Nr. 800. flbonncmentS'Bedlmiiingen: Rbonncmentä. BreiZ dränumerando Bicrleljährl.»,S0 Ml, monatl. l,80 Ml, wöchcnllich 30 Psg. frei tnä Hau». Einzelne Nummer S Pfg. EonnlagS- Nummer mit illustrierter Sonmags» Beilflze.Die Neue Welt" 10 Psg. Post- Abonnement: 1,30 Marl pro Monat. Eingelragen in die Post, Zeitung»- Preieliile. Unter Kreuzband jüt Deutschland und Oesterreich. Ungarn L.ö0 Marl, für das übrige Ausland « Marl pro Monat. Postabonnemems nehmen an Belgien. Dänemarl, Holland. Italien. Luxemburg, Pormgal, Kuoiänien, Schweden und die Schweiz. 33. Jahrgang. Die iHfertions-Sebüfir beträgt für die sechSgespaltene Kolonel- zeile oder deren Raum 60 Psg,. für politische und gewcrljchastlichc PercinS- und Bersammlungs- Anzeigen SO Psg, „Kleine Anreizen", was ietigedruckie Wort 00 Pfg, szutnisig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wert 10 Psg. Etellengcsuche und Schlafstcllcnan» zeigen das erste Wort 10 Pfg,, jedes weitere Wort 5 Pfg, Worte über IS Buchstaben zählcu für zwei Worte, Jnscraie für die nächste Nummer Iinäsien bis k Ulir nachlililtags in der Expedition abgegeben werden. Die Expcdilion ijt bis 7 Uhr abends gepfsnel. krlcheliif lSgNld. Devlinev Volksblerkk. Telegramm, Sldrcsle: „Sozialdemokrat Berlin" Zcntralorgan der fozialdemohrat» fchen Partei Dcutfcblands. Redoftion: EW. 6$, Linöenstraße 3. flernsprechcr: Amt Moritzplat;, Nr. läl«0—131«7. die Wirtschaftslage am Schlüsse öes zweiten Kriegsjahres. Uns wird geschrieben: Die Kriegswirtschaftskonjunktur macht ihren eigenen Kreis- lauf durch. Mit dem Kriegsausbruch trat eine Plötzliche und sehr starke Einschränkung der Wirtschaftstätigkeit ein; allmälig paßte sich aber die Industrie den neuen Bedürfnissen an, es setzte eine Kriegskonjunktur ein, die in den Zentralmächten, die früher mit der Reorganisation der Industrie begonnen haben, etwa im vorigen Sommer ihren Höhepunkt erreicht haben dürfte. Vielleicht am besten spiegelt die Eisenproduktion die Kriegskonjunktur wieder. Obgleich die Nachfrage gerade nach Eisen besonders lebhaft sein muß, hat sich die Roheisen- crzeugung in Deutschland seit Juli vorigen Jahres nur wenig gehoben. Der Stahlwerksversand war 1913/16 sogar noch ge- ringer als 1914/1915, nämlich 3,24 Millionen gegen 3.39 Millionen Tonnen Rohstahlgewicht. Auf anderen Ge- bieten liegen die Verhältnisse naturgemäß noch ungünstiger. So wird der„Frankfurter Zeitung" aus München-Gladbach vom 13. Juli geschrieben: .In den letzten drei Monaten hat sich die Lage der deutschen Baumwollinduslrie recht ungünstig gestaltet. Nachdem die Vor- schriften bezüglich der Verwendung von Baumwolle, Baumwoll- abfüllen schon im verflossenen Herbst und Winter zur Durchfüh« rung gelangten und diese Rohstoffe hauptsächlich für den Heeres- bedarf noch Verwendung finden dursten, wurde das Geschäft im freien Verkehr schon stark beeinträchtigt. Die letzten Verordnungen betr. Erzeugung und Festsetzung der Höchstpreise, welche am 1. April 1916 in Kraft traten, sind für die gesamte Baumwoll- industrie von einsckmeidender Bedeutung gewesen; der Handel und die Erzeugung im freien Verkehr haben fast ganz aufhören müssen." Der Korrespondent führt dann die Tatsache des Preis- rückganges in New Uork und in London an und bringt sie sonderbarerweise mit der deutschen behördlichen Verordnung in Zusammenhang. Die Ursachen liegen aber viel tiefer. Denn nicht nur die Baumwollpreise haben in der letzten Zeit nachgelassen, sondern auch die Preise der anderen Waren. So.ist der Stahlpreis in Amerika von 45 Cents pro ameri- konisches Pfund auf 41 Cents zurückgegangen. Der Metall- markt hat sogar eine solche Erschütterung erfahren, daß man beinahe von einem Zusammenbruch sprechen kann. So betrug der Kupferprcis in Anierika vor dem Kriegs- ausbruch 13� Cents pro 1 Pfund, Mitte Mai dieses Jahres aber 273/4— 30 Cents und Mitte Juli nur 25—29 Cents; der Zinkpreis, der sich vor dem Kriege auf 5,1 Cents stellte, erreichte Mitte Mai die Höhe von 18— 19 Cents und sank neuerdings auf 9.5 Cents pro 1 Pfund zurück. Nach dem Londoner„Economist" ist der Preisindex für Textilien von Ende Mai bis Ende Juni von 803 auf 794 und für Mine- ralien von 942 gar auf 895 gesunken. Diese Preisbewegung kann vielleicht auf zufällige Momente zurückzuführen sein. Denkbar ist es aber auch, daß ein ge- wisser Stillstand in den Kricgsaufträgen eingetreten ist. Tat- sächlich zeigt die amerikanische Rohcisenproduktion zum ersten Male seit Ende 1914 eine kleine Abnahme. Sie stellte sich im Juni auf 3,21 Millionen Tonnen gegen 3,35 Millionen im Mai; ebenso haben sich die unerledigten Aufträge des Stahltrusts vermindert und zwar von 9,94 Millionen Tonnen Ende Mai auf 9,64 Millionen Tonnen Ende Juni. Entweder die Entente hofft, noch in diesem Jahre den Krieg zu beendigen, und wartet mit weiteren Aufträgen ein wenig ab, oder die allgemeine Wirtschafts- und Finanzlage gestattet ihr nicht mehr, die Kriegsproduktion in dem Maße wie bisher weiter zu treiben. Auf jeden Fall darf man lvohl annehmen, daß die Kriegskonjunktur auch in den Vierverbands- und neutralen Ländern ihren Höhepunkt überschritten hat. Eine völlig sichere Prognose der Kriegskonjunktur läßt sich allerdings nicht geben. Es sind aber Zeichen vorhanden, die auf eine Erschöpfung nicht nur der kriegführenden Länder. sondern auch der neutralen Staaten hinweisen. So ist fast überall die Anbaufläche in diesem Jahre geringer als in normalen Zeiten, in den Vereinigten Staaten sogar um 25 Proz. Die Hauptursache dürfte im Mangel an Arbeits- kräften zu suchen sein. Die Einwanderung war in den KricgSjahrcn gering; die Industrie war aber mit Kricgsaufträgen überhäuft, und so dürste sich wohl auf dem Lande ein Arbeitermangel ergeben haben. Aus dem gleichen Grunde ist wohl auch die Fläche für Baumwoll- Pflanzungen eingeschränkt worden. Auch in Indien und Aegypten ist sie bedeutend geringer als sonst, in der Hauptsache wohl darum, weil man Getreide anbauen wollte. Man kehrt also zu den Kulturen zurück, die weniger vorteilhaft, aber unter den gegebenen Verhältnissen einzig rationell sind... Acußerlich in bezug auf die Geldvcrhältnisse blühen die neutralen Länder. Es läßt sich auch gar nicht leugnen, daß sie gute Geschäfte machen. Die Vereinigten Staaten in erster Linie ziehen Nutzen aus dem Kriege. Betrug doch ihre Aus- fuhr für das mit dem Monat Juni zu Ende gehende Handels- jähr 1915/16 nicht weniger als 4345 Millionen Dollar(18.25 Milliarden Mark gegen eine deutsche Ausfuhr von 1913 von 10,10 und eine englische von 10,7 Milliarden Mark!), was bei einer Einfuhr von 2180 Millionen einen Ausfuhrüberschuß von 2265Millionen Dollar(9,5 MilliardcnMark) ausmacht! Die Vereinigten Staaten sind unter den kapitalistischen Ländern sicher das an Naturschätzen reichste Land der Welt. Immerhin unerschöpflich sind auch ihre Quellen nicht. Schon im dritten Kricgsjahre werden sie bei weitem nicht mehr so imstande sein, die kriegführenden Länder mit Nahrungsmitteln und Rohstoffen zu versorgen wie in den ersten zwei Jahren. Tatsächlich sucht auch England sich mit Getreide und so weiter aus anderen Ländern zu versorgen, indem es die Ernten in seinen Kolonien mit Beschlag belegt. Wichtiger vielleicht ist indes für die Unteruehnier die Frage, was man mit den heute stark ausgedehnten Munitionsfabriken und vergrößerten Hochöfen nach dem Kriege tun wird. In den kriegführenden Ländern hat man die Industrie einfach umgeschaltet und, obwohl der Uebergang zur Fricdcnszcit sicher mit großen Schwierigkeiten verbunden sein wird, er dennoch leichter als beispielsweise in den Vereinigten Staaten sich vollziehen kann, da hier wenigstens keine plötzliche gewaltige lleberproduktion eintreten wird. Natürlich werden die Vereinigten Staaten ihre lieber Produktions krise rascher überwinden als die europäischen Staaten ihre Unter Produktions krise, d. h. die Wirtschaftsschwicrigkeiten, die aus dem Mangel an Kapital und Arbeitskrästen entstehen werden. Immerhin werden die ersten Rückschläge des Friedensschlusses in den Vereinigten Staaten tiefgehender sein als in Europa. Darauf darf man lvohl auch die starken Schwankungen des Mctallmarktes zurück- führen: die außerordentlich hoch hinaufgetriebenen Kriegs- preise werden auf die erste Kunde von dem nahenden Frieden naturgemäß umgekehrt sehr stark sinken müssen, ein genügender Anlaß für die Börsenjpekulation schon von heute.... Im allgemeinen ist die Kricgskonjunktur in eine uncnt- schiedene Zeit eingetreten und scheint nach unten zu neigen. Dafür spricht auch das Anziehen des Geldmarktes. Die Gestaltung des Geldmarktes während des Krieges verlief ganz anders als in normalen Zeiten. Gerade während der fast vollen Stockung der Produktion war der Geldmarkt stets, d. h. Geld teuer und selten. Als dann die Kriegskonjunktur einsetzte, ergab sich eine„Geldflüssigkeit", die in manchen Orten bis heute dauert. Das war aber keine wirkliche Kapitalfülle, sondern rührte bloß daher, daß sonst in Materialien fest- gelegtes Kapital während des Krieges in Geldform verwandelt wurde, ohne zurück in Materialien verwandelt zu iverden. Die Unterbrechung des normalen Produktionsprozesses bei rascher Liquidation der Vorräte und Abnutzung der Maschinerie usw. rief die Geldflüssigkeit hervor, aus der der Staat auch seine Kriegsanleihen schöpfte. Der Krieg hat nun diese Vorräte aber rasch verbraucht, so daß auf dem Geld markte eine neue Versteifung eingetreten ist. Zivar kann man nach ivie vor für kurze Zeit Geld zu relativ niedrigen Zinsen borgen. Immerhin betrug der Privat- diskont im Juni 1916 schon 3— 4>/z Proz. gegen 4 Proz. im Juni vorigen Jahres. In England hat sich die Bank von England sogar veranlaßt gesehen, den offiziellen Satz von 5- Proz. auf 6 Proz. hinauszusetzen. Das zeigt, daß der Zustrom von Kapital zum offenen Markt sich verlangsamt und daß also die Vorräte, aus denen der Krieg schöpft, zur Neige gehen. Damit ist natürlich nicht gesagt, daß die weitere Krieg führung nun unmöglich geworden ist, sondern daraus geht nur hervor, was Helfferich schon in bezug auf das zweite Kriegsjahr festgestellt hat, nämlich daß das Durchhalten immer schwieriger für alle wird, im dritten Kriegsjahre noch viel schwerer sein muß als im zweiten Kricgsjahre.(z) vom Krieg nach üem Kriege. lieber die Wclttvirtschaftskämpfe der Zukunft äußert sich in sehr beachtenswerter Weise der Bonner Universitätsprofeffor Dr. W y g o d z i n s k i in der„Köln. Zeitung". Indem er an die Be- schlüsse der Pariser Wirtschaftskonferenz anknüpft, warnt er da- vor, diesen Beschlüffen eine übertriebene Wichtigkeit in der Weise beizulegen, daß man diese„platonischen HerzenSergießungen", so weit sie sich auf die Zeit nach dem Kriege beziehen, für wirkliche Bindungen der Ententemächte hält. Es sei schon bezeichnend, daß nicht eine einzige der beteiligten Regierungen ihre Vertreter mit einer irgendwie gearteten Beschluhvollmacht ausge- stattet hätte. Allerdings sei eS den Gegnern bitter ernst, die Kon- kurrenz der Zentralmächte niederzuringen; allein ihre Pläne seien so wenig real durchdacht, daß man zuweilen glauben müsse, es handle sich um reinen Bluff. Allerdings seien es fast stets unverantwortliche Personen, die das Sprachrohr dieses Handelschauvinismus bilden; die Regierungen hielten sich wenig stens in der letzten Zeit etwas vorsichtiger zurück. Die Gerechtig keit gebiete übrigens, anzuerkennen, daß sich„auch bei den Gegnern verständigere Leute finden". Und nicht minder müsse betont werden, daß„auch auf unserer Seite nicht durchweg Klar- heit über die Folgen eines Wirtschaftskrieges herrscht". Prof. Whgodzinski ist der Ansicht, daß unsere Volkswirtschaft in Zukunft durch Vorratsbildung, Stärkung des Großhandels, Förderung der heimischen Produktion usw.„kriegswirtschaftlich" eingestellt bleiben müsse. „Daraus folgt aber— fährt er fort— in keiner Weise die Einkapselung in einen„geschlossenen Handelsstaat", sei es allein, sei es in Verbindung mit unseren Kampfgenossen. Daß wir in einem künftigen Kriege, nach den Erfahrungen dieser Zeit, in noch viel vollkommenerer und rascherer Weise die An- Expedition: SW. 5$, Linöenstraße 3. Zsernfprecher: Amt Moritzplati, Nr. 13190—15197. Passung an die Erfordernisse der„Selbstversorgung" durchführen würden, unterliegt keinem Zweifel; der Kriegszustand aber ist ein anderer als der des Friedens. Wir müssen für unsere nach Zahl, Bedürfnissen und Ilrbeitskraft wachsende Bevölkerung eine Möglichkeit haben, überall außerhalb der Grenzen unseres Reiches Produkte abzusetzen und umgekehrt Rohstoffe zu be- schaffen. Auch durch eine kontinentale Vergrößerung Deutsch- lands würden diese doppelseitigen weltwirtjchaftlichcn Be- ziehungen keineswegs beseitigt werden können, so wenig wie durch engere wirtschaftliche Verbindung mit unseren Bundes- genossen. Wie wenig wir, im Verhältnis zu unseren Weltmarkt- bcziehungen, von Oesterreich-Ungarn an Agrarproduktcn mehr als bisher erwarten und umgekehrt an dieses Land Industrie- Produkte mehr als bisher absetzen zu können hoffen dürfen, hat der Leipziger Nationalökonom E u l c n b u r g eindringlichst ge- zeigt; bezüglich der Türkei hat einer der besten Kenner, Reinhard Junge, noch vor kurzem auf das nachdrücklichste- hingewiesen, daß sie in absehbarer Zeit keinen irgendwie genügenden Ersatz für die Gesamtheit etwa verlorener großer Absatzgebiete ge- währen könne, und daß in jedem Falle unftr Export in der Türkei einen Wechsel auf langes Ziel darstelle." Aus diesen Gesichtspunkten heraus wendet sich Professor Wygodzinski mit energischen Worten gegen die Schwärmereien für ein sich selbst genügendes mitteleuropäisches Wirtschaftsgebiet. Wir sind selbst so oft gegen die Mitteleuropa-Schwärmerci aufge- treten, daß wir auf die ciuzelucn Einwendungen hier nicht ein- zugehen brauchen. Wir halten es aber immerhin beachtenswert, daß jetzt auch bürgerliche Nationalökonomeu sich auf diesen Boden stellen, und zwar unter ausdrücklichem Hinweis auf die S ch ä d i- gungcn, die die Schwärmerei der„Mitteleuropäcr" der Zukunft der deutschen Volkswirtschaft auf dem Weltmarkte zuzufügen ge- eignet ist. „Es ist auf beiden Seiten," schließt Prof. Wygodzinski,„oft genug dargelegt worden, daß das wirkliche Wirtschaftsleben sich in keiner Weise nach derartigen phantastischen Idealen richtet, sondern daß nach wie vor an der Stelle gekauft werden wird, wo man am besten, am billigsten, am anständigsten bedient wird. Mir sind Fälle bekannt geworden, wo jetzt schon englische Firmen auf Uni- wegen ihren deutschen Geschäftsleuten mitteilten, daß sie nach dem Kriege unbedingt wieder bei ihnen kaufen würden, und sicher wird der Handelsverkehr zwischen beiden Mächte- gruppcn, wenn auch vielleicht auf etwas anderer Basis, sich wieder entwickeln. Trotzdem aber schadet diese Agitation, und zwar auf beiden Seiten, nicht wenig. Zunächst einmal wird nach dem Krieg sicherlich die Verhetzung bei unfern Gegnern die schlim- men Früchte getragen haben, daß zwar nicht der deutsche Handel ausgeschlossen wird— einfach weil das den Interessen der andern Seite selbst keineswegs entsprechen würde—; wohl aber wird der deutsche Exporthandel auf jode Weise schikaniert werden. Wir werden notgedrungen Abwehrmatznahmen ergreifen müssen, und so wird sich Europa wirtschaftlich weiter schwächen, zur Freude der Vereinigten Staaten und Japans. Dann aber wird durch diese stete Schürung der Leiden- schaften, diese stete Vorstellung von künftigen Kämpfen, dieses fortwährende Predigen von neuen Methoden der wirtschaftlichen Schädigung, die natürlich immer wieder überboten werden, die kriegerische Leidenschaft selb st nicht wenig ge- schürt...." Demgegenüber appelliert Prof. Wygodzinski an die„Stimme der Vernunft", die schließlich doch siegreich bleiben würde. Auch wir hoffen das und freuen uns, daß zur Förderung des endlichen Sieges der Vernunft aufgefordert wird. Judessen stehen wir dem Erfolg eines solchen Appells recht skeptisch gegenüber, denn wo die„Schü- rung der Leidewschaften" anerkanntermaßen als Mittel der Krieg- führung angesehen wird— und dies ist in allen kriegführenden Ländern der Fall— dort bedarf die„Vernunft" für ihre Durch- setzung schon stärkerer Druckmittel. Die Konferenz üer neutralen Sozialisten im tzaag. Haag, 19. Juli. Das Internationale Sozialistische Bu- reau meldet nach der„Franks. Ztg.": Wie bereits berichtet, wird die Konferenz der neutra- l e n Sozialisten am 31. Juli und den darauf folgenden Tagen im Haag stattfinden. Seit der letzten Mitteilung wurden einige Aenderungen bei der Zusammenstellung der Abordnungen vorgenommen. Spanien wird nicht durch Pablo Jglesias vertreten sein, da dieser bettlägerig ist Statt seiner werden zwei neue Mitglieder des Internationalen Bureaus, nämlich Bestciro und Verdes Montenegro er- scheinen. Der crstere ist Professor der Philosophie an der Universität Madrid, letzterer Lehrer für Physiologie am könig- lichen Athenämn in Alicante. Die spanischsprechenden De- legierten werden noch vermehrt durch das Mitglied des a r- gentinischen Parlaments, Repctto, der zugleich Pro- fessor an der Universität in Buenos Aires ist. Von Nor- wegen wird noch die Ankunft des Präsidenten des Gewerk- schaftsbundes, Ole Licm, der bei dem letzten Generalstreik eine führende Rolle gespielt hat, gemeldet. Der andere Abgeord- nete Vidnes ist leitender Redakteur des„Sozialdemokraten". Die Abordnungen sind nun folgendermaßen zusammengesetzt: Luxemburg: Dr. Knaufs, Spanien: Besteiro und Verdes Montenegro, Schweden: B r a n t i n g, Dä- ncmark: Sta u n i n g.Holland: Troclstra, van Kol und A l b a r d a, Schweiz: Grimm, die Vereinigten Staa- tcn von Nordamerika: Hillquit oder Berg er, Argen- tinien: Dr. R e b e t t o, Norwegen: Ole L i a n und Vidnes.(z), r- Zöntraloffensive unö IrieKensneigung. Der„Zürcher Post" vom 17. Juli wird aus Berlin ge- schrieben: � Es ist jetzt zu verstehen, warum es in den Frühlingsmonaten dieses Jahres unnütz war, vom Frieden zu sprechen. Die samt- lichen Gegner Deutschlands rüsteteten sich zum wuchtigsten, wie sie hofften: entscheidenden Schlag. Um dieser Hoffnung willen ließen sie vor Verdun die Reserven Frankreichs bluten, und ertrugen den österreichischen Angriff gegen Italien. Sie verdoppelten ihre poli- tische Tätigkeit, sammelten Munition in nie gesehenen Massen. Jeder trug zur endlich erzielten Einheit bei, was in seinen Kräften stand. Frankreich hielt den deutschen Ansturm aus, bis seine Ver- bündetcn gerüstet waren. Rußland reorganisierte und bewaffnete ein neues Millionenheer. England übte mit methodischer Lang- samkeit seine gesammelten Massen für den vernichtenden Stoß. Diesmal schienen die Voraussetzungen des Sieges gegeben. Wer sich mit solcher Anspannung aller Kräfte zur großen Probe bereitet, wird für eine Zumutung nur Hohn haben, noch vor der Probe zurückzuweichen. Niemals war die Möglichkeit einer Ver- ständigung ferner als in den Wochen, da die bcladenen Völker eine heimliche Friedensgewißheit in sich trugen; niemals war sie näher als jetzt, da statt der entscheidenden Antwort nur von neuem die Frage wie ein Herbstwind über die Seelen fährt: was nun? Nur Unkenntnis deutscher Verhältnisse kann fragen, ob die Meinung des Reichskanzlers die Meinung der deutschen Regierung sei. Was der Kanzler öffentlich ausspricht im Reichstag, in der „Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" oder in Interviews, ist amt- lieh; die Antwort des englischen Unterstaatssckretärs hat daher nur Sinn, sofern sie genauere Einzelheiten fordert. Wann und in welcher Form solche Einzelheiten genannt werden können, ist frei- lich Sache der Regierung, das heißt des Kanzlers. Soweit das Deutsche Reich durch den Mund seines höchsten Beamten sprach, hat es angegeben, welches seine Friedensbedin- gungen sind; mit so viel Klarheit, als in währendem Krieg eben mögl' h ist. Diese Bedingungen behandeln unser Verhältnis zu Rußland und das zu den Westmächten als politisch getrennte Ge- biete. Auch England scheint auf einem ähnlichen Standpunkt zu stehen; denn seine Staatsmänner erwähnen den östlichen Verbün- deten kaum. Zwischen Deutschland und England-Frankreich aber ist die Kraftprobe gemacht. Solange die große Offensive bepor- stand, war die Abweisung aller Friedensgedankcn begreiflich. Jetzt lautet die Frage: Verständigung oder Krieg im Jahre 1L17 und weiter. Das stärkste Hindernis des Friedensgcdankens: die Hoff- nung des Verbandes aus den entscheidenden Schlag, ist in diesen Juliwochcn beseitigt._(z) Der französische Tagesbericht. Paris, 21. Juli.(W. D SS.) Amtlicher Bericht von Freitag nachmittag. Südlich der Somme unternahmen die Deutschen gegen Abend einen Gegenangriff auf die neuen französi« schen Stellungen südlich von Soyecourt. Das deutsche Bataillon, welche? den Stunnangriff machte, wurde vom Sperrfeuer und Ma- schinengewehrfeuer gefaßt und flutete, nachdem es sehr schwere Ver» luste erlitten hatte, in Unordnung zurück. Die Nacht war auf beiden Seiren der Somme ruhig. In der Gegend von Chaulnes wurde eine starke deutsche Abteilung, welche sich d en Linien südlich von Maucourt zu nähern versuchte, mit dem Bajonett zurückgeschlagen. Zwischen SoissonS und Reims drangen französische ErkundungS« abteilungen nach Sprengimg einer Mine in einen deutschen Schützen- graben nordöstlich von Vendresse ein und säuberten ihn mit Hand- granaten. An der Front vor Verdun war die beiderseitige Artillerie in der Gegend von Chattoncourt und Fleury sehr tätig. Im Wasgen- wald wurde ein Angiiffsverl'uch nach heftigem Geschützfeuer nördlich von Wissenbach völlig znm Stehen gebracht. Flugwesen: Am 2t). Juli und in der Nacht zum 21. Juli haben französische Kampfgeschwader mehrere wichtige Punkte der deutschen Front, vor allem den Bahnhof von Conflans, Mars-la- Tour, Longuhon, BneulleS und die Wegekreuzung von Ham mit zahlreichen schweren Geschossen beworfen. Da die offenen Städte Baccarat und Luneville erneut am 17., 18. und 19. Juli von deutschen Flugzeugen bombardiert worden sind, die übrigens dort nur Sachschaden hervorriefen, so ist davon für künftige Vergeltungs- maßnahmen Kenntnis genommen worden. Paris, 22. Juli. t. Di- feindliche Artillerie fuhr fort, großkalibrige Granaten auf Ala und andere Ortschaften zu werfen. Im Etscktale beschoß gestern unsere Artillerie Riva, Area und Rovereto. Sie rief dort FcuerSbrünste hervor und verhinderte durch ihre Schüsse die Löscharbeit. Im oberen Posinatale versuchte der Gegner durch unaufhörliche Angriffe kleinerer Abteilungen unsere Truppen an dem Ausbau der erreichien Stellungen zu verhindern. Er wurde überall mit schweren Verlusten zurückgeschlagen. Wir bemächtigten uns anderer seindlicher Ver- schanzungen auf dem Nordabhange des Monte Majo. Die feindliche Artillerie warf zahlreiche Geschosse, die erstickende Gase verbrcilclcn, gegen unsere Stellungen der Costeanaspitze tHochboite), obne Schaden anzurichten. Am Jsonzo Artilleriekämpfe. Die feindliche Artillerie beschoß Monfalcone. Zur Vergeltung beschoß die unsere die Ortschaften Doberdo, Janiano, Flondaz und St. Giovanni. C a d o r n a. vom mesepotamischen Kriegsschauplatz. London, 21. Juli.(W. T. B.) Das Kriegsamt macht be- kannt: Seit dem letzten Bericht vom 13. Juli sind aus Meso- potamien keine Ereignisse von Bedeutung zu melden. Tie Hitze ist außerordentlich groß. Seit mehreren Tagen beträgt die Temperatur 129 Grad Fahrenheit im Schatten. vom v-Doot-Krieg. Algier, 2t. Juli. unsere Heringsflotte beiseite zu schaffen. Welchem Niederländer treibt das nicht die Schamröte in die Wangen. Nicht genug, daß unser Handel in Bande geschlagen ist und daß von unserer wirtschaftlichen Unabhängigkeit immer mehr verloren geht, müssen wir uns jetzt auch gefallen lassen, daß man uns den Verzicht auf unser Recht gegen ein Trinkgeld vorschlägt. Das paßt allerdings vollständig in den Rahmen des Kampfes für die Rechte der kleinen Nationen. Das sozialdemokratische Blatt„H e t Volk" schreibt im Anschluß an den Protest der Scemannsvereinigung: Wir unterstützen diesen Protest mit aller Kraft. Die Maßregel, die England hier gegen die niederländische Regierung anwendet, ist ein Kriegsakt gegen «in Land, mit dem es in Frieden lebt, ein Kriegsakt gegen«in neutrales Land, das während des ganzen Krieges den Beweis ge- liefert hat, daß es neutrat bleiben will; es ist ein Attentat auf unsere Lebensmittelversorgung, das im umgekehrten Falle von England selbst mit den schärfsten Gegenmaßregeln beantwortet werden würde. Gewerksthastliches. deutsches Reich. Löhne unter aller Würde. Dcr recht fühlbare Mangel von Rohstoffen in der Textilindu� strie hat zu einer Reihe Versuche geführt, um sich von den über- sceischen Bezugsquellen unabhängig zu machen. Wenn das auch voraussichtlich niemals völlig erreicht werden wird, so ist es doch gelungen, für die für die Herstellung von Säcken, Bindfaden und sonstigem Verpackungsmaterial so überaus wichtige Jutefaser Er- satzstoffe zu beschaffen. Als Bezugsland für Jute kommt aus- schließlich Indien in Frage, das mit Ausbruch des Krieges als Lieferant in Wegfall kam. Jetzt sind es hauptsächlich zwei Ersatz� stoffe— die Stranfafaser und das Textilosegespinst—, die in Ver bindung mit Baumwolle, Jute oder Hanf die Herstellung von Säcken, Packmaterial und Bindfaden ermöglichen. Die Stranfafaser wird aus Stroh gewonnen. Das Her stellungsverfahren und die Einzelheiten stehen unter Patentschutz. Jede Strohart kann verwendet werden, jedoch ist die Ausbeute je nach dem Feuchtigkeitsgehalt des Strohes sehr verschieden. Die Strohfaser kann sowohl rein, als auch mit anderen Fasern gemischt verwendet werden. Die aus der Stranfafaser hergestellten Erzeug uissc sind verschiedentlich auf ihre Haltbarkeit geprüft worden und haben sich als haltbar erwiesen. Einen mit Mauernägeln gefüllten Strohfasersack ließ man eine schiefe Ebene hinabrutschen und warf ihn dann noch 12 Fuß tief auf das Steinpflaster eines Kellers. Trotz dieser Behandlung zeigte er nicht die geringste Verletzung, an seiner Haltbarkeit war nichts auszusetzen. Die Textilose ist schon länger bekannt, hat sich aber als Roh stoffersatz erst während des Krieges durchgesetzt. Im Jahre Illlt) wurde ein Verfahren patentiert, das darin besteht, dem aus Papier hergestellten Garn die notwendige Elastizität zu verleihen. Man fand, daß, wenn das Papier ein- oder zweiseitig mit einem Baum- wollfließ— es können auch andere Fasern sein— belegt und die daraus geschnittenen Papierstreifen in nassem Zustande gedreht werden, man bessere und brauchbare Garne erzielt. Die Textilose fand vornehmlich für Dekorationsstoffe, Teppiche usw. Verwendung. Während der Kriegszeit verwendet man sie besonders als Ersatz für Jute für Säcke und Packstoffe. Bisher hatten sich hauptsächlich zwei Betriebe der Verarbeitung dcr Textilose gewidmet, die täglich 20 000 Säcke herstellten. Jetzt geht man auch anderwärts, so in Greiz und den Nachbarstädten, zur Verarbeitung der Textilose über. Vom Standpunkte der Textilarbeiter aus ist es nur zu be- grüßen, wenn recht viele geeignete Ersatzstoffe gefunden und dadurch ausreichende Arbeit beschafft würde. Aber für die Arbeit muß selbstverständlich auch ein ausreichender Lohn gezahlt werden, und das ist in Greiz und Umgebung durchaus nicht der Fall. In einer Sitzung der Vertrauensleute des Textilarbeiterverbandes in Greiz wurde festgestellt, daß der erzielte Durchschnittslohn für fünf Ar- beitstage nur 2 bis 6 M. beträgt. Nur eine Firma zahlt 3 M. Tagelohn. Wenn auch auf diese Artikel überwiegend Weberinnen beschäftigt werden, so können derartige Beträge doch überhaupt nicht ernsthaft als Lohn angesprochen werden. Solche Lohnsätze sind heute auch nur möglich, indem diij Textilarbeiter durch die Unterstützungsbestimmungen in vielen Fällen von den Behörden zur Annahme der Arbeit gezwungen werden, wenn sie die Unterstützung nicht verlieren wollen. Aber alle Untcrstützungsbestimmungen dürfen nicht dazu führen, daß der Arbeiter sozusagen umsonst arbeiten muß, was hier tatsächlich der Fall ist. In Greiz bekommt eine Textilarbeiterin, wenn sie arbeitslos und alleinstehend ist oder einen eigenen Haushalt hat, wöchentlich 8,50 M. Unterstützung. Etwa erzielter Lohn wird zu zwei Dritteln angerechnet, so daß die Unterstützungssumme sich nur um ein Drittel, in diesem Falle um 70 Pf. bis 1,20 M. erhöht. Um diese lächerlich geringen Beträge über die Unterstützung hinaus zu be- kommen, mutz die Arbeiterin fünf Tage angestrengt arbeiten. Das sind doch völlig unhaltbare Zustände. Die Experimente, die hier die Fabrikanten machen, gehen einfach zu Lasten der öffentlichen Unter- stützungsfonds und der Arbeitskraft und Lebensdauer der Arbeite- rinnen. Dabei besteht die ernste Gefahr, daß diese Artikel auch in die Friedensproduktion mit hinübergenommen werden und dann zweifellos auch auf die übrigen Artikel eine lohndrückende Tendenz ausüben. Der geringe Lohn ist so auffällig, daß die Behörden die Unier- nehmer um Auskunft gefragt haben, aus welchen Gründen so wenig verdient werde, daß bei fünftägiger Arbeitszeit doch fast der volle Betrag der Arbeitslosenunterstützung ausgezahlt werden müsse. Die niedrigen Löhne werden von den Fabrikanten zugegeben, doch trösten sie die Arbeiter und Arbeiterinnen damit, indem sie sagen: „... Wir sind aber fest überzeugt, daß die Leute doch in aller Kürze dazu gelangen werden, auch mit zwei Stühlen zu arbeiten; wir denken, daß sie bei fortschreitender Uebung dazu kommen werden, auf zwei Stühlen je bis zu SO Meter den Tag fertigzustellen, so daß also geschickte und gutwillige Arbeiter bis zu 2 M. Verdienst täglich oder 10 M. wöchentlich(die Arbeitswoche zu fünf Tagen ge- rechnet) gelangen können." 10 M. wöchentlich halten die Greizer Fabrikanten also jetzt für die Summe, die zur Erhaltung eines Arbeiterlebens ausreicht. Vielleicht machen die Herren ihren Arbeitern das Beispiel einmal praktisch vor? Ganz abgesehen davon, ist es nach Ueberzeugung älterer erfahrener Weber ganz unmöglich, bei diesem starken Schuß- Material überhaupt zwei Stühle zu bedienen. In diesem Falle bleibt den Betroffenen kein anderer Weg, als diese Arbeit zu ver- weigern. Die Löhne müssen unter allen Umständen s o bemessen sein, daß bei fünftägiger Arbeit der Arbeiter immer noch seinen vollen Lebensunterhalt verdient und nicht auf öffentliche Unter- stützung angewiesen ist._(z) Kriegsbeschadigten-„F«rsorge". Wie die„Berbands-Zeitung" der Brauerei- und Mühlcnarbeiter mitteilt, fand sich in der Nr. 26 der.Allgemeinen Braumeister- Zeitung" folgende Annonce: „Praktisch tüchtiger Brauer, bei gutem Gehalt für kleinere, bestens eingerichtete Brauerei gesucht. Auch für leicht kriegs- beschädigten Bewerber dauernde Stellung. Off. unter O. G. 5597 an die Zeitung erbeten." Ein kriegSbeschädigtcr 23 jähriger Brauer, der schon fast ein Jahr mit einem künstlichen Bein geht und während dieser Zeit in zwei Stellungen gearbeitet hat, erhielt auf seine Bewerbung folgen- des Antwortschreiben: „Herrn N. N., Berlin. Den Empfang Ihres gefälligen Schreibens vom 29. v. M. bestätigend, ersehe ich aus demselben, daß Sie tvol als Gehülfe noch kein Zeugnis besitzen dürften u. somit eines wirklichen Aus- weises über Ihre Leistungen als Gehülfe noch entbehren. Ihnen kann es hierbei nur darauf ankommen, da Sie zurück zu kehren wünschen in diesen alten Beruf, daß sie zunächst ein Unterkommen und Beschäftigung darin finden, um sich wider in irgend einer Weise darin einzuarbeiten und darin zu betätigen. Bon Gehalt kann dabei vorläufig keine Rede sein. JmGegentheil. Ich will Ihnen die Gelegenheit zu diesem Versuch geben und Sie vorläufig zu diesem Zweck ohne Gehalt anstellen. Indem bei der gegenwartigen Kriegskheuerung der Lebensunterhalt den Haupttheil des Erwerbes fordert, so will ich Ihnen auch freie Station und Wohnung gewähren, zumal es sich darum handelt, einem unglücklich gewordenen Kriegs- teilnehmer die Gelegenheit zur Errichtung einer neuen Lebensexistenz zu bieten, wozu wir Jeder nach seinem Können ll. Vermögen die Verpflichtung haben u. würde Ihnen gegebenenfalls wünschen, daß Sie sich bei mir wohl fühlen u. das Ihnen widerfahrene Leid bald vergessen möchten. Vorbedingung ist es allerdings, daß Sie mit Lust und Liebe fiir den Beruf eintreten und sich jeder vorkommenden Verrichtung im Geschäftsbetrieb willig unterziehen. Konvenierend würde Ihnen auf Wunsch eine Probezeit gc- währen, in welcher Sie nach Belieben wieder austreten können und sehe Ihrer gefälligen Nachricht entgegen. Hochachtungsvoll E. Kollatsckw." Herr Emil Kollatschy ist der Inhaber der Germania- Brauerei in D riefen a. d. Netze. Der Gesuchsteller, dem er in dieser eigenartigen Weise antwortete, hatte schon in seinem ersten Briefe angegeben, daß er ordnungsgemäß gelernt, die Gc- hilsenprüfung mit„gut" bestanden und neben anderen Stellungen den Posten eines Oberbrauers in einer mittleren Brauerei verschen habe. Jedes Mißverständnis war dadurch ausgeschlossen. Es ge- hört wahrhaftig Mut dazu, einem Kriegsbeschädigten noch jetzt während dcr Kriegszeit ein derartiges Angebot zu machen. Der Vorfall beweift aber, wie notwendig es ist, daß sich die GeWerl- schasten um das Schicksal der Kriegsbeschädigten bemühen. Nuslanü. Aus den schweizerischen Gewerkschaften. Obwohl die Schweiz als neutrales Land nicht unmittelbar am Kriege beteiligt ist, hat das Schweizer Volk die wirtschaftlichen Folgen des Weltkrieges sehr empfindlich zu spüren bekommen. Tie Panik beim Ausbruch des Krieges zeigte sich in der Schweiz in der gleichen Weise, wie in den kriegführenden Ländern. Die Fvemdenindustrie, die für die Schweiz eine große Bedeutung hat, erhielt einen schweren Schlag durch die Abreise von mehr als 100 000 Kurgästen, die schleunigst das Land verließen. Aber nicht nur die eigentliche schweizerische Fremdcnindustrie lebt vom Aus- land, das Land ist auch zu einem sehr erheblichen Matze auf den Import von Lebensmitteln, Rohstoffen und Halbfabrikaten ange- wiesen. Dabei beherbergt die Schweiz in Friedenszeiten eine sehr große Zahl von Geschäftsleuten, Angestellten und Arbeitern frem- der Nationalität, die einen wichtigen Faktor im Wirtschaftsleben der Schweiz bilden. Auf etwa 150 000 wird die Zahl der Geschäfts- leute und Arbeiter geschätzt, die bei Kriegsausbruch das Land ver- ließen, teils um sich in der Heimat zum Militärdienst zu stellen, teils durch Berdienstlosigkeit zur Abreise gezwungen. Diese Ursachen bewirkten einen rapiden Rückgang der schweize- rischen Gewerkschaften. Während sie Ende Juni 1914 zusammen noch 89 370 Mitglieder zählten, ergab die Zählung Ende September nur noch 58 592. Von den Zurückgebliebenen waren 12 741 völlig und 19 769 teilweise arbeitslos. In der Folgezeit haben sich die Gewerkschaften ein wenig von diesem Schlag erholt, aber ihre Lage ist noch recht ungünstig. Natürlich haben die einzelnen Gewerk- schaften in sehr verschiedener Weise unter den Kriegswirkungen gelitten. Während z. B. die Organisationen des Baugewerbes dem Zusammenbruch nahekamen, wurden andere, wie die Gemeinde- und Staatsarbeiterorganisationen, das Lokomotivpersonal und die Arbeiterunion der schweizerischen Transportanstalten, nur wenig von der Krise berührt. In dem Maße, in welchem die Mitgliederzahlen der Gewerk- schaften zurückgegangen, stiegen ihre Ausgaben für Unterstützungen. Die Arbeitslosen- und die Notunterstützung erforderten im Jahre 1914 mehr als das Doppelte des Betrages, der im Jahre 1913 für diese Zwecke ausgegeben wurde. Im Jahre 1915 haben sich die Ausgaben vermindert, sie stehen aber noch sehr weit über dem normalen Stand. Wobei zu beachten ist, daß die Zusammenstellung nur die Ausgaben dcr Zentralkassen umfaßt, die Zuschüsse aus den örtlichen Kassen der Sektionen aber unberücksichtigt läßt. Montag bis Mittwoch Soweit Vorrat {Porzellan Weiß Speiseteller lief 22 Pf, flach 20 Pf. FrühstUcksteller...... ISpi. Kompotteller......... 12pf. Kartoffelnäpfe mit Deckel. 65 Pf. Tunkeschalen........ 45 Pf. Suppenschüsseln m. Deckel 1.25 Kompottschüsseln v.38 bis 70pf. Bratenschusseln oval.... von 28 Pf. bis 1.10 Gemüseschüssein rund.. 28 Pf. Senf gef äße.......... 18 Pf. Kaffeekannen...'. 28 45 pf. Teekannen---- 25 Pf. MilchtSpfe... 12 15 25 Pf. Zuckerdosen 8 15 Pf. Kuchenteller 18 Pf, Tassen;.V. 9 15 Pf Talelgestlilrr„Adfia" blaues Randrauster. Speiseteller tief, flach... 65 Pf. Frühstücksteller....... 42 Pf. Kartoffel näpfe mit Deckel. 4.25 Tunkeschalen........ 2.65 Suppenschüsseln mit Deckel 8.75 Kompottschüsseln 95 Pf. 1.30 1.95 Bratenschüsselno�95pf.b.7.00 Beilagschalen........ 1.30 Kaffeekannen von 1.20 bis 2.70 Teekannen.......... 1.95 Milchtöpfe.. von 40 Pf. bis 1.35 Marmeladendosen..... 1.20 Tassen........ 55 85 Pf. Kuchenteller..;. 1.30 Steingut Tafelgeschirr mit Goldrand Speiseteteller tief oder flach 20 Pf. Frühstücksteller...... 18 Pf. Kompotteller 13 pf. Bratenschusseln ovail.05 1.50 Kartoffelnäpfe mit Deckeln 1.55 Tunkeschalen........ 1.05 Kompottschüsseln.. 25 40 Pf. Suppenschüsseln m. Deck. 2.85 Tafelgeschirr Rosen&and-Myster Speiseteller tief oder flach 25 Pf. Frühstücksteller...... 18pf. Kompotteller 16pf. BratenschüsselnovTo�55pf.bi.l.50 Kartoffelnäpfe mit Deckel. 1.75 Tunkeschalen........ 95 Pf. KompottschUsselnvon35bis80pf. Suppenschüsseln m. Deckel 2.40 Sias PreSgiasgarnitur„Hansa" Butterdosen....... 35 46 Pf. Käseglocken......... 60 Pf. Kuchenteller....... 60 70 Pf KompottschQsselnvonl3bis70 Pf. Zitronenpressen....... 16 Pf. Eisschalen........... 13 Pf. Tabletts.......... 27 95 Pf. Kompotteller....... 7 10 pf. WasserkrQge.. von 50 bis 85 Pf. Schleifglas Bierbecher......... 27 30 pf. Wasserbecher...... 27 35 Pf. Likörgläser........18 23 Pf. Weinrömer glatt od. graviert 18 38 55 Pf. Kompottschasselnv.63pf.bis 2 m. Kompotteller....... 30 35 Pf. Sturzflaschen m. oias 48 65 95 Pf Trlnkglasgarnltiir Rotweingläser... Rheinweingläser. SQßweingläser.. Likörgläser..... Bierbecher..... Selterbecher.... Bierbecher in verschieden Größen. 15 Pf. Geleeoläser... 9 12 13«. Eiiimacheflasctien 20*21 n. Elnmache-Hafen..i2u.i3pf. Honi9gläserraDeckeil3b.50 pf. {Porzellan Tafelservice Kaffeegeschirr„Margarelhe" moderne Form mit Goldmuster Kaffeekannen von 80 Pf. bis 1,60 M i I chtö pf e vi 3 bis 65 pl Zuckerdosen 30 35 pf Tassen 27 35 pf. Kannenunterselzer... 25 pf. Kuchenteller... 65pf. Teekannenv.60bis95pf. 0bstsälZ8,.,ta,g95P, fein dekoriert für 6 Pers. 12 Pen. 12 Pers, 30 teilig 60-teilig 77-teilig 24.50 46«. 64 m. Kaffeeservice'""„'istr- "Ss 3.90 5.25 6.90 für 12 Personen O Tr 1 1 m l Weilig..... y./5 11.50 Teeservice...1.95 Tassen äilS'JS' 20 Obstteller ä 25™ Kocligesciilrr„Saxonia" aus feuerfestem Ton. Kasserollen. von 1.35 bis 2.15 Schmortöpfe nicv0n 90ptbis3.10 Kochtöpfe.. von 1.15 bis 3.40 Milchkocher von 1.60 bis 2.70 Schmortöpfe„vai von 95 n bu 4.95 Steingut Besonders preiswert Wasserkannen 38. Milchtöpfe RM> D itlelel... 27-50 10,50 51-55 I A,SO RoSbox• Derby- SehnOr*flefet LackblflH-VhnOnflcfcl mW«cbvon, � hellgrau u. dunkelgrau Sloffclmah 4£?_ XA sich' Cherraau- SchnQrallcfel mit I UM ,5v Derby und Lackkappe........ U Prima braun Cherr.-SchnOr- 1 ,50„lekel. erjtkl. Material.... j|7,50 MBackfUeh: � ,90 Chevreau-Schnflrstfl.m. 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Berliner Theater S'/j U.: Wenn zwei Hochzeit machanl�_ Theater am Sonntag, den 23. Juli. Sessing�Theater. Allabendlich 81/4 Uhr: Lnmpacivagabundus. Sommerpr. KeinoYorverkanlsgeb. fientsch. Künstler-Theater. Allabendlich 8'/. Uhr: Die selige Exzellenz. URANIA Ta�tr- 48/49. 8 Uhr: Im Lande der Mitternachtssonne. Montag 8 Uhr: Von der ZugspltEe znm Watzmann. Deutsches Opernhans, Cfaarlottenb, 8 uhr: Boccaccio. Friedrlch-Wilhclmstädt. Theater 8>;.u.: D. Dreimäderlhaus Gebr. Ilermleld-Theatcr. Wiedereröfinnng 29. Juli: IVachNmnnnH Hlihncrhof. Herrnfeld. Berisch, Grünecker. Kleines« Theater S'/a Uhr: Die Prinzessin nnd die ganze Welt. S'/aUhr: Liebelei, Komische Oper S'/a U.: Der selige llaldnln. Lustspielhaus 8v,u.: Brauchbar& Fix. Rose=Theater. 8'/. Uhr: Wenn die Slcges- glocken Idaten. Wartcnbiiljnc; Es gibt nur ein Berlin. V olgt- Theater. Badstr. 58. Badstr. 58. Dar Täglich"TSQ Auf hoher See. Volksstück in 5 Bildern von Willen. Erstklassiges Variete-Programin. Anfang 5 Uhr. Sonntags 4 Uhr. #f!imrals-?alast Heute% Vorstellungen d'/a rnid 9 Uhr. Das herrliche Eisballett Trau Fantasie. Nachm. kl. Preise, abd. 2. 3, 4 M.. Metropol-Theater 8-ü.: Die(jroßiierzoginv.ljerolsL Schlllor-T. Charlottenb. 8 uhr: Alt-Heidelberg. Thalia-Theater 8',. ü.: fiiondlnciien. Theater am Kollendorfpl. ■/.9 u.: immer feste druff! Theater des Westens 4 Uhr: Das Glück im Winkel. ',.s u.. Das Glilcksmädel. Trlanon-Theater 4 Uhr: Der 8tUrenfrlcd. 8-/. u.: Was werden üeate sagen Heute: Qr. Militär- Konzert. iB00 je 50 Pf. Aqna Aquarium. Walhalla-Theater. Ä9 Der Milliouenbalitr. 41/, Uhr: Garte>»-Vorftellung. ReutersWerke . 3 Bünde 4 Blarf■ Buchhandlung TJonuarfs Reichshallen-Theater Stettiner Sänger. Schippers G» Heimkehr. Anlang 8 Uhr. PaSsrnt Heute ZVorstellnngenO 3'/, nnd 8 Uhr. A Nehm. id. Erwachs. 1 Kind frei. In beiden Vorstellungen die neuen Jfnll-Schlager nnd Der Zug nach dem Balkan. Das ZngsthckT. Berlin. Bekanntmachung. Stäötifthe Volksspeisung. Am 31. Juli wird auf dem Grundstück der siädtischeu Gaswerke. Sellerstr. 16—31, die vierte städttsche Zentralküche eröffnet. Weitere Küchen m den anderen Stadtteilen folgen in kurzer Zeit. Die Ausgabe der Teil- nehmerkarten erfolgt bei den zuständigen Broikommiffionen und zwar vor- läufig nur für die Bewohner der zu diesen gehörigen Straffen. Aus nachstebender Zusammenstellung ergibt fich, wo die Teilnehmerkarten zu haben und die Speisen zu entnehmen sind; Wer nicht weiff. wo sich die Eefchästsstelle seiner Brottommission be. findet, erfahr! di-S bei feinem Hauswirt oder Hausverwalter. Die Aus- gäbe der Speisen erfolgt täglich tauch Sonntags) von 19— 2 llfir. La werden ganze Portionen zu 40 Pf. und halbe Portionen zu 29 Pf. aus- zegeben. Die Tellnadme kann nur wochenweise, beginnend am Montag, stattfinden, jedoch ist zulässig, die Teitnebmcrkarten für mehrere Wochen zu- ammen zu entnehmen. Wer teilzunebmcn wünscht, hat sich bei der für seine Wohnung zuständigen Brottommisfion in der Zeit von Montag bis Donnerstag der der Teiinahmewoche vorhergebenden Woche, also zum ersten Male in der Zeit vom 24. bis 27. Juli, während der Geschastsstunden der Brotkommission zu melden und die sür die Teilnahmewochen geltenden Fleischkarten und Kartoffelkarten vorzulegen. Berlin, den 19. Juli 1916. Magistrat der Köliiglicheu Haupt- und Rtfideniltadt. 392 V. Speis. 16. Mermuth. Kerantwortlicher Nedailcur: Alfrep Wiejepp, Neusölln. Für Ken JnjeratenteU oeruiilw.: Th. Glocke, Berlin, iLruck u.Perlag:Porwart» Buchdruckerei u. BerlagSanstalt Paul Singer Li �o., Berlin SW. Nr. 200. 33. Jahrgang. 2. Cdliijf des, Ärmels" Krim Sonntag, 23. Juli 10l6. �lus Groß-öerlin. Im Sommerwalü. In warmen, sonnigen Sommern jagt sich das Geschehen in der Natur. Rasch drängt ein Flor den andern, und wenn der Hochsommer da ist, zeigen sich auch schon die ersten Vor- boten des Herbstes, unter denen borzeitig vergilbende Laub- krönen in den Straßen Berlins die frühesten und unerquick- lichsten sind. In diesem Jahre sind keine Ueberstürzungen zu bemerken. Noch immer blühen an vielen Stellen die Linden, nut ungewöhnlichem Reichtum und gesteigertem Duft ihres Blütenhonigs. Die Blütezeit ist verlängert, teils weil keine sengende Hitze zum Welken drängt, teils weil die Bienen und andere Insekten, die den Nektar naschen und dabei die Be- stäubung vornehmen sollen, bei kühlem Wetter recht träge sind. Eine Zeitlang können die Blüten warten, und die verlängerte Blütezeit mag den schwachen Jnsektenbesuch ausgleichen. Menschliche Honiginteressenten aber haben sich schon ihren Vers zurccht gemacht. Sie wissen schon jetzt, was gegen- wärtig niemand sicher wissen kann, daß der Honig noch knapper werden wird und daß er folglich weiter im Preise gesteigert werden muß. Wie die Rasen in den Anl«gen, so sind auch die Wiesen vor den Toren der Stadt seit Wochen so aufgeschossen, daß man die Stellen nicht wiedererkennt, die im Vorjahre wie verbrannte Steppen erschienen. Sogar der Grunewald zeigt, entfernt von den lauten Wegen, einen üppigen Graswuchs. Er hat seine schönste Zier entwickelt, die Waldschmiele. Rot schimmern die Halme dieses zierlichen, halbmeterhohen Grases; weithin ist dieser rötliche Schein der Myriaden dieser Halme sichtbar und reizvoll hebt sich von der rötlichen Grundfarbe das silberige zarte Grau der lockeren reifenden Rispen ab. Lenkt man aber seine Schritte aus trockenem Kieferivald in die feuchteren Mischwälder, die sich aus der Jungfernhcide gegen Nauen hinziehen, so erkennt mau erst, daß es nicht hohe Wärmegrade, sondern in erster Linie die andauernde Feuchtigkeit ist, die eine ungemein üppige Vegetation scldst aus märkischem Sande zu zaubern verniag. Bis mannshohe(und darüber) Gräser, von gelben, roten und blauen Blumen durchwirkt, von Schlingkräutcrn durchrankt, säumen die Wege am Fuße des Hochwaldes; schmälere Pfade hat das Gras grün überzogen, und die Gräben sind von üppig wuchernden Brombeeren und anderem Gesträuch oft den Blicken entzogen. Auf dem qoch fast Wasser- freien, aber nassen Grunde dieser Gräben liegl schwarzes Laub der Erlen, Birken, Eichen und Buchen; altes Leben morscht hier dahin und neues quillt aus den zerfallenden Geweben. Ueber die Waldpsade kriechen große, schwarze Nacktschnecken. Es ist die gemeine Wegschneckc, der die Zoologen den aus der griechischen Mythologie stammenden Namen Arion(Ton auf der zweiten Silbe) verliehen haben. Durch ihre Lungensäcke ist sie dem Leben an der Luft angepaßt, aber die Anpassung an die Gefahren, die ihr durch die Stiefelsohlen des unacht- samen Fußgängers drohen, fehlt. Die Intelligenz des harm- losen Tieres reicht nicht so weit, um sie die Wege meiden zu lassen, und so wird ihre Langsamkeit ihr oft zum Ver- hängnis. Wo Schläge und Schonungen den Wald lichter machen und die Wegränder trockener sind, findet sich sofort licht- freudigere Vegetation ein. Meterhohe Weidenröschen sind mit langen roten Blütentrauben der Schmuck der Waldränder, an den Fußwegen selbst aber zieht eine unserer wenigen wilden Nelkenarten das Auge auf sich. Auf zarten, kaum fußhohen Stengeln tief rote Nelkenblumen(hier und da„Bluts- tröpschen" genannt), die leicht zum Straußbinden einladen, dabei dem Sammler aber den Streich zu spielen Pflegen, daß sie ihre Blüten schließen, sobald die Sonne sie nicht mehr be- scheint. Nicht minder auffällig ist eine Pflanze der lichten Waldränder, die dem Geschlecht des Wachtelweizens angehört und in Menge beisammensteht. Aus unscheinbarem niedrigem Kraut schauen Aehren mit gelben, unregelmäßigen Blüten, die alle nach derselben Seite gerichtet sind, nämlich nach der Lichtseite. Die grünen Laubblätter, aus deren Achseln die Blüten kommen, bilden an der Stengelspitze einen dichten Schopf, der aber nicht grün, sondern tief blauviolett ist. Der Gegensatz dieser Farbe zu dem Goldgelb der Blüten macht die Pflanze zu einer der schönsten unserer Laubwälder. Aber sie ist nur eine unter den vielen, die uns jetzt, in der Hochflut der Blüten, auf Schritt und Tritt ausfallen. E i n Herbstzeichen aber hat das feuchte, kühle Wetter doch vorzeitig auf den Plan gerufen. Die Pilze treten bereits in Menge auf. Wer sie noch nicht beachtet, der sieht wenigstens die gebückten Gestalten, die spähend über den Waldboden schreiten, als wollten sie Schätze ergraben. Hinter Pfeffer- lingen und anderen Pilzen sind sie her, nnd wir wollen hoffen, daß sie ihre Pilzkenntnisse in diesem Falle weniger aus Büchern und mehr aus der unmittelbaren, praktischen An- Weisung eines zuverlässigen Pilzkenners erworben haben. Der Sang im Walde ist fast völlig verstummt. Die Zeit der Lockungen ist vorbei, die der Reife ist da. Nur der Buch- sink ruft noch immer, auch wohl noch ein anderer Vogel, und der Mäusebuffard, der sein gedehntes katzcnartiges Miauen ausstößt, während er über Lichtungen und Wiesen kreist, und den hellen, scharfen Schrei ständig wiederholt, um die Mäuse aufzuschrecken und in Verwirrung zu setzen, die seine Haupt- sächlichste Beute bilden. Die Mäuse von heute scheinen aber bereits ein gut Teil Taktik gelernt zu haben; sie machen es ihrem Feinde nicht leicht, und noch lange, wenn wir uns schon heimwärts wenden, tönt uns der Schrei des Bussards nach, sehen wir seine dunkle Flugfigur über dem blauschwarzcn Waldsaum kreisen._ Eröffnung der vierten Zentralküche. Anmeldung zur Speisecntnahmc. Am Montag, den 31. Juli, wird auf dem städtischen Grundstück Sellerstr. 13—31 die vierte Zentralküche für die städtische Volksspeisung eröffnet. Mit der Eröffnung dieser Küche beträgt die Leistungsfähigkeit der städtischen VolkSspeisung bereits mehr als 70 OVO Litcr-Portionen. Weitere Kücken werden in kurzer Zeit eröffnet. Die Ausgabe der Teilnehmerkarten für die Speisung der neuen Zentralküche Sellerstraße findet durch die Brot kommissionen 152—155 und 130—170 statt, und zwar nur für die Bewohner der zu diesen Kommissionen gehörigen Straßem Speisenausgabe st eilen befinden sich in den Turnhallen der Gemeindeschulen Ravenästr. 12, Müllerstr. 153/159, Schulstrage, Eingang Reinickendorfer Straße 53, Bsttgerstr. 13, Chrisfiania- siraße 33/39 und Christianiastr. 4/8. Die Anmeldungen bei den Brotkommissionen haben bekanntlich von Montag bis Donnerstag �jeder Woche zu erfolgen._ Der Bau der Nordsüdbahn ist jetzt von der Seestraße bis zum Halleschen Tor vorgeschritten. Auf dieier 10 000 Meter langen Strecke wird jetzt an allen Stellen fleißig gearbeitet, ohne daß man viel davon bemerkt. Die Arbeiten am Belle-Alliance-Platz, in der Friedrich- und Chaussee- straße vollziehen sich unter dem Straßenniveau, nur an der Weiten« dammer Brücke, auf dem Wedding an der Dankeskirche und an der Panke kann man jetzt die Buddeici auch von der Straße aus ver- folgen. Wenn auch etwas langsamer wie im Frieden, wo zahlreiche geübte Arbeitskräste, viele erfahrene Techniker und ein reicheres Material zur Verfügung stand, geht der Bau trotz aller Schwierig- leiten tüchtig vorwärts, besonders dank der umfassenden Ver- Wendung von elektrischer Kraft, weiblicher Mitarbeit und der vorsichtigen Leitung, die bis jetzt jeden größeren Unfall verhüten konnte. Die Weiterverhältnisse waren dem Vau keineswegs günstig. Der hohe Wasserstand der Spree und Panke, des Grundwassers und der Brunnen hat natürlich die Arbeiten be- einflußt. Mit Ausnahme einer kurzen Strecke liegt der Tunnel überall im Grundwasser. Zwischen Georgenstraße und Belle-Alliance- Platz hat das Grundwasser eine durchschnittliche Höhe von 4 Meter über der Tunnelsohle und auch nördlich der Spree stand das Grund- Wasser über 2 Meter über Tunnelsohle. Die Dükerung der Panke, die Unterfahrung der Ringbahn bei ver Lindower Straße, die Bahn- Hofsanlage am Bahnhof Friedrichstraße, die Unterfahrung der Spree und Weidendammer Brücke, sowie die Kreuzungen mit anderen Untergrundbahnen an der Mohren-, Leipziger und Straße Unter den Linden, die später mit der Nordsüdbahn derart in Verbindung ge- bracht werden sollen, daß dort ohne besondere Zeitverluste ein Um- steigen der Fahrgäste stattfinden kann, erfordert noch jetzt um- fangreiche und viel zeitraubende Arbeiten, von denen die Berliner fast nichts bemerken. Der Belle- Alliance- Platz erhält ein sogenanntes Aufstellgleis und eine Umformstation. Es kann dort ein Reservezug aufgestellt und können Züge umgesetzt werden. An der Endhaltestelle nahe der Seestraße wird auf einem städtischen, zu diesem Zweck käuflich erworbenen Grundstück ein Be- triebs- und Werkstältenbahnhof errichtet. Der Bedeutung der.Nord- südbahn" entsprechend ist diese Anlage so umfangreich, daß sie später auch bei einer Verlängerung der Bahn nach dem Norden oder auch nach Westen, was keineswegs ausgeschlossen erscheint, genügen dürste. Die Unterdükerung der Pauke und des Schönhauser Grabens in der Müllerstraße erfolgt durch eiserne Rohre und durch in Stampfbeton ausgeführte Kanäle mit 30 Quadratmeter Gesamtquerschnitt. Auch der Aufbau der auf dieser Strecke vorgesehenen Haltestellen erfordert noch eine Menge Arbeit, die sich durchweg unter der Erde vollzieht._ Reichlicher Kartoffeln. Da die Kartoffelzufuhren nach Berlin jetzt reichsicher ge- worden sind, können auch den Gast- und Schankwirtschaften, Hotels und ähnlichen Betrieben ihr voller Bedarfsanteil wieder zugewendet werden. Die Inhaber von Hotels, Gast- und Schankwirtschaften und ähnlichen Betrieben können die Bezugsscheine für die Menge Kartoffeln, um die ihr Bedarf gekürzt worden ist, bei dem Obmann ihrer zuständigen Kom- Mission bereits heute abend abholen. Erhöhte Kartoffelration. In Ucbereinstimmnng mit den Nachbargcmeinden hat der Magistrat Berlin beschlossen, daß in der kommenden Woche auf die drei Wechenabschnitte 13 der Kartoffelkarte je drei Pfund, also zusammen höchstens neun Pfund, entnommen werden dürfen._ Erhöhte Eicrpreise. Mit Rücksidht auf die Erhöhung der Preise für die von der Zentraleinkaufsgcsellschast gelieferten Eier durch diese um 2 Pf. für daS Stück ist eine Erhöhung der Höchstpreise um diesen Betrag notwendig geworden._ 250 Gramm Fleisch in nächster Woche. Auf Grund des letztwöchcntlichen Viehauftriebcs beträgt die auf den Kopf der Berliner Bevölkerung entfallende Menge an frischem Fleisch oder frischem Fett für die Zeit vom 24. bis 30. Juli 250 Gramm. Es entfallen somit auf einen Vollabschnitt der Fleischkarte 50 Gramm, und auf einen Teil- abschnitt 25 Gramm._ Einsammeln der Brenneffeln. Aus Vermrlassrmg des Preußischen Kriegsministeriums ist zur Abnahme, Bezahlung und Verwertung der diesjährigen Nesselerntc die gemeinnützige Neffelfaser-VerwcrwngS-G. m. b. H., Berlin W. 68, Wilhelmstraße 91, gebildet wordc ir. Alz Preis für 109 Kilo- gramm sorgfältig getrockneter blattfreier Stengel werden 14 M. au die Sammler gezahlt werden. DaS Sammeln selbst ist in Preußen durch das Landwirffchaftsministerium organisiert und geschieht unter Leitung der Königlichen Landräte. Das genannte Mi- nistermm hat die anderen Bundesregierungen zu gleichem Vorgehen aufgefordert. Um eine unmittelbare Lieferung der Nessel von den Sammlern an die Verwertungsgesellschaft zu erreichen, ist ein Ver- bot des Aufkaufs von Nesselstengeln durch Händler usw. in Aussicht genommen. Die Sammlung der Stengel soll zur Vermehrung unserer Faserrohstoffe dienen._ Tie Verwaltung der Berliner MittelstandSküchen, Schaper- straße 34, teilt mit, daß auf Anordnung des Magistrats Berlin in den Mittelstands- und Beanrtenküchen des Vereins Mahlzeiten nur gegen Abgabe entsprechender Fleisch, und Kartoffelkarten abge- geben werden dürfen. Die„B. Z. am Mittag- ist teurer geworden. Der Preis für die Nummer ist von 5 auf 10 Pf. erhöht. Als Grund dieser Maß- nähme gibt der Verlag die höheren Preise für Materialien an. Ueber eine ungewöhnlich dreiste Kinderberaubung wird aus Neu- kölln berichtet. Dort schickte gestern vormittag um 11 Uhr die Gürtlsrfrau Collier aus der Münchener Str. 50 ihren 12 Jahre alten Sohn Willi zum Einholen. Als der Knabe durch die Reuterstraße ging, stürzte sich plötzlich vor dem Hause Nr. 73 ein junger Bursche auf ihn, zog ihn in den Hausflur, entriß ihm das von seiner Mutter mitgegebene Portemonnaie, entnahm diesem einen 20-Marlschein, warf dann das Portemonnaie mit dem Nestinhalt von 13 Pf. weg, ergriff die Flucht in der Richtung der Berliner Straße und entkam leider. Der Räuber ist etwa 19 bis 20 Jahre all und 1.75 bis 1,30 Meter groß und hat ein rotes, bartloses Gesicht und trug einen dunkelblauen Jackeltanzug und eine hellgraue Mütze. Ein nnaufgckliirtcr Vorfall beschäftigt die Polizei. Im Tier- garten stieß gestern früh gegen 9'/, Uhr ein Schutzmann, der einen Rundgang machte, auf ein stark beschädigtes Geschäftsautomobil. Neben dem Wagen lag besinnungslos ein Mann, wahrscheinlich der Kraftwagenführer. Daneben lagen Lteparaturwerkzeuge. Der Be- amte brachte den Besinnungslosen nach der Chariis, wo die Aerzte einen Oberfcheukelbruch und eine schwere Gehiruerschülterung fest- stellten. Augenscheinlich ist der Wagenführer mit seinem Kraftwagen gegen einen Baum oder ein anderes Hindernis gefahren und durch die Wucht des Anpralls aus dem Wagen geschleudert worden. Die Werkzeuge dürften ebenfalls dadurch herausgefallen sein. Der Schwerverletzte wurde als ein 31 Jahre oller Kraftwagensührer Wilhelm Böttcher auS der Weidcustraße festgestellt. Wie der Unfall geschah, kann erst die Vernehmung des Verunglückten ergeben. Ein tödlicher Strahcnunfall ereignete sich am Donnerstagabend gegen 8 Uhr in der Jnvalidenstratze. Dort stand die Schneiderin Benthin mit ihrer dreijährigen Tochter Ilse inmitten einer großen Menge anderer Frauen wartend vor einem Buttergeschäft im Hause Jnbalidenstraße 143. Während Frau B. mit ihren Nachbarinnen plauderte, riß sich die Kleine von der Hand der Mutter los und lief auf den Straßcndamm. Sie beachtete dabei nicht, daß unmittelbar vor ihr ein Straßenbahnwagen der Linie 50 herannahte. Das Kind wurde, da der Führer auf die sehr kurze Entfernung nicht mehr bremsen konnte, umgestoßen und geriet unter den vorderen Schutz- rahmen. Es wurde tot hervorgeholt. Ein zweiter Straßenunfall ereignete sich gegen Uhr am Donnerstagabend vor dem Hause Alt-Moabit 23. Dort bog ein Milchwagen der Meierei Bolle kurz vor einem Triebwagen der Straßenbahnlinie 20 ans das Gleis und wurde angefahren. Durch den Anprall wurde das 18 jährige Bollemädchen Martha Heimann vom Wagen geschlendert und erlitt einen rechtsseitigen Unter- schenkelbruch. Das Pferd des Milchwagens wurde tödlich verletzt. Die.H. wurde nach dem nahegelegenen Krankenhause Moabit ge- schafft. Zu dem Bootsunglück auf der Spree bei Treptow erfahren wir, daß gestern auch die Leiche des zweiten Opfers vor dem Hause Schleusenufer 8 gelandet werden konnte. Es ist der Banklehrling Erich Weigelt, der in der Eichenstr. 1 zu Treptow bei seinen Eltern gewohnt hat. 12 Tage tot in der Wohnung gelegen hat der 43 Jahre alte Tischler Theodor Franz aus der Fchrbelliner Str. 33. Hausbewohner hatten ihn schon lange nicht gesehen und schöpften Verdacht. Sie ließen die Wohnung öffnen und fanden den Mann tot«ruf dem Fußboden liegen. Er hatte den Gashahn geöffnet. Von Bauernfänger» empfindlich gerupft wurde gestern ein Landwirt aus der Provinz, der nach Berlin gekommen war, um hier Pferde zu kaufen. Auf dem Viehhof machte er die Bekanntschaft eines Mannes, der sich ihm als Landwirt vorstellte. Dieser er- zählte, daß er bessere Pferde zu verkaufen habe nnd lud den Pro- Vinzier zu einer Besichtigung der Tiere ein. Nachdem sie kreuz und quer gegangen waren, machte der Führer den Vorschlag, eine Wirtschaft aufzusuchen, um sich ein wenig zu erftischen.„Zufällig" traf er dort einen alten Bekannten, stellte ihn dem Landwirt aus der Provinz vor und alle drei setzten sich gemeinsam an einen Tisch. um sich besser unterhalten zu können. Nach kurzer Unterhaltung meinte der„alte Bekonnte" des„Pferdeverkäufers", daß die Unter- Haltung doch eigentlich recht„lcmgweilig" fei und fragte seine Tisch- genossen, wie es denn mit einem„kleinen" Spielchen wäre. Bald war das Spielchen im Gange und der Landwirt aus der Provinz, der die Geheimnisse des Kartenspiels nur wenig beherrschte, hatte nach kurzer Zeit 1000 M. an die beiden Gauner verloren, die natür- lich daS„Kümmelblättchcn" sehr zu ihren Gunsten gewendet hatten. Der angebliche Landwirt mit seinen besseren Pferden ist etwa 35 Jahre alt und mittelgroß und trug einen braunen Jackettanzug, einen weißen, flachen Strohhut und einen Stehkragen. Dem Berliner Aquarium ist in diesen Tagen aus der Nordsee ein prachtvoller Roter Knurrhahn zugegangen, der einen herrlichen Schmuck des großen Helgoländer Beckens abgibt. Dieser auch als Nahrungsmittel bekannte Fisch hat seinen Ztamen daher, daß er, wenn man ihn aus dem Wasser herausnimmt, einen knurrenden Ton hervorbringt; er entsteht dadurch, daß die Luft aus der Schwimmblase entweicht. Außer der merkwürdigen Gestalt ist er durch große, in der Ruhe zusammengelegte Brustflossen aus- gezeichnet, die ausgebreitet in herrlichem Blau erstrahlen. Der vordere Teil dieser Flosse besitzt drei freie Finger, mit denen das Tier auf dem Boden herumlaufen kann. Gesperrt. DaS Polizeipräsidium teilt mit: Die Behrenstraße zwisckien der Markarafensiraße und der Straße Hinter der katholi- siben Kireve wird, wegen Nntergrundbavn-Arbeitcn, bis auf weiteres für den DurchgangS-Fahi verkehr gesperrt. Zu- und Abfahrt für die St. Hedwigskirche und die Dresdner Bank bleiben offen. Verloren hat am Sonnabendmittag eine arme Kriegerfrau ein Damen-Porlemonnaie mit Inhalt, als sie an der Haltestelle der Roonstraße auf die Straßenbahn wartete. Der Finder wird um Abgabe gebeten an Ortmann, Britz, Jahnstraße 49/50. Mus öen Gemeinöen. Tätigkeit der Neuköllner Rechtsauskunftsstelle. Während des verflossenen Rechnungsjahres hatte sich die Städtische Rechtsauskunftsstelle in erster Linie mit der Rechtsberatung der Fa- Milien der Kriegsteilnehmer zu befassen. Gerade die prozeßvorbeu- gende und vermittelnde Tätigkeit nahm mit Rücksicht auf die durch den Krieg geschaffenen besonderen wirtschaftlichen Verhältnisse erheb- lich zu. In zahllosen Fällen waren Einigungsverhandlungen mit Ab- zahlimgSgeschäftcn, Versicherungsgesellschaften u. a. erforderlich, die durchweg zu dem gewünschten Ergebnis führten. Besucht wurde die Nechtsauslunftsstelle an 263 Sprechstundentagen von 7305 Personen und zwar von 1431 männlichen und 6324 weiblichen Personen, von denen 7502 Arbeitnehmer waren. Insgesamt wurden 7953 Auskünfte erteilt sneue Sachen; wiederholte Besuche und Besprechungen in der- selben Angelegenheit werden nicht besonders gezählt), von denen 4333 das Bürgerliche Gesetzbuch betrafen, 785 die Arbeiterversichening, 1178 Gemeinde- und Staatsangelegenheiten, zumal Fragen der Familien- Unterstützung und der öffentlich-rechtlichen Hinterbliebenenversorgung, 386 Dienstvertrag und 1224 sonstige Rechtsgebicte. In 23 Fällen wurde die Vertretung vor dem Reichsversicherungsamt übernommen. Dem Kampf gegen die Schwindelfirmen widmete sich die RechtsauSkunfts- stelle auch während des Krieges besondere Aufmerksamkeit, wobei sie durch das Oberkommando in den Marken energisch unterstützt wurde. Den Patienten der in Neukölln liegenden Lazarette und den Mann- schaften der Ersatztruppenteile wurde gleichfalls Rechtsberatung ge- währt. Die Zahl der im Interesse der Rechtsschutzsuchcnden ange- fertigten Briefe und Schriftsätze belief sich auf nicht weniger als 8339. Die von der Rechtsauskunftsstelle eingerichtete S a m m e l» Pflegschaft für Kriegerkinder hat den Zweck, die Kinder von KriegZt-rlnehmern, deren Eheftau verstorben, krank oder sonst an der Ausübung der Sorge für die Person der Kinder verhindert ist, in geeigneter Famiiienpslege unterzubringen. Die Sammelpfleg- schaft erstreckt sich auf 313 Kinder, größtenteils Halbwaisen, für welche die Ortsstelle des Nationalen Frauendienstes die pflegerische Fürsorge ausübt. Durch Vermtttclung des Freiwilligen Erziehungsbeirats für die Jugend in Neukölln und der Deutschen Zentrale für Jugendfür- sorge in Berlin gelang es, einen Teil der Kinder auf dem Lande unterzubringen, wo die Ernährungsverhältnisse wesentlich günstiger sind. In 45 Fällen führt die Rechtsauskunftsstelle die Vormund- schaft, insbesondere für Vollwaisen von Kriegsteilnehmern, Durchführung der Masscnspeisung in Pankow. In nächster Zeit wird die Gemeinde Berliner Str. 102, Kaiser- Friedrich-Str. 12 und Wollankstr. 33 Kriegsküchen eröffnen. Die Ausgabe der Speisen erfolgt täglich, außer Sonntags, in der Zeit von 1111 bis 2 Uhr. Der Preis beträgt für eine ganze Portton 40 Pf., eine halbe Portion 20 Pf. Die Bezahlung kann täglich erfolgen, indes besteht die Ver- pflichtung� die Speisen die ganze laufende Woche hindurch zu ent- nehmen. Die Bezahlung kann aber auch Sonnabends für die nächste Woche im voraus oder Mittwochs für die letzten drei Tage der Woche im voraus erfolgen. Bei Entnahme der Speisemarken sind die Fleisch- und Kartoffelkarten vorzuzeigen. Es werden abgetrennt: für eine ganze Portion von den Fleisch- karten sieben Zehntel, von den Kartoffelkarten zwei Drittel der Abschnitte für die laufende Woche, für eine halbe Portion von den Fleischkarten vier Zehntel, von den Kartoffelkarten ein Drittel der Abschnitte für die laufende Woche. Freiportionen werden nur auf Anweisung der zuständi- gen Kriegsunterstützungs-Kommission oder der Armenverwaltung verabreicht, bei denen entsprechende Anträge rechtzeitig zu stellen sirrd. Der Betrieb der Volksküche im Hause Florastr. 92 wird mit Eröffnung der Kriegsküchen geändert und dem Betriebe der Kriegs- küchen angepatzt. Die für diese geltenden Bestimmungen treten alsdann auch für die Volksküche in Kvaft. Lebensmittelverkauf der Gemeinde Mariendorf. Die Gemeindeverwaltung hat setzt mit dem Verkauf der von ihr beschafften Nahrungsmittel bsgonuen. Im P olizeid ienstgeoäud e werden verkauft Mohrrüben ohne Kraut und Weitzkohl für 15 Pf. das Pfund, Schoten 2 Pfund 15 Pf. In den Privatgeschäften werden auf Lebensmittelkarten bis Montagabend auf jede Karte zwei Eier abgegeben. Ferner gelangen zum Verkauf: Sülze in Dosen, Rind- und Schweinefleisch 1 Kilo 4,50 M., K Kilo 2,25 M., Grieß für 45 Pf. und Graupen für 40 Pf. pro Pfund. Von den beiden letzten Artikeln wird bis zum 20. Juli auf jede Lebensmittelkarte ein Viertelpfund abgegeben. Kriegsfiirsorgcbeschlüsse im Potsdamer Stadtparlament. Die Potsdamer Stadtverordneten bewilligten in Berücksichtigung der Maßnahmen zur Gewährleistung der Volksernährung zur Spei- sung unlerernährter Schulkinder und für rückständige Zuschüsse zur Lebensmittelbeschaffung einen Beitrag von 1334,80 M. Ferner einen städtischen Beitrag von 13 Pf. für jedes in der Bürger- speifehalle in den Monaten Juli und August zu verabfolgende Mit- t a g e s s e n bis zum Betrage von 6500 M. Bezweckt wird dadurch, den Preis des Mittagessens auf 20 Pf. für jede Person beizubehalten, während die Herstellungskosten 33 Pf. betragen.— Nach mehrstündiger Beratung wurde eine Satzung genehmigt, die allen Krieger- angehörigen und Kriegerhinterbliebenen freie ärztliche Be- Handlung durch die gesamte Potsdamer Aerzteschaft und freie A r z n e i v e r s o r g u n g und Verabfolgung von anderen Heil- und Stärkungsmittel zusichert. Der in Frage kommende Versorgungs- kreis umfaßt ungefähr 5000 Personen und zu ihnen gehören auch die unehelichen. Adaptiv- und Stiefkinder gefallener Krieger. Die Aerzte werden nach Einzelleistungen gegen monatliche Rechnungslegung ho- noriert; die Behandlung erstreckt sich in dringenden Fällen auch auf Wobnungs- und Nachtbesuche und wird gegen Ueberweisungsschein des Wohlfahrtsausschusses begonnen. Hierbei hatte sich die Versammlung grundsätzlich zu entscheiden, ob sie nur mit dem Aerzteschutzverband oder mit allen Potsdamer Aerzten in Verhandlungen treten wolle. Die Mehrheit sprach sich dafür aus, alle Aerzte Potsdams bei dieser Fürsorgematznahme in Anspruch zu nehmen, die vorläufig bis zum 30. September in Aussicht genommen ist.— Die Einsetzung eines gemischten Ausschusses zur Beratung über das Projekt des Rathaus- ausbaues und des durch die Verlegung der städtischen Verwaltung nach dem Palast Barberini bedingten Umbaues dieses Palastes wurde in vorgerückter Stunde von der Mehrheit auf ein Jahr vertagt. köllner Wahlverein angenommenen Resolution verlesen wurde, sind die Mitglieder zu der Ansicht gekommen, daß auf Grund dieser Resolution kein Anlaß vorliegt, die Mandate für ungültig zu er- klären."_ Klnderveranstaitung in Neukölln. Am Donnersteg findet wieder ein Ausflug nach Rudow statt. Treffpunkt 8% Uhr auf den bekannten Sammelplätzen. Die Eltern werden gebeten, den Kindern etwas gemahlenen Kaffee mit- zugeben._ Kinderausflüge in Steglitz. Während der Schulferien finden die Ausflüge der Kinder nach dem Grunewald wöchentlich an drei Tagen(Montag, Mittwoch, Freitag) statt. Treffpunkt pünktlich nachmittags 2 Uhr am Bahn- Hof Steglitz, Rathausseite. Mundvorrat ist mitzubringen. Bei un- günstigem Wetter wird im Jugendheim, Kniephofstr. 59, Ecke Jever- straße, gespielt. Die Parteigenossen werden ersucht, ihre Kinder zu reger Beteiligung anzuhalten. parteweranftaltungen. Nieder-Barmm. Den Genossen zur Kenntnis, daß das Kreisbureau von nächster Woche ab die ersten drei Tage derWoche auf drei Wochen geschlossen bleibt. Steglitz. Dienstag, den 25. Juli, abends 8'/, Uhr, Mitglieder- Versammlung beiSchellhasc, Ahornstr. 15a. Tagesordnung: Bericht von der Verbands- und Krcisgcneralvcrsammlung. Vereins- angelegenhciten. Mitgliedsbuch legitimiert. Irauenlefeabenöe. Zweiter Wahlkreis. In folgenden Lokalen: Borgfeld, Friesenstr, 4; Fröhlich. Blücherstr. 56; Löhrijch, Puttamerftr. 9.— Der Leseabend für den Westen fällt aus. Dritter KreiS. Der Leseabend fällt diesen Monat aus.— Dafür heute Sonntag, Familienausflng mit Kindern nach dem Restaurant .Sanssouci', bei Pjerdebucht. Abfahrt Schlesischen Bahnhof 9.48 Uhr vor- mittags bis Sadowa. Rege Beteiligung auch der Leseabendteilnehmer wird erwartet. Oberschöneweide. Der Frauenleseabend findet bei Pamp, Wil- helminenhojstr. 43, statt. ßrauenveranftaltungen. Mariendorf. Statt des Leseabcnds findet am Montag, den 24. Juli, ein Ausflug nach Rlarienfelde statt. Treffpunkt nachmittags 3 Uhr, bei Bruschck; für Nachzügler von 4 Uhr ad, Restaurant Stritzke, Marienfelde, Großbeerenstraße, am Bahnhos. Zur Mitgliederversammlung in Tempelhof. Im letzten Bericht über die Mitgliederverscrmmlung des Wahl- Vereins Tempelhof, letzter Absatz, heißt es:„Es wurde beschlossen, die Delegierten zu beauftragen, bei der Prüfung der Mandate der Neuköllner Delegierten unbedingt für die Gültigkeit zu stimmen. Es mußte jedoch heißen:„Nachdem der Wortlaut der vom Neu- Jugenüveranftaltungen. Charlotten bürg. Jugend-Bildungsvcroin. Dienstag, abends stz9 Uhr, Rostnenflr. 4, Tagung mit dem Verein Arbeiter-Jugendheim Tagesordnung: Erwiderung aus den Vortrag des Herrn S. Katzen- st e i» über Jugendbewegung, Eingegangene Druckschriften. „Arbeiicrpolitik". Wochenschrist für wissenschaftlichen Sozialismus. 5. Heft. Erscheint wöchentlich einmal im Umfange von 8 Seiten, 69 Ps. pro Monat,— Verlag in Bremen, Aumund.rftr, 23. Ter 4. August und die hamburgische Politik. Eine Anregung von Hutten. 80 Pf.— A. Janssen, Hamburg. Zum fremdsprachlichen Schulunterricht der Zukunft. Von Konrektor Cb. Eidam, 39 Pf, C. Kochs Verlagsbuchhandlung, Nürnberg. Tie sächsischen Geuicinden und der KlciiiwohnungSbau. Von Dr. Jng, Kruschwitz. 3,59 M. I. Naumanns Buchhandlung, Dresden-AL Wallstrahe, Taschenbuch der Kriegsflotten. 17, Jahrg, 1916. Herausgegeben von Kapitänleulnant B, Weyer. Geb. 6 M, I. F. Lehmann, München, Batka» und»alier Orient. 14 Vorträge. Herausgegeben von Dr. iL Cwiklinski. 7 M,— F. Deuticke, Leipzig und Wien. Wikinq-Bücher. Bd, 29: Des Ratsherrn Seimus Tochter. Von Olga Wohlbrück.— Bd. 21: Des Mitleids Liebe. Von R, Fuchs- Liska, Einzelband in Leinen 1 M. Verlag der Wikmg-Büchcr, Leipzig. Wie ich meinen Jungen das„Äliictöheim"«nr errnngen. Dargestellt durch Lehrer A. Ncumann. 75 Ps. Gesellschaft sür Heimkultur, Wiesbaden._ Driefkaften der Redaktion. Die luristilSe Svrechftunde findet für Abonnenten Lindenstr. S, IV. Hof rechts, parrerre, am Momag bis Freuag von s bis 7 Uyr, am Sonnabend von b bis 6 Uhr statt. Jeder für den Brreflasten bettimmte,! Anfrage Ist ein Buchstade und eine Zahl als Merkseichen berzufügen. Briefliche Antwort wird nich: erteilt. Anfragen, denen leine Abonnementsouitiung beigefügt ist, werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Svrechftunde vor, Lcrtrögr, Schriststüitc und dcrglcichcn bring! mar iu die Sprechstunde mit, Warthe 70. Den Antrag können Sie schriftlich oder mündlich bei der Polizei stellen,— 21. B. I. 1. Ja, 2. Käufer und Verkäufer basten sür die Steuer, Ist nichts anderes vereinbart, so hat in dem Verhältnis gegen- einander Teilung stattzufinden,— 2t. L. P. l. Den Antrag aus Renten- seslsetznng können Sie bei dem Bezirksfeldlvebel stellen.— G. B. 35. 1. Die Praxis ist gegen die Zulässigkcit einer Versicherung in Ihrem Fall. Zablen Sie ein Gehalt und versichern Sie trotzdem, 2. Verjährung liegt nicht vor. Es kann noch gepfändet werden, stellen sie einen Antrag auf Niederschlagung oder Erlag der Sieuer,— H. L. 13. 1. Kriegsgetraute haben genau dieselben Rechte, wie alle anderen Eheleute, 2, Was Sie anführen, kann als Scheidungsgrund erachtet werden. Sprechen Sie gelegentlich in der Sprechstunde zur näheren Dar» legung vor.— E. B. 10. Wegen Herzfehler dauernd untauglich. — Ff. N. 74. Ein Antrag hat wenig Aussicht aus Erfolg, ist aber nicht völlig aussichtslos. Leider ist die von Ihnen angezogene Bestimmung über das Ruhen emes Teils der Invalidenrente nicht ausgehoben,— C. Z. 34. 1. Die vom Reich zu erstattende Unterstützung beträgt sür die Frau 15 M., sür das Kind 7,59 M. monaliich. 2. Die Kreisunterslützung ist keine ein- heilliche. Wegen derselben mühte die Frau sich an den Kreisausschuß(Land- ratsamt) wenden.— N.•£>. 11514. Das Kapitaiabsindungsgesetz tritt mit dem 25. d. M, in Krast. Der Antrag ist seitens der Rentenempsängcr an den BezirkSseidwebel, seitens der Witwen an die Orisvolizeibehörde zu richten; der Inhalt des Gesetzes ist im.Vorwärts" vom 16. d. M. wieder» gegeben. M. P. 100. Eine Widerklage wegen salichcr Anschuldigung wäre bin- sällig. Die Beklagte würde gegenüber der Behanplung der Klägerin den Sachverhalt darzulegen und Zeugen anzugeben haben. Soweit ersichtlich, leidet die Klage daran, daß ein Sühncveriuch nichl angestrebt ist.— D. 17. 1. Die Mutter müßte sich an das Amtsgericht als Bormundschastsgericht wenden, 2. Während des Krieges würde eine Klage unzulässig sein, ebenso eine Pfändung.— Fl. Z. Ackerstr. 110. Ja, Ihr Mann soll seinen An- spruch schleunigst geltend machen,— L. K. 100. 1. Das Gewerbegericht ist zuständig. Wenden Sie sich aber vorher an die Gewerkschait, den Schnciöerverband. 2, Gormannstraße 13, zwischen 9—1 und 4—7 Uhr. —(5. B. 17. 1—3. Von den Jriualidenversicherungsbesträgen zahlt die Herrschaft und das Dienstmädchen je die Hälfte. Zur Krankenverüchernng trägt das Dienstmädchen zwei Drittel, die Herrschaft ein Drittel bei. Die hiernach dem Mädchen zur Last fallenden Beiträg, können vom Lohn ab- gezogen werden, jedoch nur von den aus die Fälligkeit folgenden zwei Zahlungsperwden, M. 100. Nein, erst bei einer Anstellung über zehn Jahre.— M. Gl. 2. Sie haben in diesem Falle kei nen Anspruch aus Unterstützung, da die Bedürftigkeit bei Ihrem Einkommen verneint wird.— A. I. 30. An das Militärbureau des Magistrats, Klosterslr. 67,— M. B. 16. Für die verschiedenen Sorten angegeben in der Nummer 92 unseres Blattes vom 2. April. Einzusehen in Ihrer Spedition oder auch bei uns,— R. I. 124. Kriegslinderspende deutscher Frauen, Privatkanzlei der Frau Kronprinzessin, Potsdam,— H. F. 60. Wenden Sie sich an den Ver» band der Laudarbeiter, Michaclkirchplatz 1 II,— Pillkalle» 71. Aus- schütz iür deutsche Gefangene, Hamburg, Ferdinandstr, 75.— L. H. 55. Mit dieser Frage müssen sie sich an den Verband der Schneider wenden, sebaftianstr. 37—38. Briefkasten der Expedition. I. G. 1S48. Um Ihre Postkarte beantworten zu können, um gefl, Angabe Ihrer genauen Adresse. bitten wir Wetterausstchten für das mittlere Norddeutfciiland bis Montag mittag. Mäßig warm, vielsach bester, aber veränderlich. Im Norden, besonders östlich der Oder, zeitweise zahlreiche leichte Regenfälle. Im Süden strichweise Gewitter, Dr. J. H. Ziegler: Dir Umwälzung in den Eründnnjlhnuungen der Nuturwlffcnslhnst. Verlag F. Semminger. Bern». Leipzig. S. 155. M. 2,70. Die Physik hält bis heute den Glauben an die Unerforschlichkeit der ewigen oder unbedingten Wirklichkeit ausrecht. Und daher gründet sie alle ihre Erllärungcn aus sog. Hypothesen, d, h. aus lauter unklare Voraus- sctzungen. Ziegler dagegen zeigt das Widersinnige dieser Methode und lehrt uns alle Dinge durch folgerichtige Ableitung aus dem Ewigen, als dem Alleinigen, Unteilbaren und Allereinfachsten verstehen. Damit werden die Dinge erst leicht- und allgemeinverständlich. DaS kleine Buch sollte da- her von jedermann gelesen werden. Mr Rheumatiker und Ueroeuleidende. Ein Trost sür Kranke. Herr B. Müller, Hannover, schreibt u. a.:.Ende Oktober fing bei mir Rheumatismus in den Füßen an und verbreitete sich nach und nach über Beine, Arme und Rücken. Ich nahm ärztliche Hilfe in Anspruch, aber vergebens. WaS ich seitdem an Ouacksalberei verbrauchte, glaubt kein Mensch. Weihnachten las ich in der Zeitung von Togal, und wie ich hoffte, brachte es mir vollen Erfolg. Am dritten Tage fing mein Rheumatismus an, im Körper zu wandern. Am vierten Tage waren meine Füße schon vollständig srei von Schmerzen, und so wurde es immer besser." Ebenso wie Herr Müllet bestätigen viele Hunderte die rasche und sichere Wirkung des Togal bei Rheumatismus, Ischias, Hexenschuß, Gicht, Schmerzen in den Gelenken und Gliedern, bei allen Arten von Nerven- und Kopfschmerzen und dergl. Es wird garantiert, daß es hilft und daß es unschädlich ist. T o g a l- T a b l e t t e n sind zu billigem Preise in jeder Apotheke erhältlich.* Wirklich Izraaclibare Ersatz- Ztr. 33.—, ss, 10.50, 10-Pfd.-Eimer 5 M. B. Kristeller, Berlin W 64, Bülowstr. 80. Ohne Brotkarte! Schmierseife. Möbel-Angebot. Solid- Möbelsirma iiesert Spczial-Eln- und Zwel- illuriehtniisen lowie Einzelmöbel gegen massige Zinsvergütung bei kleiner Anzahlung und ge- ringen monatlichen Ratenzahlungen. Offerten S. 3 an die Exvedition des.Vorwärts".* Keine Kassierer. Größte Kulanz. Wichtig für Herren! 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Kranchen-Uersammlungen: Sargtischler! Sonntag, den 23. Juli, vorm. 10 Uhr, bei Merkmann, Gr. Frankfurter Str. 16. Stockarbeiter! Dienstag, den 25. Juli 1916, nachmittags S1/« Uhr. bei Staden, Michaelkirchftr. 24: Abteilungs-Verfammlung der Polierer, Bieger, Ausbieger u. Hobler. Donnerstag, den 27. Juli 1916, nachmittags S'/s Uhr, bei Staden: Abteilungs-Verfammlung der Raspler, Zusammenpasser, Feiler und Schleiser. vs?" Jede Abteilung musz durch mindestens 2 Kollegen vcr' treten ici». Kamm- und Haarschmuck- arbeiter u.-arb eiterinnen! Mittwoch, den 26. Juli, abends 8 Uhr, im Verbands- Haus, Rungestr. 30, Hof parterre. Tagesordnung: 1. Bericht über unsere Teuerungszulage. 2. Verbands- und Branchen. angelcgenheiten. Bürsten- und PLnseUnacher! Mittwoch, den 26. Juli, abends 8 Uhr, bei Krugmann, Kleine Andreasstr. 10, am Andreasplatz. Tag esordnung: t. Die Antwort der Zentralkommission. 2. Diskussion. Vei'dZiilill.lieliieiiiöe-iiMskgi'Ii. Filiale Oroß-Berlln. Den Mitgliedern geben wir hiermit Nachricht vom Tode des Kollegen Karl Witt von der Gasanstalt Danziger Str. Ehre feinem Andenken! Beerdigung am Montag, den 21. Juli, nachmittags i Uhr. von der Leichenhalle des neuen Na- zareth-Kirchhojes in Reinickendorf- West. Kögelstratze, aus statt. Um rege Beteiligung bei der Beiiattung des Kollegen ersucht 34/2 vis 0etsvsr<»aIiung Achtung! Die Xalilstelle 42 ist von Admiralstr. 21 nach Kottbnser Str. 19 bei Ehlcrt verlegt. ji8/4_ Pie Ortsverwaltnng. ilkmaltuiigsgelit Kerlin. N 54, Fimenkr. 88—85 Telephon: Amt Norden 185, 1239, 1987, 9714. Bureau geöffnet von 9 bis 1 Uhr und von 4 bis 7 Uhr. Montag, den 24. Juli 1916, abends 8 Uhr: Uersammlung aller in der Schraubenbranche beschästigten Arbeiter und Arbeiterinnen in Graumanns Festsälen, Naunynstraße 27. Tagesordnung: 1. Jahresbericht der Agitationskommission. 2. Diskussion. 3. Neuwahl zur Agitalionskommission. Wahl des Branchenvertreters. 4. Ist unsere Bewegung beendet? 5. Diskussion. Zahlreicher Besuch ist dringend erforderlich. 120/8 __ Pie Ortsverwaltung. der tili Zahlstelle Berlin. Bureau: Engelufer 14/15, Part.— Telephon: Amt Moritzvlatz Nr. 8430. Geöffnet: Vorm. v. 10—12, nachm. v. 4— 7 Uhr, DienStag nachm. geschlossen. Mittwoch, den SK. Juli, abends Uhr, bei Boekcr, Weberstr. 17: General» Versammlung. Tagesordnung: 1. Kassen- und Geschäfts bericht vom 2. Quartal 1916. 2. Bericht vom diesjährigen Lerbandslag in Stuttgart. 3. Verschiedenes. 169/10__ Tie Orisverwaltung. ScliwiimeFEiii„Vorwärts" Berlin 1807. Allen Mitgliedern die traurige Nachricht. datz unser lieber Schwimmgenosse Otto ttottmaau ein Opfer der Schlacht ge- worden ist. Ein ehrendes Andenken be- wahrt ihm 998b Per Vorstand. Gesangverein Jukunit" kieder- Schönhausen, cm. d. a.-s.-b.) Als Opfer des Weltkrieges starb unser lieber Sangcsbruder Karl Packbauer. Wir werden sein Andenken in Ehren halten. 58/18 Tie Sangesbrüder. Stumm schläft der Sängerl Arbeiter- Radfahrer- Bund „Solidarität". Ortsgruppe Obcrschöncweidc. Auf dem Kriegsschauplätze fiel im jugendlichen Alter von zwanzig Fahren unser Mitglied IM Schwarz. Ehre seinem Andenke»! 9/8 Der Vorstand. Ms Opfer des Weltkrieges fiel am 6. Juli unser Genosse, der Bezirlssllhrer 214/10 krieilnek Sielniann. Ehre seinem Andenken I Bezirk 184». 4. Kreis. Als Opfer des Weltkrieges fiel am 8. Juli 1916 unser Jugend- srcund 114A Pricb Woywode im Alter von 19 Jahren. In ibm haben wir den tapfer. sten Kämp-er für die Jugend- organisation für Stralau und Slralauer Viertel verloren. Wir werden seine Tätigkeit in ehren- dem Andenken bewahren. Die Jugendfreunde und Jugendfreundinnen. Als Opfer des Weltkrieges starb den Heldentod am 20. Juni 1916, nach 23monatigen Kämpfen, in- folge eines Bauchschusses, mein inniggeliebtcr Mann, mein guter, hoffnungsvoller Sohn, unser lieber Schwiegersohn, Schwager mrd Onkel, der Schütze Uiljj Fleek im 29. Lebensjahre. Er folgte seinem Bruder Paul nach zehn Wochen. 41A In tiefster Trauer Frau lila ssieoli geb. Hemke. Frau Auguste Fleck als Mutter. Max Fleck, in Gefangen- l ai§ Karl Reck, z.Z. im Felde j Sriibcv Berta u. Else Fleck i a[j Klara, Martha. Schwäge- Elisabeth Lemke I wnmt Hermann Lemke nebst Frau als Schwiegereltern. Hermann Lemke, zurzeit im Felde als Schwager. Max Lemke als Schwager. NunkchrstDu nimmermehr zurück, Zerbrochen ist all mein Stolz, mein Glück. Zur Aussaat, da nimmt man die Besten. Im Walde, da hat mein Liebstes begraben. Liebster Willi, Du starbst so jung, Du starbst so srüh, Vergessen werden wir Dich nie! Allein zu sein— drei Worte, leicht zu sagen, Und doch so schwer, so endlos schwer zu tragen. Nun ruhst Du still in Feindesland, wcitzt nichl, was ich leide, Mir schlt des Gatten rechte Hand, Mir fehlt ein Herz, daS mich verstand, Mir schlt des Lebens Freude. Bin ich auch einsam und detrübt, So tröstcrs mich doch immer wieder Was sich aus Erden treu geliebt, Das findet sich im Himmel wieder. So schlaf denn wohl. Du viel- geliebter Gatte Du, Meine Liebe deckt Dich zul Deine unglückliche Ida. Ein Opfer des Weltkrieges wurde am 6. Juli 1916 im blühenden Alter von erst 24 Jahren mein inniggelicbler Mann und treusorgendcr Valer seines Kindes, unser unvergeßlicher Sohn und Bruder, der Musketier Ärlur Pannenberg 2. Komp. Rcs.-Jns.-Regt. 206. Frida Pannenberg als Gattin Hermann u. Martha Pannenberg als Eltern. 135A ?,e™nann j zurzeit im Felde Walter J°ls«rüder. Ruhe sanft! Als Opser des Weltkriege» fiel > am 3. Juli 1916 mein unvergetz- j licher Mann, der Landsturmmann Paul ttottmeister. In tiefstem Schmerz namens > aller Hinterbliebenen 988b Berta Hoffmcister geb. Langxr. Verein der MetallschMer Berlins und ilmgegend. (Unters tützungsvereinignng.) Als Opser dieses Weltkrieges fiel am 5. Juli unser Kollege, der Landsturmmann 99Sd Pickarä Meinel Ref.-Jnf.-Regt. Nr. 20, 1. Komp. Ehre seinem Andenke«! Der Vorstand. Zentraiverhand der Maschinisten u. Heizer sowie Berufsg. Deutsch!, Geschäftsstelle Groll-Berlin. Am Freitag, den 21. Juli, ver- starb unser Kollege �uxust Hoppe (Bezirk Neukölln). Ehre seinem Andenken k Die Beerdigung findet morgen Montag, den 24. Juli, nachmittags 4 Uhr, von der Kapelle des Ge- meinde-Friedhoses Britz, Chaussee- stratze, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Verband der Bahriäarbeiter Deutschlands. Verwaltung Groll- Berlin. Nachruf. Am 3. Juli er. verstarb unser Mitglied Wilkelm Bettin. Am 5. Juli er. verstarb unser Mitglied Ulbert Lehmann. Am 7. Juli er. verstarb unser Mitglied Paul Baudadi. Am 17. Juli er. verstarb unser Mitglied Karl Haase. Ehre ihrem Andenken! 55/13 Die Ortsverwaltung. Als Opfer des Weltkrieges fiel am 3. Juli 1916 unser lieber Neffe und Cousin Paul Lusansh� Unterojfizier im Jns.-Reg. 58, 7. Komp. Im tiefen Schmerz Familie R. Thüle. Familie G. Ulrich. Familie 05. Bruuzlow. Berlin-Reinickendors. Das alles nur ist ihm geblieben, Vom Jugendlenze, vom Leben, vom Lieben Nmje sanft in lühler Erde. Fern von feinen Lieben starb den Heldentod unser einziggeliebter Sohn und guter Bruder, unser Enkel, Neffe und Cousin Hans �shölter (Res.-Juja.nt..Negt. 269 von Rosen I. Batl. 4. Komp.) am 8. Juli 1916, drei Tage nach feinem 20. Geburtstage. Karl Ashölter nebst Frau und Tochter Erna, Neukölln, Wipperstratze 17. Wer Dich gekarmt, weitz, was wir verloren, und ermitzt unseren Schmerz! Schlafe wohl I 989b Hiermit erfülle die traurige Pflicht anzuzeigen, datz mein lieber Mann, der treusorgende Vater seiner beiden Kinder, unser lieber Schwager, Schwiegersohn und Onlel 1000b Pichard Menzel als Landsturnunan» im Reserve- Jnf.-Regt., Nr. 20, 1. Zkomp., aus dem Felde der Ehre am 5. Juli 1916 gefallen ist. Die trauernde Gattin Elsbeth Menzel geb. M e n z nebst Kindern Erna und Willi. Ruhe sanft in Feindesland. Du starbst zu jung. Du starbst zu früh, vergessen werden wirDich nie. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, datz unser einziger Sohn, der Füsilier 133A Max Wilde [ im Ref.-Jnf.-Regt. 203, 10. Kompagnie, auf dem Schlachtfelde in- ! folge Brustschusses im Alter von 28 Jahren sein Leben Uetz. In tiefer Trauer P. Wilde und Frau geb. Janott als Eltern, Berlin, Tilsiter Straße 89. Emmi Hörend als Braut, Gr. Frankfurter Str. 61. Am 2. Juli fiel als Opser dieses Krieges mein innigst- geliebter Mann, unser guter Sohn, Bruder, Schwiegersohn Schwager und Onkel Leong GtalC>B)sck. In tiefem Schmerz Bmrtlin Goldfoach geb. Höhne nebst Angehörigen. Ich Hab' ein schönes, kurzes Glück besessen, Nun schlummert es aus ewig, unvergessen. 966b hdännonilior„Oberspree" M. d. D. A.-S.-V. Allen Mitgliedern, Freunden und Bekannten die traurige Nach- richt, datz unser Sangesbruder Hans Matern am 21. Juli im Alter von 23 Jahren verstorben ist. Die Beerdigung findet heute Sonntag, den 23. Juli, nach- mittags 3'/, Uhr, auf dem Ge- meinde-Friedhos in Baumschulen- weg statt. 58/17 Stumm schläft der Sänger. Per Vorstund. Die Sangesbrüder treffen sich um 3 Uhr im Lokal Krause. Als Opfer des Krieges fiel am l 26. Juni 1916 unser herzensguter! Sohn, Bruder, Neffe und Cousin, � der Musketier Willi Sturz Rel.-Jus.-Rgt. 52, 9. Kompagnie. «n 21. Lebensjahre. A Im tiefsten Schmerz Die trauernden Eltern, Geschwister und Anverwandten, Falckensteinstr. 17. Wenn die Glocken werden klingen zum Frieden einst, nach blutigem Sireit, Dir, lieber Sohn und Bruder wird keine mehr erklingen, Du ruhst in Feindesland so weit. Wir sahen nicht Dein brechend Auge, dursten nicht zum letzten mal die Hand Dir drücken. Nur wer mit uns fühlt, wird unseren Schmerz ermessen, und nimmer werden wir Dich vergessen. Ihm der Friede, uns derSchmerz. Fern von der Heimat fiel am 5. Mai mein über alles geliebter, nnoergetzlicher Mann, Vater unseres einzigen KindeS, der Gardepionier A Gustav Schwarz. Neukölln, im Juli 1916. läs u. Helmut Schwarz. Als Ovfer des Weltliieges siel am 7. Juli 1916 mein lieber, un- vergeßlicher Mann, unser Herzens- .guter, tteusorgender Vater, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel, der Landsturmmann I.SG Essing Garde-Füsilier-Regt. im Alter von 38 Jahren. Jnttesem Schmerz die trauernde Gattin Ii in in a Essing geb. Mlelenz nebst Kindern Gerhard, Hans und Trudehen. 14491 Niederschönhausen, Eichenstr. 9. Ruhe sanft in fernem Land. Als Ovser des Weltkrieges fiel am 25. Juni 1916 mein lieber, unvergeßlicher Mann, Herzens- guter Vater seines einzigen Töch- terchens, unser lieber Sohn, Bru- der, Onkel und unser unvergetz- licher Schwiegersohn u. Schwäger, der Musketier krani SchaltlioIT Jns.-Reg. 43, 3. Komp. im blühenden Alter von 35 Jahren. Dies zeigt im tiefsten Schmerz an Hnrthn Schalthoff geb. Schulze und Töchlerchen Gertrud nebst allen Angehörigen. 114A Unvergeßlich bleibst Du den Deinen. In unseren Herzen lebst Du fort._ Als Opfer des Wettkrieges fiel am 4. Juli 1916 vom Granat- splitier getroffen, unser einziger, geliebter, unvergeßlicher Sohn, der Musketier 936b KSi'imo Sivkeick Reserve-Jns.-Regt. Nr. 23, im blühenden Alter von 20 Jahren. In tiefem Schmerz Die trauernden Eltern Wilhelm Siebett und Frau Emma geb. Hagen und alle Verwandten. Herta Werner als Braut. Sein letzter Gruß, fein Sehnsuchts- blick, traf unsere Herzen schwer, Lebt wohl Ihr Lieben alle, wir sehtt uns nimmermehr. Ruhe saust in fremder Erde. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, datz meine I liebe Frau, unsere gute Mutter I und Großmutter 377b I Anna Töllner geb. Granl, am 22. Juli 1316 nach langem, schwerem Leiden im 52. Lebens- jähre gestorben ist Um stilles Beileid bitten im Namen aller Hinterbliebenen Paul Töllner als Gatte, Neinhold und Charlotte als Kind er. ■so Spamrein„Fesler Wille". Nach 23monatigen schweren Kämpfen fiel am 6. Juli unser treues Mitglied 285/7 Prieclrich Sielniann. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. Der Vorstand. Am 17. Juli 1916 siel auf dem Felde der Ehre m zwei Jahre langem Kampfe mein Herzens- guter Mann, meines einzigen Kindes lreusorgender Vater, unser unvergeßlicher Sohn, Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onkel, der Gefreite 41A Gustev Unholfz im Res.-Lns.-Regt. 35, 11 Komp., Ritter des Eisernen Kreuzes im blühenden Alter von 35>/z Jahren. Dies zeigen tiefbettübt an die trauernde Witwe Agnes Unholtz geb. Steltzner und Söhnchen Alfred. ES ist ein schmerzlich bitt'res Leiden, Auf nimmer, nimmer Wiederseh'n. Ach, unter allen Erdenleiden Kann tiefer keins zu Herzen geh'n. Kefiossen ist Dein junges Blut Für uns zu srüh, Du warst so gut. So schlaf denn wohl, Du braver Mann, Du starbst zu jung, Du starbst zu früh. Vergessen werde ich Dich nie. Schlaf lvohl, Du liebes Vaterherz. Du Haft den Frieden, wir den Schmerz. Agnes Unholh Berlin dl., BarsuSstratze 15. zr Nach kurzem, schwerem Leiden verschied im Laza- rc" nrein guter treu- -uS-L sorgender Sohn, unser lieber, treuer Bruder, Schwager und Onkel, der Gesreite Otto üehfiing. Im Namen der trauernde« Hinterbliebenen Ww. Auguste llehling nebst Kindern Ruhe sanstl Die Beerdigung findet morgen Montag, den 24. Juli, nachm. 4 Uhr. aus dem(Zarnisonkirchhof, Müllerstr. 32, statt. 103b Am 5. Juli siel als Opser des! Weltkrieges durch Kopsschutz wäh-1 rend eines Gefechts mein innigst- 1 geliebter Mann, unser ältester I Sohn, Schwiegersohn, Bruder, I Schwager und Onkel, der Musketier{ ICiaH: Soior> im blühenden Alter von fünfund- zwanzig Jahren. Witwe Johanna Seior geb. Weuner. Max Seior und Frau a. Eltern. Witwe Pauline Wenner als Schwiegermutter. Bernard Seior(z. Z. im Felde) und Frau. 995b Gertrud Seior, Erich Seior, Walter Seior als Geschwister. Anton Dirksmeyer(z.Z. im Lazarett) u. Frau Anna geb. Seior. Peter'.»iiller nnd Frau Margarete geb. Seior. k Paul Werner(z. Z. im F.) s und gwau. gkichard Wenner«. Frau. Ida Wenner. Lisbeth Wenuer. Emma Wenner. Geliebt, gehofft, kein Wtedersehn. Zum Sterbetage I meine» lieben, unvergeßlichen Bräutigams, des Grenadiers ttans Königs gesaven am 21. Juli 1915. In schmerzlicher Erinnerung Klärchen Goldbach als Braut. Familie Goldbach. Als Held liegst Du gebettet, Fühlst nichts von schwerer Zell; Du bleibst mir unvergessen In alle Ewigkeit._ 10026 ■ya Allzu früh und fern von seinen I Lieben starb in treuer Pflicht- ersüllung am 11. Juli durch I Granatschutz unser herzensguter f Sohn, der Gesreite Bruno Göhring im blühenden Alter von 25 Jahren. Alhrecht Göhring nebst Frau geh. Münchehoko als Eltern, Erkner bei Berlin. Wilhelm Schuir nebst Frau geb.- Göhring. Franx Göhring riebst Frau geb. Springer. Emil Simoneck, z. Zt. i. F., nebst Frau geh. Göhring. Heinrich Polesch nebst Frau geb. Göhring. Hans Göhring, zur Zeit im Felde, Gertrud Göhring. In ttauernder Erinnerung ge- widmet von all seinen Lieben, die ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren werden. 133A Wär' jeder so wie er, Gäb's weder Krieg noch Not, Als Sohn des Volkes starb er, Getreu bis in den Tod. > ! Um KnöenKn milem ool dem MM«N aelanraen Mjftn! Snt Funi 1916 fiel auf dem Schlachtfelde unser Genosse Peter Frech 1. Abt. Bez. 40. 206/11 Sozialdemokr. Wahlverein f. d. 2. Berliner Itelchstagawahlkr. Da! Mitglied Josef Cesielski Kastwirt, Luckau er Str. 3, 3. Abt., 233. Bezirk, ist am ZV. Fmri 1916 gefallen. 210/1 Sezlaldemokr. Wahlverein f. d. S. Berliner Relehtiagtwahlkr. Am 13. Juni fiel im Alter von 34 Jahren der Tischler Kusfsv Kloß Falckensteinstr. 7, Bezirk 182 L Am 26. Juni fiel im Alter von 21 Jahren der Schriftsetzer Willi Sturz Falckensteinstr. 17, Bezirk 198 L Am 2. Juli fiel im Alter von 44 Jahren der Maler Gustav Nieswandt Skalitzer Str. 79, Bezirk 184L Am 3. Juli fiel im Alter von 27 Jahren der Friseur Paul Schönhorn Reichenberger Str. 98», Bezirk 207II. Am 6. Juli fiel im Alter von 43 Jahren der Arbeiter Martin John KSnigsberger Str. 35, Bezirk 814. Am 6. Juli fiel im Alter von 20 Jahren der Metalldreher Erich Wojwode Kofilerstr. 15, Bezirk 298 II. Am 7. Juli fiel im Alter von 41 Jahre» der Maler Nichard Weiß Blumenstr. 83, Bezirk 256. Am 14. Juli fiel der Barbier Heinrich Marschner Forster Str. 47, Bezirk 201. 215/1 Berlaldemnkr. Wahlvereln f. d. 4. Berl. Reiehefagewahlkrels. Kafallen ist unser Genosse, der Lithograph Paul Windisch Lychever Str. 14, Abt. 6, Bez. 540, 26 Jahre«dt. Am 3. Juli 1916 fiel unser Genosse, der Dreher Max Breuer WZHtertflr. 18, Abt. II, Bez. 644, im Alter von 28 Fahren. Im Felde fiel der Genosse Gustav llnholz Barfutzstr. 15, Abt. 22, Bez. 772 a, im Alter von 35 Jahren. Am 20. Juni 1916 fiel der Genosse Paul Schenke Tischler, Schönhauser Allee 133a, Abt. 7, Bez. 573, 43 Jahre alt. Gefallen am 3. Juli 1916 ist der Genosse Hans Heeschen Former, Rostocker Str. 7, Abt. 14, Bez. 689», 21 Jahre all. 227/12 Sozlaldeninkr. Wahlvereln f. d. 6. Berliner Reiohetagawahlkr. Als Opfer des Weltkrieges fiel am 19. Juni 191« im Alter von 21 Jahren der Maschinenarbeiter Georg Berinskat Mainzer Str. 22 I. Viertel. 13. Gruppe. 13/15 Sezlaldemokr. Wahlver. Niederbarnim. Bez. Llehtenberg. Als Opfer deZ Weltkrieges fiel am 2. Juli unser lieber Genosse ßugust Klopsch im Alter von 38 Jahren. Igg/IS Sozialdemokratischer Wahlvereln Rudow. Am 14. Fuss fiel durch Kopsschuß unser Genosse, der Landsturm- mann Artur Kahle IT. Bezirk. 13/11 Sozlaldemokr. Krelswahlver. Niederbarnim, Bez. WelBentee. Deutscher Bauarbeiterverband, Zweigverein Berlin. Im Felde sind folgende Kollegen gefallen: Bsricdold, Karl, Maurer, Bez. Reukill». Bedlingf, Otto, Putzer, Bez. Gesundbrunne». Bbert, Karl, Warbetter, Bez. Wedding. Finster, Adolf, Maurer. Bez. MahlSdors. Hohnerf, Reinhold, Einschaler, Bez.»esuudbrmmen. KowalKo>vsld, Franz,»«««,»«ddwg. Kusche, Otto, Stukkateur, Bez. Tharlottrnburg. Raahe, Hermann,«-««.»e,. Rahl«d»rs. Rechzeh, Gustav,»«1?»-�«,**». Lichtenberg. Reichwald, Fritz,»q. M-Hittorf. Leidel, Richard, Maurer. Bez. Norden I. Ehre ihrem Andenken! 142/11 vi« örtliche Verwaltung;. Deutsch. Metallarbeiter-Verband Ortsverwaltung: Berlin. Dem Andenken unserer im Felde gefallenen Kollegen. Honmann Bolter, Schloff«, geb. 6. 7. 1884 in Berlin. Max Breuop, Dreh«, geb. 20. 2. 1888 in Neiße. Hermann Bonisch, memp««, geb. 28. 12. 1877 in Stargardt. Wilhelm Bortschack,©firti«, geb. 24. 3. 1893 in Berlin. Hans BUsolor, Mechanik«, geb. 13. 2. 1891 in Stendal. Hermann Engel, Schloff«, geb. 28. 10. 1879 in Birkenwerder. Alfred FUrstenberg, Monte«, geb. 13. 3. 1886 in Berlin. Karl Goldacker, Schranbendreh«, geb. 18. 10. 1881 in Berlin. Hans Heeschen, F«««, geb. 3. 7. 1895 in Berlin. Emil Heyden, Maschinenarbeit«, geb. 18. 10. 1884 in LangenhauShage«. Wilhelm Hilmer, Schloff«, geb. 23. 6. 1889 in Hanburg. Erich Jakubaschke, Hilfsmonte«, geb. 17. 7. 1891 in Rixdors. Hans Jung, Schloff«, geb. 24. 6. 1893 in Berlin. Fritz Knispel, Dreh«, geb. 8. 8. 1896 in Schoneberg. Edmund König, Kerumach«, geb. 13. 12. 1885 in Witzenhause«. Richard Menzel, Schleif«, geb. 26. 2. 1879 in Berlin. Bruno Müller, Dreh«, geb. 20. 5. 1885 in Berlin. Rudolf Behring, Arbeit«, geb. 14. 7. 1893 in Berlin. Btto Prochaska, Dreh«, geb. 3. 2. 1892 in Neukölln. Max Queisser, Schloff«, geb. 10. 5. 1882 in Berlin. Georg Reetz, Schloff«, geb. 31. 5. 1884 in Wilmersdorf. Alfred Schubert, Schloff«, geb. 16. 9. 1895 in Berlin. Franz Schulz, Arbeit«, geb. 8. 12. in Marienthal. Paul Seeland, Schloff«, geb. 3. 1. 1894 in Berlin. 'Fheodor Wendt, Schloff«, geb. 11. 6. 1895 in Berlin. Erich Wojwoch, Dreh«, geb. 6. 11. U95 in Berlin. Friedrich Wolter, Gchl-ff«. geb. 4. 6. 1884 in Potsdam Ehre ihrem Andenke«! ice/l Die OrtSverwaltnng. Im Verlaus deS Weltkrieges fielen als Opfer aus den Schlacht» selber« unsere Arbeitskollegen: Hans Koppe, gefallen 12. 12. 1914. Franz Krüger,. 20. 12. 1914. Karl Schunke, Weihnachten 1914. Otto Jung, gefallen 27. 6. 1916. Peter Frech,. 3. 7. 1916. Ehre ihrem Andenke« l«Tb Die Kodege« der Tischlerei Kimbel u. Friederichsev. Treues Gedenken Sterbetage meines innigze liebten, unvergeßlichen Gatten, meines n guten Bater«, Schwagers und Onkels, des WehrmannS Otto Grajek, gefallen am 24. Juli 1915. Heut vor einem Jahr, da nahm der Weltbranb mir mein höchstes Glück, -IS Leiche holt ich meinen lieben Mann jnrück. Um mich ist'S traurig, um mich ist'S leer, für mich gibt'S keinen Frühling mehr. Das Auge füllt mit Tränen sich, steh ich an Deinem Grab«, denn eS erinnert schmerzlich mich, waS ich verloren habe. Innig geliebt, schmuzlichvermißt Deine liebe grau und Tochter Agnes Grajek, Klara Grajek, Oppelner Str. 38. Ach, Du bist so früh geschieden, schuldlos sankst Du w da« Grab, unser Gram und unsere Schmerzen bringen Dich, lieber Schwager, nicht mehr zurück. Ach, könntest Du nur einmal sehn, un« hier an Dewem Grabe steh». ITrann Krenzlln als Schwager,� z. Z. im Felde, �kokanna Krenzll« als Schwägerin, Fränzchea Krenzlln als Nesse, Oppeluer Str. 11. 14131 Deutscher Holzarbeiter-Verband Zahlstelle Berlin. Im Felde gefallen sind folgende Mitglieder: Willi Bartels, Möb-lpolterer. 31 Jahre all. Karl Bomke, aw«,« Iah« au. Gustav Frohmann, Tischler, se Jahr« ou. Hermann Hoffmann, Möbelpollerer, 43 Jahre all. Hermann Köhler, �1«, 32 s°hre-it. Alfred Lübke, Tischler. 34 Jahre-It. Alfred Meßmann, Modelltischler, 20 J-hr- dt. Artur Pannenberg, sw«, 25 Jahre dt. Julius Schleifer, ssschi«, 43 Iah« dt. Willi Stüdemann, Tischler. 26 Iah« all. Hermann Traebert, Tischler, 39 Jahre-u. Otto Wittrien, Tischler. 41 Iah« di Ehre ihrem Andenke«: 89/S Die Ort« Verwaltung. Verband der Fabrikarbeiter Deutschlands Verwaltung Groß-Berlin. Gefallen find folgende Mitglied«: KoH Fleischhauer, Bezirk Ost«,. Fritz Lach mann, Niederiehm-. Gustav Tiersch, Richard Vogel, OttO Heinrich,. Lichtenberg. Wilhelm Meier,,. Wilhelm Tieke,. Nordwest. Karl Möbus, Max Ronigkeit,. Neukölln. August Zenk,. 0�. Ehre ihrem Andenken! 65/12 Die Ortsverwaltuug. Die Einäscherung unseres ver- ftorbenen MitglledeS, Herrn Otto Schellpeper Berlin, Eberthstr. 50, findet Montag, den 24. Juli, nach- mittags 3 Uhr, im Berliner Kre< matorwm, Gerichtstr. 37, statt. Ehre seinem Andenken! Oeztmb. Gesang- Verein „Sängerlnst", Sitz Moabit. Am 13. Januar 1916 starb als Opfer dieses Völkerringens durch Lungenschuß unser lieber Freund und SangeSbruder, der Friseur Franz Hehn k. k. Infanterie-Regiment Nr. 91. auS Ungarn, EraSmuSstraße 9, im Alter von 31 Jahren. Sein Andenken wird uns un. vergeßlich bleiben. 53/19 t IMMir-l Bezirk Grost-Berli«. Folgende Kollege» find im Felde gefalle«: Paul Ezf, Bierfahr«. Wilhelm Gostschegk, Z.tUur"' Alfred Giithert, Gefchäftsdien«. Rudolf Hahndtke, s-hlen-rbeit«. Hans Heyden, Rollkntfch«. Willi Heimbs, Gefchäftsdien«. Karl Hildebrandt, Gefchäftsdien«. Otto Hörske, Industriearbeiter. Hermann Knöpke, Stallmann. Gustav Rolle, Gefchäftsdien«. Adolf Smolny, Gefchäftsdien«. Hermann Schlaf ke, Straßenb-h»«. Max Schoen, Gefchäftsdien«. Heinrich Tieisch, seschsftskntsch«. Paul Wittwer, Lager-rbeit«. Paul Zimmer, Gefchäftsdien«. August Zindler, GeschSftSchanffenr. Ehre ihrem Andenke«: 68/12 Ol« Uezlrk»lvlttRi>s.