Nr. 155.- 33.Jahrg. Abonnements- Bedingungen: abonnements. Preis pranumerando Bierteljährl 8,90 m, monatl. 1,30 wöchentlich 80 Bfg. frei ins Haus Einzelne Nummer 5 fg. Sonntags. nummer mit ilustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Bfg. Postbonnement: 1,80 Mart pro Monat Eingetragen in die Bost- Zeitungs. Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2.50 Mart, für das übrige Ausland 4 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen ait Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal Rumänien, Schweden und die Schweiz Erichcint täglich. Vorwärts Berliner Volksblaff. 5 Pfennig Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene stolonel seile oder deren Raum 60 Big., jür bolitische und gewertschaftliche Bereins und Versammlungs- Anzeigen 30 Big. Kleine Anzeigen", das jettgedruckte Wort 20 Big.( zulässig 2 fettgedrudte Borte), jedes weitere Wort 10 Big. Stellengesuche und Schlafitellenan zeigen das erste Bort 10 Big., jedes weitere Wort 5 Bfg. Worte über 15 Buch. staben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Summer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Sw. 68, Lindenstraße 3. Ferniprecher: Amt Morigplat, Nr. 151 90-151 97. Lord Kitchener und sein Stab ertrunken. " Mittwoch, den 7. Juni 1916. Yuanschikai tot! Schanghai, 6. Juni.( W. T. B.) Meldung des Reuterschen Burcaus. Yu anjchitai ist Montag früh gestorben. Schon in der vorigen Woche zirkulierten Gerüchte, daß Buanschikai infolge einer Vergiftung schwer erfrantt sei. Später wurde die Nachricht dementiert, allein die vorstehend wiedergegebene lafonische Nachricht vom Tode des chinesischen Präsidenten läßt mindestens die Annahme offen, daß Quanschifai feines natürlichen Todes gestorben ist. Unmöglich erschiene es nicht, daß die Republikaner, die seinen diktatorischen Gelüsten feit Monaten den offenen Kampf erklärt haben, den verhaßten Präsidenten durch ein Attentat aus dem Wege " Expedition: SW. 68, Lindenstraße 3. fernsprecher: Amt Meritplak, Nr. 151 90-151 97. Die Aussichten der Friedensvermittlung. Stockholm, 5. Juni.( Pribattelegramm des Borwärts".) Das Mitglied der Ersten Kammer Wawrinsky, bekannt als der Vertrauensmann vieler internationaler Verbände, antwortete auf die Anfrage des Afton Tidningen" über seine Meinung, wie die Friedens. aussichten nach den Neden Greys, Bethmann Hollwegs und Wilsons feien, folgendes: " ,, Nach Asquiths und Greys Rede kann nicht mehr behauptet werden, Englands Kriegsziel sei die Zerschmetterung Deutschlands. Vielmehr wird hier das Prinzip verkündet, internationale Fragen durch Uebereinkommen freier, gleichberechtigter Nationen zu lösen. Dunkler ist der Ausspruch London, 6. Juni.( W. T. B.) Die Admiralität teilt. amtlich mit: Der Obertommandierende der großen Flotte meldet, er müsse zu seinem großen Bedauern berichten, daß das Kriegsschiff Hampshire", fich mit Lord Kitchener und seinem Stabe an Bord auf dem Wege nach Rußland befand, lehte Nacht westlich der Orkney- Inseln durch eine Mine oder vielleicht durch einen Torpedo versenkt wurde. Die Sce war sehr stürmisch, und obwohl sofort alle möglichen Schritte unternommen wurden, um geräunit haben. rasche Hilfe zu leisten, besteht, wie man befürchtet, wenig off- Der offene Kampf gegen Quanfchikai fegte in China bekanntlich des Reichskanzlers: Deutschlands Söhne bluten nicht für nung, daß irgend jemand mit dem Leben davon schon im Dezember v. J. ein, als der ehrgeizige Präsident durch ein Stück fremden Landes, sondern für Deutschland." gekommen ist. die Komödie eines Petitionssturms der von ihm abhängigen Hoffentlich ivünscht auch Deutschland eine internationale Mandarinen das Staisertum wieder aufrichten und sich zum Kaiser Rechtsordnung, die fünftige Kriege verhindert. Friedens. von China machen wollte. Dieser Schritt bot für die politischen verhandlungen sind möglich, wenn auch DeutschParteien Chinas feineswegs eine lieberraschung. Blanmäßig batte land erklärt, daß die Gegner nicht befiegt feien. Wilsons Duanfchikai den Boden für ſeinen Umsturzgedanken vorbereitet. Friedensprogramm ist bedeutungsvoll, da seine Verwirklichung Nach dem Sturz der Mandschudynastie im Jahre 1912 war er, der die Welt vielleicht gegen Angriffstriege, Annexionen und Großfekretär des fremde Einmischung in innere Staatsangelegenheiten be als früherer Vizekönig in Tientsin und Kaisers in Beking den Umsturz gefördert hatte, scheinbar schüßen wird. Kriegsparteien, die guten Willens sind, werden auf die Pläne und Absichten der provisorischen Regierung Bilsons Programm gutheißen. Wer dies nicht tut, trägt die der Republik eingegangen. Er wurde darauf neben Dr. Eunjatsen Verantwortung für die Fortsetzung des Krieges. Wird das zum zweiten Präsidenten der Republik gewählt. Jnsgeheim bereitete Programm gutgeheißen, so ist der Vermittler bereit; er aber die Konterrevolution vor, die 1913 ausbrach und dem ehr seine Stellung flar zu präzisieren und der geizigen Juanichifat, nach der blutigen Niederwerfung der sogenannten Friede kann als unmittelbar bevorstehend anzweiten Revolution, die vorwiegend aus Süvchina, dem Siz der gesehen werden." ( z) chinesischen Demokraten, ausging, die Herrschaft über China in die Anmerkung des W. 2. T.:„ Hampshire" ist ein Banger. freuzer bon 11 000 Tonnen, der 1903 vom Stapel gelaufen ist. London, 6. Juni.( W. T. B.) Das Neuterſche Bureau meldet, daß die„ Hampshire" gestern abend um 8 Uhr versenkt worden ist. Kitchener und sein Stab waren an Bord. Die See war um diese Zeit fürmisch. Zerstörer machten sich auf die Suche, und auch die Stüfte wurde abgesucht. Es wurden aber bis jetzt nur einige wenige Leichen gefunden. Die englische Admiralität sieht sich gezwungen, ihr Land mit einer neuen Siobspost zu überraschen. Sie meldet, daß der Panzerkreuzer Hampshire", an dessen Bord sich der auf einer Reise nach Rußland befindliche englische Oberbefchlshaber Lord Kitchener samt seinem Stabe befunden habe, in der Nähe der Orkney- Inseln gesunken sei und daß troß aller Bemühungen höchstwahrscheinlich nicht eine einzige Person habe gerettet werden können. Man darf deninach sicher damit rechnen, daß auch Bord Kitchener und fein Stab ihren Tod in den Wellen gefunden haben. Hand gab. Am 13. Oftober 1913 trat er das Amt des Präsidenten das Amt des Präsidenten Die russischen Arbeiter gegen Albert Thomas der Repnblit China an, um seitdem, gestüßt auf die internationale Mit großer Verspätung erhalten wir die Nummer des russiFinanz, die einen skrupellosen Geschäftsführer brauchte, mit Hilfe der schen Arbeiterblattes" Nasch Golos"( Samara) vom 1./14. Mai, ergebenen Beamtenichaft und des Militärs die vorrevolutionären in der der Besuch des sozialistischen Munitionsministers Albert Zustände wieber berzustellen. Thomas in Rußland behandelt wird. Obwohl Thomas schon Die Verfassungsänderungen, die Quanfchikai gleich beim Beginn längst Rußland verlassen hat, halten wir es für angebracht, die Die Katastrophe wird in dem Bericht der englischen Ad feiner Präsidentschaft durchfepte, gaben ihm eine folche Machtfülle Aeußerungen des russischen Arbeiterblattes über ihn zu registrieren, mitalität auf eine Mine, möglicherweise aber auch auf einen in die Hand, daß von der Stonstitution und von proflamierten da die darin enthaltene Kritif des sozialistischen Ministerialismus Torpedoangriff zurückgeführt. Das Schiff selbst, das mit politischen Freiheiten nur flägliche Ueberreste zurückblieben. Die wie der französischen Parteimehrheit überhaupt für die Haltung all seinen Infaffen versant, bedeutet keinen Verlust für die beiden Stammern wurden mit ergebenen Kreaturen des Präsidenten der russischen Arbeiterschaft bezeichnend ist. Zunächst ironisiert das englische Marine, gehörte es doch einem längst veralteten gefüllt, in den Provinzen herrschten uneingeschränkt die Militär- Blatt über das merkwürdige Bild, das die Anwesenheit des franzöTyp an und zählte bereits ein Alter von 23 Jahren. Um fo gouverneure, die politischen Gegner Quanschitais wurden graufam fischen sozialistischen Ministers in der goldbetreßten Gesellschaft schwerer freilich wird England durch den Verlust seines Ober- verfolgt, Presse- und Versammlungsfreiheit wurden vernichtet. der russischen Minister und Hofleute auf den Banketten, Sigungen befehlshabers selbst getroffen werden, dessen überragendes Das Werk der Restauration follte nun im Dezember und beim feierlichen Gottesdienst in der Sajan- Kathedrale bot. Organisationstalent ihm von keiner Seite bestritten wurde. vorigen Jahres durch die Proflamierung Duanichitais zum Dann geht es in einem anderen Artikel auf die Person, die Bielleicht trifft dieser neue Schlag England schwerer als alle Staifer gefrönt werden. Allein dann brach- allerdings von Parteitätigkeit und die Ministerrolle Thomas' ein. Das Blatt Berluste der Seeschlacht am Skagerrak. Ist doch der Mann, Japan insgeheim gefördert der lange zurüdgehaltene Groll des fennzeichnet ihn als einen der markantesten Vertreter des erireder die neue englische Armee organisatorisch erst geschaffen Bolles durch. Ausgehend aus der Provinz Jünnan, breitete sich fast men Nationalismus in der französischen Partei, als einen der und in dessen Händen alle Fäden des jungen, und darum über das ganze füdliche und mittlere China ein Aufstand aus, der eifrigsten Anhänger der Durchhalte"-Politik und der„ heiligen noch so empfindlichen Organismus zusammenliefen, jäh aus die Wiederaufrichtung der ersten, von Yuanfchikai vernichteten, Ver- Einigkeit", denen zu Liebe er den„ Klassenfrieden" zwischen Prole dem Leben gerissen worden. Und sollten sich in seinem Stabe falung und die Beseitigung des verhaßten Diktators anstrebte. Ver- tariat und Bourgeoisie predige, und erinnert an sein Auftreten auf höhere Offiziere und hervorragende Mitarbeiter an dem un- gebens versuchte Yuanshikai den Aufstand dadurch zu beschwichtigen, dem Weihnachtskongreß der französischen Partei, wo er ziemlich bestreitbar gigantischen Organisationswerk befunden haben, daß er von seinem Vorhaben, die Monarchie einzuführen, Abstand offen andeutete, wenn der Stongreß ihn zwingen wolle, aus dem so würde der Verlust auch dieser Männer England um so nahm. Die einmal ausgebrochene Bewegung ließ sich aber durch Ministerium auszuscheiden, würde er schmerzlicher treffen. Trogdem sollte man sich freilich auch vor einer Ueber- biefen Rückzug nicht mehr eindämmen, und eine Provinz nach der Partei auszutreten. Dann schließt das Blatt: schäzung des Schlages hüten, der durch den Tod Kitcheners anderen schloß sich den aufständischen Republikanern an. Wie weit diese Bewegung jetzt gebiehen ist, läßt sich bei der die englische Armee betroffen hat. Denn so anfechtbar im allgemeinen auch das Wort, daß jeder Mensch ersetzt werden unvollkommenheit des Nachrichtendienstes zurzeit nicht übersehen. fann die Lehren dieses Krieges und speziell auch die politischeinen auch bei der Bewegung mancherlei starke äußere schen Ereignisse während dieses Krieges beweisen gerade das Gegenteil sein mag, so ist doch zu berücksichtigen, daß die von Kitchener geschaffene Organisation bereits etwas im wesentlichen Fertiges darstellt und sicherlich auch unter neuer Leitung weiter funktionieren wird, mögen sich auch vorüber gehend Schwankungen und Störungen bemerkbar machen. Zu den Eigenschaften der angelsächsischen Nation gehört unzweifelhaft eine Zähigkeit und Energie, die sie auch schwerste Schläge überwinden läßt. Einflüsse mitzuspielen, die, einander durchkreuzend, den Gang der Ereignisse fomplizieren und die inneren Wirren verstärken. Der plögliche Tod Yuanschikais dürfte aber hierbei taum eine wesentliche tolle spielen. Seine politische Stolle war ohnehin ausgespielt. Und wenn auch seine Anhänger im Lande und seine Freunde im Auslande in ihm einen wichtigen Stügpunkt für ihre Politik verlieren, so wird es für die Selbstbehauptung der Republik China vor allem darauf ankommen, ob die republikanischen Parteien genügend schöpferische Kräfte entwickeln, um die innere Zerrissenheit zu beseitigen und Lord Kitchener hat ein Alter von 66 Jahren erreicht, er das Land mit Hilfe durchgreifender Reformen vorwärts zu bringen. wurde am 24. Juni 1850 als Sohn eines englischen Oberes borziehen, aus der " Die jetzige Reise von A. Thomas, die er zweifellos mit Zuftimmung der Führer der französischen Partei unternahm, ist eine Logische Folge der Haltung, die diese Führer seit Kriegsbeginn eingenommen haben. Der moderne Imperialismus hat die am Kriege teilnehmenden verschiedenartigen Elemente der jeßigen bürgerlichen Gesellschaft die feudal- reaktionären wie die liberal- demokratischen mit dem Band der gemeinsamen Solidarität miteinander verfnüpft. Die nationalistische Stellung eines Teiles der Sozialisten, die sie der Gewalt des Imperialismus unterordnete, Hat sie damit auch in dieses gemeinsame Band eingeschlossen."( z) Die amerikanischen Sozialisten und der Militarismus. leutnants geboren und trat nach Absolvierung der Militär- Die englischen Verluste in der Seeschlacht über die„ Kriegsbereitschaft" folgendes Resultat ergeben: " am Skagerrak. Laut der„ Sentinelle" hat eine vorläufige Abstimmung der Mitglieder der Sozialistischen Partei der Vereinigten Staaten Mit 11 041 Stimmen gegen 782 wurde der Beschluß angenommen, alle Vertreter der Partei auszutredite stimmen würden. fchließen, die für Militär- oder MarineDer französische Tagesbericht. Akademie in das britische Ingenieurkorps ein. Im Jahre 1883 wurde er zum Hauptmann in der ägyptischen Armee befördert und im folgenden Jahre zum Stabe der Nil- Erpedition kommandiert, wo er Gelegenheit hatte, sich auszuzeichnen die von der deutschen 5. Torpedoboots flottille während der Amtlich. Berlin, 6. Juni.( W. T. B.) Engländer, und rasch zum Oberstleutnant aufstieg. Er reorganisierte in den folgenden Jahren die ägyptische Armee und leitete 1896 Seeschlacht vor dem Skagerrak aufgefischt wurden, haben ausdie aus englischen und indischen Truppen zusammengesezte gesagt, daß der Schlachtkreuzer Prinzeß Royal" schwere SchlagArmee, welche die Macht des Mhadi in der Schlacht bei feite gehabt habe, als die" Queen Mary" im Gefecht mit der Paris, 6. Juni.( W. T. B.) Amtlicher Bericht vom Omderman vernichtete. Eine Dotation von 600 000 Mart Deutschen ersten Aufklärungsgruppe und fast gleichzeitig der und die Erhebung zum Baron Kitchener of Khartoum lohnte fleine Streuzer Birmingham" sanken. Ferner seien an diesem Montag nachmittag. Destlich der Maas setzten die DeutTeile des Gefechts alle fünf Ueberdreadnoughts der Queen fchen am Abeud und in der Nacht ihre Angriffe gegen die feine Verdienste. Nachdem Kitchener sich auch während des Burenkrieges Elizabeth"-Klasse beteiligt gewesen. Andere englische Ge- franzöfifchen Stellungen in der Gegend von Baux und DamSämtliche Angriffe scheiterten, sowohl nordwestzunächst unter dem Oberkommando des Lord Roberts und fangene, welche von der deutschen 3. Torpedobootsflottille loup fort. später als Oberkommandeur der südafrikanischen Truppen gerettet wurden, haben unabhängig voneinander und unter lich von Fort Vaug auf den Abhängen des Fuminwaldes ausgezeichnet( er zwang den bei Paardeberg eingeschlossenen schriftlicher Bestätigung ausgesagt, daß sie das Sinken wie zwischen dem Fort und dem Dorfe Damloup. Während der Burengeneral Cronje zur Kapitulation und schließlich durch des Warſpite", des Schlachtkreuzers Princez Royal" und Nacht fand ein erbitterter Stampf zwischen der Besagung des den glücklich organisierten Kleinkrieg die Buren zur Unter- von" Turbulent"," Neftor" und" Alcaster" mit Sicherheit ge- Forts und deutschen Abteilungen statt, die unter Verwendung von werfung), wofür ihm eine zweite Dotation und neue Ehrun- sehen hätten. Von einem deutschen U- Boot ist 90 Seemeilen Strahlen brennender Flüssigkeiten versuchten, dort einzudringen. gen und Rangerhöhungen zuteil wurden, ging er nach In- östlich der Tyne- Mündung nach der Seeschlacht vor dem Trotz reichlicher Anwendung dieses Verfahrens verhinderten die dien, wo er eine völlige Neuorganisation der indischen Armee Stagerrak ein Schiff der Fronduke"-Klasse mit schwerer Franzosen alle Fortschritte ihrer Gegner. Auf dem linken Ufer der durchführte. Später wurde er britischer Generalfonsul in Schlagfeite und mit sichtlich viel Wasser im Vorschiff mit Maas Beichießung mit Unterbrechungen. In den Vogesen nahmen Aegypten und Oberbefehlshaber der englischen Streitkräfte Sturs auf die englische Küste gesichtet worden. Dem Untersee- die Deutschen bei einem Handstreich drei Grabenabschnitte westlich im Mittelländischen Meere. Als erster Organisator der bri- boot gelang es, wegen ungünstiger Stellung zu dem Schiff von Carspach; durch einen fast sofort unternommenen Gegenangriff tischen Armee und bewährtester Hcerführer wurde ihm dann und wegen schwerer See nicht, zum Schuß zu kommen. wurden alle diese Grabenstüde wiedererobert. auch nach Ausbruch des Krieges die Riesenaufgabe der Schaf- Der englische Verlust an Menschenleben während der Seeschlacht fung einer englischen Millionenarmee übertragen. vor dem Stagerrat wird auf über siebentausend geschäft. " " 1 " Paris, 6. Juni.( W. T. B.) Amtlicher Bericht vom 15. Juni abends. Un der Front nördlich von Verdun verhindert schlechtes Wetter die Operationen; man meldet fein Infanteriegefecht. Während des Tages dauerte das Geschüßfeuer ziemlich heftig fort in der Gegend von Baug und Damloup und um die Feste Vaug, wo die Lage unverändert blieb. Auf dem linken Maasufer Artillerielampf mit Unterbrechungen im Abschnitt von Avocourt. An der übrigen Front war der Tag ruhig. Belgischer Bericht. Suhe an der Front der belgischen Armee. Die englische Meldung. London, 6. Juni.( 2. T. B.) Haig meldet: Bei Billebele ist feine wesentliche Veränderung eingetreten. Die Nacht war ruhig; aber es wurde auf beiden Seiten viel gefeuert. An anderen Stellen der Front machten die Deutschen zwei und die Engländer fünf Ueberfälle. Zwei britische Abteilungen töteten 40 Deutsche. Die feindlichen Ueberfälle wurden mit Leichtigkeit abgeschlagen. Opfer der Fliegerbomben. Berlin, 6. Juni. W. T. B. meldet: Mit unheimlicher Stetigfeit vermehrt sich die Zahl der„ Opfer ihrer eigenen Landsleute" in dem von uns besezten französisch- belgischen Gebiete. Jm Monat Mai 1916 sind nach den Aufzeichnungen der Gazette des Ardennes" durch Artilleriefeuer und Fliegerbomben unserer Gegner unter den friedlichen Landeseinwohnern die folgenden blutigen Verluste berursacht worden: Tot elf Männer, acht Frauen, fünf Kinder. Ver wundet sechsundzwanzig Männer, einunddreißig Frauen, drei Kinder. Von den Verwundeten find nachträglich ihren Verlegungen erlegen: Ein Mann, eine Frau, zwei Kinder. Die Gesamtzahl der seit dem September 1915 festgestellten Opfer der englischen, belgischen und französischen Beschießung unter den Bewohnern des eigenen oder des verbündeten Landes hat sich hiernach auf 1403 Personen erhöht. Der russische Kriegsbericht. Petersburg, 6. Juni.( W. T. B.) Amtlicher russischer Bericht vom 5. Juni. Westfront: Deutsche Artillerie beschoß den Brückenkopf legfül. Bei Tünaburg nördlich der Eisenbahn nach Boniewicz beschoß der Gegner überraschend unsere Stellungen und versuchte darauf, anzugreifen. Er wurde jedoch abgewiesen. Gestern, den 4. Juni, nahmen die Kämpfe vom Prypec bis zur rumänischen Grenze ihren Anfang. Unsere Truppen errangen, unterstützt durch Artillerie, in einigen Abschnitten namhafte Erfolge, sie machten bis jegt ungefähr 13 000 Gefangene und erbeuteten Geschüße und Maschinengewehre. Wenn der Angriff angesetzt ist, ebnet unsere Artillerie allmählich die feindlichen Werke und Eindeckungen ein, darauf geht die Infanterie je nach den eigenen artilleristischen Erfolgen vor und besetzt die feindliche Stellung. Bei den gestrigen Kämpfen wurden von unseren tapferen Führern der Oberst und RegimentsTommandeur Lourie(?) getötet und der Oberst Vontsigler(?) schwer verwundet. Kaukasus: Die Türken jejten aus der Richtung Erzindjan wiederholt stärkere Kräfte zum Angriff an, Erfolge erzielten sie je. doch nicht. Bei Rewandus wird gefämpft; unsere Truppen fügten den Kurden schwere Verluste zu. Eine Kolonne von uns fand zwei bergrabene Gebirgsgeschüße. Meldung der italienischen Heeresleitung. Rom, 5. Juni.( W. Z. B.) Amtlicher Bericht. Im Tale von Daone griffen feindliche Abteilungen am 8. Juni überraschend einen unserer borgeschobenen Posten bei Malga Staboletto an. Als Berstärkungen eintrafen, machten wir einen Gegenangriff und schlugen den Gegner in die Flucht. Im Lebrotale träftige Tätig keit der feindlichen Artillerie, ohne uns Schaden zuzufügen. Im Lagarinatal versuchte der Feind gestern nach der gewohnten Beschießung mit den schwersten Salibern einen Scheinangriff gegen den Abschnitt der Front Monte Giovo- Tierno, während er fräftig die Stellung von Coni- Bugna angriff. Er wurde unter schweren Verlusten abgewiesen. Im Pasubioabschnitt Kämpfe der beiderseitigen Artillerien und Zusammenstöße fleiner Abteilungen. Längs der Front Bojina- Astach unternahm der Feind nach einer ausgiebigen Artillerievorbereitung eine neue heftige Anstrengung in der Richtung auf den Monte Alba und den Col Bofina. Nach einem erbitterten Sample Meldung des Großen Hauptquartiers. Amtlich. Gr. Hauptquartier, 6. Juni 1916.( W. Z. B.) Westlicher Kriegsschauplah. Auf dem östlichen Maasufer wurden die Stellungen tapferer Ostpreußen auf dem Fumin- Rüden im Laufe der Nacht nach ernenter sehr starker Artillerievorbereitung wiederum viermal ohne den geringsten Erfolg angegriffen; der Geguer hatte unter unserem zusammenwirkenden ArtillerieSperrfeuer, Maschinengewehr- und Infanteriefeuer besonders schwere Verluste. G Im übrigen ist die Lage unverändert. Deftlicher und Balkan- Kriegsschauplah. An deutscher Front keine besonderen Ereignisse. Oberste Heeresleitung. Der österreichische Generalstabsbericht. Wien, 6. Juni.( W. T. B.) Amtlich wird ver lautbart: Russischer Kriegsschauplah. Die Schlachten im Nordosten dauern fast an der ganzen 350 Kilometer langen Front mit unverminderter Heftigkeit fort. Nordöstlich von Okna nahmen wir gestern nach schweren wechsel vollen Kämpfen unsere Zruppen aus den zerschossenen ersten Stellungen in eine fünf kilometer südlich vorbereitete Linte zurüd. Bei Jaslowice an der unteren Strypa ging der Feind heute früh nach starker Artillerievorbereitung zum Angriff über. Er wurde überall geworfen, stellenweise im Handgemenge. Westlich von Trembowla brach zur selben Zeit ein starker russischer Angriff unter dem Feuer unserer Geschüße zusammen. Westlich und nordwestlich von Tarnopol wurde gleichfalls erbittert gekämpft. Wo immer der Feind vorübergehend Vorteile errang, wurde er ungefäumt wieder geworfen. Vor einer Bataillonsfront liegen 350 russische Leichen. Auch bei Sapanow führten die zahlreichen Vorstöße des Feindes zu feinem wesentlichen Ergebnis. Zwischen Mlynow an der Jiwa und dem Raume westlich von Diyla, wo sich die Russen fortwährend verstärken, ist nach wie vor ein erbittertes Ringen im Gange. Italienischer Kriegsschauplas. Die Lage ist unverändert. Ein Geschwader von Seeflugzeugen griff gestern nacht die Bahnanlagen von S. Dona di Piave an der Livenza und von Latisana an. Unsere Landflieger belegten die Bahnhöfe von Verona, Ala und Vicenza ausgiebig mit Bomben. Seit Beginn dieses Monats wurden über 9700 Jtaliener, darunter 184 Offiziere, gefangengenommen, 13 Maschinengewehre und 5 Geschütze erbeutet. Ruhe. Südöstlicher Kriegsschauplak. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. Politische Uebersicht. Das Echo der Kanzlerrede. Die Kanzlerrede vom Montag abend beherrschte geſtern sehr stark die weitere Debatte über die dritte ejung des Etats. Herr Spahn vom Zentrum sprach als scheinbar uninteressierter Neutraler über die Treibereien gegen Herrn v. Bethmann Hollweg, mit deffen Anschauungen er eine weitgehende Uebereinstimmung befundete, so daß man unter den Eindruck stand, hier biete ein„ ehrlicher MafIer" seine guten Dienste an. Eine rückhaltlose Verteidi. gungsrede für Herrn v. Bethmann Hollweg hielt für die alte sozialdemokratische Fraktion der Genosse GradnauerDresden. als wolle er die von Herrn v. Bethmann Hollwegs Gegnern aufgestellte Behauptung beweisen, daß der Kanzler sich vornehmlich auf die Sozialdemokratie stüße. Den fritischen Ausführungen über die innere Politik, die Genosse Gradnauer außerdem machte, wurde durch diesen Grundcharafter der Rede die Spize abgebrochen. Befremdend wirkte es, daß er in dieser Etatsrede mit feinem Worte sagte, wie seine Fraktion sich zum Etat stelle. Nach seiner Rede hätte man auf die Annahme des Etats schließen müssen, während die Fraktion bekanntlich die Ablehnung beschlossen hat. Dagegen betonte er, daß die Fraktion den neuangeforderten 12 MilIiarden Kriegskrediten zustimmen werde. Mit bemerkenswerter Zurückhaltung im äußeren Auftreten und in Form und Inhalt seiner Rede suchte dann Herr Bassermann den Angriff des Reichskanzlers zu parieren; man merkte dem Redner sehr deutlich an, daß er sich in einer unbehaglichen Situation fühlte. Herr v. Payer, der nach ihm sprach, tat das wiederum in der Rolle des unbedingten Verteidigers des Reichskanzlers, eine Rolle, in der die Fortschrittler sich im Kriege ja unausgesetzt besonders aufdringlich produziert haben. Von ganz anderer Art war die Rede des Grafen v. We starp, der zwar sehr gemessen, aber auch sehr entschieden sich und seine Freunde, besonders den vom Reichskanzler so schwer angegriffenen Generallandschaftsdirektor Dr. Kapp, gegen Herrn v. Bethmann Hollweg in Schuß nahm. Wie immer, wenn die Konservativen in Opposition stehen, gab er ein Beispiel, wie man fest und rücksichtslos der Regierung den eigenen Standpunkt entgegen. stellt. Nach ihm nahm der Reichsfanzler nochmals das Wort. Herr v, Bethmann Hollweg sprach im Gegensatz zum Tage vorher in einem ausgleichenden Sinne und suchte den abgerissenen Faden mit seinen Widersachern wieder anzuknüpfen. Er belehrte sowohl die Herren Konservativen und deren Anhang wie auch die alte sozialdemokratische Fraktion, daß sie an Dogmenschemen fleben und davon fassen müßten, dann könne alles zum guten Ende führen. Nachdem sodann Freiherr v. Gamp für die Deutsche Frattion sehr furz geredet hatte, kam Genosse edebour für die Sozialdemokratische Arbeitsgemeinschaft zum Wort. In äußerst glücklicher und schlagfertiger Polemit setzte sich Genosse Ledebour mit den beiden Kanzlerreden auseinander und ging dann zu einer großzügigen und grundsätzlichen Kritif des ganzen Regierungssystems über, als deren Resultat er zur Ablehnung des Budgets fam. Seine Ausführungen flangen aus in eine begeisterte Rundgebung für den Sozialismus, der der Menschheit dauernden Frieden, Glück und Wohlfahrt bringen werde. Durch einen Schlußder Boliget von Fiume vorgelegt werden. Ferner wird das un- antrag wurde Genossen Rühle das Wort abgeschnitten. Bei der dann folgenden Beratung des St eichsamts bervorzuheben ist, daß im Gymnasium statt griechisch lebende des Innern sprachen kurz für sozialpolitische Anträge die garische Mittelschulgesetz zeitgemäß reformiert werden. Besonders Sprachen, darunter rumänisch, serbisch und slowakisch, unterrichtet Genossen Reißhaus und Dr. Quard und der Fortwerden sollen. Diese Neuerung entspricht der Erkenntnis, daß die schrittler Arnold. Eine größere Debatte gab es dann beim Intelligenz mit den Sprachen der Nationalitäten, die in Ungarn Militäretat. Die Genossen Stüdlen und Dr. O3. leben, vertraut sein soll. Bur Dedung des Binsendienstes für vier far Cohn brachten dabei ein reichhaltiges und durchschla ungarische Kriegsanleihen werden neue Steuern geschaffen werden. gendes Material über die Zustände im Heere zur Sprache. Sämtliche Kriegsgewinne sollen herangezogen werden, außerdem werden die Konjumsteuern einer durchgreifenden Reform unterzogen Ihre Reden verdienen besondere Aufmerksamkeit. Ihnen und neue Steuern eingeführt werden. Hierbei sollen wichtige Bolts- antwortete sehr düftig und unter Uebergehung der wichtig. ernährungsmittel unberührt bleiben. sten ihrer Beschwerdepunkte der stellvertretende Kriegsminister v. Wandel. Auch beim Militäretat schnitt dann ein noch der Justizetat zur Verhandlung, bei dem Genosse Dittmann an der Hand des Wiederaufnahmeberfahrens im Falle der Witwe Hamm aus Flandersbach die Reformbedürftigkeit unseres Strafrechts darlegte. Eine um 84 Uhr vom Genosse Ledebour ausgesprochene Be. weiflung der Beschlußfähigkeit des Hauses führte nach mehr als neunstündiger Beratung zur Vertagung des Hauses auf Mittwoch früh 10 Uhr. Wirkung des Wirkung des englischen Kohlenboykotts. Schlußantrag die weitere Debatte ab. Zum Schlusse fant " zog sich die von unferem Feuer niedergemähte feindliche Infanterie in Unordnung zurück. In der Gegend des Monte Cengio zwang Kopenhagen, 6. Juni.( W. T. B.) Politiken" meldet aus ein feindlicher, mit überlegenen Kräften ausgeführter Angriff in der Bergen: Infolge der Weigerung Englands, die norwegische Fischer Nacht zum 4. Juni unsere Truppen, ihre Stellungen zu räumen und flotte mit Stohlen zu versehen, konnte diese nicht an der Fischerei bei sich auf eine weiter rückwärts gelegene Linie im Tal von Canaglic Jsland teilnehmen. Dadurch entstand für Norwegen ein Verlust von zurückzuziehen, die vorher vorbereitet worden war. Wir halten die vielen Millionen Kronen. Nunmehr veröffentlicht der norwegische Westhänge des Monte Cengio bis Schiri besetzt, an denen sich in Fischereidirektor eine Mitteilung, wonach England zur Roblen Westhänge des Monte Cengio bis Schiri besetzt, an denen sich in lieferung unter der Bedingung bereit ist, daß derselben Nacht zum 4. Juni zwei heftige feindliche Angriffe brachen. Norwegen den gesamten Fang, mit der ran Auf dem Rest der Front bis zur Brenta Artillerietämpfe. Am produktion an England verlauft. Die Kontrafte mit Jiongo brachten unsere Abteilungen von Mühnen Unternehmungen England sind jezt geregelt, die Stohlen beginnen bereits einzutreffen. Beute an Waffen und Gefangene ein. Cadorna. Somit haben sich die Norweger der englischen Be bingung unterworfen. Kommiffion zur Prüfung der Heereslieferungen. Die Rechnungskommission des Reichstags beschäftigte sich am Dienstag mit dem ihr am Tage vorher überwiesenen Kriegstontroll gefeß und mit dem tonservativen Antrag auf Einführung eines§ 8, wonach der Reichstag befugt sein soll, die Vorlegung von Abschriften von Verträgen oder Auszügen aus solchen zu verlangen, welche Behörden oder Kriegsgesellschaften seit Striegsbeginn zu Lasten der Reichsfasse über Leistungen oder Lieferungen für Kriegswede geschlossen haben, sofern die Geheimhaltung dieses Vertrages nicht aus militärischen Rücksichten geboten ist. Zur Lage in Deutsch- Ostafrika. Neuer schwedischer Rüstungskredit. Le Havre, 5. Juni.( W. T. B.) Amtlicher belgischer Stockholm, 5. Juni.( W. T. B.) Der Reichstag faßte heute Bericht des Ministeriums für die Kolonien über die verschiedenen Verteidigungsfragen Beschluß. In Nachdem die Truppen des Generals Tombeur am 8. Mai Uebereinstimmung mit der Regierungsvorlage wurden für dieses Stigali und ant 11. Mai Nyanza besetzt hatten, fezten fie ihren Marsch Aur Berfolgung der feindlichen Streit Jahr 75 Millionen Kronen zur Neutralitäts. fräfte fort, welche sich schnell welche sich schnell südwärts zurückzogen. Ende berteidigung bewilligt. Ferner beschloß der Reichstag die Mai war die Lage folgende: Unser linter Flügel lehnte fich an Bewilligung von sofort disponiblen Mitteln für gewisse besonders den Stagera- Fluß; im Zentrum batte eine Stolonne den Atanjura- dringende Berteidigungszwede und sprach außerdem auch die Hoff- au ersuchen, zur Prüfung aller Zeistungen und Lieferungen für Fluß östlich von Utuvura überschritten, wo nach einer Meldung die nung aus, daß gewiffe andere Verteidigungsbedürfnisse baldigit ge feindlichen Streitkräfte zusammengezogen waren; die rechte Kolonne bührend vorbereitet und geprüft werden. Während der Debatte wurde näherte sich der Stadt Ujumbura. In Ruanda ist eine vorläufige von verschiedenen Barteien betont, daß durch den Beschluß der Wille Berwaltung eingeiegt worden. Der Akanjaru- Fluß ist ber haupt Schwebens, fein Selbstbestimmungsrecht und seine Neutralität zu sächlichste rechte Nebenfluß des Kagera. Die Stadt Ujumbura, Hauptort der deutschen Proving Urmbia, liegt am nördlichen Ufer verteidigen, ausgesprochen werde. des Tanganjifa- Sees gegenüber von Ulvira. Hieraus ergibt sich, daß Die Bolkspartei( Abg. Doormann) beantragte, den Reichskanzler Striegsawede und der einschlägigen Berträge eine Kommission au berufen, zu welcher vom Reichstag zu wählende Mitglieder des Reichstag und Sachverständige hinzuzuziehen sind; weiter soll der Reichsfangler ersucht werden, den Bericht der Kommission den gefeßgebenden Körperschaften mit Vorschlägen zur Beseitigung gebie belgischen Truppen seit Mitte April etwa 200 Kilometer weit auf Ablehnung der russischen Kriegsgewinn- wiffer Mißstände mitzuteilen. feindlichem Gebiete vorgedrungen sind. " Außerordentliche Kriegstagung des ungarischen Parlaments. Steuer. Petersburg, 6. Juni.(. T. B.) Der Reichsrat hat die von der Rechten vorgeschlagene Kriegsgewinnsteuer mit 70 gegen 48 Stimmen abgelehnt. Nach eingehender Debatte wurde das Kriegskontrollgefes unter Ablehnung des tonservativen Antrags und unter Annahme der Resolution Doormann angenommen. Solfs Kolonialprogramm. Weimar, 6. Junt.( W. T. B.) Gestern abend sprach StaatsDas ungarische Parlament tritt Deutschfreundliche Kundgebungen in Athen lonial- Gesellschaft über die Abhängigkeit unserer Bolkswirtſchaft fetretär Dr. Solf in der hiesigen Abteilung der Deutſchen Budapest, 6. Juni.( T. U.) am 7. Juni zu einer außerordentlichen Tagung zusammen. Wie das Bern, 6. Juni.( W. T. B.) Der Mailänder Secolo" meldet vom eigenen Kolonialbefiz. Nach einem Hinweis, daß er nicht über Neue Bester Journal" zu dieser Kriegssession schreibt, wird diesmal, wie auch in allen anderen Parlamenten, die Friedensfrage aur aus Saloniti: Nach einem chiffrierten Telegramm aus Athen wurden Kriegsziele sprechen würde, deren Erörterung tatsächlich noch unSprache gebracht werden. Es ist selbstverständlich, daß Minister dem König Konstantin an seinem Namenstage auf der Fahrt nach möglich sei, ging er auf die Gründe zurüid, die das Reich bor präsident Graf Stephan Tisza Anfragen, die sich auf den Frieden der Kathedrale, als die Bevölkerung und die Mitglieder der Re- 30 Jahren veranlaßten, zu einer beschränkten Kolonialpolitik über. beziehen, nicht aus dem Wege gehen wird, doch werden seine Auf gierung von der Verhängung des Belagerungszustandes über zugehen, streifte die Verpflichtung Deutschlands, an der Lösung der flärungen, soweit dies aus der gegenwärtigen Lage zu beurteilen ist, Saloniti noch nichts wußten, große Kundgebungen bargebracht, großen Kulturaufgaben der Welt mitzuwirken, und bestritt, daß ehrnoch feineswegs die Botschaft enthalten, daß der Friede auf dem wobei aus der zahlreichen Voltsmenge, in der sich auch viele Offi- geizige Machtpolitit unsere Kolonialpolitik beeinflußt habe. In dem Marsche sei. Solange die Ententemächte nicht zur Ueberzeugung ziere befanden, auch Hochrufe auf Deutschland ausgebracht wurden. Sauptteil des Vortrages wies Dr. Solf nach, daß die volkswirtgelangen, daß fie bereits unterlegen sind, wird eben von einer Der Wagen des deutschen Gesandten wurde ebenfalls laut begrüßt. fchaftlichen Gründe für die deutsche Kolonialpolitik weiter beFriedensbewegung nicht gesprochen werden können. Die Beratung Die Rundgebung wiederholte sich später vor der deutschen Gesandt stehen und durch den Krieg eindrucksvoller gemacht find. Er des ungarischen Abgeordnetenhauses wird ungefähr 4-5 Wochen in Anspruch nehmen. Wie die Telegrafen Union" bon informierter fchaft.- Der Berichterstatter des Secolo" in Saloniti berichtet, befchäftigte fich mit der Frage der Versorgung Deutschlands mit Seite erfährt, werden Gesezentwürfe über die Indemnität, das die griechischen Beamten in Saloniti seien fast alle im Amt ge- folonialen Nahrungsmitteln und Rohstoffen, ging dann auf die finanzielle Uebereinkommen mit Kroatien und die Verstaatlichung blieben. Schaffung gesicherter Absatzgebiete ein und behandelte schließlich " die AuZwanderungSfragt. Zu diesen wirischaftlichen Gründen komme ein neuer militärischer. Der Möglichkeit, daß farbige Söldner» Haufen auf europäische Kriegsschauplätze gebracht werden, könnö eine zielbewußte deutsche Politik abhelfen. Bei Betrachtung der Kolonien al- F l o t t e n st ü tz p u n k t e gedachte der Staatssekretär iir warmen Worten der Leistungen unserer Marine. Die B e- denken gegen die Verteidigungsfähigkeit über» seeischer Besitzungen wie» der Staatssekretär zurück und würdigte die Talen unserer Schutz- und Polizeitruppen in den Kolonien, deren endgültiges Schicksal jedoch auf den europäischen Kriegsschauplätzen durch Heer und Flotte entschieden werde. Er gab der Ueberzeugung Ausdruck, daß in k ü n s t i g e n Kriegen auf das Durchhalten überseeischer Besitzungen gerechnet werden könne. Werde das Knegsziel:.Freiheit der Meere" erreicht, so sei eine erneute Abschneidung der Kolonien nickit zu befürchten. Nack» kurzem Ein- gehen auf die Bedeutung der Wirlschaflsgemeinichast Berlin-Bagdad faßte Dr. Solf feine Ausführungen dahin zusammen: Ohne eigene aktive Äolonialpolitik ist eine gesicherte und ruhige Weiterentwicklung Deutschlands nicht denkbar. Für die �chuharbeiter. Die sozialdemokratische ReichstagSfraktion hat im Reichstage folgende Resolution eingebracht: Ter Reichstag wolle beschließen: Die Verbündeten Regierungen zu ersuchen, nachdem durch die Beschlagnahme des Leders für den Heeresbedarf eine starke Be- schränkung der Arbeitszeit in der Schuhindustrie und im Schuh- machergewerbe notwendig geworden, 1. den arbeitslos werdenden Heim-, Haus- und Fabrik- arbeitern und-arbeiterinnen, sowie den im Kleingewerbe be- schäftigten Schuhmachergehilfen, falls ihnen anderweit geeignete Arbeit nicht beschafft werden kann, aus den für Zwecke der Kriegswohlfahrtspflege bestimmten Reichsmitteln eine den der- zeitigen Lebensbedürfnissen entsprechend ausreichende Unter- stützung zu gewähren; 2. den durch die gleichen Beschränkungen in ihrem Verdienst stark geschädigten Arbeitern obengenannten Berufs eine ent- sprechende Zuschußunterstützung zu gewähren. Kafsertelegramm an Krupp von Bohlen und Halbach. / Gfscil(Ruhr), 6. Juni.(S. T. B.) Seine Majestät der Kaiser s/ndie an Krupp von Bohlen und Halbach folgendes Telegramm: / Wilhelmshaven. 5. Juni 1916. Herrn Krupp von Bohlen und Halbach, Essen.— Unter dem Eindruck der mündlichen Berichte aus der Schlacht in der Nordsee stehend, möchte ich Ihnen zu Ausdruck bringen, wie sehr wir dein vorzüglichen Artillerie- und Panzer- matcrial und im besonderen auch der vernichtend wirkenden Munition unsere Erfolge verdanken. So ist der Schlachttag auch ein Ehrentag der Krupp-Werke. Wilhelm l. R. Tie Wirkung des SeesiegeS. Die nationalliberalen Vereins Kölns haben am Sonntag eine von Tausenden besuchte Siegesfeier im Gürzenich veranstaltet. Universitätsprofessor Theobald Ziegler aus Frankfurt a. M. als Hauptredner bezweifelte,'daß uns der große Seesieg„dein" Frieden nähergebracht habe, wohl aber einem deutschen Frie- den, keinem Kongreßfrieden, bei dem für Deutschland nichts herauskomme. Die Weltstellung Englands, die auf dem Prestige seiner Flotte beruhe, sei erschüttert. Ter 31. Mai bedeute einen gcevaltigen Umschwung in der Weltgeschichte, aus der deutlich das Walten Gottes spreche. Jetzt wachse uns die Zuversicht und der Mut auf einen ganzen Frieden und auf einen ganzen Sieg. Das Ziel„M i t t e l e u r o p a", in dem ein gut Teil groß- deutscher Romantik stecke, dürfe uns nicht genügen. Wir wollten uns nicht nur auf den Orient verweisen lassen, daS Ziel gehe nach Westen: Weltpolitit und Welthandel auf freien Meeren. Ziegler feierte vor allem den Flottenkaiser Wilhelm II., dem das Volk Abbitte tun müsse, daß es ihn so lange verkannt und seine Worte für zu hoch und groß gehalten habe. Nun müsse es beißen: Fort mit aller Flaumacherei, fort mit aller Kritik am Großen und am Kleinen. Durchhalten bis zum vollen Siege zu Wasser und zu Lande. Tie Versammlung, an der auch die Spitzen der Behörden teilnahmen, quittierte alle Forderungen mit tosendem Beifall. Es wurden begeisterte Telegramme an den Kaiser, den Admiral Scheer und an Tirpitz gesandt, dessen Name immer wieder Beifall auslöste,(r) Parteitag der württcmbergischen Nationalliberale«. Die Nationalliberale Partei Württemberg» hitlt in Stuttgart eine Vertreterversammlung ab, in der Reichstagsabgeordneter List über die politische Lage berichtete. Nach der Aussprache wurde folgende Entschließung angenommen: „Die Vertreterversammlung der Nationalliberalen Partei Württembergs' dankt dem Zentralvorstand der Gesamtpartei des Reiches, sowie der Nationalliberalen Reichstags fraktion mit auf- richtiger Genugtuung für die entschiedene Haltung in den unser Volk augenblicklich bewegenden Fragen. Die Bertreterver- sammlung weiß sich mit der großen Mehrheit unseres Voltes eins, wenn sie die Erwartung ausspricht, daß in diesem Kampfe um daS Sein oder Nichtsein der Nation alle militärischen Macht- mittel' auch uneingeschränkt zur Anwendung kommen. Die Vertreterversammlung gibt der Zuversicht Aus- druck, daß das Ergebnis dieses furchtbaren Krieges ein Friede sein wird, der uns durch die Gestaltung unserer Grenzen militärisch, politisch und wirtschaftlich gegen neue Ueberfälle sichert."_ W Abwarten! Der freisinnige Reichktagsabgeordnete Dr. Ludwig Haas schreibt in der„Berliner Voikszeituna" unter der Ueberschrift „Die Partei der Schützengrabenkämpfer": „Die große Zahl der Kriegsteilnehmer, die gemäß ihrer alten Ueberzeugung aus dem Felde zur Sozialdemoliatte zurückkehren, wird die Sozialdemokratie in ihrer Stellung zu den Machtfragen des Staates wesentlich beeinflussen, vielleicht von Grund aus umgestalten. Der sozialdemokratische Soldat schafft die Garantie, daß die Sozialdemolratie den Weg. den sie im Kriege beschritten, im Frieden weiter verfolgt; er sorgt dafür, daß nichi Le d eb o u r und H a a?' e, sondern Scheidemann und Heine die sozialistischen Masjen führen. Damit wird die Sozial- demokratie eine Partei praktischer Mitarbeit auch in Fragen des Heere» und der Marine. DaS wird ein Glück sür Deutschlands Zukuust sein: die Mitarbeit der Millionen sostaldemokratischer Männer, ihr bewußter Kompromiß mir unserem Staat, vielleicht mehr, die Anerkennung des Staates bei allem Festhalle» an der Weiterentwicklung in ihrem Sinne schafft neue Kräfte." Hinsichtlich der Zukunftshoffnungen deS Herrn HaaS möchten wir nur an das Wort von Wilhelm Busch erinnern: „Erstens kommt es anders, Zweitens als man denkt." Zu welchen Konsequenzen die Verwirklichung dieser Er- Wartungen für die Sozialdemokratie übrigens führen würde, geht aus den letzten Bemerkungen des Herrn Haas ziemlich deutlich hervor. Ulivttständkge Resignation und verfrühte Hoffnungen. Die„Deutsche Arbeitgebcrzeitung" zitiert in ihrer Nummer vom<1. Juni unter der Stichiuarke„Verständige Resignation" folgenden Passus> aus dem Maiartikel des„Harburger VolksblatteS", dessen Extravaganzen auf dem Gebiete des„Unilernens" wir schon mehrfach zu charakterisieren Ge- legenheit hatten: „Zum zweiten Male begehen wir am 1. Mai in aller Stille den Eebimstag einer begrabenen Hoffnung... Die ganze Menschheit versinkt in Leid, weil wir das nicht erreichen und er- halten konnten, wofür wir am l. Mai demonstrierten, den un« gestörten Völlerfrieden.— Für unsere Bestrebungen, die sich in der Maiseier am eindrucksvollsten verkörperlen, war der Ausbruch des Wellkrieges eine betäubende Niederlage." Hierzu bemerkt das Unternehmerorgan: „Auch im übrigen zeugt der Aufsatz von einem erfreulichen Verständnis sür die vaterläudifchen Pflichien, welche Deutschland in diesem ihm ausgezwungenen Kampfe zu erfüllen hat. Das internationale Ideal ist dem Berfa ss er so ziemlich verloren gegangen, und eS scheint so, als babe er dafür ein höberes und näherliegendes Ideal entdeckt. Auch darüber ist er sich llar geworden, daß in Zukunft die internationale Friedenspropaganda keinen Sinn und Zweck haben wird.„Nach dem Kriege werden die Völker auf lange Jahre hinaus keinen Wächter sür ihren Frieden brauchen." Nationale Slärkung, das ist die Aufgabe der Zukunft I" Tann gibt das Blatt der Zuschrift deS Handelkammer- slmdikus Dr. Rocke- Hannover Raum, der im Anschluß an die wiedergegebene Aeußerung des„Harburger Volks- blattes" für die völlige Preisgabe der Maiseier eintritt. Freudig degrüßt das Unternehmerorgan diese Anregung: „Mit Recht hat die Werkvereins- und nationale Arbeiterbewegung sich stets als Gegnerin der Maifeier bekannt; wenn jetzt notgedrungen auch die Sozialdemokratie und „freien" Gewerkichaflen ihr nur noch die Bedeutung des Geburts- tages einer begrabenen Hoffnung beimessen, so ist darin zugleich das Anzeichen wachsender Einsicht in diesen Kreisen von der Wertlosigkeit gewisser klassenkämpferischer Schlagworte und Demonstrationen zu erkennen." Wir sind so„einsichtslos", die Hoffnung auf die Preis- gäbe der Maiseier als verfrüht zu bezeichnen. Uebrigens zeigt der Hinweis des Blattes auf die bisherige Gegnerschaft der „Gelben" gegen die Maifeier, die sich angeblich jetzt recht- fertige, wessen Geschäfte die„umlerne"wütigen Sozial- Patrioten in der Parteipresse und in den Gewerkschaften in Wirklichkeit besorgen._ Ein Streik-Schiedsg-richtsgesetz in Norwegen. Kristiania, 6. Juni. kW. T. B.) Da? O d e l S t i n g hat heute gegen die Stimmen der Sozialisten ein zeitweiliges G e f« tz b e- treffend Einführung obligatorischer Schieds- gerichte in Arbeits st reitigkeiten angenommen. Das Gesetz kommt am Donnerstag im Lagting zur Verhandlung. Die sozialistische Bewegung in Südafrika. Ter Sekretär der in Südafrika gegründeten Internationalen Sozialistenliga, Genosse Jvon Jones, sendet der Berner I. S. K. folgenden Bericht über die sozialistische Bewegung in Südafrika: Was die antikriegcrische Stimmung betrifft, so muß ich kon- statieren, daß die Opposition gegen uns in der letzten Zeit stark abgenommen hat. Die Südafrikanische Arbeiterpartei, die zu unserem Bedauern die Mitglieder der Liga aus ihren Reihen aus- geschlossen hat, ist durch den Gang der Enttvickelung dem Zusammenbruch nahe, obwohl sie gegenüber dem Kriege einen Stand- Punkt bezog, der mit den Gefühlen der Volksmassen übereinstimmte. Das mutzte so kommen, nicht nur weil sie die Sozialisten aus ihren Reihen entfernte, sondern auch deshalb, weil ihr jetzt die größten Gewerkschaften den Rücken gekehrt haben. Wir finden für diesen Zusammenbruch keine andere Erklärung als die, daß eine Ar- beiterpartei, die die revolutionären Elemente aus ihren Reihen ausschließt, selbst während einer patriotischen Verseuchung der Massen diesen nichts mehr zu bieten imstande ist. Ein anderer Grund liegt in dem wachsenden JndiffeventiSmuS der Mittelklassen, den unser Ausschluß unter ihnen hervorgerufen hatte. Nach den großen politischen Erfolgen der Partei(1914) hatten sich ihr diese Elements massenhaft angeschlossen. Diese Demoralisation auf politischem Gebiete erklärt sich durch den niederen Entwickelungsgrad der gewerkschaftlichen Solidarität in Südafrika. Viel Mühe wird uns der Kampf gegen die Rassen» und Farbenunterschiede und für die Organi- sation der Arbeiter nach Industriezweigen kosten. Einig« Erfolge hatten wir zwar in den letzten zwei Jahren zu verzeichnen gehabt; der weiße Arbeiter beginnt die Klassensolidarität mit den Einge- borenen anzuerkennen. Diese gewannen Vertrauen zu den weißen Arbeitern, besonders während der großen Streiks von 1913 und 1914, und die Vorurteile beginnen zu schwinden. Derselbe Einfluß ging von dem eben beendigten Streik der Kaffern aus, wobei diese sich europäische Kampfmethoden angeeignet haben. Aber es bleibt noch viel zu tun. Der aristokratische Dünkel der weißen Arbeiterschaft trug viel dazu bei. daß die patriotischen Schreier einen ihnen so günstigen Boden gesunden haben. Ich erwähne das alles nur flüchtig, um zu zeigen, was für schwere Probleme unS im Klassenkampfe hindern und ebenso, um der europäischen Arbeiterklasse zu zeigen, daß wir vor nichts zurück- schrecken, um der Solidarität der Arbeiterklasse eine feste Grund- läge zu geben._ Das tägliche örot. Die Ernährungsfragen im preustischen Landtag. Der verstärkte Staatshaushaltsausschuß des preußischen Ab» geordlietenhauseS hat die Beratung über die Ernährungsfragen be- endet und unter anderem beschlossen, daß der Ueberschuß an Hinter- korn den Ablieferungskommunalverbänden zur Verteilung überlassen, daß die Gewinnung von Torfstreu möglichst gefördert werden soll, daß die Kriegsgesellschaften mit möglichst niedrigen verwaltungs- ausgaben zu arbeiten haben. Ein weiterer Beschluß geht dahin, daß in den TeuemngSauSschllssen und PreiSprüfungSstellen der größeren Gemeinden die Verbraucher stärker vertreten sein sollen und daß bei der Genehmigung von Hausschlachtungen auf die vorhandenen Fleischbestände Rücksicht zu nehmen ist. Abgelehnt wurden Anträge, wonach daS Kriegsernährungsamt alle ErnährUngS- Verordnungen allein und ausschließlich bearbeiten, die Bestands- aufnahm« der Fleischvorräte sich auch auf die lediglich für den Haushalt des Eigentümers bestimmten Mengen erstrecken und bei ihrer Heranziehung auf die jeweiligen wirtschaftlichen Bedürfnisse volle Rücksicht genommen werden soll. DaS Plenum des Abgeordnetenhauses wird sich am Donnerstag mit den Ernährungsfragen zu beschäftigen haben. Anfrage»ach verdorbenem Roggen. Die ZentrumSsraktion hat in der bayerischen Kammer der Ab- geordneten folgende Interpellation eingebracht: „Ist dem KriegSmimsterium bekannt, daß im Laufe der letzten Monate durch die ReichSgetreidestclle für die Bedürfnisse der Militär- berwaliung bayerischen Mühlen inländischer Mahlroggen aus der- schiedenen norddeutschen Erzeugungsgebieten überwiesen wurde, der vollständig verdorben und sür Zwecke der menschlichen Ernährung gänzlich untauglich war? Sind diese Roggcnmcngen der Reichs- getreidestelle wieder zur Verfügung gestellt worden, oder wurden sie trotzdem den Mühlen zur Vermahlung überwiesen?" Kommunale Maffenspeisung. Ter Gedanke, der Massenspeisung den Charakter der Kriegs. Wohltätigkeit zu nehmen und sie zu einer Waffe im Aushungerungs- krieg umzuschmieden, wird bereits von einzelnen Gemeinden in die Tat umgesetzt. So hat die Stadtverwaltung von Hannover beschlossen, in Schulen und anderen geeigneten Räumen Großküchen einzu- richten, in denen jeder Speisen gegen angemessene Bezahlung er- halten kann. Mit der Errichtung der Großküchen ist bereits be- gönnen worden. Düsseldorf plant die Vergrößerung seiner ebenfalls schon seit Kriegsbeginn bestehenden Schul- und Kriegsküchen. Im August 1914 wurden diese stark benutzt. Ter Besuch ließ aber bald wieder nach und stieg erst in der letzten Zeit, so daß setzt werktäglich etwa 5000 Dreiviertelliterportionen Gerichte abgegeben werden, den Schulküchen werden die Kinder, die bedürftigen unentgeltlich, an Ort und stelle gespeist. Eine erhebliche Erweiterung dieser Speise- gelegenheiten soll nun durchgeführt werden. Man hofft in drei bis vier Wochen das Drei, bis Vierfache und nach Bedarf mehr leisten zu können. Der Bezug der Speisen soll aber vorläufig noch auf den bedürftigen Teil der Bevölkerung beschränkt bleiben, da erst abgewartet werden soll, ob die technischen Voraussetzungen für eine allgemeine Massenspeisung durchführbar sein werden. In- folgedessen betont der Düsseldorfer Magistrat, daß die bestehenden Speiseanstalten der industriellen Werke usw., wie auch die Einkaufs- und Verkaussgenossenschaften auf alle Fälle ihren Betrieb aufrecht- erhalten und erweitern sollen. Laub als Viehfutter. Der KriegSausschuß für Konsumenteninteressen bringt in der neuesten Nummer seiner„Verbrauchswirtschaft im Kriege" folgende Mahnung: „Em Hintermann der„Nordd. Allg. Ztg." erktärt, daß die Re« gicrung nicht imstande sei. die vaterländischen Nahrungsmengen zu vermehren. Wir verweisen demgegenüber auf die Lcrubfütterung! Eine Ernte von Viebfutter, größtenteils Kraftfutter, hängt an den Bäumen: ihre Masse ist über alle Schätzbarkeit groß. Wir bemühen unS seit langem, die Einbringung dieser Ernte zu sichern. Der Erfolg ist bisher ausgeblieben, denn es handelt sich darum, das Schneiden des Laubes zu befehlen. Ohne staatlichen Zwang wird nur hier und da Laub geerntet werden. Dem Haushaltungsausschuß hat die Re- gierung zwar erklärt, daß„die Laubfütterung organisiert wird". Aber wir fürchten, daß man nur die Förderung der Freiwilligkeit und Ein- ficht zur Laubfütterung organisiert. Das wäre ganz unzulänglich. Bei der vorgerückten Jahreszeit ist es dringend nötig, daß endlich die Regierungsverordnung zum schneiden des Laubes erlassen wird. Das Laub ist ja außerordentlich nahrhaft, ein Baum ist eine drei- dimensionale Wiese, welche Eitveißnahrung und ftickstoffreie Nahrung in Menge bietet. Manches Banmlaub ist als Kleefutter anzusprechen. z. B. das der sogenannten Akazie, der Robinie, welche jetzt mit weißen Blütentranben behangen ist. Gerade dieses Laub ist auch ein kräftiges Hühnerfutter. Die abgefallenen Blüten werden vom Geflügel mit Eifer aufgepickt, sie schmecken den Tieren wahrscheinlich süß, wie uns die Blüten riechen; sie sind ein Kükensutter. Und so fort! So ist das ganze Reich der Laubhölzer. Es wäre ein Fehler, der nicht gut zu machen und zu verzeihen ist, wenn die Regierung das einzig wirk- same Mittel zur Benutzung der Futtermenge, welche der Mai uns geschenkt hat, nicht anwenden wollte, nämlich die z Iv i n g c n d c Verordnung: jeden Baum zu scheren!" Tabak statt Nahrungsmittel. Der„Badischs Beobachter" berichtet im Handelsteil seiner Nr. 2S5 unter der Ueberschrift..Tabak":„Das Auspflanzen der Tabaksetzlinge auf das Feld ist fast überall beendet, und es zeigt sich nun, daß der Anbau zum Teil wesentlich zunahm. Die Aus- nahmcfähigkeit des Marktes war gut, das Angebot sehr begrenzt. Für Hardter 1915er Umblätter wurden 250 M. der Zentner tranjit verlangt. Für Rippen forderte man 125— 135 M. sür den Zentner, je nach Beschaffenheit bzw. Herkunft." Lebensmittelaufkanf durch Soldaten. Es war vor einiger Zeit im Bereiche des VII. Armeslorps viel darüber geklagt worden, daß sich die LebenSmittelaufläufer oft der Vermittlung von Militärpcrsonen bedienten und so leicht zu ihrem Ziel kämen. Das Generalkommando zu Münster hat nun den Heeres- angehörigen verboten, über ihren eigenen Bedarf hinaus LebenS- mittel zu kaufen.__ Letzte Nachrichten. Zum Tode Kitcheners. London, ff. Juni.(W. T. B.)(Akeldung des Reuterschen Bureaus.) Amtlich. Kitchener hatte nur den ihm Person- lich zugeteilten Stab mit sich, sowie einen Beamten des AuS- wärtigen Amts und zwei Vertreter des Munitions- Ministeriums. ch London, 6. Juni.(W.T.B.) Am t l i ch e Me I d u n g. Lord Kitchener befand sich auf Einladung des Zaren und im Auftrage der britischen Regierung auf dem Wege nach Ruß- land, um Gelegenheit zu nehmen, wichtige militärische und Finanzfragen zu besprechen. � Der Tod Kitcheners verursachte in den Kreisen der City große Sensation, hatte aber keine besondere Wirkung aus die Börse. Die baltische Börse wurde beim Empfang der Nach- richt für den Rest des Tages geschlossen. Generalstreik in Norwegen. Kristiania, 6. Juni. lW. T. B.) Nachdem im Cdelstinz cm Bormittag die Regierungsvorlage über das obligatorische SchicdS- gericht in dem bestehenden großen Arbeiterkonflikt mit alle» Stim- men gegen die der Sozialdemokraten angenommen war, haben die Vertreter sämtlicher Gewerkschaften und daS Sekretariat als P r o- te st gegen die Gefetzesvorlage die Arbeitsein- st e l l u n g in allen von dem Arbcitgeberverband am 18. Mai mit Sperre bedrohten Betrieben im ganzen Lande beschlossen. Tie Einstellung der Arbeit erfolgt heute abend. Ferner ist beschlossen worden, daß alle ohne Kündigungsfrist eingestellten Arbeiter heute abend gleichfalls die Arbeit einstellen. In den Betrieben, wo mit Kündigungsfrist gearbeitet wird, sollen die der Landcsorganisation angehörenden Arbeiter das ArbeitSver- hältnis sofort kündigen. Die Einstellung der Arbeit gilt auch sür staatliche und kommunale Betriebe. Gesunkcuer Dampfer. London, 6. Juni.(W. T. B.) Lloyds meldet, daß der vor- wegische Dampfer„S i g r u n o n e", der von London nach Amster- dam unterwegs war, dicht bei der Themsemünduna gesunken ist. Die Besatzung wurde in Sheerneß gelandet. Der Koch ist ertrunken, Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Die Berliner Buchbinder und der Parteistreit. Ausland. Lohnkämpfe in den Vereinigten Staaten. nungen aufgereizt sein sollte. Der Oberreichsanwalt lehnte eine Verfolgung wegen des Landesverrats ab, so daß noch die Aufforde rung zum Ungehorsam gegen Gesetze und Verordnungen übrig blieb. Nun hat der Staatsanwalt am Sonnabend die Haftentlaffung Schumanns selbst beantragt, der das Gericht entsprochen hat Stellungnahme zu den Parteidifferenzen. Das Pressebureau berichtet: Am Sonntag, den 4. Juni, fand New York, 11. Mai. New York Cith ist gegenwärtig ein 3entrum für umfassende Arbeitseinstellungen in vielen Gewerben. Befonders in der Konfektionsbranche sind große Streits und AusDer Deutsche Buchbinderverband( Zahlstelle Berlin) hielt am sperrungen im Gange. Die Arbeiter sind der Ansicht, daß die Ar5. Juni eine Mitgliederversammlung ab. Der Verbandsvorsißende beitgeber mit Hilfe ihrer Aussperrung, die 30 000 Personen umE. Aloth hielt einen Vortrag über: Boltswirtschaft, Weltwirt- faßt, die Bernichtung der Arbeiterorganisationen bezwecken. Die fdjaft und internationale Verbindung der Arbeiter". Daran lekteren beschlossen dann, die noch in Arbeit stehenden Arbeiter in in Offenburg eine Landeskonferenz der badischen Sozialdemo knüpfte sich eine lebhafte Debatte, die sich in ihrem Kern um die den Ausstand treten zu lassen, so daß der Stampf in dieser Branche tratie statt. Anwesend waren die Vorsitzenden der 14 badischen allein 70 000 Arbeiter und Arbeiterinnen umfaßt. Verhandlungen, Reichstagswahlkreise, der Landesvorstand, die sozialdemokratische Haltung der Buchbinderzeitung" unter der Schriftleitung Kloths die der Bürgermeister zwischen den Organisationen einleiten wollte, Landtagsfraktion fast vollzählig, sowie die Vertreter der badischen drehte, wenngleich sie natürlich auch auf andere Gebiete übergriff. fonnten wegen der Weigerung der Arbeitgeber nicht zustande- Parteipresse. Der Parteivorstand hatte den Genossen Bartels Es tamen eine Anzahl der Opponenten zu Wort, auf deren Wunsch kommen. Der Gewerkschaftspräsident Schlesinger prophezeit einen entsandt. Den Geschäftsbericht erstattete Genosse Sahn als die Versammlung zu einer Aussprache über die Buchbinderzeitung" lange dauernden Kampf, falls die Arbeitgeber ihren Standpunkt Landessekretär. Er stellte fest, daß auch der badischen Sozialdemo einberufen worden war. Wolf entschuldigte den erkrankten Ma B, nicht aufgeben. kratie der Krieg schwere Wunden geschlagen hat. Am 1. April 1914 der in der letzten Generalversammlung den entsprechenden Antrag Durch den Streik der Maschinisten auf den Bugsierdampfern verzeichnete die Landesorganisation 22 697 männliche und 2688 gestellt hatte und nahm statt dessen als erster das Wort. Er be- im New Yorker Hafen, die höheren Lohn fordern, ist eine große weibliche Mitglieder, am 31. März 1916 aber nur noch 4500 bis gründete die folgende von ihm und mehreren Gleichgesinnten ab- Stodung im Verkehr eingetreten, die nach der Arbeitseinstellung 5000 männliche und 1500 bis 2000 weibliche Mitglieder. von 4000 Sceleuten, die mit den Maschinisten gemeinsamte Sache richtete Genosse Wilhelm Kolb. Er wies bezüglich der KriegsfürUeber die Tätigkeit des badischen Landtages begefaßte Resolution: machten, noch größer wurde, so daß der Verkehr im Hafen um Die Versammlung erklärt, daß fie fich den Standpunkt und 50 Proz. zurüdging. sorge darauf hin, daß Baden der einzige Bundesstaat ist, in welchem die Haltung der Buchbinderzeitung" fomie des größten Teils Auch die Maler haben die Arbeit eingestellt. Sie verlangen die Regierung den Gemeinden die nötigen finanziellen Beträge vor= unferer Gewerkschaftsführer nicht zu eigen machen kann. Die einen Tageslohn von 5 Dollar. Der Streif umfaßt 10 000 Mann. schießt. Das Schwergericht in seiner Berichterstattung legte er auf Versammlung, im schroffsten Gegensah zu dem bisher vertretenen aus anderen Gegenden des Landes wird ebenfalls über große die feinerzeit abgegebene Erklärung des Gesamtministeriums, daß Standpunkt der maßgebenden Körperschaften in Partei und Ge- Rohnbewegungen berichtet. Dein in Pittsburg streiken über künftig wegen der Zugehörigkeit zur sozialdemokratischen Partei werkschaften stehend, fordert ihre gewählten Vertreter auf, nur 50 000 Mann. allein eine ungleiche Behandlung der Beamten und sonstigen auf rein gewerkschaftlichem Boden ihre Fähigkeiten in den Tienst Nach den Angaben der Tagespresse traten am 1. Mai 367 000 Staatsangestellten in staatsbürgerlicher Beziehung nicht stattfinden der Arbeiterklasse zu stellen und jedes Für und Wider irgendeiner organisierte Arbeiter in den Streit, und im ganzen Lande waren folle. Richtung in unserem Organ( Buchbinderzeitung") zu unter- zur gleichen Zeit zwei Millionen(?) Arbeiter ausständig. Nach Den Bericht über die politische Lage gab Reichstagsfaffen, um den Parteistreit nicht in die Gewerkschaften zu tragen, den Angaben der Arbeiterorganisationen haben seit Anfang dieses abgeordneter Genoffe Ge&- Mannheim. Er zog die Reichstags= bis die Aufhebung des Belagerungszustandes und der Senjur Jahres 706 500 Gewerkschaftsmitglieder Rohnerhöhungen erhalten. berhandlungen und die Parteiwirren in den Kreis seiner Betracheine freie Meinungsäußerung jeder Richtung möglich macht. Die Der angekündigte große Streit der Grubenarbeiter in den tungen. Nach ausgiebiger Debatte wurde mit allen gegen eine Versammelten erklären, in demselben Sinne für ihre Gewerk- Anthrazitdistrikten konnte dagegen vermieden werden. Die Arbeiter Stimme bei einer Stimmenthaltung folgende Entschließung angeschaft zu wirken, um einer Entmutigung unter der Kollegenschaft, konnten bei den Verhandlungen einen achtstündigen Arbeitstag, für ihre Gewerkschaft zu agitieren, vorzubeugen." 3 bis 7 Proz. Lohnerhöhung und Anerkennung der Organisation erzielen. Aus der Partei. Weit gebracht". Wir erhalten folgende Zuſchrift: nommen: " Die Konferenz hält die von der Mehrheit der Reichstagsfraktion während der Kriegszeit vertretene Politik mit den Grundanschauungen der Partei übereinstimmend und im Inter cffe des deutschen Volkes geboten. Sie lehnt die Auffassung der Fraktionsminderheit und deren Stellungnahme zu den Kriegskrediten ab und bedauert die sich daraus ergebenden Schädigungen für die Partei. Die Konferenz begrüßt die Bemühungen des Parteivorstandes, die organisatorische Geschlossenheit der Partei zu er halten und eine Verständigung innerhalb der sozialistischen Internationale herbeizuführen. Die Konferenz fordert die Parteigenoffen Badens auf, auch während der Stviegszeit die Organisationen und die Parteipresse zu stärken und allen Versuchen einer Parteispaltung entgegenzuwirken." Eine Kreiskonferenz für den 7. sächsischen ReichstagswahlFreis( Meißen- Großenhain) beschäftigte sich u. a. auch mit dem ordnete des Kreises, erläuterte in längeren Ausführungen seine Parteistreit. Genosse Richard Schmidt, der ReichstagsabgeStellungnahme zur Spaltung der Fraktion. Nach Schluß der Distussion gelangte folgende Resolution gegen sechs Stimmen zur Annahme: Von einem der Redner, die gleich Wolf in ihrer Auffassung von der Kloths abwichen und verschiedenes an der Buchbinderzeitung" auszusehen hatten, wurde betont: Die Opposition in der Mitgliedschaft habe sich namentlich daran gestoßen, daß Kloth in der Buchbinderzeitung" einseitig die Mehrheit der Reichstagsfraktion bevorzugt habe. In den letzten Wochen habe sich ja die„ Buchbinderzeitung" etwas gebessert; Redner hoffe, daß Kloth sie noch Sie veröffentlichen in Jurer Nr. 150 vom 1. Juni unter der mehr zu einem rein gewerkschaftlichen Organ machen werde. Harder und Kloth in seinem Schlußwort wandten sich Tatsache für notwendig erachten, daß ein von mir in den„ Sozialis borstehenden Spigmarte eine Notiz, in der Sie die Feststellung der gegen die Vorredner. Sloth bemerkte gegenüber einem Dis- stischen Monatsheften" veröffentlichter Auffaz neben den Artikeln kussionsredner, daß er am Schlusse seines Referats nicht gefagt führender Solonialpolitiker in der ersten Nummer einer folonialen habe, er würde die eventuelle Schaffung einer besonderen Gewerk- Zeitschrift figuriert. Nur die eigenartige Faffung Ihrer Notiz, schaftspartei unter Umständen gutheißen. Er habe sich vielmehr die einen Teil der Vorwärts" leser zu der Auffassung verleiten gegen einen solchen Gedanken gewandt und nur betont, daß die fönnte, als ob es sich bei der mitgeteilten Tatsache- des AbGewerkschaften immer das Recht haben müßten, selbständig zu drucks von Auffügen parteigenössischer Schriftsteller in bürgerlichen politischen Fragen Stellung zu nehmen und sich mit ihren Wün anlaßt mich zu folgenden Bemerkungen: Es ist Grundfag der Zeitschriften um etwas ganz Außergewöhnliches handelte, verschen an politische Parteien zu wenden, von denen in erster Linie" Sozialistischen Monatshefte", den Abdrud ihrer Artikel unter der die Sozialdemokratie in Frage komme. Die Resolution verlange einzigen Vorausfegung der vollständigen Quellenangabe zu geunmögliches, weil selbst das Organ einer neutralen Gewerkschaft statten. Auf Anfrage habe ich unter Hinweis auf diesen Grundjaz in der Lage sein müsse, zu politischen Fragen, welche die Gewerk- erklärt, daß ich für meinen Auffag feine Ausnahmestellung bean- 1. Die am 28. Mai in Meißen tagende Kreiskonferenz des schaften start interessierten, Stellung zu nehmen. In der Beziehung spruche. In welche Gesellschaft ich durch den Abdruck meines Artikels 7. sächsischen Reichstagswahlkreises spricht ihr Bedauern aus, daß gelte bezüglich der„ Buchbinderzeitung“ übrigens immer noch ein geraten würde, war mir nicht bekannt, ist mir aber auch herzlich die Politik der Mehrheit der Reichstagsfraktion zu einer Spaltung Verbandstagsbeschluß( Resolution) vom Jahre 1904. Auf den ihm gleichgültig. Für mich handelt es sich in diesen Fragen weniger derfelben geführt hat. Die Konferenz weist alle Versuche, aus der Versammlung gemachten Vorwurf, er hätte den„ Vor- darum, wo ich zu Worte fomme, als vielmehr um das, was diese Spaltung auf die Gesamtpartei zu überich sage. So dachten über diese und ähnliche Dinge auch tragen, auf das entschiedenste zurück und er wärts" abbestellt, äußerte Redner, ob er denn ein Blatt August Bebel, Paul Singer und Eduard Bernstein. August wartet sowohl von den Anhängern der Mehrheit unterstützen solle, das der Parteispaltung förderlich sei. Bebel, als er einen jüngeren Parteigenossen in den neun- als auch von denen der Minderheit, daß sie diesen ziger Jahren in diesem Sinne beriet, und Paul Singer Versuchen mit allen Mitteln entgegenwirken. und Eduard Bernstein, als fie als Mitarbeiter einer bürgerlichen 2. Die Konferenz spricht der sozialdemokratischen Fraktion und Monatsschrift neben Namen wie Ottavio v. 3eblik, Otto dem Parteivorstand das Recht ab, die Abgeordneten der SozialArendt und... General b. Liebert fiqurierten. Damals demokratischen Arbeitsgemeinschaft als außerhalb der Partei stehend hat der Vorwärts" an diefer Tatface meines Wiffens kein ergernis zu betrachten. Lettere haben zweifellos in der festen uebergenommen. Oder besteht die Freizügigkeit der Meinunge äußerung zeugung, den großen Maffen der so unendlich schwer unter dent nur für diejenigen Parteimitglieder, die feiner jeweiligen politischen Krieg leidenden Bevölkerung am besten durch ein entschiedeneres Richtung nahe stehen? Dann hätten wir es in der Partei aller- Auftreten der Regierung und den Reichstag gegenüber zu dienen, dings weit gebracht". gehandelt. Die Entscheidung darüber, ob sie als Sozialdemokraten so handeln durften, muß unbedingt dem nächsten Parteitag überlaffen bleiben. Die verhältnismäßig schwach besuchte Versammlung hatte sich inzwischen es war gegen 12 Uhr geworden noch mehr gelichtet. Von den noch anwesenden etwa 70 bis 80 Personen stimmten 37 für die obige Resolution Wolf, während 12 dagegen stimmten. Die übrigen enthielten sich der Abstimmung. Die Resolution war damit angenommen. Teuerungszulage für die Bauauschläger. Die Bauanschläger waren am Montag, den 5. Juni, zu einer Mitgliederversammlung zusammengekommen, um über die bewilligte Teuerungszulage zu beraten. Die Schlichtungskommission der Baus anschläger hatte vor acht Tagen mit der Schlichtungskommission der Arbeitgeber über eine Teuerungszulage verhandelt. Das Resultat dieser Verhandlung war die Bewilligung einer 10prozentigen Teuerungszulage zu den bestehenden festgesetzten Löhnen. Die Teuerungszulage foll von der ersten Woche nach Pfingsten an gezahlt werden. Der Berichterstatter der Kommission empfahl den Vorschlag zur Annahme. Nach kurzer Anfrage an den Redner wurde dem Verhandlungsergebnis zugestimmt. Mit der Mahnung an die Kollegen, streng acht zu geben, daß nun die Teuerungszulage auch für jeden zur Auszahlung fomme, wurde die Versammlung geschlossen. Die Berliner Wäschefahrer. Die in den Berliner Wäscheverleihgeschäften tätigen Fahrer, die dem Deutschen Transportarbeiterverband angehören und die durch thre Organisation mit den Unternehmern in einem Tarifverhältnis stehen, haben die berechtigte Forderung auf eine Teuerungszulage erhoben. Bielefeld, 2. Juni. Rarl Gebering. Gleich dem Genoffen Severing find auch wir der Meinung, daß es allerdings in erster Linie auf das ankommt, was ein sozialdemokratischer Schriftsteller sagt. Nun ist aber der Artikel Severings gerade deshalb von den Kolonialen Zeitfragen" abgedruckt worden. weil er feinem Inbalt nach durchaus in den Rahmen der Kolonialpropaganda hineinpaßt, der diese bürgerliche Flug schriftenfammlung dient. 3. Die Konferenz erwartet, daß diejenigen zur Minderheit gehörenden Abgeordneten, die sich der Sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft nicht angeschlossen haben, ihren ganzen Einfluß aufbieten, um die zwischen beiden Fraktionsgruppen bestehenden Gegensäge zu beseitigen, damit in allen die Interessen der gesamten Bevölkerung berührenden Fragen ein möglichst einmütiges und geschlossenes Vorgehen Eine weitere Resolution, in der der Genosse Schmidt aufges fordert wurde, sich der Sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft anzuschließen, wurde abgelehnt. Die Berufung Severings auf Bebel und Singer hätte also nur dann einen Sinn, wenn Severing behaupten wollte, daß diefe Ge- fichergestellt wird. noffen jemals etwas geschrieben hätten oder zu schreiben fäbig gewesen wären, was sie nicht nur in eine zufällige publizistische. sondern auch in eine politische Nachbarschaft mit Leuten wie dem Herrn v. Sedlig, Herrn Arendt oder dem General Liebert zu bringen bermocht hätte! Es bleibt also schon dabei, daß die aus Auffaifungsgemeinschaft erfolgte Einverleibung des Artikels eines sozialdemokratischen Autors, sogar früheren Reichstagsabgeord neten, in eine Serie von Werbeschriften für fapitalistisch- imperialistische Kolonialpolitik für die deutiche Parteigeschichte ein bölliges Novum ist, das allerdings schlagend beweist, wie weit" wir es gebracht haben. Dies Fattum gebührend festzustellen, ist die Pflicht eines sozialdemokratischen Blattes; sich mit ihm später mit aller Entschiedenheit auseinanderzusetzen, Pflicht der Partei. Soziales. Wo steckt der Kläger? Zum zweitenmal wurde am Montag vor dem Gewerbegericht vergebens nach dem Aufenthalt des Klägers gefragt, der, vertreten Bei Kriegsausbruch hat ein großer Teil der Arbeitgeber die durch einen Angestellten der polnischen BerufsverLöhne ganz erheblich gekürzt. Erst nach und nach war es möglich, einigung, gegen die Firma Allgemeines Handelsden tariflichen Bestimmungen wieder Geltung zu verschaffen. Die fontor flagt, wo er als Schlächtergeselle beschäftigt war. Arbeitgebervereinigungen haben nun unlängit in einer im LehrerEr fordert Zahlung des letzten Wochenlohnes, während. die Bebereinshaus stattgehabten Versammlung beschlossen, ihre Preise im Karl Starecky in russischer Gefangenschaft gestorben. flagte behauptet, sic habe den Rohn gezahlt, sie könne das aber nur Hinblick auf die erschwerten Wäschebeschaffungen und Wäschewaschin Gegenwart des Klägers durch zwei Zeuginnen beweisen, die den Löhne erheblich zu erhöhen. Durch Zirkulare wurde die Kundschaft Die tschechoslavische Sozialdemokratie Niederösterreichs hat Stläger von Ansehen, aber nicht dem Namen nach kennen. Im unter besonderer Weitwirkung der Fahrer von diesem Vorgehen in einen schweren Verlust erlitten. Ihr Landessekretär Karl vorigen Termin hatte wie wir seinerzeit berichteten die beKenntnis gesetzt. Durch die neuen Preisfeftjehungen ist das Arbeits- Starecky ist, wie vom russischen Roten Kreuz mitgeteilt wird, flagte Firma außerdem noch den Einwand gemacht, da sich der verhältnis der Fahrer ebenfalls erheblich erschwert. Wenn es dennoch in Slawjanoserbsko in Gouvernement Jekaterinoflaw infolge eines Kläger in Russisch- Polen aufhalte, so dürfe sie, selbst wenn sie gelungen ist, die erhöhten Preise für Leihwäsche zu erhalten, so habei Herzfehlers gestorben. ihm den Lohn schuldig wäre, nicht zahlen, meil ja 3ahlungen nach baran wesentlich die Fahrer mitgewirkt. Es ist daher zu verstchen, Starecky wurde am 31. Dezember 1874 in Drozdow bei Ro- Rußland verboten seien. Ueber diesen Punkt hat das Gewerbewenn diese Arbeiter nun durch ihre Organisation Veranlassung tigan geboren. Nachdem er als Eisendreher ausgelernt hatte, tam gericht inzwischen Auskunft von zuständiger Stelle eingeholt und nahmen, mit Rücksicht auf die ganz besonders erhöhten Lebensmittel- er nach Wien und arbeitete hier in verschiedenen Metallfabriken den Bescheid erhalten, daß sich laut einer Bekanntmachung vom preise und die Preissteigerung der sonstigen Bedarfsartikel, die For- in Favoriten. In der tschechslawischen Bartei war er schon seit 19. April 1916 das 3ahlungsverbot nicht auf die unter derung auf Gewährung einer wöchentlichen Lohnzulage zu stellen. vielen Jahren eifrig tätig und er wurde von ihr auch zum deutscher oder österreichischer Verwaltung Beide Arbeitgebervereinigungen wurden von der Organisationsleitung Barteitassierer gewählt. Im Jahre 1906 wurde er bon stehenden Gebiete Rußlands erstrect ersucht, den Arbeitern Zugeständnisse zu machen. der Partei als Landtagskandidat aufgestellt. Als die Spaltung Ueber den gegenwärtigen Aufenthalt des Klägers konnte dessen Die Vereinigung der Berliner Wäscheverleihgeschäfte erwiderte, der Gewerkschaften fam, stellte er sich mit Feuereifer an die Seite Vertreter auch in dem jezigen Termin keine Auskunft geben. Das daß sie nur von Fall zu Fall eine Lohnzulage berücksichtigen würde, der Separatisten. Im Jahre 1912 wurde er zum andes- Gericht hielt die persönliche Anwesenheit des Klägers zum Zwed während die Freie Vereinigung der Wäscheverleiher" das Schreiben parteisekretär gewählt und bekleidete diese Stelle bis zur einer einwandfreien Beweiserhebung für notwendig. Mit Rücksicht des Transportarbeiterverbandes überhaupt unbeantwortet ließ. Einberufung, die im September 1914 erfolgte. Er diente beim auf die erheblichen Kosten, welche dem Kläger aus seiner Reise In einer fürzlich abgehaltenen Branchenversammlung wurde das Wiener Landsturm und nahm im November des ersten Kriegs- hierher erwachsen und da das Ergebnis der Beweisaufnahme doch Verhalten der Unternehmer stark gemikbilligt und beschlossen, wegen jahres auch an den Kämpfen in den Karpathen teil. Plößlich zweifelhaft ist, schlug der Vorsitzende einen Vergleich auf die Hälfte des sogenannten Burgfriedens in den Betrieben einzeln vorstellig zu hörten alle Nachrichten von ihm auf. Seine Kameraden wußten, der geforderten Summe vor. Der Vergleich tam denn auch werden. Die Zeitung der Branche konnte berichten, daß bis jest zirka daß er bei einem Gefecht am 10. November verschollen war, konnten dabin zustande, daß die beklagte Firma den Vergleichsbetrag bei der 20 Firmen sich mit ihren Arbeitern verständigt haben. Bei der Mehr- aber nicht angeben, ob er in Gefangenschaft geraten oder gefallen Kaffe des Gewerbegerichts deponiert, welche das Geld an den zahl der Firmen schweben die Verhandlungen zurzeit noch. war. Vor einem Jahre kam an seine Prager Freunde eine Starte, Seläger senden wird, sobald dessen Vertreter die derzeitige Adresse Durch die fortwährenden Einberufungen zum Heeresdienst find worin er mitteilte, daß er in Gefangenschaft geraten sei und sich des Klägers angibt. die Reihen der Fahrer, die zu 98 Proz. organisiert waren, vielfach auf dem Weg ins Innere Rußlands befinde. Nun, nach dreidurch Unorganisierte und viele jugendliche Kräfte erfekt. Diesen zehn Monaten, tommt die Nachricht von seinem Tode. Er hinterBranchenuntundigen werden verschiedentlich niedrigere Löhne gezahlt läßt eine trauernde Witwe mit drei Kindern. Dem tätigen Mann ale die Tarifverträge vorsehen. Die Lebenshaltung der Wäschefahrer ist in der Partei ein warmes Gedenken sicher. ( z) ist, da die Tätigkeit den ganzen Tag auf der Straße ausgeführt wird, unter den jezigen Verhältnissen eine recht ungünstige, weshalb die Arbeiter erwarten, daß ihre Arbeitgeber der berechtigten Forderung auf Gewährung einer Teuerungszulage Widerstand nicht entgegensehen werden. " Auf die Kontrollfarte, die die Branche seit Jahren eingeführt und die allmonatlich als Ausweis der Organisationszugehörigkeit abgeftempelt wird, wurde besonders hingewiesen. Arbeiter- Samariterbund. Kolonne Groß- Berlin. Die Kolonne veranstaltet am 12. Juni( 2. Pfingstfeiertag) einen Familienausflug, verbunden mit Kaffeekochen, nach dem Planterwald. Treffpunit nachmittags 2 Uhr im Restaurant Rads, Neue Krug. Allee 62. Nach dem Staffee: Spiele auf dem für die Kolonne reservierten Haftenlaffung eines sozialdemokratischen Redakteurs. Spielplat neben dem Lokal. Genosse Schumann, Redokteur der„ Leipziger BoltsEs wird eine zahlreiche Beteiligung aller Kolonnenmitglieder und Teil zeitung", der am 20. Mai verhaftet wurde, ist am Sonnabendnach- nehmer mit ihren Familien erwartet. Gäste sind ebenfalls angenehm. Beerdigungsverein Berliner Zimmerleute. Der Pfingstfeiertage mittag entlassen worden. Seine Verhaftung erfolgte wegen des wegen findet die ordnungsmäßige Versammlung erst am Sonntag, Verdachts, Landesverrat durch Verbreitung von Schriften begangen den 18. Juni, nachmittags 5 Uhr, in der Köpenider Str. 62 statt, wo zu haben, mit denen zum Ungehorsam gegen Gesetze und Verord- die fälligen Beiträge entgegen genommen werden. Serantw. Nedatt: Alfred Wielerv. Neukölln. Snitzatenteil verantwo. Zb. Glode, Berlin. Druk u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsannali Baul Singer& Co., Berlin SW. Sierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsbl »t 155. 3s. ite i. Keilllgt des Lsmillts" Kerlllter Nolksblstt. Nittm». 7 HM.AK. Der Reichstag über Kanzlerreöe unö Kriegsziel. so. Sitzung. Dienstag, den V. Juni 1918, vormittags 11 Uhr. Am Vundesratstiich: von Bethmann Hollweg, Dr. Helfferich, v. Jagow, Lisco, v. Breitcnbach. Kleine Anfragen. Abg. Stadthage«(Soz. Nrbg.) fragt mit Bezug auf das Verbot einer öffentlichen Versammlung in Berlin-Friedrichsfelde, die sich mit der Lebensmittelfrage beschäftigen sollte, ob der Reichskanzler auf die Besciligung der Beschränkungen des reichsgesetzlichen Versammlungsrechts hinzuwirken bereit ist. Ministerialdirektor Dr. Lcwnld: Die Genehmigung ist nicht erteilt worden, weil öffentliche Versammlungen politischer Vereine oder ihnen gleich zu achtender Vereinigungen grundsätzlich nicht ge- stattet werden. Das Verbot wird allen Parteien gegenüber in gleicher Weise gehandhabt. Abg. Schulz-Erfurt(Soz.) fragt, ob der Reichskanzler bald nach Beendigung des Krieges vor der Jnangriffnabme irgendwelcher Matznahmen auf dem Gebiet der Schul- und Jugendgesetzgebung einen aus Schulpolitikern, Pädagogen und sonstigen Sachverständigen zusammengesetzten Ausschuh zur Beratung und gutachtlichen Beschlutz- fassung über Sckmlfragen berufen wolle. Ministerialdirektor Dr. iiewald: Die Anfrage wünscht eine Auskunft über Talsachen, die nicht zur Zuständigkeit des Reichstags gehören. Daher ist der Reichskanzler nicht in der Lage, Antwort zu erteilen. Abg. Jäckel(Soz.) fragt wegen der Heranziehung jugendlicher Textilarbeiterinnen, besonders in Schlesien, zu schweren Sieitffetzer- und landwirtschaftlichen Arbeiten unter Androhung der Unter- siützungsentziehung sowie der Fürsorgeentziehung, weiter wegen der sittlichen Gefahren infolge des ZusammerarbeitenS und gemein- sanrer Unterbringung mit ausländischen Arbeitern und Kriegs- gefangenen. Ministerialdirektor Dr. Caspar: Dem Reichskanzler ist von der- artigen Zuständen nichts bekannt. Es werden Ermittelungen an- gestellt werden. Abg. Jockel(Soz.) will eine Ergänzungsfrage stellen, die aber vom Präsidenten Dr. K a e m p f nicht zugelaffen, sondern für eine neue Anfrage erklärt wird. Abg. Baffcrma»«(natl.) bittet um nähere Mitteilungen darüber, ob die portugiesische Regierung die militärpflichtigen Deutschen inter- nicrt, die Nichtmililärpflichtigen ausgewiesen und das gesamte deutsche Eigentum beschlagnahmt hat. Ministerialdirektor im Auswärtigen Amt Kriege: Die portu- giesische Regierung hat in der Tat die männlichen Deutschen zwischen 18 und 45 Jahren interniert und die übrigen Deutschen ausgewiesen. Die deutsche Regierung hatte der portugiesischen vorgeschlagen, die beiderseitigen Staatsangehörigen freizulassen. Wir werden, wenn endgültige Nachrichten vorliegen, mit entsprechenden VergeltungZ- niatzregcln vorgehen. Die portugiesische Regierung hat auch jeden Handelsverkehr mit deutschen Rcichsangehörigen untersagt und das gesamte in Portugal befindliche Eigentum beschlagnahmt. Die deutsche Regierung hat bereits gleichartige BergeltungSmatzregeln getroffen. Der Antrag der Verbündeten Regierungen auf Vertagung des Reichstags bis zum 26. September 1916 wird angenommen. Es folgt die Fortsetzung der dritten Lesnng deS EtatS. Abg. Dr. Spahn(Z.): Unsere Kriegslage hat sich erheblich verbesiert, durch den S-e- sieg ist Englands Seeherrschafl von jetzt ab erschüttert.(Stürmischer Beifall.) Alles FriedenSgeredc ist nach der Antwort, die Sir Edward Grey auf die Rede des Reichskanzlers gegeben bat, zurzeit nutzlos.(Sehr richtig I) Wir wären dem Frieden längst näher, wenn England nicht die ganze Entente am Stricke führen würde. Solange die Kriegslage nicht endgültig feststeht, hat jede Erörterung der Friedensziele in der Oeffentlichkeit in Deutsch- land nicht nur keinen Zweck, sondern ist direkt schädlich. lSebr richtig! im Zentrum) Als schädlich sind auch die geheimen Druck- schriften anzusehen, die vertraulich oder als Manuskript gedruckt vertraulich durch die Post versandt werden. Der Reichskanzler kann Belrach- tungen über die FriedenSziele anstellen, uns fehlt die Berechtigung dazu, weil wir nicbt im Besitz der entscheidenden Unterlagen sind. Wir haben nur daS Recht, auf die Anschauungen deS Reichskanzlers einzuwirken, was aber nur von Mund zu Mund im geschlossenen Räume geschehen kann.(Sehr richtig I im Zentrum.) Der Reichs- kanzler kann uns nur vertrauliche Mitteilungen machen und daher nicht alles widerlegen, waZ gegen ihn vorgebracht wird. Mich per- sönlich haben die Darlegungen über die Zeppelin- und I7-Bootsrage beruhigt.— Einen autzerordentlichen Einflutz auf den Verlauf und die Dauer des Krieges übt die Presse au s. Unsere Feinde in Paris und London sind über die Vorgänge im Reich so genau unter- richtet wie wir selbst, ihnen fehlt nur die richtige Bewertung der Vor- gänge und daS schließt die Gefahr der Verlängerung des Krieges in sich, weil es in ihnen falsche Hoffnungen erweckt.(Sehr richtig!) Das gilt auch für die Erörterungen über unsere Wirtschaft- licheii und politischen Verhältnisse in anonymen und anderen Schriften. Unsere Krieger in den Schützengräben haben solche Unvorsichtigkeilen mit ihrem Leben zu büßen.(Lebhaftes Sehr richtig I) Mit Recht bat der Reichskanzler gestern als schönste Frucht des Krieges bezeichnet, daß wir die alte Unterscheidung zwischen nationalen und antinationalen Parteien zum alten Eisen werfen müssen. (Sehr wahr!) Solange die Zensur besteht, kann niemand eine AuZ- nahmestelluug verlangen, wie es gerade die Hintermänner dieser anonymen Schriften tun.— Der Seesieg vom 1. Juni bat uns den Wert unserer Schiffsmannschasten erkennen lassen. Es kommt nicht auf die Zahl der Schiffe und Geschütze an, sondern auf den Geist und die Ausbildung der Mannschaft. Wenn wir alle daheim und draußen unsere Pflicht tun, so hoffe ich von der Vorsehung, daß wir als Frucht des Krieges einen dauernden Frieden mit einem neuen Aufschwung unseres Volkes erhalten.(Lebhafter Beifall im Zentrum.) Abg. Dr. Graduauer(Soz.): Die gestrige Kundgebung des Reichskanzlers hat einen tiefen Eindruck gemacht, der weit hinaus auf das ganze Volk weiterwirien wird. Es war in der Tat eine Flucht in die O e f s e n t l i ch- k e i r. Daß der Reichskanzler sie unternommen hat. zeigt uns, wie stark die Erbitterung und wie giftig die Angriffe gewesen sind, die aus dem Hinterhalt gegen seine Politik gerichtet werden. Wegen irgendwelcher beliebigen Schmähschriften hätte er seine Rede nicht gehalten, sondern es müssen dahinter«inslutzreich- Kreise stehen, die zwar an Zahl gering sein mögen, deren Geldmacht und Einfluß ober nicht gering ist.(Zustimmung.) Die Angriffe der Ab- geordneten v. Graefe und Hirsch in der Zensurdebatte am Miti- woch waren nur ein kleines Vorspiel, was der Reichskanzler uns aus den Schmähschriften gestern mitteilte, diese« Trommel- feucr von Jnvektlven, Verleumdungen und Beleidigungen stellt allerdings«in starkes Stück dar. Man darf gespannt sein, ob irgend eine Partei dieses Hauses sich finden wird, um jene Leute und ihr sauberes Handwerk in Schutz zu nehmen. Aus welchem Lager diese Geschosse kommen, darüber besteht kein Zweifel. Aus dem natioiialistischen Lager, au? dem fortgesetzt der Schrei nach Welteroberung ertönt, aus dem Lager der rücksichtS- losesten Gewaltmenschen nicht nur nach außen, sondern nach innen. (Lebhaftes Sehr richtig I bei den Sozialdemokraten.) In diesem Lager haben sich das Geld der am Krieg interessierten Schwerindustriellen, die Phanlastereien der alldeutschen Welterobercr und die reaktionären Gelüste der Scharsmacher und Feinde jeder freiheitlichen Entwicklung zusammeugesunden. Die zornige Abwehr des Reichs- kanzlers zeigt, welche Machenschaften in diesem Lager gegen seine Politik vor dem Kriege getrieben wurden. Es ist ihm zum Vorwurf gemacht worden, er habe jahrelang eine Politik der Verständigung besonders auch mit England getrieben, er habe den Mobilmachungs- befehl verzögert und selbst noch in den letzten Stunden vor Ausbruch des Krieges auf Oesterreich und Rußland einzuwirken versucht und mit England verhandelt, lieber diese Anklage kann der Kanzler sich nur glücklich schätzen.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) In den Augen aller aufrickitigen Friedensfreunde und aller verstän- digen Leute ist dies kein Gegenstand der Anklage, sondern der Recht- fertigung.(Lebhafte Zustiirnnuiig bei den Sozialdemokraten.) DaS deutsche Volk wird umgekehrt urteilen wie jene hinterhältigen Widersacher, das deutsche Volk wird sich sehr einverstanden mit den Bemühungen erklären, den Krieg zu vereiteln. (Lebhaste Zustimmung.) Wir können auch heute noch nicht alle Vorgänge durchschauen, die dem Ausbruch des Krieges vorhergegangen sind. Das endgültige Urteil wird erst die Geschichte fällen. Wenn aber die Tatsachen, auf Grund deren man die Anklage gegen den Reichskanzler aufgebaut hat, richtig sind, so ist bewiesen, daß die Bebauplung der Ententemächte unwahr ist. Deutschland habe den Krieg provoziert. Der Reichskanzler wird aber auch wegen seiner angeblich schlappen und flauen Politik in der Gegenwart angegriffen. Offenbar wollen sich jene Kreise einen neuen Kanzler schasse«. Sie haben immer gegen den Kanzler, der gerade im Amt war, intrigiert. Jetzt suchen sie sich einen Kanzler zu verschaffen, der ihren weit aiisschweifenden Eroberungsplänen gefügig sein soll. Aber gerade gegen diese Eroberungspläne hat die Sozialdemokratie von Beginn des Krieges die stärkste Stellung genommen(Lebhafte Zu- stimmuug bei den Sozialdemokraten), nicht der Person des Reichskanzlers wegen, sondern der großen Sache wegen. Wir be« kämpfen auf das entschieden st e eine Politik, die auf phantastische Grenzerweiterungen aus- geht. Sie würde dasselbe Bestreben bei den andern Völkern er- wecken und dadurch den Krieg verlängern und das Volk dem Elend überliefern.(Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Würde sich die Reichsleitung in den Dienst jener Gruppen und ihrer Pläne stellen, so würde das deutsche Volk einer solchen Regierung die Gefolgschakt verweigern.(Lebhafte Zustimmung bei den Sozial- demokraten.) Jene Leute sollen doch nicht glauben, sie haben das deutsche Volk hinter sich. Das ist eine frivole Täuschung gewisser Blätter. Jene Gruppen haben den Vorstoß gegen den Reichs- kanzler nicht nur wegen seiner auswärtigen Politik unter- nommen, sondern selbstverständlich auch wegen der inneren Politik(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten), freilich nicht wegen der gegenwärtigen— die gibt ihnen keinen Grund, sich zu beklagen— aber sie fürchten, daß im Frieden doch etwas von der vielbesprochenen Neuorientierung im inneren Leben Deutschlands geschehen könnte, daß neue Wege beschritten werden könnten. Jene Kreise bestehen aus denselben Scharfmachern, die nichts gelernt und nichts vergessen haben, es find dieselben Leute, die auch nach dem Kriege die Arbciterklaffe verfemen und mit Ausnahmegesetzen bedenken, eS sind die Leute, die nach dem Kriege die alten Fäden weiterspinnen wollen. Diese Leute find schuld daran, daß wir nicht schon im Kriege etwas weiter kommen und gerade diese Unfruchtbarkeit der inneren Politik während des Krieges ist schuld, daß soviel Verdroffenheit Platz greift.(Lebhaftes Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Denn leider kommt die Reichsregierung denen, die keine fort- schrittliche Politik wollen, allzuweit entgegen. Der Reichs- kanzler sagt, man Werse ihm vor, er stütze sich auf die Sozial- demokraten, eine ganz lächerlich« Behauptung! Wir fordern Fortschritt und freiheitliche Entwicklung, ober nichts von dem geschieht bei uns. Der Reichskanzler spürt den großen Hauch dieser gewaltigen Zeit im Gegensatz zu denen, die am alten kleben. Aber wir können nicht aus die Worte eines Staatsmannes vertrauen, das Vertrauen der Arbeiterklasse kann nur durch Taten gewonnen werden. Wir vertrauen nicht auf Personen, sondern aus die Macht der Tatsachen und die Kvast des Volkes.(Lebhafte Zu» stimmung bei den Sozialdemokraten.) Die gesellschaftlichen Ver- hälwisse sind durch diesen Krieg in Bewegung gekommen. Sie drängen auf die Verwirklichung sozialer Umgestaltungen. Wir Sozial- demokraten bemühen uns, die Träger dieser Entwicklung zu sein. Auch nach dem Kriege wird es Partei- und Klassenkämpfe geben. Wir werden sie weiterführen müssen mit ganzer Kraft und rücksichts- loser Energie. Dabei wird uns das Wort im Gedächtnis bleiben, daß nicht mebr unterschieden werden dürfe zwischen nationalen und angeblich nicht nationalen Parteien. Wir haben uns schon in trüberen Zeiten mit leidenschaftlichster Erbitterung dagegen wenden müssen, daß man behauptete, wir hätten kein Verständnis für die Interessen unseres Landes und Volkes, Nur zu oft kamen diese Vorwürfe von solchen, die daS Vaterland als Domäne ihrer kapita- listischen Sonderinteressen ansehen.(Lebhaftes Sehr richtig!) Der Reichskanzler meinte gestern, die Auseinandersetzungen über die Zensur am vorigen Mittwoch hätten dem Lande nicht zum Borteile gereicht. Ich glaube, gerade jene Debatte und auch die gestrigen Ereignisse haben sehr deutlich den Beweis erbracht, daß ein öffentliches Aus- tragen der vorhandenen Meinungsgegensätze sich unmöglich ver- meiden läßt. Der Reichskanzler wird doch selbst nicht glauben, daß seine gestrige Rede, wenn sie irgend ein anderer draußen gesprochen oder geschrieben hätte, nicht dem Zensurstift verfallen wäre. lHeiter- keit und Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Es hat sich in diesen Tagen offensichtlich die Talsache erwiesen, daß die Zurück- drängung der Getzensätze hinter die Kulissen die Auseinander- setzungen im Volke nur giftiger gestaltet; die Austragung der Meinungsgegensätze in der Oeffenttichkeit muß von uns als Ge- fundungSprozeß begrüßt werden.(Sehr wahr l bei den Soz) Es ist gut. daß das Volk Kenntnis erhalten hat von dem lichtscheuen Treiben sener kleinen Gruppen. In bezug auf die Zensur will ich dem Kanzler sagen: Der Worte sind genug gewechselt, wir wollen end- lich Taten sehen.(Sehr wahr! bei den So,.) Auch der Leiter der militärischen Operationen, Herr v. F a I k e n h a y n. hat sich für eine Lockerung der Zensur ausgesprochen, der Reichskanzler hat uns gestern dasselbe in Aussicht gestellt, also sagen wir: Fort mit der Zensur! Wenn die Schranken der Zensur gelockert werden und fallen, wird sich die große Mehrheit des deutschen Volkes ge- wiß nicht auf den Boden der Politik stellen, die gestern hier vom Reichskanzler gegeißelt wurde. Die große Mehrheit des deutschen Volkes sieht die Wahrung seiner Interessen in einer Politik, die hin- zielt auf die Förderung eines baldigen ehrenvolle» Friedens nach außen und einer freiheitlichen Entwicklung im Innern unseres Landes. (Sehr wahr! bei den Sozialdem.) Der Reichskanzler hat sich gestern auch mit der Frage der Fricdcnsmöglichkeit beschäftigt und hat daran erinnert, daß er zweimal seine Frieden?- bercitschaft offen bekundet habe, aber die Antworten der Staats- männer der gegnerischen Mächte seien durchaus ablehnend gewesen. Er hat daraus weitere Folgerungen gezogen und in diesem Zu- sammeiihang auch die Sozialdemokratie erwähnt. Das gibt mir Anlaß, die Stellung meiner Frakrton zur KriegSpolilik und zur Friedensfrage zu besprechen. Ich glaube, dazu um so mehr Anlaß zu haben in dieser Stunde, da die Regierung uns soeben neue außerordentlich hohe Krcditforderungen unterbreitet hat. Ich spreche deshalb sckou an dieser Stelle aus, daß meine Fraktion den Beschluß gefaßt, diese» neuen Krediten ihre Zustimmung zu erteilen.(Bravo!) Wir erteilen diese Zustimmung, weil unsere Stellung unvcränderr dieselbe geblieben ist, wie ivir sie seit dem i. A u g u st 1914 eingenommen haben. Unsere Stellung zu dieser Frage ist keinesivegS bedingt durch die Frage des Ver- lraueiis oder Mißtrauens zu der Regierung, zu dem Reichskanzler. (Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Ich betone vielmehr, daß lvir in allen Emzelfragen, die im Laufe des Krieges aufgctaiicku sind, in wirtschaftlicher und politischer Beziehimg in voller llnab- hängigkeit und Selbständigkeit gemäß den Interessen der Arbeiter- klaffe unsere Stellung genommen habe», wie wir die? auch in Zukunft tun werden.(Sehr wabr I bei den Sozialdemokralen.) Wir lassen uns auch bei unserer Stelluliguahme zu den RricgSkrediten und der ganzen Kricgssrage nicht von Erwägungen deS Vertrauens zur Regierung leiten, sondern ausschließlich von'der Prüfimg dessen, was das Lebensinteresse unseres Landes und unseres Volkes in dieser furchtbar schweren Zeit von uns fordert. Unsere Stellungnahme steht im vollen Einklang mit den grundsätzlichen Auffassungeu, die die Sozialdemokratie immer vertreten hat. Wir sind eine Friedens- Partei, wir baden im Kriege immer eine rohe und verwerfliche Methode der Austragung der Völkergegensätze gesehen, eine Methode, die mit dem modernen Kulturempffndcn unverträglich� ist(Sehr wahr! b. d. Soz.), die überwunden werden muß.(sehr richtig!» AuS dieser Ueberzeugung heraus haben wir uns, als die Katastrophe des Weltkrieges hereinbrach, keineswegs etwa einer fesiellosen Kriegsbegeisterung, einem Kriegsrausch überliefert. Nicht aus Kriegs- lust haben wir am 4. August 1914 unsere Stellung gewählt und sie seitdem innegehalten. Wir haben damit vielmehr eine schwere Pflicht erfüllt.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Wir konnten uns vor der rauen Wirklichkeit, die wir nicht zu ändern vermochten, nicht verschließen, denn es war in der Tat nach unserer festen Ueberzeugung für das deutsche Volk ein Kampf um Sein und Nichtsein. Angesichts der überwältigenden Uebermacht der Gegner, die uns überall bedroht hat, die uns die Zufuhr der notwendigen Roh- stoffe und Nahrungsmittel absperrte, konnre nur ein einziger alles andere zurückzudrängender Gedanke aufkommen, die Existenz des L a n d e s z u s i ch c r n, die wirtschaftliche und staatliche Sicherheit des deutschen Volkes zu wahren. An diesem Grundsatz haben wir festgehalten durch alle Wechselfälle dieser schweren Zeit, daran hallen wir fest auch in der jetzigen Stunde, denn wir sind auch jetzt noch davon überzerrgt, daß der Krieg noch immer das ist, wa? er vonAnfang anwar, ein schwerer Kampf zur Sicherung unseres Landes und unserer Zukunft. Gewiß, eS ist denkwürdig, was daS deutsche Volk, was unsere Brüder und Söhne im Waffenrock zu Lande und zu Wasser geleistet haben; cS ist denkwürdig. daß eS möglich war, sich einer so überlegen mächtigen Koalition zu erwehren, alle feind- lichen VcrnichtungSbestrebungcn zuschanden zu machen. Aber alles da§, was auf den Kriegsschauplätzen erreicht ist, veranlaßt daS deutsche Volk denn doch keineswegs dazu, sich einer Stinnnung des UebermutS, des Triumphes hinzugeben. (Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Wir sind weit davon entfernt, uns dem Wahne hinzugeben, als könnten wir die gegnerischen Mächte zersplittern, und ich sage eS offen, da? deutsche Volk will derartiges nicht. Es erkennt auch die Tapferkeit seiner Gegner an und eS unterschätzt auch nicht die wirtschaftlichen. polilischen und militärischen Hilfsquellen feiner Gegner. Da? deutsche Volk ist stolz darauf, daß es seine Verteidigung gegen eine Uebermacht von Gegnern so erfolgreich durchgeführt hat, aber andererseits hält es fest an dem Worr der Thronrede vom 4. August: Uns treibt nicht Eroberungslust. DaS deutsche Volk denkt nicht daran, andere Böller ihrer nationalen Existenz und ihrer kulturellen Entwicklung berauben zu wollen. (Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Leider ist eS nur zu richtig, was gestern der Reichskanzler gesagt bat, daß ostenbar die VierbandSniächte noch andauernd von der Vorstellung beherrscht werden, eS könnte ihnen doch noch gelingen, die Kriegslage zu ihren Gunsten umzugestalten und durch langes Hinausschleppen deS Krieges Deutschland und seine Verbündeten zur Kapitulation zu zwingen. DaS Entgegenkommen dcrdeutschenRegicrung und des deutschen Volkes wurde tu der Presse des Auslandes»nur- willig als ein Eingeständnis unserer Erschöpfung hingestellt. Trotz aller Enttäuschungen klammert sich das Ausland immer wieder an die alte trügerische Hoffnung, daß Deutschland nicht mehr durchhalten könne, bis die neue Ernte eingebracht sei. Auf Grund solcher Vorstellungen haben die ausländischen Staatsmänner in der letzten Zeil Stellung zu den Friedeusanerbietungen des Reichskanzlers genommen. Als Sir Edward Grey vor etwa l'/z Monaten gegenüber einem Berichterstatter� gewisse Aeußerungen machte, konnte die Meinung entstehen, als sei auch bei der englischen Regierung die Erkenntnis erwacht, es sei klüger, an Friedensverhandlungen zu denken, als das Blutvergießen ins Unabsehbare fortzusetzen, um schließlich doch nur denselben Frieden zu erreichen, den man gegenwärtig schon erreichen konnte. Aber kurz danach erschallten die Fanfaren aus Paris. B r i a n d sagte beim Empfang der russischen Parlamentarier:.Das Wort Frieden ist eine Lästerung." Präsident Poincarä hielt noch vor kurzem jene Rede, in der er die Wieder- eroberung Elsatz-Lothringens aufs neue als Vorbedingung des Friedens ausstellte, und hinzufügte, es sei nicht an Frieden zu denken, bevor die Deutschen um Frieden bitten, man wolle ihnen den Frieden diktieren. ES kam dann die Unterredung deS Reichs- kanzlers mit dem amerikanischen Berichterstatter, und eine vielleicht mißverständliche Stelle in der Rede des Kanzlers wurde im Ausland dazu benutzt, ihr eine falsche Deutung zu unter- schieben. Der Reichskanzler hatte auf die K r i e g s k a r t e ver- wiesen und daraus schloß man im Ausland, Deutschland verlange. daß die von uns besetzten Gebiete uns endgültig verbleiben sollen. UnS war von vornherein klar, daß diese Auslegung falsch war. denn sie stand in vollem Widerspruch mit den früheren Erklärungen des Reichskanzlers. ES ist dann in den.Münchener Neuesten Nach- richten" und ich glaube auch in der„Norddeutschen Allg. Ztg." dar- gelegt worden, wie die Meinung des Reichskanzlers richtig zu ver- stehen war. Es Kieß da, eS ist ein unehrliches Mißverstehen, wenn man aus� des Reichskanzlers Worten herauslesen wollte, die Schützengräben im Osten und Westen müßten auch die Grenzen eines Friedensschlusses sein, die militärischen Errungenschaften müßten vielmehr der Ausgangspunkt irgend welcher Verhandlungen sein. Das ist jedenfalls die richtige Auslegung. Darauf folgten dann am 25. Mai die Verhandlangen im englischen Unter- das Gefühl der Friedensbereitschaft herbeizuführen. Eine folche| tigten ern zu erfennen, anzuerkennen und nut haus. Ein liberaler Vertreter und der Sozialdemokrat Macdonald, Konferenz aber, wie sie Wilson im Auge hat, ist sicherlich nicht zur bar zu machen.( Zustimmung bei den Konservativen.). Da verwiesen auf die Aeußerungen des Reichskanzlers und sprachen vom Herbeiführung eines raschen Friedens geeignet. Wir bedauern, daß durch würde er sich den Dant weiter wohlgesinnter Kreise verdienen. baldigen Frieden, sie fanden zwischen den Erklärungen Greys und die äußerste Zinke an den indirekten Steuern Anstoß genommen hat. Wenn die Zensur aufhören würde, auch der leisesten Kritik den Weg Bethmann Hollwegs nichts enthalten, was als unüberwindliches Mit unserer Haltung ist nicht gesagt, daß bei kommenden Steuer- in die Deffentlichkeit zu verlegen und sie dadurch mit dem Reiz des Hindernis für Friedensverhandlungen anzusehen sei. Aber die reformen im Reich nicht auch auf dem Gebiet der direkten Besteue Geheimnisses zu umkleiden, so würde sie dazu beitragen, daß die Erwiderung des Herrn Grey lang da allerdings wieder mehr ab rung Konzeffionen gemacht werden müssen.( Sehr richtig! lints.) einmütige Entschlußkraft des Volkes, die auch in diesen Kreisen nicht weisend. Er beschimpfte den Reichskanzler, bezeichnete die von Durch die gestrige Rede des Reichskanzlers ist der anonymen fehlt, in den Dienst des Vaterlandes gestellt würde.( Bravo! bei diefem angedeuteten Friedensbedingungen als die Bedingungen eines Broschüre eine sehr große Bedeutung beigelegt worden. Jeden- den Konservativen,) fiegreichen Deutschland, machte sich die falsche Auslegung des falls ist es eine Jronie der Geschichte, daß der Oberstgewaltige der Heiße und glühende Bewunderung durchdringt uns alle gegen Wortes Kriegsfarte" zu eigen und hüllte sich in völliges Schweigen Sensur genötigt ist, sich angesichts von Mißständen der Zensur in über der Pflichttreue, mit der unser Wolf, auch die jungen Männer über die Friedensbedingungen Englands und seiner Aliierten, tat die Deffentlichkeit zu flüchten.( Sehr richtig! rechts und bei den und Arbeiter, die sich zur Sozialdemokratie rechnen, ihr Leben und vielmehr so, als ob die Alliierten überhaupt noch kein Wort über Nationalliberalen.) Aber es find nicht nur anonyme Broschüren ihre Gesundheit für das Vaterland einsetzen. Bewunderung empfinden den Frieden gesprochen hätten. gegen den Reichskanzler, sondern auch zu seiner Verteidigung er auch wir, daß Auch aus Rusland sind ähnliche Worte gekommen, wenn sie schienen. Meine Freunde lassen sich bei ihrer Haltung, die sich ja die Sozialdemokratic auch weniger von Zerschmetterung sprachen als früher; so war doch nicht immer mit der des Kanzlers deckt, nur von sachlichen und davon die Rede, daß die Grenzen angemessen geregelt werden müssen vaterländischen Gesichtspunkten, nicht aber von Nebenrüdsichten leiten. nach außen geschlossen und scheinbar einmütig am 1. Auguft Dieser Tag ist auch uns und daß die Ansprüche der Alliierten gesichert sein müßten, bevor( Lebh. Zustimmung bei den Natl.) Wir erkennen die Notwendigkeit einer dem Vaterlande gab, was ihm nottat. uns an Frieden zu denkten sei. Wenn wir das alles noch einmal über- Neuorientierung im Reich und in den Einzelstaaten an, wir ver- eine liebe und heilige Erinnerung. Aber das kann blicken, müssen wir gestehen, es sind unerfreuliche Antworten, auf langen vor allem die Beseitigung von allerlei Einseitigkeiten und nicht dahin bringen, unfere ernsten Bedenken gegen die wiederholte Erklärung von deutscher Seite zur Friedensbereit- Rückständigkeiten in Preußen und eine größere Rücksichtnahme auf die Politik zum Ausdrnd zu bringen, die der Reichsschaft. Angesichts einer solchen Haltung des Auslandes, angesichts die Wünsche der Bevölkerung. Der Leitstern der fünftigen Politit tangler gegen die Sozialdemokratie betrieben der noch immer drohenden Pläne der gegnerischen Mächte ist es nach muß das Bertrauen zu unserem Bolte sein.( Bravo!) Von Tausenden hat. Wieder und wieder haben die Sozialdemokraten hier erklärt, daß sie unserer Ueberzeugung zweifellos notwendig, daß das deutsche Volt von Zippen geht täglich das Gebet dahin: Mögen die Opfer nicht zur Abwehr dieser gegnerischen Bestrebungen in feiner festen Ge- vergeblich gebracht sein, mögen unfere Söhne und Entel, für die wir schlossenheit verharren muß.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) den Krieg führen, sich eines größeren und stärkeren Deutschlands Hieraus ergibt sich erfreuen können.( Beifall.) unsere Stellung zu den Kriegskrediten. Abg. v. Payer( Vp.): auch von ihrem früheren Programm nichts, gar nichts aufgegeben haben. Das ist aber das Programm des lassenkampfes, das Programm der Umwälzung der Grundlagen unserer Gesellschaftsordnung, das Bekenntnis zur Republik im Gegensatz zur Monarchie. Das ist ein Gegensatz von tiefer und grundlegender Bedeutung. Dieser Gegensatz übt seine Wirkung auch aus zur Wir nehmen unsere Stellung ein, weil wir überzeugt sind, daß Wer die Vorgänge der letzten Monate verfolgt hat, das An- Stellungnahme und Behandlung der Politik, die mit der Krieg das die einzige Möglichkeit ist, um einen möglichst baldigen ehren schwellen der geheimen Literatur, die Heftigkeit ihres Tones und die führung unmittelbar zusammenhängen. Die Ablehnung jedes vollen Frieden zu erreichen. Nur diese Geschlossenheit des deutschen persönlichen Angriffe, der hatte schon lange das Gefühl, daß dieser Annegionsgedantens von jener Seite hat Formen an die diesen Gegensatz nur verschärfen können. Volkes kann die gegnerischen Staaten geneigter zu Friedens- politischen Brunnenvergiftung endlich ein Ende bereitet werden müßte. genommen, Leute, die hin verhandlungen machen. Wir begrüßen alle Bestrebungen, die aus Man empfindet es als eine Befreiung, daß der Reichskanzler diese Herr Noste hat am legten Dienstag einen des Annexionsgedankens anderen der Tiefe der Völler heraus sich regen und darauf hinzielen, eine Machwerke in dem gestrigen Gewitter endlich mit aller Deutlichkeit fichtlich Stand Beschleunigung des Friedensschlusses herbeizuführen. In Eng- als das bezeichnet hat, was sie in Wirklichkeit sind, eine schwere Ge- punkt haben, als er, niedriger Profitgier beschuldigt.( Sehr land wie in Frankreich regt sich erfreulicherweise immer mehr fahr für das Reich im Innern und für seine Stellung nach außen. richtig! bei den Sozialdemokraten.) Herr Gradnauer sprach heute Der Friedensiville der Masic des Volkes. Millionen( Lebhafter Beifall links.) Das Recht der freien Meinung gilt nur, von ausschweifendsten Eroberungspolitikern, von rüdsichtslosen Gefach hört man die bange Frage, to lange noch soll soweit die Interessen des Vaterlandes es während des Krieges waltmenschen, und machte sich die Unterstellungen des Handelns aus cs dauern, wie lange sollen noch täglich Tausende und Aber- gestatten, wir müssen aber Verwahrung einlegen gegen absichtliche egoistischen Interessen zu eigen, und er fügte hinzu, daß diese taufende junger blühender Menschenleben vernichtet werden! oder auf Unwissenheit beruhende Entstellungen von Tatsachen.( Sehr Gegner den Reichstanzler aus innerpolitischen Gründen zu beseitigen 3mmer mächtiger wächst das Verlangen nach Bewahr!) Vor allem nehmen wir den Verfassern der Broschüren suchen. Diese Kampfesart mag für die Propaganda des Klassenendigung des Blutvergießens. Darum stimme ich auch den persönlichen Haß gegen den Reichskanzler übel und den Mangel fampfes notwendig sein, uns fann fie nicht die Ueberzeugung beinicht dem zu, was vorher der Abg. Spahn über die Bermittelungs an jeglichem Verantwortlichkeitsgefühl.( Sehr wahr 1 links.) Noch bringen, daß der tiefe Gegenfaß überbrüdt werden fann.( Burufe: bestrebungen neutraler Länder fagte. Der Präsident der Vereinigten ist die Stunde nicht gekommen, um den Schleier zu lüften. Aber Das wird niemals geschehen!) Die Erlebnisse des Krieges haben Staaten von Amerika, Wilson, hat am 20. Mai das Wort ge- es drängen sich manche Vermutungen auf. Die Agitation ist mit an der Grundlage unserer Auffassungen über unsere Gesellschafts sprochen, die Zeit sei für die Vereinigten Staaten gekommen, um einer ganz ungewohnten Freigiebigkeit geführt worden, mit einer ordnung, unserer monarchischen Auffassung nichts geändert.( Bravo! Wer das bei den Konservativen.) ihre Dienste zur Herbeiführung des Friedens den friegführenden so offenen Hand, wie wir es bisher nicht gekannt haben. Ländern anzubieten. Von der friegshezerischen Presse Englands ist hinter steckt, ist zunächst nebensächlich gegenüber dem gemeins Für den Augenblick wichtiger und bedeutsamer ist das, was mit diese Ankündigung mit den wildesten Protesten begrüßt schädlichen Charakter dieses Treibens.( Sehr richtig!) Unjere dem Kriege unmittelbar zusammenhängt. Besondere Bedeutung haben worden, aber auch in einigen deutschen Blättern, wie Stellung zu den verschiedenen Fragen ist unverändert ge- die Ausführungen des Reichskanzlers über seine die Rede des Abg. Epahn eine sehr starte Ab- blieben. Wie die vlämische und baltische Bewegung Verständigungsversuche mit England. neigung und Mißtrauen dagegen befundete. Demgegenüber sind sich gestalten wird, was aus Belgien wird, dazu können denn das wir der Meinung, daß der Friedensvermittler Will- wir heute nicht Stellung nehmen, hängt nicht kein Mensch wird den hohen sittlichen Wert verkennen wollen, mit tommen verdient. Jedem ehrlichen und unparteiischen Staats- von uns allein ab. Die Zensurdebatte vom letzten Mittwoch hat dem der Reichskanzler für die Erhaltung des Friedens eingetreten ist. mann, der gewillt ist, auf die Herbeiführung des Friedens hinzu dem Reichstage nicht gut getan und noch weniger hat sie dem Reiche Die Frage aber, ob die richtigen Mittel angewendet sind, ob das Ziel wirken, würde nach unserer Ueberzeugung die große Mehrheit des gedient.( Sehr richtig!) Wir haben mit Erstaunen gesehen, daß nicht besser erreicht worden wäre durch festes Betonen unserer eigenen deutschen Volles nicht nur, sondern alle am Striege beteiligten eine ganze Reihe von Feststellungen und Erklärungen, die fich in deutschen Interessen als durch Nachgiebigkeit, ob 1912 nicht Angebote Bölfer heißen Dant entgegenbringen.( Sehr wahr! bei den Sozial- vertraulichen Besprechungen unwiderleglich gezeigt haben, hier gemacht worden sind, die den Gegenwerten nicht entsprachen, ob demokraten.) So sage ich zum Schluß: der Weltkrieg tann nach wiederholt sind, als ob alles, was wir in jenen Tagen verhandelt Sie Aussichtslosigkeit dieses Weges nicht früher hätte erkannt unserer lleberzeugung nur auf dem Wege einer Verhaben, nur Luft gewesen wäre.( Sehr richtig!) Aus Gründen der und daraus andere Folgerungen gezogen werden können, darüber ständigung, eines Ausgleichs beendet werden. Wir fordern Vaterlandsliebe konnten wir nicht entgegnen. Die Folgen dieser können auch bei ernsthaften Männern Meinungsverschiedenheiten deshalb von der deutschen Regierung, daß sie nicht nur nichts unter Debatte waren Unruhe und Unsicherheit im Inland; das Ausland hat bestehen. Die Politik der Verständigung mit England hat fehlläßt, was einem solchen Frieden dienen kann, sondern daß sie fort- fich lebhaft über diese scheinbare uneinigkeit gefreut und aus ihr geschlagen, das hat auch der Reichskanzler anerkannt. Wir glauben gejezt noch mehr als bisher alles daranjezt, was irgend möglich ist, Kraft und Ausdauer gesogen. Die Feder des Publizisten und das aussprechen zu sollen, daß für eine Politit der Ver un auf dieser Bahn vorwärts zu gelangen, den Schrecken des Krieges Wort des Parlamentariers fönnen vieles verderben, nicht nur ständigung in diesem Kriege fein Raum mehr ist. ein Ende zu machen und dem Volle den langersehnten Frieden was das Schwert gewonnen hat, sondern auch, was es zu erringen England ist der Feind, der die Welt gegen uns zusammen wiederzugeben.( Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) im Begriffe steht.( Sehr wahr!) Es handelt sich doch nur um die führt. Von Englands gutem Willen haben wir nichts, gar Beseitigung des Reichsfanglers. Die Bundesgenossen, die sich hierzu nichts für den Frieden und für unsere Zukunft zu erwarten. zusammengefunden haben, würden nach der Erreichung ihres Zieles Für eine Verständigung mit England dürfen wir keines In der Feststellung unserer Erfolge auf allen Fronten können sehr bald wieder auseinanderfallen. Wir bekämpfen diese Agitation unserer Ziele aufgeben. Es gilt, England zu schwächen, wir dem Reichstanzler nur zustimmen. Bei dem großen Scesiege nicht wegen der Person des Reichskanzlers, sondern um der Sache so daß wir es zo ingen, unfer Recht auf Dasein, auf unsere Bu gedenten wir auch des Schöpfers und genialen Organisators unserer wegen. Wir haben feinen Grund zu einem Wechjel, wir wissen funft, auf den Zutritt zur Welt anzuerkennen. lotte, des Großadmirals v. Tirvip. Wir gedenken auch des nicht, wer der Nachfolger wird. Es ist ja eine ganze Liste genannt. Konservativen.) In diesem Zusammenhange gewinnen Grafen 3 eppelin, dessen Luftschiffe sich bei diefer Seeschlacht im( Heiterfeit.) Der Reichskanzler verfügt über das unbegrenzte die Tatsachen des U- Bootkrieges Aufklärungsdienste große Verdienste erworben haben. Niemals war Vertrauen der Bundesfürsten und des Bundesrats, unserer Ber die Kriegslage mehr geeignet, den Wahlspruch Hindenburgs zu be- bündeten und ihrer Staatslenter und täglich mehr über eine besondere Bedeutung. Herr v. Bayer hat eine Darstellung berzigen: Nicht nur durchhalten, sondern fiegen!" das Vertrauen des ganzen deutschen Volles.( Lebhafter Bei- wiederholt, die auch in der Presse immer wieder aufgetaucht ist, Nichts liegt meinen politischen Freunden ferner, als aus eigenjichtigen fall bei der Volkspartei.) Besonders dankbar sind wir dem nämlich, daß es sich um Angelegenheiten handele, die als erledigt Motiven auf eine Verlängerung dieses furchtbaren Krieges hinzu Stanzler, daß er uns vor dem unheildrohenden Konflikt mit den Ver- und abgemacht gegolten hätten. Das ist eine unrichtige Darstellung grbeiten, was wir aber nicht wollen, das ist eine Abeinigten Staaten bewahrt hat. Wenn es einmal zu Friedens- der Vorgänge in der Kommission. Ausdrücklich ist im Kommissions fürzung des Krieges auf Kosten eines dauerhaften Friedens, verhandlungen fommen wird, wird der Kanzler nicht über unsere bericht festgestellt, daß der Reichstag am 4. April feine Stellung der Deutschland die Sicherung gegen fünftige Striege bringt.( Bravo!) Köpfe hinweg, sondern im Einverständnis mit der Boltsvertretung zu der Frage genommen hat, in welcher Form der U- Bootkrieg zu Der Schwerpunkt liegt in dem Ausbau unserer dentfchen Festlands- vorgehen. Wir vertrauen, daß er die Friedensverhandlungen mit führen ist, und ich habe mehrfach festgestellt, daß die Meinungs und Küstenstellung, dahinter trilt die Forderung eines großen Einsicht, Festigkeit und Straft führen wird.( Lebhafte Zustimmung verschiedenheiten bei uns nicht beseitigt jind. Es kam dann die Note Solonialreichs, das auch wir erstreben wie jedes Weltvoll, lints.) Der Kanzler wird sich bei den Friedensverhandlungen nicht Amerikas, die eine Aenderung des U- Bootfrieges von uns verlangte zurüd, weil es für eine tontinentale Sicherung feinen Ersatz bieten von denen ins Schlepptau nehmen lassen, die glauben, nur mit der und unsere Antwortnote, die diesem Verlangen nachkam. Klar und tann.( Sehr richtig! bei den Nationalliberalen.) gepanzerten Faust allein könne ein Friede zurecht gezinunert werden. deutlich haben wir in der Kommission erklärt, daß diese Ent Unser Kriegsziel darf jetzt nur sein, daß Deutschland dauernd ge- widlung der Dinge nicht unseren Wünschen ent stärkt aus dem Kriege hervorgeht, gehoben an Macht, Ehre und sprochen haben. In diesem Zusammenhang habe ich Einfluß.( Lebhafter Beifall.) namens meiner Parteifreunde zu erklären, daß wir der Ent rüstung Ausdrud geben, die weite Streise über die letzte Note des Wilson zum Friedensvermittler Abg. Bassermann( natl.): Gegenüber manchen Deutungsversuchen Abg. Graf Westarp( f.): Präsidenten Wilson empfinden. Daß Präsident Widerspruch liegt es mir in dieser letzten Stunde, in der wir zur vollen Deffent lichkeit sprechen können, am Herzen, in Kürze zu refapitulieren, was der Reichskanzler am 2. Dezember 1914 gesagt hat: Weder im Osten noch im Besten dürfen unsere Feinde von heute über Mit dem Vorredner bin ich darin einig, daß die gestrigen VorEinfallstore verfügen, durch die sie von morgen an uns aufs neue gänge ungewöhnlich waren. Wir vermögen der Angelegenheit, die und schärfer als bisher bedrohen. Dann: Sollte Europa jemals der Reichskanzler behandelt hat, nicht die entscheidende Bedeutung zur Ruhe kommen, so kann das nur durch eine starke, unantastbare beizulegen. Der Reichskanzler hat sich gestern eingehend mit einer berufen sein könne, erscheint uns unerfindlich. Das deutsche Volk Stellung Deutschlands geichehen. Am eingehendsten hat er anonymen Broschüre beschäftigt, die unter dem Namen ,, Junius hat zu ihm kein Vertrauen.( Lebhafte Zustimmung. fich am 15. April 1916 mit diesen Fragen befaßt. Er alter" erschienen ist. Mir war die Broschüre vollständig un- bei den Sozialdemokraten.) Und wenn der amerikanische Botschafter geht zunächst auf die polnische Frage ein, stellt fest, daß bekannt. Ich habe inzwischen festgestellt, daß sie auch mir dem Vertreter eines deutschen Blattes gegenüber die Möglichkeit fie durch diesen Krieg aufgerollt ist, und sagt: Deutschland und zugegangen ist. Durch einen Zufall hat sie nicht den Weg ge- angedeutet hat, Präsident Wilson könne bei den FriedensverhandDesterreich müssen und werden sie lösen. Er umgrenzt das Ziel funden, den bei mir sonst anonyme Zuſchriften zu gehen pflegen. lungen einen Druck auf die kriegführenden Mächte beabsichtigen, im Osten schärfer, indem er die Frage stellt:" Sann man Diese Anonymität ist für mich auch dadurch nicht behoben, daß so müssen wir erklären, daß der Drud von jener Seite, annehmen, daß Deutschland freiwillig die von ihm und seinem die Broschüre unter der Firma„ Niederdeutsche Bismardrunde" ver- um uns die Waffe der U- Boote zu entwinden, Bundesgenossen befreiten Völker zwischen der baltischen See und den breitet worden ist. Ich kenne diese Vereinigung nicht. Ebenso wie das Maß des Erträglichen schon jest erreicht, wolhynischen Sümpfen wieder dem Regiment des reaktionären mir ist es allen meinen politischen Freunden ergangen( hört! hört! wenn nicht überschritten hat.( Lebhafte Zustimmung Rußlands ausliefern wird, mögen sie Polen, Litauer, Balten lints), mit denen ich über die Angelegenheit geiprochen habe.( Aha- rechts und bei den Nationalliberalen.) Die deutsche Regierung hat oder Betten sein? Das belgische Problem berührt er, indem er aus- Rufe links.) Nachdem ich die Broschüre gelesen habe, ist mein jest wieder volle Freiheit der Entschließung und wir erwarten, daß spricht, daß Belgien nach dem Kriege nicht mehr das Zweifel noch lebhafter geworden, ob die Aufmerksamkeit, die sie rechtzeitig davon Gebrauch macht, zur fiegreichen Beendigung des alte sein wird. Gelingt es nicht, die Balten und Blamen dem durch die eingehende Beschäftigung des Stanzlers des Deutschen Krieges und zur Erlangung eines Friedens würdig der deutschen Germanentum im siegreichen Kriege zu erhalten, dann werden sie Reichs für diese Broschüre im Inland und Ausland hervorgerufen Zukunft.( Lebh. Bravo! rechts u. bei den Natlib.) Einverstanden sind ihm verloren gehen und der Russifizierung und Französierung ver- worden ist, durchweg im vaterländischen Interesse liegt.( Sehr gut! wir mit den Ausführungen des Reichskanzlers, die der Bewunde fallen.( Sehr richtig! bei den Nationalliberalen.) Der General- rechts.) Ernster als diese Sache liegt für mich die An- rung unserer tapferen Truppen Ausdruck geben und die in dem gouverneur von Belgien, Freiherr von Bissing. bringt der Blamen- gelegenheit des Generallandschaftsdirektors app. Der Neichs- Sage gipfeln, daß jedes Friedensgespräch, das wir nichtig und nicht zum frage volles Verständnis entgegen, möchte auch die belgische Zivil- fanzler hat gegen ihn den schweren Vorwurf erhoben, daß jest beginnen würden, oder Biele führen wird. Dant statten wir ab unseren tapferen verwaltung den berechtigten Forderungen der Blamen tümlichst ent- Rapp ihm den Vorwurf staatsverräterischer Gesinnung gegenfomnien. Handlung gemacht habe. Weder der Wortlaut des vom Reichskanzler Truppen und auch dem Großadmiral von Tirpik, der an seinem verlesenen Sazes noch der Zusammenhang, in dem der Satz steht, Lebensabend noch den Erfolg seiner Lebensarbeit erlebt hat.( Lebzwingen irgendwie dazu, das darin vorkommende Wort staats- haftes Bravo rechts und bei den Nationalliberalen.) verräterisch" auf den Reichskanzler zu beziehen. Es ist darin auch Reichskanzler von Bethmann Hollweg. fein Angriff gegen die Parole der Einigkeit als solcher enthalten, Von dem Vorredner wie auch vom Abg. Bassermann ist be sondern lediglich dagegen, ob unter der Parole der Einigkeit versucht werde, Meinungsverschiedenheiten zum Schweigen zu bringen, deren mängelt worden, daß ich durch meine gestrige Besprechung den Aussprache denen, die auf einem andern Standpunkt stehen, als Schriften eine Publizität verschafft hätte, die nicht nötig gewesen Ich habe nur einige Schriften aus einem Bündel vaterländische Pflicht erscheint. Deffentlich und nichtöffentlich ver- mare. eingetreten ist, so aus der Ueberzeugung heraus, daß uns in der breitete Aeußerungen bringen die. Kritik oft scharf zum Ausbrud. gleichartiger Schriften herausgegriffen, die, wie wohl U Bostwaffe das Mittel zur Verfügung steht, das in der Tat Viele dieser Aeußerungen schießen nach Form und Inhalt über das dem ganzen Hause befannt ist, feit Monaten in Deutschland, in England zum Frieden zwingt oder doch mindestens den Frieden viel näher bringt und daß diese Waffe das Mittel ist, den Krieg abzu Biel hinaus und enthalten Angriffe, die der Reichskanzler wohl als Inlande und auch in den Schüßengräben in Umlauf durch diese Treibereien nicht nur die Stimmung im Innern vers türzen. Dabei haben wir die Gefahren der Führung eines solchen verlegend empfinden darf. Ich bitte aber doch, daß er und die nach gesezt werden.( hört! Sört!) Und weil ich erkannt habe, daß giftet wird, sondern daß dabei auch eine Rüdwirtung schließlich auf Krieges nach der Richtung, Ameritas und der übrigen neutralen gestellten Organe in diesen Aeußerungen Staaten nicht gering eingeschäßt. Das Wort von Asquith Sen Geist draußen möglich ist. Darum habe ich mich für verpflich über die ruffisch englische Kultur( Heiterkeit) erinnert an zu erkennen vermögen. Sie beruhen auf vaterländischem Empfinden, tet gehalten, mich nicht in die Oeffentlichkeit zu flüchten, sondern die Teilung Welt zwischen Bär und Walfisch. Von das getragen ist von nachdenklicher Durcharbeitung der Interessen diese Machenschaften an die Oeffentlichkeit zu ziehen.( Sehr gut!) in der Entente nicht des Baterlandes. Es kommt darin zum Ausdrud eine entschlossene Der Herr Vorredner hat gegen meine Ausführungen Widerspruch einer Wiederherstellung Belgiens ist Die Rede, sondern Belgien soll dem französischen Ein- und opfertvillige tatkräftige Gesinnung, vielfach sind darin erhoben, die ich über die Denkschrift des Generallandschaftsdirek flug vollständig untergeordnet und als Konsequenz davon eine weitgeſtedte und weitsichtig erfaßte 3iele auf- tors app gemacht habe. Der Abg. Graf Westarp hat gemeint, wesentliche Schlechterstellung Deutschlands erreicht werden. Wir gededt. Es würde den Vaterlande dienen, wenn der Reichs- der Vorwurf staatsverräterischer Handlung, den ich aus der Kappwerden abwarten, wieweit es wilson gelingt, bei unseren Gegnern fangler sich bemühen würde, trop der Form diesen bereichen Schrift herausgelesen habe und auch noch heute herausleje, Was der Reichskanzler von dem Seesieg gesprochen hat, findet nfere volle Billigung; enthält es doch den Gedanken, daß nicht Verträge über die Seeherrschaft und die Freiheit der See entscheiden, fondern der Sieg und die Macht.( Lebhafte Zustimmung bei den Nationalliberalen.) Wenn die überwiegende Mehrheit meiner Freunde der für den rücksichtslosen U- Bootkrieg = den berechtigten Kern wird habe nicht darin geftanden. Ich möchte das hohe Haus darauf auf- folutistischen und holbabfolutistischen Staaten gewohnt find, wo der wenn Rußland feine fremdsprachigen Teile Herloren Hal. Denn merksam machen, daß die Einleitung zu diesem fraglichen Bassus unveränderte Aurs der Politit immer begleitet wird durch den unter- iede Fremdherrschaft gereicht auch dem unterdrückenden Volk zum lautet:" Der Reichskanzler beruft sich demgegenüber auf die un- irdischen Krieg derjenigen Leute, die an Stelle des jeweiligen Reiters Verderben, und das russische Volk hat am meisten darunter zu bedingt notwendige Einigkeit des Voltes, das in folcher Zeit voll der Politit sich selbst sehen wollen.( Sehr richtig! b. d. Soz. Arbg.) leiden, daß die zarische Macht über fremde Völker ausgeübt wird. Bertrauen hinter ihm stehen müsse." Und dann kommt der Sah, Wenn der gegenwärtige Reichskanzler die Flucht in die Oeffentlichkeit Erst nach Lösung dieser Verbindung wird das russische Volk die in dem die Parole zur Einigkeit mit Jena verglichen wird. Ich ergriffen hat, so wird er in der Oeffentlichkeit immer die Oberhand Möglichkeit haben, seine Gewaltherrschaft zu brechen. Der Kampf habe nicht gewußt, welche andere Folgerung ich daraus habe ziehen behalten, denn seine Gegner haben ihre Stärke nicht in der offenen gegen den Zarismus darf nicht von uns geführt werden, jo wenig follen, als die, die ich gezogen habe.( Sehr richtig!) Wenn das Feldschlacht, dafür verstehen sie ganz ausgezeichnet. den Minenfrieg. wie der Kampf gegen den deutschen Militarismus von England und nicht die Absicht des Generallandschaftssekretärs Kapp gewesen ist, Sehr richtig! b. d. Soz. Arbg.) Wenn der Reichsfanzler, was ich Frankreich. Mit diesen Schäden im Innern fertig zu werden, ist fo wird er dies ja wohl klarstellen fönnen. Im übrigen habe ich ihm gern glaube, diesen Zustand unangenehm empfindet, dann muß er unsere Aufgabe, so wie es die Aufgabe des russischen Volkes ist, den mich beschränkt, nur diese eine Stelle aus der Schrift anzuführen. Sie wimmelt von den allerschärfsten Angriffen gegen mich.( Schr bem ganzen Syftem an die Gurgel springen, Kampf gegen den Zarismus zu führen. Entschiedene Verivahrung muß eingelegt werden gegen die Aeußerung des Grafen Westarp, richtig!) Es wird mit unausgescht in dieser Schrift zum Vor- er muß Republikaner werden( Große Heiterkeit), was er der daß England der Hauptfeind ist. Deutschland darf seine Politit wurf gemacht, daß ich die Ehre des Landes preisgebe.( hört! Sozialdemokratie so sehr verargt.( Sehr gut! b. d. Soz. Arbg.) Er nicht einrichten auf eine dauernde Feindschaft mit England und Hört! links.) Das wiederholt sich an unzähligen Stellen. Ich scheint hierzu allerdings keine Neigung zu verspüren, deshalb messe Frankreich, die wirtschaftlich ebenso entwickelt sind wie Deutschglaube, niemand kann es mir übelnehmen, wenn ich gegen derartige ich seiner Verwahrung wenig Bedeutung bei. Es ist der Aufschrei land und mit Deutschland gemeinsamen an der wirtschaftlichen Angriffe Verwahrung einlege und scharfe Verwahrung einlege. eines gequälten Mannes gegen heimliche Quälereien, von denen er Entwicklung der Welt arbeiten müssen. Wir müssen den unglüc ( Rebhafte Zustimmung links.) Der Abgeordnete Graf Westarp hat nicht in einer Anstalt befreit werden kann..( Große Heiterfeit.) lichen Gedanken gesonderter Wirtschaftskomplege bekämpfen, der in der Erklärung seiner politischen Freunde auf die Friedensver- Ich weiß nicht, ob die heute gehörten lehrhaften Bemühungen feineswegs zur Weiterführung der Kultur führen kann. Weil mittlung Wilfons Bezug genommen. Ich kann nur sagen, ich zur Umwandlung der Sozialdemokratie auf einen wirklichen Sozialwir uns in günstiger Kriegslage befinden, babe in den Zeitungen gelesen, daß Präsident Wilson zu vermit- demokraten irgendeinen Eindruck machen werden.( Sehr richtig! b. d. teln beabsichtige. Ich habe auch heute noch in der Zeitung gelesen, Soz. Arbg.) Ich hatte den Eindruck, daß der Reichskanzler durch muß unsere Regierung den ersten Schritt tun, daß die englische Presse sich mit großer Entschiedenheit gegen eine diese Diversion die Aufmerksamkeit von seinem und sie kann es, ohne sich etwas zu vergeben. Gerade diese Pflicht Friedensvermittlung Wilsons erklärt. Offiziel ist an mich auch eigentlichen Kampfe ablenfen wollte. Es war ihm unan- erwächst aus der günstigeren Kriegslage. Wer nicht den Krieg bis nicht ein Wort herangetreten, daß der Präsident Wilson vermitteln genehm, mit politisch ihm nahestehenden Herren in Kampf geraten zum Weißbluten will, muß von der deutschen Regierung den ersten wolle. Insofern ist diese ganze Frage absolut nicht aktuell. Daß zu sein, da sagte er sich: ich muß gleich einmal auf die Sozialdemo- Schritt verlangen mit der Erklärung, daß sie einen annegionslosen wir bei einer Friedensvermittlung nicht einen Drud auf uns aus- fratie lospaufen, damit dieser Eindruck verwischt wird.( Heiterkeit.) Frieden will. Das würde den heilsamsten Einfluß nicht auf die üben lassen werden, der uns um die Früchte unserer Siege bringen Diejenigen Sozialdemokraten, die Republik und Regierungen, wohl aber auf die Völker in den gegnerischen Ländern ich glaube, Sie verlangen wohl von mir nicht, daß ich noch klaffenfampf abschwören, haben damit bekundet, ausüben. Von diesen, vor allem von dem Proletariat, wird dans die ausdrückliche Erklärung abgebe, daß ich für solche Friedensver- daß fie niemals Sozialdemokraten gewesen sind die Bewegung zum Frieden ausgehen. Die Regierung hat no handlungen nicht zu haben wäre.( Beifall.) Dann noch eine fürzeretemmen berlernt haben, was bas be- nicht gezeigt, daß sie diesen Weg, beschreiten wird, und deshal Bemerkung zu den Ausführungen des Abgeordneten Graf Westarp beutet.( Schr richtig! b. b. Soz. Arbg.) Mit einigem Behagen fönnen wir ihr Vertrauen nicht entgegenbringen.( Beifall bei der zu meinen gestrigen Bemerkungen über die innere Politik, über habe ich heute und gestern gehört, daß die Herren, die sich da in die Soz. Arbg.) bie Stellung zur Sozialdemokratie. Haare geraten sind, alle Ebensowenig wegen der inneren Politik. Der Belagerungs Ich habe gesagt, und wiederhole es: Zeihen Sie mich eines gegenseitig Landesverräterei vorwerfen. zustand wird zur Optimismus. Ich kann in diesem großen Kriege ohne Optimismus( Seiterfeit links. Zuruf rechts.) Dem Abg. d. Graefe ist LandesUnterdrückung der freien Meinungsäußerung nicht leben.( Sehr gut! links.) Beihen Sie mich eines Optimis. ich habe die Hoffnung, daß wir nach dem Kriege in einen verrat vorgeworfen worden. Als ich hier vor einem Jahre auftrat, gegenüber allen Teilen ausgenutzt, ganz besonders gegenüber der Zustand kommen werden, wo der Gegenjak, der doch niemand da waren es die Herren v. Graefe und Graf Weſtarp, die mir Sozialdemokratie, die in oppositioneller Stellung zur Regierung unter uns. Freude machen kann, zwischen National und Antinatio- Landesverrat vorwarfen( Sört! hört! b. d. Soz. Arbg.), und doch steht. Der Staatssekretär Helfferich hat einen Abbau der Zenjur nal verschwunden sein wird. In dieser Hoffnung lebe ich, und habe ich damals nur Kritik an der Anordnung der obersten Heeres zugesagt. Bu spüren ist davon nichts. In Berlin sind wiederdiefe Hoffnung gibt mir einen großen Teil der Kraft, die ich in leitung geübt, an Stelle eines niedergebrannten deutschen Dorfes um Versammlungen verboten worden, in denen das diesem Kriege entwickeln muß.( Bravo!) Der Abgeordnete Graf zwei ruffische Dörfer niederzubrennen. Damals war ich der Landes- Volt über seine Lage fich aussprechen wollte. Das ist das drin. Westarp hat dann von den Unterschieden gesprochen, die auch nach berräter, und die Kritik, die ich damals geübt habe, war recht milde gendste Lebensbedürfnis des Volkes. Wozu solche Verbote führen, dem Kriege seine Freunde und andere Parteien von den Sozial- ich bin ja immer milde( Seiterkeit)- im Vergleich zu der Kritit, die haben Sie in verschiedenen Städten gesehen. Wollen Sie es denn demokraten trennen werden. Gewiß, diese Unterschiede werden von den Herren auf der Rechten in der U- Bootfrage geübt worden ist: mit Gewalt dahin bringen, daß es überall zu Krawallen kommt. bestehen, die Herren von rechts werden niemals mit den Herren Sonach möchte ich doch die Herren bitten, fünftig mit dem Vorwurf Es scheint, als ob die Leute, die solche Versammlungsverbote ervon links Arm in Arm gehen.( Heiterkeit.) Aber ich habe dies der Landesverräterei gegen Leute anderer Gesinnung etwas spar- laffen, daran denten, das Volt mit blauen Bohnen zu traktieren. auch niemals behauptet. Aber es werden meiner Ansicht nach die samer umzugehen.( Sehr gut! b. d. Soz. Arba.) ( Präsident Kaempf: Sie dürfen der Regierung einen solchen Vorwnterschiede, die sich aus dem Parteiprogram m Der Herr Reichsfangler hat gestern die Bemerkung einfließen wurf nicht machen; ich rufe Eie zur Ordnung!) Ich habe nicht ergeben, nicht an die Spike gestellt werden. Abge- lassen, gewißt, daß die Regierung mitschuldig daran ist.( Heiterfeit. ordneter von Westarp hat gesagt, die Sozialdemokraten hätten Präsident Dr. Kaempf: Jedenfalls meinen Sie Organe, die mit nichts von ihrem Dogma aufgegeben. Leider! Ich bedauere das. Und ich habe den Eindruck ich weiß ja nicht, ob Ihre Absicht, scheint, daß er über die Parteiverhältnisse bei uns nur sehr der Regierung auf eine Linie zu stellen sind!) Die Regierung gegen den Stat zu stimmen, nicht auch zur Remiszenz eines mangelhaft unterrichtet ist. Aber die Tatsache steht fest, daß unser wird sich bei Ihnen bedanken, daß sie in dieselbe Schußlinie ge alten Dogmas gehört, das Sie auch zum alten Eisen werfen sollten. Varteigenosse Liebknecht auf Veranlassung der Regierung einer An- ftellt wird.( Heiterkeit.) ( Betterkeit.) Auch das republikanische Dogma werfen Sie zum flage ausgesetzt und von der Majorität des Reichstags ohne Respekt Blunder, es nußt nichts, feien Sie dankbar, daß wir eine Mon- vor der Immunität seinen Antlägern ausgeliefert ist. Wenn der archie haben.( Lebhafter Beifall im Zentrum und bei den National- leitende Staatsmann diesen Reichstagsabgeordneten in dem Moment, Liberalen.) Seien Sie dankbar dafür und sehnen Sie sich doch wo er fich nicht verteidigen kann, angreift, dann prallt der nicht nach Zuständen, die wir( Zuruf: In Frankreich), na ich will Pfeil auf den Schüßen zurück. In allen Schriftstüden, die einmal jagen, in republikanischen Ländern haben. dem Abg. Liebknecht zur Last gelegt werden, ist nichts enthalten, Schließlich sehe ich ich will es in etwas anderer Fassung läßt, und vor allem verblaßt es völlig vor dem, was was sich als Landesverrat, hier charakterisieren Ausnahmen, das ganze Volf einig in dem Willen, über seine hier aus den Flugschriften der Rechten zur Sprache Feinde Herr zu werden, und damit lasse ich mir genügen. Diese gebracht worden ist.( Sehr wahr! b. d. Soz. Arbg.) Ginigfeit will ich nicht stören, indem ich auf Parteiprogramme und Parteidoftrinen zurüdgreife. Aber, meine Herren So mus Auf die Einzelheiten desjen, was die Abgeordneten Baffer mann und Graf Westarp über ben U- Boot- Krieg ,, mit denen um Liebknecht wird das Volk leicht fertig werben". Ich komme auf bie Friebensfrage. Bei der Zensurdebatte hat der Abg. Stadthagen zur Sprache gebracht, daß ein Beamter des Auswärtigen Amts die Zensur zur Unterdrüdung eines Artikels angerufen hat, weil diefer der Mehr heit der sozialdemokratischen Fraktion unbequem fei. Solchen Vorgang sollten doch alle Parteien verurteilen.( Schr richtig! b. d. Soz.) In unerhörter Weise wird ferner die Schutzhaft von der Militärbehörde gehandhabt. Auf bloßen Verdacht hin werden Personen wochenlang in Schußhaft gehalten, ohne daß sie Gelegenheit bekommen, den Verdacht zu entkräften. Ein anderer Mißstand ist die Art, wie die Militärbehörden bei der Einstellung Herr ins Heer verfahren. Bisher hatte man keinen Beweis dafür, da z troßdem sie dienstuntauglich waren, eingestellt hört!), worauf bei der nächsten Militärdebatte emer wurden. In zwei Fällen ist der Beweis jetzt geliefert( hört! Freunde noch eingehen wird. Solche Vorgänge wachsen mit Naturnotwendigkeit aus dem Belagerungszustand heraus, ein solch ungefeßlicher Zuſtand muß zu solchen Auswüchsen führen. Rewald versprach bei den Ausführungen meines Freundes Dittmann für den nächsten Tag die Widerlegung seiner Rechtsauffaffung. Er hat aber am nächsten Tage den Mund nicht aufgetan, vielleicht tut er es heute.( Seiterkeit bei der Soz. Arbg.) Diefe Vorgänge beweisen die völlige Zerrüttung des öffentlichen Lebens durch den Belagerungszustand. Der Staatssekretär Helfferich sagte, wer durch das große Erlebnis des Krieges hindurchgeht, ohne es innerlich zu empfinden und zu erfassen, hat kein Herz, keinen Verstand, er ist als Staatsbürger um verloren. Das trifft für diejenigen Beamten zu, die nicht einsehen können, daß das deutsche Volt durch solche Maßnahmen degradiert wird, es trifft zu für diejenigen, die die fremdsprachigen Bürger in dieser Zeit noch mehr drangsalieren. Diese Leute haben fein Herz und feinen Verstand, sie sind als Staatsbürger verloren und höchstens als Bureaukraten und untergeordnete Schreiberseelen zu gebrauchen.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) zialdemokraten, stören auch Sie nicht diese Einig Die bisherigen Redner waren eigentlich alle sehr zufrieden mit den feit, bringen Sie nicht Worte, wie ich sie heute hier wieder gehört hierauf bezüglichen Ausführungen des Kanzlers. Der Reichskanzler babe, es sei die Schwerindustrie, die den Krieg aus Geldinteressen hat gesagt: Wir haben das Unsrige getan, um den Frieden ansaw heraus fortjenen wolle. Bringen Sie nicht solche Vorwürfe, die das zubahnen, unfere Feinde haben uns mit Spott und Sohn zurüdVerlegendste sind für alle Leute, was es geben tann. Erfennen Sie gewiesen. Jedes Friedensgespräch, das wir jetzt beginnen toürden, doch alle an, welchen Dank wir unserer Industrie dafür schuldig ist nichtig und nicht zum Ziele führend.( Sehr richtig! im Zentrum find, daß sie sich in allen ihren Zweigen den Bedürfnissen desu. b. d. Natl.) Das war in der Rede des Herrn Reichstanzlers das Arieges angepakt hat, daß sie damit etwas ungeheures geleistet bedauerlichste, was ich gehört habe. Damit macht er allerdings in der hat( Sehr richtig!), daß wir ohne die Leistungen in der Industrie nächsten Zeit die Friedensbemühungen aller der Frauen und Männer, den Krieg längst verloren hätten.( Sehr wahr!) Da ist es ein die wirklich gewillt sind, für den Frieden einzutreten, äußerst schwierig. gar nicht zu entschuldigendes Unrecht, wenn Sie hier von der ich stimme mit dem Reichskanzler überein, wenn er in dem Interview Tribüne herab einem Zweige dieſer Industrie den Vorwurf ins mit Herr Wigand gesagt hat, es sei fruchtlos, sich gegenseitig vorGesicht schleudern, daß sie aus Geldgier den Krieg verlängere, zuwerfen, wer an dem Ursprung des Krieges Schuld ist. Aber worin diesen Krieg, der uns Tausende unserer besten und tapfersten Söhne ich nun sehr erheblich von dem Reichskanzler abweiche, das ist die fostet. Lassen Sie das, meine Herren, denn Sie selber wünschen Auffassung über die Möglichkeit der Friedensstiftung. Ich bedaure doch, wenigstens zu einem Teil, daß die Gegensäße, die unser sehr, daß der Reichskanzler, ebenso wie die anderen Staatsmänner, Reben früher vergiftet haben, verschwinden. Dann müssen Sie in den unglücklichen Fehler verfällt, immer zu betonen: Erst muß aber selber mitarbeiten daran, Sie dürfen nicht alles von den der andere niedergezwungen sein, so daß er andern verlangen.( Bravo!) Frieden bittet; dann kann vom Frieden die Rede sein."( Widerspruch im Zentrum und links.) Das war der Sinn feiner Worte.( Erneuter Widerspruch.) Herr Staatssekretär Helfferich hat gegen eine Bemerkung meines Fremdes Stadthagen diesen Ge danken noch deutlicher zum Ausdruck gebracht, indem er sagte, hier vorgebracht haben, möchte ich nicht eingehen, wie gesagt, wenn was find das für Redensarten im Munde eines deutschen Mannes, ich ausführlicher darüber sprechen wollte, mußte ich mich in Aus- daß es weder Sieger noch Besiegte geben dürfe? Jeder deutsche führungen verlieren, deren Schädlichkeit für das Land wir alle an- Mann wünscht, daß wir als Sieger aus dem Krieg hervorgehen. Auf Also auch die Zustände im Innern können uns kein Bertrauen erkannt haben. Ich habe niemals der Ansicht Ausdruck gegeben, die Wünsche des deutschen Mannes kommt es nicht an, weil mit zur Reichsregierung erwecken. Dazu kommen unsere Parteigrundals ob die Herren Konservativen durch unsere Verhandlungen in Wünschen keine Politik gemacht wird. Wenn man Frieden schließen fäße und Parteitagsbeschlüsse, die die Nichtschnur für alle Sozialder Kommission von ihrem Standpunkt irgendwie abgebracht worden will; kommt es auf die realen Möglichkeiten an. Heute ist demokraten sein müſſen. Nach dem Nürnberger Parteiwären. Ich habe gestern ausdrücklich anerkannt, daß unsere Aus- die Kriegslage zweifellos so, daß keine Seite gezwungen bas Budget eine Vertrauenstundgebung für die tagsbeschluß ist die Gesamt abstimmung über einandersehungen getragen gewesen sind nur von dem Gefühl ehr- ist, um Frieden zu bitten, weil sie vollkommen ge= Licher lleberzeugung. Wenn die Differenzen, die in dieser Beschlagen wäre, wie es etwa 1871 oder 1866 der Fall war. Regierung, die Verweigerung des Budgets entspricht daher der ziehung geblieben sind, nicht dazu benutzt werden, daß die eine Klassenlage der Volksmassen, die eine grundsätzliche Opposition Seite die andere verdächtigt, würde das Waterland nur gewinnen. gegen die Staatsmacht erfordert. Die Verweigerung des Budgets ( Schr richtig!) bezeichnet der Ministerialdirektor Rewald als eine Wehrlosmachung Graf Westarp macht mir den Vorwurf, ich verstände es nicht, des Vaterlandes. Nach dieser Auffassung wäre jeder Abgeordnete bic große nationale Kraft berpflichtet, jedes Budget und jede Kriegsvorlage anzunehmen, auch wenn die unfähigste Regierung dadurch gestützt würde. Dann In den Parteien, die nun gegen mich kämpfen wir wollen uns brauchten wir überhaupt kein Parlament. In dem Recht der Abdoch darüber offen aussprechen( Bravo! lints) zu benußen. Ge- Demgegenüber verlangen wir Sozialdemokraten einen Frieden, in ftimmung liegt auch das Recht der Ablehnung und die Pflicht der wiß, ich mag da manche Fehler begangen haben, aber leicht machen dem es weder Sieger noch Besiegte gibt. Ein Weg der Berständi- Ablehnung, wenn sie nach unserer Meinung den Interessen der es mir die Herren nicht.( Buruf links: Sehr wahr!) Wenn in einer gung kann gefunden werden, selbstverständlich auf Grund der gegen- Gesamtheit entspricht. Wir lehnen das Budget ab, weil die ganze solchen Weise, wie in der Kappschen Broschüre, gegen einen Men- wärtigen Kriegslage. Aus dieser Wendung, die auch der Reichs- Gesellschaftsordnung den Intereffen des Volkes widerspricht. Würde fchen vorgegangen wird, so ist es sehr schwer, den Kontakt zu fanzler gebraucht hat, haben die Gegner auf seine Absicht von An- diese Ablehnung eine Mehrheit im Hause finden, so müßte die haben und zu finden, den ich suche und den ich im Interesse des negionen geschlossen. So ist seine Aeußerung sicherlich nicht zu Regierung abtreten und einer neuen Regierung Plaz machen, die Vaterlandes für notwendig halte. Wo gibt es denn jetzt verstehen, aber er hat auch nicht mit absoluter Unzweideutigkeit die den Standpunkt der Mehrheit vertritt.( Sehr wahr! bei der Soz. für mich einen Gegensatz in den Kreisen, welche doch auch im Grunde Angliederung fremdsprachiger Gebiete an das Deutsche Reich zu- Arbg.) Tut sie das nicht, so sucht sie mit Gewalt eine Herrschaft ihres Herzens nichts anderes wollen, als daß wir siegreich aus rückgewiesen. In seinen Reden liegt die indirekte Anerkennung der zu behaupten, auf die sie kein Recht hat. Selbstverständlich wird diesem Kampfe hervorgehen. Und wenn wir in diesem einen Notwendigkeit, die Macht des Deutschen Reiches auszudehnen auf dann auch dem Volke das Recht gegeben, eine solche Bunfte hier in diesem Hohen Hause alle einig sind und das angrenzende länder, d. h. Beigien unter deutsche Botmäßigkeit zu Regierung mit Gewalt zum Teufel zu jagen. Das hat doch, glaube ich, auch die heutige Verhandlung ergeben dann bringen. Das verurteilen wir als kriegsverlängernd. Wir ver- Recht auf Revolution ist dann das gute Recht des sollten wir uns Mühe geben, die Differenzen, die zwischen uns langen, daß er rundweg erklärt, wir wollen einen Frieden, bei dem Volfcs. Ich bin erfreut, von seiten der Regierung keiner bestehen, nicht aufzutürmen, nicht gegeneinander auszuspielen, Deutschland feine Gebiete gegen den Willen ihrer Bevölkerung ein- Widerspruch zu hören, fie leiftet ja auch den Revolutionären in fondern wir sollten betonen das, was uns einigt, und das ist der steckt. Damit ist nicht gesagt, daß keine Grenzsteine verrüdt wer- anderen Ländern hilfreiche Hand. Mit den irischen Homerulern Wille, daß unser Vaterland fiegreich und groß aus diesem den. Wir verlangen nur, daß Deutschland die Bölfer, die bei ihrem habe ich die größte Sympathie und verarge es auch der ReichsStriege hervorgehen wird.( Stürmischer Beifall.) bisherigen Staatswesen nicht bleiben wollen, selbst über ihr Echide regierung nicht, wenn sie den irischen Revolutionären gilt. Sie jal entscheiden läßt. Dann bekommen wir Kongrespolen und hat also prinzipiell das Recht auf Revolution anerkannt. Das ist Litauen als selbständigen Staat. Auch in Mazedonien würden die ein erfreulicher Fortschritt gegenüber der heiligen Allianz zur 3 Serbien geschlagenen Teile mit bulgarischer Bevölkerung zu unterdrückung jeder Revolution in irgendeiner Ecke Europas. Auch dem Stammlande zurückommen. Aber absolut ausgeschlossen muß Fürst Bülow sprach ja so verächtlich von den russischen Revolutio sein der Versuch, irgendwelche französischen oder belgischen Gebiets- nären als Schnorrer und Verschwörer. Heute wäre die Regierung teile an Deutschland anzugliedern. Dieser großen Gefahr gehen froh, diese Schnorrer und Verschwörer auf ihrer Seite zu sehen vir entgegen. Sollte es möglich sein, Frankreich zu einem Frieden Der Klaffenkampf Die Rede des Reichskanzlers mit den Verfassern der von ihm mit Gebietsabtretungen zu zwingen, so würde das nicht einen geht seinen Weg auch während des Krieges, er kann nicht unterangegriffenen Flugschriften haben für meine Freunde geringere Be- dauernden Frieden bringen, sondern einen dauernden Kriegszustand drüdt werden, solange es Ausbeuter und Ausgebeutete gibt. Gr deutung, weil er sich tatsächlich aus größerer geschichtlicher Ent- vorbereiten.( Sehr wahr!) Das große Problem nach dem Kriege wird nach dem Kriege noch schärfere Formen annehmen zufolge fernung nur ganz geringfügig von seinen Geguern unterscheidet. Er ist in erster Linie die Aussöhnung mit Frankreich und die Herbei- der ungeheuren Profite, durch die die Ausbeuter noch reicher, die wie jene find nichts als die ausführenden Organe blindwaltender führung eines erträglichen Zustandes mit England.( Zuruf rechts: Arbeiter und der Mittelstand ärmer geworden sind. Um nur einiwirtschaftlicher Sträfte. Derartige Differenzen haben häufig ihren Auch mit Rußland?) Auch mit Rußland müssen wir in ein fried germaßen auf die frühere Bebenshaltung zu kommen, werden die Ursprung in rein persönlichen Gegenfäßen, die wir fcit jeher in abelliches Berhältnis kommen, und wir werden cz um fe cher tönnen, Arbeiter schwere. Alaffenkämpfe gegen die Ausbeuter führen müs Abg. Frhr. v. Gamp( Deutsche Fraktion): Unsere Diplomatie hätte die Aussichtslosigkeit ihrer anerkennens merten Friedensbemühungen früher erkennen müffen. Das Ziel des Krieges tann nur in einer Sicherung der Zukunft des deutschen Volfes liegen. Abg. Ledebour( Soz. Arbg.): Die Kriegslage ist günstiger geworden, aber die gegnerischen Mächte sind nicht genötigt, um Frieden nachzusuchen. Der Staatssekretär Helfferich, der Reichskanzler, die Herren Spahn und Bassermann, sie alle wollen nicht eher Frieden schließen, als bis die Tatsache unseres Sieges auch von den Gegnern anerkannt werde. Das wirkt kriegsverlängernd. fei Nefe te!� KeSor�enen 2eu?e utäpett fork berichtet der„Nieuwe Rotterdamsche Ccnirant" vom 29. Mai: Aus eine Rundfrage der„Star Publishing Co." nach dem Aufschwung der einzelnen Betriebe antworteten: a)„United States Steel Corporation"(Stahltrust), daß sie 43000 Mann mehr als im Vorjahre beschäftige, daß ihre Ar- beiter 10 v. H. mehr verdienten als früher und daß sie 84 Mil» lionen Dollar für Neubauten ausgeben wolle. b)„Anaconda Copper Mining Co.", daß sie 10 000 Leute mehr beschäftige als vor einem Jahre und 81? Rillionen Dollar für Neubauten ausgeben wolle. c) Die„Westinghouse Electric and Manufacturing Co.", daß sie 11 000 Mann mehr beschäftige. d) Die„General Electric Co.", daß sie 10 000 Mann mehr beschäftige und 2% Millionen Dollar für Neubauten ausgeben wolle. e) Die„Virginia-Carolina Chemical Co.", daß sie 750 000 Dollar für Neubauten ausgeben wolle. Ueberall bieten sich außergewöhnlich günsiige Aussichten für die Zukunft.__________ Büchdruckerei u. PerlagsairstaU Paul Singer Li&)„ Berlin SW, Kr. 155. 33. Iahromig. 2. Mage des Jutmrte" Kerliier WlksdlM. Mittwoch, 7. Iuui 1916. Mus Groß-öerlin. Unsere Fleischvcrsorgung. Die Fleischkartc. In den zwei Tagen ihres Daseins hat die Berliner Fleischkarte schon einige Schönheitsfehler offenbart. Für diese Woche hat jeder Bürger das Recht. 330 Gramm Fleisch mit Knochen oder 26S Gramm Fleisch ohne Knochen, Fett oder Frischwurst zu zu kaufen. Diese Gewichtsmenge hat zu mancherlei Störungen ge führt, die Berechnung war für beide Teile sehr ungewohnt. Fleischermeister haben diese seltene Gelegenheit benutzt zur Ilmgehung der Höchstpreise. So wird in dielen Geschäften für 26S Gramm Fett 1,33 M. gefordert. Es kosten somit 13 Gramm Fett 20 Pf., obgleich nach den Höchstpreisen nur 7 Pf. zu fordern ist. Bei solcher Gewichtseinteilung wie für diese Woche werden die Käufer immer die Betrogenen sein. Die meisten Frauen können beim Ein- kauf den geforderten Preis nicht sofort nachprüfen. Für die Praxis ist diese Art der Festsetzung des Quantums nach Gramm berechnet mit sehr dielen Unbequemlichkeiten behaftet. Der Verkauf wird ebenfalls sehr gehemmt, denn die Kunden bringen oft mehrere Karten, verlangen Fleisch mit und ohne Knochen, Fett usw., wodurch eine umständliche Rechnerei entsteht. ES wäre an- gebracht, in Zukunst daS Quantum nach Vio Pfunden zu berechnen, waS für den Verkäufer und Käufer praktischer ist. Letztere hätten dann auch die Möglichkeit, schneller nachrechnen zu können und wären vor mancher Uebervorteilung gesichert. * Verteilung auf dem Schlachthof. Die Berliner Fleischer sind in 64 Gruppen eingeteilt. Die Ob- männer dieser Gruppen nehmen die Fleischverteilung auf dem Schlacht- Hof vor. Klagen über ungerechte Verteilung werden immer häufiger. So werdar zuerst diejenigen berücksichtigt, die größere Geschäfte haben, die.Kleinen' müssen warten bis zum Schluß, ob etwas für sie übrig bleibt. Dabei bekommen die kleinen Geschäfte fast immer Fleisch geringerer Qualität. Sie brauchen ein kleineres Quantum und bekommen leichteres Vieh. Die Kunden aber müssen tür alte? Kubfleisch genau so viel zahlen wie die im besseren Geschäfte für erstklassiges Ochsenfleisch. Hier ist eine Aenderung notwendig im Interesse der ärmeren Bevölkerung. In den Kreisen der kleinen Fleischermeister wird behauptet, daß es bei der Verteilung nicht gerecht zugehe. Die Verteilung müßte unter Aufsicht unparteiischer Personen mit Fachkennntnissen vorgenommen werden. Vieles würde sich da ändern. * Höchstpreise. Der Magistrat hat für olle Teil« der Schlachttiere auch für den Großhandel Höchstpreise festgesetzt. Die von der Berliner Fleischerinnung bestellten Gruppenobmänner scheinen dieselben trotz der vielen Besprechungen mit dem Magistrat nicht zu kennen. ES werden die Höchstpreise für Kram erheblich überschritten. Als ein Abnehmer glaubte Protest erheben zu müssen, wurde ihm erklärt, ruhig zu sein, alle Meister hätten ihr Gutes daran, denn ani Schluß werde der.lleberschuß" verteilt werden. Also teilen wollen die ehr- baren Zunftmeister! Die einzelnen Gruppen scheinen bestrebt zu sein, viel zu erübrigen, um viel verteilen zu können. Also auch hier noch ein Sonder-Geschäftchen. Die Herren können auch nicht genug bekommen. WaS sagt der Magistrat dazu? Wo bleibt hier die so notwendige Aufsicht? Wie eS jetzt steht, können die Macher auf dem Schlachthof schalten und walten, wie sie wollen. Wo die Interessen der Konsumenten bleiben, kann sich jeder denken. Eine Aenderung ist hier notwendig. Die Fleischermeister müssen unter andere Aufsicht gestellt werden wie bisher. Sie beweisen täglich, daß ihr Interesse an erster Stelle steht. Textilardciterfürsorge. Auf dio Bedeutung des auch von uns veröffentlichten tKemeindebeschluffeS über die Fürsorge für die Angestellten und Arbeiter der Berliner Textilindustrie sei nochmals bc- sonders hingewiesen. Auskunft über alle in Betracht kommen- den Fragen erteilt das städtische Bureau der Arbeitslosenfürsorge, Stralauer Str. 3—6, wo auch die Formulare für die Arbeitgeber erhältlich sind. Familientragödien. Eine Familientragödie wird aus derKopenhagenerStraße gemeldet. Hier wohnt seit längerer Zeit mit ihren beiden Kindern, einein .Knaben von zwölf und einem Mädchen von zehn Jahren, und ihrer Schwiegermutter, eine Arbeiterfrau Charlotte Klotz, die seit fünf Jahren von ihrem Manne getrennt lebt. Die Frau versuchte in der vergangenen Nacht sich und ihre beiden Kinder mit Leuchtgas zu ver- giften, doch gelang es alle drei zu retten. Die Frau wurde als Polizeigcfangene nach der Charits gebracht, der Sohn kam nach dem Virchow-Krankenhaus. die Tochter blieb in ärztlicher Behandlung in der Wohnung. WaS die Frau zu dem Verzweiflungsschritte ge- lrieben hat, sieht noch nicht fest. Nahrungssorgen scheinen dabei initgewirkt zu haben.— Gestern vormittag wurden in ihrer gemein- schaftlichen Wohnung im Hause Borussiastr. 51 in Tempelhof der Mechaniker Bruno Steinkopf, seine Ehefrau und ein vierjähriges Kind in den von Leuchtgas erfüllten Räumen tot aufgefunden. Ein zweites Kind gab noch schwache Lebenszeichen von sich und wurde einem Krankenhause zugeführt. Steinkopf war schwer lungen- krank und die Frau hochschwanger. DaS Ehepaar dürfte auS Ver- zweiflung mit den Kindern den Tod gesucht haben. Abgestürzt. Durch einen Sturz vom Balkon tödlich verunglückt ist der vier Jahre alte Sohn des Arbeiters Fendesack aus der Kopenhagener Straße 37. Di« Familie wohnt im vierten Stock des Vorderhauses. Nachdem der Mann Montag morgen zur Arbeit gegangen war, mußte auch die Frau die Wohnung verlassen, um Zeitungen auizu- tragen. Die älteren Kinder waren schon aufgestanden, der jüngste Sohn schlief noch. Während er nun allein war, erwachte der Kleine, zog den leichten Rollvorhang der Tür hoch, ging auf den Balkon hinaus und lehnte sich über die Brüstung, um auf die Straße hinab- zusehen. Hierbei verlor er das Gleichgewicht und stürzte in die Tiefe, wo er besinnungslos auf dem Bürgersteig liegen blieb. Weil er noch Lebenszeichen von sich gab. brachte man den verunglückten Knaben mit einer Droschke nach der Rettungsstelle in der Gaudh- straße. Hier konnte der Arzt aber nur noch feststellen, daß er unter« wegS an den Folgen eine? Schädelbruchs gestorben war.— Aus dem dritten Stock sprang gestern die 39 Jahre alte Ehefrau Anna Bergmann vom Kottbuser Damm 69 auf den gepflasterten Hof hinab. Die Unglückliche, die schwer nervenkrank war, blieb auf der Stelle tot liegen. Strastenunfälle. Eiu schwerer Unfall hat sich am gestrigen Dienstagvormtttag gegen 8 Uhr im Korden der Stadt ereignet. An der Ecke der Chaussee- und Schwartzkopffstraße verließ die den Beiwagen eines Zuges der Linie 32 bedienende Schaffnerin Hoftendahl den Hinter- perron des Beiwagens, nachdem sich der Zug eben in Bewegung gesetzt hatte, und versuchte, auf den Vorderperron aufzuspringen. Dabei kam sie zu Fall und geriet mit den Beinen unter den Bei- wagen, dessen Räder über sie hinweggingen und ihr beide Beine abquetschten. Die Bedauernswerte erhielt in der Kaserne des Garde- Füsilier-Regiments die erste ärztliche Hilfe und wurde von dort nach dem Augusta-Hospital in der Scharnhorststratze gebracht. Ein zweiter schwerer Stratzenunfall hat sich am Montag in Reinickendorf zugetragen. In der Provinzsiraße dortselbst wollte der 56jShrige Arbeiter Karl Gillberg kurz vor einem in der Richtung nach Berlin verkehrenden Straßenbahnzug der Linie 23 das Gleis überschreiten, wurde jedoch vom Bahnwagen erfaßt und umgestoßen. G. geriet dabei unter die Vorderplattform und erlitt bei dem Sturz einen Schädelbruch und innere Verletzungen. Der Verunglückte er- hielt auf der nächsten Unfallstation Notverbände und fand dann im Rudolf-Virchow-Krankenhaus Aufnahme. Aufgefundene Leiche. Am 4. Juni wurde in der Tegeler Forst hinter dem Schloßbezirk Tegel ein unbekannter Mann erhängt auf- gefunden. Der nach der Leichenhalle in Plötzensee gebrachte Tote ist etwa 60 Jahre all, mittelgroß, schlank, hat graues Haar, große Glatze, grauen Schnurrbart und Fliege, längliches Gesicht und ist bekleidet mit schwarzem, hellgestreiftem Jacketlanzug, blauem, weiß- gestreittem Vorhemd, blauer, weißpunklierter langer Krawatte, Ichwarzem, weichem Filzhut, grauen Strümpfen und schwarzen Schnallenschuhen. Erkenner des Toten wollen sich bei der Tegeler Polizei melden. Nach Unterschlaguug von 14 000 Mark ist ein Hausdiener eines hiesigen Zeitungsverlegers Otto Faelow flüchtig gaworden. Die Ausgabe des„Wahren Jacob" erfolgt der Pfingst- feiertage wegen schon am Donnerstag. Mutter und Kind tot aufgefunden. In Halensee wurden im Hause Küstriner Str. 23 zwei Leichen aufgefunden. Die 39 Jahre alte GeschästSinhaberin Elisabeth Tolmin, die dort eine eigene Wohnung besaß, schenkte am Sonntag einem Mädchen das Leben. Sie tötete das Kind durch einen Schnitt in den Hals und einen Schnitt in den Kopf, während sie selbst an innerer Verblutung starb. Die beiden Leichen wurden nach dem Schauhause gebracht._ Im Palast am Zoo hat das Programm eine bemerkenswerte Verbesserung erfahren. In der Form einer Revue sind die ver- schiedensten Varietönummern aneinandergereiht und mit der Gesamt- bezeichnung»Der Zug nach dem Balkan' firmiert. Die Idee einer Balkanreise von Berlin— Wien— Budapest— Sofia— Konstantinopel ergibt sehr unterhaltsamen Stoff für die Varietö- bühne. Die Waggons auf der Bühne nehmen sich sehr nett aus. Alles dreht sich um die Reise, die Otto Reutter und Robert S t e i d l gemeinsam unternehmen und für die Anna Müller- Linke als Zugsührerin gewonnen ist. Die Eigenarten dieses drei- blättrigen Kleeblattes ergaben ein prächtiges Zusammenspiel, über daS das Publikum sich höchlichst amüsierte. Vermißt wird seit Sonntagnachmittag der 10�/z Jahre alte Schüler Willi Thürer. Es wird vermutet, daß der Knabe ent- weder verschleppt wurde oder daß ihm ein Unfall zugestoßen ist. Die besorgten Eltern bitten, eventuelle Mitteilungen über den Ver- bleib des Vermißten an das nächste Polizeirevier oder an August Thürer. Z7. Jslaudstr. 12, gelangen zu lassen. Willi Thürer war bekleidet mit blauem Anzug, Schillerkragen, Schüler- mutze und trug Schnürstiefel, schwarze Strümpfe. I« der Tegeler Forst erhängt aufgefunden wurde«w Mann von etwa 60 Jahren, dessen Persönlichkeit noch nicht festgestellt werden konnte. Der Tote ist mittelgroß und schlank, hat graues Haar, Schnurrbart und Fliege, ein längliches Gesicht und eine Glatze, trug einen schivarzen Jackettanzug und hatte eine Berliner Zeitung vom 3. Juni bei sich. Die Leiche wurde nach der Halle in Plötzenscc gebracht._ Mus öen Gemeinden. Stadtverordnetenversammlung in Schöncberg.' Zu der Sitzung am Montag hatten die liberalen Fraktionen beider Richtungen Anfragen«ingebracht, ob es richtig sei, daß der Magistrat bei der Abgabe von Teigwaren den Händler,! zu wenig Verdienst zukommen ließ mW selber den Hauptprofit ein- streiche.— Meyer(Lib. Frakb) wünschte, daß der Magistrat über den jüngst in einem Teil der Presse erschienenen Artikel, der für die städtischen Körperschaften sehr schädigend wirke, volle Aufklärung gibt.— Dr. Z e i t I i n(Fr. Frakt.) erklärte, wenn der Magistrat die Tätigkeit der Grossisten übernehme, habe er auch die Verpflich- tung, den Detaillisten den ihnen gehörenden Gewinn in voller Höhe zu überlassen. Das sei bei dem Nudelgeschäft nicht der Fall ge- Wesen. Ten Kleinhändlern müsse ein Mindestverdienst von 13 Pro- zent zugebilligt werden, um existieren zu können. Es steht einer Kommune nicht zu, Kommunalsozialismus zu treiben. Der Ma- gistrat könne nicht für sich einen Gewinn von 7 bis 0 Pf. pro Pfund beanspruchen und den armen bedürftigen Kleingewerbetreibenden nur 3 Pf. für das Pfund gewähren. Oberbürgermeister Dominicus erwiderte, das; cS unter den jetzigen Zeitverhältnissen sehr bedauerlich sei, die kostbare Zeit der städtischen Körperschaften durch Behandlung unrichtiger Behaup- tungen in der Oeffentlichkeit vergeuden zu müssen. Den Groß- Berliner Gemeinden sind eine Anzahl Waggons Nudeln über- wiesen worden mit dem Hinweis, daß der Höchstpreis von 68 bzw. 73 Pf. nicht überschritten werden dürfe. Von dem der Stadt ver- bleibenden Gewinn seien noch das Abrollen, das AuSwiegen, daS Anrollen zu den Kaufleuttn sowie etwaige Reklamationen in Ab- zug zu bringen, dann verblieben dem Stadtsäckel vielleicht noch 3 Pf. pro Pfund, insgesamt 600 M. bei den drei Waggons Nudeln. Alle Händler waren mit dem Gewinn von 3 Pf. pro Pfund zu- frieden, nur der Großkaufmann Niehl in der Motzstraße beschwerte sich über zu geringen Verdienst. Bei den Ausgaben für Lebens- mittel habe die Stadt bereits einen Fehlbetrag von 108 000 Mk. aufzuweisen, der jetzt bis auf 70 000 M. heruntergewirtschaftet worden sei. Es müsse Pflicht des Magistrats sein, in erster Linie an die Verbraucher und dann erst an die Händler zu denken. Genosse Küter betonte, daß es richtig gewesen wäre, wenn der Magistrat den unrichtigen Angaben in der Pressenotiz(wir haben diese Notiz nicht gebracht. D. R.) recht kräftig entgegen- getreten wäre, dann wäre die große Beunruhigung nicht entstanden. Ter Redner der Freien Fraktion habe keine Aufrechnung gebracht, wie der Verkauf der Nudeln hätte stattfinden sollen. Er bade nur die«inseitigen Interessen der Händler wahrgenommen und an die große Zahl der Verbraucher mit keinem Wort gedacht. Falsch sei es, die Gemeinde bei der Verteilung der Lebensmittel auszuschalten, das wäre gleichbedeutend mit der Unterstützung der Lebensmittel- Wucherer und scheint der Wunsch der Freien Fraktion zu sein. Zum Vorteil eines einzelnen so viel Geschrei gemacht worden. Die Vertreter der Arbeiterschaft würden sich keinen Augenblick besinnen, Bestrebungen zum Nachteil der Allgemeinheit energisch entgegen- zutreten.— Genosse M oh s wünschte ebenfalls, daß den Ver- brauchern mehr Entgegenkommen gezeigt, verde, so besonders bei dem Verkauf von Margarine, die von der Stadt mit 2,40 Mk. und des Händlern put 2 kl'ik, verkauft pzird.— Ztadtrat Licht erklärte, daß die Preise von der Z. E. G. festgesetzt worden seien.— Nach einigen noch unerheblichen Rcdcplänkclcicn war die Debatte er- schöpft. Der Einrichtung einer besonderen Kriegsfürsorge für ganz oder teilweise erwerbslos gewordene Arbeiter und Angestellte der Textilindustrie wurde zugestimmt. Ter Entwurf deckt sich mit den Berliner Bestimmungen. Es kommen zirka 80 mann- liche und 170 weibliche Beschäftigte in Betracht, die größtenteils in Berliner Betrieben tätig sind." Die Zahl der voraussichtlich zu unterstützenden Personen wird sich auf 73 belaufen. Eine Sch w eine mäft erei und-Züchterci soll auf dem Rieselgut der Stadt bei Königswustcrhausen errichtet werben. ES wurden 22 000 M. zum Ankauf von Schweinen und 47 000 Vi. für den Bau der Schweineställe bewilligt. Der Amtsvorsteher als Pädagoge. Ein eigenartiges Erziehungstalent betätigt der Gemcindevor- stchcr K ö h l'e r aus Rahnsdorf in der Lebensmittelversorgung seiner Gemeinde. So hat er auf der Rückseite der letzten, von Ende Mai datierten Lebensmittelliste Grundsätze für den Verkehr der Ortseinwohner in den städtischen Lebensmittelgeschäften auf- gestellt, die verdienen, einer weiteren Oeffentlichkeit bekannt zu werden. Schon wegen ihres eigenartigen Stils, der sehr lebhaft an einen Mann erinnert, der erst kürzlich die Hauptstadt verlassen hat und durch diesen Stil weit bekannt geworden ist. Aber auch wegen der Einfachheit der Mittel, mit denen dieser Beamte glaubt, Mißstände bei der Lebensmittelvertcilung beseitigen zu können. Der Ukas lautet: Bekanntmachung! Die AbferttgungSzetten sind genau zu beachten, llnpünkt- lichkeit verwirkt das Recht der Versorgung. Jeder Käufer hat nur Anspruch auf die ihm durch Karten zugeteilten Waren. Ausnahmen könne«»nb dürfen nicht stattfinden. Versuche auf Bevorzugung irgendwelcher Art wolle man be- stimmt unterlassen. Ueberflüssige Bemerkungen an den Verkaufsständen m* schweren die Abfertigung und führen nicht selten zu unliebsamen Erörterungen. Wie der Käufer einerseits gehalten ist, sich in den Verkauf»- räumen würdig zu benehmen, so besteht für ihn andererselt? die Verpflichtung, mir von Vorfällen über nicht sachgemäßes Verhalten der Geschäftsführung unverzüglich Mitteilung zu machen. Nnberechttgte Klagen und bcweiSlose Nörgeleien habe« U« Entziehnag der Nahrungsmittelkarten zur Folge. Wer- etwas behauptet, soll auch den Mut haben, eS zu bc» weifen.> Rahnsdorf, den 26. Mai 1916. Der Gemeindeborsteyer Köhler, Bürgermeistrr. Man sieht, wie leicht es ist, geregelte LebenSmittelfürsorge treiben zu können, wie leicht ein tüchtiger Beamter die Menschen zur Wohlanständigkeit erziehen kann. Hängt ihnen den Brotkorb höher, daS heißt entzieht ihnen die Lebensmittelkarten und sie werden sich willig den?ii, Ordnungen fügen. Daß man aber auch in höheren Kreisen noch nicht auf diese verblüffend einfache Idee verfallen ist, wieviel Nachdenken über eine zweckmäßigere Lebens- mittclverteilung wäre dadurch erspart geblieben? Der Sozialdemokratische Wahlvcm« Köpenick nahm in seiner Mitgliederversammlung am 5. Juni Stellung zur Kreisgeneralversammlung. Stach längerer lebhafter Debatte wurde fölgenbe vom'Genossen Krug er beantragte Resolutton mit 46 gegen 3 Stimmen bei zirka 20 Stimmenthaltungen angenommen: .Die Mitgliederversammlung des Wahlvereins Köpenick ist der Ansicht, daß die endgültige Entscheidung der schwebende» Partei- streitfragen nur durch den nächsten Parteitag erfolgen kann. Bis dahin ist eS Pflicht aller Parteigenossen, die Einheit der Organi. fation und der Aktionen der Partei unbedingt aufrechtzuerhalten. Die Versammlung verurteilt deshalb entschieden alle Sonder- aktionen irgendwelcher Partcirichtungen sowie die Bestrebungen, dem Parteivorstand die Beiträge der Organisationen zu sperren. Sie verurteilt ebenso die Hetze gegen die auf dem Standpunkt der Parteimehrheit stehenden Funktionäre unseres Kreises und in Groß, Berlin und die grundlose Absetzung derselben. Das ist ein« geivalt- same Unterdrückung jeder Meinungsfreiheit. Die Delegierten des WahlvcreinS find verpflichtet, auf der Kreisgeneralversammlung am 18. Juni in diesem Sinne zu wirken und zu stimmen.' Eine vom Genossen I e n t s ch beantragte Sympathicrcsolution für die die Parteibeiträge sperrenden Ortsvereinc Neukölln und Lichterfelde war damit abgelehnt. Die Delegierten zur Kreis- generalverfammlung wurden beauftragt, für den Krcisvorftand die bisherigen Genossen in Vorschlag zu bringen. Genosse Beyer brachte nunmehr folgenden Antrag ein: ..Die heutigen Vorgänge haben auf das deutlichste gezeigt, daß der Vorstand des hiesigen sozialdemokratischen WahlvcreinS seine ihm zugewiesenen Aufgaben, die Rechte aller Mitglieder zu ver- treten, nicht wahrnimmt und sich nur noch ausschließlich als auS- führendes Organ einer Parteirichtung bettachtet. Die Ver- sammlung bedauert, daß der Vorstand sich zu VcrgewaltigungS- aktionen gegen einen Teil der Mitglieder hat treiben lassen. Der Vorstand hat hierdurch das weitere Vertrauen der Mitglieder der- loren." Nach kurzer Debatte beschloß die Versammlung mit 49 gegen 22 Stimmen, über diesen Anttag zur Tagesordnung überzugehen, Gerichtszeitung. Nochmals Prozeß Brinkmann. Mit der vom Oberbefehlshaber in den Marken am L. November 1915 erlassenen, von ihm selbst bereits am 19. März 1916 aufgehobenen und durch eine neue Verordnung ersetzten Verordnung beschäfttgte sich gestern abermals eine Strafkammer des Landgerichts Berlin l. Das Schöffengericht Neukölln hatte den Genossen Formen« stecher Brinkmann als zweilen Vorsitzenden des Wahlvereins Neukölln wegen Unterlassung der Anmeldung einer nichlöffentlichen Versammlung dieses Vereins am 11. Februar zu 13 M. Geldstrafe verurteilt. Hiergegen hatte der Angeklagte durch seinen Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Heinemann sowie der Staatsanwalt Berufung«ingelegt. Letzterer, weil nicht wie im Slrafbcfehl auf 6 0 M. erkannt war. Die Strafkammer 2 des Landgericht! Berlin III nahm am 2. Mai im Gegensatz zur Auffassung der SlaatSanwaliichafi an, die Verordnung habe als Grundlage nicht den§ 4 deö BelagenrngsgeietzeS, sondern den§ 9b desselben Gesetzes. Mithin liege eine Anklage Wege» eines Vergehens vor. lieber solche habe aber nicht die er- kennende Strafkammer, sondern die erste Strafkammer de« Land- gerichts zu entscheiden. Dieser wurde deshalb die Sache über- wiesen. Gestern erkannte die S t r a f k a m m e r I auS denselben Gründen auf Freisprechung, aus denen dem Antrage des Verteidigers Rechtsanwatt Hugo Haase entsprechend das Schöffengericht Berlin- Mitte am 12. Februar und am 17. Mai 1916 das Landgericht in der Straffache gegen den Nedafteur Genossen Leid auf Freisprechung erkannt hatte. ( z) Kriegswucher. Eine Anklage wegen Kriegswuchers hat sich die unverehelichte Elisabeth Gohle zugezogen, die ihren zu den Fahnen eingezogenen Bruder in dessen Milchgeschäft vertritt. Sie hatte anderen Milchhändlern, die ihre Kundschaft mit Milch versehen wollten, auf deren Ersuchen Milch abgelassen und ihnen für einen Liter 30 Pf. berechnet. Da ihr Einkaufspreis 22 Pf. betrug, so hat sie sich nach der Anklage des Kriegswuchers schuldig gemacht, da sic die Milch zu einem um mehr als drei Pfennige höheren Preise verkauft hat. Es erklärte der Sachverständige Milchhändler Leiter: ein den Einkaufspreis pro Liter um 3 Pf. übersteigender Verkaufspreis fei als ein übermäßiger anzusehen. Der Staatsanwalt beantragte 100 M. Geldstrafe. Das Schöffengericht folgte der Auffassung des Sachverständigen, erkannte aber nur auf eine Strafe von 30 Mart. Grober Unfug. Bom Blik erschlagen wurden auf Freiem Felbe Sie beiden fünt und neun Jahre alten Töchter des Eisenbahnarbeiters Draheim in Grünthal bei Eutin in Posen. Zum alten Rezept zurüd! Die Bauern zwischen Gammetsdorf und Moosburg haben sich, nachdem ihnen das Bier zu dünn und zu teuer ist, entschlossen, thren austrunt, wie einst die alten Deutschen, selbst zu brauen. Um mit dem Gesetz nicht in Konflikt zu fommen, wird nur gebrannte Gerste verwendet; Bierkenner behaupten, nach den, M. N. N.", daß der Trunk gut schmeckt; zudem kommt den Bauern, da der Hopfen sehr billig ist, das Biter nur auf 4 Pf. zu stehen. Die Brauer sind über die neue Konkurrenz" nicht besonders erfreut. Acht ruffische Banditen zum Tode verurteilt. Dieser Tage wurde in Warschau der Prozeß gegen 24 russische Banditen, die eine große Reihe der verwegensten Raubüberfälle und Morde in Warschau und Umgebung, darunter auf das Bankhaus Stowronet begingen, beendet. Acht Banditen wurden zum Tode, zwölf zu langjährigen Kerferstrafen verurteilt und vier Angeklagte wurden freigesprochen. Das Räuberwesen ist in Russisch- Polen noch sehr verbreitet. In lehter Zeit sind wieder mehrere Ueberfälle gemeldet worden, wobei verschiedene Personen ermordet oder schwer verletzt wurden. Eine Schülerschlacht, die für einen der Beteiligten einen recht traurigen Ausgang nahm und für diesen mit dem VerLuft eines Auges endigte, beschäftigte gestern die 3. Straf- do kammer des Landgerichts III. Die Anklage lautete auf schwere Körperverlegung und richtete sich gegen die 13jährigen Schüler Franz Fritsche und Reinhold Tilgner aus Rosenthal. Zwischen den Jungens aus lekigenanntem Ort und denen aus Reinickendorf herrschte seit langer Zeit grimmige Fehde. Fast tägLich fam es zwischen den beiden Parteien zu heftigen Zusammen stößen, bei denen leider mit der Zeit nicht nur die Fäuste allein eine Rolle spielten, vielmehr die jugendlichen Kämpfer schließlich allerhand Gegenstände, zum Beispiel Latten, in die sie Nägel eingeschlagen hatten, Stöcke usw. zum Dreinschlagen mitbrachten, um den Sieg an ihre Fahnen zu heften. So wuchsen diese Schlachten bald über den Rahmen von Dummenjungenstreichen hinaus und Am nahmen den Charakter von gemeingefährlichem Unfug an. 14. März d. J. war es wieder zu einem heftigen Gefecht ge= kommen, in dessen Verlauf die Reinickendorfer Angriff auf Angriff machten und zuleßt die Oberhand gewannen. Zum Unglück hatte einer von ihnen eine Luftbüchse mitgebracht und dem Fritsche gegeben. Als dieser nun auf der Verfolgung sah, daß einer seiner Gegner, der Rosenthaler Schüler Klinder, Deckung hinter einem Baume suchte, legte er, nachdem der mitangeklagte Tilgner ihm eine Augel gegeben, auf ihn an und drückte ab. Das Geschoß nahm einen unglücklichen Weg. Denn es ging in das rechte Auge des Klinder und verlebte es so schwer, daß es am nächsten Tage herausgenommen werden mußte. Die Folge für den Schüßen und seinen Kameraden, der ihm die Kugel gegeben, war die gegenmärtige Anklage. Das Gericht hielt eine erhebliche Strafe für angezeigt und erkannte auf 4 bzw. 3 Monate Gefängnis, empfahl jedoch beide Angeklagte ber bedingten Begnadi. gung. Aus aller Welt. Ein italienischer Lieferungsskandal. 選 Dem Berliner Lokalang." wird aus Lugano telegraphiert: Wie Avanti" aus Rom berichtet, wurden daselbst Commenda tore Giulio Norsa und Hauptmann Centenari, Kommis far für Lieferungsverträge im Unterstaatssekretariat für Munition, berhaftet. Die Nebenumstände lassen auf einen Standal von außerordentlicher Tragweite schließen. Norsa war früher römi scher Mitarbeiter des„ Secolo", mußte aber wegen seiner Verwickelung in den Skandal der Banca Romana zurücktreten, blieb nichtsdestoweniger in freundschaftlichstem Verkehr mit den einflußreichsten Persönlichkeiten, darunter dem jezigen Minister Bar gilai. Als Vertreter der bedeutendsten Munitionsfabriken schloß er bor kurzer Zeit einen Vergleich zwischen der Lokomotivfabrik Miani Silvestri in Mailand und der Staats. bahnverwaltung ab, wobei lettere schwer geschäbigt wurde und bei welcher Gelegenheit auch der Substitut des Advokaten und Ministers Barzilai, Advokat Levi, eine An waltsgebühr von 100000 2ire eingestrichen hat. Mit Hauptmann Centenari, im bürgerlichen Leben Industrieller, stand Norsa bereits seit Jahren in innigem geschäftlichen Verkehr. Der erste Seehafen der Welt. Wie ein Kabeltelegramnt in den„ Daily News and Reader" bom 25. Mai mitteilt, hat laut amtlichem Bericht des amerikanischen Handelsamts New York die Führung jämtlicher Handelshäfen der Welt übernommen. London rückt damit an die zweite Stelle. Zwei Kinder durch herabstürzenden Sand verfchüttet. In der Gemeindesandgrube in Alt- Bliesdorf bei Wriezen wurden mehrere Kinder verschüttet. Ein achtjähriger und ein sechsjähriger Anabe erstidten. Ein Rattenkrieg in Angermünde. Die Stadt Angermünde, die Schon vor einigen Tagen der überhandnehmenden Rattenplage den Krieg erklärt hatte, begibt sich nunmehr auf den Kriegspfad. Nach den Anordnungen des Magistrate haben sämtliche Hauseigentümer an der Vertilgung dieser unwillkommenen Haustiere teilzunehmen. Sie find angewiesen, Phosphorlatmerge zu legen. Die Polizeibehörden müssen darauf achten, daß überall das vernichtende Gift gegen die unheimlichen Nager an seinem Plaze ist. Wer sich an diesem Rattenkrieg nicht beteiligt, hat Geldstrafe bis zu 60 Mart zu gewärtigen. Parteiveranstaltungen. Dritter Kreis. Alle Zuschriften und Anfragen, die Kreisangelegenheiten betreffend, sind bis auf weiteres an den neu gewählten Kassierer, Genossen Rudolf Budde, Neukölln, Maybachufer 2, Hof IV, zu richten. Mariendorf. Die Mitgliederversammlung fan umständehalber nicht Mittwoch, sondern erst Freitag im Lokale des Genossen Preuß, Kurfürftentrake 44, stattfinden. Die Sigung an diesem Tage fällt aus. Deutscher Metallarheiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Kollege, der Maschinenfchloffer Hermann Klau Koppenhagener Str. 29 am 4. Juni geftorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Einäscherung findet am Donnerstag, den 8. b. M., nachmittags 4 1hr im Krematorium, Gerichtstr. 37/38, statt. Ein Geistlicher geht nicht mit. Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Den Kollegen ferner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Anschläger Johannes Krüger Prinz- Eugen- Str. 29 am 4. Juni gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 6. Juni, nachmittags 4, 1hr, von der Leichen halle des ftädtischen Friedhofes, Müllerstr. 44/45 aus statt. Ein Geistlicher geht nicht mit.. Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Deutscher Holzarbeiterverband. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Tischler Hermann Wiese Hagelbergerstr. 3 im Alter von 69 Jahren gestorben ist. Ehre feinem Anbenken! Die Beerdigung findet heute Mittwoch, nachmittags 4, Uhr, von der Halle des Friedhofes der Christus- Gemeinde in Mariendorf aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 87/12 Die Ortsverwaltung. Ein Opfer des Weltkrieges murde am 8. Mai durch eine Explosion unser lieber, berzens guter Junge, Bruder, Enkel und Neffe, der Musketier Karl Zern ( Inf. Regt. 52, 12.Stomp.) im Alter von 21 Jahren. Otto und Lisbeth Bern geb. Lépomme. Jba, Bruno und Erich als Geschwister. Berlin, Elbinger Str. 2. Briefkasten der Redaktion. C. R. 36. 1. und 2. Ja, es müßte dann Erbauseinandersehung er folgen, wenn nicht der Bater durch Testament als Vorerbe eingesetzt ist und die Kinder als Nacherben. 3. Ja. 4. Nein. 5. Ihre Frau fann in der Sache nichts tun. 6. Rein. 7. Das ist von leiner Summe abhängig. 8. Durch Klage. 9. Ja. 2. N. 74. Wenden Sie sich mit Ihrem Anliegen an das Sanitätsamt beim Kriegsministerium in Berlin. .. 70. Sie werden fich mit der Reparatur der Stiefel zufriedengeben müssen. 2. 1000. Es genügt die Reklamation gegen die Veranlagung our Staatseinkommensteuer, weil diese Ihnen zuerst zugestellt worden ist. P. S. 23. Jbren Anspruch auf Reichswochenhilfe müssen Sie bei der Strantentasse, bei der Ihr Mann vor seiner Einberufung Mitglied war, geltend machen. R. W. Das Gesetz über die Herabsetzung der Altersgrenze zum Bezuge der Altersrente ist noch nicht in Straft. 2. P. 83. Der betreffende ist wie jeder andere Staatsbürger zur 23. 100. Sie brauchen nur wegen Zahlung der Steuern verpflichtet. F. 67. Die Invaliden der Staatseinkommensteuer zu reklamieren. versicherung ist zu größeren Reiftungen nicht verpflichtet, dagegen könnte die strankenkasse dazu verpflichtet werden, da sonst Erwerbsunfähigkeit bei Ihnen eintreten würde. diefer geringen Sache erfcheint uns zivedlos und völlig aussichtslos. m. 185. 1. Die Kinder find österreichische Staatsangehörige. Ihr Vormund müßte einen Antrag auf Erwerbung der preußischen Staatsangehörigkeit stellen. 2. Beim Umtausch der Karte wird Ihnen die Militärzeit mit bescheinigt. Anspruch auf Invalidenrente haben Sie, wenn Sie 200 Marlen nachweisen tönnen. Sch. 333. Sie sind steuerpflichtig und zwar nach dem Einkommen, das Sie gegenwärtig haben. O. 9. Nein. C. 2. Reinickendorf. Unterstüßung wird nur gezahlt, wenn der Bater des Kindes zum Heeresdienst eingezogen ist. O. P. 114. 1. Ja. 2. Dazu beharf es einer notariellen Schentungsurkunde. 3. An einen 3hnen am nächsten wohnenden Notar. 4. Das richtet sich nach dem Objekt. Ben- Oschr- Oll. Ein Gnadengeſuch wegen Wetterausfichten für das mittlere Norddeutschland his Donnerstag mittag. Zeitweise beiter, jedoch sehr veränderlich mit wiederholten, meift leichten Regenfällen; Temperatur menig verändert. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin N 54, Linienftr. 83-85. Telephon: Amt Norben 185, 1239, 1987, 9714. Bureau geöffnet von 9-1 und von 4-7 Uhr. Donnerstag, den 8. Juni 1916, abends 6 Uhr: Außerordentl.Bezirksversammlung für sämtliche Südenbezirke im Gewerkschaftshause, Engelufer 15, großer Saal. Die Tagesordnung wird in der Bersammlung bekanntgegeben. Kollegen und Kolleginnen! Da in dieser Versammlgng äußerst wichtige Angelegenheiten erörtert werden, ersuchen wir, in Maffen zu erscheinen. 118/3 Die Ortsverwaltung. Pflanzen Für Feldsoldaten! für Garten- u. Balkonfchmuck Gemüsepflanzen, Deutsch- Polnisch 15 gamereien und Gartengeräte Deutsch- Frangisch 15 Pf. empfiehlt in betander Güte A Buchhandling Torto, zur Auswahlsendungen nach ausserhalb gegen Anzahlung. Den Kollegen ferner Nachricht, daß unser Kollege, der Rohrleger August Wollenburg Schöneberg, Ebersstr. 43 am 30. Mai gestorben ist. Ehre seinem Andenken! 118/2 Die Ortsverwaltung. Deutsch. Transportarbeiter- Verb. Bezirksverwaltung Groß- Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Haus Diener Paul Müller am 4. b. Mis. im Alter von 26 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 8. Juni, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenballe des Zentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. 65/9 Die Bezirksverwaltung. E. Boese& Co. Berlin C.25 nur b. H. Landsberger Str. 66. Passendes fär stärkste Figuren in allen Abteilungen. Letzte Pfingstangebote. Billige Preise!!! Entzückende Modell- Kostüme, Seide, Taffet, Gabadine, Kammgarn, darunter Prachtstücke vornehmster Meisterschöpfungen, Glockenschnitte, 120, 110, 90,- 60,- 45, Wanderbare Gummimintel mit Kappenmütze, blau, grän, schwarz, braun, lila, top, aus Seide und Wolle, ferner imprägnierte Seidenmäntel, federleicht 75,-€ 0,- 45,- 36,- 28,-22,-18, Prachtvolle Kostüme aus Kammgarn, jugendHiche Formen, Kräuselstoffe, weiße Waschkostüme, entzückende Aufmachungen. 36, 30-25 22-18Feine Hollowne- u. 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