Die TnIcrflon$'6cbüI)r BefrSgt für die sechsgespaltene Kotoncl- »eile oder deren Raunt 60 Pfg., für »olitlfchc und geiverischaftliche LcreinS- Und VersammlungS- Anzeigen 80 Pfg. «Meine Znrcigen", das fetigedruckle Wort 20 Pfg. fzuläfsig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Pfg. ktellengcfuche und Echlafstcllenan- zeigen das erste Wort 10 Pfg.. jedes weitere Wort S Pfg. Worte über IS Buch- Itaben zählen für zwei Worte. Inserate müss c, ;t die nächste Stummer müssen bis Uhr nachmittags in der Expedition »dgegeden werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends gcvfjnet. Berliner Bollesblnkk. der fozialdemokratifcbeii Partei Deutfcblands. Delegramm-Adreffe: «Sozlaldemoürat Berlin". Nr. m. 83. Jahrgang. HbonnementS'Bedlnsungen: Kbonnernentt- Preis pränumerando «ierteljährt. 8,00 Ml, monall. ILO Ml. wöchentlich SO Pfg. frei inS Haus. Einzelne Stummer S Pfg. Sonntags- nunimer mit Muftrierier Sonntags. Vellage.Die Neue Weif 10 Pja. Post- ilbonnement: IPO Marl pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs- Preisliste. Unter Kreuzband lür Deutschland und Oesterreich. Ungarn 2.öO Marl, für das übrige Ausland s Marl pro Monat. Postabonnements nehmen an Belgien. Dänemarl, Holland, Italien, Luxemburg. Portugal, Kumöttien, Schweden und die Schweis. Crfdieint tägUch. Zentralorgan ZUdoPtion: EW. öS, Linüenftraße Z. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 13190—13137. Sonntag, den 25. Juni 1916. Offene und verkappte Kanzlerffonde. Uns wird geschrieben: Der Name des Königsberger Generallanidschaftsdirektors Kapp, bisher weiten Kreisen der Bevölkerung völlig unbe- kannt, scheint nach der Flucht des Kanzlers in die Oeffentlich- keit von gewissen Elementen zu einem Panier erhoben zu werden, um das sich nun alle offenen und versteckten Anhänger eines Torpedokampfes gegen den Reichskanzler und seine Politik scharen. Gaben sich konservative Blätter noch vor wenigen Tagen unschuldsvoll den Anschein, als verteidigten sie in der Duellfexerei des Herrn Kapp das von Bismarck ge- lobte„hochgespannte Ehrgefühl", wie es in unserem Offizier- korps gepflegt werde, so erbrachten die letzten Tage den Be- weis, daß die Gegner des Kanzlers sich nicht bloß hinter die P e r s o n des Herrn Kapp, sondern auch hinter die P o l i t i r gestellt haben, die dieser Wortführer der„kleinen, aber mäch- tigen Partei", die Preußen regiert, in seiner Denkschrift ver- ficht. Nicht bloß konservative und freikonservative, sondern auch nationalliberale und Zentrumsblätter machen rücksichts- los diese Fronde gegen den Kanzler mit, und zwar zu dem ausgesprochenen Zweck, ihn entweder ihrem Willen völlig gefügig zu machen oder von feinem Posten zu ent- fernen. Als markanter Ausdruck dieser Bestrebungen kann folgender Satz aus dem berüchtigten Pamphlet von ck u n i u s alter dienen: „Von allen Kriegszielforderungen, die im Verlaufe des deutschen Daseinskainpfes erhoben worden sind, erscheint das Verlangen nach der Beseitigung dieses Kanzlers als die allcrdringlichste, denn von keinem äußeren Feinde droht uns in den nächsten Jahren eine auch nur annähernd so ernste Gefahr, wie sie eine weitereKanzlerschaftHerrnvonBeth- mann Hollwegs bedeutet. Mag er persönlich das Beste wollen— was nützt dem Reiche ein Geist, der stets das Gute will und stets das Böse schafft?" Zu einem solchen Trommelfeuer gestalten sich freilich die Angriffe des Herrn Kapp gegen den Reichskanzler nicht. Allein auch in seiner Denkschrift wird offen der Gedanke ge- predigt: ein Kanzlerwechsel würde auf den Feind keinesfalls den Eindruck der Schwäche machen! Das ist deutlich genug. Nun sind über die Beweggründe dieses nur zu einem kleinen Teil sichtbaren, weil meist unterirdisch betriebenen, Kampfes gegen Herrn Bethmann verschiedene Anschauungen verbreitet. Die einen suchen sie auf innerpolitischem, die anderen auf dem Gebiet der äußeren Politik. Zu den ersteren gehört beispielsweise der leitende Redakteur eines gelegentlich aus der Reihe tanzenden Zcntrumsorgans, des „Düsseldorfer Tageblatts", Dr. Brauweiler, der nach Einsicht in die Denkschrift des Herrn Kapp nachdrücklich darauf hinweist, daß die eigentliche Ursache der heftigen Befehdung des Kanzlers viel Ivcniger auf dem Gebiete der Kriegsmittel und-ziele, sondern auf i n n e r p o I i t i s ch e m Gebiete zu suchen sei. Darüber sagt er: �„Es ist zurzeit wohl nicht zweckmäßig, den näheren Beweis dafür zu erbringen. Vorläufig genügt die Feststellung, daß es so ist, und diese ist notwendig, um die eigene Stellung in dem so jählings beleuchteten Streit zwischen dem Kanzler und seinen Gegnern zu gewinnen. Di« Konservativen sind immer politische Charaktere gewesen, die aus hartem Holz geschnitzt sind, und wo sie hassen, da hassen sie gründlich und kämpfen mit scharfen Waffen.... Eine Ahnung da- von, was nach dem Kriege werden würde, wenn es nach den Wün- schen der Konservativen ginge, hat soeben ihre Stellungnahme zu der Vereinsgesetznovelle gegeben. Ein leises Schaudern aber muß einen überkommen, wenn man in der Kappschen Denkschrift die Kapitel liest, die der inneren Politik gewidmet sind. Wie die Kreise, die heute den Kanzler bekämpfen, denken, dafür mögen nur folgende Hinweise beachtet werden: Herr Kapp fordert Auf. Hebung der Höchstpreise, die zu niedrig seien, und der ganzen Organisation der Kriegswirtschaft, weil es sich nur um „unklaren Staatssozialismus aus Angst vor den Masse n" handle, die Not sei künstlich herbeigeführt durch Ausschaltung des Handels, die„Zwangsverwaltung auf dem Bauernhof" mache den Bauern„zum Arbeitssklaven des Ver- brauchers in den Städten", die falsche Ernährungspoli- tik könne Deutschland zu einem übereilten un- zulänglichen Frieden zwingen usw. usw." Uns dünkt, daß die von Dr. Brauweiler vorgenommene Unterscheidung zwischen den inner- und außenpolitischen Be- rveggründen der Gegner des Kanzlers recht gekünstelt ist. Denn abgesehen davon, daß in den bisherigen Erklärungen und Maßnahmen Bethmann Hollwcgs nichts enthalten ist, was den erbitterten Gegnern einer innerpolitischen„Neu- orientienmg" ernste Besorgnisse einflößen könnte, ist der Charakter der jetzigen Kriegspolitik, die sich selbswerständlich meist auf außenpolitischem Gebiet bewegt, auch das für die künftige Friedenspolitik entscheidende Moment. Ist der Krieg, nach dem bekannten Ausspruch von Clausewitz, eine Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln, d. h. das Er- gebnis der vor dem Kriege eingehaltenen Politik auf Wirt- schaftlichem, militärischem und anderen Gebieten, so ist ande- rerseits die Liquidation des Krieges bestimmend auch für die i n n e r e Machtverteilung nach dem Kriege, d. h. für den Charakter der künftigen inneren Politik. Mit siche- rem Instinkt sehen dies die herrschenden Klassen und Parteien aller kriegführenden Länder. Daher ihr fortgesetztes Auf- peitschen des„Siegeswillens", daher ihr Sträuben gegen alle und jede Verständigungsversuche, daher ihr Haß gegen die Staatsmänner, die— nicht etwa aus grundsätzlicher Gegner- schaft gegen machtpolitische Bestrebungen, sondern aus be- sonnerer Einschätzung der Machtverhältnisse und aus einem gewissen Verantwortlichkeitsgefühl heraus— Verständigungsversuchen gegenüber nicht unbedingt abgeneigt scheinen. Daß derartige Erwägungen mindestens zum Teil bei den Gegnern des Kanzlers vorherrschend sind, zeigen die Aeußerungen ihrer Presse anläßlich der Affäre Kapp. Unge- mein bezeichnend ist hierfür ein in den freikonservativen „Berliner Neuesten Nachrichten" und anderen rechtsstehenden Blättern abgedrucktes Pronunzia- m e n t o, in dem es heißt: „l. In der Tat hat die Ausgestaltung der politischen Zensur, die selbst in maßvollster Form jede Kritik an der auswärtigen Politik der Gegenwart und Vergangenheit verbot, auch da, wo ohne solch eine Kritik Wandel und Besserung gar nicht erreichbar erschienen, vergiftend gewirkt auf alle selbständig denkenden und für des Vaterlandes Wohl und des deutschen Volkes Zukunft eifrigen Kreise.'Sogar die Besprechung und Erwähnung von Büchern, die von Herren aus der Wilhelmstratze einstens ge- schrieben waren, konnte verboten werden. Die Ueberreichung offener Denkschriften an maßgebende Stellen wurde mit der Zeit unmöglich gemacht. Vertrauliche Denkschriften in poli- tischen Kreisen wurden bis an die Altäre des Privathauses ver- folgt. Dies geschah zur Verteidigung einer Politik, über die b i s zum Ausbruch des Krieges das ungünstige Urteil selb st im Reichstag fast einmütig war(Neu-Kamerun, Linde- quist). Die nationalen Kreise, die großen füh- renden Wirtschaftsverbände, die Gebildeten der Nation wurden mundtot gemachtz, auch wenn sie in Formen, die der Kriegszustand zur selbstverständlichen Pflicht machte, Kritik übten und auch nur positive Wünsche äußerten. 2. Alle Nationalgesinnten, neun Zehntel der landsässigen Bevölkerung, der Führer und Gebildeten im konservativen und nationalliberalen Lager, sieben Zehntel der Führer und akademisch Gebildeten auch in der Reichspartei, im Zentrum und in der fortschritt- lichen Volkspartei, dazu alles, was völkisch und in Volksfragen elementar deutsch empsindet im Bauerntum, im Handwerk, im Kleinhandel, denkt politisch so, daß alle die hier Genannten sachlich kaum weit ab- weichen von den Meinungen des Herrn Kapp. Wie das Offizierkorps in Heer und Marine denkt, unterziehen wir keiner Feststellung oder Abschätzung. Alle diese Kreise wün- schen das Beste für das Vaterland, suchen auch an Besserungen in der Hanhabung der auswärtigen Politik zu glauben, freuen sich sogar, wo es anscheinend wirklich besser und vorwärts geht, können aber nicht hinweg darüber, daß inderU-Boot-Frage niemals hätte geschehen dürfen, was geschah. Ent- weder mutzte dieser Streit nicht begonnen oder anders beendet werden. 3. Diese Kreise sehen mit Bedauern in der auswärtigen Politik nur die alten Kräfte tätig, die vor dem Kriege allgemein als nicht ausreichend erschienen waren. Diese Kreise beklagen die Kanzlevworte vom 4. August 1914 über Belgien als einen unersetzlichen Verlust; und sie glauben nicht zu irren, kürzlich sogar in der„Frankfurter Zeitung" einen auffallenden Angriff auf„schwache Hände" an der Spitze des Auswärtigen Amtes gelesen zu haben. 4. Dies in Verbindung mit offenbarer Unklarheit und mit deutlichem Schwanken an amtlicher Stelle über mögliche und erwünschte Kriegsziele(unter gleichzeitiger Knebelung aller, auch der vertraulichsten Versuche, das Kriegsziel in abge- schlossenen Kreisen politischer und militärischer Hörer und Leser zu klären) hat hohe Grade vaterländischer Ent- rüstung entzündet— ohne daß jedoch die davon betroffenen Kreise aufgehört hätten, auch gegenüber den amtlichen Stellen das gemeinsame Beste zu suchen und die Pflicht zur Arbeit und Mitarbeit über die Kritik zu stellen." Die„B. N. N." bemerken hierzu ausdrücklich, daß sie aus der Kappschen Denkschrift noch heute nichts weiter ken- nen, als was offiziös veröffentlicht worden sei. Wir wagen diese Erklärung nicht anzuzweifeln, aber um so symptomati- scher erscheint es uns, daß in dem oben wiedergegebenen Pronunziamento, das wohl kaum eine Privatarbeit der„B. N. N." ist, just dieselben Gedankengänge und Anklagen— allerdings in vorsichtigerer verhüllter Form— wiederholt werden, die der Denk- schrift des Herrn Kapp ihr Gepräge geben. Diese Tatsache allein dürfte genügen, um die Tiefe und Stärke der gegen den Kanzler arbeitenden Fronde zu er- messen, die— das betonen wir besonders— die Person um der Sache willen aus dem Wege räumen will. Weil dem so ist, und weil die Sache, um die es sich hier handelt, für dieGegenwartund dieZukunft des deutschen Volkes entscheidend ist, ist Klar- heit und Offenheit in dieser Stunde das oberste Gebot. Man glaube nicht, daß es bei den bisherigen Vorstößen der Fronde sein Bewenden haben wird. Die Vorgänge der letzten Tage müssen auch die Ungläubigsten von dem Gegenteil überzeu- gen. Ist es der Reichsregierung und ihrem verantwortlichen Vertreter ernstlich darum zu tun. der offenen und verkapp- ten Fronde Einhalt zu gebieten, die um ihrer parteipolifischen Zwecke willen die Zukunft des deutschen Volkes aufs Spiel setzt, so möge den breiten Massen endlich Gelegenheit gegeben werden, diesen Treibereien in aller Oeffentlichkcit entgegen- zutreten.(z) Expedition: EW. 68, Lindenstraße 2. Fernsprecher: Nmt Moritzplat;, Nr. 151 90—151 97. Die Kriegsziele ües Reichskanzlsrs. Wir haben vor einigen Tagen nach einem Bericht des „Lokal- Anzeigers" die Ausführungen wiedergegeben, die S ch e i d e m a n n in der Breslauer Versammlung über die Kriegsziele des Kanzlers gemacht hat. Nach einer uns zu- gegangenen Information hat Ledebour darauf geant- wartet: Am Anfang des Krieges hätte sich die Mehrheit der Frak- tion allenfalls noch im Glauben befinden können, daß es sich um einen Verteidigungskrieg handele. Der weitere Verlauf des Krieges habe aber bewiesen, daß dies nicht der Fall sei. Es wäre nicht ein süßes Geheimnis, das der Reichskanzler Scheidemann ins Ohr geträufelt habe, sondern mindestens jeder Reichstagsabgeordnete wisse es, daß der Reichskanzler zwar nicht auf dem Boden der Wirtschaftsverbände stehe, wohl aber sich so ausgedrückt habe, daß er sich die Möglichkeit von Annexionen im Osten und Westen offenhalte. Die Debatte anläßlich der Friedensinterpellation habe das zur Genüge bewiesen. Die bürgerliche Presse benutzt die Mitteilungen Scheide- manns und die Erläuterung der„Norddeutschen", daß die Kriegsziele der sechs Wirtschaftsverbände„zum Teil weit über das hinausgehen, was der Reichskanzler wiederholt im Reichs- tage öffentlich gefordert habe", um die Freigabe der Kriegs- zielerörterung zu fordern. In diesen Kommentaren werden zugleich die eigenen Kriegszielforderungen des betreffenden Blattes kurz angedeutet. Tie bürgerliche Presse beruft sich dabei darauf, daß aus dem Wortlaut der Erklärungen des Reichskanzlers klar hervorgeht, daß seine Forderungen von denen der Wirtschaftsverbände nur graduell verschieden seien. So schreibt die„T ä gl. Rundschau": „Immerhin stellen wir gern fest, daß die„Nordeutsche" Herrn Scheidemann gegenüber wenigstens ausdrücklich an dem festhält, was der Stanzler im Reichstag über die Erfordernisse unserer Sicherung im Osten und Westen gesagt hat. Darunter Ivar denn doch Verschiedenes, was in der Deutung und im Verstand anderer Leute als Herrn ScheidemannS sich mit einer grundsätzlichen Verwerfung jedes Gedankens an Erwerbungen schlechterdings nicht verträgt." Auch die„D e u t s ch e T a g e s z e i t u n g" weist darauf hin, daß„in den verschiedenen Reichstagsreden des Kanzlers doch anscheinend eine gewisse Steigerung seiner Forderun.gen gegenüber unseren Feinden zu bemerken war, und daß der Reichskanzler die grundsätzlich bedeutsame Erklärung abge- geben hat, daß unsere Ansprüche mit der weiteren Verlängc- rung des Krieges wachsen müßten". Immerhin scheint es der„Deutschen Tageszeitung" nicht ganz sicher, ob der Reichs- kanzler nicht diesen Standpunkt„wenigstens bedingt verlassen habe", und sie fordert eine neue Klarstellung. Der wirklichen Bedeutung der Haltung des Kanzlers kommt unseres Erachtens die Zeitung„Berliner Neue st e Nachrichten" nahe. Sie schreibt: „Nun hat der Kanzler inzwischen zweimal im Reichstage gesprochen von der NotwendiAeit einer Landerwerbung zur „Sicherung". Das eine Mal folgerte der Abgeordnete Landsberg trotzdem, daß die Kanzlerrede i h m recht zu geben scheine, der von dem Kanzler nach wie vor die Ablehnung jeder Eroberung annehme. Allerdings höhnte der„V o r w ä r t s" zu gleicher Zell: daß vielmehr die bürgerlichen Parteien sich durch den Kanzler bestätigt fühlen könnten. Es fehlte nur noch, daß ein dritter Ausleger die alte Diplomatenfrage dazwischen schien- derte: wen täuscht man hier?" Auch uns scheint es, als ob hier von verschiedenen Seiten absichtlich Unklarheiten über die Ziele des Kanzlers verbreitet werden. Wenn von rcchtstchender Seite bemängelt wird, daß der Reichskanzler den Genossen Scheidemann nicht öffentlich abgeschüttelt habe, so steht dem doch gegenüber, daß der gleiche Reichskanzler auch zu der Auslegung geschwiegen hat, die der Zentrumsabg. Spahn den Worten des Kanzlers gegeben hat. Hält man noch dazu, was der Kanzler selbst im Reichs- tage über seine Kricgsziele wörtlich gesagt hat, so wird doch genügend deutlich, daß der Reichskanzler in seinen Auffassun- gen den bürgerlichen Parteien grundsätzlich viel näher steht als der Soziademokrafie. 0) die Kammer-Gppojitwn gegen üie französische Regierung. Basel, 24. Juni.(W. T. B.) Ter Berichterstatter der „Basler Nachrichten" in Paris drahtet, daß gegen die Vertrauenstagesordnung für die Regierung stimmten: 35 Parteisozialisten(soctalistss unifife), 10 unabhängige Sozialisten(socialistes r�publicains), 28 Radikale verschiedener Färbung und einige Wilde. Die Unvernunft öes wirtschafts- Imperialismus. New Jork, 23. Juni.(Funkspruch vom Bericht- erstatter des W. T. B.)„Journal of Commerce" bespricht in einem Leitartikel die Pariser Wirtschafts- konferenz der A liierten. Das Blatt verurteilt die Bemühungen, Deutschland nach der Wiederherstellung des Friedens wirtschaftlich zu boykottieren und bezeichnet diese Bemühungen als ebenso unvernünftig, wie den den Zenkral mächten zugeschriebenen Plan, ein sich Wirt- schaftlich selb st genügendes Mitteleuropa zu gründen. Das Blatt sagt: Weder ein Erfolg des einen, noch des anderen Unternehmens ist möglich. Beide entspringen einer geradezu mittelalterlichen Auffassung der wirtschaftlickien Beziehungen zwischen den Nationen der Welt. Die Alliierten mögen die deutschen Er- Zeugnisse boykottieren, aber der übrige Teil der Erde werde sicherlich nicht aus irgendwelchen rein sentimentalen Gründen dasselbe tun. Die Erörterung der Methoden einer Wirtschaft- lichen Einkreisung Deutschlands hat indessen das Bestehen scharfer Meinungsverschiedenheiten unter den Alliierten ent- hüllt. Tatsache ist, daß es je mehr die Fragen besprochen werden, um so deutlicher erscheint, daß die Alliierten s i ch s e l b st mehr s ch a d e n w n r d e n, als Deutschland, wenn sie versuchen wollten, seine wirtschaftliche Wiedercrstarkung unmöglich zu machen. Die griechische presse über öas Ultimatum. Köln, 23. Juni.».«» Meter Krepon b«drotk!, ta iwi«"l AC Mustern............. Meier Krepon dnlarbla In guter Qu» 1 1 C .................... Net» l.U SdlleierSfoftbedrudtt.Dlinnen. O OC muster nnd Punkte...•••• Meter WoII-Musse!ine........ Me;» KräUSelstoff"O cm breH, jorblg, roll schmalen Slrelfen.».••••• Meter Kräuselsloff cptoim).«ip. w gui» Qu«. Iliat. ca. 110 cra brell........... Meter 145 1.85 1.40 2.75 2.10 2.85 3.75 3.90 7.50 9.50 Kleiderstoffe Kostüm-Stoffe ehM lio an brefl, grau K �0 gestrelll................... Meier V/ Kostüm-Stoffe rÄ 7 5010 75 Sommerfarbcn......... Meier'"JV XV.I Kostüm-Stoffe ächlne�li��Tn 15 25 Parben.................. 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Um die Meinungsverschiedenheit zwischen dem Abgeordneten- hause, das die erhöhten Steuerzuschläge nur für ein Jahr bewilligen wollte, und dem Herrenhause, das die Bewilligung für die ganze Kriegsdauer vollziehen wollte, zu überbrücken, beantragen die bür- gerlichen Parteien mit Ausnahme der Polen, die Stcuerzuschläge bis zum Schluß des Haushaltsjahres 1917 zu bewilligen; weiter soll sich die Gültigkeit des Gesetzes um ein weiteres Etatsjahr ver- längern, wenn der Krieg am 1. April 1913 noch fortdauern und bis dahin ein neues Gesetz über die Steuerzuschläge nicht zustande- «kommen sein sollte. Allgemeine Besprechung. Finanzminister Dr. Lentze: Nachdem das Herrenhaus die Re- Gierungsvorlage wiederhergestellt hat, mutz auch ich den größten Wert aus ihre Wiederherstellung legen. Die Staatsfinanzen müssen gesund bleiben. Dazu mutz das Abgeordnetenhaus auch ein Opfer se.ner Ueberzeugung bringen. Ein Bedarf für die Zuschläge wird imnier vorhanden sein. Für 1915 ist der Fehlbetrag 195 Millionen und wir werden in allen folgenden Jahren mit großen Fehlbeträgen zu rechnen haben. Angesichts dieser Verhältnisse darf das Gesetz nicht wegen einer Lappalie scheitern. Abg. Ströbcl(Soz.): ES ist ein sehr eigenartiges Schauspiel, wie hier das Abgeord- netenhaus vor dem Herrenhaus zurückgewichen ist, zumal das Herrenhaus nur sehr wenig Entgegenkommen gezeigt hat. Herr v. Hehdebrand har doch selbst gesagt, daß jede Aenderung, die etwa das Hervenhaus vornehmen wollte, das ganze Gesetz gefährden könnte. Denn wenn es sich wirklich nur um Lappalien handelt, wie der Finanzminister sagt, warum hat man denn dann überhaupt diesen Konflikt heraufbeschworen? Das jetzige Vorgehen der bür- gerlichen Parteien ist sicherlich nicht geeignet, den Respekt des Herrenhauses und der Oeffentlichkeit vor dem Abgeordnetcnhause zu erhöhen.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Und was soll denn die Fassung der Anträge? Welcher vernünftige Mensch glaubt denn, daß der Krieg noch ein Jahr dauert? Das Abgeord- netenhaus wollte mit aller Energie eine B e f r i st u n g der Zu- schlüge durchsetzen. Man wollte der Reichsregierung gegenüber den starken Mann spielen. Das ist in den Berichten des Herrenhauses auch mit aller Deutlichkeit ausgesprochen. Der Einfluß auf die Reichsregierung sollte dahin geübt werden, eine starke Belastung der be- sitzenden Klassen zu vermeiden. Man will verhindern, daß die kolossalen Lasten gedeckt werden durch Heranziehung des aus kapitalistischen Mehrwert stammenden Einkommens und Vermögens der besitzenden Klassen.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Es handelt sich ja jetzt schon um eine jähr- liche Zinsenlast von mindestens 7 Milliarden Mark. Diese Riesen- last wird natürlich nur zum geringsten Teil durch die neuen Steuer- gcsetze gedeckt; die Kriegsgewinnsteuer ist ja nur eine einmalige. Die ungeheuren Opfer, die das Volk an Gut und Blut und, unter den gegenwärtigen Teuerungsverhältnissen, auch an Gesundheit zu bringen hat, dürfen nicht damit gelohnt werden, daß etwa dem Volke ungeheure neue Lasten durch indirekte Steuern aufgebürdet werden.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Ihr ganzes Vorgehen hier bei der Steuervorlage ist aber diktiert von dem Willen, dafür zu sorgen, daß möglichst wenig direkte Steuern auf die Besitzenden und dafür eine Unmasse indirekter Steuern auf die besitzlosen Volksklassen gewälzt werden. Das wurde bei der Verhandlung Ende Mai ganz deutlich von Herrn v. Hehdebrand ausgesprochen. Auf der einen Seite sollen die Volksmassen unge- heure Opfer bringen, auf der anderen Seite wird auf endlose Hin- ausschlevpnng des Krieges durch überspannte KriegSziclforderungcn hingearbeitet, ich erinnere nur an das bekannte Tirpitz-Tclegramm. (Lebh. Rufe rechts: Zur Sache! Zur Sache!) Und diese Herren, die eine solche gemeingefährliche und volksschädigende Politik treiben, suchen sich bei den Steuern zu drücken. (Erneute Unterbrechungen rechts, Mahnung des Präsidenten zur Sache.) In England hat man 6 Milliarden an Steuern aufge- bracht und nicht alles auf Anleihe genommen, wie bei uns im Reiche. In England wurden auch sehr erhebliche direkte Steuern eingeführt, bei uns aber will man nicht so vorgehen, damit die Kriegsbegeiltcrung der Besitzenden nicht gedämpft wird.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten, Lärm rechts.) Wenn Sie sechs Milliarden zahlen sollten, wie in England, dann hätten wir schon morgen den Frieden.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Die Resolution des Herrenhauses zeigt das Bestreben, eine einheitliche große Reichsfinanzreform zu verhindern und Widerstand dagegen zu leisten, daß die absolute �Notwendigkeit erfüllt wird, das Verhält- nis der Finanzen der Einzelstaaten zu denen des Reiches von Grund auf zu ändern. In der letzten Minute haben nun die Konservativen umgelernt und sich zu der Taktik der Herrenhäusler bequemt. Sie glauben auch so, Ihre materiellen Interessen am besten schützen zu können; wir machen dabei nicht mit.(Lachen rechts.) Wir sind schon pro- grammatisch für jährliche Steuerbewilligung. Wir haben auch gar keine Angst vor einem neuen Vorstoß der Konservativen nach Jahresfrist, solchen Vorstößen und Machenschaften sehen wir mit Seelenruhe entgegen. Sollte sich das Unerhörte ereignen und der Krieg wirklich noch ein Jahr dauern, dann werden im Deutschen Reich noch ganz andere politische Kämpfe am Werke sein, um zu verhindern, daß die Junkerschaft allzusehr in die Halme schießt.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten, Lachen bei der Mehrheit.) In der Presse sind auch noch andere Gründe für die Haltung der Konservativen genannt worden. Herr v. Hehdebrand hat ja erklärt, wenn dem Abgeordnetenhause die finanzielle Macht entzogen werde, so schwinde auch seine politische Macht, d. h. die der ausschlaggebenden Parteien. Tie Konservativen wollen also durch ihre Taktik ihren Einfluß stärken, um zu verhindern, daß z. B. in der W a h l r e ch t s f r a g e dem Volke Gerechtigkeit widerfährt. Kein halbwegs vernünftiger Mensch kann aber daran zweifeln, daß selbstverständlich die Zustände nach dem Kriege, der die Grundlagen der Klassenherrschaft erschüttert. Regierung und bürgerliche Gesellschaft zwingen werden, dem Proletariat Rechte einzuräumen(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten. Lebhafte Rufe: Zur Sache!), nicht als Belohnung für Wohlver- halten(Rufe: Zur Sache!), sondern weil sie müssen, weil es nicht anders geht, weil die Macht des Proletariats zu groß sein wird und der Druck der Verhältnisse Sie dazu zwingt. Wir stimmen gegen das Gesetz, weil es die Zuschläge schon bei 2400 M. Einkommen beginnen läßt, bei einem durch die Tcue- rung noch viel geringer gemachten Einkommen. Tie Einkommen- steuer dürfte erst beginnen, wo die Leistungsfähigkeit vorhanden ist. Wir sehen auch kein absolutes Bedürfnis für die Vorlage, denn wenn im Reiche Dutzende von Milliarden Schulden aufgenommen werden, so ist es ganz wurst, ob in Preußen auch noch eine halbe Milliarde mehr dazu kommt. Eine jolche Gesetzmacherei i n diesem Augenblick kann aber nur dazu dienen, um eine vernünftige Steuergesetzgebung für das ganze Reich zu verhindern.(Sehr wahr! bei den Sozialdemo- kraten.) Es kann auch noch ganz erheblich gespart werden an den Geheimausgaben, die wir früher als Korruptionsfonds gebrand- markt haben. Es ist das eine ganz stattliche Summe von Millionen, und es könnten auch von den 45 Millionen für staatliche Förderung des offiziellen Christentums viele ge- spart werden, jenes offiziellen Christentums, in dem nicht der Geist des Christentums herrscht, sondern der des Blut- rauschcs.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten. Lebhafter Wider- spruch rechts.) Das Christentum hat gerade durch den Krieg und seine Schönheiten(lebhafte Rufe rechts: Zur Sache!— Der Präsident ruft den Redner zur Sache) seinen heillosen Zu- sammenbruch erlebt. Mögen Sie sich nur tapfer rückwärts konzentrieren, wir verharren auf dem seinerzeitigen Beschluß des Abgeordnetenhauses. Wir treten konsequent ein für gerechte Be- lastung und Heranziehung der Reichen, die aus diesem Krieg neue Reichtümer schöpfen.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Sie sollen die Kosten für diesen Krieg tragen, für den sie auch die Verantwortung zu tragen haben. Wir verlangen Achtung der Volksrcchte und nicht schlaue und vieldeuftge Versprechungen, sondern Rat und Tat gerade auf steuerpolitischem Gehiete. Wir verlangen zum Wohle des deutschen Volkes, daß auf Grund einer vernünftigen Verständigung diesem heil. losen Völkergemetzel möglich st rasch ein Ende ge- macht werde.(Beifall bei den Sozialdemokraten.) Präsident Graf Schwerin- Läwitz: Die Besprechung ist ge- schlössen. Abg. Frhr. v. Zedlitz und Neukirch(freikons.) erscheint auf der Rednertribüne und gibt durch ein Zeichen zu verstehen, daß er sprechen wolle. Abg. Ad. Hoffmann(Soz.) ruft wiederholt: Die Be- sprechung ist geschlossen!— Präsident: Das Wort hat der Abg. Frhr. v. Zedlitz.— Abg. Hoffmann(Soz.): Das werden wir uns merken! Abg. Frhr. v. Zedlitz(fk.): Die Besprechung war noch nicht ge- schloffen!— Das Haus wird nicht erwarten, daß ich die zum Fenster hinaus gemachten Ausführungen des Vorredners einer Entgegnung oder Betrachtung würdige. Die patriotischen Kreise stehen zu hoch dazu, das ganze Volk ist einig, Gut und Blut zu opfern, und die Be- sitzenden genau so wie die anderen.(Abg. Ad. Hoffmann: Aber vom Steuerzahlen lassen sie nichts merken!) Ich lege weiter Verwahrung ein gegen die Ansicht des Vorredners, daß bei Fortdauer des Krieges die Grundlagen, auf denen dieses Haus ruht, erschüttert werden. Wir sind sicher: wenn der Krieg auch noch bänger dauert, werden wir ihn siegreich durchhalten und die Grundlagen des Deutschen Reiches und Preußens werden unverrückt bleiben. � Angesichts der im Reichstage zutage getretenen Bestrebungen erschien es uns als Pflicht, nun auch dem Staate zu geben, was des Staates ist. Unsere pariotische Pflicht gebietet, unsere Bedenken zurückzustellen und eine Verständigung mit dem Herrenhause herbeizuführen. Der Vor- redner verlangte mit Emphase eine stärkere Heranziehung des Be- sitzes, lehnt aber diese Vorlage ab, die eine solche Heranziehung in Preußen herbeiführt!(Sehr gut! rechts.) Abg. Ströbcl(Soz.) meldet sich zum Wort.— Der Präsident: Mir liegt ein Schlußantrag vor.— Der Schlußantrag wird gegen die Stimmen der Sozialdemokraten, Polen und einzelner Fort- schrittler angenommen. Darauf werden die einzelnen Bestimmungen der Gesetzesvorlage gegen die Sozialdemokraten und Polen ange- nommen.— Zur Geschäftsordnung erklärt Abg. Ströbcl(Soz.): Wenn es mir auch verwehrt ist, jetzt noch auf die Rede des Abg. v. Zedlitz zu antworten, so stelle ich wenig- stens fest, daß er meine Ausführungen vollständig e n t st e l l t wiedergegeben hat, wenn er mir die Behauptung zuschiebt, daß durch eine längere Dauer des Krieges die Fundamente des Deutschen Reichs zerstört werden würden. Ich habe wörtlich gesagt, daß durch einen längeren Krieg die Fundamente des Preußischen Abgeordnetenhauses und der preußischen Klassenherrschaft erschüttert werden würden. Nach meiner Auffassung kann die Kraft und Herrlichkeit des Deutschen Reiches um so besser aufrechterhalten werden, je mehr die Fundamente der Klassenherrschaft erschüttert werden und die b e s i tz l o s e n B o l k s- massen das Recht haben, den Staat zu gestalten. Abg. Frhr. v. Zedlitz erklärt, sich zum Worte gemeldet zu Habens che der Präsident die Besprechung für geschlossen erklärt hatte. Präsident Graf Schwerin: Bisher war es üblich, daß, wenn mir die Schriftführer bestätigten, es habe sich ein Abgeordneter zum Wort gemeldet, ehe ich die Besprechung schloß, ich ihm noch das Wort erteilte. Diesem Brauch werde ich auch weiter allen Mitgliedern dieses Hauses gegenüber gern folgen. Die Tagesordnung ist erschöpft. Ich bitte um die Ermächti- gung, am nächsten Dienstag nach der Hcrrenhaussitzung, wenn es erforderlich ist, eine neue«itzung des Abgeordnetenhauses anzu- beraumen. Abg. Hoffmann(Soz.): Ich widerspreche und verlange, daß am Montag eine Sitzung abgehalten wird mit der Tagesordnung:„Tie Ernährungsfragcn." (Lachen rechts.) Da können Sie lachen?(Zurufe rechts: Ueber Sie!) Es gehen Dinge vor in Preußen und in ganz Deutschland bezüglich der Ernährung der minderbemittelten Bevölkerung, die es dringend notwendig machen, sie hier zu besprechen.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Mit Verordnungen und Ver- tröstungen ist lange genug gearbeitet worden. Sie reden ja immer so viel von Verantwortung, denken Sie doch jetzt daran! Wir Sozialdemokraten können es nicht vor dem Lande verantworten, daß das Abgeordnetenhaus auseinandergeht, ohne den herrschenden Hunger im Lande hier zur Sprache gebracht zu haben. Es ist noch viel vorhanden, das dem Verbrauch zugeführt werden müßte. Die Beendigung der Notlage des Volkes wird erst nach Beendigung des Krieges möglich sein, aber Linderung ist auck jetzt mög- l i ch.(Der Präsident mahnt den Redner, zur Geschäftsordnung zu sprechen.) Es würde im Lande nicht verstanden werden, wenn das Abgeordnetenhaus nur Steuern bewilligen, aber nicht die Zeit zur Beratung über die Teuerung finden würde.(Zuruf rechts: Es ist ja alles getan!) Ja, was denn? Die Behörden sollen doch endlich ihre Rechte ohne Ansehen der Person ausüben, das mühten Sie ihnen einprägen. Für die Zustände, die sich entwickeln, wenn das Haus auseinandergegangen ist, tragen Sie mit die Verantwortung, wenn Sie nicht hören wollen. Sie peitschen das Boll auf!(Großer Lärm rechts, Rufe: Unerhört! Verrückt!) Abg. Winckler(k.) weist als Vorsitzender der Budgetkommission auf die langen und ernsten Beratungen des Abgeordnetenhauses über die Ernährungsfragen hin. Er ist überzeugt, daß diese und die Reichstagsverhandlungen gebührende Rücksicht finden werden und glaubt nicht, daß das unbedingt notwendige Vertrauen durch eine nochmalige Beratung gestärkt würde. Abg. Dr. Pachnicke(Vp.): Man kann den Uebertreibungen des Abg. Hoffmann entgegentreten und trotzdem den vollen Ernst der Ernährungsfragen würdigen; dem hat aber das Abgeordnetenhaus durcki seine zweimalige gründliche Beratung Rechnung getragen, ebenso der Reichstag. Jetzt sind der Worte genug gewechselt, wir wollen vom Kriegsernährungsamt Taten sehen. Abg. Hoffmann(Soz.): Es haben sich seit den Beratungen des Abgeordnetenhauses und des Reichstags Dinge im Lande zugetragen, die eine erneute Beratung gerade im Interesse der Erhaltung des Volkes und des Staatswesens erfordern. Daß wir nicht übertreiben, würde Ihnen unser Material beweisen. Was nützt das bisher Geschehene? Das Abgeordnetenhaus hat Zeit zum Steuerbewilli- gen und sogar zu tagelangen Debatten, wenn plötzlich einmal Herr Dr. Hahn hier stst. di; dem Hunger und Notstand des Volkes Rechnung zu tragen. Lehnen Sie das ab, so wundern Sie sich nicht, wenn das Volk seine Konsequenzen daraus zieht. Abg. Dr. Friedberg(natl.): Die Reden, die Herr Hoffmann und seine Freunde halten würden, dürften uns eher schaden, indem sie unsere Feinde ermutigen könnten. Ohne Kommissionsberatung könnten wir das Hoffmannsche Material nicht nachprüfen. Seine Anregung ist daher also im wesentlichen eine agitatorische.(Leb- hafte Zustimmung bei den bürgerlichen Parteien.) Abg. Herold(Z.): Niemand unterschätzt die Ernährungs- schwierigkeiten, aber das Haus hat seine Schuldigkeit getan, seine Anregungen bleiben in Geltung. Uebrigens wird der parlameu- tarische Beirat des Kricgsernährungsamts den ganzen Sommer über tagen. Abg. Frh. v. Zedlitz(fk.): Die Reden des Abg. Hoffmann könnten nur den Eindruck erwecken, als seien wir nahe daran, dem Aushungerungskrieg zu unterliegen. Wichtige vaterländische Gründe verbieten ein derartiges Auftreten. Abg. Hoffmann(Soz.): Sie kommen immer wieder mit dem Ausland; wenn wir darauf hinweisen, daß noch Nahrungsmittel im Jnlande vorhanden sind, so ist das das Gegenteil von dem was Sie behaupten. Wir wünschen nur, daß das Abgeordnetenhaus das Kriegsernährungsamt zu energischem Zugreifen« und zur Beschlagnahme der vorhandenen Lebensmittel antreibt. (Der Präsident mahnt den Redner, zur Geschäftsordnung zu sprechen.) Sie wissen, daß...(Stürmisches Oho! und Schlußrufe.) Wir wollen nicht lange Reden halten, son- dern nur einen Beschlutz des Abgeordnetenhauses herbeiführen, daß der Ernährungsbeirat seine Pflicht energisch tun soll. Nicht unser Antrag ist agitatorisch, sondern Ihre Ab- lehnung wird es sein und viel mehr als Sie es sich vorstellen! Der Antrag Hoffmann wird gegen die Stimmen der Sozial- demokrateu abgelehnt, die verlangte Ermächtigung dem Präsi- denken erteilt. Schluß der Sitzung: 1 Uhr nachmittags. Für Geschichte öes Aentralorgans öer Partei. Ii. Der heutige Konflikt. Sollte der schwerfällige Apparat des„Vorwärts", der„Kam- promitz", der, nach Auer,„wie die meisten Kompromisse nichts taugt", tadellos funktionieren, dann war die Grundbedingung die Uebereinstimmung der beiden gleichberechtigten Faktoren, Partei- vorstand und Preßkommission, in den entscheidenden taktischen und prinzipiellen Fragen. Solange die Meinungen bloß über die Per- son eines Expedienten oder die Höhe eines Redaktionsgehalts aus- einandergingen, war's nicht schlimm. Da war der Streitgegenstand leicht durch die Kontrollkommission zu beseitigen, wenn die ersten Instanzen sich nicht zu einigen vermochten. Dagegen wuchsen die Schwierigkeiten rapid, sobald sich tiefgehende, dauernde Gegensätze auftaten, die jeden Tag von neuem ihren Ausdruck im Blatte fanden. Die überkommene Regelung hörte nun auf, sich„ausge- zeichnet zu bewähren". Wie sich unter diesen Umständen das Verhältnis des Partei- Vorstandes zur Redaktion sowie zur Berliner Preßkommission des „Vorwärts" gestaltete, das zu schildern fällt nicht in den Rahmen der vorliegenden historischen Arbeit. Ich darf annehmen, daß meinen Lesern diese unerfreulichen Dinge bekannt genug sind. Ich hätte zu dem, was im„Vorwärts" selbst darüber veröffentlicht wurde, nichts hinzuzufügen. Nur einige Gesichtspunkte seien kurz angedeutet, die sich aus der Anwendung der bisherigen historischen Erfahrungen mit dem Zentralorgan auf die heutige Situation ergeben. Wir haben gesehen, wie Bebel in Jena 1905 zeigte, das be- stehende Verhältnis zwischen„Vorwärts" und Parteivorstand sei unter anderem dadurch zu einem haltbaren gemacht worden, daß der Vorstand in den großen Streitfragen der Partei„niemals den ge- ringsten Versuch gemacht hat, die Stellungnahme des„Vorwärts" zu beeinflussen", und daß die Berliner Genossen„volle Anteilnahme an der Verwaltung des Blattes, an der Zusammensetzung der Redaktion und der Haltung des Blattes" hätten. Man sollte annehmen, daß dies in der jetzigen heiklen Situation mehr als je hätte die Richtschnur des Parteivorstandes bilden müssen. Die Haltung und Stellungnahme des„Vorwärts" im Kriege mochte dem jetzigen Vorstand noch so unbequem sein; jeder Versuch, Redaktion und Preßkommissiml durch andere Mittel als die der Ueberredung und gütlicher Vorstellungen zu beeinflussen; jeder Versuch, eine Aenderung durch Gewaltmittel zu erzwingen, mußte sofort zu völlig unhaltbaren Zuständen führen, die schlimmer wurden als das Uebel, das nach der Ansicht des Vorstandes die Haltung des „Vorwärts" darstellte. Gewiß verzichtet keine Behörde, auch keine demokratische, gern auf ein Machtmittel. Auch die Auer und Bebel hätten den„Vor- wärts" am liebsten als ausschließliches Organ der Gesamtpartei, da- mit auch des Parteivorstandes, gesehen. Und sie hätten bei dem Streben, diesen Zustand zu erhalten, auf die große Mehrheit der Gesamtpartei zählen können, für die die lokalen Bedürfnisse der Berliner Genossen nicht entscheidend waren. Trotzdem hahen sie diesen im Laufe eines Jahrzehnts immer mehr Einfluß auf das Zentralorgan, ja schließlich völlige Gleichberechtigung mit dem Parteivorstand eingeräumt. Das erklärt sich nicht aus der über- großen Schwächlichkeit des früheren Vorstandes, sondern aus seiner klaren Erkenntnis der Dinge. Er wußte, daß die materielle Grund- läge des„Vorwärts" nicht aus seiner Eigenschaft als Zeutralorgan, sondern aus der als Lokalorgau herrührte, daß das Gedeihen des Blattes abhing von dem Interesse, das die Berliner Organisation dafür hatte. Er wußte aber auch, daß die Berliner seit dem Auftzören des Sozialistengesetzes dem Parteivorstand gegenüber nie so einig waren wie dann, wenn es sich um die Rechte auf den„Vorwärts" handelte. Wohl fanden sich die Differenzen, die innerhalb der Partei bestanden, auch in Berlin. Und die Mehrheit der Berliner Genossen neigte seit dem Niedergang der Bewegung der„Jungen" bis in die letzten Jahre in den meisten Fällen zum Parteworstand. Trotzdem stellten sich die Berliner stets, auch in den Zeiten größter Uebereiu- stimmung mit ihm, geschlossen oder in der überwiegenden Mehr- heit in Gegensatz zu ihm, sobald es galt, die Rechte ihrer Preß- kommission zu wahren. Der frühere Vorstand wußte also sehr wohl, was er tat, wenn er auch in den Zeiten seines größten Ansehens in der Partei es nie darauf ankommen ließ, den Berliner Genossen in Sachen des„Vor- wärts" seinen Willen aufzuzwingen. Er zog es stets vor, sich mit ihnen zu verständigen. Jede andere Art des Vorgehens hätte ent- weder scheitern oder der Partei den schwersten Schaden zufügen müssen. Der jetzige Parteivorstand hat, indem er anders handelte, etwas unternommen, was die Auer, Bebel, Singer nie gewagt hätten. Und dabei hat er seinen Kampf gegen die Opposition in Berlin auf jenes Gebiet verlegt, auf dem sie am stärksten ist. Liegt dem Vorgehen des Porstandes der bestimmte Plan einer Neuregelung Wgrunde, der er so sieghafte Kraft zutraut, daß er glaubte, den Konflikt trotz aller Schwierigkeiten riskieren zu dürfen? Will der Vorstand dem„Vorwärts" den Charakter bei iftraloraaiis nehmend tx jöchK&tasacaacoDissSt jiüss« jbalöJS.BöttDMö lisvttwsuwL Wir haben gesehen, daß AehnlicheZ sich schon einmal erelgnele Unter dem Sozialistengesetz war durch den Wydener Kongreß 1880 der„Sozialdemokrat" zum offiziellen Parteiorgan erklärt worden, die Fraktion und Parteileitung hatte ihm 1838 diesen Charakter ab- erkannt, ohne einen Parteitag zu befragen. Aber dafür waren nicht volitische Gründe maßgebend gewesen, sondern zwingende juristische, die heute fehlen. Auch diejenigen, die eine solche Regelung wün schen, können sich nicht einfach über einen Parteitagsbeschluß hin wegsetzen. Sollte der Vorstand sie doch für geboten und gerecht fertigt erachten, würde er aber damit kaum die Berliner Genossen sehr erschrecken, die eine derartige Regelung schon lange für zweck- mäßig hielten. Die Redaktion, ihre Frische und Freudigkeit und damit das Blatt, seine Lebhaftigkeit und Aktualität sowie sein Leser- kreis würden dabei gewinnen. Wären redaktionelle Erwägungen allein entscheidend, dann hätte die„unglückliche Doppelnatur" schon längst ein Ende nehmen müssen. Aber es ist nicht wahrscheinlich, daß der Vorstand diese Lösujlg sucht. Was aber dann? Hat der Vorstand vielleicht die entgegeir gesetzte Lösung ins Auge gefaßt, die ausschließliche Verfügung über das Blatt zu erringen, den Berliner Genossen eine Redaktion nach seinem Herzen aufzuzwingen? Damit würde er nichts gewinnen! Der„Vorwärts" ist nur lebensfähig durch die Berliner Genossen und nicht als Organ des Kampfes gegen sie. Siegte der Vorstand bei seinem Streben nach Eroberung des„Vorwärts", so geriete er in die Lage des Mannes, der in einem Prozeß um ein Gut am Meere Hunderttausende verausgabte, um, nachdem er ihn ge- Wonnen, zu entdecken, daß das Streitobjekt von einer Sturmflut hinweggeschwemmt worden sei. Wir können nicht annehmen, daß der Parteivorstand eine der- artige Politik plant. Aber andererseits muß er sich doch sagen, daß der augenblick- liche Austand unhaltbar ist. Je länger er dauert, desto mehr be- droht er die Partei mit den schlimmsten Gefahren, indem er Wasser auf die Mühle derjenigen treibt, die an der Partei in ihrer jetzigen Form verzweifeln und daher Parteiflucht und Spaltung propa- gieren. Man erinnere sich daran, daß die inneren Konflikte und Spaltungen im Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein fortdauerten, solange Schweitzer die Einheit erzwingen wollte. Nicht die Spaltung der Fraktion, sondern der „V o r w ä r t s"- K o n fl i kt birgt die schlimmsten Ge- fahren für den organisatorischen Zusammen- schluß der Partei in sich. Mus öer parte:. Zum Beschluß der Landeskommission. Die„Leipziger Volkszeitung" schreibt zu der Stellungnahme der preußischen Landes kommission: „So hat also L c i n e r t*) erreicht, was er wollte, so ist ge- schehen, was wir schon auf Grund seines Aufrufs an die preußischen Genossen kommen sahen. Die Mehrheit schreitet von Gewaltstreich zu Gewaltstreich— sie scheint ihre Aufgabe darin zu sehen, die Opposition bis aufs Blut zu reizen. Fast könnte man auf die Vermutung kommen, daß die Absicht ist. die Berliner Genossen zu unüberlegten Schritten zu provozieren. Wir hoffen indes, daß eine solche Spekulation ohne Erfolg sein würde, daß die Berliner Ge- nassen kaltes Blut und ruhige Ucberlegung bewahren werden. Daß der Beschluß der Landeskommission ein frecher, durch nichts gerechtfertigter Bruch des preußischen Organisationsstawts ist, darüber wird man unter ehrlichen Leuten kein Wort weiter zu verlieren brauchen. Daß eine Verpflichtung vorläge, während des Krieges keine Neuwahlen in den Organisationen vorzunehmen. ist ganz unzutreffend. Viele Organisationen haben das aus Zweck- mäßigkeitSgründen zu Anfang des Krieges beschlossen. Damals rechnete man aber nicht mit einer längeren Dauer de? Krieges. Nachdem er jetzt bald zwei Jahre gedauert hat und noch keine Aus- ficht auf seine Beendigung zeigt, hat sich dieser Beschluß in jenen Organisationen, wo sich ein Zwiespalt zwischen der Auffassung der Mehrheit der Mitglieder und ihren Vorständen herausbildete, als unhaltbar erwiesen. Nachdem einmal der Burgfriede in der Partei aufgehoben war— aufgehoben werden mußte—, konnte auch der Beschluß, während des Krieges keine Neuwahlen vorzunehmen, dort nicht mehr gehalten werden, wo Mitgliedermehrheit und Vorstand zu verschiedenen Auffassungen kamen. Das Recht der Mitglieder, die Genossen, die ihr Vertrauen nicht mehr haben, aus ihren Aemtern abzuberufen und andere Vertrauenspcrsonen hu wählen, ist nicht zu bestreiten. Der Hinweis auf die Abwesenheit der Ge- nassen im Felde kann dabei nicht verfangen. Die Taheimgcblie- benen haben die Pflicht, während der Abwesenheit der Eingezogenen die Parteiorganisationen nach ihrem besten Wissen zu verwalten, und können nicht, weil es Krieg ist und nicht alle Mitglieder an den Entscheidungen mitwirken können, ruhig zusehen, daß die Kräfte der Organisationen in einer Weise angewendet werden, die sie für schädlich halten. Wenn der Parteivorstand und seine Ge- folgschaft das wahre Interesse der Partei im Auge hätten, so müßten sie ein solches Vorgehen der Organisationen fördern, statt ihm entgegenzutreten, damit in dieser Zeit, da ein Parteitag nicht möglich ist, daS Kräfteverhältnis der verschiedenen Rich- tungen in der Partei wenigstens annähernd in der Gestaltung der Wahlkreisorganisationen zum Ausdruck käme. Aber der jetzige Parteivorstand zieht die Vogelstraußpolitik vor und die preußische Landeskommission folgt seinem erleuchteten Beispiel. Praktisch hat die Sache insofern gar nicht einmal allzuviele Bedeutung, da die Befugnisse des Gcschäftsführenden Ausschusses der preußischen Landeskommission sehr beschränkt sind; sie kann nur ausführen, was die Kommission ihr vorzeichnet und sie muß zudem stets im Einvernehmen mit dem Parteivorstand handeln. Um so unverständlicher ist der Schritt der Landeskommission, wenn man nicht die Absicht unterstellt, der Opposition eins zu versetzen, sie zu reizen und zu erbittern. Uebrigens haftet dem Beschluß der Kommission eine Unklar- heit an. Bedeutet er nur, daß der Geschäftsführende Ausschuß der Organisation Groß-Berlin nicht das Amt des Geschäftsführenden Ausschusses der Landeskommission führen soll, oder bedeutet er gar, daß die Vertreter der Berliner Genossen zur Landeskommission überhaupt nicht zugelassen werden sollen? Die Kommission muß schon die Güte haben. sich darüber unmißverständlich auszusprechen! Unverantwortlich und verderblich bleibt der Beschluß auf alle Fälle, mag er nun weiter oder enger ausgelegt werden. Der Grundsatz der Demokratie, daß die Mitglieder der Organisationen zu bestimmen haben, wird von'der Kommission auf den Müll- Haufen geworfen. Tie Beauftragten der Mitgliedschaften stellen sich üher deren Beschlüsse; daß sie damit den Sockel zerstören, auf dem sie selbst stehen, sehen die Leinert und Genossen nicht. Die Dinge werden in der tollsten Weise auf den Kopf gestellt. Der abgesetzte Kreisvorstand von Teltow-Beeskow stellt sich über die Generalversammlung und maßt sich an, gegen die erdrückende Mehrheit der Mitglieder weiter zu amtieren; die Landeskommission der preußischen Organisation stößt skrupellos das Statut um, weil ihr die Erwählten der Berliner Genossen nicht passen. Wir haben es weit gebracht._ Eine Erinnerung aus der Parteigeschichte steigt unS auf. In der Zeit dcS Attentatsverbrechens brachte die Parteipresse Tag für Tag die Warnung: Genossen, laßt euch nicht provozieren! Die Reaktion will schießen! Man kommt in die Versuchung, diese Mah- mmg henke also zu Eartiemr Genossen, laßt euch nicht provv- zieren! Die„Mehrheit" will sprengen!" Die Chemnitzer„Volks stimme" bemerkt zu dem Be- schluß: „Es wird sich nun fragen, ob die Berliner Parteigenossen sich damit abfinden, lediglich für Berlin einen neuen Vorstand zu wählen und für Preußen den alten Geschäftsführenden Ausschuß im Amte AU lassen, oder ob sie darauf beharren, auch an diese Stelle MinderheitSleute zu schieben, Im letzteren Falle würde zweifellos eine Spaltung in der preußischen Landesorganisation herbeige führt werden."_ ») Leinert hat in einem Leitartikel im„Hannoverschen Volks- willen" auf die Bedeutung der Berliner Wahlen hingewiesen, da der geschäftsführende Ausschuß für Berlin zugleich der geschäftsführende Ausschuß der preußischen Landeskommission sei. Er hielt es daher für notwendig, darzulegen, in welcher Weiie dieser Ausschuß zu- stand ekommt. Er fordert dann eine Entscheidung der Landes- kommission, ob die neugewählten Männer das Vertrauen der Landeskommission besitzen können und legt dann weiter dar, daß über die Tät'akeit des geschäftsführendep Ausschusses nur der jetzige. Ausschuß dem p.reußiAchen Pa-�iWe Rschensschaft~':-- rönne. D. R. Die„Sozialdemokratische Feldpost", Von einem im Osten stehenden Parteigenossen und Gewerkschafts- angestellten erhalten wir zu der neuesten Gründung der I. X.-Leute und ihrer Hintermänner eine Zuschrift, der wir folgendes ent- nehmen: „Sozialdemokratische Feldpost"— so betitelt sich eine neue alle 1t Tage erscheinende Zeitung, herausgegeben von A. B a u m ei st e r. Ihr Leitmotiv ist in Nr. 1, Spalte 3, in folgenden Sätzen nieder- gelegt:„Statt dessen wollen wir ollen Genossen im Felde, die ihr olteS Organisationsideal noch nicht über Bord geworfen, eine s a ch liche Informationsquelle über die Vorgänge in der Heimat bieten. Soweit unsere schwachen Kräfte reichen, wollen wir in möglichst objektiver Weise den Standpunkt der deutschen Arbeiter dartun. Sowohl zu den augenblicklichen Streitfragen wie auch zu den sonstigen wichtigen Fragen der nächsten Zukunft." Die beiden ersten Nummern bringen uns aber eine große Enttäuschung. Denn die„Objektivität" besteht in einer tendenziös und fanatisch einseitigen Verteidigung der Politik der Fraktionsmehrheit. Die allbekannte Methode, Aussprüche von unseren Vorkämpfern und Führern, Engels, Marx, Lassalle, Bebel und Liebknecht usw. aus dem Zusammenhang zu reißen, erscheint auch hier wieder, um die Richtigkeit der Mehrheitspolilii zu beweisen. ES muß doch schwach bestellt sein um diese Politik, wenn immer wieder ein und dasselbe aufgetischt wird. Ganz abgesehen davon, daß man mit Aussprüchen derlelben Führer daS Gegenteil beweisen könnte, besonders mit den vom Parleivorstand, der Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands und der deutsch-östcrreichischen Reichsratfraktion der öffenilichten Aufrufen in den letzten Julitagen 191-1. Die Opposition, die versucht, diese Widersprüche aufzudecken, in Konsequenz der ParteitagSbeschlüsse und der Beschlüsse der inter- nationalen Kongresse, und ihr Handeln danach zu richten, wird in geradezu herah würdigender und beleidigender Weise behandelt und letzten EndeS werden ihr in der Baumeister- schen„sachlichen Informationsquelle" noch unehrliche Motive unterschoben. Die folgenden Sätze sNr. 1 Seite 2 der„Soziald. Feldpost") illustrieren das recht treffend: „Die Kritik hat aber auch Formen angenommen, die unserer Sache zur Schande gereichen. In Bild und Wort, offen und anonym, werden die Andersdenkenden verspottet, beschiinpst, werden die niedrigsten Instinkte gegen sie wachgerufen. Auf demselben Wege will man die Frauen in der Heimat, die Soldaten im Felde zu unüberlegten Hand- lungen hinreißen, die zwar manche Familie in noch größeres namenloses Unglück stürzen, an dem heutigen Zustand aber nichts ändern können. Besonders wenn man nicht beabsichtigt, damit die Pläne der heutigen Feinde unseres Volkes fördern zu wollen. Deren einzige Hoffnung beruht nur noch auf dem Glauben, daß in Deutschland innere Wirren ausbrechen und dadurch der Sieg des Vierverbandes möglich werde." Solche Schreibweise ist eine Schande, um mit der „Soziald. Feldpost" zu sprechen, für unsere Sache. DaS ist nichts weiter als eine glatte Denunziation wegen Landesverrat?. Wahr- lich eine saubere Jnsormationsquelle, diese„S. F." Das ist nur eineS der vielen Beispiele, aus den beiden Nummern zeigt aber wie man parteischädigend wirkt und waS man weiter von dieier„Zeitung" zu erwarten hat. Meines Erachtens sollte die Aufgabe der„Soziald. Feldpost" die sein, in ruhiger, sachlicher aber grundsätzlicher Welse den Ursachen der Parteiwirren nachzuforschen, gestützt auf unser Parteiprogramm, den Porteitagsbeschlüsscn und den Beichlüssen der internationalen Kongresse, entsprechende Richtlinien zeigen für unser gegenwärtiges und zukünftiges Handeln, um dadurch den Genossen im Felde lehr- reichen Lesestoff zu bieten, der sie noch inniger mit dem Sozia- l i s m u S(nicht allein mit der rein äußerlichen OrganisationS- form) verknüpft. Meint es die„Soziald. Feldpost' tatsächlich ernst, als„sachliche Informationsquelle" zu erscheinen, dann müssen auch beide Richtungen zu Worte kommen, dann muß sie allen Parteigenossen im Felde, bei de» Kommandos und in der Garnisonzugestelll werden, soweit sie ihre Adressen angeben. Für die denkenden und geschulten Parteigenossen, sie mögen denken über die Parteiwirren wie sie wollen, steht daS eine fest: init der Schreibweise der, Sozialdemokratischen Feldpost" als„neues sachliches Jnformations« Organ für die gesamte Partei" bessert man nichts, sondern schädigt die Partei nur noch mehr. Die annehmbaren Arbeiten, wie beispielsweise die Berichte über den Stand der Gewerkschaften usw., vermögen den schlechten Teil nicht auszugleichen. Der Gedanke einer„Sozialdemokratischen Feldpost' ist wohl gut, doch die Mittel, die zum Ziele führen sollen, sind schlecht und richten noch mehr Irrungen und Verwirrungen an. Nicht das Trennende, sondern das Einigende sollte das„Leitmotiv" sein." Mgelchntes Stadtratsmandat. Wir berichteten vor kurzem, daß in E l b i n g Genosse Peter als Stadtrat gewählt worden sei. Große Ueberraschung verur- sachte es daher, als die„E l b i n g e r Z e r t u n g" kurz darauf die Mitteilung brachte, daß Peter seine Wahl zum Magistratsmltgl,ed abgelehnt habe mit der Begründung, daß sich seine Ansichten in ks- um Meinungsverschiedenheiten zwischen den übrigen sözialdemokra- tischen Stadtverordneten und Peter nicht handelt. Richtig sei allerdings, daß er in der Preisprüfungsstelle gegen die Einführung der Fleischkarte gewirkt hat. Peter hat inzwischen sämtliche Aemter in der Partei und auch sein Stadtverovdnetenmandat niedergelegt. Aus den Organisationen. In einer Funktionärsitzung des 1. weimarischen Wahl- kreiscs wurde zunächst der Jahresbericht erstattet. jDer Abgeordnete des Kreises, Gen. Band er t, der zur Minorität der sozial- demokratischen Fraktion gehört, referierte sodann über die Stellung der Fraktion zu den schwebenden Fragen. Nach- stehende Resolution wurde einstimmig angenommen: „Die Konferenz des Sozialdemokratischen Vereins im ersten weimarischen Reichstagswahlkreise spricht sich mit Entschiedenheit für die Erhaltung der Geschlossenheit unserer politischen Organ,- sation aus. Sie verurteilt deshalb die zerstörenden Bestrebungen, die mit der Sperrung der Beiträge an den Parteivorstand in die Erscheinung treten. Da über die taktische und prinzipielle Haltung der RelchstagS- fraktion— soweit sie die Stellungnahme zu den KricgSkrcditen und damit zur Kriegführung selbst betrifft— erst ein Parteitag die Entscheidung fällen kann, lehnt die Konferenz es ab, eine Vorentscheidung in dieser Frage zu treffen; sie gibt aber zu er- kennen, daß sie mit der Haltung ihres Abgeordneten in diesen Fragen einverstanden ist. Weiter erklärt sich die Konferenz einverstanden mit der vom geschäftsführenden Bezirksvorstand getroffenen Entschließung, ins- besondere in der Frage, die ein den Gesamtinteressen der Partei uno der Arbeiterklasse mehr förderndes gedeihlicheres Nebeneinander- ''LMn�der„Mdtzu..mzialhemokrafjschM Fraktionen im Reichstage oert. Es tst mehr denn je alles zu vekmeiden, waS zu einer weite- refl Trsmnwg führ!. Das sollke allen ,n b eranffvorfu n gsbollen Posten stehenden Genossen zur ersten Pflicht dienen." Genossenschaftstag öes Aentralverbanöes öeutfcher Konsumvereine. Der 13. ordentliche Genossenschaftstag des Zentralverbandes deutscher Konsumvereine tagte in der vergangenen Woche in der Stadthalle zu Hannover. � lieber die Entwickclung des Zentralverbandes deutscher Konsumvereine referierte Heinrich Kauf mann-Hamburg. Die EntWickelung der Konsumvereine hat schöne Erfolge ge- zeitigt. In diesem ersten vollen Kriegsjahre ist die Zahl der Mit- g l i e d e r unserer Konsumgenossenschaften von 1 713 MV auf 1 860 909 oder um 132 999 Familien gestiegen. Der Zuwachs ist ein erheblich größerer als in dem dem Kriege vorhergehenden Friedens- jähre. Der Umsatz der Konsumgenossenschaften im eigenen Geschäft im Betrage von rund 500 Millionen Mark hat sich auf gleicher Höhe erhalten, obwohl etwa eine Million der kräftigsten Konsumenten ihren Familien entzogen sind. Der Ausgleich ist zum Teil durch die höheren Preise gebracht Warden, die jedoch im ersten Kriegsjahr nicht unerheb- lich niedriger waren, als es gegenwärtig der Fall ist. Zum Teil brachte den Ausgleich die erwähnte Mitgliederzunahme und die ge- nossenschaftliche Treue der Hausfrauen, die es vor allen Dingen als ihre Pflicht erachtet haben, in dieser schweren Zeit ganz besonders dem gemeinsamen Werke treu zu bleiben. Deutschland steht in der EntWickelung der Genossenschaften an erster Stelle, sie hat sich bei uns glänzend gestaltet. Eine lebhafte Zunahme zeigen die in eigener Produktion hergestellten Waren, deren Wert von 196 Millionen Mark auf 129 Millionen Mark gestiegen ist. Auch die Kapitalkraft der Konsumvereine zeigt eine erfreuliche Steigerung, doch ist das aller- größte Gewicht darauf zu legen, daß sie mit dem steigenden Kapitalbedarf Schritt hielt. Um den Mitgliedern die Durchführung der Barzahlung zu er- möglichen und sie zu veranlassen, sich eine wirtschaftliche Reserve fiVp Zeiten der Arbeitslosigkeit, der Krankheit und der Slot zu bilden, haben alle unsere Konsumvereine Sparkassen eingerichtet. Die Spar- einlagen sind bereits in den letzten Friedensjahren sprungweise hin- aufgegangen. Im Jahre 1393 betrugen die Spareinlagen einschließ- lich der Hausanteile 7,7 Millionen Mark, im Jahre 1998 21 Mil- lionen Mark, im Jahre 1913 73 Millionen Mark und im Jabre 1914 8g Millionen Mark. Es bestand die nicht unangebrachte Befürchtung, daß die Kriegsnot zu einer erheblichen Verminderung der Sparein- lagen führen würde. Das ist erfreulicherweise nicht der Fall gewesen. Im ersten Kriegsjahre haben sich die Spareinlagen der Mitglieder unserer Konsumvereine von 86 Millionen Mark auf vi Millionen Mark erhöht. Eine zweite, verhältnismäßig kleine Gruppe der an den Zen- tralverband deutscher Konsumvereine angeschlossenen Organisationen bilden die Arbeits- und s o n st i g e n Genossenschaften. Zur Statistik berichteten 31 dieser Genossenschaften mst 19 999 Mit- gliedern. Der Wert der von diesen Genossenschaften produzierten Waren stieg von 11 Millionen Mark auf 13'A Millionen Mark. Die Zahl der gesamten deutschen Genossenschaftsmitglieder be- trägt 2 699 999. Bei weitem die größte Kraft an Mitgliedern und Umsatz zeigt der Zentralverband deutscher Konsumvereine. Der Ge- samtumsatz aller Genossenschaften dürfte auf 7ö9 Millionen Mark zu schätzen sein. Im einzelnen zeigt nun Kauftnann die Enttvickelung, wie wir sie schon in unserem Vorbericht kurz besprochen haben, dabei noch- malS besonders den Wert der Eigenproduktion betonend. Die Groß- einkaufsgesellfchaft deutscher Konsumvereine hat trotz der überaus großen Schwierigkeiten, die gerade dem zentralen Warenverkehr er- wachsen sind, und trotz des Umstandes, daß viele Waren von den Reichsgesellschqften unter Ausschaltung der Großcinkaufsgesellschaft deutscher Konsumvereine bewirtschaftet worden sind, nur einen Rück- gang von 157 Millionen Mark auf 153 Millionen Mark erfahren. Der Mindcrumsatz beträgt also nur 4 Millionen Mark, während der Umsatzausfall an Roggen- und Weizenmehl, Getreide- und Futter- mittel 27 X Millionen Mark, an Reis, Hülienftüchten, Mandeln und Rosinen über 2 Millionen Mark und an Petroleum über 3'/$ Millionen Mark betrug. Alles in allem sind die Ausfälle auf über 35 Millionen Mark zu schätzen. Der Wert der in den eigenen Pro- duktionsbetrieben der Großeinkaufsgesellschaft hergestellten Waren stieg von 19,5 Millionen Mark auf 19 Millionen Mark. Die Erübri- qung betrug 1,7 Millionen Mark, gegen 2,2 Millionen Mark im Vor- jähre. Ueber die VerlagSgesellschast deutscher Konsumvereine ist zu be- richten, daß sie einen kleinen Rückgang des Umsatzes von 3,5 Millionen Mark auf 3L Millionen Mark zu verzeichnen hatte. Der Rückgang erklärt sich zum Teil auS der Einschränkung deS Bedarfs an Druck- fachen aller Art, zum Teil kommen jedoch auch andere Umstände m Frage, die überwindbar sind und überwunden werden müssen. Herr Kaufmann kommt dann auf die neue Organisation deS KriegSernährungSamteS zu sprechen, in das Genosse Dr. Müller berufen ist; er ist für diese Zeit von der Leitung der Geschäfte deS Zentralverbande» deutscher Konsumvereine entbunden worden. In der Berufung unseres Vorstandsmitgliedes Dr. Müller cur das KriegscrnährungSamt begrüßen wir neben der Anerkennung seiner persönlichen hingebenden Arbeit und Tüchtigkeit zugleich auch eine Anerkennung der Organisation des Zentralverbandes deutscher Kon- sumvereine. Es wird die Aufgabe der Genossenschafter sein, Dr. Müller in seiner Tätigkeit nach Kräften zu unterstützen, indem sie ihn über alle wichtigen Vorgänge auf dem Gebiete der Nahrung?- mittelversorgung des Volkes, die sorgfältig zu sammeln und zu be- obachten sind, durch Berichte an den Vorstand des �Zentralverbandes deutscher Konsumvereine informieren. Auch alle Fälle, in denen die Mitwirkung der Konstimvereine bei der Nahrungsmittelversorgung in ungerechtfertigter Weise auszuschalten versucht wird, sind zur■ Kenntnis des Vorstandes des Zentralverbandes deutscher Konsum- vereine zu bringen. So müssen wir alle zusammenarbeiten, um eine Wirtschaftsrüstung für den Frieden vorzubereiten. Wir sind es, die dabei in erster Linie mitzuarbeiten haben. Wir haben große Auf- gaben dabei zu lösen. Ucberflüssige Schädlinge, Spekulanten aller Art sind zu bekämpfen und auszuschalten, mehr als je ist dafür zu sorgen, daß die Herstellung und Verteilung der Waren nicht in Hände kommt, die die Not des Volkes noch größer machen. Ueber die Kricgsmaßnahmen des Zentralverbandes spricht Dr. Müller. Er bittet,� nicht als Vertreter des Kriegs- ernährungsamtes zu gelten, da diese Institution erst neu sei und es sich heute nicht darum handelt, was geschehen werde, sondern was geschehen ist. Unsere Ein- und Ausfuhr, die 21 Milliarden betrug, ist lahmgelegt, ungeheure Einkommensverschiebungen haben statt- gefunden. Unsere Volksernährung ist dadurch um 16 Proz. an Rah- rungsmitteln schlechter gestellt, dabei kommen Mengen in Frage wie 2 Millionen Tonnen Brotgetreide, 2 599 999 Tonnen Futtermittel, 599 999 Tonnen Kolonialwaren usw. Das schlechte Erntejahr 1315 hat die hinter uns liegenden Schwierigkeiten noch vergrögert. Die- jenigen von uns, die um die Dinge wußten, haben schwer unter dem Druck dieser Tatsache gelitten. Jeder wird da? nacysuhlen können. Allein 9 Millionen Tonnen an Getreide find 1915 tveniger geerntet worden als 1913. In ausführlicher Weise schildert Dr. Müller die verschiedensten Schwierigkeiten, die sich durch das gehlen von Fett, Futtermitteln, Oelen usw. ergeben. Unsere Ernahrungspolitik muß sich auf diese Dinge einrichten, sich mehr auf das vegetabue Gebiet wen- den, bis wir wieder normale Verhältnisse haben. Inwieweit der Zentralverband deutscher Konsumvereine an der gesetzlichen Regelung der verschiedensten Reformen beteiligt ist, nahm einen weiteren Teil deS Referats in Anspruch. Zum Schluß meint Dr. Müller, seine Stellung im Kriegs- ernährungsamt sei nicht als Vertreter- der Konsumvereine aufzu- fassen, sondern er habe die Aufgabe, die Gefamternährung sichern zu Neffen. ErfreuMerweise falle das Inkerefse der TenofsenfHastS» Mitglieder mit denen der Gesamtheit zusammen. Zur Sicherung der Volksernährung legt der Referent folgende Resolution vor, deren einzelne Absätze er noch kurz erörtert: 1. Eine gleichmäßige Verteilung aller wichtigen Lebensmittel für arm und reich, für Stadt und Land unter An- Wendung des Nationensystems, jedoch unter besonderer Berück- sichtigung der Bedürfnisse, welche Schwerarbeiter und kinderreiche Familien in Industrie und Landwirtschaft an die Ernährung zu stellen genötigt sind. L. Bei aller Anerkennung der Nichtigkeit des Grundsatzes, daß die Anregung und Förderung der NahrungS- mittelproduktion entscheidende Bedeutung besitzt, Durch- führung einer Preispolitik, die von den Produktionskosten ihren Ausgangspunkt nimmt und sich bemüht, die Erzielung be- sonderer Kriegskonjunkturgewinne in allen Stadien der Waren- Herstellung und-Verteilung zu verhindern. 3. Bereit st ellung von Mitteln seitens des Reiches und der' Einzelstaaten zu dem Zwecke, den unbemittelten Volks- schichten und den durch den Krieg besonders hart getroffenen Be- rufsgruppen eine ausreichende Ernährung auch auf Grund der Kriegspreise zu ermöglichen. 4. Zweckmäßige, sparsame Verteilung der NahrungS- mittel und uneingeschränkte Durchführung deZ Grundsatzes, daß hierbei �die Konsumgenossenschaften nach der Maßgabe ihrer Mitgliederzahl und ihre? normalen Umsatzes zu berücksich- tigen sind. Anerkennung der Großeinkaufsgesellschaft deutscher Konsumvereine m. b. H. in Haniburg, die in allen Bezirken Deutschlands eigene Niederlassungen und Fabriken unterhält, als gegebene Vermittlerin zwischen den Konsumvereinen und den Kriegsgeftllschaften, Kommunalverbänden und anderen Verteilungsstellen. 5. Verhinderung einer Preisgestaltung durch die Kommunal- verbände und Gemeinden— wie z. 23. bei der Verteilung von Zucker und Teigwaren in vielen Bezirken—, die wie eine in- direkte Besteuerung zum Zwecke der Schaffung von Mitteln für andere, nicht mit der Lebensmittelversorgung im Zu- sammenhang stehende Aufgaben wirkt. 6. Entschiedene Bekämpfung aller Formen von LebenSmittclwucher, Kettenhandel und ähnlichen Schwin- deleinrichtungen, sowie scharfe Ueberwachung der Er- satzmittelerzeugung und Beseitigung der unlauteren Ge- pflogenheiten und der wucherischen Preise, die auf diesem Gebiete herrschen. 7. Besserer Ausgleich der Lebensmittelvorräte zwischen Er- zeuger- und Vcrbrauchcrgebieten und Beseitigung aller derjenigen Ausfuhrverbote in Teutschland, die keinen anderen Zweck haben, als einzelnen Bezirken oder Staaten eine billigere und aus- reichendere Ernährung zu ermöglichen. Die Errichtung des Kriegsernährungsamtes be- grüßt der Genosscnschaftstag. Er gibt der Erwartung Ausdruck, daß durch seine Tätigkeit unsere gesamte Nahrungsmittelkriegs- Wirtschaft in bessere, geordnetere Bahnen gelenkt wird, und vsr- sichert das Kriegsernährungsamt der eifrigen, uneigennützigen Mithilfe der Konsumgenossenschaften und ihrer Organisationen bei der Durchführung der wichtigen Aufgaben, die dem neuen Amte obliegen. Die Resolution wurde einstimmig angenommen. Am zweiten Verhandlungstage referierte A. v. Elm über Errichtung einer ArbcitSvcrcinigung mit den Gewerkschaften, betr. die Wicdcreinstcllung der Kriegsteilnehmer auS den gcnossenfchaft- lichcn Betrieben. Den Arbeitern müsse man da? sichere Gefühl geben, daß sie wieder in ihre alte Stellung zurückkehren können. Das sind wir ihnen schuldig. Redner begründet eingehend die nachfolgenden Grundsätze, die zwischen dem Zcntralverbande deutscher Konsum- vereine einerseits und der Generalkommiision der Gewerkschaften Deutschlands als Vertreterin der Verbände der Bäcker, Bnchbin- der, Fabrikarbeiter, Fleischer, Handlungsgehilfen, Metallarbeiter, Tabakarbeiter und Transportarbeiter anderseits zwecks Schaffung einer Arbeitsgemeinschaft zur Fürsorge für KriegZteilnehiner aus den genossenschaftlichen Betrieben vereinbart worden sind: § 1. Diejenigen Kriegsteilnehmer, die vor Ausbruch des Krieges in einer dem Zentralverbande deutscher Konsumvereine angehörenden Genossenschaft als feste Arbeiter und Angestellte beschäftigt waren und die sich nach Beendigung des Krieges bzm nach Entlassung aus dem Heeresdienst in den betreffenden Be- trieben zur Arbcitsannahme melden, sollen, sofern die Betriebs- Verhältnisse es gestatten, wieder eingestellt werden. Die Meldung zum Dienstantritt hat innerhalb zwei Wochen nach der Entlassung aus dem Heeresdienste zu erfolgen. Uebec den Zeitpunkt des Dienstantritts, sowie über die evtl. Kündi- gung beschäftigter Kriegsaushilfsarbeiter und Angestellten ist eine Verständigung mit der zuständigen Gewerkschaft herbeizu- führen. Personen, die bereits vor dem Krieg in den genoffenfchaft- lichen Betrieben beschäftigt waren, dürfen nicht lediglich aus dem Grunde gekündigt werden, um freie Arbeitsplätze für Kriegs- Teilnehmer zu schaffen. . Bei Kriegsbeginn beschäftigte, nicht feste und während des Krieges eingestellte Arbeiter und Angestellte, die zum Kriegs- dienst eingezogen wurden, können ebenfalls wieder eingestellt werden, sobald ohne besondere Kündigung beschäftigter Personen frcie� Arbeitsplätze der betreffenden Branche vorhanden sind. § 2. Die Wiedereingestellten werden möglichst an ihren biS- hcrigen Arbeitsplätzen zu den tariflichen Lohn- und Arbeits- bedingungen, unter Anrechnung der früheren BeschäftigungS- daner, sowie ihrer militärischen Dienstzeit beschäftigt. Eine Nachgewährung der Ferien findet nicht statt. Für das laufende Jahr haben nur diejenigen Kriegsteilnehmer Anspruch auf Ferien, deren Wiedereintritt bis zum 1. April erfolgt ist. 8 3. Ist eine Genossenschaft nicht in der Lag«, die Wieder- vinstellung sämtlicher km 8 1 Abs. 1 genannken KriegSieibnehmer vorzunehmen, so soll versucht werden, durch Verständigung inner- halb der Genossenschaften der Einkaufsvereinigung oder des Revisionsverbandes für die nicht eingestellten Kriegsteilnehmer gleichartige genossenschaftliche Arbeitsplätze zu gewinnen. Hier- bei ist entsprechend den Bestimmungen des 8 L die Dienstzeit an- zurechnen. 8 4. Kriegsteilnehmer, die eine Beschädigung erlitten haben, werden von den Genossenschaften, bei denen sie vor ihrer Ein- berufung tätig gewesen sind vorbehaltlich der Bestimmung des 8 ü— /in erster Linie wiedereingestellt. Sofern sie die für ihre Person in Frag« kommende Tätig- kcit vollwertig leisten können, erhalten sie den für ihre Leistun- gen vorgesehenen vollen Lohn, entsprechend der Bestimmung in 8 2. Eine Anrechnung der Kriegsrente oder sonstige Bezüge findet in solchen Fällen nicht statt. Beschädigte Kriegsteilnehmer, deren ErwerbSfähigieit wesent- lich vermindert ist, sollen grundsätzlich ihrer Leistungsfähigkeit entsprechend bei weitestem Entgegenkommen der Verwaltung beschäftigt und entlohnt werden. ß 5. Ergeben sich wegen der Entlohnung der wiedereingeflell- ten Kriegsteilnehmer Differenzen, so ist deren Beilegung zunächst durch direkte mündliche Verhandlungen zwischen den Tarifkon- trahenten zu versuchen. Falls diese Verhandlungen zu keinem Resultat führen, ist das Tarifamt des Zentralverbaudes deut- scher Konsumvereine zur endgültigen Entscheidung zuständig. 8 6. Den Kriegsbeschädigten, deren körperliche Beschaffen- heit eine Weiterbeschäftigung in den genossensckwftlichen Äetrie- den nicht zuläßt, soll die„Arbeitsgemeinschaft" zur Erlangung einer ihren körperlichen Kräften und sonstigen Fähigkeiten ent> sprechenden Tätigkeit behilflich sein. Dabei ist zu beachte», daß jede Gelegenheitsversorgung vermieden werden muß. Die..Arheitsgcmeinschaft" soll auch behilflich sein, de» Kriegsbeschädigten Gelegenheit zu geben, in den vorhandenen Ausbilduiigsstätten sich für andere Berufe vorzubereiten. Even- tucll sind in solchen Fällen, wo der Ilebergang zu einem neuen Beruf notwendig erscheint, die Ovgane der staotliäben, provin- ziellen und kommunalen Berufsberatungen in Anspruch zu nehmen. 8 7. Mit Ausnahme der 88 4, v und ö gelten die vorstehend vereinbarten Grundsätze für die Dauer deS Krieges und zunächst für noch weitere zwölf Monate. v. Elm betont, daß die Genossenschaften ein Interesse daran haben, daß sich Lohn- und Arbeitsverhältnisse nach dem Krieg nicht verschlechtern. Durch die Renten dürfen keine Löhne gespart wer- den. Es wird eine der wichtigsten Aufgaben der GewerkschaftS- bewegung sein, hierbei zu rechter Zeit einzugreifen. � Die Vorschläge, denen auch der Generalrat beigetreten ist, werden einstimmig angenommen. Es folgt hierauf Punkt 3 der Tagesordnung: Rückvergütung und Sparrabatt der Konsumvereine für daS laufende Geschäftsjahr. Der Referent Hugo B ä st l e i n- Hamburg verweist im Ver- lauf seines ,für Genossenschaftsmitglieder sehr instruktiven Vortrages darauf, daß die vorsichtigen Konsumvereine es verstanden haben, nicht nur die schwere Zeit deS Kriegeö gut zu überstehen, sondern auch vorgesorgt haben, daß sie die späteren Ereignisse nicht unvorbereitet treffen. Leider gibt es andere Vereine, die ohne jede Kalkulation gewirtschaftet und Anlagen geschaffen haben, die nie zur Ausnutzung kommen werden. Im Grunde genommen emp- fiehlt der Redner allen Vereinen, sich in diesen Zeiten nicht durch früher gefaßte Beschlüsse die Hände binden zu lassen und mehr Sparrabatte auszuzahlen, als der Verein erübrigt hat. Der Krieg kann in dieser Frage als„höhere Gewalt" angesprochen werden. Große Vorsicht empfiehlt Bästlein den Vereinen bei der Ware» kalkulation, besonders müsse man den baldigen Frieden ins Auge fassen, wo die Preise vermutlich enorm sinken werden. Eine Bilaim in diesem Jahr ist deshalb mit großer Vorsicht aufzustellen. Die Ausführungen werden mit großem Interesse beifällig aufge- nommen und seinen Vorschlägen ohne Diskussion beigetreten. Nunmehr folgt das Referat von Valentin Liebmann» Frankfurt a. M., der von der Uebcrwcisung der Mitglieder von einem Verein zum andern spricht. Seine Vorschläge zeigen viel Sachkenntnis Und organisa- torische Erfahrung. Er wünscht, daß die Mitglieder liebevoll von einem Verein an den andern weitergemcldet und vom neuen Ver- ein in gleicher Weise empfangen werden. Er schlägt dazu folgende Wege vor: Für den Fall des Fortzugs eines Mitglieds nach einem andern Orte verpflichtet sich die unterzeichnete Konsumgenossen- schaft, folgende Maßnahmen zu ergreifen: l. die neue Adresse des verziehenden Mitglieds festzustellen! 2. dasselbe bei Aufkündigung der Mitgliedschaft anzuhalten, sein GeschäftSauthaben und die ihm zustehende Rückver- aütung der zuständigen Konsumgenossenschaft seines neuen Aufenthaltsorts zwecks Einzahlung auf Geschäftsanteil über- weisen zu lassen; 8. soweit fortziehenden Mitgliedern ein Darlehen gewährt wird, darf dieses nicht mehr als die Hälfte deS Guthabens dieser Mitglieder betragen; 4. die Adresse des fortziehenden Mitglieds und die schätzung»- weise Höhe des zu überweisenden GcschäftSguthabenS der in Frage kommenden Konsumgenossenschaft mitzuteilen; 5. die Ueberweisung des Guthabens nach Genehmigung der Jahresrechnung durch die Generalversammlung vorzu- nehmen. Für den Fall des Zuzugs eines Mitglieds einer anderen Genossenschaft verpflichtet sich die unterzeichnete Konsumgenossen- schuft: 1. das ihr überwiesene Mitglied sofort nach Erhalt der An- eige beziehungsweise nach erfolgtem Zuzuge besuchen zu lassen und zur Erklärung seines Beitritts zu veranlasseu; 2. sofern das hetreffcnde Mitglied seiner bisherigen Genossen- schaft seinen Fortzug erst nachträglich mitgeteilt hat, auch den NebertveisungSscheln unkerzelchnen zu lassen und an die betreffende Genossenschaft einzusenden; 3. dem überwiesenen Mitgliede das Eintrittsgeld zu erlassen. Diese Vorschläge werden einstimmig gutgeheißen. Das nächste Referat erstattet Lorenz- Hamburg über den internationalen Genosscnschaftsbnnd. Er berichtet von den vielfachen Versuchen, die gemacht worden sind, die internationalen Beziehungen fortzusetzen. Die Genossen in England sind uns dabei am weitesten entgegengekommen. Auch Anregungen zu Friedenskundgebungen sind gepflegt worden; in- zwischen erscheint auch das„Bulletin", das internationale Mit- teilungsblatt des„Bundes", wieder. Der Abonncntenstand beträgt in Deutschland 1303, in anderen deutschsprecheiidcn Ländern 400. Außerdem wird das Organ noch in französischer und englischer Sprache hergestellt und verbveitet. Recht eingehend verbreitet sich Lorenz über die englische Genosseiischaftsbewegung und ihre Stellung zum Kriege, die sich in letzter Zeit wesentlich zugunstew der " enseitigen Annäherung geändert, richtiger gebessert hat. Zum luß wünscht Lorenz, daß recht bald daS Zauberwort„Organi ätion" allen Ländern neue Entwicklungsmöglichkeiten bringt. Partei, Gewerkschaften und Genossenschaften, daS sind die dre' Zlemente, die die Arbeiter aller Länder befreien. Und diese Befreiung muß jedem Lande selbst überlassen bleiben. Wenn wir in allen Ländern so arbeiten, dann muß eine Verständigung möglich sein. Wir wünschen dringend den Frieden. Jetzt gilt es kernen Streit darum, wer den Krieg angefangen hat, sondern, wie wir ihn am schnellsten beenden können. Jeder Tag länger, ist eine große Schuld! Leider tobt draußen noch immer der Krieg. Unser ganzes Volk, alle Völker sehnen den Friede» herbei. Mögen bald die Staatsmänner kommen, die das rechte Wort finden, die das erlösende Wort auch aussprechen. Wir wollen indessen mit unserer Arbeit den Friede» vorbereiten, sie ist die beste Gewähr mit, daß er bald kommt lind daß er dann ein dauernder sein wird. Die lebten Ausführungen werden wiederholt von stürmischem Beifall unterstrichen. Am Schluß erhebt sich ein lanaanhaltender Beifallssturm, der zeigt, wie sehr Lorenz jedem der Neunhundert ans dem Herzen gesprochen hat. lieber die UnterstützungSkasse des Zentralverbaudes referiert Heinrich Kaufmann, den Bericht der Fort- b i l d u ii g s k o in in i s s i o n erstattet Aug. M ü l l e r-Hamburg, der auch über die Tätigkeit des Tarifamtes nähere Dar- legungen macht und zu dem Schluß kommt, allen Vereinen die strikteste Beachtung der Tarifverträge zu empfehlen, weiter Neu- abschlüsse von Tarifverträgen zu fördern. Dann erstattet A. v. Elm den Remsionsbericht. Sein Antrag, sich mit der Tätigkeit des Vorstandes einverstanden zu erklären, fand keinen Widerspruch. Auch die Vorschläge Bästlein-Hamburg über Verteilung von Zuwendungen usw. fanden Züstimmung. Die turnusmäßige Ausscheidung der Vorstandsmitglieder Bnrth-München und Lorenz- Hamburg sowie dreier Ausschuß- Mitglieder fand ohne weitere Erörterung statt. Der Vorschlag für 1917, den Bästlein vertrat, fand keinen Meinungsaustausch, er wurde im Sinne des Vorstandes erledigt. Damit waren die Arbeiten des Gnossenschaftstages erledigt. öonn 51h ton<3ic an �negs&tiefel mit Mblzfohle NerH-u.Toursn öiiefcf*"JörfcjQc Siisfes ;€cincn'<5cftuftc Sport»**(Sünö&ten MSMMyrSen paftenfcJ leipziQersPrass* Alexarxierpl&fz n frankfurter Allee Grosse Jiuswahl in ßisscjjränken ersfklass. Fabrikat Tn'n m" Znk- 108a bledi oder Qlas azrTgTTTXXZTTTT»TYTTTYTrTTTT« GSas,PorziUiii, Steingut, HausiialfusisareiSiei Pressglas» garnitnr»naÜBl»J Kompottieren 8, 10, 12 bis 55 Pf- Korapotteller........... HPi Küchenteller....... 40, 65 Pf- Käseglocken........... 60 Pf- Butterdosen............ 28 Pf- Zuckerschalea...... 10, 15 Pf- _ Besonders i3reis«;eri;_ Kompottschalen 22, 40 Pf- Butterkühler..... stück 75 Pf Vasen a-Pressglas, Stück 50 Pf 1C0 Geleedosen dekoriert, Stück 75 Pf- Butterdosen mit Goldrand, 65 Pf- Tassen Qoldr. 18, dekor.18, 22 Pf- Pressglas- garnittir«H Franbrarf (( Kompottieren 12, 20, 2 5 Pf- bis l10 Kompotteller........... 8 Pf. Käseglocken........... 95 Pf- Buttergiocken........ 80 Pf Zuckerschalen.......... 32 Pf- Fruchtschalen.......... lco Kaftseserwlgg silgS!; Kaffeekannen-... I25 1 40 bis 225 Teekannen........... lso 328 Milchtopfe.... 35, 40 Pf- bis l60 Zuckerdosen.- 65, 85 Pf bis l60 Tassen................ 3 5 Pf. Frühstücksteller........ 32 Pf. wnrtschans-flrtlRel Fruchtsaftbeutel.......... 95 pi. Wäschetrockner.......... I10 Gurkenhobel.... 55 pr. l50 2C0 Kirschentkerner...... 12, 25 pt. Fliegenfänger........ 35, 45 pi. Drahtglocken..... 38, 45, 60 Pf. Giesskannen...... 80, 95 Pf. I05 Blumsnasnpcl..... 7S pr l25 Sftzbadewan�sei 930 II50 WascI?zoJ3erHon,zbDd.i251200IS50 llsässi- Ipparate Unsere Spezialmarke„HERTIE" für alle Sorten Gläser verwendbar Elnhorfe- G läser in allen Grössen Enge Eorm: 45, 55, 60, 70 Pf. 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Sonstige Btanchenangelegenheiten. Vergolder am Dienstag, den 27. Juni 191V, abends S Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15, Saal 5. Tagesordnung: 1. Die Antwort unserer Arbeitgeber betreffs Xenerungsznlagen. 2. Ter paritätische Arbeitsnachweis und die Maßnahmen der Arbeitgebervereinigung. 3. Branchenangelegenheitcn. Mode«- und Fabrittischler Modelldrechsler. Mittwoch, den 28. Juni, abends 8 Uhr, im Lokal von Wald, Pflugstr. 5. Stellmacher. Tonnerstag, den 29. Juni, abends 8'/z Uhr, im Rosenthaler Hof, Rosenthaler Str. 11/12. Tagesordnung: 1. Bericht von beiden(öcneralvcrsammlungcn. 2. Branchen- angelegenheiten._ Vertrauensmännerversammlung der Bautischler aller Sezirke uud eharlatteiibiirgs Mittwoch, den 28. Juni, abends 8 Uhr, bei Boeker, Weberstr. 17. Tagesordnung: Bericht der Obleute und BertrauenSmSuner. 88/8 Die Ortsverwaltnng. Verantwortlicher Nedatreur: Alfreh WiSepp, Neuwllu. Für de» SozialdetnoMseher Wahlvorein Kenkötk Mittwoch, den 28. Juni 1916, abends 8'/- Uhr, in den Passage-Festsälen, Bergstr. 131: AnperorllsntUvhe vsnsrsl-Verssmmlung. Tagesordn un g: 1. Stellungnahme zu der Generalversammlung vom 27. Mai 1916. 2. Verschiedenes. Zutritt nur gegen Vorzeigung des in Ordnung befindlichen Mitgliedsbuches. 238/4 Der Vor«t»nnni»l>ozitl,«loa 1.«IilU 1016, den ganzen Dag geschloffen. Die wanken Mitglieder werden ersucht, ihre Unterstützung bis Freitag, den 86. Jnni, abzuheben.-Diejenigen trauten Mitglieder, deren Zahltag am Sonnabend, den Z. Juli ist, geben Buch und Karte bis späteilens 28. Juni ab und erhalten am Freitag, den 39. Juni, ihre UMerstützung. Vorstehendes findet leine Anwendung bei solchen Mitgliedern, welche fich k Krankenhäusern oder Heilstätten befinden und die ihre Unterstützung erst nach Beendigung der Krankheit abheben. 119/1 Dl« DrtsvervvsUims. Für Zlhevlnatlkkr tmd Nervenleidkude. JahrelangeSchmerzen mit Togal behoben. Herr Konrad Gras, Döchingen, schreibt u. a.:»Ich dabe mit Togal-Tabletten guten Erfolg gehabt. Meine Frau hatte schon jahrelang rheumatische Schmerzen un Kopf und Nütlen und alle ärztlichen Mittel waren ersotglos. und fo nahm ich Zuflucht zu Togal-Tabletten. von denen'ch durch Zufall euadren hatte. Tank der Anwendung dtefer Tabletten ist das Leiden pht behoben." Leiden auch s>te nicht langer! Ebenso wie bei dibeuma wirkt Toga l ersabrungsgemäß rasch und dauernd bei Hexenichuß, Ischias, schmerzen m den Gelenken und Gliedern fowie bei Nerven- un» Kopsfchmerzen, felbst m verzweiselien Fällen. Hervorragende Aerzte verordnen Togal-Tabletten. In allen Apotheken erhaltlich. Jnjertueiueil vercmtw.t Th. Glocke, Berim. Druck u-iserlag: Vorwärts Buchdruckeret u. Perlagsanstalt Paul Singer&t!£o, Berlin SW, Nr. 172. 33. ZahrMg. 2. srilW des ,|oriüirlä" gttlintt WMM Sllsvtllg. 25. Inni 1916. Aufhebung üer Freiexemplare. Ten Jnsaffen der Hospitäler, Heim- und Heilstätten zur Kenntnis, dost die Lieferung von Freiexemplaren, wie sie bis her in zahlreichen Fällen erfolgt ist, in Zukunft eingestellt werde» must. Nach einer neuen Verordnung über die Einschränkung des PapierverbrauchS ist über die Lieferung von Freiexemplare« folgende Bestimmung getroffen: Die Lieferung von Frei- und Werbe exemplaren von solchen Zeitungen, Zeitschriften und sonstigen periodisch erscheinenden Druckschriften, die ganz oder teilweise auf maschinenglattem holzhaltige» Druckpapier hergestellt sind, ist verboten, gleichgültig, ob die Lieferung auf längere oder kürzere Zeit, ob sie durch Ber leger oder durch Mittelspersonen erfolgt. Die Lieferung von Pflichtexemplaren an Behörden wird von dieser Be� stimmuug nicht berührt, ebenso ist die Abgabe von Frer exemplaren an Mitarbeiter, Lazarette und Soldatenheime, jedoch nicht mehr als ein Exemplar, und die Abgabe von Belegexemplaren an Inserenten gestattet. Tie in Betracht kommenden Leser werde» a»f diese« Wege auf die Aenderung anfmerksam gemacht. Mus Groß-öerlin. die Wirksamkeit üer neuen Zleischkarten. Mit dem morgigen Tage beginnt die Wirksamkeit der Grotz-Berliner Fleisckikarte. Tementspreckend hat der Ma- gistrat Berlin die Verordnungen über die Regelung des Fleiickverbraucks vom 23. Mai 1916 und die dazu ergangenen Ausführungsbestimmungen zugleich auf Grund der in der Zwischenzeit gesammelten Erfahrungen in eine der neuen Regelung entsprechende Fassung gebrocht. Da die Berliner Fleischkarte für den Zeitraum bis zum 2. Juli ausgestellt war, bedurfte es zunächst der Außerkraftsetzung des Ab schnittes D der bisherigen Fleischkarte. Vom 26. Juni ab darf nur auf die neue Fleischkarte Fleisch abgegeben und entnommen werden. Tie Fleischkarte der einzelnen Gemeinden und Kreise unterscheidet sich nur durch die Farbe. Sie ist für alle Groß-Berliner Gast- und Speisebetriebe, also auch insbesondere für Kantinen gleich- mäßig gültig. Die einzelnen Abschnitte berechtigen in Groß- Berlin zum Bezüge der gleichen Wochenmenge, d. h. in der Woche vom 26. Juni bis 2. Juli auf insgesaint 239 Gramm. Durch die Gestaltung der neuen Fleischkarte(drei Vollab- schnitte und vier Teilabschnitte) ist die Möglichkeit gegeben, Fleisch auch in geringeren Quantitäten zu entnehmen, einen Vorteil, der insbesondere den Besuchern von Gast- und Speise- wirtschaften zugute kommt. Für die Gastwirtschaften von Be- deutung ist. daß nach der neuen Verordnung ausdrücklich Zunge und Brägen, Euter und Unterbein als nicht der Fleisch- karte unterliegend bezeichnet werden, so daß manche Unklar- betten, die bisher im Gastwirtsgewerbe bestanden haben, be- seitigt sind. Ferner ist wesentlich die Bestimmung der neuen Verordnung, wonach Frischwurst, Eingeweide oder Schwänze doppelt so hoch wie Fleisch mit eingewachsenen Knochen be- wertet werden. Tie Bezugsscheinregelung für Gastwirtschaften sollt fort. Letztere erhalten vielmehr Fleisch und Fett durch den Lieferanten gegen Vorlage der von ihm ausgestellten Quittung über die bei ihm von dem Schank- oder Speisewirt für die vorhergehende Woche abgelieferten Fleischkartenab- schnitte. Im Interesse der Bevölkerung, welche in den regel- mäßigen Verkaufsstunden durch Arbeit am Einkauf verhin- dert ist, ist die Bestimmung getroffen, daß der Fleischer in der Stunde von 7 bis 8 Uhr abends lediglich solche Fleisch- karteninhaber zu befriedigen hat, die in der für sie angesetzten Verkaufsstunde aus begründetem Anlaß den Einkauf nicht vornehmeit können. Im übrigen bleibt es bei der Bestini- mung. daß jeder Fleischer und Fleischverkäufer durch Aushang im Schaufenster oder an sonst von außen bequem sichtbarer Stelle am Abend vor jedem Verkaufstag von 7 Uhr ab die Nummern des Kundcnverzeichnisses bekannt zu geben hat, für welche an diesem Verkaufstage Ware vorhanden ist. Er hat dabei die auf den einzelnen Verkaufstag entfallende Kunden- zahl auf seine Geschäftsstunden zu verteilen und diese Ver- teilung auf dem Aushang bekannt zu geben. In den Tagen vom 26. bis 29. Juni ist jedem Berliner Einwohner die Möglichkeit gegeben, sich i n d a s K u n- öenverzeichnis eines anderen Schlächters für die nächste Fleischkartenperiode eintragen zulassen. Wer einen solchen Wechsel seines Lieferanten beab- sichtigt, hat zunächst seine Löschung im Kundenverzeichnis seines bisherigen Lieferanten herbeizuführen. Letzterer ist verpflichtet, die Löschung zu bewirken und dem Kunden über die Abmeldung eine schriftliche Bescheinigung auszustellen, aus der die bisherige Nummer des Kundenverzeichnisses hervorgeht. Nur gegen Vorlegung und Abgabe dieser Bescheinigung darf die Eintragung in das Kunden- Verzeichnis des neuen Lieferanten stattfinden. Jedem Kunden ist eine Bescheinigung über die ihm zugewiesene Nummer auszuhändigen.___ 250 Gramm Fleisch pro Kopf i« nächster Woche. Nach einer gestern erlassenen Bekanntmachung des Ma- gistrats beträgt entsprechend dem letztwöchentlichen Viehauf- trieb die auf den Kopf der Berliner Bevölkerung entfallende W o ck e u in e n g c an frischem Fleisch oder frischem Fett für die Zeit vom 26. Juni bis 2. Juli 1916 2 3 9 G r a m m. Entsprechend der mit dem 26. Juni in Kraft tretend m Ein- heitlichkeit der Groß-Berliner Fleischkarte gilt dieselbe Wochen- menge auch für alle Groß-Berliner Gemeinden und Kreise. Tie Abtrennung der Abschnitte der Fleischkarte. Aus Zuschriften geht hervor, daß in einer Reihe von Fällen von Schlächtern Fleischkartenabschnitte abgetrennt worden sind, ob- ivohl Fleisch nicht verabfolgt worden ist. Diese Abtrennung ist in manchen Fällen damit begründet worden, sie sei notwendig, um für die nächste Woche Fleisch ju erhalten. Nach unseren Informationen ist die Abtrennung von Fleischkartenabschnitten ohne Verabfolgung von Fleisch unzulässig. ES gibt Leute, die sich veranlaht sehen könnten, in einer Wirt- schaft ein Fleischgericht zu essen, um wenigsten» einmal in der Woche Fleisch zu erhalten. Da» können sie nicht, wenn ihnen die Fleisch- kartenabschnitte selbst dann abgenommen werden, wenn sie ohne Fleisch bleiben._ Dir Höchstpreise für WerdrrschcS Odst, die von der Preis- Prüfungsstelle für den Großhandel festgesetzt sind, haben in weiten Kreisen berechtigten Anstoß erregt. ES ist bekannt, daß für gutes WerderscheS Obst immer schon angemessene Preise gezahlt worden sind, aber die von der Preisprüfungsstelle festgesetzten übertreffen alles, was man hoffen durfte. Die Preise sind nach Anhörung der Produzentenireise bestimmt worden, das scheint doch eine recht einseitige Informationsquelle zu fein. Preis festsetzungen sollen doch auch auf die Konsumentenkreise Rücksicht nehmen. Von dieser Rücksicht ist wenig zu spüren, wie überhaupt bei Preisfestsetzungen das Konsumentew interesse fast stets zu kurz kommt. Eine Unterscheidung zwischen Werderschem und anderem Obst ist auch schwer zu ziehen. Seit Jahren kann man in Werder von Obstzüchtern selber die Klagen hören, daß sehr viel WerderscheS Obst feilgehalten wird, daS Werder nie gesehen hat. Man wird einen Trost darin finden müssen, daß Obst zu leicht verderblichen Lebensmitteln gehört und nicht lange liegen bleiben kann. ES mutz schnell verkauft werden, so daß dieser Moment preisdrückend wirken wird. Wenn schon olle anderen Lebensmittel hoch im Preise stehen, so sollten doch wenigsten» die Preise für Obst so sein, daß weite Kreise solche» kaufen können. Milchversorgungsstelle Groh-Berlin. Die Groß-Berliner Gemeinden und die beiden Landkreise Teltow und Niederbarnim haben sich, ähnlich wie dies bereits bei der Butterversorgung der Fall ist. zu einer Milchversor gungsstelle Groß-BerlinS zusammengeschlossen, um die Milch Versorgung wirksamer durchführen zu können. Die laufenden Geschäfte der Milchversorgungsstelle Groß- Berlin werden durch die Butterversorgungsstelle Groß- Berlin mitgesührt werden. Tie nächste Aufgabe der Milchversorgungsstelle wird es sein, selbst reichlicher Milch noch Berlin heranzuschaffen. Im Anschluß hieran beabsichtigt sie sodann eine angemessene Verteilung der Milch innerhalb ihres Bezirks herbeizuführen. Was die Preispolitik anlangt, so ist in dieser Beziehung der Weg durch die inzwischen getroffenen Maßnahmen der Re gierung vorgeschrieben. Bisher waren bekanntlich Produ zentenhöchstpreise für Milch nicht festgesetzt. Schon seit langem war eine Steigerung der von den Erzeugern geforderten Preise zu verzeichnen. Durch Anordnung vom 14. Juni 1916 haben nun die Landeszentralbehörden den Erzeugerhöchstpreis auf 24 Pf. frei Bestimmungsort für die Groß-Berliner Ge meinden und Kreise festgesetzt. Hieraus ergab sich unter Bei beHaltung der bisherigen Spanne von 8 Pf. ein Großhandels preis von 27 und ein Kleinhandelspreis von 32 Pf. Dieser Kleinhandelshöchstpreis tritt am 26. Juni 1916 in Kraft. Abgabe von Eiern auf die Brotkarte. Unter Aufhebung der Verordnung betreffend Abgabe von rohen Hühnereiern an Verbraucher vom 9. Juni 1916 ist durch Verordnung vom 23. Juni nunmehr bestimmt, daß die Ab- gäbe von rohen Hühnereiern unmittelbar an die Verbraucher vom Montag, den 26.°Zuni. ab nicht mehr auf die Fleische karte, sondern aus die für die Woche gültige Brotkarte zu er folgen hat. An den sonstigen Bestimmungen der Verordnung ist nichts geändert._ Anmeldung des Eierbedarfs durch Wirtschafte« und Pensionen. Der Magistrat fordert alle diejenigen, welche in Berlin ein Hotel lGasthof oder Fremdenlogi«), ein Hotel aarni oder Pensionat, eine Gast- oder Schankwirtlchaft, eine Speiseanstalt oder einen PrivatmittagStisch betreiben. Pensionen unterhalten sowie Kondito- reien und Bäckereien sowie all» sonstigen Eiergroßverbrauchcr auf, ihren durchschnittlichen Eierbedarf sllr«ine Woche, spätesten» bi» zum 20. Junt d. I. einschließlich anzumelden. Die Anmeldung er- folgt an den Stellen, welche in den Bekanntmachungen an den öffent- lichen Anschlagsäulen angegeben sind. Der Bedarf ist sorgfältig zu berechnen und wird vom Sachverständigen nachgeprüft werden. Zu- schläge sind unzulässig. Pünktliche Anmeldung ist die Voraussetzung für eine rechtzeitige Versorgung mit ausländischen Eiern. Gegen Schuhsohlen aus Pappe. Die Preise für Schuhwerk sind rapid gestiegen und weiten Kreisen der Bevölkerung bereitet die Beschaffung von Fußbekleidung große Schwierigkeiten, da da» Einkommen vorzugsweise auf die Ernährung verwendet werden muß. Nicht genug damit, daß da» Schuhwerk sehr teuer ist, läßt es in bezug auf Haltbarkeit alle» zu wünschen übrig. Wie auch auf anderen Gebieten, so hat man auch in der Schuhwarenindustrie zu Ersatzmitteln gegriffen. Damit aber wurde die Bevölkerung noch mehr über» Ohr gehauen wie früher. Dieser Uebervorteilung will eine neue BundeSrat»verordnung ab- helfen. Wir haben im allgemeinen die Bestimmungen schon mit- geteilt. Bei der Wichtigkeit der Sache geben wir die wesentlichsten Bestimmungen im Wortlaut wieder. Sie lauten: „Ledernes Straßenschuhwerk, dessen Absatz oder Lauffohle ganz oder teilweise oder dessen Brandsohle oder Hinterkappe ganz oder zum größeren Teil au» Pappe oder au» einem anderen Stoff besteht, der nicht geeignet ist, Leder zu ersetzen, darf gewerbS- mäßig nicht hergestellt, seilgehalten, verkauft oder sonst in Ver- kehr gebracht werden. Das gleiche gilt für ledernes Straßen- schubwerk, dessen Absatz im oberen(Lauf-) Teil au» einem anderen Stoff al» Leder besteht. Besteht die Laufsohle ganz oder teilweis« aus einem Stoff, der geeignet ist, Leder zu ersetzen, so muß sie mit einer entsprechenden Bezeichnung versehen sein. Wer ledernes Straßenschuhwerk zum Weiterverkauf an einen anderen abgegeben hat, ist verpflichtet, diesem auf Verlangen Auskunft über die für den Absatz, die Laufsohle, die Brandsohle und die Hinterkappe ver- wendeten Stoffe zu erteilen." Hierzu sind gleichzeitig Ausführungsbestimmungen erlassen worden, denen wir folgendes entnehmen: „Die Vorschriften sind auf Schuhwerk anzuwenden, das zum Gebrauch auf der Straße, beim Wandern, auf der Jagd und der- gleichen bestimmt ist, und das in der Hauptsache aus Leder zu bestehen pflegt, ohne Unterschied, ob eS für Männer. Frauen oder Kinder bestimmt ist. Dazu gehören auch Lederschuhe mit Stoff- einsähen sowie Lackstiefel und Lackschuhe; Zeug- und Leinenschuhe. Strand-, Tennis-. Turn-, Kletterschuhe und dergl. fallen nicht unter die Vorschriften der Zierordnung, auch nicht gewendetes Schuhwerk, Tanz- und Hausschuhe, Pantoffeln u. dergl. Das Verbot gilt f ü r Pappe jeder Art." Ein Anzahl Paragraphen haben vornehmlich Interesse nur für Erzeuger und Händler, ttcklären aHriding», hergestellte Leder nicht die Haltbarkeit habe, wie da» stüher der Fall gewesen ist, immerhin aber ist e» notwendig, die Bevölkerung vor Schaden zu bewahren, der durch die Herstellung von Schuhsohlen au» Pappe angerichtet wird._ Die Lohnzahlung an jugendliche Arbeiter. Bekanntmachung. Amtlich. Berlin. 23. Juni.(W. T. B.) Die erhöhten Preise der Lebenshaltung erfordern eine Erhöhung des an jugendliche Personen künftig auszuzahlenden baren Arbeits- Verdienstes. An Stelle des§ 1 meiner Bekanntmachung vom l8. März 1916— O. Nr. 69514— tritt daher folgende Vorschrift: § 1. An jugendliche Personen beiderlei Geschlechts darf bis ihrem vollendeten 18. Lebenszahre von ihrem baren Arbeits- verdienst, gleichgültig ob dieser nach Zeitlohn, Stücklohn oder auf andere Weise berechnet ist, für jede Woche nicht mehr als 21 Mark und außerdem ein Drittel des 2 1 Mark über- steigenden Betrages ausgezahlt werden. Dabei sich ergebende Beträge von weniger als eine Mark sind ebenfalls bar aus- zuzahlen. Diese Bekanntmachung tritt am 3. Juli 1916 mit der Maßgabe in Kraft, daß sie auf die an diesem Tage und später stattfindenden Lohnzahlungen Anwendung findet. Der Oberbefehlshaber in den Marken. gez. von Kessel. Generaloberst. Verbot der Ausführung von Schriften und Drucksachen über die ReichSgrenzen. Da» Oberkommando in den Marken macht bekannt: 1. Reisende dürfen grundsätzlich keinerlei Schriften oder Drucksachen mit über die Reichsgrenze nehmen. 2. Briefe, Postkarten und sonstige Aufzeichnungen, die Mitteilungen an einen anderen enthalten, sind auf den ordentlichen Postweg zu leiten. 3. Ausnahme: Schriften und Drucksachen, insbesondere Geschäftspapiere, dürfen ausnahmsweise mitgenommen werden a) wenn ihre Mitnahme zur Erfüllung der Rcisezwecke unbedingt erforderlich ist. d) wenn sie auf daS unbedingt notwendige Maß besckränkt sind und o) vor der Grenzüberschreitung amtlich geprüft werden. 4. Zur Vermeidung vonUnzuträglichkeitcn an der Grenzübergangsstelle ist es geboten, daß der Reisende die nach 3 mitzunehmenden Schriften und Drucksachen vor dem Antritt der Reise amtlich prüfen und ei ll siegelt! läßt. Zu diesem Zweck wendet er sich im Bereich des Ober- kommandos in den Marken mündlich oder schriftlich on die militärische Postüberwachungsstelle beim Postamt Berlin 0. 17 oder an die Königliche Kommandantur Berlin. das Könizl. Garnisonkommando Brandenburg o H.. , Königl. Garnisonkommando Frankfurt a. O.. Königl. Garnisonkommando Cottbus. Außerdem bei Reisen nach Oesterreich-Ungarn an daS Königl. Polizeipräsidium— Abt. VII— Bcrlm. » Königl. Polizeipräsidium Charlottenburg. » Königl. Polizeipräsidium Berlin-Lichtenberg. » Königl. Polizeipräsidium Neukölln, die Polizeiverwaltung Brandenburg a. H.. . Polizeiverwaltung Frankfurt a.£>., „ Polizeiverwaltung Cottbus. 3. Der Reisende kann nur dann erivarten, daß die Mitnahme der Schriften usw. keinen weiteren Schwierigkeiten an der Grenze begegnet, wenn Siegel und Hülle ganz- lich unbeschädigt sind. Polizeiprästdcnt v. Oppen teilt dazu mit: Die Dienststelle zur Prüfung der Schriftstücke befindet sich für Berlin im Zimmer 190» des Königl. Polizei- Präsidiums, 1 Treppe, Aufgang aus dem überdeckten Hoi; Geschäftsstundcn von 8—3 Uhr. Die Schriftstücke sind 48 Stunden vor Antritt der Reise vorzulegen. Die Zahl der Postpakete, die weder dem Empfänger aut- gehändigt noch an die Absender zurückgegeben werde» könne», hat seit einiger Zeit bedeutend zugenommen. Schuld daran ist. daß sich die nicht haltbar genug befestigte Aufschrift der Paleto unterwegs ablöst, und daß in den Palelen keine Angaben enthalten sind, die beim Fehlen der Paketaufschrist Auskunft über den Empfänger und den Bestimmungtort geben. ES empfiehlt sich, in die Pakete, der denen e» die Verpackung ermöglicht, obenauf einen Zettel mit dem Namen, dem Wohnort und der Wohnung de» Empfänger» zu lege». Brrschwundcn ist seit dem 20. d. M. der 7jährige Karl Eckert aus dem Grünen Weg 16. Er befindet sich in Begleitung emcS Igjähriaen Knaben, der ihn verschleppt hat. Nachrichten über den Verbleib de» Kleinen sind an grau Klara Eckert, Grüner Weg 16, zu richten._ Selbstmord zweier Dienstmädchen. Erhängt hat sich gestern die 6Sjährige Hedwig Ballhaus«», die schon seit mehreren Jahren bei einer Herrschaft in der Halberstädter Straße 7 in Wilmersdorf in Stellung war. Der Grund zu der Tat ist nicht bekannt. Zu gleicher Zeit machte da« 21jähr>ge Dienstmädchen Erna Möller, da» bei einer Familie am Hohenzollerndamm 1 in Stellung war. seinem Leben ein Ende, indem eS sich in seinem Zimmer er- hängte. Liebeskummer scheint die M. in den Tod getrieben zu haben. Darum„Betteljunge"? Mit nackten Füßen zur Schule zu kommen, ist in Berlin und näheren Bororten den Kindern der Volksschule nicht erlaubt. Jetzt in der KriegSzeit aber, wo das Leder rar und Schuhwerk teuer ist, wird diese» Verbot wohl nicht überall so streng beachtet. In einer G e m e i n d e s ch u l e Neuköllns hat kürzlich ein Lehrer einem mit nackten Füßen in der Klaffe sitzende» Schüler sei» Mißfallen hierüber in einer Form ausgedrückt, die die schärfste Mißbilligung und Zurückweisung verdient. Beschiocrde über diese Angeleaenheit erhalten wir auf einem Umwege: Ter Vater des Knaben schickt sie uns aus Rußland, wo er im Dienste des Vaterlandes seine Pflicht tut. Auf Grund der Angaben, die ihm seine Frau brieflich ge- macht hat. klagt er bitter darüber, daß der Lehrer den Sohn wegen seiner Barsüßigleit einen..Betteljungen" gescholten habe. Ter Knabe hat uns gegenüber auf Befragen diese Tarstellung aufrecht- tlschcrsttn/'ünv'wtt sehdfl kellten Anlaß, stwe Glaubwürdigkeit zu Lezweifeln. Die Mutter sagt uns, sie habe den Knaben ohne Stiefel zur Schule geschickt, weil sein einziges Paar beim Schuhmacher war. Wir sind bereit, anzunehmen, dah der Lehrer bei dem bösen Wort sich nichts weiter gedacht' hat. Aber, auch Gedankenlosigkeit wäre keinerlei Entschuldigung für ein solches Verhalten, durch das die Mutter des Knaben ebenso wie der Vater sich tief gekränkt und verletzt suhlt. Tatz so etwas nicht gleichmütig, hingenommen wird, hätte sich der Lehrer selber sagen müssen. In dieser Zeit der Teue- rung aller Lebensmittel und alles sonstigen Bedarfs wird es un- bemittelten Eltern und besonders Kriegerfrauen wahrhaftig schwer genug, für die Kinder heranzuschaffen, was nötig ist. Wir müssen es uns versagen, aus dem Brief des Vaters die bitteren Betrach- tungen wiederzugeben, die er an das von ihm geschilderte Vor- kommnis knüpft._ Schwer verunglückt ist bei dem Versuch einen in voller Fahrt be« findlichen Straßenbahnwagen zu besteigen der Dreher Paul Berk- holz aus der Wilhelminenhofftr. 37 in Oberschönewcids. Er wollle vorgestern abend, als er von seiner Arbeitsstätte kam. auf einen in schneller Fahrt befindlichen Straßenbahnwagen der Köpenicker Straßenbahn aufspringen. Er verfehlte jedoch den Griff und stürzte vom Trittbrett rücklings ab. Beim Ausschlagen auf das Straßen- Pflaster erlitt B. einen schweren Schädelbruch und wurde in sehr be- denklichenr Zustande nach dem Elisabet-Hospital in Oberschöneweide gebracht. Uebcr eine Kohlenoxidgasvergiftung wird aus Moabit be- richtet. Dort waren im Hause Händelstratze 3 der 60 Jahre alte Maurer August Schöppe aus der Drjesener Straße 18 und der 64 Jahre alte Arbeiter Karl Seifert aus der Dennewitzstraße 17 mit der Untersuchung der Zentralheizungsanlage beschäftigt, die in vollem Betrieb steht. Gestern nachmittag wurden beide be- sinnungslos von dem Pförtner des Hauses vor der Anlage-lie- gend' aufgefunden. Die sofort herbeigerufene Feuerwehr stellte bei den Verunglückten Wiederbelebungsversuche an, konnte aber nicht mehr helfen, da der Tod bereits eingetreten war. Die Leichen der Bedauernswerten �wurden dem Schauhause zugeführt. Beide Männer waren verheiratet.- Die Berliner Feuerwehr hatte gestern abend einen sehr gefähr» lichen Brand in der Müllerstraße 170/171 an der Ringbahn zu löschen. Dort stand in der Scherinfgchen Fabrik inmitten großer chemischer Betriebe ein Laboratorium in Flammen. Die Feuer- wehrmannschasten mußten über Hakenleitern von außen in die brennenden Räume eindringen, in denen u. a. Spiritus, Azetylen. Bromide brannten. Der Feuerwehr gelang eS durch kräftiges Wassergeben den gefährlichen Brand auf das Laboratorium zu be- schränken und alle übrigen Betriebe zu schützen. Gestern stachmittag wurde die Wehr nach der Leipziger Straße 03, nahe, der Charlottenstraße,(Pelikan-Apotheke) alar- miert, wo cher Pförtner und Fahrstuhlführer F. Klär angeblich infolge eines Fehltritts vom dritten.Geschoß aus in den Fahr- stuhlschacht gestürzt war. Die Feuerwehr brachte den Schwerver- letzten nach.dem Krankenhaus' am Urban. In der Waldstratze 16 waren infolge einer Gasexplosion Wände eingedrückt, Fenster zertrümmert, und mehrere Personen. an- scheinend leicht verletzt tvordenl' ES' gelang der Feuerwehr weitere Gefahren schnell zu beseitigen.. Um Bienenschwärme emzufangen wurde die Feuerwehr zweimal nach der Turmstraße 8, ferner nach der Ecke der Weinmeisterstraße am Rösenthaler Tor, nach dem Prenzlauer Tor, der Rostocker Straße 23 u. a Stellen gerufen. Sechs Bienenschwärme waren die Beute. /tus öen Gemeinöen. Massenspeisuug und Tonderkartoffelkarte« in Charlottenbürg. Am Mittwoch beginnt der Magistrat in verschiedenen Aus- gabestellen mit der Durchführung der Wassenspeisung. Der Preis ftir die ganze Portion beträgt 40 Pf, für die halbe 20 Pf. Am Montag und Dienstag werden in den Beratungsstellen für Volks- ernährung die Bezugsscheine zum Essenempfang für diejenigen ausgegeben, die sich bereits in den Beratungsstellen für die allgc- meine Speisung angemeldet und über diese Anmeldung einen Meldekartenabschnitt erhalten haben. Zur Empfangnahme der Bezugsscheine ist das Vorzeigen der Fleischkarte erforderlich. Jeder Berechtigte, der sich angemeldet hat, erhält für die Tage von Mitt- woch, den 28. Juni, bis einschließlich Sonnabend, den 1. Juli 1016, die geforderte Anzahl Bezugsscheine,� wofür ihm für je 4 Scheine ein Fünftel der Fleischwochenration ein großer Abschnitt oder zwei kleine Abschnitte) desjenigen Teiles der Fleischkarte, welche in der Zeit von Montag, den 26. Juni, bis Sonntag, den. 2. Juli, gültig ist, abgetrennt werden. Die Angemeldeten können alsbald auch Bezugsscheine für die Woche vom 3. Juli bis 0. Juli gegen Entwertung der für jenen Zeitraum gültigen Abschnitte der Fleisch- karte in Empfang nehmen. Auf den Bezugsscheinen ist genau ver- merkt, wo sich die Ausgabestelle zur Empfangnahme des Esiens be- findet. Die Bezahlung erfolgt nicht in der Beratungsstelle, son- dern erst in der Ausgabestelle beim Empfange des Essens. Wer sich noch nicht zu der allgemeinen Speisung angemelder hat, aber noch daran teilnehmen will, kann die Anmeldung in der Beratungsstelle seines Steuerzahlstellen-Bezirkes von Mittwoch, den 28. o. M.,'ab nachholen.' Ferner macht der' Magistrat bekannt, daß von Montag, den 26. d..M, ab, Speisekartoffeln nur gegen Vorlegung einer Haupt- brotkarte der jeweils laufenden Woche und gegen Vorzeigung �und Entwertung einer' Sonderkartoffelkarte abgegeben werden dürfe. Bortkarte und Sonderkartofselkarte haben nur Gültigkeit, wenn gleichzeitig die von einer Charlottenburger Brotkommission aus- gestellte städtische Lebensmittelkarte vorgezeigt wird. Auf eine gültige Hauptbrotkarte oder eine Sonderkartoffel- karte dürfen Höchstens drei Pfund. Speisekartoffeln abgege- den werden. Mehr als-sechs Pfund Kartoffeln werden auf einmal nicht abgegeben. Das Mittelstück der vorgelegten Hauptbrotkarte muß vom Verkäufer auf. der Vorderseite mit kräftigen- Strichen durchkreuzt werden. Die Sonderkartoffelkarten sind vom Verkäu- fer durch Abtrennen des Abschnittes zu entwerten. Karten, deren Abschnitt fehlt, sind ungültig. Die Verkäufer von Backwaren dürfen Brot auf das Mittel- stück der Hauptbrotkarte nicht mehr verabfolgen.__ Jedem Brotkarteninhaber wird für die 71 Brotkartenwoche eine Sonder- kartoffelkarte zugestellt, die zur Entnahme von drei Pfund Kartoffeln berechtigt. Falls diese Karte nicht eingelöst wird, kann der rechtmäßige Inhaber anstatt der drei Pfund Kartoffeln bis zu 360 Gramm Brot gegen Vorzeigung' und Abtrennung des Ab- schnitts der Sonderkartoffelkarte beziehen. Diese Sonderkartoffel- karte hat nur Gültigkeit in Charlottenburg. Die Zustellung erfolgt durch Vermittlung der Hausbesitzer. Die Hausbesitzer oder ihre Stellvertreter sind verpflichtet, für ihre Mieter am Mittwoch, den 28. Juni, in der Zeit von 4— 8 Uhr nachmittags die erforderliche Anzahl Sonderkartoffelkarten bei der zuständigen Brotkommission abzuholen und am solgenden Tage ihren Mietern auszuhändigen. Gemeindevertreterfitzung in Tempelhof. In der Sitzung am 22. Juni wurde zunächst der Bericht über die Verabreichung von Frühstück in den Gemeindeschulen erstattet. Danach werden vom 6. Juni ab an den Werktagen früh'/« 7.'/« 8 und°yhS Uhr Kakao(V* Liter) sowie eine Schrippe verabreicht. Berücksichtigt werden nur Gesuche, wo Armut vorliegt und wo die Eltern vermöge ihres Berufes nicht in der Lage sind, ihren Kindern Frühstück zu verabreichen. Obwohl 2800 Schulkinder vorhanden sind, sind bisher' nur 66 Anträge gestellt und bewilligt. Diese geringe Zahl ist sehr auf- fällig. Die Gemeindevertretung bewilligte die erforderlichen Mittel in Höhe von 3000 M.. Die Gemeinde nahm Kenntnis von den neuen Grundsätzen für die Bewilligung schulgeldfreien Unterrichts .in dm Ahsen. Lehransmitm. slWwve auch Kindern der Gemeindeschulen die borgesehene Vergünstigung zu ge- währen. Die Errichtung einer Kriegsspeisehalle wurde einstimmig beschloffen und die erforderlichen Mittel im Betrage von 20 000 M. bewilligt._ Mitgliederversammlung des Wilmersdorfer Wahlvereins. In der gut besuchten Versammlung am 22. Juni erstatteten die Delegierten Bericht über die Kreisgeneralversammlung. Nach längerer Diskussion wurde folgende Resolution gegen 6 Stimmen angenommen: Die Mitgliederversammlung billigt das Verhalten der Kreis« generalversammlung von Teltow-Beeskow vom 18. Juni und ist mit der Wahl des neuen Kreisvorstandes einver- standen. Sie beauftragt den Vorstand, alle Geschäfte des Wilmersdorfer Wahlvereins nur mit dem neuen Kreisvor st and zu regeln. Stellungnahme des Tempelhofer WahlvereinS. In der Versammlung am 22. Juni waren 48 Mitglieder er- schienen. Nach Berichterstattung über die Vorgänge auf der KreiS- generalversammlung folgte eine eingehende Aussprache. Von dem erweiterten Vorstande lag eine Resolution folgenden Inhalts vor: »Die Mitgliederversammlung des WahlvereinS Tempelhof er« kennt den provisorischen Kreisvorstand zur vorläufigen Regelung der Geschäfte an. Sie erwartet, daß der provisorische Kreisvorstand sofort eine außerordentliche Kreisgeneralversammlung einberuft, und die end- gültige Vorstandswahl vornimmt.'' Der engere Vorstand legte folgende Resolution vor: »Der engere Vorstand des WahlvereinS verurteilt daS Ver- halten des Kreisvorstandes in der Generalversammlung am 18. Juni. Der Vorstand hält die Fortsetzung der Generalversammlung unter' selbstgewählter Leitung für richtig. Die Aufgabe dieser fortgeführten Generalversammlung mußte sich aber in einer Stellungnahme zu der durch das Verhalten deS Kreisvorstandes geschaffenen Sachlage erschöpfen. Nimmermehr durste die Generalversammlung die festgesetzte Tagesordnung in Abwesenheit des rechtlichen Vorstandes erledigen. Es durften nur Maßnahmen beschlossen werden dahingehend, den Kreisvorstand zur Erfüllung seiner Pflichten zu zwingen. Der engere Vorstand kann deshalb den provisorisch gewählten Vorstand nicht als zu Recht bestehend anerkennen und lehnt eine Geschäftsführung mit diesem ab. Nach Berücksichtigung der geschaffenen äußerst schwierigen und gespannten Verhältnisse hält es der Vorstand aber auch für unzweckmäßig, mit dem alten Vorstand weiter- zuarbeiten. Er wird vielmehr unter Ausschaltung der KreiS- leitung die laufenden Geschäfte nur mit den übergeordneten Instanzen, Zentralvorstand von Groß-Berlin, Kontrollkommission Parteivorstand. erledigen, und zwar so lange bis unter leitender Mitwirkung dieser Instanzen die Schwierigkeiten in der Kreis- leitung beseitigt sind. Der Vorstand richtet an die genannten leitenden Instanzen den dringlichen Antrag, unverzüglich alles in die Wege zu leiten, damit die schwere Krise im Kreise gelöst wird und unser Wahl- kreis vor der Zertrümmerung bewahrt bleibt." Die Mitglieder des engeren Vorstandes baten dringend, die erste Resolution nicht anzunehmen, denn damit würde die Spaltung beschlossen. Die erste Resolution fand jedoch die Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Hierauf legten sämtliche Mitglieder des engeren Vorstandes ihre Aemter nieder. Stellungnahme des Wahlvereins Adlershof. Der Wahlverein nahm in seiner letzten Mitgliederversammlung den Bericht von der Kreisgeneralversammlung entgegen. Alle Dis- kussionsredner erklärten sich mit dem Verhalten der örtlichen Dele- gierten einverstanden und sprachen mit Entrüstung über die von dem Kreisvorstand beliebte List, um eine allgemein verlangte Neuwahl des Vorstandes zu hintertreiben. Die Versammlung erklärte sich ferner mit dem neugewähl- ten provisorischen Vorstand solidarisch und erwartet von ihm, daß er im Sinne der alten sozialistischen Grundsätze und der auf Parteikongresien gefaßten Beschlüsse wirken und das alte sozia- listische Banner wieder zu Ehren bringen werde. Mitgliederversammlung des Wahlvereins Köpenick. In einer gut besuchten Wahlvereinsversammlung wurde der Bericht von der Kreisgeneralversammlung erstattet. Der Bericht- erstatter billigte das Verhalten des Kreisvorstandes und verurteilte es, daß die Vorschlagsliste für den neuen Vorstand in den privaten Zirkeln der Spartacusänhänger unter Umgehung der Ortsvereine aufgestellt sei. Redner kritisierte dann noch die unwahrhafte und verdächtigende Kampfesweise der Opposition, besonders einer Reihe Neuköllner Genossen, und unterbreitete der Versammlung folgende Resolution: »Die Mitgliederversammlung deS WahlvereinS Köpenick bedauert, daß die Kreisgeneralversammlung am 18. Juni infolge der statutenwidrigen Zulassung der Lichterfelder Delegierten nicht zu Ende geführt werden konnte. Die nach Schluß der Generalversammlung von einem Teil der Delegierten gefaßten Be- schlüsse und den dort gewählten provisorischen Kreisvorstand erkennt die Versammlung als rechtmäßig nicht an. Bis zur ordnungS- und statutenmäßigen Neuwahl ist allein der bisherige Kreisvorstand be- rechtigt, die Parteigeschäfle des Kreises Teltow-Beeskow zu führen. An einer von dem provisorischen Vorstand einberufenen General- Versammlung wird sich der Ortsverein Köpenick nicht beteiligen, da daS die Spaltung der Parteiorganisation bedeuten würde. Die Ver- sammlung ersucht jedoch den alten Kreisvorstand, baldigst eine neue statutengemäß zusammengesetzte Genralversammlung zur Erledigung der Tagesordnung vom 18. Juni einzuberufen." In der sehr lebhaften Diskussion sprachen u. a. auch Genossin Rosa Luxemburg und Genosse Eberlein-Mariendorf, die im Auftrage des neuen provisorischen Kreisvorstandes in der Versammlung erschienen waren. Nach Abschluß der Debatte wurde die Resolution Krüger mit 40 gegen 43 Stimmen angenommen. Zwei andere Resolutionen, die das Eintreten der Köpenicker Delegierten für den alten Kreis- vorstand verurteilten und den Ortsvereinsvorstand aufforderten, nur noch mit dem neuen Kreisvorstand zusammenzuarbeiten, waren damit abgelehnt. Zur Verbandsgeneralversammlung Groß-Berlin wurden mit 48 gegen 40 Stimmen die Genossen Wißler und Krüger delegiert._ Berichtigung. In dem Bericht über die ,, Kartoffelnot vor der Gemeindevertretung in Weißeniee" hat sich insofern ein Fehler ein- geschlichen, daß es'sich nicht um einen Kaufmann B. in der Sedan- straße, sondern um einen Kaufmann L. handelt. Gerichtszeitung. Tie Kesselexplosion, die sich am 22. Dezember v.'J. in Charlottenburg im Haus» Olbersstratze 2 ereignete und der das Leben zweier Menschen zum Opfer fiel, während zwei andere noch schwer verletzt wurden, fand gestern vor der 1. Strafkammer des Landgerichts III ihr gericht- liches Nachspiel. Die Anklage lautete auf fahrlässige Tötung und Körperverletzung und richtete sich gegen den Dampskesselfabrikanten Otto Buhe aus Borsigwalde. Der Angeklagte ist ursprünglich ge- ternter Kaufmann und hat früher i)ux Kaie»» Lütter- und Köhlens Handel betrieben. Vor einer Reihe von Jahren übernahm er dann mit seinem Bruder zusammen die väterliche Kesselschmiede, die er nach dessen Ausscheiden später selbständig betrieb. Die. wenigen technischen Kenntnisse dazu will er sich durch Selbststudium er- worden haben. Im Laufe der Zeit beschränkte er sich jedoch nicht auf die Arbeiten einer Keffelschniiede, sondern er ging auch gleich vielen anderen in ähnlichen Berufen tätigen, technisch gar nicht oder nur ganz unvollkommen ausgebildeten Leuten wie Klempncry usw. dazu über, Reparaturen kleineren oder größeren Umfangcs an Zentralheizungen zu übernehmen. Nach dem Gutachten der gerichtlichen Sachverständigen, des Privatdozenten Dr. Marx aus Wilmersdorf und des Jngenie irs Alisch, tritt dieser Umstand jetzt täglich mehr in die Erscheinung, zum Schaden der Hausbesitzer und in direkt gefahrbringender Weise für die Hausbewohner, da zu derartigen Arbeiten an gesundhettstechnischen Anlagen unbedingt eine genügend technische Vorbildung als Fachingcnieur notwendig ist. Aus diesen Mangel führten sie auch das Unglück zurück, das sich an dem genannten Tage im Hause Olbersstratze 2 an der Zentral- Heizung ereignete. Der Angeklagte hatte hier den alten sogcnann- ten Bculcr mit einem neuen, von ihm hergestellten auszuwechseln. Diese Arbeiten hatte er seinem langjährigen Monteur Schulz über- tragen, der jedoch ebenfalls keine Spezialkenntnisse auf diesem Gebiete besaß. Infolgedessen kam es zu einer fehlerhaften An- läge, die dann, als sie angeheizt wurde, bewirkte, daß in dem guf nur fünf Atmosphären geprüften Kessel gegen zehn Atmosphären Druck durch Dampfentwickelung entstanden und infolgedessen der Kessel mit gewaltigem Krach explodierte. Die Wirkung war furcht- bar. Außer argen Zerstörungen'waren von den sich im Keller aufhaltenden Personen zwei, der Monteur Schulz und der achtzehn Jahre alte Schlofferlehrling Mecklenburg, tot, zwei andere schwer verletzt' durch Verbrühen. Die ersteren waren von herumfliegen- den Eisenteilen erschtagen worden. Nach eingehender Prüfung des Sachverhalts kam das Gericht zu dem Schlüsse, daß der Angeklagte im Hinblick auf feine ungenügenden Fachkenntnisse die Arbeiten nicht hätte übernehmen dürfen, und erkannte demzufolge im Sinuc der Anklage auf 6 Monate Gefängnis. Schwere Urkundenfälschung bei der Ausübung dreister Heiratsschwindeleien führten gestern den Kellner Hermann H a r m s e n vor das Schwurgericht des Landgerichts I. Der Angeklagte ist auf dem Gebiete des Heirats- schwindels außerordentlich erfinderisch und schon mehrfach, zuletzt mit vier Jahren Gefängnis vorbestraft. Er ist auch schon im Irren- hause gewesen, aber nur für minderwertig durch ärztliches Gut- achten erklärt worden. Anfangs September wurde eine geschiedene Frau D. auf der Straße von dem Angeklagten angesprochen, der sich ihr als Reisender Willi Born vorstellte und sie zu einer Tasse Kaffee einlud. Sie leistete dieser Einladung Folge und verfiel bald in eine'Bewunderungs-Eckstase für den Angeklagten, der ihr er- zählte, er habe die Erstürmung von Lüttich mitgemacht, sei wegen einer Herzkrankheit jetzt zurückgeschickt worden und habe einen Ver- sorgungsschem; er suche schon seit langem ein Mädchen zwecks Heirat und glaube, sie würde die richtige Frau für ihn abgeben. Von da an war der Angeklagte fast täglich der Mittagsgast der Frau D. Dann erzählte er ihr eines Tages, er werde eine Stellung bei der Kriminalpolizei erhalten und zeigte ihr eine Karte mit seiner Photographie, auf deren Rückseite sich folgende Aufschrift zeigte:„Der Polizeipräsident von Berlin. Legitimation. In- haber dieses ist Kriminal-Polizei-Beamter während der Kriegszeit. von Jagow, Polizeipräsident." Vor dem Namen von Jagow findet sich ein Siegel mit dem Preußischen Wappen und folgender Aufschrift:„Der Polizeipräsident von Berlin. Kriminalpolizei." Nachdem er sich über zwei Monate bei der D. durchgefüttert und diese um verschiedene Beträge angeborgt hatte, vcrschlvand er von der Bildfläche.— In ähnlicher Weise wurde eines Tages ein Fräu- lein G. auf dem Stettiner Bahnhos von dem Angeklagten ange- sprachen, der sich ihr als Kriminalbeamter Willi Römer vorstellte und ihr die vorgedachte Legitimationskarte zeigte. Sie ging auch auf seine dann folgenden Bewerbungen ein, nachdem er ihr die Ver- sicherung gegeben, daß er sich lebhaft für sie interessiere, duldete seine Besuche, ging mit ihm aus und erhielt das Versprechen, daß er sich bald mit ihr verloben und sie nach dem Kriege heiraten werde. Gelegentlich eines Ausgangs bat er sie, ihm Geld zu leihen; er habe, so erzählte er, Pech gehabt, denn ihm sei ein Hundertmark- schein, den er in seiner amtlichen Eigenschaft abliefern mußte, ab- handen gekommen. Das Mädchen war so vorsichtig, � ihm zunächst nur einen kleineren Betrag zu geben und ihn auf später zu ver- trösten. Inzwischen wurde ihr der Mann verdächtig und sie voran- latzte seine Festnahme, als er wieder zu ihr kam.— Der Angeklagte bestritt feine Schuld und stellte alles ins Nichtwissen. Wie er zu der Legitimationskarte gekommen, ist nicht aufgeklärt worden. Nach dem Gutachten des Schreibsachverständigen Dr. Meyer rührt die Schrift auf der Rückseite der Photographie nicht von der Hand des Angeklagten her. Rechtsanwalt Dr. Puppe hielt die Behauptung, daß der Angeklagte den Zeuginnen die Ehe versprochen, doch nicht für zweifelsfrei festgestellt und hielt ihn höchstens für überführt, von einer gefälschten Urkunde Gebrauch gemacht zu haben. Im übrigen müsse die geistige Minderwertigkeit desselben berücksichtigt werden.— Vor dem Beginn der Beratung bekam der Angeklagt einen Tobsuchtsanfall und mußte gefesselt abgeführt werden.— Der Staatsanwalt beantragte zwei Jahre sechs Monate Gefängnis, das Urteil lautete auf zwei Jahre Gefängnis. Parteiveranstaltungen. Licht enberg. Sonntag, den 25. Juni, früh 8 Ubr. Zulammcnkunst der Delegiert ai zur Verbandsgenerawerlammlung bei Willi Schulz, Krön- prinzenstraße. Ausgabe der Delegierteutarteu. Britz-Buckow. Eine außerordentliche(Generalversammlung findet Dienstag, den 27. Juni, im Lokal von Westpbahl, Rudower Straße, statt. Tagesordnung: Bericht von der Kreisgeneralversammlung und Diskussion. Verschiedenes. Reinickeudorf-Lft. Die zum Dienstag, den 27. Juni, anberaumte Mitgliederversammlung des Wahlvereins sindet nicht statt. Köpenick. Dienstag, den 27. Juni, abends 8 Uhr, findet im Lokal des Genossen N. Riet, Grünauer Str. 7, die G e n e r a I v e r s a m m- lung des Arbeiter-JugendheimvereinS statt. Außer Jahresbericht und Neuwahlen stehen wichtige Anträge aus der Tages- ordnung._ Zrauenleseabenüe. Eharlottenbnrg. Der Frauenleseabend sindet Montag, den 26. Juni, im Voltshäus, Rosilienstr. 4, statt. Lichtenberg. Montag, den 26. Juni, abends 8'/. Uhr, gemeinsamer Leseabend bei Gust. Tempel, Hauptstr. 2. Vortrag des Dr. Zadel über: Frauenkrankheiten und deren Verhütung. . Mariendorf. Momag, abends 8'lz Uhr. bei Benscheck, Chausseestr. 27, Vortrag des Genossen Dr. Julius Moses über:„Die große Gesahr der Geschlechtskrantheiten. Tempelhof. Bei Hennig, Friedrich-Wilhelm-Str. 35. Jugenüveranstaltungen. Tchöueberg. Die Zusammentünste der Arbeiterjugend werden wie bisher jeden Mittwochabend im Lokal des Herrn Henkel, Meininger Str. 8, abgebalten. Da zurzeit eine vollständige Kontrolle der Bibliothek stattfindet, ist es notwendig, daß alle ausgeliehenen Bücher bis spätestens den 15. Juli d. I. in der Spedition des Herrn Bäumler, Meminger Str. 10, abgeliejert werden. Arbeiter-Tamariterbund. Kolonne Berlin. Mittwoch, den 28. Juni, abends 8'/, Ubr: Mitgliederversammlung. Köpenicker Str.«2. Bortrag des Bundesvorsitzenden E. Stein über:»Torjo und Zer- Leg.» II g desi.elb eu'. ü.. Srlefkasten der Redaktion. Tie luriftlfcSe Sprechstunde findet für«bonnenten Lindenstr. 3, IV. Pol tej.to, parterre, am Moittaz biZ Freitag von 4 dis 7 Utzr. am Eonnabend don b bis S u»r statt. Jeder für den Brieflasten bestimmten Anfrage tll ein Buchstabe und ein« Laht als Wertzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Antragen, denen leine Abonnemenlsquitlung beigefügt ist, werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trag« man in der Eprechstunde vor. Lrriräge, Echrififtülle uud dergleichen bringe man in dt« Eprcchfinnde mit. B. L. 13. 1. Die Frau würde nicht basten, denn nach KZ 1410 und lil2 des Bücgerliche-i Gesetzbuches können die Gläubiger des Alannes nicht Befriedigung aus dem eingebrachlen Ehegut verlangen. Das eingebrachte Ehegut haftet nur für eine Verbindlichkeit der Frau, die aus einem nach Eingebung der Ebe vorgenommenen Rcchtsgefchäst entsteht, wenn der Mann feine Zustimmung zu dem Rechlsgeschäfl erteilt. Die Haflung des eingebrachten Gutes der Ehefrau ist im weiteren noch durch die Beslim- münzen des Gesetzes beschränkt. In Ihrem Falle würde die Frau nicht basten. 2. Ter Gläubiger tonnte in dem Falle nur durch Subhastation die Schuld eintreiben.— Ä. 100. Der Schwiegersohn hastet nicht für den Unterhalt der Schwiegermutter.— R. H. 24. Den Krieginvaliden- rentnern steht die Familienunterstützung noch für die Dauer von drei Monaten zu.— I. H. 1. Wir empfehlen Ihnen, einen Antrag aus Löhnung zu stellen. 2. Wenn der Betreffende vor Einziehung zum Militär- dienst zum Unterhalt der Familie beigetragen hat, haben die Ellern An- Unterstützung.— H.®. BIO. 1. Sie müssen im den Hauswirt eine Aufforderung richten, Ersatz für die Türen zu schaffen. L. Nein.— I. H. 26. 1. Das Gesetz ist noch nicht in flrast getreten. 2. Deshalb können wir auch gegenwärtig die Ncntenberechnung noch nicht vornehmen. 3. Nein.— Charlottenburg SS. 1. und 4. Nein. 2. und 3. Ja. — B. 50. Oberichonewetde. Bestrafung kann deswegen nicht erfolgen. Das betreffende Mädchen kann nur durch Zivilklage Schadenersatz ver- langen.— C. L. 79. 1. Ihre Frau kann sich bei einem anderen Schlächtermeister als Kundin eintragen lassen. 2. Sie müssen sich an das zuständige Polizeirevier wenden.— F. K. Berlin. Für die Zeil, in der die Frau im Krankenhaus war, wird ihr die Unterstützung entzogen.— Invalide!>99. Ihre Anfragen sind unklar. Kommen Sie persönlich zu uns' in die Sprechstunde.— M. K. 11. Sie können gegen die An- bringung des Fensters bei dem Nachbar nichts unternehmen. Wenn Sie den Nachweis erbringen können, daß auf Ihrem Grundstück durch die Kinder des Nachbars Schaden angerichtet wird, so teilen Sie ihm das mit und verlangen Sie eventl. Schadenersatz.— R. 37. Sie sind trotz- dem zur Räumung der Wohnung am 1. Juli verpflichtet.— K. M. Ja. — Mieter. Sie können die Wohnung nicht sofort räumen, sondern müssen die Kündigungsfrist einhalten. Wenn der Wirt dem Mangel nicht abHilst, könnten Sie aus Lösung des Vertrages klagen.— O« I. Köpenick. Als Meister steht Ihnen eine Kündigungsfrist von sechs Wochen vor Quartalsschluß zu.— Spandau Wo. 1. Nein, Klage kann nur durch den Vormund eingereicht weiden. 2. und 3. Nein. Der Anspruch ist ver- jährt. 4. und 5. Auch die staatliche Unterstützung kann in diesem Falle verweigert werden, da Bedürstigkeit nicht vorliegt.— W. G. 100. Die «B der Bach« vtcht dl «n. vi» Ge- Etaatsanwaoschast würde sich metndevertretung müßt« aus Vorlegung der Abrechnung' dringen.— G. B. 9. DaS Gesetz ist noch nicht in Kraft getreten.— E. 2. Sie sind zur Stellung des Antrages jetzt nicht verpflichtet. Sie können die Todeserklärung herbeisühren. Sonst aber haben Sie mit diesem Antrag Zeit bis innerhalb eines Jahres nach Friedensschluß.— 22. Ja. — K. E. 30. Nein.— F. 10. Die Eltern müssen von dem Sohn, der zum Militär eingezogen ist, den UnterstützungSschein einsordern und dann unter Vorlegung dieses Scheines Antrag aus Kriegsunterstützunz bei der Gemeindeverwaltung stellen.— S. Z. 4. Wenn die aktive Dlenstzeit nicht zusammen(5 Jahre beträgt, so haben die Eltern allerdings keinen Anspiuch auf Auswandsentschädigung. Die Auskunft des Beamten ist daher richtia — E. S. 100. Nein.— U. K. 13 Gegenwärtig erscheint es aussichtslos, diese Papiere � zu erlangen. Die Familie wird damit warten müffen bis zur Kiicgsbccndigung.— L. M. 13. 1. Ja, wenn die Tochter zur Bc- strcitung ihres und des Kindes Lebensunterhalt nicht in der Lage ist. 2. Wenn Sie nicht triftige Gründe zur Ablehnung haben, müssen-Sie die Vormundschast annehmen. Wetteraussichten für das mittlere Norddeutichlaud bis Montag abend. Zunächst ostwärts sortschreitende Gewitter mit Ab- kühlung, später wieder etwas wärmer und zeitweise heiter, dazwischen, be- sonders im Westen öfter leichte Regensälle. Königstraße SS Chanffeestr.-HS"AS" Zurückgekehrt Dr. Gliksman * Landsberger Allee SO. Spezialarzt Dr. med.'Wockenfafi, Friedrichsir. 125(Oranienb. Tor), für Syphilis. Harn- u. Frauenleiden— Ehrlich-Hala-Kur(Dauer 12 Tage), Blutuntersuchung. Schnelle, sichere schmerzlose Heilung ohne Berufsstörung. Teilzahlung. Sprechstunden: 10— 1 und 5— 8. i Spezialarzt | für Haut«, Harn-, Frauenleiden. , nerv. 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Sonntag 12— 2 Uhr geäflneL höchstzahlend, ueoiaae Kauft inu.auBer dem Hause 858L* UalsenstraUe vi Hol I, Todes-Anzeigen| SozialäeniokratisEherWahlYErein l.il.5.BEPllnBrReiEl]stagswaliIkr. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß die Frau unseres im Felde befindlichen langjährigen Ab» ieilungssührers der 4. Abteilung, Genossin Lmma Thiemecke Linienstr. 216 verstorben ist. 222/10 Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet Montag, den 26. Juni, nachmittags 4 Uhr, von der Halle des Sophien- Kirchhofes, Freienwalder Straße, aus statt. Zahlreiche Beteiligung erwartet Der Vorstand. VErtiand dEr SattiEr und PortElEiiUlEr. Ortsverwaltung Berlin. AIS Opfer des Weltlrieges sielen die Kollegen Franz Seipelt 28 Jahre all, Fritz Groth 28 Jahre alt. Ehre ihrem Andenken: 158/4 Tie Lrtsvernialtung. OEDtsEhEr BüctibindEPVEPband. (Zahlstelle Berlin.) Den Mitgliedern die traurige Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied Thiemecke gestorben ist Ehre ihrem Andenken k Die Beerdigung findet morgen Montag, den 26. Juni, nachmittags 4 Uhr, aus dem Sophien-Kirchhos, Freienwalder Sttaße, statt. Zahlreiche Beteiligung erwartet 24/1 Die OrtSvenoaltung. Nachruf. Als Opfer bc« Weltkrieges fiel 1 am 26. Juni 1915 bei Lemberg s der Grenadier Richard Hallbauer in noch nicht vollendetem 25. Lebensjahre. Du sankst dahin, wie Rosen sinken, Wenn sie in bester Blüte stchm,~ Und heiße bitt're Tränen fließen, Weil wir uns nicht mehr wieder- seh'n. Gewidmet von Deiner Dich liebenden Gattin, Kindern, Eltern und Geschwistern. Lieber Pappa, ruh' in Frieden. »aMWcdoi' LErciiE-ElnigkBit (1876). Am 4. Juni 1916 verstarb im Kriegslazarctt als Opfer des Welt- trieges unser Sangesbruder Bernharll Weiß. Wir verlieren in dem Dahin- geschiedenen einen lieben Freund, dessen Andenken wir stets in Ehren hatten. 58/14 Der Borstand. Allen Freunden und Bekannten machen wir hiermit die traurige Nachricht, daß meine liebe, gute Frau und treusorgende Mutter Herta Dierdorf geb. Wlclce am 23. Juni plötzlich verstorben ist. Dies zeigen tiefbctrübl all t. Dierdorf und Tochter Elly. Die Beerdigung findet am Montag, d. 26. Juni, um 5 Uhr von der Leichenhalle dcS PhttippuS-Aposicl- Kirchhofes, Berlin, Müllcrstt. 44/45, aus statt. 869b c/W&eÄ/it/r'- 2$ 5W. inu is.-ai»'(äbun Bon unseren Angestellten und Hilfsarbeitern hat der Weltkrieg folgende weitere Opfer gefordert: Paul Virgils, e-Iallen 6 August 1915. Gustav Röber, verstorben 23. November 1915. Helmut Schmidt, ge,-llen 27. September 1915. Anton Will, g-kallen g. Oktober 1915. Max Geisler, gefallen 12. Oktober 1915. Gskar Haberlandt, gefallen 20. Nov-mber 1915. Heinrich Schubert, gefallen 15. Mär, me. Wilhelm Wist, gefallen 9. Mai 1916. Waldemar Kenecke, gesaa-n 12. Mm 191«. Wir werden ihr Andenken stets in Ehren halten! ver Vorstand der Allgemeinen Ortskrankenkasse der Stadt Berlin. 269/12 i Dem MeM«nieler«nf dem SrieMmlO gefoDeoen Sennsien! Im Felde gesallen sind unsere Mitglieder Gustav Schwarz O.SlBt., 217. Bez. Karl Mentke 8. Abt., 219. Bez. 209/19 Sozlaldemokr. Wahlverein f. d. 3. Berliner Relchstagswahlkr. Am 5. Juni siel auf Vorposten der 21jährige Hilfsarbeiter Wilhelm Kränzkv Ruhcplatzftr. 21, 20. Abt.. Bez. 718. 227/8 Sozlaldemokr. Wahlverein f. d. 6. Berliner Relchstagswahlkr. Am 9. Juni siel im Felde der Klavierarbeiter Felix Leopold! Pannierftr. 6, 3. Bez. Am 8. Juni siel im Felde der Metallarbeiter Willi Radowitz Lichienrader Str. 31, 16. Bez. Am 10. Mai starb im Lazarett der Handlungsgehilfe Hermanu Schaarschmidt Weferftr. 76, 8. Bez. 238/5 Sozialdemokratischer Wahlverein Neukölln. Eenoffe Musketier Paul Grunke Ref.-Jnf.-Regl. 205, am 20. Mai schwer verwundet, verstarb im Lazarett. 196/8 Sozialdemokrat. Wahlvorein Alt-Glienicke. Am 15. Juni siel unser Genosse Karl Reinzelmann Kantstr. 20, Gruppe 62. Bei einem Sturmangriff siel unser Genosse Gustav Reckzeh Doss-str. 13. 13/10 Sozlaldemokr. Wahlver. Niederbarnim. Bez. Lichtenberg. Am 22. Mai 1916 siel unser Genosse, der Mechaniker Frnst Schultze. 211/9 Sozlaldemokr. Wahlv. Niederbarnim. Bez. Reinickendorf-Ost. Am 22. Mai 1916 fiel unser Genosse, der Wehrmann Frust Ziegelsdorf Lez. 1, Gruppe 7. 18/8 Sozlaldemokr. Krelswahlver. Niederbarnim, Bez. Weilensee. Am 8. Mai 1918 fiel unser Genosse Gtto Mehlbaum zuletzt in Schildow(Kr. Nicderbarnim) wohnhaft. 914/10 Sozlaldemokr. Wahlvorein Niederbarnim, Landbez. II. Deutsch. Metallarbeiter-Verband Ortsverwaltung: Berlin. Dem Kollegen. Andenken unserer im Felde gefallenen L-l r UiiIih. SiiU Filiale Groß-Bcrlln. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß soigende Kollegen aus dem Schiachtseide gesallen sind: Gustav Pendler, 10. Revirr-Jnspektion. (leorg Wittenberg, Elektrizitätswerke. Karl Hoppe, 18. Nevier-Jnfpektiou. Hermann Beiersdorf,--traßenreinigung. Richard Lehmann, Heilstätte Lichtenberg. Wir werden ihnen ein ehrendes Andenken bewahren. 3Z/l6 Die Oirtsvern'aitiizix. Verband der Schneider, Schneiderinnen und Wäschearbeiter Deutschlands. Filiale Berlin. lern Andenken unserer ans dem KriegSschanPlotz gefallenen Kollegen k Am 2. Dezember 1915 fiel der Herrcnmabschneider, Kollege Kutou Pokorny, g-b. so?. issi. Am 8. Mai 1916 siel der Herrenmatzlchneider, Kollege Krtur Rrederseks, geb. 7 10 isoi. Ferner fiel am 21. Mai 1916 der Militärschneider, Kollege Ghristiau Schlösser, g°b. 16.1.1882 163/8.: Die Ortnvcrwaltnng. seines Nach 10 Monaten schweren Kämpsen siel am 31. Mai 1916 einem Sturmangriff mein lieber, unnergegiicher Mann, Vater einzigen Kindel, unser lieber Sohn, Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Neffe, der Jäger lliloltr Eulenfeld 4. Res.-Jäger-Batl. 3. Komp. im noch nicht vollendeten 29. Lebensjahr. Dies zeigt tiesbelrübt an 119A Emma Euieiifeld geb. Engler nebst Söhnchen Robert. Neukölln, Berliner Str. 88. Adolf Eulenfeld imd Frau Klara geb. Bünger. Eltern. Agnes Eulenfeld. Ella Ealenfeld, Schwestern. Robert Eulenfeld, Bruder. Marlin Engler nud Jirau, Schwiegereltern. Erich Engler, Schwager. � � Retnhold Tittman» und Fra», Onkel nnd Tante. Ruhe sanst in fremder, kühler Erde. Er solgie seinem Schwager Richard Klose»ach vier Monaten. Kurt BallnOW| Arbeiter, geb. 29. 8. 1895 in Berlin. Albert Gyhula, Arbeiter, geb. 8. 11. 1890 In Berlw. Paul Eugmauu, Schl-sse-, geb. 18. 4. 1879 in LangenölZ. Ernst Erdmann, Mechaniker, geb. 11. 5. 1886 in Bischosstein. Adolf Eulenfeld, Schleifer, geb. 13. 10. 1887 in Berlin. Ernst Faack, Arbeiter, geb. 22. 7. 1882 in Gutensew. Karl Gebel, Arbeiter, geb. 18. 9. 1890 in Berlin. Paul Golm, Dreher. geb. 2. 1. 1887 in Britz. Paul Grunke, Arbeiter, geb. 19. 9. 1883 in Dabei. Ernst Kaping, Schlosser, geb. 2. 12. 1892 in Papenbruch. Oskar Sukrow, Gürtler, geb. 28. 12. 1891 in Berlin. Robert Urbig, s°l»a«ise-r, geb. 31. 10. 1888 in Berlin. Karl Wülfel, Schlosse?, geb. 25. 10. 1885 in Hirschierg. .Johann Malkowski, Arbeiter, geb. 8. 3. 1888 in Reuenburg. Bruno IVIUIIer, Helfer, geb. 3. 2. 1889 in Berlin. Franz ItflUller-Sales, Kernmacher, geb. 24. 1. 1891 in Kausb euren. Georg Pfarr, Schl-sse?, geb. 13. 11. 1896 in W-ißensee. Max Rebouillon, GSrtler, geb. 8. 2. 1890 in Rixdors. Franz Schimpf ke, Schleife, geb. 12. 7. 1889 in Berlin. Karl Schlack, Drehe?. geb. 25. 6. 1895 in Berlw. Albert Schmlicker, Schlosser, geb. 5. 8. 1896 in Berlin. Ernst Schultze, Mechaniker, geb. 18. 7. 1885 in Niederschönhausen. Albert Schweytzer, Schweiße?, geb. 30. 11. 1881 in Thale. 118/20 Ehre ihrem Andenke«! Die OrtSverwaltnng. Bezirk Grost-verlin. Folgende Kollegen find im Felde gefalle«: Beek,«Joseph, Hochb-h»angeste0ter. Deon, Ernst, GeschSft-diener. Ender, Paul, Gefchsft-diener. Gottschalk, Rudolf, Lagerarbeiter. Hein, Julius, Lagerarbeiter. Heinzelmann, Karl, Geschäftsdiener. Kaupert, Georg, Geschsfudiener. Konzack, Karl, Kellerarbtiter. Müller, Paul, Müllschaffner. Steinert, Adolf, Lagerarbeiter. Trapp, Hermann, Frisekntscher. Wojahn, Albert, GeschSft-diener. Ehre ihrem Zl»denken! 65/18 Die BeslrbBleltonc. Als Opfer deS Weltkrieges fiel am 26. Mai 1916 unser lieber Kollege Willi Waschke im blühenden Alter von 22 Jahren. Sein liebevolles Wesen sowie sein aufrichtiger Charakter sichern ihm bei uns ein bleibendes An» denken. 858b Tie Kollegen und Kolleginnen des Kabelwerk» Oberspree Abt. Papirrrohr. Ruhe IgjM fcJ&W tzc l-- . oera: Dem Weltkrieg zum Opser siel an, 3. Juni 1916 mein lieber Mann, unser guter Vater. Schwiegersohn, Schwager und Onkel, der Landsturmmann •Joseph Starz vom Reserve-Jnsanterie-Rcgt. 66 im Aller von 39 Jahren, Im tiessten Schmerz s857b krau Mete Starz und Kinder. Du bist nicht tot, schloß auch Dein — Iii unseren Herzen ewigltchl- Auge sich. 1...1,- Deutscher Traiisportarbeiter-YerfaaDii. Bezirksverwaltung GroB-Berlin. Den Mllgliedern zur Nachricht, dag unser Kollege, der Industrie- arbeiter »Joseph Wittig von der Firma Kehling».Thomas. Ackerstrage, am 22. d. Mts. im Alter von 27 Jahren verstorben ist. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 26. Juni, nach- mittags 3 Uhr, von der Leichen. Halle de« Sebastian- Kirchhofes, Reinickendorf, Humboldtstrage, au« statt. Den Mitgliedern serner zur Nachricht, dag unser Kollege, der Bierfahrer Osksr Rex am 21. Juni im Alter von 11 Jahren verstorben ist. Ehre feine« Andenke«! Die Beerdigung findet am Montag, den 26. Juni, nach- mittag» 1 Uhr, von der Leichen. halle de» Anstalts-FriedhoseS in Buch aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 65/20 Bis Bezirksverwaltung. Deutscher Banarheiler-Verhaitl Zwelyvercln Berlin. Bezirk Uctaterfelde. Am 23. Juni starb unser Mit- glied, der Hilssarbeiter August Barkowski. Ehre seinem Andenken: Die Beerdigung findet morgen Montag, den 26. Juni, nach- mittags 2 Uhr, von der Halle deS ParktirchhoseZ auZ statt. Um rege Beteiligung ersucht 112/7 01« Örtlich« Verwaltung. AI» Opser diese» Weltkriege» verstarb im Kriegslazarett unser lieber Bruder. Schwager und Onkel, der Pionier 856b Paul Hinze Pionier-Regiment 36. Er solgte seinem am 13. Juli 1915 bei einem Sturmangriff ge- sallenen Bruder Richard und ieiner am 28. November 1915 verstorbenen ivtutter. Die» zeigen tiesbetrübt an Maz Mauer und Frau. Maz Kohlschmidt und Frau, als Schwäger u. Schwestern, Srlch, Willi und Franz Mauer, als Neffen, Treptow— Nmkilln. Sollst Du in fremder Erde zur Ruh gebettet sein, Du wirst in unser» Herfen doch nie vergessen sein. Ruhe sonst in Feindesland! Zlm 21. Juni entschlief nach langen, schweren Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Groh« u. Schwiegervater, Bruder, Schwager und Onkel, der Zahn- techniker �Hk-ed Scheunig im 49. Lebensjahre. Die tieftrauernden Hinter- dliebenen Frau Blnen Mchennig geb. Doli nebst Kindern. Die Einäscherung findet am Montag, den 26. d. M.. nach- mittag» 1'/, Uhr. im Krematorium in Treptow. Ki-sholzstrade, statt. ���n�euder�werbeleir��vA Am 21. Juni 1916, srüh 7',. Uhr, entschlief sanst nach langem Leiden mein lieber Mann, mein guter Vater, miser Sohn, Bruder und Schwager, der Schuhmachermeister Karl Rollack im 16. Lebensjahre. 751 Die» zeigen tiesbetrübt an Frau Marl« Ballack geb. Erdmann und Sehn. Berlin-Schöneberg, den 21. Juni. BaHnstr. 10-11. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 27. Juni 1918, nachmittags 4 Uhr, von der Kapelle de» 2. städtischen Fried. hoseS Schöneberg« iBianke Hölle), Sythstratze, aus statt._ Hiermit erfülle ich die schmerz. liche Pflicht, alle Freunde und Bekannte vom Tode meine« so wniggeliebten Manne», unseres guten, treusorgenden Vater», lieben Bruders und Schwagers, des PutzerträgerS und Milch. Händlers (justav Reckzeh Jnf.-Reg. Nr. 43, 10. Komp. in Kenntnis zu setzen. Er fiel im heitzen Kampfe am 9. Juni 1916. In tiefer Trauer im Namen aller Angehörigen 113A Anna Reckeeb, Berlin O. 112, Dossestr. 13. Still geh' ich weiter, ach. alleine, Und finster ist'», wohin ich seh'. Ich klage mcht, noch weine, Mein ganzes Leben iit ja eine liejbange Klage und ein Weh'. llik hm- Verein der Freliienber »n Berlin. Am 21. d. M. verstarb unser Mitglied, Herr Mkred Scheunig, Zahntechniker. Neukölln, Bergstr. 156 II, im 49. Lebensjahre. Ehre seinem Andenke« k Die Einäscherung findet am Montag, den 26. d. M., nach. mittag» 4'/, Uhr, im Krematorium zu Treptow-Baumschulenweg statt. Um zahlreiche BeteUigung bittet 281/19 Der Vorstand. Als Opser des Weltkriege» fiel am 13. Juni 1916 durch Ar< lillerielchufi mein lieber, unver- getzlicher Mann und guter Vater, der Landsturmmann Heinrleh Haußmann Landwehr-Jnf.-Reg. 51 9. Komp. Im tiessten Schmerz Frau Marie Haustmann nebst Dochter Hildegard. E» ist so schwer, wenn sich zwei Augen schliefen, Zwei Hände ruhn, die einst so sroh geschafft. Und meine Tränen still und heimlich fliegen Nicht vor der Welt, daheim in dunkler Nacht. Ruhe sanst in Feindesland. Lieber Papa, schlaf' in Ruh, Unsere Liebe deckt Dich zu. 85A Ans dem Felde der Ehre starb den Heldentod ganz plötzlich und unerwartet am 15. Juni mein lieber, fleißiger, goldtreuer Mann, Freund. Bruder und Schwieger- söhn, der liebe, treusorgende Vater seiner beiden Kinder, der Landsturmmann Ulbert Seidler im blühenden Alter von 40 Jahren. Die» zeigen an in tiefstem Schmerz Deine«ntröftliche Gattin nnd Söhne Brun« und Erwin. Berltn-Pankow, Berliner Str. 85. Schlafe wohl, lieber Vater, Du hast zuviel gelitten, ohne zu klagen. Dein Denken galt nur uns. E» klagt, der Schmerz in öden Hallen, wie bist du, schöner Kranz, entlaubt. De« Hauses Krone ist gefallen, geiallen mit de» Bater« Haupt. Verlassen geh« wir au« und ein! er starb— ach, wer wird mit uns sein? Du aber. den nun deckt die Erde, den Dich in schönster Manneskrast der strenge Tod von un« begehrte. von Gattin und von Kindern rafft. Schlaf wobt! Du rusit aus Himmelshöhn: Wir werden uns einst wiedersehn. 111A Danksagung. Allen denen, welche meinem lieben Mann und Bater die letzte Ehre er- wiesen haben, insbesondere dem Ver. band der freien Gastwirte, dem Kahl- verein Bezirk 409 I, den Sängern. sowie dem Genossen Melle sür die trostreichen Worte unser» besten Dank. Im Namen der trauernden Hinter. dliebenen 133A Witwe Wulf, Ebelingstr. 1. Danksagung. fr die Beweise herzlicher Teilnahme der Beerdigung unserer guten Mutter 101A Pforte Hilke sagen wir allen Teilnehmern, in«. besondere dem Gesangverein Bohns- dors, Herrn Dorner für seine herz. lichen Worte am Grobe de» Eni- schlasenen, sowie den Trägern unseren herzlichen Dank. linrl Mahr nebst Frau. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme bei der Beerdigung meine» lieben Mannes. unseres guten Vater», sagen wir allen unseren besten Dank. Insbesondere den Kollegen der Deutschen Telephon- werke, dem Metallarbelter-Verband, dem Vorstand der Seisensieder- Krankentaffe und dem Zeugschmiede. Gesellenverei». 113A h-an Marie Darnedde nebet Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und Kranzsvenden bei der Beerdigung meine» lieben Manne», unseres guten ValerS W. Morawski sage ich hiermit allen Bekannten, Hausgenossen, dem Wahlverein, Bu». binder- Verband und Neuköllner Schwimmverein meine» herzlichsten Dank. 67 A Witwe Klara MorawSki nebst Kindern Margarete MorawSki Emma Werth Karl Werth, zurzeit im Felde. _lHB59*l,,eH99Ba—leHBBHBe i. ffB8BSH9SiHBS9B99BHB6J„ erarr?uerrn, zurzei