Ar. ZW 33. Jahrg. Ndonnementz-Keälngunzen- HlonnemciüS• Preis ptSnumwonbo' LierleljShrl. 8,90 Ml, monaü. 1,30 Ml, wöchenilich 30 Bfg. frei WZ HauZ, Einzelne Nummer S Pfg. konnlagZ. nunimcr mit illiislrierler SonntagZ- Beiloge.Die Neue Welt' 10 Vfg, Posl- klbonnement! 1,30 Marl pro Monat, Eingelragen in die Poli-ZeitungZ- PreiZIisle. Unter Kreuzband für Teulichland und Oelierreich- Ungarn ZöO Marl, für das übrige Ausland 4 Marl pro Monat. Poftabonnemenls nehmen an Belgien, Tänemarb Holland, Italien. Luxeniburg, Porlugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. cHcheiPl lZgNch. Vevlinev VolkcsblÄK. s PtennlS) Die TntertionS'Gebüör belrligi für die sochsgespalicnc Kolonel- >eile oder deren Namn 60 Pfg„ für politische und gewerlschafllichc LereinS- und Wcrsammlungs- Anzeigen 30 Psg. „ül-inc Anacigen", das fettgedruckte Wort 20 Pfg,(zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Psg, Stellengesuche und Schlafstcllenan- zeigen das erste Wort 10 Psg,, jedes weitere Wort K Pfg, Worte über 15 Buch- � siadcn zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition idgcgedcn werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends gcössnet. Tclegramm-Adresse: „Sozialilcnidlirat Berlin". Zentralorgan der rozialdemokratifcben Parte» Deutfcblands. Neöaktion: ctD. 68, �inüenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morivplav- Nr. IS» i>0— IS» 37. Mittwoch, den S«. Juli»SI«. Arbeiter und Arbeiterinnen! Der langandauernde Krieg lastet schwer auf allen Völkern, die Opfer sind gewaltig und an die Spannkraft des einzelnen im Felde und daheim werden hohe Anforderungen gestellt. Daistesnur zu begreifen, daß Mißmut und Unzufriedenheit ausgelöst werden. Diese Stimmung wird leider in unverantwortlicher Weise von einzelnen Leuten mißbraucht, die die Arbeiterschaft verlocken wollen, zu Mitteln zu greifen, die nicht im geringsten geeignet sind, die Last zu erleichtern, wohl aber den Druck zu steigern. In anonymen Flugblättern, die im Laufe der letzten Monate in Partei- und Gewcrkschaftskreisen verbreitet wurden, wird versucht, Haß und Mißtrauen gegen die von den Ar- heitern selbst gewählten Vertrauensleute zu säen. Gegen Männer, die seit vielen Jahren an der Spitze der Organisation der deutschen Arbeiterklasse stehen, wird der Vorwurf erhoben, daß sie die sozialistischen Grundsätze preisgeben, die Beschlüsse deutscher Parteitage und internattonaler Kongresse mißachten, Parteiverrat betreiben und anderes mehr. Diese Verdächtigungen und wüsten Schimpfereien könnte man unbeachtet lassen, wenn nicht zugleich die Arbeiterschaft zu unbesonnenen Handlungen aufgefordert und gewissenlos die Propaganda für Streiks und Massenaktionen betrieben würde, für die die Gewerkschaften und die sozialdemokratische Partei jede Verantwortung ablehnen müssen. Durch die Be- schlüsse des Mannheimer Parteitages vom Jahre 1306 ist ausdrücklich die Vereinbarung mit den Gewerkschaften ge- troffen, daß bei politischen Massenaktionen vorher eine Ver- ständigung und Beratung mit dem Vorstand der Sozialdemo- kratischen Partei und der Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands erfolgen muß. Wir konstatieren ausdrücklich, daß die Sozialdemokratische Partei und die Leitung der Ge- wcrkschaftsbcwegung mit dieser Propaganda nichts gemein hat; sie ist das Werk einzelner. Wohin soll es führen, wenn die Arbeiterschaft Aktionen unternehmen würde, die von Unbe- rufencn auf eigene Faust und zwecklos eingeleitet sind? Die Folgen solch unbesonnener Handlungsweise müßte jeder einzelne tragen; denn weder die Partei noch die Gewerk- schasten könnten hier mit Unterstützungen eingreifen. Wir halten es deshalb für unsere Pflicht, die Arbeiterschaft vor dem Treiben der im Dunkel der Anonymität wirkenden Protest- und General st reikapo st el nachdrücklich zu warnen. Die Einleitung von Lohnbewegungen und Streiks ist Aufgabe der zuständigen Gewerkschaftsorganisationen; sie tun zurzeit alles, um den berechtigten Forderungen ihrer Mit- glieder Nachdruck zu verleihen. In der Lebensmittelversorgung bestehen außerordentliche Schwierigkeiten; wir haben nicht unterlassen, mit den uns zu Gebote stehenden Mitteln die hier auftretenden Mißstände zu bekämpfen. Unausgesetzt sind wir bemüht gewesen, die Leistungen der Fürsorge für die Arbeitslosen, die Krieger- frauen, die Witwen und Invaliden zu verbessern. Ablehnen müssen wir indes, Mittel in Anwendung zu bringen, denen von vornherein jeder Erfolg versagt ist. Des- halb haben wir auch sofort nach der Verkündigung des Kriegs- zustandes vor unüberlegtem Handeln gewarnt unter auSdrück- lichem Hinweis auf die im Kriege geltenden Strafbestimmungen. Diese Warnung erneuern wir heute, wo mehr denn je kaltes Blut und ruhige Besonnenheit am Platze ist. Gerade jetzt, wo an allen Fronten unsere Brüder im Waffenrock unter unsäglichen Opfern dem gewaltigen Ansturm der gegnerischen Massenheere standhalten müssen, wo kurz vor der Ernte die Lebensmittelversorgung die größten Schwierigkeiten bereitet, müßte jede unbesonnene Aktion verhängnisvoll wirken und vor allem die Arbeiterklasse selbst am schwersten treffen. Wie bisher so muß auch im Kriege die einheitliche Aktion der Arbeiterklasse aufrecht erhalten werden. Das war die Stärke der Sozialdemokratischen Partei und der Gewerk- schasten, und diese wollen wir uns auch für die Arbeit nach dem Kriege erhalten. Wem es Ernst ist mit der deutschen Arbeiterbewegung, der weise diejenigen, die die Arbeiter zu törichten Handlungen verleiten wollen, mit aller Entschieden- heit zurück. Wer das putschistische Treiben einzelner, jedes Verantwortlichkeitsgefühls barer Personen mitmacht, oder ander andere dafür zu gewinnen sucht, der dient weder der Arbeiterbewegung noch der Sache des Friedens, sondern trägt eher zur Verlängerung des Krieges bei. Unsere wichtigste Aufgabe ist aber die baldige Herbei- führung des Friedens. Dieser großen Pflicht sind sich die berufenen Körperschaften der Arbeiterbewegung bewußt und sind unermüdlich bestrebt, sie zu erfüllen. Arbeiter, steht treu zu Euren Organisatioueu und weist alle Zersplitterungsversnche zurück! e r l i n, den Juli 1916. Der parteivorftanö. Die GeneralkommWon öer Gewerkschaften Deutschlanös. Englischer Doppelüecker von deutschem U-Soot abgeschoften. Amtlich. B e r l i n, den 25. Juli.(W. T. V.) Am 24. Juli nachmittags wurde nördlich Zccbrüggc ein englischer Doppeldecker von einem unserer Unterseeboote abgeschossen und zum Niedergehen auf das Wasser gezwungen. Die Insassen, zwei Lffizicre, wurden von einem unserer Flugzeuge gefangen genommen, hieraus mitsamt ihrem Flugzeug an Bord eines Torpedobootes befördert und nach Zcebrügge eingebracht. Zum ruft, scheu Minifterwechsel. Kopenhagen, 24. Juli. sW. T. B.) Russischen Blättern zufolge kam die Ernennung des bisherigen Justizministers Chwostow zum Minister dcS Innern nicht unerwartet. Er genotz schon zur Zeit der Ministerpräsidentichast GoremykinS daS größte Bertrauen des Zaren. Als seinerzeit der Plan bestanden habe, Goremhkin den Titel Reichs- kanzler zu verleihen und die Leitung dcS Ministerium? des Aeußcrn in seine Hand zu legen, hätte Chwostow Stell- Vertreter des Ministerpräsidenten werden sollen. Dieser Plan wurde anscheinend in letzter Minute fallen gelaffen. Chwostow aber wurde bald nachher zum Stellvertreter des Ministerpräsidenten bestmimt und behielt diesen Rang auch unter Stürmer. Während seiner fast einjährigen Leitung des Justizministeriums habe Chwostow, wie die Blätter betonen, weder in der Reichsduma noch der Presse Anlaß zu scharfen Angriffen gegeben. Er habe im Stillen gewirkt und sei Zusammenstößen mit der Reichsduma auS dem Wege ge- gangen. Dieselbe Taktik verfolge auch Stürmer. ES sei darum zu erwarten gewesen, daß Stürmer bei Besetzung des Postens des Ministers des Innern Chwostow vorschlagen würde. Chwostows Leitung des Ministeriums des Innern bedeute also keine Kursänderung und werde keine Ueberraschungen bringen. Dagegen werde die Er- nennung des Reichsratsmitglieds Makarow zum Justizminister bei der Mehrheit der Reichsduma und der liberalen Presse gewiß starkes Miß« fallen erregen. Makarow war vor Maklakow Minister des Innern und entwickelte in dieser Stellung mehr als die anderen Minister des Innern reaktionären Eifer. Als unversöhnlichster Gegner der Reichsduma sowie des Volksvertretungsprinzips überhaupt sprach er in der Reichsduma die historisch gewordenen Worte:»Trotz aller Bemühungen der Reichsduma, ein liberales Regime einzuführen, wird in Rußland alles beim alten bleiben." Seither gehört Makarow zum bestgehaßten vureaukroten. Nach seinem Sturz zum ReichsratLmitglied ernannt, schloß er sich der äußersten rechten Gruppe de« Reichsrates an. Wie seinerzeit berichtet. nahm Makarow zugleich mit Maklakow und Schtscheglowitow am Monarchistenlongreß in Petersburg teil, und die liberale Presse deutete dies als Bestreben der gewesenen Minister, sich durch demon- strativen Anschluß an die Bande der Schwarzen Hundert den Weg zur Regierungsmacht wieder zu bahnen. In betreff MakarowS traf diese Deutung zu, und man darf bestimmt erwarten, daß Makarow von der Reichsduma und der Presie aufs heftigste bekämpft werden wird. Kopenhagen, 24. Juli.*0 iemsn« C/c Ön lottfa,! � g* � fyli \5 I W-XMaß« z, ©onnfoös geschlossen/ Gfottffeeffi rofr 113 "vttantw. RedsjU Alfred WUlciw, NsuJjjfia, Jnüraumeil mjwua, Ttz. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: BorwärtS Bilchor.it. VerlagSanstalt Paus Singe; Lc Co, Berlin SW, Hierzu 1 Beilage u. Unterhalt««»»�, Hr. 203, 33. Iahraang. k\l%t des Uiti«ch. ZK,?>>li 1»l«, /?us öer Partei. Die Berständiguilgskonfcrenz. Äus Nürnberg wird uns berichtet: Die freie Zusammenkunst van Parteigenossen verschiedener Richtungen, die am Sonnlag in Nürnberg stattfand, war eines Sinnes in der Notwendigkeit, den Streit in der Partei zu begrenzen und aus kameradschaftliche Art der Auseinandersetzungen dort, wo sie notwendig sind, einzuwirken. Die versammelten Parteigenossen haben eine Reihe von Vor- schlügen erwogen, deren Verwirklichung in der nächsten Zeit geplant ist. Diese Vorschläge sollen einem weiteren Kreise von Partei- genossen vorgelegt werden. Die Zusammenkunft, die keine Sonderkonferenz darstellt— sie wag sowohl von Anhängern der Fraktion, wie der Arbeitsgemcin- schaft besucht— ist überzeugt, daß ihr Bemühen in den weitesten Kreisen der Parteigenossen kräftige Unterstützung finden wird. Spaltung i» Mülhausen? Unter diesem Titel hat vor einigen Tagen die J.K.-Korrespondenz nachfolgende Notiz verbreitet, die dann ihre Runde durch die bürger- lichc und die Panciprcsse machte: .In der.Mülhauser Volkszeitung* teilt Abg. Emmel mit:»Im Einverständnis mit dem Vorstand der sozialdemokratischen Partei Deutschlands hat Unterzeichneter es übernommen, wahrend des Krieges die Parteibeiträgs entgegenzunehmen. Wer die Beiträge nicht bezahlt, verliert nach dem Organisationsstatut der Partei seine Mitgliedschaft. Auftragsgemäß ersuche ick um Zahlung der Beiträge. Früher einkassierte Gelder find an mich abzusühren." lieber diesen Gegenstand äußert sich nun die„Mülhauser Volkszeitung"' wie solgr: Bei Kriegsbeginn wurden alle Vereine in Elsaß-Lothringen auf- gehoben. Eine Vereinsbetätigung ist seither nicht mehr möglich. Um nun den Mitgliedern der sozialdeinokratischen Partei Gelegenheit zu ocben, ihre Mitgliedschaft zu erhalten, beauftragte der Parteivorstand den Krcisvorsitzenden der iozialdeknokratischen Organisation, den Gc- nassen Emmel, die Einkassierung der Beiträge persönlich zu über- nehmen, um dadurch die Möglichkeit zu geben, die Mitgliedschaft in der Partei zu erhalten. Ein sinngemäß gleicher Aufruf erschien erstmalig am 23. Fe- bruar ISlö und wurde von Zeit zu Zeit wiederholt. Wahrscheinlich in Unkenntnis dieser Dinge greift die I. K. die letzte Auf- forderung ans. Aus den Organisationen. Am Sonntag, den 23. Juli, fand in Zeitz die Generalversamm- lung für den Wahlkreis Naumburg-Weißenfels-Zeitz stall, die von 48 Delegierten aus 38 Parteivereinen besucht war. Außerdem nahmen teil sieben Mitglieder des Kreisvorstandes und der Preßkommission, der Redakteur und der Abgeordnete des Kreises, Genosse Thiele- Halle. Von der Sozialistischen Arbeits- geineinschafr war Genosse Voglherr geladen. Nach dem Bericht des Vorsitzenden, Genossen Leopold-Zeitz, hat die Organisation, die durch. den Krieg sehr mitgenommen ist, noch 1980 zahlende Mit- glicder. Die Einnahmen betragen rund 10 000 M. gegen 20 000 M. im Vorjahre. Das Parteiorgan„Der Volksbote" hat �war auch eine beträchtliche Zahl von Lesern eingebüßt, steht finanziell aber immer noch leidlich gut. Das Gesamtvermögen be- trägt noch über 17 000 M. Der Hauptpunkt der Generalversammlung war das Thema: „Sozialdemokratie und Krieg". Referenten dazu waren Thiele, der den.Mehrheilsstandpunkt der Fraktion ausführlich vertrat, und Vogt- Herr, der die Gründe der Minderheit klarlegte. In der ausgiebig geführten Aussprache stellten sich mit wenigen Ausnahmen alle Rrdner auf seilen der Minderheit. Die ganze Verhandlung hierüber währte von kurz nach 2 Uhr bis gegen>/z9 Uhr, zu welcher Zeit die Versammlung geschlossen werden mußte, da die Mehrzahl der Delc- gierten mit den letzten Zügen um 9 Uhr abfahren mußte. Genosse Thiele konnte noch in einem Schlußwort 3/4 Stunden sprechen, während Voglherr ein solches nicht mehr erhallen konnte. Angenommen wurde mit 37 gegen 13 Stimmen nachfolgende Resolution: „Der am 23. Juli in Zeitz tagende Kreistag des Sozial- demokratischen Vereins für den Wahlkreis Naumburg-Weitzenfels- Zeitz kann sich mit der Politik der Mehrheit der sozial- demokralilchcn Reichstagsfraklion nicht befreunden. Mit Rücksicht auf das Verholten der Fraktionsmehrheit hält er die Aktionen der Minderheit für durchaus gerechtfertigt. Der KreiS- tag ist sich klar darüber, daß die schweren Kämpfe der Zukunft, die� der Arbeiterschaft zweifellos bevorstehen, ebenso eine kraftvolle, einheitliche und geschlossene Organisation wie grundsätz- licke Kampfcswcise erfordern. Das Hinausdrängen der Minder- beit aus der Reichstagsfraktion hat dem Einheitsgedanken, der alle Parteigenossen beseelen müßte, einen schweren Schlag versetzt. Der Kreislag bedauert daher lebhaft die Art des Vorgehens der Fraklionsmehrhcit gegen die Minderheit. Indem der Kreistag erwartet, daß sich die Fraktionsmehrheit und Minderheit recht bald wieder auf dem Boden unser alten, bewährten Grundsätze zusammenfinden, verpflichtet er alle Partei- Mitglieder im Kreise, für den Einheitsgedanken wie für die weitere Ausbreitung und Ausgestaltung der Parteiorganisationen un« crmüdlich tätig zu sein." Eine von Thiele vorgeschlagene Resolution, die von einer Beschluß- fassung absehen wollte, war dadurch erledigt. Es folgten die Neuwahlen, die mit der einstimmigen Wiederwahl des Vorsitzenden und der fast einstimmigen Wahl der Mitglieder des Zentralvorstandes und der Preßkommission endeten. Zu beiden Körperschaften waren nur Anhänger der Fraktionsminderbeit vorgeschlagen worden. Der bisherige Vorsitzende der Preßkommission und die Mehrzahl ihrer Mitglieder, wie verschiedene Mitglieder des Zcntralvorstandes, die Mehrheitsanhänger find, wurden nicht wieder gewählt.___ vas Schiffsunglück auf öer Gberfpree. 21 Todesopfer— Kapitän Kannwischer in Haft genommen. Die Zahl der bei dem entsetzlichen Unglück auf der Dahme bei Grünau ums Leben gekommenen Personen ist auf 21 gestiegen; 21 Leichen sind gelandet und festgestellt worden. Außer den von uns gestern namentlich gemeldeten Toten befinden sich noch folgende Per- fönen unter den Verunglückten: Bernhard Alkowski aus der Deul- straße 26 in Oberschöneweide, Techniker Rudolf Glaelte aus der Huselandstr. 45, der im Dienste des Berliner Magistrats stand, Fiäulein Margarete Kleiber aus der Ackcrstraße 164. Artur Pätzel vom Grünen Weg 76 und Frau Berta Grabowski aus der Schiller- straße 83 in Charlottenburg. Ob damit die Totenliste endgültig geschlossen ist. steht auch heute noch nicht unbedingt fest. Es wird angenommen, daß das Motor- boot.Anna" mit mehr als 40 Personen besetzt gewesen ist, doch wird auch damit gerechnet, daß außer den bisher bekannt gewordenen siebzehn Personen noch einige gerettet worden sind, die nach anderen Stellen gebracht und sich von dort bald entfernt haben, ohne sich zu melden. Hoffentlich bestätigt sich diese Annahme. Bis gestern Morgen sind jedenfalls an der Unfallstelle weitere Leichen nicht ge- fuuden worden. Der Lokaltermin, der Montagnachmittag um �/z5 Uhr an der Unfallstelle abgehalten worden ist. hat mehrere Stunden gedauert. Es wurden sehr eingehende Untersuchungen angestellt und mehrmals mußten der Dampfer„Hindenburg" unter Führung des Kapitäns Kannwischer und ein von dem Wasserbauamt Köpenick gestelltes Polizeimotorboot die Unglücksfahrt demonstrieren. Dabei wurden die nach sorgfältigen Erhebungen ermittelten Fahrtrichtungen und Fahrgeschwindigkeiten innegehalten und schließlich diese Ver- suche im Bilde festgebalien. In dem Lokaltermin wurden auch eine ganze Anzahl von Zeugen vernommen. Augenzeugen des Unfalls und einige Gerettete von der„Anna". Die Aussagen dieser Zeugen gingen wiederum auseinander. Während bisher immer be- hauptet wurde, der Sohn des Motorbesitzers Walz habe in dem verhängnisvollen Augenblick das Steuer geführt, ergab die Verneh- mung, daß dies nicht der Fall gewesen ist, sondern daß der Vater am Steuer saß. Auch davon, daß während der Fahrt das Fahrgeld ein- kassiert worden ist, kann nicht die Rede sein. Andererseits wurde von mehreren Zeugen die Ansicht vertreten, daß der Dampfer„Hindenburg" nicht rechtzeitig die Fahrt verlangsamt oder gestoppt habe. Es war, wie alle Beteiligten zugeben, ganz klares Wetter und vom Dampfer„Hinden- bürg" war die Motorbootfähre auf eine genügend weite Entfernung wahrzunehmen. Dieser Auffassung scheint auch die Untersuchungsbehörde zu sein. Insbesondere wird dem Kapitän Kannwischer zum Vor- wurf gemacht, daß er zu schnell gefahren sei und nicht den Versuch gemacht habe, mit seinem Schiff auszuweichen, was ihm wohl gelungen wäre. Eine unbedingt zuverlässige Klärung des Sachverhaltes liegt auch jetzt noch nicht vor. Jedenfalls aber hat nach der Ueberzeugung der Behörde die bisherige Untersuchung mit einiger Sicherheit ergeben, daß beide Schiffsführer an dem bedauer- lichen Unglück mitschuldig sein dürften. Daraufhin ist denn im An- schlutz an den Lokaliermin die Verhaftung des Kapitäns Kannwischer erfolgt. Ob sie aufrecht erhalten wird, dürfte der weitere Verlauf der Ermittelungen ergeben. Die Toten sind sämtlich in der Köpenickcr Leichenhalle unteo gebracht. Ihre behördliche Freigabe dürfte, soweit die Feststellung der Persönlichkeit ganz einwandsfrei erfolgt ist, was aber äugen- blicklich noch nicht bei allen Leichen der Fall ist, sofort erfolgen. Nach einer weiteren Meldung wird noch Arno Müller, Frank- furter Allee 296, vermißt. Man nimmt an, daß auch Müller ertrunken ist. Dann würden 22 Todesopfer zu buchen sein. fius Hroß-öerlin. Die pirsche ües Prinzen Friedrich Leopold. Prinz Friedrich Leopold ist glücklicher Besitzer ausge dehnter Waldungen bei Dreilinden und Glienicke. Diese Waldungen sind stark von Damhirschen bevölkert. Man kann öfter Rudel bis 30 Stück beobachten. In der jetzigen Zeit der Fleischknappheit und Fleischteuerung fragt sich mancher, ob es nicht fiir die Allgemeinheit nützlich wäre, das Fleisch dieser Tiere iveiteren Kreisen zugänglich zu machen. Dann würde das Wild doch einem nützlichen Zweck zugänglich gemacht werden. Bisher ist das nicht geschehen. Vielmehr häufen sich die Klagen der Anwohner jener vom Wildreichtum reich gesegneten Gegend über fortgesetzten großen Schaden, den das Wild an den Feldfrüchten anrichtet. Diese Klagen werden schon seit langer Zeit erhoben. Jetzt veröffentlicht der Geheime Regierungsrat Professor Dr. Flamm, Berlin- Nikolassee, eine Schilderung, die auch von allgemeinem Interesse sein dürfte. Professor Dr. Flamm hatte nach Ausbruch des Krieges der öffentlichen Aufforderung der Regierung, alle bestellbaren Flächen zu bebauen, folgend, in der Nähe von Nikolassee einen Acker gepachtet und mit Kartoffeln bestellt. Weil Herrn Flamm bekannt war, daß in jener Gegend große Klagen über den Schaden geführt wurden, den die Hirsche des Prinzen anrichteten, wandte er sich am 30. März an den Land- rat des Kreises Teltow mit der Bitte um Angabe von Maß- regeln, die er zur Wildschadenverhütung zu treffen gedenke. „Ich hatte empfohlen, so schreibt Herr Dr. Flamm, das Feld durch einen billigen Zaun seitens des Prinzen einfriedigen zu lassen oder aber nur den Abschuß zu erteilen. Der Landrat wandte sich an die Güterverwaltung des Prinzen und teilte mir am 29. April mit, daß jene Verwaltung ihr eigenes Gebiet so vollständig ein- zäunen werde, daß kein Wild mehr austreten könne. Dieser Zaun sei spätestens am 6. Mai aufgestellt, weiteres könne nicht geschehen, auch ein Abschuß nicht erteilt werden. Mittlerweile waren die Kartoffeln gelegt, und da das Damwild in großen Rudeln an- dauernd über den Acker wechselte, so daß kaum ein Quadratmeter ohne Fährte war, teilte ich am 4. Mai dem Landrat mit, daß von einer Eingatterung der prinzlichen Forsten bis zu der von der Güterverwaltung angegebenen Zeit keine Rede sei, nirgends sei ein Zaun gesetzt; der gleiche Zustand herrschte noch am 12. Mai, es standen zwar an einzelnen Stellen lose Pfosten im Boden, sonst aber war nichts gemacht, auch wurde an dem Zaun nicht gearbeitet; ich bat erneut um energische Maßnahmen zum Schutze der Saat, da die Kartoffeln bald aufgehen würden. Am 17. Mai hob der Landrat die Schonzeit für Damwild auf; da aber der Prinz Jagdpächter der in Betracht kommenden Feldmarken ist, war diese Verfügung belanglos, da er nichts abschießen ließ. Am 24. Mai teilte ich dem Landrat mit, daß auch jetzt von einer Fertigstellung der Abzäunung nicht die Rede sei; die Angade, die die Güterver- waltung des Prinzen dem Landrat gemacht habe, sei in vollem Umfange unzutreffend, die Hirsche hätten jetzt meine Früh- kartosfelnherausge schlagen und schwerenSchaden angerichtet: zwei Monate lang hätte ich mich umsonst bemüht, Schutz gegen diesen Schaden zu erlangen, völlig umsonst; die Prinz- liche Verwaltung erfülle ihre Zusagen nicht. An der Zahlung von Wildschaden sei mir in dieser schweren Zeit nicht gelegen, 20-Markscheine könne man nicht essen, ich wollte die Feldfrüchte geschützt haben. Aber auch das hatte keinen Erfolg; ich bekam zwar, nachdem Nacht für Nacht die prinzlichen Hirsche auf dem Acker weideten, am 25. Mai das Abschußrecht, dieses war aber, trotzdem ich abends und früh morgens sehr oft draußen war, ziemlich nutzlos, weil an dem Acker die stark belebte Potsdamer Chauffee entlang führt und zahlreiche Villen in un- mittelbarer Nähe liegen, so daß das Schießen kaum möglich ist. Das Landratsamt hat getan, was es konnte. Heute schreiben wir den 25. Juli; seit meinem ersten Antrag sind vier Monate vergangen, und noch heute wartet der Zaun, deffen zahlreiche Durchlässe sämtlich ohne Türen sind, auf seine Fertigstellung. Infolgedessen zieht das Damwild Nacht für Nacht über die Saat und hat sehr bedeutenden Schaden an- gerichtet; die Frühkartoffeln sind fast gänzlich ver- nichtet, an ihrer Stelle ist eine wüste Sandfläche. Dann kommen die Spätkartoffeln an die Reihe. Ich empfinde es als eine Mißachtung, als e i n e n b e d a u e r l i ch e n Mangel an Verständnis für die vaterländischen Interessen, wenn die prinzliche Verwaltung, trotz ihrer langen Erfahrungen und besonders derjenigen vom vergangenen Jahre und trotz der wiederholten Aufforderungen des Landratsamts, bis heute nicht nur keinen wirksamen Abschluß der Waldungen vorgenommen hat, sondern es ruhig geschehen läßt, daß das Wild in starken Rudeln Nacht fiir Nacht die Saaten schädigt. Es scheint mir in dieser schweren Kriegszeit, in der wir kaum die nötigsten Nahrungsmittel beschaffen können, in der viele Men- schen schwer darben müssen, als ein öffentlicher Skandal, daß einem Sportinteresse die Feldfrüchte geopfert werden. Es erscheint mir als eine Pflicht der obersten Behörden, gegen diesen Zustand auf das nachdrücklichste einzuschreiten. Freilich, der Prinz leidet keine Not, allein wir anderen Staatsbürger wissen kaum, woher die Nahrungsmittel zu nehmen sind, und da müßte es doch zu ver- hüten sein, daß sorgsame Feldarbeit nur geleistet wird, um jene Hirsche zu füttern! Es erscheint mir auf das höchste bedauerlich, daß die Güterverwaltung des Prinzen nicht von selbst die richtige Einsicht gezeigt hat. Als ich gegen den Wildschaden mich zu schützen suchte, wurde mir von allen Seiten mitgeteilt, daß ich gegen die prinzliche Verwaltung nicht aufkommen würde, ich hielt das in dieser schweren Kriegszeit für ausgeschlossen, weil das vaterländische Interesse mir zur Seite stehen würde. Leider habe ich mich ge- täuscht; die Hirsche, die nur dem Sport dienen, vernichten die Saaten völlig ungehindert wie in Friedenszeiten. Mir scheint, daß es hohe Zeit ist, solchen Zuständen dauernd ein Ende zu bereiten, wir leben doch heute im 20. Jahrhundert und nicht mehr im Mittel- alter!" Die Klagen des Herrn Professors sind voll berechtigt. Man muß sich wundern, daß solche Klagen überhaupt in heutiger Zeit erhoben werden müssen. Heute sollte in erster Linie die Erhaltung aller Lebensmittel für die Bevölkerung die erste Aufgabe sein und nicht Rücksicht auf Dam- Hirsche; ganz gleich, wer Besitzer der Waldungen und Jagd- berechtigter ist._ Gegen Ausbeutung der Kriegsbeschädigten. Das Oberkonimando in den Marken erläßt folgende Bekanntmachung: Um der Gefahr einer Ausbeutung der Kriegsbeschädigten durch private Unternehmer und einer den wirklichen Interessen der Kriegsbeschädigten nicht entsprechenden Berufsberatung vorzubeugen, bestimme ich hiermit für das Gebiet der Stadt V e r l i n und der Provinz Brandenburg auf Grund des Z 9b des Gesetzes über den Belagerungszustand: I. Es ist verboten 1. die öffentliche Ankündigung privater Lehrgänge, welche zum Zwecke der Berufsbildung Kriegsbeschädigter einge- richtet oder bestimmt und von der zuständigen Provinzial- stelle für die Kriegsbeschädiqtenfürsorge(für die Stadt Berlin dem Magistratskommissar für die Kriegsbeschädigten- fürsorge, für die Provinz Brandenburg dem Landesdirektor) nicht ausdrücklich anerkannt und zugelassen sind; 2. jede mündliche oder schriftliche Aufforderung an Kriegs- beschädigte zur Teilnahme an privaten Lehrgängen der zu 1 genannten Art; 3. jedes einem Kriegsbeschädigten geltende öffentliche oder persönliche(schriftliche oder mündliche) Angebot zum Vertrieb von Waren jeglicher Art; 4. Kriegsbeschädigten Werkzeuge, Maschinen, Musik- instrumente oder andere dem Erwerbe dienende Gegenstände gegen Sicherheitsleistung oder auf Abschlagszahlung zum Kauf ohne vorherige ausdrückliche Aufforderung des Käufers anzubieten. IL Zuwiderhandlung en werden mit Gefängnis bis zu einem Jahre, beim Vorliegen mildernder Umstände mit Haft oder Geldstrafe bis zu 1300 M. bestraft. Der Oberbefehlshaber in den Marken gez. von Kessel Generaloberst. Die Fahrgeschwindigkeit der Dampfer. In der Presse wird jetzt aus Anlaß des Unfalles plötzlich ge« fordert, man möge die Fahrgeschwindigkeit der Dampfer auf der betroffenen Strecke einschränken. Das ist ganz unnötig. Das Wasser ist an der Unfallstelle 400 Meter breit, ein Torpedoboot könnte dort in voller Fahrt lausen; für die schmalen Wasserläufe ist aber eine Mäßi- gung der Geschwindigkeit bereits vorgesehen. Der Unfall ist nicht der Geschwindigkeit der Schiffe, die übrigens bei der„Anna" wahr- scheinlich nicht über 12 Kilometer in der Stunde betrug, sondern der Mangelhaftigkeit der Ausweichebestimmungen oder ihrer Nichtbefolgung zuzuschreiben._ Grundpreis für Mais. Der Magistrat zu Berlin gibt bekannt, daß der Grundpreis für Mais vom 1. August 1916 ab von 490 M. auf 465 M. für die Tonne ermäßigt wird. Diese Ermäßigung gilt auch für diejenigen Maismengen, welche schon vor dem 1. August 1916 zur Verfütterung in der Zeit vom 1. bis 15. August 1916 ab- gegeben bezw. entnommen werden. Die bisherigen Zuschläge für die Futtermittelhändler bleiben unverändert._ Eierabgabe in Gast- und Schankwirtschaften. Nach einer heute erlassenen Verordnung des Magistrats dürfen in Gast-, Schank- und Speisewirtschaften, in Vereins- und Er« srischungsräumen sowie in Fremdenheimen, Konditoreien und ähn- lichen Betrieben Eier(frisch oder gekocht) und Eierspeisen nur von V2I2 bis 4 Uhr(für den Mitlagstisch) und von 7 bis 11 Uhr(für den Abendtisch) verabreicht und entgegengenommen werden. Tie Fleischkarte in den Gastwirtschaften. Der Magistrat Berlin hat, um Mißstände, die sich herausgestellt haben, zu beseitigen, die Fleischkartenverordnung vom 20. Juni 1916 in zwei Punkten wesentlich geändert. Einmal wird das K 0 p f- fleisch der Fleischkarte unterworfen, so daß auch in Gast« wirtschaften fortan jede Art Fleisch von Rindern. Kälbern, Schafen oder Schweinen, mit Ausnahme der Euter und Füße, nur gegen Fleischkarte abgegeben werden darf. Die Neuregelung geht dahin, daß, wer Kopsfleisch von Kälbern, Schafen oder Schweinen (ohne Fettbocken) kauft, Anspruch auf das Dreifache der für den einzelnen Abschnitt festgesetzten Wochenmenge hat. Diese Bemeffung auf das Dreifache ist notwendig, weil es sich um immerhin nicht voll- wertigcs Fleisch handelt. Fleisch von Rinderköpfen darf nur ohne Knochen abgegeben werden, wird aber wie Fleisch mit Knochen in Anrechnung gebracht. Zungen und Brägen gelten als schieres Fleisch. Des ferneren hat der Magistrat die Bestimmung des Z 15 der Fleischkartenverordnung beseitigt, wonach Brot oder Brötchen mit kaltem Aufschnitt in Schank- und Speisebetrieben ohne Fleischkarte abgegeben und entnommen werden dürfen. Hierzu war der Magistrat mit Rücksicht auf die mißbräuchliche Ausnutzung der Ver» günstigung einer Anzahl von Gastwirtschaften gezwungen. Dieser Notwendigkeit gegenüber mußten die Bedenken, welche gegen die Auf- Hebung des§ 15 sprechen und welche vom Magistrat durchaus ge« würdigt werden, zurücktreten. BezUlMlszcine für Web-, Wirk-»rnd Strickwaren. Die Regelung der Ausgabe von Bezugsscheinen zur Be- schaffung von Web-, Wirk- und Strickwaren ist für den Bezirk der Stadt Berlin deni Magistrat Berlin übertragen worden. Zu diesem Zweck ist eine neue umfangreiche Organisation in der Bildimg begriffen; neben einer Zentrale im Gewerbe- bureau des Magistrats, Spandancr Straffe 32 II, wird eine größere Anzahl über das Weichbild Berlins örtlich verteilter Geschäftsstellen eingerichtet werden, die von Bürgern im Ehrenaint geleitet werden sollen. Herren und Damen, die sich dieser?lufgabe zu unterziehen geneigt sind, werden ge- beten, dem oben bezeichneten Bureau alsbald Mitteilung zu machen. Kriegsküche für Beamte. Der Vorstand des Vereins für Kindervolksküchen hat sich während der Kriegszeit immer mehr der Speisung Erwachsener zugewendet. Zünächst hat er die Bürgerküchen errichtcr, denen Miltekstandsküchen folgten. Und neuerdings hat der Verein sogenannte Kriegsküchen für Beamte ansgctan. Die erste wurde in der Markgrafenstratze unweit der Kochstraffe eröffnet, der dann eine in der Potsdamer Straffe folgte, der am gestrigen Tage eine dritte in der Mohren« straffe folgte. Mit Errichtung dieser Speisegelegenheiten soll einem Bedürfnis abgeholfen werden für die vielen Beamten und Privat« angestellten der staatlichen und städtischen Bureaus, auch Privatbureau?, die oft erst nach 3 Uhr nachmittags zu Tisch gehen können. Das Lokal, das wir am Montag in der Mohrenstraffe besuchten, ist geräumig und freundlich. Das Essen, das gestern am Eröffnungstage ver- abrcicht wurde, war schmackhaft und preiswert. Zutritt zu diesen Beamtenkriegsküchcn haben nur Beamte und Privatangestellte, die vom Bureau in der Schaperstr. 34 nach vorhergegangener Anmeldung eine Karte erhalten. Das Mittagessen kostet 70 Pf. Eine neue Gebührenordnung für Dienstmänner hat das Polizei- Präsidium herausgegeben. Danach werden die einzelnen Verrichtungen des Dienstmannes nach Zeit und Entfernung neu geordnet. Gegen die unbekleideten Ruderer. Der Vorstand des königlichen Wasierbauamts veröffentlicht unter Hinweis aus die Polizeiverord- nung vom 20. Mai 1914 ein Verbot, das auf der Havel und allen ihren Nebengewässern zwischen Berlin und Paretz jeden mit Strafe bedroht, der sich unbekleidet oder nur in Badebelleidung in Booten und anderen Wasserfahrzeugen aufhält. Die Insassen von Ruder« und sonstigen Vergnügungsbooten werden auf die genaueste Be- achtung dieser Vorschrrfl hingewiesen, da Uebertretungen mit Geld- strafe bis zu 60 M. oder mit entsprechender Haft bestraft werden. Die Große Berliner Straßenbahn teilt mit: Im Betriebe der Linie 79 muff vom 27. d. Mls. ab der frühere Fahrplan wieder eingeführt werden. Näheres ist aus den in den Wagen aushängenden Fahrplänen zu ersehen. Bahnhofsdiebe sind wieder an der Arbeit. Eine Frau, die hier in Berlin Verwandte besuchen wollte und auf dem Bahnhof Friedrick- straffe ankam, fiel ihnen in die Hände und büffte 300 Mark bares Geld und für 130 Mark Pakete ein. Die Reiiende suchte nach einem Omnibus, der sie an ihr Ziel sühren sollte. Da erbot sich ihr ein Mann, ihr den richtigen Wagen zu zeigen. Als sie nun ihre Hand- tasche öffnete, um dem Manne für seine Gefälligkeit ein Trinkgeld zu geben, sah er, daff die Tasche mit eine«chnur umwunden war. Der Mann wollte sich, wie er sagte, für das Trinkgeld wieder ge- fällig zeigen und die Tasche wieder in Ordnung bringen. Nickis BöseS ahnend vertraute die Frau sie ihm auck an und nahm sie wieder an sich, nachdem er etwas daran herumhantiert hatte. Erst nach der Ankunft bei ihren Verwandten entdeckte sie zu ihrem Schrecken, daff ihre Geldbörse, die 300 Mark bares Geld nnd einen Gepäckschein auf drei Pakete enthält, aus der Tasche ge- stöhlen war. Als man nun nach dem Bahnhof ging, ergab sich, daff alle drei Pakete bereits abgeholt worden waren. Sie enthielten sür 130 M. Kleidungsstücke und Lebensmittel. Abgeholt hatten die Pakete, wie festgestellt wurde, drei Frauen, von denen eine nur einen halben linken Arm hat. Diese Frau ist etwa 30 Jahre alt, klein und etwas beleibt, hat ein rundes volles Gesicht und trug eine weihe Bluse, eine blaue Strickjacke und einen kleinen schwarzen Hut mit kleinen schwarzen Blumen. Der gefällige Mann ist etwa 38 bis 40 Jahre alt und mittelgroff. hat dunkles Haar und Schnurrbart, ein gesundes längliches Gesicht und eine helle Stimme und trug einen dunklen Jackcttanzug mit Sportmütze. Vor den Dieben sei hiermit gewarnt. Berichtigung. In unserem Artikel»Die Groffen* und die «Kleinen auf der Spree* an der Spitze des gestrigen lokalen Teils hat sich infolge Schreib- oder Druckfehlers eine falsche Wendung eingeschlichen, die notwendigerweise berichtigt werden muff. Auf der zweiten Seite der Beilage muff es im zweiten Absatz heiffen:„Auch auf 80 Meter Abstand hätte„Hindenburg* noch hinter der„Anna* herumgehen können, wenn er vorschriftsmäffig nach Steuerbord lnicht Back bord, wie gedruckt wurde) auswich." Unsere Leser wollen den Fehler berichtigen. Die Sachverständigen unter ihnen werden ihn ivohl sofort bemerkt haben. Gesangsveranstaltung. Am Sonntag, den 30. Juli, veranstaltet der Arbeiter-Gciangvcrein„Freier Männerchor Wilhelmsruh* im Lokal von Milbrodt, Rosenthal(Wilhelmsruh), Walderseestr. 5, ein Gartenfest, bestehend aus Konzert und Geiangsvorträgen. Es haben zu diesem Gartenfest auherdem noch die Arbeiter-Gcsangvereine „Nordische Klänge"(Hermsdors) und„Zukunft*(Niedersckönhausen) ihre Mitwirkung zugesagt. Der Eintrittspreis beträgt 15 Pf. Mus öen Hemeinöen. Tie Leistungen der Potsdamer BürgcrspeisehaUe, die in der letzten Stadtverordnetensitzung neue Anerkennung gefunden haben, umfassen jetzt im Tagesdurchschnitt 2000 Mittagsportionen, die zum Preise von 20 Pf. abgegeben werden. Von den Portionen sind stwa drei Viertel zur Abholung bestimmt, ein Viertel wird in der Bürgerspeisehalle selbst verzehrt. Hülsenfrüchte werden besonders bevorzugt. Für die Schulkinderspeisung, die sür die Bedürftigen auch während der Ferien in den Schulen stattfindet, kommen täglich zirka 400 Portionen in Betracht. Das zur Abholung bestimmte Mittagessen besteht aus einer drei Viertel Litermenge, die Tischgäste, die in der Halle ihr Esten einnehmen, erhalten auf Verlangen einen zweiten Teller. Augenblicklich hat die Inanspruchnahme nicht die volle Höhe erreicht, doch ist ein starkes Anschwellen der Verkehrs- ziffer zu erwarten, sobald Gemüse und andere frische Nahrungs- mittel knopper werden. Die Küchenabfälle werden von der Stadt für die Schweinemästerei verwertet. An Freiportionen werden durchschnittlich 350—400 am Tage gewährt. Die Schülerportionen werden mit 10 Pf. berechnet. Gerichtszeitung. Gepäckdiebstähle. Wegen gemeingefährlicher Schwindeleien hatte sich gestern Margarete Mündt vor der Ferienstraskammer des Land- gerichts I zu verantworten. Nach der Anklage ist die Angeklagte eine sehr kühne Schwindlerin, die die Gepäckausgabe stellen auf hiesigen Bahn- Höfen unsicher machte, und nebenbei eine gewissenlose Spitzbübin. Sie hatte eines Tages ein Mädchen auf der Straffe kennen gelernt, welches sie aus Mitleid mit sich nahm und ihr bei sich Obdach ge- währte. Zum Dank bestahl sie ihre Wohltäterin und eignete sich deren Jnvalidenkarte an. Auf Grund dieser Karte vermietete sie sich als Dienstmädchen bei einer Herrschast, die sie bei der ersten sich bietenden Gelegenheit bestahl und sich dann unsichtbar machte. Im christlichen Hospiz war sie mit einer gewissen Erika Burg graf bekannt geworden und hat auch hier die Gelegenheit zu einem Diebstahl benutzt, indem sie dieser neuen Freundin einen Mantel stahl. Die darin befindlichen Ausweispapiere benutzte sie zu neuen Schwindeleien. Den Schwerpunkt ihrer Tätigkeit verlegte sie auf hiesige Bahnhöfe, wo sie sich in äufferst verschlagener Weise Gepäckstücke von Reisenden, die in der Gepäck- ausgabestelle aufbewahrt wurden, anzueignen wutzte. Nach den Er- gcbnisten der Beweisaufnahme scheint sie sich an weibliche Reisende herangedrängt zu haben, wenn diese aus ihren zur Aufbewahrung bestimmten Handkoffern Sachen herausnahmen und die Koffer dann wieder verschnürten. Dabei merkte sie sich das Aussehen und die Signierung der Koffer und hatte auch Gelegenheit, wahrzunehmen, wie im allgemeinen der Inhalt war und was in dem Koffer oben« auf lag. Diese Kenntnis verwertete sie dann zur Ausführung ihrer Betrügereien: sie erschien nach einiger Zeit an der betr. Gepäckstelle und erbat die Herausgabe des Koffers, indem sie gleichzeitig mit- teilte, daff sie leider den Gepäckschein verloren habe. Auf Befragen des Beamten gab sie dann eine genaue Beschreibung des Koffers und da auch ihre Angaben über den Inhalt durch den Augenschein bestätigt wurden, sie überdies eine gefälschte Polizei- liche Anmeldung als Legitimation vorlegte, trug man kein Bedenken, ihr gegen die vorgeschriebene Ouittungserteilung das Gepäckstück aus- zuhändigen. Diesen Kniff übte sie dreimal kurz hinter einander auf hiesigen Bahnhöfen aus. In einem Falle fiel ihr ein Gepäck- stück zur Beute, dessen Inhalt einen Wert von etwa 250 M. hatte. Obgleich die Beweise für ihre Schuld erdrückend waren, operierte die Angeklagte mit einer Unbekannten, in deren Auftrage sie ge- handelt haben will. Trotz aller Vorhaltungen des Vorsitzenden konnte sie sich zu einem Geständnis nicht bequemen. Da sie schlieff« lich auch noch Mitteilungen über die angebliche Wohnung dieser Auftraggeberin machte, so hielt es das Gericht mit Rück- ficht auf die Höhe der Strafe, die sie event. zu erwarten hat, für geboten, weitere Nachforschungen nach dieser Richtung anzustellen. Verdorbene Nahrungsmittel. Gröbliche Verstöße gegen das Nahrungsmittelgesetz hat sich der Schlächtermeister Wilhelm Bock, Schlesische Str. 33, zuschulden kommen lassen. Er war vor dem Schöffengericht Berlin-Mitte angeklagt und wurde durch die Beweisaufnahme überführt, am 20. Mai auf dem Wochenmarkt in der Triftstraffe wissentlich etwa 100 Kilogramm Rindfleisch, 50 Kilogramm Beinknochen und 35 Kilogramm Rindermagen feilgehalten zu haben, die bereits mehr oder weniger in Fäulnis übergegangen waren und einen widerwärtigen Geruch verbreiteten, so daff sich nach und nach eine empörte Menschenmenge versammelte. Nach dem Gutachten des Polizeitierarztes Peter war der Genuff dieser Nahrungsmittel dazu angetan, die mensch« liche Gesundheil arg zu beschädigen. Der Amtsanwalt be- antragte gegen den Angeklagten neun Monate Gefängnis; das Ge« richt erkannte auf sechs Monate Gefängnis. Mus aller Welt. Drei�Jahre Gefängnis für einen Feldpostmarder. Der Post- sekretär Stapelfeld aus Elmshorn hatte sich vor dem Alw- naer Landgericht wegen Unterschlagung im Amte zu verantworten. Der Angeklagte war dabei ertappt worden, wie er Feldpostbriefe öffnete und sich den Inhalt, der meist aus Geldbeträgen bestand, an- eignete. Er wurde zu drei Jahren Gefängnis, fünf Jahren Ehr- Verlust und Aberkennung der Befugnis zur Bekleidung eines öffent- lichen Amtes für die Dauer von fünf Jahren verurteilt. Eine seltenes Naturschauspiel, eine Luftspiegelung, welche nicht einen einzelnen Gegenstand, sondern eine ganze Landschaft in ihren Bereich zog, ist, wie man der„Täglichen Rundschau" schreibt, in Kiel beobachtet worden. Die Erscheinung gehört zu den seltensten ihrer Art. Am südwestlichen Himmel erschien eine Landschaft mit Bergeshöhen, Waldbeständen und mit einer von einem See um- gebenen, mit Bäumen bestandenen Insel. Klar hoben sich Bäume und Insel von dem bläulichen Abendhimmel ab. Die wundervolle Lusterscheinung währte über eine Stunde. Erdbeben in Italien. Wie Mailänder Blätter melden, wurden gestern an verschiedenen Stellen der Abruzzen mehrere E r d- st ö ff e verspürt. Schaden wurde nicht angerichtet. Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse. Die Dampferpartie nach Neue Mühle findet des ungünstigen Wetters wegen nicht am SS. d. M. statt, sondern Mittwoch, den S. August. Ab- fahrt früh 8 Uhr von der Waisenbrücke(Kahnt u. Hertzer).— Donnerstag, den 10. August, letzter Ferienausflug. Näheres wird noch bekanntgegeben. öriefkasten üer Neüaktion. Die InristiM« Evrechstunde findet für Abonnenten Lindenftr.», IT. Pol cecbts, parlerro, am Montag bis Freitag von 4 bis 7 Uur, am Sonnabend B r t e s l a st e n bestimmten Anfrage Merlzeichen beizufügen. Briefliche denen leine AbonnementSguitmng Eilige Fragen trage man in der »nd dcrgleichcn bring« man ia die an die Direkfion der IS. 1. Ihnen steht von 5 bis 6 Uhr stall. Jeder für den ist ein Buchstabe und ein« Labt als Antwort wird nicht erteilt. Antragen, beigesügt ist, werden nicht beantwortet. Svrechslunde vor. Verträge, Echriftstückr Sdrechltundc mit. Bohn 15. Wenden Sie sich mit einem Gesuch städtischen Gaswerke, Neue Friedrichstr. 109.— G. B die Rente zu. 2. Ja. Sie müssen Antrag aus nachträgliche Niederschlagung der Steuer strllen.— H. F. 4. Nicht ganz verständlich; die Bramte ist doch nur bis zum Tode des Betreffenden zu zahlrn. Eine abweichende Bestimmung in den Verficherungsbedingungen wird kaum vorhanden sein. — Kurt 40. 1. Eine Pflicht zum Ersatz der Kosten sällt dem Vater nur zu, wenn er nach Ansicht des Gerichts die ihm obliegende Aulstchtspflicht über fein Kind vernachlässigt hat. Nach Ihrer Schilderung würde kaum eine Verurteilung ersolgen. 2. Die Wohnung muff Mieislustigen zu der im Vertrag angegebenen Zeit oder zu der ortsüblichen Zeit gezeigt werden. Als ortsüblich ist in Berlin 8—5 des Wochentags erachtet worden. 3. Der mündliche Vertrag über die Pacht auf ein Jahr würde gültig sein: im Falle einer Klage würde aber der Pächter die Beweislast tragen.— Ol. 100. Leider doch, falls nicht aus einen von Ihnen bei der Steuerbehörde zu stellenden Antrag die Steuer niedergeschlagen wird.— Vorwärts 185. In Betracht kommt der mutmaßliche Verdienst des laufenden Steuerjahres. Unrichtige Angaben sind slrasbar. Ziehen Sie den Einspruch zurück, dann brauchen Sie in dem Termin nicht zu er- scheinen. Durch Wahrnehmung desselben würde nur unnützer Zeitverlust entstehen.— I. Sch. 100. Eine Erpressung oder Erprcssungsversuch liegt nicht vor. Ablreibung wird sowohl gegen den, der sie vorgenommen bat, wie gegen die davon Betroffene mit hoher Strafe bedroht.— H.®. 101. Leider würde der von Jbncn beabsichtigte Antrag aussichtslos sein. Sie könnten aber gegen den Bescheid es mit einer Beschwerde an das Kriegs- Ministerium versuchen, in der Sie beantragen, da Wolle Ihnen nicht zur Persügung gestellt wird, Ihnen einen Apparat zu geben, der das starke Scheuern verhindert.— M. U. W. 255). Nein. — Ol. D. 20. Darüber sind wir leider leibst nicht unterrichtet. Haben dabei auch nicht mitzureden.— R. M. 87. Nur wenn der Leser au die Werke gut kritisch heranzutreten vermag, well sie in der Regel nicht ohne eine bestimmte Tendenz geschrieben sind.—®. B. 36. Gummimelde- stcllc, Potsdamer Str. tO/11.— F. II. 45. 1. Für die Militärbehörde besteht eine solche Verpflichtung nicht. Höchstens kann ein Gesuch aus vor» schristsmäffigem Dienstwege gemacht werden. 2. Auch zur Rücksicht auf den Berus ist die Militärbehörde nicht verpflichtet.— Zwei Streitende. Ist Däne.— Tegel 25. Damit ist leider nicht zu rechnen.— R. 60. Der- artige Lehrsormeln im Brieskasten zu behandeln, ist nicht angängig. — O. P. 103. Da wir aus eigener Praxis in dieser Sache leider noch keine Erjahrungen sammeln konnten, so müssen wir Ihnen schon anhcim- stellen, bei einer der Reichsbankstellcn Auskunft zu holen.— I. 9. Nein. — I. F. 200. Es ist ratsam, den Antrag zu stellen; ausgezahlt wird nur die Rente, die die höhere ist.— I iO. 93. Ein Antrag aus Unter- stütznng kann gestellt werden. Demselben soll nachgegeben werden, wenn der Eingezogene die Eltern unterstützt hatte. Die Elternunterstützung be- trägt, soweit sie durch das Reich erstalict wird, nur 7,50 M. sür den Monat. — K. Z. 17. Leider muff dem Befehl Folge gegeben werden. Ein Protest dagegen wäre nutzlos; das NaluralisationZgesctz iäfft darüber keinen Zweijel. Der Bruder tönnle reklamieren- über eine Aussicht aus Ersolg Iäfft sich nichts sagen.— Eheglück. 1. Die Klage müfftc innerhalb sechs Monaten eingereicht werden. 2. Der Ehemann ist nicht unterhaltspflichtig, wenn , feine Frau gegen seinen Willen und ohne berechfigkcn Grund gelrenn! lebt. Steht der Frau aber ein vom Gericht anerkanntes Recht aus Ge-- trcnntleben zu, so kann sie aus Unierhalt gegen den Ehemann klagen. — M. 100. Das ist zulässig. Das Vormundschastsgericht ist das Amts-- gericht. Zweckmäffig würde es sein, wenn Sie selbst den Antrag Ihren Schwester beim Vormundschaftsgericht schristlich besürworlen.— A. Sch. 15. Leider nein. Die Altcrsrenlc wird nur gezahlt, wenn die nötige Anzahl Marken geklebt ist. Wie viel zu kleben sind, ist im„Vorwärts" vom 13. Juli 1916 dargelegt. Jnvalidenrcnie wird gezahlt, wenn mindestcus 200 Marlen geklebt sind. F. W. 32. Ein eigenhändig geschriebenes Testament genügt, doch darf der Ort und der Tag der Errichtung nickt sortgelassen werden. Das Tcsta- mcnt muff eigenhändig geschrieben und unterschrieben sein. Zeugen. Stempelmarke oder dergleichen ist nicht erforderlich. Für ein Testament kinderloser und elternloser Eheleute genügt ein Testament etwa folgenden Inhalts:„Berlin, den 1. August 1916. Ich und meine Ehefrau setzen uns gegensestiz als alleinige Erben ein." Darunter solgt dann der Name: des Mannes, der das Testament einschliefflich der Ortsangabe und des Dalusm eigenhändig zu schreiben hat. Hierunter würde dann die Ehesran zu schreiben haben:„Dieses Testament soll auch als mein Testament gellen. Berlin, den 1. August 1916."(Folgt hierunter der Name.) Es ist nicht zu übersehen, daß der Name unter dem Testament, nicht neben den« Datum oder der letzten Zeile steht, sind Eltern noch vorhanden, so würde hinzuzusetzen sein:„Der Bater(oder die Mutter) sollen sich mit dem Pflicht- teil begnügen."— P. 3t. 200. Hinterläßt der Verstorbene Eltern. Ge-- schwister, Neffen oder Nichten, aber keine Kinder oder Enkel, so erhält der Ehegatte die eine, die Eltern und die Geschwister die andere Hälsie dcS Nachlasses. Es erhält aber der Ehegatte außerdem als voraus alle Gegen- stände, die zum ebclichen Haushalt gehört haben, und die Hochzeitsgcschcnkc. Ist im Nachlaß nicht mehr als das HaushaUsinvcntar vorhanden, so erhält der Ehegatte den Nachlaß allein. Der Anspruch Ihrer Schwiegereltern ist daher ungerechtsertigt._ Wetteraussichten für das mittlere Norddeutschland di» Donnerstag mittag. Zeitweise heiter, aber veränderlich, bei durch- schnittlich wenig veränderten Temperaturen. Strichweise Gewitter. Deulzedes Theater. Allabendlich 81/, Uhr: Die Familie 8chlmek. Ivamin erspiele. Allabendlich 8'/, ühr: Der Fiel» im Panzerhans. Volksbühne. Theater a. BUlowpl. Allabendlich 8'/4 Uhr: Ein 8ommernachtstranm. Dir. Meinhard-Bernauer. Theater i. d. KöniggratzerStr. 8fl4 Uhr: Kameraden. Komödienhaus S1!, Uhr; Der 7. Tajr. Berliner Theater 8V3: Wenn zwei Hochzeit machen! LeLSing-Tkester. Allabendlich 8fl, Uhr: I-umpscivaxsbtiulliis. Sommerpr. Keine Vorverkaufs geb. Deutsch. Künstler-Theater. Allabendlich 8»/. Uhr: Die selige Exzellenz. URANIA Tanbcnstr. 48/49. 8 Uhr: Von der Zugspitze zum Watzmann. Theater am Mittwoch, den 26. Juli. Deutsches Opernhaus, Charlotteob. s uhx: Boccaccio. Frledrich-Wilhelmstädt. Theater s'u u.: D. Drelmäderlhaus Gebr. Ilcrrnicld-Thcater. Wiedereröffnung 29. Juli: Wachsmanns lliihnerhof. Herrnfeld, Berisch, Grünecker. Kleines Theater 8'/, Uhr: Die Prinzessin und die ganze Welt. Komische Oper S1/, U.: Der selige Balduin. Lustspielhaus s',.u.: Brauchbar& Fix. Metropol-Theater «'/. u..- DieGroßhemgiP.Gerolst. SchIIIer-T. Charlottcnb. s uhr: Alt-Heidelberg. Thalia-Theater 8'/. u,: ßiondinclieii. Theater am Kollendorfpl. 'i.9 u..- immer feste druff! Theater des Westens 'i.9 u: Das GlilcksmädeL Trlanon-Thcater s'i. u.: Was werden Heute sap RosesTheater. S'/j Uhr: Wenn die Slcges- jplocken liinten. Wartenbühne; Es gibt nur ein Berlin. Walhalla-Theater. Ä9 Der Uillionenliaukr. 4'/, Uhr: Garten-Vtorftellung. V otgt-rriAeatvr. Badstr. 58. Badstr. 58. BOT Täglich"VV Auf hoher See. Volksstück in 5 Bildern von Willen. ErÄtzez Variete-Programoi. Ansang 5 Uhr. Sonntags 4 Uhr. TägL 8 Uhr. Sonnt. 3'/, u. 8 Die neuen humoristischen Jull-Schlager n. das Zugstück v. Berlin „Der Zug nach dem Balkan" mit Robert Steidl— Anna Müller-Lincke— Otto Reutter Reichshallen-Theater. Stettiner Sänger. Schippers Heimkehr Militärische Humoreske von Hör st. Ansang 8 Uhr. Für Militärper- jonen jreier Eintritt zu den Steil. Sängern. Mmiralspalast. Das neue Eisballett �frau Jantasie. Anl. 9 Uhr.«, 8, 4 M. Ein wirtschaftlieher Aufschwung unseres Handels u. der Industrie wird die Folge dieses Krieges sein. Eine tiefgreifende Aendo- rung unseres gesamten öffentlichen Lebens steht bevor und unzählige L teilen-werden neu zu schaffen sein. Es werden daher überall geprüfte und geschulte Kräfte gesucht sein. Beamte, Lehrer, Angestellte d. Handels u. d. Industrie sollten nicht versäumen, jetzt ihre Vorbereitungen zu treffen. Das beste Mittel, rasch u. gründlich, ohne Lehrer, durch einfachen Selbstunterricht auf ein Examen vorzubereiten, die Einj.-Freiw.-Prüfung u. das Abitur.-Examen nachzuholen oder die fehlenden kauf- männ. Kenntnisse zu ergänzen sowie eine vortreffl. Allgemeinbildung sich anzueignen, bietet die Selbstunterrichts- Methode„Bustin Ausführt. 60 S. starke Broschüre kostenlos durch Bonness ÄHachteld, Potsdam Postfach 224. Monatsgarderobenhaus M. Tlirksscher, Berlin S., Prinzenstr. 79, nahe Boritzpiatz, offeriert in großer Auswahl Jackett-, Rock-, Smoking-, Frack-Anziige, SomincrPalctotS, Ulster aus erstklassigen Werkstätten stammend, teils aus Seide gearbeitet, von Kavalieren nur kurze Zeit gelragen(auch sür korpulente Figuren), zu staunend billigen Preisen. Abteilung ll. 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