vorspringenden Winkel von LooS, wo des NacktS kleinere Explosionen und gegenseitige Beschießung statt- fanden, dauern fort. Wir sprengten gegenüber von Serre mit einer weittragenden Kanone eine Artillerieabteilung auseinander. Heule unternahmen wir einen Ueberfall auf die feindlichen Schützengräben von Mamctz. Letzte Nacht unterhielten wir ein lebbaftes Bomben- gefecht innerhalb der Laufgräben. Nördlich des vorspringenden Winkels von Apern kam es im„Nicmandland" zu einem Gefecht mit einer feindlichen DcckungSabteilung, das 25 Minuten dauerte. Der Feind wurde in die Laufgräben zurückgetrieben. General Gallieni gestorben. Paris, 27. Mai.(W. T. V.) Meldung der Agence HavaS. General Gallieni ist heute früh gestorben. Der rujsische Kriegsbericht. Petersburg, 27. Mai.(W. T. B.) A m t l i ch e r B c r i ch t v o m 26. Mai. Westfront: Am WiSzniew-See und nördlich von Schtschersiy<24 Kilometer ost-nördlich Nowogrodek) scheiterten Ver- suche feindlicher Abteilungen, sich unseren Gräben zu nähern.— Auf der übrigen Front ist die Lage unverändert.— Kaukasus: Die Lage ist unverändert. Melüung üer italienischen Heeresleitung. Rom, 26. Mai.vir aus. Weshalb wir sie für sozial zweckwidrig halten, haben wir oben angedeutet. Das Problem: wie sind Geschlechtskrankheiten zu bekämpfen? ist ein so ernstes, schwieriges und dringender Lösung harrendes, daß jede noch so gut gemeinte Anordnung, die die Gefahr noch größerer Verheimlichung der Krankheit nach sich zieht, zu bc- dauern ist. Den ersten, wie die ZlriegSerfahrung zeigt, sehr erfolgreichen Schritt zur Bekämpfung ansteckender Krankheiten hat das Reich durch das Reichsgcsetz zur Bekämpfung gemein- gefährlicher Krankheiten gemacht. Die Wirksamkeit beruht nicht zuletzt darauf, daß das Gesetz das gesamte Reich um- faßt. Die Geschlechtskrankheiten sollte man in ähnlicher Weise cinhcstlich für das Reich bekämpfen. Ter Krieg und die Presse. DaS Organ der deutschen Zeitnngsverleger,„Der ZeitungS- Verlag", hat festgestellt, daß von den deutschen Zeitungen und Zeit- schriften seit Ausbruch des Krieges bis jetzt ihr Erscheinen ein- gestellt haben: dauernd 1967 Blätter, darunter 221 politische Tngeszeilungen; vorübergehend: 12S5, darunter 287 poli- tische Tageszeitungen; insgesamt 2362, darunter 598 politische Tageszeitungen. Dem Rückgang sieht durch Neuanmelduug bei der Post ein Zuwachs von 942 Blättern, darunter 219 politische TageS- zeitungen während der bisherigen KricgSdaucr gegenüber. Letzte Nachrichten. Unwetter. Reichenau bei Zittau, 27. Mai.(W. T. B.) Gestern Nach- mittag gingen über die benachbarten Grenzorte des Friedländer und Reichenberger Bezirks schwer« Gewitter und wolkenbruchartigcr Rogen und Hagel nieder. In der siebenten Abendstunde entlud sich auch im hiesigen Talkessel ein Gewitter mit starken Niederschlägen, so daß sich schnell die Bäche und Gräben füllten. Zu dieser Zeit kam auch Hochwasser aus Böhmen und setzte die tiefergelegenen Teile des Ortes zu beiden Seiten des Erlichtbaches unter Wasser. Verschiedene Familien wurden durch die schnell ansteigende Flut in ihren Wohnungen eingeschlossen, da ihnen infolge der starken Strömung nicht rechtzeitig Hilfe gebracht werden konnte. Die Fluten drangen in die Behausungen ein. In Reichenau fanden zwei Frauen und ein Mann den Tod; mehrere Gebäude wurden schwer beschädigt. In der Nachbargemeinde Markersdorf ertrank eine Frau in den Fluten, außerdem stürzte ein Haus ein. Zur Hilfeleistung wurde Militär reguiriert, das heute vormittag aus Zittau eingetroffen ist. Der angerichtete Sach- und Gebäudeschaden ist erheblich. Chemnitz, 27. Mai.(W. T. B.) Ein schweves, mit Hagel- schlag verbundenes Gewitter entlud sich heute gegen Abend über Chemnitz und richtete bedeutenden Schaden an. Eine Windhose hat die Schloßtcichanlagen verwüstet, wo viele Bäume entwurzelt oder abgebrochen wurden. Die Passanten konnten sich der Gefahr, von dem Sturm in den Schloßteich gefegt zu werden, nur dadurch ent- ziehen, daß sie sich zu Boden warfen. Das Elektrizitätswerk wurde ebenfalls beschädigt, so daß die Stadt einige Stunden ohne Licht und Kraft war und der ganze Straßenbahnbetrieb ruhen mußte. Soweit bisher bekannt, erlitt«in neunjähriges Mädchen durch Hagelschlag eine schwere Kopfverletzung. Zahlreiche Dächer und Essen wurden abgedeckt, viele tausend Fensterscheiben zertrümmert. Die Feuerwehr mußte verschiedentlich iu Tätigkeit trete«. Gewerkschaftliches. Em Vergleich von 45000 Nack. Ein Vermögen muß ein Unternehmer aus der Militär- bekleidungSindustrie nachzahlen und kommt dabei noch glimpf- lich fort. Der Fall lag äußerst kompliziert und ist in seiner Art für alle in Betracht kommenden Meister von hohem Jnter- esse. � Die Schlichtungskommission der Schneider hatte sich reichlich mit der Angelegenheit zu befassen, ehe diese mit obigem Resultat auf dem Vergleichswege abgeschlossen werden konnte. Die beklagte Firma hat für das Kriegsbekleidungsamt bes Gardekorps etwa 85 MO Reithosen angefertigt und hier- bei insgesamt 97 lXM) M. zu wenig gezahlt. Auf die einzelne Hose beträgt die Differenz 1,15 M. Die Verhandlung vor der Schlichtungskommission ergab seinerzeit folgendes Bild: Der Beklagte, nebenbei gesagt ein beeidigter Sachverständiger für die Handels- und Gewerbe kammer, erklärte: wenn er die festgesetzten Löhne hätte bezahlen müssen, wäre er nicht zurechtgekommen. Das Anlernen der Arbeitskräfte koste doch auch, desgleichen die Vorarbeiter und die Maschinen. Dieser Einwand wurde von der Schlichtungskommission einmütig zurückgewiesen. Nimmermehr dürfe der Arbeitgeber für das Anlernen eine Entschädigung verlangen, und in diesem Falle sei ein Anlernen überhaupt nicht in Frage gekommen. Ebenso erging es dem Beklagten mit der Aus- rede, er habe nicht wissen können, daß für Heim- und Werk- stattarbeiter die gleichen Löhne berechnet würden. Kunze hielt ihm entgegen, daß noch andere Betriebe, die 399 bis 499 Arbeiter beschäftigen, Reithosen machen und auch zurcchtkonimen. Eine Differenzierung zwischen Heim- und Werkstattavbeiter gebe es überhaupt nicht. Ein Arbeitgeberbeisitzer gab seiner Verwunderung Aus- druck, daß der Beklagte als alter Schneidermeister das vor- bringe, zumal er, als die Schlichtungskommission ins Leben gerufen wurde, dabei anwesend war und sogar noch Militär- ausrüstungsstücke mitgebracht hatte. Er war dabei, als 75 Proz. des Arbeitslohnes für den letzten Arbeiter sicher- gestellt wurden, und zwar an a l l e Arbeiter ohne Unterschied. Als alter Fachmann müsse er wissen, daß in Berlin nie ein Unterschied gemacht wurde zwischen Werkstatt- und Heim- arbeitern. Beklagter:„Jawohl, die Heimarbeiter zahlen Platzgeld/' Die Kommission antwortete ihm, daß er für seine Werkstatt kein Platzgeld abverlangen dürfe. Nur wenn ein Schneider bei einem Kollegen in dessen Raum für sich arbeite, gebe er jenem ein kleines Entgelt. Schon früher sei ihm, dem Beklagten, vom Bekleidungsamt gesagt worden, daß seine Ge- schästspraktiken nicht mit den Vorschriften des Tarifs in Ein- klang zu bringen seien. Den Arbeitern habe er die 75 Pr»z. gezahlt, aber nicht den Arbeiterinnen. Der Beklagte wandte ein, er habe nur einen Tarif für Arbeiter, nicht flir Arbeite- rinnen unterzeichnet. Das Gericht bezeichnete diese Antwort als„unerhört" und„noch nicht-dagewesen". Beisitzer E d e r und S a b a t h wiesen dem Beklagten nach, daß er bei 25 Proz. sehr wohl zurechtkommen konnte. Kunze führte aus, daß er nur 99 Arbeiterinnen vertrete, in Wirklichkeit feien es aber weit mehr, die zu wenig erhalten hätten. Die Schlichtungsko-mmission beschloß: 1. Eine Prüfung der Höhe der Forderungen und der Bücher der beklagten Firma durch eine besondere Kommission, bestehend aus zwei Arbeitgebern und Arbeitnehmern, vornehmen zu lassen. Insbesondere soll festgestellt werden, wieviel Sachen und von welchem Amt diese Sachen angefertigt wurden und welcher Lohn hierfür gezahlt wurde. 2. Termin vor dieser Kommission wurde auf Donnerstag, den 4. Mai 1916, nachmittags 5 Uhr, im Saal 46 anberaumt. 3. Die Parteien wurden mündlich geladen. Es wurde ihnen aufgegeben, Bewe-ismaterial mitzubringen; die beklagte Firma hat ihre Geschäftsbücher im Termin vorzulegen. Nachdem in diesem Termin die erforderlichen Fest- stellungen getroffen waren, kam es zu nachstehendem Ver- gleich: „In Sachen der Arbeiter W... und Genossen, vertreten-durch den Verband der Schneider, Schneiderinnen und Wäschearbeiter Deutschlands, Filiale Berlin, dieser vertreten durch Herrn Kunze, Berlin, Kläger, gegen die Firma D..., Berlin, B e- klagte, schlössen die Parteien heute nachstehenden Vergleich: Tie beklagte Firma D... und deren Inhaber verpflichten sich, außer den den Arbeitern bereits durch Vergleich vom 22. Januar 1916 gezahlten 6666 M. lfünftauscnd Mark) noch 46 675,36 M.(vierzigtausendfünfundsicbzig Mark 36 Pfennig) in Raten innerhalb drei Monaten an die Kläger zu Händen des Herrn Kunze, Berlin, zu zahlen. Die erste Rate in Höhe von 16 666 M. lzchntauscnd Mark) soll am 8. Mai 1916 fällig werden. Die rcsticrendc Summe von 36 675,36 M. ldrcitzigtausendfünf- undsiebzig Mark 36 Pfennig) ist in Raten in beliebiger Höhe bis spätestens zum 8. August 1916, nachmittags 6 Uhr, portofrei zu zahlen. Wird die erste Rate oder der Rest nicht pünktlich gezahlt, so soll sofort die Zwangsvollstreckung zulässig sein. Die Kläger sind damit einverstanaZen und nehmen ihre Klagen unter Verzicht auf weitere Ansprüche vorbehaltlos zurück. Die Verteilung der 46 675,36 M. an die Kläger übernimmt die heute tagende Kommission. Herr K____ verpflichtet sich, dieser das Geld zur Verteilung zur Verfügung zu stellen. Die Berufungsklagen wegen der Herausgabe der Lohn- bücher, die vor dem Landgericht anhängig sind, nehmen beide Parteien unter Tragung der eigenen Kosten zurück. gez.: Unterschriften. Die Verteilung des Betrages kann erst in der zweiten Hälfte des August erfolgen und entfällt auf eine Klägerin ein Betrag von etlna 1399 M., auf 4 Kläger der Betrag von 1299 Mark, einen Kläger 1199 M. und eine Klägerin 1999 M. Die übrigen Beträge verteilen sich so, daß die einzelnen Kläger 55 bis 939 M. erhalten. Dieser Fall ist für die Arbeiter und noch mehr für die Arbeiterinnen lehrreich, er ist ein Schulbeispiel dafür, wieviel Lohn man einbüßen kann, wenn man sich nicht um Tarife und um die Berufsorganisation kümmert! Auf der einen Seite spart man ein paar Groschen an Verbandsbeiträgen und auf der anderen Seite büßt man Hunderte und Tausende von Mark ein. Es brauchte nur wenig Einsicht, um das Unverständige dieser Handlungsweise einzusehen. Aber auch diese ist bei vielen Arbeitern und Arbeiterinnen nicht vor- handen. Die an der Kriegsindustrie beteiligten Verbände haben sich in aufopferndster und wirksamster Weife der Interessen ihrer Berufsangehörigen angenommen. Allein der S ch n e i d e r V e r-b a nd hat bis jetzt für die Arbeiter weit über 199 999 M. gerettet. Weitere Hunderttausende sind verloren gegangen durch die Schuld derjenigen, die weder Tarife noch Organisation kennen und erst kamen, als es schon zu spät war._ Generalaussperrung in Norwegen. Wir berichteten bereits, nach dem Kopenhagener„Sozial- bemokrot", über den Beschluß des norwegischen Arbeitgebervereins, zirka 86 666 Arbeiter am 3. Juni auszusperren. Außer den bereits im Kampf stehenden Arbeitern in den Bergwerken und in der Eisenindustrie werden nach Inkrafttreten des Aussperrung-- beschluffes auch die Arbeiter in den Sägewerken, den Zellulose-, Papier- und Holzmassefabriken, elektrochemischen Betrieben, Textil- fabriken, Schuhfabriken, Tabakfabriken, Brauereien usw. in den Kampf hineingezogen werden. Nach einein Bericht der„Frank- furter Zeitung" aus Kristiania werden wahrscheinlich die Arbeiter mit einem Streik bei den Betrieben antworten, bei denen ihnen die Bestimmung überlassen ist, nämlich Transport- und Hafenarbeiter, alle Nahrungsmittelbetriebe, Druckereien, Zeitungen und so weiter. Dieses würde natürlich eine vollständige Lähmung im Verkehrswesen und den ganzen Betrieben des Landes bedeuten. Recht interessant ist, wie der Bericht desselben Blattes, dem man wohl kaum besondere Sympathien für streikende Arbeiter nachsagen kann, die Entstehung des grandiosen Konflikts zwischen Arbeit und Kapital in Norwegen schildert: „Die Streitigkeiten nahmen bekanntlich ihren Anfang bei den Bergwerken, wo seit S}4 Monaten, veranlaßt durch den Arbeitgeberverband, alle Arbeit ruht. Die Arbeit- geber wollten, was jetzt zur endgültigen Aufgabe aller Verhand- lungen geführt hat, die Mindestlohnbestimmurgzen des vom Reichs- vermittler vorgelegten neuen Vorschlags nicht anerkennen, ebenso- wenig wie sie die von den Arbeitern verlangte Auslegung des neuen Fabrikgesetzes anerkennen wollten. Dieses setzt die Arbeits- zeit fest, ohne etwas von dem Ein- und Ausfahren zu sagen. Das Gesetz übersah, genau festzulegen, ob die Arbeitszeit einschließlich oder ausschließlich der Ein- und Ausfahrt zu berechnen ist. Soll -das Fahren in die Arbeitszeit eingezogen werden, so würde die Arbeitszeit zirka G'A Stunden täglich ausmachen, womit die Arbeit- geber nicht einverstanden sind. Der Arbeitgeberverband hat den Anfang der Aussperrung auf den 3. Juni festgesetzt. Der Reichsvermittler hat jetzt mit der Angelegenheit nichts mehr zu tun. Wie auch bereits mitgeteilt, wird natürlich die Regierung die Sache in die Hand nehmen, entweder indem sie ein Ausnahmegesetz über einen Zwangsvergleich im Storthing annehmen läßt, oder aber indem sie überhaupt die Annahme des vom Ministerpräsidenten so sehr befürworteten Gesetzes des Zwangsvergleichs bei Arbeitszwistigkeit-en verlangt. Dieser Gesetzvorschlag, der im vorigen Jahre vor der Beratung zurückgezogen wurde, weil die organisierte Arbeiterschaft des Landes bei einer Annahme des Gesetzes mit dem Generalstreik drohte, wurde damals gleichfalls von den Arbeitgebern auf das heftigste bekämpft. Ob ein äugen- blickliches Durchpeitschen dieses Gesetzes oder aber eines Aus- nahmegesetzes mit der gleichen Wirkung jetzt ohne Generalstreik zu erreichen fein wird, erscheint recht zweifelhaft. Vertreter der schwedischen und dänischen Arbeiterlandesorganisationen haben bereits Beratungen mit der hiesigen Landesorganisation be- gönnen, woraus man schließen kann, daß die schwedische und dänische Arbeiterschaft bei einem Streik der norwegischen dieser pekuniäre Unterstützung zuteil werden lassen will. Wie die Dinge heute liegen, dürften die Arbeiter einen Kampf leichter durch- halten können als die Arbeitgeber. Die Mittel der Regierung, bei_ einem Generalstreik einzugreifen, sind immerhin recht beschränkt. Recht bezeichnend ist, daß die Arbeitgeber die Generalaussperrung am 17. Mai beschlossen, an jenem Tage, den ganz Norwegen den Tag der Freiheit nennt." Mus Inöuftrie unö hanöel. Bcnzinbcfchlagnahmc in Dänemark. Kopenhagen, 27. Mai.(W. T. B.) Wegen Benzinknappheit in Dänemark hat die Regierung sämtliche Benzinvorräte heute beschlagnahmt. Exfra- Preise AWERTHEIM Montag Mittwodi b. H ©imipwua: Weiß besonders bffllg Speisefesser im und nadi,.... 15 i- Frühsfücksfeller*.... 5 u«1 12 PI- Kartoffelnäpfe->» DeAd... 65 PI- Tunkeschalen 45 R Suppenschüsseln m» De*d.. 1.25 Kompoltschüsseln von 22 va 70 PI- Gemüseschüsseln....... 28 PI- Butterdosen.»»»>» 30 28 PI Kaffeekannen..... 18 29 45 PI. Teekannen..... 18 PI- Milchtöpfe ,,»,»»» 5 8 15 Pf- Zuckerdosen............ 8 PI- Tassen 10 und 15 PI. Kafiecgcschirr bunt bcmait Kaffeekannen.... 40 55 75 PI. Milchtöpfe.......10 15 23 PI. Zuckerdosen........... 15 PI- TatelgescMrrgSa Speiseteller«d oda iiadi..... 35 pu Frühsfücksteller.....- 20 25 PI. Braienschüsseln 55 v.i 25 PI- Kartojfelnäpfe nm v«j.d 2.30 2 80 Tunkeschalen..»n 95 pi. tu 1 65 Kompottschüsseln von 40 bu 85 PI. Suppenschüsseln m.Ded(,3.75 5.25 Tassen................ 18 PI- Kuchenschüsseln...... 33 42 PI Butterdosen............ 59 Pi TaielgescMrr„Wally" Speheteller nd oder Po*.... 55 PI- Frühstücksteller......... 35 PI- Braienschüsseln. 1 29bb 4.75 Beilageschalen.......... 1.15 Kartoffelnäpfe m» v«»«,.... z 15 Suppenschüsseln.... 4.50 5.95 Kompoltschüss. 1.35 1.55 1.75 Tunkeschalen........... 1.95 Kaffeeservice bunl bemall,|ür 6 Personen...... 3.40 3.90 Kaffeeservice bunl bemall, für 12 Personen..... 5.90 9.75 Kuchengarnilur bunt bemalt, yietitg.............. 95 pj. Obstfeiler mit Früdilemusfer.................... 25 Pf Geleedosen Majolika... 38 43 P>. Kannenuntersetzer...... 38 PI- Leuchter •«iiasisaviS* - 48 PI- Biumenkasfen verziert von 65 Pf- bis 1.95 lIiiiimniiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiM Tatelgeschirr„Margarete** Buntes Bauernmuster Speisete ler u«i. flock......... 18 PI- Frühslücksteller............. 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Kompottschüsseln:.. 48 PI- bh 1.25 Kompotteller....... 22 27 Pt Sturzflaschen--ut 01« 43 65 85 Pi- gar�tur„(ÄMberlSHS" Butterdosen........... 30 p>- Käseglocken........... 60 PI- Kompotteller......... 7 10 PI Kuchenteller....«n 28 bu 55 PI Zuckerschalen......... 18 PI- Kompottschüsseln 10 bu 65 PI- Wassergläser st«*».... 6 8 Pl- Btumenvasen g»p"ki. v. 35 pi. bis 1 05 Butlerdosen gepreW... 13 bis 25 pu Trinkglasgarn. ,Jlse* Kristall graviert Rotweingläser..... 35 pi. 48 pi. Rheinweingläser... 35 pi 48 pi. Likörgtäser....... 28 pi. 35 pi Bierbecher....... 28 pi. 55»i- Biertulpen........— 60 PI Bowlengläser..... 48 PI-— Kristall-Römer geschlissen, farbig überhangen 2.10 2.95 3.10 Weingläser Biertulpen gia».............. 18 Pf Likörgläser, Selterbedier glatt............ 15 Pf. Konservengläser„Globus" sAmai.. von 40 bis 70 Pf. Konservengläser„Globus" breit... von 65 bis 90 Pf. Waschgarnitnren 5 leilig, bunle Muster 3.40 3.60 4.75 Küchenschüsseln Satz 7 st. bunt 1.30 Küchenschüsseln Sau 7 st, bil1 M. haben, brauchen sie für diese Zeit keine Steuern zu zahlen. 2. Am Tage Ihrer Ankunft in Ihrem Wohnort. 3. Für die Zeit vom Tage der Entlassung an.— M. M. 1516. Eine Ertraunterslützung lönnte nur von der Anncnverwallung gezahlt werden. Sic wird Ihnen aber, da Sie Witwen- und Waisetncnte beziehen, kaum gewährt weiden. — A. 28. 50. 1. Der Gaslwnt müßte den Verpächter vor das Miels- cinigungsamt laden. Eventuell könnte er beim Amtsgericht Klage auf Lösung des Vertrages einreichen. 2. Nach einer späteren Verfügung soll auch den Angehörigen der alliv dienenden Mannschaften im Falle der Bc- dürstigkcit Unterstützung gewährt werden.— R. N. Der Mieter haftet für die Scheibe.— A. B. 1. Das kommt auf die Bestimmungen des Micts« Vertrages an. Der Vertrag kann durch die Erben wabrscheinlich'/, Jahr vorher zum t. Oktober gekündigt werden.— A. M. Da Sie cincir tristigen Grund haben, können Sie den Schwestern den Zutritt zu Ihrer Wohnung verweigern.— 8. F. 39. i. Kriegswitwcnrente wird gezahlt, wenn die Witwe mindestens drei Monate verheiratet wai. 2. Ja. 3. Die Mutter des Jugendlichen muß unter Angabe des Arbeitgebers, der spar« lasse, wo das Geld hinterlegt ist, und der Nummer dcS Sparbuches Antrag an das Vormundschaftsanrt, Landsberger Straße 43/47, stellen. H. W. 100. Etwa 4M.— Gertrud B. 9. Der Chef ist zur Kündi- gung berechtigt. Wenn er den anderen Angestellten wegen ihres Zuspät- kommens keine Vorhaltungen macht, so steht das in seinem Belieben.— Die Schwester könnte sich, da sie doch Kassenmitglicd ist, bei der Kasse krank melden.— M. B. 200. Da Ihre Ehe kinderlos ist, erben Sie die Wirtschaft im voraus- das heißt die Geschwister des Mannes haben über- Haupt keinen Anspruch aus die Wirtschaft. Nur vom übrigen Nachlaß steht ihnen die Hälfte zu.— 8b. 704. Durch die Beantwortung der dritten Frage wurden die Fragen 1 und 2 erledigt. Die betreffende Person kann als Zeuge in einem anderen Prozeß austreten; eventuell könnte in der Gerichtsverhandlung die Glaubwürdigkeit dieses Zeugen in Frage gestellt werden.— A. B. 166. 1. Ja. 2. Angaben über Ersparnisse oder Ein- künste aus Vermögen müssen Sie machen. 3. 6000 M. fe,nen sommerlichen gekleidel sein. moi'ern »««£', �xrt' Zeigen Ihne»' öae unsere Anzeigen, unsere Kenfler, unsere �ager.' ZacköNkleid aus haltbarer Wollware in blau und schwarz. Ein flotter, hübsch ver« zierter Gurt, ein entzückender, gezackter Steh« kragen mit weißem Lleberkragen, ein schön glockig fallender Z�ock sind g» � seine besonderen Merkmale CJtI» Sonntags geschlossen Königstr. 33 Ll« Bahnhof Ulexanderplah. • Ebauffeestr. Iis 28,111 Cieiiiner Bahnhof Oer seht so unge« mein belieble lange GeiHenmaniel flotter zweire-higer Schnitt mit schonen Perlmuttknöpfen(an Hals �Slermel durchknöpfbar). 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Gerichtszeitung. Allerlei Butterprozesse. Wegen Verabfolgung von Mindergewicht beim Verkauf von Butter hatte sich die Verkäuferin Ida S ch ä f e r vor dem Strafrichter zu verantworten. Die Angeklagte ist Leiterin einer Filiale des Butterhändlers Bruno Freche, oie sich in Schöneberg befindel. Wie überall, so entwickelte sich auch vor dem Laden der Angeklagten die bekannte „BuUer-Polonaise", die sämtlichen Frauen und Mädchen, die in der Hoffnung ausharren, doch endlich einmal Butler zu erhalten, so überaus«große Freude bereitet. Um die�Zlbsertigung zu be- schleunigen, hatte die Zlngeklagte ganz im Stillen Butter-Pakete zurechtgemacht, die je ein halbes Pfund wiegen sollten. Als am 20. Januar eine Frau ein halbes Pfund Butter verlangte und ihr ein solches Paket zugewiesen wurde, kam ihr dieses etwas leicht vor und sie verlangte deshalb, daß ihr die Butter vorgewogen werden möge. Sie hatte damit aber keinen Erfolg, die Angeklagte wies vielmehr dieses Verlangen mit der Butterverkäuferinnen jetzt oft innewohnenden Bestimmtheit zurück. Eine andere Käuferin ließ sich dagegen nicht einschüchtern; sie bestand darauf, und beim IIb- wiegsa stellte sich heraus, daß an dem in dem Paket vorhandenen Butterquantum 20 Gramm fehlten, wozu dann noch das Gewicht des Papiers mit 12 Gramm hinzutrat. Die Sache brachte, wie begreiflich, die auf die Abfertigung wartenden Hausfrauen in eine nicht gerade angenehme Stimmung. Nachdem vier weitere Käufe- rinnen auf demselben Wege ein Untergewicht festgestellt hatten, wurden noch zahlreiche zurecht gemachte Pakete nachgewogen und bei allen stellte sich ein Fehlgewicht heraus. Die Angeklagte bestritt, eine betrügerische Absicht gehabt zu haben und wollte die Sache dadurch erklären, daß die Butter auf Eis gestanden habe, «was krümelig geworden sei und beim Zurechtmachen der Pakete und dem Abwiegen solche Butterkrümel verloren gegangen sein können. Der Staatsanwalt ließ diese Erklärung nicht gelten, sondern beantragte 1000 M. Geldstrafe, indem er zu er- wägen bat, daß in dieser Zeit der Butterknappheit die bedauerns- werten Frauen, die oft erst nach stundenlangem Warten ihre Aus- dauer gekrönt sehen, die Gewähr erhalten müssen, daß sie wenigstens das richtige Gewicht bekommen. Das Gericht erkannte auf 3 0 0 M. Geldstrafe evcnt. 30 Tage Gefängnis. Wegen Höchstpreis-Ueberschreitung hatte das Schöffen- gericht Berlin-Mitte den Butter Händler Robert Schröter zu 5l) M., die Expedientin Wohlfahrt zu 30 M. Geldstrafe verurteilt. Der Angeklagte, der außer in seinem Hauptgeschäft in der Adalbert st raße auch noch in etwa 40 Filialen den Butter- Handel betreibt, hatte eine Quantität Butter— etwa 50 Faß— von der russischen Grenze gekaust, die der Verkäufer ausdrücklich als Landbutter bezeichnet hatte�©ch. hatte die Butter nach gcnomme- ncr oberflächlicher Probe für geeignet befunden, als Butter zweiter Sorte bezeichnet zu werden. Wie sich gestern in der Verhandlung herausstellte, ist das Schrötersche Hauptgeschäft in der Adalbert- straße in den ersten Apriltagen stets von dichten Volksmassen umlagert gewesen. Herr Schröter hatte, da er die Ware doch nicht für ganz einwandfrei erachtete, der Expedientin W. den Befehl gegeben, von dieser im Lager untergebrachten Ware nichts zu ver- kaufen, weil er versuchen wolle, den Posten im ganzen abzugeben. Nun hatte aber das Publikum das Abladen des großen Butter- quantums wahrgenommen, die Menge wuchs zu einer viel» hundertköpfigen an, und da sich das Gerücht verbreitete, daß eine große Menge Butter vorhanden sei, aber angeblich absicht- lich dem Volke vorenthalten werde, so nahm die Menge eine sehr drohende Haltung ein, sie drohte das Geschäft zu stürmen. Es wur- den einige Scheiben zerschlagen. In ihrer Angst und Verzweiflung bestand die im Ladengeschäft des Hauptgeschäfts angestellte Ver- käuserin Fräul. Fleischmann darauf, daß die Angeklagte Wohl- fahrt die Butter aus dem Lager zum Verkaufe zur Verfügung stelle, und diesem dringenden Verlangen kam denn auch Frl. W. nach. Da auch aus den Filialen telephonisch dringend um Butter gebarmt wurde, weil auch dort das Publikum sehr unruhig ge- > worden war, so wurden schleunigst 33 Fässer an die Filialen be- ' fördert. Diese Butter, welche als Butter zweiter Qualität zu 2,45 Mark für das Pfund verkauft wurde, ist infolge eingegangener Beschwerden in 16 Proben vom Gerichtschcmiker Prof. Dr. Jucke- nack untersucht worden und dieser hat sein Gutachten dahin ab- gegeben, daß die Butter außerordentlich minderwertig sei und höchstens noch als Butter dritter Qualität, für die höchstens 2,30 M. gefordert werden darf, bezeichnet werden könne. Zum Teil konnte man sie fast als Wfallware, für die der Preis 1,95 M. beträgt, bezeichnen.— Gegen das schöffengerichtliche Urteil legte Justizrat I a r e ck i Berufung ein und führte vor der 5. Strafkammer des Landgerichts I den Nachweis, daß Herr Schröter ausdrücklich den Befehl erteilt hatte, von dieser Butter nichts zu verkaufen und bei der großen Ausdehnung seines Ge- schäftsbetriebes nicht ahnen konnte, daß gegen diesen Befehl ge- handelt wurde. Die Strafkammer sprach denn auch den Angeklagten Schröter frei, verwarf aber die Berufung der Angeklagten Wohlfahrt. Po stp aketunters ch lag ung. Ein Jahr neun Monate Gefängnis sowie fünf Jahre Ehrverlust sprach am Freitag die erste Strafkammer des Land- gerichts I über den bisher unbescholtenen P o st a u s h c I f e r Paul Zeitz, einen 41jährigen Mann, aus. Dieser war vom Oktober vorigen Jahres bis zum März dieses Jahres bei der Pakelsammetstelle in der Luckauer Straße beschäftigt und hat dort die Gelegenheit benutzt, fortgesetzt kleine Feldpostpakete zu unterschlagen. Man hatte ihn schon längere Zeit in Verdacht und faßte ihn schließlich in flagnrniü ab. Eine bei ihm abgehaltene Haussuchung förderte bei ihm nicht nur zahlreiche Zigarren, Ziga- retten, Tabak, Strümpfe, Leibbinden u. dergl., sondern auch 340 M. bares Geld zutage. Diese Summe will er sich angeblich nach und nach erspart haben. Das Gericht hielt diese nicht kontrollierbare Behauptung für einen strafschärfenden Umstand, da daraus hervor- gehen würde, daß er bei seiner ehrlosen Handlungsweise nicht ein- mal sich in einer Notlage befunden habe. Der Angeklagte wurde zu der eingangs angegebenen Strafe verurteilt und sofort in Haft ge- Mus aller Welt. Der Raubmord in der Neumark. In dem' Orte Baww bei Mellensin im Kreise Soldin'(Neu- mark) ist am Mittwoch abend ein Raubmord verübt worden. Zwei russische Schnitter haben dort ihren Arbeitskollegen und Lands- mann Josef Docha erstochen und seiner Barschaft in Höhe von 675 M. beraubt. Die Täter konnten bereits am Freitag verhaftet werden.___ Drei Personen verbrannt. Das Anwesen des Bauern Aicher in Zündberg fiel, wie aus Kufstein gemeldet wird, einem Großfeuer zum Opfer. In den Flammen kamen die alte Bäuerin, ihre 32jährige Tochter und ein Knecht um. Alle drei Personen wurden als Leichen verkohlt unter den Trümmern aufgefunden. Der Besitzer des Hofes wurde durch Brandwunden tödlich verletzt. Hagclschlag im Taunus. Ein schweres Unwetter entlud sich Freitagabend über Homburg v. d. H. Ein starkes Gewitter, das von Hagelschlag begleitet war, ging nieder und verursachte großen Schaden. Am meisten betroffen wurden von dem Unwetter die Gärtnereibesitzer. Im Kurhaus gingen 130 Scheiben in Trümmer. Die Feldfrüchte, die in der EntWickelung noch nicht weit borge- schritten sind, wurden nur wenig beschädigt. Selbstmord ans religiösem Wahnsinn verübte in Königs- berg i. Pr. eine dort auf Besuch weilende Frau aus Pillau, indem sie sich aus dem dritten Stockwerk durchs Fenster auf die Straße stürzte. Die Lebensmüde gehörte einer religiösen Sekte an, deren Mitglieder ihr so lange zugeredet hatten, daß sie ihrem im Kriege gefallenen Mann in den Tod nachfolgen müsse, bis sie die Tat auch wirklich ausführte. Eine amerikanische Stadt durch Wirbclswrm vernichtet. Laut „Basler Nachrichten" meldet„Havas" aus New Uork: Die Stadt Camp-City in Oklahama wurde durch Wrbelsturm völlig zerstört. Vierfache Trauung ohne Bräute. Eine eigenartige Trauung hat in dem Kriegsgefangenenlager bei Stendal stattgefunden. Vier Franzosen ließen sich dort, wi-e die„T. 91." meldet, kriegs- trauen. Natürlich waren die Bräute nicht zur Stelle; sie sind aber zur gleichen Zeit in Frankreich ehelich verbunden worden. Die Trauung vollzog ein Vertreter der spanischen Botschaft. Arbettcr-Samaritcrbund. Kolonne Groh. Berlin. Sonn- tag, den 28. Mai: Besuch der Wohlsahrts-AuSstcllung sAuSslellung sär Kriegsbeschädigtenfitrsorgc) unter Leitung des Herrn Dr. Moses und Ge« nossen Stein. Sammlung um 1'/, Uhr vor der Ausstellung(Fraucnhoser Straße, Charlottenburg.) Um rege Beteiligung wird gebeten. 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Unerwartet schnell ist am Frei- | lagmittag unser Parteigenosse Paul WiSke Wattstr. 19 j seinem schweren Hai», und Nerven- j leiden im Alter von 43 Jahren erlegen. j Die Beerdigung findet am Dienstag, den 80. Mai, nach- mittags 5 Uhr. von der Leichen- halle unsereZ Gemeinde-Friedhofs au« statt. Rege Beteiligung ist Ehrensache. 1 244/5 l»«l> Vornfand. lOeatselierWetallarliElter-Yerbanil Verwaltungsstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, � dag unser Kollege, der Robrleger Mus kelekelt Carmen-Sylva-Str. 2 | am 24. Mai gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am l Montag, den 23. Mai, nach- mittags 2 Uhr, von der Leichen- Halle des Zenlral-FrledhoseS in | FriedrichSseide au» statt. Rege Beteiligung erwartet l>17/14 Die OrtSvcrwaltung. IferW i Branerel- a. Ihlen- arWern.¥Erw.BerüIsgenossE!i. Zahlstelle Berlin. Nachruf. Wir bringen den Mitgliedern zur Kenntnis, dah unser Mit- glicd Alfred Dallmann (bis zum Eintritt zum aktiven MilliärverhäUniS Mitfahrer der Schlohbiaucrei Schöncberg) kurz nach seiner Entlassung auS dem tzccrcSverband gestorben tst. Ehre seinem Andenken l Die Beerdigung sand am Mon- tag, den 22. d. MlS., aus dem Gcorgcn-Kiechhoj in der Lands- bcrger Allee statt. 42/17 Die Ortsverwaltunj, Bestseller ßaaurteitep-lerliaiiil.! ZwcigTcrcln Berlin. Am 26. Mai starb unser Mit- glicd, der Maurer Augusl UreAiseh Ehre seinem Audenkcnl Di« Beerdigung findet am Dienstag, den 39. Mai, nach- mittags 3'/z Uhr, von der Leichen- Halle des EmmauSkirchhoseS in in Neukölln, Hennannstrahc, auS statt. Um rege Beteiligung ersucht 141/29 Die örtliche Verwaltung. I MM der Sattler nud Porteleslller. Ortsverwaltung Berlin. AIS Opser des Weltkrieges sielen die Kollegen Paul tfoigi 39 Jahre alt Bruno Stolzer 20 Jahre alt. Ehre ihrem Andenken k löS/l�Di�Ortsverwaltutm� iMM der Gemeinde- u. Staats- ariielter, Filiale GroB-Berlin. Den Mitgliedern geben wir hiermit Nachricht vom Tode deS Kollegen Remhold Mancek vom Zentralmagazin. Ehre seinem Andenken! Beerdigung am Montag, den 29. Mai, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Andrea»- Kirchhoses, Wilhelmsberg, au§. Um rege Beteiligung bei der Be- stattung deS Kollegen ersucht 33/11 Die Orisverwaltung. Verband der Fabrikarbeiter Deutschlands. Zahlstelle GroB-Berlin. Nachruf. Am 12. Mai verstarb unser Mit- glicd Max Sauspeter. Am 14. Mal unser Mitglied Wilhelm 0a!le. Am 22. Mai unser Mitglied Karl ttirte. Ehre ihrem Andenken! 55/9 Die ertsderwaltung. Im«meii WsMl Ws dm SrleM«llig Mlleiieii Seiiosieiü Am 13. September 1312 fiel aus dem Schlachlselde unser Genosse der Brauer WLällivlm Bauck 1 206/2 Bezirk 92. Sozlaldemokr. Wahlverein f. d. 2. Berliner Relchstagswahlkr. Am 11. Mai fiel im Alter von 41 Jahren der Arbeiter kränz Heutmann Nomintener Str. 8. Bez. 332. Am IT. April siel im Alter von 27 Jahren der Arbeiter Busiav Bahr Strausberger Str. 48. Bez. 387. Am 12. Mai starb an Lungenentzündung der Tischler sUhsri Timm Wilhelm-Stolze-Slr. 21. Bez. 889. Am 27. April fiel Im Aller von 37 Jahren der Barbier Otts Batschke Grünauer Sir. 27. Bez. 2991. Am 29. Februar fiel im Alter von 36 Jahren der Hausdiener Karl Bsumann Weidenweg 66. Bez. 3531. Am 8. Mal fiel im Alter von 37 Jahren der Zigarettenarbelter Arfur Lux Georgenkirchstr. 67. Bez. 3861. Am 19. Mai fiel im Alter von 23 Jahren der Schlosser Paul Bergunde Fried enstr. 52. Bez. 279 II. 215/11 Sozlaldemokr. Wahlvereln f. d. 4. Berl. Relchetagswahlnreli. Im Lazarett verstarb unser srüherer BezirkSsührer, der Uhrmacher Franz John (38 Jahr« all), Kopenhagener Sir. 67. 6. Abt. Bez. 551. Am 2. März fiel der 31 jährige Schlosser Roinhold Werner Bernauer Sir. 14. 9. Abt. Bez. 609. Am 28. April fiel der Arbeiter Ztagusi iffleBcher (88 Jahre alt), Stargarder Str. 4. 7. Abt. Bez. 538. Am 10. Mal fiel durch Kopfschuß der Arbeiter Franz Fleiß (28 Jahre alt), Stromstt. 6. 18. Abt. Bez. 680. 226/17 Sozlaldemokr. Wahlvereln f. d. 8. Berliner Relehotagswahlkr. Am 7. Mai fiel sm Felde der HandWngSgehils« Alex Bissel Bartastr. 2. 11. Bez. Durch Kopsschuß fiel am 12. Mal der Maschinenarbeit« Artur Kruschel Mareschstr. 15. 11. Bez. 237/19 Sozialdemokratischer Wahlvereln Neukllln. AI» Opser deS Weltkriege» fiel am 8. Ma! 1916 im Alter von 31 Jahren unser Genosse, der ivialer IKax Bastian Nleder-Barnimstr. 16. 1. Viertel. 3. Gruppe. 13/6 Sozlald. Wahlvereln Niederbarnim. Bez. Uohtenberg. AI» Opser de» Weltkrieges fielen am 21. Mai uns« langjähriges Vorstandsmitglied, der Wehrmann Paul Frost 3. Bezirt, und d« Wehrmann Karl Reichelt 2. Bezirk. 18/11 Sozlaldemokr. Krelswahlver. Niederbarnim, Bez. WolSentoe. Am 4. Mai fiel unser Genosse Karl Madey. 244/6 Sozlald. Krelt-Wahlveroln Nledorbarnlm, Bez. Pankow, Gr. 17.{ 811» Ops« de» Weltkriege» fiel am 11. Mai unser Genosse, der ! Tischler Wilhelm Frommann BezirkSsührer de» 4. Bezirks. 1 284/8 Sozialdemokratischer Wahlvereln Spnndau. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein Innlgstgeltebter Mann, meiner Kinder treusorgender Vater, der Land- flurmmann 118A Artur Kruschel Kopsschuß schwer verwundet erletzung erlegen ist. im 33. Lebensjahr am 12. Mai dur wurde und aus dem Transport seln« Im tiessten Schmerz Johanna Kruschel, Kurt und Erna als Kinder. Wer ihn gekannt, weiß, wa» wir verlieren. Im Weltkriege mußte auch unser lieber Kolleg«, der Kassen- angestellte, frühere Maurer 269/7 Ott« Imhoff 9 andsturmmann, 41 Jahre all, sein Leben lassen. Drei Vollwaisen haben nun auch ihre» treusorgenden Vater verloren. Er war ein gut«, lebenSsroh« Mensch und Freund, un» ist er unvttgeßlich. Die AngesteNten der OrtS-Krankevkasse für das Maurergewerbe zu Berlin. AIS Opser dieses VöiterringenS I siel unser heißgeliebter Sobn, j Bruder, Schwager, Ontel, Eniel, Nesse, Veiter und mein unver- geßlicher Bräutigam M Kielblcck vom Grenatier-Regt. 12 im noch nicht vollendeten 26. Lebensjahre. Die untröstlichen Eilern Hermann Kielblock und llrau. Frida. Paul(im Felde), Hellmut, Hedwig Wolf, Geschwister. Willi Wolf, Schwager. Heinz Wolf. Stesse. Lieschen Duckerl als verlobte Braut mid alle Verwandte. Der Du der reinsten Liebe wert, Wie schwer ist's, Dich nicht mehr zu baben, Unsere einzige Hoffnung, unser ganzes Glück. In fremdem Land liegt es begraben. Anfangs glaubten wir's kaum zu tragen, Und wir glaubten, wir trügen'S nie, Und wir müssen'S doch ertragen, Aber fragt uns nur nicht, wie. Lieber Ontel, schlaf' in Ruh', Unsere Liebe deckt Dich zu. 67A Dein Heinz. Allen Freunden und Bekannten V die traurige Stachricht, daß mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwieger- und Großvater, der Schmied 13581 Julius Reichel! am 24. Mai verstorben ist. Bie trauernde Witwe nebüt Kindern. Die Beerdigung findet am I 29. Mai, nachmittags 2 Uhr. von der Kapelle des städtischen Fried- hoses in Fiiedrichsfelde aus statt.! Nach 14 Monaten langer Un- gewißbeit erhielt ich jetzt die Nach. richt, daß mein lieber Mann und herzensguter Vater, Bruder, Schwager, Ontel und Schwieg«- söhn, der Gefreite l�ichsn! Haase im Res.-Jns.-Rcg. 24, 4. Komp. Ritt« des EisernenKreuzeS II.Ki. im blühenden 811!« von 35 Jahren gefallen ist. Im tiessten Schmerz Frau Marie Hanse geb.Schulze uud seine beiden Lieblinge Frida und Erich nebst Angehörige«. Neukölln, Juliusstr. 57. 32A All nuser Bitten war vergebens. Aus Wiederseh'n, schriebst Du so ost, j Nun ruhest Du in fremder Erde, Dahin tst all', wa« wir gehofit, Du hörst nicht mehr die Friedens- glocken, Wa» ost gewünscht Dein junge« j , Herz. | Wenn heimwärts wird die( Trommel locken. ( Wird um(o größer unser| Schmerz. Ruhe in Frieden. Den Heldentod starb in treuer Pstichtersüllung am 39. April 1916 unser einziger lieber Sohn und Bruder, der Mustetier Paul I3ckar«!t Res.-Jnf.-Reg. 208, 6. Komp., im blühenden Alter von 20 Jahren. In tiefstem Schmerz Die trauernden Eltern und Schwestern, 135« Sonnenburger Str. 11. Man hat in fremder Erde Sein letztes Bett gemacht; Dort liegt er ohn� Beschwerden, Ein Kreuz hält stille Wacht. Das svricht: Vom Kampsgebrause Ruht hier ein Krieger aus. Er lann nicht mehr nach Hause, Und doch ist er zu Haus. Dir die Ruhe, Uns der Schmerz. Zu seinem Sl. Oeburtslage 28. S. 1910. AIS Opfer deS Weltkrieges starb am 1. Mai 1916 im Feldlazarett durch Gratialsplitter mein lieber. guter Mann, herzensguter Vater seiner drei lieben Kinder, Bruder, Schwager und Ontel, der Ober- gesreste Gustav Todte im FUß-Art.-Rgt. 18. Berlin-Borsigwalde, Aschersleben. Im Namen der tieslrauernden Gattin 981 Ww. Martha Todte geb. Arndt nebst Kindern, Verwandten und allen Bekannten. Mein lieber Mann, ruh' sanst in Frieden, Du meine Welt, der Kind« Glück; Zu früh bist Du von uns ge- schieden Und ließest uns allein zurück, Sind wir auch einsam, tief betrübt, So tröstet es uns immer wieder: Was sich aus Erden treu geliebt, Da» findet sich im Himmel wieder. I Lieb« Papa, schlaf' in Ruh',„ Unsere Liebe deckt Dich zu.| !r iiHMrti Filiale«roß-Berlln. Deutsch. MetallarbeitehVerliand Ortsverwaltung Berlin. D« MUgllcdcrn zur Nachricht, daß folgende Kollegen aus dem Schlachtselde gefallen sind: Kahl, Zeutral-Magazi». Otto Rebitzke, Ne«köllll. Friedrich Zick, Lichtenberg. Hermann Imann, Gasanstalt GUfchin« Str. Ignatz Blaszynski, Gasanstalt Schmargendorf. Albert Jochen, 14. Nevitr-Jnspekti«». Wir werden Ihnen ein ehrendes Andenken bewahre». 33/10 Die OrtsTerwaltnns. Verband der Schneider, Schneiderinnen und Wäschearbeiter Deutschlands. Filiale Berlin. Dem Andenken unter» auf dem Kriegsschauplatz gefallenen Kollegen! Am 13. Mai starb im Lazarett infolge Verwundung der Kostüm- schneider. Kollege Qvoi'g Ifetadtafk, geb. i«. e. im». Am 20. Slpril 1916 fiel der Hrrrenmaßfchneider, Kolleg« KaH Zorn, geb. 1». 9. 1881. Am 6. April 1916 starb im Lazarett infolge ObrrfchenkelfchnsicS der HerrenlonIeltionZschneider, Kollege Ferner fiel der Kollege ö(arl Schwarz, g-b. is. i. im. EduarcS Zentner, g-b. u. t is»-. 163/6 Die Ortsvcrwaltung. rsaECT Verband der Maler, Lackierer etc. Filiale Berlin. Unseren Mitgliedern znr Nachricht, daß folgende Kollegen auf den Schlachtfeldern gefallen sind: Der Maler Hermann Hennig (Bezirk Südwest) am 27. April 1918. Der Maler Adam Steinhauff (Bezirk Westen) am L. Mai ISIS. Der Maler �lax Bastian (Bezirk Lichtenberg) am 8. Mai ISIS. Ehre ihrem Andenken! 136/17 Die Drtsvereraltnng. Zentral-Verband der Steinarbeiter Dcntschlandii. Zahlstelle Berlin, Als Opfer des Weltkrieges sielen unsere Kollegen Der Steinmetz Albert Schmidt 25 Jahre alt. Der Marmorsch leiser FlTlll PflCtZel 36 Jahr« alt. Shrc ihrem Andenken! 171/8 Die Drtsverrraltmig. Schwlnun-Kluh„Vorwärts" ßberseMnewelde. M. d. A..W..B. Den Milgliedern die traurige Nachricht, dag unser Mitbegründer und langjähriger Vorsitzender Paul Wilke plötzlich verstorben ist. Ehre seinem Andenken: Die Beerdigung findet am 30. d. M.. nachmittags 5 Uhr. von der Leichenhalle des hiesigen Gcmeinde-FriedhoseS aus statt. Rege Beteiligung erwartet 281/8 Der Borftand. Abmarsch vom VcrcinSlokal F. Warneke um illt Uhr. Allen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß mein lieber Mann, guter Vater meiner beiden Kinder 1S6A Max Dahms an einer im Felde zugezogenen Krankheit(Lungenbluten) Im Laza- rett am 26. Mai, 6 Uhr früh, vcr< ftorben ist. Dieses zeigen tlefbetrübt an 0!o trouernö« Witwe nebst Kindern und AngehSrigen. Arbelt war Dein Leben, Ruhe Dein Los. Die Beerdigung findet am 29. Mai. mittag« 1'/, Uhr, aus dem Garnison-grtcdhos, Haseu- Heide, statt. ü Verband der Fabrikarbeiter Deutschlands Zahlstelle Grofs-Verlin. Gefallen sind folgende Mitglieder: Hermann Stiller, Bezirk W-ibens-e. OttO Kahl, Bezirk Weitzense«. Karl Jeuner, v-zirk Rord-W-st. Otto Brokowski, Bezirk Spandau. Willi Klabisch, Bezirk Neukölln. Karl Zabel, Bezirk Osten. Ehre ihrem Andenken! 56/10 Tie Ortsverwaltung. Dem Andenken«nserer im Felde gefallenen Kollegen. Wilhelm Arndt, Elektromonteur, gcb. 11. September 1881 in Ali-Nanst. I�aul Verwunde, Schloff», geb. 6. März 1893 in Wriezen. k�ritz? Budwech, Metallarbeiter, geb. 1. Oktober 1876 in Bredow. Georg Dietrich,«rrnm-ch», geb. 6. Januar 1890 In Berlin. Emil Ebersbach, Schl-ssei, gcb. 27. Januar 1891 in Berlin. Erich Felchner, Schlosser, gcb. 31. August 1839 in Berlin. Ernst Giese, Drück», geb. 11. September 1887 in Neukölln. Otto Deuter, Mechaniker, geb. 15. Februar 1890 in Berlin. Wilhelm Kaiser, Kernmacher, geb. 16. Februar 1891 in Köpenick. Artur Kaewert, Schlosse», geh. 21. März 1889 in Danzig. Artur Klingebeil, Form», geb. 30. November 1878 in Berlin. Wilhelm Lehmann, Schlosser, gcb. 27. September 1885 in Fcicdcberg. Hermann Linke, Rundschleif», geb. 15. Januar 1884 in Berlin. Otto Müller, B-hr», geb. 26. Oktober 1886 in Berlin. Alfred Pölitz, Schioss», geb. 4. Juli 1892 in WciSstein. Willi Pöthke, Mechanik». geb. 11. April 1895 in Köpenick. Georg Pschichholz, Schlosse», geb. 27. Mai 1887 in Sommerfeld. Hans Schmidt, Dreh», geb. 16. August 1892 in Berlin. Wilhelm Schützendube, Schioss», geb. 21. September 1888 in Hoym. Gustav Todte, Form», geb. 28. Mal 1885 in AscherSleben. Reinhold Werner, Schloff», geb. 20. Mai 1885 in Beelitz. Felix Wittenbecher, Werkzeugmacher, gcb. 28. Februar 1888 in Berlin. Ehre ihrem Andenken! 117/13 Die Ortvverwaltnug. Bezirk Grofi-Berlin Folgende Kollege« sind im Felde gefalle«: Hermann Brüse�vitz,«»-»»eiarbeit». Martin Czarnecki, Arbeits,«tsche». Erich Eckelt, Droschke., führe». Max Fresser, Lagerarbeiter. Gustav Kallweit, Jndnstriearbeit». OttO KÖppke, Industriearbeiter. Peter Krlngs, Lagerarbeit». Robert Krüger,«ewsfwfntfch». Karl Peter, Jndnstriearbeit». Wilhelm Weber,«eschäftsdie»». Wilhelm Werner, Industriearbeiter. Wilhelm Wist, Straßenbahn». Karl Wörpel, Gerüstbau». Robert Wuttke,«rbeltskutfch». 65/5 Ehre ihrem Andenken! Die Beelpkaleltanc. Deutscher Holzarbeiter-Verband Zahlstelle Berlin. Im Felde gefallen sind folgende Mitglieder: Erich Armelien� Möbelp»«»», 24 Jahre°it Wilhelm Bienz9 Mgelp-litrer, SS Jahre alt Paul Fnos�, Tischler, 86 Jahre alt Paul Petrich| Vergolder, 28 Jahre alt Hieband Pieizke, Tischler, 8V Jahre alt. 87,5 Ehre ihre« i n d o n k o n! Dl« Drti,vorev»Itai»>r. AiS Opfer des WelikriegeS starb! i am 14. Mai 1916 Im Kriegs- lazarett an den Folgen der\ schweren Verletzungen, welche i am 6. Mai 1916 erlitten halte, j nach 21 Monaten langen Kämpfen j mein über alles geliebter, im- | vergesilicher Mann 106N I Hans Swiecznik j Gisr. d. Res. i. Fcrd.Ntt..Rcg. Nr.1L j | im Alter von 30 Fahren. In tiefem Schmerz die tirslrauernde Sattin psuli 8>vieczmk geb. Scldlor. Mn schweres Lcld hat mich be- irosien, fo schwer es zu ertragen! kaum. Zill mew Glück, all mein i Hosten, ist Nun dahin alS wie ein Traum. Sticht durste Ich zum! letztenmal die liebe Hand Dir I drücken. Nicht Deines Grabes l Hügel still mit Blumen Dirk Ichmücken. Drum schmücke ich Dein Bild hier in meinem Heim,| als soll es Dein Grab in Feindes- land sein. Nun ist's vorbei, es! lann nicht mehr geschehn! Wie 1 Du nur immer schriebst: »Ans frohes Wiederschn i- Hierdurch Icii« ich allen Frcun» | den und Bekannten die traurige! Nackricht mit, dasi mein guter, ! ircusorgendcr Mann, Herr UjlbelM MlKö! nach nahezu zweijährigem Kranken- lager im 47. Lebensjahre am I Donnerstag, den 25. Mai, jrüh 3.30 Uhr, an Herzschwäche ver- 1 slorben ist. Um stilles Beileid! bittet die ticstraucrnde Witwe AUarie Zühlke, Charloitcnburg, Guerickestr. 13. Die Etnäschermna erfolgt Mon- 1 tag mittag 12 Uhr In der Gericht.| strotze. 7566, Am 7. Mai 1916 erlitt den | Heldentod siirs Vaterland unser lieber guter Neffe und Cousin. | der Grenadier 106A Rein!]. Zimny j im 21. Lebensjahre. Am gleichen Tage starb auch l seine liebe Mutier, Frau bäifce Zimny. Um stille Teilnahme bittet !Mls Heinrich Wesener.{ Vinetapiatz 5. Leicht sei Tuch die Erde. Allen Freunden und Bekannten i die traurige Mitteilung, das; mein f lieber Sohn, unlcr gulcr Bruder, Schwager und Onkel, der Ersatz- reservtlt I35.l! keinbold VVerner Jns.-Rcgt. 64, 9. Komp., im Alier von 30 Jahren am I 2. März bei einem Sturmangriffs seinen Tod sand. August Werner als Vater. Gustav Werner als Bruder. 1 Familie Robert Werner. Familie Wagner. Familie Seifert. Familie Krüger. Diiclitlg�l' Mcchkils-S'dmicd wird sofort verlangt. Bhrlch& Graetz, Abt. Werkzeug-«.Maschinenbau Berlin 80.. Elsenitr. 90/91. Tllchtlgc Fmm rase?* werden bei hohem Vcrdtcnst so- sort eingestellt' llMSleiii z Wel- Miii'llGeH.l!. Spandau, Hamburger Straffe 44. TiilhtigeMrdjuuilier für Dkrsllchsiorrhstiittt verlangt Doloipliori.�pperl'nt-Fnibrlli L.!lwlelu8e!t& Co., O. IN. b. H.. Bcrlln-Charlottenbnrff, SalzRfcr 7. 149/1» fJ*5i S featseher Tabskarhettep-ftrtaiHl Zahlstelle Berlin. Siachrnf. Am 8. d. WS. fiel im Felde j P unser langjähriges Mitglied � Äpfur Lux, Zlgareltenarbeiler. Wir betrauern i in ihm ein treues Mitglied unserer f Orgamsation. Ghre seinem Anbenken l 187/4 Die OrtSverwaltung. j Allen Freunden unö Bekannten zur Nachricht, datz mcin innig- gclicdier, unvcrgcstiichcr Mann. herzensguter, treusorgciidcr Vater seines einzigen SöhnchenS, unser lieber Cohn, Echwicgcrsoh». Bruder, Schwager und Onkel. der MuSlcttcr 7596 Ernst Oiese Jnsantcric-Neaiment Nr. 225 im 29. Lebensjahre als Opfer dcS LöilcrwingcnS am 18. Mai 1910 gefallen m. In ttcsstcr Traner �vrie Lieeo gcb. Brekow und Söhnchen lieinr, tiermann Giese und grau Ottillo als Eitern, Ferdinand Brekow und Frau als Schwiegereltern und üngshüriga, Hermann Giese(zurzeit im Felde) und Frau. Karl Gio«»(zurzeit im Felde) uns Familie, Oskar Liese lzurzcit im Felde) und Familie, Willi Giese(zurzeit im Felde) und Famiiie, Hugo Keil und Frau Helene gcb. Giese und Lohn. Mit Sehnsucht im Herzen nach seinen Lieben,— Mit Sehnsucht im Herzen ist er geblieben._ AI» Opfer dieses Weltkrieges j ! fiel am 8. Mai 1916 mcin innigst- geliebtcr, herzensguter, unvergctz- licher, tteuforgendcr Matte, unser. I lieber Vrnder, Schwiegersohn,! -chwagcc und Onkel, der Kranken, i j träger 7556 j Artur Lux 1 3. SanttälS-KomP.. V. Jnsi-Div.. 8. ArmcclorpS, | im tzllter von 87 Jahren. Die« zeigt tiesbetriibl an im Na> \ men aller Hinlcrblicbcnen die iiesirauernde Gatlin I Ani-lb» hnx. gcb. Bitterlich, Berlin, Georgen ltrchstr. 67, Fern von der Heimat, in Feindes- ! land, da ruhit Du mcin licbcS, herzensgutes Matzci. Dich schmück! keine Hand, drum schmücke ich Dein s liebe» Bild hier im verlassenen s>cim, als soll es Dein Grab in ZcindeSIand sein. Allein zu sein, drei Worte, leicht zu sagen, und doch so schwer, un> I endlich schwer zu tragen. Ruhe sanft in fremder Erdcl Die Liebe | Deine« unvcrgetzlichcn, heiß- geliebten MatzeiS deckt Dich zu. Nachruf* Als Opfer des Weltlricgc» ffcl! unser Kollege und treuer Mit. k arbciier 284/7 f Karl Zern. Wir werden ihm allezeit elnl 1 ehrendes Andenken bewahren 1 | Arbeüer-Jagcnd Berlin-Nordost j Danksagung. Allen denen, welche unserem innig geliebten Sohn Bruno die letzte Ehre erwiesen haben, sagen wir aus diesem Wege unseren tiefgesühlten Dank. USA Emi! Retzerau nebst Frau Geschwistern und Schwager. lläuscblesKTr bei hohem Lohn und Akkord gesucht. Dito L'iltz, Inh. 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Roman aus dem Leben der: erzgebirgischen Waldarbeiter von A. Ger Die Marketenderin. Erzählung aus der Zeit der| Revolutionskriege von Erckmann-Chatrian: Die Vorwärts Bibliothek ist geeignete Unter-» hallungsleltüre für jeden Eowaten im Felke: Äokumenle zum Weltkrieg 1914 Herausgegeben von Eduard Bernstein � sesl 1: Sest2: iO pf. j Das deutsche Weißbuch zs ps. Sas englische Vlaubuch zopf. • 1. Die Geschichtsdarstellung und die Erklärungen der : Minister best 3: Aas englische Vlaubuch 50 pf. : 2. Oer Depeschenwechsel des britischen Auswärtigen : Amts i seft i: Aas russische Orangebuch 30 Pf. i sest s: Aas belgische Graubuch 30 Pf. ! Seft 6: Aas Gelbbuch Frankreichs 30 pf. :-L Teil: Borboten und Vorspiel i sest?: Aas GeMuch Frantteichs 30 Pf. - 2. Teil: Die Zeit vom 24. bis 2S. Juli 1914 j Seft 8: Aas Gelbbuch Frankreichs 40 ps. - Z.Teil: Von der Kriegserklärung Oesterreichs an Serbien : bis zum Kriegsausbruch zwischen Frankreich und : Deutschland : Neber Zweck der Äerausgabe dieser„Dokumente zum Weltkrieg 1914' schreibt der Herausgeber im Borwort: : zu ädest 1 u. a. folgendes:„Es besteht in weiten Kreisen der Wunsch, die Denkschriften und Aktenstücke,: : welche von am gegenwärtigen europäisch-asiatischen Krieg beteiligten Regierungen veröffentlicht worden sind,- - in Broschürenform erhalten und sammeln zu können. Dem Wunsch zu entsprechen, ist der Zweck dieser Ausgabe.: : Sie soll kein Versuch einer diplomatischen Geschichte dieses Krieges sein, sondern lediglich eine Sammlung: : von amtlichen Veröffentlichungen über diplomatische Vorgänge bilden, die auf ihn Bezug haben. Sie wird- : sich aus diesem Grunde streng auf die Wiedergabe der Urkunden beschränken, sich jeden Arteils und auch: : aller erklärenden Zusätze enthalten." Buchhandlung Vorwärts Paul Singer& Co. Berlin EW. 68, Lindenstraße 3 seft 9: Oesierr.-Angar. Rotbuch sest io: Aas Grunbuch Italiens 30 pf. 1. Teil: Vom 9. Dezember 4914 bis 4. März 1915 Sest ii: Aas Grunbuch Italiens 50 pf. � 2. Teil: Vom 4. März 1915 bis zur Kriegserklärung an: Oesterreich-Ungarn i Sest 12: Aas serbische Vlaubuch 50 pf.! Vom 1S./29. Juni bis Z./1S. August 1914. Die dem; Krieg vorausgegangenen Verhandlungen Sest 13: Aas deutsche Weißbuch II 50 pf.! (Ergänzungshestj 1. Teil: Die vom Auswärtigen Amt■ herausgegebenen Rachträge Sest 14: Das deutsche Weißbuch n 60 pf.| (ErgänzungShest) 2. Teil: Aus den Veröffentlichungen: der„Rordd. Allgem. Zeitung" Monatsanzüge. Sommerpaletots, Frackanzüge, Smokinganzüge, Phan- tasicwesten. Neueschönhanser 12, eine Trepve, Ecke Rosentbalerslr. 149/6* Molle, gut erhalten, billig zu ver- kausen. Steglitz, Peschkestratze 11. Zinkwaschfässcr, Zober. Sitz. wannen. Spezialsabrik Lausitzer- straße 43. Vorwärtsleser 7 Prozent. 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Tie.Deutschen Waffen- und MunitiemsfaEnleu* haben in ihrem Werk Wittenau in letzter Zeit einige Unfälle zu verzeichnen ge- habt, an die sich lebhafte Erörterungen über die dort bestehenden Ein- richtungen zur ersten Hilfe knüpften. Von den Arbeitern war es längst als ein schlimmer Ntaugel empfunden worden, dasi ein richtiger Verbandsraum fehlte, dasi nicht genug Verbandsmaterial bereit gehalten wurde, daß kein eigener Krankenwagen �zur Verfügung stand u'w. Es ist in der Tat ein arger Zustand, wenn in einem so grosien Betriebe bei Unfällen die Pförtnerbude als Verbandsraum dienen musi. die Verletzten in ihren Schmerzen stundenlang auf Ankunft eines Kraukenwagens zu warten haben, ein Arbeiter selbst nach erlittener Schädelverlctzung das Krankenhaus unter Benutzung der Straßenbahn aussuchen soll. Nun ist endlich wieder mal das Sprichwort wahr gemacht worden, daß man den Brunnen zudeckt, nachdem das Kind hineingefallen ist. Die be- gründeten Klagen der Arbeiter haben dazu geführt, daß ganz Plötz- lich in den Einrichtungen für erste Hilfe einiges gebessert wurde. In einer VertraucnSmännerkonferenz. die sich mit diesen Vorkommnissen und Zuständen beschäftigte, wurde über das in- zwischen Erreichte berichtet. ES wurde anerkannt, daß vor allem das Werk jetzt einen besonderen Verbandsraum hat und daß darin auch genügend Verbandsmaterial vorhanden zu sein scheint. Doch davon, daß nun schon olle berechtigten und erfüllbaren Wünsche er« füllt waren, kann noch keine Rede sein. In der Konferenz kam noch mancher Mangel zur Sprache, dessen schleunige Beseiti- gung man dringend wünschen muß. So wurde gefordert, daß die Tragbahren vermehrt werden, damit in jedem Raum eine eigene und rasch erreichbare Tragbahre bereit stehen kann. Die Belriebskommission will darauf dringen, daß diesem Mangel abgeholfen wird. Auch fehlt dem Werk noch immer ein eigener Krankenwagen, der bei einem schwereren Unfall unentbehrlich ist. Alle diesbezüglichen Wünsche, die von den Vertretern der Arbeiter geäußert worden sind, haben bisher keine Aenderung herbeizuführen vermocht. Daß ein äOOO Arbeiter beschäftigendes Werk dieser Art, in dem naturgemäß so mancher Unfall vor« kommt, sich da draußen in abgelegener Gegend ohne eigenen Kranken- wagen bchilsl, sollte man kaum für möglich halten. Es heißt, schon lange seien ein paar K!ranlenautomobile für die Betriebe in Berlin und in Wittenau bestellt, aber gesehen hat man bisher noch keins. Bemängelt wird auch, daß dem Verbandsraum nur ein einziger Heilgehilfe beigegeben ist. Tie Frage wurde aufgeworfen, ob ein so großer Betrieb nicht einen eigenen Arzt brauchen könnte. Die Erörterung erstreckte sich auch darauf, wie die Ursachen der Unfälle zu mindern seien. Gewünscht wurde eine möglichste Mehrung der Schutzeinrichtungen, aber auch eine Befolgung aller bezüglichen Anordnungen durch die Arbeiter. Zu der Unzuträglichkeit der Einrichtungen für erste Hilfe bei Unfällen kommen Mängel der allgemeinen sanitären Zustände des Betriebes. Unter anderm wurde zur Sprache gebracht, daß die Lüftung und im Winter die Heizung manchen Anlaß zu Klagen geben. In das Kapitel der sanitären Zustände gehört auch die Beschwerde, daß die Waschgelegcuhcit mangelhaft ist. Die Zahl der Waschbecken, in denen die Arbeiter nach Feierabend sich den Schmutz der Arbeit abspülen wollen, genügt nicht. Mancher riskiert da, daß er für die Heimfahrt den Zug verpaßt und dann auf dem Bahnhof sitzen muß. Als lästig wird empfunden, daß die Garderobenräume zu knapp bemessen sind. Wie in einem Ameisenhaufen wimmelt es hier, wenn die Arbeiter ihre Kleidung wechseln. Einig war man in der Vertraucnsmännerkonferenz darüber, daß den beklagten Mißständen abgeholfen werden müsse. Vor allem wurde ol» dringend nötig angesehen, die Einrichtungen für erste Hilfe bei Unfällen weiter zu vervollständige». Daß bei einem solchen Betrieb diese Forderung durchaus berechtigt ist. muß ohne weiteres einleuchieii. Die Hinauslcgung großer Betriebe aus Berlin in die Vororte ist für die Unternehmer vorteilhaft schon des- halb, weil sie ihnen die Grundstückskosten verringert. Sehr wohl könnten die Unternehmer mehr aufwenden, um den Arbeitern die für sie daraus entstehenden Unbequemlichkeiten und Nachteile zu mindern. Rettungswachen und Krankenhäuser find da draußen nichl so rasch zu erreichen wie in Berlin, und auch Aerzte wollen sich dort infolge der Spärlichkeit der Bebauung nicht gern niederlassen. Um so mehr sollte man in sollben Betrieben dafür sorgen, daß bei plötzlichen Erkrankungen oder Unfällen sofort alles zum Schutz von Gesundheit und Leben der Arbeiter getan werden kann. Bekanntmachung. Amtlich. Berlin, den 27. Mai 1916.(W.T.B.) Auf Grund der§8 4 und 9 des Gesetzes über den Belagerungs- zustand bestimme ich in Abänderung meiner Bekanntmachung vom 16. 2. 16— O. Nr. 63 013— für das Gebiet der Städte BerUn, Charlottenburg, Bcrlin-Lichterfelde, Neukölln, Ber- lin-Schöneberg, Spandau, Berlin-Wilmersdorf, der Landgemeinden Adlershof, Berlin-Britz, Bcrlin-Buchholz, Köpenick, Berlin- Friedenau, Berlin-Friedrichsfelde, Fncdrichshagen, Berlin- Grunewald, Berlin- Hohenschönhausen, Berlin- Heinersdorf, Berlin- Johannisthal, Berlin- Lankwitz. Berlin- Lichterfelde, Berlin-Mariendörf, Berlin-Marienfelde,• Beritn-Nieder- schöncwcide, Berlin-Nicderschönhausen, Berlin-Oberschöne- Weide, Berlin-Pankow, Verlin-Reinickendorf, B>rlin-Rosen. thal, Bcrlin-Sckmargendorf, Berlin-Stcglitz, Berlin-Stralau, Berlin-Tegel, Berlin-Tenipelhof, Berlin-Trcptow, Berlin- Weißensee, Berlin-Wittenau, Zehlendorf und der Gutsbezirke Berlin-Dahlem, Plötzensee und Heerstraße: 1. Tie in Ziffer 1 der Bekanntmachung vom 16. 2. 1916 — 0. Nr. 63 013— vorgeschriebenen Mitteilungen sind aus- schließlich der Zentralauskunstsstelle der Arbeitsnachweise für Berlin und die Provinz Brandenburg zu jnachcn. 2. Die in Ziffer 3£>er Bekanntmachung vom 16. 2. 1916 � O. Nr. 63 013— festgesetzte Verpflichtung der nicht ge- werbsmäßig betriebenen Arbeitsnachweise, auf Ansuchen nicht nur der Zentralauskunftsstelle der Arbeitsnachweise für Ber- lin und die Provinz Brandenburg, sondern auch den gemeind- lichen usw. Arbeitsnachweisen und Arbeitsnachweisverbänden bestimmte Aufschlüsse zu erteilen, bleibt bestehen. Diese Ver- Pflichtimg erstreckt sich aber nur auf die Erteilung einzelner ergänzender Auskünfte in besonderen Fällen. Eine regel- mäßig wiedcrkdhrcnde Beantwortung formularmäßiger Fragen kann nicht gefordert werden. 3. Die Strabcstimmung in Ziffer 4 der Bekanntmachung vom 16. 2. 1916— 0. Nr. 63 013— gilt auch für Zuwider Handlungen gegen die vorstehend abgeänderten Vorschriften. 4. Diese Anordnung tritt am 5. Juni 1916 in Kraft. Der Oberbefehlshaber von Kessel, Generaloberst. Die Gulaschkimoncn in Berlin. Der Verein der Berliner Volks- küchcn von 1866 hak den Betrieb der Gulasckkanonen im Auftrage der Sladt Berlin vorläufig aus zwei Küchen, Kaisersir. 3 und Holz� marklskr. 22, seil dieser Woche aufgenommen. Das Essen wird zum Einheitspreis von 35 Pf. für die Porlion abgegeben.— Der Vev kehr an den fahrbaren Küchen, welche die Militärverwaltung zur Ver fügung gcstelll hat, wickelt sich in ruhiger Weise nach den Vorfchriften der Genehmigung des Berliner Polizeipräsidiums unter Aufficht des Vorstandes und der Ehrcndamen ab. Tic Fleischration in kommender Woche. Nach einer gestern erlassenen Verordnung des Magistrats darf entsprechend dem letztwöchigcn Viehauftrieb für die kommende Woche auf jedes Brotkartenmittelstück ein halbes Pfund frisches Fleisch oder frisches Fett abgegeben und entz nommen werden._ Zucker mitbringen. Der Magistrat teilt mit:.Es laufen beim Magistrat täglich sehr viel Gesuche von Restaurants, Mitiagstischen und Kantinen ein, zwecks Erhöhung des ihnen zugewiesenen Zucker- quanlums. Diesen Gesuchen kann fast durchweg nicht entsprochen werden. Es empfiehlt sich daher, daß die Gäste sich daran gewöhnen, für ihren Kaffee, Tee oder Kakao den »öligen Zucker selbst mitzubringen und daß ständige Mittags- gäste ihre Zuckcrlartenabschnitte dem Gastwirt wenn nicht regelmäßig, so doch abwechselnd zur Verfügung stellen. Die meisten Gäste werden dies aus Gerechtigkeitsgefühl gern und willig tun, sie brauchen ja auch keineswegs das volle Quantum an Zucker, daS ihnen die Zuckerkarte zuweist, wenn sie dauernd im Restaurant essen, ein Teil der auf die Karte entfallenden Menge ist ja auch für das Kochen bestimmt.* Mit dem Zucker geht's wie mit der Seife. Während früher Zucker geliefert wurde, sparen jetzt die Hersteller von Kaffee. Tee oder Kakao denselben. Mit der Seife ist es ähnlich. Während früher in Fabriken Seife zum Waschen geliefert wurde, müssen heute die Arbeiter vielfach Seife mitbringen, wenn sie sich nach Arbeits- schluß reinigen wollen. Die Eierknappheit hält an; eine Besserung ist noch nicht zu verzeichnen. Ein hiesiges Mittagsblatt teilt mit, daß für ein einziges Ei schon 32 Pf. verlangt worden seien. Es der öffentlicht folgenden Fall: In der Verkaufsstelle des Dominiums Dablwitz in der Zimmerstraße, wurde heute nicht weniger als 32 Pf. für das Stück gefordert. Eines dieser Eier hat die Größe eines Taubeneies und wiegt genau 50 Gramm. Hier müßte unbedingt die PrcisprüfungSstelle Groß-Berlin eiir schreiten. Wenn infolge der mangelhasten Organisation der Zcntral-Einkaufsgesellschaft in Berlin gegenwärtig wenig Aus landseier zum Verkauf kommen, so haben die märkischen Lieferanten noch nicht das Recht, die Notlage der Bevölkerung durch übermäßige Preise auszunutzen. Nicht nur gegen die unverschämt hohen Preise muß vor gegangen werden, sondern es müssen auch Maßnahmen er folgen, die auf eine bessere Lcrsorguug der Bevölkerung mit den notwendigsten Lebensmitteln zu erschwinglichen Preisen hinauslaufen._ Tic Einschränkung des Fahrradvcrkchrs. Die neue Verordnung des OberlommandoS über den Fahrrad berkehr dürste von tiefeinfchncidendcr Bedeutung fein. Danach ist jede Benutzung von Fahrrädern zu Vergnügungsfahrten, Spazier fahrten und Ausflügen, ferner zu Sportzwecken verboten. Erlaubt wäre demnach die Benutzung von Fahrrädern für geschäftliche Zwecke, Zwei- und Dreirad, auch zur Benutzung zur und von der Arbeit. Betroffen werden von dem Verbot vor allem diejenigen, die Sonntags mit ihrem Rad hinaus in die freie Natur gondeln. Die Rad- fahrvereine worden danach ihre Tätigkeit vollständig einstellen müssen. DaS wird um so härter wirken, als die Verordnung Radrennen auf Rennbahnen erlaubt. Voraussetzung ist allerdings, daß die Rennen mit vorrätigen sogenannten Nennreifen, geschlossenen Gummireifen ohne Luftschlauch, ausgeführt werden. Frische Möwcneicr werden jetzt infolge der augenblicklichen Eier knappheit stärker in den Handel gebracht. Sie zeigen dunkelgrüne oder braune Farbe mit schwarzen Punkten, sind so groß wie kleinere Hühnereier und zurzeit noch etwas billiger als diese. Für drei Möwcneicr werden 65 Pfennig verlangt. Der Geschmack ist nicht unangenehm, aber auch nicht so gut wie der des Hühnereies. Immerhin ist das Möwenei dem zusammengemanschten»Ei-Ersatz* vorzuziehen. Am Markte sind natürlich keine größere Mengen, sie kommen auch nicht aus den wenigen an Groß-Berliner Flüssen und Seen zu findenden Möwennestern, sondern von außerhalb und werden wohl nach dem Kriege im Handel wieder verschwinden.- An KricgSuuntcrstützuilgcn anZschließlich für Kriegersamilien sind seitens der Stadtgemeinde Berlin im Mai mehr als M i I l i o n e ii M a r k aufgewendet worden, hierunter mehr als 1, S3 M i Iii o n e n M a r k f ü r M i e tS b e h i t f e n, die für Monat April 1,g Millionen Marl betrugen. Insgesamt sind bis Ende Mai an B a r u n t e r st ü tz u n g e n für Kriegerfamilien nahezu 140 Millionen Mark ausgezahlt worden. Teuerungszulagen für Berliner Lehrer. Ein Bittgesuch um Teuerungszulagen ist von 15 Vereinen der städtischen Beamten, Lehrer und Lehrerinnen Berlin« dem hiesigen Magistrat unter- breitet worden. In der Eingabe wird darauf hingewiesen und an Zahlen erörtert, daß die Teuerung von den Beamten in ihrem gleichbleibenden Einkommen mit am schwersten empfunden wird und daß namentlich die Familienväter unter ihnen nickit mehr imstande sind, die nolwcndigslen Lebensbedürfnisse mit Hilfe ihres Dicnfteintommens zu bestreiten. Der Kreis der von der Teuerung schwer Bedrückten reiche bereits weit über diejenigen hinaus, denen nach einem früheren Beschluß der Behörde durch eine Kriegsteuerungs- zulage etwas geholfen werden sollte. Mehrere Groß-Berliner Gc- meinden seien deshalb mit ihren B-ihilscn auch schon übet den Ber- liner Gehaltssatz von 2500 M. binausgegangeii. Es wird gebeten, die F a m i l i e n v ä t e r im Verhältnis zu der Zahl der Kinder besonders zu beiücksichligen. Die Eingabe schließt: Wir erkennen gewiß auch illr uns die Pflicht an, Opfer zu bringen und aus jeden Fall durchzuhalten. Doch selbst bei der weilherzigsten Erfüllung unserer Bitte bleibt die Last der KricgStcurung noch drückend genug. Jetzt aber sind unsere Mitglieder am Ende ihrer Wirtschaft- lichen Leistungsfähigkeit angelangt, und wirtschaftliche Katastrophen können nicht ausbleiben, wenn ihnen nicht bald geholfen wird. Bestandsaufnahme von Fleischwaren auf Grund der Verordnung des Reichskanzlers vom 22. Mai 1916. Wer mit Beginn des 25. Mai 1916 Fleiichwarcn in Berlin in Gewahrsam Halle, hat sie bis zum 5. Juni 1916 getrennt nach Art und Eigentümern, unter Bezeichnnng der Eigentümer und des LagerungSortS, dem Statistischen Amt der Stadt Berlin, L! 2, Postftraße16, schriftlich und porto- frei anzuzeigen. Soweit die Mengen über 2000 Kilo- gramm betragen, sind sie außerdem der Reichsfleischstelle anzu- zeigen. Mengen, die sich mit Beginn des 25. Mai 1916 unterwegs befanden, sind vom Empfänger unverzüglich nach Empfang anzu« zeigen. Der Anzeigepflicht unterliegen nicht die Mengen, die lediglich sür den Haushall des Eigentümers bestimmt sind. Im Sinne dieser Verordnung gelten als Fleischwaren: Fleischkonserven, Räucherwaren von Fleisch. Dauerwürste aller Art sowie ge- räucherler Speck. Wer die ihm nach dieser Verordnung ob- liegende Anzeige nicht in der gesetzten Frist erstattet oder wissentlich unvollständige oder unrichtige Angaben macht, wird mit Gefängnis bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe bis zu fünfzehntausend Mark be st rast. Telegraphische Geldsendungen an Gefangene in rusfischcr Gefangenschaft. Von Kriegsgefangenen, die sich in russischer Gefangenschaft be« finden sin Skotowa in Sibirien) werden wir ersucht, darauf hinzu« weisen, daß telegraphische Anweisung von Geld überflüssig sei. Wer nämlich meine, daß das Geld, das lclegraphisch angewiesen werde, schneller in den Besitz der Gefangenen gelange, als wenn die Ein- zahlung auf dem gewöhnlichen Wege erfolge, der irre sich sehr. Unter 10— 14 Wochen käme Geld, das telegraphisch angewiesen werde, auch nicht in die Hände der Gefangenen. In dieser Zeit sei aber auch das Geld da, wenn es auf Anweisung eingezahlt werde. Die Angehörigen würfen die 8 M. Extragebührcn nur zum Fenster hinaus. Wir kommen dem an uns gerichteten Wunsche nach Bekanntgabe dieses Zustandcs gern nach.(z) Bücherfcndungen an unsere Gefangenen in Rustland. Mit Hinsicht auf diese Sendungen mögen die Bestimmungen der russischen Regierung in Erinnerung gebracht werden, nach denen die Zusendung folgender Bücher verboten ist: 1. Gebundene Bücher. 2. Nach 1913 erschienene Bücher. 3. Ge- brauchte Bücher. 4. Bücher, die irgendwelche handschriftlickcn Notizen, Bemerkungen oder auch Bleististstriche enthalten. 5. Bücher, die neuere Geschichte, Politik, militärische Wisienschast oder die Geographie Rußlands oder angrenzender Gebiete behandeln. 6. Bücher, die über Rußland oder einen seiner Verbündeten i» ungünstiger Weise sich äußern oder Bemerkungen solcher Art enthalten. 7. Bücher, die auf den jetzigen Krieg irgendwelchen Bezug haben.(z) Grundpreis sür Mais. Der Magistrat Berlin gibt bekannt, daß der Grundpreis für Mais vom 1. Juni 1916 ab auf 490 Mark für die Tonne ermäßigt wird, und zwar gilt dies bereits auch für die- jenigen MaiSmengen, die zum Verbrauch für die Zeit vom 1. bis 15. Juni vor dem 1. Juni abgesetzt werden. Die Zuschläge für den Futrermittelhändler bleiben die gleichen wie bisher. Ein Doppelleben führte ein Einbrecherehepaar, das gestern in Neukölln festgenommen wurde. Es handelt sich um ein Ehepaar Dalecki. Der Mann war Kunstschlosser, die Frau Straßenbahn- schaffnerin. Beide unternahmen des Nachts gemeinschaftlich Beutezüge und raubten, was ihnen unter die Finger kam. Ein großes Warenlager aller Art wurde in der Wohnung vorgefunden. Zwanzig Einbrüche sind zugestanden, es sind aber mehr von ihnen begangen ivordcn. Aus dem VerbiudnngSkanal gelandet wurde auf Charloltenbittger Gebiet an der Königsdamnibrücke die Leiche einer unbekannten Frau von etwa 25—30 Jahren, die den» Arbeiterstande angehört zu haben scheint. Die Tote, die augenscheinlich nur kurze Zeit im Wasser ge- legen hat, ist mittelgroß, hat ein rundes volles Gesicht und hell- blondes Haar und trug einen braunen Ulster, eine weiße- wollene Bluse, deren Kragen mit roter Kreuzstickerei verziert ist und einen dunklen Rock. Ter Arbeitcr-Sängcrlnind(Gau Berlin) Mt am heutigen Sonntag, mittags 12 Uhr, im Konzertgarlen des Friedrich- Wilhelmstädtischen Schauspielhauses, Chaussecstraße 30/31, eine Sänger-Morgcnsprache ab. Eine rege Beteiligung der Sänger ist erwünscht. Alle Sangesfrcundc und-freundinncn sind dazu eingeladen._ flus öen Hemeinöen. Fleischkarten in Reinickendorf. Die Verteilung des Fleisches soll vom 11. Juni ab nach dem Berliner System durch Ausgabe von Fletschkarten mit abtrenn- baren Bons erfolgen. Zu diesem Zwecke werden bei den zur Ver« tcilung zugelassenen Schlächtern K u n d e n l i st e n angelegt. Jeder Einwohner muß sich bei dem Schlächter einzeichnet� lassen, von dem er in Zukunft sein Fleisch entnebmen will. Die Schlächter müssen die Bestellung am heutigen Sonntag von 8 bis 10 Uhr und Montag und Dienstag von 8 Uhr früh bis 8 Uhr abends entgegennehmen. Bei der Einzeickinung ist dem Schlächter die amtliche(grüne) Lebens- mittellarte als LegUimalion vorzulegen. Zur Verteilung durcki die Ladenschlächtcr kommen jedoch nur Rind-,. Kalb- und Hammelfleisch: Schweinefleisch wird nach wie vor durch die Gemeinde direkt nach dem bisherigen System des Nummern- aufrufs und Abstempelung der LebenSmittellarle erfolgen. Der bisher nach Schluß des offiziellen Verkaufs stattgefuiidene frei« händige Verkauf des übriggebliebenen Fleisches und der ander- weiligen Teile ist eingestellt worden. Von diesen Resten läßt die Gemeinde Wurst herstellen, die an die Fleischkäufer verabfolgt wird. Bezugsberechtigte können auf je'/z Pfd. Fleisch V« Pfd. Wurst entnehmen. Infolge der herrschenden Milchknapphcit bemüht sich die Ge- meinde um Beschaffung von Milch. Es steht zu erwarten, daß die Abschlüsse in Kürze perfekt werden. Der Verkauf der Milch soll dann in den amtlichen Verlaufssicllen der Gemeinde erfolgen, und zwar vornehmlich und zuerst an die Inhaber von Milchlarten. Zur Durchführung der M a s s e n s p e i i u n g beschloß die Kriegskommissiou in ihrer letzten Sitzung, sofort die notwendigen Vorkehrungen zu treffen._ Tie Nahrungsmittelversorgung der Gemeinde Steglitz. Mit dieser Frage bcsckiätligte sich in fast dreistündiger Beratung die Gemeindevertletelsitzung am Donnerstag. Bürgermeister B n h r o W führte einleitend kurz auS, daß er dem in voriger Sitzung geäußerten Wunsche, diese Frage einmal gründlich in aller Oeffenl« lickikeir zu besprechen, gern nachkomme, da dies hoffentlich eine ge- wisse Beruhigung der Bürgerschaft bringen werde. Die Kritik der Bürgerschaft ses zwar begreiflich, aber nicht berechtigt. DaS Publikum vergesse dabei, daß die Gemeinden nur das ausführen nlüßlen, was von anderen Stellen angeordnet sei. Mit anonyinen Anzeigen könne er nichts beginnen: jeder solle den Mut haben, mit seinem Namen hervorzutreten, dann werde, ohne daß der Anzeigende etwas zu besürchten habe, mit aller Energie eingegriffen werden. Schöffe I o ch e m erstattete dann den eigentlichen Bericht. Er schilderte ausführlich, wie die Verwaltung bemüht gewesen sei. in bester Weise für die Hcrbcischaffnng der nötigen Lebensmittel- zu sorgen und welche Hindernisse dabei zu bewältigen waren. Daß es nicht immer in befriedigender Weise möglich war, sei in dem Mangel an Waren begründet; auch die beste Verwaltung könne nicht aus einem Pfund Fleisch Met machen. Im Gemeinde- verkauf seien bis jetzt für 700 000 M. Waren umgesetzt worden. Jetzt sei man aber am Ende angelangt, denn die Gemeinde hätte nichts mehr zu verkaufen. Speck und Dauer- wurst seien nicht mehr erhältlich, der Seefischverkauf habe wegen sehr schwacher Nachfrage eingestellt werden müssen, den Heringsvcrkauf werde der Frauenverein vollständig übernehmen und im bisherigen Lokale, das man sich für alle Fälle sichern wolle, weiterführen, während der Laden in der Düppelstraße ausgegeben werden soll. Im übrigen sollen alle erhältlichen Waren durch die Kleinhändler ver- kaust werden, die möglichst gleichmäßig versorgt werden. Einschließ- lich des Mehles, das auch durch die Gemeinde verteilt wird, betrage der Gesamtumsatz an Lebensmitteln bis jetzt 5— ö'/o Millionen Mark. An Lebensmittelkarten aller Art seien rund sechs Millionen Stück ausgegeben worden. Schon diese� beiden Zahlen bewiesen, welche Arbeit geleistet werden müsse, er- kläre aber auch, daß hin und wieder Verschen unterlausen könnten, zumal es sich um ein völlig neues Arbeitsfeld für die Verwaltung handle. Größeren Werl werde man in Zukunft auf die Massen- speisung legen müssen; zu den schon seit 1014 betriebenen zwei Kriegsküchen soll eine dritte treten, zu deren erstmaliger Einrichtung er um Bewilligung von 3—4000 M. bitte. Sowohl die neue Küche wie die bisher in der Schule in der Plantagenstraße untergebrachte sollen in leerstehenden Restaurationsräumen eingerichtet werden. Die sachlich geführte Aussprache, an der fich die Gemeinde- verweter A ß m a n n und L e i m b a ch(Soz.), Jürgens (Grundbes.), Tornau und W i n k l e r(Komm.-Verein), beteiligten, brachte die zahlreichen Beschwerden der Bürgerschaft zum Ausdruck, gab aber auch nützliche Anregungen, wie den bestehenden Mißständen abzu- helfen sei. Bürgermeister B u h r o w und Schöffe I o ch e m nahmen wiederholt das Wort, um zu versichern, daß der Gemeindevorstand bestrebt sei, alles zu tun, um der Bürgerschaft über die schwere Zeit hinwegzuhelfen. Die geforderten Mittel für die dritte Kriegsküche wurden einstimmig bewilligt, und vom Gemeindevorstand wurde zugesagt, bei eintretendem Bedarf noch eine weitere Küche für den Süden'der Ortsteil einzurichten.— Auf eine Anfrage des Gemeinde- verweters L e i m b a ch nach dem Schicksal einer Eingabe der bei der Gartenverwaltung beschäfligten Gärtner und Arbeiter wegen Lohn- erhöhung erwiderte der Bürgermeister, daß bisher beim Gemeinde- vorstand nichts eingegangen sei. Stellungnahme zu den Parteidifferenzen. Der Wahlverein Oberschöneweide nahm am 23. Mai in der Generalversammlung den Geschäftsbericht entgegen und nahm gegen eine verschwindende Minderheit von 14 Stimmen nachfolgende Resoluiionen an: .Im Interesse der Parteieinigkeit und zur Verhinderung einer Spaltung unserer Partei ist sofort eine Wiedervereinigung unserer Reichstagsfraktion anzustreben, die möglich ist auf folgender Grund- läge: In all den bekannten zurzeit strittigen Fragen der Partei, in denen ein geschlossenes Vorgehen durchaus nicht zu erreichen ist, gibt die Fraktionsmehrheit der Minderheit Freiheil für die Ab- slimmungen im Parlament sowie die Möglichkeit zur Darlegung ihres Standpunlies in den Generaldebatten des Reichstages. Diese Abmachung gilt bis zum nächsten Parteitage. Die Verireter beider Anschauungen haben in Zukunft im Par- lament und in der Presse sich auf die Hervorkehrung der sachlichen Gegensätze zu beschränken und alle persönlichen Anfeindungen streng zu vermeiden, dann muß ein ersprießliches Arbeiten neben und miteinander möglich sein trotz gegensätzlicher Anschauungen. Diese Resolution ist zur sofortigen beschleunigten Weiter- behandlung dem Parteivorstande sowie beiden Fraklionen zu über- Mitteln. Die Genossen Groß-Berlins erwarten von beiden sozialdemo- kratischen Fraklionen, daß sie durch sofortige Verständigung auf obiger Grundlage den Genossen im Reich ein gutes Beispiel geben, bevor die Parteizerrüttung unheilbar geworden ist. Diese Gefahr steht unmittelbar bevor." .Die Generalversammlung des Sozialdemokratischen Wahl- Vereins von Berlin-Oberschöneweide schließt sich den Beschlüssen des Zentralvorstandes sowohl im.Vorwärts"-Konflikt als auch in bezug auf Abhaltung einer Verbandsgeneralversammlung an. Ferner unter- stützt sie das Vorgehen der Preßkommission und billigt die von der- selben im.Vorwärts"-Konfllkt gefaßten Beschlüsse. Die vom Genossen Richard Fischer eingenommene Stellung im „Vorwärts"-Konflikt wird von der Generalversammlung als Partei- schädigend bewertet und die Leitung der Kreisorganisation aus- gefordert, diesem Verhalten sowie dem des Parteivorstandes in Sachen Meyer mit allen zu Gebote stehenden Mitteln entgegen- zutreten. Dem Parteivorstand steht ein Recht auf eigenmächtige An- stellung und Entlassung von„Vorwärts"-Redakieuren nicht zu, sondern er hat in dieser Hinsicht gemeinsam mit der Preßkommission zu handeln." - Die Neuwahlen zur Bezirksleitung ergaben die Wiederwahl des Genossen Burgschat zum Vorsitzenden, als Kassierer wurde F. Wessen und als Schriftführer G. Hubert gewählt. Parteiveranstaltungen. Steglitz. Dienstag, den 30. Mai 1916, abends S'/j Uhr, findet im Restaurant«chellhase, Ahornstr. 15a, die Mitgliederversammlung des Wahl- Vereins Steglitz statt. Tagesordnung: Anträge zur nächsten Kreisgeneral- Versammlung; Wahl der Telcgierlen. Mitgliedsbuch legitimiert. Friedrichsfclde. Eine öffentliche Versammlung findet Mittwoch, den 31. d. Mts., abendS S1/, Uhr, im eaal von Bausdors, Berliner Straße, statt. Genosse Stadthagen rcseriert über:.Die Rege- lung der Lebensmittelversorgung" ßrauen-Leseabenüe. Neukölln. Der Frauenleseabcnd findet am Montag, den 29. Mai, statt. Für die Bezirke 1— 12 und 18—19 in den Passage-Festiälen, Berg- straße 151, für die Bezirke 13— 17 bei Felsch, Knesebcckstr. 48, für die Be- zirke 20— 24 im Karlsgarten. Tagesordnung: Die Bekam pjung der Geschlechtskrankheiten. Die Vorwäge werden von Spezialärztcn gehalten, wir bitten deshalb um vollzähligen Besuch. Iugenöveranstaltungen. Reinickendorf-Dst. Der Jugendausschuß veranstaltet Soimabend, den 3. Juni, in den„tzubertussälen" für die örtliche Arbeiterjugend eine „Jugendseier". Das Programm, das neben Rtusik, Gesang, dem Vortrage ernster und heiterer Gedichte, sowie volkstümlicher Gesänge mit Mandolinen- bcgleitung auch die Ausführung ewiger Szenen aus„Wilhelm Tell" vor- steht, wird von der Jugend selbst bestritten werden. Jugendliche sowie derer! Eltern und Freunde sind eingeladen. Einwiltskarten a 25 Ps. sind bei den Bezirkssührern, in der ,Vorwärts"«Spedition und Konsumgenossenschaft zu haben._ SSetterausfichten für das mittlere Norddeutschland bis Montag mittag. Mäßig wann, im Küstengebiet überwiegend heiter und trocken, im Binnenlande größtenteils bewölkt und besonders im Südwesten ziemlich zahlreiche Gewitterregen. Soziaidemokratischer Watilverein für den 8. Berliner ßeiehstagswahlkreis. Dienstag, den 30. Mai, abends 8V2 Uhr: General-Versammlung im Gewerkschaftshause, Engelufer 13. Tagesordnung: Bericht des Vorstandes und Neuwahl desselben. —. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. 209/15* Kahlreichen Besuch erwartet Der Torstand. Terwaltnns Berlin. Teb-Arnt Moritzplatz 10623, 3578. Bureau: Rungestraße 30. Sranchen-Versammhmgen: Rahmenmacher! Montag, den'49. Mai, abends 6 Uhr, bei W ä h li s ch, Skalitzer Straffe 44. Tagesordnung: 1.'Bericht von der Generalversammlung. 2. Die Dcuerungs- zuluge in unserer Branche. Lallen- und XontormöMtiscMer! Mittwoch, den 31. Mai, abends 6 Uhr, bei Mcrkmann, Gr. frankfurter Str. 16. Tagesordnung: 1. Bericht von der letzten Generalversammlung. 2. Anträge mehrerer Werkstcllen auf Regelung der Teuerungszulagen. 3. Branchen- und Verbandsangelegenheiten. 87/6 Die Or ts Verwaltung;. Achtung: Korbmacher. Achtung: Donnerstag, den 1. Juni(Himmelfahrtstag): DM�Gemeinsamer Ausflug.'MU i« der Eichhornstrasse, Pots- Treffpunkt: morgens 7 Uhr damer Bahn(SSannsee Bahnhof). Zahlreiche Beteiligung erwartet Die Kommission. r. i Westmnnn's Trauermajazln Größte Auswahl. Billigste Preise. L UohrenstraSa 37a (Kolonnaden) IL Or. Frankfurter Str. 115 (nahe Andreasstr.) Aulwahlsendungen sofort. Amt Zentrum 7890. Sonntag 12—2 Uhr geöttnoL Nene Regelung der Kutternerteilung. Juni Wir bitten unsere geehrte Kundschaft, welche vom 5 ab ihre Butter von uns weiter zu kaufen gedenkt, sich bis zum 30. Mai abends gegen Abgabe ihrer sämtlichen Zucker- karten-Kohfstücke in die in unseren Geschäften ausliegenden Kundenlisten eintragen zu lassen. wir garantieren üen Erhalt ü. zustehenden Outterquantums Gebrüder Manns, Hutter- Großhanölung Hoflieferanten. Glütistrumpfafcht! Auguststraße 69. tauft Biümet, 256/19» Dienstag, den 30. Mai 1916, abends 8'/g Uhr: Mitglied er'Versammlung im Volkshaus, Rosinenstraße 4. Anträge zur Kreisgencralversammlung. Disiusston und Bcschlußjassung. Verschiedenes. DSK 1 Mitgliedsbuch legitimiert.'Will 250/11 Die Mitglieder werden ersucht, in dieser Versammlung vollzählig zu erscheinen. Der Vorstand. Verein der in Schriftgieöereien besclräitigfen Arbeiter u, Arbeiterinnen Berlins u. Umgegend. Dienstag, den 30. Mai 1916, abends 6'/z Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15, Saal 3: General-Versammlung. Tagesordnung: 1. Vereinsmitteilungen.— 2. Kassenbericht und Bericht der Revisoren _ 3. Vergütigung des Vorstandes.— 4. Wahl des Vorstandes und der Revisoren.— 5. Wahl eines Vertreters zur Gcwerkschastskommisston.— 6. Verfchiedenes. �_. 7530 Der Borstand. UkruMlingsjielle Kerliu. Fiiutnstr. 83—85 Telephon: Amt Norden 185. 1239, 1987, 9714. Bnrean geöffnet von S bis 1 Uhr und von 4 biS 7 Uhr. Rohrleger-. Helfer! M!ei1 Mittwoch, den 31. Mai, abends 8 Uhr: Allgkiimnk KmcheilNechumlnng im Gewerkschaftshause, Engelufer 15, Saal 8. Tagesordnung! 1. Die Arbeits- und Lohnverhältniffe der Metallarbeiter«ach dem Kriege. Resercnt: Kollege W. Siering. 2. Diskussion. 3. Verbands- und Branchenangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Die Kollegen, die w anderen Berufen tätig find, werden ersucht, cm den Branchcnversammlungen teilzunehmen. Besonders eingeladen find die Kollegen folgender Firmen: Clement, Deutsche HeiKnngswerke, Flach& Calienbach, Förster& Range, Fremder, Gaedicke, Goldschmidt, Gorka. Grenoiig, Gries, Grove, Grün. I-lehl A Stöhr G. m. b. 11., Haag, Hcrmstiidt, Herrlcin A Schoppe, Hein, Ilbhns, Otto. Hopp«.V Garstedt, Hüncckens, Janickc A Vetter,«füschke, Fmil A Comp. In dieser ernsten Zeit ist es Pflicht aller Kollegen, z» er- scheinen. Rütieit die Säumigen auf l Die Ortsverwaltang. Mittwoch, de» 31. Mai, abends 8V, Uhr: Mitglieder-Versammlung der Gold- und Silberarbeiter und verwandten Berufsgenossen im Dresdener Garten, Dresdener Str. 45. Tagesordnung: 1. Verbands- und Branchenangelegcnheiten. 2. Verschiedenes. Pünktliches und zahlreiches Erscheinen wird erwartet. 117/12 Die Ortsveroraltnng. ReukersTVerke • 3 Laude 4 Matt• Luchhandlung vorwärts Haben Sie Stoff? ich fertige davon Anzug od. 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