Nr.23S. Abonnements-Bedingungen: Kfionnementä• SBtetä ttänumenmbo Viert eljährl. 3,90 Vit, monalL 1,30 Mi. wöchentlich 30 Pfg, frei ins Haus. Einzelne Nummer S Pfg. SonMagS, Nummer mit illustrierter Sonntags- Beilage.Die Neue Well- 10 Big. Pojt- Monnement: 1.30 Mark rro Monat. Eingetragen in die Post.ZeitungS, Preisliste. Unter Kreuzband jür Deutschland und Oesterreich. Ungarn 2.ö0 Mari, für das übrige Ausland 4 Mari Uro Monat. Postabonncmems nehmen an Belgien, Dänemarh Holland. Italien, Luxemburg. Portugal. Nutnänietü Schweden und die Schweiz. kilcheilil lzgllch. ZT* Devlinev Volksblnkk. 33. Iahrgattg. Sie Iniettions-Lebühi' beträgt für die sechsgespaltene Koloneltelle wder deren' Raum 00 Psg.. für dolitifche und gewerlschaftliche Vereins» und Vcrfammlungs- Anzeigen 30 Psg. „bltesne Rn-eig-n", das fettpedruciie Wort 20 Pfg.(zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafllellenan- zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über lö Buch- staben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis S Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die EKedilioil ijt bis 7 Uhr abends geöffnet. Zelegramm-Adresie: »SoÄZlUtmoijM Bcrllo" Zentralorgan der rosialdemokrati fehen Partei Deutfchlands. Redoftion: EW. 6$, Lwöenstroße 3. Fernsprecher: Amt Morivplatz- Nr. IS1 Sv— 151 37. Cm Kommentar Zum Friedensaufruf des Parteivorstandes. Am 11. August veröffentlichte Vr Vorstand der sozial- oemokratischen Partei Deutschlands einen Aufruf, in dem die Parteigenossen aufgefordert wurden,„demnächst öffentliche Versammlungen zu veranstalten, in denen zu den Kriegs- und Friedenszielen L-tellung genommen werden soll". In welchem Sinne diese Stellungnahme gedacht war, ergab sich aus vor- hergehenden Sätzen des Aufrufs, in denen es hieß:„Ter Friedenswille, der bei den Völkern der gegnerischen Länder ebenso stark ist, wie in Deutschland, wird zweifellos geschwächt und zurückgedrängt, wenn gleich den chauvinistischen Erobe- runaspvlitikern in den Ententeländern auch in Deutschland einflußreiche Kreise Kriegsziele aufstellen und Eroberungs- Pläne provagieren, die die Völker jener Länder zum zähe st en Widerstand aufstacheln müssen." Und weiter:„Es erscheint deshalb an der Zeit, daß das deutsche Volk frei und unbeschränkt zu diesen Eroberungs- Plänen Stellung nimmt, deren Verwirklichung den Keim zu neuen Kriegen legen würde und die nur zu sehr geeignet sind, den Krieg zu verlängern." Zur gleichen Zeit etwa, als der Parteivorstand diesen Aufruf erließ, veröffentlichte der Chefredakteur der„Chem- nitzer Volksstimme", Genosse Ernst Heilmann, in der �Glocke" einen Artikel, in dem er sich über den„Kern des Streites" innerhalb der Partei auseinandersetzt. Dieser Ar- tikel aber bildet einen so interessanten Kommentar zu dem Ausruf des Parteivorstandes, daß sein Inhalt der breitesten Parteiöffentlichkeit zur Kenntnis gebracht zu werden verdient. Heilmann ist zwar als einer der extremsten deutschen Sozial- imperialisten und Nationalsozialisten hinlänglich bekannt, aber da Heilmann nicbt nur für seine Person spricht, sondern in seinem Artikel den Anspruch erhebt, den Kern des Streites in der Partei auf seine letzten Ursachen zurückzuführen, und die Auffassung der verschiedenen Strömungen der Partei objektiv darzulegen unternimmt, ist es unumgänglich, daß die verschiedenen Nicktungen in der Partei sich zu den Heilmann- scheu Interpretationen äußern. � Heilmann geht dem, was er als den Kern des Streites ansieht, sofort resolut zu Leibe und bringt die Gegensätze so- gleich auf die knapvste Formel, indem er schreibt: „Die übermäßig ausgedehnten Auseinandersetzungen über Kriegskreditbewilligung, Imperialismus, Annexionen, Jnter- Nationalität, Disziplin und den Sinn alter Beschlüsse sind nur eine Hülle, unter der sich die innersten Gründe der Gegensätze verbergen. Der gegenwärtige Streit zwischen den drei Gruppen, die wir als Mehrheit, Arbeitsgemeinschaft und Internationalisten (Liebknecht-Gruppe) bezeichnen wollen, ist durch den Krieg erzeugt und dreht sich um den Krieg. Die Mehrheit von Fraktion und Parteiausschutz, die Gewerkschaftdn und Genossenschaften wollen den deutschen Sieg. Da- bei verstehen wir unter Wollen den Entschluß, dieeigene Kraft voll dafür einzusetzen. Die Sozialdemokratische Arbeitsgemeinschaft will den unentschiedenen Krieg und die Internationalisten wollen die deutsche Niederlage." Dafür, daß die dritte Gruppe, die„Internationalisten", die deutsche Niederlage wollen, beruft sich Heilmann auf russische Internationalisten, die sich und ihre Anhänger, wie er sagt,„selbst ehrlich und ohne Scheu die Propagandisten der Niederlage" nennen. Ohne uns in eine Diskussion über die Absichten russischer oder sonstiger ausländischer Internationalisten einzulassen, eine Diskussion, die ins Ufer- lose führen und für die Liebknecht-Gruppe ja doch nicht das Geringste beweisen würde, möchten wir den stärksten Zweifel ausdrücken, daß Heilmann die Beweggründe und Absichten der Internationalisten richtig erfaßt habe. Be- kannte Umstände gestatten uns nicht, uns eingehend über diesen Gegenstand auszulassen. Jedoch ergeben schon zwei Erwägungen die völligeJrrigkeit der Annahme Hell- manns. Denn wenn es wirklich wahr wäre, daß die Jnter- Nationalisten als Ziel ihrer Bestrebungen die Niederlage ihres Volkes beabsichtigten, so wäre das Ziel doch schon des- halb ein unsinniges und unerreichbares, weil ja die Jnter- Nationalisten jedes einzelnen Landes gerade die Niederlage ihres Landes beabsichtigten und damit gerade die Nieder- läge eines e i nz e l n e n Landes verhinderten. Oder gäbe es ein besseres Mittel, die Niederlage Deutschlands zu verhüten, als wenn die russischen Internationalisten auf die Schwächung und die Niederlage Rußlands hinarbeiteten, und umgekehrt? Oder hält Heilmann die„Internationalisten" wirklich für so schwache Logiker, daß sie diesen Widersinn nicht zu begreifen vermöchten? Heilmann allerdings macht es sich höchst bequem, die angeblicken Bestrebungen der Jnternatio- nalisten als den Wunsch einer deutschen Niederlage zu de- klarieren. Erklärt er doch, daß in Anbetracht der besonderen Umstände Teutschlands die Tätigkeit der Internationalisten eben nur hier eine Wirkung erreichen könne. Das ist aber nichts als eine Hypothese, eine höchst s u b j e k t i ve An- nähme Heilmanns, der nicht die geringste Beweiskraft inne- wohnt. Aber noch ein zweites Moment widerlegt die Auf- fassung Heilmanns von den vermeintlichen Absichten der „Internationalisten". Erstreben sie doch die möglichst rasche Herbeiführung eines Friedens. Und zwar eines Friedens ohne Annexionen und ohne Beein- trächtigung der Interessen der anderen Staaten. Wie kann man da behaupten wollen, daß sie sich bei ihrer Propaganda gegen den Krieg und Militarismus von dem Wunsche einer Niederlage ihres Landes leiten ließen! Die Niederlage des I einen oder anderen Landes kann doch gerade nur dann in s Frage kommen, wenn sich die Internationalisten für einen Krieg bis zum bitteren Ende einsetzten. Gerade das Gegenteil aber ergibt sich aus ihrer Tätigkeit. Also wenn wir selbst die subjektiven Absichten der Lieb' knecht-Gruppe, die, wie aus ihren Kundgebungen mit Leichtig keit zu beweisen ist, die Unterstellung einer Schädigung ihre- eigenen Vaterlandes weit von sich weisen kann, ganz aus dem Spiele lassen, ergibt schon eine objektive Betrachtung ihrer Tätigkeit, daß Heilmanns Interpretation ihrer Ziele eine völlig falsche ist. Von der„Arbeitsgemeinschaft oder Zimmerwalder Rechten", erklärt Heilmann, daß sie nicht nur aus den Tat fachen folgerte, daß dieser Krieg ohne Sieger und Besiegte enden müsse, sondern daß sie diesen Ausgang des großen Ringens auch wünsche. Ihre Hauptsorge sei,„nicht Werkzeug imperialistischer Eroberungsvläne, nicht Schildhalter gewalt tätiger Annexionisten zu werden". Nach Friedrich Adler sei der Srtandvunft dieser Richtung der folgende: „Die besiegte Partei verliert nicht nur Kolonialland und Stützpunkte der Weltherrschaft, sondern auch Eigengebiet, und die siegreiche Partei hüben wie drüben wird sich nicht mit der Sicherung der eigenen europäischen Grenze begnügen, sondern auch imperiall st is che Eroberungen zu machen suchen." Gegen die Berechtigung dieser Annahme hat Heilmann im Grunde wenig einzuwenden, obgleich er selbst den Stand Punkt der ersten Gruppe, der seiner Behauptung nach die Mehrheit der Fraktion und der Parteiausschuß, die Gewerck schasten und die Genossenschaften angehören, vertritt, den Standpunkt, daß der deutsche„Sieg" errungen werden müsse. Heilmann sagt: „Bei dieser Unauflöslichkeit der beiden ineinander ver- schlungenen Kriegsziele sind zwei Standpunkte leicht zu be gründen: der, daß deS eigenen Landes Wohl und Sicherung samt der Freiheit seiner Aukunftsentwicklung allem anderen voran stehen müsse, und der, daß ohne Rücksicht auf das eigene Land der Imperialismus, die scheußlich blutige Ausgeburt des Vollkapitalismus, bekämpft und womöglich zu Boden geschlagen werden müsse. Das Dazwischen ist Breimolluskenftoschnatur. DaS Vaterland verteidigen und ihm zum Sieg verhelfen zu wollen, ohne die Kolonien zu schützen und neue zu holen, oder die Unterstützung des Imperialismus strikte verwchgern zu wollen, ohne doch die Vateüandsberteidigung zu schädigen, das ist bei den gegebenen Verhältnissen die Quadratur des politi schen Zirkels." Heilmann erkennt also hier an, daß Friedrich Adler ganz recht hat, wenn er das Eintreten der Sozialdemokratie für den Krieg und für das Durchhalten bis zum Siege als ein Zusammenwirken mit den kapitalistischen Kriegszieltendenzen erklärt, das logischerweise auch das Wirken für die mit dem Sieg untrennbar verbundenen imperialistischen Ausbreitungstendenzen einschließt. Nur erklärt Heilmann für sich und seine Ge- sinnungsgenossen, die den deutschen Sieg wollen, ein„sehr gutes Gewissen" zu haben. Die Gefahr„große r" deutscher Eroberungen im Kampfe gegen die feindliche Uebermacht sei nämlich„praktisch außerordentlich gering". Außerdem sei in Deutschland von allen kriegsbeteiligten Staaten die Sozial- demokratie weitaus am stärksten und einflußreichsten und habe ihre Macht während des Krieges noch außerordentlich ver- mehrt. Das sei eine genügende Sicherheitskette gegen Er- oberungspläne, die den nationalen Bestand anderer Kultur- staaten anzutasten wünschten. Wiederum müssen wir sagen, daß Heilmann hier eine höchst subjektive Ansicht ausspricht, kann man doch gerade über den Einfluß der deutschen Sozialdemokratie außerordent- lich geteilter Meinung sein. Hinzu kommt aber, daß Heil- mann ja nur von großen deutschen Eroberungen spricht, von Eroberungsplänen, die den„nationalen Bestand anderer Kulturstaaten antasten". Was darunter zu verstehen ist, darüber gibt es aber innerhalb unserer Sozialimverialisten höchst verschiedenartige Meinungen. Mit solch kautschukartigen Redensarten und Begriffsspielereien ist ab- solut nichts anzufangen. Entweder ist man gegen Annexionen oder dafür. Das Dazwischen ist Brei- molluskenfroschnatur. Hätte Heilmann wirklich recht darin, daß, wie er zwej- mal mit Entschiedenheit behauptet, die Mehrheit der Fraktion der Partei, wie der übrigen Zweige der Arbeiterbewegung den deutschen Sieg wollen, das heißt, die„Brechung des Kriegswillens des Feindes", das heißt auch des Willens gegen eine„Sicherung" Deutsch- lands, wie sie Heilmann, Lensch und zahlreiche andere deutsche Sozialisten im Auge haben, so erschiene allerdings der Aufruf der sozialdemokratischen Partei in einem höchst eigenartigen Lichte. Er wäre dann nicht eine unumwundene Absage� an den Annexionismus, sondern nur ein Bekenntnis zum Kampf gegen die„un- mäßigen" Annexionen. Ein Bekenntnis zu der Kriegs- zielpolitik, wie sie etwa der deutsche Nationalausschuß einnimmt. Wir hegen die Zuversicht, daß Heilmann keineswegs das Mandat hat, die Auffassungen der Mehrheit der Fraktion und des Parteiausschusses, von den Gewerkschaften und Genossen- schaffen ganz abgesehen, in einer Weise zu deklarieren, wie er das getan hat. Da aber Heilmmrn mit solcher Prätension auftritt und mit erstaunlicher Sicherheit die Auffassungen der Parteimehrheit wiederzugeben behauptet, geht es. nicht an, daß Parteivorstand und Parteiausschuß zu solchen' Behaup- tungen schweigen. Viel zu lange und viel zu oft schon haben Parteivorstand und Parteiausschuß zu den verhängnisvollsten Meinungs- kundgebungen bekannter, an veranttoortungsvollster Stelle stehender Genossen der Mehrheit geschwiegen, während sie mit ihrem Bannstrahl gegenüber Bekundungen der Minderheit sehr rasch bei der Hand waren. Der Artikel in der,„Glocke" erschien am 12. August, also just zur selben Zeit, als der Auf- ruf des Parteivorstandes veröffentlicht wurde. Inzwischen wäre schon längst Zeit gewesen, zu den aufsehen- erregenden Auslassungen Heilmanns Stellung zu nehmen, sintemalen die betreffenden Parteiinstcmzen in der Zwischen- zeit versammelt waren. Ilm so mehr müssen wir jetzt eine energische Abschüttelung, ein klares Dementi der Heilmann- schen Behauptungen erwarten.(ch Kriegszielgespräche. Freiherr von Zedlitz hat im„Tag" einen Artikel über „Englands doppeltes Kriegsziel" veröffentlicht,, der beachtenswert ist, weil er die Bemühungen des„ehrlichen Maklers", ein Kom- promitz zwischen den„gemäßigten" und„unmäßigen" Annexio- nisten herzustellen, nach einer anderen Seite hin ergänzt. In dem Artikel wird auSgeffchrt, einerseits stelle sich der englische Neu- imperialismus, der seinen Sitz in der Hauptsache in den oberen Zehntausend habe, neben der Alleinherrschaft über das Meer die territoriale Verbindung der drei großen asiatischen und afeikani- schen Kolonialreiche(Indien,.Aegypten, Südaftika) zum Ziel, andererseits strebe das ganze englische Volk(!) die wirffchaftliche Niederwerfung Deutschlands an, um die deutsche Konkurrenz aus- zuschalten. Dem ersten Ziel diene die politische Einkreisung Deutschlands, dem zweiten die Vorbereitung des Wirtschaftskriegs. Hier eröffnet sich nun dem Freiherrn von Zedlitz ein Ausblick, an dem man, �mgefichts der Schwierigkeit, England mit den Waffen mattzusetzen", nicht achtlös vorübergehen dürfe. Voraussetzung für den Erfolg des Wirtschaftskrieges nach dem Kriege fei die vollständige weitere Durchführung der wirtschaftlichen Einkreisung Deutschlands in der Kriegszeit.„Bräche auch nur ein Glied der Kette, so wäre daS Ziel von vornherein verloren." Würde Ruß- land oder Frankreich von unS zur Streckung der Waffen ge- zwirngen, so wäre mit dem politischen auch das wirtschaftliche Ziel Englands verloren. „Das bedingt notwendig, daß England nicht, wenn einem seiner Verbündeten der Atem ausgeht, gleichwohl den Krieg fortführt, sondern durch rechtzeitigen Friedensschluß dessen Niederbruch vorbeugt." England sei ein zu kühler Rechner, als daß e» unter diesen Bedingungen noch den Kampf fortfetzen würde. „Kann man diese Möglichkeit— schließt Herr von Zedlitz— in Rechnung stellen, so erhellt, daß wir neben der unmittelbaren Niederringung Englands mit den Waffen für die Erzwingung des Friedens von England noch ein zweite? Eisen im Feuer haben. Der volle Sieg über einen seiner fest- ländischen Verbündeten wäre ein sehr wirk- samer Hebel zur Erreichung diese? Zieles." Gegen den hier �angedeuteten„Kompromitzfrieden" wendet sich sehr entschieden der Vertreter der„scharfen Tonart" ,Graf R e- ventlow. Gegenüber den angeführten Darlegungen des Frei- Herrn von Zedlitz schreibt er in der ihm eigenen Schulmeister- manier: „Wir möchten et gerade angesichts der deutschen Neigung zur Jllusiousbildung nicht für zweckmäßig halten, mit derartigen und ähnlichen Kombinattonen zu rechnen. Wa» Großbritannien in einem solchen Falle tun würde und wie nnd unter waS für Verhältnissen die Gesamtlage dann stände— das zu erörtern würde in ein Dickicht konsekturalpolitffcher Annahmen und Hypothesen führen. Wir möchten von diesem Unternehmen Abstand nehmen. Träte der Fall ein, daß einem von Großbritanniens Verbündeten der Atem ausginge, so würde sich jedenfalls das nächste deutsche Ziel so stellen: mit der betreffendim Macht verhandeln, nicht aber mit Großbritannien und ihr zugleich. Von der Art der Hösung dieser Aufgabe würde Meies und Groß es, ja vielleicht Entscheidendes abhängen." Hier ist also mit erfreulicher Offenheit dargelegt, wa« bisher in den Avttkeln der„Unentwegten" nur zwischen den Zeilen an- gedeutet wurde: daß die„Mattsetzung" eine« der fest- ländi schen Verbündeten Englands— gemeint ist natürlich Rußland— nur als Etappe zum Haupziel: Nieder mit England! angesehen wird. Dem wider- spricht auch nicht die in der alldeutsch orientierten Presse immer deutlicher hervortretende Neigung, die angeblich in Rußland her- vortretenden Sonderftiedensbestvebungen in übertriebener Weise darzustellen. In diesem Lichte gesehen, gewinnt die unzweideutige Ablehnung des Grafen Reventlow eine größere politische Bedeutung, als der chüchterne Versuch des„ehrlichen Maklers", seine Freunde von recht» für einen Kompromißftieden mit England zu gewinnen. der bulgarische Kriegsbericht. Sofia, 25. August.(W. T. B.) Amtlicher Bericht des General st ab S. Unsere Offensive auf dem rechten Flügel dauert an. In der Gegend des BergeS Moglenitza unternahmen beträchtliche serbische 5träste der Schumadic- Division, unterstützt von benachbarten Truppen, in der Nacht vom 21. August bis um 2 Uhr nachmittags am 23. August achtzehn aufeinanderfolgende Angriffe auf unsere vorgeschobenen Stellungen im Abschnitte Kukuruz— Kovil, aber alle diese Angriffs wurden durch unsere mit un- erschütterlicher Festigkeit kämpfenden Truppen zurück- geschlagen. Daraufzogen sich die Serben in ihre früheren Stel- lungen zurück; ihre Verluste sind ungeheuer. Unser linker Flügel rückt gegen die ägäische Küste vor. Auf seinem Vormarsch trifft er auf schwache englische Kavallerieabteilungen. Diese ergreifen eiligst die Flucht in der Richtung auf Goge Orfano, verfolgt von unseren Truppen. Am 23. August haben wir Kreta und den Berg Parnar Daph, und besonders das Dorf Zdravik, die Höhe 750(10 Kilometer nördlich von Orfano), den Berg Bigla(850 Meter hoch, 12 Kilometer nördlich von Leftera). das Dorf Dranovo(3 Kilometer westlich von Prawischte), die Höhen nördlich von Kavalla und die ganze Ebene von Sarischaban erobert. Die Behauptung des französischen Gencralstabes, daß die französischen Truppen das Dorf Palmisch besetzt hätten, ist ungenau. Dieses Dorf, das auf griechischem Gebiet liegt, war von Anfang an im Besitze der Franzosen. Sedcht ües türkischen tzauxtquartiers. Konstantiuopel, 23. August.(W. T. B.) Bericht des türkischen Hauptquartiers: An der Irak- Front und an der Persischen Front keine Veränderung; an der K a u ka s us- Fr o n t werden die Kämpfe, die sich über einen Teil unserer vorgeschobenen Stellungen auf dem rechten Flügel erstrecken, zu unseren Gunsten fortgesetzt. Wir machten eine Anzahl Gefangene. Von den anderen Fronten keine wichtige Nachricht._ die Stärke öer Streitkräfte an öer Somme unö vor veröun. Amtlich. Berlin, 26. August 1916.(W. T. B.) Der fran- zösische Funkspruch vom 21. August 1916, abends(Lyon), be- bauptet, daß die Deutschen im Laufe der Kämpfe an der Somme 10 Divisionen eingesetzt hätten, das sei ebenso viel wie die Franzosen in der fünfmonatigen Schlacht bei Verdun. Demgegenüber ist folgendes einwandfrei festgestellt: In der Zeit vom 21. Februar bis 20. Juli haben die Franzosen im Kampfabschnitt von Verdun nicht 40, sondern 66 Divisionen eingesetzt. In der Schlacht an der Somme sind bis jetzt von den Franzosen 23 Divisionen, von den Eng- ländern 37 Divisionen, im ganzen also 60 feindliche Divi- sionen in vorderster Linie festgestellt worden, die feindlichen Heeresberichte. Ter französische Tagesbericht. Vom 2 3. Augu st nachmittags.(W. T. B.) Nördlich der Somme setzten sich im Laufe der Nacht die französischen Truppen nördlich und nordöstlich von Maurepas fest. Die Deun'chen richteten gegen das Dorf einen beftigcn Gegen- angriff. Bei Höhe 121 durch Artillerie- und Maschinengewehr- feuer niedergemäht, konnten sie an leiner Stelle an die französischen Linien herankommen, sondern erlitlen schwere Verluste. ES wurden 6l) Gefangene, darunter 2 Offiziere, gemacht. Die Ge- samtzahl der von den Franzosen seit gestern in diesem Ab- schnitt gemachten unverwundeten Gefangenen übersteigt 330. wischen Avre und Aisne im Lauie der Nacht ziemlich lebhafter rtillerielampf in der Gegend von Roye, Lassigny und Moulin-sur- Touvant. Auf dem rechten Ufer der Maas rege Tätigkeit beider Artillerien in der Gegend des Werkes Thiaumont. Um 2 Uhr ver- suchten die Deutschen einen Angriff gegen Fleury, der völlig miß- lang. Im Walde von Apremont folgte nach einer Beschießung der französischen Gräben ein deutscher Angriff, der durch Sperrfeuer glaic angehalten wurde. Bei Chauvoncourt scheiterte ein deutscher Handstreich auf einen kleinen Posten im Feuer. L u f r k r i e g: Ein französischer Pilot schoß gestern ein deutsches Flugzeug bei Gremecey nordöstlich von Nancy ab. Vom 23. August abends.(W. T. B.) An der Somme- Froirt haben wir während des Tages unser Geschützfeuer auf die deutschen Befestigungen fortgesetzt. Die Zahl der von unS in den gestrigen Kämpfen gemachien Gefangenen beträgt bis jetzt 308. Weitere Maschinengewehre sind heute in dem Teil von Maurepas, den wir genommen haben, aufgefunden worden. Südöstlich von St. Mihiel wurde ein feindlicher Versuch auf Croix-Saint-Jean während der Nackt durch unser Feuer aufgehalten. Ein anderer An- griff auf unsere Stellungen im Gehölz von Ailly vermochte in unseren vorgeschobenen Grabenabschnitten Fuß zu fassen, wurde aber von unserem Gegenangriff sofort zurückgeworfen. An der übrigen Front das übliche Geschützfeuer. Belgischer Bericht. An verschiedenen Punkten der bel- gischen Front haben die Artillerien einander beschossen', unsere Batterien aller Kaliber beschossen die deutschen Stellungen bei Het Sas heftig. Bombenkampf in der Gegend von Bocsinghe. Orientberich t. Oestlich vom Tahinos-See entging eine englische Kavalleriepatrouille der Aufmerksamkeil des Feindes, ritt den Angista-Fluß aufwärts und sprengte mehrere Brücken. Die Städte Kawalla und Dnama sind nock immer von ihren griechischen Garnisonen besetzt und nicht angegriffen worden. In der Gegend an der Struma ziemlich lebhaftes Gewehrfeuer zwischen den Vor- Posten und einige Scharmützel. In der Gegend des Belesch-BergeS, des Dojran-Sees und am rechten Wardar-Ufer lebhafter Artillerie- kämpf. Unsere Truppen befestigten das eroberte Gelände vor Ljumnica. Auf unserem linken Flügel machten die serbischen Truppen merkliche Fortschritte; in der Gegend von Kukuruz wurden lebhaste Gegenangriffe der Bulgaren auf unsere Stellungen nord- westlich vom Ostrowo-See durch die Serben zurückgeworfen, welche mehrere hundert Gefangene machten. Di« englische Meldung. Erster Bericht vom 2 3. Augu st.(03. T.B.) Auf unserem rechten Flügel vereinigten wir uns mit den Franzosen, die einen wesentlichen Fortschritt über Maurepas hinaus machten. Es fand ein sehr barter Kampf an dem östlichen und nördlichen Rande des Delville-Gehölzes statt und wir haben jetzt unsere Linie einige hundert Aards zu beiden Seiten der Straße Longueval— FlerS vorgeickoben. Als Ergebnis dieser Operationen wurden bis heute früh 8 Uhr 8 Offiziere und 179 Soldaten anderer Rangstufen ge« fangen genommen. Die Länge der gestern südlich von Thiepval genommenen und in dem Bericht von der letzten Nacht er- wähnten feindlicken Gräben dehnt sich über den Vorsprung Leipzig hinweg noch um 799 AardS aus. Seitdem ist in diesem Abscknitt noch ein weiterer Fortschritt durch Handgranatenangriff gemocht worden, und bei sehr geringem Verlust aus unserer Seile nahmen wir außer den 62 in letzter Nacht gemeldeten noch 163 ge- fangen. In der Nähe der Steinbrüche östlich von Hulluch ließen wir eine Mine springen, deren Trichter wir jctzl befestigen. In der ver- gangenen Nacht machten wir einige erfolgreiche Vorstöße und drangen rn die deutschen Linien nördlich Neuville— St. Vaait in der Nähe von Hulluch und westlich von Albert ein, indem wir dein Feinde Miiig lies toten SMMkiecs. Amtlich. Große0Ha»ptq»«rtier, 26. August 1916.(W. T. B.) Westlicher ZkriegSschauplatz. Lei audanernd heftigen Artillcrickämpfen nördlich der Somme sind abends im Abschnitt Thiepval— Foureaux- wald und bei Maurepas feindliche Jufautcricangriffe erfolgt. Sie find abgewiesen. Nordwestlich von Tahure nahmen unsere Patrouille» im französischen Graben 46 Mann gefangen. Im MaaSgebiet erreichte das feindliche Fener gegen einzelne Abschnitte zeitweise große Stärke. Durch Maschinengewehrfeuer sind zwei feindliche Flug- zeuge in der Gegend von Bapaume, durch Gewehrfeuer einS bei Zouuebeke(Flandern), im Luftkampfe je eines östlich von Verdun und nördlich von FreSnes(Woevrc) abgeschossen. Oestlicher Kriegsschauplatz. Keine Ereignisse von besonderer Bedeutung. Es sind einzelne schwächere feindliche Angriffe erfolgt und leicht abgewiesen. Au verschiedenen Stelleu kam es zu kleineu Gefechte» im Vorgelände. Balkan-Kriegsschauplatz. Nordwestlich des Ostrovo-Sees wurden im Angriff auf die Ceganska Planiua Fortschritte gemacht, an der Moglcua- Front feindliche Borstöße abgewiesen. Ober st e Heeresleitung. * Amtlich. Berlin, 26. August.(W. T. L.) Im Anschluß au die amtliche Veröffentlichung vom 21. August wird bekanntgegeben, daß nunmehr alle au der Unter- nehmung vom 19. August beteiligten Boote zurückgekehrt sind. Die Angabe der britischen Admiralität über die Zer- störnug eines deutschen Bootes ist demnach unzutreffend. DerChefdeSAdmiralstabeöderMariue. •• Her öslmMWe smrMMerIW. Wien, 26. August 1916. hindert habe, ergriff der A r be i te r p a r tei ler George H. Roberts das Wort und sagte: »Diese Versammlung bedeutet einen Wendepunkt im indu- striellen und kommerziellen Leben unserer Nation, weil sie die Notwendigkeit anerkennt, ein besseres Einvernehmen zwischen Kapital und Arbeit zu schaffen. Eine der Lehren des Krieges für die britische Demokratie war die Bedeutung des britischen Reichsgedan- kens. Man hatte den Wald vor lauter Bäumen nicht gesehen. Wir hatten im Mittelpunkt des Reichs gelebt, ohne es zu sehen. Mit all unseren Möglichkeiten waren wir das am wenigsten ab- geschlossene Reich der Welt. Es wäre ein Verbrechen, wenn wir die Hilfsquellen vernachlässigen sollten, die auf unseren eigenen Gestaden liefen. Großbritannien sollte seine eigenen Hilfsquellen soweit wie möglich entwickeln und wo es ihm nicht gelingt oder wo die Natur oder andere Umstände«S hindern, sollte es von britischer Arbeit im britischen Imperium versorgt werden. Wir haben während des Krieges große Ueberraschungen erlebt. Manche meiner Freunde halten noch immer die Traditionen vor lOO Jahren fe st, aber wenn ich die Arbeiterklasse noch ver- stehe, so wird das deutsche Volk Generationen von Reinigung durchmachen müssen, ehe wir bereit sein wer- den, es wie ehedem aufzunehmen. Meine Anwesenheit hier ist durchaus nicht ohne Zusammenhang mit den Zielen Ihrer Organisation. Ich habe mir noch keine Meinung über die besten Mittel(der wirtschaftlichen Entwickelung des Reiches) gebildet, mein Denken ist noch im Fluß. Die Vergangen- heit ist vorüber und kann nie mehr wiederkehren. Wir sind bereit, diese Probleme in ihrer neuen Gestalt zu betrachten und wenn Herr Sandbach Parker eine einzige Lösung vorgeschlagen hat, so kümmere ich mich nicht um Freihandel, Schutzzoll oder was immer, sondern glaube an mein Land und das britische Imperium und bin bereit, in dieser Richtung zu wirken. Man hat die Arbeiterschaft oft geftagt, wie die E i n s ch r ä n- kungen der Produktion gerechtfertigt werden könnten. Ich will sie hier nicht verteidigen, aber sage, daß sie nicht bloßem Mutwillen entsprungen sind, sondern oft der Selbsterhaltung. Wenn wir unsere Hilfsquellen, so wie wir eS wünschen, entwickeln, müssen Kapital und Arbeit zueinander kommen, in- dem beide ihr Denken von allem Phrasenschwatz(Cant) und Vorurteilen befreien, und sie werden miteinander be- raten, wie sie den Interessen des Reichs dienen können, um dieses zu dem zu machen, was es sein soll, der große Führer der Welt- tätigkeit.— In den Schützengräben habe ich den Millionärssohn Seite an Seit« mit dem Sohn des ArbeitSmanneS aus Norfolk gesehen und wenn dieser zurückkehrt, wird er ein Recht darauf haben, den Ruhm Großbritanniens und des Imperiums zu teilen." Ein folgender Redner, das Unterhausmitglied Hauptmann Balhurst, tat noch den Ausspruch, daß„allzu wohlfeile Lebensmittel und allzu wohlfeile Arbeit eine Gefahr für England" seien. Daß der Versammlungsbericht bei der Rede Roberts' wieder- holt ZujtimmungSrufe zu vermerken hat, ist nicht überraschend. Es wäre in der Tat unverständlich, wenn die Herren, die dies« „glänzende" Versammlung zusammensetzten, von einem solchen parlamentarischen Vertreter der Arbeiterschaft nicht entzückt ge- wcsen wären. Ter Mann ist ja, wenn auch sein Denken noch„in Fluß" ist, schon ganz deutlich zum Programm Joe Chamberlains h'.nübergesteuert. Er ist bewußter Imperialist, Anhänger des Wirtschaftskrieges der?!ationen und des WirtschaftSftiedenS der Klassen und hat gegen eine die Lebensmittel verteuernde Schutzzöllnerei keine grundsätzlichen Einwände mehr. Aber sein Umlernen geht doch weiter. Gibt er doch zu verstehen, daß er der Versöhnung von Arbeit und Kapital die„Vorurteile" zu opfern bereit ist, die bis- her die Arbeiter veranlaßt haben, für gewerkschaftliche Schutzbestim- mungen gegen übermäßige Ausbeutung der Arbeitskraft zu kämp- fen! Daß Roberts, die Extremisten des internationalen Natio- nalismus übertrumpfend, vor Erneuerung der internationalen Ge- meinschaft die deutschen Arbeiter einer Quarantäne unterwerfen will, die gleich mehrerere Geschlechterfolgen dauert, mußt« seine Zuhörer nicht minder entzücken. Sicherlich sind große Massen der englischen Arbeiterschaft vom Fanatismus und von der Kurzsichtigkeit, die sich in dieser Rede ausspricht, freigeblieben. Als Dokument einer in allen Klassen ver- breiteten Denkweise verdient sie gleichwohl gelesen und politisch ge- würdigt zu werden. Sie macht besonders scharf die Gefahren ficht- bar,� denen eine Arbeiterbewegung ausgesetzt ist. die von dem sozia- listischen Ideen entweder nur oberflächlich berührt worden ist— gleich den Massen der englischen Gewerkschaftler— oder sie in der Arbeit für den nächsten Tag und in der Sucht nach wirklichen oder scheinbaren politischen Augenblickserfolgen au» den Augen verloren hat. Im Proletariat ist eine geschichtliche Kraft, solange«» sei ner Idee folgt. Diese Idee kann auch seine Führer über methodische Unzulänglichkeiten ihrer Schulung erheben. Sobald sie sich von ihr entfernen, droht ihnen das Schicksal, mittelmäßige Nachtrotter der bürgerlichen Machtpolitik zu werden."(z) Norman /tngells Stellung zum Kriege. Die von mehreren Zeitungen verbreitete Nachricht von der Verurteilung NormanAngellSzu einer schweren Zuchthaus- siraw gibt der Frage nach dem politischen Standpunkt und der Haltung dieses Militärdienstverweigerers während des Krieges eine erhöhte Aktualität. Vor einiger Zeit ging durch die bürger- liehen Blätter Italiens die Kunde von einem angeblichen Gesinnungswechsel des Verfassers der„Großen Illusion", ja eine Zeitung, der„M e s s a g e r o", wußte zu berichten, daß er von seinen ehemaligen pazifistischen Idealen abgekommen und, durch den Krieg eines Besseren belehrt, sich den Reiben der extremsten Kriegsapostel angeschlossen hätte. Gegenüber all diesen Gerüchten kommt jetzt C i c o t t i in einem„Avant i"-Artikel vom 6. August noch einmal auf das Verhalten Norman Angclls und die von ihm eingenommene Stellung zum Kriege zurück, um durch aktenmäßige Feststellungen jeder Mißdeutung seiner Absichten und jeden Zweifel an der Festigkeit und Konsequenz seiner Gesinnungen entgegen- zutreten.� Wenn nicht die Verurteilung AngellS allein beweiskräftia genug wäre, bemerkt C i c o t t i, so würden mehrfache briefliche und öffentliche Erklärungen, die er während der beiden letzten Jahre abgegeben hat, schon die ganze UnHaltbarkeit aller Gerüchte von einer geistigen Wandlung bloßstellen. In dieser Hinsicht ist ein ösfentliches Antwortschreiben Angell» aus einen Brief des Ameri- kaners Dr. W h a r r y besonders beachtenswert. Dieser hatte die Frage an ihn gerichtet, ob nicht die von ihm vertretene Ansicht durch die Erfahrungen diese» Krieges überwunden und entwertet sei. Die dem Amerikaner erteilte Antwort ist so charakteristiich und enthält soviel beherzigenswerte Wahrheiten, daß es sich wohl verlohnt, sie in ihren Grundzügen wiederzugeben. Ich lache über alle jene, schreibt Norman Angell, die die gegenwärtigen tragischen Ereignisse zum Anlaß nehmen, um mich zu verspotten, weil meine Voraussagen über die Möglichkeit eines europäischen Krieges sich nicht bewahrheitet haben. Ich finde eS sehr betrübend, daß Menschen, die Vorkämpfer der Kulturnationen zu sein behaupten und sich in dieser Eigenschaft verpflichtet fühlen. Deutsch- land zu hassen, sich darüber freuen können, daß der Krieg die Pazifisten widerlegt und die Illusionen von einem Fortschritt ver- nichtct hat. Wenn alle Hoffnungen sanken, so hat sich das müh- same Menschenwerk vieler Jahre in eine Ruine verwandelt was weit beweinenswerter ist, als der Bankerott meiner Voraussichten oder, wenn man will, meiner Illusionen. Es besteht bloß ein Unter- schied. Während ich und alle, die ihren Ideen Treue bewahrten, heute ihren Mißerfolg als ein Unglück ansehen können, müssen die, die uns verhöhnen, ihn als eine Folge ihrer Verschuldurig betrachten. Denn wenn sie in der furchtbaren Stunde der Knie die Treue bewahrt und sich ruhig und fest an ihrer Idee festhaltend, statt sich am Vorabend des Krieges von der allgemeinen geistigen Kriegspanik ergreifen zu lassen, in jedem Lande dem blinden Kriegsgetriebe entgegengestellt hätten, wenn sie nicht untergetaucht wären in dieser trüben Flut, kurz, wenn alle die, die am Vorabend der Weltkatastrophe unsere Gesinnungsgenossen waren, sich mit uns vereint hätten in der energischen Opposition gegen den Krieg, in England wie in Frankreich, in Ruhland, Deutichland und Italien, es wäre nicht zum Kriege gekommen oder mescs furchtbare Ereignis wäre aufgehalten worden, zurückgedämmt, zeitlich wie räumlich von der Geisteskraft so vieler aufgeklärter Männer, von denen die Massen und die Völker ihre Orientierung erwarten: ihre� Losung und Parole in der drängenden Not der Stunde. Ist eS nicht seit- sam, daß gerade die, die ihren Teil der Verantwortung für die Er- eignisse auf sich nehmen müßten, in ihnen lediglich die Wider- lcgung unserer Voraussagen erblicken?" In einer späteren Schrift hat dann Norman Angell seinen..Gewissenskonflikt' dargelegt, der ihn bewogen hat, den Militärdienst zu verweigern. Er weist darin auf die tragische Lage des modernen Menschen hin, dessen Seele rein von Haß und erfüllt von Abscheu gegen Mord und Vergewalti- gung, durch den Krieg gezwungen wird, selbst ein Werkzeug des Hasses und der brutalen Gewalt zu werden. Ueberhaupt hat Norman Angell in den beiden Kriegsjahren keinen Augenblick auf- gehört, den kriegerischen Geist zu bekämpfen und in zahlreichen Schriften die traurigen und komischen Verirrungen dieses Geistes bloßzustellen. Er gelangte schließlich zu dem Ergebnis, daß es jetzt das richtigste sei, ganz von der Frage nach der Schuld am Kriege, nach der Verantwortung für ihn abzusehen, und alle seine Kräfte lediglich den positiven Aufgaben zuzuwenden: der Aus- tilgung des Vchkerhasses, der Beseitigung künftiger Konflikte und der Ermöglichung einer internationalen Gemeinschaft, die lediglich gegründet ist auf gegenseitiges Vertrauen und gegen- seitige Verantwortung. So hat er denn auch Worte eines auf ge- rechter Würdigung beruhenden Verständnisses für Deutschland ge- funden. Nichts sei törichter, schreibt er, als einen Rassen- gegensatz zwischen Deutschland und England zu konstruieren; diesen beiden Völkern, die vielmehr einen hohen Grad der Ver- wandtschaft und Aeünlichkeit aufweisen.„Bis zum Ausbruch des Krieges hielt jeder Engländer den Deutschen für den ersthaftesten Rivalen auf dem Felde der edelsten Bestrebungen der Kultur und Zivilisation. Wie ist es demgegenüber möglich, die Deutschen inS- gesamt als eine Horde von Hunnen darzustellen und ihnen allen alle Schuld an dem Emporkommen des Militarismus zuzuschreiben, der doch eine ganz allgemeine und internationale Erscheinung ist?" Wer diesen Militarismus selbst mit Waffengewalt überwinden will, der entfernt sich in Wahrheit von dem Ziel, das er erstrebt: dem friedlichen Zusammenwirken der Völker und kräftigt den Militarismus auch in Deutschland statt es von ihm zu befteien, was übrigen» auch in anderen Ländern nicht weniger not täte." Diese Aeußerungen bilden eine wertvolle Illustration zur praktischen Haltung dieses Vorkämpfers der Friedcnsideee und fügen sich zusammen zu dem Bilde eines wahrhaften Europäer» oder, wie C i c o t t i ihn nennt, eines„gewaltigen Welt- b ü r g e r S und geistigen Genossen Romain Rolland s".(z) Eine amerikanische Zeitungsftimme über Sie englische Depeschenzensur. New Dork, 21. August. Durch Funkspruch vom Ver- t r e t e r d e s W. T. B. In einer Besprechung der Unterdrückung von Bcrichien amerikanischer Korreivondenten aus Deutschland durch die englische Zensur sagt„New Dork American" in einem Leitartikel: Die natürliche Antwort auf die Frage, warum die Be- richte unteidrückt werden, ist, daß sie sich sehr unterscheiden von den Berichten von Sieg über Sieg, welche die englischen Presse- bureauS nach Amerika schicken. In dürren Worten: England betrügt sein eigenes Volk hinsichtlich der wahren Lage an der französischen Front und kann nicht dazu beitragen. daß die Wabrheit in Amerika bekannt werde, da da? englische Volk bald die Wahrbeit auS den amerikanischen Zeitungen erfahren würde. Die Tatsache ist jedem geübten Zeitungsmann in Amerika bekannt. daß die spalten- und seitenlang herüberkommenden Berichte, seitdem die Alliierten ihre kombinierte Offensive begonnen haben, stark nach englischem Geschmack gefärbt worden sind. Die höchst erbärmlichen Erfolge der Alliierten sind zu einem großen Siege ausposaunt worden, während die sehr wichtigen Gegenangriffe und Gewinne der Deutschen mit einer oder zwei Zeilen langen allgemein gehaltenen Meldung übergangen werden. Kleine Kriegsnachrlchten. Kopenhagen, 26. August.(SB. T. B.) Al» der schwedische Dampfer„Gerd" gestern vormittag aus der Ostsee in den Sund einlief, wurde er von einem deutschen Kriegsschiff ange halten und zur Untersuchung nach einem deutschen Hafen übergeführt. Genf, 26. August.(W. T. B.) Nach einer HavaSmeldung aus Korfu ist der Präsident der griechischen Kammer Michel Theo- t o k i s gestorben,_ politische Uebersicht. Noch eine Ablehnung. Wie der Teutschen Friedensgesellschaft, so hat der Herr UnterstaotSsekretär Wahnschaffe auch der Sozialdemo- kratischen Arbeitsgemeinschaft auf ihr Gesuch um Freigabe der Erörterung der Kriegsziele ablehnend ge- antwortet. Berschärfung der Kriegführung. I» den letzten Tage» ist mehrmal» sowohl von konservative: al» auch nationaUiberaler Seite darauf gedrängt worden, daß der Kvieg nunmehr mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln ge- führt werden soll. Denselben Standpunkt vcrtrittt auch da» Zentrum, wenigsten» bringt die„German! a" einen langen Artikel, in welchem sie an die von der„Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" gebrachte Nachricht anknüpft, daß bei den französischen Truppen be- sondere Abteilungen vorhanden sind, die die Slufgabe haben, alles zu töten, wa» sie an Feinden in den Schützengräben vorfinden. Tie„Germania" meint allerdings,«S wäre zunächst endlich an der Zeit, daß die Völker, die außerhalb beS kriegerischen Ringen» stehen und sich darum einen objektiven Blick für da» bewahrt haben müssen, wa» an Gewalt den Feinden gegenüber zulässig sein kann, sich eno- lich auftaffen zu einem energischen: Bis hierher und nicht weiter! Leider fei auf solche Schritte nicht mehr zu hoffen, insbesondere nicht, daß die Bereinigten Staaten von Nordamerika sich dazu eut- schließen könnten. Das Zentrumsblatt erklärt dann: „Nur Selbsthilfe kann da noch etwas ausrichten, jene bittere Rache, zu der das mit Füßen getreten« Völkerrecht uns selbst ermächtigt. Das ist nach der heut bekanntgewordenen Antwort an daS Präsidium des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz auf eine Anregung wegen Aufhebung von Repres- salien in der Gefangenenbehandlung auch der Standpunkt unserer Regierung. Das„Auge um Auge, Zahn um Zahn" ist danach von uns bisher immer in weisester Vorsicht uns Mäßigung an- gewendet worden, aber es ist das einzige Mittel, den Feind zur Vernunft zu bringen. Wir wollen damit keineswegs einem gleichen Morden wehrloser Feinde das Wort reden, wie eS drüben festgestellt ist. Das würde zivilisierter Soldaten unwürdig sein und doch im Einzelfalle nur Unschuldige treffen. Nein, wir haben wirksamere Mittel: Die heutige Fahrt unserer Luftschiffe nach England und ihr neuer Angriff auf die City von London, das Herz des Krieges, das die Kampfenergie mit allen Mitteln der Bestialität immer wieder in allen Kreisen des Vierverbandes anfeuert und zu neuem Wirken treibt, gilt ja schon der Rache für den Mordgeist unserer Feinde. Sie sollten wir ausdehnen auf alle Zentren, an denen die wahren Schuldigen an der Ver- wilderung der Kriegführung sitzen. Vergcltungsboniben müßten wieder und immer wieder auch auf das Herz von Paris her- rriedersausen, bis sie die Verantwortlichen zur Besinnung bringen oder hinwegfegen!" Es ist eigentlich kein Geheimnis, daß der Deutschen Regierung noch Kampfmittel zur Verfügung stehen, die bisher aus ganz be- stimmten Gründen nicht angewendet worden sind und es fragt sich nun, ob die übereinstimmende Stellungnahme der Konservativen, der Natwnallibcralen und de» Zentrums auf die Anwendung dieser Kampfmittel hinzielt. NationaUibcrale Blindheit. Anlaßlich einer Besprechung de» Schä ferschen Aufrufs bemerkt die„Nationalliberale Korrespondenz", das offizielle Organ der nationalliberalen Partei, nach besonderer Hervorhebung der Begrüßungsartikel in der„Vossischen Zeitung" und im„Leip- ziger Tageblatt": „Man darf den Unabhängigen Ausschuß zu dieser Wirkung feines Aufrufs vorbehaltlos beglückwünschen, auch in der Forderung, alle Macht- und Kampfmittel rückhaltlos einzusetzen, um den Feind zum Frieden zu zwingen, hat er, von ein paar Querköpfen abgesehen, die in einer erträumten Welt leben, die große V o l k S m ehrhei t hinter sich... Eine Einigung der Geister bahnt sich an, wie sie jenem Deutschen Nationalausschuß vorgeschwebt haben mag, die aber nicht er, sondern die Männer von Zielklarheit und unerschütterlichem Wollen herbeizuführen vermochr haben. Die berufene Vertretung der Nationalliberalen Partei hat sich in allen ihren Kundgebungen seit KriegSbeglinn auf diesen Boden gestellt. Sie wird eS mit Genugtuung begrüßen, wenn Regierung und Parteien ihn einmütig und ohne ferner zu schwanken betreten." Daß das Organ der nationalliberalen Partei dem Programm des„Unabhängigen Ausschusses" vorbehaltlos zustimmen würde, konnte nach den verschiedentlich«! Kundgebungen ihrer Organisationen und Führer für niemand zweifelhaft sein. Daß es aber sich so weit versteigt, von der„großen Volksmehrheit" zu sprechen, die angeblich hinter dem Schäferschen Aufruf stehe, ist selbst unter den heutigen Verhältnissen, in denen politische Blindheit oft eine Folge der mangelnden Helligkeit ist, eine kühne Leistung. Revision im Liebknecht-Prozesi. Wie bürgerliche Blätter melden, hat Genosse Lieb- k n e ch t durch seinen Netteidiger gegen das Urteil des Ober- kriegsgcrichts Revision beim Reichsmilitärgericht einlegen lassen. Diese stützt sich darauf, daß das Recht materiell ver- letzt worden sei, indem die Verurteilung wegen einer Tat er- folgte, die nicht vorliege._ Minister v. Schorlemcr über die Teuerung. Der preußische Landwirffchastsminister v. Schorlemer-Lieser hat einem ungarischen Journalisten eine Unterredung gewährt, in deren Verlauf sich der Minister, nach dem Bericht dcS„Berliner Tageblattes" über die Teuerung folgendermaßen äußerte: „Die Teuerung ist nicht zu leugnen. Sie trifft Deuffchland ebenso wie alle anderen kriegführenden Länder. Aber dieser Teuerung steht vielfach ein größere? Einkommen gegen- über. Auch manche Arbeiter verdienen viel mehr als vor dem Krieg«. Teuerung, da» ist ein relativer Begriff! Die Preise sind höher geworden, aber— wie schon bemerkt— auch der Verdienst. Am meisten leiden unter der Teuerung die Leute mit festem Ein- kommen, also in erster Reche gewiß die Beamten, deren Lage man nach Möglichkeit zu erleichtern sucht. Daß die Teuerung von den Produzenten verursacht wird, ist keineswegs erwiesen. Häufig ist die Ursache deS Uebels der Umstand, daß bei uns die Ware durch sehr viele Hände wandert, bis sie glücklich den Konsumenten er- reicht. DaS ist, was im allgemeinen„Kettenhandel" genannt wird. Außerdem werden die Preise bei mangelnder Ware durch den Wettlauf der Käufer in die Höhe getrieben. Mcxn wird es, dem Produzenten nicht verdenken können, wenn er in Anbetracht der gestiegenen Erzeugerkosten sein Erzeugnis bestmöglichst verwertet. Daß die Bauern mit ihrer Ware zurückhalten, trifft im allgemeinen auch nicht zu. Aber ebensowenig kann man den Handel für alle Mißstände verantwortlich machen. Soweit er sich noch betätigen kann, hat er sich bemüht, dem Konsum reichlich Waren zuzuführen! Die Vorschläge zur Beseitigung der Teuerung sind vielfach un- ausführbar. Nicht jeder ÄriegSgewinn ist auch Kriegswucher. Dem Erzeuger muß unter allen Umständen ein lohnender Verdienst be- lassen werden, weil er sonst kein Interesse daran hat, die Pro- duktion zu vermehren. DoS ist eine allgemein gültige wirffchaft- liche Regel, und ebenso sicher ist es, daß der Staat die Erzeugung nicht erzwingen kann." Daß der Minister die Landwirt« gegen den Vorwurf der Preissteigerung in Schutz nimmt, erklärt sich aus seiner Stellung. Seine Behauptung aber, daß die Steigerung der Preise einen Aus- gleich in den ebenfalls gestiegenen Löhnen findet, ist total falsch. Daß in einzelnen Zweigen des Wirtschaftslebens die Löhne ge- stiegen sind, ist richtig; aber nirgends wohl hat diese Steigerung Schritt gehalten mit der Verteuerung de» Lebensunterhalts. Wie steht eS aber mit den Arbeitermassen, deren Löhne nicht gestiegen sind? Und mit den Kriegerfrauen, die auf ihre karge Unter- stützung angewiesen sind? Letzte NackricktSK. Die Treibereien der Venizclistcn. Bern, 26. August.(W. T. B.) Der Mitarbeiter des„Secolo" in Athen drahtet, gestern sei im Hause von VenizeloS eine große politische Zusammenkunft abgehalten worden. Vcnizclos be» absichtige wieder zur Politik zurückzukehren, um der Reihe folgen- schwerer Irrtümer für die Zukunft Griechenlands ein Ende zu be- reiten; es sei beschlossen wovden, für nächsten Sonntag eine große öffentliche antineutral« Versammlung einzuberufen und die Kriegserklärung gegen Bulgarien an der Seite der Ententemächte zu fordern. Die Versamm- lung sei mit Hochrufen auf Chriswdulos, dem Kommandanten von Serres, der den Bulgaren Widerstand geleistet habe, geschlossen worden. Es gehe das Gerücht, daß die Antivenizelisten beabsichtigten, ein« Gegenversammlung einzuberufen. Gewerkschaftliches. öerlin und Umgegend. Teuerungszulagen in der Holzindustrie. Die am Freitag abgehaltene Generaldersammlung der Zahl- stelle Berlin des HolzarbeiterdcrüandeS beschäftigte sich u. a. mit der Frage einer allgemeinen Regelung der Teuerungszulagen. Wie der Vorsitzende Glocke ausführte, hat die bisherige Bewegung für die Erlangung von Teuerungszulagen in der Holzindustrie einen nur teilweisen Erfolg gehabt. Soweit Teuerungszulagen gewährt werden, belaufen sie sich in den meisten Fällen auf Z bis 6 M. wöchentlich. Nur in wenigen Betrieben beträgt die wöchentliche Teuerungszulage 10 M. Diese Beträge sind natürlich bei weitem nicht ausreichend, um die erhöhten Kosten der Lebenshaltung auch nur annähernd auszugleichen. Dazu kommt noch, daß in"vielen Betrieben überhaupt keine Teuerungszulage gewährt wird. Die Unternehmerorganisation hatte bisher eine einheitliche Durchfüh- runa der Teuerungszulagen nicht betreiben wollen, hatte die Bc- rechtrgung der Forderung von Zulagen aber anerkannt und dahin- gehende Vereinbarungen den einzelnen Betrieben überlasten. Da aup diese Weise ein den heutigen Teuerungsverhältnissen ent- sprechendes Ergebnis nicht erzielt Wersen ist, so macht sich eine allgemeine Regelung für die gesamte Berliner Holzindustrie not- wendig. Anträge in diesem Sinne sind an die Ortsverwaltung gestellt worden. Diese hat sich dann an den Obermeister R a h a r d t als Vorsitzenden des Arbeitgeberschutzverbandes gewandt und ihn um Verhandlungen in dieser Angelegenheit ersucht. Darauf sind mehrere Besprechungen mit den Vertretern der Unternehmer ab- gehalten worden, wo die Arbeiter erklärten, daß sie eine Zulage von 40—45 Proz. auf die Friedenslöhne für angemessen halten, während die Unternehmer meinen, 20 bis 25 Proz. würden ge- nügen. Auch knüpften sie an die Gewährung der Zulagen gewisse Bedingungen und erklärten sich bereit, in einer Kommistion der beiderseitigen Vertreter die Verhandlungen fortzusetzen. Am Dauer des Krieges, sondern füt die Dauer Lee Teuerung gewährt werden sollen; daß besondere Forderungen bei der Tarifoerlänge- rung nur unter der Voraussetzung unterbleiben könnten, daß die Lebensmitttelpreise nicht noch weiter steigen; daß der grundsätzliche Widerspruch gegen Uebsrstunden nicht aufgegeben werden soll, da bei Gewährung ausreichender Löhne die in bestex zahlende In- dustriczweige übergegangenen Holzarbeiter wieder in ihren Beruf zurückkehren würden, wodurch dem Arbeitermangel ein Ende ge- macht werde. Auch soll an dem Standpunkt des Verbandes fest- gehalten werden, daß der Beirat des Arbeitsnachweises für alle) Fälle das Vorschlagsrecht bei der Anstellung von Beamten hat.— Im übrigen ermächtigte die Generalversammlung ihre Vertretung, mft den Unternehmern weiter zu verhandeln. Ueber das Ergebnis der Verhandlungen soll nicht die durch Delegierte beschickte Generalversammlung, sondern eine allgemeine Mitgliederversamm lung endgültig Beschlutz fassen. * Vor der Erledigung der vorstehenden Angelegenheit balte die Generalversammlung den Geschäftsbericht für das zweite Quartal entgegengenommen. Aus demselben ergibt sich, daß die Organi- sation trotz der scbwierigen Zeilverhältniste nach Kräften bemüht war, die Verhältnisse der Mitglieder zu verbessern und die Jnter- essen der Kollegen nach jeder Richtung zu vertreten. Diesem Zweck dienten unter anderem 74 Verhandlunge mit Unterehmern. In 36 Fällen handelte es sich um die Teuerungszulagen, in 3 Fällen um Arbeitsniederlegung, in 13 Fällen um Matzregelung, in zebn Fällen um die Einführung des Reichstarifs der Korbmacher. Fünf Berhandulngcn hatten den Anschluß des paritätischen Arbeitsnach weises an den Zentralvcrein zum Gegenstand. Tie Schlicktungs kommmission hielt 5 Sitzungen ab.— Eine rege Tätigkeit entfaltete die Werkstattkontrollkommission. Sie hielt 130 geschäftliche und 528 Werkstattsitzungen ab, an denen aus 589 Werkstätten mit 11 795 Beschäftigten 6260 Kollegen teilnahmen. Ter Kassenbericht zeigt, daß der Bestand der Lokalkasse etwas gestiegen ist. Er beläuft sich auch 287 673 M. Die Zahl der Ar- beitslosen ist zurückgegangen. Donnerstag beschäftigten sich die Unternehmer in einer besonderen �eilswien tg zuruagegangen. t-oie betrug im Durchschnitt des Sitzung mit dieser Angelegenheit. Als Ergebnis derselben teilte.«a&renb b°5 erste Quartal eine durch- Obermeister Rahardt dem Holzarbeitcrverbande mit, daß die schnwtliche Arbeitslosenzifser von 44o hatte, demzufolge ist die Unternehmer die Verhandlungen aus folgender Grundlage zu führen bereit sind: 1. Der Ausgangspunkt für die Zulagen sind die in den Jahren 1913/14 verdienten Löhne. 2. Die Zulagen werden für die Dauer des Krieges gewährt. 8. Besondere Forderungen sollen bei den Verhaiidlungen über Verlängerung des am 15. Februar 1917 ablausenden Tarif- Vertrags nicht gestellt werden. 4. Junge Leute unter 20 Jahren erhalten geringere Zulagen. 5. Der Holzarbeiterverband läßt seinen grundsätzlichen Widerspruch gegen die Leistung von Ueberstunden mit Rücksicht aus den Mangel an Arbeitern für die Dauer des Krieges fallen, wenn Arbeitgeber und Arbeiter eines Betriebes in wohlverstan- denem beiderseftgen Interesse mit Ausnahme des Sonnabends nicht mhr als eine U eberstunde täglich vereinbaren. 6. Der Arbeitsnachweis wird unter den vom Magistrat ge- stellten Bedingungen verstadllicht. Ter Holzarbeiterverband stellt seine Bedenken in Sachen der späteren Anstellung von Be- amten unter der Bedingung zurück, daß zunächst unsere gegen- wältigen Arbeitsvermittler von der Stadt übernommen werden. Sollten sich später unerwartete Schwierigkeiten bei neuen Be- setzungen ergeben, so behalten sich die Vertragsparteien die Lösung des Vertragsverhältnisses mit dem Magistrat vor. 7. Die Berechnung der Löhne und Feststellung der Zulagen ist Sache der Branchenkommissionen und bleibt es ihnen über- lassen, ob die Zulagen auf die Akkordpreise geschlagen oder als besondere wöchentliche Zulagen gezahlt werden sollen. Die Generalversammlung diskutierte diese Vorschläge der Unternehmer und erklärte, daß die Zulagen nicht nur für die Ausgabe für Arbeitslosenunterstützung von 11 908 M. im ersten aus 9199 M. im zweiten Quartal zurückgegangen. Die Kranken- Unterstützung ging von 14 813 M. aus 13 333 M. zurück. Im ganzen wurden im zweiten Quartal 31 398 M. für Unterstützungszwecke ausgegeben.— Die Mitgliederzahl ist im wesentlichen unverändert geblieben. T-en erneuten Einberufungen zum Heere steht eine entsprechende Anzabl von Neuausnahmen gegenüber. Nach dem Bericht der Arbeitsvermittler wurden agf dem paritätischen Arbeitsnachweis 4452 Arbeitsuchende eingetragen, 3945 Stellen gemeldet und 3061 Stellen besetzt. 73 Kriegsbescbä- digtx konnten in Arbeit gebracht werden. Im allgemeinen ist die Lage des Arbeitsmarktes so, daß fast jeder Arbeitsuchende Be- schäftigung erhakten kann.— Der für einige kleine Branchen be- stehende Arbeitsnachweis des Verbandes hatte 206 Arbeitsuchende eingetragen und von 116 gemeldeten Stellen 96 besetzt. Die zur Neuwahl stehenden Mitglieder der Qrtsvcrwaltung sowie 7 Angestellte wurden sämtlich wiedergewählt. Rubrum: Andrzejewski. Der Fall des in Schlasstelle abgeschobenen Zwischenmeisters beschäftigte die Schlichtungskommission der Schneider wiedemm in ihrer letzten Sitzung. Es ist dies der Mann, der jedesmal vor der Sitzung Krämpfe bekam, wodurch die Verhandlung unmöglich wurde. Diesmal war die Frau allein zur Stelle. Durch die Gewerbe- inspettion war festgestellt worden, wer von den Eheleuten die Ge- Werbesteuer zahlt und demnach als Geschäftsinhaber in Betracht kommt, da es einmal hieß, der Mann sei Inhaber und das andere- mal die Frau. Es stellte sich heraus, daß die Frau seit dem 10. Juni d. I. Inhaberin ist, wie die Klägerinnen aber ausführten. habe sie auch schon vorher stets Geld eingenommen und ausgezahlt, kurzum, dem Geschäfte vorgestanden. Die Klogeswnme betrug 4463.80 M. Die Klägerinnen führten weiter aus, daß die Frau, um nicht bezahlen zu müssen, inzwischen all ihr Hab und Gut verkauft haben solle. Auch habe sie die Sparkassenguthaben abgehoben. Der Mann selbst hatte an das Gericht geschrieben, daß seine Frau das ganze Geld eingenommen und die Spargelder abgehoben habe, lieber diese Angelegenheiten entspann sich ein längerer Disput, da hie Frau alles bestritt und, wie ihr nachgewiesen wurde, sich ständig in Widersprüche verwickelte. Es half aber nichts, sie wurde trotz allem kostenpflichtig verurteilt, obige Summe zu zahlen, andererseits könne sie aber an ihren Vorderunternehmern Regreß nehmen, da sie an« scheinend auch zu wenig erhalten habe. Der Frau wollte es aber gar nicht einleuchten, daß sie verurteilt sei.„Da müssen Sie mit meinem Mann reden, mich geht die Sache nichts an. Ich vergleiche mich nicht." Als sie endlich kapierte, daß an dem Beschlutz nichts mehr zu ändern sei, verließ sie schimpfend die Stätte der Gerichtsbarkeit. Zur Lage der A. E. G.- Hilfsarbeiter. Starke Unzufriedenbeit herrscht bei den Arbeitern und Arbeite- rinnen der A. E. G. Die kolossale Lebensmilteltenenuig, die sich bei den ungelernten Arbeilern besonders fühlbar macht, ruft vcr- bunden mit der sonstigen Teuerung selbst der bescheidensten Bedarfs- artikel auch unter diesen Arbciterschichten rege Mißstimmung hervor. Dazu kommt, daß trotz der sehr erheblichen Ueberichüsie, welche die Werke besonders während der Kriegsperiode erzielt haben, die Löhne in den einzelnen Werten im Anfang sowohl, als auch bei der Höchst- grenze sebr verschieden find. Die niedrigen Zulagen, die auch immer erst ans Drängen der Arbeiterschaft gewährt wurden, sind bei weitem kein Ausgleich für die bestehenden Verhältnisse. Verdienste von 30 M. pro Woche, noch dazu von Familienvätern, können trotz geleisteter Ueberarbeit und zum Teil auch Sonntagsbeschäftigung keine Ge- währ für eine auskömmliche Lebenshaltung bieten. Ebenso ungünstig sind die Löhne der Arbeiterinnen. Als Wunder braucht es daher nicht bezeichnet werden, daß die Werke durch den großen Wechsel der Arbeitskräfte Taubenschlägen ähneln. Daß bei der schlechten Bezahlung der Hilfsarbeiter und -arbeiterinnen und der damit verbundenen Unlerernährung sich die Unfälle steigern, ist erklärlich. Hinzu kommt, daß ein beträchtlicher Teil der Arbeiter für die in den Vororten gelegenen Werke auch noch allrvöchemlich Fahrgeldaufwcndungen zu machen hat. Auch die schon länger in den Werken tatigen Hilfsaibeiter, auf welche die Direktion die Jüngeren so oft als Beispiel hinweist, 'ind mit ibrem jetzigen Los unzufrieden. Eine Mitteilung der„Morgcnpost". daß die Allgemeine Elektri- zitäls-Gescllschasi dem wiederHollen Ansuchen ihrer Arbeiter statt- gegeben und die dauernden Teuerungszulagen erhöht hat, entspricht nicht den Tatsachen. Der angeführte Lohn von 70 Pf. pro Stunde 'ür Transporiarbeiter soll erst nach einer Tätigkeit von 12 Monaten erreicht werden. Während 50 Pf. für Arbeiterinnen sogar erst nach zwei Jahren erreicht werden können. Der Anfangslobn im Werk Oberschöneweide soll 60 Ps. für Arbeirer und 40 Pf. für Arbeiterinnen pro Stunde betragen, der dann erst nach Monaten sich steigern soll. Daß bei den gegenwärtigen hohen Lebensmittel- preisen die Arbeiterschaft bei der neuen Regelung ihrer Löhne auf eine bessere Zulage gerechnet hat, ist zu Verslehen. Die geforderte Lohnzulage von 10 Pf. pro Stunde hätte die Direktion umsomehr bewilligen können, als bisher die Löhne in ähnlichen Betrieben be« reits seit langer Zeit wesentlich höhere sind. Sollte die Direktion auf ihrem wenig sozialen Standpunkt be- harren, sind trotz des bisher gewahrten Friedens ernste Differenzen zu befürchten. In äieser Noctis: G. rn. b. H. Hut-Ausstellung Alle inserierten Artikel sind nicht bezugscheinpflichtig. 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Hausen haben 8 Armeekorps französischer und belgischer Truppen zwischen Sambre. Namur und Maas vollständig geschlagen und verfolgen sie östlich Maubeuge. Die Armee des Herzogs Albrechl von Württemberg hat den geschlagenen Feind über den Semois verfolgt und die Maas über' schritten. Die Armee des deutschen Kronprinzen hat eine befestigte französische Stellung vorwärts Longwy genommen und einen starken Angriff aus Vcrdun abgewiesen. Longwy ist gefallen. Die Armee des Kronprinzen von Layern hat einen Gegen' angriff aus der Position von Nancy zurückgewiesen. Die Armee des Generalobersten von Heeringen setzt die Ver' folgung in den Vogesen nach Süden fort. Das Elsaß ist von den Franzosen geräumt. Aus Antwerpen haben vier belgische Divisionen einen Angriff gegen die deutschen Verbindungen in Richtung Brüssel gemacht. Sie wurden zurückgeschlagen und verloren viele Gefangene und Ee- schütze. Die belgische Bevölkerung hat sich, wie der Bericht des Großen Hauptquartiers meldet, fast überall an den Kämpfen be> teiligt, daher sind strengste Maßnahmen zur Unterdrückung des Franktireur» und Bandenwesens angewandt worden. Die Mobilmachung des candslurm» Ist angeordnet worden. Er wird zur Sicherung der Etappenlinien und zur Besetzung von Belgien mit herangezogen werden. Der Neine Kreuzer.Magdeburg" geriet bei einem Vorstoß Im Finnischen Meerbusen im Nebel auf Grund und wurde wegen de» Eingreifens weit überlegener russischer Streitkräfte in die Luft ge sprengt. Der größte Teil der Besatzung wurde gerettet. In Frankreich wurde ein Koalilionsminislerlum gebildet, in das auch Sembat und Guesde eingetreten sind. 27. Slttstust 1S1.?. Im Westen Stellungskämpse. Im Osten auf der ganzen Linie weiterer Vormarsch. Zirka SlKXZ Gefangene wurden eingebracht. Tagung für Kriegsbeschädigten- sürsorge. In Köln fand vom 23. bis 2L. August eine Tagung für Kriegs» beschädigtensürsorge statt. Ihr ging eine zweitägige Tagung der Deutschen Vereinigung sür Krüppelfürsorge und eine ärztliche Tagung voran. Daneben fanden mehrere Sondertagungen, vor allem die der Gewerkschastcn statt, über die wir bereits gestern kurz referierten. Auf diesen Kongressen sind eine große Anzahl für die Fürsorge Kriegsbeschädigter wertvoller Vorträge gehalten. Aber die schönsten Vorträge helfen darüber nicht hinweg, daß die gesetzliche Fürsorge für die Kriegsbeschädigten durchaus mangelhaft ist. Die Mängel können auch durch private Stiftungen und Ver eine nicht behoben werden. Im Gegenteil besteht die Gefahr hier wie bei jeder privaten Wohltätigkeit, daß sie geeignet ist, die Erfüllung der sozialen Pflichten de« Reichs. des Staats und der kommunalen Körperschaften hinzuziehen und zu beeinträch- tigen. Im Jahre ISIS wurde im Reichstag von allen Parteien und auch von der Regierung anerkannt, daß die gesetzliche Fürsorge unzulänglich ist. Seitdem sind Tauiende auf diese unzureichende Hilfe angewiesen. Das erste und wichtigste ist, daß die Gesetz gebung nun endlich schleunigst eingreift. Mit schönen Reden, wärmstem Mitgefühl und trefflichen Referaten ist den Kriegsbeschädigten— zu ihnen rechnen wir natürlich auch die unverwundet, aber krank aus dem Felde Heimgekehrten— nicht geholfen. Wirksamer als dir Tagung wäre eine end- Ische geseygeberische Tat. Möge die Tagung die Er kenntnis hierfür lebendiger gemacht haben. Da» Wort werde Tat, hilfsbereite, schnelle Tat. Wird der kommenden Reich»- tagtsession ein Gesetzentwurf zur besseren Fürsorge für die Opfer deS Krieges zugehen? Die bedeutsamste der Sondertagungen war die aller Gewerk» schaflSgruppen. Auf ihr gelangten folgende Resolutionen zur ein- stimmigen Annahme: I. «Die Arbeiter und Angestellten Teutschlands sind an der Für- sorge für die kriegSverletzlen und kricgSerkrankten Kriegsteilnehmer auf« lebhafteste interessiert und haben sich seither an den Einrich- tungen der Kriegsbeschädigtenfürsorge, vor allem an den Arbeilen de« ReichSauSschusseS intensiv beteiligt. Die Kriegsbeschädigten- sürsorge, die besonder» nach Schluß des Krieges von größter Volks- wirtschaftlicher Bedeutung sein wird, bedarf zur erfolgreichen Wirk- samkeit in allererster Linie des Vertrauens der von der Fürsorge selbst betroffenen Personen. Diese» Vertrauen kann nur erworben werden, wenn ihnen die Leistungen der Fürsorge durch eine r e i ch S- gesetzlich geregelte Organisation gewährleistet werden. Da die Kriegsbeschädigtenlürsorge dieser Grundlage bisher entbehrt, fordern die in Köln anläßlich der Tagung für Kriegsbeschädigten- sürsorge(23. bis 25. August 1918) versammelten Vertreter der Ar- beiler- und Angestelltenorganisationen Deutschlands deren reich»- gesetzliche Regelung. Die Voraussehung einer solchen wirksamen Organisation ist, daß neben den Vertretern anderer Berusskreise auch die L e r- treter der Arbeiter- und Angestelltenoraani- sationenüberallalsvollberechtigthinzuzuzrehen sind zur Mitwirkung nicht nur bei allgemeinen Aufgaben der KriegSbeschädigtenfürsorge, sondern vor allem in den wichtigen Sondergcbielen der Berufsberatung und Arbeitsbeschaffung in den Bezirks- und örtlichen Fürsorgestellen der Kriegsbeschädigtenfürsorge- organisalionen._ Von ihren im ReichSauSschuß der KriegSbeschädigtenfürsorge mit- arbeilenden Vertretern erwarten die Arbeiter- und Angestellten- organiiationen Deutschlands, daß sie a»ch weiterhin unablässig be< müht sind, eine gesetzliche Neuregelung der Rentenversorgung der Kriegsbeschädigten und der Versorgung der Hinterbliebenen nach sozialen Gesichtspunkten herbeizuführen/ Die Vertreter der Arbeiter- und Angcstelltenorganisationen Deutschlands erachten eS ferner als dringend notwendig, daß die KriegSbeschädigtenfürsorge ihre Tätigkeit auch auf die ohne Versorgung entlassenen Kriegsbeschädigten und im Kriege Erkrankten ausdehnt. Bezüglich der A r b e i l S b e j ch a s f u n g für die Kriegsbeschä- digten sorderu die Vertreter der Arbeiter- und Angestelltenorganr- sationen Teutschlands, daß die örtlichen Fürsorgeftellen der Krieg»- beschädigtensürsorge in enger Verbindung mit den nichtgewerbS- mäßigen Arbeitsnachweisen stehen, die die Unterbringung von Krieg»- beschädigten mit als ihre Aufgabe übernommen haben. In den Orten. in denen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern zur Fürsorge sür die Kriegsbeschädigten besonders gebildete paritätische ArbeilSgemein- schaften oder Tarifinstanzen(SchlichtungSkommissioncn) bestehen, die vornehmlich in der Arbeitsvermittlung und Lohnfestsetzung mitwirken, aber auch dann eingreifen, tvcnn Arbeitgeber bestimmte, dem Krieg«- beschädigten gegebene Versprechen nicht halten, ist die Arbeits- beschaffung zunächst diesen Einrichlungen zu übertragen. Tie weitere Schaffung von Arbeitsgemeinschaften al» wirksamste Unterstützung der KriegSbeschädigtenfürsorge ist überall und für alle Berufe zu erstreben. Die Vertreter der Arbeiter- und Angesielltenorganisationen Deutschlands betrachten e» als eine selbstverständliche Pflicht der Dankbarkeit, daß alle organisierten Arbeiter und Angestellten den Kriegsbeschädigten im ArbeitSverhältni» die weitestgehende Unter- stützung gewähren und ihnen in treuer Kameradschaft jederzeit mit Rat und Tat zur Seite stehen." n. „Die Konferenz beauftragt die Zentralstellen der Gewerkschaften und Angestelltenorganisationen, gemeinsam die weiteren, den Jnter- essen der Kriegsbeschädigten dienenden Maßnahmen zu treffen, und zwar: 1. bei dem Herrn Reichskanzler dahin vorstellig zu werden, daß dieKriegSbeschädigtenfürsorgeb essere organisatorische Grundlagen erhält) 2. an den Reichstag und Bundesrat eine in gleichem Sinne ge- haltene Eingabe zu richten; 3. eine Zusammenstellung der Orte bezw. Kreise zu machen, an denen eine Fürsorgeorganisation vorhanden ist; 4. Vereinbarungen über die Vertretung der Gewerkschaften und Angestclltenvereinigungen in diesen Organisationen zu treffen." III. „Angesichts der stets erneuten Bestrebungen, die sogenannten gelben Organisationen(Werkvereine, BetriebSdereine, vaterländische Arbeitervereine usw.), die von feiten der Unternehmer gegründet, unterhalten oder unterstützt werden, den gewerkschaftlichen Arbeiterorganisationen in der Vertretung von Arbeiterinteressen während des Krieges gleichzustellen und zur Geltung zu bringen, erklärt die am 23. August in Köln gemeinsam tagende Konferenz von Vertretern der gewerkschaftlichen Zentralverbände, der General- kommission der Gewerkschaften, deS Gesamtverbandes der Christlichen Gewerkschaften, de» Verbände» der Deutschen Gewerkvereine(H.-D.) und der Polnischen Berufsvereinigung sowie de» Deutschen Werk- meisterverbande», daß sie die gelben Organisationen al« unabhängige Vertretungen von Arbeiter- interessen nicht anerkennt und da» Zusammen- wirken mit ihnen bei gemeinsam enKundgebungen von Arbeiterorganisationen ablehnt." Mus öer Partei. Sozialdemokratische Kundgebungen. Am Mittwoch referierte ReichZtagSabgeordncter Genofle Edmund Fischer in Zittau vor über 309 Personen. Nach den Schluß- warten de» Rezerenten wurde eine Resolution, die sich für einen Frieden ohne Annexionen ausspricht, einstimmig angenommen. Die öffentlichen Volksversammlungen im Kreise Löbau, in denen ReichStagsabgeordneler Krätzig am Sonnabend abend in Neugersdorf und am Sonntag nachmittag in Oppach über„Volk— Krieg— Frieden" sprach, gestalteten sich beide zu eindrucksvollen Kundgebungen. Die Versammlung in NeugerSdorf war von etwa 12 und die in Oppach von etwa 500 Personen besucht. Besonders zahlreich waren die Frauen erschienen, die ja unter den Beschränkungen und Entbehrungen, die der Krieg mit sich bringt, am meisten zu leiden haben.(r) Zum Verhalten BöhleS. Die Straßburger„Freie Presse" schreibt über das Vor« gehen des Straßburger Reichstagsabgeordneten: Daß Bühle seinen Namen als sozialdemokratischer Reichstags- und Landtagsabgeordneter überhaupt unter eine Kundgebung des N a t i o n a l a u« s ch u s s e S setzen konnte, wird innerhalb der sozialdemokratischen Partei einige Ver« wunderung erregen. Al« vor einigen Wochen die Genossen Dr. Südekum, Müller und F e n d r i ch al» Redner in den Versammlungen de» Nationalausschusses auftraten, wurde das von der gesamten Partei— selbst vom äußersten rechten Flügel— einmütig mißbilligt und verurteilt. Jetzt kommt ein sozialdemokratischer Abgeordneter und stellt sich schützend vor den Reichekauzler, weil er die Erörterung der Kriegs- ziele noch nicht freigiebt, trotzdem seit Monaten schon sowohl der sozialdemokratische Parteivorstand, al» auch die gesamte sozialdcmokratlsche Presse die Erörterung der Kriegsziele verlangen. Hermann Krebs gestorben. Genoffe Hermann Kreb« in Oscher»leben ist im Alter von 72 Jahren gestorben. Schon frühzeitig ist der Verstorbene für die Arbeiterbewegung tätig wesen. Für einen Geschäftsmann— Krebs war Barbier und be-irieb ein eigenes Geschäft— Ware» damals gewogt, als Sozialdemokrat bekannt zu sein. Trotz alledem hat er be° reitS in den 70er Jahren für die Sozialdemokratie gewirkt. Al« in den 90er Jahren die Aera der politischen Verfolgungen und der MajestätSbeleidigungsprozesse einsetzte, fiel Krebs einer er- bärmlichen Denunziation zum Opfer. Ihm wurde wegen einer an- geblichen Aeußerung gegen den Kaiser, die in seinem Laden gefallen sein sollte, der Prozeß wegen MajestätSbeleidiguna gemacht, der mit seiner Verurteilung zu einer längeren Freiheitsstrafe endete. Die OscherSlebener Arbeiterschaft wählte ihn im Jahre 1909 in das Stadlparlament. Da» Mandat hat er bis zum seinem Tode auS- geübt. Treu und mit Aufmerksamkeit hat Hermann Krebs für die lozialdemokratische Partei gewirkt. Ein ehrendes Andenken wird ihm die Arbeiterschaft allezeit bewahren. Mus Znöustrie und Handel. Beschlagnahme und Bestandsmeldung von Platin. Amtlich wird gemeldet: Der zunehmende Bedarf der Heeresverwaltung an Platin bat dazu geführt, daß in letzter Zeit bei einer Anzahl von Betrieben die Platinbestände durch Verfügungen der Militär- befehlshaber beschlagnahmt wurden. Die Einzelbcschlag- nahmen haben sich jedoch nicht als ausreichend erwiesen, um dem vorhandenen Bedürfnis abzuhelfen. Demgemäß wird mit Wirkung vom 1. September 1N16 eine allgemeine Beschlagnahme und BestandLerhebung von Platin aus Ersuchen des Königlichen Kriegsministeriums durch die Militärbefehlshaber bekannt gemacht, welche alle bisherigen Einzelbeschlagnahmen von Plattn aufhebt und ersetzt. Trotz der Beschlagnahme bleibt unter bestimmten Voraussetzungen die Weiterbenutzung der beschlagnahmten Gegenstände im eigenen Betriebe und die Verarbeitung auf mechanischem und jhennischem Wege gestattet. Neben der Beschlagnahme wird eine allgemeine Melde» Pflicht angeordnet. Die Meldungen sind erstmalig nach dem Stande vom 1. September 1916 zu erstatten und alle zwei Monate zu ivieder holen. Endlich besteht auck) für die Besitzer meldepflichtiger Vorräte die Verpflichtung zur Anlage und Führung eines Lagerbuches. Die näheren Bestinimungen über die verschiedenen der Beschlagnahme unterworfenen Stoffe und Gegenstände, über die Wirkung der Beschlagnahme und ihre Ausnahmen, über die Meldepflicht und Lagerbuchführung sind a»§ dem Wort» laut der Bekanntmachung ersichtlich. Da der Kreis der von dieser Bekanntmachung betroffenen Personen nicht begrenzt ist. muß jeder, der— wenn auch geringe— Vorräte an Platin und plattnhaltigcn Stoffen im Besitz hat, sich mit den Bestimmungen dieser Bekanntmachung vertraut niachen. Die Veröffentlichung erfolgt in der üblichen Weise durch Anschlag und Abdruck in den Tageszeitungen. Außerdem ist der Wortlaut der Bekanntmachung bei den Polizeibehörden einznsehen. Kalisyndikat. Der Vorstand berichtete in der Gesellschaftsversammlung de« Kalishndikat», daß der Kaliabsatz in den ersten sieben Monaleu diese» Jahre» 6 066 000 Doppelzentner Reinkali tm Werte von 193,2 Millionen Mark betrug gegen 4 164 009 Doppelzentner im Werte von 70,4 Millionen Marl tm gleichen Zeitraum de« Vor- jähre«. In den ersten sieben Monaten de» letzten FriedenSjahres 1913 wurde» 6,19 Millionen Doppelzentner, 1914 6,7 Millionen Doppelzenter Reinkali zum Versand gebracht. Der weit größte Teil de« diesjährigen Kaliabsatzes, nämlich für etwa 70 Millionen Mark, ist an die deutsche Landwirtschaft gegangen, deren Bedarf wesentlich größer war als jemals im Frieden. Wenn dieser große Bedarf bisher gedeckt werden konnte, so ist daS der günstigen Wagen- gestellung und den Anstrengungen der Kaliindustrie zu verdanken. die alle? aufgeboten hat, um daS letzte Kilo Kali dem deutschen Boden zuzuführen. Die inländischen Abrufe für die bevorstehende HerbstdungungSperiode sind sehr stark und können nur dann recht- zeitig erledigt werden, wenn die Arbeiterschwierigkeiten beseitigt»nd der Kaltindustrie genügend Gefangene zur Verfügung gestellt werden. Der Geldautgleich, welcher eS dem Kalisyndilat ermöglicht, ohne Rücksicht auf die Beteiligungen diejenigen Werke zu be- schäfligen, welche liesersähig sind und daher außerordentlich zur Verstärkung der Lieferungen an die Landwirtschaft beigetragen hat, wurde bis zum 31. Dezember 1916 verlängert. Die Gesellschaftervertommlung genehmigt« einstimmig die Auf- nähme der Bergbaugesellschaft Alicenhall m. b. H. zu Hannover und erteilte einer Reih« von Werken, welche höhere Beteiligungsziffern erhalten haben, die damit verbundenen Zuschläge zu ihren Stamm» anteilrn._ Ausbeutung der Kohleulager auf Spitzbergen. In diesen Tagen ist nach einer Meldung au« Kristiania eine Aktiengesellschaft Svalbard, Kohlengruben auf Spitzbergen, in vil» dung begriffen. Da« Kapital ist auf höchsten« B1/», mindesten» aus 8 Millionen Kronen festgesetzt worden. Die Gründer haben für 8 Millionen Kronen da» Adventbay-Kohlenfeld und südlich der Advenlbah da§ Svalbard-Kohlenfeld am Green Harbour gelaust, deren Kohlengehalt auf 400 beziehungsweise 200 Millionen Tonnen veranschlagt wird. Die jährliche Kohlenförderung wird auf 200 099 Tonnen berechnet._ Gerichtszeitung. Lerfutterung von Brotgetreide. Ter Gutsbesitzer und Gemeindeältefte Tannen berg er in Gohlis bei Meißen stand wegen Ver» fütterung von Brotgetreide an Vieh, sowie dessen beiden Tienstmägd« wegen Beihilfe und der Gohliser Ge- m e i n d ev o r st a n d wegen ungenügender Beaufsichtigung des Schrotens vor dein Amtsgericht Meißen. Schon im letzten Winter war e« unter der bäuerlichen Bewohnerschaft von Gohlis offenes Geheimnis, daß der angeklagte Gemeindeälteste?. nicht unerhebliche Getreidcmengen an sein Vieh verfüttere. Als schließlich die beiden jetzt mit ongetlag- t e n Dien st mägde Anzeige bei der Behörde erstatteten und diese an Ort und Stelle eine eingehende Untersuchung einleitete. wurde ein»mfangreicheS Belastungsmaterial zutage gefördert. ES wurde ermittelt, daß der Gemelndeälteste in jeder Woche drei bis fünf Sack Hafer vermischt mit Roggen in der Schrotmühle schrotete. Da« geschrotete Getreide wurde mit Kleie und Häcksel dann als Kraftfutter an die Pferde und da» Rindvieh verfüttert. T. machte aus dieser verbotswidrigen Verfütterung nicht einmal seinem Stall- personal gegenüber ein Geheimnis, sondern die eigenen Leute wurden beauftragt, das geschroteue mit Häcksel und Kleie ver- mischte Getreide in reichlichen Mengen zu verfüttern. Der An» geklagte T. mochte auch mit der versiegelten Schrotmühle kurzen Prozeß. Er löste einfach, ohne dem mit der Beauffichtigung des Schrotens beauftragten Gemeindevorstand zuvor Mitteilung von der Absicht des Schroten» zu machen, da» an der Schrotmühle befind- liche Siegel. Einmal hatte der Gemeindevorstand es vergessen, die Schrotmühle de» Angeklagten T. nach beendetem Schroten wieder zu versiegeln. Diese» Versehen de» Gemeindevorstandes machte sich T. schleunigst zunutze, indem er gleich zwei Tag« hinterein- ander Hafer und Roggen schrotete. Der Gemeinde vor st and gab seine Unachtsamkeit bin- sichtlich der Beaufsichtigung des Schrotens zu, er wurde zu 1 0 M. Geldstrafe verurteilt. Der Hauptangeklagte leugnete stand- hast, wurde aber überführt und wegen unerlaubten Schrotens, Ver- fütterns von Brotgetreide und Siegelbruch» zu insgesamt ein- tausend Mark Geldstrafe, seine beiden Dien st mägde wegen Mittäterschaft zu je 8 Mark Geldstrafe verurteilt. Ein? völlige Freisprechung der Ticnstmäghe, die sich in einer Zwangslage zu befinden glaubten, und eine erhebliche Gefängnisstrafe neben der Geldstrafe gegen den Gutsbesitzer hätten dem RechtSgefühl noch mehr entsprochen. Delikatcßwurst. Die Höchstpreise für Wurst werden öfters von Gewerbelreibende übers-britten, indem sie sogenannte„Delikateßwurst", die sie von außerhalb bezogen haben, zu höheren Preisen verkaufen, obne Rucksicht darauf, ob dies« Wurst Tauerware vorstellt oder nicht. Die Magistratsverordnung vom 29. März 1916, die den Verkehr mit auswärtiger Wurst regelt, verlangt jedoch u. a. ausdrücklich, daß diese Wurst, soll sie nicht unter die Höchstpreise fallen, nicht nur plombiert, sondern vor allem auch Dauerware sein muß. Das beißt also, die von auswärts bezogene Wurst darf nickt nur leicht angeräuchert sein, um sich einige Wochen hatten zu können, sendern sie muß derart hergestellt sein, daß sie lange Zeit aufbewahrt werden kann. Wegen Außerachtlassung dieses Punktes war die Frau Elwin« Winkler, die Inhaberin eine» Aufschnitt- geschäfte», zu 1990 Mark Geldstrafe vom Schöffengericht Berlin- Mitte verurteilt worden. Sie hatte leicht ange- räucherte„Pommersche Zungenwurst", also keine Dauerware, zu 3.89 M. das Pfund verkauft, wäbrend für derartige Ware der Höch't- jKei| von 2�50 M. maßgebend gewesen wäre. Aus iljre eingelegte Berufung hin ermäßigte jetzt die I. Ferienstrafkammer des Landgerichts I das Strafmaß auf 450 Mark Geldstrafe, weil der Agent, der ihr die fragliche Wurst als Delikateßwurst ver- kauft, erklärt hatte, sie falle nicht unter die Höchstpreise und das Gericht deshalb nur einen fahrlässigen Verstoß als vorliegend an- nahm. Im übrigen betonte es jedoch, daß es von jetzt an sehr energisch gegen diesen„Unfug" vorgehen werde. Mus aller Welt. 300 Pfund Butter gehamstert. Als großartiger Butterhamstcr entpuppte sich, wie der„West- deutschen Volkszeitung" berichtet wird, der Arzt Dr. E i ch h o l z in Altena(Westfalen). Auf eine Anzeige hin nahm die Polizei dott eine Haussuchung vor und stellte fest, daß sich im Besitz des Dr. E. etwa dreihundert Pfund Butter befanden. Außerdem war er noch im Besitz einer Butter- und Fettkarte, die er sich trotz der überreichen Versorgung nicht hatte sperren lassen. Die festgestellte Buttermenge mußte für Dr. E. und seine Familie länger als drei Jahre reichen. Dr. E. hat, wie das genannte Blatt von der Polizeiverwaltung erfährt, die Buttermenge aus Ostfries- land bezogen. 200 Pfund sind bereits von der Polizei beschlagnahmt und der Allgemeinheit verkauft worden. Tie Frage, wer hamstert? ist nicht schwer zu beantworten, denn wer sich 300 Pfund hinlegen kann, der muß auch das nötige Geld dazu haben. Aufklärung eines schweren Verbrechens. Am 11. Januar d. I. wurde in E l b i n g die Materialwarenhändlerin Hedwig Kling, während ihr Mann im Felde stand, in ihrem Bett ermordet auf- gefunden. Ihr 11 Monate altes Kind lag unversehrt neben ihr. Von dem Mörder fehlte jede Spur. Die Ermittelungen eines Ber- liner Kriminalkommissars haben jedoch nach und nach den Haus- Wirt der Ermordeten, den Bäckermeister Artur B ä h r, so schwer belastet, daß er verhaftet wurde. Die Unter- suchung ist jetzt abgeschlossen. Der Verdacht gegen Bähr ist so stark, daß gegen ihn die Anklage wegen Mordes erhoben wurde. Zu der Hauptverhandlung sind viele Zeugen und Sachverständige geladen. Eine schreckliche Licbestragödie hat sich in Dresden zuge- tragen. Der 18 Jahre alte Monteur Willy Drechsler aus Mülau warf sich zusammen mit der erst 14jährigen Olga Martha Ottischer auf der Marienbrücke vor einen Eisenbahn- uig. Drechsler war sofort tot, ihm wurde der Kopf vom Rumpf getrennt. Das junge Mädchen, das schwere Verletzungen an Kopf und Füßen davontrug, dürfte kaum mit dem Leben davonkommen. Die Eltern hatten ein Liebesverhältnis zwischen beiden nicht dulden wollen. Daraufbin waren sie aus Zwickau geflohen und verübten dann die unselige Tat. Großer Waldbrand in Kanada. Französische Blätter enthalten die Nachricht von einem großen Waldbrand im nördlichen Teil von O n t a r i o. Im Hudsondistrikt sollen 20 Pächter umge- kommen sein. Ein in Casey gelegenes Bergwerk sei mit allen Einrichtungen zerstört, andere Bergwerke seien bedroht. Die ge- waltige Feuersbrunst mache sich durch die Rauchentwickelung noch in dem 200 Meilen entfernten Ottawa bemerkbar. öriefkasten öer Reöaktion. Die laristifche Svrechswnde sindel füc Abonnenten Lindenftr. 8, IT. Hos recht-, varterre. am Montag bis Freitag von t bis 7 Uor, am Sonnabend von ö bis 6 Uhr statt. Jeder für den B r t e f l a.L!istich-!iate-K»rk!:,» Fnedrichslr. 81, SÄ,| Sprchst. 12-2,'Ißj-'lß, Sonntags S 11-2. 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Weitere Küchen in den anderen Stadtteilen folgen in kurzer Zeit. Die Ausgabe der Teit nehmerkarten erfolgt bei den zuständigen Bcotkommissionen, und zwar vor. läufig nur für die Bewohner der zu diesen gehörigen Straßen. Aus nachstehender Zusammenstellung ergibt sich, wo die Teilnehmerkarten zu baben und die Speisen zu entnehmen sind i Kartenausgabestelle (Brotkommifsion) Speisenausgabcstelle Levetzowstr. 25, Laden (Kommission 39). Turmstr. 75 (Kommission 145). Markthalle X, am Arminiusplatz, (Ausgabestelle 45.) Siemensstr. 20 (Kommission 144). Bremer Str. 13—17 (Kommission 14ö). Waldenserstr. 20—21 (Kommission 140). Rostocker Str. 32 (Kommission 141). Rostocker Str. 32 (Kommission 142). Wiclesstr. 53/54 (Kommission 143). Markthalle X, am Arminiusplatz, (Ausgabestelle 46.) 216./222. Gemeindeschule, Rostocker Straße 32, Turnhalle aus dem 1. Hos. (Ausgabestelle 47.) Quitzowstr. 115 (Kommission 147). Stephanstr. 2 (Kommission 148). Stephanstr. 3 (Kommission 150). 160./l88. Gemeindeschule, Stephan straße 3, Turnhalle aus dem 1. Hos. (Ausgabestelle 48.) Gerhardstr. 4/5 (Kommission 136). Alt-Moabit 23 (Kommission 137). Turmstr. 86 (Kommission 149). 31. Gemeindeschule, Alt-Moabit 23 Turnhalle aus dem 1. Hos. (Ausgabestelle 49) Bochumer Str. 8 (Kommission 135). Bochumer Str. 8 (Kommission 138). Kronprinzen-IIfer 18 (Kommission 134). Der westliche Teil der Brotkom- Mission 134 einschließlich Spree weg und Paulslrnße gehört zu neben- stehender Ausgabestelle, der östliche Teil bis zur Sommerslraße zur Aus- gabestcllc Albrechtstr. 20. XIII. Realschule, Schleswiger User 14, Turnhalle aus dem i. Hos. (Ausgabestelle 50.) Lüttichcr Str. 47/48 (Komuiission 156). Lüttichcr Str. 8 (Kommission 157). Müllerstr. 48 (Kommission 158). Schöningstr. 17 (Kommission 159). 19./166. Gemeindcschulc, Ruheplatz- straße 6/7, Turnhalle aus.dem 1. Hos. (Ausgabestelle 25.) 86./141. Gemeindeschule, Turnhalle aus dem 1. Hos. (Ausgabestelle 26.) Wer nicht weiß, wo sich die Gcschästsstclle seiner Brotkommission be- findet, erfährt dies bei seinem Hauswirt oder Hausverwalter. Die Aus- gäbe der Speisen erfolgt täglich(auch Sonntags) von �IL—-/zü Uhr. Gs werden ganze� Portionen zu 40 Ps. und halbe Portionen zu 20 Pf. aus- gegeben. Die Teilnadme kann nur wochenweise, beginnend am Montag, slaltsinden, jedoch ist zulässig, die Teilncdmcrkarten für mehrere Wochen zu- lammen zu cntnebmen. Wer teilzunebmen wünscht, hat sich bei der sür seine Wohnung zuständigen Brotkommission in der Zeit von Montag bis Donnerstag der der Tcilnahmewoche vorhergehenden Woche, also zum ersten Male in der Zeit vom 28. bis 31. August, während der GeschästSstunden der Brotkommission zu melden und die sür die Teilnahmewochen geltenden Fleischkarten und Kartoffelkalten vorzulegen. B e�r l i n, den 18. August 1916. Waglstrat der Königllche» Kaiipt- und Residenzstadt. 752 V. Lpeis. I. 16. Tr. Reicke. Bekanntmachung. Städtische volksspeifung. Um zu vermeiden, daß sür Teilnehmer, die Sonntags mit Rücksicht aus AuSslüge oder aus anderen Gründen nicht zur Empsanguahme des Essens erscheinen, unnötig gekocht wird, wird vom I. September ab Sonn- tags bei der«Lpciscnausgabe nur noch berücksichtigt, wer am Freitag bereits für Sonntag vorausbezahlt hat. Die Vorausbezahlung erfolgt geges Aushändigung von besonderen Kontrollblechmarken, die nur Sonn- tags eingelöst werden. Die Ausgabe der neuen Kontrollblechmarken erfolgt erstmalig am Freitag, den 1. September 1916, in den Ausgabestellen der Zentralküchen, Berlin, den 18. August 1916. Uagjsirat der Königlichen Kaupt- und ResidenzSadt. 85 V. Speis. 1. 16. Dr. R e i ck e. Sie sparen Geld! laufen aber geschwind und kaufen„Herkules�-Soblen für Mann, Frau und Kind. „KerkuSes" irnpr. Leder- u. Gummi-Sohlen gelangen heute ru nachstehenden Preisen zum Verkauf: saerrensohlen von...... M. 2»00 an Damensohlen von...... M. 1,50 an Kindersohlen von...... 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Bedingung bleibt aber nach wie vor, daß der Teil- nehmer in Berlin wohnhast ist. Berlin, den 24. August 1916. Magistrat der Kölliglicheu Kanpt- und Kestdenzstadt. 720 V. Speis. 1. 16. Dr. Reicke. Ziehung 5. September Tlliiter Lotterie 1720 Gewinne!. Gesamtwerte von 41800 Tilsiter Lose zu 1 Mk.(Porto u. Liste 30 � extra) Lud. Müller& Co. iÄJM Wirklich brauchbare Ersatz- Ztr. 38.—, llt 10.50, lO-Pfd.-Eimer 5 M. Kristeller, Berlin W 64, Bülowstr. 80. Ohne Brotkarte! Schmierseife. ■ nwiiwmtfJiiMiiBiiiiiwiMiii iwwrin Todes-Anzeigen| Zentralverein fler Biliauer Deutsciilanils. Verwaltung Berlin. Am Freitag, den 25, August, verstarb nach langem Leiden im Alter von 57 Jahren unser treues Mitglied, der Holzbildhauer Osknr Henkel. Beerdigung Dienstag, den 29. d. Uli., nachmittags 4 Uhr, aus dem Zentral-Kriedhos in Fried- richSselde. Sein Andenken ehrt 20/5 Die Verwaltung. U seloem 29. Gelmrtstag! AIS Opfer des Weltkrieges starb am 20. November an seinen schweren Wunden im Feldlazarett mein lieber Bräutigam, der Schütze Gustav Fröhlich Jns,-Rgt, 205, 1. Komp. In schmerzlicher Erinnerung .Agnes Kühn als Braut. Magst Du auch in fremder Erde zur Ruh gebettet sein, Du wirst in meinem Herzen niemals vergessen sein. ßlO? Am Donnerstag, den 24, August, morgens 5 Uhr, verschied mein lieber Mann, unser Vater, Schwiegervater und Großvater Ulbert Bauer im 66. Jahre. Im Namen der Trauernden Nkinna Bauer geb. Schmcling, Potsdamer Str. 26h, Tie Beerdigung findet Montag, nachmittags ßst, Uhr, aus dem Zentral-Friedhos in Friedrichs- sclde statt. 1152b Als Opfer dieses schrecklichen Krieges fiel am 10. August 1916 mein lieber, guter Mann und treu- sorgender Vater, der Landsturm- mann Karl Glasemauii (Rcs.-Jns.-Reg. 3) im 37. Lebensjahre. 135A Die trauernden Hinterbliebenen Martha Glasemann nebst Kindern u. Angehörigen. Lieber Papa schlaf in Ruh', unsere Liebe deckt Dich zu! HrnlEr-Vereiii„Vorwärts". AIS Opfer des� Völkerringens fiel unser lieber Sportgcnosse Alfred Heinrich. Wir werden ihm ein dauerndes Andenken bewahren. 1151b Der Torstand. Am Freitag, den 25, d. Mts., früh VI, Uhr, entschlief nach langem Leiden mein innig- geliebter Mann, unser guter Bruder, Schwager, Schwieger- sahn und Onkel, der Holzbild- Hauer 80A Oskar Benkel im 58, Lebensjahr, Dies zeigt tiesbetrübt an im Namen der Hinterbliebenen Mathilde Henkel geb. Jagielski. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 29. August, nach- mittags 4 Uhr. von der Leichen- balle des Zentral-Friedhoscs, FriedrichSselde, aus statt. Als Opfer des Weltkrieges fiel am 18. August 1916 durch Kops- schuß unser innigaeliebter Sohn, lieber Bruder, Schwager und Onkel, der Buchdrucker Friedrich Krause Grenadicr-Regt. 3. In tiefster Trauer Hermann Krause u. Familie, Lychcner Str. 133. 135A Als Opfer des Weltkrieges starb den Heldentod am 22. Juli 1916 unser� lieber Neffe und Vetter, mein lieber Bruder, der Schütze Rklwil Stimniing Res.-Jns.-Regt. 11, Masch.-Gew.- Komp. im noch nicht vollendeten zwei- undzwanzigsten Lebensjahre. In ticser Trauer Familie Johannis Bartsch. Gustav Stimniing als Bruder 42A Berlin, im August 1916. Tristftr. 57. Ruhe sanst in fremder Erde. Slm 24. d. M. starb nach langem Leiden mein lieber Mann und meiner Kinder treusorgenderVater, welches tiesbetrübl zur Anzeige bringt 137A Frau üipie Wz Ä. Die Beerdigung findet am Montag, den 28. August, nach- mittags 3'/. Uhr, aus dem Sc- bastian-Kirchhos in Reinickendorf, Humboldtstr, 71. statt, 137A Als Opfer des Weltkrieges fiel am 19. August unser lieber Genosse �.dolf Bolke im 38. Lebensjahre. Wir werden unser« treuen Genossen ein ehrendes Andenken bewahren. 1140b Bie Genossen des 432. Wahlbezirks, 41. Abt. d.4. Berl. Reichstags-Wehlkreises. Arbeiter-Samariterliund Kolonne Wilhelmsruh u. Umg. Am 10. August starb im La- zarett unser Mitglied Ulbert hahn, Wir werden sein Andenken in Ehren halten. UDd vemDilteD Berufe senifÄ Beund). Berlin, Gewerkschaftshaus, Engelufer 15, Zimmer No. 67—68. Telephon: Amt Morilzplalz 6189====== Den Mitgliedern geben wir bekannt, daß unsere Filiale wiederum eh harter Schlag getroffen hat. Unser langjähriges Mit- glied, der Kollege 100/6 j Max Sehneidereit ist plötzlich und unerwartet, nachdem er am 5, August durch Granat- Iplilter am rechten Oberschenkel verwundet wurde, am 22. August im I Reiervclazarelt Aachen verstorben. Ein fast unersetzlicher Verlust. Als unermüdlicher. Kämpfer sür unsere Sache stellte er seine Person zur Verfügung, In der Verwaltung und Zentralkommisston, zuletzt als Vertreter im Hauplvorsland, verstand er es, die Jniercffen der Chcmigraphcn zu vertreten, Auch mit dem Ehrenamt als Delegierter wurde er betraut. Ueberall finden wir ihn, zielbewußt seinen Standpunkt zu s vertreten. Wir verlieren in ihm einen wahren Freund und Kollegen, möge ihm die Erde leicht werden, sein Andenken wird in steter Er- innerung bleiben. Die Leiche ist nach hier überführt und findet die Beerdigung am Dienstag, den 29. August, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Friedhofes in Stahnsdorf bei Klem-Machnow aus statt. Wir erwarten eine recht starke Beteiligung. Die Verwaltung. Die Züge Verkehren ab Potsdamer Bahnhos stets 31 Min. nach I jeder vollen Stande bis Wannsee, dort umsteigen nach Stahnsdorf. Im MMeii ittret uns Dem MMmM gMenen@enoM Am 12. Juli 1916 fiel aus dem Schlachtseide unser Genosse, der Lederarbeiter 206/18 Georg B�aumann Boeckhstr. 46, 7. Abt., 131a. Bezirk. Am 16. August 1916 fiel aus dem Schlachtselde unser Genosse Mnikeim Kuffel Urbanstr. 70, Bezirk 129. Sozlaldemokr. Wahlverein f. d. 2. Berliner Reichstagswahlkr. Am 14. August 1916 starb an seinen schweren Verwundungen im Feldlazarett Genosse Hugo IC�üger Buchbinder, V 141. Bezirk. Sozlaldemokr. Wahlverein f. d. 3. Berliner Reichstagswahlkr. Am 15. Just fiel im Aller von 36 Jahren der Arbeiter kaH Fischer Falckensteinstr. 12, Bezirk 193. Am 1. August siel im Alter von 37 Jahren der Tischler UViikekm Schulz Adalbertstr. 88, Bezirk 149. Am 19. August siel im Alter von 38 Jahren unser BczirkSsührer Schlosser Adolf Bölke Elbtnger Str. 45, Bezirk 432. In Sibirien starb am 13. November 1915 im Alter von 82 Fahren der Zimmerer Wilhelm Zimmermann NichtHosenstr. 34, Bezirk 279 II. 215/15 Sozlaldemokr. Wahlverein f. d. 4. Berliner Reichstagswahlkr. der Am 13. August fiel unser früherer Bezirkssührer Friedrich Heidemann (35 Jahre alt) Liesenstr. 10, 10, Abt.,' Bezirk 650. Am 12. August siel der 23jährige Schlosser KHred Heinrich Swinemündcr Str. 55, 8. Abt., Bezirk 602. Am 3. August verstarb im Lazarett der 40jShrige Tischler Georg Effluher vornemann str. 5, 17. Abt., Bezirk 825. Durch Brustschuß fiel am 19, Juli der Maurer FrHz Bochow (87 Fahre all) Graunstr, 30/8. Abt., Bez. 597. Sozlaldemokr. Wahlverein f. d. 6. Berl. Reichstagswahlkr. Im Felde fiel bei einem Sturmangriff der Arbeiter Faul Franizke 238/20 Mainzer Str, 12, 23, Bezirk. Sozialdemokratischer Wahlvereln Neukölln. Am 8, August fiel durch Kopfschuß im Aller von 22 Jahren unser Genosse, der Dreher Georg Wilke. 286/5 Sozialdemokratischer Wahlverein Spandau. Im Felde verstorben, 11 Tage nach gehabtem Urlaub, ist unser Genosse tUhert Lahn. 245/10 Sozlaldemokr. Wahtv. Niederbarnim. Bez. Reinickendorf-Ost. Am 8. August 1916 starb infolge seiner schweren Verwundung im Feldlazarett der Genosse Niilhelm Rohrheck 245/11 (29 Jahre alt) Wacholderstr. 39, 5. Gruppe. Soziald, Wahlverein Niederbarnim. Bez. Reinickendorf-West. Zum ä». Geburtstage meinem geliebten Gatten, unscrm neben Papa, dem Landsturmmann �emdold Lorenz gefallen am 19. Mai 1916. Mein lieber Mann ruh sanst in Frieden, Du meine Welt, der Kinder Glück. Zu früh bist Du von uns geschieden, Und ließest uns allem zurück. Jedoch knüpft sich ein ewig Band Fest zwischen mir und Dir, Und ob Du ruhst im fremden Land, Im Herzen bleibst Du mir, Drum bitt' ich den Wind und die Sonne, Wenn der Weg übers Grab sie sührt, Grüßt mir meinen teuren Neinhold, Dem all' meine Liebe gehört. 150A Deine Hanne. Am 24. August starb nach I I kurzem Krankenlager meine ge-[ | lieble Frau, unsere liebe Mutter Berta Frankel geb. Beetz im Aller von 43 Jahren, 149A Die Beerdigung findet am Montag, den 28, August, nach- mittags 4'/, Uhr, vom städtischen Friedhof, Frledrichssclde, statt, Die trauernden Hinterbliebenen Max Pranke nebst vier Kindern Stvgkfied lüartbtt Erna ldax. Simon-Dach-Straße 9. Als Opfer des furchtbaren Weltkrieges verschied in einem Feld- lazarett am 19. Juli 1916 an seinen schweren Verwundungen mein lieber guter unvergeßlicher Mann, Bruder, Schwager, Onkel, Freund und Kollege, der Land- sturmmann � Artur Naujoks Jns.-Regt. Nr. 128, im 40. Lebensjahre. 13731 Im tiefsten Schmerz Naujoks geb. Plaschke, Kopenhagener Str. 36. Geschwister Plaschke. Familie Glöckner. Familie Schiilich. Mein stilles Glück, nun schlummerst Du in fremdem Erdenzrundc, Mein einzig Lieb, Du hast die Ruh' Und nie mir heilt die Wunde. Ruhe sanst in fremder Erdel Nachruf,> Am 23. August verstarb unser Kollege, der Maschinenarbeiter. frühere Schmied 137A Valentin Tuttyka. Wir verlieren in ihm einen treuen, ausrichtigen, jederzeit opicrwilligen, Kollegen, Sein Andenken werden wir in Ehren halten. Die Kollegen der Firma � Ii. iSchvvartzkopfr, Scheringslr., Sctzmaschineubau, Abteilung Hartmann-Haase, SozIaUemokradschcrWalilyBreliil I. d. 1. fierl. Reictistagswalilkreis. Den Mitgliedern die traurige! Nachricht, däjz unser Genosse, der! GastwirtSgehilse mm Wendi nach längeren Leiden am2t,SIugusl im Lllter von 3S Jahren vcr> starben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 28, d, M,, nach» mittags 4 Uhr, von der Leichen- Halle des Neuen Eovhien-Fricd- hoscs, Frcicnivaldcr Strafie(Ge- sundbrunncns ans statt, Um zahlreiche Beteiligung ersucht 204i6 Ter Vorstand SozlaldemckratlscliErWalilyErElül I. d. 4. BefI. ReielistagswalilkFeis. GSrlitzer Viertel. Bezirk 149. Den Mitgliedern zur Nachricht, dah unser Genosse vr. Willi Pleßner Adawcrtstr, 5, gestorben ist. Ehre seinem Andenke» Z Die Beerdigung findet heute Sonntag, den 27, August, nach- mittags 4 Uhr, von der Halle des Jüdischen FrtedhoseS m Wcißcnsce aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet, Lira lauer Viertel. Bezirk 299, Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Holz- bilohaucr Oskar Henkel AndreaSstr. 11, gestorben ist. Ehre seinem Andenken: Die Beerdigung findet am Dienstag, den 29. August, nach- mittags 4 Uhr, von der Halle des Zentral-syrtedhoseS w Friedrichs- felde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 215/14 Dcp Vorstund. SozlaldEinokratiscberWahlyBrein| Li 4. BefI. ReiclislagswablkFEis. Stralauer Viertel. Bez. 306. Den Mitgliedern zur Nachricht, dafi unser Genosse, der Brauer Ernst Liebig Müncheberger Str. 9 gestorben ist. Ehre seinem Andenke»: Die Beerdigung findet am Dienstag, den 29. August, nach- mittags Slls Uhr, von der Leichen- halle des Zcntral-Friedhoses in I FriedrichSscldc auS statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Porsland. SozialdEtnokFalisohEFWalilVEFeln L d. 6. BefI. Reictistagswalilkreis. 17. Abt. 200. Am Donnerstag, den 24. August, verstarb unser Genosse, der Schmied Valentin Tüctyka (Kolberger Str. 31). Ehre seinem Andenke»: Die Beerdigung findet am Montag, den 28. August, nach- mittags 3'/, Uhr, von der Leichen. Halle des Sebastian-Kirchhofes, Rcintckendors.Humboldtstr. 71, aus statt. Um rege vetetligung ersucht Ter Vorstand. ............... SozlaldeniükrallsctierWalilvEFEio I. d. 8. BefI. Reictistagswalilkreis. It. Abt. Bez. 635. Am Donnerstag, den 24. Aug.. oerstarb im Garnisonlazarett 1 unser Genofie und stüherer Ab- tcilunaSsührcr» der Schuhmacher (histav Walter Tieckslrafie 16. Ehre seinem Andenke»: Die Beerdigung findet am Nomag, den 28. August, nach- mittags 3 Uhr, von der Leichen- Halle de» Garntsonkirchhojes in der Müllerslrage aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 228/3 Ter Vorstand. Zentralyerliaiid deFSclrnliinacliEF Deytscblands. Ortsverwaltung Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Schoß- arbciter 169/10 Gustav Walter im Alter von 46 Jahren am Donnerstag, den 24. August, im Garnisonlazarett hierselbst ver- storbcn ist. Wir werden dem verstorbenen Kollegen und langjährigen Mit- gliede unseres Verbandes ein ehrendes Andenken bewahren. Die Beerdigung findet am Montag, den 28, August, nach. mittags 3 Uhr, aus dem Garnison- Kirchhos, Müllerstraße 32. statt. Ole Ortsverwaltung. Oeulscb. Metallarbeiter-Verband Orfsverwaltuns: Berlin. Dem Andenken unserer im Felde gefallenen Kollegen. B�aEiaieP, Schraubendreher, geb. 23. 2. 89, Berlin. l-iihnel, Schlosse?, geb. 3. 11. 87, Brostau. FHedpich&l@idemann9 Arbeiter, geb. 28. 11. 80, Neumark. Aifrsd Heinpich, Schlosse?, geb. 1. 11. 92, Berlin. SCarB Heinrich, Drehe?, geb. 21. 4. 83, Bunzlau. �Ifped HSSzenbecher, Arbeite?, geb. 20. 4. 91, Schimmelwih. Epnst BCaping, schlösse?, geb. 12. 2. 92, Papenbruch. Hans ICoPn, Maschinenbauer, geb. 22. 1. 96, Berlin. Hepmann ICcppen, Drehe?, geb. 22. 9. 95, Gramzow. Alfred äCreis, Gürtler, geb. 30. 12. 88, Berlin. Ariisr �Barkscheffel, Schlosse?, geb. 15. 4. 93, Rummelsburg. Emil ülleichin,@a?iie?, geb. 27. 4. 00, Grünau. Richard BlffieBchin, Arbeite?, geb. 26. 11. 92, Grünau. Hugo Arbeiter, geb. 1. 2. 81, Polenzhos. Albept RiuiBep. Arbeit«?. geb. 14. 7. 94, Hahndorfi Bruno ftfluiler, Arbeite?, geb. 18. 8. 95, Friedrichsbcrg. Fritz Pudel, Mechaniker. geb. 22. 2. 95, Berlin. Friedrich Säelmann, Arbeite?, geb. 2. 11. 87, Berlin. Richard Stimming, Schlosser, geb. 19. 11. 94, Berlin. Ernst Schönnagel, Rohrleger, geb. 18. 6. 79, Ohra. Willi Weber, Zlsel-.?, geb. 8. 11. 82, Berlin. Martin Wirth, Maschinenarbeiter, geb. 15. 4. 95, Berlin. Ehre ihrem Andenken! 121/so Die Ortsverwaltnng. fcFchoF RelDickeDdOFf-öst. Nachruf. Als weiteres Opser im Welt- kriege verstarb im KriegSIazarett unser langjähriger, treuer Sanges- bruder Albert Lahn tat Aller von 43 Jahren. Stumm schlSft der Sängerl 59/3 Ter Vorstand. SchwiDimyeFelii„VoFWärts" Berlin 1897. Den Mitgliedern die traurig« Nachricht, dah unser lieber Schwimmgenofse Medsri! Stimming Abt. Gertchtftrahe ein Opser der Schlacht geworden ist. Ehre seine» ll»de»ke«: 1157b Ber Torstand. Bezirk Grost-Berli». 7/16 Folgende Kollege« sind im Felde gefalle»: Karl Franz, Frsseknische?. Paul Frantzke, Geschästsdiene?. Karl Glasemann, Industriearbeiter. Artur Grabs, Geschästsdiene?. Otto Henschel, Straßenbahuer Alfred Kraatz, Packe?. Hugo Kröger, Geschsftsdiener. Artur Laube, Brauereiarbeiter. Johannes Lippert, Bierfah?«?. Gustav Manzke, Industriearbeiter. Friedrich Nitz, Bierfahre?. Otto Reinke, Lagerarbeiter. Ernst Schmidt, Kellerarbeiter. Hermann Thinius, Möbelträger. Hermann Törber, Arbeitskutscher. Ehre ihrem Zl»denke»! Ble Beslrksleitans* 9/10 irbeiter-Radfahrer-Bund „Solidarität"(otsm« Berlin), Im Felde gefallen sind folgende BnadeSgenoffe«: Im Mai 1916: Wilhelm FerroM,».»bte«»»«. Am 25. Juni 1916: Walier Rassner,««1-«.»«. Im Juli 1916: Raul Limmer, s Abteil»»«. Ehre ihrem Andenken! Der Toretand. Deutscher Buchbinder-Verband. Zahlstelle Berlin. SM wettere Opser des Weltkrieges verloren wir nachstehende Kollegen: Arno Fischer,«»chbinde?. geb. 5. 12. 1881 in Weimar. Max Dysarz, Buchbwde-. geb. 4. 6. 1889 in Demmim Fritz Last,»»«binfcer, geb. 29. 9. 1894 fn Berlin. Robert Etzel,«uchbim.«*. geb. 4. 1. 1896 in Fürth. Oskar Angermann, Buchbwb-«. geb. 11. 3. 1895 in Berlin. Bruno Loramatsch, Buchbinder, geb. 18. 9. 1882 in Priestewitz. Erich Kriebel, Buchbinder. geb. 14. 9. 1884 in Echmiedeberg. Albert Gregor,«arto»»agen.Zuschueiber, geb. 9. 8. 1879 in Berlin. Willi SieCk, Kartonarbeiter, geb. 18. 11. 1894 in Berlin. Otto Görlitz, Buchbinder, geb. 22. 5. 1882 in Kottbu«. Wilhelm Calderaro,«»»»«»»«. geb. 10. 8. 1880 in Berlin. Gustav Müller,«tuiSarb-iter, geb. 4. 2. 1877 in Spandau, Hans Gambs, Buchbinder, geb. 3. 3. 1880 in Berlin. Theophil Szezepankiewicz,«»chbinde?. geb. 26. 4. 1888 in Schorn. Bernhardt Friese, Presse». geb. 28. 1. 1888 in Schönsee. Hans Metzke,«tnisarbeite». geb. 22. 8. 1891 in Berlin. Wir werden allen ein ehrendes Andenken bewahre«! 24/9 Die Ortsverwaltnng. -AUi Filiale Grofi-Berlln. Den Mitgliedern zur Nachricht, datz solgende Kollegen aus dem Schlachtseide gesallen sind: Karl Kätel, Ltratzenretntgung. Johann Klemp, Sasanstall G-tiqwer Straße. Karl Minkowski, 5. 3u»i/z Uhr, in der Neuen Philharmonie eine Versammlung, in der der sozialdemokratische Reichslagsabgeordnete Dr. David über„Krieg und Frieden" sprechen wird..Eingeladen hierzu sind", wie es auf der Elntrillskarle heitzt,.alle Genossen, welche im all- gemeinen auf dem Boden der Politik der Fraklionsmehrheit stehen, und im besonderen gegen die Parteizertrümmerung wirken wollen." Es bedarf Wohl kaum der Erklärung, datz keine der dem Verbände sozialdemokratischer Wahlvereine Grotz-Berlins an- geschlossene Organisafion mit dieser Veranstaltung etwas zu tun hat. Es sei aber festgestellt, datz eine Akfion gegen „Parteizertrümmerung" unternommen wird von Leuten, die selbst, unter Nichtachtung aller organisatorischen und demo- krafischen Grundsätze, der gegebenen Berliner Parteiorgani- sation den Rücken kehren und diese bewutzt und systemafisch bekämpfen. �us Groß-öerlin. Die Durchführung üer Einheitsschule in Serlin. Auch in der deutschen Volksschullehrerschaft wird seit langem die Einheitsschule gefordert, die jedem Tüchfigen freie Bahn schaffen soll. Ist die Hoffnung berechtigt, datz nach dem zer- störenden Wüten des Krieges die aufbauende Arbeit des Friedens uns die Lösung auch dieser Aufgabe bringen wird? Datz im Hinblick auf den Krieg und seine Folgen die Lösung notivendiger als je sei, betonte im Berliner Lehrer- verein der Gcmcindeschullehrer a. D. JohannesTews in einem Vortrag über„Die Durchführung der Einheitsschule in Berlin". Geplant ist noch nichts Dcrarttges in Berlin, nur um eine mahnende Kundgebung der Berliner Lehrerschaft handelt eS sich. Von einem richtunggebenden Beispiel der Stadt Berlin, die das größte kommunale Schulwesen hat. erwartet Tews besonderen Eindruck. Seine Kritik Unterrichts auf den unteren Stufen die höheren Schulen so umzu- gestalten, datz der Uebertritt aus derGemcindeschule bis zum voll- endeten 6. Schuljahr möglich ist; die von der Stadt Berlin ge- planten Mädchenmittclschulen als dreistufige Anstalten auf dem 6. Jahrgang der Gemeindeschule aufzubauen und für die Mittelschülerinnen einen Weg zur Hochschule und in die höheren Fachschulen zu schaffen. Für besonders begabte Kinder, die erst mit dem Ende der Schulpflicht oder später zum Besuch einer höheren Schule sich entschließen, wird die Errichtung einer höheren Schule, die in 4—5 Jahren bis zur Reife- Prüfung fördert, empfohlen. Auch in den weiterführenden allgemeinen Bildungsanstalten und der Unterricht für alle entsprechend kräftigen grundsätzlich unentgeltlich bemittelten durch Unterstützungen leichtern. Der Verkehrsstadtrat. Berliner Gememdebehörden in den Fachschulen ist Begabten und Willens- zu erteilen und Un' der Lebensunterhalt zu er- Der Oberpräsident kürzlich beschlossene hat die von den statutarische Aende Seine Kritik deS bestehenden Schub systems zeigte, wie wenig es dem Gedanken entspricht, datz Erstmälig'kSn�n' die" Spe7sunM°rt-n"7°ch dem nZn Ve7fähr-n rung der Berliner Städleordnung. bestehend in der Schaffung einer neuen Siadlraisstelle für das Verkehrswesen und die Festsetzung des Gehalts für die neue Stelle von jährlich SSOO— 13öo(6 1 (Goldmundsiück) Willkommensie Liebesgabe! Prels.'N r 3� 4 s e 6 iq 4 5 0 ö 10 12 Pf.dSKkk elnscnließlich Kriegsaufschlaa Damen Schnflrsflefe! mft modernen Stoff- u. Led relnsSlien, hochelegante Ausführung, extra hoher Schah. Lackbesatz. M Halbschuhe: Damen- Chromleder-Spangenschuhe............ M Damen-Chevreau-Sdmürschuhe mit Lackkappe......... M 21 F0 3,90 14,50 Kinderstiefel: Dox-Sdmürsflefel... 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