Zlr. 334.-33. Jahrg. KbonnementZ-keäingungen: ilbonnsments- Preis pränumerando Vierteljährl. S.Zo M!, monatl> 1,30 Bc!, wöchenüich 30 Pfg, srei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagsnummer mit illustrierter Sonntags- Beilage.Die Neue Welt" 10 Pfg. Pöst- Wonnement: ILO Mark pro Monat. Eingetragen in die Posi-Zeitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutfchland und Oesterreich• Ungarn 2,50 Marl, für das übrige Ausland t Marl pro Monat. Postäbonnements nehmen an Belgien. Dänemarl, Holland. Italien, Luxemburg. Portugal, Rumänien. Schweden und die Schweiz. krlcheiDt taglldi. S w Vevlinev Volksblnkt. Zentralorgan der fodaldemokratlfcben Partei Deutfcblands. ( 5 Pfennig) Die InfcrtionS'Gebüljr Betrügt für die sechsgefpaltene Kolonel- teile oder deren Raum 60 Pfg., für politische und gewertschafiliche Vereins- Und Versammlungs- Anzeigen 30 Pfg. „Kleine Hnirigen", das fettgedruclie Wort 20 Pfg.'(zulässig 2 settgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellenan- zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buch- fladen zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. kelegramm-Adresse: SoziaiiicmoKrat Berlin". Reöaktlon: SÄ). 6$. LinSenstraße 3 Fernsprecher: Amt Moritzplat;- Nr. 131 30—131 S7 Ueber Zahlung öer Kriegskosten. Von Ed. Bernstein. Die Frage, wie die Kriegskosten gedeckt werden sollen, beschäftigt auch bei uns immer mehr Leute. Die Zeiten sind vorbei, wo man sich mit dem trostreichen Bewußtsein über sie hinwegsetzen zu können- glaubte, daß„die anderen" die Kosten bezahlen würden. Sie wachsen zu solchen Summen an, daß keine der beiden Gruppen, die den Weltkrieg gegeneinander führen, sie allein würde aufbringen können. So macht man sich mit dem Gedanken vertraut, daß jeder Staat oder jede Gruppe von solchen für sich ihre Kosten wird decken müssen. Aber auf welche Weise? Ein Blick auf die Summen, um die es sich da handelt, läßt sofort erkennen, daß sie nicht aus einer Gattung von Einnahmequellen allein zu entnehmen sein werden. Fiskalische Monopole verschiedener Art sind in Vorschlag gebracht worden. Aber wo es sich um viele Millionen von Mark handelt, müßten es schon eine sehr große Zahl von Monopolen sein, wenn solche den ganzen Bedarf abwerfen sollen. Auch Monopolbetriebe können ihre Preise nicht nach Belieben ansetzen. Denn da die Preise der meisten Ver- brauchsartikel ohnehin nicht sobald auf den Stand fallen werden, den sie vor dem Kriege hatten, würde ein Preis- ausschlag auf Monopolprodukte eine Verteuerung der Lebens- kosten und der Volkswirtschaft überhaupt zur Folge haben,' dtze Konkurrenzfähigkeit der Ausfuhrindustrien auf dem Weltmarkt ungemein beeinträchtigen. Aus den: gleichen Grunde verbietet sich aber auch eine starke Anziehung der Steuerschraube hinsichtlich der Artikel der Privatindustrie und des freien Handelsverkehrs. Sie würde von allen bekämpft werden müssen, denen die Lebenshaltung der Arbeiterklasse und der in ähnlicher Lage wie diese befindlichen Schichten des öffentlichen und privaten Beamtentums, der freien Berufe und des kleinen Gewerbestandes am Herzen liegt. Aber wo das Geld sonst hernehmen? In England hat sich der sozialistische Verein der Fabier neuerdings ernsthaft mit dieser Frage beschäftigt und seinen Ausschuß für foziale Untersuchungen beauftragt, sie unter Bezugnahme auf die ganze Wirtschaftspolitik des Landes genauer zu untersuchen und einen Bericht über seine Er- gebnisse zu veröffentlichen. Dieser Bericht, ein ziemlich um- fangreicher, von Sidney Webb, dem geistigen Leiter des Aus- schusses, redigierter Band, ist jetzt unter dem Titel„Wie der Krieg bezahlt werden muß"(„Htm to pay for the war") erschienen und enthält vieles, was auch für Deutschland von Interesse ist. Ein ausführlicher Artikel der von Fabiern herausgegebenen Wochenschrift„The new Statesman" unter- richtet über seine wichtigsten Feststellungen. Der Bericht nimmt an, daß, wenn der Krieg noch ein weiteres Jahr dauert, er die englische Staatsschuld auf die Höhe von 8(3 Milliarden Mark gebracht haben wird. Mit Zinsendienst, Ausgaben für Pensionen usw. werde der laufende Staatshaushalt auf etwa 9 Milliarden im Jahr an- schwellen. Schlechthin mit Steuern diese Last decken zu wollen, sei ein Unding. Es müsse also derReinertragdereng- lischen Volkswirtschaft erhöht werden, natürlich ohne Druck auf die Löhne und Auftreibung der Preise, was nur durch Ersparung überflüssiger Betriebskosten und Stei- gerung der Produktivität möglich sei. Die Vorschläge, wie das im einzelnen erzielt werden soll, müssen wir, so inter- essant vieles davon ist, hier übergehen, auch ist einzelnes darunter, was in Deutschland zum Teil schon besteht, in Ew- land jedoch bisher für entbehrlich gehalten wurde. Die Haupt- fache ist, welches die leitenden Gesichtspunkte bzw. die ganze Fragestellung der Untersuchung war, und die ist im Vor- stehenden zur Genüge angezeigt. Ein Beispiel für den Geist des Berichts und im Hinblick aus die bei uns geführten Debatten nicht uninteressant ist, daß � der Bericht Mar unter anderem die ganzen Kohlen- industrien verstaatlicht wissen will, aber mehr Gewicht auf die Versorgung der Verbraucher mit billiger Kohle, als auf Er- zielung von Ueberschüssen legt.„Alle die vorgeschlagenen Ausdehnungen der nationalen Organisation(der Wirtschaft) und der Unternehmung... werden weniger um ihrer direkten Einwirkung auf das Budget als um der indirekten Wir- kungen willen empfohlen, die sie durch Förderung.d e r all- gemeinen Produktivität auf die Hebung der Steuerkraft der Nation haben." Tie Notwendigkeit hoher Steuern werde bleiben, und welche Versuche der Schatzkanzler auch mit Zöllen und indirekten Steuern anstellen werde, so werde die Hauptquelle doch die E i n k o m m e n st e u e r bleiben. Sie werde unter verschiedenen Gesichtspunkten ver- bessert werden müssen.„Sinnwidrigkeiten und Ungerechtig- keiten, die man ertrug, als die Steuer 1 Schilling auf das Pfund Sterling(d. h. 5 Proz.) betrug, werden nicht ertragen werden, wenn sie— wie Mr. Webb annimmt, daß sie viele Jahre lauten Mrd � 10 Schilling auf das Pfund(50 Proz.!) betragen wird." Fünfzig Prozent Einkommensteuer— wen kommt da nicht ein Gefühl an, als stünde das jüngste Gericht der Kapitalisten vor der Tür. Aber der gemäßigte Sozialist Webb bleibt nicht einmal dabei stehen. „Der Satz von 10 Schilling wird natürlich nur der Standard- i'atz sein, der, wie jetzt durch allerband Nachlässe und Zuschläge Aendernngen erfährt. Das Nettoergebnis wird eine Steuer sein, die von wenigen keine, von den niedrigsten Einkommen auf Expedition; SW. 68, Lmöenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 1319V— 13197. ö Schilling(vom Pfund) von 2000 Pfund jährlichem Einkommen aus Erwerbstätigkeit, und 16 Schilling(vom Psiiud) von 100 000 Pfund Einkommen im Jahr steigt." K Schilling vom Pfund bedeuten 39 vom Hundert, 16 Schilling vom Pfund 80 vom Hundert. Anders ausge drückt: wer vierzigtausend Mark Einkommen aus Erwerbs- tätigkeit hat, soll 12 600 M., wer ein Einkommen von zwei Millionen Mark hat 1 600 000 M. Steuer zahlen. Und das nicht etwa nur einmal oder zweimal, sondern„manche Jahre". Da würden nicht wenigen dabei die Augen übergehen. Und doch ist nach Webb auch das nicht genug. Denn da handelt es sich immer erst nur um Deckung des laufenden Staalsbedarfs. Außerdem müsse aber an die A b t r a g u n g der Staatsschuld gegangen werden, und zwar mit Wucht.„Eine wahrhaft herkulische Abtragung der Schuld ist buchstäblich ein'Stück nationaler Verteidigung." Minde- stens ein Drittel der Schuld müsse in dem auch auf den Krieg folgenden Jahrzehnt abgezahlt werden. Und das soll eine be- sondere Vermögenssteuer vom Kapitalwert alles Eigentums erbringen. Webb schlägt für diese Steuer den Satz von 10 vom Hundert vor, die entweder in 10 Jahresraten zu zahlen sein sollen oder gleich auf einmal bzw. in kürzester Frist mit entsprechender Zinsvergütung sollen bezahlt werden können. Weiß man, was das bedeuten würde? Angenommen, daß der Jahresertrag größerer Vermögen im Durchschnitt sich auf 6 Proz. des Kapitalwerts beläuft, so würde eine Ver- mögenssteuer von 1 Proz. im Jahre sich in eine Zuschlag. st e u e r auf das Einkommen von 16)� vom Hundert zu den obigen Sätzen berechnen. Wie lautet das anders als alles, was man bisher bei uns als das äußerste des Radika- lismus betrachtet hat und wovor auch bisher für radikal geltende Leute mit der Bemerkung zurückgebebt sind, man dürfe die Kapitalakkumulation nicht leiden lassen. Sidney Webb ist ein Mann, der etwas von der Nationalökonomie ver- steht, und seine Mitarbeiter werden gleichfalls eine Ahnung davon haben, und doch wollen sie diese Vorschläge ernst ge- nommen haben. Gewiß würden sie angegriffen werden, heißt es im„New Statesman" von ihnen, werde es viel Hin- und Hergerede geben über ihre Rückwirkung auf die Industrie und auf die Anlage neuen Kapitals im In- und Auslande. Indes könne man vorläufig von diesen Vorschlägen nur sagen: „Was ist die Alternative?" Ein Riesenproblem der Finanz- Politik muß gelöst werden, darüber komme niemand hinweg. Jedenfalls werde man mit größerer Entschlossenheit an es herantreten als mancher geahnt hätte. Eins habe das Jahr 1914 immerhin gezeigt, nämlich„wie vieles getan werden kann, Kenn es getan werden muß, und bis in wie hohem Grade die unabänderlichen Einrichtungen unserer sozialen und gewerblichen Ordnung durchmis nicht unabänderlich sind". Daß man in England mit Bezug auf die direkten Steuern und insbesondere die Einkommensteuer in neuerer Zeit weniger schüchtern ist, als in den meisten anderen Ländern, und jetzt im Kriege die Schraube ziemlich kräftig anzieht, haben wir früher schon gezeigt. Am 19. Juli empfing Mn- nister Asquith eine Deputation von Mitgliedern des par- lamentarischen Gewerkschaftskomitees in Sachen der Teuerung und anderer Fragen. Die Deputation erklärte dem Minister durch den Mund des Vorsitzenden des Komitees T. C. B r a m- l e y, die Arbeiter zögen eine Ermäßigung der Preise einer Erhöhung der Löhne vor, weil von� ersterer die ganze All- gemeinheit Vorteil bätte. Sie seien solange bereit, Opfer zu bringen, als die Opfer nicht dazu dienten, die Pro- fite zu erhöhen. Sie verlangten eine stärkere Heranziehung der Reichen zur Steuer, die„Zwangsaushebung des Reich- tums"(Anspielung auf die militärische Zwangsaushcbung). In Antwort auf diese letzte Forderung gab der Minister nach dem Bericht des„Daily Chronicle" folgenden Bescheid: „Gemäß dem provisorischen Budget vom 4. April werde der Fehlbetrag des Staatsha-ushaltes für das Jahr auf 1 3-23 000 000 Pfund(— 26,46 Milliarden Mark) geschätzt. Wenn die Kriegs- kosten, wie der Antrag des Gewerkschaftskomitees vorschlage, ohne Erhöhung der Staatsschuld gedeckt werden sollten, müßte diese ganze Summe durch Steuern aufgebracht werden. Das würde die Erhöhung der Steuern um das Dreifache der heutigen Sätze erfordern, die doch schon sehr hoch seien. Wie weit man im Krieg schon mit der„Zwangsaushebung des Reichtums" ge- gangen sei, veranschaulichte der Minister durch folgende Zu- sammenstellung(Wir geben die Zahlen in deutscher Währung. D. Red.): FahreS- Einkommensteuer jetzige einkommen vor dem Krieg Einkommensteuer Mark Mark Mark 10 000 260 1 020. 20 000 760 2 780 100 000 8 840 30 040 2 000 000 249 160 942 580 schwer sie ist, tatsächlich als ein Hemmnis auf bieJndustrie des Landes gewirkt hat. Sie ist von denen, auf die sie entfiel, mit der größten Freudigkeit, Selbstentsagung und Loyalität getragen worden." Ob das letztere so genau zutrifft, mag dahingestellt bleiben. Wichtiger für uns ist der unterstrichene Satz aus der Antwort des Ministers, den man tzut tut, sich zu merken. Seine Glaichwürdigkeit wird unterstützt durch die sehr be- trächtliche Steigerung der Ausfuhren Englands und die er- höhten Einnahmen aus den Geschäftsbetrieben. Man könnte vielleicht eher sagen, daß die erhöhte Steuer als ein Stachel auf die Anspannung der industriellen Tätig- keit wirkt. Die in Frage kommenden Klassen-werden nicht gewillt sein, ihre Lebenshaltung herabzusetzen und müssen in- folgedesien als Unternehmer scharfer ins Geschirr gehen. Tie Frage ist also nur, ob durch die Steuer der Betriebsfonds der Nation nicht so verkürzt wird, daß die Fortführung und Er- Weiterung der Betriebe ernstlich darunter leidet. Das aber bestreitet eben der Minister, und wahrscheinlich mit Recht, denn ein beträchtlicher Teil der erhobenen Steuern fließt in Form von Bezahlung für Kriegslieferungen und ähnliches wieder an die Industrie zurück, auch nimmt der Staat von der Klasse der Rentiers immerhin einen Teil dessen zurück, Was er ihnen an Zinsen auf die Staatsschuld zahlt. Kann auch der Vorgang nicht endlos wiederholt werden, so zeigt die Erfahrung doch, wie recht der Bericht der Fabier hat, wenn er sagt, daß ebenfalls in dieser Hinsicht sehr viel mehr mög- lich ist, als die Weisen der Bourgeoisökonomie bisher ge- predigt haben. Die Gefahr der Finanzwirtschaft im Kriege ist, daß durch Steigerung der Staatsschuld die Klasse der Rentiers ins Ungemessene wächst, und der leitende Gedanke muh daher sein, dieser Entwicklung durch eine reale Steuer- Politik entgegenzuwirken. Das sei eine kräftige Steigerung im Vergleicki mit der De- fteuerung vor dem Kriege. Zahle jemand, der 2 000 000 M. Einkommen habe, außerdem noch Kriegsgewinnsteuer, so steige seine Gesamtausgabe auf 1220 000 M. oder 12 Schilling 3 Pence auf das Pfund(— 61 Proz.). Kein anderes Land habe irgend etwas von seinen wohlhabenden Klassen erhoben, was sich mit den Be- trägen vergleichen könne, die England seit Beginn des Krieges erhoben habe. Er wisse nicht, ob dieser Prozeß schon zu Ende sei. Mc Kenna(der Schatzkanzler) sei ein Mann von großer Findigkeit und auch von großem Mut." Mr. Asquith, heißt es in dem Bericht weiter, fügte hinzu: Ich nehme keinen Anstand zu erklären, daß ich nicht glauHe, daß diese Last erhöhter.Steuer, jg Verlängerung üer englischen Legislatur- perioüe. London, 22. August.(W. T. B.) DaZ Oberhaus beriet die Bill zur Verlängerung der Legislaturperiode um sieben Monate. Ein Antrag Lord Peels, daß die Lebens- dguer des Parlaments nur um vier oder fünf Monate verlängert werden sollte, wurde nach größerer Debatte wieder zurückgezogen. Lord Wimbleddon beantragte einen Abänderungsantrag, daß, falls die neuen Wählerlisten in Kraft getreten wären, die neue Legis- laturperiode nur zwei Jahre dauern soll. Lord Crewe bekämpfte diesen Abänderungsantrag. Er wurde mit einer Mehrheit von fünf Stimmen angenommen, und das Haus nahm die Bill in dieser neuen Form in dritter Lesung an. MUtärische Maßnahmen Rumäniens. Bukarest, 25. August.(W. T. B.)„Moniteur" veröffentlicht einen Beschluß des Ministerrates, durch den der außerordentliche Kredit von 600 Millionen für die Arme« um 200 Millionen erhöht wird. .Universul" berichtet, daß an Stelle des Ingenieurs Saligni General Paraskivesce zum Munitionsdirektor ernannt worden ist. Der Generalinspektor der Kavallerie Popowic ist zum Kommandan- ten der ersten Armee an Stelle von Aberesco ernarmt worden. Sericht ües türkischen Hauptquartiers. Konstantinopcl, 24. August.(W. T. B.) B e r i ch t d e s Hauptquartiers. An der_ Jrakfrout und an der persischen Front ist die Läge unverändert. An der Kaukasusfront wurden Angriffsvcrsuche des Feindes gegen unsere vorgeschobenen Stellungen auf dem rechten Flügel zurückgeschlagen. An einer Stelle mußte der Feind trotz Einsetzung dreimal überlegener Streitkräfte sich vor dem heldenhaften Widerstande unserer Truppen zurück- ziehen: er ließ Gefangene in unserer Hand. Im Zentrum unbedeutende Feuergefechte. Bei einem Ueberfall auf vor- geschobene feindliche Gräben auf dem linken Flügel wurden 20 feindliche Soldaten, darunter ein Offizier, getötet und militärische Ausrüstungsstücke erbeutet. Ein feindlicher Monitor beschoß wirkungslos mit einigen Geschossen die Küste bei Fotscha., Bei einem Zusammenstoß feindlicher Erkundungstrnppen mit unseren Abteilungen 25 Kilometer östlich von Suez floh der Gegner, und ein feindliches Flugzeug richtete eine Viertelstunde lang irrftimlich Maschinengewehrfeuer gegen eigene Truppen. An den übrigen Fronten kein Ereignis von Bedeutung. Cnglisch-franzoßsche Konferenz. London, 25. August.(W. T. B.)(Meldung des Reuterschen Bureaus.) Amtlich. Gestern fand in Calais eine Kon- ferenz zwischen der französischen und englischen Regierung statt. Es wurden Vereinbarungen über Zahlungen an das Ausland und über die Regelung des Wechselkurses zwischen den beiden Ländern getroffen. Briand, Ribot, Asquith, McKenna, Montagu und Lord Reading waren zugegen. „Times� über üie Lage am Salkan. Amsterdam, 24. August.(W. T. B.) Der militärische Mit- arbeiter der„Times" schreibt in xinem Artikel über die Kämpfe auf dem Balkan, daß der für den Beginn der Offensive der Mittelmächte gewählte Augenblick von besonderer Be- deutung sei. Die gegenwärtige griechische Regierung zeige sehe wenig Neigung, die Partei des VierberBandeZ zu wählen, und es bestehe alle Aussicht, daß Griechenland durch die jetzt begonnene Offensive nicht in die Arme der Entente getrieben wird. Etwas anderes wäre eS, wenn erst die Wahlen vorüber und zugunsten von Venizelos ausgefallen wären. Der Augenblick sei also sür die Mittelmächte günstig. Sollte es ihnen gelingen, der Entente in Mazedonien eine Niederlage beizubringen, so wäre das die beste Wahlpropaganda gegen Venizelos und für den König, die man sich denken kann. Auch hinsichtlich Rumäniens sei das Ereignis von größter Be- deutung. Rumänien schwanke noch immer. Wenn es aber erst zulasse, daß die Entente in Saloniki besiegt werde, dann sei der günstige Augenblick auch sür dieses Land vorüber, und damit wäre auch der Beweggrund für die ganze Saloniki-Expedition der Entente beseitigt, und eS wäre denkbar, daß sie unter diesen Um- ständen vielleicht ihre Truppen ohne allzu ernste Gefechte zurückziehe, da sie sie an der Somme besser verwenden könnte. Schließlich sei der Augenblick für den vielbesprochenen Durchzug russischer Truppen durch Rumänien gekommen, um den Bulgaren in den Rücken zu fallen. Für den Fall, daß Rumänien Neigung verspüren sollte, diesen Durch- zug zu billigen, wüßte es bereits, daß die Mittelmächte die Hände nicht in den Schoß legen würden. Die femölichen tzmesberichte. L Ter französische Tagesbericht. B o m 24. A u g u st n a ch m i t t a g s.. In Richlung Mofful brachten unsere tapferen Truppen in Gegend deS Dorfes Rayat(60 Kilometer östlich von Rewanduz) der vierten türkischen Division«ine Niederlage bei. Sie nahmen zwei abgeschnittene Negi- menter derselben gefangen, darunter eins gänzlich, einschließlich des Kommandanten und des Stabes. Wir erbeuteten Kanonen und Maschinengewehre. Die Zahl der Gefangenen und der Beute wird noch festgestellt werden. Vom 2 4. August abends.(W. T. B.) An der Westfront ist die Lage unverändert. An der Kau- kasusfront bedrängen unsere Truppen den Feind in der Gegend westlich des Wan-Sees. Sie unternahmen einen Einsall in die Stadt Müsch und machten dort Gefangene. Nach ergänzenden Be- richten nahmen wir Bei dem Kampfe in der Gegend von Rahat, wo wir Teile der vierten türkischen Division umzingelten, das eiste türkische Regiment gefangen, nämlich den Befehlshaber. 20 Offiziere und 1600 Soldaten, und fast alle, die vom zehnten Regiment übrig blieben, nämlich zwei Offiziere des Stabes, mehrere höhere Offiziere und 629 Soldaten. Wir erbeuteten in diesem Kampf auch drei Maschinengewehre. Meldung der italienischen Heeresleitung. Vom 24. 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Das Oberelsaß ist bis auf unbedeutende Teile westlich Colmar von den Franzosen geräumt. Die dreitägige Schlacht bei krasntck endete mit einem Sieg der österreichischen Truppen. Die Russen wurden aus der ganzen etwa 70 Kilometer breiten Front geworfen und haben fluchtartig den Rückzug gegen Lublin angetreten. Sie verloren über 3000 Gc- fangene. Wie verspätet über Kopenhagen gemeldet wird, verließen die Abgeordneten der sozialdemokratischen Dumasraktion in der Duma- sitzung vom 8. August den Sitzungssaal, so daß die Dertranens- resolution und die Kriegskredite in der Abwesenheit der Sozialdemokraten angenommen wurde. Der Wortführer der sozialdemokratischen Fraktion erklärte unter anderem: «Das klassenbewußte Proletariat der Länder, die jetzt den Krieg führen, konnte leider den Krieg nicht oerhindern. Wir sind aber tief überzeugt, in der internationalen Solidarität aller Ar- beiter werden wir die Mittel finden, um dem Krieg und dem Greuel ein baldiges Ende zu setzen. Möge der Friedensvertrag nicht von den Diplomaten, sondern von den Völkern abgeschlosien werden. Außerdem sind wir überzeugt, daß der Krieg den breiten Dolksmassen aller Länder endlich die Augen öffnen wird über die wirkliche Quelle der Herrschaft und Ausbeutung und daß der jetzige Ausbruch der Barbarei der letzte sein wird." 2«. Slugust ISIS. Aus dem ösllichen Kriegsschauplatz neue erfolgreiche Per- folgungskämpfe. Die Festung Bresi-£itowsk ist gefallen. Auf der ganzen Front ist die Berfolgung in vollem Gange. Lebhafte Angriffe der Italiener an der Tiroler Front und vor dem Görzer Brückenkopf wurden mit schweren Verlusten für die Angreifer abgewiesen. politische Uebersicht. Die Presse über den Jchäferschen Aufruf. Der gestern hier in seinen wesentlichen Teilen wieder- gegebene Aufruf des„Unabhängigen Ausschusses für einen deutschen Frieden" steht zurzeit im Mittelpunkt der Preßerörterungen. Die freisinnige und die Zentrumspresse schweigt sich vorläufig noch über den Aufruf aus. Allein schon die Aeußerungen der konservativen und nationalliberalen Presse und ihrer Schleppen- träger im freisinnigen Lager sind bezeichnend für die Haltung weiter Kreise des Bürgertums gegenüber den Kriegszielen der im„Unabhängigen Ausschuß" vereinten„unentwegten" Elemente. Mit einer begeisterten Fanfare hat der Exgenofie Bern- hard in der„Vossischen Ztg." den Aufruf des„Unab- hängigen Ausschusses" begrüßt, dessen Programm ihm durch- a u s diskutabel erscheint. Er meint in gutgespielter Naivität, daß zwischen den Kriegszielausfassungen weiter Kreise, die von den Alldeutschen bis nahe zur Sozialdemo- kratic, vielleicht sogar bis in deren Reihen hineinreichen, eigentlich nur ein Unterschied rein quanti- tativer Natur bestehe.„Und auch dieser Unterschied ist vielleicht nur in der Einbildung vorhanden." Mit den An- hängern eines annexionslosen Friedens will Herr Bernhard sich erst unterhalten, nachdem sie auseinandergesetzt haben werden, wie sie„nach ihrer Fasson" die wirtschaftliche und finanzielle Zukunft Deutschlands gestalten wollen. Eines hat er allerdings auch gegen die Verfasser des Schäferschen Aufrufes auszusetzen, und zwar, daß sie gar nicht von seiner genialen Idee «Land oder Geld", die er in der„Voss. Ztg." und in seinem Vortrage am 1. August breitgetreteu hat, Notiz genommen haben. Bekanntlich besteht dieser Vorschlag, gleich- sam als zeitgemäße Illustration zum Sombartschen Wort von den„Helden und Händlern", darin, daß Deutschland die okkupierten Gebiete zurückgibt, wenn ihm von gegnerischer Seite entsprechende Kriegs- entschädigungen gezahlt werden. Die„Helden" wollen aber zunächst von diesem„händlerhaften" Vorschlag nichts wissen, und so weist Graf N e V e n t l o w in der„Deutschen Tageszeitung", bei aller Sympathie für Bernhard, seinen Vorschlag mit den Worten zurück, wenn es sich um die Frage Geld oder Land handle, sehe er das Verhältnis so wie das zwischen dem E i und der Henne. «Wir ziehen— bemerkt er schonungslos— die Henne vor, auch wenn es sich um das k l ü g st e Ei handeln sollte." Gegenüber dem begeisterten Einigungsgerede Bernhards bemerkt Graf Reventlow, der Hinweis auf die rein quantitative Natur der bestehenden Unterschiede sei„zu optimistisch". «Wir halten es für möglich,— fährt er fort— daß man in einigen Kreisen der politisch linken Seite mit der Zeit die serligen Zukunfissragen soweit durchdenken werde, daß vielleicht nur noch quantitave Unterschieds übrig bleiben. Vor der Hand liegt aber die Sachs noch so, daß dort prinzipielle Einwände er- hoben werden gegen Anwendung deljenigen Mittel, welche o l l e i n eine Sicherung der deutschen Zukunft tatsächlich er- möglichen können."' Auch die„Kreuz-Zeitung" warnt vor allzu großem Optimismus, dem neben Bernhard auch die„Berliner Bärsen-Zeitung" Ausdruck gegeben hat. «Warnen möchten wir— bemerkt das konservative Organ— aber doch davor,_ die unter den jetzigen Verhältnissen vor- handenen Gegensätze zu unterschätzen. Diese werden stärker erst hervortreten, wenn»ran vom allgemeinen ins besondere geht. Auch der«Deutsche Nationalausschuß" fordert reale Garantien. Aber wenn die«Börsen-Zeitung" fragt, ob sich denn die Forderungen der beiden Ausschüsse so wesentlich unterscheiden, so möchten wir das doch bejahen. Denn der große Unter- schied ist, daß der Unabhängige Nationalausschuß, dessen Auf- ruf sich ja überhaupt durch wohltuende Klarheit und Bestimmt- heit auszeichnet, sagt, w a s er unter«realen Garantien" versteht. Und darauf kommt es an. Zudem ist eS der Ton, der die Musik macht. Der Aufruf des Deutschen NationalauSschusseS war gutenteils negativ und stark polemisch. De-Halb mußte er veruneinigend wirken. Der Unabhängige NationalauSschuß mit seiner kräftigen, wohl begründeten Losung: gegen England! und seinen positiven Zielen wirkt einigend, werbend." Während so das führende konservative Organ sich gegen- über den Anbiederungen von links vorläufig noch kühl und � reserviert verhält, sind die annexionistischen Einigungsapostel schon eifrig bei der Arbeit, um eine einheitliche geschlossene „innere Front" der Annexionisten herzustellen.„Das Eisen ist warm l" frohlockt der„ehrliche Makler" Oktavio von Z e d- l i tz in der„P o st": „In dieser ernsten Stunde, in der der Kampf des Bier- Verbandes gegen Deutschlands Unabhängigkeit, die Unversehrt- heit seines Gebiets und die Freiheit unserer wirtschaftlichen Entwicklung den Höhepunkt erreicht hat, müssen überhaupt ja die einzelnen Kriegsziele gegenüber dem einen großen Kriegs- ziele dauernder Sicherung dieser Güter nach Ost wie nach W e st zurücktreten. Der Zeitpunkt ist gekommen, alle Richtungen, die dieses eine große Kriegs- ziel, wenn auch auf etwas verschiedenem Wege, erstreben, zu einer geschlossenen starken Volks- st r ö m u n g zu vereinigen, die ein starkes Gewicht für die Erringung des die Erreichung des Äriegszieles verbürgenden Sieges in die Wagschale zu werfen vermag. Aber auch hier gilt das Wort: man soll das Eisen schmieden, so lange es warm i st." Wie„das Eisen" geschmiedet wird, darüber vermag der nationalliberale„Deutsche Kurie r", der dem Schäfer- schen Aufruf freudig zustimmt und zugleich die Mitteilung macht, die Reichstagsabgeordneten Dr. Böhme und Löscher, führende Männer im Deutschen Bauern- b u n d, seien dem„Unabhängigen Ausschuß" beigetreten, bereits einige Einzelheiten mitzuteilen: „Man spricht in unterrichteten Kreisen davon, daß Führer des NationalauSschusseS und Unabhängigen Ausschusses miteinander Fühlung suchen, um zu erforschen, ob nicht eine gemeinsame Grundlinie für den dentschen Friedenswillen gefunden werden könnte." Ob diese Mitteilung den Tatsachen entspricht oder nur einen„Fühler" darstellt, ist gleichgültig. Tatsache ist jeden- falls, daß an der Herstellung einer gemein- samen Front der Annexionisten von ver- schiedener Seite eifrig gearbeitet wird. Es muß deshalb von unserer Seite heißen: die Augen offen halten und mit verzehnfachter Energie dafür arbeiten, daß der Standpunkt der klassenbewußten Arbeiterschaft dem des annexionistischen Bürgertums entgegengesetzt wird. Die kommende Reichstagssesfio«. Der Reichstag ist bis zum 26. September vertagt, fvird aber erst in der ersten Hälfte des Oktober seine Arbeiten wieder aufnehmen. Weiter steht noch nichts fest, ins- besondere nicht, welche Vorlagen dem Reichstag zugehen wer- den: nur die Vorlage über die Verlängerung der Legislaturperiode ist mit Bestimmtheit zu er- warten,_ Innere Geschlossenheit. Unter dieser Ueberschrift veröffentlichte der«Dresdener Anzeiger" einen Leitartikel, der auch die Aufmerlsamkeit unserer Parleipresse verdient, da er sich in bemerkenswerter Weise mit der Haltung der Sozialdemokratie zum Kriege beschäftigt. Anlaß dazu gaben dem Blatte Vorgänge der neuesten Zeit: die vielbesprochene Rede HehdebrandS in Frankfurt a. M., die Rede Scheide- manns in Dresden und die B a s s e r m a n n S in Stettin. Der Artikel beginnt mit der Feststellung, daß«da» hohe Gut der inneren Geschlossenheit" erhalten geblieben sei,«seitdem auf die zwei inhalt- schweren Worte: Mobilmachung besohlen sich die gewaltige Kraft der deutschen Heere und der deutschen Flotte reckte, unser scharfes Schwert blitzend aus der Scheide flog und die deutsche Macht, um nicht das Opfer der eigenen unendlichen Langmut zu werden, mit eherner Wucht die Schwelle zu einem neuen Zeitalter der Welt- geschichte überschritt." An diese Bemerkung wird dann folgende Betrachtung über die Sozialdemokratie und die Rede Scheidemanns in Dresden geknüpft: «Die reinliche Scheidung der Geister hat auf dem harten Prüfstein nationaler Bedrängnis helleuchtende Funken hervor- sprühen und die vorher fast im Dunkel gebliebene Trennungslinie innerhalb der Sozialdemokratie hervortreten lassen. Dieses Läute- rungSwerk wäre geeignet, den größeren Teil der Sozialdemokratie frei von allen Schlacken und ihr etwa noch anhaftenden Unrein- Herten zu machen. Ungleich wertvoller als die Narretei und Unvernunft einzelner sogenannter Sozialdemokraten sind uns die Worte eines Scheidemann— Name wurde hier zugleich Vorbedeutung— von dem Vaterland der Arbeiter. von ihrem besonderen Interesse an dessen Aufrechterhaltung in nationaler und wirtschafrlicher Unabhängigkeit, jene» Be- kenntnis von der Hinfälligkeit des Glaubens an internationale Solidarität und von den schweren Enttäuschungen der Sozialdemokratie, aus denen sie lernte und die rechten Schlußfolgerungen zog. Solche Worte ver- dienten die Aufmerksamkeit aller derTausende, die auch in unserer Stadt einen der größten Versammlungsräume, die man kennt, bis zum letzten Platz füllten. Sie sollten jenen in die Ohren klingen, die noch immer ihren Wirklichkeitssinn in Fesseln schlagen und bis heute noch nicht den Weg aus der Welt des Scheins in die des Seins ge- funden haben. Wohltuend wirkt die Erinnerung an diese freimütigen Bekenntnisse gegenüber jenen Braun- schweizer Vorgängen aus den letzten Tagen, die mit ihrer Ablehnung der«verderblichen und parteischädigenden Politik des 4. August" und der Verurteilung der Persönlichkeit deS im ersten braunschweigischen Wahlkreise alt gewordenen ReichStagSabgeord- neten Blas so sehr da» Siegel des Undanks und des Unverstandes tragen, daß selbst auS der sozialdemokratischen Preffe tiefste Tnt- rüstung gegen sie hervorbricht." Dann wird auf die erwähnten Reden v. HevdebrandS und Basiermanns hingewiesen, die in ihren Grundgedanken das Gleiche wollien, und schließlich zu den AuSlasiungen der drei Parteiführer bemerkt:„Solche Gedanken sind es, die Männer von unantastbarer Gesinnung, vom Volke selbst erwählte Führer bewegen... Vor dem Kriege kam es wohl kaum vor, daß Sozialdemokraten in gleichem Atemzuge mit den Führern bürgerlicher Parteien ge- nanut und uneingeschränkt belobigt wurden. Sicher ist besonders, daß der voni Parteivorstand— besten Mitglied Scheidemann ist— am LS. Juli 1014 veröffentlichte Aufruf Beifall auf bürgerlicher Seite nicht finden konnie. Und es darf an ein bekanntes Wort von Bebel erinnert werden, der auf einem Parteitage erklärte, daß er sich immer unbehaglich fühle, wenn man ihn im gegnerischen Lager lobe.— Erwähnt sei noch, daß der«Dresdner Anzeiger" zu jenen Blättern gehört, die für schärfste, rücksichtsloseste Kriegssiihrung ein- treten und erst vor kurzem in einem Artikel für völlige Vernichtung Englands eintrat._ Jesuitengesetz und VereinSgesetz. Verschiedene Zentrumsblätter haben, wie die Baumeistersche „Internationale Korrespondenz" zu ihrer Rechtfertigung ausführt, Andeutungen gemacht, daß zwischen Konservativen und Zentrums- leuten ein unverbindlicher Meinungsaustausch, Sondierungen, stattgefunden haben können, ob ein Kuhhandel hinsichtlich des Jesuitengesetzes und der Vereinsgesetznovelle möglich sei. Dazu erklärt die„K r e u z ze i t u n g": „Demgegenüber können wir nur nochmals feststellen, daß von feiten der konservativen Partei auch keinerlei derartige Sondierungen stattgefunden haben. Möglicherweise ist der Gedanke von anderer Seite erwogen worden, was dann zu den Gerüchten Anlaß gegeben haben mag, die in den obigen Aeußerungen der ZentruinSpresse ihren Niederschlag gefunden haben." Das tägliche örot. Neue Höchstprcisregelung für Wild. Amtlich. Berlin, 25. August. sW. T. B.) Tie auf Grund der Bundesratsverorduung vom 28. Oktober v. I. über die Regelung der Fisch- und Wildpreise festgesetzten Höchst- preise für Wild haben die Zufuhr erschwert, zum Teil sogar völlig verhindert. Hauptsächlich deshalb, weil es Preußen wegen der Vorschrift in 8 t der genannten Verordnung nicht möglich war, die Höchstpreise für Berlin, trotz der besonders gearteten Verhältnisse, zu erhöhen, und weil, um den Berliner Markt nicht noch mehr zu benachteiligen, auch von einer Er- höhung der Preise für die übrigen Bednrfsgebiete abge- sehen worden war. Nunmehr ist auch hier eine N e u r e g e- l u n g erfolgt. Eine Bundesratsverordnung vom 17. August ermächtigt den Reichskanzler, Großhandelspreise für Wild festzusetzen: zur Berücksichtigung der besonderen Marktver- Hältnisse können jedoch die Landeszentralbe- hördenfürihrenBezirkoderTeileihresBe- zirks Abweichungen von den Preisen anordnen, für die wiederum der Reichskanzler Höchstgrenzen vorschreiben kann. Um ferner die Zufuhr von Wild im sogenannten„Kon- signationsverkehr" zu verstärken, wird in der Verordnung be- stimmt, daß, wenn die Ware an einem anderen Ort als den der gewerblichen Niederlassung oder des Wohnorts des Ver- käufers verbracht und dort für dessen Rechnung verkauft wird, die für d i e s e n Ort geltenden Preise maßgebend sein sollen. Die Kleinhandelsgrenze von 16 Kilogramm ist fallengelassen worden und an ihre Stelle die Vorschrift gesetzt, daß als Kleinverkaus jede Abgabe an den Verbraucher gilt. End- lich ist von nun ab die Verpflichtung zur Einführung von Kleinhandelspreisen nicht mehr den Gemeinden, sondern den Landeszentralbehörden auferlegt, so daß die Einführung solcher Kleinhandelspreise nunmehr für alle Orte, auch für die unter 16 666 Einwohnern gewährleistet ist. Dabei ist die Möglichkeit vorgesehen, den Kleinhandelshöchstpreis für den Verbrauch durch den Iagdberechtigten und durch den Händler verschieden hoch zu bemessen. Zuckerverteilung und Zuckerproduktion. Die Bundesratsverordnung vom 10. April d. I. gibt den Kommunalverbänden da? Recht, den auf sie entfallenden Zucker von der Reichszuckerstelle selbst zu beziehen und ihn an die Verbraucher abzugeben, entweder in gemeindlichen Verlaufsstellen oder durch Kleinhändler. Diese Verordnung ist den Zucker- Großhändlern selbstverständlich sehr unbequem, da sie dvn zahlreichen Kommunal- verbänden bei dem Bezüge des Zuckers ausgeschaltet werden, was die Gemeinden in die angenehme Lage bringt, den Zwischenhandel- gewinn dafür zu verwenden, die nicht unbeträchtlichen Ausgaben für Verteilung deS Zuckers, Ausfertigen der Zuckerlaricn u. dergl. zu decken. Die Zuckerindustriellen unterstützen das Bestreben der Zucker-Großhändler, diese Bestimmung der Bundesratsverordnung zur Aufhebung zu bringen und der Ausschuß des Deutschen Handels- tagS hat sich soeben in einer Sitzung, zu der er Vertreter der Zucker- industrie und des Zuckerhandels hinzuzog, in gleichem Sinne aus- gesprochen. Aber im Interesse der Verbraucher und der Gemeinden liegt die Aufhebung dieser Be- stimmung keineswegs, wohl aber die gleichfalls in jener Sitzung geforderte Einführung einer Reichszuckerkarte. die einheitlich im ganzen Reichsgebiet für jeden Verbraucher die gleiche Zuckermenge festsetzt. UebrigenS ist die Anbaufläche von Zuckerrüben, wie jetzt amtlich bekannt gegeben wird, nur um 10—12 Proz. gestiegen, obwohl der Bundesrat, um den berühmten„Anreiz zur Produltion" zu geben, die Preise für Rüben und Zucker erhöht hatte. Im Vor- jähre war durch eine Bundesraisverordnung der Anbau von Zucker- rüben um 25 Proz. eingeschränkt worden, damit mehr andere Nahrungsmittel angebaut würden; die Landwirte hatten aber den Anbau von Zuckerrüben nicht nur um 25. sondern um 34 Proz. eingeschränkt, weil die Höchstpreise für andere Feldfrüchie, z. B. Früh- karloffeln, so hoch waren, daß es für den Landwirt vorteilhafler war, diese anzubauen statt Zuckerrüben. Die Folgen haben wir jetzt zu spüren: es fehlt an Zucker zum Einkochen des ObsteS für Mar- meladen, die doch bei dem steigenden Fettmangel in immer größeren Mengen gebraucht werden. Schon bei den vorjährigen Rübenpreisen haben die Landwirte und die Zuckerfabriken sehr gute Geschäfte gemacht. Nun sind die Preise erhöht worden, der Nüvenanbau stieg jedoch keineswegs in befriedigender Weise, weil eben immer noch verhältnismäßig höhere Preise namentlich sür Frühkartoffeln an- gesetzt waren. Der normale Friedensbedarf an Zucker, der 1,5 Millionen Tonnen betrug, ist wegen deS gesteigerten Bedarf? für Marmeladen und dann auch, weil Zucker für mili- lärisch-technische Zwecke verwendet wird, jetzr nicht mehr ausreichend. Und wenn, wie von einer Nachrichtenstelle gemeldet wird, bei der diesjährigen Ernte mit 1,3 bis 1,8 Millionen Tonne» Zucker gerechnet wird, so bedeutet das keine Aussichten auf eine reich- lichere Zuckerzuweisung für das nächste Jahr. Es zeigt sich auch hier wieder, daß all diese Anreize zur Produktion durch Erhöhung der Höchstpreise nicht zu dem erforderlichen Erfolge führen, sondern dieser nur durch ein Eingreifen der Staatsgewalt in die Produktion, durch ProduktionSzwang erreicht werden kann. Die Ein- wände der Landwirte und ihrer Jntereffenvertreter, daß ein solcher Zwang in der Landwirtschaft undurchführbar sei, sind nicht stich- haliig. Dagegen ist zuzugeben, daß der Mangel an Düngemitteln und an ArbeitSlrästen hindernd auf den Anbau wirken kann. Aber doch ebenso auf den„freien" Anbau nach eigenem Profitintcresse, wie bei Zwangsanbau im Interesse der Allgemeinheit! Wenn für diese die Bodenfläche Deutschlands so ausgenutzt werden soll wie es nötig und möglich ist, muß endlich unsere alte Forderung: Regelung der Produktion durch Anbauzwang durchqesiihrt werden. Dieselben Kreise, die von der selbstverständlichen Pflicht der LandeSverteidiung sprechen, dürfen doch nicht für sich eine Ausnahme davon verlangen, wenn und weil es sich um ihren eigenen Profit handelt I WaS werden die Winterkartoffeln kosten? Der Generalsekretär der christlichen Gewsrischaften Stegerwald hat als Vorstandsmitglied des KriegsernährungsamteS in einer großen Versammlung zu Esten erklärt, die Großstädte werden ihren Einwohnern Winterkartoffeln zu 4,75 M. frei Keller liefern können. Infolge einer Anfrage der„Rheinischen Zeitung", unseres Kölner ParteiblatteS, bestreitet die Kölner Stadtverwallung die Richtigkeit der Stegerwaldschen Angaben entschieden. Die Kartoffeln würden frei Keller winde st ens 5,30 M. kosten, und zwar laut folgender Kalkulation: niedrigster Höchstpreis an deu Erzeuger 4 M., von der ReichSkartoffelstelle lviel zu hoch l) festgesetzte Vergütung an den Lieferungskreis 30 Pf., Fracht mindestens 10—15 Pz., Schwund bei den frischen Kartoffeln 10 Proz.— 40 Pf., Sacken und Sackoerschleiß 80 Pf., Spesen am Orte 15 Pf., zusammen 5,30 M. Da alle Be- träge äußerst niedrig eingesetzt sind, würden die Kartoffeln wohl aus 5,50 M. kommen, über IM. mehr als imBorjahre. SS werde zwar verlangt, daß den Bedürftigen dieKortoffeln billiger abgegeben würden, aber von einem Zuschuß deS Reich«? verlaute noch nichts._ Höchstpreise für Obst. Die bessische Regierung erklärte im Kriegsausschuß der Zweiten Kammer, sie werde bei der Reichsregierung Höchstpreise für Obst und Gemüse beantragen; bisher hätten sich die ReichSinstanzen nur bereit erklärt, für Zwetschen Höchstpreise einzuführen. Die hessische Regie« rung dränge aber auch darauf. Höchstpreise für andere Obstsorten einzusühren. Wenn keine reichsgesetzliche Regelung erfolge, so würde Hessen Höchstpreise einführen und gleichzeitig ein Ausfuhr- verbot erlassen. ES werde dann eine Verwertungszentrale er- richtet, die zunächst für die Bedürfnisse de» Landes zu sorgen habe und dann die überschießenden Waren über die Grenzen abgebe. Der Verwertungszentrale stehe das Beschlagnahmerecht zu. Die Berteuerung der Konserve«. Vor kurzem brachten wir auf Grund einer Mitteilung in der .München-AugSburger Abendzeitung* einen Hinweis darauf, daß die Konservenfabrik Joh. Braun A.-G., PodderSheim bei Worms a. Rh. ihre Dividende, die 1S13 nur S Proz., 1914 10 Proz. betragen hatte, 1915 auf 23 Proz. gesteigert und, um nicht S5 Proz. zu verteilen, ihren Aktionären 100 090 M. als Aktien geschenkt hat; bei einem Aktienkapital von 1 Million Mark erzielte fie im letzten Jahre IV, Millionen Mark Verdienst. Um den Ursprung dieses SegenS zu zeigen, wiesen wir auf die Steigerung der Preise der Konserven hin und nahmen dabei Schnitt- bohnen als Beispiel. Jetzt sendet un» die Konservenfabrik eine .Berichtigung*, in der sie erklärt, daß fie die billigen Schnittbohnen überhaupt nicht herstelle, sondern hauptsächlich Obstmarmeladen, für die schon fest Herbst 1915 Höchstpreise bestehen. Nun— woran im einzelnen dies« Aktiengesellschaft solch riesigen Gewinn einheimsen kann, ist gleichgültig; für die Verbraucher ist nur wichtig, daß überhaupt in dieser In» dustrie hohe Gewinne erzielt werden, die doch nur dann entstehen können, wenn der Verkaufspreis die Erzeugungskosten bedeutend übersteigt. Die A.-G. legt Wert daraus festzustellen, daß ihr Ge- winn durch die Verdreifachung des Umsatzes erfolgte, wodurch die Handlungsunkosten verringert wurden,— aber das ändert doch nichts daran, daß die Erzeugungskosten, zu denen bekanntlich alle Geschäftsausgaben gehören, bedeutend niedriger waren al» die Ver- kaufspreise. Bei dieser einen Fabrik werden die Gewinne öffent- lich bekannt, weil sie eine Aktiengesellschaft ist. Daß eS den Unter» nehmungen, die einzelnen Unternehmern gehören, schlechter ergangen sei, ist nicht anzunehmen— und daraus folgt also, daß die Kriegs- Verkaufspreise zu hoch angesetzt sind und eine Ermäßigung der Höchstpreise dringend notwendig ist. Jim See Partei. Aus den Organisationen. In einer Versammlung des Sozialdemokratischen Vereins in Jena sprach Abg. H a a s e über die Frage:.Warum haben wir eine Arbeitsgemeinschaft?* Nach kurzer Diskussion und einem kurzen Schlußwort des Referenten wurde eine Resolution angenommen, die sich mit der Stellungnahme der Arbeitsgemeinschaft einverstanden erklärt und anläßlich der Strafverfchärfung dem Genossen Liebknecht die Sympathie der Versammlung auSivricht. Zustimmung fand ein Antrag, die Versammlung möge bei dem Parteivorstand daS Verlangen nach Abhaltung einer Reichskonferenz für die sozialdemokratischen Frauen zum Ausdruck bringen. Eine Erklärung des Genosse« Böhl«. Reichs« und Landtagsabgeordneter Genosse Böhl«, der ver« treter für Slraßburg, der in der Vertrauenskundgebung namhafter Straßburger Bürger an den Reichskanzler als Unterzeichner an- geführt ist, hat. wie die Straßburger Presse mitteilt, kurz vor der Veröffentlichung der Kundgebung seine Unterschrift zurückgezogen. Mus Inöustrie unö Handel. Bestandsaufnahme ausländischer Wertpapiere. Amtlich wird gemeldet: Eine soeben erlassene Bundesratsderordnung ordnet eine allgemeine Bestandsaufnahme ausländischer Wertpapiere an, und zwar sowohl der im Ausland befindlichen Wertpapiere überhaupt, wie der im Inland be- findlichen, aus denen ein im Ausland ansässiger Schuldner haftet oder durch die eine Beteiligung an einem im Ausland befindlichen Unternehmen verbrieft wird, einschließlich der Zeugnisse über Beteiligungen an ausländischen Aktiengesell- schaften(shares, certificates). Es soll damit die Uebersicht über den deutschen Besitz an ausländischen Wertpapieren er- möglicht werden, die im Interesse unserer Valutapolitik, wie unserer Handelspolitik überhaupt notwendig erscheint. . Zur Erreichung dieses Ziels wird eine gesetzliche, mit Strafzwang ausgestattete Anmeldepflicht eingeführt, der natürlich die gesetzliche Schweigepflicht der mit der Entgegen- nähme und Bearbeitung der Anmeldungen befaßten Personen gegenübersteht. Insbesondere kommt eine Verwendung des angemeldeten Materials zu steuerlichen Zwecken nicht in Frage. Der Reichskanzler hat zu dieser Verordnung Ausführungs- Vorschriften erlassen, denen ein vorgeschriebenes Anmelde- formular beigefügt ist. Als Anmeldestellen sind die Reichs« bankstellen bestimmt, bei denen auch die Anmeldebogen zu beziehen sind. Die Anmeldung hat nach dem Stande vom 30. September zu erfolgen. Die Anmeldeftist läuft bis 31. Oktober 1916._ Zur Zwangsverwaltung ausländischer Uuternehmungeu. Amtlich wird mitgeteilt: Die Vorschriften über die zwangsweise Verwaltung und die staatliche Aufsicht über ausländische Unter- nehmungen werden durch eine vom Bundesrat unter dem.A. d. M. beschlossene Verordnung ergänzt, die. ähnlich wie es bereits durch die Verordnung betreffend die Liquidation britischer Unternehmungen vom 31. Juli d. I. geschehen ist, verhindern will, daß die Durch« sührung der öffentlichen Interessen durch die von einzelnen Gläu- bigern veranlaßten gerichtlichen Schritte(Zwangsvollstreckungen, Arreste, einstweilige Verfügungen oder KonkurSanttäge), beeinttächtigt wird. Wie bei der Liquidation, so ist auch mit der in erster Linie im öffentlichen Interesse erfolgenden Zwangsverwaltung und Staats- aufficht eine unbeschränkte Freiheit der einzelnen Privatinteressen unvereinbar. Die neue Ergänzungsverordnung vertraut infolgedessen in ganz ähnlicher Weise, wie dies beim Liquidator geschehen, auch dem staatlichen Verwalter oder der Aufsichtsperson und den Stellen, die diese Organe mit Weisungen versehen, die Abwägung der privaten und öffentlichen Interessen an. Die Einzelheiten der neuen Bestimmungen sind den§§ 4 und 6 der erwähnten Verordnung vom 31. Juli d. I. angepaßt. Gevidmet zom 24. Geburtstage unsere» lieben, nnrergeßlichen Sohnes und Bruders, des Gefreiten und Behren Walter Kühn. Rudolf Kühn u. Frau als Eltern. Margarete als Schwester. Dir der Friede, uns der Schmer». 11505 Am 24. August verstarb»ach langem, schwere« Leiden meine liebe Frau und gute Mutter Schamann im 41. Lebensjahre. Die» zeigen lies betrübt an Georg Schumann. Die Beerdii Fritz als Sohn. August Heese und Frau als Eltern. veerdigung findet Montag, den 23. August, n. Uhr, von der Leichenhalle� des GemewdefriedhoseS~ Hausen, G ermann enstraße(Schänholz er Heide) au» statt. chöru km 23. August ist unser lieber Mitarbeiter, der Botations-Hillsarbeiter Roman Stachowiak nach schwerer Krankheit im 68. Lebensjahre Tenehleden. Seit Gründung des Oesch&fts war er bei uns und hat die ihm obliegenden Pflichten stets treu und gewissenhaft erfüllt Un» Kollegen war er immer em lieber Freund. Ein dauerndes ehrenvolles Andenken ist ihm gesichert GeschSftsIeituog und Personal der Vorwärts- Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co. Die Beerdigung 41/, Uhr, auf dem LückstraSe, statt findet am Montag, Gemeindefriedhof in Lichtenberg, yErbMdd.BuEh-ü.Stelndriicl;erel- HlMeiter und Arbeiterinnen Dentsthiands. Ortsverwahung Berila. Am 28. August verstarb nach kurzem Krankenlager unser Mit- glied Roman Stachowiak im Alter von 52 Jahren. Ehre seine« Andenken k Die Beerdigung findet am Montag, den 28. August, nach- mittags 4'/, Uhr, auf dem Ge- meinde-Friedhof Lichtenberg, Lück- straße, statt. 27/14 Öle Ortsverwaltung. Verband der Sattler nnd PorteleniUer. Ortsverwaltung Berila. Den Kollegen hiermit zur Nach- richt, daß unser Mttglied, der Militärsattler widert Hannemann Werkstatt F. To bau plötzlich verstorben ist. Ehre seine« Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 26. August, nach- mittag» 31/, Uhr, von der Leichen- Halle des Heiligkreuz-KirchhofS in Mariendorf, Eisenacher Str. 62, aus statt. 168/11 Die Ortsverwaltung. Heines Werke > I Sind«« mart- Luchhandtunz Sonoärt» Zum 23. Geburtstage. AIS Opfer diese» furchtbaren Wellkriege» fiel am 17. Juli ISIS aus Patrouillengang durch Bauch- schuß mein lieber Sohn, unser guter Bruder, Schwager, Onkel, Neffe und Bräutigam, Gesretter AptupSawade Pionier-vatt. 12, 4. Komp. In tiefste« Schmerz «ruft Sawade al» Dater. Ida Lunge geb. Sawade. Fritz Lang« im Lazarett. Karl Sawade im Felde. Gertrud Sawade geb. D öring. Klara Müller geb. Sawade. Johannes Müller w Garnison. Elisabeth Hering geb. Sawad e »rtnr Hering im Felde. LSallt, Klara. Gertrud, Kart al» Nichten und Neffe. Edmund Lichtenberg nebst z r a u al» Onkel und Tante. Grete! Drepte als Verlobte. Familie Drepte als Schwieger- «llern, Klotzsche b. Dresden. Mt der Sehnsucht im Herzen nach seinen Lieben, Mtt der Sehnsucht im Herze» ist er geblieben. Kuh« sanft w Feindesland. Spezialarzt Dr. med. Wockenfnfi, Fpiedrichstr.<25(Oranienb. Tor), fOr Syphilis, Harn. u. Frauenleiden— Ehrlieh-Hata-Kur(Dauer 12 Tage), Blutuntersuchung. Sehnelle, siehers schmerzlose Heilung ohne Beruis- 222/6* stSrung. Teilzahlung. Sprechstunden: 10— X and 5—8. TonristenTereln.OleHatiirlreande' Ortegruppe Berlin. Am 23. August verschied nach schwerem Leiden unser Mttglied, der Buchdrucker 1/17 Max Dankep im 57. Lebensjahre. Die Einäscherung findet heute Sonnabend, den 26. August, nachmittags 3'/, Uhr, im Krema- torium m Treptow-Baumschulen- weg, Kiesholzftrabe, statt. Unseres Gründungsmitgliedes werden wir sür sein Wirken und Sweben stet» dankbar uns ermnern. Die Ortsgruppenleltung. Arn 22. August verstarb unsere langjährige Kollegin Amalie Hagen Willidald-AIeriS-Straße 16 im Wer von 63 Jahren. Die veerdigung findet heute nachmittag 8 Uhr auf dem Heilig. Kreuz« Kirchhof w Mariendors, Eisenacher Straße 62, statt. Die Kolleginnen und Spedttem der Spedition Bärwaldstr. 42. Am 28. August verstarb nach langem, schwerem Krankenlager der Schuhmacher meist« Ullis Fuchs. Die trauernden Hinterbliebenen Bellermannstr. 16. Die Einäscherung findet am Montag, den 28. August, nach« mittag» 4 Uhr. im Krematorium Derichtstr. 37/38 statt.+137 Zigapetten vSU. verst in ycra. Qual 1,8 Pt. 1 A 100 Stck. 1,30. 3, 1 B 100, 1,90. 4,2. IC 100, 2.50. Vers, v. 100 St an geg. Nachn. Ins Feld nur gegen voreins. O. Landau, Berlin-Neukälln, Kaiser-Friedrich-Straße 42.* Prima Würstchen 100 St. 17.50 Ger. Schinken kg 6.00 100 St. 15.00 Mettwurst kg 4.80 100 St. 12.50 Blutwurst kg 3.60 von frischem, best. Roßfleisch, Nachn., Eilpost-Vers. Artur Schindler, Roßschlächterei, Zwickau i. Sa 19 «S»SII»IS»S» ® n n i.® IS g während i S des Krieges g Preis 40 Pf. 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Kinder Halbe Pr. ist der schönste Ausflugsort? + Immer noch Pichelsmerder, ° Heerstraße" beim Att-U Fr-UNd. olange derVorrat reicht liefert die Buchhandlung Vorwärts, Berlin, folgende älteren Jahrgänge der reichillustrierten Romanzeitschrist»Zu Freie« Stunde«" jeden Band statt gebunden 4 Mark für nur 2 Mark. Band 1; Inhalt:„»ta richtet kc»«tbenA" Bon lädier d« BJtonMpfn.— fterner die reizende Erzählung»Umsonst«evpsert- Bon Robert Schlveichet Band 2: Inhalt:-Set StfsU." Sin Sharaktergeinäld« ou» dem 18. Iahrbun- dert Von U. Evindler.—„Ein Mefruf Bon Erckmann-Chatrian. —«Eine Scheinehe sab ihre Folgen." Loa I. N. Potapiiilö.—.Tie Ansgeftoßenen." Von M. Hartmann. Band 3: Inhalt: I» Banne»er versuchnag.- Roman von Hettor Malot— „Tie Möedetin.- Von B. Echulze-Schmidt—-Der Pedlnr." Von O. RuppinS.—«loster»et Lendomte.- Bon F. Grillvarzer. Band 4: Inhalt:»tber RstUt de» Zere».- Bon gute» Sern».—-9s»»et- Mächini» de» Pedlnr».-- von Otto swvpw«.—„Hm Malnngee Mord.-- von Theodor Mügg«.—„Wie der Grotzvster die Broßmnller nah«.-- Land S: Inhalt:-De» detloren« Sohn.-- Roman von Hall Caine.—..Ter Flüchtline.-- Novelle von Moritz Hartmann.—„Znm Bleibergwerk verurteilt.- Briefe von Wassili JalSzako«.—»Die Narreodurg.-- Erzählung von Adalbert Etifter. Band 6: Inhalt:-»et Deserteur.-- Roman dos Ködert Buchanan.—„Zwei Wellen.-- Roman von Madame Bizot—»Der Ute Zimmermann.-- HumoreS!« von Friedrich BerstScker.— ,«alds»in»e.--. Genrebild von Otto RuppmS.—»Der WeihnachiSsbend.-- Eine Beistergeschicht«. Land 7: Inhalt:„Rebellen.--«r,Sblune von«. rfchwilow.—-»er Slöckner du» N-ire Warne." Roman von Virtor Hugo.—„et Peter» Siegen. schirm.-- Erzählung von St. Wilszath. Band 8: InHall:„Die«ilgrt der«ildnii.-- von Johannes Tcherr.—„Sine Herrrnhofsage.-- Bon Eelma Lagerlöf.—„Rosa und Rineiie." Bon Alfonse Daudet—„Romeo nnd Julia.-- Eine Erzählung au» dem Italienischen.—„Um» Herz.-- Eine Erzählung von Robert Gchweichet — Di« lustig« HmnoreSIe„Kapitän»oflelmann» Ertratonr.-- Band 9: Inhalt:„Da» Eina»».-- von Leo« Eladet—„Sigrid, da» Fischer- Mädchen.-- Bon Theodor Mügge.—„Der schwarze Hans.-- Bon lvlelchwr Mehr.—„Sien ermann HoldSworih.-- Bon Clarl Rüssel.— „Baier nnd Sohn.-- Won I. Poiapenko. Land 10: Jnhall:„Ter Haiduck.-- Won B. Dumbrara.—„RaniaS.-- Bon Emile Zola.—„Ter grase Papagei.-- Bon W. W. Jacobs.—„Fräulein Holladad.-- Von B. E. Sievemon.—„.Unbezahlte Schuld." Von il. EttoinSN.— Wie Joggeli eise gras sucht.-- Von I. Gottheit.— „Der Pauler des NUlaedauses.-- von St Bchweichet—»Bruder Hntchins." Von ES. SB. Jacob». Land Ii- Inhalt!„Kenllworq.-- Von»alt««eott.—»Tie»ummcrjahr«.-- V-n Frau«. it.«awintowa.—.Trtuett«.- ekizze von Herm. Peijerman».—..Sidsel» Hochzeitsreise.-- Von Jeppe Laksär.—„Ein Tag aus de« Leben des MuStetiers Fittcrcr H." Bon Salbet Olden. Land 12: Inhalt:„Stefan Mm Grillenhof.-- Von Minna KautSIh.—-8» lebe die Gcrechtigtcit.-- Bon Theodor Mügg«.—„Eine Stunde im Stach«* tnrm." Von Moritz Hartniann. Band 13: Enhalt:„Ter est» Seioa.» Bett Hall Sains.—„Eiaene traft• Boa enntson.—„Ter schwarze tater.-- Loa Et Jacob». Band 14: Inhalt:„Cfiac*«-ist.» von«tz. Ticken».—„«a» startet »angenheif von»erschunt.—„Tie vrider«atthien.- von mann.—„Rolos, der Sirtrui."—„Ter zerbrochene«rag. Bant) 15:- Inhalt: Emile Zola:„Germinal."—«. Eartellieri:„Ein Lncea»ella Robdia.--— Jonas Sie:„Ltndelin.-- Banb 16: Inhalt: Walter Scott:„Jvanhoe.--— Clara Viebig:„Tos Weiber- dort.-— Th. Mügge:„Die«nsermahlte»es Propheten.--— I. Gott- hels:„Tie angenehme Uebcrraschung.-- Lei Bestellungen genügt Angabe der Nummer de» Laude». Hart- »r. 234. 33. Zchrg. SnirliS'ßtilnjf des Jotiuitts" für Zlidm-Weße«. 26. M 1916. Mus Groß-Seriin. Werders Obstversand. lieber den Umfang des diesjährigen Obstversandes nach Berlin geben die Versandziffern der Werderschcn Obstzüchter- Genossenschaft, die ausnahmslos nach Berlin liefert, einen A ab alt. Im ersten Fahrtmonat betrug die Lieferung nach Verlin 883 184 Pfund, im zweiten 1 199 437 und im dritten ferst zur Hälfte erreicht) 472 271 Pfund. Die Gesamtliefcrung der Obstzüchter-Genossenschaft beläuft sich bisher auf 2 554 922 Pfund. Diese Zahl verrät die wirtschaftliche Bedeutung des Werderschen Obstbaues, der durch sie noch nicht voll er- fafft ist, da die Bahnversender nicht inbegriffen sind. Außer- dem zählen zum Werderschen Obstbaugebiet im weiteren Sinne die Obstanlagen der Umgebung, deren Besitzer eine besondere Verfrachtung eingerichtet haben. Ter Bezug von Sahne in Krankheitsfällen ist nicht mehr wie stüher bei der Polizei zu beantragen, sondern ebenso wie die übrigen Sonderbewilligungen für Kranke auf Grund eines ärztlichen Attestes nach dem üblichen Vordrucke beim Magistrat, Zentralstelle für Krankenernährung, Fischerstratze 39/42(Medizinalamt). Die Bewilligungen können ntir in dringenden Fällen geschehen. Es empfiehlt sich, für die Anträge den schriftlichen Weg zu wählen. Wer braucht sich zur Nachmusterung nicht zu stellen? Mit Rücksicht auf die jetzt angesetzten Nachmusterungs- tcrmine bestehen vielfach irrige Meinungen darüber,>ver zu erscheinen hat und wer sich nicht zu stellen braucht. Um die falschen Ansichten zu zerstreuen, sei auf Grund amtlicher Auslassungen darauf hingewiesen, daß sich zur Nachmusterung nicht zu stellen brauchen: a) die gedienten Leute; b) die ungedienten Landsturmpflichtigen 2. Aufgebotes der Jahrgänge 1875— 69, die sich im Besitze des gelben Aus- musterungsscheines befinden; o) die vor dem 4. Dezember 1869 geborenen ungedienten Landsturmpflichtigen; 6) die ungedienten Landsturmpflichtigen aller Jahrgänge, die berests zweimal die Entscheidung„D. U." erhalten haben; e) die ungedienten Landsturmpflichtigen und Militär- Pflichtigen, die bereits eine endgültige Entscheidung über ihr Militärverhältnis besitzen, wie beispielsweise als: Infanterie k. v. oder g. V., Trainfahrer, L. o. W. A. L. o. W. Schreiber, L. o. W. Ingenieur. L. o. W. Eisen- bahnarbeiter, Oekonomiehandwerker, D. g. v. Bureau und ähnliches. Als militärpflichtig sind alle diejenigen jungen Leute zu verstehen, die meist im Anfange der 29er Jahre stehen und auch im Frieden regelmäßig in den Frühjahrs- und Sommer� monaten gemustert wurden. Lohnender Verdienst. In der.Morgenpost"' ist folgendes Inserat zu lese»: Kriegsbeschädigter Unteroffizier, im Burcaudienst erfahren, sofort gesucht. Monatsgehalt etwa 100,— Mark. Vorstellung 9—11 Uhr. Jnbalidendank, Unter den Linden 24. Erfahrungen im Bureaudienst soll der Kriegsbeschädigte mit- bringen, Unteroffizier soll er auch noch sein, erst dann ist er würdig, das fürstliche Gehalt von monatlich 190 Mark in diesen teuren Zeiten zu beziehen. Wird der so cMlohnte Kriegsbeschädigte nicht zu üppig werden? Zwei tödliche Straßcnunfälle ereigneten sich Donnerstag nach- mittag im Westen und im Süden der Stadt. In der Kulmstratze vor dem Hause Nr. 13 geriet der drei Jahre alte Sohn Wilhelm des Maurers Bachmann aus dem Hause Nr. 9, an der Ecke der Wiener und Grünauer Stratze die 66 Jahre alte Metallarbeiterstau Anna Bugge aus der Warschauer Stratze 49 beim Ueberschreiten des Dammes unicr einen Geschäfiswagen. Beide wurden überfahren und so schwer verletzt, datz sie auf der Stelle verschieden. Die Leichen wurden beschlagnahmt und nach dem Schauhause gebracht. Ein mutmaßlicher Kiudesmord wird aus dem Osten der Etadt gemeldet. Leute, die auf einem Laubengelände an der Hohenlohe- stratze beschäftigt waren, sahen, wie eine Frau im Vorübergeheu ein Paket über den Zaun warf. Halb im Scherz riefen sie ihr nach: Junge Frau, Sie haben etwas verloren. Die Frau kümmerte sich aber darum nicht und ging weiter. Jetzt wurden die Leute neu- gierig, holten das Paket, öffneten es und fanden darin die Leiche eines neugeborenen Kindes. Die Frau war unterdessen spurlos ver- schwunden. Das Paket wurde der Revierpolizei übergeben. Zu der Explosionskatastrophe in der Wallstratze in Charlotten- bürg erfahren wir, datz sich der Zustand der noch im Krankenhause Westend untergebrachten Verunglückten nicht geändert hat. Wenn auch das Befinden der beiden Kinder Wichert nach wie vor sehr be- denklich ist, so besteht doch jetzt Hoffnung, sie am Leben erhalten zu können.— Heber die Ursache des furchtbaren Unglücks laufen übrigens in Charlottenburg ganz unsinnige Gerüchte um. So ist verbreitet worden, die Katastrophe sei nicht durch eine Gasexplosion, sondern durch eine Fliegerbombe, die ein feindlicher Flieger abge- warfen habe, verursacht worden. Andere wieder behaupten, datz die Explosion eines sogenannten Blindgängers, den ein Urlauber mit- gebracht habe, Schuld an dem Unglück sei. Demgegenüber kann nur darauf hingewiesen werden, datz alle diese Gerüchte falsch sind. Die Katastrophe ist, wie einwandfrei amtlich festgestellt worden ist, lediglich auf eine Gasexplosion zurückzuführen. Zum Explofionsuuglück m Charlottcnburg meldet derMagistrat von C h a r l o t t e n b ur g: Um bezüglich der schweren Gasexplosion vom 22. August in der Wallstr. 95 zu Charlottenburg Legendenbildungen vorzubeugen, sei darauf hingewiesen, datz bereits seit dem 14. Juli d. I. die be- treffende Wohnung ohne Gasversorgung war. An diesem Tage wurde der Gasmesser durch Angestellte des Gaswerks entfernt und die Gaszuleitung in vorschriflsmätziger Weise durch eine Kappe fest verschraubt. Seitdem haben Angestellte des Gaswerks die Wohnung dienstlich nicht mehr betreten. Durch Entfernung dieser Kappe, die jetzt fehlt und deren Entfernung übrigens stir Nicht sachverständige keineswegs ganz leicht ist, ist eine plötzliche starke Gausausströmnng erfolgt, so datz sich in ganz kurzer Zeil ein explosives Gasluftgemisch bilden mutzte, das durch eine offene Flamme— etwa eine Petroleumlampe oder Sireichholz— zur Eni- zündung gekommen ist. Aus diesem Tatbestand erhellt einwandfrei, datz die Verwaltung der Gaswerke an dem Zustandekommen des Un- falls in keiner Weise beteiligt ist. Die Katastrophe gibt aber Veran- lassung. nochmals auf zweckmätziges Verhallen bei Gasausströmungen hinzuweisen. GaSausströmungcn machen sich durch den Geruch leicht bemerkbar. Tri« irgendwo in einer Wohnung Gasgeruch auf, so balle man vor allen Dingen jede offene Flamme fern, sorge durch Oeffnen der Fenster für reichlichen Lustwechsel und gehe erst dann an die Uniersuchung der Gasleitung. In der Dunkelheit, wenn die Ur- fache der Gasaussirömung nicht sofort gefunden werden kann, empfiehlt es sich, den Haupthahn an der Gasuhr zu schlietzen und die Untersuchung aus den kommenden Tag zu verschieben. Im Zweifelfalle über die Ursache von Gasausströmungen empfiehl! es sich stels, sofort die Gaswerke evemuell in ganz dringenden Fällen auch die Feuerwehr zu benachrichtigen. Die zuständigen Nevierinspektionen der Gas- werke sind im Sommer von 7 Uhr morgens bis 6 Uhr abends, im Winter von 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends erreichbar,. für die Nachlftunden ist in Charlottenburg auf dem Gaswerk I(Fernsprecher Wilhelm 78 und 5641) eine eigens für diesen Zweck eingerichtete Wache vorhanden. Leichte Gasausströmungen durch undichte Leitungen, verlöschte Zündflammen usw. werden nur in besonders ungünstigen Fällen zu Vergiftungen oder gar Explosionen führen, weil die natürliche Ventilation in Räumen die Ansammlung genügend grotzer Gasmengen erschwert und weil lange bevor die Ausströmung gefährlich wird, sich der Gas geruch bemerkbar macht. Sonst würden die im Verhältnis zu der ungeheuren Verbreitung des Gases sehr seltenen Unfälle zweifei- los viel häufiger vorkommen. Trotzdem sollte sich grundsätzlich niemand durch die Seltenheit solcher Vorkommnisse zu einer Un Vorsichtigkeit verleiten lassen, die, wie der Vorfall in der Wall- stratze, die furchtbarsten Folgen haben kann. Es wäre sehr wünschenswert, wenn solche für das tägliche Leben wichtigen Ver- Haltungsmatzregeln bereits den Kindern in der Schule fest eingeprägt würden. Tod im Straßenbahnwagen. In einem Straßenbahnwagen ist am Donnerstag der Bureaudtälar Erich Milenz aus der Kleinen Hamburger Slratze vom Tode ereil: worden. M. hatte gegen 12 Uhr mittags einen Wagen der Linie 11 benutzt und wurde am Großen Stern plötzlich ohnmächtig und verstarb, ehe ein Arzt hinzu- gerufen werden konnte. Die Leiche wurde noch dem Krankenbause Westend gebrockt, wo festgestellt wurde, datz Milenz einem Herz� schlage erlegen ist. Die Zentrale für private Fürsorge schreibt uns: „Einige Blätter bringen eine Notiz unter der Ueberschrift„Die Gasexplosion in Charlottenburg", in der der Hilfsbund„Mein Dculschland", Verein für freiwillige vaterländische Arbeit, Berlin W, Margarelenstr. 8, bittet, ihm Geldmittel oder Naturalien sür die Verunglückten zur Verfügung zu stellen. Der Verein gehört zu den neuen Äriegsgründungen, die ohne Bedürfnis sich zu irgend- einem Zweck gebildet haben und garnicht berechtigt sind, Mittel für Wohlfahrtspflege zu sammeln. Die einzig zuständige Stelle, die in der Lage ist, hier ausreichend eingreifen zu können, ist die„Vereinigung der Wohltätigkeitsbestre- bungen E. V., Charlottenburg, Berliner Str. 13 7. Im Interesse der Volksernährung scheint es direkt gefährlich, eine wahllose Anhäufung von Lebensmitteln einer Stelle zuzu führen, die gar nicht in der Lage ist diese verständig zu ver- teilen." Die Verfügung des Charlottenburger PoNzeipräfidenten gegen die Nachtlokale gelangte in der letzten Sitzung des Vereins der Kaffee Hausbesitzer Grotz-Berlins und der Provinz Brandenburg zur Er- örterung. Es wurde mitgeteilt, datz sofort nach Erlaß der Anord- nung auf Veranlassung des Vereinsvorstandes durch die Bezirks Vorsitzenden eine Revision der Lokale vorgenommen worden sei, bei der jedoch überall der Betrieb als einwandfrei befunden worden wäre. Einzelne Ausnahmen seien festgestellt worden, doch handelte es sich hierbei um Lokale, die eigentlich als außerhalb des Gewerbes stehend anzusehen seien. Uebereinstimmend war man der Anficht, daß die genaue Befolgung der polizeilichen Verordnung gar nicht dnrchsühr- bar sei. Die Versammlung war auch der Ansicht, datz der Erlaß des Charlottenburger Polizeipräsidenten nicht rechtskräftig sei, weil er nicht im Rahmen einer gesetzlichen Verfügung gehalten sei und auch keine Strafandrohung für eine Uebertretung enthalte. Eiu großes Schadenfeuer wütete in Neubrück bei Hennigsdorf auf dem Grundstück der dortigen Pianofabrik. Auf bisher noch nicht aufgeklärte Weise brach im Fabrikgebäude Feuer aus, das mit rasender Schnelligkeit um sich griff, da die Flammen an den großen Holzvorräten reiche Nahrung fanden. Im Nu griff der Brand aus die ln der Nähe befindlichen Stallungen und Lagerschuppen über und bald stand auch das Wohnhaus in hellen Flammen. Die Feuer- wehren der ganzen Umgebung erschienen an der Brandstelle, doch vermochten sie gegenüber dem verherenden Elemente nur wenig auszurichten. Sie mutzten sich darauf beschränken, die wenigen übrigen Gebäude zu schützen. Die gesamten Fabrikanlagen, das Wohnhaus, Schuppen und Lagerräume mit großen Holzvorräten wurden ein Raub der Flammen. Der durch das Feuer verursachte Schaden wird auf mehrere Hunderttausend Mark geschätzt und ist nur zum Teil durch Versicherung gedeckt. Das Feuer scheint im Maschinenraum ausgekommen zu sein. Der Berliner Radrennfahrer Bruno Demke ist infolge eines Unfalls am Donnerstag plötzlich ums Lebe» gekonunen. Demke war auf allen deutschen Rennbahnen eine bekannte Persönlichkeit. Im Berliner Aquarium ist jetzt in den kleinen Terrarien Nr. 29 bis 35 des zweiten Stockwerkes zahlreiches junges Kriech- t i e r v o l k ausgestellt. Von unseren heimischen Schlangen sind da neugeborene Glatte Nattern und frisch dem Ei entschlüpfte Ringel- nattern,— von den deutschen Eidecksen neugeborene Blindschleichen und frisch ausgekrochene Zauneidechsen zu sehen. Die Nachzucht eines prächtigen südrussischen Würfelnatterpaares ist schon einige Monate all, winzige dalmatinische Smaragdeidechsen, die noch nickt lange das Ei Verlaffen haben, fallen besonders dadurch auf, datz sie noch wenig von dem leuchtenden Grün ihrer Eltern zeigen. Fast noch merkwürdiger ist das Aussehen kleiner, hier gezüchteter brasi- lianischer Goldnattern, einer im Alter prächtig schwarz und gelb gezeichneten Schlangenart. Die Jungen weichen in der Färbung so erheblich von den Alten ab, datz man sie fast für Ringelnattern halten möchte. Wahrscheinlich werden zu all' diesen Reptilienkindern in den nächsten Tagen noch neugeborene Kreuzoltern und Berg- eidechsen hinzukommen, beides Formen, die wie die Glatte Natter und Blindschleiche nicht Eier legen, sondern lebend gebären. Unbekannte Frauenleichc. In der Nacht zum 22. August d. I. stürzte sich eine unbekannte Frauensperson aus dem Fenster des zweiten Stockwerks eines Privathotels in der Dorolheenstratze, welches sie mit einem unbekannt gebliebenen Manne aufgesucht hatte, auf den Hof hinab und verstarb sofort infolge Schädelbruchs. Die Verstorbene ist etwa 22—23 Jahre alt, hat hellblondes Haar, niedrige Stirn, blonde Augenbrauen, hellbraune Augen, vollständige Zähne, länglich-spitzes Gesicht, schlanke Gestalt und auf beiden Hand- rücken sowie im Gesicht Sommersprossen. Bekleidet war die Leiche mit schwarzem Taftkleid mit Swartkragen, Kragen und Rockstoff mit Rüschen besetzt, schwarzen Seidenstrümpfen, schwarzen halben Stoffschnürschuhen, schwarzem Strohhut mit schwarzem Band und weißem Hemd. Nachrichten über die Persönlichkeil der Leiche nimmt die Kriminalpolizei, 12. Kriminal-Bezirk zu 2371. IV. 55. 16 enl- gegen, Fernsprecher: Amt Zentrum 1440, Hausanruf Nr. 422, sowie auch jedes Polizeirevier. DaS nächste Konzert des Philharmonischen Orchesters findet am Sonnabend, den 26. August, in der Neuen Philharmonie, Köpenicker Stratze 96/97 statt. Beginn des Konzerts 8 Uhr. Der Vorverkauf zu den Volkslonzerten findet statt in der Berliner Gewerkschaslskommission, Engelufer 15, Zimmer 16, außer Sonnabends nachmittags, und in den betreffenden Konzert- sälen. Die im Vorverkauf nicht untergebrachten Karten werden abends an der Kaffe verkauft. Der Eintrittspreis beträgt 30 Pf. Kasseneröffnung 7 Uhr. Die Feuerwehr wurde nach der Dorotheenstr, 29 gerufen, wo ein Hotelbesitzer in einem Fahrstuhle eingesperrt worden war. Es gelang den„Gefangenen" zu befreien. Mus öen Gemeinöen. Sozialdemokratisches Schuldeputatiousmitglied in Pankow. Als Mitglied der Schuldeputation wurde Genoffe Otto Schmidt bestätigt, der vor einiger Zeit von der Pankower Ge- meindevertretung einstimmig gewählt worden war. Bezngsschcinformnlare für den Einkauf von Web-, Wirk- und Strickwaren. Entgegen der vielfach vorhandenen Auffaffung, wonach beim Ein- kauf von Web-, Wirk- und Slrickivaren sür Berlin und die Nachbar- gemeinden ausschließlich die Bezugsscheine B gelten, macht uns die Gemeinde Steglitz darauf aufmerksam, datz für ihren Bezirk der Bezugsschein A, wie überhaupt im Kreise Tellow, eingeführt sei. Ferner weist sie bei dieser Gelegenheit darauf hin, datz der Be- zugsschein in ganz Grotz-Berlin stets auf den Namen(Vor- und Zu« namen) des Familicnhauptes ausgefüllt werden mutz, auch wenn der gewünschte Gegenstand für ein anderes Mitglied der Familie be- stimmt ist. Im Haushalt befindliche, aber nicht zur Familie ge- hörende Personen, haben einen Schein auf ihren eigenen Namen vorzulegen, ebenso erwachsene Familienangehörige, die rhren Lebens- unterhalt selbst bestreiten. Für jede Warengallung ist ein besonderer Bezugsschein auszufüllen, auch ist genau anzugeben, für wen die Beschaffung erfolgen soll, bei Kindern mutz außerdem das Aller angegeben werden. Endlich ist ein Ausweis vorzulegen, aus dem hervorgeht, datz die Antragstellerin in dem betreffenden Bezirk wohnt._ Zwei Jahre Kriegskosten für Charlottenburg. Die Charlottenburger Stadtverwaltung hat seit Kriegsbeginn bis Ende Juli d. I. gegen 21 Millionen Mark sür Kriegerfamilien und über eine halbe Million Mark für Nichtkriegsteilnehmer und deren Familien ausgegeben, das bedeutet für den Monat Juli d. I. allein gegen IVa Millionen Mark. Neue Lebensmittelkarten in Steglitz. Den wiederholten Anträgen der sozialdemokratischen Gemeinde- Vertreter entsprechend werden vom 1. September ab neue Lebens- mittelkarten eingeführt. Die bisherigen„Ausweiskarten" waren als Kontrollmittel völlig zwecklos, so datz immer nur ein Teil der Bevölkerung die von der Gemeinde beschafften Lebensmittel erhielt. Die neuen Karten haben, wie beim Fleischbezug, die Kundenliste zur Grundlage und werden durch Ab- trennen bestimmter Abschnitte entwertet. Auch der Eier- verkauf findet nur noch nach diesen Karten statt, so datz auch hier eine gerechtere Verteilung ermöglicht wird. Die be- teiligten Geschäftsleute find verpflichtet, durch Aushang ihre Kunden in bestimmter Reihenfolge zum Kauf aufzurufen, wie dies jetzt schon durch die Schlächter geschieht. Die Kundenlisten liegen am 29. und 36. August in den durch Plakate gekennzeichneten Geschäften aus.— Hoffentlich werden durch die Neuregelung die bisher immer lebhaft beklagten Unzuträglichkeiten beseitigt. Gemeindevertretersitzung in NowaweS. Nach Eröffnung der Sitzung ehrten die Gemeindeverordneten zunächst das Andenken des verstorbenen Schöffen und ehemaligen Neuendorser Gemeindevorstehers Obst.— Nach Mitteilung des den Vorsitz führenden Syndikus Rosenthal hat die Eisenbahndirektion den an sie gerichteten Wunsch auf Wiedereinlegung des früher 11 Uhr 60 Minuten von Potsdam nach Berlin abgelassenen Zuges aus technischen Gründen abschlägig beschieden. Ferner hat sich der Syndikus wegen Wiedereröffnung des östlichen Bahnhofszuganges mit dem Minister der öffent- lichcn Arbeiten in Verbindung gesetzt und die Eisenbahn- direktion um Beantwortung seiner Beschwerde ersucht.— Für den Anschluß weiterer Räume des Rathauses an die elektrische Beleuch- tung wurden 1599 M. bewilligt und die Arbeiten dem Unternehmer Sommer zur baldigen Inangriffnahme übertragen.— Da das Ge- meindegrundstück in der Kreuzstratze verkaust worden ist, macht sich der Neubau eines Ersatzschuppens mit Räumen sür die vier Pferde sowie für Futtervorräte und Wagen notwendig. Der dafür in Vorschlag gebrachte Plag auf der Südseite der Gemeindegärtnerei, der durch Erwerb von Nebengrundstücken erweiterungsfähig ist, wurde als paffend befunden und die Bau- summe von etwa 19 999 M. bewilligt. Der Schuppen soll auch dein Arbeitspersonal Unterkunst gewähren und außer einer Kleiderablage auch eine Bade- und Toiletteneinrichtung erhalten.— Dem Wunsche des Natskellerwirtes auf Entbindung von dem Pachtvertrage zum 1. Oktober d. I. wurde stattgegeben. Die freiwerdenden Räume sollen ohne irgendwelche Veränderung für Kriegsfürsorgezwecke Ver- Wendung finden._ Soziales. Der verweigerte Krankenschein. Solange das Dienstvechäktnis noch besteht, darf der Krankenschein dem Angestellten nicht verweigert werden. In diesem Sinne sprach sich mich die I. Kammer des Berliner Kausmannsgerichts aus. Der Reisende einer Jnstrumeutenfabrik hatte sich wegen nervöser Beschwerden krank melden müssen und erhielt auch das erste- mal auf seinen Wunsch den Krankenschein. Als er sich nach einiger Zeit wiederum einen Schein erbat, wurde er ihm diesmal vorent- halten. Die Firma war der Ansicht, datz der Angestellte, nur um nicht arbeiten zu müssen, seine Beschwerden übertreibe. In Wirk- lichkeit war er aber, wie das Zeugnis des Kassenarztes ergab, krank und arbeitsunfähig gewesen. Auf Antrag des Klä- gers verurteilte das KanfmannSgericht die be- klagte Fabrik zur Zahlung von 197 Mark Rest- geh a lt. Die Beklagte hatte, so heißt es in der Begründung, nicht die Berechtigung, dem Kläger deu zweiten Krankenschein vorzu- enthalten. Selbstgeschaffene Gefahr. § 544 der Reichsversicherungsordnung schreibt vor„ver- botswidriges Handeln schließt die Annahme eines Betriebs- Unfalles nicht aus". Diese Vorschrift ist erforderlich, um der Gewöhnung der Arbeiter an die Betriebsgefahr und der Hast, durch die leider oft Unfälle herbeigeführt werden, in etwas Rechnung zu tragen. Das Reichsversicherungsamt hat die Frage, ob die Vorschrift des§ 544 auf alle im Interesse des Betriebes vorgenommenen Handlungen sich beziehen, auch wenn dieselben außerhalb der Betriebsstätte stattfinden, verneint. Ein Werkführer hatte im Auftrage seines Arbeitgebers, eines Steinmetzbetriebes, die Arbeilen aus verschiedenen Baut»« m Jon» lrollieren. Am 20, Mai 1914 verließ er einen Nercka»«r'ees t GrßcrSiualtct Siraße, um sich nach einem anderen Bau zu sie�esien. Um schneller dorlhin zu gelangen, wollte W. die elektrische Strafen- bahn benutzen. Leim Besteigen derselben kam er zu Fall und wurde iibersahren. Der Tod trat bald darauf, infolge Kopf- und innere Verletzungen, ein. Der von der Witwe bei der Nordöstlichen BaugewerkS-Berufsgenossenschaft erhobene Anspruch auf Entschädizung wurde abgewiesen. Die Genossenschaft erklärte, dag ein Betriebsunfall nicht in Be« tracht kommt, W. vielmehr einer selbstgesckmsfeneu Gefahr erlegen sei, da er sich durch die ordnungswidrige Benutzung des Beförde« rungsmittelS, das er in voller Fahrt besteigen wollte, ousterhalb deS Beiriebes gestellt habe. Diesen Gründen trat daS Oberver« ficherungSamt Groß-Berlin bei. Auch der Rekurs wurde vom Reichsversicherungsamt zurückgewiesen. In den Gründen beißt es:„Auch das Reichsversicherungsamt ist zu keinem für die Klägerin günstigen Ergebnis gelangt. Die Bestimmung des § 544 Abs. 2 der Ncichsversicherungsordnung, wonach verbotwidriges Handeln die Annahme eines Betriebsunfalls nicht ausschließt, bezieht sich auf die Fälle, in denen die Verbote für den betreffenden Be- trieb selbst gelten und insbesondere auch solche, in denen der Versicherte einem Verbot des Betriebsunternehmers zuwiderhandelt. Ein solcher Fall liegt nicht vor. Da W. zur Zeit seines Unfalls für die Zwecke des Betriebes von einer Baustelle zur anderen fahren wollte, waren auch die zu diesem Behufe auf der öffentlichen Straßen- bahn ausgeführten Fahrten dem Laubetriebe zuzurechnen. Voraus- setzung für die Zurechnung ist aber eine dem allgemeinen Brauche und der Eigenart deS Beförderungsmittels entsprechende Benutzung der letzteren. Eine Abweichung von dem Ueblichen und von den allgemeinen Geboten der Sicherheit in der Benutzung könnte nur dann dem Betriebe zugerechnet werden, wenn sie durch den Betrieb besonders herbeigeführt oder notwendig geworden wäre. Dies war hier aber nicht der Fall. Dagegen hat sich W. indem er anstatt zu einer Haltestelle der Straßenbahn zu gehen, an einer Stelle der Fahr- strecke, wo daS Straßenpflaster aufgerissen war und Pflastersteine auf einzelne Haufen aufgeschichtet lagen, auf den mit gewöhnlicher Geschwindigkeit vorüberfahrenden Straßenbahnzug aufzuspringen versuchte, sich in eine nicht durch seine Betriebstätigkeit gebotene, fremde Gefahr begeben. Die Feststellung, daß W. sich durch dieses ordnungswidrige Verhalten außerhalb deS Betriebes gesetzt habe, ist daher einwandfrei."_ Gerichtszeitung. Knochen statt Fleisch. „Wenn der bei vielen Fleischern üblich gewordene Mist- brauch, den Kunden, die schieres Fleisch verlangen, Knochen beizulegen, nicht aufhört, wird die Sttafkammcr nachgerade dazu übergehen müssen, anstatt auf Geldstrafen auf Gefäng- nis zu erkennen." Diese Warnung betonte mit besonderem Nachdruck der Vorsitzende der 1. Feriensttafkammer, Land- gerichtsdirektor Dr. Schwache, am Schlüsse der Verstand- lung einer Anklage wegen Uebertretung der Höchstpreise, die sich gegen die Frau Fleischermeister West heimer richtete. Die Angeklagte war beschuldigt, in zwei Fällen Frauen, die schieres Rindfleisch verlangt hatten, zu hohe Preise angerechnet zu haben, indem sie der einen Frau für Rindfleisch mit Knochen 2,70 Mark pro Pfund, der andern für 2 Pfund Rindfleisch mit Knochen- beilage 6 M. angerechnet hat. DaS Schöffengericht hatte die Angeklagte in dem einen Falle zu 1000 M. Geldstrafe ver- urteilt, in dem zweiten Falle freigesprochen. Gegen das Urteil war sowohl von der Angeklagten als auch vom Staatsanwalt Berufung eingelegt worden. Die Ange- klagte entschuldigte sich damit, daß ihr zwar bekannt sei, daß nach der maßgebenden Verordnung für schieres Fleisch nur höchstens 2,80 M. genommen werden dürfen, daß aber im vorliegenden Falle die Käuferinnen Rostbeaf bzw. Lende erhalten hätten.— Der Gerichtshof kam noch dem Ergebnis der Beweisaufnahme zu der Ueberzeugung, daß die Angeklagte sich nicht nur in dem einen Fall«, sondern in beiden Fällen im Sinne der Anklage schuldig ge- macht habe. Nach der Verordnung vom 14. April 1918 sei beim Verkauf von Beefsteak und Filet die Beigabe von Knochen aus- drücklich verboten; die Knochen seien besonder? zu bewerten und wenn sie als Kassiererin vom Blockgesellen das betreffende Fleisch zur Empfangnahme des Geldes zugewiesen erhielt, hätte sie schon beim Anfassen deS Pakets erkennen müssen, daß eS sich nicht um fchiereS Fleisch handelte, sondern Knochen dabei waren. Das G e- r i ch t verurteilte die Angeklagte auch im zweiten Falle zu 10 0 0 Mark Geldstrafe, so daß sie nun im ganzen 2000 Mark zu zahlen hat. Zu leichtes Brot. Wegen Vergehens gegen die Backverordnung waren die Frau Bäckermeister Molzahn, die seit der Einbe- rufung ihres Mannes zum Heere die Bäckerei leitet und ihr Geselle Smieczek unter Anklage gestellt worden. Während nach der Verordnung dcS Magistrais ein Brot 1900 Gramm wiegen soll, sind bei den Broten, die von Smierzek ge- backen und in der Bäckerei der M. zum Verkauf gestellt wurden, in mehreren Fällen Mindergewichte von 360, 316, 276 und 130 Gramm festgestellt worden. Die Angeklagten wollten diese Mindergewichte auf die Qualität des Mehls und auf Ein- trocknen zurückführen. Das Schöffengericht hatte den G e- seilen zu 400 M. Geldstrafe verurteilt, die Meisterin da- gegen freigesprochen. In der Berufungsin stanz, die auch vom Staatsanwalt angerufen worden war, machte der Geselle geltend, daß er nur nach der Anweisung der Meisterin gebacken habe. Die Berufungskammer berücksichtigte, daß es sich nur um eine kleine Bäckerei handle und setzte die Strafe für den Gesellen auf 100 M. herab. Dagegen wurde auch die Meisterin nicht nur wegen Vergehen? gegen die Backordnung, sondern auch wegen Ueberschrcitung der Höchstpreise zu 80 0 M. Geldstrafe verurteilt. Der Vorsitzende verkündete zur Nach- achtung für die Bäckermeister, daß an der Strafkammer gegenüber den vorgeschriebenen Gewicht von 1900 Gramm als zulässiges Mndergewicht eine Spielgrcnze von 100 Gramm festgesetzt worden sei, so daß jeder, der ein Brot unter 1800 Gramm zum Verkauf bringt, sich strafbar macht. DireklorZ de? städtischen NahrungSmkttelamteS Professor Dr. BehtKien und des Vorsteher« deS Dresdener Nahrungsmittelamte» Syndikus Lißke in der Hauptsache aus Stärkekleister, nämlich aus 90 Prozent, bestand. Nur 10 Prozent Fett enthielt dieser neueste Brotaufstrich. Der Angeklagte, der von dieser Zusammensetzung des NindStalgs keine Ahnung hatte, mußte für daS zweifelhafte Produkt einen hohen Preis zahlen, so daß er selbst einen übermäßigen Gewinn nicht er- zielte. DaS Gericht erkannte, wie schon bemerkt, auf Freisprechung. da der Angeklagte in gutem Glauben gehandelt hatte. Hoffentlich erwischt man jetzt den Fabrikanten. Stärkckleistcr als Brotaufstrich. Ein mit der Freisprechung des Angeklagten endender NahrungSmittclsälschungsProzcß. der interessante Schlaglichter auf die Praktiken gewisser Ersatzmittelfabrikanten wirft, de- schäfttgtc die Strafkammer des Landgerichts zu Dresden. Der Kaufmann und Butterhändler Max Säuberlich in Dresden suchte sich, nachdem der freihändige Butterhandel sein Ende erreicht hatte, seine Kundschaft dadurch zu erhalten, daß er für die fehlende Butter Ersatzmittel beschaffte, ohne zu wissen, woraus diese zusammen- gesetzt waren. Er vertrieb eine Zeitlang einen.Fettersatz" als Brotaufstrich, der nach der Bchauptuiia dcS Fabrikanten.RindStalg" sein sollte, nach dem Gutachten des Amtstierarztcs Dr. Illing, des Mus aller Welt. Ein Zlriegsdotument. Ts ist ja nicht« NeueS, daß viele Kriegslieferanten in kurzer Zeit ungeheure Vermögen eingesackt haben. Vielfach wurde daS be« stritten, jedenfalls hat bisher noch keiner von ihnen eS so offen zu- gegeben, wie eS in folgender Annonce in dem.Wiener Fremden- blatt" fRummer vom 20. August) zum Ausdruck kommt: KriegSlieforant wünscht bis zirka 2 000 00 0 K r o n e n für alte Künste gegenstände bar anzulegen und kauft vorwiegend: 1. alte Gemälde fholländ., französ., englische und Alt-Wiener Schule); 2. Miniaturen 16. bis 19. Jabrh., Aquarelle und Pastelle; 8. alte Kupfer- und Farben st iche; 4. Autographen, alte Stamm- und Wapvenbücher, Zeichnungen; 6. altes Por- zellan, Bronzen, Antiquitäten, Kunst möbel, Gobelins, Dosen usw. Nur echte Stücke erwünscht. Offerte fauch a. d. Provinz) erbeten und sofortige Erledigung. Anträge unter »Kunstsammlung Nr. 914" an die Expedition dieses Blattes. Aller Scham bar bezeichnet sich der Aufgeber der Annonce, der sich so auffällig für Kunstgegenstände interessiert, selbst als Kriegs- lieferant. Und zu welchem Zweck wird er die Sachen kaufen wollen? Sollte da nicht die Absicht vorhanden fein, den Raub vor dem SteuerfiskuS rechtzeitig in Sicherheit zu bringen? Etwas eilig hat er es ja damit, denn et bittet um sofortige Erledigung, waS unfern Verdacht doch nur bestärken kann. ijtoei Feuersbrünste. In Stoezek(Bezirk Siedlce, Polen) vernichtete eine Fevers- brunst 49 Häuser. 612 Personen sind obdachlos. Die Not unter der Bevölkerung wird als groß geschildert. Die Ursache deS Brandes ist bisher unbekannt. « In der Wachan, einem von Wienern stark besuchten Sonnner- aufenthalt, ist die Ortschaft Arnsbach durch eine Feuers- brunst fast ganz zerstört worden. In wenigen Stunden waren 36 Häuser eingeäschert. Zahlreiche Sommer- gäste sind in Mitleidenschaft gezogen. Der Brand entstand durch Unvorsichtigkeit von Kinder« beim Spielen mit Zündhölzern. SatfetzltcheS vrandunqlück. Der 19jährige Hilfsmonteur Franz Spur arbeitete an der Leitung der elektrischen Ueber- landzentrale Greifswald und befand sich dabei auf einem Leitungsmast, der soeben mit Karbolineum gestrichen worden war. Während der Monteur noch bei der Arbeit war, machten sich andere Arbeiter daran, in den Leitungsmast, auf dem sich Sp. befand, mit glühenden Eisen Markierungszeichen einzubrennen. Da» Kar. bottneium war jedoch noch nicht getrocknet und so entzündete sich diese Flüssigkeit. In wenigen Minuten stand der ganze Mast bis zur Spitze in hellen Flammen. Dabei fingen sogleich auch die/ Kleider de? Monteur» Feuer und dieser selbst erlitt so furchtbare Brandwunden am ganzen Körper, daß er unmittelbar nach seiner Aufnahm« in da» Krankenhaus den Verletzungen erlag. Vergiftung durch Schierling. In Kemnaih(Mark) find neun Personen, Mitglieder der Familie und deS Haushalts des Ge- meindevorsteherS Rudolf, nach dem Genuß von Schierling lebenS- gefährlich erkrankt; eine von ihnen ist schon gestorben. Die Ehefrau soll den Schierling statt Petersilie zur Zuberettung von Kartoffeln verwendet haben. Ob er wohl kommen wird? In einem Züricher Blatte wurde dieser Tage durch gerichtlichen Aufruf ein Mann, als dessen Ge- durtsjahr 1786 angegeben wird und der seit sechzig Jahren ver- schollen ist, aufgefordert, sich innerhalb einer ihm bewilligten letzten Frist von sechs Monaten zu melden, widrigenfalls er durch Ge- richtSbefchluß für tot erklärt werden würde. Man darf wohl als sicher annehmen, daß der alte Herr nicht erscheinen wird. Daß man mit der Ladung sechzig Jahr« gewartet hat, ist übrigens auch ein ganz nettes buroaukratifches Stücklein. kämpfe und Wettspiele für Frauen, Männer und Jugend, Zum Schluß Pnramiden und Reigen. Anfang nachmittags 2 Uhr. Eintritt nach Be- lieben, der Ueberschuß lommt den zirka 80 Feldgrauen zu gute. Sn'efkßsten der Redaktion. D>«!«ris«s«- Sprechstunde findet Ißt Nbennenlen lindenftr. 8, JT. Ho, ceSts, parterre, am Montag bis Freitag von 4 bis 7 Uitt, am Sonnabend pon 5 bis 6 Uhr ltatt. Jod« für den Lrietkatteu b-eftimmten Lnsragi ist ein Luliisiabe und-in« Zahl als Mertseicheo beizufügen. Brieflich« Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen leine AdomiementZauittung beigefügt ist, werden nncht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Svrechfwnde vor. vcrttöge, SchriftftkNc und drrglcicheu bringe mar m die eptrchstnnde mit. (9. B. 17. Die Rente kann Ihnen deswegen nicht entzogen werden, --- L. F. 15. Sie niLffen den lnfilinzemnäßigen Beichwerdeweg bei den Borgesetzten einhalten.— K. P. 51. Den Amrag auf Auiwnndsent'chädi. gung müssen Sie bei der Polizei einreichen. Nach Ihrer Darstellung steht Ihnen der Anspruch auf AufwandSsnlschädigimg zu,— i. 86. Sie vrou�fn nicht zur Musterung,— Wt. S. 4. Sir müssen sich melden. — C- L. Bromberger Strahe. Li» zur Erledigung Ihrer Steuer- rellamation müssen Sie die Steuer zahle«, sonst kann bei Jbn-n gepfändet werden. Da Ihre Reklamation schon vor so sehr langer Zeit eingesandt wurde, so schreiben Sie nochmals an die Eins chätzungStommissirm und bitten um baldigen Bescheid.— H. 4. Die Tochter muh die Forlbildungs schule bi« zum 1. Ottober besuchen.— G. K. 160. Sie können natSriich aus Grund Ihres MietSvertrageS die Treppenbeleuchtung bei eiutrelender Dunkelheit oerlangen. Passiert ew NnglüöZsakl, so würde der Hauswirt dasür hastpfnchttg zu machen sein.— FriN 10. 1. Die Zulage ist von der Dienstzeit nicht abhängig. 2. UuterstLtzung wird in diesem Falle für den Sohn nicht noch erira gezahlt.— H. 450. Das Testament ist in der ii0nn— C- Sd). 471. Sie brauchen sich nicht zu melden,— Ettlingens Ä8« 1. Für de» Sohn, der zum Unterhalt der Mutter vor der Krieg szeit beigetragen hat, kann die Mutter Autrag aus UnterMtzunz stellen. Tfer Sohn müßte ihr /den UnterstützungsscheÄ einschicken. 2. Merlin. — R. fjfi. 1. Wenden Sie sich trotzdem an den Metallmbettervrrband, Berlin,(Lmienstr. 83—85.— O. Sch. 1VS. 1. und 2. Ja,— 3. Rem. Eingegangene Druckschriften. Arbeiter-Jugend. Die soeben erschienene Nr. 18 des aSten Jahr- flange« hat u, a. folgenden Jnbatt: Wie steht es mit der Tehrzeil der zum Militär eingezogenen Lehrlinge? Bon Rudolf Wsisell,— Eine ktewm. Erzählung von«epp Oerter.— Vorn Seien und Werde» der Technik. Bon N, Waidt.— Vom Wandern unserer Jugend, Bon Mar Peters (Mit Abbildungen.�— Morgenlied, Von S. F, Meyer.— Wenn Meister wandern.— Einiges über VerStunst. II. Bon Hans Sonntag,— gtui der Jugendbewegung.— Die Gegner an der Arbeit. Hungarinn Review. Nr. 3/4. Jährlich 12 Kr, Verlag in Budapest. Korvnahereeg-Iltea 6. Neues Leven. Monatsschrift für ioziaki gliche Bildung, Hest 7/8. Herausgeber: R.«virnm und I, Lorenz. Doppelnunmier 70 Rtz. Union-- druckerei. Bern, Die Weltliteratur. Nr. S8 und 30. Jeden Sonnabend ein Hest. kVierteksahrüch 1,20 M. Verlag 33. C. F. Hirth, München. Jahrbuch 1915 de« deutschen Ho I zarberter-VerbandeS. Heraus- gegeben dam BerbandSvorfiand. 2 M,, geb. TSV M, Selbstoeriaa des Verbandes/in Berlin 60, 16. Wie wir tinscr Eisern Kreuz erwarben. Selbsterlebnisse be- arb eilet von F. Frhr, v. Dmlklaoe-Caoipe, Hest 11—13, Ettcheint m 20 Seiten zu je 60 Pf.— Der Krieg 191416 in Wert und Sild. est k>0— 62. Jede.Woche ein Hcjt 30 Pf. Bong u, So, Berlin W. 57. Langeuö Bherkbücher. Bd. 14: Mutter« Hände. Novellen von chiornstjerne Bjüehson.— Bd. 15: Vom Peperl und von anderen Rari- täten. Von E./v. Woizogen,— A, Langen, München. Wettere««sichten kür da« mittlere Norddeutichland bis Sonntag mittag. Im Westen, etwa bis zur Oder hin, mäßig warm und ü verwiegend bewölkt, nur zeitweile cmfllarend. dazwischen meist«ringe, i m Osscn stärkere Regenfälle mit etwas«bkühiung, Bezugsqiue!ien-Vei»:zLiiciin»s Berlin-Süden Ererldiit TicteiUlcl tiaml üiletiletwt« Cwchifl« enz/ejl!», ijtl bfi ri-Mrim. Parteiveranstaltungen. Pankow. Heute Sonnabend, abends 8>/, Uhr, bei Meißner, Schloß- siraße 2: Bortrag des Herrn Dr. Zadel:.Geschlechtskrankheiten, deren Ausbreitung eine Begleiterscheinung des Kriege«, und deren Bekämpsung", Frauen als Gäste haben Zutritt. Lichterfelde. Dienstag, de» SS. August, abend« 8'/, llhr, bei Wahrendorf: Monatsversammlung des Wahlvereins, Tagesordnung: 1. Bortrag des Gen. Dr. Mose«: Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten. 2. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Besonders die Genossinnen werden ersucht, w dieser Versammlung-zu erscheinen._ Jugendveranstaltungen. Pankow-Niederschönhausc». Heute«bendwanderune»ach Said. mannsluft. Treffpunkt 7 Uhr Bahnhof Pankow-Nordbatzn, Sonntag, den S7. August: Unterhaltungsabend. Beginn 5 llhr. DaS Heim ist von 4 Uhr an geöffnet. FrtrdrichShage». S o n n t a g, de« L7. August: Tagespartie nach Försterei Stahlberg. Treffpunkt srüh 0 Uhr an der Fähre.— Ferner machen wir nochmals auf di« Jugendweihe ausinerkfam. Anmeldungen inkiffen bi» zum 80. August beim Genossen Koeckeritz, Kluthstratze 8, er. folgen._ Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den L7. August, vormittags 9 Uhr, Pappelallee 15—17: Neukölln, Jdeaipassage,.Jdeaikasino', Fulda- straße 55— 55 und Oberschöneweide, Klarastr, 2: Freireligiöse Vorlesung, Vormittags tt Uhr, Kleine Frankfurter Str. 6: Bortrag von Herrn Ernst R a t t e r:.Die Entstehung der Welt vom physiologischen Stand- Punkt aus'. Die Freie Durncrschaft Nentölln-Britz und die B e r« i« i. gung Sportsreonde veranstalten Somilagnachmittag. 27. August er.. eine sportliche Veranstaltung aus dem Turriplay der Freien Turnerlchasl am Dammweg-Heidelampgraben. Der Abmarsch dazu erfolgt mit Musik pünktlich'/t2 Uhr nachmittags von der Turnhalle Tbomasstraße. Aus dem Turnplatz selbst finden u. a. statt Freiübungen, Geräteturnen, Pyramiden, Faust- und Fußballspiele. Ter Turnverein.Oderspree-' Oderschönewctde(M. b. A,-T.-B,) feiert Sonntag, den 27. August, das 13. Stiftungsfest auf seinem Spiel- platz. Köpenicker Straße(hinter Villa Wetßenburg). Volkstümliche Weit- Bäcker- ci. Konditoreien ■ i Bettfoöorn«»» 8 Berta Pfeffer� �«o'hihd» 9�Koloa)al«!l Fleisch- u. Murstarar. n roBig.WwBfcBl Kerwgarcen 16 u Solange der Vorrat reicht" BeigetneiniatnemBe ztig Preiscrmäßigtjng Bertin, toizett/stf. 64 MäriamsiisUj ümeiiu.Fruciitsane.imgr.l He. i i». leviiisüsS Mansteinstp. 4 ■,a> ms**. jc*Ufiron, Boidwarensca IIS. Fe9she,KottbiuJ>«mm9&N Kstrong rtel'.,»nxrktnnt bill.U Neukölln C Dittmann Berlin«rstr. tl - OcHflgel— FlnA«, UWTM Bezugsquellen-Verzeichnis Beplin-Westen -jjriedelalTtclwIllet ratt.iiuhfjil« 6MeHfl»tiiizUlil«a d.A 1«! Bitlef»». aco Brauereien Adelung& üoliniann{ Akt.-nrBnerei Potsdam f ü£ig. Niedorlag. Beriim SW. 471 lIKrenibergstrnsse 2S, Brem s Kdcnburg&. H_ Wilh.lma-' dorferstrane 71. .Potackam-Stanoen- bler Bargerbräu.l fei.: Fleieefa- u. Waratwaren: oiB Balielflw ÄTbi ■acK tiharlottenbura__ Gele'jcnheltskcäufe m IflgtaBerfllt-M. 110.1 jsSolange der Vomtrelcht� Bei osmolnsamem Bezuc Prelsermässlanno Berlin, Lutzowstr. 94. Verlangen Sie Preisliste. Öfifäft Bchahw.-Lag, Kep" . Itiait bIM. LfitrowerStr. 7, Nowawea A. Kicpcp Frledriobstr. A [Damen-. Kinder-Konfektion --»- Spandau»--», Pauifiaegeü,» Breitestr. 57, Schönwaldor- str. 13/14, PicheUdorf�rstr. 12. Haut- and Küchengerfite Hermann Finck Eisenwar«, SohOx�waldergt-S?. Alfred Bartels, Breitestr. 35 Schirme, Leder-, Drechalerw. A-Starkffraf, Brfiderst.il Eck ■7Bger«t.Lan ,«K>r.o..saaiap.,GU..F»n6H..8tfiag. ÄlToffiOwlSlS; EinsepunBS-iiizüiie M. Schulmeister Prüfangs-ÄnzäHe blau, schwarz und marengo. 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