Nr. 100. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Viertels jährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DefterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in ber Post Beitungs- Preisliste für 1894 unter Nr. 6919. sia Vorwärts 19916 11. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzetle oder beren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Bormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Dienstag, den 1. Mai 1894. Dem Fest der Arbeit. Empor zum Licht! All überall Heraus aus der drückenden Enge! Es zittert die Erde vom mächtigen Schall Der jubelnden Freiheitsgesänge.i Und strömt herbei, ihr Völker all' Aus allen Zonen vom Weltenball Zu einer wogenden Menge. Erst lachten sie zynisch voll Heuchelei, Des Goldes herzlose Ritter, Dann machte sie stuzzig der Hallende Schrei, Zu mächtig klang er, zu bitter. Doch jetzt? Jetzt steh'n sie gewappnet am Thor, Und ängstlich horcht das lauschende Ohr Auf das kommende große Gewitter. Doch, Frühling erst ist's! Und wir streu'n die Saat Boll Lust in die Aecker und Auen; Es leuchtet der glühende Tag der Mahd Noch nicht vom Himmel, dem blauen. Wir schützen der Ernte gold'nen Ertrag Vor des Haffes vernichtendem Hagelschlag Und Ihr? Ihr seht es mit Grauen! med mina mhi Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Schon blitten im Osten goldigroth Der Sonne tagfündende Strahlen. Sie schauten das finstere Elend, die Noth Und des Volkes unzählige Dualen. Und vor der Armuth verzagtem Gesicht Begann das Hoffnung spendende Licht Den Traum von der Zukunft zu malen. Und ob sie der Lüge verächtliche Macht Auch stützen mit Stahl und mit Eisen, Und ob sie die Kämpfer in Bann und Acht, In den Kerker die Muthigen weisen Es schwillt die Fluth! Und von Jahr zu Jahr Wächst des neuen Geistes erobernde Schaar, Den Frühling der Menschheit zu preisen. Den Lenz, ihr Völker! Der Maientag Rauscht herein in vollen Akkorden, Schon ist, was leis auf den Lippen lag, Zum dröhnenden Echo geworden. Wir spotten der Grenzen, des Markensteins, Und hadern die Herrscher die Völker sind Eins, Sie wollen nicht Kriege und Morden! Und sind auch aus Dornen die Kronen zumeist Der Kämpfer des Rechts geflochten, Es hat nicht Ruhe der stürmende Geist, Bis der Sieg, der letzte, erfochten. Es wird des Willens streitende Macht Bezwingen der Völker tieftraurige Nacht, Was nicht Bitten und Klagen vermochten. slide 50 a mellout is id said 1517 Es soll die prächtige, grünende Welt de Nicht Ruhmesgelüften mehr dienen; Wer schafft denn die Früchte in Acker und Feld, In Werkstatt, Fabrik, in den Minen? Wir sind's! Und wenn Früchte das Glück uns nicht beut, So fordern wir Freude und glückliche Zeit, Von der Sonne des Tages beschienen. Wir jubeln dir zu, allgewaltiger Mai! Es segnen dich Abermillionen! O wehe nach Wahrheit den grollenden Schrei Als Weckruf hinein in die Zonen. d Und wer an die Knechtschaft feige noch glaubt, Dem setze erweckend auf's schlafende Hauptpr Der Freiheit flammende Kronen! Heraus aus den Hütten! Empor zum Licht! Wir wollen nicht jammern und weinen! Entstieg ein Wetterleuchten nicht 2 Den gräbergeschmückten Hainen?.. Die Maiensonne lacht über das Feld Und läßt der zerfallenden, sterbenden Welt Rothgolden die Zukunft erscheinen. Berlin. E. P. Maienzauber. dem Dorfe hinübergeblickt, als wollten sich seine Augen verdient? Gerackert hatte er sich sein ganzes Leben lang, fatttrinken für immer an all den Herrlichkeiten des wieder- gedarbt hatte er und gespart und nicht einmal die alte gekehrten Lenzes. Nun lagen fünfzig Jahre zwischen dem Tracht hatte er abgelegt, aber vor sich gebracht hatte er Langsam und bedächtig stieg der Mann die Lehne Heute und dem Damals. Fünfzig Jahre! Was hatten sie nichts, nicht so viel als Schwarzes ist unter'm Nagel. empor. Aber sein Schritt war noch gleichmäßig, sein Tritt ihm Alles gebracht! Schon im Herbste darauf hatte er In den nahen Lärchen schrie treischend ein Häher. ficher, trotzdem ihm eisgrau das Haupthaar hervortroch nach des Vaters Tode den kleinen Hof übernommen und Der alte Bauer schrat empor und strich sich über die Augen. unterm derben breitrandigen Filzhut und herabfiel zum zu wirthschaften begonnen, wie er es gelernt, und wie es An sein Ohr schlug ein Summen und Surren, als unterAntlig, welches in seiner Farbe und Starrheit dem Eichen- schon seine Altvordern gewohnt. Dann hatte er ge hielten sich in der Nähe eine große Anzahl von Menschen; er holz glich, das ein Menschenalter hindurch Sonnenschein, heirathet, und es waren die Kinder gekommen. Als erhob sich und schritt den Rain hinauf, dem Walde zu. Sturm und Regen verspürt. Das anhaltende Steigen und die Frohnden weg fielen und die Sackzinse ab- Als er nach einigen hundert Schritten aus einer Fichtendie Sonne, deren milder Schein breit über den Fluren lag, gelöst wurden, da hatte es wirklich den Anschein, schonung heraustrat, bot sich ihm ein eigenthümlicher Anhatten dem Wanderer warm gemacht; lose trug er die als sollten auch für die Bauern einmal bessere Zeiten blick. Auf der Waldwiese, die sich schier über den ganzen furze Joppe über den Schultern, darunter quoll das Hemd kommen. Aber so mancher hatte sich bei der Ablösung Hang der andern Seite der Höhe hinabzog', wogte es über in weißen, weiten Bauschen, und das lederne Biergestell übernommen und wanderte schon nach wenigen Jahren mit und über von fröhlichen, festlich gekleideten Menschen. des Hosenträgers hob sich scharf ab von seiner Unterlage. dem weißen Stabe ins Elend. Aber es ließ sich im All- Wie kommen denn die daher?" dachte der Alte und An der spigen Ecke des letzten Ackers vor dem Walde gemeinen doch leben. Wenn ja einmal ein schlechtes Jahr schüttelte das Haupt. Aber allsogleich erwachte in ihm der machte der alte Bauer Halt, sah nach dem Weidenreis, das einfiel mit Mißwachs und Theuerung, das Dorf hatte das Bauer, und er brummte: Wie kommen die dazu, auf er hier am ersten Ostertag in das Erdreich gepflanzt, nickte mals noch seinen Gemeindewald. Freilich, lange dauerte fremdem Grund und Boden herumzusitzen, herumzuspringen, befriedigt, als er es noch hervorlugen sah unter den auf die grüne Herrlichkeit nicht mehr. Die großen Bauern Bier zu trinken und das Gras zu zertreten?" geschoffenen Halmen des Roggens, setzte sich auf den Grenz- drängten und drängten, bald war der Gemeindebesitz aufstein und richtete seine Augen nach der Niederung. Vor getheilt und das Niederschlagen und Wüsten begann. Wo ihm, zum Greifen deutlich, lag fein Dorf, seine Heimath.fonft hundertjährige Fichten und Tannen ragten, wucherte Die Häuser und Hütten, Ställe und Scheunen verschwanden jetzt das Haidekraut und der stachliche Wachholder. unter dem Blüthenblust der Obstbäume, wie eine weiße Dann kam der erste Krieg und damit das Unglüd. Nachbar, den Sälch. Riesenkugel erhob fich die Siedelung aus dem Kranze der Sein Weltester wurde eingezogen und mußte aufs Schlacht- Hm!" meinte der auf einen fragenden Blick hin.„ Es grünenden, schon leiſe wogenden Saaten. Starr blickte der feld. Echon nach kurzer Zeit schrieben sie ihm in einem find Arbeiter aus der Stadt. Sie haben ihre Frauen und Alte auf die Maienschöne, die ihm wieder geworden auch mit Briefe, daß er in Feindesland in einem Spital gestorben. Rinder mitgebracht und feiern, wie sie sagen, ihr Maidem neuen Jahre, die ihm lieb und werth war seit den Es dauerte wieder ein paar Jahre, da ging's gegen die feft." Noch zögerte der Alte und überlegte, ob er sich die Geschichte" aus der Nähe anschauen sollte oder nicht, da legte sich ihm von rückwärts eine Hand leicht auf die Schulter. Der Bauer wandte sich und erkannte seinen Tagen der Kindheit, und vor seinen Augen zog vorüber Franzosen. Nun nahmen sie ihm auch den Jüngsten. Er Und Du bist einverstanden damit und läßt Deine sein ganzes vergangenes Leben. desi blieb bei Spichern, auf dem Felde der Ehre", wie der Wiesen ruiniren?" Als wäre es gestern gewesen, erinnerte er sich des Tages, Schullehrer fagte. Und hat das neue Reich mitgründen " Ich,.. weißt,... ja,... e3 wächst ja so wie so an welchem er mit seinem Vater zum letzten Mal hier an helfen". Das neue Reich? Was hatte er davon? Steuern nicht viel drauf,' s ist alter Waldboden. Und dann wollen dieser Stelle gestanden. Derselbe Tag war es gewesen, wie und immer wieder Steuern und Schulden. Ja, wenn er sie's ja auch net umsonst.... Gehst d'mit runter?' G heute, der erste Mai, und wie er es heute gethan, so hatten noch seine beiden Buben an der Seite gehabt hätte? Aber Bier ist was Extrafeines, Reden werden g'halten und fie auch damals den Mai- oder Saatgang gemacht, die so ging's immer mehr bergab, von Jahr zu Jahr. Das g'sungen wird, es sein auch viele aus'm Dorf da und' m Aecker umschritten und die Saaten betrachtet, ob sie teimten fonnte zu feinem guten Ende führen. Jest war er alt und Bachschuster" sein Großen, der in der Stadt Tischer ist, und sproßten. Und hier oben war der Vater ermüdet auf sein Weib auch, und wenn ihm morgen die Hypotheken ge- hab' ich auch g'seh'n." ben Stein gesunken und hatte lange und wehmüthig nach kündigt wurden, dann war's vorbei. Mit was hatte er dies " " Aber es find Soci... Zum!♦ Mal. Der 1. Mai hat die kritischen Jahre überstanden; er hat gestegt. Wäre es eine flüchtige Laune des Augenblicks und Stroh- fever einer fliegenden Begeisterung gewesen, was dein Pariser Kongreß seinen Beschluß eingab: ein Weltfest des arbeitenden Volkes zu gründen— der Beschluß wäre ein todter Buchstabe geblieben. Ein, zwei Jahre hätte wohl die or- ganisirte Sozialdemokratie aus Rücksicht auf den internationalen Kongreßbeschluß die Feier versucht— allein es wäre künstliche Mache gewesen, und das nicht lebensfähige Kindlein wäre in der Stille«lnes sanften Todes verblichen. Das Kindlein hat sich aber sehr lebenskräftig gezeigt; es konnte sogar in der zartesten Jugend allerhand Püffe vertragen, und ist nun zu einem ge- sunden Jungen herangewachsen, der über die Fährlichkeiten des KindesalterS hinaus ist. Ja manchen Puff hat der erste Mai aushalten muffen— und nicht bloS von Seiten der Feinde. Die Hinderniff«, welche die Kapitaltstenklass« unmittelbar oder durch die Behörden des KlaffenstaatS jeder proletarischen Regung und Schöpfung entgegenstellt, zählen wir hier nicht; sie gehören zu unserer Ent- Wickelung und kräftigen nur, wie der Sturmwind und die Un- bilden der Witterung den wachsenden Baum stärken. Die Aefahr kam aus den eigenen Reihen, aus den Reihender Arbeiter. Gerade in den beiden Ländern, wo die Arbeiter- bewegung am besten organisirt ist— in England mit seiner großen gewerkschastlichen, in Deutschland mit seiner großen politischen Organisation—, entsprangen Meinungsverschieden- heiten in bezug aus den Tag der Feier. Ueber die Art der Feier ist zwar in Paris nichts festgestellt worden, allein es liegt in der Natur der Sache, daß ein Festtag der Arbeiter, um ganz seinem Zwecke zu entspreche», auch ei» Feiertag sein muß, an dem der Arbeiter mit feiner Familie von der Arbeitskette der Lohnsklaverei befreit ist. Da nun der erste Mai durchschnittlich nur alle 7 Jahre auf einen Sonntag fällt, so müssen die Arbeiter, wollen sie für diesen Tag die Kette ab- streifen, den 1. Mai zu einem Feiertag machen, an dein grund- sätzlich nicht gearbeitet wird. Bei der gegenwärtigen Heftig- keit und Schärfe des Klassenkampfs und der wirthschaftlicheu Nothlage ist jedoch nicht zu erwarten, daß die Arbeit- geber freiwillig auf einen Tag der Ausbeutung verzichten. Sie müßten dazu gezwungen werden und unter den ob- waltenden Verhältnissen sind hierzu die Arbeiter nicht stark genug. In England und in Deutschland ist dies von den organisirten Arbeitern erkannt worden— gerade weil sie organisirt, und demzufolge im Stande sind, ihre Kräfte und die der Gegner ab- zuschätzen. So kam eS, daß in England die Maifeier auf den ersten Sonntag im Mai verlegt wurde, und daß in Deutschland eine Strömung für die Feier am ersten Sonntag des Mai sich bildete, und die Parteileitung im Interesse der Arbeiter von jedem Versuch, die Arbeitsruhe zu erzwingen, abmahnen mußte. Anders in den Ländern, wo der l. Mai, wie in Amerika und zum Theil in Oesterreich, Frankreich und den übrigen romanischen Staaten, schon ein anerkannter Volksfeiertag ist, oder wo der Kampf zwischen Arbeitern und Unternehmern einen milderen Charakter hat, so daß eine gütliche Einigung dort möglich. Diese Verschiedenheit der Bedingungen für die Feier des Maifestes hatte eine Verschiedenheit der Feier zur Folge und bedrohte die Einheitlichkeit des Festes, in der wesentlich seine Bedeutung liegt. Es kam zu kleinen Reibungen. Die, welche dem ersten Sonnta, deS Mai das Wort redeten geriethen in den Geruch der Rechäungsträgerei, und die Thor- heit eines Streikkanipfes um die Arbeitsruhr am 1. Mai ver- leidete Diesem und Jenem die Maifeier. Das ist die Wahrheit und wir wollen sie nicht vertuschen. Allein der Gedanke des Maifestes war zu gut und zu richtig, als daß die Verwirklichung hätte ausbleiben können. Die Proletarier wollten ihren Wellfeiertag, und die Hinderniffe wurden aus dem Wege geräumt. Die Mißverständnisse hoben sich, und statt zu streiten, strebte inan der Einigung zu. Die zwei Jahre, die den Brüsseler Kongreß von dem „Das schon. Das schon.... Fürcht'st D' Dich ani End'?" Das letzte Wort entschied. Der Bauer zog seine oppe an und begann langsam hinab steigen. Als die eiden nuten ankanien, fanden sie Hunderte von Menschen in einem Kreise zusammengetreten, in der Mitte stand auf einem großen Stein ein Mann und hielt eine Rede. „Siehst' d's, da hast's, Hab ich Tir's nct g'sagt!" meinte der Sölch.„Das ist ja der Tischer!" Der alte Bauer gab seinem Nachbar einen Puff, damit er verstumme. Und der Redner fuhr fort: „Zum Schlüsse möchte ich noch einige Worte richten an Euch, Ihr Dienstboten und Hüttelleute, Häusler und Kleinbauern; Ihr kennt mich alle, Ihr ans Nendorf, Ihr anS Leuth oldsgrün dort und Ihr aus Hermannsrcnlh und Ahr wißt, wer ich bin. Warum wir, die Industriearbeiter, den ersten Mai als Festtag feiern, habt ihr vorhin gehört; aber auch ihr habt alle Ursach', zu uns zu halten und net zu denen, welche das Geld maßclweiß messen. Hand aufs Herz, und gebt ehrlich und richtig Antwort: Was bleibt Euch den«, Ihr Halb- und Viertclsbauern, wenn Ihr im Herbst die Steuern bezahlt habt und zu Martini die Zinsen, und die Versicherung und die Umlagen, und die kleinen Tröpfelschuldcn beim Kramer, im Wirthshans und in der Stadt beim Kaufmann? Hau?" „A goldenes Nix!" platzte ein junger Bauer, der den ganzen Kopf voll gelber Locken hatte, heraus, drückte sich aber sofort, um nicht die Aufmerksamkeit ans sich zu ziehen. „Recht hast, Garlner-Seppl," fuhr der Redner fort. „'S stimnit, was d' g'sagt hast. Und zwegen deniNix und dem silbernen Wart-a-weu'g müßt Ihr Euch plagen und schinden's ganze Jahr wie net recht gescheid, Sommer wie Winter. Tag und Nacht?!„ Ist das a Ge- rcchtigkeit? Ewig net... Aber ich Hab ja von was anderm reden wollen. Viel' Bauern denken noch allweil, wir, die Spzi, wollen ihnen ihre Höfeln und Felder wegnehmen. Daß ich net lach! Hört's, Männer, wie kann man denn Ein'm was wegnehme, das ihm gar nct mehr g'hört, das bis zur letzten Schindel, bis zun, kleinsten Feldsteinrl mit Hypotheken vollpflastert ist? Und sind viele von Euch net in derselben Lag', ohne daß Ihr was dafür könnt? Es darf ja hcut' Pariser trennten, hatten schon Manches geklärt. Und der Brüsseler Kongreß nahm die Resolution an: Um dem 1. Mai seinett bestimmten ökonomischen Charakter: die Forderung des Achtstundentages und die Bekundung des Klassenkampfes zu wahren, beschließt der Kongreß: Der 1. Mai ist ein gemeinsamer Festtag der Ar- beiter aller Länder, an dem die Arbeiter die Gemeinsam- keit ihrer Forderungen und ihre Solidarität bekunden sollen. Dieser Festtag soll ein Ruhetag sein, soweit das durch die Zustände in den einzelnen Ländern nicht un- möglich gemacht wird. Die dentschen Sozialdemokraten, deren Delegirte für diesen Beschluß stimmten, verzichteten damit ans den Gedanken der Maifeier am ersten Sonntag deS Mai. Immerhin war bei der Unmöglichkeit, das Maifest in den Jahren, wo der 1. Mai auf einen Werktag fiel, nach Wunsch zu begehen, der Gedanke nicht ausgeschlossen, am ersten Sonntag deS Mai wenigstens eine Er- gänzungsfeier vorzunehmen; und außerdem beharrten die Eng- länder ans der Feier am ersten Maisonntag. So war also die Einheitlichkeit ivohl angebahnt, aber noch nicht durchgeführt. Was in Brüssel noch nicht gelungen war, das gelang in Zürich. Der dritte internationale Arbeiterkongreß sah die Proletarier aller Länder einig in dem Gedanken des l. Mai. Die' Engländer, deren gewaltige Arbeiterorgaui- sationen zum ersten Mai aus einem internationalen Arbeiter- kongreß vollzählig vertreten waren, gaben ihre Sonderstellung betreffs des Tages der Feier auf, und seit Zürich haben wir kraft Kongreßbeschluß die Einheitlichkeit der Feier in allen Ländern der Erde. Nur die Frage der Arbeitsruhe deS 1. Mai gab noch Anlaß zu einem Mißverständniß. Di« Mehrheit des Kongresses nahm eine Resolution au. in der«S nach dem deutschen Text heißt: Die Sozialdemokratie eines jeden Landes hat die Pflicht, die Durchführung der Arbeitsruhe am 1. Mai anzustreben und jeden Versuch zu unterstützen, der in dieser Richtung an einzelnen Orten oder von einzelnen Organisationen unternommen wird. Die deutschen Delegirten konnten dem Beschluß in dieser Fassung nicht zustimmen, weil er die Gesanimtpartei für das Handeln irgend eines unbesonnenen Brausekopfs verantwortlich gemacht und uns der Gefahr eines allgemeinen Streiks aus- gesetzt hätte, der unter den obwaltenden Verhältnissen nur unseren Feinden nützen und nur mit unserer Niederlage endigen konnte. Die englischen Abgeordneten, die aus den gleichen Ursachen die gleichen Bedenken hatten, erlangten für den englischen Text eine andere Fassung, welche die P f l i ch t, die allgemeine Arbeits- ruhe für das Maifest zu erstreben, betonte, jedoch die Partei nicht zur Unterstützung jede? einzelnen Versuchs verpflichtete. Dieser englischen Fassung, die vom Kongreß auch an- genommen wurde, schlössen die deutschen Delegirten sich an. Und in dem Geist dieser Fassung hat unser letzter Parteitag— in Köln— sich über die Maifeier in einer fast einstimmig— mit 192 gegen 3 Stimmen— gefaßten Resolution ausgesprochen. In Frankreich und. Oesterreich, den beiden Ländern, die von vornherein sich entschieden für die allgemeine Arbeitsruhe und gegen die Verlegung der Feier auf den Sonntag erklärt hatten, ist daS Heraustreten der Engländer aus ihrer Sonderstellung und der Beschluß deS deutschen Parteitages jubelnd begrüßt worden. Die Einheitlichkeit der Maifeier ist damit gesichert: am l. Mai 1394, und vom 1. Mai 1894 ab hat das internationale Proletariat nur ein Maifest. Und entsprechend den Fortschritten der internationalen Proletarierbewegung hat auch das Maifest sich erweitert. Während es anfangs das Ringen um den Acht- stundentag zur greisbaren Hauptaufgabe hatte, ist jetzt neben dieses Ziel, ohne es in den Hintergrund zu drängen, der Krieg gegen den Krieg, der Kampf um den Frieden und gegen den Alp der Nationen: den Militarismus gestellt. Auf allen Gebieten hat die Partei an Einheitlichkeit und innerer Kraft gewonnen. Die drei internationalen Kongresse be- einem kleinen Bauern nur a Ochs sich dick fressen und er ist schon g'liefert. Ja, sagen die Ein', wir müßen es halt mit den reichen Leuten halten. Hört's einmal, wären die Herren reich worden, wenn's den armen Leuten'was geben hätten? Andere sagen: Der Staat muß helfen. Der Staat? Ja, der schaut gerade aus danach. Dem geht's ja so net z'sammen mit'n Geld, allweil verlangt er mehr Steuern und Rekruten, und was Ihr zahlt, das wird verpulvert, verschossen und vermarschirt. Wir, die Arbeiter, haben heut' unser Mai- fest g'fciert, und Ihr,— Ihr habt es schon eher g'fcicrt, wie wir. Ter Stiegl-Franz humpert und verzieht 's G'sicht. Da giebt's nix zun: Lachen, das ist Thatsach'. Ihr habt zu Ostern am ersten Feiertag Kreutzcln g'schnitzt, sie auf's Eck ins Kornfeld g'stcckt und a„Palmkatzl" dazu g'setzt. Gestern, Walpurgi auf d' Nacht, hat icder Haus- vater ein' Rasen g'stochen und vor die Thür vom Kuhstall g'legt. Heut' haben die Bauern ihren Saatgang gemacht. Ist das Nix, oder ist das nur so eine Dummheit? O, das ist ein urall's Herkomme», aber vergessen ist's worden, was es zu bedeuten hat. Unsre Altvordern, die alten Dentschen, die waren, eh' sie Christen wurden, schon Bauern g'west. Aber net so war's damals, wie heut, daß der Ein' ein Mordstrumm von einem Hof hat, vier Roß und zivanzig Ochsen, sein Nachbar aber fährt mit zwei Küh'n, denen d'Rippen anßerstehn wie an Gams- bock. Alle Felder haben der G'meind' g'hört und alle Jahr zeitlich im Frühjahr sind sie in so viel Loos zerlegt worden, als's Haushalten geben hat. Jeder hat sein Loos in die Mützen' g'worfen, wie Ihr es beim Kegelschieben macht, wenn Ihr eine„Partie" spielt; dann ist g'schüttelt worden, und dem sein Loos heraus- g'fallen ist, der hat das Feld kriegt, das an der Reih' war. Oft war er beim Loosen net dabei, und da ist sein Zeichen ins Feld g'steckt woroen, damit er's kennt. Das bedeut' Euer Kreuzl und„Palmkatzel". War die Bertheilung vorbei, dann haben sich die Leut' ihre Felder genau an- g'schaut und überlegt, was sich da am besten hiueinsäen läßt. SehtZ Ihr, und das ist Euer Saat- vdcr Maigang. Damals hat's keine Armenhäusl'n geb'n und keine Bettelleut, und jeder, der hat arbeiten künden stetigen Fortschritt. Paris, Brüssel, Zürich — sind Etappen unseres Vormarsches. In Pari? wurde der große Bundes- Vertrag—?acts d'Alliance— geschlossen und das Bundesfest eingerichtet. Brüssel begann die praktische Organisation und bereitete die Vereinigung der streitenden Fraktionen in Frankreich vor. Zürich brachte die Einigung aller politischer Organisationen und die allgemeine Verständigung. Die Franzosen waren zwar durch die Wahl an zahlreichem Besuche gehindert, allein in dem Wahlfeldzug des vorigen Herbstes bewiesen sie durch die That, daß der Geist des Züricher Kongresses sie beseelte— und der Lohn ist nicht aus- geblieben. Mußten wir leider die Anwesenheit vieler unserer französischen Freunde entbehren, so war dafür die italienische Sozialdemokratie in einer Stärke erschienen, die uns alle über- raschle. Und zum ersten Mal war das englische Proletariat, organisirt in seinen großen Gewerkschaften, auf einem inter- nationalen sozialistischen Kongreß voll vertreten, so daß wir beim Anblick der englischen Delegirten sagen konnten: die organisirle englische Arbeiterschaft gehört von jetzt an zur internationalen Arbeiterarmee. Mas in Paris noch ein schöner und kühner Traum war, das war in Zürich Wahrheit geworden. Auf dem ersten Kongreß waren die Franzosen noch gespalten, in Italien nur schwache Ansätze der Organisation, aus England nur wenige Delegirten, die aber von keiner der großen Gewerk- schaflen entsandt waren, und noch vielfach Unklarheit in bezug aus den praktischen Aktionsplan und die Taktik;— in Zürich, nachdem Brüssel schon tüchtig vorgearbeitet, die Arbeiter aller Länder in Wirklichkeit, nicht blos in Worten, geeinigt, und die völlige Einheitlichkeit des Denkens und Handels hergestellt. Wohl schreibe» die Organe des deutschen Bügerthums jetzt wie- der höhnend von einer„Kraftprobe". Sie hätten es so gern gesehen, wenn das Proletariat den 1. Mai zum Ausgangspunkt einer all- gemeinen Arbeitseinstellung machte. Das klassenbewußte Prole- tariat ist für solche Tollheiten nicht zu haben. Es berechnet die Machtverhältnisse, und, des Sieges sicher, gefährdet es ihn nicht durch abenteuerliche Unternehmungen. Wir besorgen nicht die Geschäfte unserer Feinde. Und Kraftproben! Nun, wir haben Kraftproben gehabt. Haben unser« Feinde den 15. Juni 1893 vergessen? Und der 1. Mai selbst! Gegen den Willen, gegen die Anstrengungen des internationalen Aus- beuterthums ist er das Fest der Arbeit geworden� das er werden sollte. Und er wird es bleiben; denn er hat fest Wurzel gesaßt in den Herzen der Arbeiter, und der Wille der Arbeiter hat sich stärker erwiesen, als der ihrer Feinde. Das deutsche Bürgerthum hat auch ein Volksfest zu gründen versucht. Neben den kirchlichen Feiertagen vermaß es sich, einen eigenen Feiertag zu schaffen zur Verherrlichung des Chauvinismus und des Massenmords: den S e d a n s t a g. Die besitzende Klasse hat alle ihre Machthebel in Bewegung gesetzt, um dem deutschen Volke diesen Tag aufzudrängen. Die Bemühungen waren umsonst. Soweit das Sedansfest nicht ein befohlenes Polizei» und Beamtenfest ist, wird es nur von einem Theil der herrschenden Klasse gefeiert. Die Sozialdemokratie, die von Anfang an gegen dieses Fest der Barbarei ihre Stimme erhob, hat gesiegt: das Fest der Bourgeoisie war eine Fehlgeburt. Und wie die Sozial» demokratie das Fest der Bourgeoisie scheitern ließ, so hat sie dem Fest der Arbeit und der Kultur, das die Bourgeoisie mit aller Macht unterdrücken wollte, den Sieg errungen. War das nicht eine Kraftprobe, eine zwiefache Kraftprobe: das Fiasko des SedanStages, der Triumph des l. Mai? Da hat sich gezeigt, wo am Ende des neunzehnten Jahr» Hunderts die schöpferische Kraft ist. Die herrschende Klasse ver- mag nichts gegen die welterobernde Sozialdemokratie. Auch die letzte Hoffnung der niedergehenden Bourgeoisie, der Anarchismus, dieser hirntolle Doppelgänger der an- archistischen bürgerlichen Gesellschaft, wird an der Sozialdemokratie zu Schanden. Der Bliyschein seiner krachenden Bomben hat nur die Schwäche und Feigheit der herrschenden Klasse grell be- leuchtet, unsere Verachtung für sie nur gesteigert. Und wollen, hat sein reichlich's Draußkommen g'habt für's ganze Leben, wie es sich für einen ehrlichen Menschen auch g hört. Und wir, die Sozi, die Umstürzler und Leutverhetzer, wie der Pfarrer sagt, wir wollen auch nichts anders. Wir wollen, daß keiner mehr einen Tropfen Schweiß umsonst vergießt, für sonst und wieder nichts; wir wolle» net, daß der eine sich mit lauter Arbeit die Haut vom Leib schind't, a anderer aber den ganzen Tag aus'm Ruhbett liegt und sich die Sonn' ins Maul scheinen läßt. Kein Wucherer soll mehr ein' arbeitsamen Menschen aus sein'm Häusl ver- jagen, arbeiten soll jeder, wie er's g'lernt hat und kann, aber keiner soll Roth leiden. Das wollen wir und nix anderes. Ist das ivaS Schlech'S? Männer, überlegt Euch, wohin Ihr g'hört: Zu denen, die von Euch und Eurer Arbeit leben, oder zu uns, die wollen, daß es anders, besser wird... Landsleut'! Wenn wir z'sammeuhalten, jagen wir den Teufel ans der Höll'... Der Tischler sprang voni Steins und trat zu dem alten Bauer.„Schön willkommen, Vetter Lorenz! Auch a weng auf'u Beinen?" Den Alten hatte die allgemeine Aufmerk- samkeit, welche sich auf ihn lenkte, etwas eingeschüchtert; stumm erwiderte er den Händedruck, aber aus seinen Augen lachte die Freude, daß der, welcher so redeil konnte, aus seineni Dorfe stammte.--- Ueber die Wälder, Matten und Fluren der Vorberge sanken die Abeudschatten. Die Ausflügler hatte» sich zu einem Zug geordnet, die Fahnen flatterten, und mit Singen und Jauchzen gings die Höhe hinab. Auf der Waldwiese stand allein noch der alte Lorenz. Jetzt kam der Zug um eine Waldspitze herum, und ganz deutlich schlug an das Ohr des Lauschenden der marschtaktmäßige Sang: „Wir rollten froh das Banner auf, Mit festen Händen woll'n wir's halten; Es wird und muß im Sturm besteh»: Die Zukunft rauscht in seinen Falten.. „Recht hat der Tischer! Zehnmal Recht! schrie der Bauer und dann schritt er aus, den Berg hinab, daß die Bänder seines Hutes flatterten, und die Schenkelmuskeln die ziegenledernen Schäfte seiner hohen Stiefel spannten. was uns schädigen sollte. wird sdem Proletariat eine goldene Lehre. Die anarchistische Taltil ist durch ihre Frucht verurtheilt, sie blendet Niemanden mehr. Wir mögen jetzt Hinblicken, wohin wir wollen, es giebt keine revolutionären Arbeiter mehr, die nicht die Verderblichkeit der Vereinzelung und vereinzelten Handelns, nicht die Nothwendig- keit gemeinsamer Organisation und gemeinsamen Handelns be- griffen hätten. Der 1. Mai des Jahres 1894 findet in der Arbeiterwelt »ein einig Volk von Brüdern'—eine Proletarierarmee, mit einer Taktik— Millionen Kämpfer und e i n Ziel. Die Arbeiter werden ihr Fest würdig begehen. In sich selbst, durch sein bloßes Dasein ein Triumph des internationalen Proletariats, ist der 1. Mai die Gewähr des endgiltigen Triumphes de Arbeit. Glückaus zum Maifefi der Arbeit! PoHltrrfje Itclrpfltrfit. Berlin, den 30. April. Der Weltfeiertag, der morgen von den Arbeitern aller Länder festlich und würdig begangen werden wird� der alle klassenbewußten Proletarier mit dem festen Bande der Solidarität umschlingt, wirkt auch aus unsere Gegner einigend. Die eine reaktionäre Masse zeigt auch am 1. Mai ihr Klassenbewußtsein. Dies beweisen die Regie rungen und Unternehmer in aller Herren Länder durch die gleichen Maßregeln gegen die Arbeiterklasse, dies beweist die Presse der Bourgeoisie, indem sie ohne Unterschied der Partei schattirung die Ideale und Bestrebungen der Arbeiter mit Koth bewirft, sie lächerlich zu machen sucht, freilich ohne den leisesten Erfolg. Charakteristisch für die Berliner Presse ist es, daß die nationalliberale»National-Zeitung" und die antisemitische„Staatsbürger- Zeitung" heute über„den Weltfeiertag" leitartikeln, und zwar im wesentlichen im gleichen Sinne. Beide reden der Bourgeoisie zu, sich vor den dcmonstrirenden Arbeitern nicht zu fürchten, und beide verrathen durch ihre Darlegungen, daß sie nichts mehr fürchten, als das aufstrebende Proletariat.— Zur Nachwahl in Elmshorn- Pinneberg. Unsere Parteigenossen haben in einer Kreiskonferenz zu Glückstadt von Elm- Ha m b u r g aufgestellt. Die Antisemiten sollen neben Raab- Hamburg auch Ahlwardt ausstellen wollen.— Keine Vermindernng der Liebesgabe. Finanz minister M i q u e l hat in der Budgetkommission de Herrenhauses auf eine Anfrage von Interessenten die beruhigende Erklärung abgegeben, daß man allerdings beim Rückgang des Spirituskonsums auch die Verhältnißzahlen zwischen fünfziger und siebziger Spiritus habe zu Ungunsten des ersteren ändern wollen. Doch sei man davon zurück- gekommen, und er könne versichern, daß die Staatsregierung bestrebt sein werde, die alten Zu st än de aufrecht zu erhalten.— Sln Dörrgemiise erkrankten im vorigen Jahre zahl reiche Soldaten der Münchener Garnison. Nun isi wieder eine Soldatenepidemie, die auf schlechte Ernährung zurück: zuführen ist, zu konstatiren. Aus Darmstadt wird hierüber dem„Berliner Tageblatt" gemeldet: Gestern erkranklen nach dem Genuß von altem Kartoffel salat zahlreiche Soldaten des hiesigen 25. Feldartillerie-Ne gimenls. Die Vergiftungssymptome machten sich durch Er: brechen, Diarrhoe und Geistesabwesenheit bemerkbar. Die am schwersten Erkrankten— über 30 an der Zahl— wurden au Stroh gebettet und in offenen Wagen nach dem Lazareth ge bracht. In der Stadt herrscht große Aufregung.— Die Offiziere die nichts taugen sendet man nach den afrikanischen Kolonien und den bisherigen Vize-Gouverueur Ostasrikas, Major von W r o ch e m, der sich in den Kolonien nicht bewährt hat, nimmt man wieder in die Armee auf. Der Kanzler Leist ist aus Kamerun bereits ili Teutschland eingetroffen, hat sich aber im Auswärligen Amt noch nicht gemeldet.— Der Militärboykott, d. h. daS„Militärverbot" für alle Wirthschaften, Körperschaften, Gesellschaften u. f. w in denen der„richtige militärische Geist" nicht herrscht oder gar zu Schaden kommen könnte, hat sich schließlich als ein ziveischneidiges Schwert erwiesen. Der eigentliche Zweck die Sozialdemokratie gesellschaftlich zu ächten und zu isoliren, ist kläglich mißlungen. Die Sozialdemokraten haben heute gesellschaftlich eine ungleich günstigere Stellung als znr Zeit, da der Militärboykott erfunden und ins We/ gesetzt ward. Wir verfügen über weit mehr Versammlung? räume, wir besitzen und beeinflussen ungleich mehr Vereine. unsere Ideen sind in viel weitere Kreise gedrungen. Und der Militärboykott schadet uns nicht nur nicht, sondern er nutzt uns positiv, weil er eine große Anzahl sonst indifferenter Personen, wie Wirthe und sonstige Geschäfts- leute, aufs empfindlichste und zugleich völlig ungerechtfertigt schädigt und sie gegen die Urheber erbittert. Schon vor Jahresfrist hatten wir zu nielden, daß eine große Anzahl ocr— uns im Ganzen nicht sehr freundlich gesinnten— Geschäftsleute Leipzigs sich an die Militärbehörden mit der Bitte gewandt hatten, die Militärboykotte aufzuheben, da sie nur die Geschäftswelt schädigten. Die Militärbehörde gab nicht nach, und den Vortheil kratie bei den letzten Landtags- geheimst. Ein weiterer charakteristischer Vorgang hat sich soeben in Leipzig abgespielt. Es besteht dort ein Aerzteverein, dem auch Sozialdemokraten angehören. Ein paar Mit- glicder, die Reserveoffiziere sind, verlangten nach dem Kodex des Militärboijkotts die Entfernung der Sozialdemokraten aus den Verein, widrigenfalls sie, die Herren Reserve- lieutenants, austreten müßten. Ter Verein hatte zu ent- scheiden, und— wie wir bereits mittheiltcn— die Sozialdeniokraten bleiben und die Reserve- lieutenants gehen. Wer hat nun den Schaden? so fragen wir— vom Spott gar nicht zu reden. Doch offenbar nur die Herren Militärboykotter, die— statt zu maß- regeln, jetzt selber gemaßregelt, d. h. aus einem wissen- schaftlichen Verein ausgeschloffen sind. Und das ist nur ein Beispiel von vielen. Durch den Militärboykott sind die Militärs von vielen Vortheilen und Genüssen abgesperrt, und je größere Fortschritte die Sozialdemokratie niacht, desto größer werden die Nachtheile des Militär-Boykotts für das Militär sein, in eine desto schiefere und lächer- ir"* mv-w»*/ w* brüder ein Jammergeschrei Prinzessin Aux erheben, wo hat die Sozialdemo- und Genieindewahlen ein- lichere Stellung wird das Militär kommen. Kurz, der Militarismus hat sich mit seinem Boykott ins eigene Fleisch geschnitten. Er wollte die Sozialdemokratie ächten und er ächted sich selbst. Die Engländer nennen das: tbs biter bitten— der Beißer gebissen.— Mit Wilhelm v. Nauchhaupt, der heute gestorben ist, verliert die konservative Partei einen ihrer ältesten Führer, der zur Schule Kleist-Retzow's gehörte. In der letzten Zeit war sein Name wenig genannt worden. Die Ploetz, Mirbach, Suchsland sind eben an die Stelle der Kleist-Retzow, Minnigerode, Rauchhaupt getreten. Es ist Sache der Konservativen, zu beurtheclen, ob sie sich über ihre neuen Führer mehr zu freuen haben als über ihre alten.— Evangelisches Ehrgefühl vermißt das Stöcker-Blatt bei den Hohen und Mächtigen. Mit„Schmerz und Scham" ist es gelegentlich des Glaubcnswechsels der Prinzessin Alix von Hessen erfüllt, die bei Eingehung ihrer Ehe mit dem russischen Großfürsten wie so viele andere deutsche Prinzessinnen den Glauben gewechselt hat. Daß es aus inneren Gründen geschehen sein könne, weil diesen Prin zessinnen vielleicht jeder andere Glaube mehrwerthiger er schien als der Stöckerglaube, erörtert das Stöcker-Blatt gar nicht, es nimmt von vorneherein an, daß es um des äußeren Vortheils geschehe, imputirt also allen diesen Prin zessinnen eine höchst niedrige Gesinnung. Nicht einmal. daß die Liebe bei diesen Eheschließungen eine Rolle spiele, nimmt es an. Als Gegenstück zu dem Verhalten der deutschen evangelischen Prinzessinnen führt es an: „Von den russischen Großfürstinnen, die an deutsche evangelische Fürsten vermählt sind, hat nicht eine ihren Glauben gewechselt. Ebensowenig hat sich unseres Wissens je eine deutsche katholische Prinzessin bereit gefunden, um der Ehe mit einem russischen Großfürsten willen ihren Glauben zu verleugnen." „Schmunzelnd", meint das Blatt, sehe die Sozial: demokratie jenen Glaubenswechseln zu. „Wechseln die Großen die Konfession aus Nützlichkeits gründen, so ist es kein Wunder, wenn die Kleinen die Nutz anwendung daraus auf die Religion überhaupt machen und rufen:„Fort mit dem ganzen Plunder!" Aber, Herr Hofprediger a. D., wenn Sie„evangelisches Ehrgefühl" bei den Großen vermissen, wie steht es denn mit dem ihrer evangelischen Amtsbrüder? Wie das evangelische Konsistorium die Doppel-Ehen des preußischen Königs Friedrich Wilhelm II. sanktionirte, so warf sich erst jüngst ein hochorthodoxer Pastor im Reichstage zum Ver- theidiger des Duells auf. Und wenn jetzt hinterher, wo es zu spät ist, Sie, Herr Stöcker, und etliche Ihrer Amts: über den Glaubeuswechsel der wo waren Sie und Ihre evan gelischeu Amtsbrndcr, vor allem in Hessen selbst, als jener Religionswechsel in Vorbereitung stand? Da troff es förmlich von allen Kanzeln von Salbung über die im Himmel geschlossene Ehe!— AnS Ungar« schreibt man uns: Die Feldarbeiter im un- garische» Tieslande(im Alföld), welche nur zwei Monate lang im Jahre beschäftigt sind und während dieser Zeit zur Erhaltung ihrer Familie, zum Zahlen der hohen Steuern und des Mieths- zinses nur 30— 100 fl.(100—170 M.) verdienen, rafften sich, zum Denken durch den Hunger gezwungen, vor etwa 3 Jahren auf; sie wollten einen Arbeiterklub gründen, um sich zu bilden und um ihre materiellen Interessen zu wahren; sie wollten zu Beschästigimg kommen, um Brot zu verdienen. DaS ist aber unmöglich. Die Maschine in der Landwirthschaft macht immer mehr Hände überflüssig. Wir haben jetzt noch in 4 Komitaten im Alsöld wenigstens 80 000 arbeitslose Feldarbeiter, welche erst im Juli zur Ernte auf Beschäftigung für 2-3 Wochen rechnen können. Diese Feldarbeiter sind der schlagende Puls in der ungarländischen Sozialdemokratie. Die industriellen Arbeiter stehen hinter den Feldarbeitern weit zurück. Massenweise lassen sich diese die sozialistische Literatur bringen und verbreiten die selbe. Die Redner der Bauern übertreffen die der industriellen Arbeiter in hohem Maße. Und diesen Arbeitern verbietet die Regierung jede Gründung von Arbeiter-Bildungsvereinen. Die Hodmesöväsärhelycr reichten schon dreimal ihre Statuten ein, diese kamen aber immer mit der Bemerkung zurück, sie werden nicht genehmigt, weil man an ihnen die sozialistischen Absichten der Vereinsgründer erkennt. Andere werden ohne jede Bemerkung zurückgesendet. Nun nahmen die Hodmesöväsärhelyer Arbeiter ein Haus mit einem großen Hose in Pacht: wo sie zusammenkamen und sozialistische Brochüren lasen. Es sind dies die Zukunft der Sozial: demokratie, Kapital und Arbeit von Marx, Lassnlle's Rede über die Arbeiterfrage, Grundzüge des Sozialisinus, die Ziele der Arbeiterbewegung von Jakoby, die Sozialisten konimen und was wollen die Sozialdemokraien. Diese sind in ungarischer Sprache übersetzt und von der sozialdemokratischen Partei heraus gegeben. Bei Vorlesuiigen oder Lionferenzen waren in letzter Zeit immer ö— 8000 Menschen beisammen und bei Vcrsamm- hingen 10—12 000. Auch in anderen Bauernstädten wurden so gut besuchte Versammlungen abgehalten. Der intelligenteste Gc> noffe ist der jetzt in Kellen liegende Sozialdemokrat Koväts, Johann, ein Tagelöhner, welcher mit seinen Reden die Arbeiter in Staunen, die Großgrundbesitzer aber in Schrecken versehte. Vorige Woche wurde» Mmu von der Polizei aus dem Vereins- hause sowie auch von einzeliien Genosse» sämmtliche Bücher weg- geiragcn. Die Polizei zerkratzte mit ihren Säbeln im Versammluugslokale der Arbeiter die Bilder von Laffalle und Marx soivie die Hausordnnng. Ein paar Tage daraus mußte unser Genosse Koväts, vom Volke aufgefordert, sich ins Siadlhans begeben, um die Bücher zu verlangen. Der Stadthauplmann sagte ihm. er möge Sonntag wieder kommen. Er that es. Hinter ihm wurden aber auch dann die Stadthaus- Thore geschlossen. Vor dem Sladthanse war wie gewöhnlich am Sonntage eine Menschenmenge von 4000 Personen versammelt, die alle ihren Führer gut kennen. Sie sahen alles init an und warteten vergebens auf seine Rückkunft, Dabei erfuhren sie, daß er ins Gesangniß geworfen wurde. Sie verlaugten mit lanle» Worten die Freilassung ihres Führers. Da sprengte die Gendarmerie zu Pferde heraus und schoß auf das Volk. Ter Obcr-Stadthauplmann gab einen Schuß vom>. Stock herunter. Das Volk konnte nicht entweichen, weil der Stadthauöplatz keine Seiteugasse» besitzt. Drei verwundete Genossen sind bereits ge- storben, etwa 30—40 sind schwer oder leicht verwundet. Die Volks- Massen griffen in ihrer Verzweiflung zu den Steinen, denn sie sagten, kerben müssen wir auf zeden Fall. Sie warfen die Sleine den Gendarmen entgegen und zerbrachen einige Fenster des Sladt- Hauses. Der angerichlete Schaden beträgt»ach Aussage des Obergespans 6—7 fl. Tie Husaren kamen angerückt, hieben in die Menge und zerstrenteii dieselbe. Der Belagerungsznstand ist bereits im ganzen Alsöld proklamirt. Jedes Dorf bekam Militärbesatzung. Dienstag und Mittwoch waren in Budapest ünf Genossen von Hodmesöväftrhely, welche der Minister des Innern, dem sie ihre Beschwerden vorbringen wollten, nicht empfing. Seine Antwort war: Aufwiegler empfange er nicht. Hiekauf gingen sie zum Abgeordneten und Advokaten Karl Eötvös, welcher sie über ihre Lage und Fordcrnngeil ausfragte. Er richtete dann im Namen der Deputation eine Eingabe an den Justizminister, welche er per« sönlich übergab; die Bauern bekamen daS Versprechen, er werde die Untersuchung beschleunigen laffen. Wirklich ist es auch ge- schehen. Den anderen Tag wurden 10 Genossen an Händen und Füßen in Eisen geschlagen und nach Szegedin überführt, wo sie jetzt im Kerker schmachten. Bis 25. April, Abends, wurden 74 Genossen verhaftet. In der Ziegelei wurden die drei besten Arbeiter und Genossen ebenfalls gefangen genommen. Gegen dieses ungerechte Verfahren protestirte der Fabrikleiter, welcher dann ebenfalls verhaftet wurde. Unser Genosse Kovats wurde allein von sechs Gendarmen begleitet nach Szegedin überführt. Weitere Verhaftungen stehen bevor. Wieder Einer zum Tode verurtheilt! Und in wenigen Wochen, nachdem die üblichen Förmlichkeiten der Dame mit den verbundenen Augen erfüllt sind, wird wieder der Kopf eines Menschen vor versammeltem Volk abgeschnitten werden. Und das nicht in dem Königreich D a h o m e h, dem Lande der schwarzen Barbaren, sondern in Paris, der Hauptstadt der zivilisirlen Welt, wie sie sich gerne nennt, und unter dem Bei- fall der zivilisirten Welt. Aber es ist ein Anarchist, und der Mann hat gemordet, und er hat noch mehr zu morden versucht. Anarchist hin, Anarchist her— das geht die Justiz nichts an, welchen Titel ein Mensch sich beilegt oder welcher ihm bei- gelegt wird. Doch er hat Menschen getödtet, und ausdrücklich erklärt, er habe sie tödten wolle». Er ist also ein Mörder im Sinne des Gesetzes. Und auf Mord steht die Todesstrafe. So weit ist Alles in Ordnung— bis aus den Schluß, der nicht richtig ist. Wir wollen uns jetzt nicht in entrüsteten Protesten gegen die Todesstrafe im allgemeinen ergehen. Bleiben wir bei der S a ch e. Und da haben wir zu sagen: selbst das Gesetz, so wie es heute steht, erheischt zur Konstituirung des Begriffs Mord im Sinne des Gesetzes außer dem Willen und der Absicht des Thäters auch die Feststellung seines klaren Bewußtseins und seiner Fähr gkeit folgerichtigen Denkens. Das ist unerläßlich. Der Malaie, der durch geistige Getränlle, durch Opium oder Haschisch aufgestachelt, einen„Muck rennt", das heißt sich mit einem Dolchmesser ans die Straße stürzt und jeden, den er begegnet, niedersticht, hat unzweifelhaft den Willen und die Absicht zu tödten; allein selbst die englischen Kolonialgerichte, die sonst wahrhaftig nicht fackeln, betrachten den Thäter nicht als Mörder, und zwar deshalb, weil das Kriterium des klaren Bewußtseins fehlt. Und der„Muckrenner", der von seiner rasenden Menschenjagd mit dem Leben davon kommt — was freilich nur selten der Fall ist— wird nicht zum Tode verurtheilt, sondern zur Einsperrung— als Schutz für ihn selbst und als Schutz für die Gesellschaft. Genau in der Lage dieser malaiischen„Muckrenner" sind die Anarchisten der„That" von dem Schlage der R a v a ch o l, V a i l l a n t, H e n r y. Es sind ausnahmslos Leute, denen die Klarheit des Bewußtseins und die Fähigkeit folgerichtigen Denkens mangelt. Oder läßt sich ein logischer Zusannnenhang entdecken zwischen der Tödtung einer beliebigen Zahl lustwandelnder oder im Cafö sich ergötzender Menschen(Männer, Frauen, Kinder)— und einer Besserung der sozialen Verhältnisse? Daß ein exaltirer Kopf sich gewalllhätig gegen den Vertreter oder die Organe eines politischen Systems, unter dem er zu leiden hat, wendet, hat— man mag es billigen oder nicht— eine gewisse logische und psychologische Berechtigiing. Allein, harmlose Spaziergänger oder Wirthshausgäste in die Luft sprengen, um das Elend aus der Welt zu schaffe», das ist der helle Wahnsinn— oa fehlt jeder logische Zusammenhang zwischen Zweck und Mitteln. Und Menschen, die so handeln, gehören in das Irrenhaus, nimmermehr aufs Schaffst. Freilich, bei Henry hat man die„Kaltblütigkeit", die„Klar- heil", die„Folgerichtigkeit" der Antworten bewundert und aus- drücklich hervorgehoben, um den Einwand der„Unzurechnungs- fähigkeit" bei Seite zu schieben. Wer so redet und argumentirt, hat niemals mit Irren verkehrt. Kaltblütigkeit bis zur absoluten Uncmpstndlichkeit ist bei beginnender Hirnlähmung sehr häufig; das Gefühl des Schmerzes und der Furcht ist bei solchen Un- Incklichen oft vollständig ertödlet. Wir selbst waren schaudernd Zeuge, wie einer sich unter vergnügtem Lachen einen Frngernagel abriß und mit dem blutenden Stumpf den Tisch trommelte. Dieser Henry mit der unheimlich niederen Stirn, dem winzigen Schädel, den welken abgelebten Zügen— dieses frühreife Genie", das mit 16 Jahren das Matnritätsexamen glänzend bestand und mit 17 Jahren schon dem Absynth mit Opium zu älse kommen mußte,— er entspricht in jedem serner Züge und igenthümlichkeiten einem Typus, den jeder Irrenarzt kennt, und der in jeden, Jrrenhause zu finden ist. Einen Irrsinnigen aber darf man nicht strafen. Und einen Irrsinnigen hinrichlen, heißt einen Mord begehen. Und doppelt verbrecherisch ist dieser Mord, wenn er von der söge» nannten Slaatsraison eingegeben und im Interesse der Herr- schenden Klaffen zur Förderung gemeinschädlicher Ziele verübt ivird.— Zehn TodeSnrtheile beantragte der Regierungs- kommrssar in dem zu Barcelona tagenden Kriegsgerichte gegen die an dem Attentate gegen den Marschall Martinez Campos angeblich betheiligten Anarchisten.— Verkürzung der Arbeitszeit. Die zweite schwedische Kammer hat mit 101 gegen 89 Stimmen beschloffen, dem Vorschlage des Sozialausschnsscs Folge zu leisten und eine Klarstellung der Rcgulirnngsfrage der Arbeitszeit zu ver- langen. Die 89 Stimmen warey sür einfache Ablehnung. Bezeichnend ist es aber, daß von de» Gegnern deS be- 'cheidenen Beschlusses nur ein einziger das Wort zu er- greisen wagte.— Glaubensfreiheit in Norwegen. Der„Odelsting" (das„Herrenhaus") hat ein neues Gesetz betreffend das Glaubensbekenntniß der Beamten angenommen. Die wesent- liche Veränderung besteht darin, daß die Regierungsbeamten und der Amtmann nicht mehr Mitglieder der Staatskirche zu sein brauchen und auch keiner christlichen Gemeinde an- gehören müssen.— Norwegen ist ein„Banernstaat", und dennoch ist er weiter als das„Land der Schulmeister", Preußen, hinsichtlich der geistigen Freiheit.— Klein Alexander läßt daS serbische Volk unausgesetzt 'irovoziren; so erklärt ein von ihm gezeichneter Ukas auf Vorschlag des Ministerrathes die Entscheidung der Regent- schast und der Sknptschina betreffend die Eltern des Königs für verfassungswidrig und ertheilt dem König Milan und ver Königin Natalie die ihnen als Mitgliedern des könig- liehen Hanfes verfassungsmäßig zustehenden Rechte wieder. Von Verfassungsbruch zu Verfassungsbruch! Das ist die Parole der serbischen Regierungen.— Vou Unruhen in Serbien berichtet die„Frankfurter Zeitung": „In der Kreisstadt Palanka weigerte sich die radikale Ge- meiudeverwaltnng, den Anordnungen des Finanzministers Petro- witsch betreffs der Steuereintreibung nachzukommen. Dem Gesetze entsprechend wurde vorgestern die SlaatZverwaltunz hiermit beauftragt, der aber die Gemeinde die Ausfolgung der nothwendigen Belege verweigerte. Es kam zu einer Revolte, so daß die bewaffnete Macht einschreiten mußte. Nach Ver- lauf einer Stunde war die Ordnung wieder vollständig her- Sestellt; mehrere Aufrührer wurden verhaftet, einige Personen nd verwundet. Im Laufe de- Nachmittags genügten alle Ein- wohner ihrer Steuerpflicht/— Für den Inhalt der Jnierate über nimmt die Redaktion dem Bublikum gegenüber keinerlei Verantwortung and sigilate Theater. Dienstag, den 1. Mai. 2 Opernhaus. Die Zauberflöte. Morgen: Die Afrikanerin. Schauspielhaus. Lehte Liebe. Morgen: Die Journalisten. Deutsches Theater. Geographie und Liebe. Morgen: Der Herr Senator. Leffing- Theater. Das zweite Geficht. Morgen: Niobe. Die Orientreise. Berliner Theater. Othello. Morgen: Aus eignem Recht. Neues Theater. Zerstörtes Eheglück. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Friedrich- Wilhelmädt. Theater. Der Vogelhändler. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Rehdenz- Theater. Dekorirt. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Central- Theater. Der Registrator auf Reifen. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Adolph Erunt- Theater. Charley's Tante. Vorher: Die Bajazzi. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Viktoria Theater. Die Kinder des Kapitän Grant. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Alexanderplat- Theater. Nachteulen von Paris. Die Morgen: Dieselbe Vorstellung. National Theater. Anna- Marie, mein Engel, ich verehr' Dich. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Theater Unter den Linden. Pariser Leben. Hierauf Farfarello. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Wintergarten. Spezialitäten- Vorstellung. Unferem Roll. V. Schols gratulirt assage- Panopticum m Geburtstag am Weltfelertag P 500 Sehenswürdigkeiten 3065 von 9 Uhr früh bis 10 Uhr Abends u. a.: Blaue Grotte, hisforische Dioramen, Illusionen etc. Im Theatersaal v. 6 Uhr ab: Spezialitäten- Vorstellung Ganz neues Programm! Entree 50 Pf. Kinder 25 Pf Castan's Panoptikum. Im 9. Kreise der Hölle: Der Rutsch a. d. Rafirmesser. Elite- Damenkapelle Austria. Victoria- Brauerei, Lühowstraße 111-112. Am Simmelfahrtstage: Große ExtraSoiree der Stettiner Sänger Herren: Meysel, Hankel, Pietro, Britton, Die Lokalkommission d. N. W. D. K. D. M. Todes- Anzeige. Achtung: Parteigenossen! Achtung! In folgenden Lokalen sind organisirte GastwirthsGehilfen zur Maifeier beschäftigt und sind dieselben vom Allen Freunden und Bekannten zur kostenlosen Arbeits- Nachweis, Annenf r. 16, TelephonMann, seiner Kinder sorgsamster Bater, Amt IV Nr. 1116, entnommen. seme der Bergolder Brauerei Friedrichshain, am Königsthor; Elysium, 1280 Emil Neergaard 2956 nach langem schwerem Leiden am Landsberger Allee; Norddeutsche Brauerei, Chausseestraße; Sonntag früh 51/2 Uhr unter Qualen Neue Welt, Hasenhaide; Konzerthaus Sanssouci, Rottbuserverschied. Die Beerdigung findet statt am Donnerstag, den 3. Mai, Nachm: Straße; Konkordia- Festsäle, Andreasstraße; Weimann's 3 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Volksgarten, Gesundbrunnen; Feen- Palast, Burgstraße; Jakobi- Kirchhofes( Brit). 2955 Bock- Brauerei, Tempelhofer Berg; Jägerhaus, Schönhauser Allee; Ahrens Brauerei, Moabit; Runge, Rirdorf; Gröpler, Rirdorf; Klein's Hotel, Stöpenic; GambrinusTheilnahme bittet Um stille Wittwe Neergaard nebst zwei Kindern. Hierdurch die traurige Nachricht, Brauerei, Charlottenburg. daß unfer Sohn Paul Keller 305b am 29. April, Vormittags 111/2 Uhr, nach kurzem Krantenlager gestorben ist. Die Beerdigung findet am 1. Mai Nachmittags 3 Uhr, vom EmmausKirchhof aus statt. Carl Keller nebst Frau, Wienerstr. 45. Herzlichen Dank allen Denen, welche sich am Begräbniß unserer unvergeßlichen Tochter Gertrud Preuß betheiligten, für die zahl reichen Kranzfpenden. So auch den Sängern. 3016 Die tieftrauernden Eltern. Hiermit sagen wir allen Kollegen, Freunden und Bekannten für die zahlEberius, reiche Betheiligung bei der Beerdigung Steidl, meines lieben Manues, unferes guten Baters, des Böttchers Otto Fischer, unseren herzlichsten Dank. 3096 Bliemchen und Blank. Bei besonders schönem Wetter Reichshallen- Theater.Spezialitäten Anfang Borstellung. Apollo Theater. Vorstellung. Spezialitäten. Saufmann's Variété. Spezialitäten Vorstellung. Varodie Theater. Vorstellung. SpezialitätenCentral- Theater. Alte Jakobstraße 30. Erftes Wiederauftreten von Emil Thomas nach seiner Rückkehr aus Amerika. Zum 1. Male: Der Registrator auf Reisen. Poffe mit Gesang in 3 Atten von L'Arronge und v. Moser. Morgen: Zweites Gastspiel von Emil Thomas: Der Registrator auf Reisen. Adolph Ernst- Theater. Heute: Charley's Tante. Schwant in 3 Att. v. Brandon Thomas. Vorher: Die Bajazzi. im Garten. Uhr. Entree 50 Pi Nach der Soiree: Tanzkränzchen. Freitag: Viktoria- Brauerei. Alcazar. Variété- u. SpezialitätenTheater. Ww. Fischer nebst Kindern. Empfehle mein Geschäft in frischen Blumen und Kränzen. 5441 L* Der Vorstand des Vereins Berliner Gastwirthsgehilfen. 498/4 Berliner Gewerkschafts- Kommission. Mittwoch, den 2. Mai, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Ehrenberg, Annenstraße Nr. 16: Oeffentliche Versammlung der Delegirten. Tages Ordnung: 1. Die Aussperrung der Schuhmacher in Burg. 2. Der internationale Bergarbeiter- Rongreß in Berlin. 3. Die weitere Thätigkeit des Gewerkschafts292,4 Bureaus. 4. Gewerkschaftliches. Der geschäftsführende Ausschuss der Berliner Gewerkschafts- Kommission. Maler, Ladirer und Anstreicher. Am 1. Mai, Abends 7 Uhr, hält die Liedertafel der Maler in den oberen Sälen des Herrn Cohn, Beuthstr. 21, ein geselliges Beiſammenſein verbunden mit Gesangsvorträgen und Tanz ab. Die Kollegen werden ersucht, sich hieran zu betheiligen. 235/15 Entree frei. Der Vertrauensmann der Maler Berlins. G. Link, Rottbuser Damm 37. Robert Meyer, Steinseher und Berufsgenossen Berlins r 2. Mariannenstraße Nr. 2. NB. Um häufigen Irrthum zu vermeiden, bitte ich meine Freunde und Genossen, genau auf meine Adresse zu achten. Dresdenerstr. 52/53( City- Passage.) Dr. Julius Baruch, pr. Arzt, Vornehmster Familien- Aufenthalt. Neu! Höllenqualen. Neu! Poffe in 1 Att von Bernhard. Nou! Gingeseift. New! Operette in 1 Att v. A. L'Arronge. Auftreten sämmtl. Spezialitäten. Wochentags 8 Uhr. Anfang: Sonntags 7 Uhr. Entree: Wochentags 20 Pf. Sonntags 30 Pf. R. Winkler. Ausstellungs- Varf und Umgegend. Donnerstag, den 3. Mai( Himmelfahrtstag), Vormittags 10 Uhr, in Noach's Feßfälen, Brunnenstr. 18/19: Große öffentliche Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag über Krankenkassen mit besonderer Berücksichtigung unserer Innungstaffe. Referent: Herr Borchardt. 2. Diskussion. 3. Wollen wir wohnt jetzt Landsbergerstr. 48, I. Poliklinik f. Rinderkrankheit. Dienstag unsere Innungstaffe auflösen. 4. Verschiedenes. Der Vertrauensmann. und Freitag 81/ 2-91/ 2 Uhr. 302b 299c Willkommen zur Raifeier! 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Beleuchtung. Täglich: Große Künstler- SpezialitätenVorstellung. Auftreten von Künstlern I. Ranges. Kapelle 24 Mann stark. Anfang 8 Uhr. Moabiter Gesellschaftshaus. Alt- Moabit 80/81.( Pferdeb.- Berbind.) Täglich: Concert, Theatern. Spezialitäten12L Vorstellung. Anfang 4 Uhr. Entree 30 Pf. Helmuth Peters. Mittwoch, den 2. Mai, Vortrag über: Ref: Herr RechtsHerzfeld. Nord- Schule. Gejegestunde. anwalt Bertold. 455/14 Die Mitglieder werden ersucht, zahlreich zu erscheinen Achtung! Grünau, Der Vorstand. Achtung! Dienstag, den 1. Mai 1894, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Mattel ( früher Schö 3), Röpnickerstraße Nr. 105: 480/13 Grosse Volks- Versammlung. Nach der Versammlung: Tanz. E Der Vertrauensmann: Dummer. Am 1. Mai bleibt mein Geschäft geschlossen. 298b Boxendes Känguruh 1dtd. Bift- Bilder 3 M. Th. Mayhofer Nachf., Buchhandlung, Stolportage- und mit seinem Dresseur Mr. Janson. Concert u. Theater 2c. Empfehle den Genossen mein Weißu. 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Die Kommission ist aber zu einem Beschluß nicht gekommen. Nach Z S der früheren Kommissionsbeschlüsse sollten wähl- berechtigt sein: 1. In selbständigen Gutsbezirken die Guts- eigenthumer(Gutspächter). 2. In Stadt« und Landgemeinden die Eigenthümer beziehungsweise Pächter, deren Grundbesitz oder Pachtung den Umfang einer selbständigen Ackernahrung (nach der Vorlage: Den Umfang einer die Haltung von Zugvieh zur Bewirthschaftung erfordernden Ackernahrung) hat. Weiter werden Bestimmungen über das Wahlrecht der Pächter, der Nutz- nießer und der weiblichen Besitzer getroffen und schließlich be- stimmt, daß die Satzungen die Berechtigung zum Wählen auch an die Eigenthümer. Pächter und Nutznießer kleinerer Besitzungen verleihen können. Ein Antrag des Abg. Herold(Z.) will an stelle der einen Wahlabtheilung, welche die Kommissionsbeschlüsse und'.der zwei Abtheilungen, welche die Vorlage vorschlägt, drei Wahlabtheilungen setzen. In der Abstimmung werden sämmtliche Anträge, die Kom missionsbeschlüffe und die Regierungsvorlage abgelehnt und zwar der Antrag Herold gegen die Stimmen des Zentrums; die Kom- missionsbeschlüffe mit 164 gegen 144 Stimmen; die Minderheit bildeten die Konservativen, die Polen und von dem Zentrum die Abgg. v. Gliszczmski-Costau, v. Strombeck, Rintelen, v. Kehler, v. Los, Gras Hönsbröch und Prinz Arenberg. Zum Z 7 liegt ein Antrag des Abg. v. Hönöbröch vor, wo- nach Sie Staatsbeamten(insbesondere die Landräthe) nur dann wählbar sein sollen, wenn sie nach den Bestimmungen der in der betreffenden Provinz geltenden Kreisordnung dem Verbände der Großgrundbesitzer angehören. Der Antrag des Grasen Hönsbröch wird in der Eventual- abstimmung angenommen gegen die Stimmen der Konservative:'., h 7 mit diesem Antrage aber verworfen. Nach§ 6 sollen in denjenigen Wahlkreisen mindestens zwei Mitglieder gewählt werden, von denen einer dem Verbände der größeren, einer dem Verbände der kleineren Grundbesitzer angehören muß. Die Kommission hat diese letztere Bestimmung gestrichen. Abg Herold beantragt, daß in drei Klassen gewählt werden soll, weil die Interessen aller Grundbesitzer allerdings die gleichen feien, aber die praktischen Bedü-fniffe seien verschiedene und deshalb muß die Wahl von Vertretern der einzelnen Gruppen gesichert werden. Der Antrag Herold wird abgelehnt, der Antrag vom Heede wird in der Eventualabftimmung von den Rationalliberalen und Konservativen angenommen, Z 8 mit diesem Antrage aber gegen die Stimmen der Korservativen verworfen, wobei Abg. v. Buch den Zwischenruf macht: Das ist die Probe aus die Bauern- freundlichkeit! Danach werden sämmtliche Abänderungsanträge zurück- gezogen und die noch ausstehenden Paragraphen ohne Debatte gegen die Stimmen der Konservativen abgelehnt. Schluß 3 Uhr. Nächste Sitzung Dienstag II Uhr. Dritte Lesung der Novelle zur evangelischen Kirchenverfassung; dritte Lesung des Gesetzentwurfs betreffend die durch die Neuorgani- sation der Eisenbahnverwallung überflüssig werdenden Beamten und Antrag Ring wegen Aenderung der Kreisordnung. Maifeier In der Stadt Dresden, sowie in den Amts- bauptmannschaftcn Dresden Alt- und Neustadt sind alle öffent- lichen Aus- und Umzüge am l. und 3. Mai. sowie alle An- und Versammlungen auf Straßen und Plätzen oder sonst im Freien verboten. Den Aus- und Umzügen sind nachBe finden gleich zu achten sogenannteMafsen- spaziergänge, auch wenn sie nur gruppenweise und ohne feste Gliederung sich bewegen. Wir halten letztere Bestimmung, welche sehr stark an «inen Belagerungszustand erinnert, einfach für ungesetzlich.— In Bremerhaven, wo ein Umzug gestattet worden ist, nehmen die Arbeiter und Arbeiterinnen, nach Branchen geordnet, am Abend des 1. Mai Ausstellung. 26 Gewerkschasten haben Maifeier im Walde. Von Ernst Almsloh. »Der erste Mai, der grüne Mai, von rothen Wimpeln fluthet's drein, .Nun bin ich frisch und froh und frei und will mein Lied dem Frühling weih'n.* Henckell. Ich stand in eini»weiten, weglosen Wüste. Um mich herrschte dunkle, beängstigende Nacht. Wohin rch zagend meinen Fuß setzte, strauchelte ich, und rathlos und verzweifelnd sah ich mich nach einer rettenden Hand, nach Hilfe um. Da endlich, ganz in der Ferne, bemerkt- ich ein schwaches Lichtchen, nur eine» kleinen sternartig leuchtenden Punkt. Hoffnunggeschwellt eile ich strauchelnd aber unaufhaltsam dem Lichte zu. und je näher ich komme, um so freudiger, um so stürmischer eile ich ihm entgegen.. � v Und ich erkenne eine mächtige Fackel, dl« lodernd lhren blendenden Schein zum Himmel wirft. Ein großes, stolzes, göttliches Weib hält jdie Fackel in der Rechten. Ein faltenreiches Gewand bedeckte ihre wunderbaren Formen, mit flammendem Auge blickt sie mir entgegen und in überwallender Begeisterung rufe ich aus: .Freiheit! Göttin!"--- Da erlischt alles schemengleich und verwirrt und befangen öffne ich die Augen. Ein-kleiner neckischer Sonnenstrahl, der sich durch das geöffnete Fenster auf mein Bett gestohlen, hat mich in lieblichem Spiel genarrt und mir im Traum die Königin der Freiheit Unter dem Eindrucke des sonderbaren Traumes schließe ich »och einmal die Augen..... Aber der sürwitzige Sonnenstrahl läßt mir keine Ruhe mehr. Immer wieder muß ich mit blinzelnden Augen in sein strahlendes, ihre Theilnahme zugesagt.— Den Genossen in B u r s ch e i d ist es seitens des Bürgermeisters verboten worden, bei der Mai» f e i e r Entree zu erheben. Auf welchen Paragraph der Bur- fcheider Bürgermeister fein„Verbot" stützt, ist uns gänzlich un- erfindlich. Es bleibt dem Verwalter eines öffentlichen Festes (vorbehaltlich der polizeilichen Anmeldung und Hinterlegung der Abgaben) unbenommen, Entree zu erheben und eine Beschwerde höhern Orts würde auch hier wohl Remednr schaffen. Freilich bis zum Entscheide würden Wochen vergehe» und dadurch die Maiseier in Burscheid vereitelt werden.— In Italien wird das gehetzte und geknechtete Volk am I.Mai trotz aller Chikanen seitens der Polizei in großen Massen demonstriren. Die Präfekten berichten an das Ministerium des Innern übereinstimmend. daß überall Kundgebungen organisirt sind.— Die in Warschau verhafteten 250 Demonstranten fallen über den 1. Mai hinaus, sür welchen Tag durch anonyme Aufrufe stark agitirt wird, in Gewahrsam bleiben. Die Budapester Polizeibehörde verbot die Mai- f e i e r der Arbeiter in der Hauptstadt als eine Demonstration des Proletariats gegen die Gesellschaft, welche zu Ordnungs- Widrigkeiten führen könnte.— Das„Hamburger Echo", die Magdeburger„Volksstnnme", die„Münchener Post", wie über- Haupt wohl alle Parteiblätter, werden am ersten Mai nicht«- scheinen. •• » lieber den Verkauf des von dem bergmännischen Rechts schutzverein in Bildstock erbauten„Saalbau's" wird aus St. Johann a. d. S. berichtet: Ter Saalbau, als dessen Eigenthümer das frühere Vorstandsmitglied Berwanger in dem Kaufakt über den Grund und Boden des Gebäudes verzeichnet ist, ging vor einiger Zeit für den Kaufpreis von ca. 30 000 M. in den Besitz des Bierbrauers Friedrich Schmidt zu Neunkirchen über. Hinter diesem stand niemand anders als der kgl. preuß. Bergfiskus selbst. Der Behörde kam es darauf an, ein Seßhaft- werden der Sozialdemokratie im Saarrevier unter allen Um- ständen zu verhüten. Behufs Ungiltigkeitserklärung des von Berwanger mit Schmidt bethätigten Verkaufes des Saalbaues hatten verschiedene der früheren Vorstandsmitglieder und Führer der bergmännischen Bewegung, insbesondere Warken und Schills, die Feststellungsklage bei dem Landgericht Saarbrücken erhoben. Nachdem im Laufe des Rechtsstreites«in Theil der Kläger aus dem Prozeß freiwillig ausgeschieden war, hat das Landgericht gestern die erwähnte Klage kostenfällig abgewiesen und damit das Eigenthum des p. Schmidt anerkannt. Mangels der ersorder- lichen Geldmittel dürfte diese Angelegenheit beendigt und eine Berufung an das Ober-Landesgericht zu Köln ausgeschlossen sein. »* » Das Bochumer Bombenatteutat suchte man seiner Zeit nach allbewährtem Muster bekanntlich den Sozialdemokraten an die Rockschöße zu hängen. Die stattgehabte öffentliche Ver- Handlung hat nun das völlig Grundlose all dieser Behauptungen ergeben. Die„Köln. Volkszeitung", jedenfalls kein sozialisten- freundliches Blatt, schreibt u. a. in ihrem Bericht:„Ter An- geklagte hatte in feinen ersten Verhören geheimnißvolle Andeutung «macht, als habe er im Austrage und im Interesse einer be- immten Partei gehandelt, indeß ergab die Beweisaufnahme nach dieser Richtnng hin nichts Greifbares. Ebenso wenig konnte Pfeif fer's Zugehörigkeit zur sozial- demokratrschen Partei festgestellt werden; feine Lieblingslektüre war ein sogen, farbloses Blatt."— Auch der Staatsanwalt zerstörte durch sein Plan doyer die Legende, daß Pfeiffer ein„enragirter Sozialist" sei und stellte das Verbrechen als ein jeden politischen Beigeschmacks entbehrendes hin. » Wie'S geniacht wird, um die Ausbreitung der fozialisti- scheu Idee möglichst zu hemmen, welch' kleinliche Mittel nament- lich in den Proviuzialstädlen angewandt werden, die erste Regung im Keinze zu ersticken, geht wieder recht deutlich aus einem Schreiben hervor, welches der„Münchener Post" aus I n g o l- st a d t zugeht. Es heißt dort: Ingolstadt ist keineswegs eine von jenen Städten, allwo die Sozialdemokratie ohne Schwert- streich Eingang und Verbreitung findet. Die geistlichen und weltlichen Schnüffler und Rüttler thun ihr Mög- lichcs, um die Entwickelung freien Denkens und selbst- ständigen Handelns hintanzuhalten. Schilderte doch ein Eingesandt ans Ingolstadt erst in letzter Woche das schneidige Vorgehen hiesiger Ordnungssäuleu, wie sie uns ein Lokal, m welchem Genosse Vollmar sprechen sollte, abgetrieben und der Wirth zum Wortbruch verleitet wurde. Die betreffende Nummer der„Münchner Post" gelangte hier in vielen Exemplaren zur Verbreitung, was aber seitens der hohen Obrigkeit nicht un- gerochen bleiben sollte. Am Sonntag kam die„Münchner Post' hier zur Verbreitung, am Montag hatte es die Hoch- wohllöbliche heraus. wer die Schauderthat verübte. Im vollen Eiser, mit wichtigem Gethue und ernster Miene trat dann am Montag ein Polizist in eine Sattlerwerkstätte und klares Antlitz schauen und jedesmal ist mir's, als wollte der zarte Strahl mir etwas mitt heilen,«twas, das ich vielleicht ver- gessen habe. Da ermuntere ich mich denn endlich. Ach! Das ist's! Daran hat mich der liebe, freundliche Sonnenstrahl erinnern wollen: Ter erste Mai! Ter Weihetag der Arbeit! Und dankbar blinzele ich den leuchtenden Maiboten an. Aber er läßt mir noch keine Ruhe! Er will offenbar nicht, daß ich noch länger in weichlicher, dumpfer Bettstatt zubringe, er lockt mich hinaus in die Natur, in den Wald. Und als ich da auch noch draußen lustig eine Amsel schmettern höre, da springe ich ans. Ja, hinaus in den Wald! Das ist der Ort, wo ich am weihe- vollsten den herrlichen Festtag einleiten kann.--- Noch leer sind die Straßen, die ich rasch durcheile. Nur hier und da sehe ich gruppenweise die heute doppelt bemitlcidenS- werthen Frohnsklaven der Arbeit ihrem Tagewerk zueilen. Aber sie blicken heute nicht fo gleichgiltig und stumpf drein wie sonst, sondern freudig, mit leuchtenden Augen begrüßen sie sich; ist doch heute ihr höchster Feiertag!------- Ewig schöne Waldesnatur! Wie viele Dichter haben deine Pracht in begeisterten Worten gepriesen, wie viele Sänger haben mit lautem Munde dein Lob gesungen! Und doch bist du ewig jung, doch ergreifst du der Menschen Herz mit derselben Allgewalt wie schon vor tausend Jahren, doch zeigst du, daß gegen deine uralte, wunderbare Schönheit alle Menschenkunst nur Stück- werk ist! Kühl und schattig umgiebt mich das Laubdach des Waldes, auf den Blättern liegt der Tha» der verwichenen Nacht und in jedem Tröpfchen bricht sich das leuchtende Sonnenlicht in tausend glitzernden Farben.' Ein frischer, herbsüßer Duft quillt aus Baum und Strauch und wunderbar geheimnißvoll rauschen und wispern die Bäume. Ob auch die Natur, ob auch der Wald wohl weiß, daß heute der Mai, die wunderbarste Zeit für alles, was Leben heißt, beginnt? frage ich mich. Fast möchte ich es glauben. Scheint mir's doch, als hätte fragte nach einigen Namen. Als die Betreffenden sich gemeldet hatten, zog er die„Münchener Post" heraus und fragte in- quisitorisch:„Kennen Sie diese Zeitung?" Die Antwort war ein„Ja". Auch gestand der gefragte Arbeiter zu, daß er die Nummer mit verbreitet habe und nur bedaure, daß die Exemplare viel zu wenig waren. Dem Arbeiter wurde dann gesagt, das weitere folge nach. Während der Woche sah man denselben Poli- zisten sich wiederholt mit dem Prinzipal, dem Sattlermeister, unter- halten, wie denn auch herauskam, daß dieser ein Schriftstück des Gouvernements unterschreiben mußte. Was der Mann unter- schrieb, läßt sich wohl denken. Am Sonnabend wurden die beiden Gesellen entlassen, weil es nicht angehe, daß Sozialdemokraten in einem Geschäfte arbeiten, das sür die terren Offiziere und für die Armeeverwaltung arbeite. en Einwurf eines Gesellen, ob sie denn politisch bevormundet seien, lehnte der Meister ab, indem er meinte, ihm persönlich sei es gleich, was seine Arbeiter außer der Arbeit machen, allein Sozialdemokraten könne er nicht befchäftigen, sonst verliere er die Arbeit für das Militär,(sie!) Kurzum, die beiden Männer wurden auf die Landstraße geworfen. Einer derselben arbeitete sieben Monate, der andere über ein Jahr im betreffenden Geschäft. Beiden Gesellen wurde je ein musterhaftes Zeugniß ausgestellt und in demselben gesagt, daß die tüchtigen Arbeiter jedem Arbeitgeber nur bestens empfohlen werden können. Demzufolge scheint der Meister bei der Eni- lassung der beiden Gesellen unter ganz schändlichem Druck ge- handelt zu haben. Gesetzlich war den Arbeitern nicht beizu- kommen. darum wurden sie auf diese Art verdrängt und„un- schädlich" gemacht.— Wir haben obigen Vorfall in etwas auS- führlicherer Weise beschrieben, weil er typisch ist; in ähnlicher Weise wird überall, hauptsächlich in den kleinen Orten, gegen die verhaßten Sozis vorgegangen. Ebenso sicher ist natürlich. daß es absolut nutzlos ist, eine Kulturbewegung durch Polizei- willkür eindämmen zu wollen. »« Mit dem Boykott der Dresdener Arbeiter gegen das Waldschlößchen ist natürlich auch das konservative„Vaterland" nicht einverstanden. Es schreibt: „Der Terrorismus treibt immer bessere Blüthen. Die Dresdener„Genossen" haben nicht nur den Boykott über die Waldschlößchen-Brauerei verhängt, sondern verlangen auch, daß die„organisirten" Brauer, die infolge des Boykotts entlassen wurden, wieder eingestellt werden. Dieser Boykott ist lediglich ein Akt des Uebermuths. eine Kraftprobe. Wir halten es für eine Pflicht aller Gutgesinnten, die Brauerei in ihrem Kampfe so zu unterstützen, daß sie Siegerin bleibt." Die„Sachs. Arb.-Ztg." fertigt die Gutgesinnten deS„Vaterland" ab wie folgt: Wohlan denn, ihr„Gutgesinnten", trinkt das Waldschlößchen-Bier in Strömen, trinkt alles Bier, was die Arbeiter nicht mehr trinken wollen, das ist„Pflicht" für jeden „staatserhaltenden" Mann. Solltet ihr„Gutgesinnten'' auch zahl- lose Affen und Katzenjammer dabei erdulden, sollte euch auch das äoliriura tremens dabei erfassen, schadet alles nicht, geschieht eS doch„zun: Heil der Ordnung und guten Sitte"! ♦» Genosse Hülle, Redakteur der„Thür. Tribüne", hat vor einigen Tagen wieder eine dreimonatliche Gefängnißstrafe an- getreten. »• Polizeiliches, Gerichtliches je. Beschlagnahmt wurden die Geschäftsbücher der„Volks- stimme" in Magdeburg. Die Polizei behauptet: Die Buch- Handlung habe Exemplare des f. Z. verbotenen„Sozialdemo- kratischen Katechismus" bezogen und verbreitet. Das Geschäft muß also vorläufig ohne Bücher arbeiten; wenn es dadurch materiellen Schaden erleidet, was geht's der Polizei an?— Schicksals Tücke. Wegen unerlaubter Sammlung, zu der angeblich die Vorstandschast des Agitationsvereins für Nord- bayern in Nürnberg durch eine Bekanntmachung, in der die Nn- Möglichkeit zur Erlassung von Aufrufen auseinandergesetzt wurde. aufgefordert habe, erhielten die Genossen Oertel. Herrmann und Roßkopf, sowie auch Genosse Segitz(als verantwortlicher Re- dakteur) Strafmandate. Gegen dieselben ist Einspruch erhoben worden und muß nun die gerichtliche Verhandlung abgewartet werden, welche ja ergeben wird, ob man kür eine Handlung, die nicht begangen worden ist, gestraft werden kann. Noltales. Die Berliner Volksküchen haben im Jahre ISSS(nach dem eben ausgegebenen Jahresbericht) wiederum eine Abnahme des Konsums ihrer Speisen erfahren. Diese Abnahme hält.an schon seit längerer Zeit an. 18S0 wurde die bis dahin höchste Zahl von 2 724 419 Portionen ausgegeben. 1833 dagegen nur noch 2 078 307 Portionen, macht in 3 Jahren 645 512 Portionen weniger. Diese Differenz ist um so auffälliger, da sich doch die Bevölkerung Berlins inzwischen ganz bedeutend vermehrt der Wald sogar sein Feiertagsgewand, ja eine FeiertagSstimmung angelegt. Noch nie sah ich den Wald in solch' leuchtender Pracht, noch nie schien mir jedes einzelne Blatt so in zitternder, er- wartungsvoller Freude am Leben zu erbeben, noch nie schwellte mir der würzige, kräftige Waldesduft in solcher Reinheit und berauschender Frische die Brust. Sinnend und versunken in den Anblick der Herrlichkeit ringi um mich herum, gehe ich weiter. Ob's auch der Wald wohl weiß? Und da ist es mir plötzlich, als sähe ich alle Bäume und Sträucher lebende Gestalt annehmen, als sähe ich sie mit den Häuptern mir zunicken; und auch das Rauschen des WaldeS verdichtet sich mir immer mehr zu brausenden, klangvollen Tönen, zu Worten, die mir in jubelnder Freude antworten: „Ja, auch wir wissen, daß der herrliche, liebliche Mai mit seiner Freude am Leben über Nacht zu uns gekommen ist!" Und jedes Blättchen, jede Knospe, jeder Strauch scheint von derselben zauchzenden Freude durchglüht zu sein, eins scheint dem andern vor überquellendem Jubel mittheilen zu wollen, waS doch schon jedes weiß. Aber allmälig wird das Rauschen und Brausen immer leiser und nur eine mächtige klangvolle Stimme glaube ich noch zu hören. Die prächtige, hochstämmige Buche, mit dem schlanken, weder durch Sturm noch Wetter gebeugten Stamm, mit der herrlichen voll entwickelten Blätterkrone ist es, die allein mit begeisterter Stimme spricht und der alles in heiligem Schweigen zuhört. „Wer hätte wohl mehr Grund, sich des heutigen TageS zu freuen, wie wir. Bäume, Sträucher, Büsche, Pflanzen des Waldes! Ein herrliches Siegessest ist es, das wir nach langem, schwerem Kampfe feiern. Der alte, eisige Winter hat uns lange, lange Zeit in eisernen, lebenertödtenden Fesseln gehalten. Mit Frost und Eis. mit Schnee und Kälte hat er uns überzogen; in dumpfem, starrem Banne, kaum wissend, daß eS noch ein freies, fröhliches Leben giebt. so lagen wir in ohnmächtiger Knechtschaft da. Aber ganz im Innern, ganz zu unterst. da begannen sich allmälig zarte Lebenstriebe zu regen. Das kalte weiß, Leichen- hat. Nach dem Vorgange des Ministers v. Bötticher, der aus bleiben. Im städtischen Obdach ist seit kurzem eine Aenderung eingetreten, die von den Armen, welche dies Institut in Anspruch nehmen müssen, freudig begrüßt wird. Seit einigen Jahren sind, wie bekannt, aus dem Arbeitshause in Rummelsburg Korrigenden in das Asyl abkommandirt worden, Leute, die es zum Theil verstanden, das Stückchen Brot, das für die Asylisten bestimmt war, für sich zu erhaschen, um dann eine Art Handel damit zu treiben. Die vielfach laut gewordenen Klagen über diese Korrigenden haben es bewirkt, daß fie jetzt wieder ins Arbeitshaus zurückkommandirt sind und daß man an ihre Stelle„ freie" Männer gesetzt hat. Es wird angenommen, daß diesen nichts von dem Sammeleifer der Korrigenden anhaftet. Die fieben Werke der Barmherzigkeit" möchte der[ Ein solcher Beschluß ist ungesetzlich. Wir untersagen den der Abnahme des Verkehrs auf dem Königlichen Leihamt Magistrat in den Bogenfeldern der Vorhalle des Stadtverordneten- Kassenvorständen dahier hiermit die Ausführung eines derartigen eine Besserung der wirthschaftlichen Lage, namentlich der Sitzungssaales darstellen lassen. Gr hält sie für ganz besonders Beschlusses und bestimmen, daß der 1. Mai d. Js. wie jeder weniger Bemittelten, folgern zu müssen glaubte, tönnte man geeignet, nicht blos deshalb, weil sieben Bogenfelder vorhanden andere Werktag für die Rasse zu behandeln ist, und daß dies aus dem geringeren Besuch der Volksküchen einen ähnlichen feien, sondern auch deshalb, weil gerade die Werke der Barm- dem Kassenpersonal eröffnet wird. Schluß ziehen. Der Zentralvorstand des Volksküchen- Vereins ist berzigkeit in der Wirksamkeit der Gemeinde eine erhebliche Be- Für den Fall, daß ein solcher Beschluß dennoch thatsächlich jedoch weniger turzsichtig und erklärt, der Konsum habe sich deutung hätten. Es ist recht Schade, daß nicht a cht Bogen zur Ausführung kommen sollte, drohen wir hiermit jedem außer durch die große Konkurrenz anderer gemeinnütziger Speise- felder vorhanden sind; sonst tönnte in dem achten Feld ein Borstandsmitgliede, sofern es nicht schriftlich Proteft gegen den anstalten namentlich auch durch die allgemein bekannte Arbeits- achtes und wichtigstes Werk der Barmherzigkeit" Play finden: Beschluß erhoben hat oder sofort erhebt, eine Ordnungsfirafe Tofigkeit des verfloffenen Jahres verringert, welche viele Tausende die Gewährung von Arbeit an Arbeitslose, die arbeiten wollen. von Zehn Mark, dem Vorsitzenden hingegen eine solche von von Tagelöhnern und Berufsarbeitern in die größte Nothlage Es ist schon schlimm genug, daß man dergleichen selbstverständ- 3wanzig Mart an. perfette." Der Besuch einer Volkstüche setzt nämlich immer noch liche Dinge zu den Werken der Barmherzigkeit" rechnen Schrumm! eine gewisse Bemitteliheit" voraus, wie ja auch der, welcher noch muß; noch schlimmer aber ist es, daß gerade dieses Werk Nunüze Mühe macht man fich auf dem Alexanderplatz. etwas aufs Leihamt zu tragen hat, noch nicht auf der untersten der Barmherzigkeit" in der Wirksamkeit der Berliner Gemeinde Wie eine gutunterrichtete Rorrespondenz zu melden weiß, find Stufe der Mittellosigkeit angekommen ist. Aber selbst die äußerst verwaltung eine recht geringe Bedeutung hat. angesichts des Arbeiterfeiertags polizeiliche Maßnahmen" gebescheidenen Mittel, die der Besuch einer Voltstüche erfordert man fann dort für 16, 20 oder 25 Pf. zu Mittag, für 5, 6 Die Vorlesungen über Sygiene, welche für die Mit- troffen worden, welche darin bestehen, daß die gesammte Polizeiober 10 Pf. zu Abend essen vermochten viele nicht mehr auf- glieder des Landtages jetzt gehalten werden, haben sich nur ge- macht von 5/2 Uhr Morgens ab auf den Revierwachen zuzubringen. Aehnliche Erfahrungen hat der Volksfüchen- Verein ringer Theilnahme zu erfreuen, vielleicht weil den Herren Sie ſammengehalten wird! Von 6 Uhr ab beginnt ein stärkerer in den 28 Jahren seines Bestehens wiederholt gemacht, und behandelten Gegenstände nicht interessant genug erscheinen. Da Patrouillengang(!), der sowohl die Ansammlungen, als auch immer waren es Zeiten großer Noth, in denen er sie machte. möchten wir ihnen nun ein Objekt empfehlen, welches ihr In die Dertlichkeiten beaufsichtigen soll, wo gearbeitet wird. teresse in hervorragendem Maße in Anspruch nehmen dürfte. Wie die Polizei dieser umständlichen Aufgabe Aufgabe im Er hat den Rückgang des Konsums in den früheren Jahres- Nach dem ausgestellten Programm findet am 5. Mai eine Besich Einzelnen gerecht werden will, ist uns unerfindlich. Beberichten in der Hauptsache auch immer aus denselben Ursachen tigung des städtischen Krankenhauses am Urban sowie der dauern müssen wir in diesem Fall sowohl die unter erklärt. Er hat auch in der richtigen Erkenntniß, daß die Noth, Charitee statt. Es wäre wünschenswerth, daß sich die Herren polizeiliche Beaufsichtigung gestellten Arbeiter als auch die Schutzwenn sie ein gewisses Maß übersteigt, den Besuch der Bolts tüchen nicht mehr steigert, sondern vermindert, verschiedene in corpore daran betheiligten und sich besonders die letzte Anstalt leute, die von ihrer schweren und langweiligen Arbeit gewiß Rüchen, die in zu armen Stadtgegenden lagen und daher genau daraufhin ansehen, ob die Klagen, die darüber laut ge- große Mühe haben. Als Kuriosa sei noch mitgetheilt, daß die nicht floriren wollten, in bessere Gegenden verlegt oder worden sind und die gerügten Uebelstände ihrer Begründung ent- Polizeibehörde bei verschiedenen Fabrikanten Anfrage gehalten. fogar, um weiteren Verlusten vorzubeugen, noch vor Ablauf des behren oder nicht vielmehr noch hinter der Wirklichkeit zurück hat, ob man auch Befürchtungen von wegen der Maifeier hege! Wie schlecht ist man doch oben über das Fühlen und Denken der Miethstontrattes schleunigst ihre einstweilige Schließung verfügt. Die Volksküchen find, wie die Vereinsvorsitzende Frau Lina Allein bei nur einiger Aufmerksamkeit haben die Herren GeEs wird ja nun alles im schönsten Lichte gezeigt werden. Klaffenbewußten Arbeiterschaft unterrichtet! lzedon) Morgenstern bei jeder Gelegenheit und kürzlich( in sichtlichem Unmuth über die etwas abweichenden Prinzipien des tonturriren- legenheit, die Geduld zu bewundern, welche das Proletariat beden„ Vereins für Kinder- Volksküchen") sogar durch Säulen- wiefen hat, indem es zu solchen Zuständen solange geschwiegen. - Namentlich den Besuch der Neuen Charitee" anschlag hervorgehoben hat, teine Armenanstalten, sondern beruhen nach§ 1 des Statuts auf dem Grundsatz der Selbst- empfehlen wir den Herren ganz besonders, damit sie in der Lage hilfe". Sie müssen sich also aus eigenen Mitteln, d. h. find, bei Berathung des Kultus- Stats aus eigener Anschauung ur Be " aus den Mitteln der Besucher erhalten; und damit sie heilen zu können; vielleicht erscheint ihnen dann die sich aus diesen so erworbenen eigenen" Mitteln auch in gehrlichkeit der Arbeiter," fofern sie sich die nöthige Beiten einer besonders großen Moth und eines besonders Objektivität bewahren, in einem anderen Lichte. schwachen Besuches erhalten tönnen, müssen sie aus den Taschen Nur eine Mark und doch nichts zu machen! Der der Besucher sogar einen Ueberschuß herauszuwirthschaften suchen, Wahlverein der freifinnigen Boltspartei im 5. Reichstags- Wahlder dem Reservefonds überwiesen wird. Damit aber auch der treise tritt zur Veränderung wieder einmal mit einem Flugblatt nicht zu sehr in Anspruch genommen zu werden braucht, wird in aus dem traulichen Vereinsdunkel an die rauhe Deffentlichkeit Die Freunde der Feuerbestattung wird es vielleicht Beiten ganz besonderer Noth, wo vielen Leuten selbst die Volts hervor. Den äußeren Anlaß zu dieser Anstrengung giebt ihm intereffiren, daß in der letzten Sigung des Vereins für Feuerfüchen noch zu theuer sind, und wo diesen Leuten eine Hera b- die Annahme des russischen Handelsvertrags, welche Kultur bestattung" beschlossen worden ist, die Urnenhalle auf dem setzung der Preise ganz besonders erwünscht wäre, eine Er that ersten Ranges" so nennt ihn das Flugblatt, uns gezeigt städtischen Friedhof bei Friedrichsfelde an jedem ersten Sonntag höhung der Preise beschlossen. Das geschah 1873, als in hat, daß gottlob in Deutschland noch nicht() nach den und jedem ersten Montag im Monat vom 1. Mai bis 1. Oktober dem auf die Gründerjahre folgenden allgemeinen Nothstande Sonderinteressen weniger bevorzugter Mitglieder eines Standes die bisherigen Stammgäfte der Volksküchen ausblieben, aber regiert werden kann, sondern daß die Förderung des Gemein- on 11 bis 6 Uhr für das Publikum offen zu halten. Zur Grflärung und Ertheilung von Auskunft über Feuerbestattungsdafür die Armen in Schaaren gelaufen tamen und das wohls des gesammten Volkes den Ausschlag giebt." Essen geschenkt haben wollten; und das ist aufs Neue Ist das nicht die Fortschrittspartei, wie sie leibt und lebt? Angelegenheiten wird ein Vorstandsmitglied anwesend sein. 1898 geschehen wo der Nothstand auf die Voltstüchen Oder sagen wir lieber in Rücksicht auf ihren Marasmus, Ein gemeines Mittel hat ein in der Müllerstraße wohneine ähnliche Wirkung ausgeübt hat. Daraus soll den Volts- wie sie gelebt hat! Nachdem Jahrzehnte hindurch Nachdem Jahrzehnte hindurch in hafter Schankwirth, dessen Geschäft nicht vom besten geht, in Antüchen allein fein Vorwurf gemacht werden. Solche Maßregeln Deutschland ein reaktionäres Gesez, eine reaktionäre wendung gebracht, um sein Lokal zu füllen. Derselbe inferirt erscheinen zwar widerfinnig, aber sie sind von dem Grundsatz Gesetzesauslegung nach nach der andern die paar Knospen fortgefeßt in hiesigen Blättern, wonach er zwei Bierabzieher und Der Selbsthilfe nicht gut zu trennen. Wo Schwache sich selber politischer Freiheit beschränkt und verkümmert hat, wird durch einen tautionsfäbigen Flaschenbiertutscher bei leichter Arbeit und helfen sollen, da müssen natürlich gerade die Schwächsten, die eine Verfettung von Umständen einmal ein Gefeß angenommen, gutem Gehalt für sein Geschäft gebrauche. Die Folge davon der Hilfe am meisten bedürften, ohne Hilfe bleiben. Aber das gleichzeitig neben den Jntereffen der Regierung auch denen war natürlich, daß Hunderte stellungsuchender Personen nach dem daraus machen wir dem Voltstüchenverein einen Vorwurf, daß des Volkes ein wenig dient und was zeigt fich in den Augen Schanklokal der Müllerstraße pilgerten; dort trafen sie aber vor er diese Mängel der Selbsthilfe", gegen die auch er nichts aus der freifinnigen Regierungsanwärter? Daß die Förderung des der Hand den Geschäftsführer niemals gleich an, derselbe war, richten kann, nicht ehrlich zugiebt und die Ronfequenzen Gemeinwohls des gesammten Voltes den Ausschlag giebt!!! wie es hieß, nach der Stadt gegangen, müsse aber bald wieder Daraus zieht. Der Preisaufschlag von 1893 ist, wie es Ob der Freifinn zur Regierungspartei taugt, wiffen wir zurückkehren. Um nun den weiten Weg nicht noch ein Mal zu im Jahresbericht heißt, erfolgt, damit die Küchen nicht nicht. Daß ihm aber all' und jede Fähigkeit zur Volkspartei machen und in Hinsicht auf die in Aussicht stehende lohnende als Almosenanstalten von erwerbenden Arbeitern, die ihrer fehlt, hat er durch sein Flugblatt wenn wir nicht irren, jett Stellung warteten die armen Leute oft bis zum späten Abend bedürfen, gemieden werden". Aber um dieses Preisaufschlages zum tausendsten Male klärlich bewiesen. vergeblich auf die Rückkehr des Schankwirths und verzehrten dort willen werden sie gerade von denen, die ihrer am meisten be- Er wird weiter in den Todesschlaf hineinschlummern, troß oft ihren letzten Heller. Wenn die Genasführten am nächsten dürfen, noch mehr als bisher gemieden werden müssen. Solche spontaner Gewaltanstrengungen zum Leben und trotz der einen Vormittag nochmals vorsprachen, waren die Stellungen angeblich Anstalten wagt man noch segensreich" zu nennen? Nun giebt Mart, die, außer der Wohlthätigkeit Schranken zu setzen(!), schon anderweitig besetzt; am Abend stand aber wieder dieselbe es freilich mehrere Vereine, welche Speisemarken für die Bolts: schon pro Jahr genügt, um Mitglied seiner Organisation zu Annonce in der Zeitung. Nun ist die Polizei auf den gemeinen tüchen unentgeltlich unter Arme vertheilen.( In den Küchen werden. Schwindel aufmerksam gemacht worden und hat gegen den geselbst wird jeder, der feine Marke kauft oder bereits mitbringt, zurückgewiesen, damit sie nicht als Almosenanstalten in Verruf wahrte fich neulich in einer Buschrist, mit dem jüngst gegeißelten groben Unfugs bezw. Betrugs eingeleitet. Der Berliner Arbeiterverein", gegründet 1862, ver- wiffenlosen Schankwirth das Ermittelungs- Strafverfahren wegen kommen und von den noch zahlungsfähigen Gästen gemieden wadenstrümpflerischen deutschfreisinnigen Arbeiterverein" identisch Zu dem an dem Fräulein Helene Schweichel verübten werden. Aber diese Markenvertheilung ist ein gänzlich un zu sein. Daß aber der„ Berliner Arbeiterverein", der sich demo- Morde bringt eine hiesige Korrespondenz eine seltsame Nachricht, zureichender Nothbehelf. Der Verein zur Speisung armer Verein zur Speisung armer Kinder und Nothleidender" zum Leispiel erklärt schon seit mehreren fratisch nennt, auch nicht gerade von besserem Kaliber ist, dafür die allerdings mit Vorsicht aufgenommen werden muß. Danach sind wir in der Lage, einen eklatanten Beweis anzuführen: Es erschien am Sonntag Morgen bei dem Gutsvorsteher der VillenJahren immer wieder aufs Neue, daß er den an ihn heran- ist jetzt gerade ein Jahr her, da hielt Herr v. Egidy im„ Berliner folonie Grunewald eine Frau K., die am Kronprinzendamm in tretenden Anforderungen nicht im entferntesten zu genügen ver- Arbeiterverein" einen seiner bekannten Vorträge, in welchem er Halensee wohnt, und gab die nachstehenden Angaben zu Protomag. Ebenso ist die Kaffe einer vor mehreren Jahren zur Ber- betonte, alle politischen Parteien feien veraltet, man müsse eine toll: Bu früher Morgenstunde sei fie vom Franzensbader Garten, theilung von Vollstüchen- Marken begründeten Vereinigung nach Partei der allgemeinen Nächstenliebe bilden. Thron und Altar der bekanntlich in der Nähe der Reinerzstraße liegt, nach der dem letzten Jahresberichte gänzlich erschöpft. Auch dieser Bericht müsse man nicht bekämpfen, sondern mit neuem Geifte erfüllen. Fontanestraße gegangen und schließlich durch die Hubertusbadererkennt die durch allgemeine Erwerbs- und Arbeitslosigkeit her: erkennt die durch allgemeine Erwerbs, und Arbeitslosigkeit her. " 1 vorgerufene bittere Nothlage an und sagt, daß die recherchirenden" In diesem Sinne," schloß Redner wörtlich, wollen wir uns straße gekommen. Da sei plötzlich aus dem Zuge der Beyme= vorgerufene bittere Nothlage an und sagt, daß die recherchirenden schaaren um Thron und Altar". Diese Aufforderung, in welcher traße ein Mann an sie herangetreten, habe sie mit den uns Damen meist unbeschreibliche Zustände des Jammers und Elends" der Schlußsatz gipfelte, fand nun den ganz besonderen Beifall fläthigsten Reden überschüttet und endlich drohend aufgefordert, ihm Damen, meist unbeschreibliche Zustände des Jammers und Glends" gefunden hätten. In dem Bericht über die Volksküchen wird des Vorsitzenden, welcher sich voll und ganz" den Worten des in eine Schonung zu folgen. Vorher habe sie aber in der darauf hingewiesen, daß sich unter den Leuten, die sich an die verehrten Redners anschloß, was einige anwesende Sozialdemo- Hubertusbaderstraße einen Arbeiter bemerkt und den zudringobengenannte Kasse wandten, hunderte von Männern befanden, traten veranlaßte, gegen eine derartige Demokratie, wie sie lichen Menschen auf ihn aufmerksam gemacht. Darauf sei der die sonst Stammgäste unserer Küchen waren." An einer anderen im„ Berliner Arbeiterverein" vertreten ist, Berwahrung einzulegen. strolchartig aussehende Mensch in der Richtung nach dem GastStelle heißt es noch einmal: In demselben Maße, wie sich Dies zur Charakteristik des Berliner Arbeitervereins". hause zum alten Riethen entflohen. Bei der Personalbeschreibung der Konsum verminderte, wurde die Unterstügungskasse von Die Gewerbedeputation und der 1. Mai. Die Gewerbe- liches, aufgedunsenes Gesicht gehabt habe, das ein hellblonder gab sie an, daß der verkommen aussehende Mann ein röthfrüheren Konsumenten beansprucht". Ist das nicht ein unwiderleglicher Beweis dafür, daß die Verelendung der Massen immer deputation des Magistrats hat ihrer Abneigung gegen den Arbeiter. Stoppelbart bedeckte, der etwa vier Wochen nicht rasirt gewesen weitere Fortschritte macht? Der Voltstüchen- Verein gehört zwar feiertag in einem an die hiesigen Ortskrankenkassen- Borstände sei. Der Schnurrbart sei dunkler und start gewesen. Der nicht zu denjenigen, die das fortgesetzte Steigen des Nothstandes gerichteten Schreiben kundgegeben, das folgenden Wortlaut hat: Anzug bestehe aus dunklem Rock und Beinkleid und buntlem leugnen. Aber er wird es auch nicht aufhalten tönnen. Die Es ist zu unserer Kenntniß gelangt, daß die Vorstände ein Hut. Als Stennzeichen gab Frau R. noch an, daß der Mann einen berühmte Selbsthilfe" bedeutet für den felber Hilflosen nicht seiner hiesiger Ortsfrankenkassen beschlossen haben, am 1. Mai d. I. scheuen Blick gehabt habe. Dies sei wahrscheinlich die Persönlich mehr als die Behauptung Münchhausen's, daß man sich an seinem bie Kaffenlofale zu schließen und diesen Tag als einen Feiertag feit, die vor dem an Helene Schweichel verübten Morde in der Umeigenen Bopf aus einem Sumpfe herausziehen könne. zu behandeln. auch gebung des Thatortes gebettelt habe. Wenn nun auch erfahrungsmäßig Personenbeschreibungen von Frauen oft unzuverlässig sind, so tuch, mit dem der Winter die Erde bedeckte, gereichte uns zum Segen. die mächtige Eiche an, die früher uns stolz verachtete, sie hat ihr dürfte die Anzeige der Frau K. dennoch nicht von der Hand zu Denn unter seiner wärmenden Hülle fogen die ersten Keime wieder weltes Herbstlaub in diesem Kampfe geopfert und aus allen ihren weisen sein, da der gesuchte Bettler in Thiede bisher nicht erkannt erwachenden Lebens träftige, gesunde Säfte aus dem Erdboden. Zweigen grünt und sproßt es jetzt mit um so größerer Gewalt. werden konnte, und nur eine Aehnlichkeit zwischen Thiede und Und dann stieg der Lebenstrieb in uns höher hinauf, ganz ver- Und heute? Die tückischen, wetterwendischen Tage des April dem Unbekannten zu bestehen scheint. Freilich fehlt auch bei borgen im innersten Marke dem ertältenden Eisesblicke des find vorbei, mit feiner ganzen beglückenden, lebensfreudigen dem Letzteren der Ueberzieher. Die Behörden werden nach der Winters, bis sich dann eine große, gewaltige Retterin unserer Macht ist der herrliche Mai bei uns und in unserm Herzen ein- nen aufgetauchten Persönlichkeit forschen, müssen, da Thiede Seufzer und unferem Ringen annahm: die Sonne, das nie zu gekehrt. Wir wissen, daß von nun ab( nichts mehr unser noch immer nicht gestanden hat, und wie wir in der letzten befiegende, flare Licht, das allen Lebensregungen freudig beifteht, Wachsthumn, unseren stürmenden Drang nach frischem, blühenden Nummer schon bemerkten, die Möglichkeit nicht ausgeschlossen erdas erbarmte sich auch unser. Von Tag zu Tag stieg die Sonne Leben aufhalten kann, überall, auch in der kleinsten Pflanze scheint, daß die Blutthat von einer anderen Person begangen ist. höher, von Tag zu Zag wurde die grimme Macht des Winters unter uns ist der Lebenstrieb erwacht, überall setzen die leben- Ein verstümmelter Leichnam wurde vorgestern Abend mehr gebrochen, von Tag zu Tag eilte das Leben in uns stürmi- zeugenden Blüthen an; und in braufendem Entzücken zittern um 10 Uhr durch den Eisenbahnwärter Hugo Lampe auf scher der Sonne entgegen und wer von uns hätte unsere stolze und jauchzen wir der Sonne, dem Leben, dem Licht, der Zukunft den Geleifen der Stadtbahn bei der Rochbrüde gefunden. Freude vergessen, als wir im März den herrlichen Lenz mit entgegen!" Das linke Bein ist germalmt, der linke Fuß abgetrennt, Enospenden Zweigen, mit teimenden Blättern begrüßen konnten? Ich hatte mich leise am Fuße einer leuchtenden, weiß die Brust zerquetscht. Der Todte scheint etwa 35 Jahre alt Schon damals glaubten wir gefiegt zu haben. Waren stämmigen Birke niedergelassen und lauschte mit angehaltenem gewesen zu sein und hat Briefumschläge mit der Aufschrift noch viele unter una die unfere Freude, Athem dem Mai- Evangelium der Natur. Und als die Buche" Bigarrenmacher Gammersbach" bei sich. unfere jauchzende Hoffnung nicht theilten die in nun geendet, als sich dann ein vieltausendstimmiges Brausen und blindem Zweifel der Sonne ihre Knospen nicht erschlossen, Rauschen erhob, in das die vielen kleinen Waldvögelein, vor bie ängstlich das alte, verdorrte Laub, das ihnen der Winter allem die tece, lichtesfreudige Amsel, jauchzend mit einstimmten, gelassen, behüteten, was schabet es! Groß war die Zahl derer, da konnte auch ich mich nicht enthalten, aus voller Brust auf Die in freudigem Zukunftsvertrauen in den anfangs so sonnigen zujauchzen und meine eigene unbändige Maienfreude hinaus zu April gingen. Wer aber hätte auch das vergessen, daß denn im April dee Und als ich dann endlich beglückt den festlich bewegten schon beinahe besiegte Winter mit der rasenden Wuth der Ver- Wald verließ, da war es mir flarer wie je zuvor, daß nicht nur zweiflung um sich schlug und uns dadurch zu vernichten glaubte. für die Natur, nicht nur auch für mich der herrliche Mai mit Hagelschauer, ftrömenden Regen, fröftelnde Rälte schickte er uns, feiner boffenden Siegeszuversicht angebrochen war, nein, daß awolf lange bange Tage verbrachten wir noch einmal wieder in in erster Linie auch jene mächtige, brausende Bewegung unter hartem Rampje. Wir haben dennoch gefiegt, wir fämpften unter den Menschen, die wie die Natur, wie der Wald in langem dem leuchtenden Banne des Lichtes, wir wußten, daß unser die erbittertem Rampfe mit einer finsteren, ungerechten Welt lag, daß Sufunft sein müffe. Und sind auch viele von uns gefallen in auch diese in das Zeichen des hoffnungsfreudigen, unbezwinglichen Diesem Kampfe, waren fie noch noch nicht reif für das Maies eingetreten ist, daß es von nun ab feiner Macht der Erde Leben, lagen fie bei den ersten Kaltschauern des fliehenden mehr gelingen wird, der nach Blüthe und Vervollkommnung unWinters am Boden, nun, wir fönnen sie nur bedauern, gestüm drängenden Gewalt dieser Bewegung Einhalt zu gebieten, wir übrigen haben uns um so mehr in diesen Kämpfen gestählt. daß auch sie in unaufhaltsamem Siegeslaufe, voran das leuchtende Aber viele von denen, die bisher unserer Lebenszuversicht, unseren Panier der Gerechtigkeit und Freiheit, ihrer Reife und dem Lichte unbefiegbaren Glauben an die Erlösung, zweifelnd und gleich zueilen wird! giltig gegenübergestanden, sie sind bekehrt. Gelt euch um, seht Selbstmord im Untersuchungsgefängnißfe. In voriger Woche wurden in dem Gefchäfte von Wertheimer und Lubajch zwei Ladendiebinnen verhaftet, in denen die Geschwister H. aus der Schwestern, Elise, alsbald geständig war, und bei einer Friedrichsfelde, zwei Modiftinnen, ermittelt wurden. Da die eine Haussuchung in der gemeinschaftichen Wohnung ein reiches Lager gestohlener Gegenstände vorgefunden wurde, so wurde die Unterfuchungshaft über beide Schwestern verhängt. In der Nacht vom Sonntag zum Montag hat sich nun die geständige Elife im Gefängnisse erhängt. Diefelbe schlief mit 7-8 anderen weiblichen Untersuchungsgefangenen in einem gemeinschaftlichen Schlaffaale und wurde heute früh an einem Pfosten ihres Bettes hängend todt aufgefunden. Sie hatte sich den Saum ihres Kleides abgetrennt und sich damit erwürgt. Keine der Mitgefangenen will etwas davon gehört haben. da Polizeibericht. Am 28. v. M. früh wurde ein Mann in feiner Wohnung, in der Großen Hamburgerstraße, erhängt vorgefunden. Gegen Mittag gerieth in der Kl. Markusstraße ein 12jähriger Knabe durch eigene Unachtsamkeit unter einen vor. überfahrenden Bierwagen und erlitt schwere innere Verlegungen. " Nachmittags stürzte in dem Hause Linienftr. 126 ein 7 jähriger| feiner in ähnlicher Lage sich befindenden Leidensgenossen an und vollen Schlüssen. Man hat beim Gebrauch jener Bezeichnungen Knabe beim Spielen auf der Treppe zum zweiten Stock über das wirkte deshalb auf einen Vergleich hin. Derfelbe tam dahin zu zweierlei zu unterscheiden: 1. nennt man Arier" dasjenige ÜrGeländer auf den gepflasterten Flur, und erlitt eine schwere Ge- stande, daß der Beklagte sofort ein ordnungsmäßiges volt, das in verhältnißmäßiger Abgeschloffenheit die in vorgeschichthirnerschütterung und einen Stirnbeinbruch. Gegen Abend fiel 8eugniß ausstellte und sich verpflichtete, der Klägerin binnen licher Zeit bereits ausgestorbene arische Ursprache, die Muttersprache faft aller europäischen und einiger west- und südasiatischen in der Prenzlauer Allee ein Kutscher von seinem Geschäftswagen, 24 Stunden 20 M. zu zahlen. gerieth unter die Räder und wurde am linken Arm und anscheinend Außer der oben angegebenen Entschädigung hatte die Sprachen, ausbildete; 2. werden Arier" alle diejenigen Wölfer auch innerlich schwer verletzt. Abends fiel auf dem Leipziger Klägerin noch eine solche wegen unrechtmäßiger Entlaffung ge- genannt, die heute eine arische Tochtersprache reden, die aber aus den verschiedensten Raffenelementen zusammengesetzt sind, plage ein Arbeiter von der auf das Verdeck eines Omnibus fordert. da sie durchweg nur eine mehr oder minder starke Beimischung führenden Leiter herab und zog sich eine anscheinend schwere Verlegung am Kopfe zu. arischen Blutes durch die aus ihren Verbreitungszentren( wahrAuf dem Schlesischen Bahnhofe fiel eine Frau, als sie aus einem noch in Bewegung befindlichen scheinlich im Norden Europas) erobernd vordringenden Arier erhielten. Ebenso geht es mit den Semiten, die ihr VerbreitungsStadtbahnzuge aussteigen wollte, auf den Bahnsteig und zog sich so schwere Verlegungen zu, daß ste nach dem Krankenhause gebracht werden mußte. Am 29. v. M. Abends wurde auf der Stadtbahn, in der Nähe der Rochstraße, die Leiche eines etwa 35jährigen Mannes, der offenbar von einem Eisenbahnzuge über fahren und getödtet worden war, aufgefunden.-Am 28. und 29. v. M. fanden fünf Brände statt. Theater. Im Theater Unter den Rinden gab es am Sonnabend ein neues Ballet: Farfarello heißt es. Name und Handlung eines Ballets ist im Linden- Theater übrigens ziemlich gleich giltig, denn es genügt dem auf modernste Zanzpoesie versessenen Bublifum dieses Instituts, daß überhaupt nur getanzt wird und daß die Kostüme der Damen vom Korps de Ballet den berühmten tiefen Schnitt tragen, der das wesentlichste Reizmittel des Kunstgeschmacks unserer Bourgeoisie fin de siècle bildet. Nur nichts zum denken, lautet die Parole im Linden- Theater, nur reines Genießen". Zwar ist unter diesem Motto sowohl die Familie Ronacher als auch Herr, Direktor" Arendt( letter übrigens mit 40 000 Mark Entschädigung) den Weg alles Fleisches gegangen; allein man müßte lügen, wenn man dies unglückselige Verhängniß dem Um stande zuschreiben wollte, daß der Geschmack des Publikums twas verlangt hätte, was nach antiquirter Anschauung edler ist, als die Fleischschau auf modernen Bühnen. Was den genannten Kunstbeherrschern nun einmal nicht gelungen ist, warum sollte das dem tundigen Direktor Frische nicht möglich sein? Ist er flug, so bekehrt er sich bald zu der Anschauung, daß auch die Operette, so leicht ihr Altmeister Offenbach sie geschürzt hat, nicht dem Niveau des Börfianers im Parquet angepast ist, weil auch sie doch zum Theil einige Anforderungen an das Hirn stellt. Das Ballet ist das einzig Wahre, auch kein einziges Atom der Substanz, die zum Kalkuliren bei der Arbitrage so tostbare Dienste leistet, geht in seinem Anschauen verloren. Farfarella" wurde also getanzt, und dies ist um so anerkennenswerther, als der erste Tänzer Herr Baggiolesi fein Autor und daher hier und da vielleicht einigen Rankünen ausgesetzt war. Herr M. Dahms komponirt hatte. Sie ist wirklich zu schade für Gins ist allerdings zu tabeln und zwar an der Musit, welche ein Ballet im Theater unter den Linden. Witterungsübersicht vom 30. April. Stationen. Swinemünde NM Barometer stand in mm, d. Meeressp. Windrichtung Windstärke LAP| N| NNNN( Stala 1-12) Wetter Temperatur 1001a100( nach Celsius 50. 4° R.) 6 759 Hamburg 763 NM Berlin 760 NW Wiesbaden. 762 N Nebel bedeckt bedeckt bedeckt 8 6 9 München 760 NW Regen Wien Haparanda 759 NND wollig Petersburg Cort. 766 • Aberdeen 768 Paris 764 NO NW N 4 1 Regen halb bedeckt woltenlos Soziale Lleberlicht. Maler, Lackirer und Anstreicher Berlins und Umgebung! Den Kollegen zur Nachricht, daß die Firma M. I. Bodenstein die von den ausständigen Kollegen der Werkstatt gestellten Forderungen bewilligt hat und daß sämmtliche Kollegen feit Freitag Mittag wieder eingestellt sind. Der Vertrauensmann der Berliner Maler. G. Link, Kottbuser Damm 34. " Au die Maler, Lackirer und Anstreicher der Provinz zentrum wahrscheinlich in Vorderasien haben. Diese Thatsachen Brandenburg! Da die Berliner Kollegen beschlossen, am an sich scheinen Lombroso bekannt zu sein. Er vergißt sie aber 1. Pfingstfeiertag einen Provinzialverbandstag für Berlin und immer wieder im Schwunge der Rhetorik. So spricht er seine die Provinz Brandenburg in Rottbus abzuhalten, so ersucht der Ueberzeugung aus, daß die heutigen europäischen Juden mehr Unterzeichnete die Kollegen in den verschiedensten Städten hierzu arisch als femitisch feien, während er streng wissenschafts Stellung zu nehmen, resp. Delegirte zu wählen und dem Unter- lich sich so hätte ausdrücken müssen, daß die europäischen Juden zeichneten schleunigft Mittheilung davon zu machen. Tages anthropologisch stark gemischt sind derart, daß ein semitischer ordnung soll vorläufig sein: Wie ist unsere Lage zu verbessern Grundstock, der an relativer Bedeutung von Jahrhundert zu und wie stärken wir unsere Organisation, resp. wie ist die Jahrhundert abgenommen hat, schon in Palästina und mehr auf ben neue RaffenAgitation am wirksamsten zu betreiben? M. Buschold, Friedrichsberg bei Berlin, elemente, barunter auch arische, aufgepfropft erhielt. Blumenthalftr. 1. Auch sonst springt er mit der Bezeichnung Arier" etwas leichtAlle Arbeiterblätter der Provinz werden um Abdruck ge- fertig um. So erklärt er die Armenier für ein echt arisches beten. Volt" und meint, von ihnen hätten die Juden die dicken frummen Nasen" durch Blutmischung geerbt. Nun sind die Armenier von den eine arische Sprache sprechenden Völkern eins der gemischtesten, nur wenig arisches Blut enthaltenden, so daß ihre heutigen anthropologischen Merkmale auf andere Rassenelemente zurückzuführen sind. Weit werthvoller als diese recht oberflächlichen Betrachtungen find die statistischen Daten, die Lombroso auf grund eigener und anderer Forscher Messungen und Beobachtungen über die italienischen Juden mitDer Schuhmacherstreik in Burg beweist uns wieder, theilt. Darin besteht der eigentlich wissenschaftliche Werth des wie einig das Unternehmerthunt ob krumm- oder gradnasig Buches. Blühenden Unsinn fördert er aber zu Tage, wenn er fich ist, wenn es gegen die Arbeiter Front zu machen heißt. Da seiner Schrulle. alle starken politischen Bewegungen auf verin Burg hauptsächlich neben der Schuhwaaren- Fabritation auch brecherische Anlagen zurückzuführen, nachgiebt. So erklärt er, die Textilindustie betrieben wird, in welcher ein großer Theil der Pariser Kommune Aufstand sei bekanntlich" durch den starken der Angehörigen der streikenden Schuhmacher, Frauen und Altobolgenuß vorbereitet worden, an den sich Paris während der Rinder, beschäftigt werden, so geht ein Theil der dortigen Textil- Belagerung gewöhnt hatte. Da möchte man benn bitten: industriellen mit dem Gedanken um, die von ihnen beschäftigten Herr Professor, bleiben Sie bei Ihrem Fach! Angehörigen der Streitenden zu entlaffen, um den Streifendend me an den den Verdienst der Frauen und Angehörigen zu entziehen. Bu bemerken ist außerdem noch, daß Herr Konrad Tack, der in Berlin folgende Berkaufsgeschäfte besigt: Rosenthalerstr. 14, Andreasstr. 50, Potsdamerstr. 57/58, Oranienstr. 65 und Dresdenerfiraße am Rottbuser Thor, seine Waaren hauptsächlich an Kunden aus Arbeiterkreisen absetzt, und daß er gerade in Burg die Seele des Fabrikantenringes ift. Tack beschäftigt dort die größere Hälfte sämmtlicher Schuhmacher und macht den kleineren Unternehmern ja auch zum Theil ruinirt wird. Und wie es scheint, ist von eine ganz gefährliche Konkurrenz, deren Existenz durch den Streit Herrn Tack auch beabsichtigt worden, durch den allgemeinen Streit sich die fleineren Konkurrenten vom Halfe zu schaffen. Anläßlich des 90er Streits in Burg hatten die dortigen Fabrikanten einen ähnlichen Ring gebildet und sich gegenseitig verpflichtet wie auch beim jetzigen Streit bei hohen Konventionalstrafen bei hohen Konventionalstrafen feine Streifenden einzustellen. Nun Herr Tack wird den Streit wohl überstehen; ob aber die anderen Fabrikanten das können, ist zu bezweifeln. 11 gl. sid Eingelaufene Druckschriften. literarische Neuigkeiten an Wir bitten unsere Leser die Nennung ber Echriften nicht als Empfehlung der Rebattion, sondern lediglich als Empfangsbestätigung aufzufaffen. Unter diefer Rubrit zeigen wir fämmtliche der Redaktion zugehende Blos über diejenigen Grscheinungen, welche im Intereffe unserer Leser oder aus politischen Gründen besprochen werden müffen, veröffentlichen wir, soweit dies der Raum unseres Blattes zuläßt, Krititen. Genügt einer Berlagsbuchhandlung die Anführung der übersandten Rezensionseremplare in diefer Caligula. Eine Studie über römischen Zäsarenwahnsinn von Rubrit nicht, to bitten wir von der Zusendung der Neuerscheinungen des Berlages abfehen zu wollen.eus 2. Quidde. Leipzig. Verlag von W. Friedrich. Der Campagnerweinban und der Champagnerhandel. Studie von E. Bodenheimer. Straßburg. Verlag: vorm. G. Fischbach. Die Arbeiter des Mährisch Echlesischen Steinkohlen Reviers. Sozialstatistische Untersuchungen von Dr. Benno Karpeles. I Baud( 1. Hälfte). Leipzig. Verlag von Dunder u. Humblot. = Sozialpolitisches Zentralblatt, herausgegeben von Dr. Heinrich Braun( Carl Heymann's Verlag in Berlin, vierteljährlich 2,50 M.) Die foeben erschienene Nummer 30 hat unter anderem folgenden Inhalt: Die Streitbewegung in Desterreich, beziehentlich 2 i en nimmt größere Dimensionen an. Zu den Tischlern, deren Streit in ungeschwächtem Maße fortdauert, sind nunmehr auch die Bauarbeiter getreten. Die Bauarbeiter, deren Zahl auf 30 000 Italienische Briefe. III. Von Prof. Dr. Werner Sombart. geschätzt wird, verlangen eine Verkürzung der Arbeitszeit Schußverordnung für landwirthschaftliche Arbeiter in Preußen. um eine Stunde, ferner Aufhebung der Akkordarbeit, sowie Ein- Landwirthschaftlicher Kongreß in Rom. Zur Agrarftatistik führung der einheitlichen Arbeitsordnung. Die Bimmerleute Siziliens. Arbeitszeit und Arbeitspreis in der Baumwollenlehnten es ab, ben Ausstand in's Werk zu setzen, da derselbe zur industrie. Bur Frage des Achtstundentages. Berwahrlofte Kinder Beit inopportun sei. Der Bildhauerstreit ist in Preußen. Kongreß der französischen Bergarbeiter. Rongreß noch auf dem gleichen Fleck. Durch den Tischlerstreit sind die der italienischen Post- und Telegraphenbeamten. Parteitag der Bildhauergehilfen in etwas ungünstige Lage verfett; der Geist deutschen Sozialdemokratie. Kongreß der Sozialisten Toscanas. der Streifenden ist jedoch ein guter, an Nachgeben wird von Generalversammlung des Verbandes Arbeiterwohl. Evangelisch. 7. jener Seite nicht gedacht. fozialer Rongreß. Die Einführung der Sonntagsruhe in den Buckerfabriken des Deutschen Reichs. Marimalarbeitstag für Arbeiterinnen, die Unternehmer und der Handelsminister in Preußen. Unhaltbarkeit der durch die Unfallversicherungs- Gesezgebung geschaffenen Rechtszustände. J. S. m. Dies Bon der Neuen Seit"( Stuttgart, Verlag) ist foeben das 30. Heft des 12. Jahrgangs er. schienen. Der Aus dem Inhalt heben wir hervor: Festtag der Arbeit. Die Verwandtschaftsorganisationen der Auftralneger. Von Heinich Cunow. Die politische Lage in Holland. Von H. Bolat.- Die Voraussetzungen der 06 Versammlungen. Witterung in Deutschland am 30. April, 8 Uhr Morgens. Bei gleichmäßig vertheiltem, durchschnittlich ungefähr nor malem Luftdrud und mäßigen nordwestlichen Winden hält die trübe, an der Küste etwas neblige Witterung in ganz DeutschIand noch an. In Ostpreußen und Oberbayern finden Regen- Die Freie Vereinigung der Zivil- Berufsmusiker Ber fälle statt. Die Abkühlung hat sich noch etwas verstärkt und line vollzog in ihrer Generalversammlung am 19. April die jeht auch auf den äußersten Nordosten ausgedehnt; doch ist es Neuwahl des Vorstandes. Puhlmann; hier auch heute etwas wärmer als im Westen und Süden, wo bie Morgentemperaturen meistens 6 bis 7 Grad Celsius betragen. Berliner Wetterbureau. Wetter- Prognofe für Dienstag, den 1. Mai 1894. Ziemlich trübes Wetter mit schwachen nordwestlichen Winden ohne erhebliche Niederschläge und ohne wesentliche Wärmeänderung. Berliner Wetterbureau. Gerichts- Beitung. Gewerbegericht. " Feuilleton: Der böse Maitag. Von Eleanor AvelingMary. Blätter für soziale Praxis. Herausgeber: Dr. N. Brückner, Frankfurt a. M. Gewählt wurden: 1. Vorsitzender) 2. Vorsitzender Mothes; 1. Schriftführer Böhm; 2. Schriftführer Rta a be; 3. Schriftführer Meyer; Kassirer Gartmann; Rendant Jenchen; Beisitzer Ho ch. Grundrente nach der Ricardo'schen Theorie und die VerIn der Generalversammlung des Arbeiter- Bildungsänderungen in diesen Voraussetzungen, Von Dr. Paul Ernst. Vereins für Friedrichsberg vom 19. d. M. erstattete der Vorstand Bericht über das verflossene Geschäftsjahr. Der Raffenbericht ergab eine Einnahme von 460,85 m. und eine Aus: gabe von 325,45 M.; mithin einem Bestand von 135,40 M. Hier von wurden 35 M. dem Bibliothekar zur Beschaffung von Büchern übergeben. In den Vorstand wurden gewählt: Vorfitzender, Tropper; Schriftführer, Jacobi; Raffirer, Schaubrenner; Revisoren: Kopp, Schulze und Döhring. Zur Agitation für den Verein wird in nächster Zeit ein Flugblatt im Orte verbreitet werden. Zum Echluß der Versammlung wurde befchloffen, am 2. Pfingstfeiertage im Proskauer Garten ein Frühtonzert zufos. Gesundheitspflege. Reichenberg. Verlag: J. Beranek, veranstalten. ottelal Literarisches. Natur und Haus. Juftrirte Zeitschrift von Dr. Staby und Hesdörffer. Heft 12, 13, 14. Berlin. Verlag von R. Oppen heim( G. Schmidt). Die Beitschwingen", Monatsschrift von J. Beranet. Reichens berg, Böhmen.( Im Selbstverlag.) Friedländerstr. 12. Die Wohlfahrt", Zeitschrift für volksthümliche Heilweise und Friedländerstr. 12. t 2010 Dermischtes. Rönne auf Bornholm, 30. April. Der Dampfer, Deutschland" aus Lübeck stieß heute Morgen 5 Uhr bei der Nordspize von Bornholm mit dein Dampfer Edgar" aus Newcastle zus sammen. Der„ Edgar" sant augenblicklich; die Mannschaft desfelben wurde gerettet. Athen, 28. April. Infolge der geftrigen Erberschütterungen wurden die Ortschaften Kirochorion und Limnä und Euböa fast gänzlich zerstört. Mehrere Häuser sind in Athen beschädigt worden. Die Kammer IV des Gewerbegerichts hatte sich fürzlich mit einer Klage gegen die bekannte Firma J. G. Pfaff zu beschäftigen. Drei Tischler verlangten 325,10 M., um die sie dadurch gekommen Deffentliche Rellnerversammlung.( Berichtigung) 31 sein behaupten, daß man ihnen bei einem gemeinsamen Afford In unserem Bericht über die öffentliche Versammlung der Gast gegen ihren Willen Hilfe" gestellt habe, deren Bezahlung natürlich aus der Affordsumme erfolgte. Der Afford habe an- wirthsgehilfen vom 24. d. Mis. hat sich ein sinnentstellender geblich sehr schnell fertig gestellt werden follen. Die geleisteten Fehler eingeschlichen. Es muß in der betreffenden Resolution Silfstage überftiegen bie Zahl der Arbeitstage, welche die heißen, daß nur der Verein Berliner Gastwirthsgehilfen dense Kläger am Afford thätig waren. Die Kläger wollen lebhaft Tarif aufrecht erhalten habe. gegen die Hilfe protestirt haben, ohne daß ihnen Gehör geschenkt worden sei. Die Beklagte dagegen ließ durch ihren Bertreter behaupten, den Klägern sei beim Beginn des Affords fo viel Hilfe in Aussicht gestellt worden, als nöthig sein werde". Der Werkmeister Hansen, als Zeuge vernommen, erklärt be- Der Antisemitismus und die Juden im Lichte der modernen schwören zu tönnen, mit den Klägern die eventuelle Hilfe ver Wissenschaft von Professor C. Lombroso. Uebersetzt von einbart zu haben. Diese protestiren gegen die Vereidigung des Dr. H. Kurella. Leipzig, G. H. Wigand 1894. Zeugen Hansen, indem sie ihm Befangenheit aus Intereffe an Der bekannte italienische Gelehrte, der den Verfuch gemacht, Petersburg, 29. April. Anläßlich des Auftretens der der Sache vorwerfen; sie wollen das Gegentheil seiner Aussage die verbrecherischen Anlagen der Menschen auf gewisse törper Cholera in den österreichischen an Podolien angrenzenden beeidigen. Das Gericht entschied sich aber für die Vereidigung liche Eigenheiten zurückzuführen, die besonders am Schädel und Gegenden verfügte der Minister des Innern die Eröffnung von Hansens. Da er schwor, mußten die Kläger abgewiesen werden. im Gesichtsausdruck zu Tage treten, und der dadurch der Sanitätsstationen in Iffatowzy, Gusjatin, Gakow und Satanow. " Dienstbote", Gewerbegehilfe" und„ ord Kriminalistit einen ganz neuen Anstoß gegeben hat, macht in Madrid, 30. April. In den Ortschaften auf dem linken nungsmäßiges Beugniß". Die Dienstmagd R. tlagt dem vorliegenden Werkchen den Versuch, die von den Antisemiten Ufer des Tajo wurden mehrere Cholerafälle konstatirt. Die gegen den Milchhändler Porath beim Gewerbegericht, indem fie in Fluß gebrachte sogenannte Judenfrage wissenschaftlich zu Regierung hat Maßnahmen ergreifen lassen, um das Ausbreiten unter anderm auch eine Lohnentschädigung für die Beit verlangt, erörtern. Er gelangt zu dem Schluß, daß die Juden von den der Seuche zu verhindern. In allen Orten, wo dieselbe aufs in welcher fie auf grund eines nicht ordnungsgemäßen Beugnisses übrigen europäischen Völkern in ihren Raffenelementen nicht getreten ist, sind Baracken zur Aufnahme der Kranken errichtet find Jm Dienfibuch wesentlich verschieden und daß auch feinerlei worden. angeblich feine Stellung erhalten fonnte. der Klägerin war als Grund ihrer Entlassung vom Be Grund besteht, sie als dem Volksleben ihrer Wirthsvölker Giftige Gummiwaaren. Unschädlich sind schwarze flagten angegeben worden Gehorsamsverweigerung" und schädliche, der wirklichen Zivilisation unfähige Eindringlinge Gummifachen, wenn sie auf Wasser schwimmen, sowie alle GegenAlle grauen , nächtliches Ausbleiben". Der Vorsitzende der Rammer VI, ju behandeln. Er weist insbesondere hin auf die vielfache Bestände aus rothem und rothbraunem Gummi. wies dem welche die Klage zu erledigen hatte, gegen reicherung, die die Wissenschaft und die Literatur der europäischen Gummifachen dagegen können schädlich werden, zumal wenn sie, über darauf hin, daß Dienstboten vom Gewerbegericht Bölfer burch ihre jüdischen Volksgenoffen erfahren hat. Somit wie Saughütchen, längere Zeit Flüssigkeiten, z. B. Milch und Speichel, ftets bann als Gewerbegehilfen betrachtet würden, wenn ihre fommt Lombroso zu den nämlichen Schlußfolgerungen wie alle ausgesetzt werden; fie enthalten mehr oder weniger Zinkoryd. Thätigkeit beim Dienfiherrn auch auf deffen Gewerbebetrieb sich nicht gegen die Juden voreingenommenen Beurtheiler der Sehr gefährlich sind schwarze Gummifachen, die im Waffer erftrede. Das sei anerkanntermaßen hier der Fall gewefen. sogenannten Judenfrage. Im einzelnen ist indeß Manches an- untersinken; sie enthalten Blei, das bekanntlich ein äußerst Eintragungen, wie die im Dienstbuch der Klägerin gemachten, fechtbar in dem eigentlich wissenschaftlichen Theile feiner Ausgefährliches Gift ist. Die Farben, mit denen Gummiwaaren be seinen anthropologischen Betrachtungen malt sind, enthalten öfter giftige Substanzen. Man gebe den feien nach der Gewerbe- Ordnung fein ordnungsmäßiges Zeugniß führungen. daß er die Untersuchungsergebnisse der Kindern nur unbemalte Gummifachen in die Hand oder in für Gewerbegehilfen. Hierauf antwortete der Beklagte mit dem geht hervor, Hinweis auf eine Polizeiverordnung, welche ihn bei Strafe neueren Anthropologie nicht genügend beherrscht. Er operirt mit den Mund; fie follen aus rothem( rothbraunem) Gummi oder verpflichte, das Dienstbuch in der Weise auszufüllen, wie er es den Begriffen Arier" und Semiten", ohne zur wissenschaftlichen aus folchem schwarzem Gummi hergestellt sein, der im Wasser bei der Klägerin gethan habe. Der gesammte Gerichtshof er- Klarheit durchgedrungen zu sein. So gelangt er bei Verarbeitung schwimmt. Grauer Gummi darf kleinen Kindern nicht gegeben fannte das Zwidmühlenartige der Situation des Beklagten und der anthropologischen Forschungsergebniffe zu ganz widerspruchs werden. Schwarzer Gummi, der im Wasser unterfintt, ist am Aus beften überhaupt zu entfernen aus einem Hause, in dem kleine Kinder sich befinden. Ein Naturtunnel. Die South Atlantic and Ohio- Bahn tann von Glück sagen. Ihre Erbauer stießen auf einen 255 Meter Iangen Naturtunnel, durch welchen die Erbohrung eines Stollens durch einen den Weg versperrenden Ausläufer des Porell Mountain überflüssig gemacht wurde. Es bedurfte nur des Ebnens des Bodens der Höhle, welche von einem Bache durchflossen wird. Die Wände des Naturtunnels sind nahezu senkrecht, und er hat stellenweise eine Höhe von 100 Metern, was natürlicher Weise nicht nur nichts schadet, sondern den Reifenden sogar angenehm fein fann, weil sie um so weniger vom Rauch belästigt worden. Briefhaffen der Redaktion. Bir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( Bwet Buchstaben oder eine Bahl) anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden foll. C. W. Es besteht unseres Wissens kein Geseh, welches den Beamten in der Entnahme von Nahrungsmittelproben eine Beschränkung auferlegt. K. H. Wenden Sie sich an die Direktion der Münze. J. M. Ein solcher Mehrheitsbeschluß wäre ungiltig und würde durch Klage angefochten werden können. 1000... B. Sie erhalten den Todtenschein auf dem zuständigen Standesamt. Ob Ihnen die Versicherungssumme ausgezahlt wird, hängt von dem Inhalt des Versicherungsscheins ab. Wenn feine besondere Bestimmung da ist, so gehört die Summe zum Nachlaß des Verstorbenen. Von derselben sind die Beerdigungskosten zu bestreiten, den etwaigen Rest kann die Armendirektion beanspruchen, wenn sie soviel an Unterstützungen ausgegeben hat. 500. Nein. No. 125. Ja. Ernst. Der betreffende 2. E. wohnt Annenftr. 41. R. K., Zehdenick. Auf solch ein paar herausgeriffene Verse läßt sich tein Urtheil bilden. A. 3. 27. Lesen Sie die Broschüre von F. J. Ehrhardt: Die Arbeiter in den Anilin- Soda- Fabriken zu Ludwigshafen, Verlag der Volksstimme", Mannheim. " 1 E. Schufter. Sie haben ganz recht. Wir haben aber feinen Einfluß auf die Redaktion des Blattes. Adlershof. Ja. 2. M., Görlitzerstraße 30. Wenn der Mann mit erben will, muß er sein Vermögen dazu thun und erhält die Hälfte der gemeinsamen Masse, die andere Hälfte fäät an die Geschwister. C. 100. Ihr früherer Chef hat die Marken nachzukleben und darf Ihnen nur den Beitrag für Mär; abziehen. A. M. 66. E3 tommt auf die Steuervorschriften der betr. Kirchengemeinde an. Verlangen Sie beim Küfter Einsicht in dieselben. 1862. Berklagen Sie den Schuhmacher. F. 2., Rügenerftr. 15. 1. Nein. 2. Zur nochmaligen Leiftung des Offenbarungseides ist der Schuldner verpflichtet, menn glaubhaft gemacht wird, daß derselbe inzwischen größere Summen vereinnahmt hat. Kokol. Es tommt darauf an, welchen Preis der vom Ges werbegericht zu vernehmende Sachverständige zubilligt. Das Ge werbegericht befindet sich Breitestr. 20a. Die Klage tann dort zu Protokoll genommen werden. Die Kosten sind nicht erheblich. Briefkaffen der Expedition. Dranienfir. 34 7,80. Tischlerei Stavenow, Beuthstr. 3 2,65. Für die Wiener Tischler gingen ein: Tischlerei von Klukow, Heiningau( Elsaß) 5,-. Werkstatt von Sievert, Rüdersdorferstraße 26 6,60. Werkstatt von Fize, Fruchtstraße 11,-. Von den Tischlern der Werkstatt Becker und den Schlossern der Werkstatt Schulz u. Komp., Oranienstr. 189 18,90. Summa 51,95 M. Bereits quittirt 58,80., in Summa 110,75 M. A. M., Adlershof. Der Falkner" ist im Buchhandel erschienen, 3 Bde. zu 15 M. Schriftenverzeichniß können Sie von der Buchhandlung beziehen. Depeschen. ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Feuer. Kommen Sie mit der Police in die Sprechstunde. N. C. Sie find bis 1. August gebunden. Ob Sie bei einem Wechsel des Inhabers bis dahin bleiben müssen, ist nicht allgemein zu beantworten. Es kommt auf die Abmachungen an. Wenn nichts vereinbart ist, brauchen Sie zwar bei dem neuen Befiher nicht zu bleiben, Sie haben aber gegen den alten feine Ansprüche auf Schadensersah, da er Ihnen durch die Beschäftigung bei dem neuen Besitzer die Möglichkeit weiteren Verdienstes verschaffte. Etwaige Ansprüche gehören vor das Gewerbegericht. F. D. 67. 1. Melden Sie Ihre Lohn- und Entschädigungsforderungen bei dem Amtsgericht Rigdorf zur Kontursmasse an. Wien, 30. April. Jm Laufe des Nachmittags wiederholten Vor dem Prüfungstermin braucht der Verwalter zwar nicht auszuzahlen; wenden Sie sich indessen, wenn Sie frühere Zahlung sich die Ansammlungen streitender Maurer und anderer Be haben wollen, an das Kontursgericht. 2. Der Verwalter hat die schäftigungsloser in den Bezirken Ottakring und Hernals. M. N., Moabit. Bersuchen Sie, wir glauben jedoch nicht Bücher in Ordnung zu bringen. Wenden Sie sich an den Vor- von einer Schaar, welche die bei dem Neubau des Brauhauses an einen Erfolg. stand der Ortstrantentaffe und an die Polizeibehörde in Rigdorf, Ottakring Beschäftigten gewaltsam zum Streit zwingen wollte, Bröcker. Ja. Haffel. Eine Arbeiterzeitung, welche die betr. Liste enthält. mehrere besonders gewaltthätige Individuen verhaftet wurden, E. S. Wir versprechen uns von der Beschwerde teinen exiftirt nicht; dies Privileg haben nur die amtlichen, z. B. wurden die Wachleute mit Steinen beworfen. Ein Wachmann ist verlegt worden. Die Wachleute gaben Allarmschüsse, durch welche Leipziger Zeitung." Ch. 25. 1. Nein. 2. Nein. zwei Personen leicht verwundet wurden. Spätere Versammlungen vor dem Polizeikommissariat und vor dem Vereinslokal der Maurer in Hernals, wo insbesondere Hunderte von Kindern sich durch Pfeifen und Johlen hervorthaten, wurden von der Polizei allmälig auseinander getrieben. Die Aufgabe der Wachmanns schaft wurde Abends durch anhaltenden Regen erleichtert, einige Widerfeßliche wurden verhaftet. Erfolg. G. B. Ihr Anspruch ist zweifelhaft, es scheint, als ob Sie gegen die Unterbrechung der Arbeit zu spät protestirt haben. Wegen der Bemerkungen auf dem Bureau des Gewerbegerichts sprechen Sie mit dem Vorsitzenden Ihres Fachvereins am besten. 3. 2. Die politische Ansicht ist kein Grund, die Sie gesetzlich berechtigte, die Thätigkeit als Schöffe abzulehnen. Uebrigens sehen wir nicht ein, warum ein Sozialdemokrat nicht Schöffe sein will. Rottenbacher. Wenn Sie den betr. Artikel gelesen haben, so sollten Sie doch auch wissen, daß wir nicht in der Lage sind, die betr. Anstalt empfehlen zu fönnen. Pfeiffer. Ihr Eingesandt enthält doch kaum eine Berichtigung. Andererseits müssen wir es aber ablehnen, uns in den Streit mit der Genossenschaft einzulassen. 5. F. 7. Berliner Krantenunterstüßungs- und Begräbniß Verein für Frauen und Mädchen. Auskunft ertheilt Frau Freudenreich, Wißmannstr. 18. Noch 9000 Tischlergehilfen fireiten; 113 Meister haben die Forderungen der Gehilfen bewilligt, die übrigen Meistor R. J. Der Austritt aus der Kirche erfolgt durch Er- verharren auf ihrem ablehnenden Standpunkte. 500 Streifende flärung vor dem Richter des Wohnortes des Austretenden. Wer sind nach der Provinz abgereist. austritt, muß dem Gericht( in Berlin Amtsgericht I, Neue Friedrich- Paris, 80. April. Deputirtenkammer. Jaurès begründete der Unterstützungen, welche straße 13) unter Angabe seiner Religion und Kirchengemeinde einen seine Interpellation wegen Antrageinsenden, daß er aus der Kirche austreten will. In der Kapitalisten und Geistlichkeit den Anarchisten hätten angedeihen Zeitvon vier bis sechs Wochen nach Eingang des Antrages laffen. Jaurès behauptete, der Anarchist Tournadre stände beim Gericht muß der Austretende dann persönlich auf dem in Verbindung mit Kapitalisten und habe gelegentlich des Gericht( in Berlin, Nere Friedrichfir. 13, 1 Tr., Zimmer 135) Streits von Carmaux die Rolle eines Agent provocateur erscheinen und persönlich seine Erklärung zu Protokoll geben. gespielt.( 2ärm.) Jaurès warf dann dem Klerus vor, er spiele Meistens bekommt er noch eine diesbezügliche Nachricht, erforder- doppeltes Spiel gegenüber der Regierung und den Arbeitern. ist sie aber nicht. Minister Duboft führte aus, die beschlagnahmten Dokumente bes wiesen die Unrichtigkeit der von Jaurès aufgestellten Behaup nicht gefunden worden. Der Minister versicherte, er würde nie. mals zögern, die Schuldigen zu verfolgen, welcher Partei sie auch angehören mögen.( Beifall.) J. B. Der Arbeitgeber hat das Recht, dem Arbeiter den Lohn für die Zeit abzuziehen, die letzterer während der Theilnahme an der Kontrollversammlung sich von der Arbeit entfernte. Dies folgt aus dem Grundsaß, daß eine in der Person des Arbeiters liegende Unmöglichkeit zu arbeiten ihn und nicht den Arbeitgeber trifft. C. B. Schülern und Lehrlingen ist ebenso wie Frauen die Theilnahme an politischen Vereinen verboten. Vorwärts. 1. Nein. 2. Soviel uns bekannt, bestehen Vorschriften, daß Unteroffiziere erst nach bestimmter Beit heirathen dürfen, nicht. Dagegen ist überhaupt einem Unter- lich offizier das Eingehen einer Heirath nur mit Genehmigung der Borgesetzten gestattet und es kann sein, daß diese die Ge nehmigung in einzelnen Fällen verweigern, wenn der Unter offizier noch nicht lange dient. E. Schm. 66. Jawohl. Das Mädchen muß sich an die Polizei und dann an das Gericht wenden. D. P. 15. Sie können die Thätigkeit als Lagerift verweigern. E. 2. 1. Bom 25. Lebensjahre an. 2. Ja, es giebt jedoch Klage beim Landgericht dagegen. Back, Luckenwalde. Nachricht tam zu spät, berichten Sie nunmehr vom Verlauf. St. S. 1864. Nein. D. M. 94. Nein. 2. S. Ja. K. D. 1. Unberechtigt. 2. Er muß das Geld heraus- tungen. Bei den Anarchisten seien außerordentlich große Mittel zahlen. 3. Ja. E. C. C. Es liegt teine Erpressung vor. O. O. 18. 1. Jnnerhalb 6 Monaten. 2. Nein. 3. Beim ordentlichen Gericht. Ein Abonnent. Sie dürfen die Sachen nicht verkaufen. Schreiben Sie, sobald Sie seine Adresse erfahren haben, daß er die Sachen binnen 14 Tagen abholen und seine Schuld' dagegen bezahlen möchte, wenn er dies nicht thäte, nähmen Sie an, daß er Ihnen die Sachen zur Zahlung der Schuld überlasse. Waidhof 46. Kommen Sie bei der Regierung in Pots dam unter Darlegung Ihrer Erwerbsverhältnisse ein. P. D. Nein, Arbeiter- Bildungs- Schule. Lehrplan für das Sommerhalbjahr Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag.. · . . 1894. Nord- Schule. Müllerstr. 179a. Nationalökonomie. Bolksthümliche Medizin. Gesetzeskunde( spez. Arbeiterrecht). Geschichte( neuere). Deutsch( Logit u.Rethorit) Sonn- 2. u. 4. im Monat) Naturerkenntniß. abend( 1. u. 3. im Monat) Diskutir- Uebungen. Südost- Schule. Waldemarstr. 14. Nationalökonomie. Volksthümliche Medizin. Gesezeskunde( spez. Arbeiterrecht). Geschichte( ältere). Deutsch( Logiku.Rethorik). Naturerkenntniß. Diskutir- Uebungen. Der Unterricht wird des Abends von 81/2 bis 10/2 Uhr ertheilt. !!! 1000 Damen!!! Regenmäntel v. 4-20 M., Kindermänt., Jaquets, Seiden- u. Spitzen- Umhänge D. 2-10 M., Rester- u. PartiewaarenHandlung, Landsbergerstr. 48, L.5 3 Cadig, 30. April. Unter den Eisenbahnarbeitern Andalusiens macht sich eine große Erregung bemerkbar. Man glaubt, daß ein allgemeiner Streit bevorsteht. Rom, 80. April. Faft alle Zeitungen zeigen an, daß fie am 1. Mai nicht erscheinen werden, weil die Arbeiter an diesem Tage feiern. Den geehrten Gesangvereinen zur wochs frei bin und möchte denselben, wenn möglich, wieder befeßen. Franz 50 Pfennig liefert Wrangel- Strasse 8 pel, Gefanglehrer, Frankfurterfir. 110, Langestr. 26, Falkensteinstr. 28 4 r. 4Pfund Albrecht's nachricht, daß ich augenblicklich MittBrot für Bäckerei, 737 Rohtabak. 37 as anerkannt reelle und billigste Einkaufs-Quelle des Süd- Ostens für = 294b Herren jeden Standes werden als Vertreter für die Sterbekasse Borussia" Prinzessinnenftr, 19 gegen Provision 392b Neben meinem Rohtabat Engros- gesucht. 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Druck und Verlag von May Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 100. Zur Frauenbewegung. Bon einer Frau. Dienstag, den 1. Mai 1894. 11. Jahrg. der lichster Arbeit zu erwerben, was das gnädige Fräulein tändelnd, sie, die Proletarierin, den Geldproßen flagt an! Sie aber, die lächelnd und nichtsthuend für Handschuhe und Parfum hinwirft. Aermfie, tlärt auf, zu unser aller Heil! Aber den wenigsten gelingt dies, die weitaus meisten fristen ihr Wenn sie politische Rechte hätte! Die Ausübung derselben Leben mit noch viel kleineren Summen freilich welch ein würde sie erziehen, wie sie den proletarischen Mann erzogen. Die Sozialdemokratie habe den Höhepunkt ihrer Entwickelung Leben! Elend ist es, nichts als Glend. Sie würde Ausschau halten nach besserer Verwendung ihrer überschritten, bebaupten die reaktionären Blätter, und verrathen Und das ist so, weil das Angebot der Arbeitskraft größer ist Rechte, sie würde sich alsdann um öffentliche Dinge bekümmern, hierdurch mit ihren frommen Wünschen zugleich ihre Unwiffen- als die Nachfrage danach. Schaarenweise strömen die sie würde sich ihrer eigenen Stellung in der Gesellschaft, ihrer heit und ihre Unfähigkeit, die Lage der Dinge zu überschauen. proletarischen Frauen zur Fabrik, der Kapitalist hat die Verantwortlichkeit bewußt. Sie dürfte veden, fordern. Jetzt darf sie Allerdings würde unserer Bewegung jegt ein Halt geboten sein, Wahl unter ihnen; sich gegenseitig unterbietend sind sie nichts. Sie muß dulden, tragen, leiden, schanzen, hungern und darf wenn sie sich darauf beschränkte, nur den Industrie- Arbeiter ge- zum willenlosen Objekt der Ausbeutung geworden. Aber nicht einmal den wahren Schuldigen beim wahren Namen nennen, winnen zu wollen, denn dieser ist bereits für uns gewonnen. auch in diejenigen Industrien, die vormals der Mann allein sonst vergeht sie sich gegen das Gesetz. Und das wird strenge Aber so enge Grenzen hat sie sich nicht gesetzt und eine weitere beherrschte, drang das hungernde Weib. Und wieder verwandte gehandhabt, wie männiglich bekannt. große Ausdehnung ist ihr gesichert, weil es noch zwei zahlreiche der Kapitalist sie willig und listig als Lohndrückerin des Mannes, Und es giebt noch eine ernste Seite der Sache: Bevölkerungskategorien giebt, die das innigste Interesse daran sie mußte ihm als der Prügelstock dienen, den er auf den für Die Arbeiterin, deren Arbeitskraft der arbeitgebende Kapi. haben, sich uns anzuschließen und die uns unfehlbar zufallen tapitalistische Begriffe noch immer zu trotzigen Nacken des Ar- talist nur halb bezahlt, damit sie sich nur halb sättigen kann, werden: die ländlichen Arbeiter und die Frauen. beiters herabfaufen ließ. Wo ein Mann zu murren wagte gegen sie wird in der Straße von dem genießenden Kapitalisten Jedoch um sie zu gewinnen bedürfen sie der Aufklärung über allzu schamlose Ausnutzung, da rief der Kapitalist die Frau, und jeunesse und vieillesse d'orée*) erwartet, der ihr die andere ihre eigene Klaffenlage. Sollte man nicht sagen, ein Jeder wisse sie arbeitete für die Hälfte, ja für ein Drittel des Lohnes bes Hälfte gerne giebt, wenn sie ihm ihre Liebe verkauft. Dem am besten, in welcher Lage er sich befindet? Aber es ist nicht Mannes dieser aber war ein Arbeitsloser geworden durch sie, tapitalistischen Water des proletarischen Weibes Kraft und Ge an dem; die Gewohnheit fiumpft ab, die Verhältnisse in denen feine Leidensgefährtin. Und wiederum etwaige Mehrforderungen fundheit, dem kapitalistischen Söhnlein des proletarischen Weibes man groß geworden hält man für naturnothwendig gegeben. Klassen der Arbeiterin konnte der Kapitalist hohnlachend verweigern mit Leib und seine Schönheit was übrig bleibt, ist für den Arund Klaffenunterschiede sind nicht gottgewollt", nicht ewig", dem Hinweis auf den kräftigen Arm des männlichen Arbeiters. beiter, ben Gatten. Ja, Mann der Arbeit, das wird Deine sondern Einrichtungen menschlicher Wiükür und das Glend, das So schlug er, wie im Schachspiel Figur mit Figur geschlagen Gattin, die Mutter Deiner Kinder, fie, die Mißbrauchte, die fie immer im Gefolge hatte, der beste Beweis ihrer Verkehrtheit. wird, den Arbeiter mit der Arbeiterin, die Arbeiterin mit dem Mißhandelte. Denn wo sonst willst Du Dir ein Weib yolen?! Nun bringt die Sozialdemokratie den Frauen und den Arbeiter. Die Gattin spielte er aus gegen den Gatten, die D, Söhne des Voltes, so bringt man Euch um Ehre und Landarbeitern die Erkenntniß dieses ihres eigenen Elends Tochter gegen den Vater, die Schwester gegen den Bruder und Glück! 3. verhöhnt man Euch! Wie lange wollt in seinen Grundursachen. Verwundert vernimmt der Landarbeiter, umgekehrt. Die sonst so gepriesene Heiligkeit der Familie Ihr's noch leiden!! Wie lange soll's noch der Kleinbauer unsern Weckruf, traut sich, noch etwas miß- büßte hier ganz die Kraft ein, heilsame Scheu und dauern!! trauisch den, antikollektivistischen Bauernschädel" und--Ehrfurcht einzuflößen; wurde sie doch weit überstrahlt von dem tommt. noch heiligeren Gebot: Profit einheimsen, wo und wie 23 immer geschehen kann. Und sie kommen, die proletarischen Frauen, Im Oftober 1893 fonnte der Borwärts" nur 14 Organi Jationen aufzählen, die Frauen aufnahmen, jezt sind es beren schon 24. Damals waren vier Tausend und einige Sundert Frauen organisirt gegenüber 270 000 Arbeitern, jetzt beläuft sich ihre Zahl auf ungefähr 7000. Gerichts- Beitung: Gewerbegericht. Zur Kompetensfrage. Bon Interesse für Kutscher ist die Abweisung eines ihrer Rollegen, die erfolgte, weil das Berliner Gewerbegericht für nicht fompetent erklärt wurde, seine Lohnentschädigungs- Klage zur Gesetzes ist dasjenige Gewerbegericht zuständig, in dessen Bezirke Entscheidung zu bringen. Nach§ 25 des GewerbegerichtsGesetzes ist dasjenige Gewerbegericht zuständig, in dessen Bezirke die streitige Verpflichtung zu erfüllen ist. Der beklagte ehemalige Arbeitgeber des Kutschers 2. hatte feinen Bof" in Bankow. Das Gericht fab Pankow deshalb als Er. füllungsort" an, weil daselbst abgerechnet werde", während der Abgewiesene Berlin als solchen an gesehen wünschte. In Berlin, führte ec in der Klagebegründung aus, sei er ausschließlich thätig gewesen, und dort habe er sich auch von dem, was er vermittels des Droschkefahrens verdiente, feinen Tagelohn stets abgezogen. " " Noch tiefer als der proletarische Mann stehen sie auf jener Es gab eine Zeit, wo Arbeiter und Arbeiterin sich be Leiter, die zu Freiheit, Glück, Menschenthum führt. Das Recht fehdeten: der Arbeiter fab, daß das Eindringen der Frau in die der proletarischen Frau ist: Rechtlosigkeit, ihre Freiheit: Stlaverei, Industrie für ihn das Sinten der Löhne zur Folge hatte- was ihr Glück: nicht ganz zu verhungern, ihr Menschenthum: be- war natürlicher als der sich regende Wunsch, sie wieder aus derRammer VII. Borsigender: Assessor Alberti. Sigung vom 26. April. gründeter Neid auf das herrliche Lebenslos nanches Hundes selben zu entfernen! Aber wie fonnte das gelingen, da die oder Gauls. Profitgier des Kapitalisten, die mächtigste Triebfeder der Jehtzeit, Der Rutscher G. wurde mit einer Lohnentschädigungs- Klage In der tiefften Tiefe des Glends ist die Arbeiterin sie in derselben festhielt!? Und wie durfte das gelingen, da die abgewiesen, weil er, wie der Gerichtshof als erwiesen annahm, angekommen. Die Entlohnung ihrer Arbeitstraft ist bis Frau ums Brot kämpfte und Hunger dem weiblichen Magen troß erfolgter Verwarnung seinen Wagen er expedicte zu jenem Minimum gefunten, welches feine menschenwürdige eben so web thut, wie dem männlichen! Es gelang nicht, und Petroleum im betrunkenen Zustande zum Geschäft des BeLebenshaltung mehr ermöglicht. Der Durchschnittslohn ist Arbeiter und Arbeiterin haben es heute auch begriffen, daß sie klagten R. zurückgebracht hat. 6-7 M. per Woche. In einigen wenigen Branchen beträgt der sich nicht mehr gegenseitig für ihre elende Lage verantwortlich Wochenverdienst 12-15 M., in ganz seltenen Ausnahmefällen machen dürfen, sondern daß der sie beide mißbrauchende Kapitalist fteigt er bis zu 20 und 21 M., fintt dagegen andererseits bis zu ihr gemeinschaftlicher Feind ist, den sie gemeinschaftlich bekämpfen 3 M. und 2,80 M. Die Gleichheit", Organ für die Interessen müssen. In die geschlossenen Reihen der Arbeiterschaft tritt jetzt der Arbeiterinnen, bringt" fast in jeder Nummer Berichte über auch die Frau ein. Ta sie den politischen Kampf fraft ihrer die ganz entsetzlichen Verhältnisse, wie sie in den verschiedenen Rechtlosigkeit nicht helfen kann auszufechten, so ist ihr Play in Berufszweigen herrschen, wo überwiegend Frauen beschäftigt sind. den Gewerkschaften. Auch sie muß sich verpflichten, nicht unter So enthält die Nummer vom 1. November 1893 die Schilderung dem Tarif zu arbeiten. Und da 3 bedeutet den Aufschwung zum unmenschlicher Ausnutzung weiblicher Arbeitskraft in der Trikot Bessern. und Ronfektionsbranche( Württembergs). Durchschnittslohn 6 M., refp. 8 M., bei 12-18stündiger, resp. unbegrenzter Arbeitszeit. ( Man sieht, der 11ftündige gesetzlich geschütte Arbeitstag der Frau ist für den Kapitalisten keine Hemmung). So die Nummer vom 4. April 1894, in der es heißt: Bon Frauen wird im Taunus hauptsächlich die Filetstrickerei betrieben, die einen Aber es giebt in Deutschland über 51%, Millionen ArbeiteWochenverdienst von 3 M. bis 3,50 m. bei einer Arbeits- rinnen. Fast vertausendfachen muß sich die Zahl der organisirten zeit von 6 Uhr Morgens bis mindestens 10 Uhr Abends. bringt." Arbeiterinnen, ehe wir sie alle haben. Da giebt es zu thun, Auch am 21. Februar 1894 enthält die Gleichheit" Mitthei. Genossen! Nothwendig ist die Heranziehung der Frau, soll nicht lungen über eine Bündhölzchenfabrik in Königsberg, die ihren an ihr, an ihr als Lohnbrückerin, unsere ganze Bewegung Arbeiterinnen zwischen 35 und 87% Pfennig täglich zahlt. Alle scheitern. Mit Bleigewicht hängt sich die unorganisirte Frau an 14 Tage bei Abnahme der Schachteln müssen die Mädchen einen unseren Siegesflug und zieht uns herab. Alles schwer und müh. Tag umsonst arbeiten. In einer Haussegenfabrit in Pantow fam Errungene wird durch fie illusorisch. Darum heißt's Goli bei Berlin bringen es die Arbeiterinnen zu einem Wochenlohn darität! Hat die Frau erst begriffen ist sie erst einmal für ein Don 4,30 M. Die Beispiele von solch' niedrigen Entlohnungen Werk gewonnen, so ist sie auch mit ganzer Seele ergeben; ist weiblicher Arbeitskraft ließen sich ins Unendliche vermehren. aufopferungsfreudiger muthiger, thatfräftiger als selbst der Man vergegenwärtige sich nur die barbarischen Zustände in den Mann. Die bis dahin latente, aber darum auch nie zersplittexte Marzipanfabriken, in der Strohflechterei, bei der Spizenklöppelei. Leidenschaft konzentrirt sich nun auf das eine ziel. Weiß die Wie elend ist da nun die Lebenshaltung der Wermsten! Wahrlich Frau erst, was sie wollen muß, dann spannt sich in ihr alle unsere Arbeiter sind nicht gewöhnt, wie Lucullus zu speisen und Kraft der Seele zum Kampfe, dann will sie ihren Willen haben. der Stand der Gastwirthe Kenntniß nehmen von einem Gutachten, wie Ludwig II. von Bayern zu wohnen aber wollte man Weiß sie erst, daß ihr unerhörtes Unrecht geschieht, dann wird einen von ihnen fragen, wie er beispielsweise mit 4,30 M. die die Gumenide in ihr wach, die Urmutter, die wohlthätige welches am Sonnabend der gerichtliche Sachverständige und VorWoche auskommen wolle, er würde den Frager wohl prüfend an- Rächerin des Bösen. sitzende des Vereins Berliner Weißbierwirthe, Herr R. Kuckenschauen, ob" det Menschenskind" seine Sinne beisammen Aber daß sie wisse, dafür sorgt. Von selbst wird sie dies burg aus Berlin, vor der II. Strafkammer am Landgericht II habe. Für die Arbeiterin wäre des Arbeiters Armuth Wissen nicht haben. Woher denn?!- Die Tochter des Proletariats abgab. Der Restaurateur Rudolph Kapelski, Inhaber eines noch Reichthum und Ueberfluß, für ihn ihr Glend aber mußte schon in frühester Jugend durch allerlei Silfeleistungen großen Sommer- Restaurants am Lehnißfee bei Oranienburg, war Unmöglichkeit. Und doch hat sie Blut und Nerven Geld verdienen, mußte schon als 11, 12. und 18jähriges, vom Schöffengericht in Oranienburg wegen Bierplanscherei zu wie er, menschliche Bedürfnisse wie er. Ludwig Fulda läßt in halbw chiges Geschöpfchen im fremden Hause die Kinder 100 M. Geldstrafe event. zu 20 Tagen Gefängniß verurtheilt seinem Drama, das verlorene Paradies" eine Fabrikantentochter warten 2c. Da blieben für sie selbst die an und für sich nicht worden und hatte dagegen Berufung eingelegt. Im Jahre 1891 in naiver Weltunkenntniß sich darüber entsetzen, daß die Arbeite gerade geistbeflügelnden Segnungen der Volksschule von ind im Gtablissement des Angeklagten ganz tolle Bierrinnen in der Fabrik ihres Vaters nur 10 m. wöchentlich ver- problem: atischer Wirkung. Keine Erziehung ward ihr zu their planschereien vorgekommen. Abgestandenes Neigenbier wurde mit dienen. Zehn Mark!" ruft sie aus soviel gebrauche ich doch ter harte Kampf ums Brot zwingt die Eltern, ihre Kinder Steinfrügen verzapft wurde, wurde mit hellem Oranienburger frischem Bier verschnitten, echtes Nürnberger Bier, welches in für Handschuhe und Parfum." Jawohl! Und Millionen zu vernachlässigen. Es ist ein Wunder, daß sich noch so manche Steinkrügen verzapft wurde, wurde mit hellem Oranienburger Frauen giebt es, die glücklich wären, wenn es ihnen gelänge, im begeisterte, strebende Frau unter den Proletarierinnen befindet Schweiß ihres Angesichts und als Entgelt harter und beschwer- die große Menge aber ist stumpf. Wer will fie anklagen? Nicht Freie Volksbühne. Für Butterhändler wird eine Verhandlung von Interesse fein, die sich vor furzem vor dem hiesigen Schöffengericht abspielte. Ein Händler hatte in der Kastanien Allee ein Geschäft gekauft und von seinem Vorgänger zwei Heine Reste„ Butter" übernommen, von denen er die eine Sorte als Kraybutter" für 30 Pf. und die andere als" Badbutter" für 70 Pf. verfaufte. Troßdem der Händler dem recherchirenden Beamten gegenüber als auch vor Gericht auf den Umstand hingewiesen hatte, daß die beiden Sorten schon vermöge ihres Preises keine reine Butter sein tönnten, wurde er doch vom Schöffengericht wegen seiner Fahrlässigkeit zu 10 M. Geldstrafe verurtheilt. Der Händler legte gegen dieses Urtheil Berufung ein. Restaurationsgeheimnisse. Mit gemischten Gefühlen wird Der goldenen Jugend und dem goldenen Alter. setzen getrost ihre drei Krenzel denn die meisten von ihnen anschauung läßt sich zusammenfassen in die beiden Worte: E3 fönnen überhaupt nicht schreiben unter den Protest. Doch die tann Dir nix g'schehn!" und: Steiner müßt' ich doch klopfen". braven Kreuzelschreiber haben die Rechnung ohne den Kaplan Mit der Zuversicht, daß ihm nichts geschehen könne, da ja alles So lebhaft, wie bei der Aufführung von Anzengruber's gemacht. Dieser steckt sich hinter die Frauen und pauft ihnen in Schlimme schließlich' mal ein Ende nimmt, hilft er sich über alles Bauern- Lustspiel Die Kreuzelfchreiber", das am der Beichte ein, daß die Betheiligung an dem Protest eine Widrige und über alle Dummheit und Bosheit der Menschen Sonntag Nachmittag als Mai- Vorstellung für die erste Abtheilung schwere Sünde sei, Die nur durch harte Buße wieder ab- hinweg. Und, Steine klopfen muß ich doch. denkt er bei so unim Lessing- Theater" gegeben wurde, ist es in der Freien Volts gewaschen werden könne. Widerruf und eine Wallfahrt nach nügen Fragen, ob er den Papst für unfehlbar halte oder nicht, bühne" seit langem nicht hergegangen. Diejenigen, welche Rom, das ist das Mindeste, was er verlangt. Den Sündern oder ob es ihm lieber sei, daß der Herrgott oder der Gottseibeimeinen, das Leben sei gerade ernst genug, darum müsse die werden diese Bedingungen von ihren Frauen überbracht. uns das Regiment auf der Welt habe." Hast Du bisher's ganze Kunst Heiteres bieten, werden mit diesem Nachmittag zufrieden Da die Krenzelschreiber sich sträuben, darauf einzugehen, Pfund glaubt", sagt er dem Großbauer, der ihn um seine drei sein. Aber auch die anderen, welche von einer Freien Volks- so wird ihnen von den Weibern das verweigert, was man im Kreuzel angeht, werd'n Dich die paar Loth Zuwag' a nit umbühne" die Pflege hauptsächlich der ernsteren Richtung der Dra Juristen Jargon cheliche Pflichten" nennt. Die Weiber weisen bringen." Aber wenn der Großbauer dafür eintreten wolle, daß matik erwarten, werden vor den Kreuzelschreibern" die Waffen ihre sündhaften Männer bis auf weiteres aus ihrer Kammer dö Großen nit mehr jeden neuen Steuerzuschlag von ihnern gestreckt haben. Uebrigens zeigt jede derartige Vorstellung immer und stellen ihnen anheim, sich ihr Lager auf dem Heuboden her Achseln abschupfen dürfen," ah ja", meint der Steinklopferaufs Neue, daß die Annahme, die Freunde der ernsteren Richtung zurichten. Die Entscheidung des Streites fällt natürlich zu hanns, da sey' ich Dir schon meine drei Kreuzel brunter. seien unter den Mitgliedern der Freien Volksbühne in der gunsten der Weiber aus. Die Kreuzelschreiber, vor die Wahl Der Steinklopferhanns ist nicht das, was man so einen Mehrzahl, doch irrig ist. Man ist dort gar nicht so griesgrämig, gestellt, nach Rom oder ins Heu zu gehen, entschließen sich„ gottlosen Menschen" nennt; aber er ist ein Priesterhaffer, und daß man sich über die Verkehrtheiten der Menschen und selbst schweren Herzens zu der Busfahrt nach Rom. Aber durch eine darin ist er ein Abbild des Dichters selber. Anzengruber hat über ihre Echlechtigkeiten nicht auch einmal auf einige Stunden List erreichen sie daß die Weiber, um die eheliche Treue die Priester sammt ihrem ganzen muckerischen Anhang all hinweg la chen möchte. Und wenn dieses Aufheiterungsbedürf ihrer büßenden Männer besorgt gemacht, schließlich die sein Lebtag nicht leiden mögen, und er hat sie eigentlich in keinem niß, das unleugbar in größerem Umfange vorhanden ist, in so mit Absicht beschleunigte Fahrt felber hintertreiben. In ihren feiner Stücke ganz ungerupst davongelassen. Aber so wirksam, edler Form befriedigt werden fann, wie es ein Anzengruber'fches engen Köpfen beginnt die Erkenntniß aufzudämmern, daß wie in den Kreuzelschreibern", hat er die Muckerei nirgends beStück gestattet, so wüßten wir nicht, wer dagegen etwas einzu- es noch schlimmere Dinge auf Erden giebt als Kreuzelschreiben. fämpft. Er geht hier am weitesten in der Anwendung derjenigen wenden haben sollte. Sie wollen lieber ihre und ihrer Männer Seelen durch den Teufel Rampfesart, auf die die meisten in ihrem ehrlichen Zorn nicht Obenein verbergen Die Kreuzelschreiber" unter einer dem Himmel, als sich durch die wälschen Mädel ihre Männer gerade zuerst verfallen, die aber den Muckern gegenüber allein heiteren Schale einen sehr ernsten Kern. Das Stück wendet sich abspänftig machen lassen. angebracht ist, weil sie allein Erfolg verspricht: er giebt gegen die Herrschaftsgelüfte der Kirche, genauer der fatho Die Entwicklung und Lösung dieses ergöglichen Streites fie der Lächerlichkeit preis. Mit Vernunftgründen ist lischen Kirche; aber man thut den Geistlichen anderer Konfeffionen, wird genauer gezeigt an einem jungen Ehepaar, dem Gelbbof: einem Gegner, der sich auf etwas anderes als die Vernunft und nicht zuletzt der evangelischen, kein Unrecht, wenn man sagt: fauer Anton Huber und seinem Weibe Josefa, die mit stüßt, natürlich niemals beizukommen. Von diesem Gesichtsder Kirche überhaupt. der Natürlichkeit gezeichnet sind, welche die Mitglieder der Freien punkte aus erscheint auch die Verwendung des Wortes Kreuzel" Die Kreuzelschreiber" sind nicht lange nach der im Jahre Volksbühne" an Anzengruber bereits fennen. Die beiden Leutchen schreiber" als titel von tieferer Bedeutung. Die Elemente, auf 1870 erfolgten unfehlbarkeitserklärung des Papstes entstanden, legen eine gehörige Portion gesunder Sinnlichkeit an den Tag die fich die Macht des Muckerthums gründet, find meist über und an dieses Ereigniß fnüpfen sie auch an. Das Stück spielt und geben sich überhaupt mit einer so herzerfrischenden Ungenirt die unterste Bildungsstufe des Kreuzelfchreibens nicht weit hinausin einem bayrischen Bergdorf. Ein bigotter, alttatholischer Großheit, daß sie das geheime Entzücken und das offene Entfehen gefommen. bauer, der in Glaubenssachen jede Neuerung, auch solche, die aller Tartüffes hervorrufen müssen. vom Papfte selber ausgeht, befämpfen zu müssen glaubt, sam Tas Hauptintereffe erregte jedoch nicht dieses im Mittelmelt Unterschriften für einen Proteft gegen die geplante Unfehi punkt der Handlung stehende Paar, sondern der alte Stein barkeitserklärung. Ein Theil der Bauern ist bereit, sich dem flopserhanns, der den ins Heu geschickten Bauern beispringt und Protest anzuschließen. Sie wissen zwar nicht recht, um was es mit seiner Verschmigtheit fertig bringt, die vom Kaplan aufes sich eigentlich handelt, aber, wo der Glaube mit im Spiele gestachelten Weiber wieder vernünftig zu machen. Dieser Steinist, denken sie, da darf man schon mit unterschreiben, und sie klopferhanns ist eine echt Anzengruber'sche Figur. Seine Welt11 Die Aufführung war sehr gut, wie es die Freie Bolks. bühne" vom Leffing Theater" gewöhnt ist. Fein ausgedacht und sorgfältig durchgeführt war der Steinklopferhanns des Herrn Kober. In dem Anton Huber stellte Heinrich Brechtler einen wahren Brachtburschen auf die Bretter. Br Bier verschnitten, und oftmals wurde das Lettere unvermischt| Arbeiter, Genossen und speziell die Maler den Zuzug nach Bremerals Echtes" zu hohen Preisen verschenkt. Aus irgend einem haven auf das Entschiedenste fernzuhalten suchen, der Sieg wird Grunde wurde im Laufe des Sommers der Buffetkellner Julius und muß unser werden. Echwendt entlassen. Derselbe strengte eine Entschädigungsflage " geglichen. Die Zohnkommission Die auf ihre Gewerkschaft entfallenden Betrag von 30 M. zur Er haltung des Auskunftsbureaus und ertheilte dem Delegirten Schmidt Decharge. Bei der hierauf vollzogenen Neuwahl wurde Misch als Delegirter und Schönberg zu dessen Stell vertreter gewählt. Die Feier des 1. Mai betreffend empfahl Bienenfeld, die Beschlüffe des Vereins zu befolgen. Jeder, der ohne Maßregelung befürchten zu müssen, am 1. Mai die Arbeit ruhen lassen tann, hat sich Bormittags punkt 9 Uhr bei Röllig, Neue Friedrichstr. 44, einzufinden, von wo aus gemeinsamer Gang nach den Kontordia- Sälen in die Gruppen- Versammlung sämmtlicher Holzarbeiter erfolgt. Den Nichtfeiernden wurde die moralische Verpflichtung auferlegt, 1 M. an die Gewerkschaftskommission zu entrichten. Nach längerer Debatte wurden diese Beschlüsse von der Versammlung afzeptirt. Zum Schluß erfolgte eine Besprechung von Mißständen im Beruf, wie die Lohndrückereien indifferenter Kollegen, die Sonntagsarbeit, die Bergebung von Einfeharbeiten in Submission ac. und Hausdiener, die am 29. April tagte, besprach Genosse In einer öffentlichen Versammlung der Rollfutscher Grauer die Dienstordnung der Vereinigten Spediteure", die an Härte und starten Zumuthungen die Arbeitsordnungen eines Stumm noch in Echatten stellt. Da heißt es unter Anderm: " Jeder Rollkutscher ist verpflichtet, so lange er in Stellung ist, lediglich die Interessen seines Dienstherrn zu vertreten... und lässige Ausführung der ihm übertragenen Arbeiten berech Jede Trunkenheit im Dienst, Widerfeßlichkeit, Pflichtverletzung sind " A an und dieser trat der Wirth Kapelsti mit der Behauptung der Maler, Anstreicher und verw. Berufsgenossen gegenüber, daß er den Büffetier wegen der vorerwähnten Biervon Bremerhaven und Umgegend. planschereien entlassen habe. Das Zivilgericht fehte den Ent- Alle Anfragen, Geldsendungen zc. find an H. Rüstau, schädigungsstreit aus und gab dem Kapelski auf, Strafanzeige zu Lehe, Buchtstr. 13 I zu richten. erstatten. Das that derselbe, die Bierplanschereien wurden im Um Abdruck in sämmtlichen Arbeiterblättern wird gebeten. vollen Umfange erwiesen und der Buffetkellner wurde zu fechs Wochen Gefängniß verurtheilt. Dieser drehte den Spieß um und Friedrichsfelde. Die Genossen, welche den 1. Mai durch zeigte den Rapelsti an, weil dieser ihn zu der Planscherei an- Arbeitsruhe feiern, versammeln sich bei Schulz. Brinzen- Allee, gehalten und das Neigenbier auch selbst verschnitten habe. Diese Morgens 8 Uhr, und unternehmen von hier aus einen gemein Anzeige erwies fich vor dem Schöffengericht wie vor der Straffamen Spaziergang. Am Abend findet in demselben Lokale eine tammer als richtig, das Gutachten des Herrn Kuckenburg befreite Versammlung statt, Anfang 8½ Uhr. den Wirth Kapelsti aber in der zweiten Instanz von der er Paul Kette, Vertrauensmann, Bahnhofstr. 1. tannten Strafe. Der Sachverständige behauptete nämlich, daß das Berschneiden des sogenannten Bodbieres mit ihren Arbeitgebern in Lohnverhandlungen getreten. Die Zimmerer und Maurergesellen zu Danzig find ( jenes Bieres, welches vom Hahne und von den Seideln beim Forderung beider Kategorien find 40 Pf. Minimal- Stundenlohn. Zapfen abtropft) felbst in den renommirtesten Da bisher eine Einigung nicht stattgefunden, ist der Ausbruch Lokalen und Brauereien Usance fet. 3 tönne darin weder eine Fälschung eines Streits wahrscheinlich, ersuchen deshalb überall den Zuzug noch ein Betrug fernzuhalten. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abgefunden werden. Staatsanwalt Westrain bemerkte hierzu: Der Verschnitt bruck gebeten. bes Bockbieres, welches über die Hände des zapfers und über die äußerlich nicht immer fauberen in Danzig eingeführt worden. Nicht aber, um den Wünschen Die achtstündige Arbeitszeit ist auf der kaiserlichen Werft Gläser läuft, ist doch zum mindesten efel der Arbeiter Rechnung zu tragen, hat man diese Maßregel ernur, Entlassungen von Arbeitern schnittenes Bier mit Kenntniß dieses Verdie jedenfalls später wieder recht nothwendig gebraucht werden Für Diebstahl vom Rollwagen haftet der Kutscher stets." Dabei schnitts nicht trinken, und andere Beute wob! bürften. Mit ber Verkürzung der Arbeitszeit ist natürlich, wie derselben machen daher ein gutes Geschäft mit dem Berluft Einzelne auch nicht!" Darauf replizirte der Sachverständige. Das das in den Werkstätten einer sozialreformatorischen Regierung derselben machen daher ein gutes Geschäft mit dem Berluſt ist doch nicht efelerregend! Die Gläser find ja nicht anders zu erwarten, auch eine Reduzirung des Lohnes ein Doll Gütern. So habe z. B. im vorigen Jahre Magilli rein gewaschen!" Der Staatsanwalt wollte oas Gutachter getreten. Durch die Gewährung sogenannter Winterzulagen wird. Komp. einem Rollkutscher die Kaution von 95 M. einbehalten des Sachverständigen nicht gelten laffen, da dieser im vorliegen diese Berringerung des Verdienstes nur in geringem Maße aus- Fatturenwerth auf 126 m. beziffert war; außerdem hat die bes für ein vom Rollwagen verschwundenes Frachtgut, deſſen Herr Rechtsanwa Leopold Meyer, Synditus des Berliner Gastwirthsvereins, bewog Firma sich aber die 126 M. auch von der Versicherungs Gesellauf grund des sachverständigen Gutachtens den Gerichtshof doch, Eine Betition hat der Verband deutscher Barbier, schaft auszahlen lassen. Der Fall fam zur Entscheidung vor das auf Freisprechung zu erkennen. Friseur und Berrückenmacherinnungen an den Kriegsminister Gewerbegericht, das den Unternehmer veranlaßte, dem entlaffenen gerichtet, worin er ersucht, die weitere Ausbildung von aktiven Rolltutscher wenigstens 60 m. von seiner Kaution herauszu Soldaten im Barbieren and Haarschneiden zu verbieten, weil zahlen. Redner macht des Weiteren auf die außerordentlich solche dergestalt su Barbiergehilfen ausgebildeten Personen nach lange Arbeitszeit aufmerksam. Die Kutscher haben, falls im ihrer Entlassung das Gewerbe zum Theil fortsegten und infolge Interesse des Dienstes nicht ein früheres Erscheinen ans ihrer mangelhaften Kenntnisse geneigt seien, die ordnungsgemäß" geordnet wird, jeden Tag früb 53/4 Uhr im Stall anzutreten und gelernten Haarkünstler im Preise zu unterbieten." Die jezt in den bis in die Nacht hinein werden die Güter abgeholt. Auch die einzelnen Kasernements bestehenden Barbierstuben sollten bei- jungen Burschen, welche als Wächter mitfahren, werden so spät behalten, für die Folge jedoch nur gelernte Barbiere in denselben beschäftigt, es find das zum Theil Kinder, die am Morgen Semmel beschäftigt werden. Eine weitere Eingabe ist an den Minister austragen. Der Arbeitslohn ist dabei äußerst gering, besonders von Berlepsch resp. an den Reichstag abgegangen. Die Unter- gering bei Rarl Schwanih, der dafür den Arbeitern Weihnachts- und zeichner dieser Petition wollen in bezug auf die Sonntagsruhe Jahresgratifitationen verspricht. Die Praxis dieses Herrn bes bas Barbiergewerbe in den Bereich des§ 41a der Gewerbeschäftigt zur Zeit das Gewerbegericht, an das sich ein Kutscher Ordnung einbezogen wissen. gewandt hat, der im letzten Jahre bei Schwaniz statt der versprochenen Jahresprämie die Entlassung bekommen hat. Angesichts derartiger Ausbeutung weift Redner auf die Nothwendig feit der Organisation hin und ermahnt die Anwesenden, fich diefer anzuschließen. Durch Beifall gab die Versammlung ihre fussion bemerkt Kollege Schmidt aus Leipzig, daß in seinem Wohnorte die Verhältnisse ebenso traurig wie in Berlin sind, und daß die Rolltutscher dort beschlossen hätten, der Organisation der Handlungs- Hilfsarbeiter beizutreten. Kollege Hette geißelt im besonderen noch die Ausbeutung der als Wächter fungirenden Echultnaben. Kollege Hoffmann bemerkt, daß in Görlig die Güter nur bis 8 Uhr Abends abgeholt werden, und das wäre Die Droschkentutscher Berlins und Umgegend waren in Berlin auch sehr gut durchführbar. Kollege Grauer fügte dem in der Nacht zum Sonnabend ziemlich zahlreich im Eiskeller" noch hinzu, daß in einigen Städten das Abholen schon des verfammelt. Auch das weibliche Element war start vertreten. Morgens früh geschieht. Darauf ging die Versammlung, vom Die Versammelten hörten mit großem Interesse einen Theil des besten Geiste beseelt, auseinander. bekannten Vortrages von Hoffmann Bantow über das Thema: Die zehn Gebote und die besigende Klasse". Gine Die öffentliche Versammlung der in Holzbear Diskussion über das Gehörte fand nicht statt. Die Fortsetzung beitungs- Fabriken und auf Holzplägen bes des Vortrages wird in einer in fürzester Zeit stattfindenden Verschäftigten Arbeiter, welche am 29. April im Schüßenhause" fammlung erfolgen. Der nächste Punkt der Tagesordnung betraf tagte, hörte einen Vortrag des Genossen Rohrlad über das den 1. Mai. Der Referent hierzu war Kollege Stiller, Thema: Die Arbeiter im Kampf mit dem Kapital" und nahm welcher die Droschkentutscher aufforderte, den 1. Mai, wenn hierauf den Bericht der Gewerbegerichts Beisiger entgegen. möglich, durch Arbeitsruhe, seiner Bedeutung gemäß, au feiern. Kobold gab der Unzufriedenheit der Arbeiterschaft mit der Die Versammelten stimmten ohne Widerspruch einem Antrage zu, Thätigkeit des Gewerbegerichts Ausdruck, welche den gehegten welcher die am 1. Mai fahrenden Kollegen verpflichtete, den Erwartungen nicht entspreche. Der Berichterstatter rügte die vierten Theil des Arbeitsverdienstes am 1. Mai dem Agitations Langfamfeit des Verfahrens des Gewerbegerichts, ein Uebelstand, fonds zuzuführen. Die betreffenden Gelder sind im Bureau des wegen dessen Beseitigung der Ausschuß des Gewerbegeri.hts Vereins der Berliner Droschfenfutscher, Echüßenstr. 58, abzuliefern. bereits beim Vorsitzenden desselben vorstellig geworden, aber Bezüglich der Maifeier machte die Versammlung die Beschlüsse nicht durchgedrungen sei. Ein weiterer großer Uebelstand der Gewerkschaftskommiffion zu den ihrigen. Kollege Schütte fei die lange Hinausschiebung der Vollstreckbarkeit der verbreitete sich zum Schlusse über die Weißlackirten", das Urtheile. Fischer ergänzte die Ausführungen des Vorreduers Dasein derselben auf geschäftliche Spekulation zurückführend. und pflichtete demselben darin bei, daß die jezige Braris des Mit einer Mahnung zur Organisation wurde die Versammlung Gewerbegerichts so nicht weiter gehen tönne und daß sich die geschlossen. Vor dem Schöffengericht zu Stuttgart fand am 26. April eine Verhandlung statt, durch welche die parteiische Stellungnahme der Polizei zu ungunsten der streitenden Schneider in eklatantester Weise erwiesen wurde. Während des Schneiderfireits, unterm 12. v. Mts., erließ das Stadtpolizeiamt gegen zwei hiesige Echneider( worunter einer selbständig) auf grund des § 369 Biffer 11 des Strafgefeßbuchs Strafverfügungen in Höhe von 3 bezw. 2 Tagen Gefängniß wegen groben Unfugs, einer Meldung zufolge, wonach fie an jenem Nachmittag 2-21/ 2 Uhr in der Schmalestraße vor dem Geschäftslokal der Firma Bender u. Komp. auf und ab gegangen sind und den vorbeigehenden Schneidergehilfen Burufe gemacht haben sollen, um sie zur Niederlegung ihrer Arbeit zu veranlassen. Hiergegen stellten die Beiden Antrag auf gerichtliche Entscheidung, welche vor dem Schöffengericht vor sich ging. Die Schneider gaben zu, daß sie damals wohl einzeln dort auf und abgegangen, ihre vorbeiEutlaffen wurden sämmtliche Arbeiter der Melt'schen Porzellanfabrik in Gräfenroda. Versammlungen. " " " gehenden oder durch die Fenster des Hauses Bender u. Komp. allen Städten über 2000 Einwohner Erhebungen anstellen über Bustimmung zu diesen Ausführungen zu erfennen. In der Dis Arbeitsvermittlung. Die fächsische Regierung fäßt in heruntersehenden Kollegen begrüßt, nicht aber zur Arbeitsniederlegung aufgefordert, im Uebrigen jedoch Niemand belästigt oder die Verhältnisse der gemeinnützigen und städtischen ArbeitsDen Verkehr gehemmt, somit fich auch feineswegs groben Ünfugs vermittlungsstellen. fchuldig gemacht zu haben. Denn das Recht auf dem Trottoir hinund herzugehen, werde ihnen so gut zustehen, wie den kaufmännischen Angestellten jener Firma, die auf dem gegenüber liegenden Trottoir sich bewegten, um sie zu beobachten. Der als Zeuge geladene Schuhmann fab 8-10 Leute hin- und hergehen, mußte aber zugeben, daß diese nicht laut gewesen, sondern ganz rubig waren und feinerlei Lärm vollführten oder das Publikum belästigten, oder Arbeiter zur Arbeitseinstellung zu überreden versuchten. Der Befehl zur Berbaftung der beiden An getlagten ging direkt vom Ober- Polizeikommissär Honold aus, welcher zufällig vorbeikam und die Leute hin und her gehen sah. Der Vertreter der Staats anwaltschaft fab fich außer ftande, einen Strafantrag zu stellen, da nach einer Entscheidung des Reichsgerichts ein grober Unfug nicht vorliege, wenn eine größere Gesammtheit von Personen nicht belästigt worden sei. Der Bertheidiger Rechtsanwalt Lauten Schlager beantragte Freisprechung, weil beide Angeklagte nur von einem ihnen kraft der Gewerbe- Ordnung zustehenden Rechte Gebrauch gemacht haben und durch§ 152 der Gemerbe- Ordnung alle entgegenstehenden Strafbestimmungen aufgehoben seien. Erst dem zufällig vorbeigekommenen Oberpolizeikommissär Honolo sei es eingefallen, in dem Verhalten der Beiden etwas Strafbares, einien groben Unfug" zu finden, worin aber ein solcher im Sinne des Gesetzes zu finden wäre, sei nicht begründet worden. Es sei in jenen Tagen manches Unbegreifliche vorgekommen, aber diese Bestrafung sei das Unbegreiflichste. Das Schöffengericht( Borfizender Amtsrichter Wiest) fonnte in der Handlungsweise der beiden Angeklagten eine Belästigung des Publikums, also einen groben Unfug nicht erblicken und sprach sie unter Uebernahme der Kosten auf die Staatstaffe frei. Soziale Leberlicht. Achtung, Metallarbeiter! Eine größere Anzahl jener Auch"-Kollegen, welche im vergangenen Jahre den streifenden Mechanikern der Firma Groos u. Graf in den Rüden fielen, die Plätze derselben besetzten und dadurch den Streit illusorisch machten, find jetzt von jener Firma wieder entlassen worden, da anscheinend die Firma an den Nachwehen des Streits stark zu leiden hat. Die Mehrzahl der Entlassenen hat sich nach außer halb begeben, da ihnen der Boden in Berlin jedenfalls schon zu heiß wurde. Die Kollegen allerorts werden deshalb aufmerksam gemacht, gegenüber diesen Leuten die größte Vorsicht walten zu Laffen. Der Vertrauensmann der Berliner Metallarbeiter Otto Mäther, N., Antlamerstr. 44. NB. Alle Arbeiterblätter werden um Abdruckt gebeten. Achtung, Metallarbeiter! Die Maimarten à 50 Pf. find zu haben bei R. Wegner, Oranienstr. 23a, III, 23. Stäh, Basewalferstr. 11, 3. Gingang 2 Tr., fowie bei den Vertrauens männern der Branchen. Die Kollegen werden ersucht, recht rege für den Vertrieb der Marken zu sorgen. so Nothwendigkeit eines öffentlichen Protestes dagegen ergeben würde. Nach einer längeren Distusfion hierüber erstattete suchte Versammlung ab. Gegenstand der Berathung war die fommission. Folgende Resolutionen wurden angenommen: 1. Die Die Böttcher hielten am Sonntag Bormittag eine gut be offmann Bericht über die Thätigkeit der GewerkschaftsDurchführung der in voriger Woche beschlossenen Maifeier, die Versammlung beschließt, von einer strikten Arbeitsruhe am 1. Mai laut Beschluß der Versammlung in ftrifter Arbeitsruhe bestehen sollte. abzusehen, macht es aber den Kollegen zur Pflicht, dort, wo sie Wie der Vorsitzende inter mittheilte, find in letzter Woche ohne wirthschaftliche Schädigung durch Arbeitsruhe den 1. Mai Verhandlungen des fogenannten Brauerei Ringes gepflogen, feiern fönnen, die Arbeit ruhen zu lassen. Diejenigen Kollegen, woraus sich schließen lasse, daß von seiten einzelner Brauereien denen die Arbeitsruhe unmöglich ist, fönnen ihre Solidarität den Böttchern jedenfalls Schwierigkeiten bei der Durchführung dadurch bekunden, daß sie für 50 Pf. Marken zum Generaldieser Maßregel bereitet würden. Direktor Röfice soll sich im fonds entnehmen. Diejenigen Kollegen, welche am 1. Mai Prinzip" gegen die Freigabe dieses Tages erklärt haben, solange feiern, versammeln sich um 9 Uhr Vormittags bei Gehloff, derfelbe noch nicht gefeilicher Feiertag sei. Falls die Sozial- Mariannen- Ufer 4, und begeben sich von dort zur Gruppens demokraten im Parlament dies erwirkt haben, jei er auch nicht versammlung in die Konkordiafäle. abgeneigt, den 1. Mai als Festtag zu refpeftiren.( Lachen.) Es sei dieserhalb gerechtfertigt, die Maifeier in bezug auf alle führungen des Referenten einverstanden und fordert im Anschluß 2. Die heutige Versammlung erklärt sich mit den AusEventualitäten nochmals einer Besprechung zu unterziehen. Die an das Referat eine wirtfame Schußgefeßgebung für die Arbeiter folgenden Redner betonten fast einstimmig die unbedingte Auf- und in erster Linie zur Beseitigung der Arbeitslosigkeit und rechterhaltung des letzten Beschlusses. Wenn es auch vortheil- wirthschaftlichen Nothlage die gefeßliche Einführung des Achthafter gewesen sei, daß sich die anderen im Betriebe beschäftigten stundentages. Die Versammlung erkennt in der Sozialdemokratie Arbeiter Kategorien( Brauer, Bierfahrer, Hilfsarbeiter) mit den Böttchern solidarisch erklärt bätten, jo fei dies diejenige Partei, welche zu jeder Beit für die Rechte und Interessen des Volkes eintritt. fein Grund für die letzteren von der Bethätigung ihrer Ueber- Der vom Vertrauensmann Fischer erstattete Raffenbericht zeugung abzusehen. Die Gewerkschaft sei im Berhältniß zu ergab an Einnahme 290,80 m., an Ausgabe 143,13 m., an ver anderen Berufen gut organisirt und habe die Verpflichtung, bleibendem Bestande 147,67 M. Nach Bericht und auf Antrag bahnbrechend vorzugehen. Ein Redner wünschte, da sich ein der Revisoren wurde der Vertrauensmann für die Zeit seiner Kampf wohl kaum umgehen laffe, gleichzeitig das Verlangen an Thätigkeit entlastet. Die übrigen Punkte der Tagesordnung die Unternehmerschaft zu richten, die achtstündige Arbeitszeit wurden vertagt. einzuführen. Die Vertreter aus den einzelnen Brauereien gaben ebenso wie die Obmänner der größeren Werkstätten furze Erflärungen über die Stimmung in der Kollegenschaft für die ftrifte und gewerblichen Hilfsarbeiter bielt am 22. April Nixdorf. Die Freie Bereinigung der Baus Arbeitsruhe, wobei sich herausstellte, daß sich die übergroße ihre regelmäßige Mitgliederversammlung ab. Zunächst vollzog Majorität für unbedingtes Rubenlaffen der Arbeit aussprach. die Versammlung die Wahl des ersten Borsigenden, mit welchem Ein Theil der Brauereien hat den Tag schon freigegeben, das Amt der Kollege Oskar Böttcher betraut wurde. Der hierauf Münchener Brauhaus läßt an diesem Tage den Betrieb überzur Verlesung gelangte Kassenbericht weist einen Kassenbestand Kollegen! Eine große Zahl unserer Gewerkskollegen in Wien, haupt ruhen und wird, wie versichert wurde, in nächster Zeit von 9,40 M. auf. Um zweiten Pfingstfeiertag ist ein Ausflug in Zürich, sowie in einigen fleinen Städten in Deutschland liegt auch den Achtstundentag im Betriebe einführen, die anderen Aussicht genommen. Die Theilnehmer versammeln sich Morgens im Streit um bessere Lohn- und Arbeitsbedingungen. Wir haben sich zumeist hinter ganz unpassenden Ausreden verschanzt. um 7 Uhr im Vereinslokal. richten deshalb an unsere Kollegen den Appell, für die Lorenz legte sodann nochmals die Gründe für die StellungKämpfenden einzutreten, um fie, so weit es in unserer Macht nahme der Böttcher in dieser Frage mit überzeugender Wärme liegt, moralisch und materiell zu unterstützen. Berliner Kollegen, dar, worauf folgende Resolution einstimmig angenommen Die Versammlung macht den Beschluß der vorigen laßt unsere fämpfenden Arbeitsbrüder nicht im Stich, trage jeder wurde: sein Scherflein dazu bei, damit wir den Kollegen zum Siege ver- Versammlung( Ruhenlaffen der Arbeit am 1. Mai) zu dem ihrigen. helfen. Freiwillig gesammelte Gelder können beim unter Sie erklärt, eventuelle Maßregelungen der Kollegen durch die zeichneten Vertrauensmann gegen Quittung und öffentlicher Forderung des Achtstundentages beantworten zu wollen. Quittung im Vorwärts" abgeliefert werden. Resultat der Abstimmung wurde mit braufendem Beifall aufgenommen. Das Bureau der Versammlung erhielt den Auftrag, Schnelle Hilfe ist doppelte Hilfe. Der Vertrauensmann der Solzarbeiter Berlins. obigen Beschluß den Unternehmern ungefäumt zuzustellen. E. Wiedemann, Annenstr. 39. Die Einsetzer( Tischler) nahmen in einer öffentlichen VerAchtung! Der Malerstreit in Bremerhaven fammlung, die am 29. April bei Ehrenberg, Annenstr. 16, stattdauert fort. Eine Aenderung ist insoweit eingetreten, daß eine fand, zunächst den Bericht des Delegirten zur Gewertschafts. im Zusammenkunft mit den Meistern im Laufe der Woche bevorsteht. tommission entgegen. Die Versammlung erklärte sich mit allen Lie unterzeichnete Lohnkommission ersucht nochmals, daß alle Beschlüssen genannter Kommission einverstanden, bewilligte den Der Vertrauensmann der Berliner Metallarbeiter. Otto Naether, N., Anklamerstr. 44. An die Tischler und verwandten Berufsgenossen! Das Tandemannfdjaft der Schleswig- Holsteiner m Berlin. Mittwoch, den 2. Mat, Abends 8 Uhr, Berfamlung mit Frauen im KomLandsleute, auch Dameu, find willkommen. mandanten- Garten, Kommandantenstr. 10-11. Aufnahine neuer Mitglieder. Arbeiter Bildungsschule. Mittwoch, Abends 8-10% uhr: Nord Schule, Müllerfr. 179 a und Südo ft- Schule, Waldemarfir. 14: Gefegestunde( spez. Arbeiterrecht). Bei allen Unterrichtsfächern werden neue Theilnehmer, Damen und Herren, jeder Bett aufgenommen. Lieyte, Echwedterstraße 33. Lese- und Diskutirklubs. Mittwoch. JohannJacoby, bei Fris Gesundbrunnen, Abends 8 Uhr, bet Saferland, Bellermannftr. 87. Gleichheit, abends 8 Ubr bei Stramm, Ritterstraße 123. Seine, Nixdorf Abends 8% Uhr, Prinz- Handjerystr. 60, parterre. Einigkeit, abends 8 Uhr bet Beige, Triftstraße 1. Arbeiter Sängerbund Berlins und Umgegend. Alle Aenderungen Bereinstalender sind zu richten au Fried. Kortum, Manteuffelstr. 49, v. 2 r. Arbeiter Sänger- Bund Berlins und Umgegend. Mittwody. Uebungss unbe Abends Uhr, Aufnahme von Mitgliedern. 2tebesfreiheit 1, andreasfir. 26, bet wille.- Freya,( Gemischter Chor), Alte Schönhauser -W 51. ftraße 22-23, Bögow's Braueret.- Silaritas, Hochstraße 32 a, bei Bautenschwengel Annenftraße 16 bei Ehrenberg. Berein thetorit verein Fret Beg, Abend Uhr bet Gieblufad, Manteuffelilte.- Deutsche Eiche, Grüner Weg 29 bei Säger. Echo 1 Pantom, Maunynftr. 86 bei Bubeil Abends 8½ Uhr. Nεc. 86. Geselliger Verein Hoffnung straße 8itherflub Ipenglöckchen Edelweiß. Schulzefir. 27. yra 1, Mariannen- Ufer 2 bet Wills. Hand Lebuferstraße Nr. 6 bet Nemig( alle vierzehn Tage). Theaterverein Uebungsabend Gipsstr. 11 bei Gollmann. Damen und Herren als Mitspieler .n Hand 1, Reichenbergerstraße 16 bei Päzoldt. Schnee Proletariat, Naunynftr. 83 bet köhn. Bergnügungsverein Amor II, willtommen. Berein Wohlgemuth jeden Mittwoch 9% Uhr Sigung löckchen 2, Potsdam, Große Frankfurter= Brandenburger Kommunikation 16, bei Prinzen- Allee 10 bet Bergemann. Touristentlub Freiheit und Wohl mit Damen bei Weigmann, Andreasfiraße 32. Glaser. Unverdroffen, Abends 8% Uhr, bei Sachs, Lindower: ergeben, Neuenburgerstr. 37 bet egeberg. Rauchklub Rothe ftraße 80-81. Gesellschaft Hero, Abends 9 Uhr, Sigung Brunnenstr. 155 traße 26. Rütli, Friedenau im Kurhaus. Bor wärts 5, Friedrichs- Fabne, Abends 9 Uhr, Oppelnerftr. 44, Restaurant Taubenbörse. Arbeiter bei Seft. Geselliger Verein unter uns. Jeden Mittwoch Abend um hagen, Rundtheil, bet Lerche. Lorbeerkranz, Lichtenbergerstraße 21 Bither- Verein Einigtett, Manteuffelstr. 9 bei Nowed, Abends 8½ Uhr, 8% ühr bet G. Fischer, Beuffelstr. 66. Bergnügungsverein 2ustige bet Heife. Rothe Nelfe, Schöneberg, Golzstr. 43, bei Siegeler. Uebungsstunde. Vergnügungsverein Hand in hand 2, Gr. Frantfurter Seelen Sigung und Fidelitas jeden Mittwoch 9 Uhr bei Heinrich, Blücher Kupferschmiede, Weinstr. 11 bei Feind. Deutscher Männer ftraße 80-81 Restaurant Müller. Schafstopftlub Spar- Agnes, Abends straße 61. fang, Belforterstr. 15, bei Schneider. Freiheitstlänge, Alte 9 Uhr, Blumenstr. 46 bei Wenck. Geselliger Verein Alpenrose, Briger Rauchflub Roochloch, Abends 9 Uhr, bei Kierstein, Admiralstr. 33. Jatobftr. 68. Unverzagt 1 Manteuffelstraße bei Nowac. Borbeer- ftraße 22 bei Graf.. Privattheater- Gesellschaft Rometta, Pücklerstr. 2 bet Sumoristischer auch flub, Abends 9 Uhr, bet A. Niemann, tranz 2, Oranienftraße 190 bei Katsch. Diedeslust in Fürstenwalde Müller.( Außerdem alle 14 Tage Sonntags.) Theaterverein Nora. Görligerstraße 42. Rauch flub Sanssouci, Boeckhstraße „ Schloßtellerei". Sängerchor der Maler, Kaiser Franz- Grenadier- Admiralftr. 18c bei Möhring. Rauchtlub Ohne 8wang, Abends 9 Uhr bei Späth, Weinstr. 28. Platz Nr. 7. Freiheits- Gruß, Echönhauser Alee Mr. 46, bei Gelang-, Turn- und gesellige Vereine. Mittwods. Gesangverein Rauchfluh Grüne Quaste, Abends 9 Uhr, bei Schlüter, Kleine MartusBuffe. ftraße 10. Soffnung 3, Brandenburg a. S., Wilhelmsdorferstraße Reft. Knospe, Abends 9 Uhr, im Restaurant Wahlstatt, Belle- Alliancestraße. bei Rauchflub Bultan, Abends 9 Uhr Rachfall, Concordia. Moabit, Waldstr. 52 b. Gohr.- Liederlust, Köpenickerstr. 100 Musikverein Borwärts, Abends 8 bis 10% Uhr, Langestraße 108 Waldemarsir. 18. Rauchklub Goldene Quaste, Abends 9 Uhr, bei Gründer( fr. Mundt). Freiheitstänge 1, Sebaftianstr. 3 bei bei Mebelin. Männer- Gesangverein Waldkapelle 2, Abends 9 Uhr, bei Muß, Jostystraße 8. Rauchflub Schmotes Werte, Köpenicker, Mayer. 2yra 3, Briz, Werderstraße 15. Freiheitstlänge 2 Restaurant Kayfer, Staligerftr. 22. bei Schöbel. Humoristische Pfeifenbrüder= Musit- Dilettantenverein Preciosa, straße 121a Eberswalderfiraße 5. Kaiser'scher Quartettverein, Krautstr. 6 bei Rudolf Abends Rauchflub 8-11 Uhr Uebungsstunde in Geisler's Restaurant, Fenn- und Abends 9 Uhr, Klosterstraße 83, beim Genoffen W. Salzwebel. Arbeitergesangverein von Bris in Briz, Bürgerfir. 4 bei Dorn. Deutsche Eiche, Abends 9 Uhr bei John, Waldemarstr. 52, Tegelerstraßen- Gcte. Männer- Gesangverein Apollo, Abends 9 Uhr, im Georginia, Abmiralstr. 38 bei Schönherr. Einig, Straußbergerstr. 3, Restaurant Schulze, Beuthstr. 18-19. Männer- Gefangverein Jugend- Lustige Brüder Abends 8% Uhr Bücklerstr. 619 bet Faulhaber. bei Birt. Borwärts" 7 Rummelsburg, Göthe- und Kantstraße- Ecke bei freuben" jeden Mittwoch Abend 9-11 Uhr bei Meißner, intenstr. 142. Rauchflub Arcona Abends von 9-11 Uhr bei Bernhard, Staligerstr. 41. Greinert. Seeger'scher Männerchor, Frankfurterstr. 18 bei Kaprolatis Turnverein Hoffnung, Abends 9 Uhr, im Restaurant Schröder, Man- Rauch- Klub Einfach, Abends 9 Uhr, Manteuffelstr. Nr. 5 bei Bogt. Rauchklub - Dämmerlicht, Doppel- Quartett, Landsberger Allee 152 bei Strause. teuffelstr. 9.- Kraftturnverein Jugendtraft, jeden Mittwoch und Sonn: Altdeutscher Rauch tlub bet Gäbecke, Münchebergerstr. 5. Rauchflub Felfenburg, Krautfir. 6 bei Rudolph.- Glühlicht( gem. Chor) Perleberger- abend 9-11 Uhr Abends bei Lade, Beughofstr. 8.- Turnverein Gesund Granade, Abends 9 Uhr, Forsterstr. 40 bet Tuguntte. fraße 28 bet Hermerschmidt. Steinnelte, Neue Hochstr. 49 bei Altmann. brunnen. Die 2. Männer- Abtheilung turnt heute von 8-10% Uhr abends Rothe Fahne, Mittwoch Abends 9 Uhr, Oppelnerstr. 44, Restaurant zur Maiengruß, Charlottenburg, Wallfir, 54 bei Reichelt. Melodia, Nigborf, in der Zurnhalle, Freienwalderftraße 39. Kraftturnverein Berolina, Taubenbörse. Rauchtlub Sumatra Süd- Ost, Sigung alle Mittwoch, Bergstr. 133 bei Hoffmann.- Appolonia, Rosenthalerstr. 11-12, Rofen Abends. 9 Uhr Uebungsstunde bet Faustmann, Reichenbergerstraße 73a. Abends 8 br bei Tilgner, Forsterftr. 22.- Rauchtlub Die Dampfen thaler Klubhaus. Apollo, Beuthftr. 18-21 bei Schulze, Posthorn. Athletenverein Atlas, Abends 9 Uhr, Uebungsfiunde, Brunnen- den, Mittwochs, Abends 8 Uhr, bet Jeratsch, Langeftr. 24. Männer Chor Süd- Ost, köpniderstr. 191 bei Foge. West end, straße 154, 2otal Kontordia. Berliner Turngenossenschaft: Congo 2, Sizung jeden Mittwoch, abends 8 Uhr bei Schmidt, Wienerstr. 44. Echöneberg, Kaser Friedrichsfiraße Nr. 6 bei Henkelmann. Feldblume Die 3. Männer- Abtheilung turnt jeden Mittwoch und Sonnabend Abend von Stattlub Treff, Abends 8% ühe, bet Otto 8abel, Frankfurter Allee 90. Subbenerstr. 30 bet Meyer. Schneeglöckchen 1, Nirdorf, Hermann- von 8%-10% Uhr in der Chorinerstr. 74. Turnverein" Fichte"( Wit- St attlub a reau- Aß bei Lange, Friedrichsberg, Wartenbergstraße 67. und Karlstraßen- Ede bei Silpert. Freundestreu( gem. Chor), Lands- glied des" deutschen Arbeiter- Turnerbundes). Die 1. Männer- Abtheilung German American Club. 9 o'clock Restaurant Belbergerstr. Seehausen. Butun ft 1 Theater- und Bergnügungs- Verein Humanitas Abends 9 Uhr bei Stegliz, Ahornftr. 15a im„ Gambrinus". Arion 3 Rigdorf, Jägerstraße Reed, Lothringerstraße 94. Bühnenverband Othello, Abends 9 uhr, in der Vereinsbraueret. Bruderbund Lübbenerstr. 1, Ecke Görligers Restaurant Lothringerstraße 101.- Theater- und Leseklub Morgenroth, jeden Mittwoch, Abends 9 Uhr, im Restaurant Dieke, Lothringerstr. Nr. 67. Rauchklub Rauchklub gerfir, 31 bei Gergoufen,- Mllegro, Brangelfir, 148 bei 30. Edit: turnt Mutwood und Sonnabend van 8-10% über Briebenfit, 37, German American Giube Ladies and Gentleman Straße, bei Wesenberg. 1 are invited. GUARD English Conversational Club Shakespeare. Sund der geselligen Arbeitervereine Berline und Umgegend,( Zu- heaterverein erres jeden Mittwoch, Abends 9 Uhr, Restaurant Sewinsti, Meeting with Ladies every Wednesday at 9 o'clock at Bolad- klub guftige Bünteer 35. Mittwoch: Bitom fir. 45.- Setmatbluft, Giung jeden Mittwoch, Abends 9 ur, Neumann's Restaurant, Rosenthalerstr. 36. Guests are Manteuffelstraße 46 bet Liewald. bei H. Stromstraße 28. Theater- Gesellschaft Klaus Beneditt, welcome. Gefelliger Verein Fridolin, Brunnenstraße Nr. 85 bei Abends 9 Uhr, im Dresdener Garten, Dresdenerstr. 45. Club Uncle Sam. 9 o'clock every Wednesday Rauchtlub Eiserne Pfeife, Triftf. 1 bei Hoffmann Geselliger Bergnügungsverein egia, Abends 9 Uhr, im Restaurant ristischer Rauch klub, Görligerfiraße 42 bei Picht. Geselliger Sommer, Grünstraße 21. reuafibel, bei Gumlich, Reichenberger Sachs Restaurant, Hoher Steinweg 15. Guests are heartly Verein Brüderlichtett Georgentirchstraße 65 bei Müller. Mufitverein I ftraße 149.- Fidele Brüder, bet H. Mrose, Lachmannftr. 5.- Touristened.invit Topic to night; Blessings of bachlour's life. Wolff. Humo Herren- und Knaben- Moden Carl Zobel, Köpenickerstraße Nr. 121( Ecke Michaelfirchstraße). Haltestelle der Pferdebahn. Lager in- und ausländischer Stoffe für Bestellungen nach Maaß. Ladelloser Sig. MEDAILLE( 899 RINZEN FRIE COLDENE ANT U.COMMA LLIEUTE OHNE FLEISS KEIN PREIS ROLNOKEN PROTECTORA 1894. FRIEDRICH Große Ersparniß im Haushalt! F.F.Resag's Kaffeeersatz 味 Fertige Garderoben in allen Grössen vorräthig zu sehr mässigen Preisen. 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Frankfurterstr. 1C. Mai- Feier der sechs Berliner Reichstags Reichstags- Wahlkreise Dienstag, den 1. Mai 1894: Vokal- und Jnstrumental- Konzert, ausgeführt von der Freien Vereinigung der Zivil- Berufsmusiker Berlins und Umgegend unter Mitwirkung von Vereinen des Arbeiter- Sängerbundes. 1. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Feen- Palast, Burgstraße, Ede St. Wolfgangstr. Festrede: Genosse August Bebel. Aufführung, der lebenden Bilder. Völkerfrühling. Weltenmai. Ausgeführt von 15 Mitgliedern des National Theaters. Nach Beendigung des Programm3: Tanz. Maifest- Zeitung gratis. Anfang 7 Uhr. Billet 25 Pf. Für den Süd- Osten in den Lokalen: Concordia- Festsäle, Andreasstr. 63164. Festrede: Genosse Paul Singer. Konzerthaus Sanssouci, Robuſerfir. Festrede: Genosse Dr. Heymann. Aufführung lebender Bilder. Deklamationen, 4a. sowie in jämmtlichen Lokalen nach Beendigung des Programms: TANZ. Herren, die daran theilnehmen, zahlen 30 Pf. nach.- Anfang 4 Uhr. 2. Berliner Reichstags- Wahlkreis. 5. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Bock- Brauerei, Tempelhofer Berg. Festrede: Genosse R. Fischer. Deflamatorische Vorträge.- Aufführung lebender Bilder. Anfang 5 Uhr. Maifest- Zeitung gratis. Billet 20 f. Schweizer Garten, am Königsthor. Festrede: Genosse Robert Schmidt. Aufführung lebender. Bilder. Anfang 4 hr. Tanz. Billet 20 Pf. Herren, die am Zanz theilnehmen, aahlen 30 Pf. nach. Orts- Krankenkasse für das Bierbrauer- Gewerbe zu Berlin. Generalversammlung am 9. Mai 1894, Abends, in der Berliner Ressource, Kommandanten Straße 57 für die Arbeitgeber um 7 Ubr, für die Arbeitnehmer um 8 Uhr, gemeinsam um 9 Uhr. Tagesordnung: Für die Arbeitgeber: Vorstandswahl. Für die Arbeitnehmer: Vorstandswahl Für die gemeinsame Sigung: 1. Rechnungslegung für 1893. 2. Ertheilung der Decharge. 3. Stellungnahme zur Zentralisation der Krankenkassen. Dringend erwünscht ist das Erscheinen aller Arbeitgeber und aller Delegirten. 88/15 Der Vorstand. Orts- Krankenkasse der Graveure, Ciseleure etc. Wir bringen hiermit zur Renntniß, daß die von der Generalversammlung Dom 16. November 1893 beschlossenen Statutenänderungen die behördliche Ge nehmigung erhalten haben und mit dem 1. Mai D. J. in Kraft treten. Die wöchentlichen Beiträge betragen demnach: 84,4 Für die 1. Klaffe 60 Pf., 2. " " 3. 45 " 36 " 4. " " . " 21 und 5. 18 " " Die gedruckten Statuten- Nachträgs werden vom 7. Mai ab an die Mit glieder abgegeben. Der Vorstand. Albert Schüt, Borsitzender. Franz Ludwig, Schriftführer. Zentral- Kranken( Zuschuß-) Kasse der Töpfer. ( Filiale Berlin.) Donnerstag, den 3. Mai 1894, Vor mittags 10 Uhr, bei Pyrteck, Gips 303b straße 3, Billets find an folgenden Stellen, sowie bei den bekannten Parteigenoffen Mitgliederversammlung. zu haben: R. Drescher, Linienstraße 50; E. Wittschow, Elsasserstraße und Die Raffeeküche ist geöffnet. Billets find bei den Komiteemitgliedern R. Rosenbeiner, Steinmegstr. 65; R. Hamburgerstr. Ede; Fr. Krüger, Sirtenstr. 10, Ecke Amalienstraße; Richter, Langbehn, Steinmetstr. 50; C. Ebling, Gneisenauftr. 89 bei Springer; Schmidt, Neue Königstr. 90; Weber, Landsbergerstr. 41; Achilles, Greifswalderstr. 210. Fidicinstr. 14; Gorell, Dieffenbachstr. 31; Mews, Mariannenstr. 13, v. 4 Tr.; H. Handlungen zu haben. Tagesordnung: 1. Jahres- u. Kassenbericht. 2. Regelung wahl. 4. Verschiedenes. Um zahl der Bahlstellen. 8. Borstands- Erfah reiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. 1. Werner, Bilowfraße 50, fowie in den mit Plakaten belegten Gando6. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Ruder- Verein 50/176. 3. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Neue Welt, Hasenhaide Nr. 108. Festrede: Genosse E. Vogtherr. Grosses Feuerwerk.Tanz. Herren, welche am Tanz theilnehmen, zahlen 30 Pf. nach. Anfang 4 Uhr. Billet 25 Pf. Billets find in allen mit Plakaten belegten Handlungen sowie in der Neuen Welt an der Kaffe zu haben. Ahrens Brauerei( Moabit). Festrede: Genosse Pfannkuch. Eiskeller, Chauffeestraße. Festrede: Genosse Ledebour. Norddeutsche Brauerei, Chauffee ftraße. Festrede: Genosse Dr. Zadek. Weimann's Volksgarten( unb Festrede: Genosse Kiesel. ( Gesund brunnen). プラ , Vorwärts!' Himmelsfahrtstag, Nachmitt. 2 Uht, vom Bootshause gemeinsch. Fahrt nach Wilhelminenhof. Treffpunkt für Nachzügler und Freunde ebenda felbft. Gemüthl. Raffeekochen 2c. Genoffen, die den so gefunden und erfrischenden Rudersport lieben; machen wir bei dieser Gelegenheit darauf aufe mertfam, daß unsere Beiträge niedrig und Proletarier- Verhältnissen angemessen sind, so daß es jedem Arbeiter ermöglicht ist, uns anzugehören; mancher Genosse giebt Sonntags für Miethe schlechter Boote mehr aus, als es bei uns den ganzen Monat tostet! Jeder( auch Damen) herzlich will 4. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Berliner Prater, Kastanien- Aller. o jeden Donnertes Whends Für den Osten des Wahlkreises in den Lokalen: Brauerei Friedrichshain, am Rönigs Festrede: Genosse Paul Singer. Festrede: Genosse Augustin. Jägerhaus, Schönhauser Allee. Festrede: Genosse Borgmann. Sigung 9 Uhr im Restaurant Bur neuen Post", Beuthstr. 21. 498/3 Ruder- Verein„ Vorwärts". Mein Geschäft ist am 882 Elysium, Landsberger Allee 39-40. Lebende Bilder.- Seivorträge.- Rafet 3ta. 10 vi. 1. Mai geſchloſſen. Festrede: Genoffe Curt Baake. Anfang 4 Uhr.- Entrée nach Belieben( Tellersammlung). Teppiche, Portièren, Gardinen u. Tischdecken in unübertroffener Auswahl, garantirt fehlerlose Waare, zu erstaunlich billigen Preisen! Pf. Auslage von Neuheiten in Kleiderstoffen. Reichhaltige Sortimente im neuesten Geschmack, doppeltbreit, Meter von 60 Pf. an bis zu den hochfeinsten Qualitäten. Berühmte Spezialität der Firma: Hans Baake, Buchhandlung. Die schönsten Kinderkleider für Mädchen jeden Alters in Peluche, Wolle, Barchent etc. Grösste Auswahl in Tauf- und Jahr- Kleidchen, Trag- und Laufmänteln. Eigene Fabrikation im Hause. Jedes Kleid zum Berlängern, Stoffzugabe gratis. Fertige Morgenröcke, Blousen, Costüme u. Costümröcke. 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