Ar. 160.- 33. Jahrg. üdonnementz-kecklngungen: «ZmneniemS- Brei» vrSnumnimdo WerlehHü. S,90 fflü, momul. 1,30 M!> Ivöchcnllick 30 Pjg. frei inä Hau!. Einzelne Zwnuncr 3 Pfg, Eonmng?» nunimer mit illnwncrier Eonmags- BeiInge.Die Neue Well" 10 Pia, Po'l» Monnemeni: 1,30 Marl vre Mona!. Eingclragen in die Pos,. Zeitung»- Prei-Iiste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungarn iöO Mark, für da» übrige iluSland t Mark Uro Monat. Postabonnememi nehmen an Belgien. Dänemark. Holland, Italien, Luxemburg, Portugal. «ucsünica, Schweden und die Schweiz. [ 5 Pfennig) Die InicrtlonS'GcbOlsr betrigi für die scchZgcipallenc Kolonel- zeile oder deren Raum KV Big,, für dolilische und gewerkschaftliche Bercin»- und Versammlung». Anzeigen 30 Pig, „Kleine Hnietgcn", da» irttgednickie Wort 20 Pig. lzuiässig 2 fettgedruckt« Worte), jedes weitere Wort 10 Psg, Stellengesuche und Schlaistellenan- zeigen da» erste Wort 10 Psg,, jede» wertere Worts Psg, Warle über IS Buch- siabcn zählen für zwei Worte. Inserate sür die nächste l'luumicr inüsscii bis S Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Ervcdilion ijt bis 7 Uhr abends geöffnet. cnchcilit lliznch. Verlinev VolKsblatk. Zilegremm-Adreffe: »!»l!iIiltM»>lsZI ffttttl" Zcntralorqzn der rozialdemokratifchcn partet Deutfcblands. Redaktion: SW. 08» Ltnüenstraße Z. »ernivrecher: Amt Moritzpla«. Nr. 1S1 90— 151 97 Mmg(es Mn Mnaifieis. Amtlich. Großes Hauptquartier, dcu Lt Juui 1916.(W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Beiderseits der Maas heftige Artillcrickämpfc. * Tie gestern gemeldete Beute aus den Angriffen oft. lich des Flusses hat sich noch um 3 Geschütze und 7 Maschinengewehre erhöht. Westlich von Markirch machte eine deutsche Patrouille, die in die französischen Gräben eindrang, einen Lffizier und 17 Mann zu Gefangenen. Ocstlicher Kriegsschauplatz. Südlich von Ärewo stießen deutsche Erkundungs- abteilungen in die russische Stellung vor; sie zerstörten die feindlichen Anlagen und brachten über 196 Russen als Gefangene sowie ein Maschinengewehr zurück. Balkan-Ztriegsschauplatz. Nichts Neues. Oberste Heeresleitung. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 12. Sinti 1916.(W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. In der Champagne, nördlich von Perthes, drangen deutsche Erkundungsabteilungen in die französischen Ztellungen, machten nach kurzem Äampf 3 Offiziere und über 166 Mann zu Gefangenen, erbeuteten 4 Maschinen- zewehre und kehrten planmäßig in die eigenen Gräben urück. Beiderseits der Maas unverändert lebhaftes A' illeriefeuer. Oestlichcr Kriegsschauplatz. Deutsche und österreichisch-ungarische Truppen 1 lrmee des Generals Grafen Bothmer warfen russisch Abteilungen, die nordwestlich von Buczacz sgn de: Strypa) im Vorgehen waren, wieder zurück; über 1366 Russen blieben als Gefangene in unserer Hand. Im übrigen hat sich die Lage der deutschen Truppen nicht geändert. Balkau-Kriegsschauplatz. Keine Ereignisse. Ober st e Heeresleitung. In NmelMe MmMMerW. Wie«, IL Juni.(23. T. B.) Amtlich wird ver- lautbart: Russischer Kriegsschauplatz. Oestlich von Kolki hat der Feind vorgestern abend mit drei Regimentern daS linke Styr-Ufer gewonnen. Er wurde gestern durch den umfassenden Gegenangriff Sstcr» rcichisch-ungarischcr Truppen wieder über den Fluß gewvrfen, wobei acht russische Offiziere» loOsi Mann und 13 Maschinengewehre in unsere Hand fielen. Rordwestleck, von T a r n o p o l eroberten wir durch Gegen- stoß eine vom Feind unter großen Lcrlusten erkämpfte Höhe zurück. expeöltion: SW. 08, Linöenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritzplaß, Nr. 151 90—151 97. Im Nordosttcilc der Bukowina wurde wieder überaus bitter gekämpft. Ter Truck überlegener gegnerischer Kräfte, die mit einem auch bei diesem Feind einzig dastehenden rück- sichtSloseu Verbrauch des McnschcnmatcrialS angesetzt wurden, machte rS notwendig, unsere Truppen dort vom Gegner lob- znlöseu und zurückzunehmen. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Italiener erneuerten ihre Vorstöße gegen einzelne Frontstellen und wurden wieder überall rasch und blutig ab- gewiesen. Auf dem Monte Lcmcrlc griffen unsere Truppe« die feindlichen Abteilungen, die sich nahe dem Gipfel noch gc- halten hatten, überraschend an, setzten sich in vollen Besitz dcS Berges und machten über 500 Gefangene. Unsere Flieger bedachten den Bahnhof von Cividalc mit Bomben. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Nichts von Belang. Der Stellvertreter dcS Chefs des GcneralftcbcS von Hoefcr, Feldmarfchalleuwant. Erciguisse zur See. Eines unserer Unterseeboote hat am 8. laufenden Monats abriws de« von mehreren Zerstörern begleiteten großen italienischen Hilfskreuzer„Principe Umberto" mit Truppen an Bord torpediert. Tos Schiff sank binnen wenigen Mi- nuten. Flottenkommand». » Wien. 12. Juni.(W. T. B.) Amtlich wird verlaut- bart: 12. Juni: Russischer Kriegsschauplatz. Im Nordosten der Bukowina vollzog sich die LoS- lösung vom Gegner unter harten Rachhutkämpfen. Eine aus Buczacz gegen Nordwest vorgehende feindliche Kraft- zruppe wurde durch einen Gegenangriff deutscher und öster- cichisch-ungarischcr Regimenter geworfen, wobei 1300 Russen n unserer Hand blieben. Auf der Höhe östlich von Wisniowczyk brach heute früh ein starker russischer Angriff lntcr unserem Geschützfeucr zusammen.— Oestlich von tozlow hoben unsere Streiftommandos einen vorgeschobenen Losten der Russen auf. Nordwestlich von T a r n o p o l wird fortgesetzt heftig gr- kämpft. Tie mehrfach genannten Stellungen bei Worcbiowka wechselten wiederholt den Besitzer. An der Jkwa und in Wolhynien herrschte gestern verhältnismäßig Ruhe. Westlich von Kolki schlugen unsere Truppen eine« russischen Ucbcrgangsversuch ab. Hier, wie überall, entsprechen dem rücksichtslosen Massenaufgebot de? Feindes auch seine Verluste. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Lage auf dem südwestlichen KrieaSschanplatz ist««. verändert. In den Dolomiten und an unserer Front zwischen Brcnta und Etsch wurden die Italiener, wo sie angriffen abgewiesen. Der Stellvertreter des ChefS des GeueralstabeS von Hoefer, Frldmarfchalleutnant. Ereignisse zur See. Ein Geschwader von Sccflugzeugcn hat in der Nacht vom 11. auf den 12. die Bahnstrecke San Dona Meftre und die Bahnanlagen in Meftre auSgicbig mit sichtlich gutem Er- folg bombardiert, mehrere Bolltrcffcr in die Lokomotiv- rcmife erzielt und auch daS Arsenal in Venedig mit eini- gen Bomben belegt. Trotz heftigen Abwehrfeuers sind alle Flugzeuge eingerückt. Flottenkommando. Englisch-ftanzösischer Kriegsrat. Paris, 11. Juni.(W. T. B.)(Meldung der Agcnce HavaS.) Ministerpräsident B r i a n d und General I o f f r e sind in London mit dem General RoqueS, mit Elementes und Denys Cochin eingetroffen und vom König und der Königin im Buckingham- palast empfangen worden. Briand. RoqueS und Joffrc nahmen an einem K r i e g s r a t teil, bei dem A s q u i t h den Lorsitz führte und dem auch Balfour, MacKenna, Bonar Law. Lloyd George, Lord Crewe, General Robertson und H a i g beiwohnten. Beide Regierungen stellten dabei die völlige Ueberein- stimmung über die verschiedenen zur Erörterung gelangten Fragen fest. Die französischen Minister sind Sonnabend abend nach Paris zurückgelehrt. die Vorgänge in Griechenlanü. Bern, 11. Juni.(W. T. B.)„C o r r i e r e della Sera" verichtet aus Athen: In politischen und Handelskreisen herrscht trotz der Schließung der Börse die größte Ruhr. Die ministe- riellen Kreise sind ruhig und beinahe befriedigt. Die Demobili- sation und die wirtschaftliche Blockade werden andauernd be» sprachen. Die Regierung versichert, unal vlngig von irgendwelchem Druck die Demobilisation beschlossen zu habeh. Nach Ansicht der Blätter war die Mobilisation nicht mehr nötig, da die Mittelmächte die Integrität des griechischen Gebiets garantiert hätten. Die Entlassung von ISO 000 Mann wird vom Land mit Beftiedigung aufgenommen. Die Demobilisation soll noch ausgedehnt werden, so daß nur 40 000 oder 60 000 Mann unter den Waffen bleiben, waS der Friedensstärke entspricht. Tie griechischen Truppen in Mazedonien ziehen sich vermutlich zwischen Lolo und Larissa zurück. Die Blockade wird streng durchgeführt, besonders energisch für Saloniki und Kawalla. Schätzungsweise wurden 60 griechische Dampfer in verschiedenen Häfen Griechenlands beschlagnahmt oder gezwungen, nach Biserta zu fahren. Paris, 11. Juni.(W. T. B.)(Meldung der Agence HavaS.Z Wie„T e m p S" aus Athen meldet, hat die Regierung ihre Vertreter bei der Entente beauftragt, gegen die Blockade der Küsten Einspruch zu erheben. Sie wird ihren Einspruch durch eine Denkschrift vervollständigen, in der die Gewissenhaftigkeit und der gute Glaube Griechenlands dargestellt werden sollen. „Echo de Paris" meldet aus Seres: Die griechischen Be- Hörden beschlagnahmen alles Vieh. Ter Bahnhof von Demir- Hissar ist noch immer von griechischen Truppen besetzt. Die englischen Verluste. London, 10. Juni.(W. T. B.) Die englischen Verlust- listen vom 3. und 0. Juni enthalten die Namen von 167 Ossizieren und 1624 Mann; ferner die Namen von 1784 Mann von der Flotte. Die Verlustlisten vom 10. dieses Monats enthalten die Namen von 76 Offizieren und 1060 Mann. Sturz Salanöras. Rom, 16. Juni.(W. T. B.) Meldung der Agenzia Stefani: Während der Diskussion in der Kammer über die provisorischen Budgetzwölstcl hielt Ministerpräsident S o- 1 a n d r a eine Rede, in der er die internationale und die militärische Lage auseinandersetzte und über die Politik der Regierung Erklärungen abgab. Nach seiner Rede erklärte sich Salandra mit der Tagesordnung Luciani ein- verstanden, die lautete: „Tie Kaumier hat Vertrauen zu den Maßnahmen der Regierung und bewilligt die provisorischen Budgetzwölftel." Salandra bat, hierüber namentlich abzustimmen. Nach mehreren Erklärungen über die Abstimmung Ichntc d i�e K a m ni c r i n n a in c n t 1 i ch e r Abstimmung mit 197 gegen 158 Stimmen den ersten Teil der Tagesordnung:„Tic Kammer hat Vertrauen z u den Maßnahmen der Regierung" �ib. . Im Vertauf der Kaminersitzung griff der Sozialist Graziadei das Ministerium scharf an und sprach die Ueberzeugung aus, daß das Land die gegenwärtige Krise, so ernst dieselbe sei, überstehen werde. Auch der Republikaner Pirolini bekämpfte das Kabinett und erklärte, daß das italienische Volk nicht besiegt werden könne, und forderte die Sozialisten auf, ihre Opposition gegen den Krieg aufzugeben. Turati(Sozialist) erklärte, daß seine Freunde gegen die Regierung stimmen werden und ihren Glauben an die Kraft des Sozialismus unversehrt bewahren. Ter Radikale Alessio führte aus, er sei der Regierung stets freundlich gesinnt gewesen, ober heute sei die Lage eine andere. Tie Regierung müsse ihre Politik vor dem Parlament verantwor- ten.„In diesem Augenblick," schloß der Redner,„brauchen wir eine Regierung, welche die gesamten Kräfte der Nation in sich faßt." Salandra erwiderte, er habe seinen Er- ktärungen nichts hinzuzufügen. Die Regierung nehme die Tagesordnung Luciani an und verlange die geson- derte Abstimmung über die beiden Absätze. Jetzt sei keine Zeit für zweideutige Haltungen. Die Regierung werde ihre Haltung nach dem Ergebnis der Abstimmulig richten. Hierauf begründeten verschiedene Deputierte im Namen ihrer Parteien chre Abstimmung; darunter erklärten E i a r d i n i für die Radikalen, Leonardo Bianchi sür die- konstitiitio- nellen Demokraten, Modici sür die Nationalisten, gegen die Regierung stimmen zu wollen. Meda(Katholik) führte im Namen seiner Gesinnimgsgenossen aus. daß er für die Regierung stimmen werde, weil er eine Krisis als un- zeitgemäß ansehe. Hierauf wurde zur Abstimiuung geschrit- ten, deren Ergebnis oben mitgeteilt ist. Schließlich wurde entsprechend d cm Antrag Rubini das provisorische Budgetzwölstel für den Monat Juli bowil- ligt und die Sitzung geschlossen. Bern, 11. Juni.(W. T. 23.) Meldung der Agenzia Stefani:„M e s sa g e r o" berichtet: Unmittelbar nach der gestrigen Kammersttzung berief Salandra die Minister zusammen. Nach kurzem Meinungsaustaiisch wurde man sich über die Demission deS Kabinetts schlüssig. Salandra wird die Demission am Montag der Kammer und am Dienstag dem Senat bekanntgeben. Nach dem Ministerrat verfaßte Salandra eine lange Depesche an den König, der heute abend oder morgen früh in Rom eintreffen wird, um die üblichen Besprechungen zu beginnen. *« * Bern, 12. Juni.>W. T. B.) Die italienische Kadi- nettskrise, deren Anzeichen bereits seit Tagen in dem fort- schreitenden Abbröckeln der RegierungSstimmcn zu erkennen waren, kam zu überraschend schneller Entwickelung, da»salandra, oftenbar in der Absicht, sich endlich den längst gewünschten.ibgang zu schaffen, bei der Stellung der Vertrauensfrage ausdrücklich die Ab- stimmung über die Budgetzwölftel und über daS Vertrauen voneinander trennte. Bei der Verquickung beider hätte er vermutlich noch einmal für kurze Zeit die Entscheidung hinausziehen können. Daß er dies nicht tat, wirft ein eigenartiges Licht darauf, wie hoch die neueste russische Offensive in italienischen Regierung»- kreisen geweitet werden mutz, isalandras Beschuldigung gegen die Heeresoberleitung wegen der Verteidigung des Treniino beschleunigte obendrein den Entschluß der Gegner Salandras, mit ihm endgültig abzurechnen und brachte die Krisen- stimmung sachlich zur Entladung. Salandras Gegner adcr sind. wie betont werden nmß, nicht jene des vergangenen Frühjahrs, die ihn, wenn auch nicht unterstützt, doch in der Folgezeit gehalten haben, um nicht seine unselige Erbschaft zu sal- scher Stunde antreten zu müssen, sondern seine eigenc�nationalistische Gefolgschaft, die interventionistischen Parteien.„S c c o l o" hebt also mit Recht hervor, daß das neue Ministerium aus den Reihen der Linken kommen müsse. Die Kammer habe sich bei der Abstim- mung fast genau in rechts und links gespalten, so daß die Giolittia- ner des reckten Flügels sür die Regierung, die des linken Flügels gegen die Regierung gestimmt hatten. Das neue Ministe- rium werde ein nationales sein müssen, in dem vielleicht auch einige Minister des bisherigen Kabinetts sitzen, aus dem aber Salandra und vermutlich auch Sonnino ausgeschaltet sein würden. Aus den italienischen Prcsseftimmcn ergibt sich, wie aus der parlamentarischen Entwickelung der Llrise nicht anders zu erwarten war, daß die Linke ein Kabinett bilden muß. ' Man darf also nicht annehmen, daß Salandras Abgang eine Aende- rung der Politik in Italien in sich schließe. Sein Rücktritt beweist zunächst weiter nichts, als daß man einsieht daß die von seinem Kabinett in den Maitagen des vorigen Jahres versprochenen Vor- teile des Anschlusses an die Entente nicht cinge- treten sind, daß er also das Scheitern seines Programms zu» i gibt. Der französische Tagesbericht. Paris, Ii. �uni.(W. T. B.) Amtlicher Bericht von Sonnabend nachmittag. Eine starke deutsche Auf- klärungsabtcilung wurde in der Champagne westlich des Mont Tetu durch Handgranaten zerstreut. Auf dem linken Maasufer dauert das Bombardement im Walde von Avocourt an. Auf dem rechten Ufer unterhalten die beiderseitigen Artillerien weiter ihre heftige Tätigkeit in der Gegend des Werkes von Thiaumont und des Chapitrc- und Fumin-Waldes. Im Abschnitte von Souville und Tavanncs ist das Bombardement ziemlich heftig, ohne In- fanterietätigkeit. Paris, 11. Juni.(SB. T. B.) Amtlicher Bericht von Sonnabend abend. In Belgien rief das vernichtende Feuer unserer Artillerie im Dünenabschnitt in den deutschen Werken zwei Feuersbrünste hervor, denen Erplosioncn folgten. Auf der Front nördlich von Verdun dauert der Artilleriekampf sehr lebhaft an. Auf beiden Ufern der Maas im Laufe des Tages keine Jnfanterietätigkeit. Unsere Batterien nahmen feindliche Abteilungen nördlich des Torfes Douaumont unter Feuer. In den Vogesen wurden südlich des Col Ste. Marie deutsche Ab- teilungen, die sich nach heftigem Artilleriefeuer unseren Linien zu nähern versuchten, durch das Feuer unserer Maschinengewehre in ihre Gräben zurückgeworfen. Belgischer Bericht: Außer der gewöhnlichen Artillerie- tätigkeit ist nichts Besonderes zu melden. Paris, 12. Juni.(W.T.B.) Amtlicher Bericht von Sonntag nachmittag: Tie französische Artillerie zerstörte zwischen Oise und Aisne«in deutsches Werk in der Gegend des Waldes von St. Marc. Von den Argonnen wird Minenkampf mit Erfolg auf feiten der Franzosen gemeldet. Bei Hautechevauchee zer- störte eine Ouetschmine unterirdische Anlagen der Deutschen. Die gleichzeitige Explosion von 2 Minen verursachte einen einzigen Trich- ter von 80 Meter Durchmesser, von dem die Franzosen drei Seiten besetzten. An den Ufern der Maas ist der Artilleriekampf heftig an der Front nördlich von Verdun. Auf dem linken Ufer scheiterten zwei deutsche Handstreiche, einer gegen die Höhe 304, der andere östlich dieser Höhe, vollständig. Auf dem rechten Ufer keinerlei Jnfanterietätigkeit. Im Walde von Apremont drangen zwei kleine deutsche Abteilungen in die vordersten Teile der französischen Stellung. Sie wurden nach Kampf Mann gegen Mann unter Ver- lusten daraus wieder vertrieben. In den Vogesen gelang es den Deutschen nach einer heftigen Beschießung, in die französischen Stellungen südlich von der Höhe St. Marie einzudringen. Ein Gegenangriff mit Granaten warf sie sofort wieder zurück. Paris, 12. Juni.(W.T.B.) Amtlicher Bericht von Sonntag abend: Bon der Front nördlich von Verdun wird keinerlei Jnfanterietätigkeit im Laufe des Tages berichtet. Unsere Artillerie bekämpfte wirksam die deutschen Batterien, die besontwrs die Gegend südlich von dem Gehöft Thiaumont und westlich vom Fort Vaux beschossen. Der Tag war ruhig an der übrigen Front, mit Ausnahme der Champagne, wo der Artillcrickampf im Abschnitt von Tahure große Heftigkeit annahm. Belgischer Bericht: Der Tag war ruhig. Einige Tätigkeit der Artillerie und der Bombenwcrfer an dem südlichen Teil unserer Front. Die englische Melöung. London, 10. Juni.(W. T. B.) General Haigh meldet: Schwere Artilleriebeschießungen in der Gegend von Dpcrn, aber kein Jnfanteriegefecht. Minentätigkeit bei Hohenzollern; feindliche Laufgräben wurden beträchtlich beschädigt. London, 11. Juni.(W.T.B.) Ämtlicher Bericht. Der vorspringende Abschnitt bei D p e r n ist nach wie vor der Mittelpunkt der Tätigkeit. Der Feind beschoß den südlichen Teil in der Nähe der Höhe 60 schwer, ebenso die Stadt Dpern und die Gräben nördlich von der Straße nach Menin. Keine Jnfanterietätigkeit außer einem erfolglosen deutschen Versuch, einen unserer Wachtposten zu über- fallen. An anderen Stellen Minentätigkeit. Die Lufttätigkeit war durch Gewitter behindert, aber es wurde ein Fokkerflugzeug heruntergeholt..- Meldung der italienischen. Heeresleitung. Rom, 10. Juni. iW. T. 83.) Amtlicher Bericht. Nach dem schweren Fehlschlag und den großen Verlusten, die der Feind Nach den Schlachten. Erinnerungen aus Polen und Rußland. Auf fremden Eigentum. Bei Nacht und Nebel waren wir in Bitten angekommen und hatten in Scheunen auf altem Stroh Quartier bekommen. Ein Tagemarsch hatte die Beine müde und den Magen hungrig ge- macht. Ohne uns umzuschauen, nehmen wir, im Stroh kauernd, einige Bissen Brot zu uns und streckten uns dann aufs Lager. Am nächsten Morgen fanden wir uns in einer Scheune mit reichlicher unfreiwilliger Ventilation wieder. Sie gehörte mit einigen anderen Wirtschaftshütten und einer Wohnhütte zu einem bäuerlichen Anwesen, das mitten in der«tadt lag. Bitten liegt an den blutgedüngten Ufern der Schara, die ihr schmales Wässerlein hier in zahlreichen malerischen Windungen durch leichtgewelltes Land führt. Die Stadt ist weitläufig angelegt und beherbergt im Frieden mehr Landwirtschaft als städtische Ge- werbe nach unsren Begriffen. Meist werden die ungcpflasterten Straßen von niedrigen holzgezimmerten und strohgedeckten Hütten bekränzt, die nur hin und wieder von einstöckigen Holzhäusern überragt werden. Große Teile der Staldt waren niedergebrannt, der Rest war nahezu ausgestorben. Es war Oktober geworden. Einigen warmen Tagen, die wie ein letztes Aufseufzen des sterbenden«ornmers erschienen, waren rauhe Tage und erste Frostnächte unmittelbar gefolgt. Wenn wir des Morgens in unserer vortrefflich gelüfteten Scheune erwachten, waren wir steif wie die Nußknacker, und in den dienstfreien Stun- den fanden wir dieses Heim im höchsten Maße ungemütlich. Ja, als es noch Sommer war, da waren noch gute Tage! Da konnten wir in freien Stunden im Sonnenschein oie Glieder auf grünem Rasen recken. Da vermißten wir nicht das„Dach über dem Kopse", denn droben lachte der Himmel so licht und blau. Aber nun...! Und der russische Winter, von dessen garstigem Wesen so mancherlei verlautete, lag noch in seiner ganzen unS unendlich dünkenden Ausdehnung vor uns., Wir hielten darum bei erster Gelegenheit Umschau nach einer gastlicheren Behausung, nach einem Unterkommen für die kurzen Stunden bescheidener Freuden, die dem Kricgsleben abzuringen wir allezeit fest entschlossen waren. Und wir fanden eine geeignete Stätte in der Wohnhütte des Amoesens, zu dem unsere Quartier- scheune gehörte.. Als wir zum ersten Male gebückten Hauptes die enge Be- hausung der Rusienfamilie betraten, begegneten wir den erstaun- ten Blicken eines Mannes und eines jungen Mädchens. Es war an einem Nachmittag. Draußen fuhr ein eisiger Wind über das Land, den ersten russischen Schnee ankündigend. Wir hatten unsere Eßvorräte mitgebracht und begehrten Kaffee zu kochen. Wir baten uns hierzu durch ansprechende Gebärden die Hilfe de? jungen Mädchens aus, jedoch vergebens. Sie zeigte sich wohl am 8. Juni erlitten hatte, hak er gestern fern? Tätigkeit auf wenig heftiges Arttlleriefeuer beschränkt. Im übrigen unternahmen un- sere Truppen an mehreren Punkten der Front Gegenangriffe, durch die sie die feindlichen Massen aus ihren Deckungen hervorlockten und wirksam dem Feuer unserer Batterien aussetzten. Wir mach- ten einige Fortschritte im oberen Brandtale, im Abschnitt des Monte Novegno(Posinabach), im Grunde des Astachtalcs und auf den Westabhängen des Monte Cengio. Unsere Truppen setzten ihr planmäßiges Vordringen in den Hochtälern von Boite und Ansiei fort. Längs der übrigen Front bis zum Meere die gewöhnlichen Kämpfe der beiderseitigen Artillerien, Bombenwerfen und kleine Streifen unserer Abteilungen. Feindliche Flugzeuge warfen Bom- ben auf verschiedene Ortschaften in der venetianischen Ebene. Sieben Personen wurden verletzt und einiger Schaden angerichtet. Eines unserer Caproni-Geschwader bombardierte feindliche Lager und Verteidigungsanlagen in den Tälern der Assa und der Astach. Unsere Flugzeuge sind unbeschädigt zurückgekehrt. Cardorna. Rom, 11. Juni.(W. T. 83.) Amtlicher Bericht. Im Laufe des gesttigen Tages konzentrierte der Gegner seine Kräfte gegen einen kleinen Teil unserer Front im Südwesten von Asiago. Nach einem heftigen Bombardement stürzten dichte feindliche Massen in der Stärke einer Division mehrere Male zum Angriff auf unsere Stellung auf dem Berge Lcmerl« vor. Sie wurden im Gegen- angriff mit sehr schweren Verlusten zurückgeworfen und ließen mehr als 100 Gefangene, die dem 20. Landwehrregiment angc» hörten, in unserer Hand. Von der Etsch bis zur Brenta entwickelte sich unsere Lffensive. Unsere Infanterie machte mit kräfttger Unter- stützung der Artillerie neue Fortschritte aus beiden Abhängen de» Brandtales, längs der Höhen von Posina, am Astach, im obersten Frenzelatal(Hochfläche von Asiago) und auf dem linken Ufer des Masobaches. Die Artilleriekämpfe dauern an der Jsonzofront mit glücklichen Unternehmungen unserer Truppenabteilungen an. Bei den gesamten Unternehmungen in den letzten Tagen entrissen wir dem Feind 566 Gefangene. Feindliche Flieger warfen Bomben auf Fonzaso, ohne Menschen zu verletzen oder Sachschaden anzurichten. C a d o r n a. Die türkische Hauptquartiersmelüung. Konstantinopel, 10. Juni.(W. T. B.) Tas Hauptquartier teilt mit: Von'der Jrakfront keine Meldung von Bedeutung. K a u k a s u s f r o n t. Auf dem rechten Flügel und in der Mitte keine Handlung von Bedeutung. Auf dem linken Flügel wurden verschiedene überraschend ausgeführte An- griffe des Feindes auf unsere vorgeschobenen Stellungen ab- geschlagen. Tie Russen verloren in diesen Kämpfen mehr als hundert Tote und Verwundete und einige Gefangene. Unser Artillcrieseuer vertrieb ein feindliches Schiff, das sich an der Meerenge Alamboghaz nördlich von Kuchada näherte. Zwei feindliche Schiffe warfen ohne Erfolg einige Granaten auf Keutek nördlich von Bodrum und auf die Umgebung von Mekri. Sie zogen sich darauf zurück. Ein feindliches Schiff beschoß in der Nähe von Jaffa das an der Küste weidende Vieh. Konstantinopel, 11. Juni.(W. T. B.) Tas Haupt- quartier teilt mit: Nach einem Kampf, der mit der Niederlage und dein Rückzüge der Russen vor Chanikin endete, nahmen unsere Abteilungen die Verfolgung auf, schlugen starke feindliche Kosakenabteilungen zurück und dran- gen in der Nacht zum 9. Juni in Kasri Schirin ein. Äönstautinopel, 11. Juni.(W. T. B.) Amtlicher Bericht vom 29. Mai(türkischer Zeitrechnung). An der I r a k f r o n t, im Abschnitt Fellahie, bombar- dierte unsere Artillerie gestern verschiedene Punkte der fcind- lichen Stellung. Zwei feindliche Kanonenboote, die nicht entfliehen konnten, wurden durch die Erplosion von Artillerie- Munition, die sie an Bord hatten, in die Luft gesprengt. Drei große von diesen Kanonenbooten gezogene Schleppkähne, die ebenfalls mit Artillcriemunition beladen waren, wurden ver- senkt. Außerdem wurde durch unsere Artillerie an Bord von vier mit Explosivstoffen beladenen Schleppkähnen ein Brand hervorgerufen, die Kähne konnten sich nur dank der Strö- mung retten. Vier große Munitionsdepots, die sich am Ufer des Flusses befanden, wurden vollständig in die Luft ge- sprengt. Durch die Explosion der Geschosse, die sich dort be- bereit, uns Holz und Messer zu besorgen, bebeutete uns aber auf artige Weise, daß wir im übrigen selber für uns sorgen möchten. Si« beschäftigte sich mütterlich mit zwei Kindern, von denen das eine am Fußboden umherkroch, währcicd das zweite in der Wiege lag und aus irgendeinem für uns unerforschlichen Grunde er- bärmlich jammerte. Diese Wiege war ein Korb mit Lappen, der an Stricken an der Decke Ising und so, mitten in der Stube hin- und herschaukelnd, dem kleinen winselnden Wesen jene schaukelnde Liegestatt bot, die auch in westlichen Ländern beliebt ist. Wir hatten diese„Wiegen" in Polen und Rußland überall gesehen. Wir machten uns an dem mächtigen Kamin zu schaffen. Ter Russe schaute uns aus seinem mit Pockennarben über und über bedeckten Gesicht mit unsicheren Blicken zu. Gesagt hatte er noch nichts. Im Räume befand sich außer der Wiege und dem Kamin noch ein Tisch, um den Bänke standen, und dann ein 83ett, sofern der mit Lumpen gefüllte Kasten diese uns mit dem wohligsten Empfinden erfüllende Bezeichnung verdient. Und dieser Raum war der einzige in der niedrigen windschiefen Hütte. Er diente der ganzen Familie als Wohnung. Zum Familienkreise gehörten, wie wir später gewahr wurden, außer den bereits vorgestellten Per- sonen noch die Frau de» Russen und ein Russenfräulein von viel- ieicfit zwanzig Jahren, anscheinend die jüngere Schwester der Frau. Sechs Menschen lebten also in dem engen, dumpfen Räume. In der ganzen Hütte, auf den„Möbeln" und den dürftigen Geräten war auch nicht die Spur eines gelegentlichen Reinigungs- Versuches zu entdecken, so daß wir erst eine gründliche Säuberung des Tisches vornehmen mußten, bevor wir es wagen konnten, uns daran niederzulassen, um zu essen. Es wäre aber falsch, daraus auf eine grundsätzliche Abneigung jener Leute gegen die Anwendung von Wasser und Seife zu schließen. Seife besaßen sie überhaupt nicht. Schon dieser äußere Grund hätte ihren ReinlichkcitSbestrebungen eine Grenze gezogen. Aber dann waren diese armen Menschen von dem schrecklichen Erleben, das ihnen der durch ihr Land tobende Krieg gebracht, so erfchütlert, niedergedrückt und abgestumpft, daß ihnen alle Aeutzer- lichleiten ihres Lebens völlig gleichgültig geworden waren. Sie hatten aus dem großen Untergänge nur das nackte Leben selbst gerettet und dessen fühlten sie sich auch in keinem Augenblick sicher. Dazu kam bei unseren Wirtsleuten noch ein anderes. Sie waren weder in Bitten zuhause noch Besitzer oder Mieter der Hütte, die sie bewohnten. Von irgendwoher hatte sie der Wirbelsturm des Krieges nach Bitten geführt und unter dem ersten besten Dache hatten sie ihr Haupt niedergelegt. Sie wohnten wie die Sperlinge im Starkasten und mußten jeden Tag damit rechnen, daß der ge- flüchtete rechtmäßige Besitzer erscheinen und sie vertreiben könnte. Von der Zukunft konnten sie nichts Gutes erwarten und die Gegen- wart war trübselig genug. Konnten sie da ihr Leben noch schätzen und in ihm noch einen Zweck sehen? Wir wunderten uns oft, daß diese Wesen noch zu lachen verstanden. Und die Frauen waren oft recht vergnügt und lachten mit unS aus vollem Halse. Sie waren fan5en, entstanL ein Brt-nd in dem LaMr eines feindlichen Bataillons, das vollkommen zerstört wurde.— Bei einem Zusammentreffen mit dem Feinde in der Gegend von Schein- dinan(?) wurde die feindliche Kavallerie in der Stärke von mehr als tausend Mann vollständig vernichtet. Nur einer ganz geringen Anzahl von Feinden gelang es, sich zu retten. Alles Vieh, Tclcphonapparate und Pontonmatcrial sowie eine große Menge von Gewehren und Munition wurden von uns erbeutet. An der Kaukasischen Front keine Veränderung. Ein feindlicher Flieger, der Fotscha im Abschnitt Smyrna überflog, wurde durch unser Artilleriefeuer in die Flucht ge- jagt. Ein feindlicher Monitor schleuderte auf der Höhe von Fotscha gegen die GeMisscr der Bai von Hadjilar(?) 20 Ge- schösse, ohne Wirkung zu erzielen. Andere feindliche Kriegs- fahrzeuge eröffneten ein wirkungsloses Feuer gegen die Höhen östlich der Insel Keustcn. Am Nachmittag des 29. Mai (türkische Zeitrechnung) bombardierte ein feindliches Kriegs- schiff den Kalamaki in dem Distrikt Hasche. Eine Frau wurve getötet, sonst aber kein Schaden angerichtet. Vernichtung eines deutschen Museums an der kleinasiatijchen Küste. Berlin, 12. Juni.(W. T. 83.) Wie aus Smyrna gemeldet wird, beschossen am 26. Mai, vormittags 6 Uhr, zwei feindliche Kriegsschiffe das von Direktor W i e g a n d errichtete, rein wissenschaftlichen Zwecken dienende Stationshaus der Berliner Museen beim Apollotempel zu Didyma gegenüber SamoS. Das Haus wurde bis auf zwei Räume in Trümmer gelegt. Von dem wissenschaftlichen Ma- terial sind nur die Tagebücher und die architektonischen Auf- nahmen gerettet, alles übrige scheint vernichtet. Die Ruinen des ApollotempelS blieben unverletzt, während das benachhsrle Dorf Jeronda, welches ausschließlich von Griechen bewohnt wird, durch die Beschießung gelitten hat. Nach Angabe des Wächters der AuSgrabungSstation ist die Beschießung durch französische Schiffe erfolgt. Zum Untergang üer„Hampshire". London, 10. Juni.(W. T. B.) Meldung des Reuterschen Bureaus: Die Admiralität erklärt, es steht jetzt fest, daß die „Hampshire" am 5. Juni, um 8 Uhr abends, aufeineMine gestoßen und binnen 10 Minuten gesunken ist. Sie war von zwei Zerstörern begleitet, die infolge des schweren Seeganges im Laufe der Fahrt den Kreuzer verloren. Eine«ingehende Nach- forschung nach den vier Booten, die, wie man sagt, die„Hampshire" verließen, ergab kein Resultat. Man hat jede Hoffnung aufgegeben, daß außer den 12 Personen, die sich auf dem Flosse in Sicherheit brachten, noch jemand gerettet wurde. Unter den Geretteten vom Kreuzer„Hampshire" befinden sich keine Offiziere. Unter den angespülten Leichen fand man die von KitchenerS Sekretär, Oberstleutnant F i tz g e r a I d. Gesunkene Schiffe. Bordeaux, 11. Juni.(W. T. B.) Meldung der Agence Havas: Der französische Dampfer„Lutece" brachte als einzigen Uober- lebenden des norwegischen Dampfer»„Prosper", der eine Besatzung von 34 Mann hatte, einen Matrosen mit. Der Dampfer„Prosper" war auf eine Mine gelausen und ge- funken. Kopenhagen, 10. Juni.(W. T. B.) Meldung des Ritzauschcn BureauS: Der Dampfer„Pars" aus HelsingforS, unterwegs von AarhuS nach Sandhamn, ist heute nachmittag in der Nähe des Almagrunder Leuchtschiffs gesunken. DaS Schiff sank in einer Minute. Tic Besatzung von 15 Mann ist abends in Sandhamn gelandet. „Tubantia" und„palembang". Haag, 10. Juni.(W. T. 83.) Ter„N i e u w e Courant" veröffentlicht einen Brief eines Herrn in Berlin, der zu deutschen amtlichen Kreisen Beziehungen hat, an einen holländischen Leser des Blattes. Der Holländer hatte in einem Schreiben an 'einen Berliner Freund seiner Enttäuschung über die Hältung Teutschlands in der Frage der„T u b a n t i a" und„Pale m- bang" Ausdruck gegeben. In der Antwort aus Berlm wird ge- i■—rr II lifcsIMirsiTi n iSifarrihia,. verhältnismäßig glücklich, denn sie hatten in einem in Bitten liegenden Lazarett Arbeit gefunden. Sie konnten die Fa- milie vor dem Hungertode bewahren, konnten vor allem für ihre Kinder sorgen. Das tröstete und erhob sie etwas, ließ ihnen viel- leicht auch die Zukunft nicht so arg dunkel erscheinen. Der Mann brütete jedoch meist dumpf und stumpf bor sich hin. Er wurde nur munter, wenn seine Violrne ertönte, auf dem einige von uns— wir waren bald täglich dort und erfüllten die Hütte mit Kochdunst, Tabakrauch und Lärm— zu spielen versuchten. Dann nahm auch er das Instrument und spielte mit viel Geschick die Weisen seiner Heimat. Wehevolle Sehnsuchte prägte sich dann in seinem Gesicht. Wrr schwiegen und hörten ihm zu, weniger aus Interesse für sein Spiel, als aus Achtung vor seinem Empsinden. Hatte er die Geige fortgetan, dann saß er wieder still und dachte nach. Er liebte seine Geige. Vielleicht war sie ihm einmal ein« treue Gefährtin gewesen. Und jetzt...? Und in Zukunft...? War der Abend gekommen, dann krochen die Frauen auf den Kamin und legten sich dort unausgckleidet zur Ruhe. Auch das größere Kind nahmen sie zu sich hinauf. Tas Bett gehörte wohl dem Geiger und für das jüngere Mädchen mag ein Lumpcnlage: am Fußboden übriggeblieben sein. Wenn die Frauen zur Nacht rüsteten, dann gingen auch wir in unsere Scheune und krochen dort in unser Stroh. Die Lebenden und die Toten. Die Kirche von Bilten liegt außerhalb der Stadt, dort wo die letzten Gärten sind. Ihr weißer Bau schimmert als leuchtender Fleck in den trüben Farben des beginnenden Winters, die Zwiebelkupvel auf schlankem Turm schaut weit über die niedrigen Dächer hinweg inS Land. Eine Granate hatte ein klaffendes Loch in das Dach der Kirche geschlagen und allerlei Zerstörungen im Jnnenraume angerichtet. Inmitten der Trümmer wurden die im benachbarten Lazarett ver- üorbenen deutschen Soldaten bis zu ihrer Bestattung untergebracht. Ost waren mehrere wie treue Schicksalsgenossen nebeneinander ge- bettet, manchmal schlief einer einsam im stillen, weiten, verlassenen Raum, selten war diese Totenballe des Krieges unbenutzt. Durch das Loch in der Decke flatterten die ersten Schneeflocken auf die Leiber der toten Krieger. In einem Schulhause, ganz in der Nähe der Kirche, befand sich eine Leichtkrankenabteilung des Lazaretts. Darin führten wir, fern den Beschwerden und der Unrast des Krieges, ein ftoheS, ungc- zwungeneS Leben. Der«llesvernichter Krieg hatte angefangen, auib unsere Ge- sundbeit zu zermürben. Heimtückisch nagten körperliche Entbehrungen und seelische Erschütterungen, Strapazen und Wetterunbilden an Unseren Leibern. Noch galten wir als leicht erkrankt. Und dennoch waren die wenig beachteten, unbedeutend erscheinenden Leiden der manchem der erste schwarze Schatten schwerer Krankheit. Aber wir sahen die Ding« damals nicht in so trübem Licht. sagt, bag der Empfänger des Briefes den Inhalt dem Unterstaats-' jeiretär Zimmermann und dem Chef des Admiralstabes Ad. miral von Holtzendorf mitgeteilt habe. Er sei in der Lage, über die Angelegenheit folgende Mitteilung zu machen: Erstens. Deutschland ha: niemals zugegeben, daß die„Palcmbang" oder „Tubamia" von einem deutschen Schiffe torpediert worden seien. Zweitens. Keines der beiden Schiffe ist von einem deutschen Schiff wrpediert worden. Drittens. Die„Palembang" ist an einer«tcllc verunglückt, wo sich zu der in Frage stehenden Zeit kein deutsches Schiff aufgehalten hat. Viertens. Der Torpedo, von dem Stücke im Wrack der„Tubantia" gefunden wurden, war ein deutscher. Dieser Torpedo wurde am 6. März dieses Jahres von einem deutschen U-Boot auf einen englischen Zerstörer abgefeuert, traf diesen aber nicht. Das deutsche U-Boot mußte sich nach diesem mißglückten Angriff mit Rücksicht auf seine eigene Sicher- heil entfernen. Zehn Tage später ereignete sich das Unglück mit der„Tubantia". Ter Admiralstab hatte leine Erklärung dafür, auf welche Weise die„Tubantia" mit dem Torpedo in Berührung gekommen ist, und ist auch außerstande, die in der Presse geäußerte Vermutung, daß der Torpedo durch ein englisches Schiff oder ein von den Engländern erbeutetes deutsches U-Boot auf die„Tu- bantia" abgefeuert wurde, auf Grund des ihm zur Verfügung stehenden Materials zu bestätigen oder in Abrede zu stellen. Der Schreiber des Briefes schließt: Ich bin ermächtigt, Ihnen zu ge- statten, von der obigen Darstellung jeden Ihnen zweckmäßig erschei- ncnden Gebrauch zu machen. Ter„Nicuwe Courant" schreibt dazu, er hoffe, daß in dem vor einiger Zeit angekündigten Orangebuch nähere Aufklä- cungen über die Schritte, die die holländische Regierung in der Frage unternommen habe, zu finden sein würden. Die Kämpfe in Deutsch-Gstafrika. London, 11. Juni.(W. T. B.) General SmutS meldet: Tie Kolonne Hannington, die entlang der Eisenbahn vorrückte, hat die wichtige Station Monbo besetzt und den Feind von dort oertrieben, wobei sie ein Maschinengewehr erbeutete. Die Kolonne Hostings hat Mkalamo, 14 Meilen südwestlich von Mombo, besetzt rnd beträchtliche Kräfte nach Süden geworfen. Unsere Verluste ?-nd leicht. An der Südgrenze hat Oberst Rodgers den Feind in den Poroto-Bergen angegriffen. Oberst Murray hat BiSmarckburg besetzt. Die irische ßrage. London, 11, Juni.(W. T. B.)(Meldung des Reuters�en Bureaus.) Der Bericht über die gestrige Konferenz der iri- schenNationalisten zeigt, daß die hauptsächlichsten Vorschläge Lloyd Georges zur Erledigung der irischen Frage darin be- standen, die Homerulcakte sofort in Kraft treten zu lassen, aber mit folgenden zeitlich begrenzten Einschränkungen: Tie irischen Mitglieder des britischen Parlaments behalten alle ihre Sitze; die sechs Grafschaften der Provinz Ulster unterstehen vorläufig un- mittelbar der Reichsregierung. Nach dem Kriege wird eine Reichs- konferenz, auf der alle Dominions vertreten sein werden, die zu- künftige Regierung des Reiches unter Einschluß der irischen Frage erörtern.— Tie Nationalistenkonfercnz nahm einstimmig einen Beschluß an, in dem gegen die Fortdauer des Kriegsrechts in Irland protestiert und verlangt wird, daß alle Gefangenen, die aus Anlaß der Volkserhebung verurteilt wurden, wie Kriegs- gefangene behandelt werden sollen. Die provinzialwahlen in hollanö. Aus Amsterdam schreibt man uns: Vom 14. bis 13. Juni sinken die Wahlen für �>ie Provinzial- landtage(„Staaten") Hollands statt. Das Jntereye der Wähler- schaft für diese Verwaltungskörperschaftcn ist in der Regel äußerst gering. Diesmal ist� indes der Wahlausfall von großer politischer Bedeutung. Die..Staaten" wählen nämlich die Mitglieder der Ersten Kammer. Bon ihrer zukünftigen Zusammensetzung hängt der Verlauf der innerpolitischen EntWickelung, die Gestaltung des Kampfes um die Rcsormpolitik der Regierung, möglicherweise das Schicksal der Regierung selbst ab. Bekanntlich haben die Wahlen für die Zweite Kammer lölll dem Linksblock eine feste Mehrheit gebracht, die es der neuen dcmokratisch-liberalen Regierung er- moglichtc, mit einem zum Teil groß angelegten politischen, fiskali- schen und sozialen Reformprogramm hervorzutreten, dessen par- Die Freiheit, die unS das Leben in diesem Lazarett gab, und lang entbehrte Beguemlichkeiten machten uns die Krankenstube zu einv Stätte üppiger Freuden. Wir kochten und brieten im Ofen der Stube, icherztcn und sangen und rauchten den lieben langen Tag und— sprachen vom baldigen Frieden. Das war im Okiober ISIö, nach vier« zehn KriegSmonatcn. Wurde uns der Lazaretlraum zu eng, dann wanderten wir durch glitzernden Schnee froh in den heulenden Sturm ses beginnenden Winters hinaus. Auch der Kirche galten unsere Ausflüge. Das gespensterhaft Oede des geräumigen Innern zog uns immer wieder an. Eines Tages entdeckten wir den Eingang zu den Kellergewölben, was unseren Forschungsdrang aufs höchste anregte. Bei flackerndem Kerzenlicht stiegen ivir hinab in die Keller. Wir fanden uns nur schwer in den kreuz und quer verlaufenden Gängen und Gewölben »urecht. Spähend und tastend fanden wir eine Grabkapclle, in der Geistliche in balsamiertem Zustande beigesetzt waren. Wir zögerten. Ein gelinder Schauer überlief uns. Außer dem Tropfen des Wassers in"den Gängen war kein Laut vernehmbar. Zwei der zinnernen Särge waren erbrochen und umgestürzt. Die Mumien, im farbenfrohen Ornat des orthodoxen Geistlichen, lagen daneben am Fußboden. Wir sahen einander an und blickten fragend auf die toten Priester. Wie lange mochten sie schon hier unten ruhen, sie, die einst mit io viel Macht ein Volk von Analphabeten im blinden Glauben und in licier Unlerwürfigkeit und Dcmul hielten. Und nun hat man ihre Ruhe gestört. Dreiste Hände haben ihren beilig gehaltenen Leib berührt. Der Krieg hat die Scheu vor dem Tode getötet. Eln tchnell auskommendes Verlangen nach frischer Lust und der weilen treten Erde trieb uns bald fort von den Mumien der Heiligen. Morgens trugen wir Wasser vom Brunnen herbei. Dann gingen wir an einen: lochanigen Eingang vorüber, der in einem versteckten Wmkel von außen zu den Kellern der Kirche führte. Wir schenkten ihm lange keine Beachtung, bis wir eines Tages eine fremde menichhche Gestalt eilends im Loche verschwinden sehen. Nun beobachteten wir dt« Kelleröffnung genauer und wurden bald gewahr, daß dort drinnen Menschen hausten. ES war unS schon früher aufgefallen, daß Zerlumpte und völlig abgemagerte FlüchilingSgestallen ganz plötzlich, wie auS dem Boden gewachsen, vor der Türe oder de» Fenstern unserer fidelen Kranken- stube erschienen waren, um Brotresie zu erbetteln. Jetzt lvußten wir, .von wannen sie kamen �imd wohin sie gingen". Arme, unglückliche Geschöpfe! Ungenannte Opfer deS Krieges I Sie mochten, vertrieben von Hof und Haus, im Sommer und Herbst bei den Tieren deS Waldes gewohnt haben und hausten nun Wand an Wand mit den Leichen ihrer Geistlichen. Eine grausige Ställe� mußte ihnen Schutz bieten vor der grimmen Winlerkälte und den Schrecken des Krieges. Wir gaben den Armen gelegentlich Brot und ließen sie un- behelligt. Wenn wir unS des Abends im wohlgeheizten Lazarett- räume untere Decken über die Köpfe zogen, dann gedachten wir oft der Flüchtlinge im wasiertriefenden Kellergewölbe. Hilfe konnten wir ihnen nicht bringen. R. L.(-) lamentarifche Erledigung durch den Weltkrieg und durch die von ihm erweckten politischen und ökonomischen Sorgen eine Verzöge- rung erlitt. Tie größte Schwierigkeit für diese Politik liegt aber in der Zusammensetzung der Ersten Kammer. In dieser stehen 19 Senatoren der Linksparteien— darunter zwei Sozialdemokraten — 31 Vertretern der Rechten gegenüber. Dieses Verhältnis be- droht schon das höchst bescheidene, bisher in der Zweiten Kammer erledigte Stück des Resormprogrammes— das Gesetz über die Alterspension— von den weiteren Vorlagen, besonders der Ver- fassungsrcsorm zu schweigen. Das Interesse der Linksparteien, die Zusammensetzung der Provinzialstnatcn zu ändern, liegt also auf der Hand. Ob die bevorstehenden Wahlen ihnen den für die glatte Durchsetzung der Reformen notwendigen Erfolg bringen werden, ist indes sehr ungewiß. Die internationale Situation ist nicht da- nach, den Eifer für die Reformen zu begünstigen und von einer Kampfstimmung ist nicht viel zu merken. Der Druck der un- mittelbaren wirtschaftlichen Sorgen ist sehr gestiegen, demagogische Unternehmungen mancher Art, wie die antisozialdemokratische Stimmungsmache des„Telegraaf" und die Agitation der Syndi- kalisten mit ihren Gesinnungsvcrwandten sind, wenn sie auch ohne jeden positiven Erfolg blieben, der Teilnahme der Massen an den Fragen der demokratischen EntWickelung nicht förderlich gewesen; endlich darf man auch nicht übersehen, daß die Aussicht auf einen Frieden in der Schulpolitik dies Interesse der liberalen Bourgeoisie am Bund der Linken erheblich vermindert, da es eben die Schul- Politik war, die einige Generationen hindurch daS ganze innere Staatsleben Hollands beherrschte und die selbständige Entwickelung der Klassen hinderte. Die Probinzialstaaten waren bisher folgendermaßen zusammen- gesetzt: Vier Provinzen hatten libcral-demokratische Mehrheiten, sieben reaktionäre. Von den erstcren hatte eine, Friesland, eine sehr knappe Mehrheit; in vier Provinzen war die reaktionäre Mehrheit gering und ist ein Umschwung möglich. � Gelingt es der Linien, Südholland zu erobern, so werden im Sommer bei der Teilwahl für die Erste Kammer vier adtretende Senatoren der Rechten durch Vertreter der Linken ersetzt werden und das Verhältnis der Linken zur Rechten wäre dann 23 zu 27. Kommt es im Konfliktfall zur Auflösung der Ersten Kammer, kann Süd- Holland in das neue Haus 10 Linksparteiler wählen und die Linke hat dann die Mehrheit. Die sozialdemokratische Arbeiterpartei hat mit Rücksicht auf die Bedeutung der diesmaligen Wahlen— vor allem für die Alterspensionen und daS allgemeine Wahlrecht— die kräftige Beteiligung an den Wahlen beschlossen. Wo sie ihre Kandidaten nicht durchbringen kann, wird sie trachten, zuverlässigen bürgerlichen Vertretern des Reformprogramms zum Siege zu verhelfen. Die amerikanischen präsiöentschafts- kanüiüaten. Amsterdam, 10. Juni.(W. T. B.) Nach einer Reutermeldung aus Chicago hat der republikanische Konvent Hughes beinahe einstimmig nominiert. Die Progressisten nomi- nierten R o o s e v e l t durch Zuruf.— Eine weitere Reutermcldung besagt: Die Republikaner haben Fairbanks für die Vize- Präsidentschaft nominiert. Hughes erhielt 919 Stimmen, worauf die Nommation einstimmig erfolgte. Hughes hat die No- mination angenommen. Washington, 19. Juni.(W. T. B.) Meldung des Reuterfchen Bureaus. Hughes hat aus Anlaß seiner Nominicrung zum Präsidentschaftskandidaten fein Richtcramt niedergelegt. Wilson hat die Amtsniederlegung bestätigt. Hughes sagt in einer Depesche, in der er seine Nominic- rung als Präsidentschaftskandidat der Republikaner annimmt, er hätte es vorgezogen, Richter zu bleiben; aber es sei seine Pflicht, der Aufforderung in dem kritischen Zeitpunkt der nationalen Ge- schichte zu entsprechen. Er trete für die entschlossene Aufrecht- erhaltung der Rechte der amerikanischen Bürger zu Land und zur See ein. Die auswärtigen Beziehungen der Vereinigten Staaten litten unberechenbar infolge der Schwäche und des Schwankens der Politik Mexiko gegenüber. Er billige durchaus ein Programm der Bereitschaft, auch der industriellen Be- reitschaft für die Zustände nach dem Kriege. Er sei auch fiir Einschränkung der Einfuhrschutzzölle und für Maßnahmen zur Aus- dehnung des amerikanischen Außenhandels. Chicago, 11. Juni.(W. T. B.) Der Konvent der Pro- g r e s s i st c n nominierte Parker aus Louisiana als B i z c- Präsidenten. R o o s e v e l t telegraphierte dem Konvent der Progressisten, daß er die N o m i n i e r u u g als Präsidentschaftskandidat zurzeit a b- lehne und die Nominierung des Senators L o d g e als Kam- promitzkandidatcn empfehle. verbanöstag öer öeutstheK Gewertvereine (hirfih-Suncker). Der Verbandstag der Deutschen Geiverkvereinc(Hirsch- Duncker) trat Montagabend in dem in der Greifswalder Straße belegenen Verbandshause zur Vorversammlung zusamvicn. Es waren bisher 42 Delegierte aus allen Teilen Teutschlands ein- getroffen. Ter Vorsitzende des Zeutralrats, Maschinenbauer Gustav Hartmann-Berlin bemerkte in der Eröffnungsrede: Tie gesamten öffentlichen Vorgänge haben es erforderlich gemacht, trotz des Krieges und obwohl viele Mitglieder der Deutschen Ge- werkvereine im Felde stehen, den Verbandstag cinzubcrufcn. Nach Prüfung der Mandate wurde auf die Tagesordnung gesetzt: 1. Tic Frauenarbeit in und nach dem Kriege, und zwar a) in der Industrie, b) in der Heimarbeit; 2. Stellungnahme zu sozial- und wirtschaftspolitischen Fragen; 3. Bericht über die Tätigkeit und Entwicklung der Gewerkvereine. Im wlliteren: An- träge zur Verbandsagitation.— Varnhold-lllm beantragte, auf die Tagesordnung noch zu setzen:„Welche Lehren agitatorischer und organisatorischer Art werden die GewcTkvercinc aus den Vorgängen in der Arbeiterbawegung nach dem Kriege ziehen?" Zur Begründung führte Varnhold ans: Die Vorgänge innerhalb der sozialdemokraiischen Partei und der freien Gew«rk- schaften machen es den Deutschen Gewerkvercinen zur Pflicht, dazu Stellung zu nehmen und zu cnvägcn, welche Lehren für sie in agi- tatorischcr und organisatorischer Beziehung zu ziehen seien. Er beantrage deshalb, seinem Antrage zuzustimmen, einen Abgcord- ncten mit dem Referat zu betrauen und während der Erörterung dieses Themas die Oeffcntlichkeit auSzufchlirssen. Die GeWerk- vereine haben vor der Regierung nichts zu verheimlichen. Es sei aber nicht angängig, das für die ganz« weitere Entioicklung der Gewerkvercine ungemein wichtige Thema i» voller Oeffentlichkeit zu erörtern.— Der Antrag fand allseitige Zustimmung. Es wurde jedoch erwidert, daß ein Abgeordneter sich ein Referat über diese schwierige Frage nicht ohne weiteres aus dem Äermel schütteln könne. Auch sei es bedenklich, die Oeffentlichkeit aus- zuschließen. Tie Gegner könnten aus den Gedanken kommen, daß die Gewerkvercine die Oeffentlichkeit zu scheuen haben. Es wurde schließlich beschlossen, den Antrag Barnhold mit der Frage der Verbandsagitation zu verbinden, Varnhold als Mit- berichterstatter zu ernennen und bei diesem Thema die Oeffeni- lichkeit auszuschließen, jedoch Verbandsmitglieder zuzulassen.— Alsdann wurde Hartmann zum erjtcn, Fabrik- und Hausarbeitcr Raab-Bsrlin zum zweiten Vorsitzenden gewählt. Tic Verhandlungen beginnen Dienstag vormittag. Das Er- scheinen einiger Regierungsvertreter ist angekündigt. politische Ueberftcht. Tie Angst vor Friedensvermittlungcn. In Amerika hat ein in den weitesten Kreisen völlig unbc- kannter Abgeordneter eine ebenso dumme wie hetzerische Rede gegen Deutschland gehalten, wie ja auch anderswo so manche gleichartige Aeußerung in den letzten Wochen gegen Amerika gefallen ist, ohne daß man sich darüber aufgeregt hätte. Den Vorfall in Amerika beuützt aber jetzt das Sprach- rohr bestimmter Kreise der Schwerindustrie, die„P o st" zu einem heftigen Angriff gegen etwaige Bemühungen Amerikas, den Frie- den anzubahnen. Das Blatt schreibt: „Mehr als je fühlen wir, daß uns der Friede au? diesem Lande nicht kommen darf. Es hat sich nun wahrlich die Kette der Erfahrungen geschlossen, die uns die Unmöglichkeit zeigen. mit Amerika— mit diesem Amerika— über unseren Frieden zu rechten. Amerikas Verholten, amtlich und nichtamtlich, be- weist, daß wir bei einem Vertreter der Vereinigten Staaten nicht die Grundlage finden würden, die wir brauchten, um ans einer Beteiligung der Union an den Friedensverhandlungen Nutzen zu ziehen: das unparteiische Urteil. Ohnehin scheint es uns äußerst zweifelhaft, ob überhaupt eine Hereinbeziehung eines Neutralen in Angelegenheiten, die ihn nichts angehen, in irgendeinem Falle zu rechtfertigen ist, sei der Neutrale noch so gerecht. ES handelt sich bei dem Friedensschluß, der für uns in Frage käme, niemals um ein Geschäft von diplomatischen Spitzfindigkeiten; bei uns sprechen so grundlegende LcbsnSnöte, daß kein Diplomatenkcmgreß daran drehen oder deuteln kann; die Kriegslage, die zu unserer Gunsten steht, läßt uns zudem leicht den Fürspruch irgendeincS Dritten entbehren. Wie wir uns dagegen wehren müssen, daß in den Kreis der Friedens- gedanken alle möglichen Pläne hineingezogen werden, die nicht unmittelbare Bedeutung für die Beendigung des Krieges haben, — wenn wir die Aussprache über Friedensziele überhaupt auf wenig große Gesichtspunkte beschränkt zu wissen wünschen, so müssen wir uns recht gegen eine Erweiterung der Zahl der vertragschließenden Parteien verwahren, die dock nur eine Er- schwerung der Verhandlungen bedeuten würde. Wir sehen nichts Bessres, als unseren Frieden, wenn seine Zeit erst gekommen ist, selbst zu machen, nach eigener Kraft und nach eigenem Recht.' Das ist eigentlich nur eine Umschreibung dessen, was der Sekretär der Schwerindustrie, Abg. Hirsch- Essen im Reichs- tag ausgeführt hat. Diese Angst der Schwerindustrie und threr Organe vor einem Frieden, der durch die Mitwirkung Amerikas zu- stände kommt, ist recht bezeichnend. Wohl die überwiegende Mehr- heit des deutschen Volkes steht demgegenüber auf dem von der Sozialdemokratie vertretenen Standpunkt, daß ein ernstgemeinter Vorschlag, den Frieden zu vermitteln, nickt zurückgewiesen werden dürfe, von welcher Seite er auch kommen möge. Anträge an den Reichskanzler. Wie jüngst in Köln, so sind auch in der Elberfelder Stadtverordnetenversammlung heftige Angrisse gegen die Zentral- Einkaufs-Gesellschaft gerichtet worden. Die städtische Lebens- mittelkommission hatte der Versammlung folgende Anträge an den Reichskanzler unterbreitet: 1. Die Zentral-Einkaufs-Gesellschaft schnellstens anzuweisen. die jetzt völlig ungenügende Versorgung der Stadt Elberfeld mit Butter, Fett, Fleisch, Eiern und anderen Lebensmitteln schleunigst zu erleichtern. 2. Zu erwägen, ob nicht auch die Regelung der Einfuhr von Lebensmitteln der Zuständigkeit des Präsidenten des Kriegs- ernährungsamts zu unterstellen ist. 3. Auf eine Perbilligung aller notwendigen Lebensmittel Be- dacht zu nehmen und auch in dieser Hinsicht die Geschäftsgrundsätzc der Zcntral-Eiiikaufs-Gesellschaft nachzuprüfen. 4. Dem Handel die Einfuhr von Lebensmitteln aus dem neu- tralen Auslände unter folgenden Bedingungen wieder zu gc- statten: a) Das Bedürfnis für die Einführ muß in jedem Falle nachgewiesen werden; d) der Einkaufspreis darf nichts über dem im Einvernehmen mis der Zentral-Einkaufs-Gesellschaft fest- gelegten Marktpreis liegen; c) der Weitcrvertrieb wird nur ge- stattet unter der Poraussetzung, daß ein beschränkter Nutzen vor- gesehen und Vorsorge getroffen wird, daß die Ware auf dem kürzesten Wege an die Verbraucher gelangt. Letzte Nachrichten. Die italienische Ministcrkrisc. Rom, 12. Juni.(W. T. B.)(Meldung der Agenzia Stefani.) Kammer. Alle Minister außer Taneo sind zu- gegen. Salandra teilt mit, daß das Mmisterium infolge der Abstimmung vom Sonnabend dem König das Rück- trittsgesuch eingereicht babc: dieser behalte sich die Prüfung der Lage vor. Das Ministerium bleibe zur Er- ledigung der laufenden Geschäfte und zur Wahrung der ösfent- lichen Ordnung im Amte, werde von allen Vollmachten Ge- brauch machen und jede Verantwortung fiir alles, was zur siegreichen Fortfctzung des Krieges notwendig werden könne, übernehmen. Salaudra ersuchte die Kammer, sich bis nach der Lösung der Krise zu vertagen. Tie Sitzung wurde dann ausgehoben. Im Senate gab Salairdra dieselben Erklärungen ab. Der König ist heute früh nach Rom zurückgekchrt. Wie „Giornale d'Jtalia" berichtet, wird der König Salandra zur Entaegennahme des Rücktrittsgesuchs empfangen und später die Präsidenten der Kammer und'des Senats berufen. Skandinavischer Friedenskongreß. Stockholm, 12. Juni.(W. T. B.)(Meldung der SchSediübcn Telegraphenagentur.) Der skandinavische Friedenskongreß ist hier eröffnet worden. Anwesend sind mehrere Vertreter der Friedens- vereine der drei skandinavischen Reiche, außerdem Abgesandte aus den Vereinigten Staaten, aus Holland, aus der Schweiz und aus Polen._ Russen aus rumänischem Gebiet. Bukarest, 12. Juni.«W.T.B.) Nachdem Freitag etwa vierzig russische Reiter auf rumänisches Gebiet geraten und dort entwaffnet wovden waren, rückte in der vergangenen Nacht ein Kavallerie- r e g i m e n t über den P r u t h auf rumänische? Gebiet. Die rumä- nischen Truppen in B o t o s ch a n erhielten Befehl, die Räumung zu verlangen und nötigenfalls zu erzwingen. Tie rumänische. Regierung erhob Einspruch beim hiesigen russssiben Gesandten und beauftragte den rumänischen Gesandten in Petersburg, bei der riisNs-ften Regierung gegen die Gebictoverletzung Verwahrung ein- zulegen,__ Eisenbahnunglück. Dresden, 12. Juni.(253. T. B.) Die Königliche General- direktion der sächsischen staatseisenbahnen teilt mit: Am Nach- mittag des ersten Pfingstfeiertages bat sich auf der Schmalspur- linie Muegeln— Geising ein nicht unbeträchtlicher Unfall zugetragen. Um 6� Uhr entgleiste infolge Schienen- bruchs die Lokomotive des von Geising kommenden Per- sonenzüges, stürzte in die Müglitz und riß den unmittelbar nachfolgenden Personenwagen aus dem Geleise, während alle übrigen unberührt blieben. Glücklicherweise ist dem Unfall kein Menschenleben zum Opfer gefallen: doch sind zehn Per- sonen leicht und zwei ernster verletzt wovden. Aerzt- lichc Hilfe war sofort zur Stelle, auch fand die Beroung der Beschädigten unverzüglich statt. Der Betrieb konnte mit Verioätunaen weniger Züge aufrechterhalten werden. Ms Grsß-Serlm.' VeröorbTne MngfZLK. Pfingsten hat viele sehr enttäuscht. Schon der Sonnabend ließ nric&ts Gutes erwarten. Es regnete und regnete. Tie vielen Wanderer, die ihre Partie längst sestgesetzt hatten, sahen erwartungsvoll naai dem Himmel, ob nicht da und dort ein blaues Fleckchen sich zeigen wollte, das Hoffnung auf einen schönen Pfingsffonntag bot. Tic Hoffnung war vergebens. Unsere wanderfrohe Jugend ließ sich trotzdem nicht abhalten, schon am Sonnabend in strömendem Regen ihre Tour anzn- treten. Am Sonntag früh hatte das Wetter sich noch nicht erheblich gebessert. Aber auch da zogen Tausende mit ihren Rucksäcken auf dem Rücken hinaus ins Freie. Ter erste Feier- tag brachte erst am späten Räch mittag eine Besssrung, aber die vielen Gartenlobale, die auf großen Besuch eingerichtet waren, wurden nur schwach besetzt. Es war zum längeren Per- weilen im Garten nach dem Regen etwas kiihl und frostig. Der zweite Feiertag setzte schon besser ein. Tie Sonne meinte es sehr gut, aber nicht allzu lange. Ter blaue Himmel ' wurde durch einen bleigrauen abgelost und von Zeit zu Zeit öffnete er seine Schleusen besonders am Nachmittag, wo über Berlin ein kurzes Gewitter einsetzte, das eine größere W- kürchrng der Temperatur zur Folge hatte. Niemand war so recht mit diesen Pffngsttagen zufrieden. Nur da herrschte Freude, wo ein Urlauber nach monate- oder fahrelanger Abwesenheit heimkehrte und zu Hause alles noch in Ordnung fand. Aber auch da war die Freude nicht un- getrübt, da die Heranschaffung der Lebensmittel selbst dem Urlauber noch die Zeit wegnimmt. Verringerte Kartoffelmenge— gröstere Brotration. Der Magistrat teilt mit: Da tm Hinblick auf die Pfingstfeier- tage vorübergehend mit einer verminderten Zufuhr von Kartoffeln gerechnet werden muß, haben sich die Grotz-Berlincr Gemeinden in einer Sitzung, welche am Sonnabend abend unter dem Vorsitz de? BürgermeisterZ Dr. Reicke im Berliner Rathause stattfand, ent- schlössen, um die Kartoffelkarte mit der tatsächlich zur Verfügung stehenden Menge an Kartoffeln in Uebereinstimmung zu bringen, die auf den nächst fälligen Kartoffelabschnitt 8 der geltenden Kartoffslkarte entfallende Menge auf fünf Pfund zu er- m ä tz i g e n. Als Ersatz für diese Minderung der Kar- toffclration haben die zuständizen Reichsstellen den beteilig- ien Gemeinden und Kreisen Mehl zur Gebäckausgabe überwiesen. Es werden daher in der Woche nach Pfingsten und in der darauf- folgenden Woche je 3ö0 Gramm Brot auf das Mittel- stück der betreffenden Brotkarte, also der Brotkarte der 69. und 70. Woche, als Sondergabe abgegeben werden. Um überdies jeder Beunruhigung der Bevölkerung und namentlich jedem Andrang vor den Kartoffelläden zu begegnen, haben sich die bc- teiligten Gemeinden und Kreise ferner entschlossen, vom Montag, den 19. Juni ab weitere 700 Gramm Brot dem zur Ver- fügung zu stellen, der wider Erwarten auch auf den Abschnitt 8 seiner Kartoffelfarcks seine 5" Pfund Kartoffeln nicht sollte erhalten können. Eine weitere Mitteilung besagt: Bei der Regelung der Sonder- Zuweisung von Brot als Ersatz für die verringerte Kartoffelration ist angeordnet worden, daß für die Abgabe und Entnahme der Sondcrgabe das Brolkartenmittelstück der 69. und 79. Woche seitens des Käufers an den Verkäufer auszuhändigen ist. Da das Brot- kartcnmillclstück der 70. Woche auch zum Empfang von Seife berechtigt, wird der Bevölkerung geraten, sich rechtzeitig vor der Geltungsdauer der Brotkarte für die 70. Woche mit Seife zu versehen. Bekanntlich berechtigt die für den Üö. eines jeden Monats gültige Brotkarte zum Bezüge von Seife während der ganzen Dauer des betreffenden Monats. Eier auf Fleischkarten. Zwei Stück pro Woche und Karte. Der.Magistrat Berlin veröffentlicht eine Verordnung de? In- Halts, daß in Berliner Lerkaussstellen von heute an rohe Hühner- cier nur gegen Vorlegung einer Berliner Fldschkarte(nicht Tagcs- sleischkarte) unmittelbar an Verbraucher abgegeben werden können, und zwar dürfen auf eine Fleischkarte nur 2 Eier in einer Kalenderwoche abgegeben werden. Das Mittelstück der Fleischkarte ist vorn Verkäufer zu durch lochen. In der mit dem 12. Juni beginnenden Kalenderwoche dürfen auf eine bereits ein- mal durchlochte Karte Hühnereier nicht mehr abgegeben werden. Auf eine zweimal durchlochte Karte darf überhaupt keine Abgabe von Hühnereiern mehr erfolgen. Ter Berliner Fleischkarte stehen die Eharlottenburger und Wilmersdorfer Fleischkartcn und die Schöneberger Lebensmittelkarte gleich. Bei Ueberschrcitung der Verordnung machen sich Verkäufer und Käufer strafbar. Wenn der Magistrat die Zahl der Eier, die auf eine Fleischkarte in der Woche entnommen werden dürfen, auf zwei beschränkt hat, so geschah dies, weil die Einfuhr aus dem Auslande eine Ver- tcilung größerer Mengen vorläufig nicht zuläßt, und es vor allem vermieden werden soll, daß einzelne zum Schaden der übrigen mehr Eier erhalten, als ihnen nach Maßgabe der vorhandenen Bor- räte zustehen. Mit der getroffenen Anordnung glaubt der Magistrat aber auch zu erreichen, daß Ansammlungen vor Eierläden, die sich in letzter Woche hier und da gezeigt haben, aufhören. Es wird mit allen Kräften dahin gestrebt werden, daß die Zufuhren namentlich aus dem Inland verstärkt werden. Aus die Beschlagnahme von Metallen beziehen sich eine Reihe Beckanntmachungen, die fortgesetzt durch die Presse ver- ösfentlicht worden sind. Eine Uebersicht über die Bestimmungen der allgemeinen Metall-Beschlagnahme nach dem Stande vom 5. November 1915 nÄst einem Ergänzungsblatt nach dem Stande vom 1. Mai 1916 kann unengÄtlich von der Metallmeldestelle der K. R. A. des Königlich Preußischen Kriegsministeriums, Berlin W. 9, Potsdamer Str. 10/11, bezogen werden. Arbeiterbrldungsschule. Am Sonntag, den 18. 1 u n i 1916, findet die dritte naturwissenschaftliche Wanderung, und zBar nach Rechagsn-Kalllsdorf—> Mellensee— Sperenberg— Solms— Baruther Forst— Baruth statt. Abfahrt 7,20 Uhr morgens, Bahnhof SchönPperg (Militärbahnhof), an in Rchagen-Kaulsdorf 8.15 Uhr. Fahrgeld insgesamt 2 M. Weglänge 35 Kilometer. Treffpunkt Bahnhof Rehagen-Kaulsdorf(außerhalb des Bahnhofs). Proviant für den ganzen Tag ist mit- zubringen! Ter Ausflug findet bei jedem Wetter statt. T e i l n e h m e r s ch e i n 3 0 Pf. an den bekannten Aus- gabcstellen. Donnerstag, den 15. Juni, abends Slo Uhr, findet im Hörsaale der Schule der dritte wissenschaftliche Einzelvortrag statt. Genosse Tr. Franz Dicderich wird über �»hakesveare und Cervantes sprechen. Eintritts- preis 10 Pf._ Sportpark Treptow. Am ersten Psingstfeiertage fanden nur kleine Radrennen statt. Trotz niedriger Eintrittspreise war der Besuch ein nur mittelmäßiger. Die Radsportfreunde, die nicht zugegen waren, haben nichts versäumt; der gebotene Sport konnte nur geringen Beifall auslösen. Drei Dauerrennen über je 10, 20 und SO Kilometer wurden von Pawke, Hoffmann, Weise und Prczyrembel bestritten. Rur Pawke fuhr ein flotteres Tempo; er gewann alle drei Rennen. Hoffmann wurde jedesmal weit zurück Zweiter. Im 20-Knlometer-Rennen gab Weise, im SO-Kilo- meter-Rcnnen Weise und Prczyrembel das Rennen auf. Für die Treptower Fliegermannschaft war ein Haupl- und ein Prämienfahren ausgeschrieben. Dos Houptfahren gewann Krahner vor Abraham, Lewanow und Salin; das Prämienfahren Lcwanow vor Bchrend, Abraham und Tahnke. Der wegen Verhinderung Günthers abgesagte Große Psingsl- preis kommt am nächsten Sonntag zum Austrag. Kleine Nachrichten. Eine Fcttschwindlerin ist wieder fest- genommen worden. Sie schwindelte den Leuten vor, sie besitze in Bremen eine Tante, die Fett und Speck zu verhältnismäßig billigem Preise gern abgebe. Viele händiglen der Schwindlerin größere Beträge ein und kamen somit um ihr Geld.— schlechter Geschäftsgang hat die 51 Jahre alte schankwirttn Emma Feiy aus der Naunhnstratze 22 in den Tod getrieben. Die unglückliche Frau äußerte wiederholt Selbstmordgedanken. Am sonnabendnachmittag verließ sie ihr Geschäft zu einem Ausgang und kehrte nicht wieder zurück. Gestern wurde sie als Leiche aus dem Larchwehrtanal vor dem Hause Schöneberger Ufer 12 gelandet.— Ein aufregender Selbstmord wird vom Planufer gemeldet. Dort sprang vorgestern abend vor dem Hause 79 eine unbekannte Frau vor den Augen der Spazieqzänger in den Schiffahrtskanal. Einem Schutzmann gelang es, sie nach kurzer Zeit aus dem Wasser zu ziehen. Trotz- dem er sofort Wiederbelcvungsversuchc anstellte, blieben sie er- folglos. Die Tote ist etwa 20 Jahre alt und mittelgroß und scheint dem Mittelstände angehört zu haben. Auf einem Arm trägt sie die Hautätzung I?. K. Friedrichsfelde. Mittwoch,_bcn 14. Juni, Mitgliederversammlung bei Sudbrink, Berliner Straße. 1. Jahresbericht der Be- zirksleitung, 2. Neuwahl der Bezirksleitung, 3. Vorschläge betr. Leöensmittelverteilung. Beginn der Versammlung pünktlich 9 Uhr. Karlshvrst. Wahlvereinsversammlung am Mittwoch, den 14. Juni, abends 9 Uhr. bei Backnicker, Dönhofstraße. Tages- ordnung: Bericht von der Kreisgeneralversammlung. Theater für Dienstag, den 13. Juni. Berliner Theater. sNu.iMirn ötasMe. Denlscbes Opernhaus Charlottbg, S Uhr: v. tigMSgös!. KsgNSlig Friedrich-Wilhelmstädt. Theater. s'ftu.: Das Drei&iäderüiaus. Kleines Theater. s�u.Js Boeii2eitsre{se.D1Ä.st' Komische Oper. S'/j Uhr: Der selige Balduin. Lustspielhaus. s'/j ühr: Brauelto& Fix. Vietropol-Theater ühr0:GieGro8{i8rzop?.Gsfo!stsii}. Montis Operetten-Theater Gastspiel das Kleinen Theaters: 8l/2 Uhr: Mg! ßSfMrS. Kesidenz-Theater s'/. mw: Filepötieiiiller. Schiller-Theater O. 8Uhr:Bilrg8siiGh b, romantisch ScbsIlar-Th.Charlotteubjf. s cur: Mein Leopold. Thalia-Theater. s'ftu.rBloaömehen. Theater am Sollendorfpl. s'/s u.-. immer leste drall! Xhcator des VT cstens 8si,u.: Bas GMsöiädel. Trlanon-Tfaeater. sv, uhr: Taute Tüs'ehen. Dentschet» Theater. AUabendlich S1/, Dhr: Die Familie Schimeb. Kammerspiele. Dienstag u. Mittwoch S1/- Uhr: Erdgeist. Tolksbühne, Th. a Bülowplatz. AUabendlich Anfang S'ft ühr; Kobert and Bertram. RosesTheater, 8'l4 Uhr: Des Königs Befehl. Alwin NeuB a. G.— Kartenbühnc: Es gibt nur ein Berlin. Walhslls-Thester. lÄ?: Der Glucksslhnmd. Grosse(Sarten-Borstellnng. 4ämiralspalasi. Das ne ne E i s b a 1 1 o 1 1 �ifrau 6jantasi8. Anf. S Chr. 3t, 3, 4 M. Mm Oscar Saiso I Cjicy Kieselbaasen sowie der große Juni-Spielplan. Dazu: Zurückgekehrt Dr. Silberstein, Arzt, Neukölin, Berliner Str. 93. 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Juni, nachm. 3 Uhr, von der Leichenhalle des JohannislirchhoseS m Plötzensee aus statt. Treffpunkt um siz2 Uhr bei Marggras._| _Nach langem Leiden starb am Sonntag, den 11. Juni, nachm. 2'l, Uhr, mein lieber Mann, unser guter Bruder, Schwiegersohn, Schwager, Onlel und Neffe, der Schriftsetzer Felix Rieger im fast vollendeten 43. Lebensjahre. Dies zeigt tiefbetrübt an TIarla Kiegcr, geb. Iah». Die Beerdigung findet am Mitt- woch, den 14. Juni, nachmittags 5si, Uhr, von der Leichenhalle des Wumersdorfer Friedhofes, Ber- lwer Strasse, ans statt. Gedenktag. Heute vor einem Jahr mußte I sein Leben lassen mein innig- geliebter Mann, ttcmorgender! Vater seines einzigen Kindes, der j Unteroffizier Paui ßankert im Kaiscr-Tllcxander-Garde-Gre- nadicr-Regimcnt Nr. 1, 8. Komp. In schmerzlicher Erinnerung Den»« Dankert und Gerdachen. Vor einem Jahr da nahm dei Weltkrieg mir mein höchstes Glücks Du, mein geliebter Mann, kehrst nimmermehr zurück. Verlassen bin ich und Dein liebes Kind, das feinen lieben guten Vater nimmer wieder findet. Dein blähend junges Leben, für was nur basr Du es dahingegeben V Hast stets dem Tod ins Au�' gc- sehen, und hast stets gehofft aus ein Wiedersehen. 809! Berlm-Wittenau. Klumeu- llud öraniiiittdrrci von Röder! Meyer, Jnh.: P. Ciolletz Mariauucnsir. 3. Tel. M pl. 36 Habe» Sie W 64 i Operette v. Ose. Straus. Jju/mcraäpea schmerzhaste Fusssohlenverh ärtung n. Hornhaut entfernt mit absoluter Sicheriieit Reichels ,.Bosco". Einziges Radikalmittel für ein;--wurzelte Leiden.- Seit �5 Jabren bewährt! Doie 73 Pf., gegen Ä?!. 1.— iranlo durch Otto Reichel, Berlin 43, Essenbahnjttasse 4. H.Pfau. ®o"n DireksenstraSe 20 zwischen Babnbos Ale�anderplatz und Polizeipräsidium.— Amt Kst. 3208. Für Damen Frauen-Bedienung.' Lieferant iür alle Krankenkassen Kleiderlänse m.Brnt, FICbe.Watizen.Tieh-üngezieffr, vernichtet radikal Goldgeist W. Z. 75 19& Färb- und gernchlos. 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