c 5 Pfennig) Montagsausgabe c 5 pksnn-g) Ur. 194. Kdonnementz-Keäingu�zen: LbonnsmsntZ» Preis Vränumerando: Lierteljährl. 3,30 Mk, mon94 Doppelzentner auf 7 888 731 Doppelzentner; ani- maliiche Nahrungsmittel von 647 312 Doppelzentner auf 297 826 Doppelzentner uiw. Nach dem Beispiel der kriegführenden Länder hat auch die Schiveiz für wichtige Lebensmittel und Bedarfsartikel die Ausfuhr verboten; aber es werden so viele Aussuhr- beivilligungen erteilt und es gehen so viele Postpakete mit Lebensmitteln aller Art an die Zivilbevölkerung und an die Soldaten in die kriegführenden Länder, daß sie ebenfalls eine ansehnliche Menge ausmachen. Der Kompensationsverkehr der Schweiz mit den krieg- führenden Ländern ist berechtigt und geregelt. Sowohl mit den Zentralmächtcn als auch mit den Ententemächten sind Ver- einbarungen getroffen und sür den Verkehr mit den elfteren die Treuhandslelle in Zürich und mit den anderen der Einfuhr- trust mit dem Sitze in Bern errichtet worden. In seinem Be- richt über die Kriegsmaßnahmen an die Bundesversammlung sagt der schweizerische Bundesrat unter anderem:.Es ist ins- leioiiiig Des Men Mmirnets. Amtlich. Großes Hauptquartier, 16. Juli 1916.(23. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Beiderseits der S o m m e starke Artillerietätigkeit. Im Laufe des Nachmittags brachen vier starke englische Angriffe im Abschnitt Lvillers— Bazcntin-le-Petit vor unseren Linien ebenso restlos zusammen, wie am Vor- mittag ein östlich von Bazentin angesetzter Angriff. Südlich der Somme entspann sich abends ein leb- Haftes Gefecht bei und südlich von B i a ch c s. Ein Teil des Dorfes ist wieder von uns besetzt. Es wurden über hundert Gefangene gemacht. Französische Angriffe wur- den bei Barleux sowie in Gegend von Estr6es und West- lich davon, diese bereits im Sperrfeuer unter großen Ver- lusten, abgewiesen. Ocstlich der Maas setzten die Franzosen nachmittags starke Kräfte gegen die Höhe„Kalte Erde" und gegen Flcury an; sie hatten keine Erfolge. Bei ihrem abends wiederholten Anlauf drangen sie südwestlich des Werkes T h i a u m o n t in kleine Teile unserer vordersten Linie ein, um die noch gekämpft wird. Auf der übrigen Front wurden feindliche Patrouillcnuntcrnehmungcn, nördlich von Oulches— Craonncllc auch der Angriff größerer Abteilungen, ab- geschlagen. Nördlich von Chilly brachte eine deutsche Patrouille 24 Franzosen und ein Maschinengewehr ein. Westlich von Loos wurde ein feindliches Flugzeug durch Infanterie abgeschossen. Es stürzte in unser Hindernis ab; ein durch Abwehrfeuer beschädigter Doppeldecker fiel bei Nesle in unsere Hand. Oestlicher Kriegsschauplatz. HeereSgruPpedesGeneralfeld Marschalls von Hindenburg. Keine besonderen Ereignisse. HceresgruPpedeSGeneralfeldmarschalls Prinzen Leopold vonBayern. Russische Gegenangriffe gegen die von uns wieder- gewonnenen Linien in Gegend Skrobowa blieben ergeb- nisloS. 6 Offiziere 114 Mann fielen in unsere Hand. Heeresgruppedes Generals v. Linsingen. Südwestlich von L u c k sind deutsche Truppen im Gegenstoß gegen angreifende russische Kräfte. Bei der Armee des Generals Grafen v. Bothmer ist die Lage unverändert. Balkan-Kriegsschauplatz. Nichts Neues. Oberste Heeresleitung. * Der memIMe KesmiWMW. Wir», IS. Juli. westlich der Stadt Müsch warfen wir die Türken aus allen ihren gut ausgebauten Stellungen heraus. Eine ottomanische Division, die kürzlich aus Thrazien an der Kaukasusfront angekommen war, verließ ihr Zeltlager und ging weiter auf den östlichen Teil des Euphrat in Richtung auf Diarbekr zurück. Der rutsche Kriegsbericht. Petersburg, 16. Juli.(W. T. B.) Amtlicher Nach- mittagsbericht von Donnabend. W e st f r o n t: In der Stacht zum 14. Juli gingen die Deutschen unter dem starken Feuerschutz ihrer Artillerie gegen unsere Draht- Hindernisse im Räume des Dorfes Ljubanitschi(9 Kilometer nördlich Zirin) am Serwetsch, einem Nebenfluß des Njemen, vor. Der Angriff brach jedoch in unserem Artillerie- und Jnfanteriefeuer zu- sammen. Am 14. Juli beschossen die Deutschen tagsüber unsere Stellungen östlich Gorodischtsche nordöstlich Baranowitschi heftig mit Artillerie. Ein darauffolgender Angriff bei Skrobowa wurde mit schweren Verlusten für den Feind durch unser Feuer abgeschlagen. Etwas später griff der Feind unter seinem fortdauernden Artillerie- feuer in dichten Sturmkolonnen weiter nördlich Skrobowa an, er mußte aber ebenfalls in unserem Feuer zurück. Nachdem die Sturmtruppen wieder aufgefüllt waren, trugen die Deutschen bei demselben Torfe erneut den Angriff vor. Unsere Truppen trieben den Gegner durch Infanterie, und Maschinengewehrfeuer zurück, Melüung üer italienischen Heeresleitung. Rom, 15. Juli.(W. TB.) Amtlicher Bericht. In der Gegend des Etschlales heftige Artillerietätigkeit und Zusammen stöße von Jnfanterieabteilungen. Am oberen Posinabach glückte es am Abend de? 13. Juli unseren Truppen, nachdem sie den er- bitterten Widerstand des Feindes und die Schwierigkeiten des Ge- ländes überwunden hatten, sich sehr starker Stellungen südlich des Corno del Coaston und östlich des Col Borcola zu bemächtigen. In der Nacht führte der Gegner eine Reche von heftigen Gegenangriffen aus, er wurde aber jedesmal mit schweren Verlusten zurückge- warfen. In der Gegend von Tofana setzten wir unsere glänzenden Erfolge fort. Am gestrigen Tage überraschten und zerstreuten Alpiniabteilungen feindliche Kräfte, die sich in der Nachbarschaft von Castelletto verschanzt hatten und die in das Travenanzestal eingedrungen waren. Wir machten 86 Gefangene, darunter 2 Ofsi- ziere, nahmen 2 Geschütze, 2 Maschinengewehre, einen Bomben- Werfer und machten reiche Beute an Waffen und Munition. Feind- liche Artillerie warf einige Granaten auf Cortina d'Ampezzo. Zur Vergeltung beschossen wir den Bahnhof von Toblach mit großkali- brigen Geschützen und verursachten dabei Einstürze und Brände. Auf den übrigen Teilen der Front aussetzende Artillerietätigkeit. C a d o r n a. Die türkische �auptquartiersmelüung. Konstantinopcl, 16. Juli.(W. T. B.) Haupt- quartierbericht vom 16. Juli. An der I r a k f r o n t keine Veränderung. An der persischen Front östlich von Kermanschah hat sich noch nichts ereignet. Nachdem die russischen Trup- Pen erfahren hatten, daß sich unsere Abteilungen, die von unseren im Abschnitt von Bunneh operierenden Freiwilligen unterstützt wurden, sich von Sineh näherten, räumten sie Sineh und zogen sich unter Zurücklassung eines Teils ihrer Truppen südlich von diesem Orte mit ihrer Hauptmacht in der Richtung auf Hamdan zurück. Unsere Truppen vertrie- ben am 11. Juli feindliche Beobachtungstruppen, rückten über Sineh hinaus und verfolgten den Feind 15 Kilometer östlich von dieser Ortschaft. � An der Kaukasusfront auf dem rechten Flügel Scharmützel. Im Zentrum tragen die von uns besetzten neuen Stellungen zur für uns günstigen Entwickelung der Kämpfe bei. Auf dem linken Flügel örtliche Gewehrfeuer- gefechte ohne Bedeutung. Sonst ist nichts zu melden. Ein üeutsches Luftschiff über Konftantinopel. Konstantinopcl, 16. Juli.(W. T. 33.) Ein Schütte-Lanz kreiste Sonnabendnachmittag zwei Stunden über Konstantinopel. Die Bevölkerung folgte dem ungewohnten Schauspiel mit Staunen und Freude. Das Luftschiff war mit deutschen und türkischen Fahnen geschmückt. Ein österreichisches Dementi. Wien, 15. Juli.(W. T. B.) Aus dem Kriegspress e- quartier wird gemeldet: Der montenegrinische Gene- ralkonsul in London veröffentlichte einen Bericht, in dem behauptet wird, daß in Montenegro eine Aufruhr- bewcgung bestehe, die nach Nordalüanien übergegriffen habe, daß unsere Truppen die montenegrinischen Dörfer geräumt und sich aus Cetinje zurückgezogen hätten, wobei viele unserer Soldaten im Hinterhalte gefallen seien. Auch soll Skutari bedroht sein und man glaube, heißt es weiter in diesem Bericht, daß wir unsere Truppen aus Montenegro zur Verstärkung der Nordostfront herausgezogen hätten. Wir haben diesen durchfichtigen Lügennach- richten nur nochmals die Tatsache gegenüberzustellen, daß in Montenegro, wie sich jeder durch einen Besuch des Landes, dem kein Hindernis in den Weg gelegt wird, überzeugen kann, vollste Ruhe herrscht. Auch wurde aus Montenegro kein Mann an die Nord» ostfront abgeschoben. vom v-öoot-Kneg. London, 15. Juli.(W. T. B.) Wie Lloyds melden, soll der englische Dampfer„Antigua" versenkt worden fein. Die Fischdampfer„B e n a d e n" von Hartlepool und R e„ corder" von NortWields sind von Unterseebooten versenkt worden. Jhve Besatzungen wurden gerettet. London, 16. Juli.(W.T.B.)(Reuter.) Die englischen Dampfer „M o p s a",„S i l v i e",„Exclesia" und„A l t o" wurden v e r» senkt. U-Doot„Deutschlanö" enügültig als tzanüelsfchiff anerkannt. Washington, 15. Juli.(W. T. B.)(Reuter.) Tas Staatsdepartement hat formell entschieden, daß die „Deutschland" ein Handelsschiff sei. Der Rat im Staatsdepartement Polk hat erklärt, die Entscheidung schaffe keinen Präzedenzfall, zukünftige Fälle würden nach ihrer eigenen Beschaffenheit entschieden werden. Finanz- unü Munitionskonferenz üer Entente-Minister. London, 15. Juli.(W. T. B.) Das Pressebureau teilt mit: Der Schatzkanzler und die Finanzminister Frankreichs, Rußlands und Italiens hielten am Freitag und Sonnabend eine Reihe von Besprechungen ab und berieten sich auch gemeinsam mit den M u n i t i o n s- m i n i st e r n Großbritanniens und Frankreichs sowie den: russischen Generalstabschef über die finanziellen Abmachungen, die nötig sind, um den militärischen und anderen Erfordcr- nissen der verschiedenen Regierungen im gemeinsamen Jnter- esse der Alliierten gerecht zu werden. Ter Finanzsekretär des Schatzamtes, der Lord-Oberrichter von England und der Gouverneur der Bank von England nahmen ebenfalls an den Beratungen teil. Es wurde ein Abkommen betreffend die gemeinsamen Interessen der vier Mächte erreicht mit dem Ziel, ihre vereinten Abmachungen für Vorräte und Finanzen weiterhin zu koordinieren. Ferner wurden besondere Finanz- abkommen zwischen Frankreich und Italien geschlossen. Tie von üer Westfront. Eindrücke und Erlebnisse. Auf der Suche. Das Schlimmste wäre überwunden. Die feindlichen Gra- nalen singen zwar noch ein vernehmlich Lied, aber die Zone, die sie sich als Ziel suchen, bleibt weiter und weiter zurück. Es ist nicht ganz leicht, sich in dem Gelände mit seinen vielen Hügeln, Wäldchen und Schluchten zurechtzufinden. Hier und da faßt der Blick einen Toten, der— als müßte es so sein— kaum auffallend auf dem schmutziggrauen Rasen liegt. Dort sperrt ein zerrissenes und zertretenes Drahtverhau den Weg, dahinter ein alter Graben. Helme, zerbrochene und zerschossene Gewehre, schmutziges Koppelzeug massenweise rings umher zerstreut, auch noch zahlreiche ungeboraene Tote� ein schauriger Anblick. Weiterl Dort in dem Wäldchen scheint eine Arttlleriestellung; busch- bedeckte Protzen oder was es für Gefährte sein mögen, lugen her- vor. Dort wird man den Weg weisen können. „He, Kameraden! Ist hier jemand?! Kameraden!" Eine Stimme antwortet. Nicht lange, und eine Gestalt er- scheint zwischen den Bäumen.. .Wo geht es hier nach der Ferme?" „Welcher Ferme?" „Ja, wie sie heißt, weiß ich auch nicht. Der DivisionSstab ist dort, und unser Hauptverbandplay." „Aha, ich kann mir schon denken. Da muht Du Dich link» balten. Dort hinten siehst Du so einen Hügel mit Bäumen drauf. Der gibt Dir die Richtung." „Ist es noch weit?" „Nicht so schlimm. Du wirst noch vor Dunkelheit hinkommen. Hast eins abgekriegt?" „Es geht." „Wie steht es denn vorne?" „Davon weiß ich auch nicht viel. Im Dorf find wir gewesen, da haben sie mir mein Ding gebrannt. Aber rechts sollen sie nicht richtig vorwärts gekommen sein." „So. Na, es wird schon werden. Gute Besserungl" „Dank schön. Adjeus!" Wieder geht es Hügelauf, hügelab.— Sieh da, von dort her- über kommt ein langer Zug— frische Mannschaften, die im Schutz der Dämmerung vorgehen, um Lücken auszufüllen, Eni- krästete abzulösen. In raschem Tempo geht es vorwärts, immer einer hinter dem anderen. „'n Abend, Kameraden!" „'n Abend,'n Abend! Was ist denn vorne loS? Ist es wahr, daß wir zurückgegangen sind?" „Ach wo! Solange ich vorne war, ist nichts zurückgegangen." So fliegt es hin und her. Je näher die Kuppe mit ihrem Baumbestand kommt, desto mehr erkennt das Sluge andere Kameraden, teils einzeln, teils kleine Trupps, die hier und dort auftauchen und dem gleichen Ziele zustreben. Dort ruft einer und winkt. .3VaS ist los?" „Komm her, Kam'rad, kannst mir mal helfen. Mir haben die Kerls das eine Auge ausgeschossen. Bis Hierher ging eS ja trotz- dem. Wer nun flimmert es mir so verdammt auch immer vor dem zweiten. Ich seh' fast gar nichts mehr richtig. Faß mich cm. Dafür stütz ich Dich ein bißchen, wenn Du es nötig hast." „Gerne. Da, gib Deine Hand. Ich brauche weiter keine Stütze." Hand in Hand wandern sie jetzt das letzte Stückchen Wegs. Langsam fällt der Abend. Aber da unten liegt auch schon am Kreuzungspunkt zweier Straßen, von zerschlissenen, zerschossenen Bäumen umragt, das halbzerstörte Gemäuer der Ferme. Fahrzeuge halten vor dem Tor, auf den Straßen. Menschen bewegen sich hin und her. „Na, Kam'rad, wir sind da." „Gott sei Dank. Ich Halts auch schon kaum noch aus. Wenn ich bloß niqt auf beiden Augen..." „Hauptverbandplatz". Ein niedriger Keller, von dürftigen Lampen schwach erleucktet. In einer Art Vorraum bocken und stehen etwa ein Dutzend Ge- stalten umher. Ein Sonitälsunteroffizier fragt, notiert... In einem zweiten Raum waltet der Arzt. Einer nach dem anderen wird hineingerufen. Mit rascher Hand löst der Doktor oder einer seiner Helfer die blutdurchtränklen Notverbände, tupft die verschmutzten Wunden ab. schneidet Haare fort, arbeitet mit Pinzetten und Salben, legt Watte auf und verbindet... Eine fast lautlose, schnelle Arbeit. Ab und zu ein„Au", ein unterdrücktes Aechzen, ein paar beruhigende Worte, ein kurzer Befehl:„Hallen Sie mal die Lampe höher!"—„Nicht zucken,«s tut nicht weh!" Eine dicke, nach Medikamenten riechende Luft erfüllt da« niedrige Gewölbe. E» kann einem ganz eigen zu Mut« werden. Jeder ist froh, der„drankommt", aber noch ftoher, wenn er wieder.rauskomml". Wen der Doktor verbunden hat, bekommt vom SanitätSunter- offizier noch eine Spritze. Dann stellt ihm ein anderer seinen .Frachtschein" aus: Weiß für denjenigen, der.marschfähig' ist. rot- gerändert dem, der nur noch das Prädikat„transporlfähig" erhallen kann. Wie ein Orden wird dieser Zettel ins Knopfloch gehängt. Und der Weg zur Heimat wäre frei! Die Verwundeten-Sammelstelle. Dort unten da? Städtchen— Schienenstränge— qualmende Lokomotiven... Am Ziel l Am Ziel! Es war kein angenehmer Weg gewesen, von den Granaten- gefilden bis hierher zurück. Aber ungeduldiges Sehnen und Hoffen hatte die Strapazen leicht gemacht. Erst war's ein hübsches Stück zu Fuß gegangen, durch die frische Märznacht raschen Schrittes, um möglichst bald wenigstens aus dem Bereich der Geschoffe zu kommen. Dann hatte ein Muinlions- wagen willkommene Fahrgelegenheit geboten. Zwar— der Schädel mit seiner klaffenden Wunde halle mit hörbarem Brummen Prolest erhoben gegen das Geklacker und Geschüttel auf der zerfahrenen. löcherigen, hartgefrorenen Straße. Ach was! Je schneller, desto bestem_ mochte er brummen! Gegen Milternacht. als langsam ein dünnes Schneetreiben eingesetzt halte. Rast in einer Reserve- stellung; am frühen Morgen, nach reicher Versorgung mit Speise und Trank durch die teilnahmsvollen Kameraden, wieder weiter— .Halloh. Kamerad!"—.Was ist?"—„Willst auffitzen?"—.Wohin?" —.Na, da und da. Bis zur nächsten Verwundeten-Sammelstelle hast Du dann bloß noch'ne halbe Stunde."— Ein leeres Aulo— konnte es sich besser treffen?! Also hineingeklettert! Das ging nun wie ein Donnerwetter. Wenn nur dieser verflixte, zerlöcherte, harte Wege— oder aber die Wunde am Schädel nicht gewesen wäre! Hei, wie der schwere Kasten auf diesen Löchern und Steinen herum« hovste und polterte. Man konnte sich mit beiden Händen fest- klammern und mußte doch noch jeden Augenblick ge- wärlig sein, bei den tollen Sprüngen herausgeschleudert zu werden; der Körper flog wieder und wieder meterhoch, und im Kopf Hub ein Summen und Brummen an.— daß Gott erbarm'!..."„Halloh. Kameraden I"—„WaS ist?*— „Ich werde wohl wieder'runter müssen."—„Warum?"—„Ich Halts nicht mehr aus. Es schüttelt zu sehr." �»DaS ist der ver- fluchte Weg."—„Weiß wohl."—.ES dauert aber nicht mehr lange, dann haben wir ihn hinter uns. Höchstens noch eine Viertel- stunde."— Aber die Viertelstunde wurde zu einer halben und zu einer Dreiviertelstunde. Und als dann endlich der„bessere" Weg erreicht war, da hopste der arme durchgerüttelte Krieger ja vielleicht nicht mehr meter«, aber doch immer noch in regelmäßigem Takte dreiviertel- meterhoch, und der Schädel verlangt« immer vernehmlicher«ine Aus- ladung. Indessen— die guten Leute auf dem Kutschbock vorne wollten ihren Schutzbefohlenen durchaus nicht loslasien. Sie freuten sich so, einem Kameraden.helfen" zu können, und sie konnten sich so gut bei ihm nach diesem und jenem erkundigen, wa» sie gerne von.vorne" wissen wollten. Auch das freilich ein etwa? einseitiges Vergnügen— diese Unterhaltung mit Aufwand aller Stimmittel, um das Geralter und Geknatter des Vehikels zu übertönen... Aber schließlich hatte das alle« ja auch seine gute Seite: e« ging tatsäch« lich wunderschön rasch vorwärts. Hauptsache! Also auSha— hopp- la— bat— hoppla— halten... „So. Kamerad, hier biegen wir recht« ab. Du gehst die Straße entlang weiter. Wenn Du oben auf der Höhe bist, wirst Du das Nest schon sehen. Dann immer die Hauptstraße entlang, bis zur Kirckie. Dort reckits um die Ecke, über die Bahn hinüber,— da wirst Du schon die Schilder von der Sammelstelle sehen." Runter von der Kutsche! Gott sei Dank!„AdjeuS, Kameraden I —„Gute Heimkehr und Besserung!" Am Ziel also, am Ziel I Wie berrlich diese» Klumpchen schmutzig« grauer Dutzendhäuser heraufgegrüßt— mit dem Bahnhof inmitten und den fauchenden Lokomotiven, den Boten der Heimat, in wenigen Stunden— geht's gut— wohl auch Führern zur Heimat!... Besprechung mit dem russischen Fmanzmmister soll am Mon- tag beginnen. i Kritische fragen im Unterhause. London, 13. Juli.(W. T. B.) Unterhaus. Minister Sa» muel sagte, es sei eine Tatsache, daß es in der Grafschaft Ros- canlmon in Irland bei dem Wegtreiben von Vieh zu Z u s a m- men stoßen mit der Polizei gekommen sei. 17 Polizisten seien dabei verletzt worden, Verhaftungen seien nicht vorgenommen worden, aber Strafverfolgungen würden stattfinden. Dalziel und Carson richteten Fragen an den Premierminister, wann die Erklärung über Mesopotamien erfolge und wann sie im Unterhause erörtert werde. Bonar Law sagte, er würde Asquith den Wunsch des Hauses mittteilen, und er sei sicher, daß er eine Debatte über Mesopotamien gestatten würde, falls das Haus sie wünsche. Churchill fragte, ob die Depeschen sicher veröffeirtlicht werden würden und weshalb sich der Premierminister nicht auf seinem Platz befände. Bonar Law antwortete, er habe andere wichtige Geschäfte. Ginnell rief dazwischen: Er ist nach den Dardanellen gegangen. O'Brien fragte, wann die irische Bill zu erwarten sei. Das irische Volk besinde sich in äußei�ter Verwirrung über den Inhalt der kommenden Bill. Das einzige Mittel, die Spannung zu beseitigen, sei die möglichst schnelle Ver- Ipsentlichung der Bill. Bonar Law erwiderte, er bedauere, kein bestimmtes Datum angeben zu können. O'B r i e n fragte, ob denn keine Möglichkeit vorhanden sei, zu sagen, wann die Bill heraus- käme. Wenn es überhaupt geschehe, könnten dann nicht wenigstens die geniiuen Vorschläge veröffentlicht werden, die von Carson und Redmond gemacht worden seien? Die Vorgänge in IrlanÜ. London, 1ö. Juli. iW. T. B.) Wie„Daily Telegraph' meldet, unternahmen etwa 1000 Sinn-Feiner gestern eine De- monstration in Cork, indem sie rebellische Lieder sangen, die Polizei und das Militär auszischten und schließlich das Werbe- bureau zerstörten. Di« Wohnung des Hauptmanns, der seit Be- ginn des Krieges die Rekrutierung leitet, wurde mit Teer be- schmiert und mit der Auftchrift versehen: Hoch die Republill Die.Times' meldst aus Irland, daß in der Grafschaft G a l w a y die Polizei durch Truppen verstärkt werden mußte, uoi dem Wegtreiben des Viehs zu wehren. * London, 16. Juli. fW. T. B.) Morgen beginnt die Berufungsverhandlung gegen Sir Roger C a s e m e n t. « London, 15. Juli.(W. T. B.) Das verhaftete Unter- Hausmitglied Ginnell erschien heute vor dem hiesi- gen Polizeigerichtshof. Ginnell verlangte seine Freilassung gegen Bürgschaft. konfsrenz üer englischen Arbeiterführer. London, 16. Juli.(T. U.) Am nächsten Dienstag wird hier eine große Versammlung der Arbeiterführer stattfinden. In dieser Versammlung wird namentlich die Verschiebung der Augustserien, welche auf Verlangen der Regierung er- folgte, zur Sprache kommen. In dieser Frage ist von Arthur Hcnderson ein Antrag gestellt worden. Der Munitions- minister wird der Konferenz beiwohnen. �rbeiterausstänüe in Englanü. Amsterdam, IS. Juli. sT. U.) Aus verschiedenen Teilen Eng- lands werden größere Ausstände gemeldet. Am Schiffahrtskanal in Manche st er haben 4000 Hafenarbeiter die Arbeit eingestellt. Sie verlangen höhere Löhne. Im Leastingthorne-Kohlen- b e r g w e r k in der Grafschaft Durham haben 1500 Mann die Arbeit niedergelegt. In Cork streiken die Kesselbauer der großen Süd- und West-Eisenbahn-Gesellschaft. Sie verlangen ein« Lohn- erhöhung von 3 Schilling pro Woche. Neuregelung eines englischen Gelehrten. London, 14. Juli.(W. T. B.) Der Dozent für Logik und Ma- thematik im Triniiy College in Cambridge, Bertraud Rüssel, der Bruder des Earl Ruffel, ist infolge seiner Verurteilung wegen Zuwiderhandlung gegen die ReichSverteidigungSakte seines Amtes enthoben worden. Senzinmangel in Gnglanü. London, IS. Juli.(SB. T. 58.) Infolge des Mangels an Benzin ist der Dienst der Londoner Autobusse eingeschränkt worden.«Daily Chronicle" bemerkt dazu, daß dies nur ein An- fang sei. die Generalstreikbewegung in Spanien. Madrid, 16. Juli.(W. T. B.)(Meldung der Agence Havas.) Der Aus st and der Eisenbahnange- stellten beginnt nachzulassen, der der Bergarbeiter nimmt zu. Die Bergarbeiter beabsichtigen am Montag den Generalstreik in ganz Spanien zu erklären. Die Re- aierung ist entschlossen, eintreiendnefalls nachdrückliche Maßnahmen zu ergreisen. falsche italienische Sehauptungen. Der in der gestrigen Nummer des„Vorwärts' unter dieser Stichmarke wiedergegebeneu Meldung des Wolffschen Telegraphen- Bureau? aus!3«rn ist noch folgender Absatz voranzustellen: Bern, 15. Juli.(W. T. B.)„A g e n z i a S t e f a n i' verbreitet folgende Meldungen: Die Vereinigung Berliner Banken und Bankiers hat an alle deutsche Banken ein Rundschreiben gerichtet, in dem diese ersucht werden, einem vom Auswärtigen Amte ge- äußerten Wunsche zufolge, Italiener wie Angehörige feindlicher Staaten zu behandeln. Diese Maßnahme käme einem Verbot gleich, den noch in Deutschland weilenden italienischen Staatsangehörigen ihre Guthaben auszuzahlen.— Das Deutsche Auswärtige Amt hat der italienischen Regierung amtlich mitgeteilt, daß es die den italienischen Staatsangehörigen zukommenden ArbeiterpensionS- Zahlungen eingestellt habe.. Rumänisches Ausfuhrverbot in Sicht. Bukarest, 16. Juli.(W. T. B.) Halbamtlich wird mitge- teilt: Infolge der Trockenheit ist die kommende Mais- ernte zum großen Teil gefährdet. Der in den letzten Tagen gefallene Hagel verursachte überdies in einzelnen Distrikten Schaden in verheerendem Umfang. Der Hauptaus- fchuß für Verpflegung unter Vorsitz des Ackerbauministers Constantinescu beschloß daher, heute beim Ausfuhrausschuß einzuschreiten, damit die Ausfuhr von Mais und Hülsenfrüchten verboten werde. Den aus der Provinz eingetroffenen Nachrichten zufolge war der vor- gestrige Hagel in den Distrikten Piteschti, Dombrowitza, Jlfov, Jalomitza, Ncamtzu und Peaca stellenweise von ver- heerender Wirkung, ein Bauer und vier Ochsen wurden ge- tötet, mehrere Soldaten ernstlich verwundet. politische lieberlicht. Eine Mahnung an die sechs Wirtschaftsverbände. Im Scherlschen„Tag" untersucht Freiherr v. Zedlitz die Kriegsziele der sechs Wirtschaftsverbände. Er stellt fest, daß diese Ziele aufgestellt worden sind zu einer Zeit, wo die militärische Lage der 5Vcrbündeten eine ganz besonders günstige zu sein schien. Als verhängnisvoll bezeichnet er es, daß die Vertreter der Wirt- schaftsverbände den Reichskanzler in öffentlichen. Reden ange- griffen haben, weil dadurch eine nähere Fühlungnahme verhin- dert worden ist. Kriegsziele müßten ihre Stütze in der Kriegs- läge haben. Wenn dieses Moment nicht beachtet wird, dann gibt man den Drahtziehern des Vierverbandes Mittel in die Hand, die Kriegslust der Völker immer wieder aufzupeitschen. Wer sich auf solche Kriegsziele verbissen hat, wird künftig selbst günstigen Friedensbedingungen mit Unzufriedenheit gegenüberstehen. Frhr. v. Zedlitz sagt dann:„Es verdient bei dieser Sachlage sicher ernste Erwägung, ob die wirtschaftlichen Verbände es nicht für ihre vaterländische Pflicht erachten sollten, jetzt in eine sorgsame Nach» Prüfung ihrer Ziele unter dem Gesichtspunkte einzutreten, ob diese noch der Kriegslage entsprechen und sich in den Grenzen des Erreichbaren halten. Ergibt sich, was kaum zu bezweifeln ist, dabei, daß jene Voraussetzung nicht mehr zutrifft, so würde die Einschränkung dieser Kriegsziele auf das erreichbare Maß die unabweisbare Konsequenz sein." Schließlich wird empfohlen, eine Aussprache des Kanzlers mit den Vertretern der Wirtschaftsverbände herbeizuführen. Die Mahnung des Herrn v. Zedlitz verdient besondere Beachtung des halb, weil sich anscheinend ein heftiger Kampf zwischen den „Nationalen" und den«Unabhängigen" vorbereitet. Rascher noch wird der Schritt. Wagen. Menschen begegnen, Zivilisten, Soldaien. Musternde Blicke dem Wanderer mit dem zer- risscncn, blutgcfleckten Rock und der weihroten Binde um den Kopf. Hin und wieder auch ein freundlicher Gruß, eine teilnahmsvolle Frage. Ein Fehlgehen ist ausgeschlossen. An allen Ecken große Schilder, Wegweiser:„Zum Bahnhof I"«Zur Verwundeten-Sammelstelle 1" Jetzt rechis ab � aus der schmalen Brücke über die breiten Gleisanlagen, die Treppe wieder hinunter— dort links auf den breiten, ncugezimmerten Holzschuppen zu, wo das Sanitätsauto hält...«Eingang für Verwundete"... Neben dem Eingang ein Tisch, ein Inspektor. Bücher.— Name, Tri'vpcnteil, Verwundung. Dann gibt es eine Marke mit Nummer daraus.«Sie müssen nun auspap'en. wenn Ihre Nummer auf- gerufen wird. Es wird aber noch eine Weile dauern. Setzen Sie sich inzwischen dort drüben hin, Abteilung II." Eine weile Halle, schmucklos, aber nicht unfteundlich. Alles voller Tische und Bänke. Es find noch nichl viele Gäste da. Der Ankömmling setzt sich zu ein paar verwundeten Kameraden. Allmählich enispinnl sich eine kleine Unierhallung. Dann kommt ein Wärter und bringt jedem einen Kump mit Suppe.—«Kam'rad, wann wird's denn weitergehn?"—«Bor abend kaum."—«Ach herrjeh."—.Na, seid doch froh, daß Ihr überhaupt zurückkommt." —„Sind wir auch.. Und ein Schein ftoher Erwartung ver- klärt alle Gesichter. Die Suppe schmeckt. Dann legt dieser und jener seinen Kopf auf die überm Tisch verschränkten Arme, um ein Schläfchen zu lun! andere lesen in den herumliegenden ZeitungSblättern oder erzählen sich leise. „Wer sich waichen will—" Ein ZaubciwerlI Zu Dutzenden erheben sie sich von den tischen. Ein Ncbcnraum bietet reichliche Gelegenheit zur Vornahme der Reinigung. Wie mancher hatte seil fünf, acht Tagen keine Ge- legenhsit. sich einmal gründlich abzuseifen. Halbnackte Gestalten spritzen das Wasser ringsum. Manchem wird's ein bischen schwer, 4ne Prozedur vorzunehmen, da ihm irgend ein Glied im Verband liegt. Aber zur Not hilft ein Kamerad. In der Halle ist es inzwischen ganz beträchtlich lebhafter ge- worden. Einer nach dem andern ist nachgekommen, oft gleich ganze Transporte von Dutzenden auf einmal. An allen Tischen sitzt es jetzt, und die Wärler können kaum geraten, alle mit Suppen zu ver- sorgen. Ein Nuien und Schwatzen ziehr durch den Raum. Die Luft wird dick von Tabaksqualm. Langsam, langsam rinnen die Stunden. Um sechs wird der nächste Zug abfahren, weiß jemand zu berichten..Wohin?" Die verschiedensten Vermutungen tauchen auf. Wünsche werden lebendig. „Na, Hauprsoche, es geht wieder nach Deutschland! Jedes Nest ist mir da lieber, als das feinste Lazarett hier in Frankreich oder in Belgien." Immer lebhafter wird der Zustrom von Kranken. Verwundeten. Nun kommt auch ein Trupp gefangener Franzosen: manche hinken; viele stützen einander; sie drücken sich scheu in eine Ecke der Halle und warten dort still und stumm. Die Lust wird allgemach ganz dick von Qualm. Es dämmert und fällt schwer auf die Glieder. Da, eine Bewegung I Rufende Stimmen:«Die roten Nummern ein» bis dreihundert..." ES wäre also soweit I Ein dicker Knäuel drängt sich nach den Eingängen, auf die Rampe vor der Halle: ein langer Zug hält dort. «Antreten— zwei Glieder— ganz egal wie..." Allmählich kommt Ordnung in das Gedränge. Allerlei Formalitäten noch. Dann werden die Wartenden auf die ver- schiedenen Waggons verteilt. «Einsteigen!" Große Ruhe. Lebendige Bewegung. Rasch hat der Zug seine willige Beute verschluckt...(z) �ejsing-Theater:»LumpaclvagabunSus�. Posse mit Gesang von Johann Nestroy. Von den alten Wiener und Berliner Possen mit ihrer patriarchalisch harmlos, heiteren VolkSvergnügtheit hat Nestrohs nun schon mehr als achtzig. jähriger„Lumpacivagabundus" sich noch am frischesten erhalten. Die parodistisch allegorisierende Märchenumrahmung mutet freilich arg vergilbt an, aber das leichtherzige Handwerkergesellenkleeblatt, der seine ewige Trunksucht philosophisch durch astronomische Weltunter- gangsphantasien rechtfertigende Schuster Knieriem, der brav ver- liebte Tischler, wie das sadendünne renommistische Schneiderlein wirken in ihrem treuherzig-gewinnenden Humor noch unvermindert stark. Die singenden und fechtenden Gesellen auf der Landstraße, das bunte Treiben in der HerbergSszene. wo den Schlafenden das große Loos im Traum erscheint, repräsentieren die Art des Possen- SeisteS in seiner liebenswürdigsten einstigen Gestalt. Und die dann :eilich bei der Schilderung des ißarvenue gewordenen Schneiders abflauende Stimmung stellt sich am Ende wieder in dem Schluß- dito, das, wenn auch gegen alle Logik, gutmütig menschenfreundlich die Bummelanten zu solider Häuslichkeit bekehrt zeigt, wieder her. Die Aufführung, wenn sie auch nicht durchweg es zu der Munterkeit und ausgelassenen Laune wie die vor längerer Zeit im Schillertheater erschienene Inszenierung brachte, fand ein dank- bares, lachbereites Publikum. An der Spitze stand F o r e st s phleg- matisch beschaulicher Knieriem mit feuchtverklärten Trinkeräug- lein. Alexander Eckert war ein schmucker Tischlergeselle, am farbigsten in der Landstraßenszene. Adalberts ironisch trockene in Komödien von naturalistisch feiner Cliarakterprägung oft so über- raschend schlagkräftige Komik fühlte sich in der phantastischen Be- weglichkeit des Schneiders nicht recht zu Hause. Die Figur geriet zu erdenschwer. Die angeschwärmte Peppi gab das Fräulein Dagny Seroaes. Lore Rückert vom Charlottenburger 'Opernhaus trug im Salon des Schneiders bravourös eine freilich ohne jede ersichtliche Motivierung eingelegte Arie aus den„Huge- notten" vor. 6t. Bestandsaufnahme der Lebensmittelvorräte. Die von dem Präsidenten des Krieg sernähvungsamtes mehrfach angekündigte Bestandsaufnahme aller Vorräte an Lebens- Mitteln findet— wie das«Berliner Tageblatt" hört— voraussichtlich am 15. September statt. Ein früherer Termin ist des- halb nicht möglich, weil eine derartige Erhebung, soll sie wirklich zuverlässig sein, umfassende und zeitraubende Vorbereitungen er- fordert. Entgegen der viel verbreiteten Meinung steht fest, daß sich die Vorratserhebungen auch auf die privaten Haushaltungen, ohne jede Ausnahme, erstrecken wird. Geldüberflust auf dem Lande. Auch auf der Generalversammlung der landwirtschaftlichen Or- ganisationen Westfalens konnte dieser Tage von neuem festgestellt werden, daß der Geldzufluß auf dem Lande seit Beginn des Krieges immer stärker geworden ist. Freilich, es handelt sich nach den An- gaben der maßgebenden agrarischen Persönlichkeilen nur um.flüssig" gewordene« Berriebskapital". Aber dies flüssig gewordene und werdende Betriebskapital schwillt immer mehr an, und wenn das so weiter geht, kommen wir vielleicht zu dem merkwürdigen Zustande daß sich das ganze Betriebskapital in gangbare Münze verwandelt und die Gutshöfe dann eben ohne das herkömmliche Betriebskapital wirtschaften, und wahrlich nicht schlechter als zuvor. Die westfälische ländliche Zentralkasse hatte 1915 einen Gesamtumsatz von einer Milliarde und 161Mill. Mark. Die Steigerung war ganz bedeutend. Der General- sekretär der ländlichen Genossenschaften, Oekonomierat Ouabeck, unterstrich die Angaben des Geschäftsberichts durch die Mitteilung: «Bei unseren Spar- und Darlehnskassen hielt der Geldzufluß. der bereits Ende 1914 einsetzte, im Jahre 1915 ununterbrochen an, so daß die Vereine an überschüssigen Geldern 132 801 718 M. an die Ländliche Zeniralkasse abführen konnten, gegen 72 Millionen Mark im Jahre 1914 und 06 Millionen Mark 1913. Das DarlehnSgeschäft der Vereine war dagegen auf das geringste Maß zurückgegangen." Diesem Strom von Geld entsprach denn auch der Beschluß, das Betriebskapital der Zeniralkasse um 30 Millionen Mark auf 75 Millionen Mark zu erhöhen. Die Zahlen sprechen für sich. Sie zeugen auf jeden Fall nicht davon, daß die für die notwendigsten Lebensmittel jetzt gezahlten Preise den Produzenten irgendwie nachteilig wären— im Gegenteil I Vermehrte Einschränkung des Fleischgeuusses in Oesterreich. Aus Wien wird gemeldet: Eine am Sonnabend in Kraft tretende Verordnung betreffend die Einschränkung des Fleisch- und Fcttverbrauchcs dehnt die Wirk- samkeit des Bettiots der Fleischverwendung an den sogenannten fleischlosen Tagen, deren Zahl unverändert bleibt, auf alle genieß» baren Teile von Rindern, Kälbern, Schweinen, Schafen, Ziegen« Färsen, Kaninchen, Geflügel und Wild, ferner auf Fleischkonser- den und Selchwaren einschließlich Schinken und mit gewissen Aus- nahmen auch auf Wurstwaren aus. Der Fleischgenutz in Privat- Haushaltungen an fleischlosen Tagen wird bei sonsttger Bestrafung untersagt. Fett, fleischfreier Speck, Blut, Knochenmehl. Fleisch- brühe und jene Wurstwaren, welche nur unter Verwendung von Blut und billigeren Quantitäten der inneren Teil bereitet werden, fallen nicht unter daS Verbot. In Gast-, Schank- und Speisewirt- schasten und allen Anstalten, wo Personen Speisen verabreicht werden, dürfen zu einer Mahlzeit nur Fleischgerichte aus zwei Fleischgattungen zubereitet werden. Verboten ist die Verabreichung aller in geschmolzenem Fett oder Oel gebackenen Speisen, aller von Oel bereiteten Tunken, mit Fett oder Butter zubereiteten Kartof- feln sowie von roher oder zerlassener Butter. An Sonntagen � ist die Verwendung von Fett zur Zubereitung von Fischen, Fleisch- speisen und Mehlspeisen in diesen Unternehmungen überhaupt der- boten. An eine Person darf zu einer Mahlzeit nur ein Fleisch- oder Fischgericht verabreicht werden. Das Fleischgewicht der ver- abreichten Fleisch» öder Fischspeisen darf eine gewisse Grenze nicht überschreiten. Das Verzeichnis der angezogenen Speisen samt den Preisen ist von der Straße lesbar anzubringen. Die Erzeugung von Fleischkonserven für die Versorgung der Zivilversorgung wird allgemein untersagt. Die Landesbehörden werden ermächttgt, die Erzeugung von Wurstwaren auf bestimmte Typen zu beschränken. Ein konservativer Sozialpolitiker. Aus Amsterdam schreibt man uns: Im ehemaligen Minister für Ackerbau, Industrie und Handel Talma, der am 12. d. M., erst 52 Jahre alt, gestorben ist, ver- liert nicht nur die konservative Koalition Hollands einen ihrer aller- besten Köpfe, sondern auch die Arbeiterschaft wird diesem Mann das achtungsvolle Andenken bewahren, der sich im Streben, ihr zu dienen, auf Irrwegen verlor. Man darf Talma das tragische Opfer jener falschen Situationen nennen, die sich daraus ergaben, daß die 'Schulfrage ein Jahrhundert holländischer Politik beherrscht hat. So geriet der jugendliche idealisttsche Theologe, der als Lehrer der christlichen Arbeiterorganisation es mit der modernen sozialen Ver- wirklichung der christlichen Liebeslehre ernst genommen hatte, in die Gesellschaft der antirevolutionären Eiferer, hinter deren halsstarri- gem Konservatismus ein gutes Stück kapitalistischen Klassenfana- iismus steckt. Und das ganze politische Leben dieses aufrichtig» Arbeiterfreundes war vom Kampf mit der Sozialdemokratie aus- gefüllt, von seiner Kandidatur im Jahre 1901 angefangen, wo er Troelstra um sein Mandat brachte. Während des Eisenbahner- streiks von 1903 stand er dem von manchen Leuten in den Zentral- ländern jetzt etwas komisch in den Himmel gehobenen wüsten Unter- drückungspolitiker Dr. Kuyper zur Seite. 1903 wurde er Minister im reaktionären Kabinet Heemskerk und arbeitete mit außerordent- licher Energie an einer seinen sozialkonservattven Ideen entsprc- chenden Arbeiterschutzgesetzgebung, immer in offenem Kamps mit den verstockten liberalen Doktrinären und den vorwärtsdrängenden Sozialdemokraren und in mehr oder minder verborgener Reibung mit dem Klassen�oismus seiner eigenen Parteigenossen. Sein Hauptwerk ist die Jnvaliditäts- und Altersversicherung, die von der früheren Kammer angenommen, aber nur in einem kleinen Teil durchgeführt worden ist, da die 1913 gewählte Kammermehrheit der Zwangsversicherung mit Beitragspflicht der Versicherten wider- strebt. Die Arbeiterpartei hat denn auch den Kampf gegen die Talmaschen Gesetze im Zeichen der staatlichen Pension für Alte und Invalide zu einem Hauptteil ihrer Aktton gemacht. Nach dem Rücktritt des Ministeriums Heemskerk ging Talma ins Predigtamt zurück. Der glänzende Parlamentarier redete nun von der Kanzel eines ProvinzkirchleinS und meldete gch schließlich auch zum Dienst des Feldpredigers.— Man erzählt, daß er im Fieber der tödlichen Krise immer wieder mit Troelstra debattiert und sich zu rechtfertigen, den sozialistischen Gegner zu überzeugen versucht habe. Diese Wahnbilder des Sterbenden spiegeln die tragische Unruh- eines Lebens wieder, worin ein hoher sittlicher Charakter, durch die Umstände zu einer Gemeinschaft verurteilt, gegen die sein tiefstes Wesen sich wehren mutzte, immer strebend sich bemühte.___ Letzte Nachrichten. Beschlagnahme holländischer und dänischer Post. Amsterdam, 16. Juli.(T. U.) Die Dampfer„Rhyndam" und„A m st e l d r k", die am 27. Mai bzw. 9. Juli von Rotterdam nach New Jork gingen, haben ihre gesamte Post in Kirkwall zurück- lassen müssew Kopenhagen, 16. Juli.(W. T. 58.) Wie die dänische General- postdirektion meldet, beschlagnahmten die Engländer von dem Dampfer„Island", der von Island über die Farör-Jnseln nach Kopenhagen bestimmt war, bei der Durchsuchung des Schiffes iu Leith die gesamte Paketpost. Ms Groß-Serlin. JugenAfportfeft öer Irbeiterturnvereme. Das Sportfest, das der 1. Kreis des Arbeiter- Turnerbundes am gestrigen Sonntag auf dem schönen Sportplatz des Turnvereins„Fichte" an der Köpenicker Land- straße in Treptow veranstaltet hatte, litt leider unter dem wirklich nicht hundstagsmäßigen Wetter. Dennoch waren wohl an fünfhundert Zuschauer der Einladung gefolgt. Drei- zehn Lehrlingsabteilungsn von„Fichte"-Bcrlin stellten 70 Turner, außerdem waren Adlershof, Kottöus, Eulo bei Kottbus, Forst, Guben, Maricndorf und Rathenow mit zu- sammen 27 Mann vertreten. Die Vorkämpfe begannen um 2 Uhr undjwgen sich mit stark besetzten Feldern etwas schlep- pend drei Stunden hin. Als erst zwei der zehn Endkämpfe entschisden waren, setzte ein mächtiger Platzregen ein, der die Sportbahn in eine den weiteren Kämpfen nicht gerade gün- stige Verfassung brachte. Die Entscheidungsnummern muß- ten vorübergehend unterbrochen werden. Die Festteilnehmer verloren deshalb die gute Sportlaune nicht und hielten bis zum Schluß aus. In vorgerückter Stunde standen noch Kugelstoßen ine 4 x Ivll-Meter-Stafette, Hochsprung, Diskuswerfen, Stabhochsprung, Speerwerfen und als spannende Schlußnummcr ein 1000-Meter-Lauf mit nicht weniger als 26 Läufern zur Entscheidung. Das Ergebnis der Kämpfe war folgendes: tOO-STHer-Lcmf: 1. Erdmarm, Fichte 3, 12°/u> Sek., 2. Galk, Fichte 3, 12'/u> Sekunden. txlKi-Meter-Stafette: 1. Fichte 3, 1. Mannschaft, 52�5 Sek., 2. Rathenow, 23 Sekunden. tOOO-Mcter-Lauf: 1. Ri schick, Fichte 10, 3 Min. 10 Sek., 2. Schäfer, Fichte 3, 3 Min. 12% Sek., 2. Zoll, Fichte 13, 3 Min. 12% Sekunden. JOO-Meter-Hinderniölauf: 1. Schonebuog, Fichte 13, 51% Sek., 2. Simon, Fichte 13, 52% Sek., 2. Erdmann, Fichte 3, 52% Sek. Hochsprung: 1. Steiften, Fichte 7, Höhe 1,45 Meter, 2. Simon, Fichte 17, Höhe 1,45 Meter. Kugelstoßen, 7% Kilo, links und rechts: 1. Juckcl, Guben, 12,05 Meter, 2. Dörband, Fichte 4. 14,35 Meter. Speerwerfen: 1. Tabkuhl, Fichte 3, 31,90 Meter, 2. Loose, Rathenow, 29,80 Meter. Diskuswerfen: 1. Loose, Rathenow, 21,40 Meter, 2. Juckcl, Guben, 21,12 Meter. Noch keine Herabsetzung der Grok-Berliner Kartoffelpreise. Der Magistrat Berlin teilt mit: Die Veröffentlichung des Kriegsernährungsamtes über Herabsetzung von Kartosfelpreisen hat vielfach die irrige Ansicht erweckt, daß nun schon vom heutigen Tage ab der KleinhandelshLchstpreis für Frübkartoffeln 10 Pf. für das Pfund beträgt. Das ist aber nicht der Fall. Die Festsetzung der Kleinhandelshöchstpreise ist auch nach der neuen Bundesrats- Verordnung den Kommunalverbänden überlassen. Die Gemeinde- behörden Groß-BerlinS werden voraussichtlich die in der genannten Veröffentlichung des Kriegsernährungsamtes wiedergegebenen Er- wägungen zum Gegenstand von Verhandlungen mit den Reichs- und Staatsbehörden machen und sich sodann über eventuelle ander- Weste Festsetzung von Kleinhand elShöchstpreisen für Frühkartoffeln schlüssig werden. Bemerkt wird aber schon jetzt, daß bei den zurzeit gültigen Kleinhandclshöchstpreisen von 11 Pf. für das Pfund Früh- kartoffeln die Gemeinden Groß-Berlins selbst etwa einen Pfennig bei jedem Pfund zusetzen. P-reisgestaltung bei Web-, Wirk- und Strickwaren. Amtlich. Bcrlm, 16. Juli.(W. T. B.) Durch die Verordnung des Bundesrats über PreisHeschränkungcn bei BerKujen von Web-, Wirk- und Strickwaren vom 30. März 1916(R. G. Bl. S. 214) K 1 ist vorgeschrieben, daß Web-, Wirk- und Strickwaren grundsätz- lich zu keinen: höheren Preise verkauft werden dürfen als dem, den der Verkäufer bei Gegenständen und Verkäufen gleicher oder ähnlicher Art innerhalb der Kriegszeit vor dem 1. Februar 1916 zuletzt erzielt oder festgesetzt hat. Nur ausncchmsweisc, wenn es an einem solchen Preise fehlt oder die Gsstaliungskasten zuzüglich Unkosten und angemessenen Gewinns nachweislich höher sind als dieser Preis, sind die Gestehungskosten zuzüglich Un- kosten und angemesienen Gewinns maßgebend. Der Bsrkäufer, , der diese Vorschriften nicht brachtet, setzt sich der Bestrafung wegen übermäßiger Preissteigerung nach der Bundesratsverordnung gegen j übermäßige Preissteigerung vom 23. Juli 1915— R. G. Bl. I S. 467— aus(Gefängnis bis zu einen- Jahre und Geldstrafe bis : zu 10 000 M. oder eine dieser Strafen, außerdem Einziehung der Borräte). Es kann auch auf Gnnid der Bundesratsverordnung vom 23. September 1315 betr. Fernhaltung unzuverlässiger Per- souen vom Handel(R. G. Bl. S. 603) der Handel mit Web-, Wirk- und Strickwaren untersagt werden. Es ist beobachtet worden, daß die Vorschriften der Verordnung vom 30. März 1916.nicht genügend beachtet werden. Es hat vielfach eine Preisgestaltung Platz gegriffen, die zu übermäßigen Gewinnen für die Fabrikanten und Händler führt. Das Oberkommando in den Marken sieht sich deshalb genötigt, um insbesondere der minderbemittelten Bevölkerung die Deckung ihres Bedarfs an Klei-' dung und Wäsche zu angemessenen Preisen dauernd zu gewähr-; leisten, die Preisgestaltung für Web-, Wirk- und Strickwaren ganz besonders zu beobachten und bei den einzelnen Beteiligten laufend: zu prüfen. Ungerechtfertigte Preissteigerungen werden im allge- � meinen Interesse strafrechtlich verfolgt werden. Wenn in der Verordnung vom 30. Mörz 1316,§ 1, von„an- gemessenem Gewinn" gesprochen wird, so ist damit nicht etwa ein prozentualer Zuschlag zu den Selbstkosten (Herstellungskosten oder Einkaufspreis zuzüglich der General-| Unkosten und etwaiger besonderer Kosten) zu demselben Prozentsatz wie im Frieden gemeint. Diese in den Kreisen der Hersteller und � Händler vielfach verbreitete Ansicht ist irrig. Sie würde zu einem mit den erhöhten Selbstkosten selbsttätig wachsenden Gewinne führen und eine ungerechtfertigte Ausbeutung der durch den Krieg geschas- senen Verhältnisse zugunsten einzelner, zum Schaden der Allge- mcinheit bedeuten. Als angemessener Gewinn ist vielmehr grund- sätzlich nur derjenige anzusehen, der auch in Friedenszeiten für gleiche Waren und unter sonst gleichen Verhältnissen erzielt wor- den ist. Dieser Friedensgiwinn ist zahlenmäßig festzustellen. Nur dieser zahlenmäßig festgestellte Betrag darf, ohne Rücksicht auf die Höhe der Gestehungskosten und der Unkosten, als angemessener Ge- winn zugeschlagen werden. Wenn zum Beispiel die Herstellungs- kosten einer Ware zuzüglich allgemeiner Unkosten im Frieden 4 M. betrugen und der Hersteller 1 M.— 22 Proz. als seinen Gewinn aufschlug, so darf er, wenn die Herstellungskosten der gleichen Ware zuzüglich allgemeiner Unkosten jetzt S Mk. betragen, nicht etwa 25 Proz.— 2 M als seinen Gewinn ausschlagen, sondern er darf nur 1 M. als angemessenen Gewinn betrachten, d. h. er darf die Ware nicht für 10 M., sondern muß sie für ö M. verkaufen. Nach den vorstshcnbcn Grundsätzen wird das Oberkommando bei den Prüfungen, ob die Preisbeschränkung eingehalten ist, der- fahren. Von d»n gleichen Grundsätzen gehen die Richtlinien aus, die der Herr Reichskanzler für die gemäß der Verordnung vom 30. März 1916 einzurichtenden Schkdsgerichte vom 13. April 1916 erlassen hat(veröffentlicht im„ReickMnzeiger" Nr. 91 von: 15. April 1916). Bestrafung von Höchstprcisübcrschrcitung. Das Polizeipräsidium teilt mit: Die Wursthändlorin Marie Andreck geborene Kugler, hier, Kaiserstr. 3» wohnhaft, ist mit 500 M. eventuell 100 Tagen Gefängnis bestraft worden, weil sie die Höchstpreise für Wurst über- schritten hatte. Ein Zusammenstoß zweier Straßenbahnzüge ereignete ssch am gestrigen Sonntag nachmittag gegen%2 Uhr in der Raihenower Straße, Ecke der Birkenstraße. Dort fuhr an der Haltestelle ein Straßenbahnzug der Linie 24 auf einen solchen der Linie 5(Ge- richtsringl. Durcki den Anprall wurden mehrere Personen von den Sitzen geschleudert. Sechs Passagiere klagten über Schmerzen, konnten jedoch ungehindert ihren Weg fortsetzen. An beiden Wagen sind die Kuppelungen verbogen und Scheiben zertrümmert. Kleine Nachrichten. Unheilbare Krankheit hat den 77 Jahre alten Händler Wilhelm Staudke aus der Hollmannstr. 11 zum Selbstmord veranlaßt. Der Greis litt seit Jahren an einem schmerzhaften Leiden und hoffte nicht mehr auf Besserung. Freitag abend fanden ihn Hausbowohner erhängt in seiner Kellerwohnung auf.— Ebenfalls erhängt hat sich Freitag abend die Witwe T. aus der Novalisstraße, die bei ihrer verheirateten Tochter wohnte. Als sie sich alleine in der Wohnung befand, erhängte sie sich an der Klinke der Küchentür. Frau T. war gemütskrank. Sportpark Treptow. Der Große Preis für Berlin für Flieger und Steher konnte auch gestern des regnerischen Wetters wegen programmäßig nicht zum Austrag gelangen. Nur das Hauptfahren für Flieger um den Großen Preis von Berlin fand eine glatte Ab- wiÄlung. Das Rennen bot ein recht lebhaftes Bild. In vier Vorläufen, einem Befähigungslauf und drei Zwischenläufen pla- zierten ftch für den Endlauf: Rütt, Lorenz, Stabe und Lewanow. Im Endlauf gingen die Fahrer in derselben Reihenfolge durchs Ziel. Von den drei Vorläufen des Dauerrennens JEonnt« nur der erste ausgefahren werden. Pawke, Krupkat und Stellbrink stellten sich dem Starter. Pawke und Stellbrink hatten Raddefekt und er- möglichten dadurch Krupkat einen Zufallssieg. Stellbrink wurde 440 Meter zurück Zweiter; Pawke blieb weit zurück. Ein Prämien-, ein Vorgabe-, und ein Trostfahren sowie die weiteren zwei Vorläufe zum Dauerrenuen um den Großen Preis mußten des Regens wegen auf Dienstag abend 8 Uhr vertagt werden. Die gelösten Billetts behalten ihre Gültigkeit. Wetteraussichtcn für das mittlere Norddeutschland bis Dienstag mittag: Zeitweise aufklärend, jedoch kühl und vorwiegend trübe mit wiederholten Regenfällen. LLWetisr �lLjlsrdeitef-VLi'lZ»!)!! z Vonraltuagsstolls Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß j der Schmied ICsr'S SeSiwedsi gestorben ist. Ehre seinem Andenke»! Die Bccrdioung findet am Dlens- tag, den 1s. Juli, nachmittags Uhr, von der Leichenhalle des Zextral-Friedhoses in Friedrichs- elde aus ilatt Rege Beteiligung erwartet Niv VntsvonHvnItanK. in zzutE? Aaasföihrunfl| BuchdrucScerei und VecSag 5W.e8 LinäenstraSie 3 Lonibanl-Haiis H. Gnaifl. Leipzigorst. 75 II Volle normale Bcleihung Diskretion, Reellität Gelegenheitskäufe Uhren Brillanten GoltTtvai-cn 10— SO 0/8 unter Ladenpreis. Spezialarzi Dr. med. Karl Prinzenstr. 64 Potsdamer Str. 117 Äulklärende f. Geschlechtskrankheiten. Harnleiden, Schwäche, Ehrlich-Hata-Kuren. Blut- und Harn-Untersuchungen Institute: des Sommers geschlossen. a. d. Lützowstr.. Sprechst.'/jll-S u.'/.S-'/jlO ü. abds.. Sonnt. 11-1. 48 Seiten starke Broschüre gratis und post- frei in verschlossenem Kuvert. Reinhardt. Während Kleiderläuse m. Brat, Wanzen, Vieh- Unge/. ich r, vern: chlct radikal Goldgeist W. Z. 73198. Färb- und geruchlos. Eeinigt die Kopfhaut von Schuppen und Schinnen, befördert den Haarwuchs, verhütet Krankheit der Kopfhant, Haarausfall u. Zuzug neuer Parasiten. Vernichtet Typhus- baziilen, desinfizierend und vorbeugend gegen Infektionskrankheiten. Wichtig für Schulkinder. Tausende Anerkennungen. 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