Ztr. S31- 33. Ia�rg. Ndonntmentt-Vtcklnzvnzn», »tonnemrntt. Vrktl pränumerando v«erl»I!»drl. 190 Mk, monatL ClO Mi, «OchenlNod SO Cfg. frei ins Haut. «wjelne»iummer ö Viz.«onmags- nunimet mit Mullritrier Canmags« Beilage.Sit Heue Seit* 10 Vfo, Voll« Rbonnement: ILO Mark pro Monat, •ingmagtn In die Voll. Zeitung»« vreiMie. Unter Kreuzband für Seulichlanb und Oelierrcich. Ungarn ISO Marl, Iflr bat übrige Autland « Mark pro Monat. Vostabonnement» nehmen an Belgien. Dänemark, Holland. Italien. Luxemburg. Portugal. AutNäitien. Schweden und die Schwill Crlchclst täglich. Vevltnev VolksblsK. ( S Pfennig�) Die InfcrtlonJ'GcbQhr beträgt fllt die|tch?gc|pallene flolonel« teile ober deren Raum»0 Big, für »olitilche und aewerllwallliche Berein». und 0er|ammlung»»Anzeigen so Plg. �Alelne Rnrelgen". das letiqebnitkie von 20 Plg.(juiiVflg 2 lengebruikie tBorle), jedes weitere ffiort 10 Big. Siellengeluche und Schlakllellena». zeigen da« erst» Wort 10 Big. lebe» weitere Wons Plg. Wort? über lo Puch. Haben zählen kitr zwei wone. Inlerme für die nächlic«Ummer mllllen di» » Uhr nnchinlllags In der Bxpcdllion abgegeben iverden. Die itroeoitlon ijt bis 7 Uhr abmdS gelllln«. »elegramM'Adrefl« «ttiiilteatkrtt BvUb". Zcntralorgan der Ibzialdemokrati fchen parte» Deutfcblanda. NeSaktion: Ew. HS, �iuöenstraße 2. Zsernlvrecher t Amt Vtorttzplatz. vir. 151 90—151 97. Cxpeditton: Sw. HS» tinöenstraye 2. Nern spreche»:«mr Moritzpla». Vir. 15190-15197. Saccharin. .m Jahre 1879 gelang es dein Chemiker Constantin iiahlberg, auS Steinkohlenteer einen Stoff mit hervorragen« der Süßkraft zu gewinnen. 1886 hat Kahlberg dann die Fabrikation diese» Süßstoffe»'„Saccharin", d. h. Zucker, auf« genommen. Es gelang dem Erfinder, durch unausgesetztes Forschen ein Produkt herzustellen, das bi» SbOmal mehr süßte als Rohrzucker. 1 Pfund Saccharin kann heute Zentner Zucker ersetzen. Zuckerindustrielle und rübenbauende Landwirte oder beide in einer Person fingen alsbald an, gegen die Konkurrenz des Saccharins Sturm zu laufen. Tatsächllch gelang es ihnen mich, die Reichsregierung zum Einschreiten gegen die unbe« schränkte Verwendung de» Saccharin» zu bewegen. Trci Gründe wurden hierfür besonders ins Feld geführt. 1. Die drückende Konkurrenz gegen Zuckerindustrie und Landwirt« schaft. 2. Schädigung der Reichskasse durch Ausfall eines Teiles der Zuckersteuer. 3. Die Sorge um die Gesundheit der Konsumenten und um zu verhindern, daß unter Mitverwcn« dung von Saccharin bei Herstellung von Nahrungs« und Ge« nußmitteln der Konsument statt vollwertigen Zucker ein minderwertiges Surrogat als Zucker bezahlen müsse. Ani 6. Juli 1898 kam ein Gesetz zustande, wonach Nahrungs« und Gcnußmittel, die unter Verwendung künstlicher Süßstoffe hergestellt werden, besonders kenntlich gemacht werden müßten. Die Verwendung des Saccharins bei Herstellung von Bier, Likören, Konserven, Fruchtsäften und Syrupen lvurde ganz verboten. Ter gewollte Zweck wurde mit dem Gesetz nicht erreicht. Im April 1961 überwies der Reichstag einer Kom« Mission einen Antrag pro 1 Kilogramm Süßstoff 86 M. Steuer zu erheben. Die Kommission lehnte den Antrag ab, unterbreitete dafür aber einen Entwurf, wonach Herstellung von Süßstoffen und deren Zusatz zu Nahrungs« und Genuß« Mitteln, desgleichen die Einfuhr von Süßstoffen ganz ver« boten werden sollte. Nur bei Verwendung zu Wissenschaft» lichen oder Heilzwecken soll eine Ausnahme Platz greifen. In dieser Form kam das Süßstoffgesetz am 11. Juni 1962 zu« stände und gilt heute noch. Als einzige Fabrik, die damals lediglich Saccharin herstellte, kam die Firma Fahlberg. List u. Co. in Betracht. vier andere Werke produzierten nur nebenbei Süßstoff. Diese Fabriken wurden nach Inkrafttreten de» Gesetzes nüt einem sechsfachen Jahresgewinn entschädigt, wobei der Berechnung 4 M. Reingewinn pro 1 Kilogramm zugrunde gelegt wurden. Von da an hatte die Firma Fahlberg, List u. Co. in Salbke» Westerhüsen alleiniges Herstellungsrecht, jedoch in beschränk» tcm Maße. Jetzt produziert noch die Firma von Heyden in Radcbeul und Weißig. Das ist kurz die Geschichte des Saccharin», das heute in der Zeit des ZuckermangelS einen billigen Ersatz bilden könnte. Leider ist die Abgabe für den allgemeinen Gebrauch begrenzt und der Preis so hoch gesetzt, daß eS für den Zucker nicht konkurrierend in Erscheinung treten kann. Das Reichsamt des Innern hat den Preis für 1 Kilo« gramm Saccharin mit 3ö6facher Süßstärke auf 166 M. fest« gefetzt. Die Z.E.G. liefert jtriegSpackungen mit 566 Täfelchen — 2156 Gramm zum Verkaufspreis von 856 M. Ein Gramm kostet etwa 16,3 Pf., 4,63 Gramm 76 Pf. Da nun der Her» stcllungspreis für 1 Kilogramm nur 26 M. beträgt, der Ver« kaufspreis aber 166 M., ist es erklärlich, daß schon mehrere- male eine herbe Kritik in der Presse einsetzte, und mit Recht. Bedenkt man den Zuckermangel und die hohen Preise für olle sonstigen Bedarfsartikel, dann können Gründe, wie sie bei Schaffung des Süßstoffgesetzes maßgebend waren, heute unter keinen Umständen für die hohen Saccharinpreise und die Ein« schränkung deS Verkaufs als einwandfrei bezeichnet werden. Allerlei Entschuldigungen mußten seither für diese hohen Preise schon herhalten. Die„Nachrichten für Er» nährungsfragen" haben es übernommen, die Gründe zusammenfassend bekanntzugeben. Tie Zuckerindustrie hat dankbar davon Notiz genommen, war sie doch der Mühe ent« hoben, sich als Interessent selbst um Verlegenheitsgründe de» mühen zu müssen. „D i e T e u t s ch e Z u ck e r i n d u st r i e", da» Wochen« blatt der Zuckerfabrikanten und Rübenbauern, hat in der Nr. 32 vom 4. August 1916 die Erklärung übernommen, die wörtlich lautet: »Süßstoff ist, als die Zuckerknappheit offenbar wurde, zuerst zur Herstellung von Limonade, dann unter Verbot der Verwen- dung von Zucker für eine Reihe anderer gewerblicher Zwecke und endlich auch für den allgemeinen Bedarf von Kommunalverbänden, namentlich zur Versorgung der Kantinen und<Äaststätten in» dustrieller Werke, dann von Gasthäusern und Haushaltungen frei- gegeben worden. Die Freigabe erfolgte Schritt um Schritt mit dem Ausbau der Herstellungsmöglichkeiten, die leider auch jetzt noch keineswegs unbegrenzt sind; irgendein« Einwirkung der Zuckerindustrie oder von landwirtschaftlichen Kreisen, die Frei- gab« von Saccharin zu verhindern, hat niemals stattgefunden. Der Preis für Saccharin ist vom Reichskanzler festgelegt worden, unter Annäherung an den Zuckerpreis mit einem Abschlag von etwa einem Viertel bis zu einem Drittel des Zuckerpreiies. Dafür war insbesondere die Erwögung maßgebend, daß auch bei einer billigeren Abgabe die mit Süßitoff hergestellten Erzeugnisse i m Preis« kaum billiger gestellt worden wären, als die mit Zucker hergestellten Waren, di« Verbilligung da», her nicht dem Verbraucher zugute gekommen wäre. Et sollt« weiter verhütet werden, daß einzeln« Betriebe sich zum Schaden anderer versorgten. Auch di« Preis« der Süß» stoffmischungen und-Packungen, die an die Kommunalverbände zur Abgab« an Gasthäuser und Haushaltungen gehen, sind auf solcher Grundlage geljaltcn. Danach ist der gleiche SÜßstoffwert i» Saccharin erheblich billiger al» in Zucker. Dabei zog man in j Rücksicht, daß Saccharin nicht nährt, sondern nur süßt, und � daß seine Anwendbarkeit in der Küche immerhin von vielen noch nicht ausgeprobt ist und daher da und dort zu Enttäuschungen führen mag. Andererseits schien auch hier die oben angegebene j Preisgrundlage sachgemäß; es wäre sonst zu besorgen, daß Süß- stoff über den nächsten Bedarf hinaus aufgehäuft und daß da und � dort auch auf den verfügbai j verzichtet und dafür der billigere es die Not erfordert, verwendet unsere VolkSernährung, und besonders Kinderernährung, sehr unerfreulich wäre.— Au» demselben Grunde wird auch dahin ge- wirkt, daß di« Volkskaffeeküchen und Volksspeiseanstalten nach wie vor ihren Zucker bekommen, der Zucker in den Luxuskaffee- rn aber, in denen Kaffee und Tee nicht Nahrung»«, fondern ßmittel sind, durch Süßstoff ersetzt wird. Auch di« so de« messenen Kriegspreise für Süßstoff sind übrigens erheblich niedriger al» die Friedenspreise für den in Apotheken frei zu be- ziehenden Süßstoff. Und endlich ist«» von einer vielleicht manchen mit den Prelsen vtrsöhnenden Bedeutung, daß der gesamte Süß st offgewinn nicht irgendeiner privaten Unternehmung zufließt— die Fabriken erhalten nur einen H«rstellung»g«winn, der nicht über da» übliche hinaus« geht—, sondern ausschließlich der Behörde zu Zwecken der VolkSernährung untersteht." Wie sieht etz mit der Berechtigung dieser Gründe au»? Sind die Herstellungsmöglichkeiten wirklich nicht unbegrenzt? Oder haben wir in Teutschland keine Kohlen mehr? Die Ein« richtungen für erweiterte Produktion sind doch auch vorhanden. Also wodurch soll eigentlich die Herstellungsmöglichkeit be« grenzt fein? Für die Festsetzung de8 Saccharinpreises war nach der Erklärung mit maßgebend, daß die Verbilligung dem Ver- braucher ja doch nicht zugute gekommen wäre bei Waren, die unter Zusatz von Saccharin hergestellt werden. DaS ist aber nicht der Kern der Sache. Weshalb denn vorbeireden? Es handelt sich doch nicht um diese Waren, sondern um die Ab- gäbe deS Saccharins zu niedrigen Preisen an die Verbrancher selbst. Weiter soll verhütet werden, daß sich einzelne Betriebe zum Schaden anderer versorgten. Es wird doch niemand glauben machen wollen, daß bei dem heutigen WirtschaftS- wefen solche Mittel konkurrenzregiilierend oder gar kon- kurrenzausschließend wirken könnten. Rührend« Sorgfalt kommt zum Ausdruck in der Bemerkung, bei niedrigen Preisen könnte statt de» verfügbaren Zuckeranteils Saccharin ver- braucht werden und dadurch ein unerfreuliches Ergebnis in der Ernährung eintreten, lieber die Ernährungsfrage ließe sich wirklich manches andere sagen, da tut es Zucker allein so wenig als Saccharin. Uebrigens, wenn ich für Saccharin weniger Geld auszugeben brauche, kann ich mir für den Rest schon etwa» anderes kaufen. Außerdem, wenn Saccharin nicht nährt, sondern nur süßt, so ist das ein Grund mehr, den Verkaufspreis niedriger zu setzen. Auch mit der Bemerkung ist niemand gedient, daß nicht der ganze Süßstoffgewinn irgendeiner privaten Unternehmung zufließt. WaS nützt dos mir, wenn ich mein Geld los bin. Noch hübscher macht sich der Satz, der durch die hohen Saccharinpreise erzielte Gewinn fließe ausschließlich der Behörde zu und werde zu Zwecken der Volksernährung verwendet. Mit solch naiven Gründen soll man der Bevölkerung, insbesondere den Kriegerfranen, in solchen Zeiten der Teuerung wirklich nicht kommen. WaS ich habe, das weiß ich, was ich aber vielleicht bekommen könnte, daS weiß ich nicht. Ob es bei dieser Begründung über die Notwendigkeit hoher Preise noch nötig war zu betonen, „irgendeine Einwirkung der Zuckerindustrie oder von land- wirtschaftlichen Kreisen, die Freigabe von Saccharin zu ver« hindern, hat niemal» stattgefunden," wollen wir dahingestellt sein lassen. Die ganze Erklärung geht unseres Erachtens von falschen Voraussetzungen au». Es handelt sich doch nicht darum, den nahrhaften Zucker durch Saccharin zu ersetzen, sondern für den fehlenden Zucker ein Mittel zum Süßen zubekommen. Schließlich ist auch ein Widerspruch darin enthalten, daß einmal gesagt wird, die Herstellungsmöglichkeit des Saccharins sei keineswegs unbegrenzt und dann wieder, daß bei zu starker Verwendung eine Einbuße an Zuckernähr» werten zu befürchten sei. Tie Erklärung der„Nachrichten für Ernährungsfragen" und der„Deutschen Zuckerindustrie" ist billig, Saccharin aber ist teuer. Und das ist der Kardinalfehler bei der Frage. Bei so niedrigen Herstellungskosten ist der ungeheuerlich hohe Verkaufspreis unverständlich, er hat vielmehr schon recht viel böseS Blut gemacht._ Die Neichsfleischkarte. Amtllktz wird gemeldet: Nach der im Reichs-Gesttzblatt er» fchieuenen Verordnung de« Reichskanzlers und der dazu gehörigen Bekanntmachung de» Präsidenien des KriigSernährungSamies tritt die VerbrauchSregelung für Fleisch und Fleisch- waren im ganzen Reiche am 2. Oktober in Kraft. Damit bekommt also die Reichsfleischkarte, d. b. eine Fleischkarte, die zwar von den Landeszentralbehörden oder den von ihnen be» stimmten Stellen, insbesondere den Kommunalverbänden, her- gestellt und ausgegeben wird, die aber im ganzen Reiche Geltung hat. Gültigkeit. Der Verbrauchs- regelung durch di« Reichsfleischkarte werden alle wirtschaftlich wichtigeren Fleischarten unterworfen: Hasen, Wild- geslügel, Gänse und Enten unterliegen der reichs- rechtlichen Regelung nicht. Sie können auch nach dem 2. Oktober ohne Karte gekauft werden, eS sei denn, daß einzelne Bundes st aaten auch das Fleisch dieser Tiere der Verbrauchs- regelimg unterwerfen, wozu sio berechtigt sind. Daß man diese Tiere der Reichsfleischkarte nicht imterstellie, hat ver- schiedcne Gründe. Vor allem fürchtete man. daß bei der niedrigen Höchstnienge von wöchentlich 250 Gramm, die vor- läufig nur gegeben werden kann, der Ankauf dieser Tiere für die Haushaltungen uninöglich sein würde. Sie würden deshalb wahrscheinlich sast ausschließlich in die Gastwirt« schaften wandern. Bei den Hühnern mußten diese Be« denken zurücktreten. DaS Verbot deS kartenfreten Verkaufs von Hühnerfleisch ist erwünscht Im Jnterrfle einer starken Produktion. Daß die wöchentliche Höchstmenge von 250 Gramm, die daS KriegSernährungSamt vorläusig festgesetzt hat, überall sofort voll gegeben werden kann, auch in den Orten, dle jetzt erheblich weniger erhalten, wird sich nickt erreichen lassen. Die einheitliche Ratio- nierung im ganzen Reiche soll aber die Grundlage für eine solche Verteilung deS Schlachtviehes bieten, daß möglichst bald die Höchst- menge wirklich überall gegeben werdrn kann. Die Bewohner der Orte, die bisher mehr all 2Sv Gramm erhallen, werden sich damit rrösten, daß ihre Mndermengrn anderen bisher besonder« stiefmütterlich be- handelten Bezirken zugute kommen. Der VerbrauchSregelung mußten auch die Selbstversorger unter- stellt werden. Als Selbstversorger gilt, wer durch HauZschlachtung oder Ausübung der Jagd Fleisch und Fleischwaren zum Verbrauch im eigenen Haushalte gewinnt. Diese Personen gänzlich von der VerbrauchSregelung frei zu lassen, war auS Gründen der Gerechlig- keit unmöglich, andererseits wäre«S unbillig und unklug gewesen. sie allzusehr zu beschränken. Eine gewisse Entschädigung für die Arbeit und Mühe der Mästung, für den Verlust beim Einschiachten und de« mit der Tierhaltung verbnndenen Risiko« mußte ihnen zu- gestanden werden, da andernfalls vor allem die Schweiiiemästung, die ja ganz überwiegend in der Hand deS kleinen Manne« liegt, unfehlbar stark zurückgegangen wäre und auch die Neigung, das Wild abzuschießen, geringer geworden wäre. DaS mußte man unbedingt verhindern. Deshalb wird dem Selbstversorger da« Schlacht« gewicht« de« ausgeschlachteten Tiere» nur zu einem Teile, zu drei Fünftel, beim ersten Schwein, da« eine Familie für sich schlachtet, nur zur Hälfte angerechnet. Man darf hoffen, daß hierin ein kräf- tiger Anreiz zur vermehrten Schweinehaltung liegt. Soweit die amtliche Darstellung. Unsere Bedenken gegen die Nichtelnbeziehung von Hasen und Geflügel werden durch sie keines- Wegs entkräftet. Auch Hasen und Gänse lassen sich ja ausschlachten. Und schließlich: wenn mehr Gänse und Enten in die Wirtshäuser gelangt wären, al» auf den Tisch der Wohlhabenden, so wäre die Verteilung noch immer rationeller und gerechter gewesen. So bleibt die Befreiung dieser Fleischwaren vom Kartenzwang eine Be« günstigung der vessersituierten. 3n öen ßußtapfen öes Jirnius alter. Der konservative.ReichSbote", der e» sich kürzlich an« gelegen sein ließ, den Inhalt der Schristen von Kapp und«Turnus alter weiteren Kreisen zugänglich zu machen, bringt unter der lieber- schrift.Noch einmal«hrnius alter" eine Zuschrift.von geschätzter Seite" folgenden Inhaltes: „Seit einem Jahre geht in Pribatkreisen von Hand zu Hand ein Schreiben des Missionars V o S l a m p, der bei der Einnahme von Tsingtau durch die Japaner zugegen war. Nach diesem Schreibe», da«, wie e« scheint, auch dem Juuius alter bekannt war, wäre die Kriegserklärung Japan« vermieden worden, wenn Deutschland der ostasiatischen Macht aus ihrer Geld- Verlegenheit zu Helsen bereit gewesen wäre.* Demgegenüber ist zu sagen: Von einer Andeutung oder gar einem Antrag japanischerseitS, Deutschland sollle Japan die Zinsen für die englische Schuld vorstrecken, ist an»i a ß a c b e» d e r Stelle nickt« bekannt. Bei der politischen Orientierung deS Kabinetts Okuina und insbesondere der durchaus anglophileu Richtung de« Minister« der auswärtigen Angelegenheit Kalo er- scheint ein solcher Antrag der japanischen Regierung aus- geschlossen. Auch die svon BoSkamp erwähnte) Teilung der I n t e r e s i e n s p ä r e n in China nach dem Plane de« General» Kamjo erscheint reichlich phantastisch." Zu dieser MiUcilung bemerkt der„ReichSbote": .Wir vermissen den Beweis für die Behauptung de« Juni«« alter, daß Japan durch eine Anleihe zu gewinnen gewesen wäre. Aber andererseits besriedigt uuS die vorstehende Miiteilung auch ganz und garnichr. Muß denn unsere Diplomatie immer erst warten, bi« ihr Angebote der Hilfe aus dem vcrabreichieller entgegengebracht werden? Konnte sie nicht selbst Fühlung nehmen und alle« iun, Japan, wenn nicht zu gewinnen, so wenigstens au» dem Spiele zu hallen!" Wir haben, das brauchen wir wohl nicht besonder» zu betonen, herzlich wenig für die Leistungen unserer Diplomatie vor und wäh- rend de» Kriege« übrig. Allein eine solche Art der Kritik, wie sie der.ReichSbote" hier der deutschen ostasiatischen Politik gegenüber beliebt, halten wir weder für llug, noch der Bedeutung der ange- schnilieuen Fragen angemejjen. «W lies Me« SWWMlS. Amtlich. GrojicöHauptquartier, 22. August 1916.(W. T. B.i Westlicher Kriegsschauplatz. Tic kämpfe nördlich der Sommc haben wieder größere AnSdehuuog angrnommeu. Mehrfache englische Angriffe gegen unsere zwischen Thicpval und Poziercs vor- gcbogcnc Linie wurden abgewiesen; eine vorspringende Ecke ist vcrlorcu gegangen. Nordöstlich von Poziöres und am Fourcanxwaldc brachen die feindlichen Sturmkolonnen in unserem Feuer zusammen. Erbittertc 5läi»pfe eut- spaunen sich um den Besitz des Torfes Guillcmout, iu das der Gegner vorübergehend eindrang. Tas württew- bergische Infanterieregiment Kaiser Wilhelm hat alle An- griffe siegreich abgewehrt und hat das Torf fest in der Hand. Mehrere Teiluntcrnchmungcn der Franzosen zwischen Maurepas und Clery blieben ohne Erfolg. Südlich der S o m in e griffen frisch eingesetzte französische Kräfte im Abschnitt Estre'cs-Sol)ccourt an; verlorene Gräben sind im Gcgenstosi wieder genommen. Ein Lfsizirr, 89 Mann blieben gefangen in unserer Hand. Cestlicher Kriegsschauplatz. Front des Gcneralfcld Marschalls von Hindenburg. Am Stochod setzten die Russen ihre hartnäckigen An- griffe in der Gegend von Rudka— Czerwisseze fort. Baye- rische Reiterei mit österrcichisch-ungarischen Dragonern wies den Gegner unter für ihn größten Verlusten jedesmal ab, nahm zwei Offiziere 379 Mann gefangen und erbeutete vier Maschinengewehre. Erfolgreiche Nntcrnchmuugeu gegen die feindlichen Vorposten bei Smolartz brachten uns 59 Gefangene und zwei Maschinengewehre ein. Am Lüh- und Grabcrka-Abschnitt und weiter südlich brachen russische Angriffe im allgemeinen schon im Sperr- feuer znsaininen. Bei Pieniaki und Zwyzyn drang der Gegner in kurze Grabenstücke ein, bei Zwyzyn ist er noch nicht wieder geworfen. Front des Generals der Kavallerie ErzhcrzogCarl. Wiederholte Gegenangriffe beiderseits des Czaruy- Czcrcmosz gegen nnsere neuen Stellungen auf dem Stepanski und der Kreta-Höhe hatten keinerlei Erfolg. Balkan-Kriegsschauplatz. Alle serbischen Stellungen auf der Malka Nidzc- Planina sind genommen, der Angriff ist im Fortschreiten. Mehrfach ist der zum Gegenstoß angesetzte Feind am Tzemaat Zcri und im Moglcna- Gebiet blutig zurück- geschlagen. Zwischen dem Butkova- nnd Tahinos-Scc sind fron- zösische Kräfte über den Struma geworfen, weiter östlich ist der Kamm der Smijuica-Planina gewonnen. Ober st e Heeresleitung. X* * Set OiletteiiMe GenetiilWMlA. Wien, 22. August 1916.(W. T. B.) Amtlich wird vcr- lautbart: Rusiischer Kriegsschauplatz. Hcercsfront des Generals der Kavallerie Erzherzog Carl. Bei Zabie, Bystr�ec und im Bereich des TartarrnyaflcS wurden mehrfache russische Angriffe abgeschlagen. Südwestlich von Zlelonc brachten unsere Abteilungen in erfolgreichen Gefechten hundert Gefangene und zwei Maschinengewehre ei». HeereLfront des G e n c r a l f e l d m a r s ch a l l s v. Hindenburg. Im Abschnitt Tcrepelniki— Picniali nahm der Feind seine Angriffe gegen die Armee des Generalobersten von Boehm-Ermolli wieder auf. Bo» einem schmalen Grabenstück abgesehen, um das noch gekämpft wird, sind alle Stellungen trotz schwerster russischer Opfer in unserer Hand. An der von Sarny nach Kowel führenden Bahn und bei Smolary verlor der Feind einige vorgeschobene Gräben, wobei zwei Maschinengewehre erbeutet wurden. Bei Nndka-Czercwiszeze»lachten die Russen auch gestern die größten Anstrengungen, auf dem Westufcr des Stochod Raum zu gewinnen. Sic büßten, überall restlos abgeschlagen, Taufende von Kämpfern ein und ließen zwei Offiziere, 27t> Mann nnd vier Maschinengewehre in unserer Hand. Inmitten bayerischer Reiterregimenter fechtend, haben sich unsere Kaiscr-Franz-Dragoncr wieder ihres bewährten Namens würdig erwiesen. Italienischer und Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert. Der Stellvertreter des Chefs des GcneralstabeS: von Hoefer, Feldmarfchallcutnant. Die Schiacht an öer Somme im Monat �uii. Erster Teil. Aus dem Großen Hauptquartier wird uns geschrieben: I. Als nach dem ersten stürmischen Anprall der deutschen Heere unsere Front im Westen aus strategischen Gründen an die Aisne zurückverlegt war, entstand in den Herbslmonaten 19l4 jene Linie, die. bei Noyon in den bekannten scharfen Winkel unibiegend, sich bis zum Meere erstreckt. Indem sie sich von Punkt zu Punkt der- lnorvelte, ging der Bewegungslrieg allmählich in die Form des Stellungskrieges über. Beide Gegner„bauten ihre Stellung aus", verivandelien sie in ein genau den örtlichen Verhältnissen ange- paßtes, kunstvolles, nach der Tiefe gegliedertes System von Schützen- graben mit vorgelegten Drahthindernissen, nach rückwäns mit den ccforberlichen Verbmdungs- und Annäherimgsgräben. Der Abschnitt, welchen unsere Gegner für ihre neuen und ge- wältigen Anstrengungen auscrwählt hatten, ,st in der Luftlinie etwa 10 Kilometer breit; er erstreckt sich in der Picardie zwischen 'den.Dörfern Gommeeourt, westnordwestlich von Bapaume, und Veimandovillers, südwestlich von' Psronne. Die beiden genannten Städte bildeten das Angriffsziel. Das Gelände ist teilweise leicht, teilweise Iläftig gewellte Ebene, fruckitbar und gut angebaut, mir vielen wohlhabenden Dörfern und wenigen kleinen Waldparzellen durchsetzt, diwei Wasserläufe bilden starke Einschnille. Zunächst der Sommesluß. Er läuft in kanalisiertem Zustande durch eine versumpfte Niederung von Süden her bis an die Sradt Psronne heran, dann mit starken Windungen in hauptsächlich westlicher Richtung. Zwilchen den Dörfern Curlu und Eclusier unterbrechen seine Windungen mit den von ihnen umschlossenen Sumpfwieien auf eine Breite von 1 Kilometer senkrecht das beiderseinge Grabensystem, an dessen Stelle hier nur Drahthindernisse vorhanden waren. Einen ähnlichen, allerdings nicht ganz so bedeutungsvollen Ein- schnitt bildet der Ancre-Bach, welcher von Nordosten nach Südwesten durch die Stadt Albert hindurch der Somme zuströmt, die er hinter der feindlichen Front westlich Corbie erreicht. Seine Niederung durchschneidet zwischen den Dörfern Thicpval und Hamel die hier etwas nach Südwesten znrückgebogenen betdersciligen Ausgangsstellungen. So gliedert sich das Gebiet der Somme-Schlacht in drei Ab- schnitte: den Nordabschnitt von Gommscourt bis Hamel. den mittleren Abschnitt von Thicpval bis Curlu und den Südabschnitt vom Südrand von Frise bis Vermandovillers, der alten Hauptstadt der Viromanduer. Die Dörfer und Waldstücke des Schlachtfeldes wurden zn Stütz- und Brennpunkten des gewaltigen Ringens. Die feindliche Stellung war l'/a Jahre lang ganz von Franzosen besetzt gewesen, bis die Engländer'einen Teil übernahmen. Der Punkt, an welchem sich die englische und die französische Front de- rührte», liegt aus einer Stelle, welche man etwa findet, wenn man eine gerade Linie vom Nordrande von Combles nach dem Südrande von Carnoy zieht. II. Der Angriff auf eine derartige Feldstellung bedarf erheblicher Vorbereitungen. Anzeichen wurden von unseren Truppen schon etwa Mitte Mai beobachtet. Von Ende Mai an wurde erhöhte Er- kundungslätigkeit angeordnet, der gegenüber der Feind sebr wachsam war. Verschiedene Palrouillcnuniernebmungen mißglückien daher. Bei anderen, erfolgreichen Aufllärungsveriuchen wurden Gefangene eingebracht, wober man feststellen konnte, daß der Gegner seine Grabenbesatzungen zusammenschob und verstärkte. Unsere Flieger er- kannten hinter der feindlichen Front erhöhte Tätigkeit, eine Menge neuer Feldbahnen und UiiterkunstSanlagen. Das alles gestaltete aber noch keinen sicheren Schluß auf Stärke und Umfang des bevorstehenden Angriffs. Denn der Feind entfaltete zugleich auch auf der übrigen Front eine lebhafte Tätigkeil, um seine Absichten zu verschleiern. Volle Klarheit kann erst der tatsächlich einsetzende Angriff liefern. Das erste bestimmte Anzeichen der feindlichen Absichten war daS Einsetzen einer starken Artillerievorbereitung, welche vom 22. Juni ab sich zu immer größerer Heftigkeit steigerte. Es wurde nun er» kcnnbar, daß der Feind auf schmalem Raum sehr viele Geschütze, darunter auch schwere Schiffsgeschlltze. angehäuft halte. Der taktische Zweck einer solchen Beschießung ist. die ausgebamen Stellungen, insbesondere die deckenden Unterstände und Stützpunkte iowie die vorgelagerten Drahthindernisse, endlich auch die Ruhe- stellungen hinler der Front und die Annäherungswege so voll- ständig wie möglich zu zerstören und die Widerstandskraft der Per- leidiger gründlich zu erschüttern. Dieses Wirkungsfeuer wurde da- durch unterstützt, daß der Feind auch vielfach Gasgranaten ver- wandte und in den Pausen seines Sperrfeuers bei geeigneter Luft» ftrömung Gas über unsere Stellung hinstreichen ließ. Den Per« teidigern, deren Nerven durch das viellägige Trommelfeuer ohnehin einer starken Belastungsprobe ausgesetzt waren, brachte das den weiteren Nachteil, daß sie wäbrcnd des erschöpfenden Wartenö auf den Angriff auch noch beständig die Gasmaske lragen mußten. Vom 25. bis 30. Juni steigerte sich die Beschießung zu einem ununter» brochenen Trommelfeuer. ES richtete sich gegen die ersten und zweiten Stellungen und die Artilleriestellungen, sowie gegen die Sommebrücken. Nach diesem siebentägigen Trommelfeuer hallen die Gräben der gesamten Angriffsfront stark gelitten. in.:• Am 1. Juli morgens S Ubr schwoll auf der ganzen Front von Gommscourt bis Vermandovillers, am meisten aber unmittelbar nördlich und südlich der Somme, das Trommelfeuer zu unerhörter Heftigleit an. Berderbcndrohend wälzten sich GaSwollen ihm nach. Von 9 Uhr an ward es deutlich, daß der wturm unmittelbar be» vorstand: Das Feuer prasselte hauptsächlich auf die vorderen Gräben. Ilm 10 Uhr 30 Minuten verlegte der Feind es auf unsere zweite Stellung und gleich daraus erfolgte auf der ganzen Linie der allge» meine Sturm. In einem Teil der berannten Stellungen fielen dem Feind Ge» fangene anheim; zerschossene Maschinengewehre und eingebaule Ge- schütze älterer Art wurden seine leichte Beute— diese selbstverständlich im letzten Augenblick von den Verteidigern gesprengt. Das Feuer der französischen Artillerie wurde durch Flieger gelenkt, welche auS geringer Hohe Bomben auf unsere Schützengräben warfen. Unsere Divisionen auf dem rechten Flügel des SüdabschnitteS hatten am Abend des ersten«chlachltages einen starken Ausfall an Artillerie. Trotzdem bedeutete für die Angreifer der erste Kampstag eine Enttäuschung. Aus allen Gefangencn-AuSsagen gehl hervor, daß Engländer wie Franzosen des Glaubens gewesen waren, der sieben- tägige Eisenhagel müffe die Wiederstandslrafl der Verteidigung bis auf den letzten Rest zertrümmert haben. Sie waren auf einen „Spaziergang" gefaßt gewesen und fanden trotzigen, hartnäckigen Widerstand, mußten sehen, wie der vernichtet geglaubte Feind schwere blutige Verluste in ihre Reihen riß. Unsterblich wird der Ruhm der Männer bleiben, die nach solcher Tage Hvllengraus noch unverzagt dem Feinde die Stirn geboten, seine Pläne gleich im Be- ginn zerschlagen haben. In der Dankbarkeit des Volkes leben die ihrem Posten bis zum Tode Getreuen fort, denen der einstürzende Graben das Ehrengrab geworden ist. An diesem ersten Tage des großen Angriffs haben die deutschen Truppen den nördlichen Abschnitt bis zur großen Straße SIberl— Bapaume in seinem ganzen Umfange gehalten. Südlich der Straße gelang es den Engländern, an vielen Stellen inunsere vordersten Gräben einzudringen, während die Franzosen gar bis zu den äußersten Rändern der Dörfer Hardöcourl und Curlu vorstießen und während der folgenden Nacht letzteres Dorf ganz in ihren Besitz brachien. In dem Abschnitt südlich der Somme fielen den Franzosen unseu vordersten Stellungen in der ganzen Breite des Abschnittes zwischen Somme und der Römerstraße in die Hand, und auch der Ort- ichaften Dompierre, Lecquincourt, BussuS und Fay konnte sich der Feind bemächtigen. Wie wenig aber der Gewinn des TogeS den Hoffnungen der Engländer entsprach, gehl am deutlichsten daraus hervor, daß nach einem Angriffsbefehl, der sich bei einem gefangenen Engländer gefunden hat, schon am ersten Tage die Linie Puisieux�Miraumonl— Martinpuich erreicht werden sollte. eine Linie, die heute, nach sieben Wochen, an keinem Punkt ein feindlicher Soldat— es sei denn als Gefangener— betreten hat. Während der Nacht vom 1. zum 2. Juli wurde auf deutscher Seite die Artillerie soweit angängig verstärkt. Viele außer Gefecht gesetzte Geschütze holte die hingebende Arbeit ihrer Bedienungs- Mannschaften noch im Lause der Nacht aus den verlassenen Batterie- stellungen zurück. Auch gelang es ohne Kämpfe und ohne nennens« werten Verlust. Jnfanterieverslärkungen in die gehaltene Zwischen» stellung einzubringen.(W. T. B.) der bulgarische Kriegsbericht. Sofia, 31. August.(W. T. B.) Heeresbericht vom 21. A u g u st. Am 2V. August rückten unsere im Struma-Tale zwischen dem Tachyno- und Butkowa-See operierenden Truppen vor und warfen den Feind auf das rechte Ufer der Struma zurück. Wir besetzten auf dem linken Ufer die Dörfer Hasnater, Baraklidyoumaya, Kumli, Elissan, . Todorovo, Nevolen,?)eniköj, Karadjaköh, Bala, Christian und i Kamila, wo wir uns einrichteten. Wir zersprengten die sroa- zösische Brigarde Pertier, die aus dem ersten, inerten und achten Regiment afrikanischer Jäger, drei Zuaven-Bataillonen und einer Abteilung reitender Artillerie zusammen- gesetzt war. Wir machten dabei vierzig Gefangene, darijnter einen Hauptmann nnd eine Abteilung Reiterei samt ihren Pferden. Die Franzosen ließen auf dem Gelände viele Tote und Vertvundete zurück. In dem Wardar-Tale das übliche Artilleriefeuer. Auf dem rechten Flügel wurde gestern die Offensive fortgesetzt. Unsere südlich Lerin(Florina) operierenden Truppen gewannen den Malareka-Äamm und setzen ihren Marsch nach Süden fort. Die östlich in der Richtimg Lerin— Banica—Gornitschevo—Ostrovo vorrückenden Truppen griffen die stark befestigte feindliche Stellung auf dem Kamme der Nidzc— Planina an, die von der serbischen Donau-Division und zwei Regimentern der Wardar-Division verteidigt wurde. Gestern abend gegen 6 Uhr bemächtigten wir uns dieser Stellung und des Dorfes Gornitschevo, wo wir eine ganze Kompagnie mit ihren drei Offizieren gefangen nahmen. Der Gegner zieht sich in östlicher Richtung zurück. Unser Vor- marsch hält an. Die feinölichen Heeresberichte. Ter französische Tagesbericht. Vom 21. A u g u st nachmittags. nach he stigcm Widerstande des Feindes unbeschädigt besetzt worden. I Die Infanterie deS Generals Berrange kam gestern früh in die gegenüberliegende Stellung. Der Feind nahm mit vier Ge- schützen eine starke Stellung auf einem Höhenpaß ein, der die Ebene beherrscht. Der Feind eröffnete das Feuer cur unsere berittene Infanterie, die auf der Flanke stand. Die berittenen Truppen griffen darauf an, während die In- fanteric im Zentrum über ein offenes Gelände unter einem Regen von Granatkartätschcn vorrückte. Der Feind er- öffnete das Gewehrfencr und setzte die Schnellseuergeschütze in Tätigkeit, aber die Infanterie rückte bis Mittag vor, wo sie den Feind auf der ganzen Linie unter Feuer nahm. Inzwischen be- gönnen die berittenen Truppen eine umgehende Bewegung, die den ganzen Nachmittag fortgesetzt wurde. Beim Anbruch des Abends blieben alle Truppen in den Stellungen, die sie nach zwölfstündigent Kampfe eingenommen halten, ohne zu essen und zu trinken, denn sie Ware» nach eincnr Llstündigcn Marsch sofort zum Angriff über- gegangen. Bei Tagesanbruch zeigte sich, daß der Feind seine Stellungen geräumt hatte. Unsere Verluste sind gering, wenn man die Stärke des Feindes und die Bedeutung der eroberten Stellung in Betrachr ziebt. Das Gefecht war das bartnäckigste, das wir bisher bei unserer Bewegung nach Westen gehabt haben. Zum letzten Seegefecht in üer Noröfee. Amtlich. Berlin, 22. A u g u st.(W. T. B.) Zu den gestern gemeldeten Erfolge» unserer U-Boote werden im Hinblick auf die amtliche englische Veröffentlichung folgende Einzelheiten auf Grund inzwischen eingegangener Meldungen bekanntgrgcbcn: Am 19. August, gegen 5 Ilhr nachmittags, sichtcfe eins unserer U-Boote fiiuf kleine englische Kreuzer mit südöstlichem KurS, die von zwei Zerstörer« stottillcn begleitet waren. Hinter diesen standen sechs Schlachtkreuzer mit starker Zerstörcrsicherung. Dem U-Boot gelang es, auf eine» der sichernden Zerstörer, der 4 Schornsteine hatte und anscheinend dem Typ „Mohawc" angehörte, zu Schuß zu kommen. Kurz nach dem Treffer sank der Zerstörer, mit dem Heck hoch aus dem Waffcr stehend. Als gleich darauf der gesamte englische Verband kehrt machte, griff das Boot einen der nunmehr hinten stehenden, 2ö Seemeilen laufenden kleinen Kreuzer vom Typ der Chatham-Klassc au. ES wurde» zwei Treffer, der eine in der Back, der andere im Maschinenraum beobachtet. Das Schiff bekam sofort starke Schlagseite und blieb liegen. Wege» der starken feindlichen Sicherung gelang eS dem U-Boot erst 2>/2 Stunden später, seinen Angriff auf den Kreuzer, der inzwischen ins Schlepp genommen war, zu wiederholen. Kurz vor dem Schuß des U-Bootes wurde beobachtet, wie ein 300 Meter querab stehender Zerstörer mit äußerster Kraft auf das U-Boot zulief und es zu rammen versuchte. Dies ging augenblicklich auf größere Wasscrticfc und vernahm gleich darauf eine starke Detonation über sich. Die feindlichen Zerstörer verfolgten das Boot bis zur Dunkelheit. Das Boot ist inzwischen wohlbehalten zurückgekehrt. Ter schwerbeschädigte kleine Kreuzer ist später von einem anderen unserer U-Boote vernichtet worden. vom v-öoot-Krieg. London, 22. August.(W. T. B.) Lloyds meldet: Ter italieni- (che Dampfer„E r i x" und der italienische Segler„D i a" sind versenkt worden. Zrieüensanfragen im Unterhaus. London, 21. August. lehne. Ich habe Gründe dafür, anzunehmen, daß ich hier auf Be> fangenheit stoße, und die zynischen Zeitungsartikel sprechen auch da- für."(Zu dem Beisitzer S a b a t h gewendet:)„Sind Sie daS gewesen, der mit der Unterkommission in mein Geschäft gekommen ist,— ich würde Sic dann ebenfalls ablehnen!(Heiterkeit. Sabath verneint.) Die Unterkommission hat meine Unterlagen gar nicht in Betracht gezogen, ich habe nichts»achzuzahlen, sondern zuviel gc- zahlt. Als ich hierher kam und die drei Herren sah, sagte ich so- fort,„ich bin gerichtet I" Der angeblich„befangene" Arbeitgeberbeisitzer erklärte hierzu, daß er zur Unterkommission mitbestimmt war, die die Geschäftsbücher des Beklagten nachzusehen hatte. Dieser war selbst dabei. Sowohl er, als auch die anderen Herren, haben dem Beklagten zugeredet, die Sache gütlich aus der Welt zu schaffen. Er betone noch einmal, daß er gegen den Herrn nicht im geringsten voreingenommen sei. Magistratsrat v. Schulz:„Ich kann Ihnen nur wiederholen, daß Sie die beiden ersten Herren überhaupt nicht ablehnen können, da dieselben gar nicht der Kommission angehören, kein Stimmrecht haben und die Entscheidung nicht beeinflussen können. Der dritte Herr aber, der, wie die anderen Herren Beisitzer, seine Tätigkeit hier völlig ehrenamtlich ausübt, hat persönlich nichts gegen Sie, es liegen gar keine Gründe zu Ihrem Antrag vor." Beklagter:„Dann werde ich Beschwerde gegen die SchlichtungS- kommission einreichen und die Sache verfolgen, bis ich sterbe!" Beisitzer Sabath:„Wenn die Sache noch nicht weiter ist, so hat der Beklagte selbst daran schuld, indem er die Verhandlung ber- schleppt hat. Wenn der Herr weiter angibt, als er hierhergekommen sei, habe er sich schon gesagt, er sei gerichtet, so ist dies eine Be- leidigung der Schlichtungskommission, die ich zurückweise. Dem Be- klagten ist die weitgehendste Möglichkeit, sich zu verteidigen, geboten worden und bis jetzt ist noch kein Urteil gefällt. Hätte er sich den Anordnungen der Kommission gefügt, dann wäre die Angelegen- heit schon erledigt." Nachdem die Kommission sich zurückgezogen hatte, verkündete Magistratsrat v. Schulz:„Ter Antrag des Beklagten ist abgelehnt worden, da niemand sich für befangen erklärt hat". Mattern:„Ich werde dagegen Beschwerde einreichen". v. Schulz:»Das steht Ihnen srei, aber verhandelt wird doch." Der Beklagte behauptet nunmehr wiederum, daß er mindestens 4000 M. an Löhnen zuviel gezahlt habe. Der Vertreter des BckleidungSamteS wies darauf hin, daß die Arbeitsbedingungen öffentlich bekannt gegeben waren und daß laut Bestimmung des Oberkommandos für alle Bekleidungsämter die Lohnbcdingungen des Gardckorpsbekleidungsamtcs unabgcändert zu gelten hatten, also W o ch e n l ö h n e nicht gezahlt werden dürfen, sondern nur Stücklohn. Der Beklagte habe die Be- dingungen nicht eingehalten und könne nicht nur zur Nachzahlung verurteilt, sondern auch mit dem iünsfachen Betrag der zu wenig gezahlten Summe bestraft werden. Wie Kunze mitteilte, beträgt die Summe 14 000 M. Zur weiteren Klärung der Frage wurde die Sache nochmals an eine Unterkommission verwiesen. Deutsches Reich. Textilarb eiter-Fürs orge. Auf Ersuchen der drei Tcxtilarbeiterverbände hielt mit deren Vertretern der Regierungspräsident in Frankfurt a. O. am der- gangencn Mittwoch eine Besprechung ab, an der auch mehrere Ar- beiterbeisitzcr ans örtlichen UnIerftützungSausschüsscn verschiedener L a u i i y e r Städte teilnahmen. Den Arbcilcrvcrtreiern wurde dadurch Gelegenheit gegeben, die Wüniche der Webstoffarbeiter, die auf einen Ausbau der Wcbstoffarbeiicr-Fürsorge hinauslaufen, ausführlich darzulegen. Im wesentlichen wird von dieser Seite die Bildung einer den Ortsausschüssen übergeordneten und durch einen Regicrungsbcamten geleiteten BezirkSstelle für die Webstoffarbeiter- Fürsorge angestrebt, in welcher Abgeordnete der Unternehmer, der Arbeiter und der Gemeinden berufen werden sollen. Ferner wurde die Anpassung der Unterstützungssätze an die seit Einführung der Fürsorge eingetrelene Verteuerung deS Lebensunterhalts als äußerst dringlich bezeichnet und auf die demnächst sicher zu erwartende Stei- gerung der Zahl völlig erwerbsloser Webstoffarbeiter hingewiesen. Nach Erörterung der von den Arbeiterverirelern vorgetragenen Wünschen sicherte der StegierungSpräsident zu, der Angelegenheit weiter nachgehen zu wollen.___ Vom Zcntralvorstand dcö Tcxtilarheitcrvcrbaudcs erhalten wir folgende Zuschrift: Vor einiger Zeit ging durch die Preffe eine anscheinend vom christlichen Textilarbeilcrvcrbande stammende Mitteilung, in der die Antwort deS Staatssekretärs Dr. Hclffcrich auf eine Eingabe des Vorsitzenden des christlichen Textilarbeiterverbandcs Reichstagsabgcordnsten Schiffer nütgeteilt wurde. Durch diese Notiz, sowie auch durch Versammlungsbeschlüsse ist der Anschein erweckt worden, als wenn der christliche Textil- arbcilerverband vorzugstveiie informiert würde. DaS ist durchaus nicht der Fall. Eine wörtlich gleichlautende Antwort ist auch dem Deutschen Tcxtilarbcilcrvcrbande schon vor längerer Zeil, datiert vom 10. Juli 1016, zugegangen. Wir hatten zur Zeil leine Ursache. die Notiz der Oeffentlichkeit zu übergeben und die Gemeinden dadurch nochmals auf die BundeSralSverorVnung vom 13. April 1016 zu stoßen, zumal durch die Antwort des Staatssekretärs an dem In- halt der genannten Bundesratsvcrordnung durchaus nichts geändert wird, wie ja auch die christliche„Tcxliiarbcilcrzeitung" in ihrer Nummer 33 vom 10. August 1016 zuglbl, indem sie resümierend bemerkt: Aus diesem Bescheid geht klar hervor: 1. Die Prüfung der Bedürstigkeil ist geboten! 2. für geringen Lohnausfall soll Unterstützung nichl gewährt werden! 3- ist die Bedürftigkeit an- erkannt, so ist der BundeSratsverordnung Genüge geleistet und die Gemeinden haben das Recht, nach e i g e n c>n E r m e s s e n die sonstigen Bestimmungen zu treffen, so a) hinsichtlich aller änderen Voraussetzungen iür das Anrecht auf Unterstützung. b) hinsichtlich der Höhe und c) der Art der Unterstützung; 4. bei Anerkennung der Bedürftigkeit darf die Unterstützung angemessen hoch sein. Darauf muß in denGe- meinden eingewirkt werden; ö. Beschwerden sind zu richten zunächst an die AufsichtSinstanzen(in Preußen: Landräte, Regierungspräsidenten, in Bayern, Württemberg und Baden an die Bezirksämter), dann an die Landesregierungen(Minister deS Innern und Finan�minister). ES lag um so weniger Ursache bor, die Antwort damals zu der- öffentlichen, als die Reichskonferenz in Bamberg in greifbare Nähe gerückt war und dort die Wünsche und Forderungen der Textil- arbeitcr in aller Oeffentlichkeit formuliert wurden und auch den StaatSregierungen zugängig gemacht worden sind. An der Reichs- konfsrenz hat sich allerdings der christliche Textilarbeiterverband nicht beteiligt. Vielleicht war ihm die Antwort des Staatssekretärs ge- nügend._ Mus der Partei. Vom Fraktionsvorstand der Sozialdemokratischen Arbeits- Gemeinschaft werden wir um Aufnahme folgender Mitteilung ersucht: DaS Fraktionssekretariat der Sozialdemokralischen Arbeitsgemeinschaft ist bis auf weiteres vom Genossen Vogtherr übernommen worden. Alle Zuschriften für die Sozialdemokratische Arbeits- gemeinschast sowie Wünsche nach Rednern sind an die Adresse E. Vogtherr, M. d. R., Berlin, Reichstag, zu richten. Rnfgelöste Lersammlung. Den Parteigenossen in Halle war zum 17. August eine Mitgliederversammlung genehmigt worden mit der TageS- ordnung: Bericht der sozialdemokratischen Stadtverordneten- fraklion über ihre� Tätigkeit. ES war die Bedingung gestellt, daß die einzelnen Redner Ausführungen besonders hinsichtlich der Lebensmittelversorgung der Stadt vermeiden, die geeignet sind, Beunruhigungen in der Bevölkerung her- vorzurufen". Die beiden den Tätigkeitsbericht erstattenden Stadt- verordneten konnten ungestört sprechen. Als aber in der Diskussion der Abgeordnete Genosse Albrecht nach einer allgemeinen Einleitung forderte, daß gegen das lange Wartenlassen vor den Läden und Verkaussstünden auch hier Protest erhoben werden müsse, wurde die Versammlung polizeilich aufgelöst.(z) Mus Industrie und Handel. Verlängerung der Zinkvereinigung. Der Vertrag der Zinkvereinigung wurde bis zum 31. März 1917 verlängert ohne die Firme G. v. GiescheS Erben, welche zu den Ver- Handlungen nicht erschienen war. Die Nachfrage nach Zink ist leb- Haft, der Verkauf für September/Oktober wurde freigegeben. Die französische Handelsbilanz. .TempS' zufolge wurden nach der amtlichen französischen tatistik im Juli 1016 Waren im Werte von 033 253 000 Fr. ein- geführt, während die Ausfuhr nur 276 200 000 Fr. beträgt. Damit besteht, wie„TempS" feststellt, im Wirtschaftsverkehr Frankreichs mit dem Ausland eine nie erreichte Unterbilanz von 677 Millionen Frank. Die Zahlen sind jedoch nach den für 1014 geltenden Preisen berechnet. Um die tatsächliche Höhe der Uuterbilanz zu erhalten, schätzt„Temps" in Anlehnung an die amt- liche Statistik die Erhöhung der Preise bei der Einfuhr auf 01 Proz., bei der Ausfuhr auf 30 Proz. Die so erhaltenen Werte, für die Ausfuhr 414 Millionen und für die Einfuhr 1820 Millionen. ergeben eine Untcrbilanz von 1406 Millionen Frank. Dieselben Werte für die ersten sieben Monate des Jahres 1016 seien für die Ausfuhr 2000 Millionen, für die Einfuhr 10 336 Millionen Frank. was für das laufende Jahr bereits eine Unterbilanz von 7346 Mil- lionen ergebe. Soziales. VerftSsie gegen de« Militärfchncidertarif. Der Unternehmer Gustav Damm hatte einen großen Posten Militärreithoscn in Auftrag bekommen und ließ die Näharbeiten daran den Heimarbeiterinnen ausführen. Für diese Arbeit schreibt der Tarif einen Arbeitslohn von 1,03 M. vor. Damm zahlte aber nur 70 Pf. Eine Anzahl der so geschädigten Arbeiterinnen ließen vor einigen Monaten durch den Schneidervcrband Klage auf Nachzahlung der Differenz bei der SchlichtungSkommission erheben. Hier kam ein Vergleich zustande, wonach Damm eine sehr beträchtliche Summe an den SÄneiderverband zahlte. Mit dem Gelde sollte der Verband alle Lohndiffcrenzforderungen be- gleichen, die von Arbeiterinnen, welche für Damm beschäftigt waren, bis zu einem gewiffen Termin erhoben würden. Das ist geschehen. Mehr als 00 Arbeiterinnen sind auf diese Weise zu ihrem vollen ariflohn gekommen. Aber, als das Geld ausgegeben nnd der im Vergleich festgesetzte Termin verstrichen war, kamen immer noch andere Ar- beiterinnen, die ebenfalls Nachzahlung verlangten. Die SchlichtungS- kommission konnte ihnen nicht mehr helfen, demr die Lieferung der Arbeiten lag so weit zurück, daß nach den für die SchlichtungS. kommission festgelegten Bestimmungen Verjährung eingetreten war. Doch den Arbeiterinnen stand noch der Klageweg beim Ge- Werbegericht offen. Aber auch auf diesem Wege bekamen sie nichts, denn die zuständige Kammer 1 des GewerbegerichlS steht bekanntlich auf dem Standpunkt, daß für Forderungen aus dem Arbeitsverhältnis nicht der Tarif, sondern nur die in jedem Einzel- falle zwischen Arbeiter und Arbeitgeber getroffene Lohnvereinbarung maßgebend ist. Da eine Vereinbarung von 70 Pf. Stücklohn als vorliegend angeschen wurde, find die Klägerinnen abgewiesen worden. Nun ist ja im Dezember 1013 eine Verordnung des Ober- kommandoS in den Marken erlassen worden, welche bei Strafe verbietet, Lohnvercinbarungen zu treffen, die von den Tarif- ätzen abweichen, welche daö KriegSbekleidungSamt des Gardekorps mit den Arbeitgeber- und Arbeimehmerorganisationen vereinbart hat. Diese Verordnung bezieht sich auf alle von den BcilcidungS- ämtern vom 1. Januar 1916 ab in Auftrag gegebenen Arbeiten. Im Hinblick auf diese Verordnung glaubten einige Arbeiterinnen, die bis Milte Januar unter den angeführten Verhältnissen für Damm gearbeitet haben, noch etwas herausholen zu können. Aber auch darin sahen sie sich getäuscht. Bei beiden Abteilungen der Kammer I des GewerbegerichtS sind in allerletzter Zeit einige derartige Klagen anhängig gemacht und abgewiesen worden. Das geschah, soweit es sich um Arbeiten handelt, die bis Ende 1013 geliefert wurden, auf Grund deS vorstehend angeführten RechrSstandpunkteS der Kammer I. Soweit es sich um im Januar 1016 gelieferte Arbeilen handelt, hielt das Gericht ür festgestellt, daß der Beklagte diese Arbeiten schon im Dezember 1013 vom Beklcidungsamt in Auftrag erhalten hat. Da aber die Verordnung ausdrücklich sagt, daß sie sich auf solche Arbeiten bezieht, die von BekleiduugSämtern vom 1. Januar 1916 ab in Auftrag gegeben werden, so fallen nach den Urleilen beider Abteilungen der Kammer 1 deS GewerbegerichtS die im Januar von den Klägerinnen gelieferten Arbeiten nichl unter die Verordnung. Auch hier gilt nach Ansicht des Gerichts noch die freie Vereinbarung, so daß auch die ür im Januar gelieferte Arbeiten geforderte Nachzahlung ab« gewiesen wurde. Es handelt sich bei diesen Klagen in jedem Einzelfalle um Forderungen von mehreren hundert Mark. Die Klage- rinnen haben also das Recht der Berufung und wollen davon Gebrauch machen. Gen'chtszeltung. Beleidigung und Duellforderung. Eine Anklage wegen Beleidigung und Herausforderung zum Zweikampf hatte gestern die 4. Ferienstrafkammer des Landgerichts I unter Vorsitz des LondaerichtSdirektorS Westermann gegen den Großherzog l. Sächsischen BezirkSkommissar a. D. Kurt von Siran tz, Rittmeister a. D. zu verhandeln. Der Angeklagte, der Mitbegründer des Deutschen Wehrvereins ist, hielt am 31. Juli 1013 in einer in Frank« furt a. M. stattgefundenen Versammlung, die vom Deutschen Wehr- verein veranstaltet worden war, einen Vortrag. Außer Dr. Rohr« b a ch sprach der Angeklagte und warf in seinem Vortrage einen Rückblick auf daS vergangene Kriegsjahr und stellte einen Ausblick auf die in der Zukunft zu erwartende Entwickclung. Die Zeitungen hatten über den Vortrag kurz berichtet. Aus einem vom Polizeipräsidenten von Rieß an das stellvertretende General« kommando erstatteten Bericht ergab sich jedoch, daß Herr von Strantz Ausführungen gemacht hatte, die Anstoß erregt und mehrere Teilnehmer der Versammlung zum Verlassen des Lokals veranlaßt haben sollen. Vom kommandierenden General wurde infolgedessen bei der Presseabteilung des stellvertretenden Generalkommandos in Frankfurt a. M. angefragt und ein Bericht darüber eingefordert, od nicht vorher von Herrn v. Strantz der Text feiner Rede eingefordert worden sei. Darauf wurde von dem Hauptmann Warneke aus der Presseabteilung Bericht dahin erstattet, daß mit Herrn v. Str. Vorbesprechungen statt- gesunden haben, in welckien ihm deutlich gesagt worden sei, welche Punkte in seiner Rede nicht berührt werden dürfen. In diesem Berichte befinden sich Aufzeichnungen über Bemerkungen, die Herr v. Strantz über hohe Beamte gemacht habe. Der Angeklagte ist dann von dem Leiter des hiesigen Presseamts, Major De ntelmoser gehört worden und hat sowohl diesem gegen« über, als auch in einem an Herrn v. Falkenhayn gerichteten Briefe B eleidigungen gegen die in der Preßsteve tätigen Herren Major Warneke und Hauptmann NeuhauS gerichtet, u. a. ihnen„Lügen" vorgeworfen, gesagt, daß sie»A f f i l i i e r t e" der„Frankfurter Zeitung" seien, die a n t i m i l i t a- r i st i s ch und a n t i n a t i o n a l sei und dergleichen mehr. Er wollte, w ie er in der Verhandlung sich ausdrückte, damit andeuten, daß die Herren in der Erledigung ihrer Obliegenheiten nicht paritärilch verfahren. In dem weiteren Verlaufe dieser An« gelegenheit fühlte sich der Angeklagte durch den General der Infanterie z. D. Freiherrn von Gall zu Frankfurt a. M. beleidigt und hat an diesen, nachdem der von ihm zur Vcrmittclung angerufene Fürst von Isenburg diese nicht durchzuführen vermochte, einen Brief geschrieben, dessen Inhalt von der Anklage ol« Herausforderung zum Zweikampf angesehen wird, nach der Behauptung des Angeklagten aber nur den Zweck hatte, einen Ausgleich herbeizuführen. Nach Schluß der Beweisaufnahme beantragte StaatSanw. Rat Dr. Weikmann einen Monat Gefängnis und zwei Monate Festungshaft. DaS Gericht hielt, wie der Vorsitzende verkündete, für erwiesen, daß der von dem An« geklagten angezweifelte Bericht durchaus wahr ist. Der Angeklagte habe aber auch in seinem Briefe an Exz. v. Falkenhahn von „Lügen" und„Verleumdung" gesprochen, zu denen nach seiner Ansicht die Beleidigten„offenbar durch ihre Beziehungen zur „Frankfurter Zeitung", die bis zum Kriegsausbruch in anti- militaristischer und antinationaler Weise den Wchrverein angepöbelt habe" veranlaßt worden seien.— ES handle sich um so schwere Beleidigungen, daß der Gerichtshof geschwankt habe, ob nicht eine Gefängnisstrafe am Platze sei; er habe aber schließlich doch noch aus Geldstrafe erkannt, weil der Angeklagte die Beleidigung aus- gesprochen habe im Getriebe deS parteipolitischen Kampfes und er eine Persönlichkeit sei, die offenbar seine Zunge nicht im Zaume habe. Das Gericht erkannte wegen der Beleidigung auf 1000 M. G e l d st r a f e, eventuell für je 13 M. einen Tag Gefängnis, und wegen der Herausforderung zum Zweikampf auf einen M onat Festungshaft. Fleisch mit Knochen ist kein„schieres" Fleisch. Bei dem Schlächtermeister Bogalski fragte eines Tages eine Frau an, ob sie„schiereS Fleisch" zum Braten erhalten könne. Sie erhielt eine bejahende Anlwort. Sie erbat sich 360 Gramm, erhielt aber nicht das Verlangte, der Meister gab ihr aber nur 203 Granim „schieres Fleisch" und packte 65 Gramm Knochen bei. Da der Preis. den er dafür verlangte und erbielr, den festgesetzten Höchstpreis über- schrilt, wurde die Anklage erhoben. Ter Angeklagte behauptete, daß hier lediglich ein Irrtum obwallen könne. DaS Gericht hielt aber mindestens eine starke Fahrlässigkeit für vorliegend und verurteilte den Angeklagten zu 13 0 M. G e l d st r a f e. Entwendung oder Diebstahl von Kohl? DaS Landgericht Deffau verurteilte am 20. Februar vier Frauen wegen gemeinschaftlichen Diebstahls, und zwar zwei zu je einer Woche, die dritte zu zwei Wochen und die vierte, wegen Eigeniumsvergchens vorbestrafte Frau zu fünf Monaten Gefängnis. Gestohlen waren ungefähr 3 Schock Kohl- köpfe, Weißkohl, Wirsingkohl und Skotkohl, im Gesamtwerte von etwa 30 M. Das Reichsgericht verwarf am Montag die gegen daS Urleil eingelegte Revision, weil daS Landgericht ohne RechtSirrtum festgestellt habe, es handle sich um nicht unbeträchtliche Mengen und deshalb komme der ß 370 Ziffer 3 deS Strafgesetz- bucheS nichl in Betracht, der für Entwendung von NahnmgS- oder Gcnußmiltekn zum olsbaldigen Verbrauch in geringer Menge oder von unbedeutendem Werte nur Geldstrafen oder Haft bis zu sechs Wochen androht.__ Eingegangene Druckschriften. Das vaterländische Gebot der Stunde. Rede von W, Kahl. 36 Pf. >. Reimer. Berlin W 10. Menschen im Kampf. Von ffi. Moreck. 1 M,— I. Hoffrnann, Stutlqart. Ter deutsche Krieg. Heft 7S: England, Töncmart nnd«riechen- land. Von Dr. W.(Soetze. 50 Pf.— Deutiche VerlagSanslalt, Stuttgart. Menschlichkeit. Von Dr. Helene Stöcker, lSonderdr der Neuen Ge- neratton.) 30 Pf.— Oestcrheld u. To,, Berlin W 15. Jahrbuch der Kraiikcnvcrstcherung Ivl». 186 S.— Verlag deS Haupwerbandes deutscher Ortslrankenkalscn in Dresden. Oesterreichs Erneuerung. Polilisch-programmatlsche Aufsätze von Dr. K. Renner. 3. Band. 2,50 M.— I. Brand u. Co., Wien 6, Der deutsche Wald und leine reiche Ernte. Bon H. Gerhard«. 1 M.— Heusers Verlag, Neuwied. Gcschlechtspiychologie nnd Krieg.— Moderne BcvölkcrungS- Politik. Beide Schriften von Dr. Helene Stöcker. Einzelh. 30 Pf.— Oesterheld u. Co., Berlin 1V 15. Kriegsinvaiide». Fürsorge und Gewerkschaften, von J. Kurth. 60 Pf.— Birk u. Co., München. Erzählungen und Essays von W. Butler Deal«, ö M., geb. 6 M. Jnsel-Vcrlag, Leipzig. Dürer-Bund-Flugschrift 158: Die Oftleeprovinzen Est-, Lid-, Kurland. Von A. v. Wvlffen. 80 Pf.— 159: Drrt Betträge zur Aiisdrnrkskultur. Von H. Steinhausen. 30 Pf.— G. D. W. Callweh, München. Tic deutsche Jugend und der Weltkrieg. Von Fr. W. Förster. 2,60 M., geb. 4 M.— Leilag„Naturwissenschaften-', Leipzig. Der Kamps um die Ostsee(�44—1021). Von Prof. A. Szcla« gowski. Geh. 3 M.— Neue Deutsche Bücherei, Berlin 31V 68. «Dchwetzer Illustrierte Zeitung-'. Nr. 34. Erscheint jeden Sonn- abend. Halbjahr 5 M.— Ningier u. Cie., Zofingen(Schweiz). Verantw. Rehakt.: Alfred Wielevv. Neukölln. Jnstratentest verantw. Tb. Gl-cke.Berlin. Truck>l.Verlaa:LorwärtSBuchdr.ll.VerlagSanftaItPaul St., gerL-Co., Berlin LV7. Hierzu 1 Berlage». Unterhaltung»»!. Nr. 231. 33. Zahrgang. DrilM iw Jotmiils" Derliiier WsM Mittivoch, 33. August UM6. Chronik des Weltkrieges. 2». August RS 14. Nördlich von Metz wurden die Franzosen zu beiden Seiten von Longwy zurückgeworfen. In Lothringen wurde die Verfolgung der geschlagenen Franzosen fortgesetzt und die Linie Lünewyl-Plamont erreicht. Auf das japanische Ultimatum wurde dem Berliner japanischen Geschäftsträger folgende Antwort gegeben: „Auf die Forderungen Japans hat die deutsche Regierung keinerlei Antwort zu geben. Sie sieht sich daher ver- anlaßt, ihren Botschafter aus Tokio abzuberufen und dem japanischen Geschäftsträger in Berlin feine Pässe zuzu- stellen." 2». August ISIS. Auf dem w e st l i ch e n Kriegsschauplatz ist die Lage unverändert. Auf dem östlichen Kriegsschauplatz dauert das Bor- dringen der deutsch-öfterreichischen Armeen an. Ueber 7000 Gefangene werden neuerdings eingebracht. Die englische und französische Regierung haben beschlosien, die Baumwolle auf die Liste der absoluten Kriegskonterbande zu setzen. Hauseinsturz in Charlottenburg. Z Personen tot, 20 schwer verletzt. Im Hause Wallstraße 95 in Charlottenburg erfolgte gestern, DieuStagmorgen, eine heftige Gasexplosion, durch die das zweite und dritte Stockwerk sowie die Gicbclwand zum Einsturz ge- bracht wurden. Drei Hausbewohner wurden von den Trümmern verschüttet uud von der herbeigerufenen Feuerwehr befreit, alle drei sind tot. Zeh« Personen erlitten schwere Brandwunden und mußten nach dem Charlottenburger Krankenhaus geschafft werden. Viele wurden durch Glassplitter verletzt. LLir erfahren hierzu folgende nähere Einzelheiten: In dem schon ziemlich alten dreistöckigen Hause Wallstraße SS sollte die Gasanlage einer gründlichen Aenderung unterzogen werden. Zu diesem Zweck hatten am Montag Arbeiter der Charlottenburger städtischen Gaswerke den Hauptgasmesser herausgenommen. Die dadurch freigewordenen Rohrleitungsenden sicherten sie den Vor- schristen entsprechend, indem sie die Oeffnungen sorgfältig ver« stopften. Gegen>/z4 Uhr nachts, alS alle Hausbewohner im tiessten Schlafe lagen, erfolgte plötzlich eine furchtbare Explosion, deren gewallige Detonation in weitem Umkreise die Schläfer aufschreckte. Mit fürchterlichem Krachen barsten das zweite und dritte Stockwerk und stürzten, die Bewohner mit sich in die Tiefe reißend, vollständig zusammen. Eine entsetzliche Panik entstand. In die Hilferufe der Verunglückten und da? Stöhnen der Ver- schütteten mischten sich immer wieder die Detonationen kleinerer Gasexplosionen, Holz- und GlaSsplitter flogen umher und ver- ursachien zahlreiche Verletzungen. Wenige Minuten nach Ausbruch der Katastrophe war die Charlottenburger Feuerwehr unter Führung deS Branddirektors Leupold zur Stelle. Die Wehr war auf eigenartige Weise fast automatisch durch die Explosion alarmiert worden. Der vor dem Hause be- findliche Feuermelder war durch die gewaltige Erschütterung, die die Explosion verursacht hatte, augenblicklich in Tätigkeit gesetzt worden, so daß die Wehr glücklicherweise schon nach ganz kurzer Zeit an der Unfallstelle eintraf und die Rettungsarbeiten in Angriff nehmen konnte. Nach angestrengten Bemühungen der Feuerwehr- leule gelang es schließlich, die Verunglückten aus den Trümmern zu bergen. Zwei derselben waren bereits tot, eine ganze Anzahl schwerer und leichter verletzt. Die ärztliche Hilfe leistete den Ver- unglückten die Unfallstation vom Roten Kreuz in der Cauerstraße, deren dirigierender Arzt Dr. Weißblum ebenfalls in kürzester Zeil an der Unfallstelle erschienen war und die ärztlichen Rcttungsarbeiten leitete.« Die Verunglückten. Das Haus Wallstraße SS ist ein dreistöckiges HauS mit Seiten- flügeln und Oucrgebäude, in dem etwa 40 bis SO Arbeiterfamilien wohnen. Es ist an dem scharfen Knick der Wallstraße gelegen und das NebcnhauS der früheren GambrinuS-Brauerci. In der zweiten Etage, und zwar in dem östlich gelegenen Teil, wohnte u. a. eine Frau Wichert mit ihren drei 8, 10 und 13 Jahre alten Kindern und einem Schlafburschen, einem älteren Manne namens Dikomeit. In dieser Wohnung ist der Herd der Explosion zu suchen. Wie bereits mitgeteilt, war am Montag der defekte Gasmesser abgenommen und das Zu- unv Abflußrohr vorschriftsmäßig verdichtet worden. Dikomeit ist Gelegenheitsarbeiter und ein Trinker. ES wird mit der Mög- lichkeit gerechnet, daß D. in der Trunkenheit die Verdichtungen in der Nacht zum Dienstag mit einer Kerze abgeleuchtet bat. Denn nur so läßt sich die Explosion, die einen furchtbaren Umfang an- genommen hatte, erklären. D. gehört zu den beiden Toten, die bisher aufgefunden wurden. Die zweite Tote ist Frau Wichert, deren Mann im Felde steht. Sie wurde zwar noch lebend heraus- gebracht, verstarb aber bereits kurze Zeit nach der Einlieferung im Krankenhause. Die dritte Tote ist Frau Urbe. Bisher sind zehn Personen, zumeist Frauen und Kinder, mit schweren Verbrennungen zweiten Grades nach dem Kranlcnhaus Westend mittels Kranken- automobilwagens eingeliefert worden. Zehn ebenfalls verletzte Per- sonen wurden in daS Bürgerhaus geschafft und eine große Anzahl haben Nervenchock erlitten. Leider muß mit ziemlicher Bestimmtheit angenommen werden, daß damit die Totenliste noch nicht erschöpft ist und daß sich unter den Trümmern, die den Hof des Hauses bedecken, noch mehrere Personen befinden. Es dürften dies ein Mädchen Klara Weiß, eine Tochter der schwerverletzten Trohlschen Eheleute, sowie ein bei dieser Familie wohnhaft gewesener Schlafbursche sei», deffen Name noch unbekannt ist. Es befinden sich ferner im Krankenham'e Westend mir erheblichen Brandwunden der Arbeiter Hermann Trohl, der einen Schädelbruch erlitten hat, seine Frau, die 20 jährige Anna und die 12 jährige Martha Trohl, die Anfang der dreißiger Jahre stehenden Eheleute Hermann und Berta Schön, der 25 jährige Arbeiter Otto Schulz, und eine Frau Grott. Außerdem liegen da- selbst mit leichteren Schnittwunden acht Kinder, von denen fünf zur Familie Wichert und drei zur Familie Trohl gehören. Die Unfallstätte bietet einen schaurigen Anblick. Der östliche Winkel des Hauses, ge- rade dort, wo die Wallstraße einen scharfen Knick macbt, ist durch die Explosion vollkommen zertrümmert. Hier llaffi dem Beschauer eine etwa sechzehn Meter hohe und fünf Meter breite Lücke entgegen, J die sich von der Straße bis auf den Hof hinzieht. Nichts von dem Mobiliar ist übrig geblieben. Nur ein riesenhoher Trümmerhaufe zeugt von der Gewalt, mit welcher die Wohnungen in der zweiten und dritten Etage zerstört wurden. Die Feuerwehr mußte bereits um 7 Ubr morgens, nachdem sie vier Stunden hindurch mit der denkbar größten Anstrengung gearbeitet, aufhören, da Einsturzgefahr des Giebels vorhanden war. Kriegsinvaliden als Retter. Ganz besonders verdient hervorgehoben zu werden, daß bei den Rettungsarbeiten vier Kriegsinvaliden, Männer, die nur noch einen Arm besitzen, sich in erster Reihe um die Reffung der Be- wohner jenes Haut'eS verdient gemacht haben. Es waren dies die Kriegsbeschädigten Rudolf Wagner und Paul Schulz, beide Canner Straße 28 wohnhaft, Erich Karrel, Berliner Str. 43, und Bruno Wagner, Kaiserin-Augusta-Allee 22 wohnhaft. Die vier Kriegs- beschädigten kamen gerade vorüber, alS die Explosion erfolgte. Sie drangen in das über und über verqualmte Treppenhaus ein und holten hintereinander etwa 20 Personen heraus, bis sie selbst er- schöpft zusammenbrachen. Diesen braven Männern ist es zu danken, daß die Zahl der Opfer nicht noch größer geworden ist. » Weitere Mitteilungen besagen: Die in Aussicht genommene Sprengung der Trümmer deS OsiflügelS ist gestern nicht mehr vorgenommen worden und wird auch vorläufig nicht stattfinden, und zwar mit Rücksicht auf eine damit eventuell verbundene Gefährdung der Nachbarhäuser der an jener Stelle sehr schmalen Wallstraße. Vielmehr soll die Giebel« wand, die sich im Laufe des Dienstag nicht unerheblich gesenkt und geneigt hat, abgetragen werden, und zwar von einer Baufirma, die gleichzeitig die erforderlichen Absteifungs« und Sicherheitsarbeiten vornimmt. Erst dann kann die Feuerwehr an die Ausräumungsarbeiten gehen und erst dann können die Leichen, die mutmaßlich noch unter den Trümmern liegen, geborgen werden Die Unfallstelle selbst, die den ganzen Tag über bis in die späten Abendstunden von einer vielhundertköpfigen Menschenmenge umlagert wurde, ist polizeilich streng abgesperrt. Es hat immer mehr den Anschein, und ist durch die Vernehmung der Kinder der Wichertschen Familie festgestellt worden, daß der Arbeiter Dikomeit die Explosion verschuldet bat. D. hatte früher bei den Wichertschen Eheleuten als Schlafbursche gewohnt, war dann zu der jetzt lödlich verunglückten Urbe gezogen und vor einigen Wochen wieder zu seiner alten Wirtin Wichert zurückgekehrt. Die Abnahme des Gasmessers hatte den Dikomeit, der schon im Laufe des Mon tags stark betrunken war, sehr aufgeregt. Er schimpfte darüber und meinte, daß die GaSarbeiter die Sache nicht richtig gemacht hätten, Dann ging er gegen Abend fort und trieb sich in Kneipen umher. Als er gegen 2 Uhr morgens in seine Kammer zurückkehrte, machte er sich am GaSmesier in der Küche zu schaffen und polterte der artig, daß er Frau W. und die älteren Kinder aus dem Schlafe weckte- Dikomeit stand über den Gasmesser gebückt und nun beging die Frau die Unvorsichtigkeit, mit der brennenden Petroleumlampe dem Gasmesser zu nahe zu kommen. In demselben Augew blick vernahm man einen furchtbaren Knall und eine Meter- hohe Stichflamme sprang empor, die die Möbel erfaßte. D. fiel zu Boden, während Frau W. mit brennendem Nachtgcwande ins Zimmer flüchtete und dort zu Boden sank. Die Familie Wichert ist besonders schwer von dem Unglück be- troffen. Die Mutter ist tot, zwei Kinder sind schwer verletzt, während der Bater im Felde steht. Soweit die durch das Unglück betroffenen Mieter des Hauses nicht im Krankenhause liegen, sind sie durch die Stadt Charlottenburg vorläufig untergebracht worden. /tos Groß-öerlin. Hesprachsfetzen. ES ist Abend. Ich sitze auf einer Bank, in einer etwas abseits liegenden, stillen, baumbcpflanztcn Straße. Von Zeit zu Zeit kommen Leute vorüber. Wenn sie paarweise oder zu mehreren kommen, ist cL interessant, ein Teilchen ihrer Unter Haltung aufzufangen. Ihre Gespräche stehen immer im Zu> sammenhange mit dem Kriege. Er beherrscht das Denken und Fühlen aller, wenn auch jeder auf seine Art fettig zu werden sucht. Eine junge und eine ältere Frau gehen vorüber. Die etttere hat etwas gefragt, die andere antwortet gerader .... zuletzt in Serbien. Er war Kraftwagcnführer. Denk' mal, er war wochenlang immer hinter seinem jüngsten Bruder her und erst in Warschau haben sie sich..." DaS übrige geht im Rascheln des Abendwindes verloren. Kleine Schulmädchen kommen vorüber, ein ganzer Schwärm. Die Mäulchcn stehen keinen Augenblick still und plappern wirr durcheinander. Sie streiten sich über irgend etwas. „Mein Papa hat's doch gesagt." „Und wenn schon, mein Papa ist schon länger sott, der weiß das viel besser." „Else hat recht, mein Onkel hat's auch gesagt und der ist Feldwebellcutnant." Fort ist der Kückcnschwarm. „O ja, die bullern mächtig— bumm, dumm— bumm--" Ein Landsturmmann schildert seinem kleinen Bübchen, wie stark die Kanonen donnern. „Hier— littititi!" Zwei Männer sind dicht vor mir stehen geblieben. Der eine deutet mit dem Zeigefinger erregt an die Stirn. „6 Mark for meine jroße Silberhäsin— bei die jetzige Zeit im Ktteg— 6 Mark... hier... littititi..." Wiederum sährt er symbolisch an die Stirn, dann sind beide vorüber. Zwei ältere Frauen mit Markttaschen wackeln vorüber. Die eine erzählt: „... in Prenzlau ausjebildet worden und nu is er schon ville Wochen in't Feld. Jestern hat er jeschricben... „Liebe Mutter"... hat er jeschttcben, ick will nich mehr an't Essen mäkeln, wenn ick wieder zurückkommen tu und werde immer Kohlrabi essen..." Die beiden sind bereits in der Dunkelheit verschwunden. Eine Weile bleib' ich allein. Dann kommt ein Ehepaar. Ich höre, wie die Frau erzählt: ..... grad auf den Markt gehen, da hör ich sie weinen und da bin ich gleich ruber. In der Küche hat sie gesessen und den Brief von seinem Hauptmann in der Hand gehabt. Und e? war so ein lieber, netter..." „... und Uu ia i'iciuc mang, for 00 Fennigc bei, Fund, die. hat früher 15 Fennige jekostet. Und einkochen kann ick mir keene, wo det Obst so teuer is, und keen Zucker..." Zwei Frauen sind es, die sich da über Marmelade unter- halten. Sie haben sich zu mir auf die Bank gesetzt und tauschen ihre hausfraulichen Kümmernisse aus. Und an uns vorüber ziehen die anderen und sprechen und unterhalten sich, und im Mittelpunkt steht brutal und unverrückbar der, um den alles kreist: der Krieg!_ Die ärztliche Versorgung der Kriegerfamilien. In einer Zuschrift an die„Vossische Zeitung" beklagt sich ein Arzt über die Bestimmung, daß Heilmittel usw., die in den„For- rnulae rnagistrales Berolinenses" nicht aufgeführt sind oder in der verordneten Menge die Preistafel für Arzneistoffe überschreiten, der Genehmigung durch das Militärbureau bedürfen. Befolge man diese Bestimmungen nicht, so müsse man die Kosten trotz„des wahr- lich bescheidenen Entgelts" aus der eigenen Tasche ersetzen. Aehn» lich ist es mit der Verordnung von Stärkungsmitteln, Nährpräpa- raten usw.„Beantragt" man aber z. B. die Verordnung von Ei- weißmilch, die so manchem Säugling mit schwerer Ernährungs- störung das Leben gerettet hat, so erfolgt die„Genehmigung" durch daS Militärbureau so spät, daß das Kind entweder schon genesen oder gestorben ist. Daß dadurch eine Herabminderung der Säug- lingssterblichkeit nicht erreicht wird, liegt klar zutage. Hierzu erhalten wir von einem Arzt folgende Zuschrift: „Der Artikel trifft noch nicht den Kernpunkt der Angelegen- heit. Wenn sich die Aerzte genau an die vom Militärbureau vor- geschriebene Verordnungsweise hielten, dann dürften sie den armen Kriegerkindern nicht einmal Diphtherieserum ohne Ge- nehmigung des Magistrats verordnen. Ich habe als vielbeschäftigter Kriegsfürsorgearzt jetzt oft Ge- legenheit gehabt, zu beobachten, wie tuberkulösen Kindern, bei denen die Erkrankung infolge der fettarmen Kost manchmal ra- pide Fortschritte machte, die beantragte Darreichung von Leber- tranemulsion, die bei vielen Kindern im Gegensatz zu dem manch- mal schlecht bekömmlichen gewöhnlichen Lebertran ausgezeichneten Erfolg hat, einfach wegen des zu hohen Preises abgeschlagen wurde. Verordnet man dagegen einem solchen Kinde irgendeine alte, ab- solut wirkungslose Arzenei, die genau so viel kostet wie Lebertran- emulsion, so wird vom Militärbureau nichts eingewendet, denn die Arzenei steht ja in den Formular rnagistrales und nach diesen richtet sich der BureaukratismuS. Wenn man uns Aerzten— in Betracht kommen nur die in Proletariervierteln tätigen— die Versorgung der Kriegerfvanen und -linder derartig erschwert und uns von unserem„Gehalt"(2 Mk. 10 Pf. pro Person für den ganzen Monat) noch große Abzüge wegen Verordnung von Nährpräparaten macht, so vergeht einem wirklich jede weitere Lust an der Arbeit. Wir wollen uns aber nicht verdrießen lassen und trotzdem unsere Pflicht tun für die Kinder unserer Schützengrabenkämpfer, unbekümmert darum, ob man uns die Hände bindet oder nicht." Zur neuen Milchverordnung. Die neue Milchverordnung hat den Frauen, die Kinder haben, und denen, die fönst noch Anspruch auf Milch haben, viel Lauferei und Schererei gemacht und in weiten Kreisen wird die Frage auf- geworfen, ob die Angelegenheit sich nicht hätte einfacher regeln lassen. Dazu, kommt die Unklarheit der Verordnung selber, die schon manches Mißverständnis und viel Verdruß bereitet hat. Und dann die viel- fach durch den Andrang hervorgerufenen Mißhelligkeiien auf den Brotkommissionen. Zu dieser Angelegenheil teilt der Magistrat fol- gcnde Bekanntmachung mit: „Dem allgemeinen Wunsibe entsprechend, hat sich die Milch- Versorgungsstelle Groß-Berlin entschlossen, die Anmeldungsfrist für die in den Milchgeichäfien aufgelegten Kundenlisten bis zum Sonntag, den 27. August d. I., zu verlängern und dem- entsprechend den 20. d. Mts. als den Termin festzusetzen, bis zu welchem die Kundenlisten bei der Milchversorgungsstelle Groß-Berlin, Berlin C 2, Posistr. 13, Hof II, eingereicht sein müssen. Die Milch- Versorgungsstelle hat fernerhin in Ergänzung ihrer früheren Ver- ordnung vom 15. August 1013 bestimmt, daß die Milchkleinhändler die Brotkommissionen, in deren Bezirk ihre Geschäftsstellen liegen, auf den Kundenlisten vermerken. In den Gemeinden, in denen Brot- komnnssionsbezirke nicht gebildet sind, erübrigt sich selbstverständlich eine solche Angabe. Die Verlängerung dieser Fristen macht es der Milchversorgungs- stelle Groß-Berlin unmöglich, schon mit dem 1. September d. I. die planmäßige Milchverteilung über Groß-Berlin in Krafr treten zu lassen, da hierzu die Kenntnis des Milchbedaris der einzelnen Bezirke unerläßlich ist, und dieser Bedarf erst auf Grund der Kundenlisten ermittelt werden kann. Für die Zeit nach dem 31. August 1916 werden daher über die Abgabe und Entnahme von Milch vorläufige Bestimmungen ergehen. Die zahlreichen, bei der Milchversorgungsstelle Groß-Berlin ein« gegangenen Anfragen lassen erkennen, daß der Z 6 der Verordnung vom 15. August 1016 nicht überall richtig verstanden ist. ES sei deshalb an dieser Stelle nochmals darauf hingewiesen, daß Per- sonen, die nach dem jetzt festgesetzten 27. August 1016 Milchkarten von den Brotkominissioncn ausgehändigt erhalten, sich auf Grund dieser Karten auch weiterhin anmelden können. Diese Anmeldung erfolgt in der gleichen Weise wie die Hauptanmeldnng, nämlich durch Vorlage der Milchkarte, Abtrennung deS Anmeldeabichnitls und Ein- tragung in die Kundenliste. Außerdem ist, worauf besonders hinaelviesen wird, der Name des Milchkleinhändlers und die lausende Nummer der Kundenliste auf der Rückseite der Milchkarle einzutragen. Der Milchhändler hat daraufhin der Milchversorgungsstelle Groß-Berlin, Berlin C 2, Poststr. 13, Hof II, den Anmeldeabschnitt einzusenden und gleichzeitig die Nachanmeldung des Kunden mitzuteilen. Eine Einsendung der weiterzuführenden Kundenliste an die Milch- Versorgungsstelle Groß-Berlin ist nicht erforderlich. Die Burcauzeit der Brotkommisfione». Mit dem Wachsen des AukgabenkreiseS der Brotkommissionen stellt sich immer deutlicher die Notwendigkeit heraus, die Bureaus der Kommissionen länger offen zu hallen als das zurzeit der Fall ist. Viele Frauen sind auch beruslich tätig und können im Laufe des Tages ihre Angelegenheiten mit der Brotkommission nicht er- lcdigen. Die Schlußzeil 7 Uhr reicht aber nicht hin, um die An- spräche zu erfüllen. Und schließlich sind die Brotkommissionen doch des Publikums wegen da und nicht umgekehrt. Wie notwendig das ist, lehrt eine uns zugegangene Zuschrift, die wir hier wiedergeben wollen. UnS wird geschrieben: „Ich komme heute Montag abend 20 Minuten vor 7 Uhr zur 62. Brolkommission in der Langenstraße. Mehrere Frauen, die schon daS zweite Mal hier vergebens warteten, kamen schon um halb sieben in der freudigen Hoffnung, doch heute ihre Karten zu bekommen. Doch nein. daS Zimmer ist voll und um V« vor 7 Uhr kommt der Bescheid, eS wird teiner mehr ins Zimmer gelassen. Als wir uns mit Gewalt hineindrllckten, wurden wir mit dem schönen Bescheid: Kommt früherl wieder hinausgeschoben, obwohl die Bureau- stunde von 5—7 angeschrieben steht. Ist es nicht möglich, die Zeit um eine Stunde zu verlängern oder wenigstens die Leute, die bis 7 Uhr kommen, abzusertigeu und licb:r die Uebajlnndc zu bezahlen? Auch die Einteilung naÄ Straßen hilft der Sache nicht ab, denn die meisten muffen doch tagsüber arbeiten. Sehr vielen Leuten ist es mit dem besten Willen nicht möglich, zu ihrem tag- lichen Lebensunterhalt zu kommen ohne großen Zeit- und Verdienst- Verlust, da viele auswärts arbeiten, wie ich. Eine Frau, die bis 10 Uhr abends arbeiten sollte und Kinder hat, war das zweitemal um halbsieben hier und wird vielleicht auch das drittemal leer aus- gehen, wenn sie nicht 2— 3 Stunden vorher dasteht, und wird bis dahin von der Luft leben müssen. � Unter solchen Umständen ist es ein Akt der Dringlichkeit, den Bureauschluß in eine spätere Stunde zu legen. Nochmals die Lungenheilstätte Grabowsee. Die in?lr. 197 veröffentlichte Zuschrift über die Lungenheil« stätte Grabowsee hat einen anderen Patienten der Anstalt augeregt, uns auch seine Beobachtungen und Erfahrungen mitzuteilen. Er findet, daß jene Schilderung— die, nebenbei bemerkt, das Gute an- erkennend hervorhob, aber auch manchen Mangel rückhaltlos rügte— noch sehr günstig war. Aus dem, was er selber berichtet, um noch- mals die Anstalt auf ihrer minder günstigen Seite zu beleuchten, sei hier einiges wiedergegeben. Von den Genüsien der Küche erzählt er, daß vor etlichen Wochen bei einem Mittagsmahl das aufgetischte Fleisch einen ganz und gar nicht lieblichen Duft ausströmte. Patienten, denen dabei der Appetit verging, trugen ihre Klage einem Arzt vor und baten um sein Gutachten. Der beroch das Fleisch und erklärte dann selber: .Ja, daS-riecht schlecht. Lassen Sie es stehen!* Den Rat befolgten die Beschwerdeführer, aber sie büßten dannn freilich an diesem Tage ihr bißchen Fleisch ein, denn Ersatz wurde nicht dafür gegeben. Am folgenden Tage wiederholte sich der Verdruß, daß Patienten ihr Fleisch stehen lassen mußten, weil sie nach dem Geruch es nicht für einwandfrei hielten. Der darüber an uns berichtende Patient hat in seiner schriftlichen Darstellung, die auch in persönlicher Unterredung von ihm aufrecht erhalten und von einem anderen Patienten bestätigt wurde, sich kräftiger ausgedrückt, als wir es hier tun können. Im übrigen soll nicht behauptet werden, daß es in Grabowsee nicht auch Essen gegeben hätte, das tadellos war. Als einen schwer mit dem Zweck der Heilstätte vereinbaren Uebelstand nennt man uns wieder einige der Arbeiten, die in der Anstalt den Patienten während der letzten Zeit ihrer Kur zu« gemutet werden. Klagen hierüber sind ini.Vorwärts* schon öfter zum Ausdruck gelangt, aber die Besserung, die danach etwa eintrat, ließ noch manches zu wünschen übrig. Beschäftigung gehört in Grabowsee zu den Heid mittel», und den Patienten wird sogleich bei der Aufnahme bekanntgegeben, daß nach Besserung ihres Zustandes die Anstalt sie in geeigneter Weise beschäftigen wird. Kein Verständiger wird da grundsätzlich jede Beschäftigung ablehnen, vielmehr wird wohl jeder Patient froh sein, wenn er nicht ganz umätig zu sein braucht. Kann man aber noch von einer für Lungenleidende geeigneten Beschäftigung sprechen, wenn Patienten der Heilstätte Grabowsee z. B. dazu benutzt wurden, einen Stapel schwerer Holzscheite auf einen Wagen zu laden? Da dürfen wir uns dann nicht wundern, daß eines Tages der Anstaltskutscher, der Kartoffeln einzufahren hatte, einige Patienten sogar aufforderte, ihm beim Ausladen der gefüllten Kartoffelsäcke zu helfen. Im Vergleich zu solchen Leistungen kann die Arbeit, den Anstaltsgarten in Stand zu halten, beinahe als angenehm erscheinen. Man sagt uns aber, daß auch diese Arbeit manchmal als.des Guten zuviel* empfunden wird. Wenn, wie es vorgekommen sein soll/ ein Patient einunddreißigmal je zwei Gieß- können voll Wasser schleppen inuß, dann hat wohl auch er von dieser Kur genug._ Ein aufregender Vorgang spielte sich in der Nacht zum DienS- tag in der Dorotheenstr. 57 ab. Ein Musiker W. besuchte dort mit einem unbekannten Mädchen ein sogenanntes Absteigequartier. Das wurde beobachtet und Beamte gingen dem Mädchen nach. Während W. noch vor der Tür im zweiten Stockwerk stand, schloß das Mädchen sich ein und sprang aus dem Fenster auf den Hof hinab. Es schlug mit dem Kopf auf das Pflaster auf und blieb mit zerschmettertem Schädel wt liegen. Die Persönlichkeit konnte noch nicht festgestellt werden. Es handelt sich um ein Mädchen von 20 bis 21 Jahren, das sich Käte Minden genannt hatte. Ob das der richtige Name ist, erscheint noch sehr zweifelhaft. Ein großer Dachstuhlbrand, der mehrere Feuerwehren stundenlang beschäftigte, war in der Nacht zum gestrigen Dienstag in der Tuschingerstr. 6 in Steglitz ausgebrochen. Dort war auf bis- her unaufgeklärte Weise im Dachstuhl des Gebäudes Feuer aus- gebrochen, das schnell einen großen Umfang annahm. Als die alarmierte Steglitzer Wehr anrückte, stand der Dachstuhl bereits in hellen Flammen, die auch bereits auf das vierte Stockwerk über- gegriffen hatten. Inzwischen waren auch die Wehren von Schöne- berg, Lankwitz, Tempelhof, Mariendorf und Marienfelde herbei- geeilt und den vereinten Anstrengungen der Wehren gelang es nach mehrstündigen Bemühungen des Feuers Herr zu werden. Der Dachstuhl brannte jedoch vollständig nieder und auch die im vierten Stockwerk gelegenen Wohnungen hatten durch die Flam- men schwer gelitten. Die Entstehungsursache des Feuers ist noch nicht ermittelt, doch wird vermutet, daß es sich um Brandstiftung handelt. Bei dem Brande ereignete sich ein schwerer Unglücksfall. Der Feuerwehrmann Hildebrandt von der Schöneberger Wehr fuhr mit einem Motorrad dem ersten Spritzenwagen voran. Kurz vor der Brandstätte kam ihm eine Autodroschke entgegen und riß Hilde- brand um. Dabei geriet der Feuerwehrmann unter die Räder des Kraftwagens und wurde schwer verletzt nach dem Krankenhaus Schöneberg geschafft. Kleine Nachrichten. Weil er sich zurückgesetzt fühlte, hat der 58 Jahre alte Hausreiniger Gottlieb Müller aus der Blankenfelder Straße 5 Hand an sich gelegt. Müller, der aus Lodz stammt, wohnte mit seiner Frau schon länger im Hause und besorgte seine Obliegen- besten zur vollen Zufticdcnheit. Als verwachsener Mann und als Ausländer bildete er sich aber ein, daß man ihn nicht für„voll an- sehe". Das bedrückte ihn immer mehr und machte ihn lebensüber- drüssig. Gestern vergiftete er sich mit Salzsäure. Als seine Frau ihn auffand, lebte er noch, auf dem Wege nach dem Krankenhause am Friedrichshain aber starb er schon.— Hilflos aufgefunden wurde gestern am Planufer der 77 Jahre alte Saltler Alberr Hannemann aus der Blücherstr. 13. Man brachte ihn nach dem Krankenhaus am Urban, wo er bald nach der Aufnahme starb. Was dem Manne gefehlt hat. weiß man noch sticht.— Im Dienste tödlich verunglückt. Als der 60jährige Streckenwärter Emil Bürge- meister am Bahnhos Wildvark die Laternen anstecken wollte, nahte von Werder ein Schnellzug. B. wollte ausweichen und trat aut ein Gleis über, auf dem sich gerade der vom Bahnhof Wildpark abfahrende Zug nach Nauen näherte. Er wurde von demselben erfaßt und auf der Stelle getötet. In demselben Zug befand sich ein Bruder des Verunglückten.— Am letzten Sonntag kenterte mittags auf dem Jungfernsee bei Potsdam ein Segelboot, in dem sich drei Domen und zwei Herren befanden. Das Boot schlug plötzlich um und alle fünf Personen rangen in den Wellen um ihr Leben. Ein Nuderboot kam zur Hilfe und rettete alle fünf Personen. /lue öen Gemeinden. Kartoffelversorgung in Neukölln. Von den der Stadtgemeinde durch die Provinzialkartoffelstelle für die Zeit vom 15. August d. I. bis zum 15. April nächsten Jahre überwiesenen 796 650 Zentnern Speisekartoffeln beabsichtigl der Magistrah einen großen Teil der Dauerkartoffeln sofort bei der An- lieferung an die Bevölkerung zur Eindeckung ihres Winterbedarfs auszugeben. Mit der Anlieferung der lagerfähigen Winterkartoffeln wird voraussichtlich von Milte September ab begonnen und diese, soweit es die Witterungsverhältnisse zulassen, bis Ende Oktober fort- gesetzt werden. Da es der Stadtgemeinde nicht möglich ist, während der Frostperiode eine zuverlässige Belieferung der Bevölkerung mit Speisekartoffeln durchzuführen, wird der Bürgerschaft empfohlen, aus den vorbezeichnelen Lieferungen ihren Winlerbedarf einzudecken. Die Kartoffeln sollen ab Waggon zum Preise von..... 5,15 M. frei'Boden oder Keller zum Preise von. 5,40 M. je Zentner abgegeben werden. Eine Aenderung dieser Preise bleibt vorbehalten, falls durch die Reichsbehörden bczw. die Verwaltungs« stelle Groß-Berlin andere Preise festgesetzt werden sollten. Der Kaufpreis für Kartoffeln im Kleinverlauf wird nach den stattgehabten Vorberatungen für Groß-Berlin voraussichtlich auf 65 Pf. je zehn Pfund festgesetzt werden. Die Bestellungen auf die Vorbelieferung mit Speisckartoffeln sind in die den Hauseigentümern zugehenden Hauslisten einzutragen. Bei der Bestellung dürfen für den Kopf und Tag der Belieferung l'/i Pfund Spersekartoffeln zugrunde gelegt werden. Es steht der Bürgerschaft jedoch frei, Bestellungen unter diesem Satze zu machen, und zwar abgerundet auf volle oder halbe Zentner. Im Umfange der aufgegebenen Bestellungen werden durch die Brotkommissionen Bezugsscheine ausgegeben, welche zum Bezüge der angemeldeten Kartoffelmengen unmittelbar aus dem Waggon auf einem der beiden Güterbahnhöfe Neukölln oder Neukölln-Treptow berechtigen. Die Bürger, welche sich die Kartoffeln nach ihrer Woh nung oder ihrem Geschäftslokal zuführen lassen, haben den Kaufpreis an den Fuhrunternehmer sofort nach Ablieferung zu zahlen. Bei Abholung der Kartoffeln vom Waggon ist der Kaufpreis an Ort und Stelle an den mit der Ausgabe betrauten Großhändler zu entrichten. Den Bürgern, welche von dem Vorbezug von Kartoffeln Gebrauch machen, werden die Kärtoffelkarten bis zur Erfüllung der vorbestellten Menge zurückbehalten. Die Hauslisten sind bis spätestens Montag, den 28. August d. I., an die zuständige Brotkommission zurückzugeben. Es ist bedauerlich, daß der Magistrat nicht den Wünschen Rech nung getragen hat, Kriegerftauen einen bestimmten Kredit einzu- räumen und ihnen nach und nach die Schuld von ihrer Unterstützung zu kürzen. Viele Tausende von Haushaltungen werden nun jeden falls auf den Bezug der Kartoffeln im ganzen verzichten müssen. Ziegen für Neukölln. Für die Bevölkerung der Stadt werden zurzeit auf dem Lande Ziegen und Ziegenlämmer aufgekauft. Die ersten Tiere werden vor- aussichtlich schon im Laufe dieser Woche hier eintreffen. Interessenten wollen sich umgebend im Ratbaus, 1 Treppe, Zimmer 145, in der Zeit von 9—2 Uhr melden. Der Preis für die Ziegen steht noch nicht fest. Große Lämmer werden voraussichtlich zum Preise von 30— 35 M. für das Tier abgegeben werden können. Zur Milchversorgung Kranker in Wilmersdorf. Vordrucke für ärztliche Zeugnisse sind— außer im Statistischen Amt sGasieiner Straße 11, III. Stock)— in sämtlichen Brotkommissionen zwischen 5 und 7 Uhr kostenlos erhältlich.— Die Milchkartenausgabe für kranke Personen und schwangere Frauen ist durch besondere Bekanntmachung vom 21. August dieses Jahres geregelt. Lebensmittelvorzugskarten in Pankow. Um schwangeren Frauen den Bezug von Lebensmitteln zu er- leichtern, gibt die Gemeinde Vorzugskarten für Reis, Grieß, Graupen oder Teigwaren heraus. Die Bewilligung der Karlen erfolgt auf schriftlichen Antrag bei der Lebensmittelableilung. Dem Antrag ist eine kurze Bescheinigung eines Arztes oder einer Hebamme hinzu- zufügen. Damit sich Inhaberinnen solcher Vorzugskarten an den Lebensmittelgeschäften nicht aufzustellen brauchen, erhalten sie im Polizeikommissariat, Zimmer 12, des Rathauses eine Durchlaßkarte. Gemeindevertretersitzung in Ttralau. In der letzten Sitzung wurde noch den Grundsätzen für Bs- schäftigungslose in der Textilindustrie nach den Berliner Be- stimmungen zugestimmt. Diese Fürsorge ist am 1. August bereits in Kraft getreten. Der Verkauf der 300 Paar angeschafften Kriegs- schuhe findet im Rathaus statt._ Kindcrveranstaltungen in Neukölln. Jeden Mittwoch: Spielen auf dem Platz der Freien Turnerschaft. Treffpunkt 2>/z Uhr Kaiser- Friedrich-Straße, Ecke Jnnstraße.— Freitag, den 25. d. M.: Dampferausflug der Helferinnen der Ferienspiele nach Wollersdorf. Fahrgeld 59 Pf., Kinder unter 10 Jahren 30 Pf. Treffpunkt°/«2 Uhr Jannowitzbrücke.— Sonnlag, den 27. d. M.: Vormittagsspielpartie nach dem Plänterwald. Treffpunkt morgens �,8 Uhr Wilden« bruch-Platz(Elsensteg).__ Mus aller Welt. Zwei Kinder beim Kriegsspiel erpickt. Eine Schar Knaben hatte am Montag, wie aus Düsseldorf mitgeteilt wird. Unterstände und Schützengräben in einer Tiefe von etwa zwei Meter gebaut. Ein Einsturz' verschüttete die Knaben. Zwei erstickten und konnten nur als Leichen herausgeholt werden. Ein dritter erlitt eine schwere Kopfverletzung, einige andere leichtere Verletzungen. Unwettcrschädcn in Bayern. Ein furchtbares Unwetter hat in der Ampergegend nach dem Donaumoos zu gehaust. In der Stadt Schlöben hausen entwurzelte der Sturm den größten Teil der Bäume in den Anlagen auf dem Stadtwald und richtete an den Häusern zahlreiche Beschädigungen an. In einigen Dörfern. wie in Kissing, schlug der Blitz in Häuser ein und zündele. Mehrere Tiere auf dem Felde wurden getötet und die Knechte betäubt. In anderen Gegenden wurden die Obstbäume ihrer samt- lichen Früchte beraubt. Schwerer Hagelschlag richtete an vielen Stellen auf Aeckern und in Gärten großen Schaden an. Tie Erdbeben in Italien. Nach dem„Corriere della Sera* dauern die Erdstöße in Pesaro(an der Mündung des Foglia inS Adriatische Meer) fort. An eine Rückkehr der Bevölkerung in die Stadl sei nicht zu denken. Ein Besuch der Stadt zeige, daß viele Häuser, deren Fassade noch aufrecht steht, im Innern eingestürzt sind: sehr viele sind dem Einsturz nahe. Schwer hat auch die Landschaft in der Umgebung Pesaros gelitten. In Pesaro sind an öffentlichen Gebäuden die Präfeklur, die Intendanz, die Kaserne der Carabinieri, die Volksbank und das Irrenhaus unbewohnbar geworden. Die Behörden verteilen Brot an die ärmere Bevölkerung. Explosion in einer englischen Munitionsfabrik. Aus London meldet der Draht: Eine Explosion hat am Monragnachmiltag in der Munitionsfabrik in Dorkshire stattgefunden. Einzelheiten fehlen noch, doch scheint es, daß der Verlust an Menschenleben schwer ist. Arbeiter-Tamariterbund. Kolon neDroß-Berlin, Heute Mittwoch, abends 8'/, Ubr, Köpenicker Str. 62: Mitgliederversammlung. Wahl von Delegierten zur Kreisversammlung. Erscheinen der Mitglieder ist unbedingt ersorderlich._ WetteranSsichte« für das mittlere Norddeutschland dtS Tonnerstag mittag. Zeitweise heiter, aber iühl, sehr veränderlich und besonders östlich der Oder noch öfter leichte Regenschauer. Srkefkasten üer ReÜaktion. rle InrisNsch- Sprechstunde findet für Abonnenten LindeuKr.», IT. Hof cechts, parterre, am Montag bis Freitag von 4 bis 7 Ugr, am Sonnabend von b bis 6 Uhr statt. Jeder sür den Brietlasren bestimmten Anfrage ist ein Buchstabe und eine gab! als Merlzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen leine Abonnementsguitiung beigefügt ist, werden nichl beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. Beiträge, Echriststückc und derglcichcn dringe mar in die Sprechstunde mit. R. W. K. 9498. 1. Da Sie alS dauernd untauglich ausgemustert siud, haben Sie sich zu der jetzigen Musterung nicht zu stellen. 2. Kbre Frau muß den Antrag selbst stellen, und zwar beim Amtsgericht in Neukölln. Die Kosten betragen etwa 4,50 M.— Krieg. 1. Die Wibve hat jetzt Anspruch aus Hinterbliebenenrente nach dem Militärhinterbliebenengesetz. Sie mutz den Antrag bei der Polizeibehörde einreichen. 2. Antrag aus Erstattung der Arztkoslcn tann sie bei der Mititärbcbörde einreichen. 3. Die Eltern haben nur Anspruch auf Kriegselterngcld, wenn nachgewiesen werden kann, datz der Verstorbene sür ihren llnterbalt in erbcblichem Matze gesorgt hat.— — Wi. 9. 1. Nein. 2. Sie haben keinen Anspruch mehr aus Mietsunter- stützung. 3. Nein.— N. B. 10. Sie erhalten nur die Bezüge aus Ihrer Krankenkasse. Von der Krankenkasse Ihres Ehemannes' können Sie nicht noch die RcichswochenHilfc verlangen.— I. W. 40. 1. Sie brauchen jetzt nicht zur Musterung. �2. und 3. Nachmusterung ist aber nicht ans- geschlossen.— O. S. 2. Sie brauchen nicht zur. Musterung.— K. 1890. 1. Wenden Sie sich mit einer Anfrage an das Rote Kreuz in Kopenhagen. 2. Sie können einen solchen Antrag an das Ersatzbataillon des Regiments Nr. 46 in Pieschen richten.— F. W. JSeka. 3. Der Antrag ist unter An- gäbe der Sparkassennummer und der Sparkasse durch die Mutter oder den Vormund an das BormundschastSamt, Landsberger Str. 43/47, zu richten. — Befreiter Pole. Ihre Annahme trifft nicht zu. Wenden Sie sich unter Darlegung der Verhältnisse an Eduard Fuchs. Zehlendorf bei Berlin, Karlstr. 14.— A. P. 8. Wenn sie die Erbschaft m den Nachlatz Ihres Ebemanncs innerhalb 6 Wochen nach dem TodeSlage nicht ausgeschlagen haben, so hasten Sie jetzt als Erbin für die Schulden Ihre- verstorbenen Mannes.— Carmen 07. 1. ES besteht beides nicht. Der Ehemann hat das Verwaltungs« und NutznietzungSrecht am eingebrachten Gut der Ehe- stau. 2. Ja. 3. Die Kinder haben als Erben nicht bloß Anspruch aus den baren Nachlatz, sondern auch aus den Sachnachlatz.— M. O. 20. Sie brauchen nichl zur Musterung.— F. M. 100. 1. Die Familicnunter- stützung wird bis zu dem Zeilpunki des Empfanges der ersten Invaliden- rente gezahlt. 2. Durch eine Verfügung des Ministers des Innern vom 28. April 1315. 3. An das Miltlärbureau des Magistrats.—(r. E. Ja. — P. Sch. 50. Ob der von Ihnen genannte Verband Sterbegeld zablt, wissen wir nicht. Erkundigen Sic sich bei der VerbandSlcitung selbst da- nach. Klagbaren Anspruch aus Sterbegeld, wenn die Versicherung srei- willig sortgesctzt wurde. Auf Grund der geklebten Jnoalidenmarken er- halten die Kinder des Verstorbenen eine Waisenrente. Der'Antrag ist unter Beifügung der Austechnungsbeschcinigungen und der letzten OuitstliigStarte und der Geburtsurkunden beim VersicherungSaint Berlin einzureichen.— F. M. T. 25. Sie müssen bei der Berussgeiiossenschait die Erteilung eines RenteubescheidsS beanstagcn. Ausserdem ist die Berufs- genossenschast verpflichtet, Ihnen das Fahrgeld zu erstatte».— Friede» 10. Der Antrag auf ReichSwochenhilfe ist in dem Falle, da Sie beide tciner Kranlenkasse angehören, an die Gemeindeverivaltuiig Ihres Wohnortes einzureichen.— I. R. 888. Polen. Sie können ausser den 3 Monaten den Betrag sür die zwei Jahre nachfordern.— M. M. 1000. Nein. L Krie�saufschlaa. M GalemAleikum GalemGolö sQoWrnundMückI Aigctreiien Willkommensie Liebesgabe! PreLDlsir 3� 4 5 6<5 io 4 3 e Ö 10 12 Pf.dSlück einscnließlich Krieasaufschlag Verwaltung Berlin. Tell-Amt Roritzplatz 10623, 3578. Bureau: Rungeftratze 30 Kranchen- Versammlung Korbmacher Donnerstag, den 24. August, abends SVa Uhr, im Gewerkschaftshause, Engelufer 15(Sonl 4). Tagesordnung: 1. Bortrag des Stadtv. Ad. Ritter. 2. Brauch enarigelegenheite». Freitag, den 23. August, abends Uhr, im Gewerkschaftshause, Engelufer 15: kenersl- Versammlung. Tagesordnung: 1. Bericht der Berwaltung. 2. Kassenbericht. 3. Bericht der Slrbeitsvermittler und des Bibliothekars. 4. Ersatzwahl der OrtS- Verwaltung und von Angestellten. 5. Anträge. 90/2 Mitgliedsbuch und Delegiertenkarte legitimiert. Die Ortsverw altnng.