Nr. 221. RbonnementS'Bedlngungen: Abonnements» St eis prSnumerando' Viertsljährl. 8,90 M!, montUL 1,30 Mk, wöchentlich 80 Pfg. frei tnä HauS. Einzelne Nummer 5 Pfg, Sonntags. Nummer mit illustrierter Sonntags- Beilage.Die Neue Wein 10 Pjg, Post- Abonnement! 1,30 Marl vro Monat, Eingetragen in die Post-Zeitungs- Preisliste. Unter Kreuzband für Teittschland und Oesterreich. Ungarn 2,50 Mari, für daS übrige Ausland 4 Mar! pro Monat. PostabonnementS nehmen an Belgien, Dänemark Holland. Italien. Luxemburg, Portugal, Ntluiünien, Schweden und die Schweig. 33. IahrgsAg. VZe Insertions-Sevöhr tetriigt für die scchsgcsvaltene Kolonel- zeiie oder deren biaum CO Big,, für »olitische und gcwcrlschaftliche Sercins- und VersamuliungS- Anzeige» 30 Big. „bllcine)Znreigen", das iettgedrullie Wort 20 Big,(zulässig 2 settgedruitte Worte), jede? weitere Wort 10 Big. Etellengestiche und Schlassicllenan- zeigen das erste Wort 10 Psg,, jedes weitere Wort 5 Big, Warte über lö Buch» ilaben zählen für zwei Worte, Inserate für die nächste Numnier müsicn bis » Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Tie Expedition ijt bi- 7 Uhr abends gcössnet. ttttitfint lügllch. Vevlinev VolltSblstt. rclegrauim-Adrcsse: .Sorisittemoktsl ketllv" Zcntruiorgnn der fosialdemohrati fchen parte» Deutfchlands. Reöaktion: SW. 6$, Lmöenstraße 3. Fernsprecher; Zlmt Moritzplap. Nr. ISl Sv— 131 07. Sonntag, den 13. August ISIS. Cxyeüition: SW. b8, Linöenstcahe 3. Fernsprecher: Amt Msripplnii, Nr. läl SV— 151 S7. Alldeutsche Treibereien. Die Presse der verschiedensten Richtungen hat sich in der verflossenen Woche sehr eingehend mit der Audienz beschäs tigt, die König Ludwig von Bayern einer Deputation„führen der Männer", mit Professor Dr. v. Gr u b e r und Reichsrat Graf Preysing-Lichtenegg an der Spitze, am 5. d. M. gewährte. Eine einheitliche Darstellung der Ergebnisse dieser Audienz liegt zurzeit noch nicht vor. Während von der einen Seite von einer„Hinauskomplimentierung" der Deputation gesprochen wird, klagt die andere Seite(so z. B. der„Baye rische Kurier"), daß über den wirklichen Verlauf des Emp fanges eine unrichtige Darstellung gegeben worden sei. Kann demnach über die Audienz selbst kein abschließen des Urteil abgegeben werden, so liefert ihre Vorgeschichte, wie sie in den verschiedensten Preßorgansn geschildert wird, einen interessanten Beitrag zu unseren innerpolitischen Zuständen, die in der neuesten Zeit durch das zielbewußte, energische Auf treten der Alldeutschen und der ihnen nahestehenden Politiker aus dem Lager der verschiedenen bürgerlichen Parteien ihre charakteristische Note erhalten haben. Aus dieser Vorgeschichte ergibt sich, daß erst die Invasion der„alldeutschen Englands töter", wie die„Münchener Post" die in Bayern wirkenden Berliner Führer der Alldeutschen nannte, der Kanzlerfronde in Bayern eine ernstere Bedeutung verlieh. Den Anfang mit den öffentlichen Angriffen gegen den Kanzler machte Dr. Georg Heim in der Versammlung der christlichen Bauern- vereine in München ain 6. Juli. Ihm folgte der ihm nahe- stehende Zentrumsabgeordnete Schlittenbauer, der in einer großen Münchener Versammlung ganz im Sinne der wildesten Annexionisten sprach und, als Generalsekretär der ckristlichen Bauernvereine, eine umfassende Agitation im Lande entfaltete. Gleichzeitig konstituierte sich unter der Führung Professor Dr. Kräpelins ein„Ausschuß der Richtlinien für Wege des dauernden Friedens", der zum 3l>. Juli eine Versammlung der„führenden Männer Süd- deutschlands" einberief und bezeichnenderweise den Grafen R e v e n t l o w von der„Deutschen Tageszeitung" zu einer politischen Programmrede nach München einlud. In dieselbe Kerbe wie die genannten Herren schlugen auch eine Anzahl bayerischer Reichsräte, Graf Kaspar Pr e y- s i n g, Freiherr v. Guttenberg, Fürst Q u ad t, von Buhl: endlich ist auch der bekannte Führer der Alldeutschen General v. Gebsattel als leitender Geist der Münchener Fronde zu nennen, der sich charakteristischerweise auch bekannte Männer des Liberalismus und der Zentrumspartei an- schlössen. Die offiziellen Abschllttelungen der Parteileitungen besagten hierbei nicht viel und störten die Herren nicht an ihrer energischen Unterstützung der alldcutsch-annexionistischen Treibereien. Dies waren die Porbereitungen. Als dann bekannt wurde, daß Graf Hertling den Bundesratsausschuß zu- sammenberufen wolle, da wurden zwei Versuche gemacht, die bayerischeStaatsregierungfürdieWünsche der Alldeutschen und ihrer Verbündeten zu gewinnen. Ein Ansturm erfolgte gegen den nach München von Ruhpolding zurückgekehrten Grafen Hert- ling. und als der Ministerpräsident sich ablehnend ver- hielt, kamen die Herren um die Audienz beim König ein, deni, wie die„Tägl. Rundschau" jetzt mitteilt, eine Denkschrift überreicht wurde, von der man annehmen muß, daß sie ganz im Sinne!der inner- und außerpolitischen Wünsche der Alldeutschen gehalten war. Interessantes Material zur Beleuchtung dieser ganzen Aktion liefern zwei Veröffentlichungen, die in den letzten Tagen die lebhafteste Beachtung in der Presse gefunden haben. In einem Artikel„Alldeutsche Irrwege" schreibt die von dem Staatsminister a. D. v. Frauen- dorfer und Prof. Dr. Jaffö herausgegebene„Euro- päische Staats- und Wirtschaftszcitung", man habe in den Kreisen der Alldeutschen die Parole ausgegeben, „sich der partikularistischen Strömungen gegen die Reichsleitung zu bedienen, und was man nicht über Kaiser, Reich und Kanzler durchsetzen konnte, durch Wirken auf die einzelnen Bundesfürsten wie die Einzelstaaten überhaupt zu erreichen. Die bekannte Audienz, die Männer dieser Richtung beim bayerischen König nachsuchten, um ihre Bedenken gegen die Politik der Reichsleitung vorzutragen, wobei sie allerdings die Mahnung erhielten, die Einigkeit nicht zu gefährden, war der erste Schritt zur Verfolgung dieser Taktik." Das Blatt appelliert weiter an die Einsicht der Teil- nehmer dieser Bewegung, das Gefährliche ihrer Taktik ein- zusehen: „Ist es ihnen nicht auffällig, wenn bayerische Bauern- führer, die mitten im Kriege, in den für den Erfolg dieses Krieges wichtigsten Ernährungsfragen einem reichlichen Partiku- larismus das Wort reden, mit ostdeutschen Agrarkon- servativen im Rufen nach stärkerer Außenpolitik und im Sturmlauf gegen den Kanzler wetteifern? Und überlegen sie sich nicht, was es heißt, wenn sie aus- drücklich die Parole ausgeben— und diese Parole ist aus- gegeben— man solle an das e i n z e l st a a t l i ch e Finanz- interesse gegenüber dem Reich appellieren! Indem nämlich bei„nicht genügenden" Kriegsergebnissen die Finanz- anforderungen des Reichs die finanzielle Selbständigkeit der Einzelstaaten bedrohen würde, glaubt man durch Unterstreichen dieser Möglichkeit die Einzelstaaten zum Widerstand gegen die Politik des jetzigen Kanzlers antreiben zu können." Heber diese Bestrebungen der Alldeutschen, sich des Par tikularismus der Bundesstaaten zur Durchsetzung ihrer Ziele zu bedienen, äußern sich auch in sehr beachtenswerter Weise die„Mitteilungen" d e s D e u t s ch e n Ratio- nalausschusses: „Eine Anzahl deutscher Männer— die warmer Patriotismus getestet haben mag, hat unlängst dem Könige von Bayern all- deutsche Ziele vorgetragen und um eine Stärkung ihrer Position den Intentionen der RcichSrcgicrung gegenüber nachgesucht. Als Argument sollte verfangen, daß durch das gemäßigte Kriegsziel- Programm des Reichskanzlers nur ungenügende finanzielle Quellen für das Reich geschaffen werden könnten, und daß der Aussall gegenüber dem von alldeutscher Seite Erstrebten in erster Linie die bundesstaatlichen Finanzen schwer treffen und beengen würde.... Von den Gegnern alldeutscher Bestrebungen wird dargetan, daß die Erfüllung solcher Wünsche vermehrte weltpolitische Reibmi gen verursachen und damit einen gesicherten Frieden unmöglich machen würde,— und jetzt sollen solche vermehrten weit- politischen Reibungen gar mit vermehrten inner- politischen Reibungen erkauft werden! Hier wird ein bedenkliches Ziel mit bedenklichen Mitteln betrieben. Es muß um die innere Berechtigung der alldeutschen Forderungen schlecht be stellt sein, wenn unbedenklich an Instinkte appelliert wird, die kein Ruhmesblatt der deutschen Geschichte füllen.... Es ist sehr schwer zu verstehen, wie gerade Leute, die sich gern die konsequentesten Verfechter deutscher Einheit, Macht und Größe nennen— und die auch unzweifelhaft dazu beigetragen haben, im Volke das Verständnis für machtpolitische Ziele des Reiches zu sör- dern—, wie solche Leute einen Gegensatz schaffen wollen zwischen den Interessen des Ganzen und seiner Teile...." Diese Kundgebung des Deutschen Nationalausschusses erfährt in der Presse der Rechtsparteien die heftigsten An griffe, die in der bekannten Anklage gipfeln, mit derartigen Angriffen gegen die„staatserhaltenden",„monarchisch sinnten" Parteien untergrabe man die Festigkeit des Reiches. Interessant ist hierbei die Haltung, die die Zentrumsprcsse einnimmt. Wie Herr v. Zedlitz in der „Post" ganz richtig hervorhebt, läßt die Haltung der Presse des Zentrums, das bis zur letzten Tagung des Reichstags im wesentlichen die Anffassnngen der Wirtschaftsverbände teilte und Hand in Hand mit den Konservativen vorging, keinen Zweifel darüber, daß„die Partei auf der ganzen Linie zur Politik der Rcichsleitung einge- schwenkt ist und diese nachdrücklich unter- stütz t." In Verbindung damit stellt Herr v. Zedlitz die Vermutung auf, daß der Spiritus rector bei dieser Schwenkung in der Person des Grafen Hertling zu suchen sei. Die Reichs leihing könne sich beglückwünschen, in ihm einen so„aus gezeichneten Sekundanten" gefunden zu haben. „Von selbst aber— fährt er fort— wirft sich hier wie Wer- all die Frage auf: cui bono(zu wessen Vorteil)? Graf Hertling überragt an Klugheit und Geschicklichkeit seine meisten Kollegen um mehr als Haupteslänge. Es ist daher sehr wohl denkbac, daß er mit dem vaterländischen Hauptzweck mit seinem Vorgehen einen realpolitischen Nebenzweck nach dem Leitmotiv „do ut des"(ich gebe, damit du gibst) verfolgt. Noch mehr als hier überhaupt, ist man in bezng auf die etwaigen K o m p e n- fationsan spräche auf bloße Vermutungen angewiesen. Zunächst bleibt nichts übrig, als die Augen aufzubehalten und die Entwicklung der Dinge sorgsam zu verfolgen. Erst wenn einigermaßen Klarheit geschaffen ist, wird die Zeit zur Stellung- nähme gekommen sein." Man wird diese Aeußerungen des Herrn v. Zedlitz nicht zu überschätzen brauchen,� zumal ihnen wohl auch eine be- trächtliche Portion Bosheit zugrunde liegen dürfte. Immer- hin werfen sie ein interessantes Schlaglicht auf die Gruppie- rungcn, die sich in enger Verbindung mit den alldeutschen Treibereien hinter den Kulissen der sogenannten politischen Welt vorbereiten._ Die Zukunft Polens. Aus Krakau läßt sich der„Berliner Lokalanzeiger" tele- graphieren: „Wie aus den von österreichisch-ungarischen Truppen be- setzten Gebieten Russisch-Polens gemeldet wird, ist eine Ver- sügung des Ministeriums des Auswärtigen ergangen, dem- zufolge alle Einwohner dieses Gebietes als Staatsangehörige des Königreichs Polen anzusehen sind. In den Pässen werden jetzt die Bezeichnungen„Bürger des Königreichs Polen" und „Pole" nicht mehr„russischer Staatsangehöriger" eingetragen werden."_ Das Programm 6er ruffophilen Polen. „Rußkoje Slowo" gibt, laut der„Kreuz-Zlg.", den Wortlaut einer dem Zaren im Hauptquartier überreichten Denkschrift des polnischen Dumaklubs wieder. Die„Unerläßliche Maß- nähme vor Einzug der rllssischen Truppen in Russisch-Polen" be- titelte Denkschrift verlangt: 1. Das dse Vereinigung aller polnischen Ge« b i e t s t e i l e bestätigende Manifest soll folgende Punkte ent« halten: a) Die Wiederherstellung des Königreichs Polen in Per- s o n a l u» i o n mit dem Kaiser von Rußland, König von Polen. d) Gemeinsamkeit der Auslandsvertretung, des Heer-, Münz-, Akzise- und Zollwesens mit dem Recht des Königreichs, eigene Akzisen und Monopole zu schaffen, sowie die im Reich bestehenden zu erhöhen. In allen übrigen Ressorts erhuSi das Königreich Polen volle Selbständigkeit, Ein Konstitutionsalt hat die Schaffung gesetzgebender Körperschaften und eines verantwortlichen Ministeriums festzulegen. Das Finanzwesen ist getrennt von. dein Rußlands zu verwalten. Die römisch-katholische Religion ist als Staatsreligiou anzuerkenncii, v) Bis zur Einsetzung der nicht später als bei Friedensschluß zu konstituierenden Regierung des Königreichs Polen untersteht deffen Verwaltung unmittelbar dem Zaren. Zu diesem Behuse wird seiner Person ein Leiter der Zivilverwal- tung Polens angegliedert. Der Zivilverwaltungschef, der polnischer Nativnalnät sein muß, hat direkten Vortrag beim Zaren. Iluter seinem Vorsitz ist ein ans zwölf Mitgliedern be- stehender Re g i e r u n g s r a l zu bilden, dessen Wahl dem Monarchen aus Vorschlag deS ZivilverwaltungSchefs überlassen bleibt. Die Verordnungen des RegiermrgsratcS erhalten administrative Gesetzeskraft, Alle Ernennungen und Entlassungen im Beamten- lörpcr sämtlicher ZivilressoNS bleiben dem ZivilverwaltmigSlbcf resp, dem RegierungSrat vorbehalten. Die Kompetenz des Rc- giemngSrateS umfaßt alle gerichtlichen und administrativen Be- Hörden, die Berwalnmg der Schulen und öffentlichen Einrichtungen. d) Die polnische Sprache ist unverzüglich einzuführen; eine Ausnahme macht derzeit der Verkehr der volnischen Behörden mit den Militärvehörden und den russischen Behörden im Reich, 2. Beim Einzug russischer Truppen in Kongreßpolen wird un- verzüglich eine weilgehende Amnestie erlassen, die nach dem Vor- bilde der 1813er Amnestie alle politischen Vergehen vor und während der feindlichen Besetzung umfaßt. Ein Protest 6es Grafen Karolpi. Budapest, 12. August.(T. U.) Die Unabhängigkeits- Partei hielt gestern eine Sitzung ab, in welcher Graf Michael Karolyi dagegen protestierte, daß seine in der Erösfnnngs- sitznng des Parlaments gehaltene Rede von dem h a l b a in t- lichen Pressebureau ent st eilt verbreitet worden sei. So habe das„Wiener Korrespondenzburcau" ihm in den Mund gelegt, er wünsche keinen Frieden um jeden Preis, so auch keinen Separatfrieden. Graf Karolyi erklärte, e r h a b e sich ans dieses Thema gar nicht eingelassen und das Friedensproblcm mit der größten Vorsicht behandelt. Er müsse daher die Regierung auffordern, eine Richtigstellung zu veröffentlichen.— Nach einer Zeitungsmeldung hat Graf Karolyi in der erwähnten Parlamentsrede die folgenden Punkte berührt. Er forderte die vollständige Unabhängigkeit Ungarns und ein selbständiges Zollgebiet. Wenn die Regie- rung einen langfristigen Wirtschaftsausglcich in i t O e st e r r e i ch schließe, werde ein neues Ungarn die Regierung stürzen. Vor dein Krieg wünschte Karolyi ein gutes Verhältnis mit den Entcntestaaten zu er- zielen. Er legte Verwahrung ein g e g e n die Aus- breitung der besteh enden Bündnisse in Po- litischer und Wirts chaftlicherBczieh un g, w e i I dadurch der Frieden für die Zukunft g e f ä h r- d e t s e i und die kleinen Staaten ihre Freiheit verlieren. Er wünschte einen baldigen Fr i e d en und warnte Ru- mänien vor dem Eintritt indcn Krieg. Stimmen zum Jahrestage öes Krieges. „Populaire d u C e n t r e" veröffentlicht die Botschaften, Briefe und Tagesbefehle der Staatsoberhäupter, Minister und Oberbefehlshaber der kriegführenden Staaten zu Beginn des drit- ten Kriegsjahrcs und meint dazu: „Nach dem Lesen aller dieser Reden wüvde es vielleicht gut sein, wenn die Völker aller Länder ihre Auffassungen bekannt gäben. Wetten wir, daß keine Negierung daran denken wird, sie zu fragen. Aber wenn daS Volk groß genug wäre, würde es keine Au- torisation brauchen. Es würde antworten...." Aus demselben Blatt erfahren wir einige Sätze, die Jean Herbette im„Echo de Paris" zum Jahrestag des Krieges schrieb. Wir geben sie als interessanten Beitrag zur Stimmung in Frankreich wieder: „Diejenigen, die führen, haben Interesse daran, den Krieg zu verlängern, wie ein zahlungsunfähiger Spieler ein Interesse daran hat, die Partie zu verlängern: sie nehmen immer an, daß das Glück sich wenden oder daß ein großer Umsturz das Spiel ver- wirren wird; und indem sie warten, setzen sie nichts aufs Spiel, was sie nicht schon verloren hätten. Im Gegensatz dazu würden diejenigen, die geführt werden, ein Interesse daran haben, ohne Verzug einen Krieg ohne Hoffnung zu beenden; jeden Tag ver- armen sie, leiden sie, sterben sie.. So haben diejenigen, die ab- rüsten könnten, nicht den Willen dazu, und die, die vielleicht wollten, haben nicht die Macht dazu. Unsere militärischen Anstrengungen werden nicht ihre volle Wirkung erzielen, solange dieser paradoxe Gegensatz andauert." „Populaire du Centre" gibt auch noch einen, Teil der Aus- lassungen Herves wieder, die wir uns aber schenken köynen, da sie nur ein Beweis mehr für das gründliche Umlernen dieses„Sozia- listen" sind._(z) Die Abtretung 6er 6änisch-weftin6ischen Inseln an Amerika. Kopenhagen, 12. August.(W. T. B.) Das Folkething setzte heute die Beratung über die Abtretung der dänisch-westindischen Inseln fort. Der F i n a n z m i n i st e r schlug vor, eine Volks- abstimmung über die Frage zu veranstalten. An der Abstimmung sollten alle Wähler nach der neuen Verfassung teilnehmen, also auch Frauen und Dfenstboteu. Der Führer der oppositionellen Linken, Christensen, brachte eine Tagesorbnuna ein, He berlangf, baß der Verkauf, wenn er nicht bis nach dem Kriege aufgeschoben wer- den kann, einem neuen nach der neuen Verfassung gewählten Reichs- tag zur Entscheidung vorgelegt werden soll. Der Minister- Präsident erklärte diese Tagesordnung für unannehmbar, da die Regierung eine sachliche Entscheidung wünsche. Die Regierung war dagegen bereit, eine Volksabstimmung zuzulassen. Die Tages- ordnung wurde mit 59 Stimmen der Radikalen und der Sozialisten gegen 44 Stimmen der Linken und der Konservativen abgelehnt. Die Beratung wird fortgesetzt. Der französische Tagesbericht. Paris, 12. August.(SB. T. 23.) Amtlicher Bericht von gestern nachmittag: Nördlich der S o m m e richtete die fran- zösische Artierie ein wirksames Zerstörungsfeuer gegen die deutschen Verteidigungsanlagen. Im Laufe von Einzeloperationen machten die Franzosen Gefangene und erbeuteten in dem Wäldchen nordöstlich von Hardecourt zwei Maschinengewehre. Aus dem linken Ufer der Maas gelang den Franzosen ein Handstreich auf die deutschen Gräben östlich des Hügels 394, von wo sie Gefangene mit sich fortführten. Auf dem rechten Ufer mätzige Artillerietätigkeit und Handgranatenkämpfe nordwestlich des Werkes Thiaumont. Auf dem übrigen Teile der Front zeitweiliges Geschützfeuer. Flugwesen: In der Nacht vom 9. zum 19. August warfen französische Fliegergeschwader Bomben auf die Bahnhöfe Vouziers und Bazancourt. Paris, 12. August.(SB. T. B.) Amtlicher Bericht von gesternabend: Nördlich der S o m m e war der Nachmittag durch einen glänzend durchgeführten und vollständig geglückten Angriff un- serer Infanterie gekennzeichnet. Mehrere deutsche Gräben wurden von unseren Truppen im Sturm genommen, die ihre neue Linie auf einen Bergrücken südlich von Maurepas und längs der Stratze, die von diesem Dorfe nach Hein führt, eingerichtet haben. Etwas nördlich von dem Wäldchen von Hem sind die vom Feinde stark be- festigte Rennbahn und zwei kleine Gehölze in unsere Hand gefallen. Wir haben im Verlaufe dieser Kampfhandlung 159 unverwundete Gefangene gemacht und 19 Maschinengewehre genommen. Südlich von der Somme fand heftiger Kampf der beiderseitigen Artillerien statt. An der Front von V e r d u n wurden unsere ersten und zweiten Linien in der Gegend von Chattancourt und dem Abschnitt Thiaumont— Fleury beschossen. Von der übrigen Front ist kein Ereignis von Bedeutung zu melden. Luftkampf. Am 8. August ist ein feindliches Flugzeug in Flammen gehüllt in unseren Linien südlich von Douaumont durch den Führer eines Flugzeuggeschwaders amerikanischer Herkunft zum Absturz gebracht worden. Die englische Melüung. London, 12. August.(SB. T. 53.) Amtlich. General Haig telegraphiert: Wir kamen gestern nördlich von Bazentin-le- Petit und nordwestlich von Pozieres vorwärts. Energische Gegenangriffe bei letzterem Orte wurden mit schweren Verlusten für den Feind zurückgeschlagen. Amtlicher Kriegsbericht. Zwischen Ancre und Somme ist die Lage unverändert. Im westlichen Teil der britischen Front der gewöhnliche Schützengrabenkampf. Auf beiden Seiten fin- den täglich zahlreiche Gefechte statt. Nutzer vielen täglichen Flügen machte das königliche Flieger» korps kürzlich erfolgreiche Unternehmungen auf weite Entfernung gegen die Zeppelinhallen in Brüssel, die Rangiergleise von MonS, die Luftschiffhallen in Namur und die Eisenbahnstationen von Busigny und Courtrai, die beide zweimal angegriffen wurden. Von SS Flug- zeugen find nur zwei nicht zurückgekehrt. Der rujsische Kriegsbericht. Petersburg, 12. August.(W. T. B.) Amtlicher Abend» b e r i ch t vom 19. August. Westfront: Am Seret, vor den Dörfern Neterpince und Nosowee(7 Kilometer südwestlich Zalocze) spielen sich hartnäckige Kämpfe ab. Auf den von uns besetzten Wald vor den genannten Ortschaften setzten die Oesterreicher und Deutschen eine Reihe von Gegenangriffen an. Bis jetzt wurden 99 Offiziere und 1399 Sol- baten gefangen eingebracht. An der Bahn Monasterzyska— Nizniow kamen unsere Truppen etwa? vorwärts. Die Zlota Lipo wurde an vielen Stellen durchwatet, da sämtliche Brücken gesprengt waren. Petersburg, 12. August.(W. T. B.) Amtlicher Nach» mittagsbericht vom 11. August. Westfront: Am Stochod. im Räume von Lubieszow, Wolka Lubieszowka, Stobychwa und Zarecze dauern die heftigen Kämpfe an. Am Seret kommen unsere Truppen vorwärts, es wird dort ebenfalls erbittert gekämpft. Der Feind setzt uns starken Wider» stand entgegen und macht Gegenangriffe. Trotz der Slnstrengungen des Feindes, unsere Offensive zum Stehen zu bringen, haben die tapferen Truppen des Generals Sacharow durch aufeinander. folgende Angriffe den Feind aus den Dörfern und dem Walde auf dem rechten Flußufer vertrieben und die beherrschenden Höhenzüge erreicht. Es wird jetzt in der Linie der Dörfer Troscianiec— Neste- rowce gekämpft. Unsere Kavallerieregimenter attackierten zweimal feindliche Infanterie, und durch wiederholten Flankenangriff gegen die dichten deutschen Formationen gelang es ihnen, sie in voller Un» ordnung zurückzuwerfen und dadurch ihren Angriff anzuhalten. In diesem Räume machten die tapferen Truppen des Generals Eck im Laufe der Kämpfe vom 4. bis zum 19. Slugust 268 Offiziere und 13 999 Soldaten zu Gefangenen, außerdem wurden noch mehr als 1999 verwundete Deutsche und Oesterreicher aufgesammelt. Im ganzen wurden am 19. August an unverwuudeten deutschen und österreichischen Gefangenen gezählt: 2 Stabsoffiziere, 194 Offiziere und 4872 Soldaten. Nach Gefangenenaussagen sind die blutigen Verluste des Gegners sehr schwer. An der Eisenbahn Monasterzyska— Nizniow bauen unsere Truppen ihren Erfolg weiter aus und rücken weiter vor. Eines unserer Infanterieregiment« warf den Feind aus dem Waldstück nordwestlich des Dorfes Dubicnko am Koropiec und drang in den Südteil der Stadt Monasterzyska ein, wo noch gekämpft wird. Der Feind, besonders die Deutschen, machten Gegenangriffe, die jedoch restlos abgeschlagen wurden. Wir nahmen in diesem Räume 2599 Mann gefangen, darunter einen österreichischen Regimentskomman- deur mit seinem Stabe und einen Feldprediger. In westlicher Rich- hing vorgehend, erreichten unsere Truppen das linke Ufer der Zlota Lipa, nahmen nach Kampf das Dorf Lazarowka und fingen mehr als 1999 Oesterreicher und Deutsche. Eines unserer orenburgischen Kosakenregimenter attackierte den Feind und machte 299 Mann mit 3 Maschinengewehren zu Gefangenen. Ein deutsches Regiment, welches die Zlota Lipa bei dem Dorfe Zadarow überschritten hatte und einen Gegenangriff auf den von uns gehaltenen Abschnitt ver- suchte, wurde mit sehr schweren Verlusten abgewiesen. Unsere tapfere Kavallerie durchfurtete die Mündung der Zlota Lipa, griff den Feind an und warf ihn zurück. Auf der Verfolgung erreichte sie das linke Dnjester-Ufer in dem Bogen südlich des Dorfes Uscie Zielone. Die Gesamtzahl der dort bei den Kämpfen am 8. August und 9. August gemachten Gefangenen ist auf 5999 Mann gestiegen. In der Richtung auf StaniSlau näherten sich unsere Truppen mit ihrem rechten Flügel dem Dnjester südlich Maryampol und er- MW m SM» SMlMllM. Amtlich. GroßesHanptqnartier, 12. August 1916.(W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Zwischen Thiepval und dem Foureaux-Walde, sowie bei Guillcmont griffen starke englische Kräfte an. Nörd- lich von Ovillers und bei Pozisres wurden sie im Nah- kämpf und durch Gegeustösie zurückgeworfen. Nördlich von Bazentiu-le-Petit und bei Guillemont scheiterten die Angriffe im Feuer der Artillerie, Jufauterie und Ma- schincugewehre. Zwischen Marnepas und der Somme brach ein heftiger Angriff der Franzosen zusammen; sie drangen nordöstlich von Hem i« ein kleines Wald- stückchen eiu. Südlich der Somme mißlang ein feindlicher Teilvor» stoß bei Barleux. Rechts der Maas sind in der Nacht zum 11. August Handgranatenangriffe nordwestlich des Werkes Thiaumont, gestern abend starke Jnfantcrieangriffe gegen das Werk selbst unter schweren Verlusten für die Franzosen abge- schlagen. Südlich von Leintrey glückte eine deutsche Patrouillen- Unternehmung; eS wurden Gefangene gemacht. westlicher Kriegsschauplatz. Front des Generalfeldmarschalls von Hindenburg. Bei Dubczyczy am Strnmien, westlich des Nebel-SeeS und südlich von Zarecze griffen russische Abteilungeu ver- geblich au. Im Stochodbogen östlich von Kowel wurden bei einem kurzen Vorstoß 176 Rnffcn gefangen genommen uud mehrere Maschinengewehre erbeutet. Starke feind- liche Angriffe wurden beiderseits von Troscianiec(westlich von Zalocze) abgewiesen. Unsere Fliegergeschwader fanden in den letzte« Tagen an der Bahn Kowel— Sarny und nördlich derselben in um» fangrcichen Truppenlageru wiederum lohnende Ziele, die sie ausgiebig mit Bomben belegten. Ei« russisches Flugzcng wurde nördlich von Sokul im Luftkampf abgeschoffen. Front des Generals der Kavallerie Erzherzog Carl. Südlich von Zalocze wurde abends noch lebhaft ge- kämpft. Im übrigen ist es nördlich der Karpathen zu In- fanterietätigkeit nicht gekommen. Die eingeleiteten Be- wegungcn vollziehen sich planmäßig. In den Karpathen nahmen wir in fortschreitendem Angriff südlich von Zabie 700 Manu gefangen und er- beuteten 3 Maschinengewehre. Beiderseits der Höhe Capul sind deutscht Truppen ins Gefecht getreten. Balkan-Kriegsschauplatz. Die gestern wiederholten schwächlichen Scheinaugriffe de« Gegners südlich des Dosran-SeeS erstorben schnell in unserem Artilleriefeuer. Oberste Heeresleitung. •* Zer MrellMe GmnilWMW. W i e n, 12. August 1916. 15.50 Die mit f versehenen Artikel sind bezugscheinpflichtig. Bezugscheine werden in den Abteilungen ausgegeben. 1.50 Weißwaren Blusenkragen aus weiß. Batist mit Hohls. 1.35 Rollkragen aus weißem Batist mit Hohlsaum, für Blusen und Jacken...... Rollkragen aus Glasbatist kür Blusen und Jacken.. weiß 1.75 rosa 2.25 Rollkragen aus Glasbatist ge-_ zackt kür Blusen und Jacken weiß 2.45 rosa 2-85 Vorsteckschleife aus Glas- batist, reich mit Hohlsaum, weiß 1.10 rosa 1.20 Vorsteckschleife aus Glas- batist........ weiß 1.00 u. 1,10 rosa 1.20 Strausfeder-Halsrüsche mit Band- schleife, in verschiedenen Farben....... 0.95 Schirme Sonnenschirme Seide, einfrb.,m. 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Nr. 221. 83. Zahrgaug. 1. KtilM ks Jons ctlintt HollisM>--»»>»>»» Chronik des Weltkrieges. i:i. August 1914. Auf dem westlichen Kriegsschaupiah kleinere Gefechte. Im Osten rücken die österreichisch- ungarischen Truppen in Russisch-Polen weiter vor. 700 russische Deserteure wurden ein- gebracht. England erklärt an Oeslerreich-Ungarn den Krieg. Weihbischof Dr. Lilowski, der künftige Erzbischof in Posen, richtet an die polnische Geistlichkeit des Erzbistums eine Erklärung, in der es heißt: „Ich weiß wohl, daß infolge der Ausnahmegesehe, deren Wirkungen wir seit einer längeren Reihe von Jahren schmerzlich empfinden, das Vertrauen der polnischen Bevölkerung zur staatlichen Regierung sich vermindert hat, aber ich weiß auch, daß unter uns nicht das Gefühl der Pflicht gegen die von Gott uns gegebene Obrigkeit geschwunden ist, daß wir vielmehr immer eingedenk bleiben der Mahnung des heiligen Apostels Paulus:„Jegliche Seele sei den vorgesetzten Gewalten untergeben; denn es gibt keine Gewalt außer von Gott; die es aber sind, sind von Gott gesetzt.. Vertraut, daß wenn Ihr in dieser großen, überaus be- deutungsoollen Zeit treu und mutig zu Eurem Monarchen haltet und durch Eure loyale Haltung zum Siege seines tapferen Heeres beitraget, Euer Landesherr in seinem edlen Herzen unsere ge- rechten Forderungen erfüllen und alles das beseitigen wird, was uns bedrückk." August ISIS. Der Vormarsch auf der gesamten Ostfront dauert an. Es werden erneut 7500 Gefangene eingebracht. Ein österreichisches ll-Bool wird mit seiner Besatzung versenkt. Ein italienisches U-Boot wird durch eine Mine vernichtet. Deutsche Warinelustschifse machen einen erfolgreichen Angriff auf Harwich. Die„Westfälischen Politischen Rachrichten", das offiziöse Organ der westfälischen Nationalliberalen, erlassen eine Erklärung, in der gesagt wird, „daß die nationalliberale Partei Westfalens bezüglich der Kriegsziele und der damit zusammenhängenden Fragen geschlossen hinter dem Führer der Gesamtpartei, dem Reichstagsabgeordneten Bassermann, steht und seiner... Haltung und Betätigung in der Verfolgung dieser Ziele in ollen Punkten rückhaltlos beistimmt." politische Uebersicht. Die Angst vor dem Steuerzahlen. Die von uns mehrfach erwähnten Auslassungen Geheim- rat Wittings über die künftige Steuergesetzgebung des Reiches finden andauernd in der Presse Beachtung. Die konservative Presse ist natürlich entsetzt über die Zumutung, daß die Besitzenden in weit stärkerem Maße als bisher zu den steuern herangezogen werden sollen, und zwar durch solche Steuern, die, wie Einkommen- und Erbschaftssteuer, nicht so leicht wieder abwälzbar wären. Als Hauptargament gegen Witting wird nun angeführt, daß seine Forderung einer finanziellen Oberhoheit des Reiches den föderativen Aufbau des Reiches zerstören und zu einer M e d i a t i- sierung der Bundesstaaten, d. h. zu einer Auf- Hebung der bisherigen Selbständigkeit der Bundesstaaten zu- gnnsten des Reiches führen würde. Damit wird, was auch schon auf anderen Gebieten geschieht, der Partikularis- mus gegen den Reichsgedanken wachgerufen und die Frage einer Finanzgebarung, bei der die„Lehmann und Krause" zu ihrem Rechte kommen sollen, auf ein Gebiet ge- schoben, auf dem staatsrechtliche Traditionen von recht zweifel- haftem Wert mit Erfolg ausgeschlachtet werden können. Hoch- mütig erklärt die„Deutsche T ag e s z e i t u n g" die An- nähme Wittings, auch Bismarck würde bei der aus dem Kriege sich ergebenden Situation den„Weg des Unitarismus" be- schritten haben, für grundfalsch: „Fürst Bismarck, schreibt sie, unterscheidet sich von Herrn Witting nach unserer Ansicht eben dadurch, daß er den dauern- den Wert gewisser Imponderabilien unseres Volks- lebens erkannt, und daß erpolitischeGrundfragennicht a�us dem Gesichtswinkel von Lehmann und Schulze, sondern unter etwas weiteren Horizonten ansah und behandelte." Ausführlicher behandelt Freiherr von Zedlitz in der „P o st" den Wert dieser„gewissen Imponderabilien" und „weiteren Horizonte", indem er schaudernd feststellt, durch die Errichtung einer wirklichen Finanzhoheit des Reiches und die entsprechende Aenderung der Stellung des Bundesrates würde die„Axt an die Wurzel der föderativen Einrichtung des Reiches" gelegt werden. Bei der Ausdehmmg der Steuer- Hoheit des Reiches auf Einkommen- und Vermögenssteuer würde die rechtliche Stellung der Bundesstaaten zum Reiche sich nicht viel anders gestalten wie die der einzelnen Provinzen zum preußischen Staat. Angesichts einer solchen Gefahr der „Mcdiatisierung" der Bundesstaaten würden die heftig- sten Verfassungskämpfe entbrennen. „Nur wer politisch ganz von Gott verlassen ist, könnte im Ernst daran denken, in einer Zeit, in der die Schwierigkeiten der Volksernährung ohnehin die bösen Geister der Zwietracht und des Stammespartikularismus wieder aufleben lassen..., den Erisapfel eines schweren Verfassungsstreites unter unser Volk zu werfen." Herr v. Zedlitz glaubt auch, daß die„Lehmann und Krause" sich auch den Teufel darum kümmern, wie die Frage verfassungsrechtlich erledigt werde. Woraus es ihnen an- komme, sei, daß sie bei dem Wiederaufbau der Reichsfinanzen „nicht ungebührlich mit Steuern neubelastet werden". „Daß zur Erreichung dieses Zieles, fährt er dann fort, die Heranziehung der Einkommen- und Vermögenssteuer unentbehr- lich ist, wird ernstlich nicht beHaupt et werden könne n." Hier liegt der springende Punkt der ganzen Aus- einandersetzung. Alle Hinweise auf die Zerstörung des föde- rativen Aufbaues des Reiches und die daraus notwendig ent- brennenden Verfassungskämpfe sind nichts als D r o h u n g e n gegen einen durchgreifenden Ausbau des direkten Steuersystems, wie ihn beispielsweise Herr Witting gefordert hat. Unter Hinweis auf das Vorbild Eng- l a n ds, wo von 1890 bis 1913/14 die Einnahmen aus direkten Steuern um 24 2 Proz. und allein die Steuern aus Ein- kommen und Erbschaft um 272 Proz. gestiegen sind, forderte Witting eine einheitliche Steuerreform über das ganze Reich, die unter Ausdehnung der Reichssouveränität über sämtliche Steuerquellen endlich den Besitz ordentlich anpacken soll. Aber eben das erweckt das Grauen der journalistischen Vertreter der besitzenden Klassen, und veranlaßt sie, vor der Wittingschen „Steuerirrlichterei" zu warnen, die. nach Zedlitz,„unrettbar vom richtigen Weg ab in den Sumpf" verführe. Auch daraus werden die Lehmann und Krause ihre Schlußfolgerungen zu ziehen wissen._ „Schutz des Kapitals". Im Anschluß an die oben wiedergegebenen Darlegungen über die künftige Steuerreform sei nachträglich noch auf die Ausführun- gen Geheimrat Wittings über das bekannte Schlagwort vom„Schutz des Kapitals" hingewiesen, das hie und da auch in unseren Reihen zu schiefen Darstellungen und bedenklichen Schlußfolgerungen ver- führt hat. Witting wendet sich gegen die Anschauung, daß zu kräf- tige direkte Steuern eine ausreichende Vermögensakku mu- l a t i o n und damit eine genügende Kapitalbildung ver- hindern und meint, die reichen Leute würden— wie das Beispiel Englands zeigt—„durch starke direkte Steuern wirklich nicht aus- gerottet". Die Frage, ob die Bildung von Riesenvermögen„wirk- lich im Interesse gesunder staatlicher Entwicklung" liege, untersucht er an dieser Stelle nicht. Auch den Einwand, daß die reichen Leute die Ausgaben für Kunst, Wissenschaft, Wohltätigkeit in der Hauptsache tragen, hält er„nur ganz beschränkt" richtig. „Aber man pflegt auch," fährt er fort,„die Befürchtung aus- zusprechen, daß bei sehr hohen direkten Steuern die Ver- mögensakkumulation und damit die Produkti- vität des Wirtschaftslebens verhindert wird, und Friedrich Engels selbst hat diesen Standpunkt in den neunziger Jahren vertreten. Ueber die EngelSsche Theorie hat sich kürzlich ein interessanter Streit in der Sozialdemokratie entwickelt, in dem besonders Eduard Bernstein gegen Heinrich C u n o w den Nachweis unternommen hat, daß in England mit den ein- schneidenden Lloyd Georgeschen Steuerreformen die Akkumu- lation durchaus nicht unterbrochen wurde. Die Kapitalbildnng hat in England seit zehn Jahren nicht nur nicht stillgestanden, sondern ist wesentlich fortgeschritten, abgesehen davon, daß bloße Zunahme der Vermögen doch noch etwas anderes ist als die Zu- nähme der Produktionsmittel, weil Privatvermögen und Kapital der Volkswirtschaft zwei sehr verschiedene Dinge sind. Man kann wohl mit Recht sagen, daß die letzten Grenzen für direkte Bcsteue- rung dort liegen, wo die Steuer so hoch ist, daß sie den Ertrag wirtschaftlicher Unternehmungen aufsaugt und dazu den Trieb zu wirtschaftlichen Unternehmungen, zu Erweiterungen und Ver- bcsserungen der Unternehmungen tötet. Bis dahin ist aber ein sehr weiter Weg. Der kapitalistischen Entwicklung unserer Tage wohnt eine ganz außerordentlich große Elastizität oder Anpassungsfähigkeit inne, die ihre Hilfsorgane beständig ver- mehrt und leistungsfähiger gestaltet und die auch die Kapital- assoziation zu einer gewaltigen Entfaltung gebracht hat. Darum kann das Argument, eine noch stärkere Er- höhung der direkten Steuern sei gerade für die oberen Zensiten unmöglich und unterbinde die Produktivität unserer Volkswirtschaft, wohl nicht ohne weiteres als berechtigt anerkannt werden." Dieses Urteil des Direktors einer der größten deutschen Banken und gründlichen Kenners des deutschen Wirtschaftslebens ist auf jeden Fall außerordentlich beachtenswert. Steuerpläne und Monopolabsichten. Der Staatssekretär des Reichsschatzamtes, Graf v. Roedern, hat in München seinen Antrittsbesuch gemacht und, wie bürgerliche Blätter mitteilen, diese Gelegenheit wahrgenommen, um den bayeri- scheu Ministern seine Steuerpläne vorzutragen und insbesondere die Möglichkeit der verschiedenen Monopole mit ihnen zu erörtern. Ob das letztere zutrifft, läßt sich natürlich nicht kontrollieren, aber zweifellos ist es richtig, daß im Reichsschatzamt an der Um- und Neugestaltung de» Finanzwesens des Reiches gearbeitet wird. Die letzthin beschloffenen Steuern dienten in der Hauptsache nur zur Deckung des Fehlbetrages im Reichshaushalt. Nach dem Kriege werden die jährlichen Ausgaben des Reichs, ohne Schuldabtragung, um mindestens sieben Milliarden steigen und für diese un- geheure Summe muffen laufende Einnahmen als Deckung ge- schaffen werden.__ Die Richtlinien der Kauzlerpolitik. Der Vorstand des Liberalen Vereins zu D a n z i g hatte, wie der„Berliner Börsen-Courier" mitteilt, an den Vorstand der Fortschrittlichen Volkspartei eine Entschließung gesandt, die dahin ging, die Partei möge im Sinne der von dem Reichskanzler gezogenen Richtlinien in der Frirdensfrage wirken und sowohl den bedingungslosen Pazi- fisten wie den uferlosen Annexionisten ent- schieden entgegentreten. Von dieser Entschließung war auch dem Reichskanzler selbst Kenntnis gegeben worden. Daraufhin ist nun dem Vorsitzenden des Vereins, Stadtrat Ncumann, folgendes Schreiben zugegangen: „Berlin, den 8. August 1916. Euer Hochwohlgeborcn und dem Herrn Abgeordneten Dr. Herrmann sage ich verbindlichen Dank für die freundliche Mitteilung der an den Geschäftsfübrenden Ausschuß der Fortschrittlichen Volkspartei gerichteten Entschließung vom 2ö. Juli, in der der Vorstand des Liberalen Vereins zu Danzig den Richtlinien der von mir vertretenen Politik z u st i m m t. Mit vorzüglicher Hochachtung bin ich Euer Hochwohlgeboren ergebener von Bethmann Hollweg." Nach dieser erneuten Kundgebung Bethmann H o l I w c g s wird auch der gutgläubigste, die uferloseste Leichtgläubigkeit des Publikums voraussetzende Interpret der Worte Bethmanns nicht mehr behaupten können, daß der deutsche Reichskanzler eine Kriegszielpolitik vertrete, wie sie die Grundsätze der Sozialdemokratie gebieten. Eine neue alldeutsche Mugfchrift. Ter„Unabhängige A u s s ch u tz" Professor Schä- fers sollte, wie das„Berliner Tageblatt" mitteilt, gestern e i n e n e u e F l n g s ch r i f t„Z u r L a g e" in einer Auflage von 399 999 Exemplaren an die verschiedensten Adressen in Deutschland von Berlin aus versenden.„Es ist uns, schreibt das„Berliner Tageblatt", ans den bekannten Gründen nicht möglich, Auszüge aus dieser Flugschrist, die uns bereits vorliegt, zu veröffentlichen. Nur so viel sei ge- sagt, daß darin noch einmal die weitgehenden all- deutschen Kriegsziele hinsichtlich Frankreichs, Bel- giens, Rußlands und Englands skizziert werden. Auch unser künftiges Verhältnis zur Türkei und zu Oesterreich-Ungarn. wird dargelegt. Im Zusammenhange damit werden das Polenproblem und die Frage des m i t t e l e u r o p ä i- scheu Staatenbundes berührt. Unterzeichnet � ist die Broschüre von Professor Dr. Dietrich Schäfer. Ein e r- gänzendes Flugblatt in derselben Auflage ist vor- bereitet."_ Dr. Müller und die Verteuerung der Lebenshaltung. In seinem kürzlichen Hamburger Vortrag, der bekanntlich mit tumultuarischen Szenen abschloß, soll das sozialdemokratische Mit- glied des Kriegsernährungsamtes, Dr. August Müller, nach den Berichten der Berliner Presse unter anderem mitgeteilt haben, nach den vom„Kriegsausschuß der Konsumrntenintereffen" angestellten Erhebungen hätten die Preiserhöhungen der Lebens- mittel gegenüber dem Friedensstand im Durchschnitt nicht mehr als 25 Prozent betragen. Diese Mitteilung hat das „Berliner Tageblatt" veranlaßt, an zuständiger Stelle Erkundigungen einzuziehen, und nun teilt das Blatt daraufhin folgende Feststellung mit: „Die große, vom Kriegsausschuß für Konsumenteninter- effcn" im April dieses Jahres vorgenommene Erhebung über die Preissteigerungen der wichtigsten Lebensmittel ist zwar ab- geschlossen, nicht aber die Bearbeitung ihrer Ergebnisse.� End- gültige und vergleichende Resultate liegen� bisher für höchstens 19 große Städte vor, o b n e daß sich indessen auch bier ein „Durckisckmittsprcis" vornehmen ließe, der ja auch vollständig nnwffsensckmftllch wäre. Es kommt auf die einzelnen Lebens« mittel und ihre Qualität, es kommt auf die Preissteigerung aller Bedürfnisse an usw. Nach den vom„Konsumenten« auSschuß" festgestellten Zahlen beträgt aber in allen großen Städten, mir ganz geringen Abweichungen— und man verrät damit niemandem ein Geheimnis— die Preissteigerung z. B. beim Fleisch rund 299 Prozent, beim Gemüse ebenfalls etwa 299 Prozent, bei den Kartoffeln etwa? weniger. Viel wichtigere und zuverlässigere Ergebnisse scheinen die Feststellungen über die Erhöhung der gesamten Haushaltsausgaben zu liefern. Da ist bisher— unter Berücksichtigung auch des verminderten Ver- brauchs— Vine durchschnittliche Verteuerung von ö9 bis 99 Prozent ermittelt, also viel mehr, als in der Hamburger Versammlung mitgeteilt wurde, aber, in Würdigung aller Verhkiltnisse, weniger, als man gemeinhin an- nimmt." Das„Berliner Tageblatt" ist so höflich, in Anbetracht der obigen Darlegungen, von einem„Irrtum", sei es des Redners, sei es des Berichterstatters, zu sprechen. Nach dem Bericht deS „Hamburger Echo" hat Dr. Müller gesagt:„Eine Verbraucher- organisation, der KriegSausschriß für Konsumenteninteressen, hat festgestellt, daß im allgemeinen eine Preiserhöhung von 25 Prozent aus den Kriegsnrsachen gerechtfertigt sei." Hat zwar dieser Hinweis, besonders nach der eigenartigen Be« merkung Dr. Müllers, so viel er wisse, seien auch die Löhne der Arbeiter erhöht worden, den stürmischen Protest der Versammlung ausgelöst, so läßt doch der Bericht des„H. E." auf einen Irrtum des eingangs erwähnten Versammlungsberichtes schließen. Der außerordentliche Wert der weiteren Feststellungen des „Verl. Tageblattes" wird dadurch freilich nichr beeinträchtigt. Wohl aber rücken sie die Hamburger.Durchhalte"-Rede Dr. Müllers erst in das rechte Licht und erklären teilweise auch den stürmischen Widerspruch, den seine Ausführungen bei den Hamburger Arbeitern gefunden haben._ Vom„legitimen Handel". Die Preisprüfungsstelle Köln hat eine Reihe Schuhgeschäfte revidiert. Es ergaben sich bei bisher acht Geschäften übermäßige Preisfordcrungen. Am schlimmsten trieb es das angesehenste Schnhhaus Kölns, die Firma I. van Geldern, mehrfacher� Hof- lieferant. Schuhe, deren Verkaufspreis früher 18,59 M. war, wurden in 42 M. umgezeichnet. Ge- ringere Fabrikate wurden unter entsprechenden Preisaufschlägen in eigenes Erzeugnis umgefälscht. Die Staatsanwaltschaft hat die Schließung des Geschäfts, das auch in anderen Städten Läden unterhalt, angeordnet. Auf Anregung unseres Kölner Parteiblattcs werden zu den Revisionen demnächst branchekundige Ilngc- stellte, die garnisondienstfähig sind, von der Kommandantur zur Verfügung gestellt. Mit dieser Hilfe hoffen die Preisprüfer besser hinter die Schliche der Geschäftsleute zu kommen. Es werden auch die Konfektionshäuser und die Putz- und Modebranche revidiert, da der begründete Verdacht besteht, daß zu billigen Preisen cinge- kaufte Artikel ganz allgemein willkürlich viel teurer ausgezeichnet worden sind._ Die Reichsbekleidungsstelle macht nochmals darauf aufmerksam, daß die Ergebnisse der am 1. August stattgefundenen BcstandZcrhcbung von Web-, Wirk- und Strickwaren spätestens bis zum 15. d. M, bei den von den Landeszentralbehörde n best im niten Stellen ein- zureichen sind. Sämtliche Vorräte der im§ 1 der Bekanntmachung über die Beslandserhebung vom 29. Juli angeführten Waren ohne Rücksicht auf Vorratsmengen oder Preise sind melde- pflichtig, auch dann, wenn sie auf der sogenannten Freiliste(Reichs- kanzler-Belanntmachung vom 19. Juni 1916) verzeichnet sind. Für Preußen kommen als Einsammlniigsstellen die Landratsämter bczw. die Magistrate der kreisfreien Städte, in den anderen Bundesstaaten mit ganz wenigen Ausnahmen die enlsprechenden Behörden ui Betracht._ Das tägliche Srot. Biel zu hohe Kartoffelpreise! Einen ziffernmäßigen Nachweis über die außerordentliche Ver- tenerung durch die Höchstpreise für Kartoffeln bringt ein Brief, den ein anhaltischer Kartoffelgroßhändler an Herrn von Batocki am 27. Juli gerichtet hat und den der„Magdeb.Gen.-Anz." vom 11. August zum Abdruck bringt. Der Großhändler erklärt, daß die Erzeuger- Höchstpreise für August-September viel zu hoch sind, denn in seiner Gegend seien auf den Morgen 169— 129 Zentner geerntet worden, das ergibt einen Erlös von 999 bis 1999 M. durch- schnittlich für den Morgen!..Dies aber nicht allein. Das mit Frühkartoffeln bestandene Feld kann nochmals mit Spätftüchten der Ernährung, Rüben Kohl aller Art und Feldftüchten bestellt wer- den und verspricht nochmals volle Ernte, sofern die Bestellung recht- zeitig erfolgen kann." Man sieht aus diesen Enthüllungen auch, weshalb die Land» Wirte sich so sehr mit der Ablieferung der Frühkartoffeln beeilten: nicht nur, daß sie infolge der gleitenden Skala um so weniger er- halten, je später sie liefern— es entgeht ihnen auch bei späterer Lieferung der Gewinn, den sie aus einer zweiten Bestellung des Feldes ziehen! Schon dieser Grund hätte die doch gewiß„sachver- ständigen" Berater des Bundesrats bei Festsetzung der Höchstpreise für Juli-Kartoffeln veranlassen müssen, den Preis weit niedriger als 19 M. festzusetzen. Der Anhalter Kartoffelhändler ist der Meinung: „Der jetzig�(Juli-) Erzeugerpreis durfte keinesfalls mehr �19 1,50 Bis 5,00 M, Beiragen.* ünb er füg! hi.tzu:„Uni er Höchstpreis zu verkaufen, lehnen allerdings die Landwirte als Tlummheit ab." Er kennt seine Landwirte!— Tic Verteuerung der Ernährung. Obwohl jeder, der Lebensmittel einkauft, mit Schaudern an seinem Beutel merkt, welch riesige Steigeruug die Preise erfahren Haben, gibt es immer wieder Schönfärber, welche der Bevölkerung einreden wollen, die Teuerung sei gar nicht so arg. Sie machen dabei das Taschenspielerkunststück, daß sie vorrechnen, wieviel heute dem Arbeiter sein Haushalt kostet und wieviel er vor dem Kriege gekostet hat— unterlassen es über, darauf hinzuweisen, daß vor dem Kriege mehr Nah- rungsmittel auch von der Mehrzahl der Arbeiter gekauft wur- den, als sie heute unter dem Zwange der vorgschriebenen Höchstmengen kaufen können. Einen genauen Vergleich er- möglicht eine Schrift von Gustav Brutzer über„D i e Verteuerung der Lebensmittel in Berlin im Laufe der letzten 30 Jahr e", die vom Verein für Sozialpolitik l3l2 herausgegeben wurde. Brutzer stellte auf Grund von Haushaltungsrechnungen, die im„Reichsarbeits- blatt" veröffentlicht waren, den Durchschnittsverbrauch einer Familie von Mann, Frau und 2 Kindern(— 3 Erwachsenen) zusammen, er betrug 53 Kilogramm Schweinefleisch, 33 Kilo- gramm Rindfleisch, 13 Kilogramm Hammelfleisch, 23 Kilo- gramm Speck, 33 Kilogramm Butter, 33 Kilogramm Schmalz, 433 Liter Milch, 433 Stück Eier, 533 Kilogramm Kartoffeln, 533 Kilogramm Roggenbrot, 53 Kilogramm Weizenbrot, 13 Kilogramm Kaffee, 53 Kilogramm Zucker, 13 Kilogramm Weizenmehl und 13 Kilogramm Reis. Für diese Lebens- mittel wurden in Berlin gezahlt im Jahre 1881: 614 M., 1891: 667 M., 1913: 685 M. Berechnet man zu den jetzigen Höchstpreisen dieselben Mengen von Nahrungsmitteln, so er- gibt sich ein Betrag von 1323 M., mithin eine Verteuerung um 635 M., das sind 93 Proz. Verteuerung! Aber freilich— die Zeiten sind vorbei, wo sich eine Familie von 8 Erwachsenen jährlich 93 Kilogramm Fleisch kaufen konnte, also auf die Woche 1% Kilogramm; jetzt erhält sie höchstens 34 Kilogramm Fleisch wöchentlich, und die 433 Gramm Speck, die 1913 wöchentlich verbraucht wurden, gibt es überhaupt nicht. Statt jährlich 33 Kilogramm Butter und 33 Kilo- gramm Schmalz, also wöchentlich 1153 Gramm, erlaubt die Butterkarte höchstens 273 Gramm für 3 Erwachsene, statt 8 Eier für die Woche nur 6. statt 13,6 Kilogramm Brot und 3,5 Kilo- gramm Weizenmehl gibt es nur 5,7 Kilogramm Brot, statt 1 Kilogramm Zucker nur% Kilogramm, aber während der Durchschnittsverbrauch jener Arbeiterfamilien vor dem Kriege 533 Kilogramm Kartoffeln jährlich betrug, mithin 9,6 Kilo- gramm wöchentlich, würden jetzt in Berlin für diese Familie 13,5 Kilogramm Kartoffeln zur Verfügung stehen. Selbst- verständlich kostet dieser bedeutend verniinderte Verbrauch trotz der hohen Preise weniger als im Frieden, aber er liefert auch bedeutend weniger Nahrung. Während beim Verbrauch im Frieden täglich auf den Kopf des Erwachsenen 73 Gramm Eiweiß kamen, entfallen jetzt nur 53, statt 47 Gramm Fett gar nur 21, statt 433 Gramm Kohlehydrate(Stärkemehl und Zucker) nur 283, während die Normalration des Erwachsenen täglich betragen soll 116 Gramm Eiweiß, 56 Gramm Fett und 533 Gramm Kohlehydrate. Hat also schon im Frieden der Durchschnittsverbrauch der Arbeiterfamilien unter dem erforderlichen Bedarf gestanden, so ist er jetzt auf die Hälfte des normalen gesunken! Und diese ungenügende Nahrung kostet wöchentlich jetzt 13,63 M., während die bedeutend bessere, nährstoffreichere der Friedenszeit 13,23 M. gekostet hat! Wenn also die Ausgaben eines Haushalts nicht oder nur weniger größer werden als sie vor dem Kriege geworden sind, dann geschieht dies eben auf Kosten des Nährwerts der Speisen, d. h. auf Kosten der Gesundheit, der Lebens- und Arbeitskraft! Ernteschätzungen für das Jahr 191K. Nicht sehr ermutigend nennt der„Economist" vom 5. August die aus den verschiedenen Teilen der Welt vorliegenden Ernte- berichte, die im allgemeinen einen erheblichen Ausfall gegenüber dem vorigen Jahre, wenn auch etwas bessere Ergebnisse als im Durchschnitt des Jahrfünfts vor dem Kriege erkennen lassen. Nach dem Julibericht des Internationalen Instituts in Rom sind die Weizenaussichten in den Vereinigten Staaten und Indien entschieden nicht zufriedenstellend. In den Vereinigten Staaten erwartet man nur einen Ertrag von 207 Millionen Zentnern an Winter- und Sommerweizen, das heißt 25 v. H. weniger als 1915, wenn auch 10 v. H. mehr als im Durchschnitt vor dem Kriege. Indien hat nur 87 Millionen Zentner gebracht, daS heißt 15 v. H. weniger als im vorigen Jahre und 10 v. H. weniger als im Durchschnitt der Jahre 1909— 1913. In Europa sind die Aussichten besser. In Spanien mit 42 Millionen und in Italien mit 52 Millionen Zentnern ist der Ertrag größer als bisher. Tunis und Japan melden eine geringere Ernte als 1915. Die Roggenernte in Amerika ist verhältnismäßig gut, da sie zwar 10 v. H. unter der von 1915, aber 26 v. H. über der früheren DurchschnittSernte liegt. In Spanien und Italien sind die Aus- sichten günstig. Tie Gerste- und Haferernte ist schlechter als 1915, wenn auch über dem früheren Durchschnitt. In Dänemark trat jüngst eine Besserung ein, aber Rüben, besonder? Zuckerrüben, haben unter dem Mangel an Sonnenschein und Wärme gelitten. Die Heuernte hat dort sehr unter dem Dauerregen des vergangenen Monats gelitten. Die Vereinigten Staaten schätzen ihre Maisernte, die drei Viertel derjenigen der Welt ausmacht, auf 728 Millionen Zentner oder 6 v. H. weniger als 1915 und 6 v. H. mehr als der frühere Durchschnitt. Die Tabakernte wird dort auf 100 Millionen, die Zuckerrübenernte auf 66 Millionen Zentner geschätzt. Die brasilia- nische Regierung rechnet auf eine Kaffeernte von 7,2 bis 7,8 Mil- lionen Zentner(7,8 Millionen 1915).— Die„Moming Post" vom 3. August entnimmt den Veröffent- lichungen des genannten Instituts noch folgende Zahlen: Japan meldet eine geringere Weizenernte als 1915. Sie ist aber größer als der fünfjährige Durchschnitt 1909/13. Die eingesandten Daten von Spanien, Italien, der Schweiz, den Vereinigten Staaten, Indien, Japan und Tunis ergeben schätzungsweise eine Weizenproduktion von 780 273 000 englischen Zentnern oder 151 002 OOO englische Zentner weniger als im Vor- jähre und 38 007 000 Zentner mehr als der Durchschnitt von 1909/13. Die Gerstenernte wird entschieden geringer als 1915 sein, doch wird sie in den Ländern, die bisher Daten zur Verfügung stellten, höher als der fünfjährige Durchschnitt sein. Die Summe der ein- gesandten Schätzungen der Vereinigten Staaten, Japans, Spaniens, Italien», Tunis' und der Schweiz beträgt 174 706 000 Zentner, dem- nach 15 420 000 Zentner weniger als die 1915er Ernte und 14 977 000 Zentner mehr als der fünfjährige Durchschnitt. Die gleichen Verhältnisse kommen für Hafer in Betracht. Die Gesamtsumme für die Vereinigten Staaten, Spanien, Italien, die Schweiz und Tunis erreicht 396 885 OOO Zentner oder 65 215 000 Zentner weniger als 1915 und 52 473 000 Zentner mehr als der Durchschnitt des Zeitraums von 1909/13,, Au den parteiöiffmuzen in Teltow-öeeskow. Stellungnahme des Berliner Bezirksvorstandes. In der Angelegenheit Teltow-Beeskow hat der Zentral- vo r st a n d von Groß-Berlin in seiner Sitzung am 11. August beschlossen, den Antrag des früheren Kreisvorstandes, die in der Generalversammlung am 6. August zum Zentralvorstand für Groß- Berlin bestimmten Mitglieder zu den Sitzungen einzuladen, ab- z u l e h n e n. Die Gründe für diesen Beschluß sind folgende: Der frühere Kreisvorstand hatte zum 18. Juni eine General- Versammlung des Kreises einberufen. Sie war von ordnungs- gemäß gewählten Delegierten beschickt. Diese Versammlung wurde nach Verlesung einer Erklärung des engeren Vorstandes vom Vor- sitzenden kurzerhand geschlossen mit der Begründung, daß bestimmte Delegierte aus zwei Orten aus bestimmten Gründen an den Ver- Handlungen nicht teilzunehmen hätten. Die Versammlung hat diesen Einwand nicht gelten lassen, da über die Zulassung von Mandaten zur Generalversammlung nur die Generalversammlung selber, nie- mals aber der Vorstand zu befinden und zu entscheiden hat. Sie wählte— zunächst provisorisch— die dem Kreise zustehenden Mit- glieder zum Zentralvorstand Groß-Berlin. Die VerbandSversamm- lung vom 25. Juni hat diese Mitglieder bestätigt, vorbehaltlich der definitiven Wahl in einer späteren Generalversammlung des Krei- ses. Diese Wahl hat in einer am 23. Juli auf Beschlutz des Zentral- Vorstandes vom geschäftsführenden Ausschutz einberufenen General- versammmlung, die m der Hauptsache von denselben Delegierten beschickt war, wie die vom Kreisvorstand am 18. Juni einberufene, stattgefunden. Hiernach können nur diese Mitglieder an den Sitzungen des Zentralvorstandes von Groß-Berlin teilnehmen. Der Zentralvorstand ist an die Beschlüsse der VerbandSversamm- lung gebunden. Der frühere Kreisvorstand hat seit Anfang Juni die Mitglieder des erweiterten Vorstandes und den Abgeordneten des Kreises aus- geschaltet und nur noch mit den zum engeren Vorstande gehörigen Mitgliedern gearbeitet, obwohl er nach der bisherigen Praxis mindestens allmonatlich die Mitglieder des erweiterten Vorstandes hätte berufen müssen; nur der Obmann der Revisoren wurde zu den Kundgebungen des engeren Vorstandes herangezogen. Schon hieraus geht hervor, daß der bisherige Vorstand nur ein Rumpf- vorstand und nicht befugt war, eine neue Generalversammlung zu berufen, wie er das am 6. August getan hat. Dem bisherigen Vorstand war auch bekannt, daß seit der Ver- bandsversammlung am 25. Juni die bisherigen Mitglieder des Kreises im Zentralvorstand nicht mehr geladen wurden, sondern die in der Generalversammlung vom 18. Juni provisorisch ge- wählten Mitglieder— vorbehaltlich der in einer späteren General- Versammlung vorzunehmenden definitiven Wahl. Einspruch hat er dagegen nicht erhoben. Dazu kommt ferner, daß eine doppelte Vertretung eines Kreises im Zentralvorstand unmöglich ist. Nach den Beschlüssen der Partei- tage dürfen in einem Kreis« und an einem Orte zwei Organisa- tionen der Partei nicht bestehen. Danach qualifiziert sich die in der Generalversammlung am 6. August gegründete Organisation als Sonderorganisation, die nach den Parteitagsbeschlüssen unzu- lässig ist. • ♦ « Eine Erklärung des neuen Kreisvorstandes. Nach den Berichten über die»Kreisgeneralversammlung" vom 6. August hat sich dort der frühere Kreisvorstand erneut zu der Auffassung bekannt, daß die durch ihn erfolgte Schließung der Kreisgeneralversammlung am 18. Juni zu Recht erfolgt sei und die weitere Tagung der Delegierten in allen Konsequenzen als Sonderveranstaltung betrachtet werden müsse und bindende Kraft für die Mitglieder nicht habe. Mit diesem Märchen muß einmal gründlich aufgeräumt werden. Als eine ganze Reihe von Wahl- vereinen die Abhaltung einer Kreisgeneralversammlung mit der Tagesordnung:»Neuwahl des Vorstandes" forderten, lehnte der »engere" Vorstand a b. In einer erweiterten Vor st and s- s i tz u n g wurde die Frage erneut verhandelt Und bei Stimmen- enthaltung des»engeren" Vorstandes die Abhal- tung der Kreisgeneralversammlung beschlossen. Der„engere" Vorstand fügte sich diesem Beschluß. Als dann die Kreisgeneralversammlung den Beschlutz faßte, erst in die materielle Verhandlung der Streitfrage„Beitragssperre" einzutreten und dann über die Zulassung der strittigen Delegierten zu entscheiden, wurde die Versammlung vom Vorsitzenden geschlos- sen mit einer Erklärung, die nicht von dem die Abhal- tung der Kreisgeneralversammlung beschließenden erweiterten Vorstand abgefaßt war, sondern eine Sonder- aktion des»engeren" Vorstandes darstellte und von diesem zur Versammlung bereits fertig mit- gebracht wurde. Mit diesem Vorgehen war etwas geschehen, was in der Geschichte der Partei unerhört, was in einer Demokratie einfach unmöglich ist. Die höchste Instanz des Kreises ist die Kreis- generalversammlung. Der Kreisvorstand ist das mit der Geschäfts- führung beauftragte Organ der Mitglieder resp. der die Mitglieder vertretenden Delegierten. Er hat nicht das Recht, nach eigenem Gutdünken eine ordnungsgemäß einberufene Generalversammlung zu schließen. Darüber entscheiden die Delegierten in ihrer Gesamt- heit souverän. Wenn der Vorstand als beauftragter Geschäfts- führer der Mitglieder glaubt, den Beschlüssen der höchsten Instanz des Kreises nicht Rechnung tragen zu können, dann mutz er die Konsequenzen daraus ziehen und die Geschäfte in die Hände seiner Auftraggeber zurücklegen. Das war nach den Grundsätzen der Demokratie das einzig Gebotene. Wir haben auf allen Par- teitagen gesehen, daß Delegierte, deren Mandate angefochten wurden, den Parteitag er st verlassen haben, wenn die Ma n da t s p r Ü f un g s k o m m i s s i on und der Parteitag selbst ihr Urteil gesprochen haben. Und wehe dem Parteivorstand resp. der Parteitagsleitung, die es gewagt hätten, vor einer derartigen Entscheidung die mate- rielle Verhandlung zu inhibieren und den Parteitag nach Hause zu schicken, weil ihnen die Nasen einzelner Delegierten nicht paßten. Ein Sturm der Entrüstung, nicht nur unter den Delegierten, nein im ganzen Reich, hätte eine derartige Leitung einfach hinweggefegt. Aber nicht nur nach den Grundsätzen der Demokratie, auch in formal-juristischer Hinsicht hat sich der frühere Kreisoorstand ins Unrecht gesetzt. Es liegen Entscheidungen bis zur höchsten Instanz, bis zum Reichsgericht vor, in denen„nicht rechtsfähigen Vereinen", die in ähnlichen Situationen gegen die Vorstände klagbar auf Her- ausgäbe des Vereinseigentums vorgegangen sind, unzweideutig das Eigentumsrecht zugesprochen wurde, weil eben die Vorstände nur als beauftragte Geschäftsführer der Mitglieder anzusprechen sind. Erinnert sei hier an den Konflikt Metallarbeiterverband— Wiesenthal. Diese Entscheidungen müssen dem früheren Kreisvorstand, müssen dem Parteivorstand bekannt sein. Und wenn nun im Kreise ver- fahren wird, wie es der frühere Kreisvorstand täglich tut, dann kann nicht mehr von gutem Glauben gesprochen werden, sondern dann handelt essichumbewuhteParteispaltung. Dem entspricht auch voll und ganz das Zustandekommen der „Kreisgeneraiversainmlung" vom 6. August. Voraussetzung ist ja wohl, daß den Mitgliedern des Kreises Gelegenheit gegeben wird, zu den zur Beratung stehenden Dingen Stellung zu nehmen und Delegierte mit der Vertretung ihrer Aufsassung zu betrauen. Nun steht aber der frühere Kreisvorstand auf dem Standpunkt, daß die Ortsvereine, die das 1. Quartal 1916/17 nicht mehr mit dem Ge- »ossen Pagels, sondern mit dem jetzigen Kreisvorstand abgerechnet haben, praktisch Beitragssperre üben und sich damit außerhalb der Partei gestellt haben. Damit scheiden nach der eigenen Angabe des Genossen Pagels 20 Ortsvereine aus. 8 Orte haben keine Mitglieder mehr. Nach unseren Feststellungen haben nachstehende 2 3 O r t e, da- von die ersten 13 einstimmig, die übrigen mit überwältigenden Ma- joritäten eine Delegation zum 6. Aug u st abgelehnt: Nieder schöneweide, Königswusterhausen, Zeuthen, E i ch w a l d e, Schenkend orf, Johannnisthal, Grünau, Alt-Glienicke, Mariendorf, Adlershof, Wilmersdorf, Steglitz, Groß-Lichterselde— Neukölln, Charlottenburg(200: 55), Schöneberg, Bohnsdorf(76: 4), Treptow-Baum schulenweg(57; 22), Friedenau, L a n kW i tz, Lichtenrade, Marienfelde, Tempelhof. Beschlossen ist eine Delegation in folgenden Mitgliederversamm- lungen: Drewitz, Ketschendorf, Langewahl, Köpenick(zirka 150 Stim- men; 78 Anhänger des jetzigen Kreisvorstandes haben das Lokal verlassen), Nowawes(46: 39). Die Stellungnahme der übrigen Orte ist noch nicht bekannt. Die 2 3 Orte, welche eine Beschickung der Veranstaltung am 6. August abgelehnt haben, repräsentieren nach dem Mit- gliederverzeichnis vom 31. März 1914 29 891 Mitglieder, bei einer Gesamtmitgliederzahl des Kreises von 37 742. Und trotzdem waren 23500 Mitglieder am 6. August vertreten? Wie geht das zu?! Am 25. Juli d. I. sandte der frühere Kreisvorstand an ein« zelne Mitglieder ein vertrauliches Zirkular, in dem aufgefordert wurde, mit den Gesinnungsfreunden des früheren Kreisvorstandes Zusammenkünfte zu veranstalten und zur Lage im Kreise Stellung zu nehmen. Diesen Sondergruppen, von denen sich die in Treptotv- Baum schulenweg am 3. August als neuer Wahlverein konstituiert hatte— nachdem die Mitgliederversammlung am Tage vorher für den jetzigen Vorstand votierte— und diesen Einzelmitgliedern an den Orten sind die Mandate Überwiesen worden. Ohne Wissen der Ortsvereine sind von Einzelpersonen ganze Orte am 6. August vertreten gewesen Wo man keine Mitglieder gefunden hat, ist noch ein Uebriges geschehen: In Königswusterhausen ist ein Herr, der seit 1908 nichts mehr mit der Partei zu tun hat, nicht Mitglied der Partei ist, mit der Einberufung einer Versammlung beauftragt worden. Ihm ist Material übermittelt und Mandate sollten ihm zugestellt werden. Die Originalkorrespondenz ist in unseren Händen. Ein derartiges Vorgehen spricht Bande. Ne u k ö 1 1 n hattte noch aus besonderen Gründen das ersie Quartal 1916/17 mit dem Genossen Pagels abgerechnet, also keine Beitragssperre geübt. Eine Einladung und Mandate zum 6. August hat eS nicht erhalten! Dafür haben aber die»GesinnungLfreunde"desfrüherenVorstandes in einer Zusammenkunft von rund 60 Personen 33 Delegierte zum 6. August entsandt! Die ganze Veranstaltung am 6. August charakterisiert sich nach diesen Vorbereitungen und einer derartigen Beschickung als eine lächerliche Demonstration ersten Ranges, als eine Willkürlichkeit. die jedem demokratischen Empfinden ins Gesicht schlägt. iD« Reaktion darauf macht sich in immer weiteren Kreisen bemerkbar. An allen Orten lehnen sich selbst Parteigänger des früheren Kreisvorstandes gegen ein solch widerliches Treiben auf. N o w a- wes hat nach dem 6. August seine Stellungnahme revidiert und mit doppelter Majorität dem früheren Vorstand den Rücken gekehrt. Im Ortsteil Treptow haben von 90 Anwesenden 88 dem jetzigen Vorstand ihr Vertrauen bekundet, in Nieder schöneweide ist das gleiche einstimmig erfolgt. Neukölln hat in allen 24 Be- zirken Stellung genommen zum 6. August. Aus 18 Bezirken liegt das Resultat vor. Von 526 Teilnehmern haben 444 für den jetzigen Vorstand gestimmt, 28 haben sich der Stimme enthalten und nur 54 haben sich auf die Seite des früheren Kreisvorstandes gestellt. So wird allerorts der gesunde Geist der Massen hinweggehen über den Disziplinbruch einiger Eigenbrödler. Denunziationen und ge- hässige Anschuldigungen, aus dunklen Kanälen heraus, bestimmt, nicht nur der Kreisorganisation Schlag auf Schlag zu versetzen. werden überwunden werden, aber eine schwere Verantwortung werden die zu tragen haben, die als Instanz ihr moralisches An- sehen für die Parteizerstörung und-Zerrüttung seitens des früheren Kreisvorstandes in die Wagschale werfen. Einigkeit und Geschlossen- heit, das bleibt die Parole für die Massen! *• * Mitgliederversammlung des Wahlvereins Britz-Bukow. In der am 9. August stattgefundenen Mitgliederversammlung wurde der Bericht von der Kreisgeneralversammlung vom 23. Juli entgegengenommen und nach ausführlicher Diskussion folgende Ne- solution einstimmig, bei keiner Stimmenthaltung, angenommen: „Die am 9. August bei Westphal, Nudower Straße, tagende Mitgliederversammlung des Wahlvereins Britz-Buckow nimmt Kenntnis von den Beschlüssen der am 23. Juli im Geiverkschafts- Haus stattgefundenen Kreisgeneralversammlung. Sie erklärt sich mit der Haltung der Delegierten und der ent- gültigen Wahl des neuen Kreisvorstandes ein- ver st and« n. Um ein gedeihliches Fortbestehen der Organisation zu ermöglichen, verpflichtet sie den örtlichen Vorstand, nur mit dem neugewählten Kreisvorstand die Geschäfte zu erledigen." Der nächste Punkt der Tagesordnung betraf Gemeindeange- legenheiten. Für Britz ist ein neues Ortsstatut genehmigt, welches einen kollegialen Gemeindsvorstand vorsieht. Von den sechs Schöffenposten soll einer von der sozialdemokratischen Fraktion de- setzt werden. Ursprünglich war für diesen Posten Genosse K i tz i n g ausersehen, der aber ablehnte. Dafür schlug der Genosse Gut- schmidt der kombinierten engeren Vorstands- und Fraktionssitzung den Genossen Alfred Schröder vor, der sich denn auch bereit er- klärte. Da Schröder jedoch noch mehrere Verhandlungen mit seinem Arbeitgeber wegen Verlegung seiner Dienstzeit zu führen hatte, so zog sich die Erledigung der Angelegenheit etwas in die Länge. Während dieser Zeit sind nun die übrigen Gemeindevertreter zu- sammengekommen und haben den Gen. G u t s ch m i d t als Kandi- baten für diese Schöffenwahl aufgestellt. In einer neu anberaumten kombinierten engeren Vorstands- und Fraktionssitzung wurde dies Verhalten als Hintergehung bezeichnet und die Gemeindevertreter aufgefordert, bei der Kandidatur Schröder zu bleiben. Nach allen möglichen Ausflüchten kamen endlich auch ihre richtigen Motive zum Ausdruck, die darin bestanden, daß Genosse Schröder einem Vorstande(Teltow-Beeskower Kreisvorstand) angehört, der ihrer Meinung nach in der Mehrzahl aus Spartacusanhängern besteht. Er käme deshalb für diesen Schöffenposten nicht in Betracht. Auch einem Beschlüsse der gesamten Mitglieder würden sie nicht folgen. Im übrigen würden sie alles tun. um die Anhänger des neuen Kreisvorstandes zu verdrängen. Einer Verantwortung vor den Mitgliedern in der Versammlung hatten sie sich trotz Einladung durch Einschreibebrief entzogen. Die Genossen nahmen mit Ent- rüstung von diesem zerstörenden Treiben Kenntnis und beschlossen einstimmig, an der Kandidatur Schröder festzuhalten. Im Folgenden kam der Vorsitzende Genosse Henkel auf die Differenzen im Kreise zu sprechen, welche auch am Orte durch Ge- Nossen Gutschmidt und durch die persönlichen Bemühungen des Ge- Nossen Groger neu angefacht worden sind. Es wurde als eine An- maßung empfunden, daß 17 Außenseiter durch Entsendung von vier Delegierten vorgaben, den Wahlverein Britz-Bukow zu vertreten. »* nicht 19 500 M., sondern nur 16 500 M. gezahlt worden seien. Der Angeklagte hatte jede betrügerische Absicht mit aller Entschiedenheit bestritten und darauf hingewiesen, dah er sich lediglich von seiner ehrenwörlichen Verpflichtung habe leiten lassen, den wirklich be- zahlten Preis einem Dritten gegenüber nicht zu nennen. Die Strafkammer hielt aber einen versuchten Betrug für vorliegend, da er verpflichtet gewesen sei, der Kommission gegenüber den wirk- lichen Anschaffungspreis zu nennen. Herr Knauer wurde zu 2 0 00 M. Geldstrafe verurteilt.— Auf die vom Justizrat Dr. von Gordon eingelegte Revision hob das Reichsgericht das Urteil mit der Maßgabe auf, daß es nicht entscheidend sein könne, welchen Ausnahmepreis der Angeklagte gezahlt habe, sonder» welchen Wert der Kraftwagen in Wirklichkeit hatte.— Die Strafkammer erkannte nun in der wiederholten Verhandlung auf Freisprechung des Angeklagten. Verurteilung eines Ingenieurs. Unter der Anklage des D i e b st a h l s stand der Diplom- Ingenieur Walter Breuer vor der Ferienstrafkammer des Landgerichts 71. Der Angeklagte wurde in der Verhandlung, die unter Ausschluß der Ocffentlichkeit stattfand, beschuldigt und vom Gerichtshof für überführt erachtet, von der Firma, bei der er ange- stellt war, Papiere und Zeichnungen, die sich auf die Struktur eines Flugzeugs bezogen und die ihm gegeben worden waren, um darauf Berechnungen anzustellen, sich widerrechtlich angeeignet zu haben. Das Gericht hielt den Angeklagten nicht nur des Diebstahls, sondern auch des versuchten Verrats militärischer Geheimnisse für schuldig und verurteilte ihn zu fünf Monaten Gefängnis. Hierbei berücksichtigte das Gericht, daß die großen und oft so über- raschenden Erfolge der Industrie Deutschlands darauf beruhen, daß das große Vertrauen, das die industriellen Werke ihren Ange- stellten entgegenbringen, nicht getäuscht wird. Vier Monate wur- den dem Angeklagten auf die Untersuchungshaft angerechnet. /tos aller Welt. Passende Vergeltung. Kommt dieser Tage in Osnabrück ein Landwirt zu einem Schmiedemeister und will seine beiden Pferde beschlagen lassen. Selbstredend wird der Auftrag prompt und gewissenhaft erledigt. Bei der Abrechnung bietet nun der Landwirt dem Handwerks- meistey ein größeres Quantum Eier zum Kauf an. Der Kauf wird abgeschlossen zum Preise von 25 Pf. Auf die Frage des Landwirts, was denn das Beschlagen der Pferde kostete, erwiderte der Schmied:„Früher kosteten die Eier das Stück 5 Pf. und jcht 25 Pf., das ist fünfmal soviel, das Beschlagen der Pferde hat sonst 2 Mark gekostet, folglich muß ich hierfür auch den fünffachen Betrag haben." Spruchs, strich das Geld ein und verschwand. Wahlvereinsvcrsammlung in Eichwalde. Die gutbesuchte Wahlvereinsversammlung am 9. August nahm den Quartalskassenbericht sowohl als auch den Bericht der Dele- gierten von der Kreisgeneralversammlung am 23. Juli entgegen. Die Anhänger des alten Kreisvorstandes fehlten. Es gelangte ein von ihnen herausgegebenes Anschreiben an die Wahlvereinsmit- glieder zur Verlesung, in dem sie erklären, nicht mehr mit den Ge- nassen im Wahlverein arbeiten zu können, da sie an der sachlichen Vertretung ihres Standpunktes gehindert worden seien. Es wurde festgestellt, daß sie jederzeit in ausgiebigster Weise dis- kuticren konnten, zumal die Leitung bis zum 4. Juli dieses Jahres in ihren Händen lag. Wenn sie trotzdem in eine immer hoffnungslosere Minderheit gerieten, so muß das wohl an der geringen Durchschlagskraft ihrer Argumente gelegen haben. Nun- mehr wollen sie„unseren alten Ortswahlverein unter einem ande- rcn Vorstande" weiterführen, also Parteizerstörung treiben. Fol- gende Resolution wurde einstimmig angenommen: Die heutige Versammlung stellt sich auf den Boden des neuen Kreisvorstandes, in dessen Wahl sich der Willensausdruck der Wahlkreisorga- n i s a t i o n für Teltow-Beeskow verkörpert. Die sogenannte Kreisgeneralversammlung vom 6. August kann keinen Anspruch darauf erheben, als Kreisvertretung angesehen zu werden, da die Delegiertenwahlen hierzu— mit Ausnahme einiger Orte von ge- ringer Bedeutung— den Charakter einer privaten Veranstaltung trugen. Die ganze Aktion ist auf grobe Täuschung des In- und Auslandes berechnet. Die Arrangeure dieser Versammlung haben durch die dort ge- faßten Beschlüsse kalten Blutes und mit klarer Berechnung die Parteispaltung im Kreise herbeigeführt, wofür sie die Verantwortung zu tragen haben. *• * Sozialdemokratischer Zentralwahlverein für Teltow-Beeskow-Storckow-Charlottenburg. Das Wahlvereinsbnreau befindet sich in Neukölln, Nekar- straße 3, Laden. Geöffnet ab 14. August 1916 täglich von 4—3 Uhr abends. Alle geschäftlichen Mitteilungen und Zuschriften sind zu richten an: Paul Frassek, Neukölln, Neckarstr. 3, Lade«. Alle Geldsendungen an Max Frcigang, Treptow, Graetzstr. 24, 4 Treppe». /tos öer Partei. Zum Aufruf des Parteivorstaudes. Zu dem in der Freitagnummer abgedruckten Aufruf des Parteivorstanides schreibt die„L e i p zi g e r V o l k s z e i- tung":. „Mit dem Ziel dieses Aufrufs und der Eingabe des Partei- Vorstandes kann sich auch die Opposition einverstanden erklären. Nicht aber mit allen Einzelheiten des Aufrufs. Doch sehen wir angesichts des gemeinsamen Zieles davon ab, unsere Einwände gegen jene Einzelheiten jetzt geltend zu machen." Die übrige Parteipresse gibt den Aufruf ohne Kom- mentar wieder. Stellungnahme zur Tagung des Parteiausfchusscs. Tie Funktionäre des 3. Berliner Reichstagswahl- k r e i s e s beschäftigten sich in einer am Dienstag abgehaltenen Kreiskonferenz mit dem Bericht von der Tagung des Parteiaus- schusjes. Nach eingehender Debatte wurde gegen 4 Stimmen sol- gende Resolution angenommen: „Die am 8. August stattgefundene Bezirkssührerkonfcrenz lehnt die Einberufung eines Parteitages sowie erner Reichskonferenz aus dem Grunde ab, weil in dieser Zeit die Freiheit der Aus- spräche, der Presse und der Entschließungen nicht gewährleistet ist.— Ferner bedauert die Konferenz, daß der Parteiausschuß die Resolution Gottschalt, welche durchgreifende Maßnahmen in der Ernährungsfrage zugunsten der arbeitenden Bevölkerung verlangt, abgelehnt hat. Sie steht auf dem Standpunkt, daß die Lebensmittelfrage eine dringende ist, und daß die schärfsten Maß- nahmen notwendig sind, um die Ernährungsfrage in geregelte Bahnen zu lenken." Soziales. Die denunziationslustige Prinzipalin. Tie in manchen Kreisen jetzt herrschende Denunziations- Wut wird auch durch einen Fall illustriert, mit dem sich die 1. Kammer des Berliner Kaufmannsgerichts in ihrer letzten Sitzung zu beschäftigen hatte. Die dort als Klägerin auftretende Margarete G. war bei der Kauffrau Auguste Behrendt, die in Groß-Berlin eine Anzahl Bescchlanstalten unterhält, als Filialleiterin mit einem Monats- gehalt von 50 M. angestellt. Die Beklagte kündigte ihr mit vierzehn tägiger Frist und zahlte ihr, als sie krank wurde, überhaupt kein Gehalt weiter. Statt dessen lief sie zur Polizei und zeigte das schwer nervenleidendc Mädchen wegen an- geblicher Unterschlagung von 7 M. an. Zur Begründung dieser „Unterschlagung" führte Frau B. an, daß die Filialistin an einem Tage die Losung mit nach Hause genommen hatte, statt sie in den Geschäftsräumen zu belasten. Für ein Paar Stiefel, die sich die Klägerin habe stehlen lassen, wollte sie ihr 5 M. in Abzug bringen. Das junge Mädchen war so entgegenkommend und wollte der Chefin diesen Schaden ersetzen, bezüglich des Mitnehmens der Kasse führte sie an, daß sie das nur getan habe, weil Frau B. an jenem Tage die Tageslosung nicht abholte und es ihr zu unsicher war, das Geld in dem Laden zu lassen. Es wurde in der Verhandlung auch festgestellt, daß für die Kasse im Geschäft kein verschließbarer Behälter vorhanden war. Das Gericht hielt es für durchaus glaubhaft, daß die Klä- gerin das Geld nur im Interesse der Sicherheit an sich genommen habe. Ein Beisitzer hielt der Beklagten vor, daß, wenn es im Ge- schäft abhanden gekommen wäre, sie es von dem jungen Mädchen ebenso ersetzt verlangt haben würde wie das Paar gestohlener Stiefel. Von einer„Unterschlagung" könne angesichts dieser Sachlage gar keine Rede sein. Unter diesen Umständen empfahl der Vor- sitzende, Magistratsrat Techow, der Prinzipalin, die Strafanzeige bei der Polizei schleunigst zurückzuziehen und der Klägerin im Einigungswege noch 2 0 M. zu zahlen und ihr ein befriedigendes Zeugnis zu geben. Ein Vergleich auf dieser Basis kam denn auch zustande. Das Gericht bezeichnete die Entlohnung von 50 M. bei der heutigen Lage für ein recht kärgliches Gehalt und klärte auch die Beklagte darüber auf, daß sie einer Handlungsgehilfin nicht mit vierzehntägiger Frist kündigen könne. Gegen die„Gcwöhnungs"praxls von Berufsunfall- genossenschaften. Eine verständige Entscheidung fällte am Mittwoch das Ober- Versicherungsamt Erfurt. Der Bierfahrer Graf in Schmiedefeld(Kreis Schlcusingen) verunglückte im Jahre 1893 so schwer, daß ihm das rechte Bein abgenommen werden mußte und er lange Zeit, auch jetzt noch zu- weilen wochenlang, bettlägerig war. Die Brauerei- und Mälzerei- Berufsgenossenschaft setzte die Rente dauernd auf 100 Proz. im Betrage von monatlich 50 M. fest. Am 1. Dezember 1915 wurde dem Graf mitgeteilt, daß seine Rente um 20 Proz. gekürzt werde, weil in seinem Zustande eine„Besserung" eingetreten sei und er sich auch an den Verlust des Beines gewöhnt habe. Ein Gutachten eines Herrn Professors Pabst lautete dahin, daß Graf zu leichter Heimarbeit fähig sei und bei der ausgedehnten Glasindustrie in Schmiedefeld unschwer Arbeit finden könne. Daß G. übrigens schon Arbeit verrichte, bewiesen dessen schwielige Hände. Dem- gegenüber bekundete der Ortsvorsteher von Schmiedefeld, daß es ausgeschlossen sei, daß G. irgendwelche Arbeiten verrichten könne. Denn Krüppel wurden auch in der dortigen Industrie nicht be- schäftigt. Die Frau des Klägers bekundete vor dem Oberversiche- rungsamt, daß ihr Mann das künstliche Bein nicht tragen könne, weil es zu lang sei; die Schwielen in den Händen seien durch das Festhalten der Krücken entstanden. Das Oberversicherungsamt sprach dem Klä- ger die Vollrente wieder zu. Von einer Gewöhnung an den Verlust des Beines könne keine Rede sein, ebensowenig von einer Besserung der Arbeitsfähigkeit und auch die allgemeine Lage des Arbeitsmarktes sei nicht so, daß G. Beschäftigung finden könne. Gerichtszeitung. Knaucr freigesprochen. Das Reichsgericht hatte ein Urteil der 1. Strafkammer des Landgerichts II aufgehoben, durch das der bekannte Fuhrunter- nehmer Johann K n a u e r, der langjährige Vorsitzende der Fuhr- Werks-Berufsgenossenschaft, wegen versuchten Betrugs verurteilt worden war. Herr Knauer hatte von den Mannesmann-Mulack- Werken in Aachen durch deren Berliner Vertreter einen Kraftwagen bezogen, dessen Normalpreis 19 500 M. betrug, der ihm aber von dem Vertreter aus dem Grunde zu einem Ausnahmepreis von 16 500 M. überlassen worden war, weil dieser die Hoffnung hatte, durch Herrn Knauer in ein recht umfangreiches Geschäft hinein- zukommen. Der letztere hatte sich aber verpflichten müssen, keinem Dritten gegenüber den niedrigen Preis mitzuteilen. Dieser Kraft- wagen wurde nun seinerzeit von der Militärbehörde in Anspruch genommen und zur Abnahme durch die militärische Abnahme- kommission nach Marienfelde bestellt. Da der Kraftwagen so gut wie neu war, sollte durch die Konunission Herrn Knauer der volle Anschaffungspreis bezahlt werden. Als solcher wurde die Summe von 19 500 M. bezeichnet. Von der Abnahmekommission wurde dieser Kaufpreis bezweifelt, da andere angesehene Werke Wagen dieser Art zu höchstens 17 000 M. feilhalten. Der zur Abnahme- kommission gehörige Hauptmann telegraphierte sodann kurzerhand an die Mulackwerke in Aachen und erfuhr, daß für den Kraftwagen Aus der besten aller Welten. Marburg. Das Schöffengericht verurteilte einen nach nach langen, müden Irrfahrten durch die Rhön, Oberhessen unb den Ebsrorfer Grund in Ebsdorf beim Betteln betroffenen 67jährigen Mann zu vier Wochen Ge- fängnis. Das Gericht nahm von einer Ueberweisung an die Landespolizei Abstand, da der tiefgebeugt gehende Greis, der aus Mandeln(Tillkreis) stammt, offensichtlich nicht mehr arbeiten kann. Anfgespieftt. OelS. Einen schrecklichen Tod erlitt der in der Mitte der 30er Jahre stehende Nachtwächter Grundmann aus Raake. Er wurde von einem wütenden Bullen aufgespießt und getötet. Eingegangene Druckschriften. Praktische Stallhafen- und Zlegen-Nutzzucht mit Kriegskochduch. Von Rödcl-Paulus-Zittlau. 1 M. F. Hoffmann, Hamburg 33. Tie deutschen Militärsattler und der Reichstarif für daS Lederailsrüstungsgewcrbc. Von P. Blum. 84 S. Verband dcr Sattler und Portcjmtller, Berlin SO. 16. »Arbciterpolitik«. Wochenschrift für wiffenfchastlichen Sozialismus. 8. Heft. Einzelnummer 15 Pf. Verlag in Bremen, Aumunder Str. 23. Deutschland und Mittel-Europa. Von H. Th. List.— Grund- zügc der deutschen Auslandspolitik. lSonderabdruck aus vorstehender Schrift.) 1,50 M. D. Reimer, Berlin SV. 48. Kommentar zum Prenstischen Fischereigesetz vom 1. Mai ISIS. Von Rechtsanw. M. tzerrmann. Kart. 3,50 M. W. Moeser, Berlin S. 14. lvzetterauSstchten für daS mittlere Norddeutschland bis Montag mittag. Warm und vielfach heiter, aber veränderlich. Strich- weise Gewitter. 3el«delchfl»ag, 17» Tooeohlellstrat,?» Ktolgsteaß« Z4 Olpjlger Stcage 6J Oraaicoflrafc 47, Moabit. lurmflraC» 50 Molleesteaße S« Oronlenftrag« J« Ntoköllo. Lergfie. 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Aus nachstehender Zusammenstellung ergibt sich, wo die Teilnehmerlarten zu haben und die Speisen zu entnehmen find: Wer nicht weiß, wo sich die Geschäftsstelle setner Brotkommisflon be >et, erfährt dies bei seinem Hauswirt oder Hausoerwalter. Die Aus. gäbe der Speisen erfolgt täglich tauch Sonntags) von Es werden ganze Portionen zu 40 Pf. und halbe Portionen zu 20 Pf. ausgegeben. Die Teilnadme kann nur wochenweife, beginnend am Montag, staltfinden, jedoch ist zulässig, die Teilnehmerkarten für mehrere Wochen zu- sammen zu enlnedmen. Wer leilzunebmen wünscht, hat sich bei der für feine Wohnung zuständigen Brotkommtffion in der Zeit von Montag bis Donnerstag der der Teilnahmewoche vorhergehenden Woche, also zum erslen Male in der Zeit vom 14. bis 17. August, während der Geschäjtsstunden der Brotkommission z» melden und die für die Teilnahmewochen geltenden Zleisch karten und Kartoffelkarten vorzulegen. Berlin, den 9. August ISIS. Magistrat der Königlichen Kavpt- vnd Resideufstadt. 568 V. Speis. I. 16. Wermuth. B tWäSi&gg Knmsousschlaa. I GalemAleikum I =(HohlrriundstücW_ mrr I Galem Golö I =(Goldmundsiück) B Argctreiien g Willkommenste Liebesgabe! W ~ Preis:N r 3� 4 5 6 a 10 W M 4 5 e Ö 10 12 Pf.dSfück W =■• einscnrieSlich Krieasaufschlaa= W�W Imslfrei! W BlIllllllllllllllllllllllllllllllililllilllM Nasch und si ch c r wirkend bei: l-ielit"' ffexellzedull Nerven- und Kopfsciimerzen Rheuma Ischias._______ Aerzll. glänzend begutachtet.— Hunderte von Anerkennungen. Ein Versuch überzeugt. Togal-Tablcttcii ünd in allen Apotheken erbäitlich. Prcis�N�140�u� Mk. 3.50. Lerantwortlichcr Redakteur: Alfred Scholz, Neukölln. Für den LnferätenleU vercmtio� Tjk Glocke. Berlin. Druck u.>Lerlag: LorwärtlBuchdruckerei ü. BeriagSanjtalt Paul Singer ö- Co, Berlm SW, 45 Nieter weit im • sitzt der Feind— nnd sieht mich nicht! Darum beherrscht die neue Original- 102ÖL* !?Fepnsc8ie i nc<-Tascheniampe den Markt. Muster Mk. 4.50. 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In öer Zürsorgeftelle für /»lkoholtranke. Zu den dankenswertesten sozialen Einrichtungen privater Natur unter behördlicher Beihilfe gehören die Auskunfts- und Fürsorgestellen für Alkoholkranke. Sie sind über das ganze Reich verbreitet, schon recht zahlreich auch in der Mark Brandenburg und in Grosi-Berlin. Interessenten erfahren die nähere Ortsangabe, Zeit der Sprechstunden usw. der für sie in Betracht kommenden Fürsorgestelle in jedem Polizeibureau Berlins und der Vororte. Eine der besuchtesten Fürsorgestellen ist die in der Nerven- klinik in der Königlichen Charitö(Sprechstunde: Montags und Donnerstags von 4—6) unter der Oberleitung des Charitö- Bureaudirektors, Geheimrat Pütter. Die Räume sind groß, können kaum günstiger geboten werden. In der Sprechstunde sind außer dem Arzt die Fürsorgeschwester und ein besonders erfahrenes Mitglied des Internationalen Guttemplerordens anwesend. Zunächst beginnt die Schwester ihre Arbeit. Sie süllt in einem sehr sorgfältig entworfenen Fürsorgebogen eine Reihe persönlicher, wirtschaftlicher und häuslicher Fragen aus. Dann erst nimmt der Arzt die Untersuchung des Falles in die Hand. Nach der ärztlichen Untersuchung der- handelt der anwesende Guttempler mit dem Kranken oder mit dessen Angehörigen, um sich zu vergewissern, ob ein Versuch, den Kranken für den Orden zu gewinnen, angebracht ist. Wie es in einem offiziellen Fürsorgebericht heißt, lehnt der Orden „stumpfe, einsichtslose Trinker, zumal wenn sie aus Mitteln der öffentlichen Armenpflege unterhalten werden", ab. Die Mitgliedschaft beim Internationalen Guttemplerorden ist näm- lich nicht ganz billig. ES steht aber dem Kranken frei, sich irgend einer anderen Enthaltsamkeitsvereinigung anzuschließen oder solchen Anschluß überhaupt' abzulehnen. Nach Beendigung der Aussprache mit dem Guttcmpler erhält die Schwester von dem Arzte kurze Angaben über die nächsten zweckmäßigen Maßnahmen. Der Kranke wird mit der Aufforderung, sich in einer bestimmten Zeit wieder vorzustellen, entlassen. Alle Besuche, Unterhand- lungcn. Fürsorgemaßnahmen werden schriftlich festgelegt, um von dem Trinker und seinen Verhältnissen ein möglichst ge- treues Bild zu erhalten. Hinter dieser trockenen Aufzählung der Arbeitsteilung der- birgt sich natürlich ein überaus schwierig zu behandelndes Untersuchungsmaterial und eine erschreckende Fülle von Familienelend. Die Hilfsarbeit ist vorläufig noch sehr un- dankbar, erfordert ein starkes Maß von Energie und Zähigkeit, Nächstenliebe und Aufopferungssinn. Es ist schon nicht leicht, den Kranken zu bewegen, daß er in die Sprechstunde kommt und freimütig Auskunft über seine Verhältnisse gibt. Erscheint er, so beweist das schon seine Besserungsfähigkeit. Erfcheint er nicht, so wird trotzdem systematisch mit der Fürsorge be- gönnen. Die Meldungen, daß eine Fürsorge gewünscht wird, gehen von den verschiedensten Stellen aus, so von Angehörigen, Nachbarn, Hauswirten, Arbeitgebern, Arbeiterkolonien, Polizeibehörden, Irrenanstalten, Kranken- lassen, Trinkerheilstätten, Wohnungsämtern, Armen- Verwaltungen, Aerzten, Vereinen, Tuberkulose-, Säuglings- und anderen Fürsorgestellen. Die meisten Kranken stehen in vorgerückterem Lebensalter, viele sind schon einmal oder mehrfach in Irrenanstalten gewesen und entmündigt. Das männliche Geschlecht ist überwiegend. Während des Krieges hat die Zahl der männlichen Trinker bedeutend ab- genommen, dagegen ist eine sehr starke Zunahme trunksüchtiger Frauen und Mädchen beobachtet worden, was man aber wohl als eine vorübergehende Erscheinung betrachten darf. Die Fürsorgestellen für Alkoholkranke kümmern sich auch um die häufig geistig und körperlich verwahrlosten Kinder. Werden doch nicht selten Familien angetroffen, in denen beide Eltern trunksüchtig sind. Bei aller Anerkennung deS Gesamtwirkens der noch mit schwachen Mitteln und Kräften arbeitenden Fürsorgestellen für Alkoholkranke sind auch Klagen nicht zu übersehen, die nicht ganz unbegründet zu sein scheinen. Es gehen häufiger Anzeigen, sogar anonyme, über Personen ein, die Trinker sein sollen, es aber im üblen Sinne des Wortes gar nicht sind. Hier muß die nachfragende Fürsorge- schwester besonders vorsichtig und zartfühlend, darf nicht aufdringlich schnüffelnd und verletzend sein. Weiter wird darüber geklagt, daß manche Fürsorgestelle zu großen Wert legt auf schnelle Erledigung des Einzelfalles durch Anträge auf Jnternierung oder Entmündigung. Man soll nicht„heilfroh" sein, auf solche bequeme Weise den Trinker „loszuwerden". Halten Angehörige von Trinkern die Jnter- nierung oder Entmündigung für notwendig, dann können sie sich unmittelbar an die Behörden wenden. Von den Fürsorge- stellen erwarten sie im allgemeinen eine ganz andere Art der Hilfstätigkeit. Grundlegende Befferung der sozialen Verhältniffe wird auch auf diesem Gebiete vorteflhaft wirken. Ein schneidiger städtischer Gutsverwalter. Uns gehen folgende Zeilen zur Veröffenllichung zu: Regierung und Landräte weisen wiederholt darauf hin, auf den Feldern nichts umkommen zu lasten. Jeder Halm und jedes Korn soll aufgesammelt werden zur Steuerung der Brot» und Futternot. Am Donnerstag, den 11. August d. I., in der Mittagsstunde lasen etwa ein Dutzend armer Kriegerfrauen, Witwen und Kinder auf einem abgeräumten Gerstenacker de» städtischen Gute« HellerSdorf an der Grenze der Ge- meindemarkung KaulSdorf Nehren auf. Ihre mühsame Tätigkeit lohnt sich nur spärlich und die mitgebrachten Säcke sind trotz stundenlanger Arbeit noch recht leicht. Der Inspektor des GuteS, dem das Herz noch nicht zu Stein geworden, läßt die armen Frauen gewähren. Da, die Sonne brennt heiß danieder, sieht man von weitem auf der Hönower Straße eine Staubwolke. Eine elegante HerrschastSkutsche mit livreebetreßtem Kutscher auf dem Bock, zwei rassige Blauschimmel vor. kommt angesaust und hält knapp bei den auf dem Boden ge» bückten Frauen. In voller Würde springt Herr Admini» strator d-S städtischen Gutes Kallenberg, der die Ober» aufficht über Gut Hellersdorf führt, aus dem Wagen. Dieser Herr betätigt sich jiun in seinem Amte, reißt den armen Frauen und Kindern die Säcke samt den gesammelten Aehren aus den Händen, schilt sie aus und jagt sie vom Acker herunter, den Frauen, die davon gelaufen sind, jagt der Herr mit seiner Kutsche nach bis er auch ihm», wie ein stolzer Sieger triumphierend, die Säcke wegnehmen kann. Alles wirft er in feine Kutsche, setzt sich zu seiner Kriegsbeute und fährt im Bewußtsein strammer Pflicht- erfüllung nach Gut Hellersdvrf davon. Die von den armen Krieger- frauen und Kindern gesammelten Gerstenähren werden nun das Wirtschaftsdefizit der Berliner Rieselgüter um ein erhebliches mindern helfen. Diesem gestrengen Herrn Administrator, dem anscheinend jedes soziale Verständnis mangelt und der die harte Zeit wohl nicht am eigenen Leibe spürt, würde die Stadt Berlin gut tun klar zu machen, daß auch er sich den Wünschen der Regierung und Behörden zu fügen und die armen Aehrenleserinnen in Ruhe zu lasten hat. Daß er außerdem das eigenmächtig annektierte Eigentum der Frauen, die Säcke und Taschen, diesen wieder zuzustellen hat. Wenn der Herr Administrator des Gutes Falkenberg sonst Lange- weile haben sollte, könnte er sich im Interesse deS Stadtsäckels Berlin mal darum kümmern, warum die MahlSdorfer Straße auf dem Gute HellerSdorf streckenweise mit Schlick(dem jetzt so kostbaren Dünger) eingeschottert ist und warum das Fallobst auf den Gütern massenhaft verfaulen muß, ehe es aufgelesen wird. Solches brächte dem Berliner Stadtsäckel mehr ein, als die Jagd auf arme Aehren- leserinnen und auf das Erträgnis ihrer sauren Arbeit. Wir können nicht glauben, daß diese Art Verwaltung dem Sinn und Geiste de? Berliner Magistrats entspricht. Friedensstimmung auf den Ferienfpielplätzen. Am gestrigen Sonnabend fanden die Ferienspiele auf den acht Außenspielplätzen der Stadt Berlin ihr diesjähriges Ende, Zu- guterletzt durften sich die vielen Tausende der Berliner Kinder auch nicht über schlechtes Wetter beklagen. Der August holte nach, was der Juli verabsäumte. Wie imiaer am letzten Spieltage, waren alle Spielplätze ganz besonders stark von Kindern besucht. An die einst so begehrten warmen Würstchen, die in Friedenszeiten regel- mäßig ein Kinderfreund zum Abschied spendete, war aus bekannten Gründen schon im vorigen Sommer nicht zu denken geloesen. Aber bunte Papiermützen und Schärpen wie beim Erntefest, viel Fähnchen und Musikinstrumente, auch ein Leierkasten, der zu Tanz und Spiel unverdrossen orgelte— das war alles wieder da. An diesem letzten Spieltage ist das Betreten der Ferienspielplätze auch den Erwachse- neu freigegeben. Di« männlichen Angehörigen stehen meist im Felde, nur verhältnismäßig wenige Frauen hatten sich eingefunden. Viele Mütter sind ja in Vaters Fußtapfen getreten, müssen für die hungrigen Mäulchen sorgen und schaffen, haben am Wochentage keine Zeit zur Freude. Auf einigen Spielplätzen waren auf Ein- ladung der Spielleiter zahlreiche Verwundete aus benachbarten Genesungsheimen und Lazaretten erschienen. Das war so etwas für unsere Jugend. In diesem herzigen Kreise fühlten sich auch unsere Feldgrauen wohl und wurden wieder selbst zu Kindern. Oft genug fragte der Kindermund:„Onkel, wann ist der Krieg aus... wann kehrt mein lieber Vater zurück?" Mehrsach hielten die Spielleiter, stürmisch umdrängt, kleine Ansprachen, die aus- klangen in den Scheidegruß:„Auf Wiedersehen zum fröhlichen Spiel im nächsten Sommer...im Frieden!" Parkschutz. Die Berliner städtische Parkdeputation bat jetzt in allen ihren größeren Parkanlagen, besonders im Plänterwald, an zahlreichen Stellen Tafeln mit folgender Warnung anbringen lassen:„Die Früchte der Dornen- und Apfelgehölze dienen der Volksernährung. Das Abpflücken derselben wird bei strenger Strafe verboten. Für Schäden durch Kinder haften die Eltern." Verschiedentlich ist gefordert worden, den Pläntenvald in Treptow zum Pilzesammeln freizugeben. Die geringe Ausbeute würde aber nicht im richtigen Ver- hältnis stehen zu dem sicher zu erwartenden Schaden auf diesem in den letzten Jahren immer mehr parkartig anSgestal- teten Waldgelände._ Berliner EruShrnngSsrage». Der Magistrat macht darauf aufmerksam, daß die neuen Fleisch- und Kartoffelkarten mit Geltung vom 21. August ab erst einige Tage vorher in dieHände der Bevölkerung gelangen können. Die für die Woche vom 21. bis 27. August geltenden Speisungskarten der städtischen Volks speisung werden daher in der Zeit vom 14. bis 17. August ohne Vorlegung der Fleisch- und Kartoffel» karten von den Brotkommissionen ausgegeben. Die Abtrennung der erforderlichen Abschnitte erfolgt am 21. August in der Speiseaus- gabestelle, in der die Fleisch- und Kartoffelkarten zu diesem Zwecke vorzulegen sind. » In Uebereinstimmung mit den Nachbargemeinden ist die K a r- t ö f f e l r a t i o n für die kommende Woche vom Magistrat Berlin wieder auf 9 Pfund für die Person festgesetzt. » Die auf den Kopf der Berliner Bevölkerung entfallende Menge an frischem Fleisch oder frischem Fett beträgt für die Zeit vom 14. August bis 20. August 2ölZ Gramm. Es entfallen somit auf einen Vollabschnitt der Fleischkarte b0 Gramm und auf einen Teil- abschnitt 25 Gramm. » Wie wir meldeten, wird am Montag die 5. städtische Zen- tralküche in der Zentralmarkthalle mit einer Leistungs- fähigkeit von 40 790 Literportionen in Betrieb genommen werden, und am Montag, den 21. August, wird wiederum eine weitere, die 6. städtischeZentralkücheinder MarkthallePückler- straße eröffnet. Weitere Küchen folgen in kurzer Zeit. Die Aus- gäbe der Teilnehmerkarten für die neue 0. Zentralküche findet durch die Brotkommissionen 27— 29, 33— 43, 60 und 61 statt. Speiseausgabestellen befinden sich außer iu der Markthalle Pücklerstraße in den Turnhallen der Gemeindsschulen Naglerstraße 3, Görlitzer Ufer 2, Giogauer Straße 12— 16, Reiche nberger Straße 44/45 und Dieffenbachstraße 51. Die Anmeldungen haben bekanntlich vom Montag bis Donners- tag einer jeden Woche zu erfolgen. Die Eicrversorgung in Groß-Bcrlin läßt sehr zu wünschen übrig. ES soll ein« einheitliche Regelung in den nächsten Tagen erfolgen. Zur BolkSspeisung, die in den städtischen Küchen erfolgt, wird mitgeteilt, daß in den nächsten Tagen in den einzelnen Küchen Be- schwerdekästen angebracht werden sollen, in die Beschwerden über mangelhafte Beschaffenheit des Essens oder über sonstige Beobach- tungen bei der Spcisenherstellung geworfen werden können. Dem Magistrat ist erwünscht, die Anstchien der Bezieher der Speisen, ihre Klagen und Dünsche kennen zu lernen. Erhebung der Borräte an Brotgetreide und Mehl früherer Ernten am 16. August 1616. Auf Grund der Bundesratsverordnung vom 29. Juni 1916 wird folgendes angeordnet: Wer mit dem Beginn des 16. August 1916 Vorräte früherer Ernten an Roggen, Weizen, Spelz(Dinkel, Fesen) sowie Emer und Einkorn, allein oder mit anderem Getreide außer Hafer gemischt, in Gewahrsam hat, ist verpflichtet, die Vorräte, yiweit sie in Berlin lagern und bei einem Besitzer zusammen 25 Kilogramm übersteigen, dem Statistischen Amt der Stadt Berlin, Poststr. 16, bis zum 20. August 1916 getrennt nach Arten und Eigentümern, anzuzeigen. Vorräte, die sich in dieser Zeit unterwegs befinden, sind von dem Empfänger sofort nach dem Empfange anzumelden. Die Anzeige erfolgt nach einem Vordruck, der bei dem Statistischen Amt der Stadt Berlin, Poststr. 16, Zimmer 49, er- hältlich ist. Wer die Anzeige nicht in der gesetzten Frist erstattet, oder wer wissentlich unrichtige oder unvollständige Angaben macht, wird mit Gefängnis bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 1500 M. bestraft. Auch können Vorräte, die verschwiegen sind, neben der Strafe eingezogen werden, ohne Unterschied, ob sie dem Täter ge- hören oder nicht._, Enttäuschte Fischwurstefser. Fischwurst, die als Ersatz für Fleischwurst dienen soll, ist be- reits in manchen Gastwirtschaften zu haben. Nicht immer wissen die Gäste im voraus, was für Wurst ihnen da aufgetischt werden wird. Einer, der Fielschwurst erwartete und Fischwurst erhielt, schildert uns so ein Wurstessen als Neinfall. In einer einfache:! Gastwirtschaft von Berlin-Nord sah er im Schaufenster verlockende Würstchen liegen, die seinen Gaumen reizten. Er ging hinein und bestellte eine Paar davon, ohne zu fragen, was für Wurst das war und wieviel sie kostete. Als er die vermeintliche Bockwurst angc- schnitten und den ersten Bissen in den Mund gesteckt hatte, war es mit seinem ganzen Appetit vorbei. Er konnte, versicherte er uns, beim besten Willen nicht wciteressen— und das Geld war weg- geworfen. Ein in der Nähe sitzender Gast, der ihn beobachtet hatte, klagte ihm, auch er habe etwas anderes erwartet. Die Mitteilung, daß diese Wurst eine Mark kostete, steigerte noch den Verdruß.„Was ist denn das für Zeug?" fragte einer der Ent- täuschten den Kellner.„Da steht's ja!" antwortete der, indem er auf einen im Innern der Gastwirtschaft an der Wand hängenden kleinen Reklameanschlag hinwies. Jetzt erst ging ihnen ein Licht auf: Fischwurst gab's hier, nicht Fleischwurst. Der Gast, der uns über dieses Wurstesten berichtete, fügt hinzu, er sei wieder um eine Erfahrung reicher geworden. Um sich ähnlichen Aerger künftig zu ersparen, hat er sich vorgenommen, von nun an immer erst nach dem Preis zu fragen. Er hofft, daß aus einer öffentlichen Bekanntgabe seines Erlebnisses auch mancher unserer Leser einigen Nutzen haben wird. Wir halten allerdings für sehr nötig, in jetziger Zeit nicht nur über den Preis einer Ware, sondern auch über ihre Beschaffenheit und Zusammensetzung sich vor dem Kauf volle Klarheit zu verschaffen. Ob nun die Fischwurst als Ersatz für Fleischwurst preiswert und schmackhaft ist, darüber werden die Meinungen auseinander- gehen Wer von vornherein Fischwurst erwartet und Fischspeisen liebt, wird anders zu urteilen geneigt sein, als jener verstimmte Gast. Tadeln muß man aber, daß der Gastwirt nicht schon iin Schaufenster bekannt gibt, was für Wurst er seinen Gästen vorsetzt. Das im Innern der Gastwirtschaft angebrachte Plakat ist so klein und bescheiden, daß eS neben den an derselben Wand hängenden- anderen Plakaten nicht oft einem Eintretenden sogleich in die- Augen fallen dürfte. Der Zettel mit dem Hinweis auf die Fisch- Wurst gehört, wie wir das anderswo gesehen haben, in das Schau- senster hinein, wo die Würste ausgelegt sind. Wird noch(auch das haben wir anderswo gesehen) eine Angabe des Preises hinzugefügt, dann ist Wohl alles getan, um einer Enttäuschung vorzubeugen. Mutter und Kind in den Tod gegange«. Mit Gas vergiftet hat sich und ihre 11 Jahre alte Tochter Hertha die 42 Jahre alte Ehefrau Martha Fiebig aus der Eberty- straße 52. Fiebig, ein im Ruhestand lebender Beamter, ist zum Militärdienst nach einem märkischen Standort eingezogen. Der Frau kam nun zu Ohren, daß er hinter ihrem Rücken Beziehungen angeknüpft habe. TaZ Verhältnis zwischen den Eheleuten wurde dadurch so getrübt, daß Frau Fiebig beschloh, sich das Leben zu nehmen und ihre Tochter in den Tod mitzunehmen. Freitag abend wurde der Hauswirt auf einen Gasgeruch an der im dritten Stock gelegenen Wohnung aufmerksam gemacht. Weil auf das Klingeln niemand öffnete oder antwortete, so ließ er öffnen und fand in der mit Gas angefüllten Behausung Mutter und Kind tot auf. Die Leichen beider waren schon erstarrt. Die Unglücklichen hatten wohl schon mehr als einen Tag lang tot in der Wohnung gelegen. Den Tod im Wasser suchte in der vorvergangenen Nacht ein mu bekanntes Mädchen von etwa 20 Jahren. Die Lebensmüde stürzte sich gegen 11 Uhr gegenübere dem Hause Königin-Augusta-Str. 36 in den Landwehrkanal. Von einigen Soldaten, die gerade vorüber gingen, sprang einer sofort nach, faßte die Ertrinkende und hielt sie solange über Wasser, bis seine Kameraden sie und ihn heraus- holen und das steile Ufer hinaufbringen konnten. Das Mädchen liegt noch besinnungslos im Elisabeth-Krankenhaus«. Es hat dunkelbraunes Haar Und trug Trauerkleidung, ein schwarzes Jackett, Tuchrock und eine Musselinbluse, als Brosche ein Eisernes Kreuz. Die Wäsche ist M. K. gezeichnet. Aus dem Reinickendorfer See gelandet wurde gestern drq Leiche einer unbekannten alten Frau von 65 bis 70 Jahren. Sie wurde nach der Halle in Reinickendorf gebracht. Die Frau ist mittelgroß, hat weißes Haar und trug eine schwarz-weiß und blau gepunktete Bluse und einen schwarzen Rock. Ihr Taschentuch ist E. K. gezeichnet. Das Opfer einer Gasvergiftung ist der Schauspieler Alfred Breiderhoff, der beim Deutschen Theater tätig war, geworden. Seit Montag dieser Woche hatte man den Schauspieler nicht mehr gesehen, glaubte jedoch, er wäre verreist. Am Dienstag nahmen Nachbarn zwar einen Gasgeruch wahr, kamen jedoch nicht auf die Vermutung, daß dieser aus der B.schen Wohnung kommen könnte, sondern waren- vielmehr der Meinung, daß die Gasleitung schadhaft geworden sei. Erst als am Freitag der Gasgeruch sich sehr stark bemerkbar machte, nahm man wahr, daß er aus der Wohnung des Schauspielers kam und benachrichtigte den Wirt und die Polizei. Als man die Korridortür öffnete, fand man B. leblos im Bette liegend aus. Das Zimmer war über und über mit Gas gefüllt und die Fest- stellung ergab, daß der Hahn der Lampe offenstand. Ein hinzu- gerufener Arzt stellte fest, daß der Tod durch Gasvergiftung bereits vor drei Tagen eingetreten sein muß. Ob eS sich um einen Selbst- mord oder einen Unglücksfall handelt, konnte einwandfrei nicht er� mittelt werden. Tos Grohfcuer in Tempelhof, das am Dienstag ausbrach und große, in den dortigen Speichern lagernde Vorräte vernichtete, wird auf Brandstiftung zurückgeführt. Als verdächtig wurde der Lager- vWwaNer Richard Kleemann in Tempelhof verhastet. Eine neue Mittelstandsküche wird am Montag, den 14. August, in Charlottenburg, Stuttgarter Platz 20, vom Verein für Kindervolksküchen eröffnet. Der Preis einer Mittagsmahlzeit beträgt 60 Pfennig. Speisezeit von 12 bis 3 Uhr und 6 bis Uhr. Das Essen kann auch nach Hause geholt werden. Im Posientheater(Folies Caprice) muß man lachen trotz der ernsten Zeit. Dafür sorgt Leonhard Haskel mit seinen beiden Schlagern, die am Freitag zum erstenmal aufgeführt wurden. In dem Zweiakter„Gebrüder Hirsch" wird mit köstlicher Satire das Wesen der Parvenüs, durch Gebrauch möglichst vieler Fremd- Wörter den Anschein höherer Bildung zu erwecken und über einfache und natürliche Umgansformen die Nase zu rümpfen, gegeißelt. Drst die drohende Pleite, die der Hausierer Moritz Hirsch von seinem Bruder Solomon durch Vorstreckung einer größeren Summe ab- wendet, treibt diesem den Dünkel aus und läßt ihn den geraden, wenn auch manchmal allzu urwüchsigen Sinn seines kleinstädtischen Bruders schätzen. Dieser wurde von dem Dichter des Stückes selbst mit trockenem Humor sehr nett gespielt; in Max H o r o w i tz, der den Salomon darstellte, stand ihm ein guter Partner zur Seite.— In dem vorhergehenden Einakter„F äng st e schon Wiederau?" wird eine ähnlich klingende Saite angeschlagen. Hier hat eine der- lorengegangene Schenkungsurkunde und ein verlorener Prozeß den Hausherrn aus Rand und Band gebracht, und mit seiner eingebil- deten Krankheit tyrannisiert er seine ganze Umgebung. Nur an Auguste, der Köchin, prallen diese Wmtansälle größtenteils wirkungslos ab. Ihre zum Schreien köstliche Naivität, in echtem oft- preußischen Dialekt zum Ausdruck gebracht, hält den Schimpfereien des Plagegeistes so lange tapfer stand, bis diesen das Wiederauf- finden der Urkunde zur Vernunft bringt und auch alle anderen wieder befreit aufatmen läßt.»Die ostpreutzische Kochmamsell hätte kaum von jemand besser dargestellt werden können, als von Leon- harg Haskel, der sich diese Rolle anscheinend auf den Leib geschrieben hat.— Das Publikum zeigte sich sehr befriedigt von beiden Stücken, besonders aber von dem letztgenannten. In der- selben guten Darstellung wie am Freitag dürften diese Neuein- studierungen für eine Weile genügen, um einen kräftigen Anreiz zu bilden._ Ms den Gemeinden. Die Neuregelung der Milchversorgung iu Charlottenburg. Die Neuregelung der Milchversorgung kündigt sich in einer Bekanntmachung an, die der Magistrat Charlottenburg erläßt. Für die Ausgabe der Milchkarten nach den neuen Grundsätzen, nach denen die Vollmilch den Kindern, Kranken und Schwangeren vorbe- halten bleibt, werden in Charlottenburg neue Hauslisten aufgestellt. Die Hausbesitzer oder deren Stellvertreter haben die neuen Haus- listen am Montag, den 14., und Dienstag, den 15. August, bei der zuständigen Brottommission in Empfang zu nehmen, sie sofort bei den Haushaltungen in ihrem Hause zur Eintragung der Kinder nach bestimmten Altersgruppen vorzulegen und die ausgefüllten Listen am Donnerstag, den 17., bis Sonnabend, den 19. August, der Vrotkommisswn wieder zurückzugeben. In die Hausliste ist nur einzutragen die Zahl der Kinder nach dem Lebensalter. Die Ein- tragungen sind wahrheitsgemäß zu machen und von_ dem Hausbesitzer oder seinem Stellvertreter, soweit diese dazu in der Lage sind, aus die Richtigkeit nachzuprüfen. Falsche Eintragungen sind strafbar. Kranke und werdende Mütter haben sich in die Hausliste nicht einzutragen. Die Eintragung für diese Personen wird von den Brotkommissionen selbst vorgenommen. Solche Kranke und Schwangere, die schon jetzt eine Milchkarte haben, brauchen keinen neuen Antrag zu stellen. Kranke, die für sich erst eine Milchkarte neu beantragen wollen, haben, wie bisher schon, den Antrag unter Beifügung eines ärztlichen Zeugnisses auf dem von den Groß- Berliner Gemeinden vereinbarten Formular an die Zentralstelle für Krankenversorgung des Magistrats Charlottenburg zu richten. Die Ausgabe der neuen Milchkarten, für die Kinder sowohl wie für Kranke, an die Hausbesitzer und deren Stellvertreter erfolgt in den Brotkommissionen am Montag, den 21. August. Die Haus- besitz er haben die Milchkarten dann sofort an Hand der Hauslisten an die empfangsberechtigten Haushaltungen zu verteilen. Für den Mrlchbezug wird wie für den Butterbezug das System der K u n- d e n l i st e eingeführt. An den Milchkarten befindet sich ein für die Anmeldung in dem Milchgeschäft bestimmter Anmeldeabschnitt. Dieser Anmeldeabschnttt ist von den Milchkarteninhabern umgehend bei dem Milchgeschäft abzugeben, bei dem sie die Milch beziehen wollen. Mit der Abgabe des Abschnitts ist die Eintragung in die Kundenliste des Milchhändlers zu bewirken. Die Milchhändler sind verpflichtet, die Kundenlisten zur Eintragung an diesen Tagen aufzulegen und jeden, der sich unter Abgabe des Anmeldeabschnitts der Milchkarte eintragen lassen will, einzutragen. Am 23. August abends wird die Kundenliste in den Milchgeschästen g-'-��ksen. Auf Grund der Kundenliste nimmt dann die Milchverteilungsstelle Groß-Berlin die Verteilung der Milch an die einzelnen Milch- geschäfte vor, so daß jedem Milchgeschäft die Menge Milch zuge- wiesen wird, die ihm nach den Eintragungen in die Kundenliste zukommt. Erhöhte Steuerznschläge. Nach dem Gesetz vom 8. Juli dieses Jahres sind vom 1. April ab zu den bisherigen Steuerzuschlägen zur Einkommen- und zur Ergänzungssteuer noch weitere erhöhte Zuschläge zu zahlen. Der Finanzminister hat die Benachrichtigung der Steuerpflichtigen über die Höhe der neuen Steuerzuschläge nicht durch besondere Ver- anlagungsschreiben, sondern lediglich durch öffentliche Bekannt- machung erfolgen lasten. Da diese Veröffentlichung jedoch nicht allen Zahlungspflichtigen bekannt geworden sein wird, und die meisten Steuerzahler den von ihnen zu zahlenden Betrag nicht kennen dürften, hat sich der Magistrat Charlottenburg entschlossen, jedem zuschlagpflichtigen Steuerzahler noch eine besondere Benach- richtigung über die Höhe der von ihm zu zahlenden erhöhten Zu- schlüge in nächster Zeit zu übersenden. In Frage kommen alle Einkommensteuerpflichtigen mit einem Einkommen von mehr als 2469 M und alle Ergänzungssteuerpflichtigen. Für das Steuer- Halbjahr April— September hat die Zahlung spätestens bis zum 31. August dieses Jahres zu erfolgen. 30 Millionen Mark Kricgsuntcrstützungen in Neukölln. Mit Ablauf des zweiten Kriegsjahres haben die von der Stadt Neukölln für ihre zahlreichen Kriegerfamilien verwendeten Ausgaben, die an sich die stärkste Belastung unter den Groß- Berliner Gemeinden darstellen, einen Betrag von rund 36 996 699 Mark erreicht. Den größten Raum nehmen hierbei die laufenden Unterstützungen an Kriegerfrauen mit 23 699 999 M. ein. An zweiter Stelle stehen die Mietbeihilfen, die bisher 5 199 999 M. erforderten. Der Rest, insgesamt 1 299 999 M., entfällt auf Sonderunterstützungen einschließlich Kohlenlieferung und Kriegs- wochenhilfe(29 999 M.i Außerhalb dieser Fürsorge stehen die Leistungen für die ftei- willige Kriegswohlfahrtspflege mit 659 999 M. Beträchtliche Kosten sind der Stadt ferner durch das erforderliche zahlreiche Hilfs- personal erwachsen, nämlich 1 599 999 M. Bei diesen Aufwen- düngen ist zu berücksichtigen, daß sie nur die hauptsächlichen Kriegs- kosten Neuköllns darstellen. Auf alle übrigen Kriegskredite wurden seit dem 1. August 1914 5 999 909 verausgabt. AuS der Gemeindevertretung in Weihensee. Die letzte Sitzung hatte sich u. a. mit der Aufnahme einer Anleihe im Betrage von zirka 2�4 Millionen Mark zu beschäftigen. Diese Anleihe wurde belegt zur Bestreitung von fälligen Hypo- theken und Restkaufgeldern, zur Erweiterung der Userpromenade, für nicht einzutreibende Steuern, zum Ankauf von Grundstücken, für Kriegswohlfahrtszwecke usw. Mit dem Verein„Brandenburgi- sche Frauenhilfe", dem man für seine Zwecke ein 19 999 Quadrat- meter großes Grundstück seitens der Gemeinde zur fteien Verfügung gestellt hatte, wurde ein Vertrag abgeschlossen, wonach der- selbe verpflichtet wird, jährlich 16 entlassene Volksschulmädchen in den mit eigenen Lehrkräften einzurichtenden Haushaltungskursen teilnehmen zu lassen; außerdem hat es der Verein übernommen, jederzeit eine Freistelle für eine Weißenseerin zur Ausbildung in den ständig abzuhaltenden Kursen freizuhalten. Die Steglitzer Kinderausflüge nach dem Grunewald finden von jetzt ab nur noch jeden Mittwoch statt. Treffpunkt nach- mittags 2l4 Uhr am Bahnhof Steglitz(Rathausseites. Mund- Vorrat mitbringen. Bei ungünstigem Wetter wird im Jugendheim, Kniephofstr. 59 Ecke Jeverstraße gespielt. so bezieht sich der Antrag auf beide Ehebrecher.— W. S. 74. 1. Leider nein. 2. Nein. 3. Eine. Klage wäre ohne Aussicht aus Erfolg.— A. M. 39. Sie haben ein Recht auf die Wohnung und würden auf Räumung der Wohnung gegen den Wirt klagen können. Die jetzige Mieterin befindet sich mit ihrer Ansicht im Irrtum.— E. N. 139. Ein weiterer Anspruch hätte nur dann Aussicht auf Erfolg, wenn Sie wirklich mehr an Hcbammcngeld verauslagt haben. Die Bestimmungen über Kriegeriraucn gelten für Sie nicht.— B. 24. Wenn Sie sich zur Zahlung von 33,50 M. dem Wirt gegenüber verpflichtet haben, so ist seine Forderung berichtigt. Ob Sie das getan haben, ergibt sich aus Ihrem Briese nicht. Ein Ein- behaltungsrecht würde dem Wirt nur an llhren Sachen zustehen. Die Frage, ob auch Ihrem Mann gegenüber Ansprüche, insbesondere Ein- bebältungsansprüche, bestehen, ist zweiselhast, weil aus den Umständen au- genommen werden kann, dasi Sie als Vertreterin Ihres Mannes gehandelt haben. Ist dies nicht anzunehmen, so hastet Ihr Mann nicht. parteiveranftaltungen. Schöneberg. Die Mitgliederversammlung des Wablverems findet Dienstag, den 15. August d. F.. abends Ubr, im Schwarzen Adler, Hauptstr. 11, statt. Die Tagesordnung lautet: Wahl des Borslandes. Mit- gliedsbuch mit Beiträgen bis April legitimiert, ohne dasselbe kein Zutritt. Den Mitgliedern des Wahlvcreins bringen wir hiermit zur Kenntnis, dag die Bibliotbek des Vereins bis zum 1. Oktober d. I. zwecks Kontrolle der Bücher geschlossen bleibt. Im Umlaus befindliche Bücher bitten wir, an den Genossen K Henkel umgehend abzugeben. Steglitz. Donnerstag, den 17. August, abends S1/, Uhr: A u g e r- ordentliche Mitgliederversammlung im Lokale von Schell- base, Ahornstr. 15a. Da sehr wichtige Tagesordnung. Erscheinen aller Genossen dringend geboten. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Steglitz-Friedenau. Am Dienstag, den 15. August, abends Sll, Uhr, findet im Jugendheim, Kniepbosstr. 59, eine ausierordenliiche General- Versammlung des Arbeiter-Jugendheims Steglitz-Friedenau statt. Tages- ordnung: 1. Jahresbericht. 2. Kassenbericht. 3. Vorstandswahl. 1. Ver- schicdcneS. Karlshorst. Außerordentliche Mitgliederversammlung am Mittwoch, den 16. August, abends 81/, Uhr, im Fürftenbad. Tagesordnung: Die Lebcnsmittelverteilung am Ort. Reserent: Gemeindevcrtreter O e h I e r t. Neuwahl eines Bezirtsleiters._ Der Arbeiterturnverein Schöneberg hält seine regelmäßigen Turnübungen nach den Ferien wie folgt ab: Schüler jeden Dienstag von 7 bis 9 Uhr; M a d ch e n jeden Donnerstag; Männer und Lehrlinge jeden Dienstag von fl,9 bis 10 Uhr; Frauen und schulentlassene Mädchen jeden Donnerstag von 9— lO'/j Ubr, in der Turnballe der 11. Gcmeindeschulc, Berchtesgadener Siraße. Gäste stets willkommen. Sriefkaften üer Reüaktion. O. H. 28. 1. Kommen Sie mit dem Kündigungsschreiben und dem Mictsvertrag w die Sprechstunde, um zu sehen, ob die Kündigung in Ordnung ist. Die Gemeinde wäre berechtigt, einen Teil abzuziehen. 2 Nachdem Sie einen Vergleich geschlossen haben, würde jedes fernere Vor- gehen in der Sache unnütz Kosten und Zeitverlust verursachen.— I. 175. 1. und 2. Der Sühnetermin muß einer Ehescheidung vorangeben. Er ist an das Amtsgericht des Wohnsitzes des Ehemannes zu richten. Ist der in der Regel etwa vier Wochen nach Eingang des Antrages anberaumte Sühnetermin sruchtlos verlausen, dann kann die Ehescheidungsklage eingereicht werden. Diese ist durch einen Anwalt an das Landgericht zu richten. 3. An den Ziviworsitzenden der Ersatzkommission Berlin, Heidcstraße. — F. B. 9994. 1. und 2. Ja. 3. Der Kauf würde Ihre Gläubiger, also auch Ihren Wirt, nicht bindern, die Sachen pfänden zu lassen. 4. Der Wirt hat das Zurückbehaltungsrecht; auch würde die Einrichtung nach wie vor hasten. 5. Ihre Frau bleibt zwllrechtlich hastbar, außerdem kann Strasantrag wegen Schiebung gestellt werden. 6. Geht der Wirt nicht gütlich aus eine Regelung ein, so kann man im Wege der Klage nichts machen, da das Gesetz zu seinen Gunsten steht.— I. 1. 1. Soweit ersichtlich, ist das alle Tier Ihr gemeinschaftliches Eigentum geblieben. 2. Den Betrag können Sie nicht zurückverlangen. Eine Einigung ist anzuraten.— S. 19. 1. Der Sparzwang besteht auch für Ihre Frau. Der etntrag ans Freigabe eines Teils müßte im Bedarfsfälle an den Magistrat gerichtet werden. 2. Eine nähere Adresse ist uns leider nicht bekannt.— W. Nein. — 599 B.. Der Ausdruck muß anders gelautet haben, er muß eine Ziffer enthalte». Die erste Zahl würde bedeuten, daß Lue untauglich sind. — Tony B. 1. Auf Antrag der Ehesiau ja. Die Klage muß innerhalb sechs Monaten nach Kenntnis des Vorsalls eingereicht werden. 2. Ja. 3. Ehebruch ist strasbar, wenn wegen desselben die Ehe geschieden wird und der schuldlose Gatte die Bestrafung beantragt. Wird Bestrasung beantragt, 8. Ztrenstisch-Suddeutsche (334. KLitigl. Pre«tz.) Klasseulotterie 2. Klasse 2, Ziehungstag 12. August 1918 Vormittag Stuf jede aezogen« Stummer find zwei gleich Hetze Gcwinne nefalleo,»nd zwar je einer auf dt« Lese gleicher Stummer iu den beide» Abteilungen l u. II. Nur die Gewinne über SS M. sind in Klammern beigestigt. (Ohne Gewähr A. St.-A. f. Z.)(Nachdruck verboten! 12« 3S2 73 74 420 672 791 832 932 1442 91 612 36 976 2006 60 269 309 469 3082 197 476 710 942 69 4270 992 5072 137 233(400) 49 679 6460 92 616 831 7120 356 480 683 91 798(200) 8013 108 69 458 73 809 34 9000 24 26 831 941 89 10272 300 86 560 886 964 11166 266 350 84 473 791 12061 280 720 43 970 1 3109 78 202 17 441 654 96 628 14074 132 254 790( 200) 822 1 5881 862 902 1 6053 173 229 17149 233 365 726 28 82 803 20 1 8394 693 804 906 46 1 9176 264 332 662 666 818 2O033 228 83 422 21218 43 363 648 77 749 61 608 33 41 (200) 22163 619 727 868 2 3 066 266 373 638 600 711 68 835 41 64 2 4084 278 359 432 671 861 25170 308 19 60 87 88 469 719 2 6315 629 868 76 9 57 2 7112 46 68 439 66 664 78 781 94 809 2 8219(200) 326 69 618 764 89 2 9 020 162 858 63 30147 672 31083 94(200) 260 330 466 74 932 3 2814 33 017 128 404 682 3 4080(200) 187 261 656 700 930 37 3 6 073 211 497 823 3 6008 700 33 904 3 7 446(200) 601 830 60 89 93 3 8062 131 937 3 9 034 121 378 93 949 4 0061 62 621 614 810 953 41038 133(200) 37 39 992 4 2 639(3001 642 47 842(200) 4 3 489 4 4094 620 884 4 6 077 203 11 625 609 704 838 55 4 8 843 941 80 85 4 7 094 151 305 466 603 29 703 4 8016 241 558 96 4 9022 80 187 298 666 73 677 760 826 50179 208 69 374(500)606 921 51065 202 662 702 890 5 2068 163 414 40 67 633 609(200) 812 88 920 5 3174 271 377 638 963 6 4116 308 32 622 804 704 856 5 5199 643 702 5 6224 81 88 366 81 980 6 7 051 250(200) 70 309 458 547 770 820 5 8303 5 3084 91 339 443 560 6 0080 85 360 461 74(200) 586 640 718 883 985 61038 67 63 651 809 997 6 2058 120 243 430 86 90 735 905 6 8350 87 477 651 826 54 970 8 4025 66 252 303 39 474 809 6 5315 626 764 910 79 6 6341 487 89 632(1000) 682 916 6 7018 243 338 48 63 78 715 906 6 8137 603 647 877(200) 6 8029 101 24 384 640(300) 728 961 96 70184 564 366 96 612 820 976 71620 69 692 778 823 74 7 2 266 375 470 610 66 721 876 7 3 069 208 379 87 666 75 622 837 7 4123 840 7 6 214 89 445 605 867 7 8177 216 76 413 17 84 522 79 734 7 7 000 337 99 469 580 897 7 8094 166 206 72 642 990 79114 351 623 33 79 625 949 92 »0337 803 751 872 974 81201 307 629 979 8 2 070 182 299 354 667 738 817 0 3 638 891 985 8 4012 328 447 66 635 913 8 5 049 170 79 672 646 768 8 6 621 687 8 7 027 61 418 677 8 8083 160(400) 329 847 902 8 9036 63 116 62 272 9 0019 231 340 644 621 973 91010 114 400 13 0 3065 278 312 660 639 9 3 064 183 327 416 65 696 997 9 4386 436 617 63 727 929 0 5 018 76 100 303 85 823 9 6011 187 323 535 9 7 079 615 62 970 8 8163 56(200) 69 6-9 489 660 89064 496 606 100137 292(500) 378 472 602 95 778 1 01820 99 1 0 2076 167 240 678 696 719 812 62 1 08107 241 669 842 936 10 4034 118 728 46 88 998 1 05181 984 1 0 3 064 107 31 339(300) 71 636 932 1 0 7940(300) 10 8015 56 63 701 24 1 09116 295 436 110012 92 385 436 646( 200) 686 778 991 111176 367 763 989(200) 112203 635 113018( 200) 128 78 400 672 881 89 961 114323 622(200) 32 722 116014 168 83(6000) 446 605 663 799 841 118003 53 201 16 348 609 77 117014 841 917 42 68 118106 232 497 641 674 778 939 119027 70 157 374 427 763 76 82 860 978( 200) 120040 245 694 813 907 21 121062 79 233 325 28 453 78 683 68 616 30 729 1 2 2007 8 339 80 650 60 734 837 995(300) 123097 140 86 347 486 653(200) 907 1 24 017 147 99 240 337 698 6-6 60 89 782(300) 624 908(200! 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Vrenliisch-Suddevtsche (234. König!. Prenh.) Klassenlotterie 2. Klaffe 2. Ziehungstag 12 August ISIS Nachmittag Auf jede gezogen« Stummer sind zwei gleich Hobe tScwinue gefallen,»nd zwar je einer auf die Lose gleicher Stummer iu den beiden Abteilungen I u. II. Nur die Gewinne über SS M. find in Klammern beigesügt. (Ohne Gewähr A. St.-A. f. Z.)(Nachdruck verboten) 90 129 249 642 700 921 1057 466 726 91 93 676 90« 2082 103 367 439 860 34-9 86( 200) 521 761 964 71 4138 225 87 5086 161 212 344 417 57 58 73 512 626 800? 118 449( 0 000) 731 847 947 7 069 237 96 617 872 73 92 901 42(400) 6187(200) 297 395(200) 616 785 918 74 79 9083 477 780 821(200) 929 10305 12 82(400) 462 662 11088 289 310 626 1 2001 3 153 206 664 738(200) 870 964 80(300) 13293 393 540 646 68 87 812 14261 463 638 873 1 5350 447 689 734 915 32 44 16053 141 352 416 666 96 825 954 1 7398 476 1 8034 107 671 807 1 8006 244 438 628 34 38 761 850 2 0038 92 366 620 21006 204 663 832 968 2 2088 257 684 824 2 3078 196 261 94 544 905 39 2 4031 362 98 603 95 2 5 286 633 720 917 2 6013 247 768 805 43 946 2 7019 £6 184(300) 83 362 97 485 89 698 666 76 716 62 807 2 8044 143 62(200) 279 342 434 682 780 801 10 19 630 2 9191 321 23 84 477 629 68 744 805 936 30192 563 789 900 31361 417 604 729 66 806 3 2081 211 323 1200) 606 92 3 3032 168 66 234 53 509 627 94 704 839 3 4081 89 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S-pltinber 1916 palt. ____' ftedmerTßdü&a�ia&emiir: Mib&li(Sisiset �texanderj� G-Mß-H- fr 5 er Im C.33 JJfc.vandcrs.trusse 4/£f Kj?arÄr Bürserllctie Wolinulijs-ElnricMunsen sSaSiSfe Garantie. Schlafzimmer: M, 183.219�270, 326, 428, 532, 640, 814, 992, 1088 Ws 3500. Beste Verarbet**!. Speisezimmer: M. 296, 333, 426, 505, 622, 781 Uls 4000\ Wohnzimmer: M, 242, 369, 429, 543, 736, 85�3»« 25S0 Herrenzimmer: M. 209, 328, 487, 550, 627, 752 bis 3000| Neuzeitl. Küchen; M. 51, 58. 75, 93, 125,168, 249, 4Sr SiAndiges Lager von ca. 500 Einrichtungen. Enorme Auswahl bis zum Anserlesensten.— Einzelmöbel ohne Praiserhbtuing. Frankoliefemng durch ganz Deutschland direkt ab Fabrikgebäude. Jliustr. Katalog mit Heferrnzenliete gratis. GröQte Einkaufsvorteile bietet Emil ef©vre Beplin S. Seit 1882 um Oranienstr. 158 Großes Teppich-Lager aller Größen und Qualitäten. Sofa-Größe... ä 10, 15—40 M. Salon-Größe b. 15, 20, 30-150 M. Saal-Größe. ä 45, 60, 75-800 IL Gardinen. Portieren. Möbelstoffe. 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Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Maler Adolf Lehmann Reichenberger Str. 73, gestorben ist Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 14. August, nach. mittags 3 Uhr, von der Halle des Zentral-Fiiedhoses w Friedrichs- selbe aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 215/11 Der Vorstand. f. i. IBerLReichstagsiaUkreis. 21. Abt. Bez. 764. Am Mittwoch, den 9. August. verstarb unser Genosse, der Wickler Alfred Spatzek Antwerpener Sir. 4/5. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Moniag, den 14. August, nach- mittags 2ll4 Uhr, von der Leichen- Halle des städtischen Friedhoses, Müllerstratze, Ecke Seestratze, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 227/18 Der Borstand. VeFhlScbneider, Schneiderinnen Filiale Berlin. Unseren Mitgliedern hiermit zur Nachricht, daß der Militärschneider, Kollege •Julius Bergmann geb. 11. Februar 1864, am 8. August gestorben Ist Ehre seinem Andenke» 1 Die Beerdigung findet am Montag, den 14. August, noch. mittags 3'/, Uhr, von der Leichenhalle des Gethsemane-Kirchhoses in Nordend aus statt. 163/12 Bio Ortsverwaltung. Verband der Saltler nnd Porteleuiller. Ortsverwaltung Berlin. Als Opfer deS Weltkrieges fielen die Kallegen Britz Schütz 34 Lahre all. Eugen klamm 24 Jahre all. August Blessing 25 Jahre all. Ehre ihrem Andenke»! 158/10 Tie Ortsverwalt«»g. Verband der Maler, Lackierer, Anstreicher ns«. Filiale Berlin. Den Kollegen zur Nachricht datz unser Mttgued, der Maler Adolf Lehmann (Bezirk Südost) am.10. August verstorben ist. Ehre seinem Aiidenken I Die Beerdigung findet Montag. den 14. d. M, nachmittags 3 Uhr, von der Halle des Zentral- Friedhofes in Friedrichssetde aus statt. Rege Beteiligung erwartet 136/5 Die Qrisverwaltung. Als Opfer des Völker- ringens fiel am 5. August 1916 mein lieber, guter Mann, Vater seines kleinen Söhnchens, unser lieber Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onlel, der Landsturmmann priedTied Kieseibach Pionier-Rxg. 20, 2. Feldkompagnie, kurz vor seinem 26. Geburtstage In tiefstem Schmerz 1Z7A Deine trauernde Gattin Frida Kleselhach und Sohn Fritz. Friedrich Kieselbach und Frau als Eltern. Ludwig Zimmermann und Frau als Schwieaerellern. Ernst Kieselbach als Bruder. Karl Zimmermann und Frau als Schwester und Schwager. Wilhelm Zimmermann, zurzeit im Felde, u. Familie als Schwager und Schwägerin und Nichten. Martha Zimmermann o.Schwägerin Paul Kühne als zukünftig. Schwager. Magst Du in fremder Erde zur Ruh' gebettet sein, Du wirst in unseren Herzen nie- mals vergessen sei». Verein der Freidenker für Feuerbestattung zu Berlin. Nachruf. Den Mitgliedern zur Nachricht, datz unser alles Mitglied, der Sladtbaurat a. D. Herr Heinrich Fröhlich in Georgenwalde bei Rauschen, Ostprentzen, verstarben ist. Ehre seinem Andenken! Die Einäscherung hat im Kre- matorturn zu Titstt statgesunden. 286/1 Ber Vorstand. Arbeiter-Turnverein Weißensee. Als Opfer des Weltkrieges fiel unser langjähriger Turngenofie Oswald Peters. Er war einer unserer Besten. Wir werden sein Andenken stets in Ehren hallen. 185/16 Arbeiter' Radiabrer- „Solidarität". Ortsgruppe Berlin-Llchterfelde. Als Opser des Weltkrieges fiel am 11. Juli unser treues Mitglied Ernst Dietrich. Ehre feinem Andenke«: Sänger-Chor,.Vorwärts-Süd-Ost" Hiermit die traurige Nach- richt, datz unser lieber Sanges- bruder Adolf Lehmann im Aller von 65 Jahren ver- storben ist. Wir verlieren in dem'pahin- geschiedenen ein langjähriges, treues und braves Mitglied. Sein Andenken werden wir jederzeit in Ehren hallen. Die Beerdigung findet am Montag, nachmittags 3 Uhr, aus dem Friedhos in Fried richsselde i statt. _ Vollzählige? Erscheine» der Sänger erwartet Der Vorstand. Stumm schiäst der Sänger. AIS Opfer des Weltkrieges fiel am 30. Jull unser Genosse, der Kernmacher 215/9 Willi Lubnau. Ehre seinem Andenke»! Bezirk 184 n, 4. Kreis. Sparverein„Fester Wille". Im jugendliche» Alter von 21 Jahren fiel am 30. Jull unser treues Mitglied Willi Lubnau. Wir werde« ihm stets ein ehrendes Andeuten bewahren. 285/20 vor Vorstand. Als Opfer des Weltkriege« fiel am 19. Juli er. durch Granat- splitter mein lieber Mann und Vater, der Landstnrmman» Ilax l>allach Jns.-Rgt. 93, 6. Komp. im 40. Lebensjahre. 14921 Ties betrauert von seiner Battin nnd Doodtor, Schönslietzer Str. 22. Du warst so gut, Du starbst zu früh, Wer Dich gekannt, Vergibt Dich nie. Lj SchmerzliEhes Gedenken m 2g. Gehnrtstage unseres geliebten Sohnes, berzens- guten, unvergeßlichen Bruders, ■Schwager» und Onkels, des Füsiliers 167/11 Franz Lierniack vom Brandend. Ins.-Regt. 35. Er wurde uns am 11. Januar 1915 durch den erbitterten Krieg entrissen. Ob Du einsam drautzen schlummerst, ob Du ruhst im Mafien- grab, Deiner lieben Eltern Glück und Hoffnung sank mll Dir zur Gruft hinab. Die tiestrauernden Eltern und Geschwister, Schwager und Onkel, Göriitzer Str. 44. Als Opser des Weltkrieges fiel am 16. Juli mein lieber, guter Mann, der treusorgende Vater seines heißgeliebten Söhnchens, der Landflurmmann Reiuholtl HolTmann im fast vollendeten 34. Lebensjahre. 14721 Frau Minna Hoffmann geb. Timm und alle Verwandten. Neukölln, Wildenbruchstr. 82. Ich Hab' ein schönes kurzes Glück besessen, Jetzt schlummert eS, auf ewig unvergessen. Lieber Papa, Ichlas in Ruh', unsere Liebe deckt Dich zu. Dein Söhnchen Herbert Plötzlich und tief erschütternd erhiellen wir die ttaurige Nach- richt, datz am 2. August 1916 nach 13monatigen langen, ichweren Kämpfen durch Granatsplitter in Brust und Oberschenkel getroffen mein innig geliebter Mann und nnvergetziicher Sohn, Bruder, Schwager und Onkel, der Grenadier karl Landgraf im 2. Garde-Reserve-Reg. im blühenden Alter von 34 Jahren gejallen ist. In unsagbarem Schmerz Klara Landgraf geb. Sachse ats Gattin. August Landgraf, Amalte Landgraf geb. Hartman« als Eltern. Emil Landgraf als Bruder. Marie Landgraf geb. Urban als Schwägerin nebst Kindern. Albert Landgraf als Bruder, zurzeit Urlaub. Emmh Landgraf geb. Wolter als Schwägerin. Ehartotte Landgraf als Schwester, Karl Beyer als Verlobter. Maria Landgraf als Schwester. Helene Landgraf als Schwester, Dietrich Grefsmiihl als Ver- lobtcr, zurzeit im Felde. Felix Fischer als Schwager, zurzeit im Felde, Hedwig Fischer geb. Sachse als Schwägerin. Allzu früh verließest Du die Deinen, die in der Heimat bilt're Tränen um Dich weinen. Fem von der Heimat, in sremdem Land, da ruhst Du nun, Geliebter, Dein Grab schmückt keine liebende Hand, drum schmücken wir Dein Bild hier im öden Heim, als sollt' es Dem Grab in der Heimat sein. O schicksalsmacht, nach soffen wir es kaum, wo bist Du hin, unser schönster Traum. 107A Wer ihn gekannt, weiß, was wir verloren. Den Heldentod sürS Vaterland starb am 27. Juli 1916 unser lieber Sohn, Bruder, Schwager und Onkel, der Musketier Georg Orth im 26. Lebensjahre. 10936 Dies zeigen iiesbetrübt an Albert Orth nebst Frao. Alfred Orth(zurzeit im Felde) nebst Familie. Erna als Schwester. Bruno, Erich, Helmuthals Brüder Neufölln. Am 23. Jull fiel durch Granatschutz unser un- vergetzlicher Bmder, Bräutigam und Schwager, der Landsturmmann panl Riniorf Ritter des eisernen Kreuzes im 2llter von 30 Jahren. 82A Ehre seinem Andenken k DieS zeigen tiesbetrübt an Hermann Rinforf und Frau, Karl Rintorf und Frau, Martha Schmidt geb. Rintorf, Hedwig Harraschain als Braut, Paul Schmidt als Schwager. Als Opfer des Völkerringens starb durch Brustschutz am 1. 'August unser lieber, herzensguter ältester Sahn und Bmder, der Landsturmmann 1083b Rudolf Pape geboren 2. August 1886, Schütze einer Masch.-Gew.-Komp. In tiefem Schmerz Die tiesbetrübten Eltern nnd Geschwister. Ernst Pape und Fra«. Robert Pape, z. Z. im Felde, als Bruder. Helene Pape als Schwester, Bergfelde. Es ist bestimmt durch Schicksals Macht, Daß man vom Liebsten, was man hat. Mutz scheiden, aus immer scheiden. Das Blei, das Dich zu Tode traf, Zerreitzt auch unsere Herzen. Ruhe sonst in fremder Erde I Als Opser des Weltkrieges fiel am 23. Juli mein innigstgeiiebter Mann, unser lieber Sohn, Schwiegersohn. Bruder, Schwager und Neste, der Füsilier «iHi Pfaffle. Im tiefsten Schmerz 133A Die trauernde Gattin Ida Pfäffle geb. Eiste). Wilhelm Pfäffle u Frau als Eltern, Franz Eislei u. Frau als Schwieger- eil ern, Robert und Martha Breitenstein geb. Pfäffle, Max Pfäffle] Karl Pfäffle> änr Fest im Albert Pfäffle, j«elbe. Max Löschmann und Frau als Onlel und Tante. Ernst Pohl u. Frau als Schwager und Schwägerin. Ruhe sanft in fremder Erde! Ms Opser des Weltkrieges fiel am 10. 7. 1916 mein Freund Alfred Hilgenhecher Fisilier-Regiment 35. Neukölln, 13. 8.' 1916. 14721 Karl Thicmann. Die Erde, die Du weder ge- kannt noch gehatzt, möge Dir leicht werden. Am 23. Juli verloren wir durch den Tod aus dem Schlachtfelde unfern lieben Freund /llssöd Rh im blühenden Atter von 19 Jahren. Sein offenes, freundliches Wesen, sowie seine stete Hitssberettschast sichern ihm bei uns ein teures und ehrendes Gedenken. 1092b 8oino Baumschulenweger Freunde und Freundinnen. Rewidmet zum Sterbetag«. Unserm Sohn Kurt Werter. 16. August 1916. Ein Jahr ist nun dahin gegangen, Test Du starbst den Heldentod 2ln Deiner schweren Verwundung. Wir trauern, klagen, ach, es ist vergebens, Nicht» bringt Dich Braven mehr zurück. Du warft die Hoffnung und die Freude unsres Lebens, Im Feindesland vollzog sich Dein Geschick. Dein Grab schmückt keine liebende Hand, Drum schmücken wir Dein Bild im verlassenen und öden Heim, Ms sollt es Dein Grab in Feindesland sein. O du Natur, streu Blumen aus sein Grab. So schlummere sonst den letzten Schlaf. Das alles nur ist nun geblieben Vom Jugendlenze, vom Leben, vom Lieben. In trauemder Erinnerung Deine Dich nie vergessenden Eltern Lebrecht Herter u. Frau geb. Keim. Berl.-Schöneb., Gmnewaldstr. 30. Dem Auge fern— dem Herzen ewig nahe. 18A Wehmütige Erinnerung. Zum Geburtstage und Sterbetag meines herzensguten Gatten und Vaters meiner beiden Kinder Paul Otto gefallen am 16. August 1915 im bestenMannesaller von 35 Jahren. Ein Jahr der Trauer ist vergangen, Vergebens sucht Dich unser Blick. Wenn sehnsuchtsvoll auch das Verlangen, ES bringt Dich nimmermehr zurück.[14721 Hab' in Deine 2lugen Ja zum letztenmal gebückt, Damals alsbei Deinem Ausmarsch Wir uns noch die Hand gedrückt. Für ttese Trauer gibt eS kein Vergessen, Da» Bild des Abgeschiedenen lebt fort, Und ob auch Jahre kommen, Jahre gehen, Noch klingt im Geist manch liebes Wort. Nicht» vetrübenderes gibtt» aus Erden, Nichts kann mehr zu Herzen geh'n, Als betrübte Witwe werden, Ais verlassene Waisen steh'n. In schmerzlichster Erinnemng Deine schwer geprüfte Gattin Minua Otto geb. Lehmann nebst Töchter Sorte und Wally. 2lllzu früh und fern von seinen Lieben starb am 20. Juli 1916, 14 Tage vor seinem 35jährigen Geburtstage, durch Granatsplitter mein inniggeliebter Mann und treusorgender Vater seiner drei Kinder, der Armierungssoldat AHcHad Streb Arm.-Bat. 62, 1. Komp. In tiefem Schmerz Im Namen allerHinterbliebenen Die tteslrauemde Witwe Bcriilmi-dinS Streb geb. Zeper nebst Kindern. Hier ruhe ich in Feindesland Und iu' aus meine Lieben warten. O, liebe Frau und Kinder mein, Ich kehre nicht mehr zu Euch heim. Der letzte Gedanke, der letzte Blick, Er eilte noch zu Euch zurück. Als ich starb in Feindesland, Da reichte mir memand mehr die Hand. Ruhe aus in Frieden, 1095b Viel beweint von Deinen Lieben. Als Opser des Weltkrieges starb am 30. Juli 1916 durch Kopsschutz unser einziger, geliebter Sohn und Bruder Zrnst Posenow Jnsanterie-Reg. 150, 10. Komp.. im blühenden Alier von20 Jahren. In tiefer Trauer Die Eltern und Schwestern, Malplaquetstr. 14. Nun deckt Dich das Grad, Du junger Held, Ruhmvoll, in Ehren gefalle«. Auch fem der Heimat, im fremden Land, Bleibst Du unvergessen uns allen.| Ruhe in Frieden I 1085b I Wieder hat der Wellbrand ein Opser von uns gefordert. 2lm 2. August d. I. starb im Feld- lazarett infolge einer am 29. Juli erlittenen Verwundung unser lieber jüngster Sohn, unser lieber Bruder, Schwager und Onkel, der Füsilier Otto Henke 12. Kamp. Leib-Gren.-Regt. Nr. 8. Er folgte seinem Schwager Biuxl Virgils, gefallen am 6. August 1915 und seinem ältesten Bruder Franz, gefallen am 20. September 1915. In tiefster Trauer 139A Albert und Ida Henke als Eltern, Richthasenslr. 25 Wwe. Margarete Virgils geb. Henke und Kind als Schwester Paul Henke(z. Zt. im Lazarett) und Frau als Bruder Wwe. Emma Henke geb. Henning und Kind als Schwägerin. 2lls Opser des Weltkrieges starb nach 20 Monaten langen Kämpfen am 26. Juli 1916 an seiner schweren Verwundung, welche er in oer Nacht vom 2L. Juli 1916 erhalten halte, mein lieber Mann, .herzensguter Vater, jüngster Sahn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onlel, der Ersatzreservist Karl Seepe 2. Pionier-Bat. Nr. 3, 1. Nes.-K. im Alter von 30 Jahren. DieS zeigen im tiefsten Schmerz an Hedwig Seepe geb. Wosler u.Klnd, Berlin, Steinmetzstr. 15, und alle Angehörigen. 1082b Nachruf. Am SO. Juli 1916 starb als Opfer des Weltkrieges an seiner schmerenVerwundung unser lieber, treuerFreund, der Landsturmmann Otto OirKoon aus einem Verbandsplatz. 10966 In trauriger Erinnerung Bsmilie psul Kettner, Berlin-Karlshorst, Schenkestr. 10. Miieriniimiii Größte /v os wähl. Billigste Preise. L Mohranstrals 37e (Kolonnaden) II. Or. Frankfurter Str. IIS (nahe Andreasstr.) Auswahlsendungen»Ohrt, Amt Zentrum 7890. Sonntag 12— 2 Uhr geitfnnL Kranzspenden sowie sämtliche ßlumcnarrangemcnts liefert schnell und billig Paul Giros», Lindenstr. 69, Tei.Mpl.7203. M Hncenlen nnfetet ms dem MMmM Am LS. Juli ISIS verstarb insolge seiner am 21. Juli erhaltenen Verwundung aus dem Verbandplatz unser BezirkSsührer, der Maler Karl Seepe Tteinmetzstr. 16. Bezirk 57. Auf dem Schlachtfelde fiel unser Genosse ESrnst Liebold Bezlrl 209. Im Herbst 1915 fiel der Genosse Oswald Nitschke Bezirk 99. 206/15 Sozlildemokr. Wahlvsreln f. d. 2. Berliner Relchtiagswihlkr. Am 20. Juli fiel der Genosse �Uclmel Streb 1. Abt. Bez. 141. Sarlaldemokr. Wahlvereln f. d. S. Berliner Relshttagewahlkr. 210/3 Am 80. Juli fiel im Alter von LI Jahren der Kernmacher Willi Lubnau Oppelner Str. 8. Bez. 184 II. Am 18. Juli fiel im Alter von 34 Jahren der Fräser Luxen Emmrich Zorndorser Str. 1. Bez. 343. Am 2. August fiel im Alter von 25 Jahren der Buchdrucker Otto Henke Mchthosenstr. 25. Bez. 2791, Im Juni fiel im Alter von 26 Jahren der Schlosser Karl Rinka Aeichenberger Str. 124. Bez. 2081. Am S. Juli fiel Im Alter von 26 Jahren der Arbeit« Wilhelm Miethke Naunynstr. 66. Bez. 146 II. 218/18 Sezlaldemokr. Wahlvereln t. d. 4. Berliner Relohetagawahlkr. Am 29. Juli fiel durch Kopsschutz der 4LjShrige Gürtler Ernst Hetmann Ottostr. 11, 18. Abt.. Bez. 686. fiel am 2. August im Alter von Insolge eine? Granatsplitters 33 Jahren der Rohrleger Karl Landgraf Genter Str. 82. 16. Abt., Bez. 757. Am 27. Juli fiel durch Kopsschutz der 31jShrige Form« Raul �ehle Schwedter Str. 78. 7. Abt.. Bez. SA. 227/19 Sozlaldcmokr. Wahlvereln f. d. 6. Berl. Relchatagewahlkr. Am 1. August starb an einer Verwundung der Schloff« Max Brüßow Prinz-Handjerh-Str. 4. Bez. 19. Im Felde fiel der Arbeiter Ulbert Henschel Warthestr. 51. Bez. 16. Am 16. Juli fiel der Schloff« Reinhold Hoffmann Wildenbruchstr. 82. Bez. 8. «« 4. August fiel infolge KopsschusseS d« Mal« Stephan Reterburs Jdeal-Passage 3. Bez. 5. Am 26. Mai 1915 fiel im Felde der Schloff« Raul Rösecke Kaiser-Friedrich-Str. 76. Bez. 8. Am 25. Juli fiel im Felde der Holzarbeiter Erwin Simon Pannierstr. 57. Bez. 3. 238/19 Sozialdemo kratltcher Wahlvereln Neukölln. Am 28. Juli 1916 fiel uns« Genosse »lux Schädlich. 197/1 Sozlaldemokr. Wahlvereln Britz-Bookow. Auf dem Schlachtselde verstarb der Genoffe, Sattle» Karl EranT 196/» tm 81. Lebensjahre. Sozialdemokrat Wahlvarela Marlen dort. MS Opfer de» Weltkrieges fiel am 28. Juni uns« Genoff« Ernst �iowera. 196/19 Sozlaldemokr. Wahlverein Bertln-WIlmeridorf. Am 28. Just d. I. fiel uns« Genoffe, d« Schristfetz« Willi Pfäffle Müggelstr. 7. Abt. 7, Gruppe»3 AIS Opfer d«S Weltkrieges fiel Genoffe Wilhelm Oierslefer 14/1 Prinz-AIbert-Str. 14. 4. Viertel. Sozlaldemokr. Wahlver. Niederbarnim. Bez. Lichtenberg. Gefallen am 20. Juli, 36 Jahre alt, der Schloff« Oeorg Müller Berlin-Nied erfchonhauseo, Körnerstr. 1. 244/4 Seziald. Wahlvereln Niederbarnim, Bez. NiedereebOnhaaeen. I« Juki fiel uns« Genoffe, d« Kunststein stampf« Hermann Sorgeo 246/3 Sozlaldem. Wahlver. Niederbarnim, Bez. Waldmannsluet. Deutscli. Metallarbeiter-Verband Orfsverwaltung Berlin. Dem Andenken unserer im Felde gefallenen Kollegen. Adolf Böhme, Lackierer, geb. 31. 12. 1882 in Berlin. Paul Bott, Gürtler, geb. 17. 1. 1882 in Berlin. Richard Burgold. Arbeiter, geb. 29. 11. 1882 in Quirla. Max DalSach, Hoble», geb. 21. 9. 1876 in Berlin. Paul Liese, Dreher, geb. 27. 9. 1873 in LandZberg. Paul Handke, Gürtler, geb. 5. 9. 1876 in Berlin. Albert Kenschel, Arbeiter, geb. 28. 9. 1887 in Neustadt. Otto Hodt, Schlosser, geb. 16. 6. 1887 in Grotz-WolterSborf. Paul Jonas, Rohrleger. geb. 5. 11. 1881 in Berlin. Wilhelm Klient, Arbeit«, geb. 21. 12. 1887 in Berlin. Karl Landgraf, Rohrleg«, geb. 5. 9. 1882 in Berlin. Alfred Leischow, schloff«, geb. 29. 12. 1896 in Berlin. Gustav Löhnert, Gürtl«, geb. 17. 12. 1878 in Nerekölln. Willi LubnaU, Kernmacher, geb. 17. 1. 1895 BischofSwerd«. Paul Nehle, Form«, geb. 9. 6. 1886 in Berlin. Reinhold Neumann, schleif«, geb. 6. 8. 1882 in Sommerseid. Ernst Rosenow, Schloff«, geb. 2. 6. 1896 in Berlin. Hermann Runge, Schleif«, geb. 20. 12. 1890 in Hirschselbe. Max Schlombach, Fr»s«, geb. 7. 9. 1891 in Berlin. Hermann Schröder, Arbeit«, geb. 13. 6. 1890 in Sch6neb«g. Wilhelm Tchrör, Gukvntz«, geb. 6. 12. 1877 in Haunolb. Ernst Siebert, Fräs«, geb. 16. 3. 1895 in Könitz. Michael Streb, Heif«, geb. 3. 8. 1881 in Schwlmbach. Paul Vieth, Schleif«, geb. 29. 10. 1895 in Dentsch-Krone. Bruno Wappeier, Schloff«, geb. 1. 6. 1892 in Berlin. Paul Zeidler, Schloff«, geb. 11. 1, 1895 in Kosten. Ehre ihrem Andenke«! c 121/8 Die OrtSverwalwng. Verband der Maler, Lackierer etc. Filiale Berlin. lln) itrt lln) Uusere« Mitgliedern zur Nachricht, daß folgende Kollege» ans den Schlachtfeldern gefalle» find: D« Mal« Karl Arndt(««aw&&») gefallen am 28. August 1915. D« Mai« Paul Kleemann gefallen am 6. Juli 1916. D« Mal« Max Hohne(Bezirk Norde») gefallen am 9. Juli 1916. D« Mal« Richard Beuster M gefallen am 12. Juli 1916. Der Maler Paul Köhler(Bezirk Nordwest) gefallen am 26. Jnll 1916. Ehre ihrem Andenken! 136/4 DK« Ontsverwizltwiix. Am 10. Angnst entschlief sanft im 93. Lebensjahre, nach langer, schwerer Krankheit unsere gute Mutter und Schwiegermutter, verwitwete Frau Marie Aßraus geb. Oratnaner. Dies zeigen tiefbetrübt an 142A Tran Harle Jons geb. ABma«. Alb. Jung, Tischlermeister. Die Beerdigung findet Montag, den 14. August, nachmittags 4 Uhr, auf dem Gemeindefriedhof Lichtenberg. Bormtzstr. 23, von der Leichenhalle aus statt IM Bezirk Groft-Beriin. Folgende Kollegen sind im Felde gefallen: Hormann Blaschs�, Industriearbeiter. Heinrich Deubner, Droschken chauffeur. Alex Kahl, Geschäftsdieuer. Willi Kant, Bühnenarbeit«. Gustav Klein, Geschsftsdieu«. Fritz Künstler, Roahufch«. Franz Kagelmann, Geschsftskntsch«. Friedrich KreWSki, Lagerarbeiter. Franz Liebold, Handwchfahr«. Erich Rutz, GeschäMie»«. Wilhelm Tews, Industriearbeiter. Wilhelm Trumpf, Geschäftsdie»«. Bruno Nebelt, Müllkntsch«. Georg Zauritz, Industriearbeiter. Ehre ihrem Andenke«! Mcbös Holzarbeiter-Verband Zahlstelle Berlin. Im gelbe gefallen find folgende Mitglieder: Oskar Böhler, Korbmach«, 20 Jahre alt. Oskar Hegelmann, Modelltischler, 21 Jahre alt. Willi Henschke, Tischl«, 35 Jahre alt. Berthold Krüger, Möbelpolierer, 28 Jahre alt. Fritz Leuchte, Msbelp-li««, 28 Jahre alt. Georg Müller, Tischl«, 40 Jahre alt. Leo Raschke, Tischl«, 34 Jahre alt. Ehre ihre« Andeukr«! 89/16 Die Ortsverwaltang. BerantNSkKMcr Sixdgktevr: Wred Scholz, NeuMn, verantw.: ».Berlin, Druck«.Verlag: In treuem Gedenken zum Z7. Geburtstage. Am 27. März fiel durch Herzschutz I unser lieber Bruder, Schwagers und Onlel, der Unteroffizier Emii Mensebel. Berta Damaschke als Schwester, Otto Damaschke als Schwager (zurzeit tm Lazarett), nebst Kindern. Wir schmücken Dein Bild mit Blumen schön, O, guter Bruder, Schwager, Onkel. Könnten wir Dich noch einmal wiederseh'n! 144A Zum es. Geburtstage. 13. August, unseres lieben Sohnes, Bruders, Schwagers und Onkels, des MuSletterS Otto Neidhardt Res.-Jnf.-Reg, 208, IL Komp. Gesallen am 2. August 1915. O Natur, laß Blumen dort blühn, wo kranzloS die Reste unseres Sohnes ruhn. Sttll rinnl die zürnende Träne hinab, dem Tau gleich, der mächtig benetzet fein Grab, doch schmücke d« Tau. die Träne der Nacht, da? Grab des Verllärten In schimmernder Pracht. Erhalte die Träne, die schweigend wie Wein, uns«eS SohneS und Brud«» Gedächtnis lebendig und rein. 147A Gewidmet von sei»« Eltern und Geschwistern. Ernst Neidhardt. Neukölln, Hermannstr. 52. liiaehral. Am 80. Juli fiel als Opf«dei Weltkrieges unser Kollege Richard Wauer im Alter von 29 Jahren. Ehre feinem Andenke»! 1088b Die Rollegen lier Firma Georg Sohelllg. Nachruf, Allen Verwandten, Freunden und Bekannten zur Nachricht, datz nach 14monatiger Unge. witzheit unS nun die traurige Gewttzheit wurde, datz mein lieb« Mann, unser guter, treu- sorgender Vater, Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onkel 147A Paul l�öseche im Alt« von 42 Jahren am LS. Mai 1915 ein Ops« de» Welt. wieg es wurde. Die trauernden Hinterbliebenen. Frau Frida Rö seile. Else und Erna als Kwd«. Familie«ersten. Er starb für un« zu früh! Ein Ops« des Weltkrieges wurde unser einziger Sohn Erich Pohl gefallen am 27. Juli 1916 im Alt« von 21 Jahren. Die trauernden llitera Gustav Pohl u. Frau, WeiSbachstr. 3. 14921 Danksanuna. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden meines geliebten Mannes, unsere» guten Vater», tzeS ZinkgietzerS Hermann PrclBer sagen wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten, sowie den Herren CheiS und Meistern, den Kollegen und Kolleginnen der Firma Emmrich u. Schsning, dem Deutschen Metallarbeiter-Verband, den Kollegen de» Deutschen MetalIarbeit«-BerbandeS, sowie d« Allg. Kranken- u. Sterbe» laffe der Drechsler unseren innigsten Dan!. 1090b Frau Agnes Preiste» nebst Töchtern. Danksagung. die zahlreichen Beweise herz. licher Teilnahme beim Hinscheiden meines geliebten Mannes HenMiin fiorehert sage ich allen Freunden und Be. kannten, insbesondere dem Chef und dem gesamten Personal der Firma Neumann, Hennig n. So. sowie dem 58. Watsenrat und der Steuer- einschätzungSlommission 108b meinen herzlichsten Dank. 142A Bert* Borehert sÄer. _ilr die vielen Beweise der herz. lichen TeUnahme bei der Beerdigung meines lieben Gatten, sage ich allen Berwandten, Freunden und Bekannten insbesondere dem Wahlverein deS 6. KreffeS, dem TranSvoiwrbeiter-Ver- band und dem Herr» Otto Roth für die trostreichen Worte am Sarge des Entschlafenen meinen innigsten Dank. Frsu Margarete Wegener nebst Kindern und Vater. gWMWetM V-Ä'CKK 5 SB» S-ckU, SR-