Nr. 98. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. frei tu's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illustr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1894 unter Nr. 6919 Vorwärts 11. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Abschrift. Mart ein Tag Gefängniß substituirt wird und zur Tragung der Citat Sonnabend, den 28. April 1894. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. und ledig in das bürgerliche Leben zurückireten und sich| daß insoweit bestrafte Personen nach den Landes- PolizeiJm Namen des Königs! In der Straffache gegen den im Rampfe um's Dasein regen und bewähren könne. gesezen Aufenthaltsbeschränkungen unterworfen werden Redakteur Wilhelm Schröder zu Berlin, am 6. November 1861 Aber die Polizei rechnet anders, und das Geset tönnen, es dabei sein Bewenden behält. Wie steht es nun zu Altona geboren, evangelisch, wegen Beleidigung durch die Presse hat die VII. Strafkammer des Königlichen Landgerichts I hat sie mit Vollmachten begabt, kraft derer sie mit mit dem§ 2 Abs. 2 des alten preußischen Gesetzes über die zu Berlin in der Sigung vom 30. März 1894, an welcher Theil rücksichtslosem Zugriff, eir unerbittlicher Gläubiger, Aufnahme neu anziehender Personen vom 31. Dezember genommen haben: 1. Voigt, Landgerichtsdirektor; 2. Kannen- den einmal schuldig Gewesenen aus seinem Kreise 1842( in der Gesezsammlung für die königlichen preußischen berg, 3. Reinicke, Landgerichtsräthe; 4. Semann, 5. v. Grolman, herausreißen und ihn brotlos machen kann. WiStaaten. 1843. G. 5)? Nach§ 1 darf keinem selbständigen Gerichtsaffefforen, als Richter; Müller II, Staatsanwalt, als meinen nicht die Polizeiaufsicht. Vielmehr handelt es sich preußischen Unterthan an dem Orte, wo er eine eigene Beamter der Staatsanwaltschaft; Meyer, Referendar, als Ge- um die Anwendung bestimmter Paragraphen des Frei Wohnung oder ein Unterkommen sich selbst zu verschaffen richtsschreiber, für Recht erkannt: Der Angeklagte Schröder zügigkeitsgesetzes, die verkoppelt mit alten preußischen Ver- im stande ist, der Aufenthalt verweigert oder durch lästige wird wegen Beleidigung durch die Presse zu einer Geldstrafe ordnungen unheilvoll das Schicksal eines Menschen gestalten Bedingungen erschwert werden. Der§ 2 Abs. 2 aber von fünfhundert Mart, der im Nichtbeitreibungsfalle für je zehn können. Ein Fall, einen aus vielen, sei herausgegriffen, bestimmt, daß hiervon eine Ausnahme stattfinde, Kosten des Verfahrens verurtheilt. Alle Exemplare des infrimi- um zu zeigen, daß es hier zu bessern giebt, damit nicht wenn die Landes- Polizeibehörde nöthig finde, einen nirten Artikels in Nr. 260 der periodischen Druckschrift Vor- das Belieben der Verwaltung Herr sei über Wohl und entlassenen Sträfling von dem Aufenthalt an gewiffen wärts" vom 4. November 1893, welcher die Ueberschrift führt Wehe eines Staatsbürgers. Es genügt die einfache Ge- Orten auszuschließen. Hierzu", heißt es dann, ist die Aus einem preußischen Musterbetriebe" sowie die zur Herschichtserzählung an der Hand der amtlichen Urkunden. Landes- Polizeibehörde jedoch nur in Ansehung solcher stellung desselben bestimmten Platten und Formen find un- Der Schmiedegeselle Otto Schneider, ein Sohn des Sträflinge befugt, welche zu Zuchthaus oder wegen eines brauchbar zu machen. Den Beleidigten, und zwar dem König- pensionirten Schleusenmeisters Schneider in Cossenblatt, der Verbrechens, wodurch der Thäter fich als ein für die lichen Bergrath Stapenhorst und der Königlichen Bergwerfs- in Storkow das Schmiedehandwerk erlernt hat und in öffentliche Sicherheit oder Moralität gefährlicher Mensch Direktion zu Saarbrücken wird die Befugniß zugesprochen, die der Lehrzeit recht üble Behandlung erfahren haben soll, darstellt, zu irgend einer anderen Strafe verurtheilt worden Verurtheilung des Angeklagten auf dessen Kosten durch einmalige muß in derselben Werkstatt ein Jahr noch, nachdem er oder in einer Korrektionsanstalt eingesperrt gewesen find." Einrückung des verfügenden Theiles des Urtheils, und zwar an Er geräth dort Man sieht, mit welcher Härte das Gesetz von 1842 hervorragender Stelle in die periodische Zeitschrift„ Vorwärts" ausgelernt hat, als Gefelle arbeiten. binnen einer Frist von vier Wochen nach Zustellung einer Aus- mit einem Schlossergesellen in Streit und läßt sich in hier angewendet worden ist. Es darf ferner nicht vergessen fertigung des rechtskräftigen Urtheils öffentlich bekannt zu machen. blinder Leidenschaft dazu hinreißen, den Widersacher mit werden, daß solchen Personen, die derartigen AufenthaltsVorstehende Abschrift wird hierdurch beglaubigt. Saarbrücken, dem Hommer am Kopf zu verwunden. Für diese unselige beschränkungen unterliegen, laut des Freizügigkeits- Gesches 20. April 1894. Schnee, Königl. Kanzleirath. That wird er wegen vorsäglicher schwerer Körperverlegung der Aufenthalt in jedem anderen Bundesstaate von der zu zwei Jahren Gefängniß verurtheilt. Er verbüßt die Landes- Polizeibehörde untersagt werden kann, daß diese Die Berichterstattung über die Feier des 1. Mai Strafe und geht dann auf seines Vaters Geheiß nach Berlin. Entrechteten von Ort zu Ort, von Land zu Land wie cin wird uns sehr erleichtert werden, wenn die Partei- Dort findet er in einer Maschinen Aufzugsfabrik, wo sein flüchtiges Wild gejagt werden können. Und man erinnere genoffen an den wichtigeren Orten des In- und Aus- älterer Bruder schon jahrelang in Arbeit steht, Beschäftigung. fich, daß diese Aechtung auch über die verhängt worden ist laudes am 1. Mai uns auf einer Postkarte oder in Da erscheint die Polizei, führt ihn aufs Bureau und gebietet und verhängt werden kann, die wegen politischer Vergehen ihm, Berlin zu verlassen. Der einzige Grund ist die Be- bestraft sind! einem kurzen Telegramm über den Verlauf der Feier strafung, die Schneider erlitten hat. Der Vater wendet sich am 22. Dezember 1892 an den Nachricht geben wollten. Ort und Besuch der Feier- In einem Schreiben des Berliner Polizeipräsidiums vom Polizeipräsidenten mit der Bitte, dem Sohne den Aufenthalt lichkeiten und der Versammlungen, Zahl der Feiern 20. Dezember 1892( J.-Nr. 7352 V M 92) heißt es:" Durch in Berlin zu erlauben. Am 29. Dezember 1892 antwortet den mögen uns mitgetheilt werden. Aus den ent. Protokoll vom heutigen Tage ist Ihnen eröffnet worden, daß der Polizeipräsident v. Richthofen( J.-N. 7352 V. M. 92): Ihnen nach meiner Ihnen bekannt gemachten Verfügung Ihre Ausführungen können mir keine Veranlassung geben, fernteren Orten erwarten wir unter der Adresse vom 15. Dezember 1892 wegen Ihrer Bestrafung auf grund die Ausschließung Ihres Sohnes Otto von dem Aufenthalt ,, Sozialdemokrat Berlin" Depeschen. Die Auslagen des§ 2 Nr. 2 des Gesetzes vom 31. Dezember 1842, des in Berlin und Umgegend aufzuheben. Es muß vielmehr werden wir auf Verlangen gerne zurückerstatten. Mit sozialdemokratischem Gruße Die Red. d. ,, Vorwärts." Feuilleton. Der Inde. Deutsches Sittengemälde aus der ersten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts. Bon C. Spindler. 27 § 3 des Freizügigkeitsgesetzes vom 1. November 1867 und mit Rücksicht auf dessen erhebliche Bestrafung bei der von des Gesetzes vom 12. Juni 1889 der Aufenthalt iu Berlin Landespolizeiwegen angeordneten Ausweisung lediglich sein und Charlottenburg, sowie in den Amtsbezirken Rigdorf, Bewenden haben." Schöneberg, Wilmersdorf, Lichtenberg, Reinickendorf, Versetzen wir uns einen Augenblick in die Lage dcs: Weißensee und Stralau- Rummelsburg von Landespolizei Ausgewiesenen! Nachdem er für seine That, ein VerDon Rechts Wegen. wegen nicht gestattet werden könne. Sie werden demigemäß gehen gegen die Person, schwer gebüßt, kommt er, um aufgefordert, Berlin mit Frist von vierzehn Tagen zu ver- durch redliche Arbeit sein Brot zu erwerben, in die Reichs Wir leben im Polzeistaat. Schritt auf Schritt erleben lassen." Gleichzeitig macht der Polizeipräsident den Aus- hauptstadt. Aber die Erwerbsgelegenheit wird ihm durch wir, wie sich den Bedürfnissen der Polizei alle öffentlichen gewiesenen darauf aufmertsam, daß, wenn er in den um die Verfügung des Herrn von Richthofen rücksichtslos ge Einrichtungen angepaßt haben. So auch die Rechtspflege. Berlin belegenen Ortschaften Pankow, Tegel, Friedrichs- nommen. Da, wo er unter den Augen und der Aufsicht Es erscheint als eine Binsenwahrheit, daß die vollstreckte hagen u. s. w. seinen Aufenthalt nähme, er auch von dort seines älteren Bruders hätte schaffen können, darf er nicht Strafe die Sühne für das Vergehen sei, daß der Frevler ausgewiesen werden würde. bleiben, für ihn steht das Recht der Freizügigkeit, ein todter wider die Gesetze, hat er nur dafür gebüßt, nun auch los Der§ 3 des Freizügigkeits- Gesetzes erklärt bekanntlich, Buchstabe, blos auf dem Papier. Es handelt sich hier nicht sah topfschüttelnd in des Mannes zerstörtes Angesicht. Zwang daniedergehalten, von Geschwistern, die zuletzt Bilger schlug die Augen scheu nieder. Würdiger Herr!" doch der göttlichen Liebe ihren Haß opfern; und mit begann er dann zögernd:" Ich darf Euch wohl nicht fragen, Freudenthränen segnete er den heiligen Tag, der Wallob Euch das Nähere bekannt, daß zwischen dem Fräulein raden und Dagobert wieder zusammengeführt. Ja!" rief und mir obwaltende Verhängniß...?"" O schweigt, er, die kleinen Kunstthränen in den Wimpern; der schweigt!" unterbrach ihn Dagobert rasch: hier wittre ich Himmel hat mein eifriges Gebet erhört. Geschehen Unheil, und das ist, was ich nicht zu wissen begehre. Mein ist die Versöhnung, die ich zu meinem liebsten GeStaunen, Euch so leicht und knechtisch unter eines Weibes danken erhoben hatte. Dieser wackere Neffe, den ich Wort gebeugt zu sehen, sei Euch Bürge für meine Un- liebe, wie ein Vater den Sohn." Dagobert Dagobert wollte reden, aber im Begriff es zu thun, wissenheit. Ich bin Wallradens Bruder und kenne weder mußte heimlich lächeln.„ Die getreue Nichte, dic sah er auf Mutter und Kind, wie diese sich herzten und meiner Schwester Herz noch ihr Schicksal, verlange Beides ich im Herzen trage, wie eine Mutter die Tochter." Engeln gleich zu dem fremden Manne emporfaben, und es nicht zu kennen. Bebt wohl und vergebt mir die Sendung, Wallrade zuckte mitleidig die Achseln, sie haben sich war ihn, als dürfe seine Botschaft nicht das Ohr der Un- die Euch also betrübt und erschreckt hat." Ohne des wiedergefunden durch mein Zuthun. Die erhabene Kirche, schuldigen berühren. Er bat demnach den Wildmeister, ihm Wildmeisters Antwort zu hören, flog Dagobert die Treppe deren Festlichkeiten die Kezer, witless und Hussens Jünger, auf die Flur zu folgen. Bilger, den Kopf schüttelnd über hinunter. Ei, was gähnt mich denn so schauerlich aus zu schmälern und zu entwürdigen gedenken, pflegt also durch solch seltsam Betragen, ging mit ihm. Mich sendet diesen Auftritten an?" fragte er sich befremdet: Schier ihre rührende Feier getrennte Seelen zu vereinigen; und Wallrade von Baldergrün," begann Dagobert, und sab kommt mir Wallrade vor wie ein bös Gespenst, das den ich, ihr unwürdig Geweihter, vereinige Euch zum zweitenalljobald den Wildmeister erbleichen wie einen Sterbenden. Menschen durch Unthaten zu seinem Leibeignen macht, um male durch diesen Friedenskuß!" Er füßte Dagoberts, Wo... wo ist sie, was begehrt sie?" stammelte seine Seele mit seinem Leib zu verderben. Nein, Schwester- Wallvadens Stirne und nöthigte die Geschwister sich zu umer, der Sprache kaum mächtig. Sie ist hier ant- lein, ich begehre nicht, in Dein Spiel zu sehen, verschmähe armen. Aber wenn es möglich wäre, daß zwei Bildsäulen wortete Dagobert betroffen über die zaubergleiche Wirkung es aber auch, Dein Knecht zu sein!" von Granit sich in die Arme fielen, herzloser könnten sie der ersten Worte.- ,, Hier?" Bilger mußte sich an dem Noch am selben Nachmittage ging er, von mancherlei nicht Brust an Brust ruhen, als hier die lebenden, von Fensterpfeiler halten. Hier?" fuhr er fort, da der Bote, Gefühlen beseelt, Wallraden heimzusuchen. In ihrer Woh jugendlichem Blute durchströmten Menschen. Die Zuschauer selbst von Staunen befangen, verstummte. Und ich... nung fand er den Dheim, und die Herren von Königsed empfanden alle Langeweile, die ein solches Schauspiel ge= o sagt es heraus... ich bin verloren?" ich bin verloren?"" Ich begreife und Montfort versammelt. Alle drei waren höchlich überwährt. Die Vesperglocken brachten daher einen angenehmen Eure Rede nicht; sprach Dagobert tröstend, denn ihn er rascht, ihn eintreten zu sehen. Die edeln Freier beruhigten Eindruck hervor. Der Prälat griff eilig nach Mantel und barmte des Wildmeisters Zustand. Der Unwille Wall- fich indessen bald, da sie vernahmen, der schwarze Herr, der Hut, um die Kirche nicht zu versäumen; der Herr von radens, wenn gleich, wie ich jetzt befürchten muß, verschuldet, ihnen in vergangener Nacht viel Unruhe verursacht hatte, Königseck bot Wallraden seine Begleitung in den Dom an, sucht Euer Verderben nicht. Das Erbfräulein begehrt nur sei niemand anders, als der Bruder ihrer Huldin. Mon- um daselbst den lustigen Pomwizeltanz mit anzusehen, der Eure schleunige Entfernung aus ihrer Nähe. Eure Gegen- fignore Ranocchia lieferte dagegen einen Auftritt, der sich ein Ueberbleibsel des Heidenthums in der Christtagswart, sagt sie, sei ihr verhaßt, und wolltet Ihr der For recht gut darstellte, wenn man annahm, alles, was er vor- vesper um den Altar getanzt wurde. Der Graf von derung nicht willfahren, so würde sie thun, was Euch nicht brachte, sei ihm Ernst; der aber für die Hauptpersonen Montfort schlug einen Gang ins Freie vor, aber Wallrade gefällt!" „ Die Schreckliche!" seufzte Bilger:" D, fie possirlich wurde, die wenig an des Dheims Aufrichtigkeit verweigerte alles, unter dem Vorwande, mit ihrem Bruder weiß zu lohnen, fürchterlich zu lohnen. Aber ich werde glaubten, und eben nicht besondere Lust verspürten, in eine Sache von Wichtigkeit abthun zu müssen. ich muß gehorchen. Ohnedies hätte ich nicht lange ihrem eigenen Verhältniß Aufrichtigkeit walten zu lassen. Die Herren sammt und sonders fügten sich in ihren hier verweilt. Sagt ihr, würdiger Herr... ich würde Der Prälat sprach viel von der Stimme der Natur, die Willen. Während sie jedoch mit den verbindlichsten Worten scheiden. sobald die Feiertage verflossen." Dagobert endlich doch immer siege, wenngleich lange durch bösen Abschied nahmen, zog der Prälat den Neffen in das Fenster. • -CO um einen Verbrecher, der der öffentlichen Sicherheit etwa, um im Kauderwälsch bürgerlicher Sittenstrenge zu reden, ge- fährlich gewesen wäre, sondern um einen jungen Hitz- köpf, der sich in wildem, jachem Zorn einmal gegen einen Gegner gewandt und dies Vergehen durch lange Haft gesühnt hat. Heißt das nicht den Betroffenen auf das tiefste verstören und verbittern? Bedeutet das nicht für so Manchen den ersten Schritt auf abschüssiger Bahn? Die Polizei will mich nicht schaffen lassen, gut, so will ich es anders zu treiben suchen: müssen sich nicht solche Vorstellungen unwillkürlich bei dem aufs schwerste Geschädigten bilden? Wie, so viele, die ärger gegen Recht, Gesetz und Sitte gefrevelt, Börsenschwindler, treulose Bankiers, Betrüger, Hoch- stapler, Falschspieler, die Künstler der„feinen" Verbrechen bewegen sich frei in Berlin, niemand kümmert sich um sie. Der heißblütige Dreinschläger wird auf's Pflaster gesetzt und auf die Landstraße gejagt, die zahllosen Duellanten, die mit Vorbedacht einen mörderischen Zweikampf ausfechten, sind „Respektspersonen"... Hier schweigt der Z 2, Abs. 2 des Gesetzes vom 31. Dezember 1842. Was Hilsts? Otto Schneider, der sich— was ist natürlicher?— nicht in die Ausweisung schicken kann und zögert und bleibt, wird durch eine'Verfügung des Polizeipräsidiums vom 7. Januar 1893(I.-Nr. 7352 V M. 02) in eine Geldstrafe von 100 M. genommen, die ge- gebeuenfalls in eine zehntägige Haft umzuwandeln ist, weil er dem Ausweisungsbefehl nicht nachgekommen sei, und er- hält den Befehl, Berlin innerhalb dreier Tage zu ver- lassen. Die Polizei ist unerbittlich, er muß hinweg von Arbeit und Brot. Auf ein Gesuch vom 20. Januar 1893, das der Vater an den Minister des Innern, den Grafen Eulenburg richtet, erwidert der damit betraute Oberpräsident der Provinz Brandenburg, der Staatsininister von Achenbach(O. P. Nr. 2565),„daß es bei der durch Verfügung des Herrn Polizeipräsidenten zu Berlin vom 15. Dezember v. I. von Landespolizeiwegen erfolgten Ausweisung bewenden bleiben muß." Nun geht der unglückliche Vater mit einem Gnaden- gesuch an den König von Preußen. Der Minister des Innern erwidert darauf am 20. März 1894(J.-Nr. 35d): „Auf die aus dem königlichen Kabinet an mich zur Prüfung und Erledigung abgegebeile Vorstellung vom 9. Januar dieses Jahres eröffne ich Ihnen, daß die seitens des hiesigen königlichen Polizeipräsidenten auf grund der wegen vorsätzlicher schwerer Körperverletzung erfolgten gerichtlichen Bestrafung Ihres Sohnes Otto Schneider gegen denselben verfügte Ausschließung von dem Aufenthalte in Berlin und Umgebung nach§ 2 Nr. 2 des Gesetzes vom 31. Dezember 1842 in Verbindung mit Z3 des Freizügigkeitsgesetzes vom 1. November 1867 gerechtfertigt ist. Es muß daher bei dieser Maßregel sein Bewenden haben." Damit schließt diese Geschichte. Alle Wege sind beschritten, jedes Hilfsmittel ist er- schöpft von Rechts wegen, es giebt keine Berufung mehr. Wer aber zweifelt, daß der endgiltige Entscheid im schroffen Widerspruche steht zum Rechtsbewußtsein der Masse? Wlrd nicht das Volk sich, da nun einmal von Begnadigungen die Rede ist, die Fälle Lueius, Salisch, Kirchhoff, Prager ins Eedächniß zurückrufen? Giebt es wirklich keine Berufung mehr? Eine giebt es noch, die an die öffentliche Meinung. Sie wird den Stab brechen über einen Zustand, der den Bürger der Willkür polizeilicher Maßregeln überläßt, da wo er gerade des Schutzes am meisten bedürftig ist. Und zum Schluß eine Frage. Haben nicht die Ver- eine zum Schutze entlassener Gefangener, die ja unter hoher Protektion stehen, gerade jetzt � die schönste Gelegenheit zu einer thatkräftigen Kundgebung� Polifirrtje lU'&ciTirttt. Berlin, den 27. April. Das preußische Herrenhaus behandelte heute neben Eisenbahn- Vorlagen auch den Etat. Bemerkenswerth an den Debatten war die Energie, mit der der preußische Ministerpräsident Gras Eulenburg für den Reichskanzler eintrat. Caprivi scheint demnach vorerst über die Miqnel und Eulenburg vollständig gesiegt zu haben.— „Es ist ein Beweis Deiner Klugheit," sprach er,„daß Du Wallradens Freundschaft suchtest, und ich belobe Dich deshalb. Die Herren Freier sind wenngleich deutsche ungelenke Thiere— dennoch nicht zu verwerfende Gönner, und ich fordere von Dir, daß Du Deinen augenblicklichen Einfluß aus Wallraden dazu benützest, einen oder den andern ihr genehm zu machen, damit sie zur Ehe schreite. Beide sind ganz vernünftig in ihren Bedingmigen, die sie mir machten. Der Königseck zahlt tausend Gulden bar; der Montfort bietet eine Präbende im Stiftmünster, oder zwei- hundert Sonnenkronen Jahr für Jahr, zehn Jahre hin- durch.— Es soll Dein Schade nicht sein, wenn Du die Widerspenstige zu einem oder dem andern zu bereden sähig bist. Empfange daher meinen Segen und sei klug. Be- sonnenheit und Vernunft verschaffen diesem Rocke Ehrfurcht." — Mit den edeln Herren ging der Oheim von bannen. Wallrade versicherte sich, daß kein Lauscher nahe sei, trat dann mit durchdringendem Blicke hart vor Dagobert hin und fragte:„Nun, Bundesgenosse! Habt Ihr gethan nach meinen Worten?"— Dagobert bejahte.—„Wird er ge- horchen?" fuhr sie fort, dringend und fest.„Er wird!" erwiderte der Bruder.„In wenig Tagen schon."—„Hm! ich weiß," sprach Wallrade mit fliegendem Lächeln:„ich er- fuhr bereits... er geht nach Mörsburg, als bischöflicher Jagdmeister. Es kommt darauf an, ob er mir dort lästig scheint. In diesem Falle rechne ich auf Euern neuen Bei- stand, ihn von bannen zu treiben." Diese Worte empörten Dagoberts Gefühl, so gut er bis jetzt an sich gehalten hatte.„Ich begreife nicht," sprach er mit Heftigkeit:„welch unglücklich Schicksal diesen Mann, der einem Verbrecher nicht ähnlich sieht, zu einem Geächteten. Vogelfreien gemacht bat, der vor der Drohung eines Weibes sich verbergen muß, jede Stätte verlaffend, wo er gedenkt zu bleiben,... aber so wenig mir gelüstet, der Theil- nehmer eines Geheimniffes zu fem, so wenig biete ich auch ferner meine Hand zu diesen im Verborgenen schleichenden Ecwaltthätigkeiten. Hat dieser Mann Euch so schwer beleidigt, daß nur sein Verderben Euch zu versöhnen ver- mag... sagt's, und ich werfe diese Kutte auf einige Tage von mir, um mit dem Degen in der Faust den zu strafen, der Euch mißhandelte. DaS ist Bruderpflicht. Aber Bnndcsrath. In der heutigen Plenarsitzung des Bundesraths wurde den Beschlüssen des Reichstages zu dem Gesetzentwurf betreffend die Abzahlungsgeschäfte, dem Ge- setzentivurf betreffend die Abwehr und die Unterdrückung 'von Viehseuchen, und dem Gesetzentwurf zum Schutze der Waarenbezeichnungen die Zustimmung ertheilt. Dem Aus- schußantrage betreffend die Ansführnng des Reichs-Stempel- gesetzcs wurde ebenfalls die Zustimmung ertheilt.— Der kapitalistische Nothstand entlockt herzbrechende Klagen der„Bossischen Zeitung". Die Reichsverwaltung hat eine Anleihe auf 160 Millionen Mark zu 3 pEt. und zum Kurse von 87,70 pEt. aufgelegt, was auf das ge- gebene Darlehen eine Verzinsung von 3,421 pEt. entspricht. Noch vor 3 Jahren wurden 200 Millionen Reichsanleihe zu 84,40 pEt. und 1892 sogar 160 Millionen zu 84,40 pEt. ausgegeben— und jetzt soll man 87,70 geben! Was kann da der Bankier oder Börsenspekulant noch am Kurse ver- dienen! Freilich sind zu diesen Bedingungen dem Reich statt der verlangten 160 Millionen sogar 400 Millionen angeboten. Aber was will das sagen? In Paris sind' auf eine nur 2�/sprozeutige Stadt- auleihe von 200 Millionen Franks, trotzdem sie zu noch höherem Kurse als die Reichsanleihe ausgeboten wurde, 17 Milliarden, also mehr als das 85fache gezeichnet worden. Was will es dabei sagen, wenn dem Reiche das doppelte von dem Verlangten zu Gebote steht? Da sieht man erst, wie gering der Kredit des Reiches steht. Die deutschen Kapitalisten sind, ivie das Bourgeoisblatt meint, an einen geringen Zinsfuß bisher nicht gewöhnt, und es ist Unrecht, sie in der süßen Gewohnheit hohen Zinsgenusses zu stören. Und ein ivie schreckliches Unrecht das Reich begeht, weist die „Vossische" an einem klassischen Beispiel nach. Vor einem Menschenalter habe ein Großgrundbesitzer dem ältesten seiner beiden Söhne sein Gut schuldenfrei hinterlassen und dem jüngeren Sohne den Werth des Gutes in baarem Gelde ausgezahlt. Jeder der Söhne habe nun ein Vermögen von einer Million; der eine bewirthschafte das Gut, der andere habe sein Vermögen in Staatsschnldscheinen, die damals noch 5 pEt. und mehr Zinsen brachten, angelegt. Das Gut des einen Sohnes habe dank der Aenderung der Kulturen und der Erleichterung des Verkehrs mittels der Eisenbahnen sich im Werthe und den Erträgen verdoppelt und verdreifacht, während das Einkommen des anderen Sohnes durch die Herabsetzung des Zinsfußes sich verringert habe. Wo bleibt da die Gerechtigkeit? Hat der Gutsbesitzer sein gesetzliches Recht auf eine hohe Grundrente, so hat sie der Kapitalist aus einen hohen Zinsfuß. Wer beides bezahlt, die Grundrente und die Kapitalzinsen, ist Nebensache, wenn sie nur der Großgrund- besitzer und der Kapitalist nicht zu zahlen brauchen. Beide zu mästen ist einmal Aufgabe des aroeitenden Volkes, bei dem wie amtlich und außeramtlich feststeht, kein Noth- stand vorhanden ist, ehe es nicht vollständig weißgeblutet hat. In dem Kampfe um die Theilung der Beute aus dem Schweiße des Volkes vergessen konservative Agrarier und liberale Bourgeois gleichmäßig alle Scham, und die frei- sinnige Tante Voß steht um kein Haarbreit hinter der „Kreuz-Zeitung" des Herrn v. Hammerstein zurück.— Eine Partei ohne Abgeordnete, Abgeordnete ohne Partei. Das ist das Neueste am politischen Horizont. Das Baperland erfreut sich dieser merkwürdigen Erscheinung. Die Fraktionskollegen des Dr. Ratzinger erklärten sich nnt demselben solidarisch, indem auch sie die Satzungen des Bauernbnndes nicht anerkennen.— Ein mißlungener Militärboykott. Der ärztliche Bezirksverein Leipzig lehnte am 24. April endgiltig mit 100 gegen 20 Stimmen eine beantragte Statutenänderung ab, ivelche die Nichtzulassung bezw. den Ausschluß sozial- demokratifcher Mitglieder forderte. Es handelte sich nament- lich um die Herren Dr. Pölitz und Dr. Große. Nun sind die Herren Militärärzte in die Grube ge- fallen, die sie sich selbst gegraben haben. Die Sozialdemokraten bleiben und die Militärärzte müssen austreten. Die Militärverwaltung hat nun wieder einmal die Erfahrung gemacht, daß der Boykott eine zweischneidige Waffe ist.— Der Gipfel der Komik. Der Geheime Chefredakteur der„Hamburger Nachrichten" bricht Lanzen für die— Freiheit der Presse. Das hätte der weiland Engros- Euer Folterknecht bin ich nicht, werde es nie sein. Ich habe des armen Mannes Weib gesehen, sein Kind... nicht mein Mund, nicht nieine Hand wird das Geringste thun: diese Unschuldigen langsam mit zu martern durch die Qual des Gatten und Vaters." „Sein Weib, sein Kind?" fragte Wallrade schneidend: „Sie sind hier? Diese Nachricht danke ich Euch. Schon hier? Sehr wohl. Der Herr von der Rhön wird wohl thun, so schnell als möglich von dannen zu ziehen. Nicht meinetwegen allein;" setzte sie langsam und lauernd hinzu: „auch wegen des weichherzigen Bruders Empfindsamkeit, der die Laune hat, jungen Ehefrauen allein zugethan zu sein, wäre es auch seines eigenen Vaters Weib, seine Stief- mutier." „Wallrade!" rief Dagobert entsetzt, und seine Zunge erstarrte ob der frechen Anklage.„Lengnet!" entgegnete ihm Wallrade heftig und frecher:„Leugnet, was ganz Frankfurt weiß, ivas bis in meine tiefe Einsamkeit drang, und meinen Haß gegen Euch befestigte. Leugnet, was Eure Zunge lähmt, als ob sie Gottes Hand getroffen. Wagt es, mich zu beschuldigen und Euch heilig zu sprechen. Ich strafe nur ein Verbrechen.— Ihr lebt aber noch in Schuld und Fehl. Euer falscher Mund konnte mich gestern berücken, heute aber steht der eigensüchtige, verleumderische, boshaft- üppige Bube Dagobert wieder in seiner vollen Blöße da, und von nun an keine Gemeinschaft zwischen uns. Thut was Euch beliebt. Das Schwert des Henkers legt sich zwischen Euch und mein Geheimniß, damit es der Schuldige nicht verrathe. Es ist todt für Euch. Versucht aber auch ja nicht den Schleier zu lüften; offenkundig machte ich oann Eure eigene Schande, und dieser Arm..." hier hob sie drohend ihre Rechte...„ist stark genug, auch in des Bruders Brust Genugthuung zu suchen.— Verlaßt mich jetzt." Stumm vor Kränkung. Wuth und Abscheu maß Dago- bert die entartete Schwester mit einem Blicke der tiefsten Verachtung, und wendete sich von ihr, wie der fromme Märtyrer von dem Bilde Baals, dem zu opfern die Tyrannei ihn zwingen will. Fest entschloffen, die Unheil- athmende nie wieder zu sehen, ging er hinweg. (Fortsetzung folgt.) Lieferant der gedruckten Strafantrags-Formulare sich aui nicht träumen lassen!— Es wird fortgeprügelt. Der«Berliner Börsen- Courier" schreibt: Von der körperlichen Züchtigung des internationalen Spitz- buben Haiden, welcher am Sonntag im Zuchthaus zu Branden- bürg a. H. einen Fluchtversuch machte, soll„vorläufig"'Ab- stand genommen worden sein, weil der Gesundheitszustand de-. Verbrechers kein guter ist. Sobald sich fein Befinden gebessert hat, soll er aber die üblichen dreißig Peitschenhiebe, welche in den Zuchthäusern als Disziplinarstrafe Anwendung finden, er» halten. Ob diese Art der Behandlung zu Recht besteht und ob ein bestimmter„Beamter" für das Prügeln der Gefangenen angestellt ist, darüber darf man billig amtliche Auskunft erwarten. Wir sind ein Kulturstaat! Wer das nicht glaubt, kann leicht— geprügelt werden.— Die Ehre eines königl. preußischen Generals und eines Fabrikarbeiters. Folgenden Bericht über eine Gerichtsverhandlung finden wir in einem Provinzial- blatt: Colmar, 18. April. Schwurgericht. Die vielbesprochene Ermordung des Fabrikdirektors Hadey bildete Gegenstand der Anklage gegen Johann Peter Auer, 53 Jahre alt, Fabrik- arbeiter zu Stoßweier. Der Angeklagte ist von schmächtiger Gestalt und erdfahl ist sein Gesicht. Von seinen Mitarbeiiern wird er als ein ruhiger und sonst ordentlicher Mensch ge- schildert. Seit dem Jahre 1856 ist er mit Unterbrchung von 14 Monaten in der Fabrik Köchlin fils u. Ko. in Stoßweier beschäftigt. Sein Verdienst war etwas geringer wie früher und hierüber führte er, wie noch andere Arbeiter, Klagen. Die Arbeiter glaubten, der Fabrikdirektor Hadey verschulde die Herabsetzung der Löhne. Hadey hat der Angeklagte am Morgen des 5. März 1 894 getödtet. Der Angeklagte erzählt dieThat wiefolgt: „Am 5. März d. I. kam Hadey nach 6 Uhr zu mir. Ich halte abgebrochene Fäden in Ordnung zu bringen. Er schimpfte. daß ich nicht arbeitete, und als ich ihm sagte, die Fäden seien abgebrochen, nannte er mich„betrunkene Kanaille". Ich hatte zu Hause nur ein wenig Schnaps getrunken und in der Fabrik etwas Bier. Ich war durchaus nicht betrunken. Gegen 8 Uhr kam der Direktor wieder, schimpfte aufs neue und nannte mich„Charogne". Als ich ihm sagte, daß er mich vorhin schon„Kanaille" genannt, erhielt ich von ihm einen Stoß auf die Brust. Jetzt nahm ich die Eisenstange, womit ich den Treibriemen auf das Rad zu bringen habe, und verbarg sie. Als Hadey gegen 9 Uhr nochmals schimpfend kam, ließ ich ihn ruhig an mir vorbei» gehen, nahm das Eisen und führte von hinten zwei Streiche nach seinem Kopfe; auf den zweiten Schlag stürzte er nieder. Dann warf ich die Stange fort, kleidete mich au und ging nach Hause." Soweit der Angeklagte. Hadey wurde besinnungslos in seine Wohnung verbracht und starb hier nach einer Stunde, ohne nochmals zur Besinnung ge- kommen zu sein. Auf grund der Beweisaufnahme, die nur die Angaben des Älngeklagten bestätigte, bejahten die Ge- schworenen die Frage nach vorsätzlicher Tödtung, verneinten die Frage, ob er diese Tödtung mit Ueberlegung ausgeführt habe, gaben aber mildernde Umstände nicht zu. Die Slaais- anwaltschaft beantragte 12 Jahre Zuchthaus und Verlust der Ehrenrechte auf 10 Jahre für den bZjährigen Angeklagten. Das Schwurgericht verurtheilte ihn zu einer Zuchthausstrafe von 10 Jahren, also wohl lebenslänglichem Zuchthaus, und Verlust der Ehrenrechte aus die Dauer von 10 Jahren. Für Erwiderung einer thätlichen Beleidigung er- hält also ein deutscher Arbeiter 10 Jahre Zuchthaus und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte, für Erwiderung einer wörtlichen Beleidigung ein preußischer General zwei Monate Festungshaft und den Kronenorden zweiter Klasse.- Das ungarische Jnnkerparadies, das soeben der Welt als Hölle enthüllt worden ist, läßt die arme„Kreuz-Zeitung" noch immer nicht schlafen. In ihrer heutigen Nummer bringt sie einen zwei Spalten langen Leid- und Jammer- artikel, der, nach der üblichen stereotypen Litanei von „Hetzern",„Aufrührern",„Terroristen" u. f. w. zu folgender Weisheit gelangt: Im Alföld überwiegt der Großgrundbesitz. Allein viele Güter befinden sich im Besitze j ü d i ffch e r Pächter, manche sind schon in deren Eigenthum übergegangen, nur wenige christliche Grundbesitzer bewirthschafte» noch ihr Gut in eigener Regie. Da sie ihre Arbeiter besser behandeln als die jüdisch en Pächter, so suchen letztere die Konkurrenz zu beseitigen. Schon vor zwei Jahren kamen jüdische Agitatoren aus Budapest ins Alföld, um daselbst Stimmung gegen die Grundbesitzer zu machen. Inzwischen ist diese Agitation allsonntäglich sortgesetzt und von den jüdischen Pächtern derart geleitet worden, daß sie ihre Spitze gegen die wenigen adligen Grundbesitzer kehrte. Zu diesen, Zwecke bewilligten die jüdischen Pächter höhere Slrbeitslöhne als die christ- lichen Grundbesitzer, hatten aber gleichwohl die Arbeitskräfte billiger, weil sie einen Theil des Lohnes in Naturalien und besonders in Schnaps auszahlten. Nach der Annahme des genannten Wiener Blattes werden die neuesten Unruhen im Alföld zur Folge haben, daß die adligen Grund- besitzer, die bisher noch ihre Besitzungen selbst bewirthschasleten, sich genöthigt sehen, ebenfalls zum Pachtsystem überzugehen und jüdische Pächter einzusetzen, die erfahrungsgemäß nach einer Reihe von Jahren zu wirklichen Besitzern emporzukommen wissen. In Regierungskreisen durchschaut man unzweifelhaft diese Aerhältnisse, wagt es aber aus Rücksicht auf die jüdische Bundesgenossenschast nicht, dagegen einzuschreiten, und so setzt sich die doppelt bedenkliche und krankhafte Entwickelnng fort. indem die angestammien Grundbesitzer mit ihren sozial wichtigen, patriarchalischen Beziehungen beseitigt, die Land- arbeiter aber zu sozialen Revolutionären umgewandelt werden. während das jüdische Element auf Beider Kosten aufsteigt. Diese Entwickelung muß über kurz oder lang zu einer Krisis führen, und wenn man nicht der Revolution zutreiben will, so ist eine Reaktion im christlich- sozialen Sinne auf das ernst» lichste anzustreben. Wenn man dies durchliest und namentlich die von uns gesperrten Stellen ins Auge faßt, so schlägt man sich an den Kopf:„Ist solche Gedankenlosigkeit möglich? Wie muß es in diesem Junkerschädel aussehen? Also: Die Juden sind schuld an allem. Die christ- lichen Gruudbesitzer behaudelu ihre Leute besser als die jüdischen Pächter es thun. Jüdische Agitatoren aus Buda- pest wiegeln die Leute gegen die Ausbeuter auf. Die jüdischen Ausbeuter stellen sich an die Spitze der Agitation gegen die Ausbeuter. Und die christlichen Gutsbesitzer wollen jetzt das Beispiel der jüdischen Pächter nachahmen und ihre Arbeiter besser bezahlen! Ist je ein so toller Ealli- mathias erhört worden? Der das schrieb, hat nicht blas geschlafen, wie weiland der alte Homer— da muß schon etwas Hirnlähniung eingetreten sein. Wir konduliren kolle- gialisch.— Der erste Mai ist vor der Thür— überall giebt's wieder„Anarchisten" in Hülle und Fülle— in Frankreich, England, Belgien, Spanien, Italien. Und wer will noch bezweifeln, daß die Polizei international organisirt sei?— Der Streik von Trignac vor der französischen Kammer. Aus Paris wird uns unter'm LS. April geschrieben: Wessen sich die Arbeiter und Sozialiften von der gegenwärtigen Regierung und deren Bedientenschaar zu versehen haben, das zeigte die gestrige Kammerfltzung. Da hatte Herr Raynal, Minister des Innern, nach vorheriger Verabredung mit einem Kumpan der Eisenwerksdirektion von Trignac von diesem die Frage an sich richten lassen, was er von dem Streik von Trignac halte und wie er sich dagegen zu stellen gedenke, um gleich darauf die Tribüne zu besteigen und, die Schuld des Streiks den Sozia- listen zuschiebend, ein Plaidoyer für die Eisenwerks- Gesellschaft zu hallen, wie sie nur ein Advokat wagen kann, welcher im vor- hinein der Richter sicher ist. Ist es auch sonst nur Heuchelei, wenn irgend«in Minister erklärt, daß sich der Staat nicht in den Streit zwischen Kapital und Arbeit zu mischen habe, während gleich- zeitig unter dem Vorwande, die Ordnung ausrecht zu erhalten, den Unternehmern bei jedem größeren Streik Gendarmerie, Kavallerie, Polizei und Magistratur gegen die Arbeiter zur Vsr- fügung gestellt werden, so zeigt dies doch wenigstens noch von einem Rest von Scham. Herr Raynal hat aber jede Scham ver- loten. Er stellte sich ganz offen auf Seite der Eisenwerks-Gesell- schaft und trat in einer Weise für sie ein, als wäre er deren gut honorirter Advokat. Und welch' abgefeimter Kniffe er sich dabei bediente, davon ein Beispiel. Die gegenwärtige Aktien- gesellschaft hat das Eisen- und Stahlwerk von Trignac um 2>/s Millionen angekauft. Um nun zu zeigen, mit welchem Recht diese Gesellschaft gegenwärtig Hungerlöhne ein- führen will, rechnete er der Kammer vor. wie viel Millionen die vorige Gesellschaft, von der die jetzige das Werk über- nommen, bei diesem Unternehmen verloren. Schlimmer noch; er addirte die LVs Millionen, welche die jetzige Gesellschaft für das Werk verausgabte, zu den von der vorigen Gesellschaft veraus- gabten Millionen, um sich dann zu dem Ausspruch zu versteigen, daß in dem jetzigen Unternehmen„ein Kapital von 32 Millionen 343 000 Franks engagirt" sei! Ja, noch viel ärger. Die erste Aktiengesellschaft hat nach Raynal's Ausführungen nahezu 15 Millionen für Arbeitslöhne ausgegeben, die jetzige über 6 Millionen, also zusammen rund LI Millionen. Nach Raynal sind nun diese Löhne„den von den Aktionären eingezahlten Summen entnommen worden". Wie es der jetzigen Gesellschaft möglich war, ihrem Aktienkapital im Betrage von 2Vs Millionen 6 Millionen Löhne zu entnehmen und dabei noch immer zu bc- stehen, dieses Wunder aufzuklären, hat Herr Raynal allerdings vergessen. Wer übrigens»ach diesen Auseinandersetzungen noch iuimer kein Mitleid für die armen Aktionäre fühlte und sich nicht über die horrende Begehrlichkeit der Streikenden entsetzte, den wies Herr Raynal darauf hin, daß die in Trignac gezahlten Löhne noch höher seien als in— Belgien! Aber selbst da vergaß er ein solches Eisenwerk anzuführen. Hätte er es aber auch ver- mocht, dann hätte dies, bei den viel niedrigeren Preisen der bel- gischen Lebensmittel, nichts gegen die französischen Arbeiter bewiesen. Kurz, wenn die Eisenarbeiter von Trignac sich nicht mit einem Stundenlohn von 28 Centimes begnügen wollten und der Streik noch immer nicht beendet ist, so sei dies einzig und allein der„Ein- Mischung fremder Elemente", dem Sekretär des Metallarbeiter- Verbandes und hauptsächlich dem sozialistischen Abgeordneten zuzuschreiben, die denn auch die Verantwortung hierfür zu tragen halten. Einer solchen Schurkerei mußte gleich entgegengetreten werden. Da aber bei einer Frage nur der Fragesteller und die Regierung das Wort haben, verlangte Jaurös im Namen der sozialistischen Fraktion die Frage in eine Interpellation zu ver- wandeln. Da brüllte aber die Majorität:„In einem Monat!" in welchem Sinne denn auch die Kammer mit 253 gegen 231 Stimmen entschied.„Das ist e i n S kan d a l!" rief da Jaures in die Kammer hinein und wurde dafür zur Ordnung gerufen. Nun, wir finden diesen Ausdruck noch viel zu parla- inentarisch, ein solches Vorgehen ist ganz einfach infam! AuS Holland wird uns geschrleben: Gegen alle Erwartung kann man das Tak'schs Ministerium, und mit ihm den neuen Wahlrechts-Gesetzentwurf, als gestürzt be- trachten.— Obgleich in diesem Augenblick noch nicht das Resultat aller Wahlen vorliegt und noch mehrere Nachwahlen stattfinden müssen, ist es doch schon klar, daß die Gegner des Tak'schen Entwurfes die Majorität behalten werden. Augenblicklich sind SS Gegner und 42 Befürworter des Entwurfs gewählt worden. — Die Enttäuschung unserer Genossen und aller Demokraten ist eine große. Man kann jetzt den Rücktritt des Ministeriums er- warten, das seinen Platz einem konservativen Ministerium wird einräumen müssen. Bor der Hand ist damit die Ausdehnung des Wahlrechts wieder auf längere Zeit verschoben. Die jetzige Kammer ist aus ein Jahr gewühlt und, wenn sie auch eine kleine Aus- dehnung des Wahlrechts beabsichtigt, so wird sie doch erst am Ende der Session diese Frage in die Hand nehmen. Wir hoffen aber, daß bei den dann kommenden Wahlen die Anhänger des allgemeinen Wahlrechts die Majorität gewinnen werden und so kann dann vielleicht nach anderthalb Jahren das Volk endlich das ihm so lange vorenthaltene Wahlrecht erhalten. Ein wichtiges Ereigniß in der Partei ist das Ausscheiden des altbewährten Parteigenossen van Helsdinaen aus der Siedaktion der„Vryheid". Er erklärt, daß er die Verleumdungen „Recht voor Allen's" gegen die Parlamentarier, zu denen er sich rechnet, nicht länger erträgt. Das Parteileben ist ihm zuwider, seit das offizielle Organ so tief gesunken ist. Auch der einfluß- reiche Genosse S ch a p e r aus Groningen erklärt in einem längeren Artikel des„Sozialdemokrat", daß er es sich als eine Ehre anrechnet, etwas von dem Koth, womit die Parlamentarier seitens der Richtung Domela Nieuweuhuis geworfen wird, auf- zufangen. Dies sind wirkliche Fortschritte, die wir aufzuweisen haben. Die unerklärliche Macht Nieuweuhuis' scheint also nicht unüber- windlich zu sein. Das Gesammtresnltat der holländischen Kammer- Wahlen ist, wie telcgraphisch gemeldet wird, 44 Anhänger, 56 Gegner der Tak'schen Wahlreformvorschläge.— England. Lord Rosebery ist natürlich nicht sehr erbaut davon, daß seine Regierung auf dem Alugsand einer unbestimmten und stets wechselnden Majorität sich aufbaut, und er möchte sich gern eine festere Machtgrundlage schaffen. Aber wie? das ist die Frage. Die Opposition hat bisher eine iveit größere Geschlossenheit bewiesen, als die Regierungs- Partei, die in verschiedene einander ebenso oft bekämpfende als unterstützende Gruppen zerfällt, und die, obgleich das Alter des Kabinets noch kaum nach Monaten zählt, die Re- giernng schon mehrmals im Stich gelassen haben, so daß sie vor wenigen Tagen nur durch die Gnade der Opposition gerettet werden konnte. Wir deuteten schon gleich nach dem Rücktritt Gladstone's an, sein Nachfolger werde voraus- sichtlich mit den liberalen„Unionisten", die sich wegen der Homerulcsrage mit Gladstone überwarfen hatten und zur Opposition gegangen sind, eine Aussöhnung anzubahnen suchen. Bei der Abwesenheit jedes prinzipiellen Gegensatzes zwischen den„Unionisten" und den übrigen Liberalen lag dieser Gedanke sehr nahe, dessen Verwirk- lichung ja thatsächlich auch nur eine Frage der Zeit ist. Lord Rosebery machte auch gleich in den ersten Tagen seiner Ministersckiaft allerhand Tastversuche in dieser Richtung. Jedoch mußte er bald merken, daß er dadurch nur das Mißtrauen der Jrländer und Radikalen erregte;— und er stellte die Versuche für einige Zeil ein. Unter der Hand wurde aber fortwährend„gefühlt", sondirt und sicher auch verhandelt. Vor einigen Tagen nun, am Dienstag, be- nutzte Lord Rosebery eine Festlichkeit im„Liberalen Klub", um das heikle Thema wieder hervor zu holen und den liberalen„Unionisten" nicht mißzuverstehende Kußhändchen zuzuwerfen. Man sei im Grunde ganz einig. Nur die irische Frage habe die Spaltung bewirkt— diese leidige Frage brenne jedoch nicht; sie habe gute Weile und in- zwischen könne man ja sich vertragen. Ob die unionistischen Tauben dem Herrn Rosebery vom Dache herab in die ausgestreckte Hand fliegen werden, ist sehr unsicher: ganz sicher ist dagegen, daß die irischen und radikalen Sperlinge, die er in der Hand hatte, ihm theils fortgeflogen sind, theils Miene machen fortzufliegen. Und der Ruf der Rosebery'schen Staatsklngheit hat nicht gerade zugenommen.— Italien.' Auch in der Kammer ist Herr C r i s p i noch nicht über alle Berge. Seinen parlamentarischen Sieg vom Montag konnte er nur dadurch erringen, daß er weitere Ersparnisse auch im Militärbudget ver- sprach. Er sah sich also genöthigt, in dem Hauptpunkt nachzugeben— wengistens in Worten. Damit den Worten die That folge, hat der Abgeordnete Cadolini die Verminderung der Armee um 2 Armeekorps— 10 Armeekorps statt der jetzigen 12— beantragt. Die eigentliche Kraftprobe steht also noch bevor.— Z?«rkeinnrsrvickike»r. Schluß der Parteigefchäfte am I. Mai. Von ver- schiedenen Orten kommen Mittheilungen, wonach sich die Ge- Nossen mit der Frage beschäftigen, ob die Parteigeschäfte am 1. Mai zu schließen sind, resp. ob an diesem Tage die Partei- Zeitungen hergestellt werden sollen, oder nicht. Diese Frage hat auch schon den Parteitag in Köln beschäftigt und zwar war dort ein bezüglicher Antrag durch die Genossen des ersten Berliner Wahlkreises gestellt, welcher lautete:„Sämmtliche Parteigeschäfte sind am 1. Mai zu schließen und Partei-Zeitungen werden andiesemTage nichtfcrtigge stellt." Dieser Antrag wurde abgelehnt. Ein allgemein bindender Parteibeschluß, Parteigeschäfte zu schließen und Parteizeitungen am 1. Mai nicht herzustellen, existirt also nicht. Es wäre aber falsch, diesen Parteibeschluß in dem Sinne zu deuten, daß es der Parteitag als nicht wünschens- werth erachtet hätte, daß die Parteigeschäfte rc. am 1. Mai ruhen. Man wollte nur nicht eine Verpflichtung aussprechen, weil Fälle denkbar sind, wo die Erfüllung derselben einfach aus- geschloffen ist. Andererseits herrschte darüber in Köln volle Einmüthigkcit, daß dort, wo die Möglichkeit dazu vorliege, am 1. Mai in den Parteigeschäften Arbeitsruhe eintreten müsse. Die beiden Redner, welche gelegentlich der Debatte über die Maifeier diesen Gegen- stand überhaupt berührten, sprachen sich in diesem Sinne aus. So meinte der eine:„auch sollten die Partei- geschäfte jedenfalls mit der Arbeitsruhe vorangehen"; und der zweite Redner erklärte:„Zur Durchführung der Arbeitsruhe seien in er st er Linie die Parteigeschäfte berufen". Eine gegentheilige Ansicht wurde von keiner Seite laut. Wir glauben deshalb ganz im Sinne der Parteigenossen und im Geiste der Parteibeschlüsse zu handeln, wenn wir aussprechen, daß dort, wo es irgend möglich ist, die Parteigeschäfte am 1. Mai zu ruhen haben. Seitens des Parteivorstandes ist deshalb auch veranlaßt worden, daß am 1. Mai das Personal des„Vorwärts" feiert, die Nummer am 2. Mai also ausfällt; ebenso werden die Expeditionen des„Vorwärts" und des„Sozialdemokrat" wie auch die Buchhandlung des„Vorwärts" am Arbeiter-Weltseiertag geschlossen sein. Wir dürfen wohl die Hoffnung aussprechen, daß die Ge- noffen an den einzelnen Orten, wo es die Verhältnisse irgendwie erlauben, in gleicher Weise vorgehen werden. »» « Die Zahl der Versammlunge» am 1. Mai, für die von Berlin aus Redner gefordert werden, ist so groß, daß es der Agitationskommission für Brandenburg unmöglich war, sämmt- liche Gesuche zu befriedigen. Redegewandte Parteigenossen wer- den deshalb im Partei- Interesse gebeten, sich der Agltations- kommission für den 1. Mai zur Verfügung zu stellen. Briefe sind zu richten an Tischler August Völkel. 30. Reichen- bergerstraße 72a. «* Parteipreffe. Als ein erjreuliches Zeichen reger Agitation unserer schlesischen Genossen ist die Verbreitung der dortigen Parteipreffe zu bezeichnen. So erscheint vom I. Mai die Wochenausaabe der„Volksmacht" zwei Mal, um einem längst gefühlten Bedürfnisse abzuhelfen und weitere Leserkreise für das Blatt heranzuziehen. Für den Waldenburger Kreis wird in demselben Verlage ein eigenes Blatt herausgegeben, welches den Titel:„Wahrheit, Organ für den Wahlkreis Waldenburg" führt und dazu beitragen soll, die Interessen der bergmännischen Bevölkerung, sowie aller dort vertretenen Branchen und Industriezweige zu ivahren. Auch die„Wahrheit" erscheint vom 1. Mai ab wöchentlich zwei Mal unter Leitung des Redakteurs der„Volkswacht", Genoffen Rein hold Schebs. Wir wünschen den neuen Unternehmen Glück und hoffen, daß die beiden Blätter dazu beitragen mögen, in jenen dunkle» schlesischen Gegenden etwas Licht zu verbreite». Gewalt geht vor Recht.' Die königliche Regierung von Sch'vaben hat die Beschwerde des sozialdemokratischen Agitations- Vereins Augsburg über die Anordnung des Magistrats, daß der Märzfeier keine Frauen, Kinder und Nicht-Reichsangehörige» an- wohnen dürsten, abgewiesen. Rechtskundige Beamten sollen in Zukunft in Nürnberg als Wächter der Ordnung in den sozialdemokratischen Bersamm- lungen fungiren. Unsere Nürnberger Parteigenossen, denen diese neueste Anordnung ziemlich wurschtig bleiben kann, werden es dennoch begrüße», daß sie nnn mit rechtskundigen Leuten zu thun haben sollen. ES wird diese Maßregel mit den bekannten Vorgängen am 18. März in Verbindung gebracht, wo Genosse Grillen berger wiederholt Gelegenheit nehmen mußte, den Beamten in seine Schranken zurückzuweisen. Schwer im Magen liegt'den Grubenbaronen der internationale Bergarbeiter-Kongren. Der wachsende Einfluß der Sozialdemokrarie auf.die Bergleiite, der trotz der brütalen Maß- reglungen immer mehr um sich greist, versetzt die Kapitaliften- blätter in Wuth gegen die„Wächter und Hetzer." So hat die „Rhein. Wests. Zeitung", das Organ der Kohlenjunker, sich jetzt eine eigene Schimpfrubrik über den Kongreß zugelegt. Unser Dortmunder Parteiorgan schreibt hierzu:„Sie(die Rhein. Wests. Ztg.) hat zugleich ein warmeS Herz für die Bergleute entdeckt und grämt sich arg, daß diese armen verführten Leute für die„Vergnügungsreisen" nach Berlin soviel schönes Geld verpulvern. Ueberhaupt ist es jammerschade, daß die Berg- leute die Herren Führer von ihren mageren Löhnen mästen. „Wir denken, die Bergleute könnten ihre Groschen besser an- wenden, als sie für Vergnügungsreisen den rothen Brüdern zu opfern, zumal die Löhne ja kaum fiir den Unterhalt aus- reichen sollen, wie dieses in allen Versammlungen betont wird. So lange die Bergleute noch„Marken" für solche Extravaganzen ausgeben, können die Löhne gar so schlecht nicht sein", ruft das Organ der Kohlenbarone bewegt aus. Woher nur diese Plötz- liche Sorge um das Wohlergehen der Bergleute? Ja, wenn den Herren Kohlenbaronen die Organisation der Bergleute nicht zentnerschwer im Magen läge, wenn sie nicht fürchteten, daß die Bergleute im gemeinsamen Kampfe sich ein bischen mehr Lohn erringen könnten, und daß der internationale Kongreß dieses Ziel näher bringen würde, so würde sie die Verwendung des Geldes der Bergleute sehr kalt lassen, und wenn diese auf ihre Kosten die Delegirten ein dutzend Mal um die Erde reisen ließen, so würden die Herren Grubenjunker aus diesem Anlaß höchstens — die Löhne kurzen. »» » Tie Zentralleitnug fiir Uuterfranken, deren Sitz W ü r z- b» r g, ersucht uns zu unserer Notiz in Nr. OS ergänzend mit- zutheilen, daß genannte Zentrallcitung die sämmtlichen uiiter« fränkischen Wahlkreise(Kitzingen, Lohr, Neustadt a. S., Schwein- surt, Würzburg) mit Ausnahme des Aschaffenburger Kreises, der von Frankfurt aus geleitet wird, umfaßt. Der oberfränkische Bamberger Wahlkreis ist nur insofern interessirt, als das dortige Parteiblatt„Bamberger Volks-Zeltllna" im Verlage des unter- fränkischen Parteiorgans erschernt. Eine zahlreiche Beschickung des bevorstehenden unterfränkischen Parteitags ist diesmal um so erwünschter, als bezüglich der Parteipreffe wichtige Beschlüsse zu fassen sind. »» « Maifeier. DieKölnerParteigenossen feiern den 1. Mai durch Ausflug, ständiges Konzert im Garten des„Karl der Große" und eine Volksversammlung des Abends, in welcher G r i m p e- Elberfeld spricht.— In Barmen wird in gleicher Weise gefeiert werden. Dort findet Nachmittags ein Ausflug und des Abends drei Versammlungen statt.— Der Polizeidirektor von Rom untersagte alle öffentlichen Versammlungen und Umzüge zur Feier des 1. Mai.— Den Genoffen von Hannover ist ebenfalls, wie den Dresdenern, in letzter Stunde das Lokal der„Palmengarten" abgesagt worden. Die Feier wird nun im „Odeon" stattfinden. Außerdem finden mehrere Versammlungen in Linden und Hannover statt.— Die Genossen von Wittenberge beabsichtigen, am Abend des 1. Mai eine Volksversammlung ab- zuhalten, in der Genosse K o o p m a n n, der Kandidat deS Kreises, über die Bedeutung des Tages sprechen wird; hieran schließt sich ein Kommers. Am Morgen findet eine Partie nach aus- wärts statt. In Oesterreich muthet die Regierung sich die Sysiphus- arbeit zu, die M a i d e in o n st r a t i o n hintertreiben zu wollen. Ein weiteres Telegramm meldet hierüber: In einer anläßlich des bevorstehenden 1. Mai erlassenen Bekanntmachung des Statthalters wird darauf hingewiesen, daß Arbeitseinstellungen ohne Zustimmung der Arbeitgeber gesetzlich unstatthaft seien und daß der Vertragsbruch event. Entlassung nach sich ziehe. Die Arbeiterschaft wird in der Bekanntmachung wohlmeinend und dringend vor eigenmächtigen Arbeitseinstellungen und namentlich vor Ausschreitungen, denen aus das Strengste be- gegnet werden würde, gewarnt. Oeffentliche Aufzüge sind in diesem Jahre wegen des versammelten Reichsrathes weder in Wien und Umgebung, noch, anderer Verhältnisse halber, ander» wärts gestattet. Alle Maßnahmen sind getroffen, um etwaigen Ordnungsstörungen auf das Wirksamste entgegenzutreten.— Die österreichischen Arbeiter werden trotzdem den Weltfeiertag der Arbeit glänzend wie immer feiern. In Holland verhindert die traurige politische Lage und die Verhältnisse in der eigenen Partei nicht, daß auch das holländische Proletariat das Fe st der Arbeit, die Maifeier, voll Hoffnung für die Zukunft begehen wird. In mehreren Städten und auf dem platten Lande werden Vorbereitungen zu Volks- Versammlungen und Demonstrationen getroffen. In Amsterdam wird ein großartiges Kinderfest arrangirt. Im allgemeinen wird das Fest am ersten Mai begangen, nur hier und da am Sonntag vorher oder am dritten Mai. In Frankreich haben die albernen, unnützen Polizei- maßregeln nicht vermocht, die Parteigenossen abzuhalten, die Vorbereitungen zur Feier des 1. Mai ruhig fortzusetzen. Der Pariser Gemeinderath hat einen Beschluß an- genommen, nach dem alle städtischen Verwaltungen der Weltstadt gezwungen sind, am 1. Mai ihren Angestellten und Arbeitern ohne Lohnabzug frei zu geben. Wie wenig wird wohl dieses Pariser Beispiel von edler Menschenfreundlichkeit bei den kom- munalen Verwaltungen heutzutage Nachahmung finden. Paris ist anderen„zivilisirten" Städten um ein halbes Jahrhundert in dem Fortschritt voraus.— Die sozialistische Gruppe der französischen Kammer hat beschloffen, sich am 1. Mai von 2 b!S. 3 Uhr im Palais Bourbon(Sitz der Kammer) bereit zu halten, um bis verschiedenen Arbeiterdelegationen zu empfangen, und hierauf an dem großen Meeting in dem ehemaligen /Theater des Ehäteau d'Eau theilzunehmen.— In R o u b a i x wird der Bürgermeister Vormittags die Arheiter-Delegationen im Hotel de Ville empfangen und ihnen einen Ehremvein kredenzen, am Abend wird das Stadthaus„a giotno" beleuchtet werden.— < Polizeiliches, Gerichtliches re. — GehauSfucht lvurde in M a a d e b n r g bei weiteren 10-12 Parteigenossen nach Maibons und Parteimarken. Einige Personen wurden bereits polizeilich verhört. Vevmisickiles. Tic Cholera. Hamburg, 27. April. Infolge der in Lissabon herrschenden Cholera werden die nach Brasilien fahren- den Dampfer der Hamburgisch> Südamerikanischen Dampfschiff- fahrts-Gesellschast von Mai ab bis auf weiteres Lissabon nicht mehr anlaufen. Warnung vor Auswanderung. Aus New- Jork ist an die deutsche Behörde die Mittheilung gelangt, daß Privat-Unter- nehmer eine Anzahl Agenten nach Europa geschickt haben, welche Landarbeiter behufs Kolonisation nach unbebauten Länderstrecken anwerben sollen. Es handelt sich um Läudereieu längs des Misstsippi, die in gesundheitlicher Beziehung alles zu wünschen übrig lasse». Das gelbe Fieber räumt unter den Kolonisten in schrecklicher Weise auf. Die Unternehmer der großen „Misstsippi- Kolonisations- Gesellschaft" finden in ganz Amerika keinen �Arbeiter, deshalb haben sie Europa und in erster Linie Deutschland auss Korn genommen. Die Agenten versprechen freie Ueberfahrt, unentgeltliche Uebergabe von Land, Anschaffung der nothwendigen Geräthschaften. Sie verschweigen aber, daß ein mehrmvnatlicher Aufenthalt in den sumpfigen Niederungen un- fehlbar den Tod bringt. Eine Warnung vor der Ans- Wanderung nach den Misstsippi- Sümpsen ist deshalb durchaus am Platze. Für den Inhalt der Jnierate über nimmt die Nedaktion dem Bublikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Sonnabend, den 28. April. Opernhaus. Hochzeitmorgen. Slavische Brautwerbung. Bajazzi. Schauspielhaus. Nathan der Weise. Deutsches Theater. Geographie und Liebe. Berliner Theater. Uriel Acosta. Leffing- Theater. Kreuzel schreiber. Die Neues Theater. Eheglück. Friedrich- Wilhelmäädt. Theater. Der Zigeunerbaron. Residenz- Theater. Dekorirt. Central- Theater. Heydemann und Sohn. Adolph Ern- Theater. Charley's Zante. Vorher: Die Bajazzi. Viktoria Theater. B des Kapitän Grant. Die Kinder Alexanderplatz- Theater. Nachteulen von Paris. Die National Theater. Anna- Marie mein Engel, ich verehr' Dich. Central- Theater. Alte Jalobftraße Nr. 30. Heydemann& Sohn. Lebensbild mit Gesang in drei Atten von Dr. Müller und E. Pohl. Sonntag, den 29. April: Danksagung. Für die Beweise inniger Theilnahme Bekanntmachung. und die zahlreichen Kransspenden bei der Beerdigung meines unvergeßlichen Gatten fage allen Freunden und Betannten herzlichsten Dank. 1896 Caroline Liersch, Friedenstr. 104. Der Herr Oberpräsident von Berlin Buchhandlung des Vorwärts" hat durch Erlaß vom 16. April 1894 O. P. Nr. 5265 gemäß§ 33 Absatz 4 des Krankenversicherungs- Gesetzes bestimmt, daß zur Aufrechterhaltung bezw. Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit bei der Orts- Krankendie wöchentlichen Kassenbeiträge vom 30. April d. J. ab vorläufig für die I. Klasse 66 Pf. zu Gunsten des kaufm. Hilfs- Vereins: Bentral- Kranken- u. Sterbekasse kasse des Maurergewerbes zu Berlin Der Troubadour. Oper in 4 Aften von G. Verdi. Montag: Die eiserne Jungfrau. Dienstag, den 1. Mai: Erstes Gastspiel von Emil Thomas: Der Registrator auf Reisen. Passageder Tischler u.s. w. Dertliche Verwaltung Berlin B. Sonntag, den 29. April, Vormittags 10 Uhr, Dresdenerstr. 45( Dresdener Garten): Mitgliederversammlung. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom I. Quartal. Panopticum. 2. Bericht über die Verhandlungen mit !! Zu beachten!! den Aerzten. nur noch wenige Tage: 3. Wahl eines zweiten Schriftführers. Die Glocke 01/13 von Fr. v. Schiller dargestellt in 15 lebenden Bildern " " II. III. " 60 30 " " " " " IV. 33 " " " " V. 21 " " " zu betragen haben. Nach§ 33 Absatz 4 des Gesetzes tritt diese Erhöhung vorbehaltlich des § 3 durch 33 Abfah 8 a. a. D. vorgeschriebenen Verfahrens sofort, in Berlin SW., Beuth- Straße 2. Maifeier- Literatur Agitations- Schriften. Arbeiterschuh und Achtstundentag. Von Karl Kautsky. 60 Seiten, Preis 20 Pfs., Porto 5 Pfc. * Diesem Falle mit dem 30. April b. 3. Arbeiterschutzgesetzgebung 4. Verschiedene Kassenangelegenheiten. in Kraft. Eine gegen diese Verfügung Die Ortsverwaltung. zulässige Beschwerde an die Zentralbehörde hat gesetzlich keine aufschiebende Wirkung. Musfit von Romberg, Zentral- Kranken- u. Sterbekasse der Tischler u. s. 10. Oertliche Verwaltung Berlin C. Sonntag, den 29. April, Vormittags 11 Uhr, in Lehmann's Lokal, Kreuzbergstr. 48: mit transparenten Hintergründen. Castan's Theater Under den Einbra, Pariſer Panoptikum. Mitgliederversammlung. Hierauf Farfarello. V Wintergarten. Spezialitäten Vorstellung. Reichshallen- Theater.SpezialitätenBorstellung. Apollo Theater. Vorstellung. Im 9. Kreise der Hölle: Der Rutsch a. d. Rafirmesser. Spezialitäten Elite- Damenkapelle Austria. Kaufmann's Variété. Spezialitäten. Vorstellung. Parodie Theater. Spezialitäten Niesigk's Salon, Rigdorf. Borstellung. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Anna Marie, mein Engel, ich verehr' Dich. Große Posse mit Gesang und Tanz in 5 Atten von Earl Peter 3. Regie: Max Samst. Raffeneröffnung 61/2 Uhr. Anfang der Vorstellung 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Sonntag, Nachm. 3 Uhr: Jm Garten: Gr. Konzert. Auf der Sommerbühne: Aufführung von Charley's Tante und Die Bajazzi sowie Spezialitäten- Vorstellung ersten Ranges. Adolph Ernst- Theater. Heute: Charley's Tante. Echwank in 3 Att. v. Brandon Thomas. Vorher; Die Bajazzi. Parodistische Posse mit Gesang in 1 Akt von Ed. Jacobson u. Benno Jacobson. Musik von Franz Roth. In Szene gesezt von Adolph Ernst. Anfang 1/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Borstellung. G Sonnabend, den 28. April: Soiree der Stettiner Sänger Anfang 8 Uhr. Entree 50 Pf. Herren: Meysel, Hankel, Pietro, Britton, Eberius, Steidl, Bliemchen und Blank Nach der Soiree: Tanzkränzchen. Sonntag: Viktoria- Brauerei. Kaufmann's Variété. Gänzlich renovirt! Neue Direction. Elektr. Beleuchtung. Täglich: Große Künstler- SpezialitätenVorstellung. Auftreten von Künstlern I. Ranges. Kapelle 24 Mann stark. ratweil'sche Infans 8 Uhr. Bierhallen Kommandantenstr.77-79. Aelt. u. größt. Etablissem. Berl. Läglich bei freiem Entree abwechselndes Programm " DittiG der österreichischen Damenkapelle in kleinrussischen Nationalkostümen. Auftreten von Künstlern. Spezialitäten 1. Ranges, sowie Auftreten der nordamerikanisch. Negergesellschaft Mr. Brown. Sonntags Anf. 5 Uhr. Entree 30 f. 3 Kegelbahnen. Stunde 60 Pf. 6 Billards, pro C. Koch, fr. Gambrinus. Alcazar. Variété- u. SpezialitätenTheater. Dresdenerstr. 52/53( City- Passage.) Vornehmster Familien- Aufenthalt. Abrechnung vom 1. Quartal 1894. 2. Antrag einzelner Mitglieder wegen Verlegung der Bahlstelle 111. 3. Verschiedenes. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Die Ortsverwaltung. Achtung! und ihre internationale Regelung. Von Paul Ernst. 36 Seiten, Preis 15 Pfs., Porto 5 Pfs. *** Da der Vorstand uns als Aufsichtsbehörde in einem Schreiben vom Für den Achtstundentag. 26. April cr. angezeigt hat, daß er nicht gewillt ist, den Erlaß zu ver Bon D. Zinner. öffentlichen und zu befolgen, er mithin die Erfüllung seiner Obliegenheiten verweigert, bringen wir hiermit als Des bezeichneten Grlaffes gemäß§ 45 setzes zur Kenntnißnahme der betheiligten Arbeitgeber und Arbeitnehmer unter 48 Seiten, Preis 25 Pfs., Porto 5 Pfo. ** Der Achtstundentag. Von R. Seidel. 16 Seiten, Preis 10 Pfa., Porto 3 Pfg. Hinweis auf§ 52 Abſak 1 und§ 53 Verkürzung der Arbeitszeit. Absatz 1 des Gesetzes. Gewerbe- Deputation des Magistrats. gez. Friedel. J.-Nr. 2761 Gew. 11. 94. Achtung! Lithographen, Steindrucker und Berufsgenossen Berlins. Versammlung aller im graphischen Gewerbe beschäft. Arbeiter u. Arbeiterinnen am Dienstag, den 1. Mai, Vorm. 10 Uhr, im ,, Böhmischen Brauhaus", Landsberger Allee. Diejenigen Kollegen, welche an diesem Tage, ohne Nachtheile zu haben, fich von der Arbeit befreien können, werden ersucht, sich an dieser Versammlung zu betheiligen. Für diejenigen Kollegen, welche verhindert sind, den 1. Mai durch Arbeitsruhe zu feiern, gelangen Maimarken zur Ausgabe, im Preise von 50 Pf. und 1 Mark.( Nur auf der Rückseite gestempelte Marken sind giltig.) Die Marken sind bei den Vertrauensleuten zu haben. 491/15 Ale Theilnehmer an der Maiverſaminlung werden gebeten, sich am 1. Mai, Vormittags präzise 9 Uhr, im Restaurant Musold, LandsJ. A.: R. Schöpke, Wollinerstr. 23. bergerfir. 31, zu verſammeln. Metallarbeiter! Erfahrungen und Urtheile von Ceschäftsleuten. Von Rudolf Morf. 32 Seiten, Preis 20 Pfa., Porto 5 Pfg. Sozialistische Theaterstücke. Die Tochter d. Staatsanwalts. Schwank in einem Akt v. M. Kegel. Preis 30 pfg., Porto 3 pfa., 10 Expl.( nöthige Rollenzahl) 2,50 k., Porto 10 pfg. ** Wieder ein Kämpfer! Charakterbild aus dem Arbeiterleben von W. Krauße. Preis 30 Pfs., Porto 3 Pfa., 7 Expl.( nöthige Rollenzahl) 1,80 m., Porto 10 Pfg. Gedichte. Prologe. Karl Hendell: Dienstag, den 1. Mai 1894, Vormittags 10 Uhr: Buch der Freiheit. Grosse öffentliche Versammlung aller in der Metallindustrie beschäft. Arbeiter und Arbeiterinnen in den Germaniasälen, Chanffeestraße 103. Zages Drdnung: Vortrag des Genossen August Bebel über: Die Bedeutung des 1. Mai. Die Kollegen werden ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Für diejenigen Kollegen, welche verhindert sind, den 1. Mai durch Arbeitsruhe zu feiern, gelangen Maimarken zum Preise von 50 Pf. zur Verauss gabung, und erwarte ich, daß die Kollegen für regen Vertrieb derselben eintreten. Der Vertrauensmann der Berliner Metallarbeiter. 221/3 Otto Naether, N., Anklamerstr. 44. Achtung! Dachdecker. Achtung! Wir treffen uns Dienstag, den 1. Mai, Vormittags Neu! Höllenqualen. Neu! 9 Uhr, bei Schlüter, Sleine Markusstr. 10. 359/7 Poffe in 1 Att von Bernhard. Neu! Eingeseift. Neu! Operette in 1 Att v. A. L'Arronge. Auftreten sämmtl. Spezialitäten. Anfang: Sonntags 7 Uhr. Wochentags 8 Uhr. Entree: Wochentags 20 Pf. Sonntags 30 Pf. R. Winkler. Nur noch 3 Vorstellungen. Säle für Versammlungen Circus Renz. und Festlichkeiten find noch an verschiedenen Tagen zu haben. Moabiter Gesellschaftshaus. ( Karlstraße.) Sonnabend, den 28. April 1894, Abds. 71/2 Uhr: Zum Benefiz Alt- Moabit 80/81.( Pferdeb.- Berbind für Frl. Oceana und Herrn Concert, Theateru. SpezialitätenTäglich: Vorstellung. Anfang 4 Uhr. Entree 30 Pf. 12L Helmuth Peters. Neue Welt. Hasenhaide Nr. 108. 737 Ernst Renz. Zuerst ist Geburtstagsfeier. Franz Kowalsky, Dachdeckergeselle. Cöpenick. Dienstag, den 1. Mai 1894: Grosse Maifeier im großen Saale des Herrn Klein( Stadttheater), 2 Bände in elegantem Umschlag. Preis pro Band 1,75 Mk. Porto 30 Pfg. Komplet in Prachtband geb. Mark 5,00. Porto 30 Pfg. Truhnachtigall. Inhalt: Glühende Gipfel( Maifestspiel). Gründeutschland. Preis broschirt 1,50 k., geb. 2,00 tk. Porto 20 Pfg. Voetisches Skizzenbuch. Preis gebunden 3,50 Mk., Porto 10 Pfg. Diorama. Preis 3,60 mark. Porto 20 Pfg. Amfelrufe. Preis 2,00 mark. Porto 20 Pfg. Strophen. Preis 1,60 mark. Porto 20 PTs. Aus meinem Liederbuch. Prachtband. Preis 7,00 mark. Porto 30 Pfs. * Deutsche Arbeiter- Dichtung. Eine Auswahl Lieder und Gedichte deutscher Proletarier. Bd. 1. W. Hafenclever, R. Frohme, A. Lepp. Bd. 2. J. Andorf. Bd. 3. R. Lavant. Bd. 4. M. Regel. Bd. 5. A. Schen. bestehend aus Konzert, Feftrede, Theater, unter Mitwirkung der Gefang- preis pro Band, eleg. gebunden Mk. 1. vereine Morgenroth" und" Heimathtlänge". " Zur Aufführung gelangt: Der 1. Mai." Ein Zeitbild in 3 Abtheilungen von Heinrich Friedrich. Entree für Herren 20 Pf., Damen 10 Pf. Raffeneröffnung 7 Uhr. 480/8 Reinickendorf. Anfang Punkt 8 Uhr. Dienstag, den 1. Mai, Abends 8 Uhr, im Seeschlößchen, Marktstraße 1/2 Porto 10 Pfg. 米 Hochfluth. Sozialistische Bettgedichte zum 1. Mai. Preis 20 Pfs. Porto 8 Pfa. * Gelegenheits- Gedichte und Große Versammlung.rologe für Arbeiterfeste. Auf auf zur fröhlichen Jagd! 484/4 Außerdem! Zum 1. Male: " Referent: Hoffmann Bankow. Nach der Versammlung: Gemüthliches Beisammensein. Der Vertrauensmann. Empfehle nach wie vor mein verdem verehrten Publikum. Vorwärts, Volks- Zeitung, fowie andere Zeitungen, 41L* liegen aus. Die Springschule, auf dem Jagbpferbe Kolporteure! größertes Lokal, franz. Billard zc., Parthenia, ger. v. Frl. Oceana Renz; Colmar, 3. 1. Male ger. v. Hrn. Ernst Renz; d. ostpr. Hengst Edinburgh, vorg. v. Herrn R. Renz; d. Handakrobaten Sonntag, den 29. April 1894: Gebr. Detroit u. f. w. Sonntag: 2 Vorstellungen. Nachm. Unfere Maifest- Nummer Finsterbusch- Konzert. 4 Uhr( 1 sind frei): Grosse Komiker gelangt heute Sonnabend aur Vorstellung. Abends 72 Uhr: Zum Ausgabe. M. Berndt, Oranien- u. Alexandrinenstr.- Ecke. Der heutigen Nummer unseres Blattes liegt die gestrige Gewinnlifte Grosser Ball, lehten Male: Auf auf zur fröhliche Buchhandlung des ,, Vorwärts" der preuk. Softeric bri. Fr. Renz, Direktor. Berantwortlicher Redakteur: Hugo Pönsch in Berlin. Druck und Verlag von Maz Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Von Manfred Wittich. Preis 75 Pfa. Porto 10 Pfs. Gebunden 1,80 mark. Porto 20 Pfo. * Raketen u. Leuchtkugeln. Eine Festgabe zum 1. Mai. Von S. Kokosky. Preis 20 Pfg. Porto 3 pfg. Bei Bezug von auswärts empfiehlt es sich, bet fleineren Bestellungen den Betrag in Postmarken gleich beizufügen, bei größeren Aufträgen vorherige Einsendung, um die Nachnahmekosten zu ersparen. Sierzu zwei Beilagen. 1. Beilage zum ,, Vorwärts" Berliner Volftsblatt. Nr. 98. Parteinachrichtens Polizeiliches, Gerichtliches 2c. 群 Sonnabend, den 28. April 1894. schlafen." " 11. Jahrg. Aber mußt Du denn schon Geld verdienen?" in den Dienst und brauche Kleider, da muß ich sparen, meine " Wir sind sechs Kinder zu Hause, und ich muß zum Herbst Eltern fönnen mir nichts taufen!" Das Kind hatte bei diesen Worten den Blick zu Boden ges Rinder verkümmern auf diese Weise, wieviel Bitterkeit nimmt fenft- es schämte sich der Armuth seiner Eltern-! Wieviel nicht der junge Geist schon in sich auf!-nicht der junge Geist schon in sich auf! " natürlich nicht gefehlt. Unsere Leser wissen, wie oft theilweise noch die Kinder, auf deren frischen Gesichtern sich der von derselben Versammlung sozialdemokratische Anträge auf Frühling wiederspiegelt, und das Herz wird selbst wieder jung Ein Kampf um Versammlungslokale wird gegenwärtig Schaffung von Arbeitsgelegenheit zurückgewiesen worden find. bei ihrem Anblick. Aber die Freude an dem heiteren Treiben auch von unseren Parteigenossen in Leipzig- Connewit Ob der Beschluß der Stadtverordneten= Bersammlung bewirken wird oft verbittert, wenn der Blick auf die jugendlichen ausgefochten. Nachdem die„ Goldene Krone" seitens des Wirthes wird, daß der widerliche Streit der Interessenten um den Aus- Hüterinnen dieser Kinder fällt, welche schon im Kampf ums zu sozialdemokratischen Versammlungen verweigert worden, sind stellungsplatz jetzt schneller entschieden wird, muß abgewartet tägliche Brot den Eltern hilfreich beistehen müssen. Noch nicht die dortigen Genoffen in nicht geringer Verlegenheit. Auch folgende werden. Vorläufig dauert er noch mit ungeschwächten Kräften der Schule entwachsen, werden diese Kinder vom Unterdie dortigen Genossen in nicht geringer Verlegenheit. Auch folgende fort. Der Vorstand des Berliner Grundbesitzer- Vereins Süd- Ost richt dispensirt, und müssen oft für einen Lohn von 4-5 m, Erklärung, welche der Besitzer des Lokals, Brauereibirektor Ermisch, der Agitationskommission zugeben ließ, flingt nicht zeigt jetzt fogar durch Inserate an, daß er, wie wir bereits monatlich nicht nur ihre Kräfte, sondern auch ihre glückliche sehr ermuthigend, wenigstens wird die Beilegung des Streites in am Donnerstag mittheilten, die Aussteller mit dem Treptower Kinderzeit opfern, und werden um das Vorrecht der Jugend beziemliche Ferne gerückt. Das Schreiben lautet:„ Nachdem Park bekannt machen will. In Braun's Restaurant an der Ring- trogen. meine weiteren Bemühungen gegenüber dem jezigen Bächter bahnstation Treptow steht er von Nachmittags 4 Uhr an für alle die Da saß vor einigen Tagen ein solches dem Kindesalter noch der„ Krone", Herrn Schulze, ohne das gewünschte Resultat zur Verfügung, welche sich von ihm führen lassen wollen. Ebenso nicht entwachsenes Mädchen auf einen Kinderwagen gestützt und bezüglich der Saalfrage geblieben sind, erkläre ich Ihnen hier- hat sich auch in Charlottenburg ein Romitee gebildet, das den war entschlummert; das im Wagen liegende Kind war inzwischen durch, daß ich nach Ablauf des jetzigen Pachtverhältnisses, Interessenten Führerdienste leisten will. Am Bahnhof Char- unruhig geworden und erweckte durch sein Geschrei die kleine Ostern 1895, durch Aufnahme eines entsprechenden Passus in den lottenburg und in der Umgebung stehen Leute mit Standarten: Wärterin. Ach ich bin so müde", sagte die Kleine gleichsam neuen Vertrag das freie Verfügungsrecht über den Saal mir vor: Zerrain vorgeschlagen wird, das zugleich auf Berliner und Char: Schlafes theilnahmsvoll betrachtet hatte; ich muß- so antFührer nach Wigleben." Da jekt obendrein noch ein drittes sich entschuldigend zu ihrem Nachbar, welcher sie während des behalten werde." Das Agitationskomitee hat nun mittlerweile Unterhandlungen mit einem anderen Saalinbaber lottenburger Terrain( in Moabit) liegt, so darf man sich noch auf wortete sie auf Befragen weiter- schon morgens um 5 Uhr ( Friedrichshallen") angeknüpft und wird hierüber in einer dem- eine längere Dauer des erbaulichen Schauspiels gefaßt machen. aufstehen und meine Brüder zur Schule beforgen; dann bin ich nächst stattfindenden Versammlung berichten. Jedenfalls beweist wahrhaftig, auf dem Mühlendamm ist die Anreißerei nicht ärger den Zag über beim Rinde. Der Doktor sagt, ich sei bleichsüchtig der Vorgang wiederum, daß ein Boykott, wo es sich um Ver- getrieben worden! und müsse viel Echlaf haben, aber ich fann mich fast nie aussammlungslokale handelt, wohl vorsichtig und nur nach reiflichster Die Bureau Hilfearbeiter des Magistrate, früher Ueberlegung beschlossen werden darf, dann aber auch um so Bureau- Diätare genannt, sind ungeachtet der in lezter Zeit vielenergischer und fonfequenter durchgeführt werden muß. Der besprochenen Regelung bezw. Aufbefferung der Gehälter ihrer Saalinhaber wird, in berechtigter, oft auch übertriebener Furcht Kollegen recht schlecht besoldet; sie entbehren noch immer des vor der Polizei, dem Druck derselben um so eher nachzugeben ihnen gefeßlich zustehenden Anstellungs- Patentes, geneigt sein, je weniger ihm von der andern Seite eine wirth- trotzdem noch§ 56 Nr. 6 der Preußischen Städte- Ordnung vom schaftliche Schädigung dadurch bedroht. Und eine wirthschaft. 30. Mai 1853 die Anstellung eines Gemeindebeamten auf liche Schädigung birgt nothwendiger Weise ein Boykott in ebenszeit erfolgt, soweit es sich nicht um vorübergehende sich; nur sind nicht die Sozialdemokraten, sondern die eigene Dienstleistungen handelt. Viele derselben sind seit Dezennien im Kurzsichtigkeit der Wirthe oder der Druck der Behörden dafür Amte, haben Beamten- Qualität, werden in etatsmäßigen Stellen ihre Gaben aus. Auch dem Proletariat wird sein Frühling Und die Natur ftreut gerade jetzt wieder so verschwenderisch verantwortlich zu machen. Die Sozialdemokratie nimmt nur ge- beschäftigt, beziehen jedoch einen zu ihren Leistungen in feinem fominen und auf den Frühling die Erntezeit, und dann wird es zwungen diese Kämpfe auf, um sich das Recht der Versammlungs- Verhältniß stehenden monatlichen Diätensah, während ihre keiner„ Ferienkolonien" mehr bedürfen, sondern auch das bleichfreiheit zu wahren. definitiven Kollegen in eben denselben Stellen und für eben dieselbe Dienstleistung ein Jahresgehalt bis süchtige, arme und müde Kind wird gesunden unter vernünftigen zu 4000. und mehr erhalten. Wenn diese Beamten Zuständen. alt und Aufgelöst wurde eine Versammlung in Nürnberg, arbeitsunfähig geworden sind, wird ihnen auf ihren Antrag eine Die vielgenannten Weißlackirten" werden nunmehr weil der Vorsitzende fich weigerte, die anwesenden Frauen zu jährliche Unterstüßung mit Genehmigung der Stadtverordneten gar Veranlassung zu einem Rechtsstreite geben, der eines gewissen entfernen. Dreißig(!!) Schußleute erachtete man für ge- Versammlung in Gnaden bewilligt. Trotzdem nun das Reichs- Intereffes nicht entbehrt, aus dem aber höchst wahrscheinlich der gericht in vielen Fällen, zuleht fürzlich gegen den Magistrat zu im Rathe der Götter beschlossen worden war, daß für das nügend, um die gefährdete Ordnung" aufrecht zu erhalten. Reichs- Beranlasser als der" Ladirte" hervorgehen wird. Als nämlich Die Sozialen Weckrufe" vor Gericht. Kattowik, entschieden hat, daß dergleichen Beamte als lebensWegen Aufreizung zum Klaffenhaß" stand am 24. d. Mts. die länglich angestellt zu betrachten und pensionsberechtigt seien, Tarameter- Droschkenfuhrgewerbe weißlackirte Kutscherhüte obligaGenossin Marie Kunert vor der Straffammer zu alle, fühlt sich der Magiftrat nicht veranlaßt, seine Pflicht zu erfüllen. torisch eingeführt werden sollten, wurde die Wohlgeneigtheit des um fich als Herausgeberin der Gedichtsammlung Soziale Wed. Er läßt sich einfach verklagen. Gegenwärtig schweben zwei Dstar Blut im Traume offenbart. Daraufhin hatte er nichts Polizeihauptmann Gaul für diesen Plan dem Hutfabrikanten rufe" zu verantworten. Mit angeklagt war Genosse Groß als Prozesse diefer Art gegen, der eine des Hilfsarbeiters Verleger. In der Schrift, welche zu Anfang des Jahres 1892. bereits in zweiter Instanz, der andere, des Silfsarbeiters Siligeres zu thun, als die im Polizeipräsidium veranstaltete Ausvon Frau Kunert herausgegeben und von Genosse Groß buch- H., ist soeben eingeleitet worden. Derartige Prozesse, stellung von Weißlacirten" feinerseits durch einen Brobehut zu händlerisch verbreitet worden ist, sollen in einer den öffentlichen durch die Anwälte beider Parteien bis in die höchste Dieser wurde ihm denn auch zu Theil, obgleich nach dem Mustervermehren und für diesen Hut sich einen Musterschuh zu erwirken. Frieden gefährdenden Weise verschiedene Klaffen der Bevölkerung Instanz das Reichsgericht getrieben, erfordern eine zu Gewalthätigkeiten gegen einander öffentlich angereizt worden nicht unbedeutende Summe an Gerichtskosten und Anwalts- schutzgeseze nur neue und eigenthümliche Erzeugnisse" mit einem sein, und zwar durch das Vorwort, wie auch durch den Gesammt- gebühren, welche nach den bisher ergangenen Reichsgerichts- ist nun aber weder ein neues noch eigenthümliches Erzeugniß, Musterschuhe belegt werden können. Der Hut des Herrn Blut inhalt der Gedichtsammlung. Ueber die Herausgabe der Weck- Entscheidungen sämmtlich dem Stadtsäckel d. h. der Bürgerrufe" sprach sich die Genoffin K. dahingehend aus, daß ihr Ehe schaft zur Last fallen. Würden die Kosten von dem Gehalt des denn derartige„ Weißlackirte" waren schon vor Jahren von der mann zu jener Zeit inhaftirt war und sie deshalb, um ihm die Stadtoberhauptes gekürzt, blieben wahrscheinlich die Gerichte mit damaligen Taganom- Gesellschaft ins Leben gerufen worden und Möglichkeit zu geben, zu den Arbeitern zu sprechen, einen Theil solchen unnüßen Prozessen gänzlich verschont. Gewöhnlich füßen wurden auch bereits vereinzelt als sogenannte" Doktorhüte" geseiner Gedichte herausgegeben habe. Die Auswahl der Gedichte fich die Kommunalverwaltungen auf die mit dem betreffenden Weißlackirten" jetzt ein gangbarer Artikel geworden find, so werden tragen, um die" Doktorwagen" allgemein fenntlich zu machen. Da die tragen, um die„ Doltorwagen" allgemein fenntlich zu machen. Da bie habe sie selbst getroffen und alles, was ihr bedenklich erschien, vor Beamten bei seiner Annahme verabredete Kündigungsfrist von berartige Hüte außer von Herrn Blut auch noch von anderen der Veröffentlichung ausgemerzt. Zur Verbreitung der Gedicht- 4 Wochen. Aber alles dieses nüht ihnen nichts; denn das fammlung habe sie den Mitangeklagten Anfang April 1892 ver- Reichsgericht hat schon mehrfach bei seinen Entscheidungen Fabrikanten hergestellt und in den Handel gebracht. So bezieht anlaßt. Genosse Groß bestätigte diese Angaben. Des weiteren diefer Art folgende Säge ausgesprochen: 1. Die Anstellung Bedarfsartikel( W. Schütte, Schüßenstr. 54-55) feine Weißein hiesiges bekanntes Spezialgeschäft für Droschkenkutschermachte die Genoffin Runert geltend, daß das Strafverfahren gegen eines Gemeindebeamten, auf Ründigung entgegen der sie nicht zulässig sei, da es sich in diesem Prozesse um Preß- Bestimmung des§ 56 Nr. 6 der Städte- Ordnung vom 30. Mai lacirten von einer auswärtigen Fabrik. Da diese Hüte billiger vergehen handele, die in sechs Monaten verjähren. An 1853( fiehe oben) ist hinsichtlich des Zusatzes auf Kündigung" und besser find als diejenigen des Herrn Blut, so ist es erklär24. Oftober 1892 habe sie die erfte Vorladung bezüglich der unwirksam, die Anstellung selbst aber ist rechtsgiltig und als lich, daß diese mehr abgesetzt werden, als jene. So hat Herr Wedrufe bekommen; dieses sei die erste richterliche Handlung in auf Lebenszeit erfolgt zu betrachten. 2. Eine defini Blut nunmehr angekündigt, daß er wegen Nachahmung feiner dieser Sache gewesen, und von da sechs Monate zurück, vor dem tive Anstellung( und nicht nur vorübergehende Dienst- Weißlackirten" gegen das genannte Geschäft vorgehen werde. 24. April habe sie ihre Thätigkeit als Herausgeberin der Gedichte leistungen") liegt dann vor, wenn in den die Anstellung be- Dringt Herr Blut mit seinen Ansprüchen nicht durch, d. h. werbeendet gehabt, worüber sie möglicherweise Beweis erbringen treffenden Verhandlungen nichts von einer zunächst kommissarischen Sauptzweck derselben verfehlt sein. Uebrigens zeigen die Weißden ihm die Weißlackirten" nicht monopolisirt, so dürfte ein fönne. Es wurde Vertagung der Verhandlung beschlossen, um Beschäftigung gesagt, eine probeweise Uebertragung nicht vor facirten nach Eintritt der fonnigen Tage eine sehr unheilvolle betreffs der Verjährungsfrage Beweise zu erheben. behalten ist, wenn der mit dem Willen des Angestellten überein- Lichtfeite, indem neuerdings häufigere Erkrankungen der Augen stimmende Wille der Kommune, denselben zuvörderst nur ver- bei Kutschern mit" Weißlackirten" zu verzeichnen sind. Diese fuchsweise zu beschäftigen, teinen entsprechenden Ausdruck werden ärztlicherfeits auf das Blendwerk, auf die intensive Abgefunden hat." Klarer, auch für jeden Nichtjuristen, kann doch firahlung des Sonnenlichtes von den Weißlackirten" aurüc eine Sache nicht ausgesprochen werden. Also wozu diese ungeführt. Das betreffende Material wird gesammelt und in nüßen Kosten für den Stadtfäckel! Versammlung am Donnerstag den Treptower Park und, falls dieser als Ausstellungsplatz gewählt wird, eine Unterstützung von behalten und seiner Zeit das Endresultat unfern Lesern nicht Die oben genannten Prozesse werden wir übrigens im Auge entsprechender Weise gegen die Weißlackirten" in's Feld geführt werden. 300 000 m. bewilligt. Für den Fall der Wahl eines anderen vorenthalten. Der fortschrittliche Verein ,, Waldeck" zählt, wie wir Terrains hat sich die Versammlung eine nochmalige Beschlußaus einer Mittheilung über seine kürzlich abgehaltene Generalfassung über den zu leistenden Beitrag vorbehalten. Die Be- Kindermädchen. Die Frühlingssonne lacht hell und treibt versammlung ersehen, gegenwärtig 1203 Mitglieder. Im Jahre rathung dieser Sache bot verschiedenen Stadtverordneten der nicht nur reiche Blüthen an Baum und Strauch, sondern treibt 1890 verfügte er noch über 1460 Mitglieder. Er ist also in bürgerlich gesinnten Mehrheit die erwünschte Gelegenheit, wieder auch die Menschen hinaus aus der Enge in die freie Natur, den letzten Jahren auch in bezug auf die Mitgliederzahl aus einmal von ihrer Arbeiterfreundlichkeit zu erzählen. Auch sofern sie sich eben diesen Luxus". noch gestatten fönnen und einem fortschrittlichen" Verein immer mehr ein rückschrittan dem Hinweise darauf, daß durch die Aus nicht durch die Sorge um's tägliche Brot an die dunkle und licher geworden. Inbezug auf seine Prinzipien gehörte er trob ftellung Arbeitsgelegenheit gefchaffen werde, hat es staubige Werkstatt gebunden sind. Dieses Vorrecht genießen feines Namens schon länger zu den rückschrittlichen. " Tokales. Für die Gewerbe- Ausstellung hat die Stadtverordneten bar macht. Mai- Blätter. Auch das ist erklärlich. Während die schriftstellerischen italienische Erdarbeiter hat nur einen Bruder; er ist auf Beiträge durchweg von sturmerprobten Genossen herrühren, Fleischer's" Gotthard- Tunnel" zu sehen. Wer die Festblätter, welche die deutsche und öfter- sind die Bilder meistens Schöpfungen von Künstlern, Noch weiter gegangen in der Vermengung einer Allegorie reichische Parteileitung dem arbeitenden Volfe zum ersten die im günstigsten Falle unseren Ideen, unserer mit der realistischen Schilderung eines realistischen VorMai bisher darboten, aufmerksam gelesen und verfolgt hat, Partei nur nahe stehen. Infolge dessen muß ein Ringen ganges ist der Zeichner des Vollblattes der Wiener Festwird eingestehen müssen, daß, was den Inhalt betrifft, die zwischen Stoff und Form entstehen, das Kunstwerk gelangt zeitung. Die Bilder dieses Blattes sind in Farben Auswahl der Artikel, die Themata, welche die Auffäße nicht zur allseitigen harmonischen Durchbildung, die Wir gehalten, während die des deutschen wie immer nur in behandeln und die Form, in welcher die Gedanken geboten fung verpufft. Dieses Nicht- ganz- Beherrschen des Stoffes Schwarzdruck nach Holzschnitten hergestellt wurden; lettere werden, die Arbeiten erscheinen, daß sich in all dem ist auch die Ursache, weshalb auf vielen unserer Festbilder stammen aus dem Atelier von H. Scheu in London und von Jahr zu Jahr ein steter Fortschritt deutlich bemert sich Stil- Mengungen zeigen. Nehmen wir einmal das sind einfach mustergiltig. Hauptbild des Berliner Mai= Blattes. Aus dem Was den schriftlichen Inhalt der Festzeitungen betrifft, Wir wollen damit nicht gesagt haben, daß die früheren Thore einer mittelalterlichen germanischen Stadt zieht so enthalten wir uns des Näheren darauf einzugehen. Ein Maifestzeitungen schlecht gewesen sind; aber sie waren im eine Schaar Menschen. Die Charakterisirung der einzelnen ieder unserer Leser wird sich ja die Blätter kaufen, sie lesen Vergleich zu den heute vorliegenden minder gut. Das Personen geschieht hauptsächlich durch die Kleidung und die und sich an dem Gebotenen erfreuen und begeistern. Nur ist auch nur natürlich. In den ersten, dem Pariser Kon- Werkzeuge, die sie mit sich führen; es sind Vertreter ver- das Gine möchten wir hier bemerken. greß folgenden Jahren, war die Idee des Weltfeiertages schiedener Arbeitszweige. Und die mitgeführten und ge- In dem Festblatte der österreichischen Genossen findet etwas Neues, die Artikel der Festblätter hatten, weil sie schwungenen Fahnen und die ganze Anordnung des Zuges sich die Schilderung einer Abendgesellschaft bei einem Bankier, immer von denselben Gedanken ausgingen, gewissermaßen künden, daß die Arbeiter sich zu einer Feier begeben. die von Uebertreibungen und Unwahrscheinlichkeiten geradezu etwas Eintöniges, die Schreibart war theils polemisch, Soweit, so gut. Aber jetzt will uns der Künstler noch strotzt. Es ist kaum zu glauben, daß der Autor die Verhält theils demonstrirend, beweisend; kurz, die einzelnen Schrift deutlicher machen, zu was für einer Feier fich die Waller niffe, die er darzustellen versucht, auch wirklich kennt. Offen steller, welche zu Worte kamen, beherrschte noch zu sehr der begeben, was für Ideen sie huldigen und was die treibende gestanden, wir sind keine Freunde einer Darstellung, die, Stoff, die dee des 1. Mai trat noch nicht in all ihren Kraft des Ganzen sei. Dafür genügen ihm die auf den wie es hier geschehen, nur mit den gröbsten Mitteln und Formen und Strahlenbrechungen in die Erscheinung. Das Fahnen eingestickten Bilder und Sinnsprüche nicht; er Effekten arbeitet; es wird auch damit keine Wirkung erzielt, zeigte sich am besten in den Gedichten, in welchen die stellt an das Thor eine übermenschliche Frauengestalt mit weder nach dieser Richtung noch nach jener. Rhetorit vorherrschte. Heute ist auch dieses Stadium der griechischem Profil. In der Rechten hält die Göttin eine Auch Der wahre Jakob"," Der süddeutsche Postillon" Entwickelung überwunden. Besonders das Berliner Mai- Fahne, mit der Linken stellt sie die Zeiger einer über und die Wiener Glühlichter" sind zum 1. Mai im Festfestblatt verträgt auch vom Standpunkt des Schrift- dem Stadtthor angebrachten Uhr auf XI. Auf dem gewande erschienen, oder bringen wenigstens Bilder, stellers als Künstler den höchsten Maßstab. Zum Bifferblatt steht das Wort Sozialismus. Was der Zeichner Gedichte und Artikel, die sich auf den Weltfeiertag der Arguten Juhalt ift die schöne Form getreten, damit sagen will, sieht ein Jeder. Aber wir stehen nicht beiter beziehen. Eine Besprechung oder gar Empfehlung die Hülle faßt den Kern faltenlos; und das ist doch das an, zu behaupten, daß gerade durch diese Art der Dar halten wir für überflüssig. Ein jeder der Genossen fennt Beste, das man von einem Schriftwerk überhaupt sagen kann. stellung der künstlerische Gehalt des schönen Bildes schwer diese Blätter ja zur Genüge, fie find ihm im Laufe der 28ir betonten eben ausdrücklich was den Inhalt geschädigt wurde. Und das ist schade. Der Auszug ist in Jahre traute Freunde und liebe Bekannte geworden; der betrifft"; damit wollten wir den Bilderschmuck gewisser- so realistischer Treue, in so vollendeter Perspektive wieder eine wird also nach diesem, der andere nach jenem greifen, maßen ausgenommen haben. In dieser Beziehung ist ein gegeben, daß jedem aufmerksamen Beschauer sich die Lobes auch ohne daß wir etwas hinzuthun. Nur das eine wollen Fortschritt nicht so deutlich wahrzunehmen; auf manche worte von selbst auf die Lippen drängen. Der prächtig wir verrathen: So schön wie diesmal, war„ Der wahre prächtige Leistung folgt da im nächsten Jahre ein Abfall. charakterisirte, aus dem Bilde gleichsam herausschreitende Jacob" noch nie. " --SS. " " " Solche Thaten, wie hier die beiden, wahrscheinlich heute noch im Amte befindlichen Beamten verübt haben, sind be fanntlich gleich den Soldatenmishandlungen nicht anders ชิน beschränken, als daß sie in der Presse fort und fort veröffentlicht werden. Der Frauen Verein zur Erziehung minorenner| legenen Vorwerk Grünerlinde gemeldet. Als am Donnerstag| hoben werden, sondern gegen die Staatsbürger, welche inMädchen für die Handwirthschaft" hat am Dienstag seine Morgen gegen 1/25 Uhr die auf dem Vorwerk bedienstete fommodirt wurden, Anklage erhoben wird. So auch in dem vordiesjährige Generalversammlung abgehalten. Aus diesem Anlaß 22jährige Magd Caroline Scheffte aus dem Kuhstall tommend liegenden Fall. Wegen Berübung ruhestörenden Lärms und theilt die Berliner Zeitung" mit, der Verein gewähre in seiner mit zwei Eimern Milch über den Hof ging, trat ihr der auf dem wegen Beamtenbeleidigung war der Maler Johannes Scheme! Anstalt 15-16 jungen Mädchen" gastfreundlich Aufnahme und selben Gut dienende 26jährige Kutscher August Fischer entgegen angeflagt. Die Beweisaufnahme ergab folgendes: Am Abend Unterweisung in den hauswirthschaftlichen Verrichtungen, um und gab aus nächster Nähe zwei Schüsse aus einem Revolver des 15. Oktober v. J. befand sich der Angeklagte in dem Schantfie dann später in gute Dienststellen zu bringen"; der Verein auf das Mädchen ab. Schwer getroffen fant dasselbe zu Boden, lokal von Behrendt, Berg- und Jägerstraßen- Ecke. Nachdem der babe so bereits 90 jungen Mädchen ihr Fortkommen gesichert". während der Mörder, die Waffe mit sich nehmend, die Flucht er- Wirth Feierabend geboten hatte, betrat noch ein junger Mann Also eine wahrhaft wohlthätige" Anstalt, für die das weibliche griff. Sofort wurde der Thäter verfolgt und es erfolgte nun das Lokal und verlangte ein Glas Bier, das ihm jedoch nicht Proletariat den Damen des Frauen- Vereins" dankbar sein muß? eine mehrere Stunden währende Jagd durch die Waldungen, bis perabfolgt wurde, weil Feierabend sei. Da die beiden Männer Etwas deutlicher ergeben sich die Ziele des Vereins aus den es endlich in der Nähe von Köpenick einem Gendarmen gelang, aber bemerkten, daß im Nebenzimmer noch eine Anzahl Statuten, deren§ 1 fagt, daß man unbemittelte Mädchen zu den F. zu stellen. In demselben Augenblick zog der Thäter den Gendarmen saßen, die eifrig Karten spielten und brauchbaren Dienstboten und für häuslichen Erwerb" herans Revolver und brachte sich drei Schüsse in den Kopf bei, welche fich um die Polizeistunde nicht im geringsten bilden wolle. Danach handelt es sich doch wohl eher um eis den sofortigen Tod des Mörders zur Folge hatten. Ein aus tim merten, verließen sie mißmuthig das Lokal, worauf der Unternehmen, dessen Wohlthat mehr den Damen des Vereins Rüdersdorf nach Grünerlinde geholter Arzt stellte fest, daß die Angeklagte Scheme! Vor Dem Lokal feinem Unmuth felber und überhaupt den Damen der Bourgeoisie zu gute tommi. Verletzungen der Sch. die eine der Kugeln hat die Lunge darüber Ausdruck gab, daß ihnen der weitere Aufenthalt im Die Klagen über Unbrauchbarkeit" der Dienstboten bilden ein durchbohrt- lebensgefährlicher Natur sind, und aus diesem Lokal untersagt, den Gendarmen dagegen gestattet worden. ständiges Thema nicht nur auf dem Kaffeeklatsch vornehmer" Grunde konnte die Ueberführung der Verwundeten nach einem Zwei in der Nähe ftehende Nachtwächter, Schuh und Hilde= Damen, sondern auch in manchen bürgerlichen Blättern, deres. Berliner Krankenhause nicht vorgenommen werden. Das Motiv brandt, traten an den Angeklagten heran und fragten, was Spalten mit einem Kaffeeklatsch eine gewiffe Aehnlichkeit haben. zur That soll in verschmähter Liebe zu suchen sein, da das er habe, worauf Schemel sich über den Vorfall beschwerte. Die Der Verein trägt dazu bei, diesen Klagen abzuhelfen; weiter hat Mädchen wiederholt die Liebesbewerbungen des Rutschers zurück Wächter erklärten die Angaben für unzutreffend(!) und die Sache wohl keinen Zweck. gewiesen hat. als Schemel nochmals in das Lokal hineingehen wollte, um Unter den sogenannten„ Leichenbarden", so berichtet Ein Liebesdrama hat am Donnerstag Abend auf der die Wächter von der Wahrheit seiner Worte zu überzeugen, war eine Rorrespondenz, scheinen gegenwärtig mehrere sich 3 einen: Stadtbahn durch den Tod eines jungen Mädchens seinen Ab- die Thür von innen verriegelt! Die beiden Männer gingen Leistungsfähigen Quartett vereinigt zu haben, das sich bei den schluß gefunden. Als gegen 6 Uhr ein einsteigender Paffagier aus dem Latal und nunmehr hatten die Wächter nichts Giligeres nun ihrer Wege. Mittlerweile kamen die betreffenden Gendarmen Begräbnissen auf verschiedenen Kirchhöfen hören läßt, es auf eine Vergütigung für seine Leistungen hoffen fann, auch Waggons 2. Klasse des um diese Zeit eingelaufenen, nach der darüber beschwert habe, daß sie Karten spielen. Die Folge war, wenn auf dem Stadtbahnhofe Alexanderplatz die Koupeethür eines zu thun, als den Gendarmen zu erzählen, daß sich Schemel ohne für diese bestelt zu sein; anders wenigstens laffen sich die Richtung Friedrichstraße fahrenden Zuges öffnete, fand er auf daß Echemel von den Gerbarmen verfolgt, auch Borkommiffe, welche auf den Friedhöfen an der Briger Chauffee den Polstern ausgestreckt ein junges Mädchen in einer großen eingeholt und arretirt wurde, obwohl Wohnung und Personalien in den letten Tagen mehrfach stattgefunden haben, nicht wohl Blutlache, während aus dem Munde ein dicker Blutstrom quoll. eingeholt und arretirt wurde, obwohl Wohnung und Personalien erklären. Am legten Sonntag sah man bei dem Begräbnisse Die anscheinend an den Folgen eines Blutsturzes Verstorbene den Beamten bekannt waren. Wie der Angeklagte dem Gerichtseines Fabrikbesizers aus dem Südosten der Stadt bei strömendem wurde nach der Morgue gebracht und dort als die unverehelichte of erzählte, ist er von einem Gendarm sofort ohne Weiteres Regen das Quartett am Grabe aufgepflanzt. Dem begleitenden 23 jährige Anna Sch. retognoszirt, welche mit ihren Geschwistern dermaßen ins Gesicht geschlagen worden, daß Geistlichen fam es zwar auffällig vor, daß ihm von dieser in der Liezmannstraße 11 wohnt. Wie sich jetzt herausgestellt, Auf dem Wege nach dem Amtshause wiederholte sich ihm das Blut aus Mund und Nase schoß gefanglichen Mitwirkung nichts gesagt worden war, doch richtete hat sich das Mädchen vergiftet; dasselbe war schon seit längerer dies und auch im Amtsgefängniß sei er in brutalster er feine Ansprachen nach dem gesanglichen Theil der Feier ein; beim Beit mit einem hiesigen Kaufmann verlobt, der die Absicht hatte, eise ohne jeden Grund mißhandelt worden. Zu guterSchluße derselben stellte sich heraus, daß ein Auftrag für den nach Amerika überzusiedeln, woselbst auch die Hochzeit stattfinden legt habe man ihn bis zum nächsten Morgen eingesperrt. Als Gesang gar nicht ertheilt war; allein der Obmann der Sänger follte. Am Montag wurde die Sch. durch einen Freund ihres er dem Amtssekretär Mier vorgeführt wurde, der ihn sofort enthatte mit geübtem Blicke einen nahen Verwandten des Beerdigter: Bräutigams verständigt, daß diefer verschwunden und allein nach ließ, habe dieser ihn gefragt:„ Aber Schemel, wie kommen Sie erkannt und suchte, wenn auch in zurückhaltender Form so doch Amerifa gereift sei. Dies hat sich die in ihren Hoffnungen Ge- hierher und wie sehen Sie denn aus?" So deutlich seien die unbequem genug für den Angerebeten, von diesem Zahlung oder täuschte derartig zu Herzen genommen, daß sie sich den Tod zu Spuren der erlittenen Mißhandlung zu sehen gewesen. Leider wenigstens ein Zahlungsversprechen zu bekommen, wobei die Sache geben beschloß. Ob der Blutsturz mit der Vergiftung in Bu- babe er feine Mittel beseffen, um ein ärztliches Attest zu erlangen. so dargestellt wurde, als ob die Sänger zu jener Zeit thatsächlich fammenhang zu bringen ist, wird die Obduktion der Leiche erzu einem anderen Begräbniß bestellt worden seien, das sie aber geben. -Der Gerichtshof vernahm von den zahlreichen Zeugen nur infolge einer Verwechselung versäumt hätten, was durch Angabe Die beiden Nachtwächter, aus deren Aussagen er schon ein flares von Gründen wahrscheinlich gemacht wurde, die für den An- Unvernünftig schnellem Fahren ist gestern in der Mittag- Bild des Sachverhalts erhielt. Das Urtheil lautete selbstverständlich gerebeten schmeichelhaft sein sollten. In dem vorliegenden Falle stunde die wohlverdiente Strafe auf dem Fuße gefolgt. Ein auf Freisprechung, da weder die Berübung ruheftörenden Lärms fonnte nun einer der Kirchhofsbeamten mittheilen, daß derortige elegant gekleideter Herr lenkte in der Kaiser- Wilhelmstraße an noch in der Beschwerde eine Beleidigung gefunden werden könne. Verwechselungen in der letzten Zeit auffallend oft vorgekommen neuen Markt ein Break zwischen zwei haltenden Gefährten, einer Kennzeichnend für das Benehmen, das diese Art Beamten zum seren, und daß man fünftig solche Gesangsaufführung bei Be- Droschte und einem Pferde- Eisenbahnwagen, so schnell hindurch, Theil gegenüber den Bürgern an den Tag legen, von deren erdigungen nur gestatten werde, wenn dieselben verher von be- daß ein Unfall unvermeidlich war. Eine Frau wurde von einem Steuergroschen sie erhalten werden, ist noch folgender Vorfall: theiligter Seite der Kirchhofsverwaltung angemeldet worden sind. Rade an den Kleidern erfaßt, eine Strecke fortgeschleift und nicht Während der Gerichtshof sich zur Berathung zurückgezogen hatte, unerheblich verletzt. Als der Eigenthümer des Breaks zu ent- wurde der gemißhandelte Maler von einem im Zuhörerraume Zwei neue Ringbahn- Stationen werden am 1. Mai mit tommen fuchte und auf einen Mann, welcher dem Pferde in die befindlichen Gendarmen mit dem Zuruf:" Netter Junge!" Beginn des Sommerfahrplans dem öffentlichen Verkehr über Bügel fiel, mit der Peitsche einhieb, ergriff das Publikum der- titulirt! geben werden. Es find dies die am Nordring belegenen artige Erbitterung, daß es Lynchjustiz übte und dann erst den Stationen Beuffelstraße"( Moabit) und Jungfernhaide"; beide Helden zur Polizeiwache beförderte. Ob der Menschenfreund, Bahnhöfe sind nach dem Muster der übrigen Ringbahn- Stationen mit dessen Eleganz es nun recht kläglich aussah, sich nicht erbaut und mit Schußdächern versehen. Der Bahnhof Beuffel- wenigstens vor seinem Groom etwas geschämt haben mag? straße" ist hart an der gleichnamigen Straße gelegen, die Station " Jungfernha ide" ist kaum 5 Minuten von dem fiskalischen Forst Warnung. Ein hiesiger Buchhalter bezieht ein Gehalt von Lehrreiche Abenteuer mit städtischen Steuerbeamten, entfernt und dürfte einen regen Sommerverkehr aufweisen. Mit 3600 M. und war demzufolge mit 70 M. zur Steuer veranlagt. dem ersten Mai werden auch die neuen Personengeleise zwischen Vor kurzem nun erhielt er die Aufforderung, in 14 Tagen seine die der Redakteur Maximilian Böttcher zu bestehen hatte, Wedding und Westend in dem Betrieb aufgenommen werden; Steuerdeklaration einzusenden, falls er nicht der Berufung gegen bildeten den Ausgangspunkt einer Anklage wegen wörtlicher und Dieselben zweigen hinter dem Bahnhof Wedding von der alten die Veranlagung verluftig gehen wolle. Der Buchhalter ant- thätlicher Beamtenbeleidigung. Der Angeklagte Böttcher hatte Strecke ab, führen dann in weitem Bogen bis Bahnhof Beuffel- wortete nicht. Etwa drei Wochen später kam ein zweiter Brief, an den Magistrat Steuern in Höhe von 50 m. zu bezahlen; er straße und nehmen von da aus die alte Strecke wieder auf. In- worin ihm ein Zuschlag von 25 pet. der Einkommensteuer an- war damit aber im Rückstand geblieben und hatte in einer Ginfolge dieses Umbaues ist der alte Bahnhof Moabit faum zwei gedroht wurde. Das half, und schon am nächsten Tage ging die gabe an den Magistrat seine Verpflichtung zur Steuerzahlung Minuten von Bahnhof Beusselstraße zwecklos geworden und Selbsteinschäßung ab. Diese wurde aber beanstandet und der bestritten. Eines Morgens, als der Angellagte frank im Bett geht mit Beginn des Sommerfahrplans ein. Zum Ersah dafür Buchhalter, wie die B. Pr." schreibt, zu einer Einkommensteuer lag und medizinirte, lingelte es bei der Zimmervermietherin des wird in fürzerer Zeit ein neuer Bahnhof zwischen Beuffelstraße von 132 M.( 5000-5500 m. Einkommen) veranlagt. Hiergegen Angeklagten, Frau Eisele, und als sie öffnete, stand der städtische und Wedding errichtet werden. giebt es nun tein Mittel mehr, dieser Betrag muß für dieses Steuererheber 3 uns und der Magistratssekretär Kröger vor In dem neuen Sommerfahrplan ist nunmehr für den Nord- Jahr sammt dem 105 pet. Zuschlag für die Stadt und der der Thür und begehrten, Herrn Böttcher in Steuerangelegenring, und zwar für die Hauptverkehrszeiten, der Behn Kirchensteuer bezahlt werden. Berufung kann nicht eingelegt beiten zu sprechen. Nach der Bekundung des Zung vor Gericht Minutenverkehr vorgesehen, für den Rest des Tages tritt werden, weil der ersten Aufforderung zur Selbsteinschätzung nicht hatte die Begleitung des Kröger den Zweck, die Richtigkeit eines von Zung erstatteten Berichts über fruchtlose Pfändung zu revider Zwanzig- Minutenverkehr, an Sonn- und Feiertagen der Folge geleistet worden ist. diren. Was nun weiter passirt ist, erzählten in Uebereinstimmung Viertelstundenverkehr ein. Durch Legung eines VerbindungsPolizeibericht. Am 26. d. M. Nachmittags gerieth ein mit dem Angeklagten die völlig unverdächtige Zeugin Eisele und geleises ist es möglich geworden, von Moabit aus direkte Züge vierjähriges Mädchen vor dem Hause Jerusalemerstr. 59 unter der gleichfalls dort wohnende Schriftsteller Grünzweig, der nach Halensee, unter Vermeidung dr Station Westend abzulassen. Die Räder einer Droschte und wurde so schwer verlegt, daß es ganze Szenen des sich entwickelnden Streites durch die Thür mit Solche direkte von dem Nord- nach dem Südring fahrende Büge bereits während der Ueberführung nach dem Krankenhause starb. angehört hat, wie folgt: Als Frau Eifele die Thür zum Zimmer des werden jedoch nur an Sonn- und Feiertagen fursiren. Hoffent- Vor dem Hause Auguststr. 28 wurde ein fünfjähriger Knabe, Angeklagten öffnete und das Erscheinen der Steuererheber ankündigte, lich sorgt die Bahndirektion dafür, daß sich die häßlichen Szenen welcher zwischen zwei vorüberfahrenden Feuerwehrwagen über sollen die Beamten was diese entschieden bestreiten sofort der Ostertage hinfort nicht wiederholen. die Straße laufen wollte, am Oberschenkel überfahren und er in das Zimmer gedrungen sein, und ohne sich weiter zu legiheblich verletzt. In einem Hause in der Friedrichstraße fiel timiren oder einen Pfändungsbefehl vorzuweisen, den Abends ein Dienstmädchen von der Kellertreppe und erlitt an- Angeklagten angeherrscht haben: Sind Sie der Studiosus scheinend innere Verlegungen. In der Nacht zum 27. d. M. Böttcher? Der Angeklagte will dann geantwortet haben, entstand vor dem Hause Friedenstr. 2 eine Schlägerei, bei der daß er früher einmal Studiosus war und nun ist ihm ein Hausdiener einem Reisenden mehrere Verlegungen am Ropfe gefagt worden, daß er 50 M. Steuern zahlen solle. Frau Eifele beibrachte. Im Laufe des Tages fanden fünf Brände statt. versichert noch, den Beamten gleich gesagt zu haben, daß der Angetlagte trant im Bett liege. Der Angeklagte bestritt die Verpflichtung zur Zahlung und berief sich auf seine Eingabe an den Magiftrat, worauf Kröger in barschem Tone antwortete: Ach was, Eingabe hin, Eingabe her, hier ist blos die Rede vom Be zahlen! Wir tennen die faulen Burschen schon, die wollen überhaupt nicht bezahlen! Böttcher stieg dann aus dem Bett und suchte, nur mit dem Hemd bekleidet, Ein dunkles Verbrechen beschäftigt die Kriminalpolizei. nach seinem Schlüssel zum Schrank, um das Geld zu holen. Er sagte Ain Donnerstag Abend erschien in der Charitee ein Mann, der Enoch einmal, daß er ja eine Eingabe an den Magistrat gerichtet habe, fichtlich erschöpft war und um Aufnahme bat. Er nannte sich Swinemünde Kröger aber schrie ihm entgegen:" Das lügen Sie! Uebrigens Gärtner Karl Borgmann, und wollte bei seiner Mutter in Hamburg halten wir uns mit Ihnen gar nicht auf, hier liegt ja eine Uhr Bankow, Schönholzerstr. 10, wohnen. In der linken Brustseite Berlin nebst Rette und etwas Geld, das nehmen wir mit!" Dabei soll hatte er eine tiefe Stichwunde, über deren Entstehung er die Wiesbaden. Herr Kröger den Steuererheber 3 uns die werthvolle Uhr nebst nachstehende Schilderung gab: Am Sonntag Abend sei er in München Kette und das Geld in die Hand gegeben haben. Böttcher sagte der Gegend der Müllerstraße umhergegangen, als er ohne jegliche Wien dann: Ich weiß überhaupt gar nicht, wer Sie sind und ob Sie Beranlassung von mehreren Männern überfallen worden sei und Haparanda wirklich Steuerbeamten sind und als er mit einem schroffen„ Ach von einem derselben einen Messerstich erhalten habe. Da die Petersburg was!" abgewiesen wurde, ließ er sich in seiner Erregung zu den Wunde ihm keine Schmerzen verursachte, habe er sich nicht in Cort. Worten hinreißen:„ Das ist ja die reine Spitbüberei!" ärztliche Behandlung begeben, vielmehr noch bis zum Donnerstag Aberdeen Er holte dann das nöthige Geld aus dem Schrank und gearbeitet. An diesem Tage habe er einen Wagen mit Eisen Paris als er bezahlte, sagte Kröger ironisch: Ach Sehen Sie mal beladen und empfinde nun heftige Schmerzen. Um 124 Uhr nun haben Sie ja mit einent Freitag früh war Borgmann schon todt. Als Todesursache ist Witterung in Deutschland am 27. April, 8 Uhr morgens: schlimm, wenn das Geld nicht da wäre; man bezahlt doch aber Male Geld!" Der Angeklagte erwiderte: Das wäre ja auch ärztlicherfeits innere Verblutung festgestellt, die infolge Wieder- Die schon gestern früh in Westdeutschland eingetretene Be aufreißens der Wunde eingetreten ist. Die Angaben, die Borg wölfung hat im Laufe des Tages bei finkendem Barometer sich nicht gern Steuern, zu deren Zahlung man nicht verpflichtet ist," mann über feine persönlichen Verhältnisse gemacht hat, beruhen weiter oftwärts ausgebreitet, worauf Nachmittags und Nachts und als er die beiden Beamten langsam zur Thür dirigirte und auf Wahrheit. Bezüglich der Ermittelung des Thatbestandes steht zahlreiche Gewitter folgten. Auch heute Morgen ist das Wetter Bunz schon hinausgetreten war, fagte er erregt:„ Es war mir aber die Polizei vor einer schwierigen Aufgabe, da der Haupt- im Nordwesten und Süden ziemlich trübe und etwas regnerisch, eine Ehre, die Herren tenuen zu lernen!" Kröger replizirte: zeuge nicht mehr am Leben ist und vor seinem Tode eine genaue nordöstlich von der Oder hingegen noch heiter und trocken. Im uns war es durchaus keine Ehre!" und als nun der Angeklagte Darstellung des Vorfalles, ebenso eine genaue Beschreibung der oberen Rheingebiet haben sich lebhafte Westwinde erhoben und rief: Sie Lump!" soll Kröger zuerst mit seinem Negenschirm in Frage tommenden Personen nicht mehr gegeben hat. Die eine merkliche Abkühlung hervorgebracht, im Osten ist es aber nach ihm gefchlagen und ihn drohend und um sich schlagend Leiche wird zweds gerichtsärztlicher Deffnung nach dem Schau- noch etwas wärmer geworden; in Mitteldeutschland sowie in ins Zimmer verfolgt haben. Einer dieser Schläge foll fehl hause gebracht werden. Bayern erreicht die Miorgentemperatur überall 15 bis 16 Grab gegangen fein und eine auf dem Spinde stehende Uhr Celsius. Berliner Wetterbureau. zu Boden geschleudert haben. Die Uhr befand sich geftern als Beweisstück an Gerichtsstelle. Frau Eisele, Die in dem Augenblick, als das Geld bezahlt wurde, auf ganz furze Zeit das Zimmer verlassen hatte, fam dann auf ertönende Hilferufe wieder in das Zimmer und sah Folgendes: Der Angeflagte, als Patient immer noch in bloßem Hemde, war bis in die Nähe seines Bettes retirirt und hatte zu feiner Bertheidigung einen Säbel ergriffen. Vor ihm stand Herr Kröger, der offenbar mit der einen Hand wieder einen Schlag mit dem verkehrten Regenschirm ausgeführt hatte und versuchte, die in die Bett3n der Doppelblutthat in der Hollmannstraße wird Daß die Maßnahmgen von Gendarmen und anderen decke verwickelte Krücke wieder frei zu machen. berichtet, daß der Mörder Franz Machota heute( Freitag) auf Sicherheitsbeamten" in Nixdorf zum Theil einen unbegreif- ber Mit anderen Hand Kosten der Stadt Berlin auf dem Armenkirchhofe beerdigt wird. lichen Charakter angenommen haben, zeigte sich wieder in einer und hatte den Säbel gefaßt rang mit bem Angeklagten. Sein Opfer, Frau Machota, wird auf Kosten des Kellners Hehle Verhandlung vor dem Rixdorfer Schöffengericht, die sich am ihren Zimmerherrn, doch den Säbel loszulassen, was dieser auch bat Frau Eisele auf einem katholischen Friedhofe ihre letzte Ruhestätte finden. Dienstag dieser Woche abspielte. Es ist bei solchen Vorkommthat. Auf den Hilferuf war auch Zung wieder zurückgekehrt Ein Mordverfuch und Selbstmord wird uns vom nissen im sogenannten Rechtsstaai Preußen ja bekanntlich üblich, und war Beuge der letzten Vorgänge. Der Säbel ist der Frau geftrigen Tage aus dem in der Nähe von Friedrichshagen te daß nicht gegen die Beamten, gegen welche Anschuldigungen er Eifele wieder entriffen und von den Beamten mitgenommen Ueber das Vermögen der Produktiv- Genossenschaft der vereinigten Bäckerei- Arbeiter Berlins und Umgegend ist, wie der amtliche Anzeiger von heute meldet, unter dem 26. d. M. der Konkurs eröffnet worden. Das Unternehmen, welches be fanntlich von mißvergnügten Mitgliedern der älteren Bäckerei genossenschaft gegründet wurde, bildete seit seiner Gründung eine Quelle widerlichen Gezänkes unter den Interessenten und konnte als Muster dafür gelten, wie Arbeiter nicht wirthschaften sollen. Es war daher vorauszusehen, daß diese Genossenschaft ein derartiges, für den mageren Geldbeutel der Mitglieder vielleicht recht unliebfames Ende uehmen mußte. Möge dieser Fall bene:: zur Warnung dienen, die sich leichter Hand von derartigen Stationen. Gründungen Wunder was versprechen. S " 1 Witterungsübersicht vom 27. April. Barometer stand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. Windstärke 429214PPPAL( Stala 1-12) Wetter Temperatur ORTANT( nach Celsius 11 758 GED 756 S 3 • 757 759 SW heiter bedeckt woltig Regen 11 15 12 760 heiter 763 SD wolfenlos 764 SA Nebel 768 D Dunst 749 912 Regen 10 758 bedeckt 758 wolfig ED SSM 50 G. 4° R.) In der Nacht zum Freitag um 1214 Uhr betrat eine Dame den Bahnhof Jannowizbrücke, als sie zu taumeln begann Wetter Prognose für Sonnabend, den 28. April 1894. und todt zu Boden stürzte. Die Persönlichkeit hat sich mangels Kühleres, ziemlich trübes, regnerisches Wetter mit mäßigen jeglichen Anhaltes bisher nicht feststellen lassen. Die anscheinend bis frischen westlichen Winden. unverheirathete etwa 30 Jahre alte Dame hat auffallend langes, in eine Flechte zusammengehaltenes blondes Haar, trägt ein schwarzes Kleid, ein braunes Mieder, einen schwarzen Filzhut mit Schleier. Die Leiche ist öffentlich ausgestellt worden. Berliner Wetterbureau. Gerichts- Beitung. ant, er " V worden. Herr Kröger behauptet, daß ihm durch einen Stoß mit| ledig. Abgereift sind vier Rollegen. Die Gefellen hoffen, daß sie| Die heute am 25. April versammelten Arbeiter der Firma dem Säbelknauf zwei Zähne gelockert worden seien. So lautete in dem Ausstand Sieger werden. In der Stadtverordneten: Gerson u. Wolf sprechen ihr lebhaftes Bedauern darüber aus, die übereinstimmende Darstellung des Angeklagten, der Beugin Sigung, wo gelegentlich einer Debatte über die Vergebung der daß es der Firma gelungen ist, aus ihrer Mitte Streitbrecher Eifele und des Schriftstellers Grit nzweig, soweit dieser die städtischen Pflasterarbeiten auch über den Streit gesprochen wurde, nach Zürich zu gewinnen; fie verpflichten fich, jede fernere der Vorgänge gehört hat. Frau Eifele hat als Augenzeugin des erkannte man denselben als gerechtfertigt an. artige Bumuthung, wie auch jede für Zürich bestimmte Arbeit Letzteren wiederholt ausgerufen Mein Gott, sind das Beamte!" während des Streits energisch zurückzuiveisen. Sollte infolge und Grünzweig versichert, daß er fortgesetzt von der Stimme des Der Streik der Schuhmacher in Burg dauert fort. dessen ein Arbeiter gemaßregelt werden, so erklären sich sämmt= Kröger sehr schroffe, herausfordernde Worte, die Bemerkung: Herrn Tack( Firma Tack u. Co.) ist es gelungen, die kleineren liche Arbeiter solidarisch, denselben zu unterſtüßen, und eventuell Sie lügen!" zc. gehört und das Gefühl der Empörung gehabt Fabrikanten zu einem Ring zu vereinigen, die alle ihre Arbeiter bereit, der Maßregelung die Arbeitsnieberlegung entgegenzuhabe. Der Steuererheber 3 un stellte die ganze Sachlage zu entlassen hatten. Die Lage der Arbeiter ist aber dadurch eine völlig anders dar. Er behauptete namentlich, daß sein und des günstige, daß die kleineren Unternehmer die plöglich erfolgte een. Die Versammelten verpflichten fich ferner, nur in den Herrn Kröger Erscheinen dem Angeklagten gemeldet worden sei Arbeitseinstellung nicht lange werden aufrecht erhalten können. bringendsten Fällen Ueberzeit zu arbeiten." und dieser gerufen habe:" Eintreten!" Er beftritt ferner, daß Sleichzeitig baben die Arbeiter beschlossen, einen einheit Gewerbegerichtliches. In Offenburg war für die Kröger Uhr und Geld weggenommen habe, will dies vielmehr lichen Lohntarif für Burg den Fabrikanten vorzulegen, sowie Berathung der Gewerbegerichts Statuten eine Kommission gefelbst gethan haben. Auf Befragen des Vorsitzenden und des den in einer Fabrik gewährten neunstündigen Arbeitstag einzuführen. wählt worden, die aus drei Gemeinderäthen, zwei Vertretern RechsanwaltsJaroczinski erklärte der Zeuge, daß er einen PfändungsDie Zahl der Ausständigen beträgt ca. 500 mit 340 Kindern. Der Arbeitgeber und den Sozialdemokraten Adolf Geck und Das Resultat ihrer Arbefehl bei sich gehabt, eine Steuerquittung aber nicht mit Abgereift find 70-80 Kollegen. Wird der Zuzug streng fern- C. Siebert zusammengesetzt war. fich geführt habe. Er hat, als die Steuer bezahlt wurde, ein gehalten und die Streifenden materiell genügend unterstüßt, so beiten ist ein sehr erfreuliches, da alle Mitglieder der Kommission Stück Papier aus der Tasche genommen und darauf eine ist der Sieg gewiß. in dem Bestreben, ein gerechtes, unparteiisches und humanes Interimsquittung über runde 50 M. geschrieben; die zu zahlende Briefe und Anfragen sind zu richten an Wilhelm Vogt, Wahl- und Rechtsverfahren einzuführen, einig waren. Das Statut, Steuersumme betrug aber ca. 56 M., so daß der Angeklagte noch bei H. Förster, Restaurant. Burg, Unterm Hagen. vorausgesetzt, daß es von den Behörden un einen kleinen Rest nachzahlen mußte. Die Frage des VertheiNB. Alle Arbeiterblätter werden um Abbruck gebeten. beanstandet angenommen wird,- berücksichtigt eine Anzahl zeitdigers, warum er denn nicht in die Tasche gegriffen und die Ein neuer Kohlenarbeiter- Ausstand scheint nach den bis jetzt schon gleichzeitig enthalten sind, z. B. die Besetzung der gemäßer Forderungen, wie sie wohl selten in einem Bahlgesetz ganze Summe vom Pfändungsbefehl abgelesen habe, erwiderte Mittheilungen der kapitalistischen Presse in England im Anzuge Wahlkommission zum Gewerbegericht aus Arbeitgebern und ArDer Beuge, daß er daran nicht gedacht habe. Die Aussagen zu sein. Diese Mittheilungen gehen dahin: dieses Zeugen, der sich mit den Bekundungen der übrigen beitern zu gleichen Theilen; Wahl der Vertreter der ArbeiterZeugen direkt in Widerspruch fette, gaben dem Bor- eine allgemeine Delegirtenversammlung ausgeschrieben, um darüber Mahl durch Abgabe weißer, tennzeichenloser Bettel in Rouverts, Der Vollzugsausschuß des Bundes der Bergleute hat schaft an einem Sonntag Nachmittag; vollständige geheime fizenden und dem Staatsanwalt Veranlassung, den Zeugen zu zu berathen, ob die Förderung von Kohlen beschränkt werden welche im Wahllokal zum Gebrauch aufliegen. Wir sind überverwarnen, doch ja nicht zu gunsten seines Borgesetzten einen foll. Die meisten Kohlenzechen haben nämlich große Vorräthe Die meisten Kohlenzechen haben nämlich große Vorräthe Meineid zu leisten. Der Beuge beschwor aber seine Aussage. aufgehäuft. In Lancashire iſt man der Ansicht, daß es das zeugt, daß diese und andere Fortschritte in der Justizpflege vem Auf Antrag des Staatsanwalts Dr. Borchert verzichtete das Beste wäre, von jetzt an nur vier Tage die Woche und nur acht geschaffen wurde, und daß es mit der Zeit auch in andern Statut das Vertrauen der Kreise sichern, in deren Interesse es Gericht auf jede Vernehmung des Kröger. Der Staatsanwalt Stunden täglich zu arbeiten. Kein Bergmann solle mehr als war der Meinung, daß es sich bei der Beleidigung des Kröger 6 Schilling den Tag verdienen. Die Führer der Bergleute find Städten Nachahmung finden wird. nur um gegenseitige Beleidigungen handele, die zu kompenfiren zu der Ueberzeugung gekommen, daß energische Schritte ergriffen feien und daß sich bei der Säbelaffaire der Angeklagte in der werden müssen, wenn die Bergleute nicht in Nachtheil den Nothwehr befunden habe. Dagegen erachtete der Staats- Bechenbesitzern gegenüber gerathen und die Löhne nicht gekürzt anwalt die Bemerkung:„ Das ist ja die reine Spitzbüberei" als perden sollen. In Northumberland friselt es auch Ethische Geselfdjaft. Sonntag, den 29. April, Abends 7 Uhr, in den beleidigend für Zung und beantragte, mit Rücksicht auf die Eigen wiederumi. Vor zwei Wochen forderten die Bechenbesitzer eine Lohn- Arminhallen, Kommandantenfir. 20, Versammlung. Referent Herr Dr. Lur thümlichkeit desfalles" nur 20 M. Geldstrafe. Der Gerichtshof erkannte herabjegung von 33/4 pet. der Löhne. Zur Rechtfertigung führten über: Soziale Stämpfe Soziale Kämpfe im Mittelalter". Nachdem gemüthliches Betaber auf völlige Freisprechung. Er schloß sich der sie an, daß die Kohlenpreise so viel in den letzten 3 Monaten gefallen fammenfein. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, ben 29. April, Bormittags 10% Uhr, Ansicht des Rechtsanwalts Jaroczinski dahin an, daß jene Be- feien. Der Vollzugsausschuß der Berglente von Northumberland Rosenthalerstraße 38, Bortrag über„ Gottesläfterung". merkung dem Kröger gegolten habe, der Uhr und Kette weg- rieth den Beuten, die Herabsetzung anzunehmen, da die letzte Solzplägen beschäftigten Arbetter am Sonntag, den 29. April, Vormittags Große öffentliche Versammlung der in Holzbearbeitungs- Fabriken und genommen, zu einer solchen Wegnahme aber gar nicht be- Lohnerhöhung erfolgt sei, weil die Kohlenpreis e stiegen und still- 10 uhr, im Schüßenhaus, Sintensir. 5. Vortrag des Genoffen Rohrlack über: fugt war. schweigend dazumal die Abmachung stattfand, daß die Löhne" Die Arbeiter im Kampf mit dem Kapital". wieder herabgesetzt werden sollten, sobald die Preise fielen. In Abends 9 Uhr, bei Herrn Schulz, Oftbahn 4. Gäste willkommen. den letzten Tagen fam es zur namentlichen Abstimmung. Die Tischlerverein. Abends 9 Uhr, Melchiorftr. 15, außerordentliche Mehrheit erklärte sich gegen Lohnherabfegung. Be- General- Versammlung. stehen die Zechenbesitzer auf der Kürzung, so haben sie den Arbeitern eine vierzehntägige Kündigung zu gewähren. Dann wer den die Arbeiter nochmals abstimmen, ob ein Ausstand begonnen werden soll. Soziale Ueberlicht. Achtung, Bildhaner! In der Werkstatt von Ostar Mädger in Wittweida find Differenzen ausgebrochen, deshalb bitten wir bringend, jeden Zuzug vorläufig fernzuhalten; etwaige Annoncen find unbeachtet zu lassen. Versammlungen. Schafshopfklub Bruderkette. Sigung Sonnabend, den 28. April, Briefkaffen der Redaktion. Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( 3wet Buchstaben oder eine Bahl) Die kapitalistische Presse bemüht sich, glauben zu machen, anzugebeu, unter der die Antwort ertheilt werden foll daß die meisten Zechen mit Verlust" betrieben werden. A. K. Wir haben die Frage schon oft beantwortet. Eltern An die Graveure, Ziseleure! Kollegen! Es ist uns als Das ist ein Schwindel schlimmster Art. Weshalb haben die müssen für die Schulden eines noch nicht felbständige. Sohnes Teine Organisation nicht möglich, eine der Bedeutung des Tages Bechen große Kohlenvorräthe aufgehäuft? Um die Arbeiter nur danr aufkommen, wenn die Schulden nothwendige Lebe entsprechende Demonstration am 1. Mai zu veranstalten. Wir einige 3eit entbehren zu tönnen, sie zum bedürfnisse betreffen( Effen, Wäsche, Wohnung) und wenn ber fordern deshalb gemäß den Beschlüſſen des Kölner Parteitages Streit zu treiben und dann die Vorräthe mit Sohn nicht soviel Mittel hatte, um diese Bedürfnisse zu bezahlen. von unseren Kollegen, denen es möglich ist, ohne wirthschaftliche riesigem Profit zu verkaufen. So haben die eng Hat er feine Mittel für andere, insbesondere unnüße Dinge, Schäden die Arbeit ruhen zu lassen, dem nachzukommen, und er- lischen Zechenbefizer es schon oft gemacht. Der Präsident des ausgegeben und für die nothwendigen Lebensbedürfnisse schulwarten von ihnen, daß sie eine unserem Berufe verwandte Ver- Bundes der Bergleute, Pickard, führte fürzlich in einem Borden gemacht, so brauchen die Eltern nicht für dieselben aufsammlung am Vormittage besuchen. trage den Nachweis, daß die Thorncliffe- Bechen während des zukommen. legten Ausstandes 60 000 Pid. Sterl.(= 1 200 000 M.) Gewinn G. D. 39. 1. Da Ründigung ausgeschlossen war, fonnten gemacht haben. Die Zechenverwaltungen leugnen das allerdings. Sie jeder Seit entlaffen werden. 2. Machen Sie dem Vorstand Aber wer glaubt ihnen? der Ortskrankenkasse und der Staatsanwaltschaft Anzeige. B.. Der Roffer mit Inhalt, der bei Ihnen für eine Bechschuld zurfickgelaffen ist, dient Ihnen nur als Pfand. Sie auf Bahlung verflagen und, wenn Sie ein Urtheil haben, den dürfen sich denselben nicht aneignen. Sie müssen den Schuldner Koffer nebst Inhalt pfänden und versteigern lassen. Wir erwarten ferner von allen Rollegen, welche durch die Macht des Kapitalismus gezwungen sind, an diesem Tage zu arbeiten, daß sie am Abend des 1. Mai sich an der politischen Demonstration betheiligen, sowie 25 pCt. ihres Tagesverdienstes dem Agitationsfonds opfern. Der Vorstand. Boykottirt werden die Hanauer Apotheken seitens der bem freien Verkehr übergebenen Heilmittel bei einen Drogisten dortigen freien Hilfskaffen. Seit dem 23. April werden alle entnommen. . 6. 31. Wenn Sie im Armenrecht einen Anwalt beigeordnet erhalten haben, so muß Ihnen derselbe das Shescheidungs- Urtheil übersenden, ohne daß Sie die Kosten zu beEinen Vormund brauchen die Kinder nur, zahlen brauchen. wenn Ihrem früheren Mann die Erziehungsrechte aberkannt sind. Friedrichstr. 13. Prenzlauer Thor, Vormittags 10 Uhr, besuchen( Zusammenkunft Aktionäre. Sie sorgen für sich und sie haben Recht Herren Wenden Sie sich dieserhalb an das Vormundschafts- Gericht, Neue bei Sommer, Grünftr. 21, früh 9 Uhr). An die Konditoren, Pfefferküchler und verwaypten Berufsgenossen! Rollegen! Als tleine Organisation ist es uns nicht möglich, eine der Bedeutung des Tages entsprechende Demonstration zu veranstalten. Wir fordern deshalb, gemäß Die Förderungseinschränkung im Effener Kohlenden Beschlüssen des Kölner Parteitages, von unseren Kollegen, gebiete bleibt bestehen. Demnächst findet in Essen. die Berdenen es möglich ist, die Arbeit ruhen zu laffen, dem nachzufammlung des Kohlensyndikats statt, in welcher der Vorstand der tommen und erwarten von ihnen, daß sie die unserem Berufe Antrag stellen will, die Förderungseinschränkung, wie bisher, so verwandte Gruppen- Versammlung, Brauerei Bö how, vor dem auch im Mai auf 20 pet. zu bemessen. Traurige Aussichten die nach der Moral der bürgerlichen Gesellschaft.) F.. a) Gehen Sie doch in eine Blumen- Handlung. Borsitzender des Lokalvereins der Konditoren. Der nationale Kongreß der franzöfifchen Bergarbeiter b) Hamburg( Stadt und Hafen) 309 435; die 15 Vororte haben 272 173 Einwohner. Die Kommission der Kiftenmacher hat betreffend die fordert vom Parlament die Einsetzung des Achtstundentages und Lohnstreitigkeiten in der Kistenfabrik von Gölsdorf in Friedrichs- Streits, falls das Parlament die Forderungen der Sozialisten ermächtigte ein Komitee zur Organisation eines allgemeinen berg beschlossen, diese Differenzen als einen Streit nicht anzusehen. Dem Kollegen Franz, der dort angefangen hat, mußte ablehnen sollte. eine Rüge ertheilt werden, da er sich nach Kenntnißnahme des Berichts im Vorwärts" nicht an den Vertrauensmann gewandt J. A.: F. Märtens. hatte. " A. Haase, An die Bügler! Bezüglich der Maifeier ersuche ich alle Kollegen, am 1. Mai, Vormittags 10 Uhr, die Versammlung in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20, zu besuchen. Sorge jeder Kollege für eine zahlreiche Betheiligung an der Versaminlung. 3igmann. Sämmtliche Webergehilfen in G a ft res haben die Arbeit eingestellt. Aus London meldet der Draht: Der bereits als bevor: stehend avisirte Streit der Dockarbeiter scheint wieder in Hull beginnen zu follen. Ben Tillet erklärte, die Arbeitgeber auf fechs Monate hinaus gerüftet. hätten ihre Verpflichtungen nicht erfüllt, er sei für den Streit = nicht auch etwas voraushaben. Genauen Bericht versprechen G. Spr., Mainz. War bereits erschienen. Ph. M., Wienerstr. 6. Warum sollten die Gothaer wir Ihnen. vierzehntägigen oder monatlichen Bohn( nicht zu verwechseln mit Ag. 12. Dem Arbeiter, welcher gegen einen wöchentlichen, einem pro Tag bestimmten aber wöchentlich zahlbaren Lohn) engagirt ift, fann für Sonn- oder Feiertage fein Abzug gemacht worden. Die Gewerbe- Ordnung enthält hierüber nichts. Aus Monat Lohn erhält, bekommt denselben dafür, daß er den ganzen den allgemeinen Rechtsgrundsätzen folgt dies aber. Wer für den Monat arbeitet, soweit die Arbeit möglich oder üblich ist. Dies ist aber an den Sonn- und Feiertagen nur ausnahmsweise der Fall. C.. 55. Nein. F. R. Ungiltig. Pfingsten dieses Jahres in Wiesbaden statt. Anmeldungen sind Der zweite deutsche Taubftummen Kongreß findet an den ersten Vorsitzenden des Rheinischen Taubstummen- Bundes Herrn Buchhändler Franz Bofsong dortselbst zu richten, von welchem auch alle nähere Auskunft ertheilt wird. S Einige Weber können Arbeit erhalten." Dieses InDer Maurerftreit in Tilsit dauert noch fort. Die Unter- ferat wurde in einem Meeraner Blatte erlassen und es meldeten nehmer versuchen Arbeitskräfte aus Schlesien und Berlin sich einhundertundsechs Webermeister. Das ge F. 2. Ihr Abzug ist nicht gerechtfertigt. Der Möbelhändler heranzuziehen. Man achte streng darauf, jeden Buzug fern- nügt, um sich einen annähernden Begriff zu machen von dem haftet für einen Schaden, den seine Leute anrichten, nicht, nur zuhalten, denn das Verlorengehen dieses Streits würde zur Folge Glend, welches in den sächsischen Webergegenden herrschen muß. laffen, der Wirth hätte sich an den Kutscher halten können. Dader Kutscher haftet. Sie brauchten die Ampel nicht machen zu haben, daß die Organisation zu Grunde ginge und daß auch so Teicht teine Arbeiterkategorie in Ostpreußen es noch wagen würde, gart, welche Möbel zu der in Zürich stattfindenden KantonalStreifbrecher. Einer Möbelfabrit in Stuttgegen ift der Anspruch auf Trinkgeld hinfällig. dem Unternehmerthum entgegenzutreten. Aufragen sind zu richten ausstellung zu liefern hat, gelang es, 4 Gefellen zu bewegen, stunde. 2. 49. Kommen Sie mit allen Papieren in die Sprech an Emil Szalies, Heinrichswalderstraße 3. nach 3ürich zu gehen, um dort die in halbfertigem Zustand geUeber den Streit der Steinfeger in Stettin wird lieferten Waaren der Firma fertig zu stellen. Darauf beriefen mitgetheilt, daß die bis jetzt eingegangenen Unterstüßungsgelder die anderen Arbeiter der Firma eine Versammlung ein und genügten. Im Ausstand befinden sich 46 Mann, davon sind vier nahmen gegen 2 Stimmen folgende Resolution an: Volksbazar Berlin, Köpeniderstraße 127a empfiehlt sein großes Lager fertiger Musik- Instrumente. Freunden und Genossen empfehle mein neu eröffnetes Weiß u. BairischAlle Blas, Streich- u. Schlag- Instru- Bier- Lokal. Zimmer für Vereine zu mente, Spieldofen zum Drehen u. selbst- 40 Personen. spielend, Muk Automaten fertigt = Benno Stabernack, 2241b Aug. Kessler, authernr. 51. Mühlenstr. 49 A, am Stralauer- Play empfiehlt fich unter Garantie zur E. Strauss, Blumenftr. 46, Alte Stiefel gr. Ausw., Rep. u. Beft. Herren- und KnabenAnfertigung gut paffender HerrenGarderobe. garderobe. Lager v. Stoffen 3. Ausw. Bestellungen nach Maaß werden in Solide Preise. eigener Werkstatt angefertigt. 5804L* SO. Köpenickerstr. 127a nahe der Adalbertstraße. Verkauf nur gegen Baar! * Briefkaffen der Expedition. H. Petr., Dordrecht: Lokaal de ,, Werker", K. Diepestraat 146, Antwerpen. 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Ausserordentliche Generalversammlung am Montag, den 30. April 1894, Abends 8 Uhr, bei Herrn Feindt, Weinstraße 11. Tages Ordnung: für Männer und Frauen. Zagesordnung: " 1. Fortsetzung des Vortrags über Mary Kapital". Referent: Genoffe Schöpke. 2. Diskussion. Bur Dedung der Untosten 10 Pf. Entree. Um recht rege Betheiligung ersucht Der Vorstand. Central- Depot für Herren- Moden 1. Delegirtenwahl der Arbeitgeber, sowie Arbeitnehmer; nur NichtInnungsmitglieder find wählbar. 2. Wahl der ausscheidenden Vorstands- Mit50, Oranienstr. 50, zwischen Oranien- und Moritzplatz. glieder M. Petruschke, 1. Vorsitzender; Arbeitnehmer Herrn Marg, 2. Vorsitzender; Arbeitgeber Hrn. Birr; Arbeitnehmer Hrn. Feuerstein. Cheviot- Anzug, hell melirt. 12,- m.| Zwirn- Hose.. Berlin, den 27. April 1894. Der Vorstand. W. Petruschke. Hänschke, Schriftführer. " " 173b " Achtung! Böttcher! Achtung! Versammlung am Sonntag, den 29. April, Vorm. 11 Uhr, bei Heise. Zages Drdnung: 113/9 Die Beschlüsse des Brauereibefizer- Ringes zum 1. Mai. Sämmtliche in Brauereien beschäftigten Böttcher werden gebeten zu erH. Winter. scheinen. Achtung! Ladkiver Achtung! und die in der Branche beschäft. Arbeiter u. Arbeiterinnen. Große öffentliche Versammlung # " blau und fchwarz. " " " " " 15, " 18,-" ... 15, 18, 20, Rammgarn • • Diagonal 15, zweireihig 18, Buckskin- Hose. Buckskin- Velour- Hose Achtung! I Hallenser! Die am Sonnabend stattgefundene Zusammenkunft beschloß, den Verein der Landsleute von Halle und Saaltreis zu gründen und ladet freundlichst zum Sonnabend, den 28. April, Abends 9 Uhr, im Restaurant Dsang, Reichenbergerstraße 47, alle Landsleute zur weiteren Besprechung ein Der prov. Vorstand. 167b Schuhe und Stiefel mit Kontroll- Marke. Allen Freunden u. Genossen empfehle mein Schuh- und Stiefel- Geschäft. 2,-M. Große Auswahl in Herren-, Damenund Kinderstiefeln zu den billigsten 5465L* Preisen. 23345 6819 . 3, " 3, " . 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April, Abends 8 1hr, Dresdenerstraße Nr. 45: General- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Geschäftliches und Raffenbericht. 2. Vortrag des Herrn Mattutat: ,, Aus alter und neuer Zeit". 3. Diskussion. 4. Verschiedenes. Aufnahme neuer Mitglieder. Um zahlreiches und pünktliches ErDer Vorstand. Donnerstag, den 3. Mai( Himmelfahrt), findet eine Herrenscheinen ersucht partie statt. Näheres in der Versammlung. 185/11 Deutscher Holzarbeiter- Verband. ( Bahlstelle Berlin.) Bezirks- Dersammlungen. Vorm. 10% Uhr, zweireihig 25, " 27, • " " " 30, " " " " " • 33, " • 35, " " " · " " Reise- Anzug 40, 15, " " " " 18, 21, " " 11818 1111 Burschen-, Knaben- und Kinder- Anzüge zu den denkbar billigsten Preisen. Maaß- Anfertigung ohne jeden Preis- Aufschlag. Lüstre- Jacket Joppe, grün Achtung! Gelegenheitskauf. 3,-M. 1,25 " Paletots, gefertigt aus Cheviot, Dia- p gonal, Satin, Rammgarn, jetzt 9, 1 Posten Melle Cheviot- Anzüge, reine 11, 12, 15, 18, 20, 24 M. prima. 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Commermonate empf. meinen Sommergarten Kaffeeküche, auch Gonnt. Vormittags 101/2 Uhr, Säle zu Festlicht. u. Versammlungen Bergmannstraße Nr. 5-7. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Werkstattangelegen. heiten und Verschiedenes. Hierzu find die Kollegen( auch die nicht organisirten) der Werkstätten von Hermann Gerson und Feldmann& Wegner, Bellealliancestraße 84 besonders eingeladen. Zahlreichen Besuch erwartet 429/12 Die Ortsverwaltung. Putzer( Maurer)! Die Maifeier begehen wir laut Beschluß der letzten öffentlichen Versammlung durch Ruhenlaffen der Arbeit. Es findet Vormittags 91/2 Uhr in der Brauerei Königstadt, Schönhauser Allee 10-11, eine 249/19 Oeffentliche Versammlung mit Frauen statt, in welcher Genoffe 0. Antrick einen Vortrag über: Die Bedeutung bes 1. Mai" hält. Kollegen! Am Dienstag heißt die Parole: Auf na Königstadt! Keiner darf fehlen. Der Vertrauensmann. Landpartie. zu Vergnüg. fostenlos. Birkenwerder an der Nordbahu. Restaurant Schützenhaus. Schönster Aufenthalt der Umgegend. Drts- Krankenkasse der Maler und verwandten Gewerbe. Laut Verfügung des Oberpräsidenten der Provinz Brandenburg unter O. P. Nr. 5333 vom 17. April 1894 betragen die wöchentlichen Raffenbeiträge vom 30./4. 94 ab: 1. KL.: männliche Mitglieder über Verband aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter 16 Jahre 66 Bf. Berlins und Umgegend. Sonntag, den 29. April 1894, Vormittags 10 Uhr: Branchen- Derlammlung 2. Rl.: männliche Mitglieder unter 16 Jahren 30 Pf. 3. Kl. weibliche Mitglieder über 16 Jahre 33 Pf. 4. RI.: weibliche Mitglieder unter 16 Jahren 21 Pf. der Schlosser und Maschinenbauerbige Verfügung wird hierdurch verim Restaurant Seefeldt, Grenadierstr. 33. Zages Ordnung: 1. Vortrag des Genoffen Dr. Pinn. 2. Diskussion. 2. Berichterstattung der Gewerbegerichts- Beifizer( Schloffer). 4. Aufnahme neuer Mitglieder, Verbands- Angelegenheiten und Verschiedenes. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht 488/13 Der Vorstand. öffentlicht und kann als sechster Nachtrag vom 2. Mai ab im Kaffenlokal von den Mitgliedern in Empfang genommen werden. Das Kaffenlofal bleibt vom Mai 1894 Sonntags geschloffen und ist dagegen Sonnabends, Abends von 7-8 Uhr, nur in Krankheits- Angelegenheiten geöffnet. Am 1. Mai bleibt das RaffenUnterstützungsverein deutscher Tabatarbeiter total geschlossen. Zahlstelle Berlin. Sonntag, den 29. d. Mts., Vormittags 10% Uhr, bei Nöllig, Neue Friedrichstraße 44: Mitglieder Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Anträge zur ordentlichen Generalversammlung in Nordhausen. 2. Wahl von zwei Delegirten zu derselben. Das Erscheinen aller Mitglieder ist Pflicht. Der Bevollmächtigte: Louis Dechand. 380/3 174b Der Vorstand. Freunden und Genossen empfehle ich mein Weiß- u. Bairisch- Bier- Lokal. Großer Frühstücks-, Mittags- u. Abendtisch aufs Beste. Vereinszimmer mit Georg Denner, Piano noch mehrere Tage zu vergeben. 119 Manteuffelstr. 19. 5709L C. Hietzig. Bekanntmachung. Drts- Krankenkasse der Schneider zu Berlin. Wir bringen hierdurch den Be theiligten zur Kenntniß, daß das Statut genehmigt ist und fann dasselbe von den Arbeitgebern und den Mit gliedern von 8 bis 1 Uhr im Bureau Stallschreiberstr. 36, I., in Empfang genommen werden. Berlin, den 27. April 1894. Der Vorstand. 180b F. Mathis, Borsitzender, An der Jerufalemer Kirche Nr. 3. Bekanntmachung der Ortskrankenkaffe für den Gewerbebetrieb d. Kaufleute, Handelsleute und Apotheker. Am Dienstag, den 1. Mai 1894, ist das Kaffenlokal unr von 8-10 Uhr für Krankmeldungen und Krankengeld zahlungen geöffnet. 500/4 Berlin, den 26. April 1894. Der Vorstand. L. Zaake, Küstriner- Platz Nr. 8. Alle Uhren 5462L* werden sauber und sorgfältig reparirt unter Garantie des Gutgehens für 1,50 Mark( außer Bruch) bei W. Winkler, Berlin N., Reinickendorferstr. 2 g, gegenüber der Dankes- Kirche. 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Drud und Verlag von Mag Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2, Brunnenstrasse 185. 2. Beilage zum Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mr. 98. anabel Der Lohukampf. Sonnabend, den 28. April 1894. 11. Jahrg. lion Der Fachverein der Holz- und Bretterträger hielt am Arbeiterin zu beeinflussen, einer von ihm inspirirten Vereins 15. April eine Mitgliederversammlung ab, in der zunächst der gründung zuzustimmen, welche den Zweck haben sollte, im Falle Gin in der vordersten Reihe der gewerkschaftlichen Bewegung Kassirer den Kassenbericht vom 2. Quartal verlas. Danach be- einer Arbeitsniederlegung die Arbeiterinnen der Fabrik zu erhalten. stehender Genosse sendet uns die folgenden beachtenswerthen Aus- trug die Einnahme mit dem alten Bestand 721,94 M., die Aus- Die betreffende Arbeiterin ging indessen darauf nicht ein, machte führungen: gabe 185,40 M.; mithin ein Bestand von 536,64 m. Sodann vielmehr im Verein deutscher Schuhmacher von diesem Angebote MitEine überaus eifrige Thätigkeit entfalten gegenwärtig die beschloß die Versammlung, den monatlichen Beitrag von 25 Pf. theilung und wurde infolge dessen entlassen. Da die Tack'schen Gewerkschaften, um eine Besserung in den Lohn- und Erwerbs auf 30 Pf. für das nächste Vierteljahr zu erhöhen. Die end- Arbeiter die verlangte Wiedereinstellung der entlassenen Arverhältnissen der Arbeiter herbeizuführen. Eeit dem Jahre 1890 giltige Beschlußfassung über die Maifeier wurde vom Kollegen beiterin nicht erreichten, so fündigten dieselben das Arbeitswaren alle dahin gerichteten Bestrebungen in einen Zustand der Paul Karnal eingehend begründet. Nach längerer Diskussion verhältniß. Daraufhin berief Herr Tack eine Fabrikanten- VerBeharrung gedrängt worden. Gewehr bei Fuß! hieß die Losung, wird beschlossen: Der Verein schließt sich am Vormittag sammlung ein und bestimmte dieselben, die Verpflichtung einzudie von den Gewerkschaften in ihrem Kampf mit dem Unter- des 1. Mai der öffentlichen Versammlung des Holzarbeiter gehen, ihren Arbeitern zu fündigen. Die Kündigungsfrist wäre nehmerthum befolgt wurde; befolgt wurde in der Erkenntniß, Verbandes an. gerade vor Pfingsten abgelaufen. Die Arbeiter warteten nicht, daß die überaus fchlechten wirthschaftlichen Verhältnisse, das Darniederliege der Induſtrie, einen erfolgreichen Kampf nur init te ute für Schöneberg und Umgegend tagte amoöchentlichen Unterstützung von 4000 M. bedürfen. Gegen 600 Eine öffentliche Versammlung der Bauarbeit3 bis sie aufs Pflaster geworfen wurden, sondern legten sofort die Arbeit nieder. Es ftreifen gegen 800 Arbeiter, welche einer äußerst scheren Opfern ermöglicht, auf die in Anbetracht der 17. April. Das Referat hielt der Reichstags- Abgeordnete Fr. find organisirt. Schwarze Listen sind seitens der Fabrikanten in verhältnißn äßig schwachen Gewerkschaftsorganisation und der Soffmann( Chemnitz), der in interessantem Vortrag über: großen Zahl der Arbeitslosen nicht mit Gewißheit gerechnet Die, Thätigkeit des Reichstags" sprach. In der Diskussion Burg in alle Welt versendet worden und find in Berlin und Wenn wir auch kaum behaupten wollen, daß wir uns fprachen sich die Genossen Klinge, Wallenthien, Losowly, Köster Hamburg Fälle zu verzeichnen, daß auf grund dieser schwarzen und Behrende im Sinne des Referenten aus. Hierauf gelangte Listen Arbeit verweigert wurde. Die Diskussion war eine gegenwärtig in einem allgemeinen wirthschaftlichen Auf eine Resolution zur Annahme, in der sich die Versammlung mit sehr lebhafte und wurde das Vorgehen des Herrn Tack befinden, so ist doch nicht zu leugnen, daß sem Referenten einverstander, erklärt, und die Anwesenden sich allseitig verurtheilt. schwung Die Streifenden stellen nun ihrer in einigen Industrien eine merkliche Besserung eine zwar 10-15 pet. Lohnerhöhung getreten ist. Dieser Umstand, verbunden mit der in jeden verpflichten, der Gewerkschafts- Organisation beizutreten. In der Seits Forderungen und Frühjahre wachsenden Arbeitsgelegenheit, dazu die faft zur Un" Die Versammlung macht es Jedem zur Pflicht, soweit wie dadurch verallgemeinert werden, daß die Tuchfabrikanten sich mit erträglid( eit gewordenen Zustände in einigen Berufen, die niederer. Löhne, lassen die Streikbewegung im Auslande, die sich die Arbeit ruhen zu lassen." Zum Schluß machte der Genosse Familienangehörige von Streifenden aus der Arbeit zu entlassen. niederer. Löhne, lassen die Streikbewegung im Auslande, die sich irgend die wirthschaftlichen Verhältnisse es erlauben, am 1. Mai Sen Schuhfabrikanten solidarisch erklärt und beschlossen haben, bei dem ersten Anzeichen regeren Lebens in der Industrie be- Köster auf die Versammlung am 1. Mai aufmerksam. werden tonne. Dieser Umstand, verbunden die oft zur Une Frage zum 1. Mai wurde folgende Resolution angenommen. und 9 stündige Arbeitszeit. Der Streit wird übrigens merkbar macht, erklärlich erscheinen. Bei uns in Deutschland ist es, abgesehen von einige: Kleineren Ausständen, ziemlich ruhig. " .0 Die thatkräftigste Unterstützung der Streifenden wurde besonders auch von den lokalorganisirten Kollegen befürwortet und die Besonders unsere österreichischen Genossen, vor allem die in Gine gut besuchte General- Versammlung des Ber- Berliner Arbeiterschaft ersucht, die Berliner Geschäfte des Herrn Wien, haben sich zu Streiks entschlossen, die große Dimensionen ein 3 der Bimmerer tagte am Sonntag, den 22. d. M. Tack freundlichst zu berücksichtigen. Der Versammlung wohnten angenommen haben. Auch in Falkenau in Böhmen sind die Man beschäftigte sich zunächst mit der Abrechnung vom 1. Quartal zahlreiche Streifende bei, welche eingehende Schilderungen über Bergarbeiter im Ausstande. Das gleiche Bild eines größere: 1894. Die gesammte Einnahme beträgt 700,15 M., die Aus- die Zustände in Burg gaben, die nicht besonders löblich aus. Lohnkampfes zeigt die Schweiz. Allgemein wird geflagt, daß die gaben 254,04 M., mithin ein Bestand von 446,11 M. Im Laufe fielen. Es wurde schließlich eine Resolution einstimmig andeutschen Arbeiter nur allzu oft hier als Streitbrecher auftreten, der Debatte wurde folgender Antrag angenommen: Um den genommen. In derselben erklären sich die Berliner Schuhmacher mögen die Gewerkschaften dafür sorgen, daß derartige Vor Mitgliedern Gelegenheit zu geben. sich über die Abrechnung mit den Streifenden solidarisch, verpflichten sich, dieselben tommnisse verhütet werden. In Belgien und Dänemark tobt der besser zu informiren, hält es die Versammlung für geeignet, eine moralisch und materiell nach Kräften zu unterstützen, sprachen Kampf, und in Pennsylvanien befinden sich ca. 150 000 Grubenarbeiter gedruckte Abrechnung, in Verbindung mit einem Flugblatte, den aber die Erwartung aus, daß die Burger Kollegen sich in Zu in einem Lohnkampfe, dessen Ausbreitungsgebiet noch garnicht zu Mitgliedern vor der General Bersammlung zu übersenden. Als funft solidarischer erweisen werden als bisher. Die Beschlußübersehen ist. Einige von den Streits find bereits erfolgreich zu Ende Revisoren wurden die Kameraden Hink und Schiefler gewählt. fassung über die Verhängung einer Sperre über die Kluge'sche geführt, andere, wie der Wiener Gasarbeiter- Streit verloren ge- Hierauf referirte Dr. Pinn über das Thema: Die Chartisten- Fabrik wurde vertagt. gangen, während der endgiltige Ausgang und Umfang vieler bewegung in England." Die nächste Versammlung findet am noch nicht vorauszusagen ist. Dienstag, den 1. Mai, Beuthstraße 22, 1 Treppe, Vormittags letzten Zeit im Norden, Südosten und Westen Berlins öffentliche Die Steinarbeiter Berlins und Umgegend haben in der 91/2 Uhr, statt. In der Versammlung des Vereins der Färber, in der Dennewigstraße 18 tagte. Agitations- Versammlungen veranstaltet, deren legte am 25. April Dabei wird niemand behaupten können, daß etwa die hohen Detateure, Appreteure, Hilfsarbeiter und ordnung wurde der Bericht des Vorwärts" über die am 17. April Vor Eintritt in die TagesLöhne“ in der Induſtrie, von denen der Graf Kanitz im Reichsarbeiterinnen, die am 22. April tagte, hielt Genoffe per Naunynstraße 27 abgehaltene Versammlung dahin be tag fabelte, diese Ruhe im Lohukampje verursachen, vielmehr i Jahn einen beifällig aufgenommenen Vortrag. In der Disichtigt, daß in der Diskussion damals nicht der Magiftrat, anzunehmen, und hierin würde sich ein erfreulicher Fortschritt fussion wurde der lebhafte Wunsch geäußert, daß endlich die sondern die Unternehmer fritisirt worden sind, weil sie sich bei unserer Gewerkschaftsbewegung zeigen. Man wäge in iuhe und Arbeiter zur Erkenntniß kommen mögen, welchen Werth die den Submissionen so unterbieten, daß dabei schon kaum mehr zu Ueberlegung die Machtmittel ab, die den einzelnen Gewert Organisation hat und daß ihre Drganisation eine achtunggebietende existiren möglich ist. Genosse Mäther legte dann in einem mit schaften zur Verfügung stehen und hütet sich vor einer größere Stellung gegenüber dem Unternehmerthum im Zusammenschluß Beifall aufgenommenen Referate die Nothwendigkeit der Bahl erfolglofer Streifs, die das Wachsen der Organisationen Aller einnimmt. schwer behindern. Gewerkschafts- Bewegung dar. In der Diskussion nahm Der allgemeine Verein der Töpfer und Berufsgenossen ein Redner das Wort, der auf den frühzeitigen Tod der ( Filiale Berlin) beschäftigte sich in der Versammlung am Steinarbeiter hinwies, um zu zeigen, wie gerade für die Stein22. April mit Erledigung einer Reihe Verwaltungsangelegen- arbeiter die vom Referenten geforderte Verkürzung der Arbeitsbeiten. Nach dem Rechenschaftsbericht des Vorsitzenden vollzog zeit dringendes Bedürfniß ist. Weiterhin wurde auf die Beschlüsse die Versammlung die Wahl des Vorstandes. Es wurden ge für den 1. Mai aufmerksam gemacht und mitgetheilt, daß die wählt Münzapoft i, Krämer 2. Borsigender; Babiel 1, Zwerg Steinarbeiter sich an jenem Tage um 9 Uhr Morgens in der 2. Kaffiver; Robert Schneider, Schriftführer; August Wolf und Johannisstr. 20 treffen, von wo es um 10 Uhr nach der GruppenKalmann Beisitzer; Malch, Burkmann und Biotrowski Hevijoren; versammlung geht. Himmelfahrt findet wie alljährlich HerrenWilhelm Hesse als Beitragssammler für freiwillige Sammlung. partie, und zwar um 7 Uhr Morgens vom Brandenburger Thor Revisoren Niemeyer und Preus. Für den Wedding wurde Kol- aus nach Pichelswerder, statt. Nach Pfingsten beruft der Berlege Safenstein als Hilfskaffirer gewählt. Derselbe kassirt jeden trauensmann eine Versammlung ein, in welcher die Forderung Sonnabend, von 8 Uhr Abends an, im Reſtaurant Gleinert, an den Magistrat gerichtet werden soll, die Kommunalbauten Fenn- und Müllerstraßen- Ecke. Zur Maifeier wird von allen von Berliner Arbeitern, nicht von auswärtigen machen zu lassen. diednern befürwortet, möglichst die Arbeit ruhen zu lassen und Die Kollegen wurden schließlich noch aufgefordert, den Bausich an der Gruppenversammlung im Baugewerbe und am handwerker" zu unterstützen. Abend an der Feier in den Wahlkreisen zu betheiligen. " Spredysaal: Inhalt desselben identifizirt zu werden. " " Dabei können wir nicht unterlassen, aufs Neue den Wunsch auszusprechen: Möge man auch vor allen Dingen für eine ein heitliche Organisation wirken, die leider trotz oer viele Ermahnungen in der Presse noch immmer fehlt. Wann wird endlich die unglücjelige Vereinsgersplitterung aufhören, die jede Einheitlichkeit der Bewegung hemmt. In dieser Beziehung wird z. B. von den Berliner Genossen geradezu ungeheuerlich gefündigt. Bei der heutigen Macht des Unternehmerthums muß eine gewiffe Disziplin in unseren Organisationen vorhanden sein, die in jedem Kampf, wo große Massen in Attion treten, nöthig ist; können unsere Genossen dies Opfer nicht bringen, ſehen sie die Zweckmäßigkeit und den Nutzen dieser Forderung nicht ein, glauben sie vielmehr, daß bei der heutigen Zersplitterung in Hunderten von Vereinen und Vereinchen ihren Interessen gedient ist, dann werden sie nur immer wieder die Erfahrung machen müssen, daß sie sich getäuscht haben, und dann dürfen sie sich In der Mitgliederversammlung des Unter nicht wundern, wenn das Unternehmerthum triumphirt. Man ftungsvereins deutscher Hutmacher( Filiale spricht von einem Lohnkampf und vergleicht lihn gerne mit dem Berlin) am 22. April cr. hielt Genosse Hansen, nachdem die die Redaktion fellt die Benutzung des Sprechsaals, soweit der Raum dafür Kampf mit gewaltsamen Machtmitteln; dann gehe man aber einen Bersammlung in üblicher Weise das Andenken vier verstorbener abzugeben ist, dem Bublifum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Echritt weiter und lerne auch von diesem die Organisation. Unsere Kollegen geehrt hatte, einen beifällig aufgenommenen Vortrag Interesses zur Verfügung; sie wahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem kleinen abseits vom Groß stehenden Organisationen sind, mit Frei- über den Werth der Gewerkschafts- Organisation und der BeSchärlern zu vergleichen, die dem Unternehmerthum wohl unan- rufsstatistik". Von einer Diskussion über den Vortrag wurde Versammlungen noch ein Hoch auf die internationale revolutio= Die Gewohnheit vieler unserer Genossen zum Schlusse der genehm sind, die aber bei jedem ernsten Vorstoß aufs Trockene Abstand genommen; es erklärte sich die Versammlung in einer näre" Sozialdemokratie auszubringen, hat in neuester Zeit ver gesezt werden. Resolution mit den Ausführungen des Referenten einverstanden schiedenen Amts- und Staatsanwälten Anlaß gegeben, wegen Die Finanzverhältnisse unserer gewerkschaftlichen Ergani und macht es jedem Kollegen zur Pflicht, agitatorisch für den dieses Rufes Anklagen auf grund des„ strafgesetzlichen Mädchen fationen find natürlich nach einer lange währenden Arbeitslosig: Unterstüßungsverein deutscher Hutmacher zu wirken. Alsdann für Alles", des groben Unfug Paragraphen, zu erheben. Wo Mädchen feit auch feine glänzenden; Reise- und Arbeitslosen- Unterstüßung, wurden beim Punkt der Tagesordnung Stellungnahme zur dies- diese Anklagen vor Richter fommen, die sich ihrer staatsretterischen Hilfe in äußersten Nothfällen haben einen tiefen Eingriff in die jährigen Damenbut- Eaison" von verschiedenen Rednern die un- Aufgaben bewußt waren, haben fie regelmäßig auch eine mehr Stassen verlangt, so daß zu doppelter Vorsicht bei einem Streit gleichen und haltlosen Zustände in dieser Branche beleuchtet. oder minder hohe Bestrafung im Gefolge. Das zur Voll zu rathen ist. Deshalb muß mit allem Gifer jetzt unter anderem gelangte ein Schreiben aus Weiswasser( Lausitz) endung des groben Unfugs gehörige„ Aergerniß" nimmt in der an den Aufbau der Organisationen gegangen zur Verlesung, worin sich ein, feinerzeit an der Spitze des Ver Regel der zur Ueberwachung der Versammlung tommandirte werden, für die finanzielle Kräftigung muß Eorge getragen, eins der in der Hutbranche beschäftigten Arbeiter" stehender Beamte. Die Partei fann sich also auf eine erfleckliche Anzahl die Kriegskaffen müffen gefüllt werden, und so kann man nur Kollege( Morit Seeger) einer hiesigen Firma für von Strafmandaten und daraus folgenden Kosten dringend in Rücksicht auf all' diese Berhältnisse vor einem einen Hungerlohn( per Tugend 1 M. 50 Pig, franto Ungelegenbeiten machen, gefaßt wenn die an vielen größeren Lohnkampf warnen. Berlin) anbietet, zur kommenden Damenhut Saison die Arbeit zu Orten Dabei scheint es uns, als ob die von uns zuletzt berührte übernehmen. Solche und ähnliche Fälle sind ganz besonders beibehalten werden soll. bisher beliebte Praris des Versammlungsschlusses Frage überhaupt nicht besonderer Fürsorge gewidmet wird. Echon geeignet, die schon schlechten Löhne noch mehr herunterzudrücken. fondere Hervorhebung des internationalen und revolutionären Es fragt sich nun, ob die bes Die in der Presse erscheinenden Aufrufe, die sich bei jedem kleinen Nach längerer Debatte wurde eine Fünferfommission gewählt, Sharafters der Sozialdemokratie bei diefer Gelegenheit die event. Werkstattstreit gleich um Geldunterstüßung an die Arbeiter bie fofort einen einheitlichen Lohntarif ausarbeiten und den zu bringenden Opfer lohnt? Wir sind geneigt, diefe Frage zu Deutschlands, wenn nicht gar des Auslandes wenden, geben selbst Unternehmern vorlegen soll. Hier anknüpfend erklärte der dem uneingeweihten den sehr richtigen Aufschluß, wie es um die Vorsitzende, daß, wenn Kollegen Arbeit haben, dieselbe aber ver- nächst vom Standpunkte des guten Geschmackes aus. Wir kennen verneine. Und zwar kommen wir zu diesem Votum zuFinanzen der Organisationen steht. Vergessen wir nicht, daß lassen um in nicht zu verkennender Absicht die Damenhut- Saison nur eine Sozialdemokratie und die ist revolutionär und interunfere Organisationen, Kampf Organisationen fein mitzumachen, diesen Kollegen bei der nächsten Arbeitslosigkeit national. sollen und müssen. Tazu gehört ein Fonds, der einen kleinen feinerlei Unterstützung gewährt wird. Ferner ersucht der Vor- ist in unserer Partei erst Das besondere Hervorheben dieser Eigenschaften Mode geworden in der Ansturm aushalten muß und solche Ileine Plänkeleien ohne Mühe sitzende die Kollegen, sich recht zahlreich an der Maifeier zu beübersteht. der Zeit legten Hälfte des Sozialistengesetzes, wo be= Mögen die Gewerkschaften in eifriger Agitation für ihre Restaurant A. Meinhardt, Pappel- Allee 3-4, bestimmt, um von wie wir glauben sehr unberechtigte Annahme Platz griff, die theiligen, und wird als Treffpunkt am Vormittag des 1. Mai sonders unter einflußreichen im Auslande lebenden Genossen, die Sache ihre Reihen stärken, sür finanzielle Gesundung und dort gemeinsam nach der nächsten Gruppen- Versammlung 31 deutsche Partei sei des Verslachens nahe. Diese Besorgniß fand Kräftigung forgen. Die Erfolge werden bei Anwendung gehen. einer wohlüberlegten Taktik und Erfüllung aller Borbedingungen, in dem forcirten Betonen des internationalen und revolutionären die nöthig sind, für diese Aufgaben nicht ausbleiben. Beherzige hielt am 23. April eine gut besuchte Generalversammlung ab. wurde das alte ehrliche Hoch auf die Sozialdemokratie mit einem Die Freie Vereinigung der Barbiere und Frisenre Charatters unserer Bestrebungen ihren Ausdruck und schließlich man aber den gutgemeinten Rath: hüten wir uns vor übereilten Nach einem Bericht über die Thätigkeit des Vereins gelangte Ballast von Worten beschwert, die sachlich überflüssig, auch Schritten, die uns oft anstatt Vortheile schwere Nachtheile ge- die Abrechnung zur Verlesung. Danach beträgt der Kassenbestand agitatorisch nicht den Werth haben, dafür hunderte ja taufende bracht haben. 42,58 M. Die Fachschule besuchten 12 Lehrlinge und 2 Gehilfen von Mart für Strafmandate zu zahlen und Wochen und Monate und erzielte dieselbe eine Einnahme von 40 m., der eine Aus- lang zu brummen. Dersammlungen. A. A. und gabe von 37,70 m. gegenübersteht, mithin bleibt Bestand 2,30 M. So selbstverständlich es ist, daß wir bereit sein müssen, jedes In eingehender Erörterung wurde der Antrag des Vorstandes, Opfer für die Verbreitung unserer Ideen zu bringen, so sehr Arbeiter Sängerbund. Eine Ausschußßigung des Bundes, der den Anschluß an den Zentralverband empfiehlt, angenommen. müffen wir es vermeiden, durch zwedlose Opfer uns Laften aufwelche am Sonntag, den 22. April, nach der Uebungsstunde Ferner wurde beschlossen, daß sich jeder Kollege bei der Maifeier zulegen. Die Parteigenoffen müssen leider schon manche Zehntausende stattfand, beschäftigte sich mit dem Arrangement zur Maifeier dem betreffenden Wahlkreis anschließe. und Stellungnahme zum Sängerfest. Die Oblente( Vorstands- Eine öffentliche Versammlung aller in der Schuh- von Mart an Strafen, Sporteln, Prozeß- und Hafttosten jährlich mitglieder) für die sechs Wahlkreise machten die für Industrie beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen hatte an den Fiskus blechen, sorgen wir dafür, daß dort, wo wir diese ihren Kreis zugetheilten Vereine bekannt, und ersuchten die Agitationstommission am 25. d. Mt. veranstaltet, um Stellung Sahlungen, ohne die Agitation zu schädigen, vermeiden können, Die Vereine, an den vorhergehenden Proben, sowie zu nehmen zu dem Schuhmacherstreit in Burg bei Magdeburg. fie auch vermieden werden. am Festtag felbft pünktlich und zahlreich zur Stelle zu sein. Die Versammlung war gut besucht. Den Situationsbericht er Nachdem vom Vorstand Bericht erstattet, daß die Verhandlungen stattete Bietta Burg. Der Streit betrifft in erster Linie die Briefkaffen der Redaktion. mit den Lokalbesitzern in Schmargendorf, welche den Anforde Schuhfabrik von Konrad Tack u. Co. in Burg. Nach der Be- Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( 3wet Buchstaben oder eine Zahl) rungen der Arbeiterschaft genügen, zu einem günstigen Resultat tundung des Referenten waren die Arbeitsverhältnisse in der geführt, wurde dieser Ort zur Abhaltung des diesjährigen Tad'schen Fabrik so lange erträgliche, bis Herr Zweig aus Bar. 97. Ohne Einsicht des Testaments nicht mit SicherSängerfestes bestimmt. Jestwiese mit angrenzendem Wald und Schlesien als Direktor in die Fabrik einzog. Gewöhnt an die beit zu beantworten. Gehen Sie mit dem Testament zu einem Lekale werden für sehr geeignet gehalten zur Abhaltung dieses schlesischen Verhältnisse, suchte er die im Verein deutscher Schuh- Rechtsanwalt. Festes. Lasselbe findet am 8. Juli statt. 6 Vereine wurden macher organisirten Arbeiter aus der Fabrik herauszubringen. als neue Mitglieder im Bunde ausgenommen. anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden foll. R. T. 1. Nochmaliger Austritt ist nicht nöthig. 2. Fragen Die Arbeiterinnen war er bemüht, für sich zu gewinnen und eine Sie auf dem Konsulat nach. Uns ist dies nicht bekannt. DER CABAKINDUST Arbeiter! Genossen! Kauft nur Cigarren mit der Kontrollmarke der Tabakarbeiter. Nachfolgend verzeichnete Fabrikanten und Händler führen nur Gigarren nit der Kontroll- Schuhmarke der Tabakarbeiter. Händler können nur veröffentlicht werden, wenn dieselben ausschließlich Waare mit Schuhmarke führen, jede andere Veröffentlichung beruht auf Täuschung. S. * Wilhelm Börner, Ritterstr. 15. 8. F. Dinslage, Rottbuserstr. 4. R. Fiebig, Böckhstr. 21. Guft. Lochmann, Brandenburgstr. 82. Michaelis, Alexandrinenstr. 40. S. G. Schmidt, Gräfestr. 68. Carl Schonheim, Gräfeftr. 8. Julius Start, Schönleinstr. 10. SO. Carl Abert, Pücklerstr. 6. Behnke u. Kinzel, Schmidstr. 21. Carl Böhlert, Mariannenstr. 5. G. Carl, Admiralstr. 25. G. Fischer, Staligerstr. 128. Theodor Goecke, Wrangelstr. 125. 6. Gosda, Manteuffelstr. 8. A. Kunze, Forsterstr. 2. desgl. Grünauerstr. 34. Lobbes, Adalbertstr. 58. * Wilh. Mertens, Cuvrystr. 34. Theodor Stampehl, Mariannenstr. 26. Herm. Wicht, Dresdenerstr. 16. Rosenthaler Vorstadt. Reinhold Anders, Streligerstr. 45. Carl Basemauu, Prinzen- Alee 57. Franz Töring, Ruppinerstr. 21. H. Baumgarten, Swinemünderstr. 48. R. Geselle, Ruppinerstr. 19. Gustav Hennig. Coloniestr. 147. August Hirte, Swinemünderstr. 67. Hermann Hirte, Stettinerftr. 59. Emil Höhne, Ackerstr. 89. Löffler, Badstr. 42-43. B. Moritz, Bernauerstr. 18. August Schröder, Bernauerstr. 15. Hermann Vogel, Demminerstr. 62. C. Walter, Hussitenstraße 35. Max Winkelmann, Ackerstr. 153. Georg Wolter, Ackerstr. 58. H. Zechert, Putbuserstr. 37. Schönhauser Vorstadt. Wilhelm Brall, Swinemünderstr. 4. C. Herm. Diez, Pappel- Allee 2. Johann Hahn, Fehrbellinerstr. 3. Lorenz Heidemaun, Danzigerstr.10. Otto Jiaack, Kastanien- Allee 29/30. Rudolf Magnus, Weinbergsweg 10. L. * Heinrich Schröder, Kreuzbergstr. 15. Malkowis, Kastanien- Allee 95/96. SW. E. Schulze, Friesenstr. 23. 0. Lonis Anders, Krantstr. 16. August Dahnke, Roppenstr. 2. A. Gräff, Holzmarktstr. 42. August Heck, Gr. Frankfurterfir. 4. desgl. Weidenweg 96. Th. Hodde, Langeftr. 108. * August Motes, Pojenerstr. 11. Johann Schirlit, Holzmarktstr. 63. Rich. Schulze, Friedrichsfelderstr. 21. Otto Unterberg, Koppenftr. 8-9. 8. Uuterlauff, Frankfurter Allee 117. Gustav Vogel, Koppenſtr. 83. W. Wolf, Andreasstr. 60. P. Wotschke, Andreasstr. 3 und 63. C. * Robert Drescher, Linienftr. 50. H. Mamlok, Barnimstr. 42. Carl Blanzwirn, Linienstr. 21. Oranienburger Vorstadt. Adolf Adelt, Reinickendorferstr. 64b. * Louis Dechaud, Ruheplasstr. 24. Franz Frank, Röslinerftr. 2. Paul Frauke, Eichendorffstr. 15. Wilhelm Göppner, Fennstr. 1a. Jakob Götting, Lindowerstr. 9. Fr. Jordan, Reinickendorferstr. 37 a. Oskar Kloje, Reinickendorferstr. 20. Paul Müller, Hochstr. 2a. Franz Noffke, Borsigstr. 28. Paul Pflug, Reinickendorferstr. 39. Wilh. Steinbach, Antonstr. 1. A. Tieh, Invalidenstr. 124. Carl Werner, Gerichtstr. 25. H. Mehnert, Diedenhofenerstr. 3. Gustav Pinner, Tresdowstr. 32. NO. Hermann Bailoff, Pallisadenfir. 79. Beyer, Landsberger Allee 131. H. Kraft, Landsbergerstr. 112. Gebr. Lewy, Marienburgerstr. 37. Gustav Miraf, Georgenkirchstr. 12. Jakob Reul, Höchstestr. 21, 2 Tr. Gustav Richter, Landsberger- Allee 145 NW. Paul Böning, Bremerstr. 56-57. Joh. Bösenberg, Beuffelstr. 64. Robert Kern, Stromstr. 45. G. Reincte, Stromstr. 5. Rudolf Runge, Rostockerstr. 13. Carl Stiller, Stephanftr. 24. Stralau- Rummelsburg. Theodor Ritter, Kantstr. 6. J. Ulbrich, Schillerstr. 1. Friedrichsfelde- Lichtenberg. Wiesner, Prinzen Allee 24. Anton Kopp, Friedrich- Carlstr. 4. Rixdorf. Heinrich Barth, Berlinerstr. 136. Weissensee. Emil Apitsch, Langhansstr. 135. Liebschwager, Gustav- Adolfstr. 16. G. Schröder, Königs- Chauffee 45b. Reinickendorf. Burgus, Markstr. 5. F. Schellenberg, Scharrnweberfir 107. Tempelhof. August Reisen, Berlinerfir. 44. 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