Ur. S03.-33. Jahrg. Bbonncmcnts-Bcdingungcn: Hlonnemcmä, SBtctä vränumerando Lierteljährl. 3,90 Ml, monaiL 1,30 Ml, Wöchentlich 30 Pfg, frei ins HauS, Einzelne Nuimner ö Big, SonntaflS, nunimer mit Austricrter SonmagS. Beilage.Die Neue Welt' 10 Pfg, Post. Abonnement: 1,30 Mark pro Monat. Eingetragen in die Posl-ZeitungZ- Preisliste, Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich. Ungarn 2,50 Mari, für das übrige Ausland 4 Marl pro Monat, PostabonncmemS nehmen an Belgien. Dänemark Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Kinnanien, Schweden und die Schweig. CrldKtot»igllch, Verlinev Dolll5»blnkk. ( 5 Pfennig) Sie McrtionS'Gebütjr betrügt für die scchSgefpaltenc Kolonel- zeilc oder deren Raum 00 Pfg,, für politische und gcwcrlschaftlichc ÄereinS- und BcrsammlungS- Anzeigen 30 Pfg. „Alerne Anreigen", das fettgedruckte Wort 20 Pfg,(zulässig 2 fettgedruckte Wortes, jedes weitere Wort>0 Pfg, Stellengesuche und Schlasstellena»- zeigen das erste Wort 10 Psg„ jcdcI weitere Wort 5 Pfg, Worte über 15 Buch- stabcn zählen für zwei Worte, Inserate für die nächste Stumnicr müfsen bis k> Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ijt' bis 7 Uhr abends geöiinci. Delegramm-Adresse: .ZbpiälilemolllSl ßcrliD". Zentralorgan der rozialdemohratifchen Partei Deutfcblands. Neüaktion: SV. H8, �inöenstraße Z. Fernsprecher- Amt Moritzplan, Rr. 131»v— 131 97. j Expedition: SW. H8, �inöenstraße Z. Kernsprecher: Amt Muriftplutt, Nr. 15190—15197. Der Kampf des rumänischen Proletariats für den frieden. I. Von einem rumänischen Genossen wird uns geschrieben: Der russische Einfall in Rumänien bei Mamornitza war für die rumänische sozialdemokratische Partei und für die Generalkommission der Gewerkschaften das Signal für den Beginn einer neuen umfangreichen und energischen Aktion gegen den Krieg und die 5triegshetzer aller Farben. Seit Beginn des Weltkrieges hat unsere Partei und die organi- sicrte Arbeiterschaft, die einzigen Stützen des Friedens und der Neutralität Rumäniens, gegen die Treibereien der Interventionisten zu kämpfen. Gleichzeitig aber hat die Arbeiterklasse auch einen harten, schweren Kampf gegen die Lebensmittelteucrung zu führen. Die Lebensmittelpreise sind schon gleich bei Kriegsausbruch gestiegen und seither immer mehr in die Höhe gegangen. Das war nicht allein und nicht einmal in der Hauptsache auf die direkte Kriegswirkung, son- dern auf spekulative Operationen der Agrarier und der Lebensniittelhändler unter wohlwollender Begünstigung sei- tens der Behörden, zurückzuführen. Die Teuerung wuchs aber zu einer Notlage an, als die Grenzen für die Lebensmittel- ausfuhr nach Oesterreich, Deutschland, Bulgarien und der Türkei geöffnet wurden. Zufolge der getroffenen Ab- machungen sollten diejenigen Lebensmittel und in denjenigen Mengen zur Ausfuhr gelangen, die der innere Markt ent- behrcn konnte. Die Auslegung des Begriffs der Entbehrlich- keit für den inneren Markt wurde aber einzig und allein den Produzenten und den Exporteuren überlassen. Dem Profit- Hunger, der rücksichtslosen Preistreiberei, der unverschämte- sten Spekulation ward Tür und Tor geöffnet. Der innere Markt war bald für die wichtigsten Lebensmittel gesperrt. Alles war als„überflüssig" und„entbehrlich" an die Grenze geschafft. Diese verstärkte Ausfuhr hatte nicht nur die für den inneren Markt unentbehrlichsten Lebensmittel auf ein Minimum reduziert, sondern auch deren Preise gewaltig in die Höhe getrieben, so, daß sie nur noch für die reicheren Be- völkcrungsklassen erschwinglich waren. Aus dem Lande aber und in den Arbeitervierteln der Industriestädte sowie in den kleineren Städten mit überwiegend Handwerker- und Klein- händlcrbcvölkerung war die Hungersnot zu Hause. Die Not und zugleich die Erbitterung in diesen ärmeren Schichten der Bevölkerung nahm ungewöhnliche Dimensionen an. Die Er- bitterung wuchs noch mehr, als bekannt wurde, daß außer den oben geschilderten Ursachen umfangreiche Bestechungen von behördlichen Organen und Schmuggel das ihrige beitrugen, die schwere Lebensmittelnot noch unerträglicher zu gestalten. Diese Anomalie, ein friedliches Agrarland von den Hungerschrecknissen des Krieges heimgesucht, stimmte viele sonst friedliche und am Kriege direkt nicht interessierte Schichten der Bevölkerung, die aber nicht den ursächlichen Zusammenhang zwischen dem Weltkrieg und der Lebensmittel- not im eigenen Lande erkannten, für die Kriegsparteien. Diese nützten selbstverständlich diese Stimmung nach Kräften aus, indem sie die Losung ausgaben: Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende! Das Einsetzen der neuen russischen Offensive in der Bukowina ließ nicht nur für die Kriegshetzer, sondern auch für diese Elemente die Hoff- nung auf einen günstigen Ausgang eines kriegerischen Unternehmens erwachen, das dem jetzigen unerträglichen Zustand ein Ende fetzen würde. Wirtschaftliche, politische, psychische Momente gesellten sich also zusammen, um das Land in die Katastrophe zu jagen. Die russische Verletzung der rumänischen Neutralität sollte nur das äußere Zeichen für den Beginn dieses Totentanzes sein. Es kam aber alles anders, als sich die Jonescus und Filipescus dachten. Sic hatten die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Die s ozialdemokratische Partei und die Ar- beiterklasse erschienen aus dem Kampfplatz und gaben gegen die Kriegshetzer die Losung aus: Krieg dem Kriege, Krieg gegen die Lebensmittel- und Kriegshyänen! Eingedenk ihrer Aufgabe, den Frieden mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln zu retten, organi- sierten sie rasch im ganzen Lande, in allen größeren und kleineren Arbeiterzentren von deni nördlichsten Zipfel der Moldau bis zur Dobrudscha und zum Eisernen Tor eine Reihe von gewaltigen Protestkundgebungen gegen die Lebensmittel- not und gegen die Kriegsgefahr. Erbitterter Kampf bis zun: äußersten wurde beiden Volksfeinden angesagt. Ein ganzer Stab von Rednern wanderte von Stadt zu Stadt und der- kündete dem Volke den festen Entschluß der Partei, für den Frieden zu kämpfen. Ueberall ernteten sie bei den Massen den größten Beifall. Seit dem 13. Jrini, dem Tage des russi- schen Einbruchs, verging kein Tag, wo nicht gleichzeitig in mehreren Stödten Kundgebungen der Sozialdemokratie gegen den Krieg und gegen die Lebensmittelnot stattfanden.— Be- sonders in der Hauptstadt, in Bukarest, in den Hafen- städten Galatz und Braila, sowie in der Industriestadt P l o e st i fanden tägliche Kundgebungen statt. Dort, wo die Behörden die Versammlungslokale sperrten, wurden die Ver- sammlungen unter freiem Himmel abgehalten, was diese noch imposanter gestaltete. Große Mcnschenmassen zogen in Bukarest nach Ende der Versammlungen durch die Straßen und protestierten durch laute Kundgebungen gegen die Wühle-! reien der Kriegshetzer und gegen die Lebensmittclpolitik der Regierung. Stürmische Demonstrationen fanden vor den politischen Klubs der Takisten und Filipcscisten, vor den Rc- daktionen der käuflichen Presse wie auch vor den Sitzen der auswärtigen Kriegshetzer statt. Trotz der großen Erregung der Demonstranten und den gewaltigen Menschcnmassen, die die Umzüge veranstalteten, herrschte, durch die Disziplin der Massen und die eigene Ordnungspolizei unterstützt, die muster- hasteste Ordnung. Nirgends fanden Ausschreitungen statt, und nirgends fanden Polizei oder Militär Anlaß zum Ein- schreiten. Nur die Scheiben der Redaktionen der Zeitungen „A d e v e r u I",'„D i m i n e a t a" und„U n i V e r s u l" fielen der Volkserregung zum Opfer. Zwei Wochen lang dauerten diese Friedenskundgebungen des Volkes. Es waren erhabene Tage in dieser schweren Zeit, die nicht nur in der Geschichte der rumänischen Partei, sondern auch des Landes unvergeßlich bleiben werden. Sie wirkten läuternd, wie ein Gewittersturm in der nunmehr bei- nahe zwei Jahre währenden schwülen, verpesteten politischen Atmosphäre des Landes. Nun vernahm nicht nur die rumä- nifche, sondern auch die russische Regierung den eisernen Willen des Volkes, den Frieden mit allen ihn: zu Gebote stehenden Mitteln zu retten, als plötzlich in diesen Sturm der Volkserregung der Blitz von Galatz einschlug. Was in Galatz geschah, ist der reinste K l a s s e n ni o r d. Eine Falle, die die Kriegshetzer und die Lebensmittelspcku- lanten, bedroht durch den Kampf der Arbeiterklasse und ge- stützt auf die stillschweigende Zustimmung der Regierung, mit Hilfe der Galatzer Zivil- und Militärbehörden der Arbeiter- klasse stellten. Der Anlaß zu dem Blutbad ist charakteristisch nicht nur für die Indolenz der Regierung gegenüber der Er- nährungsnot des Volkes, sondern auch für ihre P r o v o k a- tionspolitik gegenüber der Arbeiterklasse. Alles spricht dafür, daß dieser feigeMord vorbedacht war und daß es in der Absicht der Rcgierungsorgane lag, einen Aderlaß für die Arbeiterklasse herbeizuführen. Die wachsende Friedensbewegung der Arbeiterklasse unter Führung der Sozialdemokratie sollte durch Gewaltmittel erstickt werden. Die Aussage des jungen Offiziers, der die Füsilade in Galatz leitete, beweist auch, daß die Regierung Brätianus sich bei dieser Gelegenheit auch des wackeren Führers der rumänischen Sozialdemokratie, des Genossen Dr. R a- k o w s k i, der den Kampf der Arbeiterklasse beseelte, durch einen inszenierten Meuchelmord entledigen wollte.(z) vom V-Sootkrieg und vom Juror teutonicus. Der bekannte Gelehrte Professor W. N e r n st ist kürzlich in der konservativen Presse.heftig angegriffen worden, weil er in einem Vortrag Zweifel über die Möglichkeit eines wirksamen U-Bootkrieges gegen England zu äußern wagte. Jetzt schreibt er in der Julinummer der„Internationalen Monatsschrift" in ähnlichem Sinne: „Freilich, auch die Bäume der Technik wachsen nicht in den Himmel, Unmögliches darf man von ihr nicht verlangen. Eine un- mögliche Leistung aber scheint es mir, jetzt im Kriege, sozusagen über Nacht, eine Unterseebootflotte neben den dazugehörigen Betriebsmitteln von dem gewaltigen Umfange zu schaffen, wie es erforderlich wäre, um umwälzend, aber auch wirklich um- wälzend, in den Verlauf des Krieges einzugreifen. Wir alle wissen, daß derartige Hoffnungen von mehreren Seiten ständig tm Volke genährt werden, aber ich muh bezweifeln, daß hier genügend fachmännisches Wissen dahintersteht, wenigstens habe ich noch niemand gefunden, dem ich aus Grund seiner Aus- bildung und Erfahrung in dieser hervorragend technischen Frage ein sicheres Urteil zuschreiben durfte und der die obige Aus- fassung nicht geteilt hätte. Es scheint bedenklich, auch wenn es in wohlmeinendster Absicht geschieht, derartige Illusionen im Volke zu erwecken, und wir haben es ja auch wahrhaftig nicht nötig, irgendwelchen Phantasiegebilden nachzujagen, während wir doch angesichts der fortlaufenden Erfolge von Landheer und Marine den ungeheueren Kampfmitteln des Feindes gegenüber an der Wirklichkeit uns vollauf erbauen können." Gegen diese Aeußerungen wendet sich in tempcrament- voller Weise Admiral z. D. v. G r a p o w in der„Kreuz- zcitung", wo er u. a. schreibt: „Technisch ist die Ansicht des Herrn Prgfessors irrig, denn wir können— nach meiner Kenntnis— mit der Arbeit unserer Marineverwaltung durchaus zufrieden sein und hoffen, daß der Beweis für diese Ansicht noch im Laufe dieses Krieges schlagend gegeben wird. Militärisch kann der Verfasser des genannten Artikels keinen Anspruch auf Autorität für sich erheben. Die Begründung, dah er auch in dieser Be- ziehung irrt, kann er sich im Admiralstabe und bei unserem vor Ungeduld zitternden Flottenkommando holen, dem nichts lieber ist, als dem stärksten unserer Gegner an den Leib zu gehen. Was unsere U-Boote leisten können, werden sie zeigen, wenn sie freie Bahn haben. Den Zweiflern werden erst dann die Augen aufgehen!" Und nun solgt die übliche Dcsavouierung des kritisierten Verfassers und der Appell an den bbiroi- teutonicus: „Ob es aber richtig ist, wenn Männer von der Bedeutung des Herrn Professor Nernst in dieser Zeit unserem Volke den Glauben an die Wirksamkeit einer Waffe nehmen, die wir nur ans politischen Rücksichten bisher nicht voll verwenden dürfen, wird dem Urteil weiterer Kreise zu übergeben sein. Den lluror teutonicus(teutonische Wut), der nicht nur in unserem Volke, sondern auch in den braven Offizieren und Mannschaften der U-Boote steckt, dämpfen zu wollen, sollten wir unseren Fein- den überlassen; wir wollen sehen, ob sie damit Erfolg haben! Aber die Berechtigung dazu einem Professor der Technischen Hochschule zu geben, wird sich unsere Marine bedanken." Zum ruPschen Ministerwechsel. Amsterdam, 24. Just.(W. T. 33.) Ein hiesiges Blatt meldet aus Petersburg vom 23., die jüngsten Veränderungen des Kabinetts seien die Folge des Wunsches der leitenden Kreise, alle Macht in die Hände des Ministerpräsidenten Stürmer zu legen. Die auswärtige Politik Rußlands werde sich in keiner Weise ändern. * Ein Stock holni er Telegramm des„Lokal- Anzeigers" meldet folgendes: Die Petersburger Presse läßt durchblicken, daß Ssasonows Krankheit nur zum Anlaß seiner Verabschiedung genommen wurde, aber keineswegs deren Grund ist. Sein Rücktritt vollziehe sich in den für Rußland die Regel gewordenen Formen, indem das monate- lang vorhergesagte Ereignis jetzt doch überstürzt zur Tatsache werde unter dem Drucke eines augenblicklichen Anlasses. Besonders interessant ist, was die in der letzten Zeit vom Ministerpräsidenten Stürmer oft Person- licv informierte reaktionäre Presse,„ S e m s ch t s ch i n a" und „Rußkoje Snamja", aber auch die„N o w o j e W r e m j a", über die Gründe des Rücktritts zu berichten weiß. Ssafonow, so wird ihn: vorgeworfen, habe sich mehr und mehr, statt auf die Grundfesten der russischen Macht, auf � liberalisiercnde„Organisatoren des Sieges" gestützt, auf Kriegskomiiees und kooperative Per- bände, die Rußland in eine immer drückendere Abhängigkeit von einzelnen fremden Mächten gebracht. Stürmers Hauptaufgabe werde darum sein, eine reinrussische Politik zu führen. Tie verderbliche Schwäche der russischen Politik habe im Juni IblS be- gönnen, als Ssasanow durchsetzte, daß die Denkschrift der lo» rechtsstehenden Politiker(gemeint ist das Manifest für einen Separat- frieden) abgelehnt wurde. Seitdem habe Ssasanow Mißerfolg auf Mißerfolg geerntct, aber er habe seine Stellung stets durch be- wußte Irreführung der öffentlichen Meinung zu stärken gewußt und die Duma durch Vorspiegelung liberaler Gesinnung für sich ge- Wonnen.— Man nimmt tit Petersburg an, daß Ministerpräsident Stürmer das Ministerium des Auswärtigen nur i n t e r i- m i st i s ch mit Rücksicht auf die unklare diplomatische Lage Rußlands übernahm._ Zusammentritt öes Nationalrats öer französischen Sozialdemokratie. Paris, 24. Juli.(W. T. 33.)„Humanits" meldet, daß der Nationalrat der sozialistischen Partei am ll. August zu- sammcntreten wird._ Der französische Tagesbericht. Paris, 24. Juli.(W. T. B.) A ni t l i ch e r Bericht von Sonntag nachmittag. An der Front der Somme Artillerie- kämpf. Südlich von Soyecourt scheiterte nachts ein deutscher An« griff. 3luf dem rechten User der Maas Bombardement im Abschnitt von Flcury und Kämpfe mit Handgranaten an den Zugängen zu Chapelle-Saint-Fine. Bei Eparges wurde ein deutscher Angriffs- versuch durch Maschinciigewehtfeucr zurückgewiesen. Auf der übrige»: Front ist die Nacht nihig verlaufen. Paris, 24. Juli.(W. T. B.) Anitlicher Bericht von Sonntag abend. Außer lebhafter Beschießung nördlich der Somme ist von der ganzen Front kein wichtiges Ereignis zu melden. Flugdienst: Während des 21. Juli beschoffen unsere Flugzeuge den Bahnhof von Vignculles und in der Nacht vom 21. zum 22. den Bahnhof von Diedenhofen, wo drei große Brände festgestellt wurden, ebenso die Bahnhöfe von Arnaville, Laon und St. Erme. In der Nacht vom 22. zum 23. belegten wir von neuem den Bahnhof und militärische Anlogen von Diedenhofen mit Bomben. Im Laufe dieser Fliegerangriffe wurden Ilö Bomben abgeworfen. Am Morgen des 22. Juli beschoß eine Gruppe von zwölf französischen Flugzeugen militärische Anlagen von Müll- heim. Der Bahnhof und die Kasernen wurden mit zahlreichen Geschossen beworfen, von denen die meistcn ihr Ziel trafen. Auf der Rückkehr lieferten unsere Flugzeuge einem feindlichen Geschwader eine Schlacht. Vier deutsche Flugzeuge wurden durch unsere Flieger abgeschoffen und zerschellten auf dem Erdboden. Zwei der unftigen landeten in den feindlichen Linien. Gestern schoß ein weil- tragendes feindliches Geschütz mehrere großkalibrige Geschosse in Richtung auf Belfort ab. Heute morgen bewarf ein deutsches Flugzeug die Stadt mit Bomben, die nur Materialschaden an- richteten. Belgischer Bericht: Der Tag war auf der belgischen Front ruhig. Belgischer Bericht vom Sonnabend: Die Nacht und der Tag waren verhältnismäßig ruhig, ausgenommen in der Gegend von Dixmude, wo wir feindliche Maschinen zum Schweigen brachten, die sich ziemlich tätig gezeigt hatten. Die belgische Ar- tillcrie richtete mit Erfolg ZerstvrungSfcuer gegen feindliche Anlagen bei HetfaS. Die englische Meldung. London, 22. Juli.(W. T. B.) Amtlich. Bericht d e S britischen Hauptquartiers: Während der letzten zwölf Stunden hat beiderseits die Artillerie regere Tätigkeit entwickelt. Unsere Schützengräben der ersten Linie wurden an verschiedenen Punkten mit Granaten, Gas- und tränenerregenden Geschossen be« worfen. Sonst ist nichts von Bedcutimg zu melden. London, 23. Juli. Amtlich.(W. T. B.) General H a i g meldet: Die Schlacht flammte heute längs der ganzen deutschen Front von Pozisres bis Guillemont wieder auf, und erreichte einen Grad äußerster Heftigkeit. Zu einem heftigen Gefecht kam eS bei dem Dorfe Pozisres, wo die Deutschen mit vielen Maschinen- gewesen berzweifelisn Widerstand leisten. An den anderen Teilen der Front war der Kampf ebenfalls heftig. Es ist noch kein ent« scheidender Erfolg gemeldet worden. Heilte früh eroberten wir ganz Longucval zurück, aber der Feind gewann den Nordteil des Dorfes abermals. In ähnlicher Weise wechselte der Dorfsaum von Guille- mont zweimal den Besitzer. London, 23. Jnli.(W. T. B.) B r i t i s ch e r H c e r e s b e r i ch t. Unsere Truppen erzielten neue Fortschritte in der Nähe von Pozisres, wo sie eine Anzahl Gefangene machten. Auf der übrigen Front zwischen PozioreS und Guillemont dauert die Schlacht mit äußerster Heftigkeit an. Der rutsche Kriegsbericht. Petersburg, 24. Juli. sW. T. B.) Amtlicher Bericht vom 23. Juli nachmittags. Westfront: In den Stellungen bei Riga heftiges gegen- seitigcs Artilleriefeucr. Nordöstlich<10 Kilometer) von Smorgon bei dem Dorfe Martyszki versuchten die Deutschen mit den in ihren Schützengräben und den Annäherungsgräben bereitgestellten Truppen anzugreifen, in der Absicht, ihre am Tage vorher verloren gegangene Stellung wieder zu nehmen. Unser Sperrfeuer zwang sie jedoch in ihre eigenen Gräben zurück. Alle weiteren Versuche des Feindes zu Gegenstößen brachen in unserem Artillerie- und Jnfanterieseuer zusammen.— Ain Stochod in der Gegend von Zarecze— Berecznika (10 Kilometer nördlich von der Bahn Sarny— Kowel) griff uns der Feind um S Uhr abends an, er wurde jedoch abgewiesen. Gestern niachten wir in der Gegend Worochta— Tartarow an der Straße Delatyn— Maramaros-Sziget ö Offiziere, darunter einen Bataillons- kommandeur, und 483 Soldaten zu Gefangenen und nahmen drei Geschütze und vier Maschinengewehre. In den Karpathen Schnee und Regen. Kaukasus: An der kaukasischen Küste am Schwarzen Meer eroberten unsere Truppen im Laufe des Gefechts die Stadt Fol <60 Kilometer westlich von Trapezunt) und gewannen beträchtlich an Gelände südlich dieses Ortes. Wir machten hier viele Gefangene und eroberten eine grüne heilige Fahne der irregulären türkischen Banden.— Im Becken des Kelkid Jrmak besetzten wir die Stadt Kelkid Chiftlik<60 Kilometer westlich von Baiburt). In der Richtung auf Erzindjan überschritten unsere Truppen den westlichen Euphrat südlich von Kotur Köpri<8 Kilometer südwestlich von Mamakhatun). In der Richtung auf Mossul östlich von Rewanduz bekämpften unsere Truppen starke türkische Kräfte. In der Zeit vom 20. zum 21. Juli nahmen wir 370 Offiziere, darunter einen General, einen Oberst, 13 700 Soldaten gefangen und erbeuteten 10 Geschütze, so daß die Gesamtsumme zusammen mit der im gestrigen Morgenbericht gemeldeten Zahl von 26 000 einschließlich Offizieren, auf 27 000 nebst 40 Geschützen gestiegen ist. Petersburg, 24. Juli./z Wochen- abschnitte abgegeben werden müssen. Für eine nahrhafte Kost ist Sorge getragen. ■..,».-.S.''S.. Mitglkederdersammlung in Niederschönhansen-Nordeud. In der Versammlung vom 12. Juli machte der Vorsitzende vor Eintritt in die Tagesordnung bekannt, daß der frühere Vorsitzende, Genosse Leo Effing, bei den letzten Kämpfen gefallen sei. Die Versammlung ehrt da? Andenken in der üblichen Weise. Sodanrr nahm die Versammlung den Bericht der Gemeindevertretung sowie des Lebensmittelausschusses entgegen. Bei dem Bericht von der Kreis- konferenz bedauerte sie den Beschluß des Zentralvorstandes, wonach Genosse Wels in Zukunft nicht mehr zu den Vorstandsfitzungen zu- gezogen werden soll und ersucht um Aufhebung des Beschlusses. Ferner sprach sie ihr Bedauern über die Abbestellung der Partei- korrespondenz aus und beschloß die weitere Zusendung sür Nieder» schönhausen. Die Fortsetzung der Versammlung am 29. Juli nahm den Be- richt des Genossen Rieger von der Verbandsgeneralversammlung aus Groß-Berlin entgegen. Nach der Diskussion ging in vorgerückter Stunde um Vgl Uhr, nachdem verschiedene Genossen das Lokal ver- lassen, ein Antrag ein, welcher sich mit der Haltung der Fraktions- Mehrheit einverstanden erklärte. Dieser Antrag fand mit 16 gegen 13 Stimmen Annahme._ Parteiveranstaltungen. Teltow-Beeskow-Storkow-Charlottenburg. Wir werden um Veröffentlichung folgender Mitteilung gebeten: Nachdem in der am 23. Juli 1916 unter der Leitung des gcschäftsführenden Ausschusses von Groß-Berlin tagenden Kreis-Generalversammlung der Vorstand des Kreises endgültig gewählt worden ist, bitten wir, alle Zusendungen an den geschäftsführenden Stellvertreter des 1. Vorsitzenden Genossen Paul Frassek, Niederschöneweide, R u d o w e r Str. 14, H, zu senden. Alle Kassengeschäfte des Kreises sind mit dem Kassierer Genossen Max Freigang, Treptow. G r a e tz st r. 24, IV, zu erledigen. Gleichzeitig werden alle Funktionäre des Kreises sowie die Vorsitzenden und Kassierer der Ortswahlvereine gebeten, dem Unterzeichneten ihre genaue Adresse zu über- Mitteln. Für die Kreisfunktionäre findet heute, Dienstag, den 25. Juli, abends Uhr, in den Räumen der Arbeiter- Bildungsschule eine Sitzung des gesamten Vorstandes statt. Um pünktliches Erscheinen wird gebeten. I. A.: Paul Frassek. «« Ferner werden wir um Aufnahme der nachstehenden Zuschrift ersucht: An die Mitglieder des Sozialdemokratische« Kreiswahl- Vereins Teltow-Beeskow-Storkow-Charlottenbnrg. Werte Genossen und Genossinnen! Am Sonntag, den 23. Juli 1916, tagte eine Versammlung, die vom Bezirksvorstand Groß-Berlin einberufen wurde und sich die Kompetenzen einer Generalversammlung anmaßte. Der Bezirls- vorstand hatte zur Einberufung dieser Versammlung von uns keinen Auftrag und auch nicht unser Einverständnis erhalten. Die Beschlüsse, welche diese Versammlung gefaßt hat, find für die Mitglieder deS Kreiswahlvereins nicht verbindlich. Der Parteivorstand entschied am 4. Juli d. I., daß der alte Kreisvorstand zu Recht besteht und die Beschlüsse der Sonderveranstaltung am 13. Juni keine Rechtswirksamkeit für die Mitglieder der Kreisorganisation besitzen. Auch die Versammlung am 23. Juli konnte keine Be- schlüsse fassen, die für die Kreisgenossen irgend- welche Rechtsverbindlichkeit haben. Denn nach der Entscheidung des Parteivorstandes vom 4. Juli und nach dem Statut des Kreises hat nur der Kreisvorstand das Recht, General- Versammlungen einzuberufen; er ist hierzu das einzig legitimierte Organ. Der Bezirksvorstand und die Sonderveranstaltungen am 18. Juni und am 23. Juli haben gegen daS Statut und die Entscheidung des Parteivorstandes gröblich verstoßen. Allen Mitgliedern unseres Kreises, die auf dem Boden der alten Organisation stehen, werden wir Gelegenheit geben, ihre Beiträge an sie nach wie vor abzuführen und ihre Mitgliedschaft in der Partei austecht zu erhalten. In den nächsten Togen werden wir darüber näheres bekannt geben. Am Sonntag, den 6. August d. I.. findet die von uns einzu- berufende und statutengemäß zusammengesetzte Generalversammlung statt, in welcher unseren Mitgliedern Gelegenheit gegeben wird, zu den Differenzen im Kreise Stellung zu nehmen. Aufgabe dieser � Generalversammlung wird es sein, wieder Ordnung in die Verhält« nisse des Kreises zu bringen. Die Tagesordnung der Kreisgeneralversammlung wird den Ortsvereinen bekannt gemacht, damit den Mitgliedern auch in dieser Beziehung Gelegenheit gegeben ist, hierzu Stellung zu nehmen. DexKreiSvor stand. Thurow. BöSke. Groger. Pagels. Stieffenhofer. Ewald. Ryneck. Wenzel. Wahlverein Köpenick. Vom Vorstand werden wir um Aufnahme nachstehender Erklärung ersucht: Achtung! Genossen der Dammvorstadtl Der BezirkStassierer, Genosse Fritz Heidrich, weigert sich, die kassierten Beiträge ordnungsmäßig an den Wahlvereins- kassicrer abzurechnen. Wir ersuchen daher die Mitglieder, an den Genossen Heidrich und seine Unterkassierer keine Beiträge mehr zu zahlen, bis die in nächster Woche stattfindende Mitgliederversammlung einen neuen Kassicrer gewähll hat._ Arbeitcr-Tamariterbund. KolonneGroß- Berlin. Mittwoch, den 26. Juli, abends 8'/, Uhr, Köpenicker Str. 62, Mitgliederver- s a m m l u n g. Betrifft die öffentliche Uebung am 29. August d. I. Jedes Mitglied ist verpflichtet, dort zu erscheinen. Mitg ItedSbuch legitimiert. WetteranSfichten für daS mittlere Norddeutichland bis Mittwoch mittag. Ziemlich warm und schwül. Zeitweise heiter, aber veränderlich. Strichweise Gewitterregen. omms. MgelMvM (Benedict. Essenz) gegen Sppetltmaiigal, verdorbenen Magen, Sodbrennen.BIAh- ungen, Druckgafühl, nervöse Magenschwache. Uebelbeit, Magenkrampf, wie überhaupt Magenbeschwerden. FL 80 Pf. p-U nur mit Mprjjpn" u. 2 M. Einzig BCIll Marke„IflCUllU Wenn in Drogerien nicht erhält!., durch Otto Reichel, Berlin 43, Eisenbahnstr.S. Piano taust LieScke, EberSstr. 90, Zigarrengeschäjt. Preisangabe. Keinen Tropfen Wasser läßt Dr. Gentner'S Oel- Wachs- Lederputz N i g r i» durch daS Leder des Schuhzeugs eindringen, bei fort- laufendem Gebrauch. 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