Ar. 150,- 83. Jahrg. HbonnementS'Bedingungen: «bonnements. PreiZ pranumercmd» kierreljähiT z,9a Ml� manatl. UN MJ. wöchenllich 30$fg. frei ins Haus Einzelne Nummer ö Ug. Sonnlags nunimer mil illustrierter Sonntags- Leilage.Die Neue Welt" 10 Psg. Post- kbonnement!>,30 Wart pro Monat. Eingetragen m die Post- ZeUungs- Preislifte. Unter Kreuzband tür Deutschland und Oesterreich- Ungarn 2�0 Marl, für das übrige Ausland t Marl pro Monat. Postaboimements nehmen an Belgien. Dänemark Holland, Italien, Luxemburg, Poriugal. «umänien. Schweden und die Schweis. ( 5 Pfennig) Die TnfertionS'Ge&flbr betrügt für die sechsgespaltene Kolonei- »eile oder deren Raum SO Psg. für politische und gewerlschaftliche BereinS- und Versammlung--Anzeigen 30 Psg. �Kleine Hnrcigcn", das settgedruckte Wort SO Psg. fzulaisiz 2 kettgcdruUte Worte), jedes wettere Wort>0 Psg. Stellengesuche und Schlasstellenan- zeigen das erste Wort W Psg., jedes weuere Wort s Psg. Worte über 1b Buch- staben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Siummcr müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erpcditwn ist bis 7 Uhr abends geöffnet. ftlchelnl ldgltch. Vevlinev Volksblnkt. relegiamm-Adrcffe: »Zdrldlltemoki-dl fferllii'' ZcntraXorgxn der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Slv. öS, Linüenstraße Z. Fernsprecher- Ami Muritspiats- Nr. 151 90—151 07. Expedition: SW« dS, Linüenstraße Z. Fernsprecher: Amt Morihyla«. Nr. 15190—15197. Steuerpolitik im Reichstag- Dr. Karl Helfferich, der bis vor wenigen Tagen des Deutschen Reiches Finanzminister war und jetzt das Reichsamt des Innern leitet, hat seine öffentliche Laufbahn als Lehrer der Nationalökonomie und der Finanzwissenschast an einer Universität begonnen. Mehrere Gebiete seiner Fachwissenschaft hat er durch gelehrte Bücher angebaut, die von wissenschaftlichen Kritikern gerühmt werden. Seine letzte Schrift, worin er an der Hand der von den Auswärtigen Aemtern der kriegführenden Staaten veröffentlichten Urkun- den einen Ausflug in das Gebiet der internationalen Politik unternimmt, und den am Ausbruch des Weltkrieges Schul- digen zu ermitteln sucht, hat allerdings auch von wohlwollen- den Beurteilern eine günstige Beurteilung nicht durchweg er- fahren. Immerhin wird nian sagen müssen, daß das Deutsche Reich noch niemals einen Staatssekretär des Reichsschatzamtes gehabt hat, der an wissenschaftlicher Durchbildung in seinem Fache und an eigener Erfahrung und Tätigtest auf Wirtschaft- lichen Gebieten Herrn Dr. Helfferich gleichgekommen wäre. Desto auffallender ist es freilich, daß noch keine Finanzreform im Deutschen Reiche— so nennt der politische Sprachgebrauch die Wünschelrutengänge des nach Steuerquellen suchenden Schatzsekretärs— so wenig von steuerwissenschaftlichen und allgemein ökonomischen Grundsätzen beherrscht war, wie der Steuerplan, den Dr. Helfferich in diesen Tagen vor dem Reichstag zu verteidigen hatte. Ein„Steuerkunterbunt ohne leitenden Gedanken, einen Rattenkönig von Steuern" nannte Genosse Dr. David mit scharfer Kritik diese„Finanzreform". Wir glauben es dem Herrn Staatssekretär Dr. Helfferich, daß er, wie er glaubte hervorheben zu müssen, nur schweren Her- zens das Steuerkompromiß, wie es die bürgerlichen Parteien unter Ausschaltung der Sozialdemokraten gestaltet haben, der- teidigt hat; und wenn es, nachdem er das Reichsschatzamt recht schnell verlassen hat, auch seine letzte Fahrt durch das bran- dende Meer der durch den Krieg aufgewühlten Reichsfinan- zen war, so mag sie ihm, dem gelehrten Nationalökonomen und praktischen Finanzmann, nicht nur deshalb schwer ge- worden sein, weil es gerade die letzte Fahrt war. Wenn ein- mal— hoffentlich in naher Zest— auch die innerpolitischen Vorgänge der Kriegszeit besprochen werden können, so wird auch klar werden, wo der Prellstein liegt, an dem der Steuer- wagen des Herrn Dr. Helfferich steuerlos geworden ist; im Reichstag oder an anderer Stelle? Vielleicht wird eine Unter- suchung darüber nicht nur geschichtliches Interesse haben, son- dern starke Bedeutung für die praktische Politik. Die Abgeordneten Herold vom Zentrum und Gras Westarp von der konfervatwen Partei, die sich für ihre Fraktionen am Mittwoch im Reichstag zu dem Stenerkom- promiß äußerten, hielten mit auffälliger Beflissenheit den »Grundsatz" fest, daß die direkten Steuern den Einzelstaaten tmd den Gemeinden gebühren, die indirekten dem Reiche. Als auch Dr. Helfferich diesen Standpunkt einnahm, und feierlich erklärte, daß die Verbündeten Regierungen„niemals" die Grenze Mischen der Steuerhoheit der Einzelstaaten und dem Geldbedarf des Reiches weiter in das Gebiet der direkten Reichssteuern verschieben lassen würden, antworteten ihm Zwischenrufe cms den Reihen der äußersten Linken, daß der Zwang der durch den Weltkrieg geschaffenen Finanzlage stär- ker sein würde, als alle solche Beteuerungen. Der Abgeordnete B l u n ck von der Fortschrittlichen Volkspartei führte des näheren aus, daß, wenn der Krieg in diesem Sommer zu Ende gehen sollte, mehr als 7 000 Millionen für die Verzinsung von Kriegsanleihen und Heilung oder Besserung von Kriegs- schaden jährlich würden aufgebracht werden müssen, und daß gegenüber solchen Aufgaben jener„Grundsatz" versagen müsse. In der Tat kann von einem„Grundsatz", der die Erhebung direkter Steuern nur den Bundesstaaten zuwiese, durchaus nicht gesprochen werden, höchstens von einem Brauch,„von dem der Bruch mehr ehrt ats die Befolgung". Dies hielten mit einer Fülle trefflicher Gründe auch die Genossen Bern- stein, Dr. David und Stalten Herrn Tr. Helfferich und den bürgerlichen Parteien vor. Die Rede des Grafen W e st a r p bot übrigens ein interessantes Beispiel, wie Differenzen innerhalb der kon- servativen Fraktton in aller Ruhe vor der Oeffentlichkeit aus- getragen werden. Ter Redner bekannte sich als Gegner des Steuerkompromisses und erklärte, seinen Widerstand auch bei der Abstimmung darüber nicht aufgeben zu können. Das hat seine Fraktton indes nicht gehindert, ihm die Vertretung der Fraktion zu übertragen. Die Mehrheit der Konservativen wirb für das Steuerkompromiß stimmen und also in der namentlichen Abstimmung— am Freitag— gegen die von der sozialdemokratischen Fraktion beantragte Wiedereinfügung des Wehrbeitrages. Als Vertreter der Sozialdemokratischen Arbeitsgemein- schast zeichnete Genosse B e r n st e i n die Grundlagen einer Steuerpolitik, wie sie sich unter den Einwirkungen der durch den Krieg herbeigeführten Umwälzung aller Wirtschaft ge- stalten müßte: Die allgemeine Verteuerung aller Warenpreise. besonders der Lebensmittel, die Erhöhung des Zinsfußes und die Verschiebungen im Vermögen und im Wohlstand der ein- zelnen, die Proletarisierung weitester Kreise des Mittelstandes und die Heranzüchtung von Millionären und Trägern an- derer großen Vermögen; das seien die wirtschaftlichen Tat- fachen, von denen die Steuerpolitik im Kriege und danach ausgehen müsse. Daraus ergebe stch dann ohne weiteres die Verwerfung seder indirekten Steuer auf den Verkehr(Post- I gebühren, Frachturkunden) und auf den Warenumsatz, des- , gleichen die Ablehnung der Tabaksteuer. Daraus ergebe sich aber ebenso zwingend die denkbar stärkste Heranziehung der Vermögen und der Erbschaften, woran auch der Einwand der bürgerlichen Parteien nichts ändern könne, daß alles ver- , mieden werden müsse, was die zur Erneuerung und zum ' Wiederaufbau des wirtschaftlichen Lebens in Deutschland 1 nötige Kapstalbildung hindern könnte. Deutschland ist ein 1 kapstalreiches Land. In trefflichen Einzelausfllhrungen vervollständigten die Genossen Stalten und D r. D a v i d die Kritik an den Steuervorlagen der Verbündeten Regierungen und dem Kompromiß der bürgerlichen Parteien. Von diesen� beteiligten sich noch an der Erörterung der Abgeordnete K e i n a t h für die Nationalliberalen. Dr. Wiemer für die Forttchrsttliche Volkspartei, M e r t i n für die Deutsche Fraktton, die auch nicht geschlossen für das Steuerkompromiß stimmt, und der Abgeordnete S e y d a für die Polen, die trotz aller Ersahrun gen, die sie gemacht haben, für das Kompromiß eintreten wollen. Herr Dr. Helfferich konnte sich schließlich nicht ver- sagen, der Rede des Genossen Bern st ein eine kriegsver- längernde Wirkung nachzureden. Am Schluß der langen Sitzung wurde noch ein Nachttag zum Besoldungsgesetz in allen drei Lesungen einsttmmig an genommen; er bietet eine Anzahl gering besoldeter Beamten Ausbesserungen des Gehalts, die in der Kriegszeit doppelt an genehm sind._ Eine neue Auslastung öethmann Hollwegs. Wie dem„Berliner Lokal- Anzeiger" aus München gemeldet wird, hat der Reichskanzler bei seinem Besuch in München den Chefredakteur der„Münchener Neuesten Nachrichten" empfangen. Ein später erschienener Arttkel dieses Blattes wird vom„Lokalanzeiger" � als Niederschlag der Unterhaltung mit dem Reichs kanzler interpretiert. Wir geben deshalb aus den: Arttkel des Münchener Blattes folgende auch im„Lokalanzeiger" besonders hervorgehobene Stelle wieder: .Wenn die verantwortlichen Staatsmänner der Entente einen Blick auf die Kriegslarte werfen und die dort verzeichneten Tatsachen für sich sprechen lassen, so werden sie auch die A-eußerungen unseres Reichskanzlers verstehen, daß die jetzige Kriegskarte die Grundlage für einen Frieden btlden müsse. Wir sagen absichtlich, die Grundlage. Es ist ein unehrliches Mißverstehen, wenn man aus den Worten des Reichskanzlers herausgelesen hat, daß die undurchdringlichen Schützengräben, die die Mittelmächte im Osten und Westen er- richteten, die derzeitige deutsehe unerschütterliche Soldatenmauer, auch die Grenzen eines Friedensschlusses sein müssen. Noch in keinem Kriege— man denke nur an 1870— war dies der Fall. Aber die militärischen Errungenschaften, die mit unendlich viel Blut erstritten worden sind, müssen die Ans- gangspunkte irgendwelcher Verhandlungen bilden. Das ist so unzweideutig und klar, daß eine andere Deutung nur auf Böswilligkeit und Verdrehung der Tatsachen begründet sein kann." In dem Arttkel der„Münchener Neuesten Rachrichten" wird ferner die Ansicht ausgesprochen, daß die V e r st ä n d i- gung der einzelnen Kriegführenden unter sich, direkte Verhandlungen von Macht zu Macht, den Frieden am ehesten fördern würden. Wir unserersests halten diese Form der Separatverhcmd- lungen nach Lage der Dinge für die unwahrscheinlichste Form der Verständigung. Nach wie vor erscheint uns ein ver- ständiger und energischer Fttedensvermittlungsversuch Neu- t raier die besten Aussichten m versprechen. Amerikas Stellung zur Zrieüensfrage. London, 30. Mai.(W. T. B.)»Morning Post" msldet aus Washington: Es ist bekannt, daß gewisse Politiker hoffen, daß die Vereinigten Staaten an den Friedensverhandlungen teilnehmen werden, und einige nehmen dies als ein Recht in Anspruch. Denn jeder Friedensvertrag würde die politischen und Handelsintereffen Amerikas berühren, und deshalb müsse es eine Stimme dabei haben. Als der Krieg zwischen Amerika und Deutschland drohte, sagten gewisse Leute, es würde sich für die Vereinigten Staaten verlohnen. Deutschland den Krieg zu erklären, um Amerika eine Vertretung bei den Friedensverhandlungen zu sichern, die die amerikanislben Interessen schützen könne. Unter den Politikern besteht die Besorgnis, daß außer dem Friedensvertrag geheime Abkommen geschlossen werden könnten, die Amerika zum Schaden gereichen könnten, und daß Japan imstande sein würde, seine Stellung weiter zu verstärken, und Amerika stark zu bedrohen. London, 30. Mai.(W. T. B.)„D a i l y M a i l" schreibt im Leitartikel: Jeder Engländer würde gern Vielerlei über die letzte Rede Wilsons sagen, aber wird sich recht davor hüten, es zu tun. Man muß daran denken, daß alles, was jetzt in Am-esika ge- schieht, unter dem Zeichen der Präsidentenwahl steht. Am besten ist, sich für die nächsten Monate gegenüber allen amerikanischen Dingen blind zu stellen und sich auf den Krieg zu beschränken. London, 30. Mai.(28. T. B.)„Morning Post" schreibt: Wir m England möchten es»wht ohne einige Erregung betrachten, daß Wilsons Wiederwahl gesichert wäre, wenn, er deu Frieden wiederherstellen oder sich an der Aufstellung de? Fttqdensbedin- gungen beteiligen könnte. Deutschlands Finanzinteresse in den Vereinigten Staaten wird ungeheuer. Auf dem amerikanischen Handel beruht die Hoffnung Deutschlands, seinen Handel künstig wieder in die Höhe zu bringen, und ein vorzeitiger und unent- schiedener Friede könnte den Interessen beider Notionen nützlich sein. �Times� polemisiert gegen Wilson. London, 29. Mai.(W. T. SS.) Neuler meldet aus Washington: Präsident Wilson sagte in seiner Rede am 27. Mai u. a. noch folgendes: „Dieser große Krieg hat unS sehr tief betroffen, und eS ist nicht nur unser Recht, sondern auch unsere Pflicht sehr offen darüber und über die großen Interessen der Zivilisation zu sprechen, die er berührt; seine Ursachen und seine Ziele gehen uns nichts an. Wir haben kein Interesse daran, die dunklen Quellen, aus denen dieser gewaltige Blutstrom entsprang, zu erforschen." Die„Times" schreibt dazu: Wir müssen alsbald gegen Wilsons Aeußerung protestieren, daß die Ursachen und Ziele des Krieges Amerika nichts angingen, und daß Wilson oder ein anderes Staats- oberhaupt das Recht habe, eine Friedensbewegung früher oder später anzuregen, ohne auf die Ursachen und Ziele des Krieges Bezug zu nehmen. Wilson muß nicht glauben, daß seine Weigerung, über den Fall Belgien ein Urteil abzugeben, ihm einen Anspruch gibt zwischen denen, die eS verräterisch angriffen, und denen, die es rechtmäßig verteidigten, zu vermitteln. Es muß ganz klar gesagt werden, daß die Alliierteu nicht geneigt sind oder sein werden, zuzugeben, daß innerpolitische Interessen Amerikas sich in diesem Kampf um daS Recht eindrängen. Die Alliierten werden auf Friedensvorschläge nur hören, wenn sie von dem besiegten Feinde kommen. Der französische Tagesbericht. Paris, LI. Mai.(W. T.B.) Amtlicher Bericht vom DienStag nachmittag. Auf dem linken Ufer der Maas ver- doppelte sich gestern am Ende des Tages die Heftigkeit der Be- schießung zwischen dem„Toten Mann" und Cumieres. Der Feind unternahm kurz darauf auf die Gesamtheit der Stellungen in diesem Abschnitt unter Verwendung einer frischen kürzlich an dieser Front eingetroffenen Division einen sehr mächtig en Angriff. Ans dem linken Flügel der französischen Linie wurden alle Stürme auf die Abhänge östlich vom„Toten Mann" durch unser Feuer gebrochen. Weiter östlich in der Gegend de? Caurettes-Waldes zogen stch die Franzosen nach mehreren fruchtlosen Angriffen der Deutschen, die bedeutende Verluste erlitten, südlich des Weges Bethincout— Eumiöres zurück. Auf dem rechten Flügel glückte es den wiederholten Be- mühungen der Deutschen nicht, die Franzosen aus dem Waldrand südlich von Cumisres zu vertreiben. Die Beschießung blieb die Nacht hindurch heftig. Auf dem rechten tlfer der Maas war der Arttlleriekampf sehr lebhaft in der Gegend von Fort Donaumont; an der übrigen Front war die Nacht verhältnismäßig ruhig. Paris, 31. Mai.(W. T. B.) Amtlicher Bericht von gestern abend. Links von der Maas sehr heftiges Geschütz« feuer in der Gegend vom„Toten Mann" und Cumieres. Artillerie- tätigkeit auf dem rechten Ufer und in der Woevreebene. Bon der übrigen Front ist nichts zu melden. Belgischer Bericht. Wenig lebhafter Artillenekamps an der Front der belgischen Armee. Die englische Meldung. London, 80. Mai.(W. T. B.) Amtlicher Bericht. Die feindlichen Flieger waren gestern tätiger als sonst. Eines unserer Flugzeuge wurde im Luftkampfe abgeschossen und fiel innerhalb unserer Linien nieder. Ein feindliches Flugzeug wurde außerhalb der feindlichen Linien zum Niedergehen gezwunZen. Südöstlich von Cuinchh brachten wir eine Mine zur Explosion. Zwei deutsche Minen bei Souchez und Neuville richteten keinen nennenswerten Schaden an. In unseren Gräben herrschte heute mehr Ruhe als jetvöhnlich. ES kam zu keinem Jnfauteriegefecht bei geringer Tätig- eit der Artillerie. belgischer bericht. Le Havre, 30. Mai.(W. T. B.) Das Große Hauptquartier teilt mit: Wochenbericht für den 20. bis 26. Mai. Im Laufe der Woche herrschte vom 20. bis zum 26. Mai an der Front der belgischen Armee, besonders im nördlichen Teil und im Zentrum, starke Tätigkeit. Lebhafte Artilleriekämpfe spielten sich in der Gegend östlich von Ramscapelle und Pervhce ab, gegen Dix- muiden aber waren die Kämpfe noch heftiger. Am 22. und 23. Mai wechselten starke Bombcnkämpse mit starken Geschützkämpfen. Am Abend des 21. Mai wurde eine deutsche Abteilung, welche einen nnserer Posten am östlichen Ufer der User südlich von Dixmuideu angegriffen hatte, durch unser Jnfanterieseuer abgewiesen. Zu wiederholten Malen nahm nnsere Artillerie deutsche Werke in der Umgebung von Dixmuiden unter zerstörendes Feuer. Luftkrieg: Am 20. Mai abends hat ein belgisches Flugzeug während eines Luftkampfes auf der Höhe von Nieuport ein deutsches Flugzeug herabgeschossen, welches in das Meer fiel. Auch ein anderes feindliches Flugzeug fiel, durch das Feuer unserer Flugzeugabwehr- geschütze getroffen, ins Meer; die Besatzung ertrank, das Flugzeug wurde ans User geschleppt. Zusammen mil französischen und eng- tischen Geschwadern führten wir Flüge gegen feindliche Lager und Flugplätze aus. Der russische Kriegsbericht. Petersburg, 31. Mai.(W. T. B.) Amtlicher Bericht vom 30. M a i. W e st f r o n t: In der Nacht zum 29. Mai versuchte der Feind nach Artillerievorbereitung in der Gegend nordöstlich Angustiu« hos einen Angriff, wurde aber durch unser Feuer in seine Gräben zurückgeworfen. Feinducke Flieger warfen einige Bomben auf den Bahnhof von Wilejka und den Flecken Wojsion, nordwestlich Wilcjka l20 Kilometer).— G a l i z i e n: In der Gegend des Dorfes Hladli «IS 5iilomcter nordöstlich Tarnopol) richtete der Feind ein heftiges Feuer aus schweren und leichren Geschützen, mit Bomben- und Minenwerfern auf unsere Gräben und bereitete zu gleicher Zeit einen Jnsanterieangriff vor. Nachdem der Feind unsere Vorposten zurück- gcworjen hatle, brachte er zwei unserer noch nicht vollständig ge- ladenen Minengänge zur Explosion. Unsere herbeigeeilten Vcr- slärkungen warfen die Lcstcrreichcr im Gegenangriff aus unseren Gräben und stellten die alte Lage wieder her. Nordöstlich Zielona versuchte eine starke feindliche Abteilung sich unseren Gräben zu nähern, zog sich aber vor unserem Gewehr- und Handgranatenfeucr zurück. lZielona 6 Kilometer nördlich Buczacz.)— Kaukasus- front: Die Lage ist unverändert. Melöung öer itdiemschen Heeresleitung. Rom, 80. Mai.(23. T. B.) Amtlicher Bericht. Die ollgemeine Lage ist auf der ganzen Front unverändert, mit Ausnahme des Posina-Zlbschnittes und des oberen Astach, wo gestern die feind- liche Offensive wieder aufgenommen wnrde. Im Lagarina-Tal «Etsch-Tal) und im Pastibio-Abschnitt heftige Tätigkeit der beiden ?lrtillerien, sowie graste Tätigkeit der feindlichen Transporte, die wir durch unser Feuer störten. Südlich der Posina griff der Feind nach heftiger Artillerievorbereitung in der Richtung von Sogli— Campiglia und vom Priafora-Berg an. Nach einem erbitterten Kampf blieben die Unseren im Besitz dieser Stellungen. Auf der Hochfläche von Schlegen(Asiago) und im Sugana-Tal Tätigkeit von Aufklärungs- abteilungen. Die feindliche Artillerie begann die Ortschaft Ospedaletto zu beschiesten. Im Tofana-Abschnitt am oberen Boite wurde ein kleiner Jnsanterieangriff des Feindes abgewiesen. Auf den nörd- lichen Abhängen des Monte San Mickcle zerstörten wir durch eine mächtige Winencxplosion einen großen Abschnitt der feindlichen Gräben. C a d o r n a. Bericht ües türkischen Hauptquartiers. Konstautinopel, 30. Mai.(W. T. B.) Amtlicher Bericht. An der I r a k f r o n t keine Veränderung. An der K a u k a s u s f r o n t vertrieben wir Erkundungs- abteilungen, mit denen der Feind gegen unsere Stellung vor- gehen ivolltc. Auf dem linken Flügel kam es nur zu örtlichen Artilleriekämpfen. Am 29. Mai warfeil feindliche Flugzeuge dreißig Bomben auf einige Stadtviertel von Smyrna, wobei sie mehrere Personen teils töteten, teils verletzten und einige Häuser beschädigten. Am 27. Mai gingen ein feindliches Torpedoboot und feind- liche Flugzeuge gegen E l A r i s ch vor. Die von dem Flugzeug geschleuderten Bomben verletzten sieben Personen. Zwei unserer Flugzeuge griffen das Schiff und die Flcugzeuge des Feindes vor El Arisch an. Sie warfen mit Erfolg Bomben ab und feuerten aus Maschinengewehren. . Zum Vormarsch öer Hulgaren. Amsterdam, 30. Mai.(W. T. B.) Nach einer Meldung der .Times" aus Saloniki sind die Bulgaren nicht weiter auf griechi- schem Gebiet vorgerückt. Wie berichtet wird, haben sie alle griechi- scheu Forts in der Gegend von Rüpel besetzt. Sie haben bei Rüpel, Demir Hissar, Nevrokop und Xanlhi Truppen zusammengezogen, die SereS, Drama und Kavalla bedrohen. Die Ueberführung öer serbischen Truppen beenöet. Paris, 30. Mai.(W. T. 23.) Meldung der Agence HabaZ. Marineminister Lacaze teilte im Ministerrate mit, dast die U e b e r- führung der serbischen Truppen von Korfu nach Saloniki beendet sei, und verlas einen Brief des serbischen Kronprinzen, der die französische Marine dazu beglückwünscht. vom V-Ssotkrieg. Amtlich. Berlin, 31. Mai.(SB. T. B.) Eines der kürzlich von einer Unternehmung im Sltlantic zurückgekehrten deutschen U-Boote versuchte am 2. Mai d. I. in der Nähe von Ouessant einen etwa dreitausend Tonnen großen Frachtdanipfer ohne neutrale Abzeichen durch Warnungs- s ch u ß anzuhalten. Der Dampfer eröffnete darauf nach wenigen Minuten das Feuer aus einem etwa 5-Zentimeter- Kaliber großen Heckgeschütz. Das deutsche U-Boot konnte sich durch Ablauf mit hoher Fahrt in Sicherheit bringen. Es gelang ihm aber später nicht, an den mit Zickzackkursen ab- laufenden Dampfer wieder heranzukommen. Am Nachmittag des nächsten Tages folgte dasselbe U-Boot einem Dampfer und schoß auf große Entferunng einen Warnungsschaß, um diesen zum Stoppen zu ver- anlassen. Ter Dampfer eröffnete darauf sofort das Feuer aus einem Geschütz von etwa 12- bis 15-Zenti- meter-Kalibcr und lief dem U-Boot mit hoher Fahrt fort. Englische Falschmelöung. Berlin, 3l. Mai.(W. T. B.) Von russischer und englischer Seile wird die Slachricht verbreitet, daß die deutschen Dampfer „Psra",.Hebe" und„Worms" in der Ostsee versenkt find. Wir sind zu der Mitteilung der Erklärung ermächtigt, dast die Nachricht frei erfunden ist._ Die Kämpfe in Dentjch-Gftafeika. London, 30. Mai.»» ! von den ilädtifchen Kranken- s anstalten. Urban- Krankenhaus). Ehre seinem Andenken 1 Beerdigung ain Sonnabend, den [ o, Juni, nachmittags U'/, Uhr, von � der Leichenhalle des Zentral- Zriedhoscs in Fricdrichsfelde aus. Um rege Beteiligung bei der Bc- ttnng des Kollegen ersucht .1,11! Die Ortsverwaltung. Zu seinem 31. Getiurtstage 28. C. 1916. SII3 Obier des Weltkrieges starb am l. Mai 1915 im Lazarett durch Granatsplitter mein lieber, guter Mann, berzenSguter Vater seiner drei lieben Kinder, Sohn, Bruder, Schwager und Onkel, der Obergesreite Kus-tav Todte im Fuß-Art.-Rgt. 18. Bervn-Borslgwnldc, AscherSIeben. Im Namen der tiestrauernden Gattin 93l V/w, Martha Todte geb. Arndt nebst Kindern. Wilhelm Todte und Fran als Eltern. Wilhelm Todte nnd Frau als Bruder. Karl Gröper».Fr. geb. Todte. Hermann Arndt(z. Z. im Felde) und Frau. Otto Tturm(zurzeit im Felde) nnd Braut. Ida, Grna. Gretchen. Frida alS Nichten, u. alle Bekannten. Mein lieber Mann, ruh' sonst in Frieden, Du meine Welt, der Kinder Glück; Zu früh bist Du von uns ge- schieden Und liegest uns allein zurück. Sind wir auch einsam, tief be- trübt, So tröstet es uns immer wieder: Was sich nus Erden treu geliebt, Das findet sich im Himmel wieder. Lieber Papa, schlaf in Ruh', Unsere Liebe deckt Dich zu. Anna, Hedwig und Gustav, sein Liebling. Als Opfer des Weltkrieges starb im Lazarett am 22. April an seiner schweren Verwundung(Granat- splittcr) mein inniggeltebter, guter Dlann, der Grenadier Erich Schuster Leib-Gren.-Reg. Nr. 8, 2. Komp. L» tiefstem Schmerz Wwe. Gertrud Schuster N geb. Baranowsky. Im Herzen Illeibst Du ewig mein. [Eiitsclisp- Banaplieitep-Verhand. Zwelgvcrcin Berlin. Bezirk CaCMiindbriinnen. Am 28. Mai starb unser Mit- glwo, der Maurer dokannes Fechner im Alter von 67 Jabren. Ehre seinem Andenke»! Tic Beerdigung findet heute Donnerstag, nachmittags J Uhr, "on der Halle des Sebastian- KirchhoseS in bleinickcndors, Hum- es boldlslrage, aus statt, 9* Um rege Beteiligung ersucht >42/2 Bie örtliche Verwaltung. OsbissGi höchstzahlend, ' kauft inu.auöer dem Hause 8582* LinisersCmlle 8, Hof 1. Als Opscr lies Weltkrieges siel am 5. Mai 7,916 bei einem Sturmaugriff mein lieber Mann, herzensguter 18atcr seiner� drei Kinder, unser' lieber� Sohn, Schmiegersohn. Bruder. Schwager, Neffe und Enkel, der Unteroffizier V�iEli Landeck Jns.-Neg. 4 9, 6. Komp. im blühenden'Alter pon 81 Jahren Greisswald, Ringftr. 11— 12. Berta Landeck g.ib. Arndt nebst Kindern Gretchen. Willi, lettchen. Familie Landeck,>'pharlottcnburg , Nieder, Arndt, Her! ngsdors. Mit Schnsuchr in! Herzen nach seinen Lieben, Mit Sehnsucht im Herzen ist er geblieben, 7kbb u»,»»»», uui'—wiM iwnw�»» Dem Völkci-ringcn zum Opfer stet unser lieber freund und Kollege 775b dallZ NgSNös im blühenden Alter von 19 Jahren. Ehre seinem Ant>enke»! Arbeiter- Jugeudlscim II, Groffe Franksurt er St rage 128. Am.90. Mai verschied nach längerem Leiden meine liebe Frau, untere treue, fürsorgende Mutter,(-vrogmutter, Tante und Schwiegermutter 776b Therese Krischke-M Loll, Um stille Teilnahme bitten Amton Krischke und Familie, Die Beischling findet Sonnabend. nachnütlags 4'/, Uhr, von der Leichenkialle des Zentral» Friedhofes, griedrichsselde, statt. Am 21. Mai siel als Opicr des Weltlrieges nach 11 Monaten schweren Kämpsen mein lieber, unvergeßlicher Mann, Vater semer beiden Kinder, Sohn, Bruder, Schwiegersohn und Schwager, der Grenadier 139A Max Lindau Grenadier-Regt. 7, 3. Komp. im Alter von 29 Jahren. Dies zeigt im tiefften Schmerz an Frau Antra Linda« nebst Kindern und Verwandten. Ewig beweint von seinen Lieben. Hunkl-iaNUBA. Für die zahlreichen und liebevollen Beweise der Teilnahme bei der Bc- crdigung meiner lieben Frau, unserer guten Mutter 771b Marie Finileinsim ge&zabei sagen wir allen Verwandten, Be» kannten, den Kollegen der Firma Wustcrbart, sowie denen der Kontroll- Kommission Südost 1 und 2, ins- besondere dem Kollegen Wilhelm Nitsche vom Holzarbeitervcrband sür die Trostworte am Sarge der Eni» schlasenen unseren besten Dank. Wilhelm Lindcmann und Kinder. 3i Zleien SkliMn - Die- Wochenschrift für Arbeiterfamilien Wöchentlich l Heft für 1l> Pf. UesUnflnn's Ircueraiajazin Größte Auswahl. Billigste Preise. 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Herausgeber Purvas. 9. Heft. II. Jahrgang. Inhalt: Wilh. Häusgen: Heim, Werkstatt und Arbeit für Kriegsverletzte(I. Teil). B. Rausch: Erziehuug zur Wekrhaftigkeit(T. Teil). Max Cohen(Reuß): ElsaC- Lothringen und die Sozialdemokratie. Salomen Dem- hitzer: Zigeuner. Baltland. Glossen: Zur Katurgeschichte des Demagogen. Der Baumeister in der öffentlichen Wertschätzung, Verteidigung oder Angriff? Feldpostbrief. Nachdenkliches von Beruh. Shaw. Die Woche. Aphorismen. Aus unserer Sammelmappe. Einzelheft SO Pf. Vierteljährlich S,äO M. 7,n beziehen durch alle Buchhandlungen u. Zeitnngsgeschäfte. Ebenso nimmt jode Postanstalt vierteljährliche Bestellungen entgegen. Verlag für Sozialwissenschait � G. m. d. H., München, Altb eimereck 19. Wichtig für Herren! Während des Krieges gibt Erste Hcrrenkleiderfubrlk Anzöge, Palelols, Olster fertig � Maß WM'"» Einzelverkauf vom großen Fabriklager ab. Verkaafszeit: lO— 8 Uhr. 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Ge- radc die wichtigsten unter ihnen, die Erträgnisse an Brot- und Futtergctreide und an Heu, Stroh und Hackfrüchten sind durch die tatsächlich angebauten Flächen festgelegt, in ihrem endgültigen llmsong von natürliche», vor allem von Witterungsumständen ab- bang ig, die sich menschlicher Einwirkung entziehen. Es wäre töricht, von der neuen Zcntralorganisatio» zu erwarten, daß sie i in st a n d e sei, die Mengen der uns im neuen Erntejahre zur Verfügung stehenden RahrungS- mittel im ganzen wesentlich z u vermehren.... Ter Gedanke, die landwirtschaftliche Produktion durch Anbau- zwang zu regeln, ist theoretisch sehr verlockend, praktisch— technisch und organisatorisch— ist er aber bei den Millionen deutscher Landwirtschaftsbetriebe im wesentlichen undurchführbar. Höchstens kann der Anbau kleiner Teile der Ackerfläche mit besonders nötigen Früchten(Qelfrucht, Faserstoff) gefördert werden, soweit das mit Rücksicht auf den Gctre idebedarf angeht. T rohdem wird natürlich im einzelnen für die Förderung der Produktion mancherlei Wirksames geschehen können und geschehen. Tie Ausgabe besteht darin, erwünschte Produktion mit allen Mitteln zu erleichtern. Tazu gehört, das; man in der Beurlaubung und Bereitstellung von Arbeitskräften so weit geht, als sich mit den militärischen Bedürfnissen irgend vereinigen läßt, daß man in möglichst ausgedehnter Weise für Beratung und Unterweisung der daheimgebliebenen landwirt- scha'tlichcn Betriebsleiter und Leiterinnen sorgt, daß man Trans- Portschwierigkeiten aller Art ans dem Wege räumt, daß man die nur in knapper Menge verfügbaren Erzeugungsmitlel nicht nur gleich- mäßig verteilt, sondern vor allein auch denen zukommen läßt, bei denen die beste Verwertung verbürgt ist. In dieser Hinsicht wird beispielsweise der Gedanke erwogen, durch Bereitstellung von Futtermitteln zu mäßigem, unter den Selbstkosten liegendem Preise(der Unterschied wird aus öffentlichen Zuschüssen zu decken sein) die Beteiligung an der Viehmast auch den finanziell schwächeren, kleinen Betrieben in größerem Umfange als bisher zu ermöglichen gegen die Verpflichtung, daZ Vieh zu festgesetzten Preisen abzuliefern.... Neben der Produktionsförderung steht als zweite Hauptauf- gäbe die Verteilung»- und Vcrsorgungsregelung. Auch hier muh man vor der theoretischen Anschauung warnen, daß es denkbar sei, die jeweilig vorhandenen Vorräte mit gewissermaßen mathemati- scher Genauigtcit auf alle Gegenden, alle Märkte, alle HauShal- tungcn des Tcutschcn Reiches gleichmäßig zu verteilen. Weder die Menschen Nock) die Lorräte sind Schachfiguren, die man nach Bc» lieben hin- und herschiebcn kann.... Glaubt jemand im Ernst, daß es möglich wäre— zumal jetzt im Kriege, wo alle Unsere AusführuugSbchörden mit erheblich vermindertem Personal arbci- ten, die Nahrungsinittclerzeugung im ganzen solchem Zwange zu unterwerfen, in den Millionen von Erzeugungsstätten vom Großgut bis zum Stall und'Acker des Kätners oder Landardeiters? Einiges ist durch kräftigen Zugriff auf die noch in spekulativen Händen und im Handel angehäuften Lebcnsmittelvorrätc zu er» reichen: ciuges auch durch die Niederlegung mancher zioischen ein- zelue» Reichs- und Landesteilrn aufgerichteten Verkehrsschranken. Besonders wichtig ist dann aber die möglichste Beseitigung der Störungen auf der untersten Stufe der Versorgung, also beim Eriverb der Lebensmittel durch die Verbraucher selbst.... Mit der Zuteilung der Gesamtmengen an die Verbrauchszentren ist indes das Problem nicht gelöst. Gerade bei der llnterverteilung an die Verbraucher selbst haben sich sehr oft Mißbelligkeiten und Stockungen ergeben. Tie können durch zlveckmäßige Organisationen beseitigt werde». Am vollständigsten sind sie zu beheben, wenn den Verbrauchern, die diese Erleichterung wünschen, der Einkauf der einzelnen Lebensmittel und ihre Bereitung ganz abgenommen und die f c r- tigen Mahlzeiten verabreicht werden. Dadurch ver- schwinden alle Reibungen, die sich auf dem Wege von den örtlichen VerteilungSstellen bis in die Küche des EinzelbaushaltS einstellen. Dadurch wird es möglich, die Gestaltung der Mahlzeiten dem gerade vorhandenen Lcbcnsmittelangebot in der rationellsten Weise anzu- passen und dieses Angebot vollkommener als sonst für die Vcrsor- gung auszunützen. Dadurch kann endlich die Wirkung der Teuc- rung gemildert, kann— was innerhalb des EinzelbaushaltS kaum erreichbar ist— kräftige Nahrung zu billigem Preise geboten wer- den. Das Kriegsernähriingsamt wird es den Stadtverwaltungen, namentlich den industriellen Zentren erleichtern, die Maffenspeisung, die in einigen Gemeinden bereits mit großem Erfolge durchgcsührt wird, aus möglichst breiter Grundlage zu organisieren." das tägliche örot. Tie Einheitsspeisekarte. Amtlich, Berlin, 3!. Mai.(W. T. B.) Der Bundesrat hat in der Sitzung vom 31. Mai 1916 eine Verordnung zur Vereinfachung der Beköstigung beschlossen. Danach dürfen in Gast-, Schank. und Speisen- wirtschaften zu einer Mahlzeit nicht mehr als zwei Fleischgerichte zur Auswahl gestellt werden, Zu einer Mahlzeit darf jedem Gaste nur ein Fleischgericht verabfolgt werden. Feste Speiiefolgen dürfen höchstens aus Suppe, zwei Gängen und Nachtisch bestehen. Auck sonst sind noch verschiedene Vereinfachungen vorgesehen. Die Verordnung tritt am 7. Juni in Kraft.___ Tie Ernährung der Tchwerindustrie-Arbeiter. Mittwoch nachmittag fand in Berlin zwischen den Vertretern der vier Bergarbeiterverbändc und den RegierungSvertretern eine mehritüiidige Aussprache über Ernährungsfragen der Schwer- industriearbeiter statt. Die Arbeitervertrcter legten eingehend dar. welche Erschwerungen die Berg- und Hütteuwerksarbeiter in ihrer Ernährung erfahren, einmal durch die außerordentlich ge- sticgenen Lebensmittelpreise, die man ruhig Wucherpreise»enncii könne, sodann durch die ganz unzulängliche Verteilung der vor- handenen Lebensmittel. Vor allen Dingen handelt es sich um ein« bessere und reichlichere Beschaffung von fetthaltiger Nahrung. Fleisch. Wurst. Butter, Sveck usw., sodann müsse den zum großen Teil noch recht schlecht entlohnten Arbeitern durch eine angemessene Lohnerhöhung die Möglichkeit gegeben werden, sich das ihnen zu- geteilie Quantum von Nahrungsmitteln z» beschaffcu. Dr. H c l f f c r i ch erklärte, daß er seine ganze Kraft ein- setze» werde, um auf dem Gebiete der Nahrungsversorguiig, ins- besondere für die Schwerindustriearbcitcr das zu erreichen, was mit den vorhandenen Mitteln heute zu ermöglichen sei.'An der Tatsache, daß wir zwei schlechte Ernten hinter uns hätten, sei ja nicht zu rütteln, und der beste Vertcilungsmodus könne keine größere Nahrungsmittelmengc schaffen. Die Prcisentivickelung hänge natürlich auch ab von der Menge der vorhandenen Nahruugs- mittel. Tic Hauptvcrhandlungcn wurden mit dem Präsidenten des Äriegsernährungsamts. Herrn v. B a t o c k i, geführt. Er erklärte, daß er es als seine Aufgabe betrachte, einmal eine gerechte Ratio- nierung der vorhandenen Lebensmittel durchzuführen, der Wucherei mit Lebensmitteln zu steuern und den besonders schwer arbeiten- den Leuten größere als die Normalrationcn zuführen zu lasse». Hinsichtlich der fetthaltigen Nahrungsmittel könne eine er- h e b l i ch e Besserung e i n st to e i l e n nicht in Aussicht gestellt lv er de n. da die Piehbestände nicht ausreichten und der erhebliche Mangel in Futtermitteln infolge der schlechten Ernte zu einer Reduzierung der'Viehbestände geführt habe, die nun ihre Folgen zeige. Es könne aber in Aussicht gestellt werden, daß in einigen Monaten, wenn bis dahin mit der Fleischnahrung nack, Möglichkeit gespart werde, ein weit stärkerer Auftrieb von Schlachtvieh eintreten und dann die allergrößten Schwierigkeiten behoben würden. Mit großer Sorgfalt will sich Herr v. Batocki der Ernährung der Berg- und Hüttenarbeiter annehmen. Er hofft, daß die allergrößten Schwierigkeiten in den großen In- dustriegedieten noch bis Pfingsten gemildert werden könnten. Berichtigung. In der gestrigen Mitteilung über die Sitzung de? Vorstandes des KriegsernährimgSamteS muß es im vierten Satz .Städten und Jndustriegcmeinden" snicht Staaten) heißen. Mus öer Partei. Generalvcrsamlung des 6. Berliner Wahlkreises. Tic Generalvcrsammlung des Wahlvereins beschäftigte sich in voriger Woche mit inneren Vcreinsangelegenheiten. Es war die erste Generalversammlung nach Ausbruch des Krieges. Die letzte hatte am 28, Mai 1014, also vor zwei Jahren, stattgefunden. Die Lersamiiilung war von 612 Delegierten einschließlich der Borstandsmitglieder besucht: 73 fehlten. Es handelte sich darum, de» Mitgliedern Rechenschaft zu geben über die Kassen- Verhältnisse und den Vorstand, der zum Teil interimistisch versehen wurde, zu wählen. Vor Eintritt in die Tagesordnung wieS der Vorsitzende auf die schwere» Verluste hin, die der Wahlverein durch den Tod von 645 Mitgliedern erlitten habe. Die Versammlung ehrte das An- denken dieser Genossen. Einen Bericht über das, was geschehen sei und vielmehr über das, was nicht geschehen ist und warum das so sei, glaubte der Vorstand sich schenken zu sollen. Für die Genossen komme es in jetziger Zeit nicht so sehr darauf an. wieviel Sitzungen und Versammlungen abgehalten oder nicht abgehalten seien, son- dern auf die Tatsacke, was unsere Partei in der Kriegszeit getan hat und was sie hätte tun sollen. Der Belagerungszustand verhin- dert, vor der Versammlung gerade die Folgen so uneingeschränkt zu erörtern, wie das eigentlich notwendig sei. Und so sei nur darauf hingewiesen, daß die Kreiskonfercnz wiederholt zu verschiedenen Partcifragen Stellung genommen habe und das Resultat auch ver- öffcntlicht worden sei. Im Kreise habe diese Stellung überall Zu- stimiiiuiig gesunden. Ter erstattete Kassenbericht für das letzte Geschäftsjahr, vom l. April 1012 bis 30. März 1916 ergibt eine Einnahme von 22 701,03 M., dem eine Ausgabe von 44 130,07 M. entgegensteht. Am 30. März war ein Kassenbestand von 8562,86 M. vorhanden. Ter Mitgliederstand ist folgender: Männliche Mitglieder am 31. März 1014: 24 707. weibliche Mitglieder 4752. Am 31. März 1916 waren männliche Mitglieder einschließlich der Eingezogenen vorhanden 18 071. weibliche Mitglieder 3076. Die Gcsamtmitgliedcrzahl am 31. März 1916 betrug 21 149. Zu den Vorltandswahleli bemerkte der Vorsitzende, daß diese Wahlen nur für die Kricaszeit gelten sollten. Nack Beendigung deS Krieges und nach Rückkehr unserer Genossen, von denen wir hoffen wollen, daß recht viele nnd daß sie recht bald zurückkehren möchten, sollen alle Genossen in die Lage versetzt werden, ihr Wahlrecht zum Vorstand auszuüben und sich auch selber aktiv zn betätigen. Die Wahlen erfolgten aus Grund einer von der Kreiskonfercnz vorgc- legten Vorschlagsliste: es bleibe unbenommen, neue Vorschläge zu machen. Gegen vereinzelte Stimmen wurde der Vorstand wie folgt zusammengesetzt: Leid, 1. Vorsitzender, Herbst, 2. Vorsitzender: 1. Schriftfichrcr Hermann Müller: 2. Klevcr: 1. Kassierer Otto Frank; 2. Bieding: Beisitzer: Löser, Wolgast und Arlt: Revisoren: Benthin, Hönisch. Rupprecht, Zingler und Weder: Aktionsausschuß: Leid und Frau Lohse: Preßkommission: Wacker, Zander und Frau Schubert: Lokalkominissioii: Götze: Revisor für Groß-Berlin: Zimmermann: Schiedsgericht Groß-Berlin: Laukant, Schiffer: Herbst. Frauen: Frau Reichert. Die Schiedskommission des Kreise? besteht aus den Genossen: Ruß. Hempcl, Seelbinder, Eckert, John, Baum und Klaß. Die Stelluiignahme zur'Verbandsversammliing Groß-Berlin und die Erledigung einiger Anträge soll einer besonderen im Juni statt- sindcnden Generalversammlung des Kreises vorbehalten bleiben. Eine Debatte fand nicht statt, Beschlüsse wurden nicht gefaßt. Ein Antrag, dem Genossen Liebknecht für sein mutiges Verhalten die Spmpathic auszusprechen, wurde dahin erledigt, daß der Vorsitzende mit aller Deutlichkeit den Grundsatz unterstrich, daß unsere Spin- pathie allen den Männern gehöre, die mit Mut und Entschlossenheit die proletarischen Interessen vertreten. Die gegenwärtige Situation in der Partei sei kein« erfreuliche. In llebcrcinstimmung mit den Genossen des Kreises und unter lauter Zustimmiing der anwesenden Delegierten tonnte der Vorsitzende feststellen, daß die Genossen des Kreises den größten Wert legen auf die Einheit und die Geschlossen- heit unserer Partei, daß diese Einheit aber gegründet sein müsse auf unsere Parteigrundsätzc und»nscre alte proletarische Taktik, die uns groß und stark gemacht habe nnd die allein grundlegend fein muß im Interesse der proletarischen Bewegung. Zum A»sschlus,vcrfahren gegen Lcgien. Von dem Kreisvorstand des Wahlvereins Nieder- barnim Iverden wir um Aufnahme folgender Mitteilimg ersucht: Aus Genossenkreisen wurde dem KreiSvorstand im August 1912 mitgeteilt, der Genosse Lcgien Hobe im Iuli-Zahlabeud des Be- zirks Niederschviihausen, als berichtet wurde, als Vertreter für den Genossen Brübl sei für dessen Urlaubszeit der Genosse Sepp Ocrtcr bestellt, belmuptct. Sepp Oertcr sei ein Polizeispitzel. Hiergegen sei sofort Verwahrung eingelegt und Geuosse Legien vergeblich aufgefordert, seine Behauptung zu beweise». Am nächsten Zahl- abend habe Genosse Legien seine Behauptung wiederholt. Die Kreiskonferenz beauftragte hierauf am 22. August das Kreis- schiedsgericht mit Untersuchung der Angelegenheit zur Beilegung der aus dieser Sache cntstaiidencu Zwistigkeiten. Genosse Legien wurde vom Kreisschiedsgericht ersucht, anzugeben, an welchem Tage die Sitzung stattfinden könne. Hteraus bat Genosse Legien um Mitteilungen, wie die Beleidigung lautete, die er zugefügt haben soll, ferner um Zlngabe, wer das Schiedsgericht eingesetzt habe und wie die Namen der Mitglieder des Schiedsgerichts lauten. Die von dem Genossen Legien gestellten Fragen wurden ihm schriftlich beantwortet und er darauf hingewiesen, daß es sich um das llovütrstag 1 Imii 1916 ständige Schiedsgericht des Kreises handelte. Erwähnt sei, daß § 11 unseres Kreisstatuts ausdrücklich vorschreibt: ..Der Vorstand und die Kreiskonfereuze» sind verpflichtet, die Bezirke nach Möglichkeit in der Durchführung ihrer gemein- samen Zwecke zu unterstütze». Insbesondere liegt ihnen auch die Beilegung etwaiger Zwistigkeiten an den einzelne» Orten und die Einsetzung von KreiS-Schiedsgerichte» zu diesem Zwecke ob." und daß dementsprechend ein ständiges Schiedsgericht in unserem wie in anderen Kreisen gewühlt ist. Genosse Legien erklärte darauf,„ein Schiedsgericht, auf dessen Zusammensetzung weder Kläger noch Bekagtcr Einfluß hat, scheint eine organisatorische Reu- heit im Kreise Niederbarnim zu sei», für das jedoch nicht jedes Parteimitglied ausreichendes Verständnis haben kann". Das Schiedsgericht setzte hierauf zur Erledigung seines Auftrages Ter- min auf den 7. September fest und lud zu demselbeii�dcu Genossen Legien mit der Bitte, Entlastungszeugen selbst zur Stelle bringen zu wollen. Genosse Legien schickte diese Einladung„mit dem er- gebenen Bemerken" zurück, daß er sich„an orgaiiisationsn'idrigen Veranstaltniigeii" nicht beteilige. Im Termin erschien Genosse Legien nicht. Drei Genossen bekundeten übereinstimmend, dcx Genosse Legien habe anläßlich der Berichterstattung, daß dei�Ge- nasse Oerter während der Ferien des Kreissekretärs dessen Stell- Vertretung übernehme, gesagt: Was? Höre ich recht? Dieser Polizeispitzel? Dieser Anarchist? Trotz des sofortigen Hinweises. daß mau auch von demjenigen, der solche Beschuldigungen aus- spreche, Beweise erwarten müsse, wiederholte Legien diese An- schuldigungen und lehnte es ab, Beweise anzuführen. Auch bei der Berichterstattung bei deni Juli-Zahlabend hat der Genolle diese Aeußerung wiederholt. Ein vierter Genosse erklärte, er habe die Worte nicht genau gehört, das könne daran liegen, daß es an diesem Zahlabend sehr stürmisch zugegangen sei. Auf dem Nachhauseweg« sei er von seinem Schwiegervater auf die Aeußerung LegieuS auj- merkfain gemacht. In der Kreiskonferenz vom l8. September wurde nach dem Bericht des Krcisschicdsgerichts von der Kreiskonfercnz einstimmig beschlossen, bei Groß-Berlin den Antrag auf Ausschluß aus der Partei gegen den Gcnosscii Legien zn stellen._Tie Schiedsgerichtskoinniissioii des Verbandes der sozialdeinokratischeu Wahlvcreine Groß-Bcrlins beschäftigte sich am 20. Oktober mit dieser Angelegenheit. Sie bemängelte, daß der Genosse Legien zu der Kreiskonferenz, die den Ausschlußantrag gestellt hatte, nicht eingeladen war und wies aus diesem formelle« Grunde den A»s- schlußantrag an den Wahlverein Niederbarnim zurück. Der Zentralvorst and trat diesem Vorschlag der Schiedsgerichts- kommifsioii bei. Genosse Legien wurde hieraus zu der am 11. Dezember statt- gefundeiicn Kreiskonferenz geladen. Er erklärte in einem längeren Schreiben u. a.:„Die Organisation der sozialdemokra- tischen Partei ist keine militärische Organisation. Ihre Mitglieder siird nicht verpflichtet, bedingungslos der Anforderung eines Vorgesetzten oder einer vorgesetzten Behörde zu folgen. Sie haben das Recht, zu prüfen, ob die an sie gestellte Anforderung berechtigt oder unberechtigt ist und danach ihren Bescheid zu treffen, ob sie ihr Folge leisten können oder wollen." Der KreiLkonfercnz werde er sich nicht stellen. Nach seiner'Ansicht hätte gegen den von ihm bei.- dächtigen Genossen, nicht aber gegen ihn ein Verfahren eingeleitet werden müssen. Jrgeiidciiic Angabc. welcher Grund ihn zu seiner Verdächtigung oeranlaßt habe, machte Genosse Lcgien nicht. Die Kreiskonferenz lehnte das Jlnsinnen ab, von dem ohne irgendeine Unterlage verdächtigten Genossen den Beweis seiner Unschuld zu verlangen und beschloß, dem Genossen Legien noch einmal Gelegen- heit zu geben, das von ihm als Parteigenossen zu erwartende zu erfüllen, und deshalb noch nicht die im Interesse der Einheit der Partei und der Organisation notwendigen Folgerungen gegen den Genossen Legien zu ziehen, sondern der Schicdsgerichtökommission noch einmal die weitere Untersuchung deS Falles unter Ladung deS Genossen Legion zu übertvagen. Genosse Legten sollte darauf hin- gewiesen werden, daß er wie jedes andere Mitglied der Partei zur Erfüllung der aus der Organifationszugehörigkeit folgenden Pflich- ten verbunden sei. und daß sein Verhalten die Einheit der�Partei und die Interessen der Organisation gefährde. Die Schieds gerichtskommissloii übermittelte hierauf dem Genossen Legien svl- gendeS Schreiben: „Zu der am 11. Dezember 1015 stattgefunbenen Kreisver- sammlung. in welcher die Angelegenheit wegen angeblicher Be- leidigung des Genossen Oertcr geklärt werden sollte, sind Sie troij Einladung nicht erschienen. Auf den in Ihrem Antwortschreiben vertretenen Standpunkt, daß nicht der Beleidiger, sondern der Beleidigte seine Unschuld nachzuweisen habe, hat sich die Kreiskonferenz nicht gestellt. Durch Beschluß dieser Konferenz ist die untcrzeichncie Schiedskommission laut§ 11 unseres Kreisstatuts nochmals beauftragt, zu untersuchen und Aufklärungen darüber zu schaffen, ob Sie auf dem Juli-Zahlabend behauptet haben, Genosse Ocrtcr sei ei» Spitzel und?lnarchist und welche Gründe Sic zu dieser Behauptung veranlaßte». Bemerken möchte ich noch besonders. daß ich voll und ganz Ihre dahingehende Ansicht teile, unsere Einrichtungen seien keine militärische Institution, in der sich der Kommandierte den Befehlen seines Vorgesetzten unbedingt zu fügen habe. Aber trotzdem haben Sic wie jeder andere Parteigenosse im Interesse der Einheit der Partei und im Inter- esse der Organisation die Pflicht, den von der Partei cingc- setzten Instanzen gegenüber Ihre Parteipslicht zu erfüllen. Wegen der in Nicder-Schönhausen stattgefundcncn Aus. spräche wollen Sie mir umgehend mitteilen, ans welchen Dag und Stunde ich die Sitzung einberufen kann." Genosse Legien ließ dies Schreiben und ein zweites unbeachtet. Die Schiedsgerichtskommission lud hierauf den Genossen Legien zn einer auf den 3. Januar anberaumten Sitzung. In dieser Sitzung, zu der Legien vergeblich geladen war, bestätigten drei Genossen die bereits am 7. September von drei anderen Genossen bekundeten Aeußerungen des Genossen Legien. Ein vierter Ge- nasse erklärte, er könne zwar nicht bestreite», daß die Worte ge- fallen seien, er nehme aber an, sie seien nicht im bösen Sinn ge- fallen. Zur Erklärung dieser Lleußcrung sei angeführt, daß Ge- »osse Legien nach den Bekundungen verschiedener Genossen zu dieser'Angelegenheit in Nicderschönhausen kräftige Worte gegen abwesende nnd anwesende Parteigenossen, mit deren Ansicht er nickt übereinstimmt, gebrauchte. So habe er dort u. a. geäußert: Stadthagcn ist verrückt. Sckwartz«Lübeck) ist ein Idiot und ei» andere» Mitglied der Fraktionomiiiderheit ist ein Petrvleiimjildc. Zum Genossen Kowlofski hat er nach Zeugenaussage-geäußert: Warte man, komm nur in den Reichstag, da werden wir Dir Dein großes Maul schon stopfen. Der Kreiskonferenz vom 1. Januar 1916 crstatteie die Schiedsgerichtskommission Bericht. Genosse Legien war ein- geladen, aber nicht erschiene». In der Kreiskonfercnz wurde bc- tont, Genosse Lcgien Habe sich zur Schädigung des Parteiinteresses beharrlicher Zuwiderhandlungen gegen Beschlüsse seiner Parte'- organisation und einer ehrlosen Handlung, nämlich der grundlosen Verdächtigung eines Parteigenossen, schuldig gemacht. Von einer Seite wurde deshalb beantragt, den Ausschluß des Genossen Lcgien aus der Partei zu beantragen. Von einer anderen Seite wurde betont, diese Folgerung zu ziehe», könnc man dem Zcntralvorstand Groß-Berlins überlasse», der ja auch ein Interesse daran haben müsse, den Sachverhalt zu untersuchen. In der jetzigen Zeit ge- nüge es, zur Beseitigung der durch den Genossen Legien in die Organisation hineingetragenen Zwistigkeiten dem Genossen Legien die Befähigung abzusprechen, Parteiämter im Kreis Niederbarnim zu bekleiden und diesen Antrag der Organisation Groß-Berlin zn weiteren Folgerungen zu überweisen. Die letztere Ansicht erhielt die Mehrheit. Die Kreiskonfercnz stimmte folgendem Antrag zu: „Dem Genossen Regien ist wegen schwerer Beleidigung deZ Genossen Oerter. indem er denselben als Polizeispitzel und Anarchisten bezeicbnete und trotz wisdertzolter Aufforderung den zur Regelung hierfür eingesetzten Parteiinstanzen sich zu stellen. keine Folge leistete, die Befähigung Parteiämtcr im Kreise Niederbarnim zu bekleiden, abzusprechen. Dieser Antrag ist Groß-Berlin zu unterbreiten mit dem Ersuchen, den Sachverhalt auch seinerseits zu untersuchen und einen gleichen Beschlutz für Grotz-Berlin zu fassen." Der Jentralvorstand»an Grotz �Berlin gab diesen Antrag aus dem formellen Bedenken an den Kreis zurück. datz nach der in Grotz-Berlin herrschenden Praxis nur der direkte Antrag auf Ausschlutz zulässig sei. Dieser wurde darauf in der Kreiskonferenz des Kreises Nioderbarnim vom 5. Februar I kll g gestellt. Der Zentra�vorstand von Grotz-Berlin hat dann auf Antrag der Schiedskommission Grotz-Berlins am UV. Mai gegen 12 Stimmen beschlossen, den Antrag auf Ausschlutz des Genossen Legien zu stellen. Diesem Antrag und dem Antrag der Kreiskonferenz vom 5. Februar hat sich die G c n e r a l v e r- s a m m l u n g des Kreises am 29. Mai angeschlossen. Die Kreiskonferenz bat beschlossen, den Kreisvorstand zu be- auftragen, den Sachverhalt in dieser Angelegenheit Legien zu ver- öffentlichen, um ähnlichen Entstellungen vorzubeugen, wie sie im Oktober llllä durch Abdruck eines unter der Ueberschrift„Nieder- barnim" vom Genossen Legten verfatzten Artikels in mehreren sozialdemokratischen und bürgerlichen Zeitungen erfolgt sind. Tiesem Beschlutz trat die Generalversammlung am 28. Mai bei. Zur Beitragssperre in Teltow-Beeskow. Bon dem unterzeichneten Vorstand des Neuköllner Wahl- Vereins geht uns nachstehende Erklärung zu: Gegenüber dem Aufruf des Kreisvorstandes Von Teltow- Bceskow stellen die Unterzeichneten als Mitglieder des neuen Vorstandes von Reukölln folgendes fest: Die in Neutölln am Sonnabend zum Beschlutz erhobene Resolution besagt nur. datz die Neuköllner Generalversammlung der Anschauung ist, daß die Beitragssperre ein geeignetes Abwebrmittel gegen die Unterdrückungspolitik des Parteivorstandes ist. Die Resolution fordert weiter die dem Ortsverein Neukölln ungehörigen Funktionäre auf, diesen Standpunkt in den zustän- digcst Instanzen(u. a. Grotz-Berliner Zentralvorstand) zu ver- treten. Ter Beschluß besagt dagegen keineswegs, datz der Neu- köllncr Ortsverein künftig keine Beiträge mehr an den Kreis- vorstand abführen wird. Eine Sperre gegenüber dem Parteivorstand kann von Neu- tölln scbon deshalb nicht durchgeführt werden, weil Neukölln seine Beiträge an den Kreis abzuführen hat. Die Sperre gegenüber dem Parteivorstand ist also überhaupt nur möglich, sobald ein Beschlutz des Kreises vorliegt. Der Wortlaut der am Sonnabend beschlossenen Resolution läßt offensichtlich die vom Kreisvorstand beliebte Auslegung nicht zu. Wie stellen aber weiter ausdrücklich fest, datz auch die beiden Antragsteller der Resolution ldie als Mitglieder des neuen Vor- standes borliegende Erklärung mitunterzeichnet haben) nicht die sofortige Beitragssperre durch den Neuköllner Ortsverein, sondern nur einen Antrag an die zuständigen Instanzen der Kreis- und Perbandsorganisation bezweckten. Indem wir ine Entstellung des Neuköllner Beschlusses durch den Äreisvorstand entschieden zurückweisen, erklären wir zugleich, daß auch der neue Vorstand die Beiträge weiter an den Kreis abfuhren wird, selbst wenn die Kreisgeneralversammlung die Bei- tragssperre gegenüber dem Parteivorstand ablehnen sollte. Die angekündigten Matznahmen des Kreisvorstandes entbehren also jeder Grundlage; ihre Durchführung würde auf bewußte Parteispaltung hinauslaufen. Wenn der Kreisvorstand weiter erklärt, er könne den von unserer Generalversammlung statutenmäßig gewählten neuen Vor- stand mcht„anerkennen", so liegt darin die Mißachtung des klaren Willensausdrucks der Neuköllner Parteigenossen, weil dazu nach dem Statut dem Kreisvorstand absolut kein Recht zusteht. Ilm die Einheit unserer Parteiorganisation hochzuhalten, ersuchen wir dringend unsere Mitglieder, sich durch die Matznahmen des Kreisvorstandes nicht beirren zu lassen. Max Zirkel, 2. Vorsitzender. A. Regge. F. Künstler. Otto Franke. Otto Winguth. Karl Kaiser. Marie Adena. Emma Neitzke. » In derselben Angelegenheit sendet uns Genosse Ewald jr. folgende Erklärung: Durch Krankheit bin ich verhindert, an den Kreisvorstandssitzungen teilzunehmen. Ich schlietze mich aber nachträglich der Erklärung des Kreisvorstandes von Teltow- Beeskow in der Nr. l49 des„Vorwärts" vom 31. Mai an. s�ur Kreiskonferenz des Wahlkreises Spandau-Osthavelland. Vom Genossen Otto Wels erhalten wir folgende Zuschrift: Im Einverständnis mit dem Kreisvorsitzenden des Wahlkreises Spandau-Osthavelland ersuche ich um die Aufnahme folgender Notiz, die im Interesse einer objektiven Berichterstattung erforder- lich ist. Der gestrige Bericht des„Vorwärts" bietet, ohne in bezug auf die Wiedergabe der angenommenen Resolution unrichtig zu sein, l-'n falsches Bild vom Verlaufe der Verhandlungen. Schon in der Konferenz führte ein Genosse aus, datz dieselbe eigentlich„nichts angenommen, sondern alles abgelehnt habe". ? as ist für die Stellungnabme zur Fraktionsspaltung, über die S t r ö b e l und Wels referierten, auch völlig zutreffend. Der Konferenz lagen zu dieser Frage drei Resolutionen vor. Die e r st e, gestellt� von Fielitz. Velten, die die Spaltung tadelt, sich gegen alle Sonderorganisationen wendet, sowie die Einheit der Partei scharf betont und von Wels empfohlen wurde, erhielt 13 Stimmen, dagegen stimmten 14 Teilnehmer. Sie war somit abgelehnt. Die zweite Resolution, von Spandau gestellt, ver- trat scharf den Standpunkt der Opposition; für ihre Annahme trat Ströbel ein, wurde mit 14 gegen II Stimmen ebenfalls ab- gelehnt. Von der dritten Resolution wurde in getrennter M- sfimmunfl der Einleitungssatz, der zu dem Verhalten der Fraktion am 24. März Stellung nahm und zu dem in der ganzen Debatte niemand gesprochen hatte, wie der Bericht es sagt, mit 19 gegen 8 Stimmen angenommen. Der Hauptteil der Resolution aber, der zu der Fraktionsspaltung Stellung nahm, die Bildung der„Sozial- demokratischen Arbeitsgemeinschaft" gutheißt, sie als die wahre Vertreterin der proletarischen Interessen bezeichnet und ihr die entschiedenste Unterstützung zusagt, wurde wiederum mit 7 gegen l 4 Stimmen abgelehnt. Gegen den bisherigen zweiten Kreisvorsitzenden Pieper, der zurzeit die Geschäfte leitet, wurde eingewandt, datz er auf dem Boden der Fraktionsmehrheit stehe und im Provinzialvorstand auch stets in diesem Sinne gestimmt habe. Seine Wiederwahl er- folgte mit 15 gegen 11 Stimmen. Der im Felde befindliche erste Borfitzende Stahl wurde einstimmig wiedergewählt. Otto Wels. Demgegenüber möchte ick feststellen: Die erste von Wels erwähnte Resolution wurde a b g e- lehnt, trotzdem von Wels in seinem Schlußwort, gegen das Einwendungen nicht mehr erhoben werden konnten, das angeblich organisationsgefährdende Treiben der„Sonderorganisationen" in ausführlichster Weise und mit den düstersten Farben geschildert worden war. Der für die Arbeitsgemeinschaft sich aussprechende Teil der dritten Resolution erhielt nur deshalb nicht die ihm sonst sichere Mehrheit, weil mehrere dem linken Flügel angehörende Genossen dagegen stimmten, die die zweite Resolutwn eingebracht hatten, in der gleichfalls der Arbeitsgemeinschaft das Vertrauen ausgesprochen war. Die zweite Resolution erklärte nämlich der Arbeitsgemeinschaft ihre Zustimmung, jedoch uz der Form, datz die Konferenz nach der parlamentarischen Lahmlegung Liebknechts in ihr die berufene Vertretung der Sozialdemo kratie erblickte. Datz ich mich für diese Fassung der Resolution ausgesprochen hätte, entspricht nicht den Tatsachen. Festgestellt sei endlich, daß der wiedergewählte Kreisdorsitzende Pieper wiederholt erklärte, daß er zwar im Provinzialvorstand den Standpunkt der Fraktionsmehrheit vertreten, jedocki jedesmal ausdrücklich festgestellt habe, datz daS seine persönliche Auffassung sei, nicht aber die der Mehrheit der Genossen des von ihm vertretenen Wahlkreises. In Wirklichkeit ergänzen also auch diese Abstimmungen nur das Bild, das die angenommenen Resolutionen von der Stim- mung der Kreiskonferenz ergeben. H. Ströbel. Die ,.B randenburger Z e i t u n g". deren Redaktions- fübrung ebenfalls Gegenstand der Erörterung war, bemerkt zu dem Bericht: „Wir möchten zu dem Passus, der den Maiartikel der„Brau- denburger Zeitung" betrifft, nur bemerken, datz infolge vorübergehender militärischer Einziehung sämtlicher Redakteure Genosse Peus aus Dessau am l. Mai aushilfweise herübergekommen war und die Schriftleitung der„Brandenburger Zeitung" allein inne hatte. Sein Artikel war daher auch von ibm verantwortlich gezeichnet. Im übrigen glauben wir aber versichern zu dürfen, datz dem Genossen Peus sicherlich die Absicht ferngelegen hat, unser Mai-Jdeal verhöhnen zu wollen, und man braucht eine solche Tendenz keineswegs aus dem Artikel herauszulesen.— Im übrigen möchten wir nebenbei nochmals betonen, datz die Redaktion, wenn sie ihrerseits den Genossen Peus als den Reichstagsabge- ordneten für Brandenburg-Wcsthavelland gelegentlich in der „Brandenburger Zeitung" vor seinen Wählern zu Worte kommen läßt, darum durchaus nicht mit den von ihm geäußerten Ansichten übereinzustimmen pflegt." � Stellungnahme zu den Parteidlfsercnzeo. Dm Sonntag tagte in Blankenburg ein von 24 Dele- gierten beschickter Parteitag für Schwor zburg-Rudol- st a d t. Aus dem Bericht des Kreisvorstandes geht hervor, datz die Partei nach dem Ausbruch des Krieges alles getan habe, um die wirtschaftliche Not zu lindern. Eine Beschlutzfassung über die Parteidifferenzen herbeizuführen, lehnte der Kreisvorstand ab: auch ein Verlangen mehrerer Genossen, auf dem Parteitag einen Vertreter der Minderheit reden zu lassen, da er weder für noch gegen eine Parteigruppe sei. Nach dem Krieg werde die Zeit da sein, wo wir uns entscheid«.» können: bis dahin müßten wir vor allem die Einigkeit der Partei hochhalten.— Der Kassenbericht balanciert in Einnahme und Ausgabe um 7448,94 M. Der Krieg hat auch im Rudolstädter Kreis arge Lücken gerissen, 25 Orts- vereine haben ihre Tätigkeit eingestellt, zirka 999 Genossen sind nach der Abrechnung noch vorhanden— Beim Bericht über die Tätig- keit des Landtages berührte Genosse Winter die Frage der Verschmelzung der beiden Schwarzburger Fürstentümer. Das Hauptbemmnis liege für uns in der Wahlrechtsfrage. Es ist ausgeschlossen, datz eine Verschmelzung zustande kommt, wenn da- bei das Rudolstädter Wahlrecht verhandelt werden soll. Einem en Versuch werden die Rudolstädter Genossen mit allen Mitteln widersetzen.— lieber die Tätigkeit des Reichstags berichtete der Abgeordnete des Kreises, Genosse A. H o f m a n n- Saalfeld, der sich auf Grund seiner bisherigen Stellungnahme zum Stand- vunkt der Mehrheit der Reichstagsfraktion bekannte.— Abg. Hartmann- Rudolstadt begründete eine zum Teil abweichende Haltung. Im übrigen lehnte es der Parteitag ab, durch Annahme einer Resolution für eine der Parteigrupen zu votieren.— Als Vorsitzender der Kreisorganisation wurde Genosse Hartmann- Rudolstadt wiedergewählt. Weit gebracht? Der Aktionsausschutz der Deutschen Kolonialgesellschakt hat unter dem Titel„Koloniale Zeitfragen" die Herausgabe einer Sammlung von Werbeschriften begonnen, deren erstes Heft jetzt vorliegt. Es enthält neben Artikeln von M. v. Hagen. Prof. Hans Delbrück. Dr. D. Karstedt und Dr. K. Froberger einen Artikel des Genossen Karl Sebering, Redakteur unseres Bielefelder Parteiblnttes und Mitglied des Parleiausschusses I Es ist dies zwar keine Original- arbeit, sondern der Abdruck eines Artikels aus den„Sozialistischen Monatsheften", der Aktionsausschutz der Deutschen Kolonialgesellschaft hat ihn aber mit ausdrücklicher Genehmigung von Verfasser und Redaktion in seiner Werbeschrift veröffentlichen können. Wir sehen hier vollkommen ab von dem nahe liegenden Hin- weis auf die rührende Jdcengemeinschaft zwischen dem Kreis der „Sozialistischen Monatshefte" und den Verfechtern einer aktiven Kolonialpolitik. Wir konstatieren nur die Tatsache: der Aufsatz eines sozialdemokratisihenParteiredakteurs, früherer Reichstagsabgeordneten und Mitglieds des Par- t e i- A u s s cb u s s e s, figuriert neben den Artikeln führenden Kolonialpolitiker in der ersten Nummer der Werbeschriften der Deutschen Kolonialgesell schaftl /tos Groß-Serlin. Ma�enspeijung. Die Knappheit mancher Lebensmittel hat dem Gedanken Nahrung gegeben, datz es wirtschaftlicher sei, an Stelle der Rohprodukte fertige Speisen der Bevölkerung in Massen abzu- geben. Der Präsident des neugebildeten Kriegsernährungs- amtes hat der Frage der Massenspeisung sein besonderes Interesse zugewendet und die Förderung aller Bestrebungen in Aussicht gestellt, welche dahin zielen, die Massenspeisung in die Tat umzusetzen. Der Berliner Magistrat ist drauf und dran, eine großzügige Organisation zu schaffen, um die Ab- gäbe fertiger Speisen in die Wege zu leiten. Man will der Bevölkerung ein Essen bieten, das nahrhaft und schmackhaft zugleich ist, das aber nicht den Charakter von Armensuppen haben soll. Es ist daran ge- dacht, daß die Portion etwa 40 Pfennig kosten soll. Hauslisten sollen umgehen, in welche sich alle einzeichnen, die auf fertige Speisen reflektieren. Im Augenblick ist eine Kom- Mission an der Arbeit, die nötigen Räumlichkeiten zu be- schaffen. Man denkt daran, daß in der Hauptsache die fertigen Speisen abgeholt werden; es soll aber auch Vor- sorge getroffen werden, daß an Ort und Stelle verzehrt werden kann. Die Organisation zu schaffen, ist keine leichte Ausgabe; schwerer noch wird sein, die Art der zu liefernden Speisen zu bestimmen. Denn davon wird viel, wenn nicht alles abhängen. Die schwer arbeitende Bevölkerung kann ihre Tätigkeit auf die Dauer nicht ausüben, wenn ihr nicht kräftigende Mahlzeiten zur Verfügung stehen. Nebenfragen sind noch die, ob den Beziehern fertiger Speisen die Fleischkarte oder die Mehlkarte anzurechnen seien. Was die Mehlkarte betrifft, so muß ausgesprochen werden, daß heute schon in allen Familien große Mchlknappheit herrscht, weil das Brotquantum entschieden zu klein ist und die Brot- karte für Mehlbeschaffung nicht reicht. Aber alle diese Fragen werden sich lösen lassen. Viel wichtiger ist, auf welche Kreise der Bevölkerung die Abgabe fertiger Speisen beschränkt sein soll. Nach den bis- herigen Mitteilungen soll es jedem frei stehen, fertiges Essen zu beziehen, er braucht sich nur in die Listen einzuzeichnen. Nun steht aber fest, daß es sich bei der Massenspeisung um eine rationelle Verwertung der vorhandenen Lebensmittel handeln soll. Wenn das aber die Ursache dieser Speisung ist, warum wird dann nicht ganz allgemein angeordnet, an Stelle der Rohprodukte werden an alle Bevölkcrungs- kreise ohne jede Ausnahme nur noch fertige Speisen verabfolgt? Warum soll der, dei das größere Portemonnaie hat, sich anders und besonders ernähren können, als die große Menge der Bevölkerung daS kann. Wenn rationell gewirtschastet werden soll, warum dann bestimmte Bevölkerungskreise von dieser rationellen Wirtschaft ausschließen und es ihnen über- lassen, nach freiem Ermessen über die Rohprodukte zu ver- fügen? Es geht doch nicht an, daß der eine über größere Quanten Lebensnüttel verfügen kann, bloß weil er mehr Geld hat. Eriveist sich eine geregelte Verteilung der Lebensmittel für notwendig, ob in dieser oder jener Form, so muß eine Gleichmäßigkeit für Alle eintreten. Auf die minderbemitrelte Bevölkerung könnte dann immer noch bei der Festsetzung der Preise für die abzu- gebenden Speisen die nötige Rücksicht genommen iverden. Natürlich wenden ivir uns mit diesen Ausführungen an sich nicht gegen die in Vorbereitung befindlichen Massen- speisungen. Sie werden aber nur dann ihren Zweck erreichen, wenn das abzugebende Essen ein solches ist, das billigen An- forderungen entspricht, wenn keine neue bureaukralische Ein- richtung geschaffen wird und eine Kontrolle durch die Be- völkerung selbst gegeben ist. Die Fleischkartc in den Gastwirtschaften Grost-Bcrlins Es ist die Besorgnis ausgesprochen worden, datz durch die Ei;> führung der Berliner Fleischkarte den Bewohnern der Vororte es lünflig nichr möglich sei, in den Berliner Gastwirtschaften eine Fleischmahlzeit einzunehmen. Teingegenüber ist folgendes zu be- merken: Es war unbedingt nötig, die Berliner Bestimmungen auch auf Speisewirtschafren aller Art zu er- strecken, sonst hätte der in der Oeffentlichkeit so leb- hast beklagte Mitzstand fortgedauert, datz die pri- bäte Versorgung sich die tiefgehend st en Beschränkungen auferlegt, während man iin Restaurant und Hotel nach Gefallen die grötzten Fleischmengen erhalten kann. Demgemätz ist die Berliner Fleischkarte genau nach dem Muster der Berliner Brot- karte so eingerichtet, datz ein Abschnitt erforderlich ist und genügt, um in der Speisewirtschast ein Fleischgericht zu erlangen. Mit der Einführung dieses Systems konnte nicht gewartet werden, weil es dringendstes Bedürfnis ist, datz am nächsten Montag das Anmelde- system, also die Beschränkung des Käufers auf einen bestimmten Laden iKundenliste), beim Fleisch und bei der Butler in Wirksamkeit tritt. Die Systeme, welche eine grotze Anzahl von Vororlen für die Fleischverteilung bereits gewählt hat, weichen leider von dem Grund- gedanken der Brotkarte erheblich ab und sind untereinander äutzerst verschiedenartig. Zumeist ziehen sie die Gastwirtschaften in die Rege- lung nicht ein. Es ist aber, wenn die Bewohner der Vororte mit den Bewohnern Berlins gleichgestellt werden sollen, ganz unver- meidlich, datz auch die Vororlbewohner gleich den Berlinern mit einem Ausweis verseben sind, den sie für ein einzelnes Fleischgericht abtrennen können. Dieses Ergebnis wird, wie anzunehmen ist, zwischen Berlin und den grötzeren Nachbarorlen auf der Grundlage der Gegenseitigkeit erreicht werden. Schon jetzt haben Charlotten- bürg und Schöneberg sich dazu bereit erklärt. Wir erfahren, datz auf Grund der Beratungen unter den Grotz- Berliner Gemeinden im Berliner Rathaus schon gestern eine Ver- einbarung zwischen Berlin, Charlottenburg, Schöncberg und Wilmers- dorf über die gegenseitige Anerkennung der Fleischkarte der einzelnen Gemeinden in ihren Gastwirtschaften getroffen worden ist. Schon vom 5. Juni an wird in den einzelnen Gastwirtschaften nicht danach gefragt werden, welcher der Nachbargemeinden der Gast angehört, bevor er sein Fleischgericht bestellt. Die einzelnen Fleischlarten- abschnitte müssen jedoch abgetrennt werden und man ist bereits dank dem Entgegenkommen Berlins über ein System der Verrechnung zwischen den einzelnen Gemeinden einig geworden. * Eine Erinnerung an Gasthöfe, Fremdenheimen, Pensionate und Herbergen! Soweit diese Betriebe Tagesbrotkarten erhalten, müssen sie, soweit sie T a g e s f l e i s ch k a r t e n für die bei ihnen über- nachtenden Fremden empfangen wollen, sich am kommenden Frei» t a g oder Sonnabend an den Obmann der zuständigen Gast- wirtskommiifion wegen Ueberlassung von Tagesfleiichkarlen wenden. Zu diesem Zwecke haben die genannten Betriebe dem Obmann an- zugeben, wie grotz ihr wöchentlicher Bedarf an Tages b r o t- karten ist. Diese Angabe wird nachgeprüft. Falsche Angaben haben Ausschlutz von weiterer Zuteilung zur Folge. Es wird den genannten Betrieben von dem zuständigen Obmann für die kommende Woche diejenige Zahl von Tagesfleischlarten ausgehändigt werden, welche nach den vom Magistrat aufgestellten Grundsätzen auf den betreffenden Betrieb entfällt. Diejenigen Ladenschlachtcr, welche es bisher unterlassen haben, eine Abschrift der K u n d e n l i st e sich zu fertigen, werden ersucht, sich das Original der Kundenliste alsbald vom Schlachthof-bureau, Thaerstr. 31. zwecks Fertigung einer solchen Abschrist abzuholen. Die Originalliste mutz bei Vermeidung von Weirerungen späte st ens am kommenden Montag, d en 5. Juni, auf dem Schlacht- Hofbureau, Thaerstr. 31, wieder eingereichl werden. Höchstpreise für Kandiszucker und Zuckersirup. Der Magistrat hat eine Verordnung erlassen, wonach auch für Kandiszucker und Zuckersirup Höchstpreise festgesetzt sind, und zwar darf der Preis im Kleinhandel für Kandiszucker weiß den Betrag von 30 Pf., bei Kandiszucker braun von 54 Pf., bei Kandiszucker schwarz von 60 Pf. und für Zucker- syrup von 50 Pf. für ein Pfund nicht übersteigen. Ein Zu- schlag für die Verpackung bei Kandiszucker darf nicht berechnet werden. Als Kleinhandel gilt der Verkauf an den Ver- braucher, soweit er nicht Mengen von mehr als 30 Pfund zum Gegenstande hat. Zuwiderhandlungen werden mit Strafe bedroht. Ferner hat der Magistrat in der Ergänzung der Ver- ordnung vom 28. April 1916 über die Abgabe und Eni- nähme von Zucker Bekanntmachung dahin erlassen, daß auch für die Abgabe und Entnahme von Kandiszucker und Zucker- sirup die Bestimmungen der erwähnten Verordnung Geltung haben, insbesondere die Vorschrift, daß bei Entnahme dieser Zuckerarten die Znckerkarte vorzulegen und der jeweils fällige Abschnitt von dem Verkäufer abzutrennen ist. Ausgabe von Brcnnspiritus. Von der Reichsbranntwcinstelle sind 23 Hundertteile des früheren Verbrauchs an Brennspiritus freigegeben worden. Von diesen 25 Hunderttcilen gelangen 20 Hundertteile zum Preise von 0,55 M. für das Liter gegen Bezugsmarken in den Verkehr, während 5 Hundertteile ohne Bezugsmarken zum Preise von 1,50 M. für das Liter verkauft werden dürfen. Bezugsmarken erhalten minderbemittelte Personen, die den Spiritus zur Beleuchtung oder zum Kochen nötig haben, und denen ein Ersatzmittel in E l e k- t r i z i t ä t oder Gas nicht zur Verfügung steht, solvie solche Personen, die den Spiritus für Zwecke der Gesundheitspflege benötigen. Tic Bczugsmarken werden durch die Brot- kommissionen ausgegeben. Sic berechtigen nur im Stadt- bezirk Berlin zum Bezüge von Brennspiritus. Die Geschäfte, in denen der Spiritus zur Ausgabe gelangt, sind in den Brotkommissionen zu erfahren. Gewerbetreibende und sonstige berufliche Verbraucher tAerzte, Zahnärzte, Hebammen, Sana- tonen, Friseure usw.) werden von der Brennspiritus-Gesell- schast, BerlimTemgelhof, Ningbahnstraße 32/35, unmittelbar versorgt. Arbeiterbildungsschule. Ter nächste naturwissen- schastlicheSonntagsausflug erfolgt am kommenden S o n n t a g, d e n 4. Juni, und zwar als N a ch m i t t a g s- Wanderung. Ihr Ziel ist nicht, wie ursprünglich angegeben wurde Lübars, sondern der G r u n c w a l d(Dahlem— Riemeister- und Teufelssee— Pichelsberge). Treffpunkt l'/s llhr mittags ani Haltepunkte der Unter- grundbahn Dahlem-Dorf. Fahrkosten 40 Pf. Teilnehmerkarten zu 30 Pf. sind zu haben im Bureau des IV. Wahlkreises, S-tralauer Platz 10/11, im Bureau des VI. Wahlvereins, Gerichtstraffe 71, und im Bureau des BezirkLbildungsausschusscs(Jugend- sckretariat). Lindenstraffe 3. Tie Sorge um den Säugling. Im Berliner„Verein Hauspflege" sprach Prof. Finkelstein, ärztlicher Leiter des Waisenhauses der Siadt Berlin und des an- gegliederten Kinderasyls, über„Säuglingspflege in der Kriegszeit". Er zeigte, welche Schwierigkeiten für die Ernährung und gesamte Pflege der Säuglinge sich aus dem Kriegs- zustand allmählich ergeben haben. Sonst habe man, so leitete er seinen Vortrag ein, Ratschläge erteilt, wie Säuglinge ernährt werden s o l l e n i jetzt aber müsse man fragen, wie sie ernährt werden können. Immer schwerer sei es rn letzter Zeit für die ärmeren Bevölkerungsschichten geworden. bei der Ernährung und Pflege der Säuglinge noch einigermaßen die Anforderungen zu erfüllen, die bisher galten. Fast aller dazu nötige Bedars sei jetzt knapp und teuer, die Säuglingsmilch, das Hafer- Niehl, der Zucker, ferner auch die Gummipfropfen, die Windeln, die Seife usw. uiw. Die Eruährungsjchwierigkcit, zu der die Knapp- heit und Teuerung der Lebensmittel geführt habe, treffe auch die Mütter. Was da zu tun sei, um trotz allen Schwierigkeiten durchzu- kommen? Bezüglich der Ernährung des Säuglings empfahl Finkelstein, niit noch größerem Eifer als bisher die Mütter zum Stillen ihrer Kinder anzuhalten. Für ein Kind, das gestillt wird, fei das Gedeihen so gut wie gewährleistet. Dabei falle auch die Sorge weg, wie man die Kuhmilch oder andere Nähr- mittel heranschaffen soll. In der Neichswochenhilse mit ihren Still- beihilsen sei ein wirlsames Dtitlel gegeben, die Müiter zum Stillen zu bewegen. Man könne vielleicht fragen, ob nicht durch Lebens- mittelteucrung und Ernährnngsschwicrigkeit die Mütter in ihrer Stillfähigkeit beeinträchtigt werden. Finkelstein glaubt, diese Frage verneinen zu dürfen, und er fürchtet auch keine bedenkliche Aenderung der Mullei milch. Er wies darauf hin, daß 187» in Paris während der Belagerung infolge des Mangels an Kuhmilch allgemein die Mütter ihre Kinder stillten und daß in dieser Zeil die Säuglings- sterblichkeit so gering wie nie war. Immerhin müsse man bemüht sein, die stillenden Mütter ausreichend zu ernähren. Aber noch wichtiger fei. sür die Ernährung der S ch w a n g er e n zu sorgen, damit kräftige Kinder geboren werden. Finkelstein gestand, daß man da „jetzt nicht außerordentlich viel tun" könne. Man müffe aber darauf hinwirken, daß die Frauen„das wenige Geld, das sie haben, für gute Nahrung ausgeben". Das teure Fleisch sei entbehrlich, das könne durch„billigere Fischsorten' ersetzt werden, z. B. durch den „ganz einfachen Hering" lüber dessen jetzigen Preis der Vortragende wohl im unklaren ist). Als sehr nahrhaft könne er z. B. auch Mehl und Nudeln empfehlen, ferner die Hülsenfrüchte,„soweit sie noch zu haben sind". Zur Deckung des Milchbcdarfs habe die stillende Mutter ein durch ihre Milchkarte gesichertes Vorzugsrecht, das bei der herrschenden Milchknappheit nötig sei. Tie Milchkarte soll auch für die mit der Flasche auf- zuziehenden Kinder die Heranschaffung der Nahrung sichern. Die erforderliche Milchmenge brauche, sagt Finkelstein, nicht mehr als ein Zehntel vom Körpergewicht des Säuglings zu betragen, und auch sür ältere Rinder sei nicht erheblich mehr nötig. Wenn man sich an„dieses knappe Maß" halte, werde viel Milch gespart und die Deckung des gesamten Bedarfs erleichtert. Verhängnisvoll für das Kind könne es werden, wenn Zucker fehlt, ohne den ein Gedeihen des Kindes nicht möglich ist. Ersatz dafür dürfe niemals Sacharin sein, das keinen Nährwert habe, sondern z. B. Malz- Präparate, die man freilich teuer bezahlen müsse. Ersatz sei auch Milchzucker, an dem eS ebenso wie an Kindermehl noch nicht fehle. Mir Ersatzmitteln, die für die allgemeine Pflege des Säuglings in Frage kommen, macht Finkelstein Versuche in den von ihm geleiteten Anstalten. Der Preis deS Gummisaugers ist von früher 1ö— 20 Pf. auf 50— 80 Pf. und noch darüber gestiegen, aber die Industrie hat einen Ersatz gefunden. Für Seife werden Ton- Präparate angeboten, statt Puder dient Talkum als Streupulver, die Windeln kann man aus Nessel anfertigen, zur wasserdichten Unter- läge eignet sich ein präpariertes Papier. Wie leuer sind jetzt alle diese Ersatzmittel und besonders die erst neuestens von der Industrie hergestellten? Dem Vortrag war hierüber nichts zu entnehmen. Für die ärmere Bevölkerung liegt ja die Schwierigkeit nicht nur in der Knappheit der Nahrungsmittel und des sonstigen Bedarfs. Sie liegt noch mehr in der allgemeinen Verteuerung, von der auch die Ersatzmittel nicht verschont bleiben. Uns scheint, daß die Sorge um den Säugling besondere Fürsorgemaßregeln zur Sicher- stellung seiner Ernährung und Pflege gebietet. Tie Ankausskommission der Städtischen Kimst-Dcputation trat gestcin unter Vorsitz des Bürgermeisters Dr. Reicke in der Großen Kunstausstellung am Lehrler Bahnhof zusammen. Es wurden für die Stadl die folgenden Gemälde angelaufr: Hans Hartig,„Ein Hindcnburgsieg". Julius Jacob,„Neujahrsrag am Zeughausplatz", Julie Wolfthorn.„Zwei Freundinnen". Göhler,„Im Park zu Scbwctzingen", Alfred Hellberger,„Einzug der Soldaten über die Vefonie-Brücke von Blamont", Waller Michc, Wohltätigkeilskonzerl im Lazarett". Pakete nach Bulgarien sollen in Leinwand oder Säcke oder in feste Holzkislen verpackt sowie gehörig verschnürt und versiegelt sein. Auf die Beachtung dieser Vorschriften ist wiederHoll hingewiesen worden. Trotzdem werden noch immer viele Pakete nach Bulgarien aufgeliefert, die nur in starkes Packpapier eingehüllt und mit Blech- klammern verschloffen sind. Derartige Pakete werden fortan von der Absendung ausgeschlosfen werden. Ein Berliner v-Zugdicli wurde von der Kriminalpolizei in Dresden unschädlich gemacht. Auf dem HauplbahnKof dort wurde ein Reisender festgenommen, als er gerade einen von Leipzig ge- kommenen Schnellzug verließ, um einen zur Abfahrt nach Bodenbach bereit stehenden Zug zu besteigen. Er hatte einer mitreisenden Dame ein gefülltes Poriemoniiaie aus der Handtasche gestohlen. Der Ver- haitete wurde festgestellt als ein Kaufmann Gaul, ein Mann in mittleren Jahren, der in Berlin ein Zweixgeschäfl eines größeren Betriebes leitet. Eine Durchsuchung feiner Woh- uung und seiner Geschäftsräunie im Südosten der Stadt hatte ein überraschendes Ergebnis. Man fand dort Dutzende von Reisetaschen und Koffern, Damenhandtaschen und Porte- monnaies, Brieftaschen, Schmuckfachen, aus denen zum Teil die Steine herausgebrochen find, eine Reiseschreibmaschine, eine goldene Uhr mit Schlagwerk an einer goldenen Kette mit Steig- bügel, auch einige Bisam- und Persianerfelle. Alle Sachen wurden zur weiteren Aufklärung zunächst nach Dresden gesandt. Die Taschen sind zum Teil zerschnitten. Der Verhaftete hat wahrscheinlich auch auf hiesigen Bahnhöfen, besonders dem Anhalter Bahnhof, Dieb- stähle in O-Zllgen, die schon seit einigen Jahren verübt wurden, ausgeführt, vermutlich auch Taschendiebftähle in den Billardsälen hiesiger Kaffeehäuser. Er verkehrte' viel in Lokalen der Friedrich- stadr, oft mit zwei anderen Männern, die wahrscheinlich seine Helsershelfer waren und ihn bei den Diebstählen deckten. Einem von ihnen scheint er auch in Dresden das zuletzt gestohlene Porte- monnaie gleich zugesteckt zu haben. Schwerer Mißhandlungen seines Kindes hat sich ein Eisenbahn- bcamler R. in Neukölln schuldig gemacht. Nachbarn N.s hörten schon seit längerer Zeit dessen 11 Jahre alten Sohn ofl jämmerlich schreien. Man zweifelte nicht, daß er jedesmal barbarisch miß- handelt wurde. Gestern führte eine Nachbarin den Knaben zur Kriminalpolizei. Eine Untersuchung, die der Polizeiarzt vornahm, bestätigte den Verdacht. Der Vater hatte den Knaben mit dem Stiel eines Ausklopfers derart geschlagen, daß sein ganzer Körper mit Striemen und Beulen bedeckt war. Der Vater wollte seine„Züch- tigungen" damit erklären, daß sein Sohn lügenhaft sei, die Schule schwänze. Diese Ausrede wurde aber durch den Rektor der Schule bald widerlegt. R. wurde dem Amtsgericht vorgeführt, vorläusig aber wieder auf freien Fuß gesetzt. Der Sohn wurde nach dem Waiscnhause gebracht. Ein tödlicher Straßenunfall hat sich am gestrigen Mittwoch in der Bellealliancestraße ereignet. Dorr versuchte an der Ecke der Baruiher Straße der ö8jährige Postaushelfer Julius Rüdiger un- mittelbar vor einem in der Ricktung noch dem Halleschen Tor sah- rcnden Straßenbahnzuge der Linie 164 das Gleis zu überschreiten. Da auf so kurze Entfernung der Führer den Zug nicht mehr zum Stehen bringen konnte, wurde der alte Mann umgerissen. R. erlitt bei dem Sturz auf das Straßenpflastcr einen Schädelbruch, an dessen Folgen er auf der Unfallstation am Tempelhofer User, wohin der Verunglückte gebracht worden war, starb. Wegen einer Explosion in einer Fabrik in der Urbanstr. 114/115 (Hasenheide) wurde die Berliner Feuerwehr am Mittwoch nachmittag von vier Seiten alarmiert. Als sie dort in großer Stärke ankam, brannte das zweite Geschoß im rechten Seitenflügel mit dem Quer- gebäude. Zum Glück sind die Fabrikräume sämtlich erst neu und massiv erbaut mit feuerfesten Decken und Fußböden, lieber die Treppen und eine Maschinenleiter wurde vorgegangen und es ge- lang die Flammen auf ihrem Herd zu beschränken. Leider ist bei der Explosion der Arbeiter Emil E l z h o l z aus Neukölln umS Leben gekommen. Sein Kollegs der Gastwirt' Michael Groß er- litt Brandwunden zweiten und dritten Grades an beiden Armen und an der linken Rörperseite. Er fand Aufnahme und Hilfe im Urban- krankenhaus. Ein Zusammenstoß zweier Straßenbahnwagen wird vom gestrigen Nachmittag gemeldet. Um 230 Ubr fuhr an der Rönigstraße Ecke der Spandaucr Straße ein Triebwagen der Linie 58(Richtung Britz) in der Kreuzung gegen den Beiwagen eines in der Richtung nach dem Viehhof verkehrenden Zuges der Linie 81. Dabei wurden sieben Personen, die in dem Beiwagen saßen, leicht verletzt oder erlitten Nervenchoc. Von dem Triebwagen wurde die Vordcrplattform fort- gerissen und Seitenscheiben zertrümmert, an dem Beiwagen war das Puffergestell beschädigt, während das Gefährt selbst entgleiste. Die Verletzten konnten ohne fremde Hilfe sich nach ihren Wohnungen begeben. fius öen Gemeinden. Umtausch der Buttcrkartcn für Kinder in Wilmersdorf. Der Umtausch der Butterkarten für Kinder, die zwischen dem 1. Januar 1902 und dem 81. Dezember 1913 geboren sind, gegen volle Butler- karten, sowie die Neuausgabe solcher Karten für nach dem 31. De- zember 1913 geborene Kinder erfolgt vom Freitag, den 2. Juni, bis Mittwoch, den 7. Juni(mit Ausnahme des Sonntags), straßenweise durch die Brotkommissionen an die Haushaltungsvorsteher oder deren Vertreter, also ohne Vermittlung der Hausbesitzer. Die Ausgabe- ordnung wird an den Anschlagsäulen veröffentlicht. Mitgliederversammlung in Charlottcnburg. Eine gulbesuchte Mitgliederversammlung des WablvcreinS Ellar- lottenburg beschäftigte sich am 30. Mai mit den gestclllen Anträgen zur Kreisgenerolversammlung. Nach lebhafter Diskussion wurde folgender Antrag gegen 6 Stimmen angenommen: Der Parleivorstand hat sich mit seinen Maßnahmen gegen den„Vorwärts" und gegen das Duisburger Parteiblatt über die ihm durch das Statut gesetzten Schranken hinweggesetzt. Wir fordern die Parteigenosien auf, sich dadurch nicht provozieren zu lassen, sondern ihre Pflicht gegen die Organisation nach wie vor zu erfüllen. Die Kreisgeneralversammlung und die Verbandsgeneralver- sammlung haben jedoch ernsthaft die Frage zu prüfen, ob sie nach dem Organisationsstatut noch berechtigt sind, an diesen Partei- vorstand irgendwelche Gelder abzuführen. Zum Punkt Verschiedenes wurde noch folgender Antrag ein- stimmig angenommen: Die Mitgliederversammlung des Wahlvereins Charlottenburg erklärt sicb mit der Haltung des Parteigenosien Karl Liebknechr einverstanden und fordert die KrciSgeneralversammlung auf. dem Genossen Liebknecht vollste Sympathie auszusprechen und alle ver- sügbaren Mittel in Anwendung zu bringen, um die Aufhebung der Hast des Genossen Liebknecht zu erlangen. Berichtigung. Zu dem Bericht über die Neuköllner General- Versammlung erhalten wir folgende Nichligstcllung: Es darf nicht heißen: Für die zukünftige Hallung des Wahl kreis Vorstandes wurde vom Vorstand der Versammlung nachfolgende Resolution unlerbreitet; sondern: Für die zukünftige Haltung des Wahlvereinsvorstandcs usw. Da wir uns in der General- Versammlung nur mir örtlichen Angelegenheiten beschästigen, fällt dieser Umstand sehr ins Gewicht. Soziales. Die Reisekosten des polnischen Arbeiters. Vor kurzem berichteten wir über eine Gewerbegerichtsverhand- limg, wo ein polnischer Arbeiter, der sechs Monate in den Slädlischen Gaswerken gearbeilet hat. die Rückzahlung von 17 Mark forderie. die ihm in Wochenralen von je einer Mark zur Rückerstattung des von den Gaswerken ausgelcglen Reisegeldes von Polen nach Berlin abgezogen worden sind. Nach dem mit dem Kläger und allen anderen für die Städtischen Gaswerke angenommenen polnischen Arbeilern ab- schloffeiieu. Vertrag- haben diese sich die Reisekosten mit wöchentlich einer Mark vom Lohn abziehen zu lassen.. Der Kläger,' der weder lesen noch schreiben kann und den Verirag mit drei Kreuzen unterzeichnet hatte, bebaupleie, der Agent, welcber die Arbeiter in Lodz engagierte, habe ihnen die mündliche Zusicherung gegeben, daß ihnen das Reisegeld zurückgezahl! werde, wenn sie wenigstens drei Monate in der Arbeilsstelle verblieben. Das Gericht beschloß im vorigen Termin, über diese Vehauplnng Beweis zu erheben. Das geickah denn auch in dem uciien Termin am Mittwoch durch Vernehmung des Agenten Stephan, der als Angestellter einer Vermittelungsfirina die Arbeiter in Lodz für die Slädlischen Gaswerke engagiert bat. Der Zeuge sagte, er habe den Vertrag allen Arbeitern deutlich vorgelesen, jede Frage, die an ihn gestellt wurde, liar beanttvorler, aber keine Zusicherung, wie sie der Kläger angab, gemacht.— Ter Kläger bemerkte hier- auf, nicht der Zeuge, sondern ein anderer, ein junger Mann, habe die betreffende Zusicherung gegeben.— Aus den weiteren VerHand- lungen ergab sicy. daß der Zeuge eine Anzahl Schlepper an der Hand hatte, welche ihm in Lodz die Arbeiter zuführten. ES ist also sehr wokl möglich, daß diese Schlepper— die doch wohl vom Ägenlen Provision iiir rhre Dienste erhallen haben— durch unwahre Angaben über die Bezablnng des Reisegeldes unerfahrene Arbeiter an sich gelockt haben. Was die Schlepper auch zugesichert haben mögen, für den Agenten und seine Auftraggeber war das nach An- ficht des Gerichts nicht verbindlich. Für sie galt nur der von den Arbeitern unlerzeichnclc Vertrag. Der Kläger war anderer Ansicht, er war deshalb zur Zurücknahme der aussicbislosen Klage nicht zu bewegen und wurde demzufolge vom Gerich: abgewiesen. Gerichtszeitung. Böse Folge der Kurpfuscherei. Ter 77 Jahre alte„NaturheUkundigc" Eduard Schulz wurde gestern aus der Krankenabteilung des Unterfuchungs- gefängniffeS der.1. Strafkammer des Landgerichts ll vor- geführt, um sich wegen f ä h r I ä s s i g e r T ö t u n g. zu ver- antworten. Ter Angeklagte, ein. ebemaliger Klempner, beschäftigt sich seit längerer Zeit mit der Ausübung der Heilkunst. Seine Hilfe nabm am 11. Oktober 1915 die Frau des Bäckermeisters Paul in Schöne- berg in Anspruch als ihr 3l-säbriger Sohn Günther erkrankte. Ihre Besorgnis, daß das Kind an Tiphtberie erkrankt sei, suchte der Angetlagtc, ohne eine Untersuchung anzustellen, sür hinfällig zu erklären und sagte ibc:„Rehmen Sic keinen Arzt: durch meine Mittel gebt die Krankheit durch den Stuhl weg." Ter An- geklagte behandelte dann das Kind mit homöopathiictien Lösungen in dreißigster Potenz, in welchen Aconit, Hepar sulfurio. Oueck- silbercianai. Salpetersäure und Flieder enthalten war. Tie Ver- dünnung dieser Mittel war so stärk, daß sie nach dem Gutachten des Prof. Tr: Juckenack als völlig indifferent bezeichnet, werden müssen und die Bestandteile in der angewandten Lösung über- Haupt nicht nachweisbar waren, so daß eine Wirkung völlig aus- geschtossen war. Das Kind wurde kränker und kam auf Anord- nung des am 16. Oktober berbeigerufenen Arztes Tr. Böttger in das'Krankenhaus, wo schwere septische Erjcheinungen im Anschluß an Diphtherie festgestellt wurden. Im Krankenhause ist das. Kind trotz sorgfältigster ärztlicher Behandlung an dcn Folge- e r s ch e i n u n g c n der Diphtherie am 25. Oktober der- starben.— Da nach dem Gutachten der ärztlichen Sachver- ständigen das Kind mit der größten Wahrscheinlichkeit gerettet worden wäre, wenn rechtzeitig Serumbehandlung durch einen Arzt stattgefunden hätte, hatte das Schöffengericht den Angeklagten wegen fahrlässiger'Tötung zu 1 Jahr 6 Monaten Ge- fängiris verurteilt und ihn sofort in Untersuchungshaft genommen. — Gegen das Urteil war Berufung eingelegt worden. Rechts- miwalt Dr.. Harro Pincus machte in der zweiten Instanz für den Angeklagten geltend, daß der urjäflfliche Zusammenbang zwischen dem Verhatten des..Augeklagteu und dem Tode des Kirzdes doch nicht, ganz zweifelsfrei festgestellt fest, da sich doch nicht sagen- jasse, ob das Kind nicht trotz einer Serumbehandlung dennoch an Diphtherie gestorben fein würde. Jedenfalls erscheine die Strafe zu hoch, denn der Angeklagte stehe in sehr hohem Alter, auch müsse strafmildernd in Betracht gezogen werden, daß er selbst an die Hcitkrast seiner Mittel felsenfest glaube.— Staatsanwalt Assessor I a c o b i hielt die erkannte Strafe keineswegs für zu h-'ch da es ein bodenloser Leichtsinn des Angeklagten fei, ivenn er sich ohne jede Untersuchung an die Behandlung eine diplstherieverdächtigen Kindes mache und die Behandlung mit Diphtherieheitserum gänzlich ausschalte.— Das Gericht ermäßigte die Strafe auf e i n Iah r Gefängnis unter Anrechnung von 2 Monaten Unterfuchungs- hast, wobei einerseits das Hohe Alter des'Angeklagten, andererseits berücksichtigt wutde, daß es schon eine grobe Fahrtässigkeit dac- stellc, wenn ein Mann, der dazu gar nicht befähigt sei, eine solche Kur übernehme.__ Schund statt Militärlieferung. Tie Frage, ob auch Unterlieferanten oder nur Groff- unternebmer wegen Nichterledigung von Militärlieferungen nach jz 329 St.G.B. zu bestrafen sind, unterlag am Tienstag der Nachprüfung des Reichsgerichts. Wegen Vergehens gegen 8 3-� ist.G.B.(Nichterledigung der vorgeschriebenen Militärliefernng während des Krieges) hat das Landgericht Berlin I am 8. Oktober v. I. den Kaufmann Hermann L c s s c r z u 1 I a h r u n b 6 Monaten Gefängnis, den Schneider Eiiiil Beyer wegen desselben Vergehens zu 6 M o- naten und den Zuschneider Franz I o h„ wegen Beihilfe zu dem Vergehen zu 4. Monaten Gefängnis vcrurteikt. Der An geklagte L. ist' kaufmännischer Leiter der Firma Je» i r f ch f'e I d Wwe. Diese Hatte hon einer größeren Firma, die vom Bektci dungsamt des 4. Armeekorps in Magdeburg eine größere Heeres- lieferung an Jnfanterieröckcn erhalten hatte, den Auftrag zur An- fertigung solcher Röcke bekommen. L. übertrug die Arbeiten dem Schneider B. und dem Zuschneider'I. Zwölf dieser Röcke waren aber dermaßen. unvorschriftsmäßig und schundmätzig gearbeitet, daß die Militärverwaltung deren Annahme verweigerte. Die übertragene Lieferung war also nicht ausgeführt, worin das Vergehen gegen§ 329 St.G.B. lag. Gegen das Urteil hatten nur die Angeklagten L. und B. Revision eingelegt, in der. geltend gemacht wurde, von einer Heereslieferung im Sinne des§ 329 St.G.B. könne im vorliegenden Falle nicht die Rede fein; denn von dieser Gesetzesbestimmung würden nür di'e Großlieferanten betroffen, nicht aber deren Unterlieferanten, die kleinen Arbeiter, die nur für die eigentlichen Lieferanten die mechanischen Arbeiten auszuführen haben. Der Angeklagte. L.. der erst von einer anderen Firma einen Teil des eigentlichen Heeresauftrages erhalten habe, sei zu Unrecht als Lieferant angesehen worden; desgleichen insbesondere der Angeklagte B., der von L. nur aus Gefälligkeit be- schäftigt worden sei. Das Reichsgericht vertagte die Eni- fcheidiing auf den 20. Juni. parteiveranftaltungen. Köpenick. Mitgliederversammlung des Wablvereins, Montag, den 5. Juni, abends 81/, Uhr, im Lokal von Ricck. Grünauer Sir. 7. Slclluiignahme zur Krcisgcncralvcrsammlung und Wahl der Delegierten.■_ Jugenüveranftaltungen. Pankow-Ricderschönhaiisen. Donnerstag, den I. Juni: S viele im Freien bci-Sellclorii, Niedcrschönbausen, Lindenstraße. Trcsspunlt: 2 Uhr. Bahnhos Pankow-Nordbähn. Gäste willkommen.'— Sonnabend, den 3. Juni: Abcndwandcrung über Lübars nach Zieinickendors. Rosenlhal. Abendbrot und Musikinstriimentc sind miizubrmgcn. Trcstpunkl: 7 Uhr in Nordend am Straßcnbahnhos. TvetlcrauSsichte» für das iiiittlerc. Norddcutsciiland bis Freitag mittag. Alisangs noch kühl und etwas trübe, besonders im stüslengebietc leichte Rcgensälle; später von West nach Ost sortschreilcndc Aujheiterung und Erwärmung. P* empfindet ein Jeder beim Anblick der«roesen Auswahl in meinen 4 Qeschfiiten und Ist angenehm über- ras ht über meine preiswert. 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St.800) 32298 312 893 713 40 3 5 233 6 4498 718 918 71 35177 908(1000, 33007 78 889 848 943 3 7080(800) 339 94? 33101 833 843 7 3038 48 938 387 71841 740 7 2013 88 98 334 87 834 94»»3173 473 849 918(800) 75008 983 7 5 237 397 408 80 712 902 13 7 3078 818 7 7 088 434(1000) 9»«77 937(3000) 78182 564 7 3112(1000) 378 819 982 »0153 320 0 000) 42 81018 41 382 403 633 79 733 800 32919 BS 847 813» 3348 898(800) 804 8 4111 79 221(500) 99 344 3,1 27(500) 873 99« 5018(800) 170$43 898 740 838 3 6 448 831 800 997 3 7131 931(600) 83 6 8 991 883 6 3161 908 378 897 903 30913 40 406 819 41(1000) 638 758 01180(800) 289 8-8 022'3(3000) 938 883 898 99 994 8 3020 68 579 813 8 4)34 910 303(600) 597 823 722 89 2 5 97G 527 28 9 6 479 772<500, »232 470 819 8? 744 87 881(800)»»984 488 95183 91« I«00> 100399(3000) 374 738 80» 101178 98 102011 76 839 M(800) 8»» IOS118 980 104792 889 978 1 05158 78 298 »Int /»d,»«»oiien, Nhinhih find«tvel«leich hob« tHcnilmi» 8, tolle», im»»Ion» je elller out dl« Lose gleicher Klnmmer 1» den b»ideu Ablellungeu 1«. 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Mal Isi die Nr, 1»«gO nur mit 1000 M.-lezsaen inardni. Tie Nr. 114304>(1 mit 6M M., dagegen die ülr.(40 984 nicht »'«ainn worden.— fln der Noihmlilualziebmig d eis, Iben Tng-S 1(1 nach,»ir«g-N! Nr. 44 740 mtt 500 Si-; Nr. 49208 1(1 mit 000 M. i'joge» aariiii- 933 878 013 1 0 0 608 IO7008(600) 10 0053 512 73 711 10 8 472 917 110031 95 984 96 842 688 788 111063 260 887 112181 349(3000. 402 869 113009 028 474 611 684 736 872 1U070 107(600) 208 497 814 666 116082 153 110147 661(1000, 117017 72( 500) 74 97«38 718(500) 113731 620 979»3079 100 468 08 983 12 0417 827 16001 992 1 21200 25 338 737 79 970 1 2 2064 239 816 19 1 2 3 335 1 2 4 018 603 605 97 I2S124(3000) 685 025 78(600) 120.. 60 6:0 633 841 054 67 127314 1 2 8 060 (500) 83 16« 335 600 743 021(600) 12 8 601 830(3000) 47 I3O000 30 880 700 1 31)87 234(1000) 641 13 2 250 348 015 57 183257 435 78 134016 337 743 45 045 947(1000 und Pr.smi« 8 0 0 0 0 0) 13 5 010 20( 600) 285 359 820 91>! 40 130)35 260 399',64(600) 04« 137167 247 377 87 634 1 3 8266 487 868 1 3 8 029 834 140038 204 804 1 41061 187 282 SOS 10 609 04 960 142177 234 306 859 889 1 43143 264 618 60 737 013<500, 144041 134<14( 4 8 2)5 473(800) 670 782 1 40110 724 (10,0) 87 8)8 837 1 4 7 232 91 741 829 1 4 0041 603 604 80 823 I4B034 43 64 363 467 841(600) 18 0339 649(1000) 161378(600) 83 600 1 5 2 097 112 85 855 784( 30001 18 4 092 437 604 11 72 867(1000) 105)60 60) 0.38 180268 830 157568 766(500) 130133(1000) 331 610 18 3 053 2)1 67 75 458 75« 18 0009 388 474 00 632 983 1 01068 1 02 39 63 95 888 933 108327 66 447 560( 3000) 657(3000) 869 1042.6 430 731 199)89 63 400 588 94 660 1 00103 48(5001 430 612(600) 725 187013 121 82 734«0 163260 484 87 628 851 160073 224 38 4« 644 54 83 668 17 0 759 850 1 71411 02(500) 681 963 1 7 2 041 075 952 17 3025 783 910(1000) 88 1 7 4 215 6U4 783 17 538? 449 813 710 1 7 0 240 399(3000) 5?« 17 7185 222 641(7 0064 460 «41 170)59 834 929 10 0484 1 01028 572 755 10272« 802 074 1P.3031 103 732 812 1 8 4070 343 645( 600) 76 707(1000) 105)24( 600) 81(800) 385 I B 002 1 227 49 498(600) 705 897 940 137550 (3000) 10 0 214 399 424 S8S 729 64 1 3 9 352 657 842 19 0000 333 07 606 742 822 909 1 81275 97 358 5'0 103 678 69 1 9 8 032(1000) 803 1 04,32 4?« 664 856 90 10 5 064 134 35« 499 619«63 1 9 0 341 645 1 9 7 00« 138 60 19 8 033 135 aas 660 749 61 10 8400 77 92 96« 2 9 0085 190 416 2 01,49 607 81 759 80 987 9 0 2,06 800 16 040 2 0 3189 383 07 872 631 2 0 4,63 853 2 0 8 203 387 638 9«9 2 0 0,68 282 448 625 699 7,5 2 0 7 3,8 436 679 783 08 805 03 2 0 02)8 48 800 708 2 0 9289 473 79 210)52 356 658 800 811005(600) 67(10001 64 160 285 870 812913 56 213591 726(1000) 808, 500) 21 4853 9 1 5295 880(1000) 405 77 643 618 2 1 6279 97 488 835 94 21 7057 195 254 623 834 21 8030 104 49 31 222 534 679 2 1 0384(3000) 648 667 95 883 2 2 0,80 390 606 748 221467 626 778 918 9 2 2433 833 744 75 839 4«(600) 968 223317 63« 40(£00) 47 623 82 2 2 4 284 391(3000) 652(660) 656 747 820 2 2 5 389 687 8,1 2 2 0 080 212 460 603 009 20 2 2 7 045 673 9,5 27 2 2 8,31 278 363 714(«00) 33(3000)£43 220339 93«02 12 23 «00 63< 8001 230010(1000) IM 741 231069 112(800) 84 217 90 315 748 2 3 2271 470 78 60« 42 760 233267 394 413 »i« A!,b»n« der ersten Slr.ss« d» 8/ZZt. Klassen-!!»«!?!, ii> ginn,»»1 11. Juli 1918. rirunnrn-triivo ISS Aktiv». „Hofftiiiiix" Berliner SchneiderelcOenossenzchaft tiitjjctrnBcnc Genoffenschast mit deschrSnkter Hasipfiicht. n i u f. i sr at Bilanz am 31. Dezember 1915. RrnnnenetraSe 185 l'aesiva. 7. ZlrtWl'ch.Kiiddeutslijo (233. Köttkgi. Presch.) Ktasfeuloiterie ö. Älass« 23. Atehungötag 81. Mat 1818 V-rmMag Das Cenlral-Leiiiliaus unterDIII keine Filialen, nur allein Eckhaus Jäger- u. Kaiionierslr. CEMTRAL-LEIHHAUS M Jägerstr. 71 Ecke Kanonier- StrsOe Abt. i: Hochelos811�8 MlonatS">Garderobeii teil» in Prinia»Selde zu»ehr mäßigen Preisen Elegant» Monatsgarderoben, nelche in vornehmen Werkstüttcn nach Maß hergestellt sind, werden als Gelegenheitskäufe zu billigsten Preisen zum Verkaut gestellt, und Ist die Auswahl gerade in diesen wenig gebrincbKn Mafigarderoben Jetzt eine sehr groQe, da bei dem Salaonwecbsel ein starkes Lager vorhanden. Sommor-Paietots u. IltetwS�S« 15, 20, 25, 80, 06 1 Eleg. Harren-Jackett-u. 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M. 1807,19 (488,75 80)0,91 8069,91 1215,04 482,85 1077,«9 (676,59 ab Abschreibung___ Worrnkunt» Warenbestände............ 87123,81 StoiitpfDmuifuitto(Debitoren) Aichenstmide............. 12855,55 «assittouto Barbeslmid............. 489,40 Bankkonto Guthaben bei der Dresdner Bank..... 40253,80 .«aneiouskonto Kaution sür Gas und Elektrlzltä.,,,. 370,— Anteilkonto Verlagsgesellschast Denischer Konsumberelne («(ammanleil)........... 272,95 ülJoVüi M. Mitglieder Guthabeiikoiito 27956,— Mitglieder- Tarlehiiskont» Darlehne der Mitglieder inklusive 4"U Zinsen............ 33450,30 Kontokorrentkouto(Kreditoren) Tchrilden............. 38789,87 Tlotdendenkonto Nicht abgehobene Dividende....... 1483,59 »teservefondstonto laut Bilanz vom 81. Dez. 1914. 15810,91 zuzüglich au« Aewinnoerleilg, 1914( 00,— 15710,91 TisposttionsfondSkoiito laut Bilanz vom gl, Dezember 19(4 zuzüglich an« Gewlnnverlellg. 1911 12503,00 55,34 12558.67 210,10 12768,77 zuzüglich Rückzahlung aus Darlehne Gewinn- und Berlustkonto Rcingeivlnii............. 11277,87 Summa Miigliederzahl am l. Januar 1915 Zleu eliigeli'cteit uinma . IS . t Ausgeschieden sreilmllig „ durch t'«6..... Rilgllederzahl am 3t, Dezember 1915 Die Mitglieder- Gliibabsnoerrlngerien sich im Jahre 1915 um 3515 143 4 TT Summa 111387,?l (31 .. M, Die»asttumme, für welche all« (»eiiosiei, zusammen am 3l. Dezember(915 auszulomniei« haben, belrägl 28200 M. Tieselbe hat sich im iSefchäst«. jähr 1915 um iHOO M. verminbert. 103/8 B e r I i», den 1. Juni 1915. „Noffnung" Berliner SchneidereUOenossenschaft eingetragene Genossenschast mit beschränkter Hastpslicht. Der SlnfsichtSrai: A. Mcnneil. Der Borstanb! ff!, Ikvolrvi', J, Apel, H,»tobbo, G. Oebmnei«. Blut die fflewliin» über 240 M. sind tn Slauimern betgklüzt. (Ohne Gewähr A. Et.-A. f. Z.)(Nachdruck verboten) 887 70 743 08«»210 02 332 33 45« 878 636 47«027 75 178 SU 15 42 60 oeO«£« 063 6 334 473 668£68(600) 600 903 (500J 50«S 10393 488 727 11242 418 82 38«18 877 99(500) 90J 123,3 4«8 92 800 1 3100(3000) 323 Ol 41? 03 534«30 048 08 1 4028 es 607 40 49 960 1 8037 57 284 303«2 634«04 76 718 öl(1000) 802 1»12a 710 801 20 58 933 1 7158 36 200 301 89 460 684 841 781(1000) 348>0154«07«27(1000) 724 831 18126 20 207 342 430 629 84 603(600) 040 61(1000) 20018 249(800) 64 401 20 692 SO(500) 739(1000, 4l 928 82 81094 291 337(1000) 618 903 2 8007 833 442 636 UOQO) 4« 63 710 8 3 033 78, 38(6001 40 010 740 800 030 2 4016 5« 77 169 210 33»«« 66« 88 770 846 71 26129 333 724(1000) 79 882 970 78( 3O001 29)96 357 89 002 27145 239 369 600) 404 64« 754 2 0,33 73 207, 0 384 878«02 26 061 2 8 645 184 200 324 78(1000) 438 SS 617 897 026 0 0068 80 08 522 968 810,7 88 IVO 83 363 681 782 8,3 91?»8071 10« 410£30 6,8 7(0 012 3 3163(600) 339 402 23 083 720 60(07 8 4100 201 7 302 89 418 507 602 85 036 991 85237 496 037 73 601 65 3 0 070«34 11 4,3 852 742 48(3000) 803 57 09»71(2(£00) 271 355 431 574 616(3000) 763(£00) 00141 225 328«2«13(500) 720 25(500) 81 982 33025 470 763 62 866 99 40084 74 79 455«85701 41235 375 490 617 603 5(1000, 14 70 945 4 3 062 187 36« 353 4-6 641 70)(5U0) 63 66 89 360 48,8« 321 670£89 44,48 805 938 4 5 067 728 313 64 46« 01 807(3000) 89 713 84 77 879 80 900 04 48049 700£08 48 1600) 668 848( 3000) 029 49 4 7 708 67 70 243 4,5 7 33 801(1000) 81 4 0048 827 47 375 81(1000) 669 705 SO 35 40(600) 80 970£S 63 4B010 03 ISO 273 83 440 777(000) SSO 98 02 2 40 84 00 8 0314 95 469 673«33 00 873 03 01147 69 248 319 82 444 804 20£3(1000) 6)2 41 784 88030 48 707 221 472 583 719 083 6 3043 49 3)0 00 4 57 828 4 1 50(1000) 75 34018(lOOQ) 79 III 203 72 99 333«3 483(600) 628 676(500) 793 819 0 8 093 207 612 790 604 28 82 0 0082 203 307 420 841 9(0 (1000) 0 7 000 270(1000) 07 400 31 690 772 000 80187 (1000) 71 42« 24 617 SO 40 iSOOO) 748 042 48 0 9182 1600) 250 339 433 601 012 eooil 88 163 704(3000) 338 405 731 48 67 304 65(8005 SSI(1000) 49(1000)«1098(3000) 302 221 327 28 SO 420 000(17 203 3)0 494 690 98(500) 728 6 0155 377 462 571 760 061 (1900) 64 6 408« IVO 20 411 17 00 77U 641(500) 60 016 61 6 0 014 144 238 48 841(1000) 469 630(1000) 22 61 719 839 029 0025, 389 09 805(1000) 9,8 0 7,19 92 380 71 306 647 54 688 68« OB261 42313000) 00 OSO 74« 68144 63 733 61 821 67 800 89 70001 90 27« 818 8,0 820 88 78 908 71010 71(800) 179 SSS(1000) 09 08 313 888 7 2025l500> 473 010)3090! 7 2033 73 >0, 274 40? 130001 74 544 844£8 718 64 7 4309 37 387 413 878 7007« 148 332 532 801 708 8)2 31 84 7 0330 448 541 «1«3« 774 7 7 045 221 384 407 23(1000)«09 04«80 912 30 «4 7 0083 181 01 204 308 88 540 712 002 7 003« 120(1000) 70 93£32 404(1000)£00 618 40 603 9)7 81 0 0090 108 86 208 38 32S!51Z 679 717 01,70 200 62(600) 303 72 653 828( 600) 770 987 8 2 083(600) 93 191 94 610 682 728 835 8 8108 908 35 829 734 832 78(800) 8 4096 580 68 827 06 042 6 BOOS 70 361 625 600 24 825 80 901 47(1000) 40 8 8 039 68 172 3,9 73 460 681 040 SO»7006 119 77 275 3"a 400 IIOOOI Sil 3« 7(1 22 822 95»8041 69 119 18001 18 077 630 781 808 8 0369(3 0 0 0 0) 373 489 695(10001 810 641 17 99 1900) 930 • 0058(£00) 79(600) 138 63 97(1000) 078 06 429 90 681 €18 010« l 60 973 313 92(600) Ol(1000) 442«27'33 834 64 80 0 9 090 256 734 99 821(500) 9 0 000 488 812 897 0 4028 96 389 878 478 BS(600)«72 671 733 812 8 0 009 59 104 12 98 433( 600) 641(1000) 717 810 46 7 7 0 0 525 799 994 0 7 029 182 84 20« 43(1000) 936 480(800) 6«« 742 01)022(£00) 16« 73 282 361 491 39« 923 0 0)20 46« 39 660 670 761 72 041 100344 49) 633 58 690 94(600) 707 33 101321(1060) 383 677 350 1 03041 494 568 859 013 1 0 3 070(100)1) 121 878 728 78 881(800) 104080(9000) ISO 66 282 396 448 80 819 20 82 97 99 lOBOU 118 21 307 18 36 64 80« 874 IOB337 67 96 486«93 1 0 7333 333(600) 75 410 81(600) 689(600) 787 58 907«8 1 0 8070 380 401 60 654 7««27 714 89 668 054 70 10 0346 408 69 633 70(1000) 909 14 110093 302 468 693 690 818 22 74(1000) 952 70 111187 no 63 81 961 113074 325 42«(1000) 59 79 621 118225 97