Nr. 97. * Vorwärts Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Bierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags: Nummer mit tüluftr. Sonntags- Beilage ,, Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Beitungs- Preisliste für 1894 unter Nr. 6919 11. Jahrg. Insertions: Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfa., für Vereins- und Versammlungs: Anzeigen 20 ẞfg. Inserate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr Nachmittags in ber Expedition abgegeben werden. Die Expedition ift an Wochen= tagen bis 7 Uhr Abents, an Connund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Freitag, den 27. April 1894. bilbung des Mittelalters hatte die christliche Ständische Gliederung. anschauung als Grundlage. Wir müssen also unser ganzes Form.. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Welt- schaftlichen Verhältnissen der Gegenwart angepaßten so sind auch die Abschnitte gerathen, öffentliches und wirthschaftliches Leben mit christlichem welche die augenblicklichen Forderungen enthalten. Wenn Geiste erfüllen, dann erst wird es besser werden. man grob werden wollte, könnte man sagen: Aus jedem In süddeutschen Bauernwirthshäusern, in den Kneipen der kleinen Städte, in den Geschäftsstuben der Landkrämer fieht man heute noch häufig ein buntes Bild: Auf einem Diese Anschauung und Geistesrichtung, die sich bewußt Dorf ein Hund. Neben Forderungen der Agrarier, die in Absätzen sich nach oben verjüngenden Postament stehen oder unbewußt in Gegensatz zu der modernen Arbeiter beinahe schon so abgegriffen sind wie Scheidemünze, stehen steif und starr wie Wachsoldaten die Repräsentanten der bewegung stellt, dabei aber deren Agitationsmethode und solche der Innungsbrüder und neidzerfressener ZwischenBerufsstände, in welche das ganze Mittelalter hindurch das geistiges Rüstzeug sich zu einem großen Theil angeeignet händler, das Ganze ist übergoffen mit einer echt christlichen Bolt gegliedert war. An die Thatsache, von der das Bild hat, ist wohl am meisten verbreitet in Desterreich. Hier Chestandsbrühe. Die Landwirthschaft erhält eine genossenKunde giebt, erinnert auch noch der Auszähl- Reim spielen hat ein Schüler Vogelsang's, der Prinz Lichtenstein, den schaftliche Organisation und die Hypothekenschulden werden der Kinder: Kaiser, König, Edelmann, Bürger, Bauer, man das" Loisle" nennt, das Schlagwort gefunden, welches Rentenschulden, deren Zinsfuß sich nach der Höhe der Bettelmann. die ganze Bewegung erschöpft: Vertikale Gliederung. Nach Grundrente richtet. Dem Handwerk wird durch obliDas sind die Ueberreste der einstmaligen wirthschaft der Ansicht dieses Hochedelen soll es fünftig weder Schichten gatorische Innungen und dem Befähigungsnachweis ge= lichen Gliederung der christlichen Welt. Mit dem Auf- noch Klassen geben, sondern Stände, und zwar so wenig holfen, durch Regelung der Gefängniß und Militärarbeiten und Einschränkung des Zwischenhandels. tommen der Waarenproduktion erhielt diese Organisation den als möglich. Todesstoß, der nach allen Seiten ausgreifende Kapitalismus Den Stand der Landbebauer bilden z. B. die Land- Einen Befähigungsnachweis muß auch der liefern, Bei der welcher eine großindustrielle Unternehmung leiten will. empfand die alten starr gewordenen Formen als hemmende arbeiter, die Bauern, die Großgrundbesizer. Fesseln, was die wirthschaftliche Entwickelung nicht ver- Industrie ist es ähnlich. Auch hier werden Arbeiter, Hand- Für die Ausdehnung einer einzelnen privaten Unternehmung nichtet hatte, das ließ der Hauptvertreter des Kapitalismus, werksmeister und Fabrikanten in eine Organisation zu wird in den verschiedenen Industriezweigen eine Grenze festgesetzt. das zur Macht und Herrschaft gelangte Bürgerthum, durch fammengefaßt. Detrete, Gesetze und Berordnungen aus dem Wege räumen. So schwand selbst die Erinnerung an die früheren Verhältnisse mählich mehr und mehr, das Wort ständisch" galt geradezu als verpönt, wer als gebildet gelten wollte, durfte es nicht im Munde führen. H In Deutschland sigen die Befürworter einer ständischen Ganz zweideutig sind die Forderungen gehalten, welche Verneverung auf den Bänken der Konservativen, der Anti- im Interesse der Arbeiter erhoben werden. An jeder klebt semiten und des Zentrums. Es sind nur Bruchtheile der irgend eine Abschwächung, die sich genau so ausnimmt, wie genannten Parteien, die sich zu einer derartigen Reform eine reservatio mentalis. Die Arbeiterschutzgesetzgebung soll nach rückwärts bekennen, und noch bis vor wenigen Tagen vervollkommnet werden zum Zwecke einer gewerblichen AusUnd ungehemmt, mit flatternden Fahnen verfolgte die hatten sie nicht einmal ein Programm. Diesem Uebelstande bildung, einer gerechten Entlohnung, einer gesicherten, stufentapitalistische Produktionsweise ihren Siegesweg. Es gab ist jetzt abgeholfen, die„ Katholisch- Sozialen" sind schwarz weise aufsteigenden Stellung und einer würdigen Behandlung der Arbeiter. Die Arbeitszeit soll verkürzt werden, aber die nur einen Gott, und der war das Kapital. Den Arbeiter koppelte auf weiß mit dem herausgerückt, was sie wollen. es an die Maschine und machte ihn zum Sklaven, die Hand- Aus dem vorliegenden Programm erhellt auf den Verkürzung muß den Produktionsverhältnissen angemessen werker dezimirte es, die Bauern sog es aus und dem Land- ersten Blick eins mit voller Bestimmtheit: Die Pfarrer, sein. Die Fabrikarbeit für Frauen soll beseitigt werden, aber junker strich es den letzten Schimmer alter Herrlichkeit vom Prälaten und Adeligen, welche das Opus zusammen nur für solche, die verheirathet sind, und nicht auf einmal, Wappenschild und sprach ihm die Existenzberechtigung ab. gestellt, haben von unserem Erfurter Programm wenigstens sondern allmälig. Die Hausindustrie wird fünftig geregelt So lange das Ungeheuer sich hauptsächlich von Arbeiter- gelernt, wie man ein Programm abfaßt; die Aehnlichkeit und überwacht, aber nur soweit, als sie im Dienste des fleisch genährt, hatten die mittleren wirthschaftlichen Schichten der äußeren Form ist frappant. Das Programm selbst Großunternehmerthums steht. Arbeiter- Ausschüsse mit gesetznichts oder sehr wenig dagegen einzuwenden; anders aber hebt an mit einem Trugschluß. An den so schrecklichen sozialen lich garantirten Rechten sollen eingeführt, das Koalitions= wurde die Sache, als das Ungethüm immer weiter seine Zuständen der Gegenwart soll nicht das kapitalistische recht gesichert werden, gleichzeitig aber dringt das Programm Krallen ausstreckte und sie selbst in diejenigen schlug, welche System die Schuld tragen, sondern eine Erscheinungsform auf zeitgemäße Abänderung der unbeschränkten FreizügigEin den örtlichen Verhältnissen entsprechender bis dahin seine Bundesgenossen gewesen. Jetzt kam es dieses Systems, der Liberalismus mit seinen unchriftlichen teit. gerade in diesen Mittelschichten zur Reaktion gegen das Anschauungen. Wir glauben nicht, daß die denkgewohnten Minimallohn wird festgesetzt, aber nur für Arbeiter, fchrantenlose Walten des Kapitalismus, neue bürgerliche Jesuiten, welche den Entwurf unterschrieben, nicht ein welche auf Rechnung des Staates oder der Gemeinde ausParteien tauchten auf mit neuen Programmen und gesehen haben, daß diese Ansicht eine falsche sei; aber sie geführt werden. Soweit das Jesuiten- Programm. Es ist wohl ausZielen. Gemeinsam ist allen Vertretern dieser Be- konnten eben nicht anders. Sie wollen die Produktionsmittel ftrebungen, daß sie nicht etwas wirklich Neues schaffen dem privaten Besitz nicht entziehen, sie wollen das herrschende geschlossen, daß die Herren mit dem Köder der Sozialwollen, das für die Zukunft berechnet ist; mit zurück Produktionssystem nicht aus der Welt schaffen, sie wollen demokratie auch nur einen Genossen abfangen. In den gewandtem Antlig blicken sie in die Vergangenheit und suchen es äußerlich anders aufpuzen; darum Kreisen der Kleinbauern und Kleinbürger mögen sie wohl und finden dort ihre Ideale. Ihr Gedankengang ist der: mußten sie den gedanklichen Kopfsprung wagen. Jeder einige Augenblicks- Anhänger gewinnen. Damit kann die Es hat einmal eine Zeit gegeben, in welcher die soziale Beweis gründet sich auf bestimmte Vorausseßungen, wie Sozialdemokratie nur zufrieden sein. Weiß sie doch, daß Noth nicht so schrecklich und allgemein war wie jetzt. In diese sind, geräth auch jener. Die ganze ständische" Be- alle diese Leute früher oder später zu ihr kommen, zu ihr dieser Zeit es war im Mittelalter war das ganze wegung läßt absichtlich außer acht, daß heute und im kommen müssen. Bolt fein säuberlich nach Ständen gegliedert, die Pflichten Mittelalter zwei ganz verschiedene Produktionssysteme in und Rechte jedes Standes waren genau umschrieben, ein Frage kommen, sie will aber trotzdem die gleichen Erfolge Jeder hatte wenigstens sein Auskommen. Wenn wir erzielen. wieder diese wirthschaftliche Gliederung ein- Und wie der allgemeine Theil des Programms, dessen führen, muß auch die soziale Noth schwinden, Inhalt sich in den Worten erschöpft: Organisation der Geund es wird wieder eine Freude sein, zu leben. sellschaft nach Berufsständen auf christlicher Grundlage und in einer Sie sagen: die Stände zwar und den gesellschaftlichen wirth Andere gehen noch weiter. nun Feuilleton. Der Jude. Deutsches Sittengemälde aus der ersten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts. Von C. Spindler. 26 nur etwas Aber eine andere Folge kann und wird der Programm entwurf haben. Im Zentrum giebt es auch heute noch eine größere Anzahl von Großunternehmern; die scheiden alle aus, wenn das Programm die Unterschrift der Majorität der Zentrumsabgeordneten erhält. Und damit geht der feste Thurm in die Luft wie ein Speiteufel". " diesen erfüllt zu sehen, spreche ich Euch, dessen offene Bruder Grübler; seht auf Euer Kleid, und nehmt die Ver= Reckheit ich beifällig wahrgenommen, um Hilfe und Bei- nunft gefangen. Ihr seid dem Weltall eigen, das erst, stand an." nachdem Ihr ihm alles geopfert, vielleicht Euch offenbart, Wie kann ich mich aber in dies seltsame Beginnen warum dieses sein mußte; Ihr strebt darnach, der Leibeinlassen?" fragte Dagobert verwundert.eigene eines Standes zu werden, der für alles den " Ein einziger Besuch ist hier hinreichend;" versezte Löseschlüssel hat, alles verzeiht, nur das Vernünfteľn Wallrade. Der, den wir meinen, heißt Rudolph Bilger nicht. Uebt Euch vor der Hand in solcher Pflicht, und gevon der Rhön, und ist einer von des Kaisers Jagdleuten. horcht den Launen eines Weibes, denn nur dadurch erZieht Kunde ein von seiner Wohnung, sucht ihn heim, und kauft Ihr das Gefühl, welches Ihr von meinem Herzen " Ich will glauben," flüsterte fie sanfter denn zu sagt ihm dürr heraus: mein Wille sei's, daß er wieder von verlangt." vor, daß das Bemühen aufrichtig ist, mit welchem der dannen scheide, da mir seine Anwesenheit ergerniß gebe. Jüngling Dagobert gut zu machen sucht, was der Knabe Diesem Begehren möge er aufs Schleunigste gehorchen, oder an der Schwester verbrach. Ich zaudere daher nicht, meines Thuns gewärtig sein. Das ist alles. Verspricht des Mannes Freundschaft anzunehmen, mit meinem Ver- er, zu thun, wie ich begehre, so laßt ihn ruhig ziehen; trauen zu erwidern und ihm Anlaß zu geben, meinen weigert er sich, so fordert ihn vor die Klinge. Ihr habt Dank zu verdienen, sofern er mir zusagt, das Anvertraute den Muth dazu, doch gelobe ich Euch, daß es so weit nicht zu bewahren wie ein Mann, nicht wie ein plauderhaftes kommen wird. Keines weiteren Eingehens in die Sache, nur meines Namens und eines befehlenden Tones bedarf's, Weib." " Zählt darauf, Wallrade," erwiderte Dagobert, ich um sicher den Zweck zu erreichen." fönnte eines Zauberschates Hüter sein, Monden lang, ohne ihn durch ein einzig Wörtlein in Asche und Kohlen zu verwandeln. Kann ich vollends Euern Dank dadurch verdienen, bin ich gerne bereit zu thun, was Ihr verlangt, um nur Euer Vorurtheil zu widerlegen." " Ihr scheint Eures Mannes verzweifelt gewiß," meinte Dagobert etwas verlegen. Wie aber fömmt es, Schwester, daß Ihr keinem Eurer Freier diesen Auftrag gebt?" " Weil sie meine Freier find," antwortete Wallrade; weil ich niemals heirathen werde, und folglich auch nicht die mindeste Hoffnung dazu geben will." Sie schritt von dannen, der Knecht voraus, Dagobert ihr zur Seite, hart an den besprochenen Freiwerbern vor" Ich werde Euch willüber, die nicht beachtet wurden. fahren, Wallrade," sprach der Bruder unter der Pforte: ich habe es Euch zugesagt; aber weh thut mir's, daß eine Art von Schergenhandlung, deren Zweck und Grund ich nicht begreife, der Preis Eurer schwesterlichen Zuneigung werden soll, die mir mein redliches Werben, die Bande des Blutes und unseres Vaters Liebe hätten zusichern müssen.-" Die Redlichkeit des Mannes ist Lüge meistentheils," versetzte Wallrade kalt und hart:" Die Verwandtschaft achte ich nicht. Rain erschlug den sanften Abel und Diether Frosch, dessen Name ich nicht mehr trage, hat aufgehört, mein Vater zu sein, da er die Leuenbergerin zum EheVernehmt denn," sprach Wallrade, vertraulich werdend. " Ich werde demnach in diesem Geschäfte Euer stummes, gemahl erwählte. Schweigt also von Dingen, die nur in „ Es langte heute in des Kaisers Gefolge ein Mann an, ber sich schwer an mir verging. Dieser Frevel ist Euch unwissendes Werkzeug vorstellen?" fuhr Dagobert fort, wie des Bänkelsängers Lied gehören, und sagt mir: thut Ihr, gleichgiltig, und somit verschweige ich ihn. Der Anblick der eigenhörige Knecht, der Hab und Leben wagen muß, was ich begehre, oder nicht?" „ Das erstere; verlaßt Euch darauf:" antwortete Das dieses Mannes jedoch ist mir eine Folter, da ich mich nicht blos weil sein Herr es will, und die Vernunft der Gewalt gobert unmüthig. So laßt uns hier Abschied nehmen"; thätlich an ihm rächen darf, obgleich er mich sehr zu gehorcht?" " Befremdet Euch das?" fragte Wallrade, aufstehend; versezte Wallrade: ich untersage Euch, mich nach Hause zu fürchten hat. Sehr, sage ich Euch; der Verdammte fürchtet nicht also seinen Henter. Ihn zu vertreiben aus meiner denn der das Hochamt haltende Dompropft sang soeben gel eiten. Die Nebenbuhler sind mir auf der Ferse, und Nähe, den Beleidiger, ist mein einziger Wunsch, und, um das feierliche: Ite, missa est! Seht um Euch her, lieber ich will keinen Verdacht erregen, den ich mit dem leisesten " as Dolitische tebersicht. Berlin, den 26. April. Bum Reichs Stempelgesetz werden im ReichsAnzeiger" die Ausführungsvorschriften veröffentlicht." Zur Apothekenfrage. Auf eine an den Reichskanzler seitens des Deutschen Apothervereins gerichtete Eingabe, in welcher ersucht wurde, vor endgiltiger Feststellung des Entwurfes für die in Aussicht genommene Apotheken- Ordnung die Betheiligten zu hören, ist Bescheid dahin ertheilt worden: Was die angeregte gutachtliche Anhörung von Interessenten aus dem Apotheterstande betrifft, so ist eine solche, und zwar vor der Feststellung des endgiltigen Entwurfes zu einem Apothekengesetz in Aussicht genommen. Im jetzigen Zeitpunkte find die Verhandlungen noch nicht so weit gediehen, um bereits eine Besprechung des Gegenstandes mit Vertrauensmännern eine Besprechung des Gegenstandes mit Vertrauensmännern aus Apothekerkreisen angezeigt erscheinen zu lassen." Der Achtstundentag in England. Das Parlament hat die Bill zur Einführung des Achtstundentages in den englischen Bergwerken mit 281 gegen 191 Stimmen in zweiter Lesung angenommen. Die Tragödie des ungarischen Adelsparadieses| thums und der größeren Anpaßbarkeit desselben wird diese ist der Kreuz- Zeitung" sehr ungelegen gekommen. Das Episode voraussichtlich nicht ganz so schnell und so kläglich Junkerblatt weiß sich aber zu helfen. Nicht die feudal- verlaufen wie das soziale Königthum".. Die neue Reichsanleihe soll blos zwei Mal über- junterlichen Zustände find schuld an dem Elend der Land- Das allgemeine Wahlrecht wird in Holland zeichnet sein, während sonst die Nachfrage nach deutschen bevölkerung, sondern natürlich!- die Juden. Schon vorerst nicht eingeführt werden können, da im eben geStaatspapieren eine weit größere war. Die Erklärung 1848 waren die Revoluzer bekanntlich stets Juden, durch den etwas höheren Kurs und die angeblich zu geringe Polen und andere Ausländer". Der Junker," der alles wählten holländischen Parlament 55 Gegner 42 Anhängern der Wahlreform gegenüberstehen werden. Reklame genügt nicht. Die Ursachen liegen unzweifelhaft Land in Besiz nimmt, Niemand sonst eine Scholle gönnt, tiefer. Das Vertrauen in die Zahlungsfähigkeit des durch seine Arbeiter zu Leibeigenen mit Hungerlöhnen macht, ist den Militarismus ausgefogenen Deutschen Reiches hat sich natürlich ein menschenfreundlicher, christlicher Herr. An gemindert und die schlechte ökonomische Lage hat ein ge- dem ganzen Unglück ist der Jude schuld, der von den paar ringeres Anlagebedürfniß zur Folge. Hautfezen, die der biedere Junker dem geschundenen Frohnfnecht übrig gelaffen hat, ein paar Fäserchen abzwickt. Ueber die Aufhebung der Ausnahmegerichte in Der erschütternde Bericht, den wir gestern mittheilen Irland wird uns aus London geschrieben: fonnten, zeigt die Wahrheit und zeigt die Schuldigen. Der Einen gewissen Erfolg erzielten die Irländer diese Woche angebliche Aufruhr war ein schmachvoller Ueberfall durch die Annahme in zweiter Lesung der von ihnen eingebrachten des Volkes durch die Schergen der gewalt habenden Bill auf Aufhebung der Ausnahmegerichte zc. in Irland( des Junter. sogenannten Zwangsgesehes). Bu einer zweiten irischen Sizung gab die von Herrn John Morley eingebrachte Bill Gelegenheit, welche ,, Die Guillotine bei verschlossenen Thüren", das Maßregeln vorschlägt, um den infolge der Feldzugsplan"-Be heißt der Ausschluß des Publikums von Hinrichtungen, wegung ermittirten Bächtern wieder in ihre Stellen zu verhelfen. wird jetzt in Frankreich geplant. Die Gesellschaft Auch dieser Vorlage blieb das Schicksal nicht erspart, von rechts schämt sich also der Hinrichtungen sagt die radikale und links bekämpft zu werden. Doch war sowohl die Opposition französische Presse, das ist gut. Aber dann habe man der fanatischen irischen Unionisten wie die der Parnelliten nicht auch den Muth der Konsequenz und schaffe die Hin- sehr ernst zu nehmen. Die letzteren, die feineswegs Gegner des ich tungen ganz ab!" An der Thatsache, daß vor Privateigenthums sind, fonnten fein stichhaltiges Argument für die verlangte Austreibung solcher Pächter, die an Stelle Ausjetzt 40 und 50 Jahren die gesammte( liberale Bourgeoisie getriebener getreten, beibringen, und die Vernünftigeren unter die Todesstrafe verurtheilte und daß sie heute sich nur zu den Konservativen find froh, wenn diefe leidige Affäre in einer dem heuchlerischen Zugeständniß verstehen kann, sie heimlich die Landlords schonenden Weise beigelegt wird, ehe ihre Partei Genoffe Zubeil soll sich, wie eine von verschiedenen zu vollstrecken, schlußfolgert das 19. Jahrhundert" die Ver- wieder ans Ruder fommt. Der Morley'sche Entwurf, der eine Blättern aufgenommene Reporternotiz besagt, mit der Ab- kommenheit des Bürgerthums. Art Schiedsgericht, Streichung ohnehin uneintreibbarer Rück ficht tragen, fein Mandat für den Reichstags- Wahlkreis stände und Gewährung von Vorschüssen zum Landankauf 2c. an Teltow Beeskow- Storkow Charlottenburg niederzulegen. die ausgetriebenen Bächter vorschlägt, ist aber durchaus nicht Wir hatten feinen Anlaß, diesem müßigen Gerede entgegen der Art, den Landlords wehe zu thun. Im Gegentheil. zutreten, theilen aber auf besonderen Wunsch des Genossen Die italienische Regierung und die FinanzBubeil mit, daß er fich niemals mit dieser Absicht getragen tommiffion des Parlaments tönnen sich nicht über die Das soziale Papstthum spukt jetzt in der ganzen habe und dem Wunsche seiner Wähler gemäß bis zum Ende der Legislaturperiode feinen Pflichten als Abgeordneter Welt, soweit der Katholizismus noch Boden hat. Als wir ententoupon Steuer einigen, so daß Crispi's nachkommen werde. Der Wunsch der Gegner nach einer vor drei Jahren im Vorwärts" auf diese neueste Phase Lage nicht so günstig ist, als man nach der Abstimmung Nachwahl in dem Riesen Wahlkreise vor den Thoren des Papstthums und des Katholizismus aufmerksam machten, der Kammer vermuthen sollte. Zwischen Bulgarien und der Türkei herrschten seit Berlins ist übrigens recht unüberlegt, denn der Sieg würde wurden wir von der Germania" und der Kölnischen Bolkszeitung" mit Spott und Schimpfworten überhäuft. einiger Zeit Differenzen bezüglich gewisser, aus früheren doch nur wieder der Sozialdemokratie zufallen. Jetzt werden die journalistischen Schlüsselsoldaten begriffen Jahrhunderten stammender religiöser Gerechtsame, die nach haben, daß wir das Bapstthum und die katholische Hierarchie der Losreißung Bulgariens vor 16 Jahren bei der Türkei besser kennen als sie selber. Wie sich die päpstliche Sozial- in Vergessenheit gerathen waren. Wie wir heute erfahren, demagogie in Frankreich entwickelt hat und aufspielt, hat der Sultan nun alle Forderungen der bulgarischen Re das ersehen die Leser aus unseren Pariser Gallus- Briefen. gierung erfüllt, worüber großer Jubel in Sofia. Und nun lese man nachstehenden Baffus aus dem letzten Wir erwähnen des an sich unbedeutenden Vorganges, Brief des Brüsseler Korrespondenten der Kreuz- weil er symptomatisch ist. Er beweist nämlich, daß es der Beitung", gewiß in diesem Falle einer einwandfreien russischen Diplomatie nicht gelungen ist, woran sie sehr Autorität: , fleißig arbeitete", die Türkei in ihr Garn zu locken und mit ihren natürlichen" Bundesgenossen in Streit zu ver= " N 4 Stöcker sucht sich den Katholisch- Sozialen anzuschmeicheln. In seinem Leiborgan„ Das Volt" findet er ihr neu formulirtes Programm sehr verwandt mit dem der Stöckerfchen Chriftlich- Sozialen". Nur Einiges hat er auszusetzen. Vor allem vermißt er in dem katholischen Programm die Stellungnahme zur Judenfrage". Aber, Herr Stöcker, begreifen Sie denn nicht, daß das katholische Programm dann auch zur Protestantenfrage hätte Stellung nehmen müssen? Ob Sie, der zweite Luther", den Katholiken auch noch so viel Honig ums Maul schmieren, sie lassen es sich wohl aus derselben Weltklugheit" gefallen, die Sie bei den Katholiken als Jesuitismus bezeichnen, aber in einem katholischen Programm Ihre, bes Rezzers, prinzipielle Gleichberechtigung auszusprechen, wäre noch mehr, als wenn Sie in der evangelischen Synode für die Gleichberechtigung der Protestantenvereinler in der evangelischen Landeskirche einträten oder wohl gar verlangten, man möchte je nach Bedarf den Freigemeindlern evangelische Kirchen zum Gebrauch überlassen. Der katholische Jesuitismus ist immer noch ehrlicher als die lutherische WeltFlugheit, und jedenfalls achtenswerther als die Stöcker'sche evangelische Orthodoxie. Das katholisch- soziale Programm spricht einfach nicht von der Judenfrage, weil es sonst auch gegen die lutherische Rezzerei fich wenden müßte, und über deren Abscheulichkeit, die weit schlimmer ist als das Judenthum, könnten Sie, Herr Stöcker, ich in jedem katholischen Lehrbuch und Katechismus unterrichten. Ein sozialdemokratischer Fall Thüngen" wird von der Frankfurter Zeitung" gegen uns ins Feld geführt. Die Frankfurter Zeitung" selbst sei 1890 vom Genossen Grimpe in Elberfeld wegen einer beschimpfenden Korre spondenz verklagt und auf Antrag des sozialdemokratischen Rechtsanwalts Belles sei der Gerichtsstand nach Elberfeld verlegt worden, weil hier Exemplare der Frankfurter Zeitung" verbreitet würden. Wir Sozialdemokraten seien also, so deutet die Frankfurter Zeitung" mit mehr Bosheit als Logit an, schuld daran, daß die Presse in der von uns anläßlich des Falls Thüngen gekennzeichneten Weise vogelfrei" gemacht set. Wir kennen den Fall Grimpe nicht, auf den die Frank furter Zeitung" anspielt. Genoffe Grimpe wird sich darüber aussprechen. Unser Urtheil über die Sache selbst wird dadurch nicht abgeändert. Und mit Recht. " In Deutschland haben wir das längst mit unserm Gewissen abgentacht, und köpfen weiter mit christlich reinem Herz. wickeln. Zum Unglücke für die ultramontane Partei nimmt die Spaltung in ihrem Lager täglich zu und fördert Er fcheinungen zu Tage, die man noch vor etlichen Jahren nicht Auch in Egypten befolgt die Türkei eine durchaus für möglich gehalten hätte. Ein Theil der Klerikalen schwenkt immer offener aur Sozialdemokratie hinüber, verföhnliche Politik und strebt einen Ausgleich zwischen dem von der er sich nur durch eine zur Schau getragene Khedive und England an, während Rußland natürlich zu Religiosität unterscheidet. Die sozialdemokratischen Ratho- einem Konflikte heßt. liken, die sich die Union sociale" nennen, hielten am Die Arbeitslosen in Amerika fangen an, die Ges verflossenen Montag in Lüttich ihre Hauptverfammlung ab, welcher ein Lütticher Priester, Abbé Pottier, präsidirte. schäftspolitiker in Washington ernsthaft zu beunruhigen. Die meisten Redner, worunter einige Professoren der Die gerufenen Geister sind durch kein Sprüchlein zu bannen. fatholischen Universität Löwen, machten der Das von halbverrückten Demagogen ausgegebene: Nach Sozialdemokratie den Hof und beschlossen, in die Washington! Bum Kapitol!" hat ein empfängliches Dhr Bewegung zu Gunsten des Weltfeiertages" in entschiedener und von allen Seiten ziehen die Opfer der Weise einzutreten. Sogar von einem förmlichen Wahl- gefunden bündniß mit den Sozialisten war die Rede. Gesellschaft nach Washington, wie einst die Kreuzfahrer nach Bemerkenswerth ist hierbei die Thatsache, daß nicht blos die Jerusalem. Sie haben keine bösen Absichten; ste vertragen flerifalen Parteiführer, sondern sogar die Bischöfe per fich sehr gut mit den Bewohnern, wohin sie kommen. Sie sönlich die sozialdemokratische Richtung wollen am 1. Mai den Volksvertretern, ihren Vertretern, innerhalb der ultramontanen Partei verurtheilten, ohne und dem Präsidenten, ihrem Präsidenten- dem großen damit etwas auszurichten. Der Bischof Doutrelour Bater", wie die Indianer ihn nennen ihre Noth zeigen von Lüttich ist sogar mit dem Abbé Pottier in eine und Hilfe fordern. heftige Beitung3polemit gerathen, was nicht gerade Was thun? ist nun die bange Frage in Washington. zur Erhöhung des bischöflichen Ansehens beiträgt. In dieser Aufhalten lassen die Leute sich nicht. Aber, wenn sie nun Haltung der katholischen Sozialdemokraten Tiegt eine neue Gefahr für die am Ruder be- da sind und an das Thor des Kapitols klopfen Gleich zur dann mit ihnen fertig werden? findliche Partei, bie somit alle Voraussetzungen einer wie Wahlniederlage bietet. Flinte greifen, die schießt, und zum Säbel, der Der Leser, der diesen Auszug des Kreuz- Zeitungs"-haut? Oder ihnen den Honig süßer Versprechungen, die Korrespondenten mit dem Brief unseres Pariser Korre- nie gehalten werden, um den Bart schmieren? Zwischen spondenten in der letzten Dienstagsnummer vergleicht, wird diesem Entweder Oder schwankt die politische Weisheit die vollständigste Uebereinstimmung bemerken. Und wer des hin und her. An die dritte Lösung: den Arbeitslosen Weiteren die Taktik unserer deutschen Klerikalen Arbeit geben, aus dem Gleis der kapitalistischen Mißbeobachtet, wird sich unwiderstehlich zu dem Schlusse ge- wirthschaft, die dieses Elend geschaffen hat, heraustreten drängt finden, daß für die katholische Welt ein gemeinsames und im Interesse der Allgemeinheit große fulturfördernde Programm und eine gemeinsame Taktik dem Sozialismus Werke in Angriff zu nehmen, bei denen Arbeit wäre für und der Sozialdemokratie gegenüber befolgt wird. alle Arbeitslosen, und zu denen es nicht an Geld fehlt daran denkt niemand. Kein Zweifel mehr, das soziale Bapst thum ift Wahrheit geworden. Und bei der Universalität des PapstDer Sphinx der sozialen Frage stehen die Staatsweisen der neuen Welt ebenso verständniß- und rathlos gegenüber, wie die der alten Welt. Wörtlein zu widerlegen, unter meiner Würde halte." riethen durchaus nicht den rohen Mann, der sich eine Freude Ohne Widerrede, gerne sogar nahm Dagobert die Weisung daraus macht, sittsame Frauen zu kränken. In dem ganzen Brasilien. Die Flotten- Revolution ist zu Ende; die an, und es war ihm fast wohl, daß er von der Schwefter Aeußern des in schönster Alterblüthe stehenden Wild Rebellen sind zersprengt, und die von einem Theil der Seite kam, zu deren Dienst ihn bloß sein voreilig gegebenes meisters fand der Beobachter nicht das Geringste, das Presse zu großen Thaten aufgepufften Versuche einiger Wort und ein besonderes Zusammentreffen der Dinge be- seinen Auftrag und den Widerwillen der Schwester hätte Haufen, die Rebellion vom Auslande aus fortzusehen, stellt hatten. Der Wunsch, diesen unangenehmen Frohn- rechtfertigen können. Unmuthig, seines Versprechens Fessel haben keine ernsthafte Bedeutung. Was weiter wird, läßt dienst ungefäumt abzuthun, sowie auch nicht minder die sich aufgeladen zu haben, folgte Dagobert nach vollendetem sich natürlich nicht absehen. Wird Peixoto, wenn seine leise Neugier, das Geheimniß der Schwester vielleicht, wider Gottesdienst dem Herrn von der Rhön in dessen Herberge. Amtszeit herum, die Diktatur niederlegen? Wir wissen es ihren Willen, zu enträthseln, vermochten ihn, am folgenden Wenige Augenblicke nach dem Lettern trat er ins Gemach, nicht, und wollen uns auch den Kopf nicht zerbrechen. Tage schon seine Nachforschungen zu beginnen. Die Feier das der Wildmeister bewohnte, und, wie sich's auswies, Aber die Parteilichkeit eines Theils der Presse für die des Chriftfestes bot ihm hierzu die erwünschteste Gelegenheit nicht allein bewohnte. Gine junge kindlich hübsche Frau Rebellen bestimmt uns, einer Schrift, die soeben von einem bar. Der prachtvolle Morgengottesdienst am Weihnachts hing soeben bewillkommend an seinem Halfe, ein Kind von deutschen Landsmann in Brasilien veröffentlicht ward, tage, begünstigt von dem schönsten kalten Wetter, verfam- zwei Jahren ungefähr lächelte ihm von dein Schoße der größere Aufmerksamkeit zu schenken. Herr C. Fabri, melte im Dom die Fürsten der Kirche, die weltlichen Fürsten Mutter entgegen. In dem engen Stüblein herrschte ein Vertreter des deutschen Kolonisationsvereins für Brasilien, und an ihrer Spige den Kaiser mit seinem ganzen ansehn- Geist der Ordnung und Reinlichkeit, der die Zelle einer tritt in dieser Schrift ziemlich entschieden auf Seiten lichen Gefolge. Ein nicht bis jetzt in Costnih erhörter Nonne nicht vortheilhafter hätte schmücken können. Eine Peixoto's. Er erklärt, die Rebellion sei von den mon Brunt entfaltete sich bei diesem Anlaß. Siegmund, ein Minute beiläufig stand Dagobert unschlüssig unter der archischen Reaktionären ausgegangen und von Europa wohlgebildeter, freundlich blickender Mann mit langem Thüre, unbemerkt von dem zärtlichen Paare; aber des aus genährt worden, und er erhebt schwere Be gegen die Vertreter Haupthaare und Bart, dessen Leutseligkeit bei Hohen und Wildmeisters Bärenfanger gewahrte den Fremden und gab schuldigungen der fremden Niedern anerkannt war, sowie seine eifrige Bewerbung um Laut. Der Herr von der Rhön ging aufmerksam ge- Mächte." Ohne den Vorschub, den die auswärtigen Flotten Frauengunst, und seine vorstechende Eitelkeit, hatte sich mit macht dem jungen Cleriter freundlich entgegen, nöthigte deutsche Schiffe waren noch nicht da- den Aufallem Pomp umgeben, der einem Kaiser deutscher Nation ihn einzutreten, und forschte höflich nach seinem Begehr. ständischen leisteten, so versichert er, hätte der Aufzu Gebote stand. Alle Fürsten des Reichs, die gegen Dagoberts Bunge weigerte sich, den Auftrag, der ihn hie- stand überhaupt im vorigen September gar nicht empor wärtig waren, halfen treulich dazu, um den vielen Frem her geführt, in Gegenwart der jungen Frau fund zu geben. tommen können. Und Herr Fabri faßt sein Urtheil zuden einen Begriff ihrer eigenen Macht zu geben. Herolde, Er verlangte von dem Wildmeister geheim Gehör. Bilger sammen wie folgt: Bannerträger, Mufitbanden, glänzende Leibwachen, Edel überflog den Boten mit seinen Blicken, neigte sich dann fnaben und Marschälle schmückten den Zug der Fürsten und freundlich, und sprach:" Würdiger Herr, ich denke, Edeln, und es war feine geringe Aufgabe, unter der Fluth daß zwischen uns, die sich noch nie sahen, fein Ding bestehen von Herren und Dienern einen herauszufinden, von dem kann, das meiner lieben Ehefrau ein Geheimniß bleiben man nichts weiß, als den schlichten Namen. Dagobert's müßte. Indessen würde ich dennoch Eurem Wunsche gerne Bekanntschaft mit Herzog Friedrichs Hause verschaffte ihm willfahren, aber ich muß bekennen, wie die Herberge von Auskunft. Der Truchseß des Herzogs zeigte ihm unter der unsers gnädigsten Kaisers Leuten dergestalt eingenommen Schaar von grünen Herren im Gefolge des Raisers den ist, daß mir und den Meinen dies fleine Gemach allein Wildmeister von der Rhön. Dagobert stuzte bei deffen verblieb. Wollet Euch also hier Eures Auftrages entledigen." Anblick. Diese sanften Züge, diese bescheidene Haltung ver( Fortsetzung folgt.) Es würde zu weit führen, wenn wir der leider großen Bahl von Argumenten noch weitere entnehmen wollten, die zu der Behauptung berechtigen, daß die Vertreter der fremden Mächte wahrlich nicht schulblos sind, wenn Rio der Schauplag eines so traurigen Bruderkampfes geworden und dem Handel Landes fast unheilbare Wunden ge= schlagen find." bes Wir hatten bereits wiederholt solche Vermuthungen ausgesprochen. Daß der Aufstand eine Wiederaufrichtung des Kaiserthums bezweckte und von Europa aus unterstützt Parlamentsberichte. einem In Bern ward, unterlag für uns nie einem Zweifel. Ebensowenig| schüsse zu bilden und diese mit besonderen Aufgaben zu be- 1 Iungen ftatt in: Serbst, Roswig, Jeßnig und Raguhn, Röthen, Jlberstedt, Nienburg a. G. unterlag es für uns einem Zweifel, daß die Vereinigten trauen. Staaten niemals diese Einmischung der europäischen Abg. v. Tiedemann- Bomft( ft.) will den Ausschüssen die burg findet am Nachmittag 3 Uhr eine unpolitische Ver fammlung für Männer und Frauen ftatt. Abends Monarchien sich gefallen lassen würden. Und hiermit Befugniß einräumen, auch nichtmitglieder zu tooptiren. Der Antrag wird abgelehnt und§ 18 in der Fassung der 8 Uhr: Politische Versammlung. Beide Versamm jedenfalls haben wir Recht gehabt. Rommission angenommen. lungen finden im Thüringer Hof" statt. Sämmtliche Nach§ 19 versehen die Mitglieder der Kammern ihr Amt Versammlungen beginnen mit Der Plan, die Samoa- Inseln unter australische Massengesang. Verwaltung zu geben, nimmt immer mehr Festigkeit unentgeltlich. Jedoch kann ihnen auf Beschluß der Kammer für Auch in Württemberg wird der 1. Mai in diesem Jahre an. Es ist nicht mehr blos Neuseeland, sondern auch die baare Auslagen, welche ihnen durch die Theilnahme an den in würdiger Weise begangen werden. Der Beschluß der legten Sigungen und die Ausführung besonderer Aufträge erwachsen, Landesversammlung, die Maidemonstration überall am 1. Mai übrigen australischen Kolonien, welche sich bereit erklärt eine Entschädigung gezahlt werden. Der Paragraph wird unter selbst zu begehen, wird von den Orten mit industriellen haben, die Oberleitung zu übernehmen. Die Samoa- Inseln Ablehnung eines vom Abg. v. Strombeck gestellten redaktio- Arbeitern fast ausnahmslos befolgt; nur an fleineren find nicht weit von der australischen Küste, sie gehören nellen Antrags angenommen. Drten ist es infolge eigenartiger Verhältnisse nicht mög geographisch zu Australien, und da die Amerikaner den § 20 bestimmt, daß die Sigungen der Landwirthschafts- lich, dem Beschluß zu entsprechen. Bei verschiedenen spielt australischen Kolonien, die jetzt schon so gut wie unabhängig fammern öffentlich sein sollen; der Ausschluß der Deffentlichkeit die Lokalfrage eine hemmende Rolle, bei anderen ist an von England sind und demnächst unzweifelhaft eine wird in bestimmten Fällen zugelassen. Derselbe wird nach einem Werktag die Feier unmöglich, weil die in der entfernten Schwesterrepublit von Stadt Arbeitenden Abends nicht im Stande sind, etwas zu ver Vereinigten Staaten" gründen längerer Debatte unverändert angenommen. werden, sehr freundlich gesinnt sind und ihnen gegen- theilung der Rosten und vom Umlageverfahren; bie Umlage foll zu einer gemeinsamen Feier zuſammenthun. Bei Betrachtung Die§§ 21 und 22 handeln von der Aufbringung und Veranstalten. Andererseits wollen auch verschiedene Ortschaften sich über teine Eifersucht empfinden, so werden sie den Plan 1/2 pCt. des Grundsteuerreinertrags in der Regel nicht über- Der Orte, die fich diesmal an der Maifeier betheiligen, fehen wir wohl schwerlich bekämpfen. steigen. Nur in außerordentlichen Fällen fann mit Genehmigung die erfreuliche Erscheinung, daß sich in diesem Jahre die Zahl des Ministers eine Erhöhung vorgenommen werden. der für die Ideale, welche der Maifeier zu Grunde liegen, De Dieselben werden nach den Beschlüssen der Kommission unter monstrirenden bedeutend vermehren wird. Am ersten Mai Ablehnung sämmtlicher Anträge angenommen. werden sich zusammenfinden die Genossen von Stuttgart, § 23 giebt den Landwirthschaftskammern die Rechte einer Rannstatt, Blingen, Göppingen, Gmünd, 12. Sigung vom 26. April 1894, 12 Uhr. juristischen Person nach Maßgabe der im Allgemeinen Landrecht Reutlingen, Tuttlingen, Schwenningen 2c. Am 6. Mai finden fich die Genossen( von Enzberg, Niefern, Am Miniftertische: Miquel, Thielen, v. Schelling, hierfür gegebenen Bestimmungen. Abg. Eckels( ntl.) hält es juristisch für besser, den Kreis Gutingen, Pinache, Wirnsheim, Detisheim, Bosse. der Rechte und Pflichten der Kammern genau zu umschreiben. Dürrmenz- Mühlacker 2c. in Enzberg zusammen, auch Für die allgemeine Rechnung pro 1890/91 wird die Entlastung Nach seinem Antrage sollen die Kammern Eigenthums- und die Pforzheimer Genossen werden sich hierzu einfinden. ausgesprochen; auf grund der Uebersicht über die Staatsausgaben andere dingliche Rechte an Grundstücken erwerben, vor Gericht An einigen anderen Orten, bei denen der kleinbürgerliche und Einnahmen werden die Etatsüberschreitungen und die Philistersinn den wenigen völlig abhängigen Genossen eine Maiaußeretatsmäßigen Ausgaben vorläufig genehmigt; für die Rechtlagen und verklagt werden dürfen. Der Antrag Edels wird abgelehnt und§ 28 mit einem An- feier nicht erlaubt, wird der Tag benügt zu öffentlichen Agitanungen der Ober- Rechnungkammer pro 1892/98 ertheilt das trage schoppe, welcher die Kammern von Einschränkungen tionsversammlungen. Sache der Genossen allerorts ist es nun, Haus die Decharge. Die Vorlage, betr. die Deckung des Defizits von 1892/93 im durch die Bestimmungen des Allgemeinen Landrechts befreit, an mit Gifer die wichtige Gelegenheit zu benügen, um für unsere Sache neue Anhänger zu gewinnen und den Sozialismus in die Betrage von 25 Millionen durch eine Anleihe wird ohne Debatte genommen. § 24 legt ben Rammern die Pflicht auf, alljährlich einmal indifferentesten Kreise der Bevölkerung zu tragen. genehmigt. dem Minister über die Lage der Landwirthschaft ihres Bezirkes Alle fünf Jahre haben sie einen umfassenden zu berichten. Bericht über die gesammten landwirthschaftlichen Zustände ihres Bezirks an den Minister zu richten. Diefe letzte Bestimmung will Abg. v. Strombeck fireichen. Außerdem bestimmt§ 24, daß alle Berichte an die Zentralbehörde durch den Oberpräsidenten vorzulegen find; Abgeordneter v. Tzschoppe hält es für ausreichend, wenn von diesen Berichten dem Oberpräsidenten eine Abschrift eingereicht wird. Der Antragsteller zieht seinen Antrag nach kurzer Debatte zurück, worauf§ 24 unter Ablehnung des Antrags Strombeck unver ändert angenommen wird. Herrenhaus. Dem Gefehentwurf, betr. die Gewährung eines Beitrags von 71/2 Millionen zu den Kosten des Ib- Trave- Ranals und dem Staatsvertrag zwischen Preußen und Lübeck über den felben Gegenstand beantragt die Finanzkommission durch ihren Berichterstatter Herrn von Graß die verfassungsmäßige Zustimmung zu ertheilen. In der Generaldiskussion tritt Graf Waldersee aus tommerziellen und strategischen Gründen für die Vorlage ein. Stadtrath Theune( Stettin) spricht sich, obwohl der Handel Stettins durch die neue Kanalanlage immerhin in Mitleidenschaft gezogen werde, für die Vorlage aus. Graf Hohenthal nimmt zur Vorlage einen ablehnenden Standpunkt ein. Die§§ 25-27 werden ohne Debatte angenommen. Der von der Kommission vorgeschlagene neue§ 27a, welcher Graf Mirbach tritt für die Annahme der Vorlage ein. Finanzminister Miquel: Mer für die Vorlage ftimmt, bestimmt, daß in den Kirchspielsgemeinden der Kreise Husum, erklärt sich damit noch feineswegs für einen Kanalschärmer. Daß Norderdithmarschen und Süderdithmarschen auf jede der befür den Often nichts geschehe, steht doch im Widerspruch mit den stehenden Dorfschaften ein Wahlmann fällt, wird an die RomThatsachen. Oder und Weichfel, Königsberg, Danzig und Stettin mission zurückverwiesen. Der Rest des Gesetzes wird ohne Dishaben uns bereits eine große Anzahl von Millionen getoftet. tusfion angenommen. Hierauf vertagt sich das Haus. Entscheidend ist allerdings dis Bedürfniß. Die Verbindung des Landwirthschaftlichen Ostens mit dem industriellen Westen ist eine Um der Kommission für die Landwirthschaftskammern Beit der vornehmsten Staatsaufgaben. Die Gebühren müssen so norur Berathung zu laffen, schlägt der Präfident vor, den Freitag mirt werden, daß sie die Schifffahrt nicht lähmen, aber doch frei zu laffen. Damit ist das Haus einverstanden. eine mäßige Berzinsung gewähren. v. Stumm befürwortet ebenfalls die Annahme der Vorlage. Nachdem Graf Mirbach dem Finanzminister erwidert hat, daß östlich der Weichsel seit Jahrzehnten für Wasserstraßen nichts geschehen ist, und ihm bestritten hat, daß die Ausarbeitung eines umfassenden Kanalbauplanes unthunlich sei, erklärt Schluß 3½ Uhr. Nächste Sizung Sonnabend 12 Uhr. ( Bweite Berathung der Novelle zur evangelischen Kirchen gemeinden- und Synodalordnung.) Parteinachrichten. Finanzminister Miquel wiederholt, daß ein solcher Plan Wegen eines sozialdemokratischen Spakes", wie der problematischen Nutzen haben, aber dafür den Staatsfinanzen desto theurer zu stehen tommen würde, wie Frankreichs Beispiel Berleger sich auszudrücken beliebte, mußte ein Schriftfeber die auf dem Eisenbahngebiete beweise. In Eisenbahnbauten sei doch Gaildorf( Württemberg) verlassen. Nach berühmtem Muster Offizin des Weltblattes Rocher bote Amtsblatt" in für Ost- und Westpreußen in jüngster Beit außerordentlich viel hatte es sich auch der„ Kocherbote" nicht nehmen laffen, den gethan worden. Der Osten sei also keineswegs systematisch gegen allerwelts- Narrentag, den 1. April, durch ein Gedicht zu feiern, den Westen vernachlässigt worden. v. Manteuffel: Da der Wunsch eines umfassenden Kanal- das mit folgenden wunderbar schönen Strophen begann: bauplans vom Finanzminister ziemlich bestimmt zurückgewiesen worden ist, so sollte er in nächster Zeit nur Kanäle östlich der Oder dem Landtage vorschlagen. Zu Friedrichsruh im Schloffe Sat lange Zeit gerollt Des Reiches alter Kanzler... Der Druckfehlerteufel hatte das g aus gegrollt" entfernt und damit die nationalliberalen Spießer so arg getränkt, daß der Verruchte, der ihrem Abgott so bitter web gethan, fofort aus Lohn und Brot gejagt werden mußte. Bolizeiliches, Gerichtliches c. 140 000 Iugblätter, enthaltend den Abdruck aus der Wiener Arbeiter- Zeitung" Nr. 30: Warum feiern wir den 1. Mai?" wurden, nachdem der Artikel in der Zeitung felbst von dem Blauftifte des Staatsanwalts verschont geblieben, am 28. April tonfiszirt. In der letzten Nummer wurden 489 Beilen tonfiszirt. " -Der Süddeutsche Postillon"( Mainummer) ist tonfiszirt worden. Sämmtliche zum Versand bestimmten vorräthigen Exemplare, wie die im Druck befindlichen Nummern nebst Druckplatten, welche von den Maschinen ausgehoben werden mußten, wurden polizeilich beschlagnahmt. Eine Neuauflage mit Auslassung der inkriminirten Stellen ist sofort in Angriff genommen worden. Die Staatsanwaltschaft in Magdeburg hat Anklage erhoben gegen die Frau Anna Palm, Berlin, den Schmiedegefellen Hermann Giesecke in Magdeburg und den Zimmermann Gustav Hochbaum in Olvenstedt. Die beiden Erstgenannten follen gelegentlich einer Versammlung in Olvenstedt am 28. Februar d. J. die evangelischen Geistlichen der Provinz Sachfen beleidigt und Einrichtungen der chriftlichen Kirche be schimpft haben; die Palm joll außerdem noch den öffentlichen Frieden" gefährdet und verschiedene Klassen der Bevölkerung zu Gewaltthätigkeiten angereizt haben. Hochbaum dagegen hat als Vorfigender der betreffenden Versammlung zwar nicht die Grundvesten des Staates erschüttert, wohl aber durch ein Hoch auf die internationale revolutionäre Sozialdemokratie" groben Unfug wenigstens in den Augen des Magdeburger Staatsanwalts verübt. Olvenstedt felbft steht noch am alten Plaze, trotz der Gefährdung der Rechtssicherheit" durch das internationale Boch. Dermisdites. Starkes Gewitter. Breslau, 26. April. " Gestern ents lud sich über die Grafschaft Glatz ein äußerst starkes Gewitter; 3 Personen wurden durch Blitschläge getödtet, einige Gehöfte find abgebrannt. Cholera. Wien, 25. April. Wie die Wiener Abendpost" meldet, find gestern in der Gemeinde Zielona( Bezirk Hustatyn) in einer Familie 3 Cholerafälle, außerdem noch ein weiterer Fall vorgekommen. In Siefierczynce ist eine an Cholera erkrankte Perfon wieder hergestellt worden. Sissabon, 26. April. Gestern erfrankten hier 78 Personen an Cholera; Todesfälle tamen nicht vor. Madrid, 26. April. Nach einem Bericht Der Gefeßentwurf und der Vertrag werden, nachdem noch mehrere Redner gesprochen haben, im Einzelnen und im Ganzen mit großer Mehrheit angenommen. Die verstärkte Juftiztommission hat den Entwurf, betr. das Pfandrecht an Privat Eisenbahnen und KleinLandräthliche Agitation für den 1. Mai. Durch die bahnen gegen 4 Stimmen abgelehnt.§ 1 des Gesetzes er: gauenburg'ichen Tagesblätter macht folgende landräthflärt beide Kategorien als Bahneinheiten für verpfändbare Gegenliche Bekanntmachung die Runde:„ Dem Herkommen nach ist der des ärztlichen Delegirten Spaniens, Montaldo, handelt es sich stände des unbeweglichen Vermögens. 1. Mai für die Landbewohner ein firchlicher Feiertag. Indem bei der in Lissabon ausgebrochenen Epidemie um asiatische Die Vorlage geht an die Kommission zurück. Die Petitionen des Magistrats zu Magdeburg und zim Kreise auf dem Lande an jenem Tage nicht gearbeitet werden ich hierauf aufmerfam mache, bemerke ich zugleich, daß überall Cholera. Ein internationaler Grokganner. Nationale Gauner Hildesheim, des Vorstandes des Gewerbevereins zu Hildesheim barf." Wir beglückwünschen den neuerstandenen Agitator für und Großgauner, groß durch hohe und ebelfte Geburt und groß und des Vorstandes des Ausschusses der vereinigten Innungen ben 1. Mai; baß die Landbewohner den Tag schließlich nicht durch die Ausdehnung ihrer Thätigkeit, giebt es zu Hunderten zu Hildesheim, das Herrenhaus wolle mit Entschiedenheit die mehr als„ tirchlichen", sondern als den Feiertag des Proletariats und Tausenden; und viele derfelben„ arbeiten" auch international, Sebung und Entwidlung der gewerblichen Schulen im Sinne betrachten werden- nun nach der Nichtung hin werden wir das heißt sie beschränken sich nicht auf ihr nationales Waterland, Der Tenkschrift des Handelsministeriums vom April 1891 vera Iangen, follen nach dem Antrag der Petitionskommission der Regierung als Material überwiesen werden. etwas nach helfen. sondern wenden vorurtheilslos ihre Gunst verschiedenen Ländern zu. Von deutschen Baronen, Fürsten, Grafen wimmelt es z. B. Die Berner Junifrawalle vor Gericht. Die langen in Amerika. Jetzt ist aber in Baris ein auch in bezug auf seine Oberbürgermeister Bötticher Magdeburg beantragt Ueberweisung zur weitmöglichsten Berücksichtigung; seiner Empfehlung Beugenvernehmungen neigen nun endlich ihrem Ende zu, so bas Geburt internationaler Hochgauner aufgetaucht und eingefangen in einigen Tagen die Plaidoyers beginnen können. Die Aus ein Industrieritter und Wechselfälscher comme il faute, ber dieses Antrages schließt sich Becker- Köln an. Der Antrag Bötticher wird angenommen. sagen der in den letzten Tagen vernommenen Zeugen trugen in seiner Person das blaue Blut eines der ältesten deutschen Dem vom Abgeordnetenhause auf Antrag des Abg. Krause wesentlich dazu bei, den Arbeiterfekretär Genossen Wassilieff Adelsgefchlechter mit dem blauen Blut eines der ältesten fra n beschlossenen Gesezentwurf, betreffend die Gleichstellung der zu entlasten und damit zugleich die absurde Lüge zu zerstören, söfifchen vereinigt ein Fürst Talleyrand und Herzog Notare mit den anderen Beamten bezüglich der Strafen bei als habe die Sozialdemokratie etwas mit dem Krawall zu von Sagan. Weiter wollen wir von dem Mann nichts sagen. schaffen. Nur noch: daß der Stammbaum durchaus echt ist, Nichtverwendung der tarifmäßigen Stempel, und dem Gesetzentwurf, betreffend Aenderungen der Wegegesetzgebung der Provinz Hannover, wird die verfassungsmäßige Genehmigung ertheilt, Schluß gegen 5 Uhr. Nächste Sigung Freitag 11 Uhr. ( Sekundärbahn- Vorlage; Etat.) Abgeordnetenhaus. Eingelaufene Druckschriften. Eine ganze Reihe von Zeugen berichteten über die Versammlungen des Handlangerbundes, speziell über die in denselben von Waffilieff ertheilten Rathschläge. Uebereinstimmend be ben zu sein. Die Handlanger feien stets nur zur Nüchternheit, streiten die Zeugen, vom Arbeitersekretär jemals aufgereizt worder Sozialdemokrat", Wochenblatt der sozialdemokratischen zur Bezahlung der Steuern und zum festen Zusammenhalten ermahnt worden. Von einer gewaltsamen Vertreibung der Jta: liener oder sonstiger Revolution sei nie gesprochen worden. Partei Deutschlands( Expedition in Berlin SW., Beuthstraße 2). Bu beziehen durch alle Zeitungsspediteure. Das Abonnement beträgt durch die Post oder in Berlin durch die Zeitungsspediteure pro Quartal 1,20 m., unter Kreuzband 1,80 m. -Ein 58. Sigung vom 26. April 1894, 11 Uhr. Die Schlägerei, der ein patriotischer Beigeschmack anhaftete, Nr. 13 vom 26. April hat folgenden Inhalt: Bur Maifeier Am Ministertische: v. Heyden. denn sie richtete sich gegen fremdländische Arbeiter, entsprang - Wochenschau. Sur Proletarisirung der ländlichen Bevölke= Die zweite Berathung des Gefeßentwurfs über die 2 and der Verzweiflung und wurde ausgeführt von einer gänzlich un- rung. Der Berner Krawall. Aus Holland.- Die Naturwirthschafts- Kammern wird fortgesetzt bei den Bestim- organisirten Masse. Es fehlte dabei jedes bewußte Wollen, von mungen über das Wahlverfahren und das Wahlrecht(§§ 6-14) einer Führung, Vorbereitung gar keine Spur. Wie in Deutsch- wissenschaft und die sozialdemokratische Theorie. II. und den dazu gestellten Anträgen. Es wird beantragt, diesen land, so suchte man eben auch in der Schweiz diesen durch den Handbuch des Sozialismus Aus dem Reichstage. Parteinachrichten. Tobtenliste.- Literatur. Abschnitt des Gefeßentwurfs an die Rommission zurückzuverweisen. wirthschaftlichen Druck hervorgerufenen Verzweiflungsatt gegen Die österreichische Arbeiterpresse. Dstar Meebe in MilDie Diskussion wird geschlossen. die Sozialdemokratie zu fruttiftziren; mit wie wenig Glück geigen wantee. Gin agrarisches Programm. II. Ich bin ein rechtes Der Antrag Zedlitz auf zurückverweisung wird gegen die schon die bisherigen Verhandlungen. Rabenaas. I. Bergarbeiter Kasernen in Westböhmen. Ge Stimmen der Konservativen, Polen und weniger Zentrums Maifeier. In Brünn hat die Polizei die für den 1. Mai Die Maifeier. werkschaftliches.- Vermischtes. Wie man uns behandelt. mitglieder angenommen. Damit ist der Antrag Herold erledigt. Die Diskussion wendet sich zu§ 15, welcher u. a. bestimmt, in Aussicht genommenen Aufzüge und Volksversammlungen aufs daß die Mitglieder der Landwirthschafts- Rammern auf 6 Jahre strengfte untersagt. Eine Schuhmacherversammlung in Frankfurt a. M. erflärte, den 1. Mai als Ruhetag zu gewählt werden. begehen, und verpflichtet sich, dafür zu sorgen, daß alle Schuhmacher sich diesem Beschluß anschließen und für den Weltfeiertag der ArDie diesjährige Maifeier beiter aller Länder eintreten." Der§ 15 wird an die Kommission zurüdverwiesen, ein Antrag, auch die§§ 21, 22 und 27a an die Kommission zurückzuverweisen, wird abgelehnt, ebenso der Antrag Eynern, den Reft des Gesetzentwurfs von der Tagesordnung abzusetzen. Es wird in der Diskussion fortgefahren. " findet in Wurzen in folgender Weise statt: Vormittags: Bu fammenkunft im Parteilotale; Nachmittags 2 Uhr Ausflug mit Familien, und Abends 8 ühr: Kommers. Der Lotal: Die§§ 16 und 17 werden ohne Debatte angenommen. der Lithographen und Steindruder Abg. Bartels beantragt, folgenden§ 17a einzuschalten: verein Die Landwirthschaftskammern sind berechtigt, sich bis zu einem Leipzigs beschloß in seiner Generalversammlung, den Behntel ihrer Mitgliederzahl durch Zuwahl von Sachverständigen arbeitslosen Mitgliedern des Vereins zur Maifeier und um die Landwirthschaft verdienten Personen zu ergänzen. Extra Unterstützung Denselben steht das Recht zu, an den Sigungen mit berathen der Etimme Theil zu nehmen." Der Antrag wird angenommen. eine von je 5 M. ริน bewilligen. ist folgendes Programm zur Maifeier Für Anbali feftgefeht: Dienstag, den 1. Mai 1894. Dessau. Nachmittags 1/22 Uhr: Familien- Ausflug. Abends 8 Uhr: Versammlung in Zu derselben Zeit finden noch Versamme § 18 giebt den Landwirthschaftskammern das Recht, Aus: Gundlachs Salon. Sozialpolitisches Zentralblatt, herausgegeben von Dr. Heinr. Braun( Carl Heymann's Verlag in Berlin, vierteljährlich 2,50 M.). Die foeben erschienene Nummer 30 hat unter anderem folgenden Inhalt: Italienische Briefe. II. Von Prof. Dr. Werner Sombart. Zur Reform der englischen Kommunalverwaltung. Von Barrister Stephen N. For. Belgischer Bergarbeitertongreß. Der englische KohlenZur arbeiterstreit und die Dividenden der Eisenbahnen. Arbeiterschutz- Gesetzgebung in Holland.- Verschmelzung der staatlichen Kranken-, Unfall-, Invaliditäts- und Altersverficherung in Deutschland. Zur Beilegung von Arbeitsftreitigkeiten in England.- Sonntagsunterricht in Fortbildungsschulen. Von Dr. May Quard. Fortbildungsschule und Wirthshausbesuch in Württemberg. Maßregelnz ur Verminderung der Schantstätten in preußischen Städten. Ein Voltspalast in Wien. Für den Inhalt der Injerate über nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Freitag, den 27. April. Opernhaus. Falstaff. Carneval. Schauspielhaus. Basantasena. Deutsches Theater. Der Herr Se nator. Berliner Theater. Eva. Leffing- Theater. Das zweite Gesicht. Neues Theater. Eheglück. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Zigeunerbaron. Residenz- Theater. Dekorirt. Central- Theater. Heydemann und Sohn. Adolph Ernst- Theater. Charley's Tante. Vorher: Die Bajazzi. Viktoria Theater. B des Kapitän Grant. Die Kinder Alexanderplatz- Theater. Nachteulen von Paris. National Theater. Die Anna- Marie mein Engel, ich verehr' Dich. Theater Unter den Linden. Pariser Leben. Hierauf Columbia. Wintergarten. Spezialitäten Vorstellung. # Reichshallen- Theater.SpezialitätenVorstellung. Apollo Theater. Vorstellung. Spezialitätens Kaufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. Parodie Theater. Vorstellung. SpezialitätenNeue freie Volksbühne 453/20 im Wallner- Theater 2/2 Uhr Die Rantzau von Erdmann Chatriau. Sonntag, 29. April, III. Abth. = National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Anna Marie, mein Engel, ich verehr' Dich. Große Boffe mit Gefang und Tang in 5 Aften von Carl Peter 3. Regie: Max Samst. Raffeneröffnung 612 Uhr. Anfang der Vorstellung 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Sonntag, Nachm. 3 Uhr: Im Garten: Kaufmann's Variété.| Arbeiter- BildungsGänzlich renovirt! Neue Direction. Elektr. Beleuchtung. Täglich: Große Künstler- SpezialitätenVorstellung. Auftreten von Künstlern I. Ranges. Kapelle 24 Mann stark. Anfang 8 Uhr. Alcazar. Variété- u. SpezialitätenTheater. Dresdenerstr. 52/53( City- Passage.) Vornehmster Familien- Aufenthalt. Neu! Höllenqualen. Neu! Posse in 1 Att von Bernhard. Neu! Neu! Eingescist. Operette in 1 Att v. A. L'Arronge. Auftreten sämmtl. Spezialitäten. Anfang: Wochentags 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Entree: Wochentags 20 Pf. Sonntags 30 Pf. R. Winkler. Passageschule( Nord). Allen Genoſfinnen und Genoffen die traurige Nachricht von dem plötzlichen Ableben des Mitgliedes Fräul. Gertrud Preuss. Achtung! Holzarbeiter. Tischler, Drechsler, Bürstenmacher etc. Große öffentliche Versammlung am 1. Mai, Vorm. 10 Uhr, Wir werden der braven Genoffin in den Konkordia- Festsälen, Andreasstr. 64. ftets ein treues Andenken bewahren. Die Beerdigung findet am Freitag, den 27., Nachm. 5 Uhr, von der Leichenhalle des Andreas- Kirchhofes in 149b Wilhelmsberg aus statt. Um rege Betheiligung ersucht J. A.: Der Obmann. Danksagung. Für die zahlreichen Blumenspenden, sowie allen Denen, welche meiner inniggeliebten, unvergeßlichen Frau die letzte Ehre erwiesen haben, insbesondere Herrn Superintendenten Wegner für die trostreichen Worte am Sarge der Entschlafenen sage meinen tief= 160b gefühltesten Dant. Gustav Henning Straußbergerstr. 34. Tischler- Verein. Sonnabend, den 28. April 1894, Abends 9 Uhr, Melchiorst r. 15 Ausserordentliche Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom Ostervergnügen. 2. Unterſtüßungsgesuch. 3. Beschluß Panopticum. ffung über die Ausführung der dies!! Zu beachten!! nur noch wenige Tage: Die Glocke von Fr. v. Schiller Musik von Romberg, dargestellt in 15 lebenden Bildern mit transparenten Hintergründen. Castan's Panoptikum. jährigen Dampferparthie. 4. Vereinsangelegenheiten. [ 838/18 Das Quittungsbuch legitimirt. Achtung! Der Vorstand. Achtung! Bauanschläger Berlin Nord. Am Sonntag, den 29. April, Vormittags 91/2 Uhr, findet bei Brüning, Rosenthalerstr. 11/12, im oberen Saal eine Generalversammlung behuss Verschmelzung der Vereine Nord und West statt. Zages Ordnung: Die Bedeutung des 1. Mai. Referent: Reichstags- Abg. Robert Schmidt. Kollegen! Die obengenannten Gewerbe gehören zur Gruppe der Holzindustrie". Es würde sich empfehlen, daß die Kollegen vorher in ihren Verkehrslokalen zusammenkämen, um dann gemeinschaftlich die Versammlung zu besuchen. Der Vertrauensmann der Holzarbeiter Berlins. E. Wiedemann, Wendenstr. 2. 439/11 Achtung! Große öffentliche Achtung! Versammlung der in Holzbearbeitungs- Fabriken und auf Holzplägen beschäftigten Arbeiter am Sonntag, den 29. April cr., Vormittags 10 Uhr, im ,, Schützenhaus", Linienstr. 5. Zages: Drdnung: 1. Bortrag des Genoffen Rohrlack über:" Die Arbeiter im Kampf mit dem Kapital". 2. Diskussion. 3. Bericht der Gewerbegerichts- Beifizer. 4. Bericht des Delegirten der Gewerkschafts- Kommission. 5. Kassenbericht der Vertrauensmänner. 6. Wahl der Vertrauensmänner und des Delegirten. 7. Gewerkschaftliches und Fragetaften. 183,9 Der wichtigen Tagesordnung halber ist das zahlreiche Erscheinen der Kollegen nothwendig. Zellerfammlung findet statt. Achtung. Der Vertrauensmann. Achtung. Theilnahme des Arbeiter- Sängerbundes in Berlin zur Mai- Feier. Den Vereinen resp. den Mitgliedern des Bundes zur Kenntniß, daß, laut Bundesbeschluß, sämmtliche Vereine verpflichtet sind, gesanglich zur MaiFeier mitzuwirken. Die Proben finden für Berlin in den betreffenden Festlokalen, welche für jeden Wahlkreis bestimmt sind, außer dem 3. Wahlkreis, welche Waldemarstr. 75, im Vereinshaus ,, Süd- Ost" stattfindet, am Sonntag, den 29. April, Vorm. präz. 10 Uhr, statt. fest in dem für die in Berlin tagenden Vereine zugetheilten Festlokal Die Bundesmitglieder werden hierdurch ersucht, zur Probe und zum pünktlich zu erscheinen. Der Vorstand. 107/8 Das Sängerfest Das Erscheinen der Kollegen ist findet am 8. Juli in Schmargendorf tatt. bringend nöthig. Tagesordnung wird in der Versammlung bekannt gegeben. Der Vorstand. Im 9. Kreise der Hölle: Der Rutsch a. d. Rafirmeer. 1576 Elite- Damenkapelle Austria. 3eutral- Kranken- u. Sterbekasse der Tischler u. s. w. Gr. Konzert. Auf der Sommerbühne Victoria- Brauerei, Aufführung von Charley's Tante und Die Bajazzi fowie Spezialitäten- Vorstellung ersten Ranges. Central- Theater. Alte Jafobftraße Nr. 30, Zum Benefiz für Edmund Schmasow: Heydemann& Sohn. Lebensbild mit Gefang in drei Akten von H. Müller und E. Pohl. Sonnabend: Heydemann& Sohn. Sonntag, den 29. April: zu Gunsten des kaufm. Hilfs- Vereins Der Troubadour. Oper in 4 Aften von G. Verdi. Leonore: Frl. Laura Friedmann a. Gast. Manrico: Hr. Nicolaus Rothmül a. Gast. Adolph Ernst- Theater. Heute: Charley's Tante. Schwant in 3 Att. v. Brandon Thomas. Vorher: Die Bajazzi. Parodistische Posse mit Gesang in 1 Aft von Ed. Jacobson u. Benno Jacobson. Musik von Franz Roth. In Szene gesetzt von Adolph Ernst. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Lühowstraße 111-112. Jeden Oertliche Verwaltung Berlin F. Montag, den 30. April, Abends 8 Uhr: D. O. Achtung! Einsetzer. Achtung! Sonntag, den 29. April, Vorm. 10 Uhr, Annenstr. 16 bei Ehrenberg: Große öffentliche Versammlung der Einsetzer Berlins und Umgegend. Zagesordnung: 1. Bericht der Delegirten zur Gewerkschafts- Kommission. 2. Neuwahl eines Delegirten zu derselben. 3. Wie stellen wir uns zu den Beschlüssen des Vereins der Einseher( Tischler), sowie zum 1. Mai? 4. Berschiedenes. Der Einberufer: B. Misch. Freitag, Sonntag u. Montag: Versammlung 1276 Soiree der bei Keller, Bergstraße Nr. 68. Tagesordnung: Abrechnung vom 1. Quartal und ver304/11 Die Ortsverwaltung. Stettinerschiedene Kaffenangelegenheiten. Sänger Herren: Meysel, Hankel, Pietro, Britton, Eberius, Steidl, Bliemchen Anfang 8 Uhr. und Blank. Entree 50 Bf. Jm Vorverkauf 40 Pf. ( Siehe Plakate.) Ganz neues Programm! Sonntag: Viktoria- Brauerei. Nur noch 4 Borstellungen. Circus Renz, ( Karlstraße.) Freitag, den 27. April 1894, Abends 71/2 Uhr: Gr.Komiker- Vorstellung a.: ratweil' schert von Herrn R. Ronz. Kandelaber, GE Bierhallen Kommandantenstr.77-79. Melt. u. größt. Etablijjem. Bert. Täglich bei freiem Entree abwechselndes Programm " Dittl der österreichischen Damenkapelle geritten von Herrn Ernst Renz. Jeu de la rose, geritten von Fr. Renz- Stark und Miß Edith. Auftreten der Clowns Lavater Lee, Hermann, Eugène, Warne, Ward u. s. w. Zum Schluß: Auf auf zur fröhlichen Jagd! Sonnabend: Benefiz für Frl. Oceana und Herrn Ernst Renz. Auf auf zur fröhlichen Jagd. Sonntag: 2 Vorstellungen. Fr. Renz, Direktor. Nadeln z. Wiederverk. Muster frco. geg. Eins von 20 Pf. H. Guttmann, Brunnenstr. 9. Zeisige, Finken, Hänflinge 75 Pf. Kreuzschnabel, Stieglige, Staare 1 m., Ranarienroller 4, 5, 6 M., Drosseln 4 bis 5 M., Affen 20 M., Vogelleim, Schlagnege, Angelwürmer. Thiere, tann daher Jeden reell bedienen. Habe immer 3-500 Vögel ohne andere Redtmann, 30L. Madaistr. 2, am Schlesischen Bahnhof Neu eröffnet! Neu eröffnet! Genossenschafts- Bäderei ,, Vorwärts" ( Eingetragene Genossenschaft mit beschr. Haftpflicht) Am Ost- Bahnhof Nr. 3. Wir bringen hiermit zur Kenntniß, daß die in öffentlicher Versammlung und in der Preffe gerügten Mißstände einer Genossenschafts- Bäckerei sich nicht auf uns beziehen, denn wir erfüllen die Bedingungen der Kontrollmarke zu jeder Zeit voll und ganz. Da in letzter Zeit Bäckereien ihr Brot mit Schuh- und Reklamemarken" belegen, machen wir es uns zur Pflicht, die werthen Genossen und Genossinnen darauf aufmerksam zu machen, daß nur die von der Agitations Kommission der Bäcker verausgabten Kontrollmarken die Interessen der Bäckerei- Arbeiter wahren. Nachfolgende Geschäfte führen unser Brot: 0. Zickerow, Friedrichsfelderstraße. Wulff, Gubenerstr. 11. Zeizold, Pallisadenstr. 48. Hansen, Ballisadenstr. 55. Kuntze, Friedrichsbergerstr. 8. Walther, Blumenstr. 47. Volks- Bazar Stephan, Friedrichsbergerſtr. 25. H. Baumann 1 Admiralstr. 1 am Kottbuser Thor. Billigste Bezugsquelle fertiger Herren- u.KnabenGarderoben sowie Anfertigung nach Maass. Spezialität: Sämmtl. Arbeiter- Garderobe. Otto Naether, Uhrmacher, Knoll, Holzmarktstr. 38. N.O. Teichert, Petersburgerstr. 24. Zeuge, Elbingerstr. 10. Dahnke, Oppelnerftr. 10. Knorr, Faldenſteinſtr. 42. Wegener, Falckensteinstr. 17, Wegener, Ratiborstr. 1. Nieke, Görlitzerstr. 62. Müller, Grünauerstr. 25, Pott, Grünauerstr. 33. Böttcher, Forsterstr. 20. Schönfeld, Liegnigerstr. 36. Schmidt, Wrangelstr. 10. S. Schwalbach, Urbanftr. 81. Bodenstedt, Landsberger Allee Nr. 136. Fiedler, Boppstr. 5. Burmann, Elbingerftr. 20. S.O. Weiss, Adalbertstr. 47. Berendt, Adalbertstr. 31. Kuske, Adalbertstr. 69. Sommerfeld, Adalbertstr. 4. Jänert, Reichenbergerstr. 28. Grimm, Reichenbergerstr. 54. Winkler, Reichenbergerstr. 85. Herberg, Reichenbergerstr. 98. Krause, Naunynstr. 11a. Flieger, Waldemarstr. 40. Kabisch, Staligerstr. 146. Zinke, Staligerstr. 123. Kretschmer, Staligerstr. 69. in kleinrussischen Nationalkostümen Moabiter Gesellschaftshaus. Anklamerstr. 44, an der Brunnenftr. Negendank, Mariannenſtr. 19. Auftreten von Künstlern. Spezialitäten 1. Ranges, sowie Auftreten der nordamerikanisch. Negergesellschaft Mr. Brown. Sonntags Anf. 5 Uhr. Entree 30 Pf. Alt- Moabit 80/81.( Pferdeb.- Verbind.) Täglich: Concert, Theatern. SpezialitätenVorstellung. 12L Anfang 4 Uhr. Entree 30 Pf. Helmuth Peters. Reparaturen an Uhren jeder Art solid und preiswerth.[ 54172* ! Roh- Tabak! Sämmtl. in- und ausländischen Sorten, gute Qualität, tadelloser Brand, in billigster Preislage, empfiehlt 3 Kegelbahnen. 6 Billards, pro feier unentgeltlich z. haben. Auch ist Heinr. Franck, sandlung, Stunde 60 Pf. C. Koch, fr. Gambrinus. Säle für Versammlungen und Festlichkeiten sind noch an verschiedenen Tagen zu haben. Kl. Saal mit Garten zur Mai ein großes Vereinszimmer frei. H. Liewald, Manteuffelstr. 46. Restaurant, Schertel, Manteuffelstr. 31. Wolff, Manteuffelstr. 64. Zimmermann, Manteuffelstr. 5. Ehrenberg, Bücklerstr. 2. Schröder, Eisenbahnstr. 37. Suckert, Lübbenerstr. 7. Guhn, Lübbeneritr. 14. Hubrich, Lübbenerstr. 22. Sauer, Sorauerstr. 14. Richter, Jahnftr. 2. Hinze, Schönleinstr. 16. Grubert, Dieffenbachstr. 36. Teupel, Gräfeſtr. 75. Tritz, Gräfeftr. 7. 99,2 Hanne, Boechstr. 41. Berger, Boechstr. 24. Wittstock, Brizerstr. 12. Barth, Admiralstr. 39. Lembke, Fürstenstr. 2. Hinze, Prinzenstr. 11. Röhr, Brandenburgstr. 17a. Wilhelm, Ritterstr. 85. Maske, Mittenwalderstr. 56. Dochow, Markthalle Marheinickeplay. Stand 123. Rixdorf. Dorn, Maybach- Ufer 1. Dorn, Rottbuser Damm 96. Thiel, Rottbufer Damm 66. Albrecht, Hobrechtstr. 4. Richter, Schönweiderstraße. Charlottenburg. Klose, Schillerstr. 75. Heinr. Franck, andlung, Stemp.- B. Vorwärts" und ist nur mit der von der AgitationsBrunnenstrasse 185. v. C., mit tl. Saal, Garten u. Kegel- Der heutigen Uummer unseres bahn bill. z. verk. Adr. unt. A. N. Blattes liegt die gestrige Gewinnnimmt die Exp. entgegen. 1055b liste der preuß. Lotterie bei. Verantwortlicher Redakteur: Hugo Pötsch in Berlin. Truck und Verlag von Maz Jedes in Betriebe gebackene Brot führt den vollen Bommission der Bäcker verausgabten Kontrollmarke versehen. Wir bitten die werthen Genossen und Genoffinnen, beim Einkauf genau darauf zu achten. Der Vorstand: H. Teupel, Geschäftsführer. J. B.: Fr. Junker, Raffirer. Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Hierzu eine Beilage. Beilage zum„Vorwärts" Berliner Volksblati. Zlr. 97. Freitag, den 27. April 1894. 11. Jahrg. Mommunnles. Stadtverordneten-Brrsammlung. OefftNtliche Sitzung v o m D o n n er st a g. den 26. April, Nachmittags 5 Uhr. Oberbürgermeister Z e l l e hat auf 6 Wochen Urlaub ge- nommen. Von den Stadtvv. Friedemann und Genossen ist vor drei Wochen der Antrag eingereicht worden:„Die Versammlung wolle den Magistrat ersuchen, mit ihr in gemischter Deputation darüber zu berathen, wie in Zukunft eine früher.« Vor- legung des Etats möglich ist." Der Antrag hat schon vor 14 Tagen zur Berathung gestanden, war aber wegen Erkrankung des Kämmerers nicht verhandelt worden. Ein Antrag Rast und Genossen will dies« Deputation auch mit der Erörterung der Frage der Ausführung des Kommunalabgaben-Gesetzes, welches am 1. April l8SS in Kraft tritt, betrauen. Antragsteller Friedemann: Der eingebrachte Unter- antrag Rast ist uns durchaus sympathisch; wir haben ihn nicht selbst gestellt, um die Hauptsache, die rechtzeitige Vorlegung des Etats, nicht im Hintergrunde verschwinden zu lassen. Unser Antrag fordert die Erörterung von Mitteln und Wegen, den Etat rechtzeitig vor uns zu bringen, um seine gründliche Erörterung zu ermöglichen, wie es die Bürgerschaft verlangt und die Städte-Ordnung uns vor- schreibt. Das ist in den letzten Jahren nicht der Fall gewesen. Die übergroße Hast der letzten Etatsberathung hat verschuldet, daß Beschlüsse gefaßt worden sind, die den Kommunal- steuersatz höher bemessen haben, als sich nachher als nothwendig erwiesen hat. Nach der Slädte-Ordnung soll der Etat im Januar aufgestellt werden; zugegangen ist er der Versammlung innerhalb der letzten 10 Jahre vielfach erst Mitte oder Ende Februar In diesem Jahre hat die erste Berathung des Etats sogar e.jt im März stattfinde» können. S>adlv. Rast motivirt seinen Zusatzantrag. Man müsse sich.nit der Kommunalsteuer-Reform schon jetzt beschäftigen, da die Versammlung doch bald in die Ferien gehe und nachher die F it bis zum 1. April nicht ausreichen möchte, eine so schwierige '.rage gründlich durchzuarbeiten. Kämmerer M a a ß bestreitet, daß die Vorlegung des Etats jemals zu spät erfolgt sei. Die Versammlung habe ihm vielmehr jedesmal und auch diesmal den Etat viel zu gründlich geprüft.(Heiterkeit.) Vor dem 16. Februar sei es überhaupt lanm möglich, den Erat an die Versammlung gelange» zu lassen. Wolle man Organisations- und andere derartige Fragen aus dem Spiele lassen, so könne man dazu gelangen, bis zum 1. Februar den Etat vorzulegen(Beisall), und in diesem Sinne werde er sich in Zukunft bemühen. Die verspätete Vor- legung des letzten Etats sei hauptsächlich ans die Dienstaltersstufen- frage zurückzusühren, die den Abschluß der Berathung des Etats im Magistrat verzögerte. Früher hat der Magistrat stückweise den Etat vorgelegt; das geschehe seit 1869 verständiger Weise nicht mehr. Stadtv. Meyer II beklagt, daß der Magistrat in letzterem Punkte noch nicht weiter gekommen ist. Eine große Kommune wie Berlin brauche eine Ministerialinstruktion zur Ausführung eines Gesetzes nicht. Um die Neuordnung des Kommunalsteuer- Gesetzes werde sich ein heftiger Kamps entspinnen, heftiger als alle bisherigen; für dessen Aussechtung müsse genügend Zeit ge- geben sein. Der Magistrat solle daher auch ohne die Kenntniß der Ausführungsbestimmungen eine Vorlage machen, damit der Versammlung das Recht der Kritik gbwahrt bleibe. Die letzte Etatsberathung sei mit unerwünschter Hast erfolgt; noch unerwünschter aber sei die Ueberhastung ber Vorarbeiten in den Verwaltungsdeputationcn, die schon im November damit begönnen und deren Thätigkeit ebenso bedeutsam sei, wie die des Plenums. Ter Weg der theilweisen Vorlegung des Etats sei ganz zweckmäßig und die Aenderung von 1389 eine solche von zwcifelhastem Werthe gewesen. Eventuell könnten j a niehr Plenarsitzungen im März abgehalten werden. � Die Versammlung sei nicht blos eine parlamentarische Körperschaft, sondern zugleich die Verwaltungsbehörde, die fortdauernd tage und fortlaufend die Verwaltung kontrollire, also das ganze Jahr hindurch und nicht nur bei der Etatberathung dazu Gelegenheit habe. Nach der Erklärung des Kämmerers könne man beide An- gelegenheiten einstweilen aus sich beruhen lassen. Stadtv. Singer: Ich bedaure lebhaft, daß ein so einflußreiches Mitglied wie Herr Meyer II eine solche Ausfassung von der Etatsberathung kundgiebt. Wenn er meint, die Etats- berathung sei nicht dazu da, die gesammte Organisation der städtischen Verwaltung einer Prüfung zu unterziehen, so legt er doch einen sehr niedrigen Maßstab an. Verwunderlich ist, daß er den Vorberathungen in den Deputationen und Kuratorien so großen Werth beilegt. Diese Körperschaften verhandeln geheim, ebenso wie der Magistrat in seinen Sitzungen. Diese Be- ralhungen, welche über das Wohl und Wehe von Hundert- taufenden entscheiden, würden anders lauten und die Be- schlüsse vielfach anders ausfallen, wenn sie öffentlich wären. Wir haben also gar keinen Grund. den Schwerpunkt der Bcrathunaen noch mehr in die Ausschüsse und Kuratorien zu verlegen. Die Etatsberathung wird doch für die Bürgerschaft geführt; je intensiver die Berathungen stattfinden, desto besser für die Interessen der städtischen Bevölkerung. Unser Kämmerer behandelt ja die wichtigsten Dinge als äußerst konzilianter Herr mit einer gewissen Gemüthlichkeit; aber der Etat ist eben kein so harmloses Stück Arbeit. Wir bekommen von dem Kämmerer ganz lichtvolle Etats, das muß anerkannt werden. Ich bin auch mit ihm der Meinung, daß es vorzuziehen ist, den Etat als Ganzes vorgelegt zu erhalten und daß die Rückkehr zu dem allen Versahren ein Rückschritt sein würde. Die Versammlung muß aber gerade so wie der Magistrat die gesammte finanzielle Lage ins Auge fassen und danach ihre Beschlüsse fassen können. Das wenigstens muß doch möglich sein, daß die Versammlung 8 Wochen für die Etatsberathung aufwenden könne. Es scheint. als ob die Herren am Magistratstische durch den Antrag etwas aigrirt sind; ich sehe nicht die geringste Veranlassung dazu und verstehe nicht, wie die Herren sich dagegen sträuben können. Die Berathung der Kommaunalsteuer-Reform in einer gemischten Deputation erklärt der Kämmerer für verfrüht, er will der ge- mischten Deputation die Sache erst durch«ine Subkommission des Magistrats mundgerecht machen lassen. Das ist es gerade, was ich nicht wünschte; wir müssen von Anfang an gemeinsam und nebeneinander diese schwierige Frage durcharbetten. Hat der Magistrat erst vorläufige Beschlüsse gefaßt, dann ist das Feld für die gemeinsame Arbeit nicht mehr in voller Rein- heit vorhanden. Was der Kämmerer vorschlägt, halte ich für eine Gejahr für die Stadt; es möchte nachher die Zeit fehlen, um all den Schutt aufzuräumen und wegzufahren, den der Magistrat möglicherweise inzwischen angesahren haben kann. Di- Vorlage, die Herr Meyer verlangt, entspricht nicht unseren Vorstellungen von der Selbstverwallung. Nicht aus die Kritik der Magistratsvorschläge kommt es an, sondern auf die gemein- same Berathung der Kommunalsteuerresorm durch beide städtischen Körperschasten. Deshalb werden wir für beide Antrage �" Stadtv. V o rt m a n n sieht darin, daß die Versammlung die Etatsberathung nicht früher abschließen kann, keinen Grund gegen die frühere Vorlegung.) Stadtv. Meyer II: Die Auffassung Einger's von der Selbstverwaltung entspreche nicht der Städteordnung. Nach dieser falle die erste Ausarbeitung der Entwürfe dem Magistrat zu; nur dann bleibe das Recht der Versammlung gewahrt, die Magistratsvorschläge unbefangen zu prüfe». Bürgermeister K i r s ch n e r: Etwas mehr als das Ver- sprechen des Kämmerers würde auch eine Deputationsberathung nicht zu Tage fördern können. Bis zu einem bestimmten Stich- tage den Etat vorzulegen, das zu übernehmen ist der Magistrat außer stände. In der zweiten Frage sind schwerwiegende Meiuungsdifferenzen vorhanden, die nach der Städte- Ordnung entschleden werden müssen. Danach hat der Magistrat die Vorbereitung der Beschlüsse der Versammlung zu besorgen. Das ist im Werke; der Magistrat hat schon im September eine Kommission niedergesetzt. Wir hoffen, uns noch vor den Ferien auf die maßgebenden Grundsätze zu einigen und es wird dann nach den Ferien Zeil sein, auch der Versamm- hing eine Vorlage zu machen. Stadtv. S i u g e r: Es ist doch ein Widerspruch, wenn der Bürgermeister zuerst von sachlichen Differenzen spricht und sich nach- her auf rein geschäftliche Gründe zurückzieht. Mit der Verweisung aus die Städte-Ordnung ist die Sache nicht erledigt; sie wider- spricht nicht dem Wunsche, daß beide Körperschaften gegebenen- falls von Anfang an gemeinsam berathen sollen. Bei der Vor- läge bezüglich der Siemens'schen elektrischen Hochbahn hat der Magistrat selbst diesen Weg eingeschlagen; weshalb soll derselbe also bei einem noch viel bedeutungsvolleren Gegenstande nicht gangbar sein? Diese Ausführungen des Bürgermeisters haben die Gründe für die Anträge nicht erschüttert. Nach dem Schlußwort des Antragstellers Friedemann wird der Antrag mit dem Amendement Rast angenommen. Die Magistratsvorlage betr. die Belegung der städtischen Heimstätte in B l a n k e n f e l d e mit tuberkulös er- krankten Männern ist im Ausschüsse unverändert an- genommen worden. Danach soll die Versammlung sich damit einverstanden erklären, daß a) die Verpflegung brustkranker Frauen in Blankenfelde jetzt und so lange, bis sich ein Bedürfniß hierfür geltend machen sollte, eingestellt und diese Anstalt mit tuberkulös erkrankten Männern belegt wird, b) diese Heimstätte mit den für die Männervcrpflegung er- forderlichen Wäsche- und Kleidungsstücken ausgestattet und hierzu im Ganzen der Betrag von 610V M. bewilligt wird. o) das Kuratorium der Heimstätten für Genesende ermächtigt wird, Veränderungen in der Belegung der einzelnen Heimstätten dem wechselnden Bedürfnisse entsprechend künftig innerhalb der Grenzen des bewilligten Etats selbständig vorzunehmen. Die Versammlung stimmt ohne Debatte der Vorlage zu. Das Schloß G ü t e r g o tz soll zum Zwecke der Errichtung eines Sanatoriums an die Jnvaliditäts- und Alters- versichernngs-Anstalt Berlin verpachtet werden. Die Pachtsumme soll jährlich 10 000 M. betragen und der Vertrag ans 2 Jahre geschlossen werden. Für 300 000 M. soll die Anstalt das An- ka�ssrecht haben und bis spätestens I. November 1897 ausüben. Stadtv. Sachs II will der Stadt für 15 Jahre das Ver- kaussrecht vorbehalten, um dieses s. Z. so ungemein theuer er- kaufte Objekt event. günstiger zu veräußern. Nach kurzer Debatte, an welcher sich Stadtv. Pincussohn und Stadtrath S t r u v e betheiligen, wird die Vorlage nach den Ausschußvorschlägen angenommen. Der Magistrat hat die Entwürfe und Kostenanschläge für die Ausführung der Bauten des dritten Viertels der Müggelsee- Lichtenberg- Anlagen der städtischen Wasserwerke übersandt. Die Kostenanschläge schließen mit 9 550 ovo M. ab, wovon bereits im Juni v. I. 800 ovo M. zum Ankauf von Baumaterialien, Schiebern und Röhren bewilligt sind. Die noch erforderlichen N/s Millionen Mark sollen aus Anleihemitteln zur Verfügung gestellt werden. Die Vorlage wird angenommen. Bei der Vorlage betreffend die Skizze zu den Nebenbaulich- keiten auf dem Schulgrundstück Wilhelms havenerstr. I— 5 bemängelt Stadt. V o g t h e rr die Anlage der Schuldiener-Wohnung und unterstützt den Antrag Gericke auf Niedersetzung eines Aus- schnsse?.' Stadtbaurath Blanken st ein entgegnet, daß die Wohnung aus 3 Stuben bestehe und daß auch diejenige von 32 gm, die der Vorredner für unpraktisch halte, dem Schuldiener sehr werth- voll sein dürfte. Die Vorlage wird ohneAusschußberathung sofort angenommen. In betreff der 1396 zu veranstaltenden Berliner Ge- werbe- Aus st ellung beantragt der Magistrat folgende Be- schlußsassung! Die Versammlung erklärt sich damit einverstanden, daß dem Arbeitsausschuß für die Gewerbe-Ausstellung 1896 das für diese Ausstellung erforderliche Terrain imTreptowerPark, event. unter Hinzunahme eines Theils des anstoßenden Steinstätteplatzes und der vor der Verbindungsbahn gelegenen, der Stadt gehörigen Flächen, gegen die Verpflichtung überlassen werde, das zur Ausstellung verwendete Terrain des Parkes nach Beendigung der Ausstellung auf Kosten des Ausstellungs-Unternehmers wiederum als Park herzustellen und daß dem genannten Ausschuß zur Verwendung für die Aus- ftellung die Summe von 300 000 M. gewährt, den städtischen Behörden aber das Recht vorbehalten wird, falls das Aus- stellungs-Unternehmen Ueberschüsse ergiebt, über diese Ueberschüsse bis zur Höhe der gewährten Summe zu gemeinnützigen Zwecken zu verfügen. Von den Stadtvv. Gerstenberg und Gen. wird beantragt, daß die Bewilligung des städtischen Zuschusses von 300 000 M. nur unter der Bedingung gewährt werde, daß die Ausstellung in dem durch die Gemeindebehörden unentgeltlich zur Verfügung zu stellenden Treptower Parke veranstaltet wird. Ein Antrag Kalisch u. Gen. geht dahin, 300 000 M. nur in dem Falle zu be- willigen, daß der Treptower Park für die Ausstellung benutzt wird, daß aber, falls ein anderer Platz gewählt wird, die Versammlung sich die Beschluß- sassung über den zu leistenden Beitrag vor- behält. Stadtv. Singer: Daß die Versammlung bei dieser Be- rathung definitiv von einem Plane Abschied nehmen muß, dessen Ausführung der Stadt zur Ehre gereicht hätte, ist sehr zu be- dauern. Welchen widrigen Umständen das Scheitern des Welt- ausstellungsplanes zu verdanken ist, läßt sich hier nicht unter- suchen. Einen eigenthümlichen Eindruck hat es ja gemacht, daß Reichskanzler und Oberbürgermeister gewissermaßen die Rollen vertauscht hatten, da der Reichskanzler sich für eine Berliner Aus- stellung aussprach, während er an seiner Stelle gerade für eine Weltansstellung sich hätte erwärmen niüssen, um der Welt zu zeigen, was die deutsche und die Berliner Industrie zu leisten im stände sei.(Beifall.) Dieser Ausgang giebt der ganzen An- gelegenheit eine trübselige Beimischung. Der Gedanke einer Wellausstellung mußte aufgegeben werden, da ja selbstverständlich davon nicht die Rede sein konnte, daß unter dem Widerspruch der Regierung eine solche in Berlin zu inszeniren war. Die städtischen Behörden dürfen es sich zum Ruhm anrechnen, daß sie entgegen der reichskanzlerischen Strömung es waren, die frisch diesem Gedanken zur Ausführung verhelfen wollten, indem sie einen Garantiefonds von 10 Millionen zur Verfügung stellten. Berlin wird kein Vorwurf treffen, wenn es der Welt nicht be- wiesen worden ist, daß Deutschland in die Reihe der Kultur- staaten eingetreten ist. Die Unmöglichkeit, diesen Plan auszuführen. ist aber von Denjenigen mit verschuldet, welche seine Durchführung mit größerem Nachdruck hätten verfolgen können. Auch wenn es nur auf eine dentsch-nationale Ausstellung angekommen wäre, hätte das Komitre für die Ausstellung ganz anders Vorgehen müssen. Das Komitee hat immer nur von einer Berliner Aus- stellung gesprochen und geträumt; es wollte allerdings aller- gnädigst gestatten, daß deutsche Aussteller, die nicht in Berlin wohnen, aber in Berlin verkaufen, sich an der Ausstellung be- theiligten. Die deutsche Industrie läßt sich aber nicht von drei Berliner Herren in's Schlepptau nehmen. Wollten die Herren eine deutsche Ausstellung in Berlin, dann mußten sie sich an die berufenen Organe der Industrie und des Handels in Deutsch- land wenden(Sehr richtig!), dann wäre Berlin der richtige Platz in der Organisation angewiesen worden, aber von einem Allein- herrscherthum Berlins oder gar eines bestimmten Vereins in Berlin wäre dann nicht mehr die Rede gewesen(Sehr richtig!) Jetzt hat sich der Plan verdichtet, die Berge haben gekreist und wieder einmal ist«in Mäuslein geboren worden. Von dem großen Plane der Weltausstellung sind wir zu einer Berliner Lokalausstellung gekommen. Meine Freunde haben sehr ernsthaft erwogen, ob wir überhaupt dem Gedanken der Unterstützung dieser Ausstellung näher treten sollen. Die„Vossische Zeitung" hat heute Morgen der Aus- stellung, ehe sie geboren, das Grablied gesungen; sie verwahrt sich nämlich sehr energisch dagegen, daß Hofsnungen auf diese Ausstellung gesetzt werden; Berlin könne nicht alles thun. Den Herren beginnt jetzt wohl zu dämmern, daß es nicht klug war, alles auf eine Berliner Ausstellung zu konzentriren. Zum Zwecke, eine Berliner Ausstellung zu besichtigen, wird das Ausland seine Schaaren doch nicht herschicken(Sehr richtig!) Wie weit Deutschland das thun wird, bleibt dahingestellt; die Berliner selbst brauchen doch wirklich keine lokale Ausstellung. I Wir bekommen also eine Art Jahrmarkt von Plundersweilem (Heiterkeit), eine Erholungsstätte für viele Berliner nach gethaner Arbeit; aber daß diese Ausstellung den Werth hat, den sie haben soll, daran ist nicht zu denken.(Sehr richtig.) Wir sollen nun 300 000 M. und den Treptower Park hergeben. Wir werden dafür stimmen, weil dieser Antrag der Stadt die würdigste Stelle eingeräumt, die sie hierbei einnehmen kann.(Sehr richtig!) Berlin hat keine Veranlassung, sich in die Details mehr, als un- bedingt nöthig, einzulassen. Würde das Unternehmen von der Stadt inszenirt, es würde ein ganz anderes Gesicht gewinnen. Immerhin bietet das Unternehmen der Stadt einen Vortheil und rein ablehnend kann sie sich dagegen nicht verhalten. Weiter aber möchte ich Berlin nicht verpflichten und in den widerlichen Streit um das Terraiu auch nur moralisch einzugreifen, davor möchte ich die städtische Verwaltung dringend warnen.(Sehr gut!) Von den Terrains kann ernsthast nur der Treptower Park in Frage kommen. Wenn aber das Maß von Vernunft nicht bei denen ist, die die Ausstellung inszeniren, wir haben keine Veranlassung, ihnen einen Platz aufzudrängen. Ich möchte nicht, daß nachher irgend ein Kreis von Interessenten im stände ist, zu sagen, die Stadt Berlin habe schuld an dem Mißerfolg, weil sie einen ungeeigneten Platz vorgeschlagen habe.(Sehr gut!) Das Komitee hat die Aussteller über die Platzsrage konsnltiit; ich habe die Hoffnung und das Vertrauen zu dem Gros der Aus- steller, daß sie sich nicht in deii Dienst wüster Terrainspekulation stellen werden. Wir dürfen Bedingungen an unser Anerbieten nicht knüpfen, das wäre der Stadr snicht angemessen.(Beifall.) Stadtv. Gerstenberg bedauert, daß der Vorredner die Ausstellungsfrage heute etwas verächtlich behandelt hat. Mir welchem Rechte würde die Ausstellung noch Berliner Ausstcllung heißen, wenn sie z. B. in Charlottenburg stattfände?(Unruhe.) Auch mit der bedingungslosen Gewährung der 300 000 M. lade man eine erhebliche Verantwortung aus sich, zumal ja Char- lottenburg auch 50 000 M. bewilligt habe und es nicht bekannt sei, daß diese Summe auch gezahlt wird, wenn der Treptower Park gewählt wird(Heiterkeit). Sein Antraglasse dem Komitee den weitesten Spielraum; er verlange nur, daß ein Berliner Terrain ge- wählt werde. Stadtv. Kalisch: Wir wollen, wenn möglich, den Trep- tower Park genommen wissen, aber keine Einwirkung auf das Komitee staltfinden lassen. die Verantwortung für die Auswahl völlig demselben überlasse». Die gemischte Deputation hat nur Mangels eines Bessern sich zu ihrem Vorschlage entschlossen. Immerhin wird die Ausstellmig doch etwas mehr bieten, als das Jahrmarktsfest zu Plundersweilern. Das Terrain am Lietzensce würde allerdings für Berlin nicht passen. Stadtv. Sachs II: Der erste Theil der Ausführungen des Stadtv. Singer war heute nicht am Platze. Daß eine Berliner Lokalausstellung doch nicht werthlos ist, ergiebt sich aus der großen Zahl der Betheiligten und der Höhe der gezeichneten Garantiefonds. Der Mitverantwortung entgeht die Versammlung in keinem Falle. Der Treptower Park ist der schönste und praktischste Platz für die Ausstellung; man kann dock keinen bessern Theil wählen, als den Osten und Südosten von Berlin, wo Gewerbe und Industrie ihren Sitz hat. Stadtv. Lüben kann nicht billigen, daß 300 000 M. zur Urbarmachung des Lietzensees aus dem Berliner Steuersäckel her- gegeben werden; die Ausstellung gehöre auf Berliner Terrain. Im Lietzensee könne man doch auch die geplante Fischerei-Aus- stellung nicht unterbringen. Stadt. Schulz I nimmt an, daß auch der Magistrat nur unter der Bedingung, daß Treptow gewählt wird, 300 000 M. bewilligen will. Weshalb solle Berlin denn nicht auch eine Verantwortung für die Ausstellung übernehmen? In Charlottenburg seien die schlimmsten Terrainspekulationen im Schwange, die nachher mit der Berliner Subvention bezahlt werden müßten. Witzleben sei 3. Treptow nur 4 Kilometer vom Dönhoffplatz entfernt. Im Westen wohne nicht das arbeitende, sondern das von der Lebensarbeit bereits ausruhende Volk(Heiterkeit und Zustimmung.) Die Bewilligung der Summe müsse auf jeden Fall an die Wahl eines Terrains im Weichbilde von Berlin geknüpft werden. Stadtv. F r i e d e m a n n: Es ist doch nicht ganz logisch, zu sagen, es sei keine Berliner Ausstellung, wenn sie auf Char- lottenburger Terrain stattfindet. Kann man den Hippodrom bekommen, so ist das event. doch nicht von der Hand zu weisen. Der Antrag Kalisch läßt auch für diese Möglichkeit Raum. Stadtv. Bort mann: Wenn man die 300 000 M. an den Treptower Park knüpft, setzt man einfach eine Prämie auf die Verwüstung des Treptower Parks(Lebhafter Widerspruch). Redner empfiehlt den Antrag Kalisch. Bürgermeister Kirschner widerspricht der letzteren Be- hauptung. Es würde kein Baum des Parks der Ausstellung zum Opfer falle». Die Zufuhrwege, Freiarchen- und Schlesische Brücke würden bis 1396 fertig sein(Hört, hört!). Daß der Magistrat von der Auffassung ausgehe/ der Park werde auch gewählt werden, sei unrichtig. Berlin übernehme mit den 300 000 M. keine Verantwortung für das Gelingen der Aus- stellung, denn sie sei gesichert gewesen, bevor der Magistrat der Frage überhaupt näher getreten sei. Bei der Abstimmung wird der Antrag G e r st e n b e r g mit 46 gegen 46 Stimmen, also mit Stimmengleichheit a b- gelehnt, der Antrag K a l i s ch mit 67 gegen L2 Stimmen a n- g e n o mm e n. Tie Sitznngen im Jnli und August sollen ausfallen, desgl. die Sitzung in der Pfingstwoche. Dagegen soll statt der am Himmelfahrtstag ausfallenden Sitzung eine Ersatzsitzung am nächsten Mittwoch stattfinden. Schluß 9l/e Uhr. Uoksles. Zur Frage deS AuSstellnngSplatzeS bringt die„Vossische Zeitung" noch einmal einen längeren Artikel, in dessen Eingang sie klagt, daß es ein undankbares Geschäft sei, sich für oder gegen einen der vorgeschlagenen Plätze auszusprechen. Es fänden sich immer schöne Seelen, meint ste, und besonders unter den Ver- tretern der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit,„die hinter jeder Ansicht Sonderinteressen wittern und auch die besten Ab- sichten verdächtigen".„Nach ihrer lebendigen Schilderung schachern, feilschen und reißen sich die Vertreter von Ost- und West- Berlin wegen des Ansstellungsplatzes. und selbstverständlich sind diejenigen, die über den Ausstellungsplatz schreiben, elende Söldlinge eines der beiden streitenden Heerlager und nur darauf bedacht, erkleck- lichen Gewinn einzuheimsen." Ja. wo fängt denn dann für die „Vossische Zeitung" das Feilschen und Schachern an, wenn das widerwärtige Treiben der interessirte» Kreise von Ost- und West- Berlin, das nun schon seit 14 Tagen in vollstem Gange ist, kein Feilschen und kein Schachern ist? Daß diese Kreise sich in der Thal um den Ausstellungsplatz förmlich reißen, ergiebt aufs i»eue eine Mittheilung, die wir in derselben Nummer der„Vossischen Zeitung" finden. Der Vorstand des Berliner Grundbesihervereins Süd-Ost hat die Mitglieder des Vorstandes der Berliner Ge- Werbeausstellung von 1896 eingeladen, sich von ihn, die Schön- heilen des Treptower Parkes zeigen zu lassen. Aus welchem Grunde mag das wohl geschehen sein, verehrte„Vossische"? Im übrigen heißt es sogar in dem oben erwähnten Artikel, der das Schachern und Feilschen in Abrede stellt, an einer anderen Stelle! „Wenn sich aber jetzt in Charlottenburg sentimentale Gefühle regen und die Bürgerschast durch ihren Magistrat der Ausstellung eine Subvention von ISO 000 M. nebst Koste» freier Herstellung der nach Witzleben führenden Zufahrtstraßen und der unentgelt- lichen Entwässerung des Ausstellungsplatzes, sowie der darauf errichteten Gebäude zusichern läßt, so ist das ein Beweis, daß man in der Nachbarstadt glaubt, ein vortreffliches. die Auslagen zehnfach einbringendes Geschäft zu inachen." Werden da nicht die Charlottenburger auf die„Vossische Zeitung" ihre eigenen Worte anwenden und ihr vorwerfen, daß sie„hinter jeder Ansicht Sonderinteressen wittere und auch die besten Ab- sichten verdächtige"? Aber das treffliche Blatt entrüstet sich ja gerade darüber, daß in dieser ganzen Sache jemand Sonder interessen wittern kmin; also wird es sich wohl auch mit den Absichten der Charlottenburger. die durch die Ausstellung ein Geschäft machen wollen, einverstanden erklären. Wenn die „Vossische Zeitung" weiter für die Söldlinge der beiden Heer- Inger eintritt und sich, wie es selzeint, mit ihnen soli darisch erklären will, so haben wir selbstverständlich auch dagegen nichts einzuwenden. Jeder gesellt sich gern zu derjenigen Sorte Menschen, die ihm am meisten zusagt. Wenn das Blatt endlich meint, es sei denen, welche die für die Ausstellung sich ereifernden Geschäftemacher an den Pranger stellen, ein Hoch gennß, nach Kräften mit Schmutz zu werfen, so sucht es den Schmutz(nach bekannter Manier) an falscher Stelle. Wer ge wisse Leute darauf aufmerksam macht, daß sie Schmutz an den Händen haben, weil sie sich mit schmutzigen Geschäften' befassen, erhält in der Regel die Antwort, daß e r sie erst mit Schmutz beworfen habe. Welchen Grund kann die„Vossische" haben' diese Leute so eifrig in Schutz zu nehmen und für sie zu antworten? ES geschehen«och Himmelötvnnder? Wie man den Kindern in der Schule Religionskenntnisse beibringt, zeigt ei» ärztliches Attest, das einem Schüler der Rixdorfer Gemeinde- schule vor einigen Tagen ausgestellt wurde. Das betr. Attest besagt: Hermann Schätz, geb. 18. V. 81, Schüler der I. Klasse der Gemeindeschule, Rixdorf 4 SchWbezirk, unterzog sich heute meiner Inspektion aus Veranlassuug seines Vaters. Der Knabe giebt an. am Freitag und Sonnabend, den 29. und 21. d. Mts., wecken Mangels an Religionskenntnissen(der Knabe war in den früheren Klassen als Sohn eines Dissidenten vom Religionsunterricht befreit gewesen) inst dem Rohrstock von dem Lehrer Herrn Lindecke über Rücken und Gesäß eine Menge Stockhiebe erhalte» zu haben. Die Inspektion ergab auf der rechte» Seile des Rückens eine ca. fün Zenlimeter lange, auf dem Gesäß neun ca. sechs Zentimeter lange blutunterlaufene Striemen, die auf Druck empfindlich sind, durch die das Sitzen dem Knaben schmerzhaft ist. Die Hiebe müssen mit um so größerer Gewalt erfolgt sein, als nach An- gäbe des Knaben der Körper von Hemd, Unterhosen und Bein kleidern bedeckt war. So das Attest. Nun zu dem Wunder. Der Vater des Knaben, der über die seinem Sohne angethane Mißhandlung natürlich empört war, wandte sich beschwerdeführend an den Rektor der Schule. Dieser Herr sagte in einem Antwortschreiben eine Untersuchung des Falles zu und bemerkte weiter wörtlich: „Nach Aussage des Herrn Lindecke hat Ihr Sohn Hermann an dem fraglichen Tage nur einen einzigen Schlag mtt dem Rohrstock bekommen und zwar nicht auf dem Rücken, sondern auf das Ge faß. Herr Hauptlehrer Lindecke hat mir ver,ichert, dies eidlich erhärten zu können." E i n eidlich zu erhärtender Rohrstockschlag und zehn ärztlich konstatirte blutunterlaufene Striemen! Welcher Sünder, der bisher freventlich die Religion und gar erst den Wunderglauben mißachtet und verspottet hat, müßte da nicht zähneknirschend in sich gehen und bekennen, daß angesichts einer derart multiplizirien Sühne doch etwas an dem Gotlesglauben dran ist. Wir empfehlen dies strafende Rixdorfer Himmels- wunder den Konsistorien und Traktatgesellschaften zur eingehenden Beachtung. Ueber die R«zahl deS Rindviehes in Berkin, sowie über die Ausbeute an den hiesigen milchenven Kühen werden gegen- wärtig polizeilicherfeits statistische Erhebungen angestellt. Obgleich die Ermittelungen noch nicht beendet sind, gewähren die schon vorliegenden Zahlen doch einen interessanten Einblick über die Quantitäten Milch, die von der Berliner Bevölkerung täglich konsumirt werden. Aus den 400 Molkereibetriebep der Reichs- Hauptstadt werden mit rund 2000 Kühen täglich ea. 70 000 Liter reine Milch gewonnen; die größere Menge der in Berlin ver- brauchten Milch jedoch kommt von auswärts. Auf den Haupt- bahnhöfen, dem Stettiner, Lehrter, Hamburger, Görlitzer und Anhalter Bahnhof treffen allmorgendlich 1 200 000 Liter Milch ein, durch die Bauern der Umgebung Berlins werden etwa 2—300 000 Liter mittels Achse nach hier gebracht, so daß die Reichshauptstadt täglich 2 Millionen Liter Milch verbraucht.— Rechnet man das Liter zum Durchschnitts- Verkaufspreis von 20 Pf., so ergiebt dag einen Umsatz von 400 000 M. pro Tag! der Verbrauch an Milch stellt sich also auf l'/i? Liter pro Kopf der Bevölkerung. Wünschenswerth wäre eine nach Stadttheilen geordnete »ilchftatistik, aus der annähernd zu. ersehen ist, wie viel Wohl- habrnd« sich reichlich Milch leisten und wie viel Anne für sich »«d ihre skrophulösen Kinder auf dies nothwendige Nahruugs- mittel verzichten müssen. Der Urberliner, so schreibt das„B. Tgbl.". wird nicht wenig überrascht sein, wenn er sich einmal von einem Statistiker seine Abstammung erklären läßt. Nach sorgfältigen statistischen Berechnungen fließt nämlich in den Ader» der Berliner nur 67 pCt. germanisches, aber 39 pCt. romanisches und 24 pCt. slavisches Blut. Mir dieser eigenartigen Mischung soll der Ber- liner die guren und schlechten Eigenschaften der verschiedenen Nationalitäten und Raffen übernommen haben: Die Zähigkeit der Germanen, die Beweglichkeit und den Geist der Franzosen und die Geschicklichkeit der Slaven. Das wären die guten Eigen- schaften des Berliners, während er an schlechten übernommen hat: vom Germanen das Phlegma und die Rechthaberei, vom Franzosen die Eitelkeit, Großsprecherei und die Rauslust, vom Slaven die Launenhaftigkeit und Genußsucht. Wie man sieht, schmeichelt die Statistik nicht, aber immerhin ist das von ihr gegebene Bild des echten Berliners ganz erträglich. Was sagen aber die rassenreinen Germanen Ahlwardt'scher Observanz zn diesem bedenklich gemischten Ergebnis? Hoffentlich beantragen Sie in der nächsten Reichstags-Session die Einsetzung einer Rehabilitirungs-Enquete-Konunission. De» Eisenbahnassistenten und Stationsvorstehern der Stadt- und Ringbahn ist, wie ein Berichterstatter meldet, in An- betracht der allgemein schlechten Zeitverhältnisse eine Thene- rnngsznlage von jährlich 160 M. gewährt worden, von denen 40 M. sofort zur Auszahlung gelangt sind. Die Frage, ob sich die allgemein schlechten Zeitverhältnisse nur bei den Assistenten oder Vorstehern bemerkbar machen, oder ob auch die Vinterbeamten und Eisenbahnarbeiter unter der Kalamität zu leiden haben, ist augenscheinlich von der zuständigen Behörde nicht so leicht zu lösen. Wir hoffen aber, daß man höheren Orts dcch zu dem Resultat gelangt, daß der Hunger- lohn von 2,30 M. pro Tag einer Erhöhung bedarf, und zwar einer bedeutenderen als 160 M. pro Jahr. Wenn die Eisenbahn- behörden mit einer wirklichen Sozialresorm beginnen, dann wirken sie vielleicht mit der Zeit sogar zivilisirend auf die Privatnnter- nehmer ein, die bekainttlich"jetzt immer noch mit frechen Worten von Anmaßung und Rädelssührerschaft reden, wenn sich ver- zweifelnde Arbeiter zum Zwecke der Erlangung besserer Lohn- und Arbeitsbedingungen organisiren. Also, Herr Thielen, nur muthig fortgeschritten; vielleicht verzeihen Ihnen die Unter- beamten und Eisenbahnarbeiter schließlich dann auch die Spar- samkeitspraxis der letzten Jahre, unter der sie schwer, erdrückend schwer zu leiden haben! Zwanzig Pfeiiuig Eutree, meine Herrschafte»! Eine eigenlhümliche Geschichte wird uns ans Rummelsburg berichtet In der dortigen Kirche fand am Mittwoch die Trauung eines Brautpaares statt, zu der sich neben der üblichen Gafferschaar auch einige Verwandte der Brautleute eingesunden hatten, welche von ihnen nicht mit aparten Einladungskarten bedacht worden waren. Nicht gering war das Erstaunen dieser Leute, als ihnen an der Kirchihür der Küster entgegentrat und pro Person 20 Pfennig Entree forderte! Manche waren neugierig genug, ihre 20 Pf. für das Schauspiel, der Trauung zu opfern, die meisten Leute aber besannen sich doch aus ihr besseres Ich und hielten sich vor Auge», daß es noth- wendigere Anlässe geben kann, um sein Geld zu opfern. Wir Sozialdemokraten haben selbstredend nichts dagegen, daß die Kirche von Leuten, die nicht nöthig haben, ihre Räume zu be- schreiten, ein Eintrittsgeld fordert. Die vergrabene„Sore". Im Oktober 1802 wurde in Weißensee bei Hellem Tage in die Wohnung des Molkereibesitzers Müller in der Kronprinzenstraße eingebrochen. Die Diebe hatten die Frau durch die Vorspiegelung, daß ihr Mann in der Greifs- walderstraße verunglückt sei, nach Berlin gelockt, waren dann in die Wohnung eingebrochen und hatten mehrere Tausend Mark baares Geld und Goldsachen in ziemlich bedeutendem Werthe erbeutet. Zu den Dieben gehörten die Fischer'schen Eheleute aus Weißensee, von denen der Mann mir 1�/2, die Frau mit 2>/s Jahren Zuchthaus belegt wurden. Da sich nun die Straf- verbüßung des Mannes, der in Sonnenburg sitzt, ihrem Ende nähert, hat Frau Fischer aus Besorgniß, ihr Ehemann möge den ans dem Einbruch herrührende» Schatz aus seinem Versteck holen und für sich allein verbrauchen, den Aufbewahrungsort verrathen. Die Ebesrau Fischer hatte eine Kiste, die die Schmucksachen enthielt, tu den Grabhügel ihrer vor 20 Jahren verstorbenen und aus dem alte» Nilolaikirchhos in Berlin begrabenen Schwieger- mutier versenkt. Dort wurde, nachdem vorgestern Nachmittag der Kriminak-Schutzmann Matt verschiedentlich nach der Stelle umhergesucht hatte, um 4 Uhr der aus mehreren Werthgegen- ständen bestehende Schatz gehoben und den Eigenthümern zu- gestellt. Einen tollkühnen Sprung unternahm am Mittwoch kurz nach 12 Uhr ein bisher noch uncrmittelt gebliebener junger Mann aus einem Stadtbahnzuge zwischen den Stationen Zoologischer Garten und Thiergarten. Der Passagier befand sich in einem Koupee zweiter Klasse eines nach der letztgenannten Station fahrenden Stadtbahnzuges, als er plötzlich die Koupeethür öffnete und aus dem in voller Fahrt befindlichen Zuge auf den Bahn- körper sprang. Der Zugführer und Passagiere haben gesehen, daß der zunge Mann aus den Bahnkörper stürzte, sich mehrere Male überschlug und dann nach Station Zoologischer Garten zurücklief. Wie er vom Bahnkörper herunter gekommen, war bisher nicht zu ermitteln. Gelegentlich der Einschiffnung in Havre verhaftet wurde am Dienstag der seit Milte März d. I. flüchtige Buchhalter Blankenburg, der eine Summe von 7000 M. unterschlagen hatte. B., der in"einem Kohlengeschäst in der Görlitzerstraße schon seit Jahren angestellt war, mißbrauchte das ihn, von seinen, Chef geschenkte Vertrauen dadurch, daß er bei Jnkasso's die Buchungen fälscht« und, als der Betrug durch Zufall an den Tag kam, unter Mitnahme des obigen Betrages in baar und in Banknoten flüchtete. B. wurde durch einen Beamten eines hiesigen Privat- detekiv-Jnstitutes verfolgt und an Bord eines Amerikafahrers dingfest gemacht. Bei dem Desraildaiiten wurden noch ca. 6000 M. gefunden. Eine empörende Flegelei ist von einem unermittelt gebliebenen Menschen begangen worden, der in ein hiesiges Blatt eine gefälschte Anzeige einrücken ließ, nach der in der Belle- alliancestr. 88 bei Frau F. fünfzig Arbeiterinnen aus Capes ver- langt wurden. Es ist begreiflich. daß die Arbeitslosen, die sich maffenhast in der Hoffnung, Arbeit zu bekommen, eingefunden hatte», in nicht gerade schmeichelhaften Worten ihrem Nnmuth Luft machten; aber auch die arme Frau,«ine Wiitwe. war selbst- redend infolge des starken Andranges übel genug daran. Nach dem Verüber dieses„Scherzes" fahndet man. Zwei SittlichkeitSverbrechen sind zur Anzeige gebracht worden. An, 23. d. Mts. zwischen 3 und 4 Uhr Nachmittags soll die 13jährige Tochter eines Arbeiters in der elterlichen Wohnung, Brandenburgstraße 22 zu Wilmersdorf, durch einen Handelsmann vergewaltigt sein, der einen Sack und Ziegenfelle trug.— Das zweite ziemlich dunkle Verbrechen ereignete sich an, 22. d. Mts. zwischen 6 und 7 Uhr Abends in dein Keller des Hauses Linienstraße 199, wo ein etwa 22 Jahre alter bartloser Mann mit blassem, schmalem Gesicht sich m»t einem 8jährigen Knaben in strafbarer Weise beschäftigt hat. Polizeibericht. Am 23. d. M. Morgens sprang ein beim Abbruch des Hauses Kleine Hamburgerstraße 7 bcschäsiigier Arbeiter auf ein über dem Thorweg angebrachtes Schutzdach, brach mit diesem zusammen und erlitt anscheinend schwere innere Ver- letzungen.— Vor dem Hause Mariannen-Ufer 6 fiel Mittags ein Kutscher beim Besteigen seines GeschäskSwagens infolge Durch- gehenS der Pferde herab, wurde das Bethanien-Ufer entlang bis zur Adalberistraße an der Leine mitgeschleift und erlitt dabei einen Bruch des Fußgelenks, sowie schwere Quetschungen beider Beine.— An der Ecke des Schiffbauerdamms und der Albrechtstraße stürzte Abends ein Stallmann mit einem Pferde und er litt einen Beinbruch.— Von der Schönebergerbrücke sprang ein Schuhmacherlehrling in den Landwehrkanal; er wurde jedoch noch lebend aus dem Wasser gezogen.— Nachmittags fand in der Koppenstr. 60 ein kleiner Brand statt. Witterungöübersicht vom 26. Aprkk. Witterung in Deutschland am 26. April, 8 Uhr Morgens. Während in der östlichen Hälfte Deutschlands der Himmel sich großentheils aufgeklärt hat, ist i», Westen von neue», Trü- bung eingetreten. Zu Keitum aus Sylt fällt Regen. Die süd- lichen Winde haben an Stärke zugenommen und allgemein eine beträchtliche Erwärmung hervorgebracht. In Berlin stieg das Thermometer gestern Nachmittag auf 23 Grad Celsius; heule Morgen überschreitet es fast überall 10 Grad und zu Mülhausen i. E. bereits 17 Grad Celsius. Berliner Wetterbureau. Wetter- Prognose für Freitag, den 27. April 1894. Warmes, vielfach heiteres, zeitweise wolkiges Wetter mit mäßigen südlichen Winden; keine oder unerhebliche Nieder- schlage. Berliner Wetterbureau. Gerilftks-Heikuua. Zum Prozeff Lichtner wird unterm 22. April ans Wien gemeldet: I», weiteren Verlaufe der heutigen Gerichtsverhand- tung gegen Lichtner wurden nach den, Verhör des Angeklagten mehrere Leumundszeugnisse verlesen, worin u. a. die in der Anklageschrift genannten Vorstrafen Lichlner's erwähnt werd-n. Aus einer Note der Sradthauptmannschafl von Pest geht hervor, daß Lichtner im Jahre 1877 die Gattin des Antiquitäten- Händlers Kraus verleitet hat, Wechsel in» Betrage von 100 000 Gulden zu fälschen- als das Verbrechen ruchbar wurde, hat sich die Frau das Lebe» genommen. Ferner wird Lichtner von der Pester Stadthaupimannschaft als be- kannler Falschspieler bezeichnet. Aus anderen Leumundszeugnissen ist zu ersehe», daß der Angeklagte bereits; wegen Wechselsälschung in Untersuchung gestanden hat und von der Polizei bei», Hazard- spiel überrascht worden ist. Sodann kamen noch zur Verlesung die Akten des Hannoverschen Spielerprozesses sowie das init Samuel Seemann nach dessen Verurtbeilung in Hannover auf- genommene Protokoll, nach welchem Seemann erklärte, es sei in Kreisen der gewerbsmäßigen Spieler allgemein bekannt gewesen, daß Lichtner die Karten auf der Rückseite zu erkennen pflegte. Morgen wird die Verhandlung fortgesetzt. Ao» elf vorgeladeneu deutschen Zeugen ist nur ein Magde- bnraer Gutsbesitzer erschienen, welcher in Norderney 12 000 M. an Lichtner verlor. Die Aussagen desselben sowie die verlesenen Aussagen sonstiger Beschädigter lauten belastend für den An- geklagten. Ein AufreiznngSprozeff beschäftigte am Donnerstag die neunte Strafkammer ves Landgerichts l. Am 4. Februar d. I. fand im Markischen Hof eine Versammlung des Vereins Berliner Schlächtergesellen und-Mamsells statt. Es kamen darin viele Unzulräglichkeiten zur Sprache, denen die Gesellen seitens der Meister auegesetzt sind und besonders wurde«in Fall erwähnt, wonach ein Meister einen Gesellen mißhandelt und mit dem Messer bedroht haben sollte. Daraus trat der Maler Julius Wiener als Redner auf. Er entwickelte die Ansicht, daß das Unternehmerthum mit allen gesetzlichen und ungesetz- lichen Mitteln bekämpft werden müsse. Die Meister wollten keine verheiratheten Gesellen haben, weil sie fürchteten, bestohlen zu werden. Sie förderten dadurch die Unsittlichkeit. da sie die Gesellen zwängen, in wilder Ehe zu leben. Wenn die letztere» so viel nähmen, wie sie zun, Unterhalte für sich und ihre Faniilie bedürften, so könne dies als Diebstahl nicht an» gesehen werden, es sei nur die Zurücknahme ihres rechtmäßigen Etgenthums, denn die Meister hätten ihr Vermögen auch nicht ehrlich erworben. Wem, ein Geselle von einem � Meister angegriffen werde, so solle er doch das erste beste Messer nehmen und es dem Meister in den Bauch jagen, oder, wenn dies nicht ziehe, ihn mit einem Revolver über den Haufen schießen. Bei diese» Worten hob der überwachende Polizeibeamte die Versammlung auf. Wiener erhielt die An- klage wegen Ausreizung und wurde im gestrigen Termin wegen seines unnützen Gequassels zu der harten Strafe von einem Jahr Gefängniß veruriheilt. Der Angeklagte wurde sofort in Hast genommen. Wahre Schenfflichkeite» hatte der Magistratsdiener Max W a g e w i tz, welcher am Donnerstag wegen Sittlichkeits- verbrechen vor der neunten Strafkammer des Landgerichts I stand, mit einem unerwachsenen Mädchen begangen. Er wurde zu zwei Jahren Zuchthaus, fünfjährigen Ehrverlust veruriheilt und sofort verhaftet. Soziale Aeberstphk. Achtung Dtschlerl Die Lohndifferenzen in der Bau- tischlere, von E. Gring u. Co., Lübeckerstr. 27, sind noch nicht beigelegt. Die erzielte Verständigung erstreckte sich nur aus einige Arbeiten, während nun auf anderen Arbeiten Lohnabzüge gemacht wurden. Wir bitten die Kollegen die dort Arbeitenden »n moralischer Hinsicht zu unterstützen. Die Werk statt. Kontrollkommission d«S Deutschen Holzarbeiter» Verbandes (Zahlstelle Berlin.) Au die Parteigenossen in Steglitz! Laut Beschluß der Volksversammlung vom 23. März findet am 1. Mai Vormittag ein Ausflug statt. Treffpunkt für die Theilnehmer ist i», „Gambrinus", Ahornstraße 15a, Vormittags 9 Uhr. Am Abend des 1. Mai findet sodann eine öffentliche Versammlung statt, in der Fräulein Wabnitz über die Bedeutung des 1. Mai sprechen wird. Beginn der Versammlung 7 Uhr. Nach der Versamm- lung aemüihliches Beisammensein. Wir ersuchen unsere Partei- genossen um recht rege Beiheilignug an der Feier. I. A.: E r n st S u t r o w. Achtung! Metavarbeiter! Am 1. Mai findet Vor- mittags 10 Uhr in den Germaniasälen eine Versammlung der Arbeiter und Arbeiterinnen der Metallindustrie statt, und sind die Kollegen verpflichtet, soweit es die Verhältnisse gestatten. diese Versammlung zu besuchen. Für diejenigen Kollegen, welche verhindert sind, den 1. Mai durch Arbeitsruhe zu feiern, gebe ich bekannt, daß Maimarken zum Preise von 20 Pf. zur Vera»?- gabung gelangen. Der hierdurch geschaffene Fond- soll gesondert verwaltet und dazu verwendet werden, im nächsten Jahre die Arbeitsruhe am 1. Mai in größerem Maße als bisher rn der Metallindustrie zur Durchführung zu bringen. Ich appellire daher an die gesammten Kollegen, soviel als möglich für den am 7-8 Mai in Berlin abgehalten werden. Zur Berathung wurden den Kollegen, welche bei Mudfitatis arbeiten, schwere Bertrieb dieser Marten thätig zu sein. Trage Jeder find gestellt: 1. Das Sparkasserwesen und seine Bedeutung für Borwürfe wegen ihrer langen Arbeitszeit gemacht und diese Rolvon feinem Tagesverdienst am 1. Mai ein Scherflein die Arbeiterwohlfahrt; 2. Die Reinhaltung der Luft in den legen energisch aufgefordert, die Arbeitszeit einzuhalten und sich. bei, damit im nächsten Jahr die Berliner Metallarbeiter gerüstet Fabriken. Anschließend hieran findet eine Ausstellung von dem Verbande anzuschließen. Die Kommiffion für Vorbereitung dastehen und im stande sind, am 1. Mai so zu demonstriren, wie Apparaten, Modellen, Zeichnungen und sonstiger die Arbeiter der Maifeier berichtete sodann, daß nach der Möbelpolirer- Veres der Würde und Bedeutung dieses Tages entspricht: durch wohlfahrt" betreffenden Gegenstände statt. sammlung am 1. Mai die Kollegen einen Ausflug nach SchönArbeitsruhe. Die Maimarken sind von heute Freitag Abend ab Der Vertrauensmann der Berliner " bei dem Unterzeichneten zu haben, außerdem im Süden bei Sonntags- und Nachtarbeit. Im Kanton Basel weide machen. Folgende Resolution fand einstimmige AnR. Wegner, Oranienstr. 23a III, im Norden bei W. Stähr, wurden im vergangenen Jahre vom Polizeidepartement für nahme:" Die Versammlung macht den Beschluß der öffentlichen Bajewalterstr. 11 3. Eingang 2 Treppen, sowie bei den Ver- Sonntagsarbeit in Nothfällen 333 Bewilligungen ertheilt, für Bersammlung vom 27. März zu dem ihrigen und erklärt, den Ber- Nachtarbeit 24, vom Departement des Innern für Arbeits- 1. Mai durch ftrittes Ruhenlaffen der Arbeit zu feiern sowie sich trauensleuten der Branchen. verlängerung 113 und von der Regierung für längere Zeit 24. Der Mohr hat seine Schuldigkeit gethau, der Mohr kann gehen. Am vergangenen Sonnabend wurde fämmtlichen Arbeitern und Bediensteten der Baron Beck'schen Messingfabrit in Augsburg gekündigt. Dies ist ein harter Schlag für Viele, indem die Mehrzahl schon 30 bis 50 Dienstjahre aufzuweisen hat. Das Etablissement ging durch Kauf an Herrn Messingfabrikanten Wieland in Ulm über. # Metallarbeiter Otto Mäther, N., Antlamerstr. 44. Au alle in Buchbindereien, der Papier und Leder Galanterie waaren- Industrie beschäf tigten Arbeiter und Arbeiterinnen! Laut Beschluß der Versammlung vom 16. b. M. find alle Mitglieder des Verbandes, soweit sie den 1. Mai nicht durch Arbeitsruhe feiern tönnen, verpflichtet, ein Biertel ihres Tagesarbeits- Verdienstes an die Mitgliedschaftstasse zum Zwecke der Unterstüßung Arbeits Tofer zu entrichten. Indem wir zur Erfüllung dieser Verpflich tung auffordern, laden wir auch die Nichtmitglieder zur Betheiligung ein. Sammellisten können am Sonnabend, den 28. b. m., an den bekannten Zahlstellen erhoben werden. Da selbst werden auch die statistischen Fragebogen ausgegeben, um deren Entnahme wir dringend ersuchen. . den Arrangements der hierzu gewählten Kommission anzuschließen. In Werkstellen, in welchen Kollegen wegen der Maifeier etwa gemaßregelt werden, darf fein organisirter Möbelpolirer Arbeit nehmen." Die Tellersammlung wurde der Maifommission überwiesen. Berliner Naturheilverein 2. Am Freitag, den 27. April, Abends 8% uhr, in Ahrens' Brauerei, Moabit, Thurmftr. 26: Vortrag des Herrn Dr. med. Böhm über Kinderkrankheiten und deren naturgemäße Setlung". Tanzlehrer- Verein Solidarität. Monatsversammlung Abends 8% Uhr, im Lofale von Ehrenberg, Annenftr. 16. Rixdorf. Für sämmtliche auf Holzpläben und Holzbearbeitungs28. April, Abends sy thr: Deffentliche Bersammlung bet Schüße, Fabriken beschäftigte Arbeiter und Arbeiterinnen. Sonnabend, ben Bring Handjeryfir. 7. Bortrag: Die technische Revolution der Neuzeit. Neferentin: Fräul. Baader. Im Falkenaner Kohlengebiete ist die Situation noch die gleiche. Die Behörden haben mit gewohnter! Schneidigkeit für die Unternehmer Partei ergriffen. Der Bezirkshauptmann hat eine Rundgebung erlaffen, die der Verhängung des Belagerungszustandes gleichkommt. Alle Bolts- und Vereinsversammlungen schule Arbeiter- Bildungsschule. Freitag, Abends von 8%-10% Uhr: Nord= Müllerstraße 179a und Südost Schule, Waldemarfir. 14: sind verboten; den Gastwirthen ist verboten, ihre Lokale zu Ver- Deutsch( Logit und Rethorit). Bei allen Unterrichtsfächern werden neue sammlungen herzugeben. Das ganze Streitgebiet ist von Gen- Theilnehmer, Damen und Serren, jeder Zeit aufgenommen. barmen überschwemmt. Der Geist der Streifenden ist ein guter. bei Gruber, Mariendorferstr. 5. Lese- und Diskutirklubs. Freitag. Karl Marx, Abends 8 Uhr, Westen, bet S. Werner, Bülowstr. 59. Der Vorstand der Mitgliedschaft Berlin. Besonders in der Lohnfrage werden sie voraussichtlich etwas er- Arbeiter Sängerbund Serlins und Umgegend. Borsigender Au die Schneider und Schneiderinnen Berlins! Unser reichen, da von seiten der Unternehmer bereits zugefständnisse fatender sind zu richten an Fried. Kortum, Manteuffelfr. 49, v. 2 Zx. Freitas. Av. Neumann, Brunnenstraße 180, 2 r. Alle Aenderungen im VereinsBeschluß zur Maifrage lautet, daß da, wo es irgend möglich ist, gemacht worden sind. Nebungsstunde Abends 9 Uhr. Aufnahme von Mitgliedern, Kaiser: die Arbeit ruhen soll. Demgemäß findet am 1. Mai, Vormittags Als Delegirter zum Bergarbeiter- Kongress in Berliner Männerchor, Schönhauser Allee 28, bei Kuhlmey.- Nord, Berg68, bei Keller.- Borwärts 1, S.O. Adalbertstr. 21, bei Roll. 10 Uhr, eine öffentliche Versammlung in den Arminhallen, Roms wurde für Unna Sommerberg der Bergmann Heubel kummer'scher Gesangverein, Langeftraße 65, bei Tempel. Buch= mandantenstraße 20, statt, in der Kollege Täterow das Referat gewählt. binder Männerchor Berlins, Holzmarttiiraße 3, bet Deter. Maiübernommen. Da in unserem Gewerbe vielfach die Arbeitsruhe glöckchen, Hochstr. 32a, bet Wilte. Gemüthlich fett Puzer, Balme, in Belten, bei Schröder, Morgenroth 4, ohne Schädigung durchgeführt werden kann, so erwarten wir vermittelungsamts find in Braunschweig Berhandlungen verein, Frautfr. Nr. 6 bet Rudolf.- Gesangverein Morgenrother Ueber die Errichtung eines städtischen Arbeits- Seydelftr. 30. Köpenick, Müggelheimerstr. 3 bei Held. Karthaus'scher Gesang= baß die Kollegen und Kolleginnen in dieser Versammlung recht im Gange. Die Mitglieder des Gewerbegerichts beriethen Charlottenburg, Bismarchstr. 75. zahlreich erscheinen. Typographia, Gesangverein Die Agitations Rommission Dieser Tage auf Ausuchen des Magistrats über ein Statut für Buchdrucker und Schriftgießer, Alte Satobftr. 75.- Gefangv. Nordwacht, das Vermittelungsamt. Müllerstr. 7, bet Reichert. Die Sache fcheint indeß der Schneider und Schneiderinnen Berlin 3. Gesangv. Freie Sänger in Schmargendorf. scheitern, daß über die Frage, ob im Falle eines ten Wirthshaus Friedrichs.- 3ufunft 1, Steglis, Adornftr., im Gambrinus, ereinte Gesangverein Collegia 1, Manteuffelstr. 9 bei Nowac. Der Streit der Tischler Wiens dauert fort; viele Meister das Amt seine Thätigkeit für die betreffende Branche einstellen Sangesbrüder Moabit, Stromstraße 28 bet Lange. haben aber bereits bewilligt. Nord Weft= müsse oder nicht, eine Ginigung zwischen Arbeitgebern und Gängerverein Sorgenfrei, Melchiorftr. 15 bei Stehmann. Stern, Altonaerstraße 27 bet gipte. Vineta, Veteranenstraße 19 Fortwährend laufen beim Streitfomitee Anmeldungen von Arbeitnehmern nicht erzielt wurde. Auch der von dem den Vor- bei Schulz.- Freie Liedertafel, Neue Königstraße 73 bet Hahn. Arbeitgebern ein, welche entweder den größten Theil der fit führenden Magistratsmitgliede gemachte Vermittelungs. Brandenburger Männer- Gesangverein in Brandenburg a. H., Forderungen oder alle bewilligen. Die Arbeit wird nur bei vorschlag, eine aus je acht Arbeitgebern und Arbeitnehmern be- Röllig. Brauer- Gefangverein Gerstenäbre, Alte Jakobstr. 83 b. Wienecte.Mengert's Boltsgarten. Eängerchor ber Töpfer, Neue Friedrichstr. 44 bei letteren aufgenommen. In den Sargtischlereien herrscht fühl stehende Kommission in jedem einzelnen Falle über die Stellung Johannt, Am Oftbahnhof 7 bei W. Gühlow.- Einigteit 3, Gr. Lichterfelde barer Mangel an Arbeitskräften, und sind die Meister, welche zu dem Streite entscheiden zu lassen, wurde von beiden Theilen bei Gries, Giesensdorf. Geselligteit, Hennigsdorf, Böhmert's Gasthaus die Forderungen ihrer Arbeiter bewilligten, und wo deshalb abgelehnt. Der einzig richtige Grundsah in dieser Beziehung Bülowfir. 66 b. Richter. Maiengruß, Köpenid, Grünftraße 53 bei Gaul. Freiheit 1, Arion, Wittenberge, Thurmstr. 23, Zentralballe. weiter gearbeitet wird, mit Aufträgen überhäuft. Von Seite ist: Bei Ausbruch eines Streifs muß die Arbeitsvermittelung Oberon, Kaiser Franz Grenadier Plaz 7.= Harmonie 2, Weindes Streitkomitees wurde man im Polizeipräsidium vorstellig, in der betreffenden Branche unterbleiben. In die Statuten des damit die häufigen polizeilichen Nebergriffe beseitigt werden. Frankfurter Arbeitsamts ist ein diesbezüglicher Passus auf Das Romitee verwies darauf, daß solche Provokationen die sich bis genommen. jetzt ruhig verhaltenden Arbeiter ungemein erregen und zu be dauerlichen Szenen führen fönnten. Man versprach im Präfidium, strenge Weisungen an die Wache ergehen zu lassen, damit 0 zu Streits in Zukunft Dinge, wie sie vorkamen, verbindert werden. Daß Derlammlungen. fixaße 11 bei geind. Fris, Naunynftr. 86 bei Frig gubeil. Freya 2 ( sen), blev af og 135, Soffmann's Defale( Subaber Runge); Gesangverein der Loreley, Grünthalerstr. 5 bei Hemmerling. Klemper und Berufsgenossen, Siemensstraße Nr. 17 bei Vier. Lustige Sänger, Potsdam, Brandenburger Kommunitation 16 bei Glaser. Deutsche Liebertafel, Grüner Weg 29, Restaur. Saeger.- Gängertreis( Weißenfee). Königschaussee 46 bet Dorn. 13-14. Lessing- Gymnasiums Pantsir. 9-10. Turnverein Gesundbrunnen Sund der geselligen Arbeiterverrine Berlins und Umgegend. Alle Zuschriften find zu senden an P. Gent, Adalbertste. 95. Freitag: die Polizei Erhebungen pflege, wie viele Streifende bei jedem Die Pager Berlins hielten am 23. D. M. eine außer Bergnügungsverein Frisch auf, Abends 9 Uhr, Ohmgasse a bet krebs. Staitlub Kairo, Abends 8 Uhr bei Flick, Simeonstr. 23. einzelnen Meister zu zählen sind, wurde rundweg abgeleugnet. ordentlich zahlreich besuchte Bersammlung ab, um Stellung zu Gelang-, Tarn- und gesellige Vereine. Freitag. Männer- GelangDaß es zu zahlreichen Scharmüteln zwischen Streifenden und nehmen zum 1. Mai. Die Bedeutung desselben legte Genoffe verein Union, Abends 9 Uhr, Berliner Bockbrauerei. Quartettverein Streitbrechern fommt, ist selbstverständlich. Die Zahl der Streit Millarg in einem eineinhalbstündigen, mit großem Beifall auf albestauschen, abends 9 Uhr, bei Weigt, Warfgrafeufir. 87.Wedding, Abends 8 Uhr, bei Schäfer, eue Hochstr. 49. Männerchor Privatbrecher ist eine verhältnißmäßig sehr geringe, und die meister genommenen Vortrage klar. Nach längerer Diskussion nahm die theaterverein Crescendo, Abends 9 Uhr, bei Schulz, Bunbuserstr. 35. hafte Durchführung des Ausstandes berechtigt zu den besten Hoff- Versammlung einstimmig folgende Resolution an: Die Ver- Musttverein Frisch auf, Restaurant Schröder, Reichenbergerjir. 24. nungen. Die Genossen aller Orte und Länder werden auf- fammlung erklärt gegenüber der heutigen fapitalistischen Bro- heaterverein Buttauta, 9 Uhr, Jäger's Geſellſchaftshaus, Gartenmerijant gemacht, jeglichen Buzug fernzuhalten. Die Berduktionsweise, welche die Arbeitskraft der Arbeiter bis zur völligen. Stabite. Gefangverein Spandau in Spandau, Neumeisterstr. 5 bet golder sind verhältnißmäßig sehr start am Streit betheiligt; Entkräftung derfelben ausbeutet, die Einführung des gesetzlichen Berliner Turngen offenschaft. Die erste Männerabtheilung bis jetzt befinden sich gegen 125 in Ausstand. Die Forderungen Achtstundentages für eine dringende Nothwendigkeit. Sie erklärt turnt Freitag und Dienstag Abend von 8-10% Uhr in der Turnhalle des find die gleichen, wie die der Tischler. Die betreffenden Unter fich ferner mit den Beschlüssen des internationalen Arbeiter: die 1. Männer- Abtheilung turnt heute Abend von 8-10% Uhr in der Turnnehmer sind bereit, alles zu bewilligen, wenn zuerst die anderen tongresses in Zürich, insbesondere die Arbeitsruhe am 1. Mai balle des Leffing- Gymnasiums, Bantir. 8-10.- kraft und Artistes. bewilligen. Es hängt also vom Ausgang des Tischlerstreits betreffend, einverstanden und verpflichten sich die Buzzer Berlins flub Berolina jeden Dienstag und Freitag Uebungsstunde bei Grüßysi ab; auch auf den Bildhauerstreif dürfte das zutreffen. und Umgegend, am 1. Mai völlige Arbeitsruhe eintreten zu beiter- Zurnerbundes) turnt Dienstags und Freitags Abends von 8-10% L.Gr Turnverein Germania( Mitglied des deutschen s In eine Lohubewegung sind die Dortmunder An- laffen. Der Bertrauensmann wird heauftragt, am Bormittag des Aderftr. 67.- Turnverein Fichte( Mitglied des Arbeiter- Turnerbundes ftreichergehilfen eingetreten. Am Sonnabend fand eine Verfamm- 1. Mai eine Versammlung sämmtlicher Puzer Berlins und Um- Deutschlands.) Die zweite Männer- Abtheilung turnt jeden Dienstag und lung statt, welche leider nicht besonders besucht war. Er- gegend einzuberufen." Freitag Abends von 8-10 Uhr in der Staligerstr. 65/56. Hiernach erstattete der Delegirte zur Vergnügungsverein Veilchen, Abends 9 1hr, bei Brauns, wähnenswerth ist die Antwort der Maler- und Anstreicherinnung Gewerkschaftskommission, Kollege Schult, Bericht. Die Ver- Dranienfir. 183 p. Gefelliger Arbeiterverein Graphia, Abends 8% Uhr, auf das Verlangen der Gehilfen, mit ihnen über den festzusetzen- fammlung erklärte sich mit der Thätigkeit der Kommission ein- Atte Jatobfir. 128( Logenhaus). Unterhaltungsflub Schiller, Abends den Minimallohn( man fordert einen solchen von 42 Pf. pro verstanden und belegirte in dieselbe den Kollegen Grothmann. Stunde) in Verhandlungen einzutreten. Die Innung erklärt, daß Demselben wurden pro Sigung 75 Pf. bewilligt. Zur Auffie dazu nicht kompetent ist; die Gehilfen sollten sich mit den bringung der Rosten sollen Listen verausgabt werden. einzelnen Meistern auseinandersetzen. Hervorgehoben wurde, daß die Meister den Kunden die Arbeit 75 pet. höher berechnen als die Gehilfen erhalten. Man beschloß daher, ein Flugblatt herauszugeben, in dem das Publikum über diese Verhältnisse aufgeklärt werden soll. Der Streit der Arbeiter der Hendel' schen Webwaaren- Fabrik in Roßbach( Böhmen) ist durch amtliche Beeinfluffung beigelegt. Die Differenzen, welche wegen des Lohnes bestanden, sind ausgeglichen worden. wie das beendet, Waldemarstr. 42. 8 Uhr im Restaurant Holsbächer, Drensestraße 3. Lepidopt. Bereinigung Orion, Abends 9 1hr Sigung Charlottenstr. 95, Restaurant Effenberg. ſtraße 35-37 bet Schneider. Vergnügungsverein BerolinaAbends 9 Uhr im Restaurant Bur Gleichheit", Andreasstraße Nr. 26, Nach derselben Tanz. Sigung. Sigung. Tanzlehrer- Verein Solidarität, Abends 8½ Uhr im Lotale von Ehrenberg, Annenstraße Nr. 16, Guprynr. 48 bei stricheldorff. Rauchklub Rothe Fahne, Freitag Abends 9 Uhr. Ruderverein Vorwärts. Sigung bends 8 Ubr, in der Spreeterraffe, Jannowigbrücke. Gefangverein Bergnügungsverein Im Brand, Sigung Abends 9 Uhr, bet Fr. Germer, Freya( gemischter Chor) Rirdorf, Abends 9 Uhr, bei Barta, Bergstr. 120, Landsbergerstr. 105. Musitverein offnung, Abends von 9-11 Uhr Uebungsstunde Prostauer, English Conversational Club Shakespeare. Meeting every Eriday at 9 p. m. at Beherns Restaurant Königstr. 62. Lecturer Mr. J. Bloch. Guests are welcome. his? Depelthen. Die Möbelpolirer Berlin und Umgegend erörterten in ihrer Versammlung vom 23. April die große Ausdehnung der Arbeitszeit in der Werkstattt des Herrn Lade, Diefenbachstr. 57, nicht nur, daß die Möbelpolirer nach Feierabend bis in die halbe Nacht hinein arbeiten, auch Sonntagsarbeit gehört nicht zu den Seltenheiten. Die betreffenden Kollegen waren zu der Berfammlung eingeladen, aber nicht erschienen. Der erste Punkt der Tagesordnung, ein Vortrag Ueber die Wirkungen des denatu rirten Spiritus bei den Möbelpolirern" mußte ausfallen, da der Der Schneiderstreit in Stuttgart ist nicht Referent, Dr. Heymann, durch seinen Beruf in legter Stunde Wolff'sche Telegraphen- Bureau gestern drahtete verhindert war, zu erscheinen. Kollege Weber forderte die Kol. wenigftens hat ihn das Streiffomitee noch nicht offiziell für belegen, welche infolge der Arbeit mit dem denaturirten Spiritus endet erklärt. Wahr jedoch ist, daß der Unternehmerring durch Hautausschläge, Augenkrankheiten u. f. w. bekommen haben, auf, brochen und daß fast alle größeren Geschäfte bewilligt haben. bei Herrn Dr. Heymann, Staliberstraße 108, einzufinden,( Deveichen des Bureau Herold.) durchsich Sonntags Vormittags in der Zeit von 1/29 bis 1/211 Uhr Die Maler, Lackirer zc. Sachsens balten am dritten der sie unentgeltlich untersuchen wird, um Material zu Warschau, 26. April. Die Gährung unter den Arbeitern Pfingst- Feiertag in Riesa ihren diesjährigen Provinzialtag ab. sammeln, das er dem Reichs Gefundheitsamt über im Czenstochauer Bezirk dauert noch immer fort. Den FabrikDie Maler in Winterthur( Schweiz) beschlossen, an senden will. Mehrere Kollegen theilten nun ihre Erfahrungen befizern wurden Unmengen von Drohbriefen zugesandt. In die Meisterschaft folgende Forderungen zu stellen; Stritte Durch über die Schädlichkeit des denaturirten Spiritus mit und stimmten 3gierz fand zwischen den Streifenden und dem Militär ein führung des seiner Beit gemeinschaftlich festgesetzten Behustunden- sämmtlich darin überein, daß der Pyrindinbasen- Spiritus Haut- erneuter Zusammenstoß statt. Zahlreiche Todte und Verwundete tages, Lohnerhöhung von 5 Cts. pro Stunde, entsprechende Lohn- ausschläge am Körper, der Holzgeist- Spiritus dagegen Augen- Ent- waren zu verzeichnen. zuschläge für Ueberzeit, Nacht- und Sonntags, sowie auswärtige fich finden werden, welche die Gesundheitsschädlichkeit des dena- für morgen eine große, öffentliche Demonstration geplant. Madrid, 26. April. Die Arbeitslosen in Salamanca haben Arbeit, achttägige Kündigungsfrist und Maximalbetrag des Defompte von 5 Fr.- Da voraussichtlich die Meister diese urirten Spiritus zugeben; ein Oberstabsarzt, an den er sich Seitens der Polizei werden umfassende Vorsichtsmaßregeln geForderungen ablehnen werden, dürfte der Streit unvermeidlich früher einmal gewandt, habe sich selbst zwar von der Gefund- troffen. jein, denn die Gehilfen haben sich durch Unterschrift verpflichtet, aber nicht bereit finden laffen, ihm diese Ueberzeugung schriftlich heitsschädlichkeit des denaturirten Spiritus überzeugt, habe sich an obigen Forderungen festzuhalten. zu geben. Kollege Weber bemerkte, daß in der Privatenquete, welche die Spiritus tommission seiner Zeit veranstaltet hat, etwa zwölf Aerzte zugegeben haben, daß das Arbeiten mit denaturisten Spiritus Anstellen von Beobachtungen gelaffen und den Fehler macht jetzt Krankheiten hervorruft. Es war nur damals zu wenig Zeit zum auch das Reichs- Gesundheitsamt; Dr. Heymann hat daher dieses lettere ersucht, die Frist zur Beantwortung der gestellter Frage bis zum 31. Dezember 1894 zu verlängern. Unter Verschiedenem Der Schuhmacherstreik in Kopenhagen ist beendet; beide Theile haben sich gegenseitig Konzession gemacht. Der Streit in Pennsylvanien nimmt einen größeren Umfang an. Es feiern jetzt 14 000 Arbeiter. ö Die diesjährige Konferenz der Zentralstelle für Arbeiter wohlfahrt wird, wie das" Sozialpolitische Zentralblatt" hört, Frucht- Säffe Himbeer-, Kirsch, Johannisbeersaft, Literflasche 1,30 k. Eugen Neumann& Co., 6a Belle- Allianceplat 6a, 81 Neue Friedrichstr. 81. 680M Soliget werd Briefkaffen der Expedition. fraße 38, 4,35. Für die Wiener Tischler giugen ein: Werkstatt Höfe, Linden Weißhar, Buttbuserstraße, 4,75. Werkstatt Szimanfyg, Landsbergerstr. 37, 16,65. Bis jetzt in Summa 58,80 m. Musik- Instrumente.| 1000 Alle Blas, Streich- u. Schlag- Inftrumente, Spielbosen zum Drehen u. selbst W. 2. 34. Sie können sich 100 Gremplare heute abholen. Damen- Korke- Auktion. Regenmäntel von 4-20 M. Frühjahrsjaquets und Capes von 2-10 Mart. U Ca. 1000 Mille Bierkorte, spige und gerade, fowie 750 Mille Zapfen, Spund8 Oranienſtr. 8 spielend, Musik Automaten fertigt Rester- und Partiewaaren Handlung und Mixturforke sollen am 30. April or., Aug. Kessler, Lausitzerstr. 51. Landsbergerstr. 48, I. Herren- Anzüge 35 von M.. Paletots von 21 HL. M., nach Maaß, in besten englischen und deutschen Cheviots und Fantasieftoffen. 5995L* Zuschneider im Hause. Grosse Auswahl von fertigen Anzügen von 16 Mk. an, Paletots 14 an. Julius Lindenbaum, Frankfurterstr. 139, zweites Haus an der Fruchtstraße. Bitte genau auf die Hausnummer zu achten. Vorm. 10 Uhr, im Auftrage und bei den Herren W. Marzillier& Co., Spediteure, Lüßowstraße 102, öffentlich meistbietend gegen Baarzahlung verkauft werden. Der Auktionator Pönicke. 2 Stand Betten( Brautbetten) bill, Grüner Weg 41, 1 Tr. links. Nachtigallen, schlagend 6 Mart, Staligerstr. 182. Empfehle den geehrten Genossen meine Wald- n. Plätt- Anstalt, Gardinenspannerei, bei freier Abholung u. Zu Für streng reelle und prompte Bedienung bürgt der fendung; garantire reelle Bedienung. langjährig bekannte gute Ruf meines Geschäfts. 28796 Fr. Eitner, Ritterftr. 85. Verband der Sattler und Tapezirer. Versammlung mit Frauen am Sonnabend, den 28. April 1894, Abends 8½ Uhr, im Lokal des Herrn Wienicke, Alte Jakobstr. 83. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Saffenbach über: Die Zünfte im Mittelalter. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Gäste sehr willkommen. 294/17 Der Vorstand. NB. Die Billets zur Dampferpartie gelangen in der Versammlung zur Ausgabe. Maifeier in Spandau. In ,, Bork's Lokal", Staakenerstraße Nr. 14 DI unter Mitwirkung des Sängerdhors des Arbeiter Bildungsvereins" ( M. d. A.-S.-B.), von 4 Uhr ab: Konzert, ausgeführt vom Verein der Zivil- Berufsmusiker. Abends 82 Uhr: Festrede des Genossen Antrick. Festzeichen und Zeitung in den bekannten Stellen zu haben. Vormittags: Fusspartie. Abmarsch: Morgens 7 Uhr von Bork's Lokal. Die am 1. Mai Arbeitenden haben 10 p& t. des Tagesverdienftes abzuführen; es werden zu diesem Zweck Bons zu 25 und 50 Pf. verausgabt. 497/20 Das Komitee. In Metzner's Korbwaaren- Fabrik, Im Schloss Weissensee Berlin, 2. Gesch: Andreasstr. 33, no. find zur Sommer- Saison( 1. Mai) zu , 2. Gesch.: Brunnenstr. 95, gegenüb. Humboldtshain verpachten: Gute Pläge für Schau- und Würfelbuden, Karouffel 2c., ferner eine größtes Lager Berlins. Kinderwagen, cher gratis. Theilzahlung ge- Zaucherbude, ein Lachkabinet, auch zu Muster stattet. 500 Mark zahle ich Jedem, der mir nachweist, daß ch nicht das größte Kinderwagen- Lager Berlins habe. RohTabaken und Utensilien für Cigarren- Fabrikanten !! billigster Einkauf!! W. Hermann Müller Berlin Neue Friedrich- Strasse 9. Streng reelle Bedienung. Creditgewährung! Adlershof- Alt- Glienice u. Umgegend. nach Uebereinkunft! Mai- Feier Ein Jeder mache den Versuch. Dienstag, den 1. Mai, in Wöllſtein's Luftgarten, Adlershof. Gegründet C. Münch. Gegründet Anfang 4 Uhr. Eintrittsgeld inkl. Tanz 20 Pf. Großes Instrumental- Konzert. Volksversammlung. Abends 7/2 Uhr: Vortrag 480/7 Der 1. Mai und das Proletariat. Ref.: Th. Glocke. Gesangs, sowie humoristische Vorträge und Tanz. Um recht zahlreichen Befuch bittet Das Komitee. Ausstellung Jtalien in Berlin Mai- October 1894 I auf dem Terrain der West- Eisbahn ( Stadtbahn- Station Zoologischer Garten). Außergewöhnlich vortheilhafte Seiden- und Sammet- Reste. 1870. 1870 Beste Bezugsquelle für Herren- und Knaben Garderobe, Arbeitsanzüge ( selbstgefertigt) in großer Auswahl für Bitte lesen Sie! Jedem Genossen, der billig und gut faufen will, empfehle mein sehr reichh. anderen Zweden passend, eine große Rutschbahn, eine elektrische Bahn. Meldungen im Schloss Weissensee Vormittags von 10-12 Uhr. 124b Sophastoff- Reste Eager von ca. 1000 Sommer- Vale in Rips, Damant, Crêpe, Fantasie, tots, 2000 Anzüge, sowie einzelne Gobelin, Plüsch und bunten Röcke, Jaquets, Hosen, Westen 2c. Mocquets spottbillig! Ferner Uhren, Ketten, Ringe, Proben franko! Betten, Wäsche, Stiefel, Hüte, 5150L* Reise- u. Holzkoffer, Wadeffel c. Emil Lefèvre, S Sämmtliche Sachen in alt und neu, auch werden verfallene Pfänder verkauft. A. Wergien, Händler, 57942* Oranienstraße 158. Holz- und Kohlen- Handlung Don Schneidermeister und Parthiewaaren August Zick, 5840L* 127Stalizerstraße 127. Bestellungen nach Maak werden gut und billig ausgeführt. Bitte sehr, recht genau auf Namen und Hausnummer zu achten. Roh- Tabak A. Goldschmidt, 4435L am hiesigen Plage wie bekannt grösste Auswahl! Garantie für sicheren Brand. Streng reelle Bedienung, billigste Preise! Sämmtliche im Handel befindl. Rohtabate jind am Lager, A. Goldschmidt, jeden Beruf, Arbeitshemden, Bloufen, Oranienburgerstr. 2. müßen 2c. NW., Stromstraße 59, gegenüber der Brauerei„ Moabit". Schleuniger Ausverkauf ber Restbestände aus der J. Adler Söhne' schen Konkursmasse, als Teppiche, Portièren, Sophastoffreste, Stepp- und Tischdecken, Läuferstoffe, ferner 1000 Gardinenreste ber haltbarsten und modernsten Stoffe werden bedeutend unter den We Taxpreisen ausvert. E gegenüber dem Spandauerstr. 30, athhaufe * 300 Mt. werden vom Genossen sofort geg. sich. Unterpf. u. 5 bis 6 pet. Zinsen gef. Off. unt. A. I an die Erp. erbeten. 37 13 anerkannt reelle und Pücklerstr. 51, im Hof. 1 oder 2 Herren finden zum 1. Mai gute Schlafstelle Rosenthalerstraße 5, Hof rechts, 2. Eing. 1 Tr. lints. 159b Für die Pfingstfeiertage früh ist mein Lokal noch frei." Fürstenwolfgang" in Lichtenberg. 1565 Gangbares Vorkoftgeschäft billig. Kleine Markusstr. 16/17. 1486 freundl., fep., preisw. Kl. Wohnung, sofort. Heimstr. 18. Arbeitsmarkt. Lehrfräulein für Damenschneiderei verlangt. Dranienstr. 63, vorn 3 Tr. 69/3 Jay Zuschneider 153b auf Kragen und Hemden suchen Kraft& Jacobi, Marienburgerstr. 9. Tüchtige Verfilberinnen verlangt A. Kuhlbars, Rönigsbergerstraße 7, 2. Hof 2 Tr. 158b 37 billigste Einkaufs- Quelle des Süd- Ostens für Gold-, Silber-, Alfénidewaaren( Eig.Fabr.) goldene u. silberne Uhren empfiehlt sich H. Gottschalk, Goldarbeiter und Uhrmacher, Ein Wagen- Lackirer wird sofort auf dauernde Beschäftigung verlangt. D. Bernikow, Eberswalde, Nagelstr. 19. Bau- und Möbeltischler, Maler, Tapeziere, Mechaniker, nur leistungsfähige Meister gesucht für dauernde Mohrenstr. 17, II. Etage I. 37 Admiral- Straße 37 Beschäftigung. Schriftl. Off. an Wiener, Neues Etablissement eröffnet Rosenthalerstrasse 53, BERLIN, Rosenthalerstrasse 53, erste Etage in großem Maaßstabe ein erste Etage Spezial- Reste- Geschäft Es werden Reste aller Art aus der Manufaktur-, Seiden-, Leinen-, Baumwoll- und Weisswaaren- Branche, die uns zu außergewöhnlich vortheilhaften Breifen von den leistungsfähigsten Fabriken des In- und Auslandes geboten werden, zu I fabelhaft billigen Preisen zum Verkauf gebracht. Der Verkauf findet zu durchaus festen Preisen und nur gegen Baarzahlung statt. Jeder Rest ist deutlich mit dem Maaß und dem Verkaufspreis versehen. Täglich Eingang neuer Reste. Es kommen zum Verkauf ca. 20 000 Reste und zwar Neuheiten in schwarzen und conlenrten Seiden- und Kleiderstoffen, sowie Cachemires und Fantasie- Stoffen vom billigsten bis zum elegantesten Genre von 1 bis 8 Meter Länge. Grosse Posten Reste von Bettzeugen, Damast, weissen und bedruckten Barchends, Tischtüchern, Handtüchern, Hemdentuch, Schürzenstoffen, Gardinen etc. Die Besichtigung unseres Etablissements ist ohne Kaufzwang einem Jeden gern gestattet. Jeder nicht convenirende Rest wird bereitwilligst umgetauscht. Unerreicht billige Preise. Mandowsky& Co., Gröhltes Spezial- Reffe- Geschäft Berlin, Rosenthalerstraße Nr. 53, 1 Tr. Unser Geschäft ist Sonntags von 8-10 und von 12-2 Uhr geöffnet. Enorme Auswahl. Verantwortlicher Redakteur: Hugo Pöhsch in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Grösste Auswahl zu unerreicht billigen Preisen. 63/9