Z?r. 164.-3�. Jahrg. Hbonnenicnts--Bcdingun9en: lldonnements. Preis vränumcrando' Vierleliä�hr!. L.90 Ml, nu>natl. l,Z0Ml. wöchentlich M Pfg. Kol ttts HanZ. Einzelne Nummer ö Psg. SömitagS» nummcr mit tllusiricrlcr Sonnia-tz« Beilage.Die Neue Wein 10 Psg. Post- Abonnement: 1.30 Marl pro Monat. Eingetragen in die Post. Zeitungs- Brei-Iisre. Unter Kreuzband lür Deutschland und Oesterreich- Ungarn LLV Marl, für das übrige Ausland i Marl pro Monat. Postabonncmenls nehmen an Belgien, Dänemarl, Holland, Italien. Luxcniburg, Portugal. Rumänien, Schweden und die Schweiz. ( 5 Pfennig) c Die Tnlertlons'Gcbübr t«trägt für die sechsgespaltene Kolonel- 'eile oder deren Siauin 00 Pig.. für Politische und gewerlschaslliche Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 30 Pig. «Kleine Hnieigcn", das tcttgedruckie Wort 20 Psg. tzutäisiz 2 fettgedruckte Worlci, jedes weitere Wort 10 Psg. ktellengesuche und Echlafstellenan- zeigen das erste Wort 10 Psg, jedes wettere Wort ö Psg. Worte über lö Buch- staben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis k Uhr nachmittags in der Expedition ildgcgeden werden. Die Expedition ist dts 7 Uhr abends gevstnel. crlche!nl täglich. Verltnev VolkrsblÄkt. Telegramm-Adreste: .SopsitHlemolilsl keliil»". V Tentralorgan äer foziaXdemökvxtifdhen Partei Dcutfcblands. Neöaktlon: EW. HS, Linöenstraße Z. Zhernsprccher: Amt Moristplatz, Nr. lal 30— IKI S7. Sonnabend, den 17. Juni 1916. Expedition: SW. H8, Lindenstraße Z. Fernsprecher: Amt Morippla«, Nr. 1S1SV— 15137. Wahrheit oder Selbstgercchtigkeit? Bou Heinrich Schulz. II. Nach den allgemeinen Betrachtungen des ersten Artikels nun noch einige Bemerkungen zu den Angaben und Urteilen des„Vorwärts�-Artikels über die parlamentarische Tätigkeit der alten und der neuen Fraktion. Es soll eine innerliche Unwahrheit in der Tatsache ge- legen haben, daß bis zur Spaltung die Fraktion nach außen als geschlossene Einheit auftrat, obwohl im Innern heftig gestritten wurde. Kann es in einer demokratischen Organisation je anders sein? Ist es nicht von Anbeginn der Partei an so gewesen, daß im Innern, in der Presse, in Versammlungen, auf Parteitagen, heftig un: den richtigen Weg gestritten wurde, daß aber nach einem Entscheid der Mehrheit streng im Sinne dieses Entscheides öffentlich gehandelt wurde, ganz gleich, ob die Mehrheit über eine große oder kleine Minderheit gesiegt hatte! WaS aber von jeher Rechtens war, soll plötzlich unwahr und inhaltlos sein, sobald es einer besonders hart- nackigen Minderheit nicht paßt, sich Mehrheitsbeschlüssen � zu unterwerfen? Man komme mir nicht mit dem Gerede, gerade die Minderheit habe die sozialistischen Grundsätze aufrechtzuerhalten sich bemüht und daher sei sie zu ihrer Handlungsweise berechtigt gewesen. Die sozialistischen Grund- sätze sind keine mathematischen Formeln von absoluter Richtig- keit und Eindeutigkeit. Darum hat bei der Auslegung die Mehrheit in jedem Falle recht, solange sich Sozialisten zu einer demokratischen Gemeinschaft zusammenschließen. Eine besondere Anmaßung inmitten der allgemeinen An- maßung der beiden„Vorwärts"-Artikel stellt das Rechen- exempel dar, das über die Verteilung der Redner seit der Fraktionsspaltung aufgestellt wird: früher hätten zwei Ver- trctcr der Mehrheit gesprochen. Seitdem die Arbeitsgemein- schast ihre segensreiche Tätigkeit entfaltet habe, trete sie mit zwei Rednern neben den beiden Rednern der alten Fraktion auf. Von diesen sei aber auch einer dem linken, also dem der Arbeitsgemeinschaft nahestehenden Flügel entnommen s der andere auch, der aber sehe sich doch genötigt, im Sinne der Arbeitsgemeinschaft zu reden. Ich verzichte auch bei diesem krassen Gewaltakt, der zur höheren Ehre der Arbeitsgemeinschaft der Klarheit und Wahr- heit angetan wird, auf jedes Wort moralischer Entrüstung. Nur einige Tatsachen will ich dem politischen Rechenexempel entgegenstellen. Vor der Spaltung wurde in der Regel auf den damaligen linken Flügel außergewöhnliche und weit über seine zahlenmäßige Stärke hinausgehende Rücksicht genommen, wenn es sich um die Festsetzung der Redner handelte. Nur ausnahmsweise, wenn es notwendig war, daß die von der Fraktionsmehrhcit verantwortlich gezeichnete Politik aus wich- tigen politischen Gründen unzweideutig zum Ausdrucks kam, wurden zwei Redner der Fraktionsmchrheit ernannt. So in dem Falle der Friedcnsinterpellation. Es war aus politischen Gründen einfaa) unmöglich, die Begründung der Interpellation und noch weniger das zusammenfassende Schlußwort einem Genossen zu übertragen, der in wichtigen Einzelfragcn und in der Gcsamtauffassung stark vom Standpunkt der Mehrheit abwich. lieber das zählenmäßige Verhältnis der Redner von Mehrheit und Minderheit vor der Spaltung sind vor einiger Zeit genaue Angaben gemacht worden, die bestätigen, was ich dargelegt habe, und auf die ich an dieser Stelle verweise. Seit dem Bestehen der Arbeitsgemeinschaft sind nicht nur die Fraktionssitzungen erheblich ruhiger und ungestörter ver- laufen als früher, es hat auch keine nennenswerte Debatten über die Redncrvcrteilung gegeben. Leitender Grundsatz war stets, daß jeder auf den Posten gestellt wurde, auf den er nach seinen Fähigkeiten und seiner �besonderen Eignung gehörte. Während früher, vor der Spaltung— um nur ein Beispiel anzuführen— Genosse Wurm als sachkundiges Mit- glied einer großstädtischen Selbstverwaltung zu der wichtigen Ernährungsfrage sprach, wurde jetzt Genosse Hoffmann, der seit über Jahresfrist als stellvertretender Bürgermeister die gesamte Verwaltung der großen Stadt Kaiserslautern in Händen hat, dazu bestimmt. Keinem Menschen ist dabei in den Sinn gekomnicn, den Genossen Hoffmann zu wählen, um damit vor der Arbeitsgemeinschaft eine Verbeugung zu machen. Keinem Redner der Fraktionsmehrhcit habe auch nur vorübergehend der Gedanke den Sinn verwirrt, Inhalt und Färbung seiner Ausführungen von unsachlichen Rück- sichten auf die Arbeitsgemeinschaft beeinflussen zu lassen. Tie sind alle fähig genug, ihre Reden nach eigenen, aus der Sache geschöpften und von der gesamten politischen Situation beeinflußten Beweggründen ein- zurichten. Wenn der Verfasser der.,Vorwärts".Artikel mit seinem Rechenexempel von dem Umstände ausgehen sollte, daß sich die Reden der sozialdemokratischen Arbeits- gemeinschast nach Schärfe der Beweisführung und Durch- schlagskraft der Gründe nicht übermäßig von den Reden der alten Fraktion unterscheiden, so zäumt er das Pferd am Schwänze auf, we«« er daraus den Schluß zieht, die alte Fraktion sei„radikaler- im Sinne der neuen Fraktion ge- worden. Das war nicht nötig. Umgekehrt ist es: der Um- stand zeigt die vollendete Uebcrflüssigkeit der Fraktionsspaltung. Neueres und Besseres als sie in der alten Fraktion hätten sagen können, haben sie in der neuen Fraktion auch nicht zu sagen gewußt. Inwieweit die neue Fraktion ein Recht hat, der alten Fraktion vorzuwerfen, sie schreite auf dem Wege„einer rein opportunistischen Politik der Anpassung'an die innere und äußere Politik des Imperialismus" voran, wird ihr am besten ihr feindlicher Bruder zur Linken beantworten. Für die äußerste Linke ist die Politik der Arbeitsgcmeinschrst im Wesen nichts anderes als das. was diese der alten Fraktion vorzu- werfen beliebt. Wir können den Austrag dieser Streitfrage deshalb wohl vertagen, bis ein Parteitag„Klarheit und Wahrheit" in die tiefgehenden Meinungsverschiedenheiten der deutschen Partei bringt. Das gleiche gilt von dem angeblich „grundsätzlichen" Unterschied zwischen der alten und neuen Fraktion in der O-Bootfrage. Wenn sich der„Vormärts"artikel mehrmals darauf beruft, daß die Arbeitsgemeinschaft in dieser und jener Frage an dem„alten" und„bewährten Parteistandpunkt" fest- gehalten hat, so will ich ihr dieses Verdienst nicht schmälern. Wer eine besondere Leistung darin erblickt, daß er trotz Welt- krieg und alledem seine politischen Stiefel noch unverändert über sämtliche alten Leisten von ehedem zu schlagen vermag, möge dies getrost weiter tun, solange ihm die neue Ent- Wicklung der Dinge dieses Vergnügen nicht beeinträchtigt. Er hat dabei zunächst einige unzweifelhafte Vorteile vor den anderen, die nicht so leistengläubig sind. Er kann sich die Mühe ersparen, über die auftauchenden neuen Fragen und ihre beste Lösung im Interesse der deutschen Arbeiter nach- zudenken. Er braucht nur im Register der alten Beschlüsse und Gepflogenheiten nachzuschlagen und wird bei einiger Mühe etwas schwarz auf weiß finden, das er getrost nach Hause tragen kann. Er erspart sich ferner die Mühe, ein verändertes taktisches Verhalten vor den Arbeitern begründen zu müssen. Das ist keine leichte Aufgabe, denn die Arbeiter sind durch langjährige Ucbung an die überlieferte Tatktik und die damit verbundene Beweisführung so gewöhnt, daß sie sich nicht ohne dringende und zwingende Gründe davon trennen. Das ist eine an sich durchaus erfreuliche Tat- fache, die nur unerfreulich werden kann, wenn in einer schweren Zeit wie der gegenwärtigen, in der der Kriegszustand das freie politische Leben erstickt und dazu schwere wirtschaftliche und seelische Not die Menschen innerlich verbittert und er- härtet, neue Notwendigkeiten begründet werden müssen, gegen die bei oberflächlicher Betrachtung soviele Gründe sprechen wie bei gründlicher Prüfung dafür. In solchen Zeiten hat es derjenige immer leichter, der sich mit vollen Backen auf das bewährte Alte berufen kann. Aber das Bequemere hat mich an sich nie gereizt. Ich entscheide mich für das. was nach meiner eigenen gewissenhaften Beurteilung auf der Linie des geschichtlichen Fortschritts marschiert, mag es auch zu- nächst mit Unbequemlichkeiten verknüpft sein. Die Zeit wird dem Werdenden schon zu seinem Rechte verhelfen. Der Artikelschreiber des„Vorwärts" scheint mir einem Manne zu gleichen, der einen konvex geschliffenen Spiegel in der Hand hält. Wenn er sich selber darin betrachtet, so hält er den Spiegel dicht vor sein Gesicht, so dicht, daß seine Nase den Spiegel berührt. Bewundernd ruft er dann aus: „Seht, was für einen großen Kopf, was für eine fabelhafte Nase ich habe!" Wenn er aber die anderen in seinen Spiegel schauen läßt, so hält er ihn weit ab, so daß die anderen darin klein, ganz klein erscheinen. Und geringschätzig ertönt es aus seinem Munde:„Was für Zwerge seid ihr doch gegen mich!" Aber es ist immer ein mißlich Ding, die Welt durch ge- bogcne Spiegel zu betrachten. Man erhält nur Zerrbilder, die eine vergnügte Stunde zu bereiten vermögen, nicht aber— „Klarheit und Wahrheit". «• • Nach einer nochmaligen gewissenhaften Durchsicht der Schulz- schen Artikel glauben wir uns eine Widerlegung im Interesse unserer Leser und unseres Raumes sparen zu können.. Sachliche und begründete Gegenargumente bringt Schulz ja nicht, und seine Schulmeistereien bedürfen keiner besonderen Zurückweisung. Im wesentlichen wirft Genosse Schulz unseren Artikeln Ueber- Hebung vor; wir überlassen es den Lesern, zu entscheiden, ob nicht auf seine Artikel dieser Vorwurf viel mehr zutrifft. Die Redaktion des„Vorwärts". Eine sozialistische Erklärung im italienischen Parlament. Lugano, 8. Juni. fEig. Ber.) Da die sozialistische Fraktion die patriotischcn-palhctischen Dekla- mationen, die Salandra bei der Parlamentseröffnung machte, als von den Äriegsinvaliden und Kriegswaisen die Rede war. mit der größten Gleichgültigkeit und Kälte aufnahm, erhob sich in der Kammer ein unbeschreiblicher Tumult, an dem sich das Publikum in den Tribünen am lautesten beteiligte.„Verkaufte",„Verräter", „Oesterreicher", hieß es von allen Seiten. Darauf ergriff Genosse Prampolini, der aus Gesundheitsgründen sich schon sehr lange nicht mehr an den parlamentarischen Arbeiten beteiligt, das Wort zu folgender Erklärung:„Ich ergreife das Wort, um dagegen zu protestieren, was gegen diesen Teil der Volksvertretung jaus die sozialistischen Abgeordneten hinweisend) hier gesagt wurde, weil sie sich nicht an der Demonstration der Mehrheil des Hauses beteiligten. Ich gebe zu, daß unser Verhalten unangenehm, ja schmerzltch be- rühren kann, aber ich möchte doch wünschen, wenigstens aus Rücksicht auf die Forderungen der Kultur, daß es uns gegeben sei, die Meinung anderer und sei es auch die Meinung der Mehrheit nicht zu teilen, ohne daß man uns verleumdet und verhöhnt mir ebenso gemeinen wie dummen Beschuldigungen, gleich denen, die man uns zugerufen: Oesterreicher, Verkaufte! Es wäre Zeil, mit diesem System aufzuräumen. Wer uns solche Verleumdungen ins Gesicht schleudert, beweist, daß er nicht zur modernen Kulturwelt, sondern zur Clique von Intoleranten gehört. Denn wer nur der kleinsten Kritik fähig ist, sollte sich Rechenschaft davon abgeben können, wie tiefernst und kompliziert das Problem ist/ vor das wir in diesem tragischen Moment gestellt sind, und sollte die Meinungsfreiheil und die Ehrenhafligkeil der abweichenden Minderheilen achten, ohne sie zu verleumden, ohne sich anzumaßen, sie um ihr Recht zu bringen, ihre abweichende Meinung zu ver- treten. Wir Sozialisten haben ebenso viel Mitgefühl mit den Gefallenen als ihr, ja noch mehr.(Lärm.) Jawohl! Gerade unser tiefer und unbesiegbarer Abscheu dem Kriege gegenüber sollte euch beweisen, wie tief unser Mitgefühl für sie ist... Auch wir grüßen mit tiefem Beileid ihr Andenken, wie das Andenken aller derer, die in den Abgrund des Krieges hineingezogen sind.(Laute, andauernde Unterbrechungen.) Zur gleichen Zeit empsinden wir aber das Bedürfnis, heute lebhaften Protest zu erheben und zwar ist dieser Protest heftiger als je gegen den europäischen Krieg(großer andauernder Lärm) und gegen das kapitalistische System, das ihn hervorgerufen. Es ist unser heißester Wunsch, daß der Fricdcnswunsch, der von den sozialistischen Parteien ganz Europas aufgenommen worden ist, so bald als möglich mächtig genug wird, um die Regierung zu zwingen, dem entsetzlichen Menschenmord ein Ende zu machen. Es lebe die Internationale der Arbeilerl"(Andauerndes Händeklatschen beiden Sozialdemokraten. Großer Lärm im ganzen Hause.)(e) Ein Mtrag gegen öie französischen Aimmerwalüer. Der Abgeordnete Pugliesi-C onti brachte einen Antrag ein, der verlangt, daß die Abgeordneten, die seit Kriegs« beginn sich mit Unterlaneil feindlicher Länder zu Beratungen trafen, nur nach A b l e i st u n g eines Eid e«, daß sie bis zum Ende des Krieges auf jede direkte und indirekte Beziehung mit dem Feinde verzichten wollen der geheimen Sitzung beiwohnen können. Präsident Dcschanel erklärte, daß dieser Antrag ihm nicht verfassungs- mäßig erscheine. Die Kammer verwies ihn daher an den Geschäfts- ordnungSausschuß zurück.— Der Antrag richtet sich gegen die sozio- listischen Abgeordneten, die an der letzten internationalen Konferenz in der Schweiz teilgenommen haben. 4° In der schweizer Parteiprcsse lesen wir: Als fromme Pilger und weltentrückte Heilige hat die natio« nalistische und sozialpatriotische Presse Frankreichs die drei Devu- tiertcn, die in Kienihal waren, lächerlich zu machen gesucht. Wie sehr gerade sie in der Wirklichkeil leben und mit ihrem Handeln dem Willen der Genossen ihrer Föderation entsprechen, zeigt eine En!« schließung der Föderation der Jsöre, in welcher gesagt wird, daß ihr Abgeordneter R a f f i n- D u g e n s wirklich ohne Mandat und in Widerspruch zu den Beschlüssen des Nationalrats gehandelt habe, als er nach Kienthal ging. Alleiw Genosse Raffin-Dngens habe damit im Sinne der Föderation gehandelt, welche der Resolution des Nationalrates nicht zugestimmt bat. Die Föderation lehne es daher ab, den Genossen Raffin-Dugcns irgendwie zu desavouieren. Die vom Parteivorstand so veipönte Initiative der Genossen, die in Zimmer wald und Kienihal waren, sei nur die Folge seiner eigenen Handlungen. Sunüesrat tzoffmann über ßrieöens- vermittelung. Bern, 15. Juni.(W. T. B.) Meldung der Schweizerischen Depeschenagcntur.. Bei der Beratung über den Neutralitätsbericht im Nationalrat gab Bundesrat Hoffmann, Chef des polt« tischen Departements, auf die Anftage von Scherrer-Fuell- ni a n n wegen einer Friedensvermittelung eine Erllärung ab, die im wesentlichen besagt: Die Preßnachrichlen über eine vermittelnde Tätigkeil anderer neutraler Staaten sind mit äußerster Vorsicht zu beurteilen. ES ist Veranlassung vorhanden, diese Preß- Mitteilungen als unzutreffend zu erachten. Der Bundesrat befindet sich schon feit geraumer Zeit in ständiger Fühlung mit anderen neutralen Regierungen, kann aber darüber keine Mitteilungen machen. Das ReckU der Neutralen, ihre guten Dienste zur Vermittelung anzubieten, steht auf Grund des Artikels 30 des Haager Abkommens von 1839 außer Zweifel. Vom Standpunkt des Völkerrechts kann die Ausübung des Rechts der Ver- miltelnng nicht als ein unfreundliches Vorgehen betrachtet werden, im gegenwärtigen Augenblick besteht aber die Gefahr, daß dies von einer Seile der Kriegführenden der Fall wäre. Ter Moment der Krise, der Augenblick höchster militärischer An« s p a n n u n g, die gegenwärtig vorhanden ist, erscheint zu Versuchen der Vermittlung wenig geignet. Der Standpunlt Scherrers, daß der Zeitpunkt geeignet sei, weil die Neutralen kein Interesse daran haben, daß der Frieden auf den Trümmern des einen oder des anderen Staates geschlossen werde, ist, neulraß gesprochen, ver- ständig, weil wir, neutral gesprochen, ein gewisses Gleichgewicht zwischen den großen Staaten als für uns am vorleilhafiesten erachten. Vom Standpunkt der Kricgsührenden ei scheint die Sache vielleicht anders, und es ist da größte Vorsicht geboten. Es kann Ulchl rrnjere Tache sein, eS kann die Sache keines neutralen Staate? sein, den Kriegsührenden �u sagen, welche? ifite eigenen Interessen sind. Ta-5 können nur sie selbst enlscheiden. So oft also auch die ganz nnlür- Uchen Friedenskundgebungen an den Bundesrat gelangen, mutz er sich wiederholen, daß eine Ncgierung kühlen Kopf zu bewahren hat und das Herz nicht zu sehr sprechen lassen dors. Sie mutz kühl er» wägen, ob die gegebene internationale Lage sür ein Eingreifen gc- eignet ist. Nur dann kann sie richtig handeln. Alle Eni» schlietzungcn, alle Dersammlungen, alle Kundgebungen können an diesem Standpunkt des Bundesrats nichts ändern. Ter Bundes- rar kann nur versichern, daß er nach wie vor mit größter Aufmerksamkeit den Gang der Ereignisse verfolgen wird und daß er sich als erster glücklich schätzen wird, wenn er dazu beitragen kann, einen baldigen dauerhaften Frieden zu erreichen. Zu der Frage der Einberusung einer allgemeinen Staate nkonfercnz zur Beratung einer internationalen Rechts- o r d n u n g zur Erledigung aller völkerrechtlichen Streitfragen be- merke ich: Der Bundesrat ist sich immer klar gewesen, daß es eine erste Pflicht einer neutralen Regierung sein wird, an dem Wieder- üusbau des zertrümmerten Völkerrechts zu arbeiten, und daß die neutralen Staaten in allererster Linie ein LebcnSintercsse daran haben, ihre heiligen, so vielfach verletzten Rechte auf einer sichereren Grundlage wieder aufzubauen, als das jetzige Völkerrecht ist. Der Bundesrat mutz sich auch in dieser Frage freie Wahl der Mittel und des Zeitpunktes für die Erreichung des Zieles vorbehalten. Hoffentlich ist der Zeitpunkt nicht mehr ferne, daß der Bundesrat nicht mehr mit einer bloßen Vertröstung, sondern mit iachlichen Mitteilungen erwidern kann. Eine andere Antwort kann heute nicht gegeben werden.(Beifall.) Der französische Tagesbericht. Paris, 15. Juni.(W.T.B.) Amtlicher Bericht von Donnerstag nachmittag. Auf beiden Ufern der Maas keinerlei Jnfanlerietätigkeit. Im Laufe der Nacht waren die beider- seitigen Artillerien in der Gegend von Chaltancourt sowie in den Abschnitten nördlich von Souville tätig. In den Vogefcn wurde eine starke feindliche Abteilung, die mit Hilfe eines lebhaften Geschützfcuers unsere Linien zu erreichen suchte, durch unser Maschincngewehrfcucr zurückgeschlagen, ein anderer Handstreich der Deutschen gegen unsere Stellungen nordwestlich von Bonhomme scheiterte vollkommen. Paris, 16. Juni.es AöW SWWMs. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 1«. Juni 1916.(W. Z. L.) Westlicher Kriegsschauplatz. Links der Maas griffen die Franzosen mit starken Kräften den Südabhang des„Toten Mannes" au. Nach- dem cS ihnen gelungen war, vorübergehend Gelände zu gewinnen, wurden sie durch ciiicu kurzen Gegenstoß wieder zurückgeworfen; wir nahmen dabei 8 Offiziere und 238 Mann gefangen und erbeuteten mehrere Maschinengewehre. Eine Wiederholung des feindlichen Augriffs am späten Abend nnd Unternehmungen gegen die beiderseits an- schließenden deutschen Linien waren völlig ergebnislos. Der Gegner erlitt schwere blutige Verluste. Rechts der MaaS blieb die GcfcchtStätigkeit, abgesehen von kleineren für uns günstigen Jnfantcrickämpfcn an der Thiaumont-Schlucht, im wesentlichen auf starke Feuer- tätigkeit der Artillerien beschränkt. Oestlicher Kriegsschauplatz. Gegen die Front der Armee des Generals Grafen Bothmer nördlich von Przcwlrka setzten die Russen auch gestern ihre Anstrengungen fort. Bei der Abwehr des Feindes blieben über IVO Mann gefangen in der Hand des Verteidigers. Balkan-Kriegsschauplatz. Tie Lage ist unverändert. Oberste HeereSleltung. •» * M WWW GMkllhMMM. Wien, 16. Juni.(W. T. B.) Amtlich wird ver- l a u tb a rt: Ruffischer Kriegsschauplatz. Südlich des D n j c st r schlugen unsere Truppen feindliche Kavallerie zurück. Sonst m diesem Räume nur Geplänkel. Westlich von WiSniowczy dauern die Anstürme ruffischer Kolonnen gegen unsere Stellungen fort. In der Hand der Lcr- leidiger blieben zwei russische Offiziere und vierhundert Mann. Bei Tarnopol keine besonderen Ereignisse. In W o l h y n i e n entwickeln sich an ganzer Front neue Kämpfe. Am Stochod-Styr wurden abermals mehrere lieber- gangsvcrsuche abgeschlagen, wobei der Feind wie immer schwere Berlustr erlitt. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Kämpfe am Südteil der Hochfläche von Doberdo endeten mit der Abweisung der feindlichen Angriffe. Ebenso scheiterten erneuerte Borstöste der Italiener gegen einzelne unserer Dvlo- mitcnstellungcu. Auf der Hochstäche von Afiago sind lebhafte Arttllcrickämpfe im Gange. Im Lrtlcrgcbict nahmen unsere Truppen die Tvkatt- und hintere Madatsch-Spiye im Besitz. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Nicht? von Belang. Der Stellvertreter de« Chefs de? GcncralstabcS. v. Hoefer, FcldmarschallcUtnaNt. ♦.~._____. Ereignisse zur See./ Ein Geschwader von Sccstugzeugcn hat in der Nacht vom 15. auf 16. die Bahnanlagen Portogruaro und Lattsana und die Bahnstrecke Portogruaro— Lalifana, ein zweites Geschwader Bahn- Hof und militärische Anlagen von Motta di Livcnza, ein dritte« die feindlichen Stellungen von Monfalcone San Canzian, Pirri» und Bestrigna erfolgreich mit Bomben belegt, mehrere Volltreffer in Bahnhöfen und Stellungen erzielt. Starke Brände wurden deobachtct. Alle Flugzeuge sind trotz heftiger Beschießung«n- beschädigt eingerückt. Flottenkommand«. Bericht des türkischen Hauptquartiers. Konstantinopel, 16. Juni.(W. T. B.) Das Haupt- quartier teilt mit: An der Jrakfront versuchten die Engländer auf dem Nordufcr des Flusses Euphrat zwischen Korna und Nassrie zu landen, mutzten aber nach einem Kampf von sechsstündiger Dauer in voller Auflösung unter Zurücklassung von 186 Toten zurückgehen. Auf den übrigen Teilen der Front herrscht Ruhe. Nach dreitägigen Kämpfen mit russischen Abtei- l u n g e n, die an der persischen Grenze nördlich von Suleiman erschienen waren, wurde der Feind in Richtung auf Bona(Persien) zurückgeschlagen. Unsere Truppen ver- folgten den Feind im Zusammenwirken init persischen Kriegern und verjagten ihn aus Bana, von wo er nach Norden zurück- gedrängt wurde. Wir erbeuteten in diesen Kämpfen ein Ge- schütz, ein Maschinengewehr, eine große Menge Munition und Ausrüstungsstücke. An der K a u k a s u s f r o n t war die Lage gestern un- verändert. Auf einigen Abschnitten fand zeitweilig Artillerie- feuer statt. Am linken Flügel erbeuteten wir im Laufe von Vorpostengefechten zwei weitere Maschinengewebre. Von den übrigen Fronten ist keine wichtige Meldung ein- gegangen._ Nach üer Seeschlacht. Kopenhagen, 15. Juni.(W. T. B.) Nach Bläitcrmeldungen har da« Marinemmisierium Maßnahmen getroffen, um die Leichen, die in der letzten Zeit in der Nähe der dänischen Nordseeküste treibend gesehen wurden, soweit als möglich zu bergen. vom l>Oootkrieg. Pmuidc», 18. Juni.(W. T. B.i An: 9. Juni d. I. find die norwegischen Dampfer„Orkedal' und„Bure' zwischen der Doggcrbank und Terschellingbank, wie c§ heißt, durch eine Mine oder einen Torpedo versenkt worden. Tie Besatzung des Dampfers„Orkedal' hat vor der Explosion das englische U-Boot VI gesichtet. Einige Zeit nach der Explosion ist dasselbe U-Boot wieder beobachtet worden. Kampf zwischen Zlugzeug unü U-£oot. Kopenhagen, 15. Juni. IW. T. B.)„Efftrabladel' meldet au« M alm ö: Heule fand in der Nähe der schwedischen Küste unweir Dstad ein heftiger Kampf zwischen einem Unterseeboot und emem Flugzeug statt. Tic« bewart da» Unlerseebool mit einem Hagel von Bomben. Das Unterseeboot richtete ein kräftiges Feuer aus Kanonen und Gewehren gegen den Angreifer. Die Nattonalitäi der beiden Kämpfer war nicht erkennbar. Nach zehn Minuten hörte der Kampf auf. Beide Kämpfer waren augenscheinlich beschädigt. Englische Darstellung über üen Untergang üer„Hampshire�. London, 16. Juni. 1$. T. B.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Tie Admiralität teilt folgendes"über den Unter- gang der.Hampshire' mit: Aus dem Verhör milden 12 Ueberlcbenden über den Untergang der„Hampshire' lassen sich folgende Schlüsse über den Hergang des Unglücks ziehen. Die „Hampshire' fuhr längs der Westküste der Orlneyinseln. ES berrschie schwerer Sturni, und die See ging über das Schiff, so daß ein Teil der Luken geschlossen werden mußte. Zwischen 7l/3 und 7� Ubr stieß das Schiff auf eine Mine. ES begann sofort vorn zu sinken und neigte sich dann nach Steuerbord, bis es ungefähr eine Viertel- stunde später sank. Der Kommandant rief alle Leute an ihre Posten, um das Schiff zu verlassen. Einige Luken wurden geöffnet, und die Mannschaften begaben sich rasch aus ihre Stationen. ES wurde versucht, die Boote niederzulassen. Eins brach in der Mitte auseinander, und die Jnsaffcn stürzten ins Wasser. Als die Leute durch eine der Luken ihre Posten aufsuchten. erschien K i t ch e n e r in Begleitung eines Marineoffiziers. Dieicr rief: Platz für Lord Kitchener! und sie begaben sich nach dem Halb- deck. Später sah man vier Stabsoffiziere über das Halbdeck der Backbordseite des Hinterschiffs gehen. Der Kommandant rief Kitchener zu, er solle nach vorn auf die Brücke kommen, Ivo das Boot dc« Kommandanten zu Wasser gelassen wurde. Man hat auch gehört, daß der Kommandant Kitchener zurief, er möge ins Boot steigen. Aber niemand konnte sagen, ob Kitchener das Boot erreicht habe oder nicht, und was aus diesem Boot geworden ist. Es hat auch nie- mand gesehen, ob eines der Boote vom Schiff freikam. Der Bericht der Aemiralität schließt mit einer Mitteilung über die zweckmäßige Verwendung von Rettungsgürteln, Schwimmwesten usw., um die Mannschaft auf dem Wasser treibend zu erhalten. Zwischen 150 und 200 Mann kamen auf Flößen vom Schiff frei. Sie glitten aber einer nach dem anderen von den Flößen herunter oder gingen an Erschöpfung oder Kälte zu gründe. Einige müssen auch bei dem Versuch, an der felsigen Küste zu landen, umgekommen sein: andere starben, nach- dem sie an Land gekommen waren. Jellicoe gibt am Schluß dc- Bericht? dem Schmerz der Flotte über KitchcncrS Untergang Ausdruck. Eine eisfreie rujstfche ßlottenstation. Kopenhagen, 16. Juni.(W. T. B.)„Politiken" meldet au« Bergen: Es verlautet, die russische Flotten st ation K i I d e n an der Rurmankiiste sei jetzt fertig- g e st e l l t. ES sollen dort leichte Kreuzer und Torpedojägcr stationiert werden. Die meisten dieser Kriegsschiffe sind während des Kriege? in England gebaut, das auch mehrere Untersccboole dorthin senden wird. Die Anlegung der Flottenstation war mit bedeutenden Kosten verbunden, da umfangreiche SprengungSarbeitcn* notwendig waren. Der Hafen liegt am Halafjord, ist das ganze Jahr eisfrei und steht in unmittelbarer Verbindung init der Murmanbahn. Lord Kitchener sollte nach Semevada, dem Endpunkt der Bahn fahren und von dort die Reise nach Petcrlöurz mit der Murmanbahn fortsetzen. Die Kämpfe in Deutsch-Gstafrika. London, 15. Juni.(W. T. B.,«Meldung de« Reuterschen Bureau«.) Das Kriegsamt teilt mit, daß nach dem Bericht deS Generals Emuts die nördliche Kolonne Makuyuni erreicht Wilhelmstal jetzt in britischem Besitz ist. Tanza ist, wie gemeldet wird, frei von Feinden. Graf Tisza über Kriegs- unü Zrieüenszieic. Budapest, 15. Juni.(W. T. B.> Abgeordnetenhaus. Im Lquft der Erörterung dcS Budgeiproviforiums ergriff Ministerpräsident Graf Tisza das Wort und fübrw auS: Auch die gsgcnwiuiige Debatte hat ergebe», daß alle Teile de- ungarischen öffentlicheu Lebens darin übereinstimmen, daß angesichts der Aufnahme, welche die auf den Frieden gerichteten, im ringarischen Parlament und im Deutschen Reichstag gefallenen Erklärungen bei unseren Gegnern gefunden haben, unS nichts anderes übrig bleibt, als den K o m v f init unerfchülterlichcr Festigkeit fortzusetzen, bis unsere Gegner gezwungen sind, die Richtigkeit unseres Stand- Punktes anzuerkennen.(Lebhafte Zustimmung.) Die aggreijive DcnkungSweise unserer Gegner, die Bedrohung unserer Existenz. welche die Ursache des Krieges war, geht auch aus den bis in die letzte Zeil gemachten Aeußerungen unserer Gegner hervor. Gegen- über unserer Monarchie stellen sie sich aus den zynischen Standpunkt, die Monarchie aufteilen und vernichten zu wollen, gegenüber dem Deutschen Reiche gebrauchen sie das billige Schlagwort vom Kampfs gegen den deutschen Militarismus. Es wäre sebr leicht nachzuweisen, daß der Miliiarismus, welcher auf den Völkern Eurovas lastet, nicht ein deuischer, sondern ein europäischer Militarismus ist.(Lebhafte Zustimmung.) In Deutschland ist er sicher- lich am wenigsten herausfordernd. Die Grundlage der Politik des Deutschen Reiches feit seiner Einigung ist konservativ und defensiv. Eine AuSbrcilung verfolgt diese Politik blos auf wirtschafllichcm Gebiete. England führt den Krieg au« Furcht vor der Entwickelung der deutschen Volkswirtschaft, vor dem ehrlichen deutschen Weil- bewerb. ES will die Vernichtung der wirtschaftlichen Kräfte deS Neben- buhlers.(Lebhafte Zustimmung.) Der Miiiifterpräsident verweist zum Beweise der englischen Denkuiigsart aus einen Actikel der.Daily Mail", welcher die Ernennung Hclfferichö zum SiaalS- fekretär bespricht und hierbei sagt: Auch England brauchte an der Spitze der Regierung einen Mann, welcher fähig ist— man würde erwarten, den englischen Handel zu entwickeln, das sagt das Blai! aber nicht, sondern es sagt:— den deutschen Handel zu vernichten.(Ledhafte Bewegung.) Einer solöben Gesinnung gegenüber können wir nichts andere« tun, als den Kampf fortseyeni Wir können mir Recht sagen, daß da« Blut, welches noch weiter vergossen wird, auf das Haupt jener fällt, welche den Kampf ohne jede moralische Berechtigung und Notwendigkeit fortsetzen. Unter solchen II in st ändc n hat eS wohl keinen Zweck, von FriedenSbedingungen zu sprechen. Auch die Ab- geordneten, welche hierüber sprachen, haben mit Recht eine gewisse Zurückhaltung beobachtet. Was die vom Grafen Andrassh erörterte Lösung der polnischen Frage betrifft, verweist der Ministerpräsident darauf, daß auch der deutsche Reichskanzler erklärt habe, daß diese Lösung nur im Einvernehmen mit Oesterreich-Ungarn erfolgen wird. Der Minister- Präsident gab dem Wunsche Ausdruck, daß die Regierung recht bald in die Lage kommen möge, auch über die Einzelheiten der Lösung dieser Frage sich zu äußern. Er versichert, daß alle maßgebenden Kreise der Monarchie bestrebi sein werden, daß die Regelung der polnischen Frage den Wünschen und LebenSmtcreffen des polnischen Volkes in weitestem Maße Rechnung trage. Lebhafter Beifall,.„.. Die Ausführungen Apponyis, daß c« nach dem Kriege einen Ltstus quo ante auch in bezug aus die B e r h a Itn i> s e im Innern nicht geben könne, unterschreibt der Ministerpräsident vollkommen. Nach den Erfabrungen diese« Krieges müssen Völker und Slaalen ganz anders Dewerler werden, als vorher. Dieier Wettkrieg hat glänzend bewiesen, waS die ungarsiche Nation für die Großmacht ftellung derMonarchie bedeutet.(Lebhafter SSeffaff.) Jeder, der nach diesem Kriege der ungarischen Nation nicht in voller Aufrichtigkeit und ohne jeden Rückhalt alle? einräumen würde, worauf sie mit Recht Anspruch erhebt, wäre nicht nur ein Feind der ungarischen Ration, sondern vielleichl noch ein größerer Feind der Dynastie und der Großmacht st ellung der Monarchie.(Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Auch in anderer Beziehung darf cS keinen Status quo ante geben. Der Krieg hat die Mitglieder der ungarischen Nation ein- ander nähergebracht. Wir haben gelernt, einander zu schätzen und zu vertrauen. Nationalitäten- und Klassengegensätze müssen m den Hintergrund treten, nicht mehr Schlagwortc, sondern die wahren Interessen der Nation müssen richtunggebend sein. Das öffentliche Leben darf nicht dort sortgesetzt werden, wo es vor dem Kriege unterbrochen worden ist. Alle Kräfte der Nation müssen den wahren Interessen der Nation dienen. Dies wird die beste Gewähr für eine glückliche Zukunft der Nation sein.(Lebhafter Beifall.) Hierauf wurde da? Budgetprovisorium angenommen. die Geheimsitzung öer französischen Kammer. Bern, 16. Juni.(D.?. B.) Zur Geheimsitzung der Pariser Kammer sind die strengsten Maßregeln ergriffen worden, um das Geheimnis zu wahren. Die Gitter des Palais Bourbon sind geschlossen. Die Journalisten dürfen die Wandel- gänge nicht betreten, sondern sich nur in einem völlig isolierten Saale aufhalten. Den Journalisten wurde der Zutritt nicht ganz- lich verwehrt, weil möglicherweise die Geheimsitzung plötzlich in eine öffentliche umgewandelt werden könnte. Jeder Minister kann zwei Mitarbeiter bestimmen, die in einem besonderen Zimmer weilen, und mit denen er telephonisch verkehren kann. Das stenographische Protokoll kommt versiegelt ins Archiv. Es liegen neun Interpellationen vor, die sich sämtlich auf V- r d u n beziehen, besonders eine Farre?, der über die Gründe der ungenügenden Verteidigung Verduns und über die Maßregeln interpelliert, welche gegen die dafür verantwortliche Persönlichkeit verhängt werde. * Paris, 16. Juni.(23. T. B.) HavaS- Meldung. Die Kammer beschloß mit 412 gegen 138 Stimmen eine Geheim- sitzung abzuhalten. Tie Sitzung wurde um 21/» Uhr nachmittags unterbrochen, um die Räumung der Tribünen vor- zunehmen. Verfolgungen öer Unabhängigen Arbeiterpartei. Der„Labour Leader" klagt, laut einem Haager Telegramm der„Franks. Ztg.", darüber, daß die britischen Behörden eine wahre Verfolgung gegen Flugschriften, Manifeste usw. der lln- abhängigen Arbeiterpartei führten. Vor allen Dingen habe die Polizei in Südwales einen großen Eifer an den Tag gelegt. In Brilon Fcrrey zum Beispiel wurden Exemplare des„Labour Leader" beschlagnahmt, in denen Snowdens Rede„Dreadnought und Dividende" wiedergegeben war. Mitglieder der Unabhängigen Arbeiterpartei in Briton Ferrey hätten Verwarnungen erhalten. Gleiche Warnungen seien den Führern in Südwales und einzelnen Plätzen von Dorkshire und Schottland zugestellt worden, wo übri- gen» auch Haussuchungen bei den Sekretären der Arbeiterpartei vorgenommen worden seien. Auch im Londoner Hauptbureau des Nationalen Rates gegen die Dienstpslicht sei eine Haussuchung vec- anstalte! und Papiere beschlagnahmt worden. Der„Labour Leader" '"azt, daß die Regieruirg durch derartige preußische Maßregeln der Friedensbewegung in England nicht den Kopf eindrücken könne. Zur Lage in Zinnlanö. Von einem fmnischen Genossen wird uns geschrieben: Seit dem Ausbruch des Kneges steht die Presse in Finnland unter einer noch strengeren Zensur als wie in Rußland. Die Zeitungen, auch die größten, sind zu ganz gewöhnlichen Jnforma- t'.onZorganen herabgedrückt, vergeblich sucht man nach einer eigenen Meinungsäußerung der Redaktionen— insofern es sich um die allgemeine politiscbe Lage im Lande selbst oder in Rußland ban- delt. DaS große Organ der Jungfinnen in Helsingfors—„H e l- finlin S a n o m a t"— versuchte neulich darauf hinzuweisen, daß die Äriegssteucrn, wenn sie Finnland prozentual mit Rußland gleich treffen sollen, Finnland doch viel schwerer treffen würden, weil ja Finnland so viel ärmer und unfruchtbarer ist. Aber auch diese schüchternen Ausführungen wiesen große Zensurlücken auf. Da die Redaktionen von sich aus über die Stimmung im Lande nichts veröffentlichen können, das Publikum aber danach verlangt, so wird alles gierig verschlungen, waS zum Beispiel aus der rufst- scheu Presse aus Finnland bezügliches entnommen werden kann. Soeben ging durch die Presse der Inhalt einer Unterredung eines Journalisten mil dem finnischen Mntsterstaatssckrctär Markow in Petersburg.(Herr Markow ist ein russischer Burcaukrat auf dem Posten eines finnischen Staatsbeamten.) Tie Spannung zwischen Schweden und Rußland de- rührr Finnland in ganz besonderem Maße. Bilden doch die Alandinseln einen Teil von Finnland. Kommt es zwischen Schweden und Rußland zum Kriege, so kann Finnland nicht un- berührt bleiben.— Tie? im Auge behaltend, hat sich Herr Markow auch über diese Spannuckg ausgelassen. Seiner Meinung nach sei nicht zu befürchten, daß Schweden gegen die Enteiüemächtc zu den Waffen greifen würde. Die augenblickliche Erregung sei auf die mit deutschem Gelde beWerk- üelligte Propaganda der Aktivisten zurückzuführen.(?) Tie schwc- duchs Regierung und das schwedische Volk seien aber zu klug und weitsichtig, um auf diese Hetze hineinzufallen. Tie Früchte de» nunmehr hundertjährigen Frieden» seien für Schweden außer- ordentlich groß, um verkannt zu werden. Der Krieg würde die Preisgabe der Segnungen de? Friedens bedeuten. Schweden würde "ch bald in der Lage einer umzingelten Festung befinden. Ter Friede mit Rußland bedeute gute Handelsbeziehungen mit diesem Lande, und da? bedeute für Schweden unermeßliche Vorteile.— Es sei unwahrscheinlich, daß Schweden hinsichtlich Finnlands irgend- weiche Aspirationen haben tonne, denn für Schweden hätte Finn- !and seine frühere Bedeutung langst verloren. Daher sei es durch- vuS unwahrscheinlich, daß Schweden seine Neutralität zu- gunsten Deutschlands aufgeben und seine Zukunft in Frage stellen würde. lieber die innere Lage Finnlands hat der Herr Minister- Staatssekretär sich dahin ausgesprochen, eine Veränderung der Loge im Lande sei durch die Teuerung hervorgerufen. Diese sei zum Teil durch die Nähe«t. Petersburgs bedingt. Diese„Veränderung der Loa:" berühre jedoch keinesiregs die politische Seite de» Lebens.— Zudem fei die merkwürdige Tatsache feüzustellcn, daß viele aus Rußland eingesiihrte Waren in Finnland dilliger zn erlangen seien, als wie in Rußland im Detailhandel. Ties lasse sich auf die bessere Or- ganisierung der Lebensmittelversorgung in Finnland zurücktührcn, wie auch darauf, daß der Zwischenhandel tn Finnland nicht derart von der Spekulation beherrscht sei, als wie in Rußland. Daher komme es, daß der finnische Konsument die aus Rußland importierten Lebensmittel— trotz Transportkosten usw.— doch noch billiger er- lange, als der Konsument in Rußland. Hinsichtlich der L a n d t a g S w a h l e n hat sich Herr Markow dahin ausgesprochen, daß trotz der Neuwahlen eine Einderu- füng des Landtage? auch 1317 nicht zu erwarten sei. Landtagsbcratungen während des Kriege» entsprächen nicht den tatsächlichen Bedürfnissen des Landes. Diese Frage sei nach sehr gründlicher Prüfung seinerzeit dahin entschieden worden, und es sei seitdem nicht» eingetreten, was die Regierung von diesem Be- schluß abzubringen vermochte. Man tut gut, diesen Auslassungen gegenüber im Auge zu be- halten, daß es sich hier um Aeußerungen eines russischen Bureau- kraten bandelt.— Sein Hinweis darauf, daß der Landtag auch 1917 nicht einberufen werde, findet in Finnland jedenfalls keinen freu- digcn Widerhall, und feine übrigen Aeußerungen werden„mit einem Körnchen Salz" genossen.(z) Neue russische Anleihe in Amerika. London, 16. Juni.(W. T. B.) Meldung des Reuterschen Bureaus. �Daily Telegraph" erfährt aus New Dork, daß eine neue russische Anleihe im Betrage von zehn Millionen Pfund Sterling abgeschlossen wurde. New Dork, 13. Juni.(Durch Funkspruch von dem Bericht- crstattcr des W. T. B.) Von zuständiger Seite wird bekannt- gemacht, daß eine Bankengruppc, zu der die National Eitv Bank und da? Bankhaus I. P. Morgan u.(!o. gehören, für Rußland aus drei Jahre einen Kredit in Höh: von fünfzig Millionen Dollar zu 61-' Proz. jährlich hier in Dollar zahlbaren Zinsen er- richten wird. Gleichzeitig wird Rußland in Petersburg zu- g u n it c n der amerikanischen B a n k e n g r u p p e einen Kredit von 1ö3 Millionen Rubel zu dem festen Um- rcchnungssatze von 3 Rubel gleich 1 Dollar errichten. Wilson wieüer PräsiüentschastskanöiAat. St. Louiö, 16. Juni.(23. T. B.) Meldung des Reuterschen LurcauS. Ter demokratische Konvent hat durch Zuruf Wilson und M a r s h a l l wieder für die Präsidentschaft und die Vizepräsidentschaft nominiert. Der Nachfolger Wanschikais. Berlin, 16. Juni. lW.?. B.) Tie chinesische Gesandt- schaft teilt mit: Der bisherige stellvertretende Präsident Li I ü a n- h u n g ist der Nachfolger deS verstorbenen Präsi- Kenten Manschikai geworden. Sein Amtsantritt wurde im Lande mit großem Beifall aufgenommen. Für den ver- storbenen Präsidenten hat die chinesische Regierung eine Trauer. zeit von 27 Tagen angeordnet. politische Uebersicht. Ter Reichskanzler und die Zensur. Auf eine Eingabe an den Reichskanzler hat der Reichs- verband der deutschen Presse das nachstehende Antwort- schreiben vom 10. Juni erhalten: Ter Reichsverband der deutschen Presse hat in der Eingabe vom 22. v. M. aus Mißstände bei der Handhabung der Zensur hingewiesen. Die Berechtigung dieser Hinweise verkenne ich nicht. Insbesondere stimnie ich dein Reichsverband darin bei, daß sich die Verbreitung geheimer Druck- s ch r i s t e n zu einem schweren Mißsland entwickelt hat. Wieweit hierbei neben dem Vorhandensein der Zensur noch andere Momente mitsprechen, will ich dahingestellt sein lassen. Matznahmen der Zensur außerhalb des rein militä- rischen GebielS kann ich nur insofern als wünschenswert ansehen, als sie dem obersten Zwecke, dem wir alle dienen, der siegreichen Durchführung des Krieges, nützen. Eine unbeschränkte Freigabe der sog. KriegSziele kann ich zu meinem Bedauern noch nicht tn Aussicht stellen, doch entspricht eS durchaus nieinen Wünschen, wenn auch auf diesem Gebiet die Zensur milde gehandhabl wird. Ich darf im übrigen auf die Aussührungen verweisen, die ich am S. d. MtS. inr R-ichSlag gesagt habe. Ich habe bereits veranlaßt, daß sich die Ressorts über neue Regeln über die von mir in Aussicht gestellte Milderung der Zensur, soweit sie auch für voli- tische Angelegenheiten noch erforderlich bleibt, verständigen. Dem Reichsverband darf ich anheimstellen, etwaige praktische Vorschläge auszuarbeiten und der Reichskanzlei einzureichen. Die Ausführungen in der RcichstagSsitzung vom 5. d. Mi!., auf die sich der Reichskanzler in dem obigen Schreiben bezieht, lauten nach dem amtlichen stenographischen Bericht folgendermaßen:„Aller- dings wünsche auch ich die Zeit herbei, wo die Zensur mit allen ihren Beschränkungen und Belästigungen, die nun einmal unirenn- bar mit ihr verbunden sind, ihr Ende erreicht hat. Für jeden von uns darf es nur ein Ziel, nämlich den Krieg zu einem sieg- reichen Ende zu führen, geben. Nur unter diesem Gesichtspunkt soll auch die Zensur arbeiten, mag es sich um militärische oder politische Dinge bandeln. Ich werde dahin wirken, daß in solchen poli- tischen Angelegenheiten, die nur lose mit der Kriegsführung zu- sammcnhängcn, der Zensorstijt so wenig wie irgend möglich angc- wandt wird." Solange die vom Reichskanzler ausgesprochenen Grundsätze für die Handhabung der Zensur in Geltung bleiben, werden auch die in den ReichStagSdcbatlen ausführlich kritisierten Mißstände nicht ver- schwinden. Von einer Milderung der Zensur, die auch der Thcf des Generalstabes v. Falkenhahn ankündiglc, haben wir. und soweit wir sehen können, auch die ganze übrige Presse, nichts gemerkt. Noch imnicr keine Ruhe. Aus den Kreisen der nationallibcralen Reichstagsfraktion wird der„Täglichen Rundschau" geschrieben: „In einer Besprechung der letzten Reichstogsdcbatte versucht die„Frankfurter Zeitung" erneut eine G c s ch i cb t S! l i t t e- r u n g, die entschiedenste"Zurückweisung verdient. Sie behauptet, daß in tagelangen vertraulichen Besprechungen festgestellt worden sei. daß die„bekannten Vorwürfe über den Tauchbootkricg" u,rd Verwandtes hinfällig seien, und daß dies dazu geführt habe, daß sich die Parteien de» Reichstages auf eine Entschließung gc- einigt hätten, die dem Kanzler Vertrauen aussprach...." Gegenüber dieser Behauptung muß folgendes erneut festge- stellt werden: Was die„Frankfurter Zeitung" als„F c st st e l l u n g c n in tagelangen vertraulichen Verhandlungen über den U-Bootkricq hinstellt. ist nicht» anderes als die Auftayung der ihr nahcüeltenden Kreise. Tie A n t r ag st e l l e r in der ll- B o o t f r a g e Häven ini Haushaltsausschuß ihrerseits erklärt, daß sie durch die ge- ge denen sogenannten Ausklärungen in keiner Weise in ihrer Auffassung erschüttert worden seien.... Völlig irreführend ist aber die weiter� Behauptung, durch welcbe die„Frankfurter Zeitung" ihre Behauptung zu stützen sucht, als dätten die Parteien des ReickiStags sieb damals auf eine Eni- schlicßung geeinigt, die den' Kanzler V sr.tr au cn aussprach. In dem einmütig bewilligten Bericht des Lerichterstaitcrs Bassermann ist ausdrücklich fektgeitellt, daß die genannte Entschließung weder ein Vertrauens- noch ein Mißtrauensvotum geaen den Kanzlee darstelle. Allerdings bat Herr v. Payer mit seinen Freunden ver- sucht, die Entschließung zu einer Vertrauenski, ndaebung für den Kanzler zu gestalten. Tiefe Bemühung des Herrn v. Paher ist aber nicht nur von den Nationalliberalen und Konssrvahven, sondern selb st vom Zentrum zurückgewissen worden, dessen Wortführer in der damaligen Verhandlung erklärte, daß für das Zentrum kein Anlaß bestände, auf Grund der Beratungen des SaushaltSausschusses der Regierung sein Vertrauen auszu- sprechen. Da die II-Boot- Frag« sofort wieder aufleben dürfte, sobald ein Einlenken Englands in bezug auf die Lebcnsmitlel- Versorgung Deutschlands nicht erfolgt und wir demgemäß nach dem Schlußsatz der deutschen Tentschrift die Freiheit im Handeln he- züglich der II Boot-Wasfc wiedererlangen, erscheint eS von Bedeutung. die damaligen Verhandlungen richtigzustellen und der Gescküchtsklitterung der„Frantiurter Zeitung" entgegenzutreten.� Im Anschluß an die amerikanische Postnote weist die„Post" auf den Schluß der deutscheu Note vom 20. April hin. in dem die deutsche Regierung von einer„neuen Sacklage" spricht,„für die sie sich die volle Freiheit der Entschließungen vorbehalten mutz", falls die Schritte der amerikanischen Regierung nicht den Gesetzen der Menschlichkeit hei allen kriegführenden Nationen Geltung ver- schaffte,!. Das Blatt zieht daraus die Folgerung: „Was wir aus der amerikanischen Postnote gesehen haben, deutet nun allerdings, selbst wenn die augenblicklichen Bagatell- forderungen restlos von England bewilligt würden, wahrhaftig nicht darauf hin, daß die Vereinigten Staaten den„gewollten Erfolg" erreichen werden, nämlich Englands allgemeine Aner- kennung der Seekriegsregeln, wie sie vor dem Kriege galten. Und ebensowenig sehen wir andere Anzeichen für Amerikas echten Willen zu eben diesen Erfolgen. Will man sich aber dieser Erkenntnis nicht verschließen, so muß man dcn�eit- punkt nabe g e t o in m e n erachten, an dem die deutseye Re- gierung mit sich zu. Rate zu geben hat, ob nun diese„neue Sachlage" gekommen i it oder nicht. In ihrer Stellung zu den neuesten amcritanisch-britischcn Verhandlungen wird es)ede„salls zutage treien. wie weit sie überhaupt noch gewillt ist, sich der Scklutzsolgerung jener Note vom 20. April zu erinnern und sie in der Praxis zu vertreten." In ähnlicher Weise äußert sich Graf Neventlow in der „Deutschen Tageszeitung" zu dieser Angelegenheit: „Vor allem wird die Lösung der Streitfrage, wie sie auch immer ausfallen mag, nicht in irgendeiner Weife die Folgen der Entscheidung aus der Welt schassen, welche das Ergebnis des amerikanisch-d-utschcn Notenwechsels in Sachen des U n t er- scehandclskricgcs gebildet haben,"(») Kriesiszielnnstiwmigkeiten im Liberalismus. Ter liberale Verein in Lindau ist auS der fortschrittlichen Volkspartei ausgetreten, weil er mit der Hai- tung in gewissen Kriegssragen nicht einverstanden ist und damit zugleich gegen die„pazifistischen Umtriebe" des Abgeordneten Professor Dr. Ouidde in der Partei protestieren will. Rcichstagscrsatzwahlen. Bei der ReichstagSersatzwahl im Wahlkreis H e i d e l b e r g- Ebcrback-Mosback wurde der nalionalliberale Kandidat Geheimrat Professor Dr. R i e ß e r mit rund 4000 Stimmen gewählt. Ein Gegenlandidat war nicht ausgestelli. Rießer, ein bekannter Volks- Wirtschaftler, ist Präsident des HansabundeZ. Bei der Reichstagsersatzwahl im 3. Badischen Wahlkreis wurden bei 18 844 Wahlberechtigten 4716 Stimmen abgegeben. Davon erhielt Georg van Etz ck. Fabrikant. Oeflingen(Zentrum) 4707 Stimmen. Vier Gemeinden von Waldshut stehen noch aus. Die bayerische Briefmarke. Der Finanzausschuß der bayerischen Abgeordnetenkammer hat bei der Fortsetzung der Beratung deS Postetat? mit erheblicher Mehrheit einen Amrag der Abgeordneten Held und Graf Pestalozza (Zentrum) angenommen, die Kammer wolle beschließen, die Slaals- regierung zu ersuchen, entgegen dem Beschluß des Reichstages vom 3. Juni an der bayerischen Postmarks mit allem Nachdruck festzu- halten.___ Gegen die Erhöhung der Truckpapierpreise. Wolffs Telegraphenburcau teilt mit: Gegen- über der vom Truckpapiersynditat ab 1. Juli in Aussicht ge- nommeneu erneuten Erhöhung der Preise für Z e i t u n g s- druckpapier können mir feststellen, daß die Reichs- lcitung in Anbetracht des öffentlichen Interesses, das für die KriegSzeit an dem gesicherten Erscheinen der Tagespresse besteht, entschlossen ist. die erforderlichen Maßnahmen zu er- greisen, die geeignet sind, der Tagespreise daS benötigte Zeitungsdruckpapier auf der derzeitigen Preisgrundlage, so- weit als möglich, sicherzustellen. Zur Eindämmung der Börsenspekulation. Ter Börsenvorstand hat Grundsatze zur Eindämmung der Spekulation entworfen, die im wesentlichen eine Einschränkung des Geschäftsverkehrs in Wertpapieren auf unmittelbare Kassengeschäfte mit streng vorgeschriebener Lieferungsfrist unter Ausschluß aller Zeil- und Oplionsgeschäfte und eine Verhinderung der spekulations- anregenden privaten BerichierstaUung zum Gegenstande haben. Der Entwurf soll demnächst mit den zuständigen Behörden beraten werden._ Das Gesetz über Erhöhung der Tabakabgaben, das dorn Reichstag angenommen worden ist, wird im„Reichsanzeiger" ver- öffentlicht. Es tritt am I.Juli d. I. in Kraft. Kriegsbekanntmachungen. Tic Bewilligung der Löhnung an Angehörige kriegsgefangener Mannschaften. Das K r i c g« m i n i st e r i u m teilt mit: Zur Vermeidung unnötiger Verzögerungen wird darauf hin- gewiesen, daß Anträge ans Bewilligung der Löhnung kriegS- gefangener oder vermißter Mannschaften nicht nur unmittelbar an den F e l d truppenteil, sondern auch an den Ersatztruppenteil und tvenn dieser nicht bekannt sein sollte, an daS für den Wohnort zu- ständige B e z i r k S k o in in a n d o gerichtet werden können, Tte Ersavttiippcnteile und Bezirkskommandos veranlassen alsdann die erforderlichen Erhebungen bei den Wohnsitzbehörden der Antragsteller und sorgen für die Weitergabc der Anträge an die Feldmippcnteile (Erlaß vom 10. 4. 1916 A. B. Bl. S. 173». Ilm einer vielfach bestehenden irrigen Ansicht zu begegnen, wird gleichzeitig darauf aufmerksam gemacht, daß gefangene oder ver- mißte KnegSteilnehmer nach den Bestimmungen den Anspruch auf Löhnung mit dein Schluß des laufenden MonatZdrittelS verlieren, in dem sie in Gcsaiigcnschafr geraten sind oder vermißt werden. Nach Abiaus dieser Frist stehen ihnen also keinerlei Gebührnlsse mehr zu. Das stiecht aus Bezug von Löhnung beginnt erst wieder mit dem ersten Tage desjenigen MonatSdrittcls, in dem sie wieder beim Truppenteil eintreffen. Während der Gefangenschast oder des Vermißtsein« darf aber die Löhnung ganz oder zum Teil an die Ehefrau oder die ehelichen oder legitinnerten Kinder insbesondere dann bewilligt werden, wenn ihr llnierheilt daraus bestritten werden soll. Maßgebend für die Bewilligung ist der Grad des Bedürfnisses. Ein Bedürfnis wird im allgemeinen bereits dann anzuerkennen fein, wenn Familisnunter- stütznng ans Grund de? Rsich.ögesetzeZ vom 28. 2. 1888,4. 8. 1914 gewährt wird.. Entfernteren Angehörigen(Eltern, Großeltern. Geschwistern. Geschwisterkindern, Pflege- und Adoptivkindern) kann dagegen Löh- nung nur bewilligt werden, wenn der Kriegsgefangene oder Vermißte ganz oder überwiegend ihr Ernährer war, und wenn diese An- gehörigen bedürftig sind. Beide Voraussetzungen müssen aksobor- liegen. Ter Nachweis muß durch ortsamlliche Bescheinigung erbracht werden. Anderen Perionen, z. B. unehelichen Kindern, Pflegeeltern, Stiefeltern, können Löhnungsteile überhaupt nicht zugebill'gt werden. Gewerkschaftliches. verlin und Umgegenö. Ter Zimmercrverband in der Kricgszcit. In der Zahlstelle Berlin u. Umg. des Zentralverban des der Zimmerer sprach am Donnerstag der Verbandsvorsitzende Fritz Schräder über den Stand des Verbandes. In großen Unirissen gab er eine Uebersicht über die Gestallung der Verbands- und Bcrufsverhältnisse seit Kriegsbeginn. Zu Ansang des Krieges sckinellte auch die Arbeitslosigkeit im Zimmererberuf über den ge- wohnlichen Durchschnitt weil hinaus. Nach den Festsiellungen einer Reihe von Jahren vor dem Kriege waren von den Verbands- Mitgliedern durchschnittlich 2,61 Proz. Arbeitslose zu unterstützen. Dagegen waren am 17. August 1814 von den Mitgliedern 11 Proz. arbeilsloS. Dieser Grund und andere Gründe veranlagten seinerzeit die besonderen Magnahmen, insbesondere die Re- duzierung der Arbeitslosenunterstützung. Die Arbeitslosigkeit nahm dann ab; es konnten mit Hufe des Verbandes die Kameraden untergebracht werden. Selbst in Belgien und Polen arbeiten Verbandsmitglieder. Für die Vermittelung nach Ostpreugcn zu den Wiederaufbauarbeiten wurden besondere Vereinbarungen ge- troffen, die auch die Entlohnung betrafen. Eine Anzahl kleinerer Zahlstellen ist eingegangen. Jedoch besieht die Aussicht, dag diese nach dem Kriegsende wieder erstehen werden. 673 Zahlstellen sind noch vorhanden. Während der Kriegszeit erfolgte die Durchführung von Zugeständnissen aus früheren Tarifabmachungen. Denn die bekannte reichStarifliche Ueberwachung und die Berliner Vereinbarung in diesem Jahre.— Für die Familien der zum Heere eingezogenen Kameraden wurden in vier Raten vom Verband 566068 M. ausgegeben. In der nächsten Wocke wird eine fünfte Rate in Höhe von mindestens 226 666 M. ausgezahlt, so dag dann für den gedachten Zweck an- nähernd 866 666 M. ausgegeben sein werden. Dazu kommen die ZuschvL-.-ine eine ganze Anzahl größerer Zahlstellen für den gleichen Zweck leisten.— Die Werbekraft der Organisation, nament- lich auch unter den Kameraden, die noch nicht organisiert waren, war auch während der Kriegszeit eine recht nennenswerte. Der Verband ist jetzt, auch finanziell, so gefestigt, dag keine Ursache besteht, irgendwie wegen seiner Zukunft be- deutlich zu sein. Der weitere einige Zusammenhalt der Kameraden ist natürlich vonnöten, damit der Verband den schweren Aufgaben gewachsen ist, die nach dem Kriege an ihn herantreten werden. Dem Vortrag folgte eine lebhafte Diskussion, in der verschiedene Redner auch einige Maßnahmen der Verbandsleitung kritisierten. Nach dem Schlugwort Schräders nahm noch der Zahlstellen- Vorsitzende W i t l das Wort. Von den Z a h l st e l l e n m i l- gliedern wurden nach Abzug der Eingezogenen nur 1636 Mit- glieder weniger gezähll als beim Kriegsbeginn vorhanden waren. Es sind von der Zahlstelle trotz des Krieges 544 Mitglieder neu auf- genommen worden. Also habe man in Berlin und den Vororten gut zum Wohle des Verbandes gearbeitet. Möge in gleicher Weise weiter geworben werden._ Wenn du noch einen Schwager Haft! Im Auftrage von drei Arbeiterinnen klagte Kunze vor der Schl'cbiungskommissiou der Schneider gegen einen Unternehmer. In der Sitzung kam nun ein Herr mit wallendem Bart an, der folgendes erklärte: Der Beklagte sei gar nicht Unternehmer, sondern der Schwager des Inhabers und von seiner Firma angestellt. Die Firma übernehme von der Heeresverwaltung Zelte zum Ausbessern und übergebe sie dem Schwager, der sie in ihren Räumen aus- bessern lasse. Die Firma erhalte 75 Pf. pro Zelt und zahle dem Schwager 35 Pf. Dieser wiederum gab den Arbeiterinnen pro Zelt 15 und 26 Pf. Die Frauen mußten das Garn noch liefern. Sie erklärten vor Gericht, bei diesem Preise nicht zurechtgekommen zu sein und nur 4—3 M. pro Woche verdient zu haben. Dos Zelr erfordere im Durchschnitt 1— IVa Stunde Arbeitszeil. Der Vertreter bestritt dies. Er kenne Frauen die mehr verdienten. An manchen Zelten sei fast nichts zu reparieren. Für die übrigbleibenden 46 Pf. wasche die Firma die Zelte und versehe sie, wenn notwendig, mit ueuer Schnur. Der Offizier vom Bekleidungsamt führte aus: Die Firma habe die Arbeil von der Heeresverwaltung erhalten unter Voraussetzung, dag sie die ortsüblichen Tagelöhne zahle und Zwischenhandel nicht dulde. Sie habe beides nicht be- achtet. Die Frauen müssen laut Bestimmung 3 M. pro Tag verdienen, und es bestehe gar kein Zweifel, dag der Beklagte bei der Firma Zwischenmeister sei. Der Vertrag sei nicht eingehalten worden. Auch das Gericht stellre sich einmütig auf den Standpunkt, dag das ganze Verfahren der Firma vertragswidrig und der Schwager regelrechter Zwischeumeister sei, zumal er ja auch die Frauen bei der Krankenkasse anmelde und die Beiträge entrichte. Es stehe einwandsfrei fast, dag vertragswidrig gehandelt worden ist. Die beiden Herreu lhegen es denn auch gar nicht erst auf ein Urteil ankommein, sondern zahlten vergleichsweise. Die Schlichlungskomnhiision entschied ferner, dem Bekleidung?- amt Mitteilung zukommen zu lassen, auf dag es bestimmte Lohnsätze für diese Arbeit festsetze, damit so etwas nicht mehr vorkommen könne.__ Die Lohnforderungen der Hutarbeiter. Infolge eines Versammlungsbeschlusies hat der Verband der Hutarbeiter dem Verbände der Berliner Tamenhutfabrikanlen kürz- lich die Forderung eingereicht, den Akkordarbeitcrn eine Lohnerhöhung von 16 Pf. pro Stück, außerdem allen Arbeitern und Arbeilerinnen eine Teuerungszulage von 16 Proz. des Lohnes zu gewähren. Der Vor- stand des Fabrikanienverbandes hat darauf geantwortet, er habe seinen Mitgliedern vorgeschlagen, sie aber nickt verpflicktet, auf Basis der vor- jährigen Löhne eine einznalige Teuerungszulage von16Proz. zu gewähren, sofern diese nicht bereits durch die Verordnung über die Arbeits- streckung gcsctzlick vorgeschrieben ist. Weiter heißt es in dem Schreiben des Fabrikantenverbandes, nach Lage des Rohmaterial- Marktes würden in nur wenigen Betrieben Filzhüte gearbeitet werden können, so dag die meisten Betriebe kein Interesse an der Lohnfrage hätten. In der am Donnerstag abgehaltenen Versammlung des Hut- arbeiterverbandes wurde zu dieser Angelegenheit ausgeführt, dag die Antwort des Fabrikantenverbandes, abgesehen von der Anerkennung einer Teuerungszulage von 16 Proz., die Forderung der Arbeiter nicht erfüllt. Es bleibt den Arbeitern deshalb nichts übrig, als sich selbst zu helfen und ihre Forderung in den einzelnen Betrieben zu stellen, sobald der Geschäftsgang für ein derartiges Vorgehen aus- sichtsvoll erscheint. Bestritten wurde, daß die Beschaffung von Roh- Material so schwierig sei, wie es die Fabrikanten hinstellen. Wie der Verbandsvorsitzende M e tz s ch k e ausführte, konnten sich die Fabrikanten in den bedeutendsten Orten der Hutindustrie reichlich Rohmaterial aus dem Auslande beschaffen. Das müßte doch den Berliner Fabrikanten auch möglich sein. Weiter wurde darauf hingewiesen, dag Berichte aus Fabrikanten- kreisen die Geschäftslage als günstig bezeichnen.— Die Versammlung erklärte sich dafür, dag die Forderung: 16 Pf. Zu- schlag pro Stück bei Akkordarbeit und eine allgemeine Teuerungs- zulage von 16 Proz. bei passender Gelegenheit in den einzelnen Betrieben gestellt und unter Mitwirkung der Verbandsleitung zur Anerkennung gebracht, aber Konflikte nach Möglichkeit vermieden werden sollen. Teuerungszulage in der Küchcnmöbelbranche. Nack dreimaliger Verhandlung hatten die Unternehmer auf 36 M. Wockenlohn 7�/z Proz., auf 56 M. 5 Proz. und bis 66 M. 3 Proz. geboten. Als Gegenforderung verlangten die Arbeiter: bis 46 M. 16 Proz., bis 50 M. 7>/z Proz., bis 60 M. 5 Proz. M i e tz als Llrbeitervertreter erklärte dieses Entgegenkommen als das letzte. Die Unternehmer, die am 14. d. M. ihre Wer- sammlung hatten, einigten sich dahin, keine prozentuale Zulage zu geben, sondern eine Pauschale von 3 M. pro Woche, und zwar soll diese vom 18. d. M. in Kraft treten. Die Arbeiter der Kiichenmöbclbranche bezeichneten dieses Zu- geständnis als äußerst gering, nahmen es aber in ihrer Versammlung als Abschlagzahlung an, da die 3 M. in keinem Verhältnis zur jetzigen Teuerung stehen._ Ter Verhandstag der Hirsch-Dunckcrschcn Gcwcrkvcrcine beschlog gestern, dem Zentralral einen Antrag zur Erwägung zu überweisen, der zur Unterstützung des Vorsitzenden der Oeffentlichkeit und den Behörden gegenüber die Anstellung eines Juristen als Syndikus vorsieht. Ferner wurde beschlossen, das Verbandsorgan des Ver- bandes, den, G e w er k v e r e i n*, einmal wöchentlich erscheinen zu lassen.— Die weiteren Beratungsgegenstände waren geschäft- licher Art._ Gerichtszeitung. Ten Ucberschreitungcn von Höchstpreisen fangen die Gerichte nach und nach an, mit recht energischen Strafen entgegen zu wirken. So verurteilte gestern das Schöffengericht Derlin-Mitte den Schlächtermeister B a u n a ch zu 1666 M. Geld- strafe, weil er einer Frau, die bei ihm Suppenfleisch gekauft hatte, dieses zu 2,76 M. für das Pst'iid berecknet batte, wuvrend er nur 1,36 M. zu verlangen hatte. Er hatte also 86 Pf. unbefugt zu viel angerechnet. Sein Einwand, daß er der Frau nicht Suppen- fleisch, sondern Rostbeaf verckuft habe, wurde vom Gericht als uu- zutreffend erachtet. Der Staatsanwalt hatte nur 466 M. bean- tragt, das Gericht meinte aber, daß diese Strafe zu gering sei, da der Angeklagte schon wegen Nahrungsmittelvergehens vorbestraft sei und das Publikum in der jetzigen schweren Zeit vor solchen Uebervorteilungen nachdrücklichst geschützt werden müsse. Der betrügerische Ballctmcister Artur Keil, der im vorigen Jahre mehrere Tage die 6. Strafkammer des Land- gerichts I beschäftigt hatte, wurde gestern aus dem Strafgefängnis Luckau derselben Strafkammer vorgeführt, da er noch ein Schuld- konto zu erledigen hatte. Der Angeklagte bat eine sehr bewegte Vergangenheit hinter sich. Als Träger der Firma Gröbing u. Co. lebte er seinerzeit auf sehr großem Fuße. Er hatte in Theatern, großen Cafes und Restauraationen die Generalpachtung der Toiletten, Garderoben, des Zigarettcnverkaufs usw. übernommen und dann an dritte Personen weiter verpachtet. Das Unternehmen hätte bei der Ausdehnung, die es mit der Zeit gewann, auf reeller Basis sehr einträglich werden können; da der Angeklagte aber für sein luxuriöses Leben sehr großer Mittel bedurfte, ging er bei den Verpachtungen seinerseits mit betrügerischen Mitteln vor und hat eine ganze Reihe von Personen erheblich geschädigt. Die Straf- kammer verurteilte ihn seinerzeit unter Einrechnung einer vorher gegen ihn erkannten 8monatigen Gefängnisstrafe zu 3 Jahren Gefängnis und 4656 M. Geldstrafe. Jetzt handelte es sich um Betrügereien, die der Angeklagte als Direktor einer Theater-, Tanz- und Kino schule ausge- führt hat. Er suchte durch Zeitungsannoncen junge Mädchen, die gewillt waren, sich bei ihm zu Statistinnen und Choristinnen aus- bilden zu lassen und hatte ganz bedeutenden Zuspruch von solchen „Kunst"-Elepinnen. Diese sind aber nicht nur um ihre Hoffnun- gen betrogen, sondern haben auch kleinere Geldsummen eingebüßt, die in die Tasche des Angeklagten flössen. Letzterer hatte einen Saal für bestimmte Tage zu ganz billiger Miete belegt. Die an- gehenden Statistinnen und Choristinnen, die ein Lehrgeld von 16 M. im voraus zu bezahlen hatten, sollten darin im eleganten Theaterschritt und auch im Gesang ausgebildet werden; die ganze Sache war aber nur Blendwerk, denn im wesentlichen handelte es sich um gewöhnliche Tanzvergnügungen, die der Angeklagte ver- anstaltete. Die 86 bis 166 Schülerinnen, die an jedem Abend er- schienen,„lernten" in der Weise, daß sie zunächst gezwungen waren, die Garderobe gegen ein Garderobengeld von 26 Pf. abzugeben, dann hatten sie 25 Pf. Eintrittsgeld zu bezahlen und 56 Pf. für das unerläßliche Tanzband; alsdann mutzten sie gemeinschaftlich schöne Lieder, wie„Der Mai ist gekommen",„Unter den Linden", „Puppchen, mein holder Augenstern",„Wer uns getraut" usw. singen und mit inzwischen hinzugekommenen anderen Tanzlustigen das Tanzbein schwingen. Das ging dann wochenlang so und der „Herr Direktor aus Hannover", der nach den wiederholten Versiche- rungen des Angeklagten bald erscheinen und die Mädel für ein großes Lokal engagieren sollte, kam immer wieder nicht. Die Un- geduld der in ihren Hoffnungen Getäuschten machte sich wiederholt in lärmenden Auftritten Luft. Die meisten der Betrogenen ließen die Sache auf sich beruhen, eine Beherzte erstattete aber Anzeige bei der Polizei.— Das Gericht verurteilte den Angeklagten unter Einbeziehung der früheren Strafen zu einer Gesamtstrafe von 4 Jahren Zuchthaus und 6656 M. Geldstrafe eventuell noch entsprechende Zuchthausstrafe. 2 Monate Untersuchungshaft wurden auf die Strafe angerechnet. Unseren Lesern dürfte bekannt sein, daß wir in unserem Blatte die betrügerischen Manipulationen des Herrn Kcil-Gröbing wieder- holt aufgedeckt und gebrandmarkt haben. Eingegangene Druckschriften. Von der„Neuen Zeit« ist soeben das 11. Heft vom 2. Band des Z4. Jahrgangs erschienen. AuS dem Jnbalt des Heiles heben wir hervor: Zur Geschichte des Zentralorgans der Partei. Von K. Kautsly.— Zur Arbeilsbeschaffung nach dem Kriege. Von Rudolf Dissell.— Tropische Gebiete und Arbeiterpolitik. Von I. Köttgen iNew Jork).— Entwicklung und Aussichten der Getreidcversorgung. Von Spcktalor.— Literarische Rundschau: Albrecht Penck, Die österreichische Alvcngrcnze. Bon Gg. Engelbert Gras.— Notizen: Statistisches zur Sprachenfrage in Belgien. Bon So. ßeulselies Theater. Ailabendlicli S'l, Uhr: Die l'umilie Schimek. Kammerspiele. 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Schiller T. Charlottenb. .„. Der Kammersänger. 8 Hockenjos. Erster Klasse. Thalia-Theater sv.u.: Blondinehen. Theater am Xollcndorfpl. v,9 u.: immer feste druff! Theater des Westens '1,9 u.: Das Glücksmädel. Trianon Theater SV. U.: Von der Sehillingsbrücke Am Sonntag, deu 18. d. Mts.: Dampfer- Extrafahrt nach Wernsdorfer Schleuse. Abfahrt vormittags 9 Uhr. nachmittags 2 Uhr. Fahrpreis hin upd zurück Erwachsene 1,10 M.. Kinder 60 Pf. --- Kaffeckoche« gestattet. Walhalla-Theater. Aniang||j,j SV« Uhr: Im Garten, 4Vz Uhr: Vorstellung. Belchshallen-Theater. Siettiner Sänger. Schippers Heimkehr. Anfang S Uhr. RosesTheater. 8V«Uhr: Gastspiel Alwin NeuB: Des Königs Befehl. Gartenbühne: Es gibt nur ein Berlin. V oigt-Theater. Badstr. 58. Eadstr. 53. esET Täglich' Frauz Abraham Eairk.Messina-u.Römeft rank- Kell. C.25Barlel8lr.8a, I'crnsp. Kgst. 13703 4 Bade-flnstaiten ► [EDfral-Bad An��S.«. Riana Darf Koppenstr. 93 UlallirOdU sämtliche Bäder. Kational-Bad, Brunnenstr. 9. 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Juni, nach- mittags 5 Uhr, von der Leichen- Halle des tiregcns-Kirchhoses in Weixensee, Gustav-Adois-Straize, aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Nachruf. Ten Mitgliedern ferner zur Nachricht, datz unser Kollege, der Schlosser Elvert Zeliuuentaim am 6. Juni gestorben ist. Ehre feinem Andenken! 1 18/13 Die Ortsverwaltung. VerbariEl der freien Gast- nod Schankwirte Deutschlands. Zahlstelle Oberschöneweide und Umgegend. Ten Mitgliedern zur Nachricht, dajz die Frau unseres Kollegen 'Tornow Luise Tornow im Atter von 38 Jahren verstorben ist. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet morgen Sonntag, den 18. Juni, nachm. 3 Uhr, von der Halle des hiesigen Friedhofes aus statt. Um rege Beteitigting ersucht 74/7 Vor Vopstsnd. Die Kollegen versammeln sich um 2 Uhr bei Warneke. Am Mittwochabend um',',7 Uhr enirifi uns der Tod völlig un- erwartet meine liebe Frau, unsere lreuiorgende gute Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante, Frau 830b Auguste Schmidt geb. Blasig; in ihrem 61. Lebensjahre. Um stilles Belleid bittet im Rainen der trauernden Hinter- biiebenen Gustav Schmidt, Kartenstr. SO. Die Beerdigung findet Montag, den 19. Juni, nachmittags 4 Uhr, von der Kapelle des Elisabelh- Friedhofes, Prinzenallee, aus statt. Für die zahlreichen Beweise herz- Itcher Teilnahme sowie für die herrlichen Kranzspenden beim Heim- gange unserer lieben Tochter <,! HlwagnerA«nigil.ll,FIeiici.-Wiirit* 4 Spandau P Scbencrleia.ßieitut.lö.Flacli.-.Wiitv -fäilMhdv I. Geschäft: Mohrenstr. 37a(Kolonnaden) Oeschätt: Gr. Franktnrter Str. 115(nahe Andreasstr.) 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Bureau geöffnet von 9 bis 1 Ilhr und von 4 biS 7 Uhr. Sonntag, den 18. Juni 1916, vormittags 10 Uhr: Versammlung der Metallschleifer, Galvaniseure, Hilfs- arbeiter und Arbeiterinnen in den Armiuhallcn, Kommandantenstraße 58/59. Tagesordnung: Fortsetzung der vertagten Versammlung vom 28. Mai. Neuwahl der Branchenkommission. ZntsUvtlstmch legitimiert! Kollegen erscheint alle! 118/12 Die Ortsvcrwaltung. Zigaretten g-s o s.1 o gO 21/s Pf."iOOO Stck. 12,50 11.50 gl; S'/a,--".SO g-' 4 r a« 28— g-g 5„ Handarb. 1000 St. 28.00.wo. Ii. Liebermann, Berlin N. 39, Ohausseestr. 86, Fabrikgeb. ITr. Spezialarzt Dr. med. WockcnfnB, Friedrichsfr. 125(Oranienb. Tor), für Syphilis, Harn- u. Frauenleiden— Ehrlich-Hata-Kur(Dauer 12 Tage), Blutuntersuchung. Schnelle, sichere schmerzlose Heilung ohne Berufsstörung. Teilzahlung. Sprechstunden: 10— 1 und B— 8. Fleisch und Wurst in prima Oualilät empfiehlt Rost» fchläcktcrei VeintiEi'püg 22, E. Lenschner. Verkäufe. Geld! 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Juni 1916 nur zum Bezüge von 5 Pfund Kartoffeln berechtigt, daß aber als Ersatz für die fortfallenden 5 Pfund Kartoffeln die Brot- kartenmittelstucke sowohl in dieser, nämlich der 69. Brotkarten- Woche, ebenso wie in der folgenden, der 70. Brotkartenwoche zum Bezüge von je 330 Gramm Brot berechtigen. Sollte wider Erwarten der Inhaber einer Kartoffelkarte nicht in der Lage sein, sich auf den Abschnitt 8 die zugelassenen 5 Pfd. Kartoffeln zu besorgen, so soll er vom 19. Juni ab berechtigt sein, gegen Abgabe dieses Kartoffelkartenabschnittes 8 während dessen Gültigkeitsdauer noch weitere 700 Gramm Brot zu entnehmen. Auf diese Weise wird während der jetzigen Zeit vorüber- gehender Kartoffelknappheit jedem die Möglichkeit gegeben. sich einen Ersatz für etwa nicht zu erhaltende Kartöffeln zu beschaffen. Tie Massenspcisungen. Der Magistrat hat bei den Hausbesitzern Listen auslegen lasten, in die sich alle die einzeichnen sollen, die von der ins Leben tretenden Massenspeisiing Gebrauch machen wollen. Die Listen liegen noch heule aus. Die Einzcichnung soll dem Magistrat zunächst eine lieber- ficht bieten über das vorliegende Bedürfnis. Wir haben bereits mitgeteilt, daß die ganze Portion von etwa einem Liter 40 Pf., eine halbe Portion 20 Pf. kosten soll. DaS Essen wird in Zentral- küchen unter Aussicht der Stadt zubereitet und in Ausgabestellen cm alle Schichten der Bevölkerung zum Selbstkostenpreis verabreicht werden. Es ist in den Ausgabestellen von 12—2 Uhr abzuhebs». ausnahmsweise kann es auch an Ort und Stelle verzehrt werden. Zum Bezug der Speisen werden am Anfang jeder Woche Marken ausgegeben. Die Markenausgabe erfolgt für eine Woche. Um eine geordnete Herstellung der Speisen zu ermöglichen, hat man von der Ausgabe von Tageskarten abzusehen, da Tageskarten— so wünschenswert sie auch sind— ein fortgesetzes Schwanken der her- zustellenden Essensportionen mit sich bringen; teils würde zu viel. teils zu wenig gekocht werden. Bei der Schwierigkeit, geeignete und preiswerte Nahrungsmittel heranzuschaffen, dürften weile Kreise die neue Speisung begrüßen, wenn das Essen nahrhaft und schmackhaft ist. Das ist der Kernpunkt der ganzen Frage. Armensuppen sollen es nicht sein, man will ein nahrhaftes und kräftiges Esten liefern. Hoffen wir das Beste! Kopfsalat als gekochtes Gemüse. In nächster Zeit sind größere Zufuhren von Kopfsalat zu erwarten. Es wird daher von der Preis- prllfungsstelle Groß-Berlin darauf hingewiesen, daß Kopfsalat auch als gekochtes Gemüse sich sehr schmackhaft zubereiten läßt. Er wird in ähnlicher Weise wie Spinal zurechtgemacht und gekocht und bietet ein ebenso wohlschmeckendes als bekömmliches Gemüse. Um ein nahr- Haftes Gericht herzustellen ist ebenfalls wie bei Spinat, ein Zusatz von Hafer- oder Gerstenflocken, Grütze oder Graupen zu empfehlen und zwar ist es ratsam, die Mehlfrucht getrennt zu kochen und mit dem fertig zubereiteten Gemüse zu vermischen. Der Direktor der städtischen Sparkasse. Der Magistrat wählte in seiner heutigen Sitzung das Mitglied des Direktoriums der Nassauischen Landesbank und Dezernenten für die Nassauischen Sparkassen Reusch in Wiesbaden zum Direktor der städtischen Sparkasse._ Verlängerung der Hundesperre. DaS Polizeipräsidium teilt mit: Die Hundesperre wird für die Stadt Berlin bis zum 9. September d. I. verlängert. Maulkorb- und Leinenzwang im Bezirke begrenzt durch die Schweden-, Bad-, Brunnen-, Nosenthaler, Weinmeister-, Münz-, Alexander-; Prenzlauer Straße und Prenzlauer Allee sowie durch die Weichbildgrenze. In den übrigen Stadtteilen der- bleibt es beim Maulkorbzwang. Gesperrt. Die Adalbertstraße zwischen dem Bethanienufer und der Waldcmarstraße wird wegen Gleisarbciten vom 19. Juni ab auf etwa acht Wochen gesperrt. Kus öen Gemeinden. Stiftung sgclder der Gemeinde Treptow. Durch verschiedene größere Spenden in letzter Zeit verfügt die Gemeinde jetzt, über ein recht nennenswertes Stiftungskapltal, das es ihr ermöglicht, in Natsällen über den Rahmen der üb- lichen öffentlichen Fürsorge hinauszugehen. Tie größte Summe, 699 099 Mk., steht für den erst während der Kricgsdauer entstan- denen Plan eines öffentlichen„W o h l f a h r t s h a u s e s" be- reit. Drei weitere neuere Stiftungen sind mit je 199 999 Mark ausgestattet. Eine, bon den Herren Stock und Dr. Salomon ge- spendet, soll der Errichtung und Unterhaltung einer Säug- lingsfür sorge st eile(die bereits ein Jahr im Betrieb istj dienen; eine zweite von Dr. Salonron bestimmt ihre Zinsen für Kriegswohlfahrtspfflege, später für Unterstützung Kriegsbeschädigter, mit Bevorzugung Angehöriger der Lederfabrik Salomon u. Co., nach Ablauf eines bestimmten Zeitraumes für allgemeine Wohlfahrtszweckc; das dritte Hunderttausend, von Kom- merzienrat Gractz, ist für Darlehen und Beihilfen an durch den Krieg in Not geratene Einwohner der Gemeinde be- stimmt worden. Die älteste Stiftung, von der Maschinenfabrik Carl Beermann im Jahre 1899 gespendet, bestimmt die Zinsen öpn 19 999 Mark zu mildert Zwecken, hauptsächlich zu Weih n» ch t s v e r t e i l u n g e n; die von 192 999 M. sind zur Unter stützung von dauernd arbeitsunfähigen Arbeitern der Firma durch die Gemeinde vorbehalten. Der Ertrag eines Nachlasses des Rentiers Pbhlig von 25 090 Mark ist für Arme und Notleidende bestimmt, ivährend eine Schenkung der Fa- mflie Oskar Müller, das Haus Ernststr. 14, jetzt als Kinder- Hort und Schwestelcnstation dient. Bier weitere kleine Stiftun gen im ursprünglichen Betrage von 49 599 Mark dienen zur Unter ftützung armer begabter Schüler und Schülerinnen der höheren Lehranstalten. Der gesamte ursprüngliche Betrag dieser Stiftungen macht 1 995 199 Mark, der alljährlich verfügbare Zins- ertrag etwa 59 999 Mark aus. Die Verfügung über diese Gelder obliegt dem Gemeindevorstand. Ansichtspostkarten jeglicher Art, die die Regelung der Lebens« mittelverieilung zum Gegenstande haben, dürfen gemäß einer An- ordnung des Oberkommandos in den Marken weder hergestellt noch irgendwie Verbreiter werden. Das Publikum wird vor dem Ankauf rrnd Veriand solcher Karten gewarnt, da sich die Beschlagnahme auch auf Postsendungen erstreckt. 69 999 M. erbeutet. Für 69 999 M. bares Geld und Wert- Papiere erbeuteten Geldschrankeinbrecher in der vergangenen Nacht in Bredereiche, einer Ortschaft in der Nähe von Dannenwalde an der Bahnstrecke zwischen Gransee und Fürstenberg. Sie drangen dort in die märltsiben Holz- und Pappstoffabriken, die am Fischerwall liegen ein,„knabberten" im Kontor nach Art gewerbsmäßiger .Knacker" das Geldspind auf und stahlen 29 999 M. bares Geld und für 49 999 M. Werlpapiers mit den Zinsscheinen. Es handelt sich um Papiere verschiedener Art, die im einzelnen noch festgestellt werden müssen. Die Täter sind höchstwahrscheinlich Berliner Geld- schrankeinbrccher.— Auch in Berlin machten Einbrecher wieder reiche Beule. In der Leipziger Straße drangen sie vom Hos aus in den Keller unter einem Blusengeschäfr ein. Eine Eisentür, die den Keller gegen die Geschäftsräume im Erdgeschoß abschließt, bot ihnen trotz verschiedener besonderen Sicherungsvorrichlungen keinen wirksamen Einhalt._ Die Einbrecher stahlen für 29 999 M. fertige Blusen und Seidenstoffe und erbrachen auch noch die Registrierkasse.— Auf Blusen hatten es Einbrecher auch in der Friedrichstraße ab- gesehen. Hier erbeuteten sie in einem Geschäft für 6999 M. Waren. Ein unaufgeklärter Selbstmordversuch beschäftigt die Polizei- behörden. Am Tegeler See fand man gestern nachmittag einen jungen Mann auf, der sich aus einer Browningpistole eine Kugel in die linke Seite der Brust geschossen hatte. Der Schwerverletzte wurde nach dem Lazarett aus Westend gebracht, wo er bedenklich daniederliegt. Wer er ist, weiß man noch nicht, ebenso wenig, was ihn zu dem Selbstmordversuch veranlaßte. Seine erste Angabe, daß er ein Vizefeldwebel Willi Wiener sei und in der Müllerstraße 39 wobne, erwies sich als unrichtig. Jetzt verweigert er über seine Person jede Auskunft. Ob er Soldat ist, steht auch noch dahin. Er trug bürgerliche Kleidung. Im Berliner Aquarium schwärmen jetzt zahlreiche winzige Bitterlinge aus den Malermuscheln. Die kommaförmigen Fischchen tummeln sich in großer Anzahl in einem kleinen Aquarium auf der Süßwasserseile des Erdgeschosses. Der Bitterling, einer unserer kleinsten deutschen Fische, von dem ein großer Schwärm im Aquarium Nr. 14 unlergebracht ist, hat die merkwürdige Gewohn- heit, seinen Laich mittels einer langen Legeröhre, die das Weibchen nur während der Forlpflanzungszeit trägt, in lebende Malermuscheln abzusetzen. Dort verbringen die Fischkinder die erste hilfloseste Zeit ihres Lebens und verlassen dann jeibsttätig die unfreiwillig gastliche Muschel. Regelung des Butberbezugcs in Spandau. Der Magistrat beabsichtigt, die Verteilung der Butter an die einzelnen Geschäfte so zu regeln, daß jeder Einwohner die ihm zu- stehende Buttermenge aus einem bestimmten Geschäft beziehen karni. Die bisher bei dem städtischen Butterverkauf beteiligten Geschäfte haben zu diesem Zwecke Kundenlisten anzulegen und fortzuführen. Die Einwohner werden aufgefordert, spätestens bis Montag, den 19. d. M., sich in einem der durch Aushang als städtische Nutterverkaufsstellen kenntlich gemachten Geschäfte unter Vor- legung sämtlicher Lebensmittelkarten anzumelden. Die Geschäfte haben die ihnen vorgelegten Lebensmittelkarten durch Stempelauf druck zu kennzeichnen. Abgabe von Hülsenfrüchten in Schöneberg. In den nächsten Tagen bringt der Magistrat Hülsenfrüchte (Bohnen und Erbsen) zum Verkauf. Die mit dem Berkauf be- trauten Geschäfte sind durch Preisaushang in den Schaufenstern kenntlich gemacht. Die Abgabe erfolgt nur yegen Abtrennung des Abschnittes N der Lebensmittelkarte. Auf leben Abschnitt wird Vt Pfund zum Preise von 24 Pfennig abgegeben. Die Sparkaffe der Gemeinde Steglitz hat sich auch im Kriegsjahr 1915, ihrem fünften Ge- schäftsjahre, weiter günstig entwickelt. Es wurden 3 868 977,51 M. eingezahlt und 3 796 863,39 M. zurück- gezahlt, davon rund 1 699 999 M. für Kriegsanleihezeichnungen. 3186 Sparbücher wurden neu ausgegeben, während 918 zurück- gegeben wurden. Die Gesamtzahl der Sparbücher beträgt 19 638. Daß man nicht alle Buchinhaber als„Sparer" im landläufigen Sinne des Wortes bezeichnen kann, dürften folgende Zahlen er- geben: Einlagen bis 699 M. weisen 9465 Bücher auf, von 699 bis 1599 M. 828 Bücher, von 1599—3999 M. 235 Bücher, von 3999 bis 19 999 M. 91 Bücher und endlich über 19 999 M. 19 Bücher. Das Geschäftsjahr schloß mit einem Reingewinn von 13 367,13 M. — lieber die S ch u l s p a r k a s s e n sagt der Bericht, daß die Ein- lagen von 198 351 M. auf 88 957,92 M. zurückgegangen sind; dies wird in der Hauptsache auf Kriegsanleihezeichnungen der Schüler zurückgeführt. Auf 224 Heimsparbüchsen sind 4546 M. ein- gezahlt worden. Aus insgesamt im Verkehr befindliche 2215 Sparbücher für Neugeborene wurden im Berichtsjahre 58 295 M. eingezahlt._ 7)110 aller Welt. Ein hartnäckiger Preistreiber. Vor einiger Zeit war der Viehhändler Max Otto Hennig in Dohlen vom Leizpiger Landgericht wegen Preisüber- s ch r e i t u n g beim Schweinehandel zu 6999 M. Geld- strafe verurteilt worden. Diese Strafe hat Hennig nicht ab- gehalten, neuerdings beim Kälberhandel gegen die Wucherverordnung durch zu hohe Preisforde- rungen zu verstoßen. Das Gericht verurteilte ihn diesmal zu einer einmonatigen Gefängnis st rase und zu 1599 M. Geldstrafe. Der Fall beweist, daß unsere Ansicht, durch Geldstrafen werde den Preistreibereien kein Wbruch getan, berechtigt war. Wir glauben bestimmt, daß die nunmehr über den Viehhändler ver- hängte Gefängnisstrafe eine bessere Wirkung erzielen wird. Eine lustige Hamstergeschichte lesen wir im„Thüringer Volksfreund": Ein seit sechs Jahren bei einer Herrschaft in Düsseldorf beschäftigtes Dienstmädchen erhielt von seinem im Felde weilenden Bräutigam einen Brief, worin dieser um Zu- sendung von etwas Wurst bat. Das Mädchen bemühte sich tage- lang, ohne indessen etwas Wurst auszutreiben. Die Herrschast des Mädchens verfügte über eine reich gespickte Vorratskammer, in der es von Würsten, Speck und Schinken wimmelte. In Abwesen- heit der Frau des Hauses ging das Mädchen in die Vorratskammer und nahm eine Wurst an sich, um den Herzenswunsch ihres Lieb- sten zu erfüllen. Sie machte dem zweiten Dienstmädchen des Hauses gegenüber die Bemerkung, daß sie der Herrin die Wurst bezahlen wolle. Als diese gegen Abend nach Hause kam und die Vorratskammer inspizierte, bemerkte sie das Fehlen der Wurst und drohte dem Mädchen mit einer Anzeige. In seiner Angst ging das Mädchen seEbft zur Polizei und machte von dem Vorfall Mit- teilung. Der vernehmende Kommissar machte große Augen bei der Selbstbezichiigung des Mädchens und interessierte sich lebhaft für die Art und die Zahl der aufgespeicherten Fleischwaren. Dann machte er sich mit einigen Polizisten auf den Weg nach der Woh- nung der Herrschaft. Es wurde eine Untersuchung der Vorrats- kammern vorgenommen und dann wurden all die schönen Dinge auf einen Wagen geladen und der städtischen Verkaufsstelle zuge- Mrt.(r) 15 699 Mark Geldstrafe wegen Grtrcidevcrheimlichung. Der 83jährige Gutsbesitzer Nebclung aus Heeringen im Eichs- feld ist wegen Verheimlichung großer Vorräte von Getreide und anderer LandcSproduktc zu 15 999 Mark Geldstrafe verurteilt worden. Schweres Bauunglück. In Herford stürzte bei Eisenbahn- arbeiten ein durch Holzpfeilcr gestütztes Gewölbe ein. Vier Arbeiter wurden verschüttet, drei sind tot, einer schwer verletzt. Dreifacher Mord und Selbstmord. Einen dreifachen Mord und Selbstmord beging der Bahnarbeitcr Heisch in Teuditz bei Lützen. Er tötete seine Frau, seine Schwiegermutter und deren Mutter durch Messerstiche und Bcilhiebe und durchschnitt sich dann selbst die Pulsadern und den Hals. Die Ursache der Tat sind Zerwürfnisse mit seiner Frau wegen einer gerichtlichen Be- strasung. Ter Vater als Richter seines Sohnes. Durch den eigenen Vater gerichtet wurde im Brüx er Rösselwald ein junger Mann namens Anton Bally. Ter junge Mann, der von jeher ar- beitsscheu gewesen war, hatte mit seinen zwei Brüdern in der letzten Woche einen Raubmordversuch begangeii. Tie beiden Brüder wurden festgenommen, während Anton B. flüchtig wurde. Als sein Vater von der Tat erfuhr, äußerte er sich zu verschiedeneu Personen, daß er selbst den mißratenen Sohn suchen und richten würde. Seitdem war auch der Vater verschwunden. Nach Pfingsten fand man im Brüxer Rösselwald Vater und Sohn an Bäumen hängend vor. Nach einem zurückgelassenen Brief hat der Vater er st seinen Sohn und dann sich selb st erhängt. Schwere Unwetter, die über das Riesengebirge und seine Vorberge niedergegangen sind, haben stellenweise bedeutenden Schaden angerichtet. Flicgerunfall in Frankreich. Aus Bern wird berichtet: Nach bier aus Frankreich vorliegenden Meldungen erfolgte bei Luxeuil ein Zusammenstoß zweier Militärslug- zeuge in der Luft. Beide Flugzeuge wurden gänzlich zer- trümmcrt, die vier Flieger fanden den Tod. parteiveranftaltungen. Zweiter Kreis. Die Nrwahl des Vorstandes und der Kommissionsmitglieder für Groß-Berlin findet am Sonntag, den 18. Juni, vormittags von 8 Uhr ab, in folgenden Lokalen statt: A. Wiemers, Bülowstraße 58. P. Zickenrott, Zimmer- stratze 59, F. Naujakat, Markgrafenstratze 85, A. Keufner, Hagelberger Straße 20 a, H. Thomsen, Gneisenaustraße 30, A. Riebke, Planufer 75, W. Bohu, Graefestraße 65. Zcntral-Wahlbureau: H Thomsen, Gneisenaustr. 30. Wahlberechtigt ist jedes Mitglied, das den Beitrag für Februar 1916 bezahlt hat. Das Wahlrecht kann in einem der vorgenannten Lokale ausgeübt werden. Die Wahl beginnt um 8 Uhr vormittags und wird um 12 Uhr mittags geschlossen. Friedrichshagen. Bei schönem Detter findet am Sonntag, den 18. Juni, das zweite S p i e l s e st statt, und zwar im Walde hinter dem Steinplatz(Verlängerung der Königstraße). Ansang nachmittags 3 Uhr. Mitglieder und Gäste werden gebeten, sich mit ihren Familien daran zu beteiligen. Nowawes. Mittwoch, den 21. Juni, abends Sll, Uhr, findet im Lokal von Singer, Priesterstr. 39. eine außerordentliche Mitgliederversammlung mit folgender Tagesordnung statt: Bericht von der Kreisgeneralversamm- lung. Dislussion. Aussprache über die am 2S. Juni stattfindende Vcrhands- generalversammlung Groß-Berlins und Wahl der Delegierten. Beiträge" werden in der Versammlung entgegengenommen. Iugenöveranstaltungen. Pankow- Nied crschönhausen. Sonntag, den 18. Juni, nachmittags 5 Uhr, im Jugendheim: Vortrag.Technik und Kultur". Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 18. Juni, vormittags S UH« Pappelallee IS— 17; Neukölln, Jdealpassage,.Jdealiasino", und Oberschöne- weide, Klarastr. 2: Freireligiöse Vorlesung. Vormittags 11 Uhr, Klein« Frankfurter Straße 6: Vortrag des Herrn Dr. M. H. Baege:.Wert und Bedeutung der Entivickelungslehre". Allgemeine Kranken, und Sterbekafie der Metallardeiter zu Hamburg(V. a. G.), Filiale Berlin S. Sonnabend, den 17. Juni, abends S'/j Uhr: Mitgliederversammlung bei Thiel, Nückerstr. 7. Wahl der Ortsverwallung.— Filiale Berlin 7. Sonnabend, den 17, Juni, abends 8 Uhr: Mitgliederversammlung bei Zache, Kolberger Straße 26, Wahl der Ortsvcrwaltung und der Funktionäre,— Filiale Berlin 9. tronnlag, den 18. Juni, vormittags 10 Uhr: Mitgliederversammlung bei Scheel, Bcrlichingenstr, 14. Neuwahl der Ortsvcrwaltung. — Filiale Charlottenburg, Sonnabend, den 17. Juni, abends 9 Uhr: Mitgliederversammlung im Volkshaus, Neuwahl der OrtS- verWallung. Hilfskasse der Graveure, Ziseleure und verwandter Berufs- genossen in Berlin tagt jeden Zwesten Montag im Monat, abends von 8—10 Uhr im Restaurant Fournier, Oranienstr. 163. Der Feiertage wegen findet der Junizahlabend am Montag, den 19, Juni statt. Sriefkasten der Redaktion. Die luriststchi Sprechstunde findet für Abonnenten Lindenstr. Z, 17. Hof cechts, parterre, am Montag bis Freitag von* bis? llgr, am Sonnabend von b bis 6 Uhr statt. Jeder für den B r, e s I a st e n bestimmten Antrag« ist ein Buchstabe und eine Zahl als Merlzeichen Beizufügen. Brieflich« Antwort wird nicht erteilt. Antragen, denen kerne AbonnementSguittung beigefügt ist, werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. Bcrträge, Schriststuckc und derglcichen bringe man iu die Sprechstunde mit. A. T. 13. Nein,— Paula 390. Aus dem Wege privater Er- kundigung,— B. T. 56. 1. Die Militärrente ist dem übrigen Einkommen zuzurechnen und somit steuerpflichtig, nur die Verstümmelungs- und Kriegs- zulage ist nicht zu versteuern, 2, und 3, Der gegenwärtige Verdienst wird als Grundlage sür die Einschätzung� genommen. Vermindert sich dieses Einkommen erheblich, so können Sie unter Einreichung einer Lohn- bescheinigung des Arbeitgebers Herabsetzung der Steuer beantragen,— — M, F. 30. Beschwerde beim zuständigen Reviervorstand, eventuell Polizeipräsidium,— H. M. 38. Sic könnten vom Schneider Schaden- crsatz verlangen, event, durch Klage vor dem zuständigen Amtsgericht. Versuchen Sie aber doch eine gütliche Einigung,— K. 113. 1. Da Ihnen die Veranlagung zur Gemeindc-Einkommenstetier zuerst zuging, müssen Sie auch gegen diese Reklamation einreichen, sonst würde die Reklamation gegen die Staats-Einkommensteuer-Veranlagung genügen. 2. In dem Falle ja. 3. Nein. 4. Kommt überhaupt nicht in Frage, das mutmaßliche Einkommen wird zur Grundlage genommen.— St. 3. 100. Durch Anzeige bei der Polizei müßte diese wohl den Hauswirt zur Abstellung des öffentlichen Mißstandes veranlassen.— W. W. 88. Nicht zutreffend. — Frieda 100. Ja.— G. H. 1. 1. Ja. 2. Ein schriftliches begründete» Gesuch ist an das Vonnimdschastsamt der Stadt Berlin, Landsberger Straße 45/47 unter Angabe der Sparkasse und der Nummer des-spar- kaffenbuches zu richten.— R. R. 148. 1. und 2. Nein.— Charlotte 2. Einstellung wird wahrscheinlich erfolgen. Wenden Sie sich mit einem Ge- such an die Dircltion.— E. M. 27. 1. Nein. 2. Die AusrechnungS- bescheinigungcn und die letzte Ouittungskarte.— C. H. 11. Wenden Sie sich mit einem Gesuch um Unterstützung an das Landratsamt des Kreise» Teltow in Berlin, Viktoriastr. 17/18.— H. H. 125. Auch die Witwen» rente gehört zum steuerpflichtigen Einkommen. Steuer wird bei einem Einkommen von mindestens 900 M. erhoben.— H. P. 1000. Nein. Wetteraussichten für das mittlere Rorddeutschland bi» Sonntag mittag. Ein wenig wärmer, vielsach heiter, aber«och Ml» beständig mit öjter wiederholten, meist geringen Regenjällen. .'- JT;">•;■«•�' i''ß.,'-!*-r'-.-i- v■, j?l�:*3-.r&Fji' Ein wertvolles Hausbuch für jede Arbeiterfamilie! Arbeiter-Gesundhoits-Bibliothek Das Buch ist auf gutem Papier gedruckt, enthält ein zerlegbares Modell, viele Illustrationen und präsentiert sich in einem schmucken Einband. Behandelt werden folgende Gebietet Die erste Hilfe bei Unglücksfällen. Von Dr. Christeller.— Das erste Lebensjahr. Von Dr. Silberstein.— Gesundheitspflege des Nervensystems. Von Dr. Hirschlatt.— Der Achtstundentag. Von Dr. Zadek.— Alkoholtrage und Arbeiterklasse. Von Dr. Fröhlich.— Das Schulkind. Von Dr. Silberstein.— Geschlechtsverkehr und Geschlechts-Krankheiten. Von Dr. Gebert.— Nahrung und Ernährung. Von Dr. Chajes.— Wie sollen wir uns kleiden? Von Dr. P. Bernstein.— Der Arbeiter- schütz. Von Dr. M. Epstein.— Vom medizinischen Aberglauben. Von Dr. E. Thesing. — Das Wasserheilverfahren in der Gesundheitspflege des Arbeiters. Von Dr. S. Munter.— Verhütung und Heilung desSiotterns. Von L. Jordan.— Geschlechtliche Erziehung in der Arbeiterfamilie. Von Dr. J. Markuse.— Zähne und Zahnpflege. Von Gertrud Rewald. — Bau und Lebenstätigkeit des menschlichen Körpers. Von Dr. Christeller.■ Der Geschlechtstrieb. Von Eduard Bernstein.— Die Krankenpflege im Hause. Von Johann Ranker- Mannheim. — Die Proletarierkrankheit, Von Dr. J. Zadek. Buchhandlung Morwirts Seriin ßezugs�uelBen-Verzeichnis Be�Sin-Westen JEmhcintjtvfie�ennicl�� Brauereien bsei Mig& HDümann l Akt.-Brauerei Potsdam| KEig. Nicderlag. BerlinSVV.47 4Kreuzbergstrasse 23, Brau-! Kdenburgf a. 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Walilkreia: St. Fritz, Prinzen ftr. 31, Hol rechts pari.. Geöffnet von 11—1'/. und von 4'/,— 7 Uhr. Wahlkreis: Osten: 31 ob er t SB enge IS, Markusstr. 3S. Geöffnet ron 11—1',, lind von 4Vj— 7 Uhr.— Karl Melle, Petersburgerplatz 4. t2adci>i. Geöffnet von'11— 1'/, und von 4'/,— 7 Uhr. A. Wahlkreis. Süd offen: Paul Böhm, Lausttzerplatz 14/15. Geöffnet von 11- 1'/, und von 4>/,— 7 Uhr. 6. Wahlkreis: l'cu Flucht, Immaiiuclkirchstr. 12(Hos). Geöffnet von 11—1'/, und von 4'/,— 7 Uhr. 6. Wahlkreis Solomon Joseph, MlhelmShavener Et: aste 48. Geöffnet von 11— 1'/, und von 4'/,— 7 Uhr. W edding:: I. Hönisch, MüDcrftr. 34a Ecke Utrechter Str., Laden Geöffnet von 11— 1'/, und von 4'/,— 7 Uhr. Itosentiialcr und/, u. 4'/,— 7 Uhr. Schenkendort b. Königs-Wusterhausen: Chr. H ants ch t e, Dorsstr. 10. Sohöneherg: Vilbelm Bäumler, Meiiiinzer Strage 9, im Laden. Geöffnet von 11— 1'/, und von 4'/,— 7 Uhr. Spandau, Xonnendaram: Schumacher, Breitestr. 64. Ge- öffnet von 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. Tegel, Uorsigwalde, Wittenau, Waidinannslnst. Hcrnisdorf, Rohen- Xeuendorf, Uirkenwcrdcr, Freie Scholle u. Reinickeudorf- West: Paul Kien ah, Borsigwalde, Räuschslraffc 10. Geöffnet von 11—1'/, u. von 4'/,— 7 Uhr. Teltow: L e n s ch n e r, Havelstr. 2. Tempelhof: Joh. Strohn, Borussia str. 62. Treptow: Rod. Grame uz, Kiesholzslraffe 412, Laden. Geöffnet von 7 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. Weiüeusee, Reinersdorf: Gust. R o ff k o p s, Berliner Allee 11. Wilmersdorf, Raiensee, Schmargendorf: Paul Schubert Wilhelmsaue 27. Zeuthen, Siersdorf: Sich. Schulz, Zeuthen, Ziethenstr. 16. Zossen: Nönnebeck, Stubenrauchstr. 27. Sämtliche Parteiliteratur sowie alle wiffenschastlichen Werke werden gelieser Sonntags sind die Ausgabestellen geschlossen. HxranlworlUcher 3iejzg!:eur: Aiireg WjrtkM. LeuM», Für ees LnferatenleU oeianuv,: Th. Glorie, ivcrlin, ütud u-Periug: Borwarti ouchötutfctei u, PeriagsanstaU Paul Singet& Co., Petlm SW.