Nr. 89. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements Prets für Berlin: Viertelfährlich 3,30 Mart, monats lich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags- Nummer mit dem ,, Sonntags: Blatt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Unter Kreuzband: Für Deutschland u.Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Eingetragen tn der Post- Zeitungs- Preisliste für 1891 unter Nr. 6469. Vorwärts 8. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder beren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 8 bis 7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 6, Nr. 4106. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Beuth- Straße 2. Die Schule im Dienste des Mammon. Als im vorigen Winter der Ruf erging, die Schule Freitag, den 17. April 1891. Expedition: Beuth- Straße 3. Aeußere Machtmittel erweisen sich stets als unzulänglich nannte". Ja, Namens Freiheit"*). Wir würden das gegen die Ideen und Geistesrichtungen großer Massen. So für einen Druckfehler halten, jedoch von ähnlichen Fehlern" war es stets, so wird es bleiben, auch jetzt in dem großen und noch viel gröberen wimmelt es in dem Rüstzeug". Kampf gegen den modernen Sozialismus." Man sieht, dem Verfasser ist es ernst mit der Ja, das ganze Rüstzeug" besteht aus solchen Fehlern. Verabschieden wir uns von diesem Hans Schnock jolle mobil gemacht werden zum Kampf wider die Sozial- geistigen Bekämpfung. Durch streng geistige Waffen, Wir bedauern zwar das Seminar, an dem er thätig ist, Demokratie, Da erinnerten wir an die klassische Antwort, nicht durch äußere Machtmittel sollen wir indirekt getödtet danken ihm aber von Herzen, daß er den Kampf der „ Unsere Pflicht ist es, dem Sozialismus für die Zukunft Schule gegen die Sozialdemokratie so den Boden zu entziehen durch einen gründlichen und ziel- prachtvoll ad absurdum geführt hat. Wir sind ihm nicht böse. bewußten Unterricht, namentlich aber durch eine echt christliche Erziehung, welche unentwegt darauf abzielt, die bestehende Weltordnung als einen Regierungsatt des allweisen Gottes und als eine Naturnothwendigkeit erkennen zu lassen, und welche vor Erbauung der ersten Eisenbahn in Europa der große englische Ingenieur Stephenson einem flugmeierlichen Lord gab, der ihm die Gefahren eines Zusammenstoßes des Trains mit einer verirrten Ruh hatte nachweisen wollen: Allerdings fehr gefährlich für die Kuh! Schule! Und allerdings sehr gefährlich für die fügten wir hinzu. Und wir haben recht gehabt. Jeder Versuch übereifriger Lehramts- Streber, die Schule zur geistigen Bekämpfung" der Sozialdemokratie zu mißbrauchen, fiel elend ins Wasser und kompromittirte nicht blos den betreffenden Streber, sondern auch die Schule. werden. friedenheit mit dem befchiedenen 2oose in die Herzen Politische tebersicht. berjenigen zu tragen, welche so leicht an die verführerische Angel der Sozialisten zu beißen geneigt sind." Nun die meisten dieser Wortfügungen sind schon alte Bekannte aus der Zeit der preußischen Schulregulative. Doch stoßen wir uns nicht hieran. Gründlicher und zielbewußter Unterricht" ist jedenfalls nicht zu verachten. Der Mißerfolg war so vollständig und so beschämend, Worin soll er bestehen? In" gründlicher Kenntniß der daß man bald zu der Ueberzeugung fam, von einer Volkswirthschaft und der Staat- und Gesellschaftbildenden direkten„ Bekämpfung" der Sozialdemokratie in der Faktoren". Auch gut. Und der Verfasser versichert uns Schule tönne die Rede nicht sein Die Sozialdemokratie weiter, daß er seit Jahren mit dem Studium der Boltsmüsse indirekt todtgeschlagen werden. Aber wie? wirthschaftslehre sich beschäftigt habe" und gewissermaßen Das war bis vor einigen Tagen das Geheimniß der weisen ein nationalökonomisches Licht sei, das leider bisher unter Männer, die sich das hohe Ziel der Staats- und Gesell- dem Scheffel gestanden. schaftsrettung gesteckt hatten. und zwar Löwe " Berlin, 16. April. In seiner heutigen Sigung beschäftigte der Reichstag sich mit der Kinderarbeit. Der einschlägige§ 135 lautet in der Kommissionsfassung: Kinder unter dreizehn Jahren dürfen in Fabriken nicht beschäftigt werden. Kinder über dreizehn Jahre dürfen in Fabriten nur beschäftigt werden, wenn sie nicht mehr zum Besuche der Volksschule verpflichtet find. Die Beschäftigung von Kindern unter vierzehn Jahren darf die Dauer von sechs Stunden täglich nicht überschreiten. Junge Leute zwischen vierzehn und sechszehn Jahren dürfen in Fabriken nicht länger als zehn Stunden täglich beschäftigt werden. Meister Die Sozialdemokraten beantragen Ausdehnung des Jetzt endlich ist das Geheimniß enthüllt Der sozialdemokratische Antrag wurde von Meister, So weit so gut. Er könnte fast aussehen wie ein Jugendschutzes bis zum Alter von 18 Jahren. in einer bicken, 212 Seiten starten, in 2500 Exemplaren echter Löwe, der dem Sozialismus echte und scharfe Zähne Stolle und Grillenberger begründet und von den zu weisen hat da wirft unser Hans Schnock plötzlich Fortschrittlern Wöllmer, Mar Hirsch sowie dem abezogenen Broschüre, betitelt: Des Lehrers Rüstzeug im Kampfe der die Löwenhaut ab, verbeugt sich freundlich vor uns: wilden" Ex- Volksparteiler von Münch unterſtüßt,- von Schule gegen die Sozialdemokratie. Allen Vaterlands-" Fürchten Sie sich nicht, ich bin ja kein wirklicher den Nationalliberalen Tröltsch( Groß- Industrieller) und Möller( dito), sowie den Regierungskommissaren Dr. ich bin der biedere Hans Schnock freunden gewidmet von I. I. Sachse, erſtem Seminar- nein J. J. Sachse, und damit Ihnen nicht Angst wird Königs und Landmann( letzterer für Bayern) zu lehrer. Leipzig, Mar Hesse's Verlag, 1891." " Des Lehrers Rüstzeug" ein recht hübscher Titel. vor meinem Rüstzeug", will ich Ihnen verrathen, woraus Gunsten der Kommissionsfassung bekämpft. legte in längeren Ausführungen die schweren Nachtheile der Kinderarbeit dar, zeigte, wie die ganze Arbeitergeneration Und im Vorwort ist der Verfasser auch recht vernünftig: es besteht.( S. IV d. Vorworts.): Nationalökonomie" von Contzen 2. Band;" Geschichte der jetzt zu Grunde geht und wie der Staat, wenn er der AusBolkswirthschaftlichen Literatur" von demselben; Ansichten der beutung der Kinder- Arbeitskraft kein Ziel sett, seine eigenen Volkswirthschaft aus dem geschichtlichen Standpunkt" von Roscher;" Geschichte der Gesellschaft" von Roßbach;„ Die Grundlagen gefährdet. Die Herren, die jetzt gegen die BeUnvereinbarkeit des sozialistischen Zukunftsstaats mit der schränkung der Kinderarbeit cifern, sollten doch einmal ihre menschlichen Natur", von Schäfer;" Der Sozialismus", von eigenen Kinder in die Fabriken schicken- da würden sie Cathrein; Allgemeine Grundlagen der Nationalökonomie", schon merken, wie nothwendig der Jugendschutz sei. Die von Costa- Rossetti;„ Die ersten Glemente der Wirthschaftslehre", Abgeordneten Stolle und Grillenberger hatten von Luigi Costa; Kleines Handbuch der Nationalökonomie", hauptsächlich die Auslassungen der beiden Regierungskom missare zu fritisiren, von denen der preußische( Herr Dr. von Maurice Block." Das gesammte Rüstzeug" Königs) die Annahme des sozialdemokratischen Antrags für ชิน „ Es erscheint nothwendig, von vornherein Verwahrung da gegen einzulegen als empfehle ich, die Schule zum Tummelplatz der Klassenverheßung gegen die um die politische und wirthschaftliche Gleichberechtigung ringenden Arbeiter" zu machen. Nein, was wir zu thun wünschen und zu thun empfehlen, muß rein objektiv, ohne jede Be ziehung auf die sozialdemokratische Partei geschehen und darf dem Schüler durchaus nicht als eine beabsichtigte Gegenwirtung gegen die Bestrebungen der Umsturzparteien erscheinen." " Matulatur! Also wir sollen getödtet werden, ohne daß wir es Und diesem Rüstzeug" entspricht das Wissen", unmöglich, und höchstens in ferner Zukunft möglich" er cine Lobrede auf die bayerischen Bartikularverhältnisse hielt merken,„ rein objektiv" und ohne jede Beziehung" auf welches auf 212 Seiten wie Kraut und Rüben daliegt klärte, während der bayerische Kommissar Landmanu uns was freilich einen Herenmeister erheischt. Auch und uns angähnt. Den vaterlandslosen Mary" verzeihen später noch( S. 5) ist der Verfasser recht vernünftig. Er wir gern, um des Herzogs von Orleans willen, der sich und sich hinter das bayerische Schulgesetz verschanzte. Die citoyen Egalité, d. h. Bürger Namens Freiheit sagt da: Feuilleton. Nachdruck verboten.] ( 38 Die Falkner von St. Vigil. Roman aus der Zeit der bayerischen Herrschaft in Tirol " *) Egalité heißt Gleichheit. Es hätte ihn stärken sollen, daß Ambros sein damaliges St. Martin von seinem Bruder mit der Stasi Larseit hat Versprechen nicht gehalten und sich auf der Mühle nicht trauen lassen?" Die Wirkung dieser Mittheilung auf die Hörer zeigte hatte blicken lassen; allein es hatte ihn unterwühlt, zerwühlt und sie wußte bereits, daß er am Allerseelentage mit Stafi sich zunächst in deren Schweigen und ein Paar Sekunden auf dem Kirchhofe gewesen war. Wenn sie frei gewesen, lang vernahm man nichts als das Bischen der großen Säge als sie ihn kennen gelernt, so wäre es nie zum Bruche in dem Werkraum und das Brausen, mit dem das Wasser zwischen ihnen gekommen. Wie anders dann alles! Die auf das Triebrad fiel. Afra hatte den Kopf tief auf ihre Nähterei gesenkt, um ihr Erblassen zu verbergen, und Jerg seine Rette flirrte an ihren Händen. Ihr Mann lachte gutmüthig über ihre Stichelei, die kleinen dunklen Augen durchdringend, fast durchbohrend auf von Robert Gd, weichel Schon fältete sie süßlich Vefa gerichtet. Der alte Arigaya strich topfschüttelnd über Vefa feuerroth vor Zorn machte. Der Müller, der mit seinen Holzrechnungen beschäftigt den Mund zu einer giftigen Entgegnung, als Jerg aus dem ein vor ihm ausgebreitetes Papier, dessen Zahlen er geprüft war, schaute etwas verwundert auf. Afra aber, die ihm Werkraum in die Stube kam und, statt die Bosheit der hatte. nähend gegenüber am Tische saß, fragte mit spöttischer Umzäunung ihrer Zähne zu entlassen, flötete fic: Da ist der Jerg; der kann es Euch eben so gut Theilnahme, ob ihr eine Partie, die sie schon am Bändel zu haben vermeint, plötzlich in das Wasser gefallen sagen wie ich. Er ist gewiß dabei gewesen, ist er doch dem Ambros sein bester Freund." wäre? darüber. Und das soll kein Unglück sein?" seufzte Veva, " Je nun, für den Klosterbauer mag es wohl eins sein," nahm der Alte jetzt das Wort. Ob auch für den Ambros? Der hätte schlechter fahren können." " Freilich, freilich, selbiges hab' ich meinem Bruder Vefa warf der schönen Müllerin, deren Wangen nicht Afra fühlte einen Stich im Herzen; sie nahm hastig mehr so rosig wie sonst blühten, einen bösen Blick zu und die Arbeit, welche sie bei Besa's Eintritt hatte auf auch" gesagt," log Vefa und blickte dabei Jerg bedeutungsfagte spit: Ihr habet freilich Euren Spaß daran, wenn den Schooß finken lassen, wieder auf und beugte den Kopf voll an. Aber Ihr wisset, die Stasi ist bent Klosterbauer dem viel zu gering und er ist darüber ganz aus dem Häuschen, anderen Leuten das Herz bricht." Jerg schaute die Anwesenden fragend an und erkundigte auch gegen den armen Hannes, der sie heimlich getraut " Wem bricht's denn?" fragte der Alte trocken, und seine Frau sagte: Aber, Mann, merkst Du denn nicht, daß es sich, wovon die Rede wäre und wobei ex zugegen gewesen hat. Fuchswild ist der Klosterbauer auf ihn. Verwünscht und verflucht hat er ihn vor meinen hörenden Dhren, daß ber Jungfer ihr's ist? Mich wundert's, daß Du noch ein sein sollte? Stücklein davon ganz gelassen haft." Nein, wie diese Mannsleute sich verstellen können," mir die knie vor Schreck gezittert haben, ihn und den Der Scherz tam mit einer auffallenden Herbigkeit über rief Befa.„ Gestchet's doch nur, denn zu ändern ist es doch Ambroz auch. Ja auch den Ambros, obgleich er sein Herzihre Lippen. Wohl wußte sie, daß ihr Mann nie daran nicht mehr," und lustig genug wird's auf der Hochzeit in blättchen ist." gedacht hatte, Befa zu seiner Frau zu machen; allein seit St. Martin schon zugegangen sein." ihrer letzten Begegnung mit Ambros auf der Fahrt nach" Schwatz Du dem Teufel ein Ohr ab," rief Jerg grob. Zwischenwasser war wiederholt der Wunsch in ihr auf" Da soll Einer daraus flug werden!" getaucht, daß irgend eine Andere an ihrer Stelle wäre. Ver Also auch vor Euch hat er es geheim gehalten?" fragte geblicher Stolz, mit dem sie sich gegen ihr Herz wehrte! Vefa.„ Und Ihr wißt nicht, daß der Ambros sich in " Afra schrie laut auf und ließ ihre Arbeit fallen. " Na, na, es wird nichts so heiß gegessen, als es ges focht wird," beschwichtigte ihr Mann. Jerg, der mit einem nachdenklichen Gesichte dage standen, wobei er sein spizes Kinn mit der einen Hand WORGO Abfertigung, welche Grillenberger dem bayerischen Kom- leine Stunde lang zur Begründung des sozialdemokratischen sich trotz ihrer ungeheuren Anstrengungen mit der britten missar zu Theil werden ließ, veranlaßte eine besondere Dis- Antrags, und fesselte bis zu Ende die Aufmerksamkeit des Stelle begnügen, sie haben nicht einmal ihre Stimmenzahl kussion, an der sich auch Bebel betheiligte. Einige Seiten- Hauses. Einige Unterbrechungsversuche aus den Reihen der bei der Kartellwahl von 1887( 3798) erreicht, es fehlen hiebe, die auf König Stumm" fielen, entlockten diesem fapitalistischen Mehrheit wurden von dem Redner schnell ihnen dazu nicht weniger als 1429 Stimmen, demnach eine mehr grobe, als geistreiche persönliche Bemerkung". und kräftig erstickt, der seine Siebe unparteiisch unter die mehr als bie Hälfte ihrer jezigen Stimmen. Eine recht nützliche Indiskretion" des Freiherrn Gegner vertheilte. Betreffs der Ausführungen Grillenberger's Unsere Partei hat auch zirka 900 Stimmen von Münch, der auf die Autorität des Kollegen" verweisen wir auf den heutigen Reichstagsbericht. verloren, weniger freilich als Bismard. Dies ist eben leicht Bayer hin von einem württembergischen Fabrifinspektor Nach seiner Rede wurde die Debatte auf morgen 11 Uhr erklärlich, da unsererseits bei aller Hervorkehrung des ( von Diefenbach) sagte, derselbe sei deshalb entlassen worden, vertagt. prinzipiellen Standpunktes mit der Front gegen Bismarc veil er seine Berichte zu sehr im Sinne der Arbeiter abagitirt wurde, und so auf Grund unserer Agitation viele gefaßt habe, gab schließlich noch zu einer recht unkollegialischen Im 19. Hannoverschen Wahlkreise hat gestern für andere Gegenkandidaten des Reichskanzlers gestimmt Auseinandersegung Anlaß. die Wahl stattgefunden. Jedes Intereffe tritt zurück, hinter haben. Wir kommen morgen noch ausführlich auf den Bei der Abstimmung erhoben sich für den sozialdemo- dem, ob Bismarck gewählt würde oder nicht, und das merkwürdigen Wahlkampf und sein Ergebniß zurück. fratischen Antrag außer den Sozialdemokraten nur die Resultat ist niederschmetternd für den ehemaligen ReichsFortschrittler und Volksparteiler, und wurde der Paragraph tanzler. Nicht nur darin, daß die Majorität bes Die weiteren Presstimmen über da3 Romplott in der Kommissionsfassung mit allen gegen die Stimmen der Wahlkreises sich gegen Bismard ausgesprochen gegen die deutsche Arbeiterklasse besprechen Sozialdemokraten angenommen. hat, liegt das Bemerkenswerthe der Wahl, sondern vor wir Raummangels wegen erst in unserer morgigen Der folgende Paragraph( 136) lautet in der Kommissions- allem auch darin, daß er nicht einmal so viele Stimmen Nummer. faffung: auf sich vereinigen konnte, wie sein Vorgänger, der ,, Die Religion ist Privatsache" sagen die SozialDie Arbeitsstunden der jugendlichen Arbeiter(§ 185) nationalliberale Gebhardt. Nach den bisher bekannten dürfen nicht vor 5½ Uhr Morgens beginnen und nicht über Resultaten aus 88 Orten des 95 Ortschaften zählenden demokraten, und werden deshalb von den Religiofitäts8½/ Uhr Abends dauern. Zwischen den Arbeitsstunden müssen Wahlkreises hat Bismard erst 6995 Stimmen erhalten, Bächtern der verschiedenen Konkurrenz Gesellschaften mit an jedem Arbeitstage regelmäßige Pausen gewährt werden. welche Zahl sich sicher nicht viel mehr über 7000 steigern Pfäffischem Fanatismus als Religionsfeinde weidlich ausFür jugendliche Arbeiter, welche nur sechs Stunden wird, während am 20. Febr. v. J. Gebhardt 8086 Stimmen geschimpft. Für gewisse Kreise gilt freilich ein anderer täglich beschäftigt werden, muß die Pause mindestens eine halbe erhielt! Berblichen ist der Glanz des Namens Bismarck Programmsah:" Die Religion ist Staats sa che". Wenn Stunde betragen. Den übrigen jugendlichen Arbeitern muß mindestens Mittags eine einstündige, sowie Vormittags und und Trauer wird herrschen in Friedrichsruhe, Trauer und 3. B. eine protestantische Prinzessin einen griechisch- kathoNachmittags je eine halbstündige Pause gewährt werden. sve bine, Enttäuschung, schrieben doch die Hamburger Nach- lischen Prinzen heirathet, so ist es Regel, daß sie ihre Während der Pausen darf den jugendlichen Arbeitern richten" heute morgen nach Einlaufen der ersten Wahl- Religion der Staatsraison opfert und griechisch- katholisch eine Beschäftigung in dem Fabrikbetriebe überhaupt nicht und nachrichten:" Nationalliberalerseits( übrigens ein prächtiges wird, wie das eine preußische Prinzessin, die Kronder Aufenthalt in den Arbeitsräumen nur dann gestattet Wort!) hofft man auf einen Sieg des Fürsten im ersten prinzessin von Griechenland, jetzt zu thun im Begriff steht. werden, wenn in denselben diejenigen Theile des Betriebes, in Wahlgange." Warum sind die Herren, die unseren Programmsat so welchen jugendliche Arbeiter beschäftigt sind, für die Zeit der Baufen völlig eingestellt werden, oder wenn der Aufenthalt werden! Freilich erst in einer Stichwahl und aus Gnade wird gebeten. Fürst Bismard wird aber doch Reichstags- Abgeordneter heftig angreifen, hier mäuschen still? Um Antwort im Freien nicht thunlich und andere geeignete Aufenthaltsräume seiner geschworensten persönlichen Feinde, der Welfen und ohne unverhältnißmäßige Schwierigkeiten nicht beschafft werden Freifinnigen. Als er zum letzten Male ein Reichstagsmandat die neueste Schrift des Altmeisters Friedrich Engels, bie " In Sachen Brentano contra Marg" betitelt sich An Sonn- und Festtagen, sowie während der von dem erhielt, war es auch in einer Stichwahl und zwar durch Hilfe soeben in Otto Meißner's Verlag in Hamburg erschienen ordentlichen Seelsorger für den Katechumenen- und Konfirman- der Sozialdemokraten! Und dies Schicksal bereitet ihm das ist. Die 75 Seiten starke Schrift widerlegt in glänzender, den, Beicht und Kommunionunterricht bestimmten Stunden undankbare Volk, dem er als der Größte aller Deutschen der selbst den Gegner durch aktenmäßige Nachweise überführendürfen jugendliche Arbeiter nicht beschäftigt werden. Gegenwart", als Gründer alles Großen, dessen wir uns der Darstellung, daß Brentano's Vorwurf gegen Mary, daß jetzt erfreuen und worauf wir stolz find", von den national- er falsch zitire, durchaus unhaltbar sei und sich als eine liberalen Agitatoren empfohlen wurde. ebenso leichtfertige als hartnäckig aufrecht erhaltene BerNächst Bismarck find die Nationalliberalen die leumdung erweist. Sobald der Raum unferes Blattes es blamirten. Im Jahre 1887 hatte ihr Kandidat gestattet, werden wir ausführlich auf die hochinteressante 11 269, im Jahre 1890 8086 und jetzt kaum viel mehr Schrift unseres jugendfrischen Veteranen zurückkommen. über 7000 Stimmen; während sie früher oft in der ersten Wahl den Kreis eroberten, müssen sie jetzt angeblich unnatür Der österreichische Reichsrath hat heute seine erste liche Bündnisse eingehen, um ihn zu gewinnen. Wir sagen geschäftliche Sigung abgehalten und sein ältestes Mitglied, angeblich unnatürliche Bündnisse, denn in Wirk- der merkwürdigerweise schon im Jahre 1848/49 dem öfterlichkeit sehen die Freisinnigen und Welfen im Fürsten Bis- reichischen Reichstage präsidirte, den früher sehr radikalen, Ferner liegt ein Antrag des Fortschrittlers Uhlen- mard einen viel richtigeren Vertreter ihrer Grundsäge als iezt sehr gemäßigten Polen Smolta fast einstimmig zum dorf vor, die Arbeitsstunden der jugendlichen Arbeiter in unserem Kandidaten, und es ist recht so! Diese Stich- Präsidenten gewählt. Der Abgeordnete Bernerstorfer nicht über 8½½ Uhr Abends dauern, und, mit Ausnahme der wahl wird so recht deutlich beweisen, daß all' das Ge- hat die erste Sitzung benutzt, um einen Antrag betreffend Arbeiter in Ziegeleien, nicht vor 5½ Uhr Morgens beginnen schimpfe der bürgerlichen Parteien auf einander nicht Ernst die Aufhebung der Ausnahmeverordnungen zu lassen. zu nehmen ist, daß sie gegen nns eine geschlossene für die Gerichtssprengel Wien, Korneu Nach einigen kurzen Bemerkungen Uhlendorfs, der Partei, eine reaktionäre Masse sind; daran burg und Wienerneustadt einzubringen. feinen Antrag begründete und dabei von dem Konservativen werden die von Berlin ausgehenden Befehle aus dem frei find begierig, ob es diesem Musterparlamente gelingen wird, Hartmann unterstützt ward, und nach einer finnigen Hauptquartier nichts ändern. Bie 1887 und 1890, längeren Begründung des sozialdemokratischen Antrages so werden auch jetzt alle freisinnigen Slimmen mit verburch Wurm, wurde, unter Ablehnung der zwei geschwindenden Ausnahmen unseren Gegnern zufallen. nannten Anträge, der Paragraph in der Kommissionsfaffung Unter den am Schlusse unserer ersten Beilage abge angenommen. druckten Telegrammen dürfte sich wohl das Schlußresultat Der Reichstag kam nun zur Frage des Normal- finden. Jetzt, wo wir dies niederschreiben, liegt folgendes Arbeitstages, der von den Sozialdemokraten in Ge- Resultat vor: stalt nachstehenden Paragraphen gefordert wird: tönnen. Die Sozialdemokraten haben hierzu beantragt: a) Jm Absatz 1 statt 51/2 zu sehen:" 6", statt 81/ a 7". b) In dem 8. Absatz hinter Festtagen einzuschalten des Nachts" und hinter jugendliche Arbeiter einzuschalten ,, und junge Leute unter 18 Jahren". c) Dem Absatz 3 folgenden Sah hinzuzufügen: Insofern jugendliche Arbeiter zum Besuch der Fortbildungsschulen, deren Unterricht in die Arbeitszeit fällt, verpflichtet sind, ist ihnen die hierfür nöthige Beit zu ge währen." § 186a. In Gewerbebetrieben, welche unter dies Gesetz fallen, darf die Arbeitszeit für alle über vierzehn Jahre alten Arbeiter vom Tage des Inkrafttretens dieses Gesetzes an höchstens zehn Stunden betragen. Bom 1. Januar 1894 an wird die höchst zulässige Arbeitsherabgesetzt. zeit auf täglich neun, vom 1. Januar 1898 an auf acht Stunden Wahlergebniß aus allen bis auf 3 Wahlbezirken: Fürst Bismarck 6998, Adloff 2375, von Plate 2945, Schmalfeld 3861 Stimmen. Die amlliche Bekanntmachung des Wahlresultats findet am nächsten Sonntag statt. Eine Stichwahl bleibt erforderlich. Wir diesen Antrag durch 6 Jahre zu verschleppen. Weiter ist bemerkenswerth der Antrag des Abg. Bärnreither betreffend ein Gesetz über die eingeschriebenen ilfs tassen, bas denselben sehr weitgehende Rechte einräumen soll. Beide Anträge lagen schon dem früheren Reichsrathe jahrelang vor, tamen aber nie zur Diskussion. Ein akademischer Verein in Prag ist wegen einer Zustimmungskundgebung an die streikenden Arbeiter aufgelöst worden. Das wäre ihm kaum passirt, wenn er für die Unternehmer und die Polizei eine Resolution gefaßt hätte. ,, Rüften um die Wette oder den Krieg", sei die Alternative, schreibt das hochoffiziöse Organ des Wiener auswärtigen Amtes, des Pester Lloyd", aus Anlaß der russischen Truppen Verschiebungen das Rüsten um die Wette, als das billigere. Es scheinen daher in Desterreich und als Folge wohl auch in Deutschland neue Forderungen für die Armee in Aussicht zu stehen, während das Volk überall den Frieden und die Abschaffung der stehenden Heere will. Bum besseren Verständniß erinnern wir daran, daß bei der letzten Wahl im Februar 1890 für den nationalliberalen Kandidaten abgegeben wurden im ersten Wahlgang Bei Arbeiten unter Tag( in Bergwerken, Salinen 2c.) oder 8086 Stimmen, für den freisinnigen Kandidaten Hänel 1798, in Betrieben, in denen ununterbrochen Tag und Nachtarbeit für den Kandidaten der Deutschhannoveraner v. Plate 2332 an die österreichische Grenze und entscheidet sich dann für stattfindet, darf die tägliche Arbeitsschicht acht Stunden nicht und für den Sozialdemokraten 4888. Bei der Stichwahl überschreiten; bei Arbeiten unter Tag ist hierbei die Zeitdauer der Gin- und Ausfahrt in die Arbeitszeit einzu- siegte alsdann der Nationalliberale mit 13 722 gegen 6255 Stimmen. Die Zahl der Wahlberechtigten im Kreise Kürzere Arbeitsschichten sind der freien Verabredung beider betrug im Februar 1890 29 494. vertragschließenden Theile überlassen. Die Freisinnigen haben demnach an Stimmen in dem Troz der weit vorgerückten Tageszeit es ist 4 Uhr, alten Wahlkreise Bennigsens zugenommen. Die Freisinnigen und 5 Stunden Arbeit ist für den Reichstag schon mehr sollen aber den Mund nicht allzuvoll nehmen, denn sie Der schweizerische Nationalrath hat mit als ein Normalarbeitstag sprach Grillenberger haben den Wahlkreis schon einmal vertreten und müssen 98 gegen 33 Stimmen den neuen Artikel der Bundesrechnen. umfaßt hielt, ging, ohne ein Wort zu verlieren, in den sehen, ob es nicht bald Essenszeit wäre, oder der Vater nach der das Gaderthal barg, verschwand, für Ambros und Mühlraum zurück. Hause käme. Gewiß, sie träumte nur. Aber da legte Stafi waren die Abende nicht zu lang. Dann saßen sie an Gott geb's," seufzte Beva. Aber mein Bruder ist Ambros seinen Arm um sie und zog sie an seine Brust. dem Ofen, in welchen noch einmal Holz nachgelegt war, wie der Ambros: was sich ihm nicht biegen will, zerbricht Sie war wirklich seine kleine Frau; fie gehörte ihm und Ambros mit der Pfeife im Munde und Staft mit ihrem er. So wüthig hab' ich ihn in meinem Leben noch nicht er gehörte ihr für das ganze Leben. Aller Kummer, alle Spinnrade, plauderten und flüsterten, liebkosten und neckten gefehen. Er hätte keine Söhne mehr, und ich sollte ihm Angst, alle Herzenskämpfe ihres kurzen Brautstandes gingen sich. Das Feuer praffelte und knallte dazu, das Spinnrad stillschweigen, schrie er. Und verübeln fann ich's ihm nicht. in dem einen großen Glück auf, und es war für fie fein schnurrte, die Wanduhr tickte, und David murmelte seinen Wenn ich denke, was der Ambros ihm für eine angesehene geringer Theil desselben, daß sie ihr liebes Heim nicht auf- Rosenkranz oder schnarchte. Zuweilen las er auch mit Söhnerin hätte in's Haus führen können und wirft sich zugeben und Ambros in neue Verhältnisse zu folgen brauchte, monotoner Stimme aus einem Buche vor, das er von dem so weg!" die sie anfangs sicherlich verwirrt und geängstigt haben Schullehrer entlichen hatte, oder Ambros sang lustige GeErstes Kapitel. " Oho, Jungfer Befa," versetzte der Müller unwillig, was würden und in denen sie ihren Ambros nicht so ganz hätte stanzeln und Liebeslieder. das Wegwerfen betrifft, da wollen wir halt nicht untersuchen, besigen können, wie sie ihn hier ihr eigen nannte. Der Am ersten Sonntage nach der Hochzeit erhielt das wer sich weggeworfen hat. Nichts für ungut, Jungfer Fluß ihres Lebens hatte keine Unterbrechung, keinen glückliche Paar den Besuch von Lisei und Wolf. Lisei Vefa. Sturz erfahren; nur voller und tiefer und immer tiefer machte ein sehr ernstes Gesicht; sie wußte durch ihren Diese bewegte sich tampflustig auf ihrem Size. Afra glitt er dahin. Bräutigam, dem Ambros die Besorgung des verhängnißvollen hatte den Kopf in die Hand gestützt und regte sich nicht. Die Novemberſtürme brausten durch die Bergwälder Briefes anvertraut hatte, was in St. Martin geschehen war. Ein Blick auf sie, die ja auch ein armes Mädchen gewesen, und der Schnee deckte das Thal zu. Um so traulicher Wie konnte sie dem jungen Paare Glück wünschen, da sie führte es Befa zu Gemüth, daß sie besser thäte, zu wurde es in dem Häuschen unterhalb des Lärchenwaldes. Beugin der Wuth gewesen, in die der Vater durch die Nachschweigen. Ja, ja, ja," seufzte sie und stand auf, um fort Staft schaltete und waltete in gewohnter Weise fort, allein richt von dessen Verheirathung versetzt worden war? Sie augehen. der Mittelpunkt ihrer ganzen Thätigkeit war ihr Mann". zürnte dem Bruder und mehr noch Stasi, daß sie in ihrem Nur der Müller dankte ihrem Gruß. Die junge Frau Nur für ihn sorgte sie; es ihm bequem und behaglich zu Leichtsinn die Schiffe hinter sich verbrannt hatten. An dieser achtete ihrer nicht, noch regte sie sich. machen, ihm an den Augen abzusehen, wie und was er gern Thatsache war freilich nichts mehr zu ändern, aber Lisei liebte hätte, nur daran dachte sie. Ambros freilich griff vielfach ihren Bruder zu sehr und war zu ehrlich, um störend in die Ordnung ein, indem er seine eigene Beschäftigung dem Paare eine heitere Miene zu zeigen. Sie mußte Stasi fühlte, daß sie Stafi tonnte es noch immer nicht recht fassen, daß sie unterbrach, um nachzusehen, was seine Frau thäte, mit ihr zu ihm seinen Leichtsinn vorhalten. war roth und ver= wirklich Ambros' Frau war. Sie mochte sich den Ehren- scherzen und zu tollen. Selbst am Kochheerde war sie vor vor ihrem Richter stand; sie tag, der ihr Madchenleben beendete, wohl anders aus seinen Ueberfällen nicht sicher und manches Gericht Plenten- legen und wagte nicht, Lisei anzusehen. Ambros aber sprang der Schwester jubelnd entgegen, umfaßte sie und tanzte mit gemalt haben, als er sich wirklich gestaltet hatte, während sie Stupfer*) verdarb durch seine Schuld. Ihr rother Mund dünkte ihn süßer und würziger als der sich Sträubenden in der Stube umher. Als sie endlich fachte an ihrer Aussteuer gearbeitet. Denn mit dieser hatte es ja teine Eile gehabt, und voraussichtlich hätte noch viel sein Leibgericht. Sie trieben es wie die Kinder, und ihre dazu kam, von dem furchtbaren Born des Vaters zu er Beit verfließen müssen, bevor der Klosterbauer willfährig glücklichen Gesichter, ihr das ganze Haus erfüllendes Scherzen zählen, meinte Ambros mit großer Gemüthsruhe, daß er gestimmt war. Nun war sie plöglich wie von einem Wirbel und Lachen exquickten das alte Herz Davids wie Sonnen- von dem Briefe auch keine andere Wirkung erwartet hätte; Sturm vor den Altar gerissen worden; feine Brautkrone mit schein im Mai. Wie nett war es, wenn Ambros aus Stall es wäre gut; um so schneller würde der Vater sich austoben flatternden Bändern hatte ihr Haupt geschmückt, keine Braut- und Scheune in die warme Wohnstube kam und sich seinem und wieder schön Wetter werden. Sorglos fragte er, was jungfern ihr das Geleit gegeben, feine Böllerschüsse dem hübschen Weibchen gegenüber an den Tisch setzte. Am dem Vater auch anderes übrig bliebe, als sich mit seiner heimathlichen Thale ihre Ehren verkündet. Und ihre ganze hübschesten aber waren die langen Abende. Obgleich die Verheirathung auszuföhnen? Er hätte doch nur den einen Umgebung war die alt gewohnte; in diesem Stübchen, zwischen Sonne jetzt schon bald nach drei Uhr hinter dem Waldrücken, Ambros zum Sohne und Erben. Seine Zuversicht be schwichtigte auch Lisei, und sie ging hin und füßte Stasi, diesen Schemeln, Tischen, Kästen hatte sich ihr ganzes bisPlenten Stupfer sind rasch in Schmalz gebackene Klöße die sich noch immer beklommen zurückhielt. heriges Leben abgesponnen, nach der alten Wanduhr neben ( Fortsetzung folgt.) = dem Ofen hatten schon ihre Kinderaugen geschaut, um zu von Buchweizen. " verfaffung angenommen, welcher bestimmt, daß dem Bunde Licht der neuen Partei" in einem Artikel:" Nationalismus| wieder aus und jetzt herrschen wieder die alten Zustände, nur daß von Extravergütung für die Mehrarbeit nicht gewährt wird. das Banknotenmonopol zustehe. Der Bund wird das und Politik: Recht zur Ausgabe von Banknoten einer Bank übertragen, Unsere Bewegung ist nicht die des Proletariats, sondern Die Brauburschen verlangen jetzt eine Vergütung von 50 Pf. über deren Organisation( ob Staatsbank oder Privatbant für das Proletariat. Die sozialistische und die Arbeiter Be- pro Stunde der Mehrarbeit, wogegen die Direktion einen Ertrawegung ist eine proletarifche; und an der fast unsichtbaren lohn von 2 M. an Sonntagen, unabhängig von der Dauer der auf Aktien) das Gesetz das Nähere bestimmen wird. Eine Grenzlinie werden so Viele schwankend und in die unrechte Arbeitszeit, anbietet. Letzteres lehnen die Brauer mit Recht ab, Rechtsverbindlichkeit zur Annahme von Banknoten kann Richtung getrieben. Warum das? Weil der Proletarier nie- da sie fürchten, daß in diesem Falle die Arbeitszeit bis spät in mur in Nothlagen und bei Kriegszeiten ausgesprochen mals die Sache recht machen kann. Weil das Volt jeden Ver- die Nacht ausgedehnt wird und sie auf diese Weise um jede werden. such des Proletariats als das betrachtet was es leider nur Ruhepause kommen würden. Bei dieser Gelegenheit wurden zu oft ist: ein Bemühen, die Gesellschaft eine Stufe hinabzu auch andere Beschwerden zur Sprache gebracht, so daß es den fegen. Nationalismus aber ist das Tagesgespräch; sein Ziel, Brauern verboten ist, ihren Naturalbezug von 7 Litern] Bier pro Tag außerhalb der Brauerei zu trinken und daß, um dieses die Gesellschaft auf immer höhere Stufe zu erheben 2c. 2c." Berbot wirksam zu machen, eine genaue Visitation aller das Etablissement verlassenden Personen stattfindet. Brüssel, 15. April. Die„ Chronique" meldet, heute habe Es gilt als sicher, daß die französische Re gierung noch vor dem Auguft aus der Kammer heraus aufgefordert werden wird, eine Vorlage betreffend AbIn diesen Ausführungen wird der Grundfehler des fchaffung der Getreidezölle einzubringen, und zwar zu Nationalismus" klar zu Tage gelegt: Der Dilettantisderselben Zeit, wo der Deutsche Reichstag sich mit der mu 3 der Bewegung, die sich dagegen sträubt, auf den Frage des Getreidezolles zu beschäftigen haben wird. Vor Boden des Klassenkampfs zu treten und die Arbeiter von sich ein Syndikat der Kohlengruben- Besitzer zum Zwecke der Abftehende Meldung des Depeschenbureaus„ Herold" dürfte oben herab, durch wohlmeinende, philanthropische Mit- wehr unberechtigter Forderungen der Arbeiter gebildet. faum ganz den Thatsachen entsprechen, denn die Frage der glieder der herrschenden Klasse glücklich machen will, ohne Abschaffung der Getreidezölle wird den Deutschen Reichstag daß die Arbeiter selbst handelnd auf die Bühne treten. An in dieser Sigungsepoche kaum mehr beschäftigen, weil erst sich ist dies ebenso verkehrt, wie der deutsche Polizeibei der für Ende des Jahres zu gewärtigenden Vorlage Sozialismus, der ebenfalls von oben herab beglücken will. der Handelsverträge wird diese Frage neuerdings zur Dis- Da aber ein kräftiger sozialistischer Kern, wenn auch zum Tussion gestellt werden. die Boziale Mebersicht. Versammlungen. Achtung, Bau- Arbeiter! Am Sonnabend, den 11. b. M., großen Theil den Mitgliedern unbewußt, in dieser Be- wurden auf dem Neubau Lüneburgerstr. 25 von dem Polier 14 Mann gemaßregelt, nur weil sie sich über einen lebensgefähr= Ueber den Stand der belgischen Verfassungsfrage wegung steckt, und da dieselbe einen entschieden demokratischen Schubert und dem Unternehmer Streckenbach eine Kolonne von liegt folgende telegraphische Meldung vom 15. d. M. aus Charakter hat, so ist zu erwarten, daß die tüchtigen fichen Gang auf der Rüstung beschwert hatten und darum wurden Elemente mehr und mehr sich zu Sozialisten ent- 14 Familienväter entlassen. Wo bleibt der Arbeiterschutz? Brüssel vor: Die Zentralfektion der Rammer trat heute Nachmittag wickeln werden. Geschieht dies nicht, so hätten wir es nur abermals zur Prüfung der Frage der Revision des Wahlrechts mit einer jener scheinsozialistischen Bewegungen zu thun, zusammen und beschäftigte sich mit den in einer Versammlung wie sie in Amerika schon öfter vorgekommen sind Der Rechten beschlossenen Resolutionen betreffend das Erforders meteorgleich aufsteigen, im Sturm Hunderttausende von niß einer gewissen Kapazität zur Ausübung des Wahlrechts. Anhängern gewinnen und dann, auch meteorgleich, wieder Der Verein Freie Volksbühne veranstaltet am nächsten Danach lehnt die Rechte das Kapazitätswahlrecht ab, aus verlöschen. Freilich, jede dieser scheinsozialistischen Begenommen für solche Personen, die Universitätsdiplome besitzen. wegungen hat für den Sozialismus Humusboden geliefert Sonntag, den 19. April, die erste Vorstellung für die dritte Indessen erklärten sich mehrere Mitglieder der Rechten bereit, und der Nationalismus wird in jedem Fall viel beiben ersten Abtheilungen glänzend aufgenommene soziale Abtheilung, zur Aufführung gelangt das bereits von den für ein beschränktes Rapazitätswahlrecht zu stimmen, wenn Schauspiel Ludwig Fulda's" Das verlorene Barabies". man nachzuweifen vermöge, daß dadurch die Zahl derjenigen liefern. Anmeldungen zur dritten Abtheilung werden noch bis zum Sonn Wähler vermehrt werde, die auf Grund des Besizes einer abend bei den auf den Säulenanschlägen bekannt gegebenen Zahlno eigenen Wohnung und des auf 10 Frants herabgesetzten Zensus stellen entgegengenommen. das Wahlrecht erhalten, und wenn ferner die Linke dieses Sugeständniß für wichtig und zur Herbeiführung einer Berständigung geeignet erachte. Janson trat der von FrèreOrban beantragten sofortigen Abstimmung entgegen und ver langte die Fortsetzung der Debatte, da er überzeugt sei, daß dieselbe zu einem zustimmenden Votum führen werde. Die Bentralfektion vertagte sich bis Freitag, um von einem Protokoll Kenntniß zu nehmen, welches konstatirt, daß die Mit glieder der Zentralfektion in Betreff des Alters von 25 Jahren, Der Herabsehung des Zensus auf 10 Frts., und des Besizzes einer eigenen Wohnung sich mit einander in Uebereinstimmung befinden. BOTU 791 Korrespondenzen und Parteinachrichten. Wie in Hamburg ist auch in Lübeck die polizeiliche Erlaubniß zur Veranstaltung eines Massenumzuges am Sonntag, den 3. Mai, als Demonstration für den Achtstundentag ertheilt worden. Der Verein der Klempner Berlins und Umgegend hielt am 11. b. M. eine Versammlung ab. Herr Henning hielt einen Vortrag über: Das römische Reich und unsere Zeit. Referent erntete lebhaften Beifall. Es wurde folgende Resolution angenommen: Im Einverständniß mit dem Referenten ist die Versammlung des die Kultur des Menschengeschlechts unaufhörlich vorwärts schreitet Bereins der Klempner von der Ueberzeugung durchdrungen, daß und daß Freiheit, Gleichheit und Wahrheit dereinst zur Wirklichrichtet würde. Elberfeld, 13. April. An die Zeit der Einleitung des Eiffel- feit wird, wie es die fortgeschrittenfte Bartei des 19. Jahrhunderts Bei Punkt 3 der Tagesordnung wurde der Aufruf der Vers thurm- Geheimbund- Prozesses im Frühjahre 1888 wurden wir für die gesammte Menschheit erstrebt. Das Resultat der langen Verhandlungen scheint zu sein, so schreibt die Fr. Pr."- erinnert angesichts der vielen an uns trauensleute der Metallarbeiter scharf kritisirt. Im Allgemeinen war man der Ansicht, daß mit der Verdaß alle Bevölkerungsschichten das Wahlrecht erhalten, mit gelangten Buschriften, die alle von Hausdurchsuchungen berichten. Ausnahme derjenigen, aus welcher unsere Partei sich re- Es war in der That ein allgemeines Kesseltreiben, und was leugnung der Mitgliedschaft bei einer Organisation, ein ArbeiterIn der frutirt. Daß dies zur Beruhigung der aufgeregten Gemüther fuchte man? Nun," Die Religion des Kapitals". Es wurde nachstehende Resolution angenommen: Die Vers zwar ohne Erfolg. Anderwärts erging es ähnlich. Das Ganze ſammlung erkennt die Gründe, welche die Vertrauensleute in dem dienen wird, glaubt wohl kein vernünftiger Mensch in und Expedition dieses Blattes erfolgte zunächst Haussuchung, und verein unmöglich ist. wurde auf Befehl der Elberfelder Staatsanwaltschaft( diese handelte außerhalb Belgiens. Ueber die Sonntagsruhe in Dänemark bestimmt ein auf Befehl von Berlin) inscenirt. In Wald wurde bei den Ge- Aufruf an die Metallarbeiter anführen, an, hält es jedoch für noffen Fromm und Leven keine derartige Religion gefunden, ebenso die Pflicht jedes Sozialdemokraten, fede Heuchelei zu vermeiden, vom dänischen Reichstage jüngst beschlossener Gesetz im nicht in Remscheid in den Geschäftsräumen der Filialexpedition selbst dann, wenn dadurch das Koalitionsrecht zu Grunde geder Freien Presse" des Herrn R. Grimpe. Die Durchsuchung Bei Verschiedenem" wurde ein Antrag angenommen, auf Wesentlichen folgendes: Die Ladengeschäfte sind an Sonn- und Festtagen von dauerte 11/2 Stunde. Beim Genossen Ferboven in Haan unter dem Arbeitsnachweis ein Schild anzubringen, auf welchem stehen 9 Uhr Vormittags den ganzen Tag zu schließen, ausgenom- fuchte man im Keller sogar die Grundmauern nach dieser kete foll: Jeder sielbewußte Arbeiter hält es für seine Ehrenpflicht, rischen Schrift. In Langenberg konnten der Bürgermeister und men am Sonntag vor Weihnachten und am Sonntag zwei Behelmte trotz eifrigsten Suchens bei den Genossen Martin feine Arbeitskraft dem Arbeitsgeber nicht anzupreisen. Zum zwischen Weihnachten und Neujahr, an welchen beiden Sonn- und Oberrath nichts von einer Religion des Kapitals entdecken. Schluß ermahnte der Vorsitzende die Kollegen, pünktlicher die Vereinssteuer zu zahlen. Sonntag Nachmittag findet in Grattagen sie von 4 Uhr Nachmittags ab geöffnet sein können. Beim Genossen Höffgen in Nümunen bei Gräfrath besorgten eben weil's Bierhallen eine Versammlung mit Frauen statt. Nachdem Barbier und Friseursalons sind an Sonn- und Festtagen falls der Bürgermeister und zwei Behelmte die Sonntagsarbeit von 12 Uhr Mittags ab zu schließen, außer an genannten und zwar Bormittags. Höffgen war aber nicht anwesend. Es geselliges Beisammensein. Eine vom Leseklub Karl Marg einberufene und von beiden Sonntagen. In Wirthschaftslokalen darf nur Essen, wurde beshalb als Beuge der Nachbar Fr. Adrian herbeigeholt in Konditoreien dürfen dagegen Torten und dergleichen an und nun fonnte es losgehen. Die Arbeit war gründlich. Auch ca. 1000 Personen besuchte öffentliche Bersammlung für Männer Sonn- und Festtagen verkauft werden. In Fabriken und nach dem Zimmerſchmuck hielten die Durchsuchenden Um- und Frauen tagte am Sonntag Abend im großen Saale der Die Frau des Genossen hängt noch an Erbstücken Berliner Bockbrauerei. Vor Eintritt in die Tagesordnung geWerkstätten hat alle Arbeit von 9 Uhr Vormittags bis benn nebeneinander und so steht man bie Hochzeit zu dachte der Borsitzende des Geburtstages Laffalle's und forderte 12 Uhr Nachts zu ruhen. Von dieser Bestimmung kann Kanaa und das Gruppenbild der sozialdemokratischen Reichstags die Versammlung schließlich auf, in ein Hoch einzustimmen auf der Minister des Innern jedoch Ausnahmen zulassen, falls fraktion. Der Herr Bürgermeister, der viel auf Symmetrie hält, die Ideen und Ziele, für welche Laffalle sein ganzes Leben einDie Verhältnisse solches erfordern. Unter allen Umständen meinte, die beiden Bilder paßten nicht zusammen, worauf die gefeht hat. In dieses Hoch stimmte die Versammlung begeistert ist den Arbeitern wenigstens jeden zweiten Sonntag Ruhe Frau erwiderte: In der Welt passe vieles nicht zusammen. ein. Sodann sprach Herr Silberberg über die heutige KinderAlles Suchen war erfolglos, da war aber noch ein Schreibpult erziehung und schilderte in ausführlicher Weise, wie von einer zu sichern. und zwar verschlossen, da verbarg sich jedenfalls die gesuchte Erziehung der Kinder armer Eltern infolge der heutigen wirthund ebenso fchau. * Seit einigen Jahren besteht in den Bereinigten Kapitalsreligion. Doch zwei Schloffer, darunter der genannte schaftlichen Verhältnisse gar keine Rede sein könne, da auch viel Staaten eine Zentral Staatsbehörde, welche vom Kongreß Beuge, vermochten es nicht zu öffnen und gegen das gewaltsame fach die Mutter gezwungen ist, zur Erhaltung der Familie mit beidie Vollmacht erhalten hat, den Eisenbahnkompagnien Erbrechen protestirte die Frau. Das Pult wurde versiegelt und zutragen und in die Fabrik zu gehen, während die Kinder auf gegenüber, in Bezug auf Frachttarif zc. die Interessen des die Fortsetzung der Suche auf Nachmittags anberaumt. Senoffe fich allein angewieſen feien, oder im günstigsten Falle sogenannten Bublikums und des Staatswesens zu wahren. Leiber ist. war auch nicht im Stande, das Bult zu öffnen, es zeigte sich guten Freundinnen in Verwahrung gegeben würden. Anders bas aber die große" amerikanische Republit ein Klassen/ renitent, weshalb er es auf Staatskosten öffnen ließ. Leider fand gegen verhält es sich mit den Familien der besitzenden Klassen, Auch in Ohligs beim Genoffen Sie die Che als eine Versorgungsanstalt betrachten. Nachdem Redner sich noch über die Ursachen der Prostitution ver sta a t, ebenso gut wie die Monarchien Europas; und das Korbmacher war die Durchsuchung refultatios. breitet hatte, und dabei die Statistit eines Herrn Lehr Großkapital ist stärker als die Regierung. Die EisenbahnAlthaldensleben. Am Sonntag, den 12. April, Nachmittags über die Prostitution einer scharfen Kritik unterzog, Gesellschaften, die zusammen ein Kapital von 9600 Millionen Dollars( gegen 39 milliarden Mart!) repräsentiren, 4 Uhr, fand hier eine sehr gut besuchte Bolksversammlung statt, fam er zu dem Resultat, daß alle diese Bustände nur die Sozialleisten der amerikanischen Bentral- Regierung ebenso hart in welcher Genosse Beus über die Frage: Muß es immer Reiche bemokratie abzuschaffen im Stande ist. An der Diskussion benäckigen Widerstand, wie die rheinisch- westfälischen Rohlen- und Arme geben? referirte. Mit großer Aufmerksamkeit hörte theiligte sich nur Herr Lehrer Henning, welcher ganz im Sinne die Versammlung den Vortrag an, in welchem Peus vornehmlich des Referenten sprach und besonders das heutige Schulwesen und Eisenbarone der deutschen Regierung den Zusammenhang zwischen den wirthschaftlichen und Eigen kritisirte; darauf gedachte er der Arbeiter- Bildungsschule, die bethumsverhältnissen und der sich daraus entwickelnden moralischen rufen ist, wirkliche und wahre Bildung unter den Arbeitern zu erfolgreich. Der Vorsitzende jener Behörde( der Zwischenstaats- Verfassung der Gesellschaft nachwies. Die Stimmung der Ver- verbreiten, und forderte schließlich die Versammlung auf, diesem Ho Handelskommission), Mr. Cooley, mußte neulich öffent- sammelten in einem Orte, in welchem vor 3-4 Monaten kaum Institut, welches nur von Arbeitern gegründet sei, zu ſeinem lich eingestehen, daß die Regierung den widerspänstigen von Sozialdemokraten die Rede fein konnte, war eine berartige, heutigen Geburtstage ein fräftiges Hoch auszubringen, auf daß wie sie ein aus der Großstadt kommender Genosse nicht erwarten es blühe und gedeihe und jene Macht werde, welche wahres Eisenbahnkompagnien gegenüber ohn mächtig sei. möchte. Gegner, obwohl deren anwesend waren, meldeten sich Wissen verschafft. Auch hierin stimmte die Versammlung be= Und das ist sie- bis zu dem Augenblick, wo das nicht zum Wort. Nach einer anregenden Diskussion unter den geistert ein. Sodann machte der Vorsitzende bekannt, daß die amerikanische Volf, statt Vertreter des Großkapitals zu Genossen gab dann Peus noch im Schlußwort der vorzüglichen Bersammlung des Lesellubs Karl Marr" nächsten Sonntag Vertreter der Interessen des Volkes und des Stimmung der Versammlung Ausdruck und brachte ein begeistert wegen der Gedächtnißfeier für" May Kayser, welche der Leseklub Gemeinwesens in den Kongreß schickt, welche mit den Eisen- aufgenommenes Hoch auf die den Gegenfah zwischen Reich und" Wear Kayser" veranstaltet, ausfällt. Sieran fchloß sich das bahn- Monopolisten kurzen Prozeß machen, indem sie die Arm, Unterdrückern und Unterdrückten aufhebende Sozialdemokratie gesellige Beisammensein mit Tanz, welches die Theilnehmer noch Es ward dann noch Genosse Holzhausen, welcher am lange gemüthlich beifammenhielt. Eisenbahnen in den Besitz des Staates übergehen lassen. 9. April einfach auf Vorstandsbeschluß hin im Widerspruch mit Vorher wird's nicht besser. Und das Gleiche gilt von den ben Statuten aus der Liste des Landwehrvereins zu Althaldens- Der Verein zur Wahrung der Intereffen der Berliner übrigen Zweigen bes kapitalistischen Betriebs, der auf allen leben gestrichen worden, zum Vertrauensmann gewählt. Unter Knopfarbeiter hielt feine ordentliche Generalversammlung am Gebieten des gesellschaftlichen und politischen Lebens die Absingen der Arbeiter Marseillaise endete die imposante Ber- Montag, den 18. April, ab. Sum 1. Bunft der Tagesordnung Boltsinteressen bedroht, und zu einer immer größeren Ge- sammlung. fahr für die gesunde Entwickelung der Völker wird. wählen, aus. Arbeiterbewegung. " sprach Herr Dr. Lütgenau über:" Die Ziele der Sozialdemokratie" Der sehr lehrreiche Vortrag wurde mit großem Beifall auf genommen. In eine Diskussion wurde nicht eingetreten. Zum 2. Punkt, Vierteljährlicher Kassenbericht", verlas der Kassirer die Aus New- York wird gemeldet, daß täglich viele Aus Ein- und Ausgaben. Bestand vom vergangenen Jahre waren wanderer nach Europa zurückgeschickt werden; die 277 M. 45 Pf. Die Einnahme betrug 162 M. 30 Pf. Die AusRegierung handhabt das neue Einwanderungsgesetz aufs 500 europäische Einwanderer landeten in Mannheim, 14. April. Sämmtliche Former der Ofen- gabe 228 m. 50 Pf. Es bleibt ein Rassenbestand von 211 M. Strengste. wurde dem Kassirer Decharge ertheilt. Zum 3. Punkt, Wahl der Halifax, um mit Benutzung der Eisenbahn in die Vereinigten fabrik von Esch u. Co. haben heute Vormittag wegen Cohn- 25 Pf. Da die Revisoren alles für richtig befunden hatten, Rechtschutz- Kommission", wurden die Kollegen Bohn, Schneider, Staaten einzutreten, wodurch sie sich der gesetzlich vor differenzen die Arbeit niebergelegt. ihrer Verhältnisse ent Mainz, 13. April. Die Brauburschen der Rheinischen Meh, Spies und Timm gewählt. Unter Verschiedenem famen geschriebenen näheren Prüfung Aktienbrauerei, 41 an den Zahl, haben heute die Arbeit nieder zwei Maßregelungen zur Sprache, doch wurde die Regelung der Anzogen. gelegt. Diese Leute arbeiten von Morgens 4 Uhr bis Abends gelegenheit nach längerer Debatte dem Vorstand überlassen. NachDie Bewegung der Bellamyten oder Nationa- Uhr, an Sonn- und Feiertagen ebenfalls von 4 Uhr ab, sechs dem der Vorsitzende noch die Maifeier in Anregung gebracht I isten", wie sie sich sehr bezeichnender Weise nennen, hat Stunden lang, bei einer Bezahlung von 78 M. pro Monat, von hatte, schloß er die gut besuchte Versammlung. in den Vereinigten Staaten den kritischen Punkt welchem Berdienst, mit Ausnahme der Wohnung, alle Bedürfniffe Berichtigung. In unserem gestrigen Bericht über die Vererreicht. Dem reißend schnellen Wachstum ber leben zwei bestritteretten, auch an Sonn- und Feiertagen die Arbeit golberversammlung ist infolge eines Druckfehlers eine Entstellung letzten müssen. Bislang war es Gepflogenheit der Jahre im Herbst 1888 erschien Cooking Backward" ist eine Zeit des Stillstands, wo nicht des Rückgangs ge- weit über sechs Stunden auszudehnen, doch wurde den eingetreten. Es soll nicht, wie da steht, heißen, daß noch 19 PerLeuten eine entsprechende Vergütung für die Mehrarbeit gewährt. fonen, nicht verheirathete, noch zu unterſtüßen seien, folgt. Wie wir aus Amerita erfahren, hat das Zentral Gin im verflossenen Herbst neu eingetretener Braumeister sondern es soll im Gegentheil heißen: meist verheirathete, Organ der Bellamyten:„ Der Nationalist", Anfangs April wollte nun die Sonntagsarbeit gänzlich beseitigen und stellte zu welcher Umstand eben die Aufforderung dringlich erscheinen ließ, sein Erscheinen eingestellt." In der Schlußnummer ſagt der diesem Behuse mehr Personal ein. Allmälig jedoch wurde das die Kollegen möchten kräftigst für die Unterstützung dieser Gorge Redakteur, Mr. Stanbury Nosse, ein„ wissenschaftliches" felbe wieber reduzirt, bie Arbeitszeit behnte sich in gleichem Maße tragen. Brauereidirektion, Theater. Freitag, den 17. April. Opernhaus. Lohengrin. Schauspielhaus. Der neue Herr. Leffing- Theater. Ultimo. Berliner Theater. Verschollen. Die Es hat so sollen sein. Liebesprobe. Deutsches Theater. Die Kinder der Exzellenz. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Saint Cyr. Wallner Theater. Des Teufels Weib. Residenz- Theater. Der selige Toupinel. Viktoria Theater. Die sieben Raben. Bellealliance Theater. Gavaut, Minard u. Ko. Vorher: Die Odaliste. Ostend Theater. Uriel Acosta. Thomas Theater. Der Soldatenfreund. Adolph Ernst- Theater. Adam und Eva. Kaufmann's Variété. Große Spezialitäten- Borstellung. Concordia. Große SpezialitätenVorstellung. Theater der Reichshallen. Große Spezialitäten- Borstellung. Gebr. Richter's Variété. Große Spezialitäten- Vorstellung. Wintergarten. Große SpezialitätenVorstellung. Etablissement Buggenhagen am Moritzplatz. Täglich: Unterhaltungs- Musik. Direktion A. Rödmann. Dienstag und Freitag: Walzer- Abend. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial- Ausschank von Bazenhofer 641 Export- Bier, Seidel 15 Pf. F. Müller. Bratweil'sche Bierhallen Kommandantenstr. 77-79. Sozialdemokratischer Lese- und Diskutir- Klub Max Kayser". Sonntag, den 19. April, Abends 6 Uhr, im großen Saale der ,, Berl. Bockbrauerei" am Tempelhofer Berg: Gedächtniß- Feier für den verstorbenen Reichstags Abgeordneten Max Kayser Fachverein d. Tischler. Freitag, den 17. April, Abends 8 Uhr, in Joël's( früher Keller) grossem Saal, Andreasstr. 21: Versammlung. Zages Ordnung: 1. Die Gewerbegerichte nach dem am 1. April in Kraft getretenen Gewerbegerichts- Gesetz. Referent Reichstagsabgeordneter Dreesbach ( Mannheim). 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Zahlreiches Erscheinen der Kollegen ist erforderlich. Gäste haben unter gütiger Mitwirkung des Gesang- Vereins ,, Zufriedenheit" Butritt. ( Mitglied des Arbeiter- Sängerbundes). Festrede, gesprochen von einem seiner früheren Reichstags- Kollegen. IF Großes Konzert, unter Leitung des Musikdirektors Herrn Rob. Thiele. Der Reinertrag ist für die ausgesperrten deutschen Arbeiter bestimmt. 813/39 Der Vorstand. Central- Kranken- und Sterbekasse aller Arbeiter Deutschlands( Zuschusskasse). Mitglieder- Versammlung Eintrittskarten à 30 Pfg. find zu haben bei G. Schimansky, Arndt der 5. Wahlabtheilung Berlin und Lichtenberg ftraße 25, Hof part.; May Koch, Arndtstr. 10; Ammer, Bergmannstr. 30; E. Wilschke, Kazbachstr. 1( Ecke Yorkstraße); Albert Auerbach, Kottbuser Damm 7; Otto Klein, Rottbuser Damm 14. Es werden alle Genossen um recht zahlreiche Betheiligung gebeten. J. A.: H. Schimansky. Heute, Freitag, den 17. April 1891, Abends 9 Uhr: Große öffentliche Versammlung sämmtlicher Droschkenführer ( Fuhrherren und Kutscher) im ,, Feen- Palast, St. Wolfgangstraße( neben der Börse). Tages Ordnung: V am Sonntag, den 19. April, Vormittags 10 Uhr, in ,, Orschel's Salon", Sebastianstrasse 39. E Tages- Ordnung: 1. Berichterstattung des Delegirten über die Beschlüsse der Generalversammlung. 2. Verschiedene Raffenangelegenheiten. Mitgliedsbuch legiti mirt. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist es Pflicht eines jeden Mitgliedes, zu erscheinen. Die Ortsverwaltungen. J. A.: G. Ritter. 112/3 Freie Vereinigung der Kaufleute. Versammlung am Freitag, den 17. April, Abds. 82 Uhr, im Seefeld'schen Saale, Grenadierstr. 33. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn W. Wach über" Sozialismus". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Gäste willkommen. Um zahlreiches Er. Der Vorstand. 1. Die vielen Bestrafungen und Fahrschein- Entziehungen im Droschken- scheinen bittet gewerbe und was ist dagegen zu thun? Referent Herr Reichstagsabgeordneter Schwarz. 2. Diskussion. 3. Wahl einer Kommission. Kollegen! Im Interesse der Sache ist es Eure Pflicht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Der Einberufer. 143/3 Achtung! Grosses Concert Gummi- Arbeiter und Berufsgenossen. ausgeführt von der Kapelle des MusikDirektor H. Sanftleben unter Mitwirkung des Opernfängers u. Konzertmalers Signor Travieki aus Rom. Unser diesjähriges Vergnügen findet morgen, Sonnabend, den 18. April, im Konzerthaus ,, Sanssouci", Kottbuserstr. 4a, statt. Konzert, Theater, Ball nud komische Vorträge. Empfehle zugleich meinen Frühstücks- Zur Aufführung gelangt zum letzten Male das Volksstück: ,, Ein geund reichhaltigen Mittagstisch, sowie törtes Familienglüdt", aus der Zeit des Sozialistengesetzes. 6 Billards, 3 Kegelbahnen und einen 255b Saal zu Bergnügungen und Verfammlungen. 703 F. Sodike. Castan's Panopticum. etzt: Friedrichstr. 165. Neu: Azteken. Prof. Dr. R. Koch im Laboratorium. Geöffn. v. 9 Uhr früh bis 10 Uhr Abends. Entree 50 f. Kinder 25 Pr. Passage- Panopticum. Unter d. Linden 22/23. 11-1 u. 5-9 U. Knabe Das Komitee. 188/10 Ordentl. Mitglieder- Versammlung der Central- Krankenkasse der Maurer, Steinhauer, Studateure 2c. ( ,, Grundstein zur Einigkeit") am Sonntag, den 19. April, Vormittags 10 Uhr, im Lokale des Herrn Scheffer, Inselstrasse 10. 229b Tages- Ordnung: 1. Abrechnung vom 1. Quartal 1891 und Bericht der Revisoren. 2. Wahl der Delegirten zu der am 4. und 5. Mai hier in Berlin stattfindenden außerordentlichen Generalversammlung. 3. Entgegennahme etwaiger Bes schwerden gegenüber der örtlichen Verwaltung. 4. Verschiedenes in Rassen angelegenheiten. Die örtliche Verwaltung. I. Buchbinder Männerchor Berlin Wahlverein für den L. Berliner Reichstags- Wahlkreis. ( Mitglied des Arbeiter Gängerbundes). Sonnabend, den 18. April: II. Stiftungs- Fest in Feuerstein's Salon, Alte Jakobstraße 75, Heute, Freitag, den 17. April, Abends 81/2 Uhr: Versammlung in Röllig's Lokal, Neue Friedrichstraße 44. sammlung die Billets zum Arbeiter- Maifest auf dem Bock ausgegeben werden. NB. Die Mitglieder machen wir darauf aufmerksam, daß in dieser Ver bestehend in Konzert, Vorträgen und Ball. 266b Eintritt 30 f. Anfang präzise 9 Uhr. Genossen und Sangesbrüder sind freundlichst eingeladen. Der Vorstand. Große öffentliche Versammlung Um zahlreichen Besuch bittet Der Vorstand. 256b Fachverein der Metall- Arbeiter in Gas-, Wasser- und Dampfarmaturen. mit 2 Köpfen der Ban- Arbeiter Berlins Esau- Lady. am Sonntag, den 19. April, Vorm. 10% Uhr, Im Spezialitäten- in Joël's Salon( früher Keller), Andreasstraße Nr. 21. Tages Ordnung: Sonnabend, den 18. April, Ab. 81/2 Uhr, bei Zemter, Münzfte. 11: General- Versammlung. Zagesordnung: 1. Besprechung über die bevorstehende Auflösung unseres Vereins resp. Anschluß an den neuen Verband aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter". Referent Rollege Prink. 2. Bericht über den Kassenabschluß des Vereins. Kollege Wreden. 4. Abrechnung vom Maskenball und gesammten Kassenabschluß der Vergnügungstaffe. Kollege Ritter. 5. Bericht des Bibliothekars über den Bücherbestand. Kollege Eckard. 6. Verschiedenes. Theater 6-10 Uhr: 1. Bericht der Delegirten von dem vom 6. bis 10. April in Halle a. S. 7. Beschlußfassung über die Auflösung unseres Vereins und Wahl einer Neu! Minnie Caß, stattgefundenen Kongreß der Bau- und gewerblichen Hilfsarbeiter Deutsch- Liquidationskommiffion. Achtung! Nur Mitgliedsbuch legitimirt! Um lands. 2. Diskussion. 3. Bericht der Delegirten von der Berliner Bau- pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. 10jährige Soubrette." Gebr. Forès, In- Arbeiterkonferenz. 4. Verschiedenes. Bur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Um recht zahlme ftrumentalisten. Sgr. Rappo, Jongleur. Ilfa Scherz. reiches Erscheinen sämmtlicher Bau- Arbeiter ersucht Der Einbernfer. Laura Zimmermann. Sigmund Stein. Mr. Wrighton. 126/3 Welt- Restaurant. Fachv. d. Marmor- u. Granitarbeiter. 97. Dresdenerstraße 97. Tägliches Auftreten der Norddeutschen Sänger, ( 7 Personen), sowie der Duettisten Geschw. Waldmann. Rheinländischer Tunnel, gen.: Die fidele Nagelkiste" Berlin N., Elsasserstrasse 73, gegenüber der Bergstraße. Ausschank von vory. Lagerbier à Seidel 10 Pfg. bei guter musikalischer Unterhaltung u. aufmerksamer Bedienung. Urgemüthliche Kneiperei. H. Schulte( mit'n 3). Beſtellungen auf Mufit für jedes Vorkommniß werden im Lokal entgegengenommen. 565L Wirthshaus zur Berliner Schweiz Bernauerstr. 103, Weiss u. Bairisch- Bierlokal [ 227/5] Freie Gemeinde Rixdorf. Grosse öffentl. Versammlung für Frauen und Männer Sonnabend, den 18. April, Abends 81/2 Uhr, in Hoffmann's Saal, Bergstr. 133. Zagesordnung: Sonntag, den 19. April, Vorm. 10% Uhr, int ,, Deigmüller's Salon", Alte Jakob- Straße Nr. 48a: ersucht Mitglieder- Versammlung. Tages- Ordnung: 230/4 1. Bortrag des Herrn Dr. Bruno Wille über Kirche und Wissenschaft im Mittelalter. 2. Diskussion. 3. Fragestellung.- Um zahlreiches Erscheinen Der Vorstand. Versammlung der Bau- Anschläger( Berlin- West) Fachverein 1. Vierteljahres- Abrechnung. 2. Abrechnung vom Reſervefonds. 3. Be der Lithographic- Steinschleifer am Sonntag, 19. d. M., Vm. 10 Uhr, richt der Delegirten der Streit- Kontrollkommission. 4. Verschiedenes. Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Große öffentliche Versammlung für Frauen n. Männer am Sonntag, den 19. April, Abends 6 Uhr, bei Knebel, Bad- Strasse No. 58. Tagesordnung: Die verdammte Bedürfnißlosigkeit. Referent Genosse Peus. Nachdem gemüthliches Beisammensein und Tanz. Der Einberufer: Paul Heitmann. 355/5 1. Berufsg.( Luruspapierpräger). General- Versammlung bei Herrn Zemter, Münzstr. 11. Aufnahme neuer Mitglieder. [ 264b am Sonntag, 19. April, Bm. 11½ uhr Verein der Einsetzer Uhr, bei Herrn Seefeld, Grenadierstr. 33. Tagesordnung: 1. Vortrag über unsere gegenwärtige Produktion. Referent Herr Preuß. 2. Diskussion. 3. Raffenbericht. 4. Verschiedenes. Um regen Besuch bittet 252b Central- Kranken- und Begräbnißkasse der Sattler u. s. w. Achtung! ( Ortsverwaltung Berlin). MES Haupt- Mitglieder- Versammlung am Sonnabend, den 18. April, Abends 81/2 Uhr, in Reyer's Salon", Alte Jakob- Strasse No. 83. Tages- Ordnung: 1. Raffenbericht pro 1. Quartal. 2. Besprechung über unsere Stellung zur Hilfstassen- Kommission. 3. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimirt. empfehle allen Freunden und Genoffen Bu recht zahlreichem Besuch ladet freundlichst ein C. Jungnik. 289/1 Der Vorstand. 254b Der Vorstand. ( Tischler) Berlins n. Umgeg. Sonntag, 19. April, Vorm. 10 Uhr, bei Rällig, Neue Friedrichstraße 44; Ausserordentliche General- Versammlung. Tagesordnung: 1. Erfahwahl eines Vorstandsmit 2. Vortrag über Gewerbegliedes. freiheit und Innungszwang. 3. Innere Achtung! Bereinsangelegenheit und Bericht zum Töpfer! Den Kollegen hiermit zur Kenntniß, daß auf dem Neubau Schlafke, Rixdorf, 251b 145/9 1. Mai. 4. Fragekasten. Gäste sind willkommen. Neue Mitglieder werden aufges Der Vorstand. Demonstrationsabzeichen für den nommen. 1. Mai liefert und empfiehlt der Arbeiterbund Basel( Schweiz) und Bergstr. 117, sämmtliche Kollegen die Arbeit wieder hofft durch die geschmackvolle Ausaufgenommen haben, da die Lohnführung derselben auf zahlreiche Bestellungen. Vereine und Kolpors Dr. Hoesch, homöopath. Arzt. NB.: Bugleich machen wir auf das am 6. Juni im Gisteller statt- verhältnisse wieder geregelt find. 5731 Artillerieſtr. 27. 8-10, 5-7, Gonnt. 8-10 findende Sommerfest der Rasse aufmerksam. Fritz Regenberg, Bertrauensmann. I teure erhalten Rabatt. Verantwortlicher Redakteur: Curt Baake in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW ,, Beuthstraße 2. Hierzu zwei Beilagen 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volfsblatt. Nr. 89. Parlamentsberichte. Dentscher Reichstag. Uhr. 101. Sigung vom 16. April. 11 Am Tische des Bundesrathes: v. Berlepsch, Die zweite Berathung der Gewerbe- Ordnungs- Novelle( Arbeiterschuhgesez) wird fortgesetzt. mann. Freitag, den 17. April 1891. V S. Jahrg. thun. Der Fabrit Inspektor von Baden beklagt sich, daß die Fach Königs meinte, bei uns sei der Schuh jugendlicher Arbeiter Ausbeutung der Kinder im zartesten Alter von 10 bis 11 Jahren mehr entwickelt, als in fast allen Staaten, aber in anderen soweit geht, daß man ihnen nicht einmal die Schulferien läßt, Staaten sind durch die Art der praktischen Durchführung der Ge sondern sie auch in den Ferien zum Steinetragen bei Bauten fetzgebung doch große Erleichterungen geschaffen. Man sagt, die verwendet. Solche Arbeiten, welche die Kinder spielend machen von uns beantragten Erleichterungen der jugendlichen Arbeiter Loh- können, würde man bei einem Verbot der Kinderarbeit ja den könnten von der Industrie nicht ertragen werden, aber dasselbe Leuten übertragen können, welche jetzt wegen Altersschwäche aus fagte man früher, als es sich um die Einführung der jetzt beder Fabrik entlassen werden müssen. Nur was das Staatsleben, ftehenden Einrichtungen handelte, und doch ist damals die Ins das Interesse der Menschheit erheischt, darf bei dieser Frage für dustrie nicht untergegangen, sondern hat sich noch mehr entwickelt, uns maßgebend sein. Ich bitte Sie daher, unseren Antrag an- gleichzeitig aber hat das Schulwesen sich gehoben, weil die Kinder § 135 trifft Bestimmung über die Kinderarbeit. mehr Zeit darauf verwenden konnten, und die Kindersterblichkeit Kinder unter 13 Jahren dürfen in Fabriken nicht beschäftigt zunehmen.( Beifall bei den Sozialdemokraten.) Geh. Rath Königs: Bisher war für alle Kinder über nahm ab; ebenso wird es auch bei Annahme unserer Anträge werden. Kinder über 13 Jahren dürfen in Fabriken nur be schäftigt werden, wenn sie nicht mehr zum Besuch der Volts: 12 Jahre die Arbeit in den Fabriken gestattet; wenn wir ergehen. Im Jahre 1871 sagte der tonservative Abg. Wagener: schule verpflichtet sind. Die Beschäftigung von Kindern unter die Grenze jetzt bei 13 Jahren ziehen, so werden wir Wenn dem Kapital 200 Prozent Gewinn in Aussicht stehen, wird Nur die es waghalsig, stehen ihm 1000 Prozent in Aussicht, so verliert es 14 Jahren darf die Dauer von sechs Stunden täglich nicht über- damit fast allen Staaten Europas voranstehen. steigen. Junge Leute zwischen 14 und 16 Jahren dürfen in Schweiz und Desterreich ziehen die Grenze bei 14 Jahren. alle Scheu vor dem Gesetz, es tritt dann auf den Gesetzen Fabriken nicht länger als 10 Stunden täglich beschäftigt werden. In Desterreich ist aber ausdrücklich vorgesehen, was auch herum; wie wahr das ist, zeigen die vielen Bestrafungen wegen Die sozialdemokratischen Abgg. Auer und Genossen wollen die Regierungs Vorlage enthalten hat, daß Kinder über Uebertretung der Vorschriften über die Beschäftigung jugendlicher die Kinder bis zu 14 Jahren von der Fabrikbeschäftigung aus- 13 Jahren wie jugendliche Arbeiter beschäftigt werden dürfen, Arbeiter; demgegenüber muß das Haus endlich einmal sich aufschließen, und für junge Leute bis zu 16 Jahren nur eine wenn sie genügende Schulbildung haben und körperlich genügend raffen, und darum bitte ich Sie im Interesse unserer jugendlichen 10stündige Arbeitszeit zulassen; Abg. v. Min ch beantragt, die entwickelt sind. Sehr bedenklich ist es, wenn die Kinder, welche Arbeiter: nehmen Sie unsere Anträge an! Abg. Möller( nl.): Mit diesen Uebertreibungen wird der Altersgrenze für die nur zehnstündige Arbeitszeit an das Ende vor der Vollendung ihres 14. Jahres zu dem allgemeinen Schulentlassungstermin aus der Schule kommen, unbeschäftigt bleiben Abg. Stolle ebensowenig wie vorher Herr Meister bei uns des 17. Lebensjahres zu legen. Abg. Tröltsch( natl.) bekämpft den sozialdemokratischen sollen, weder zu einem Handwerker, noch in eine Fabrit gefchickt wirklich Eindruck zu machen glauben. Wir Alle und die ganze Antrag, die Kinder bis zu 14 Jahren von der Arbeit in werden können. Deshalb kann der Antrag Auer nicht zur An- Industrie ist einverstanden damit, daß die Kinderarbeit abes handelt sich blos um die noth Fabriken auszuschließen. Schon aus äußeren Gründen könne nahme empfohlen werden. Der weitere Antrag Auer, die Be- geschafft wird, Wenn auch die Kommission in man für diesen Antrag nicht sein. In Bayern bestehe die fieben- schäftigung der jungen Leute von 16-18 Jahren auch nur für wendigen Ausnahmen. jährige Schulpflicht; die Kinder kämen also in der Regel mit 10 Stunden zu gestatten, ist sehr bedenklich, weil er zahlreiche ihrer großen Mehrheit den erwähnten Abfah in seinem 13 Jahren aus der Schule. Was solle während des 14. Lebens- Industrien, welche vorzugsweise solche jugendliche Arbeiter be- ganzen Umfange nicht annehmen wollte, so waren doch jahres mit vielen Kindern geschehen, wenn sie die Schule nicht schäftigen, schwer schädigen würde, wenn plöglich deren Arbeits- zahlreiche Mitglieder für gewisse Konzessionen in dieser mehr besuchen, aber auch in einer Fabrit nicht arbeiten dürfen? zeit so weit herabgesetzt würde. Ich bitte Sie, sich diese Konse- Richtung und ich hoffe, daß die thatsächlich entstehende Lücke, Es gebe eine große Zahl ganz ungefährlicher und leichter Be- quenzen vor Augen zu halten. Die internationale Konferenz welche der Kommissar erwähnt hat, noch ausgefüllt werden wird. Abg. Hirsch( fr.): Man spricht hier immer bloß von sozialschäftigungen, welche diesen Kindern ohne jedes Bedenken zuge- ist noch nicht einmal so weit gegangen, wie unsere Vorlage; wiesen werden könnten. Gegen die Beschäftigung von Kindern jene ließ Kinderarbeit von 12 Jahren zu. Sehr wünschens- demokratischen Anträgen; die Fortschritts und die freifinnige in gefährlichen Betrieben einzuschreiten, stehe ja dem Bundes- werth wäre es, wenn bis zur dritten Lesung eine Einigung Partei haben von jeher den Schutz der Unmündigen gegen Ausrath die Befugniß nach§ 139 a ohne Weiteres zu. Auch die dahin zu Stände käme, daß Kinder im Alter von 13 Jahren beutung angestrebt und sind stets für die Beseitigung der KinderAnträge auf Einschränkung der Arbeitszeit der jugendlichen Ar- als jugendliche Arbeiter in gewissen vom Bundesrath zu arbeit eingetreten. Wir haben den Antrag in der Rommission bezeichnenden Betriebszweigen beschäftigt werden dürfen, sofern zuerst gestellt und ihn hier nur deshalb nicht wiederholt, weil er beiter feien abzulehnen, da ein Bedürfniß dafür nicht vorliege. von den Sozialdemokraten bereits eingebracht war. Herr Abg. Wöllmer( dfr.): Schon vor mehr als 50 Jahren ist ihre förperliche Befähigung nachgewiesen ist. Abg. v. Münch( Demokrat) bekämpft den Antrag der Sozial- Wöllmer bat weder gesprochen davon, daß in Bayern allein ein in Preußen auf die schädlichen, verderblichen Folgen des Mißbrauchs der Kinderarbeit hingewiesen und Abhilfe gefordert demokraten, der den Kindern den Eintritt in die Fabriken über- abweichendes Berhältniß besteht, noch hat er eine Pression auf worden. Im Laufe der Jahre hat die Zahl der in Fabriken haupt verwehren wolle; er könne das auch vom Standpunkt der Bayern üben wollen; er hat nur hervorgehoben, daß sich aus beschäftigten Kinder regelmäßig abgenommen und wird durch Arbeiterfreundlichkeit aus nicht verantworten. Sehr erwünscht diesen Verhandlungen eine moralische Pflicht eines Ginzelstaates vermindert wäre auch, wenn eine Verständigung über die Zulaffung der ergeben könne, feine Partikular- Gesetzgebung entsprechend zu die Bestimmung der Vorlage noch werden. In Bayern aber ist das Uebel der Kinderarbeit am 10stündigen Beschäftigung für die dazu geeigneten Kinder über ändern. Mit der Annahme des Antrags Auer verschwindet die Andererseits aber müsse zur ganze unselige Rinderarbeit, aus unseren Verhältnissen. Nach dem schärfsten in die Erscheinung getreten, dort hat eine Zunahme 13 Jahren zu Stande tame. der beschäftigten Kinder in großem Umfange stattgefunden. Die Schonung der körperlichen Entwicklung diese Beschränkung der Botum der Kommission ist es hoffentlich ausgeschlossen, daß die Rücksicht auf die Autonomie der Einzelstaaten, wie sie der Vor- Dauer der Beschäftigung auf 10 Stunden auf fämmtliche jugend- Mehrheit des Hauses den Rückschritt machen wird, für Kinder redner fordert, kann ich nicht bedingungslos gelten laffen. Viel- liche Arbeiter unter 17 Jahren ausgedehnt werden. Auch die unter 14 Jahren die dumpfe, ermüdende, geisttödtende Fabrikmehr halte ich die Hinauffeßung der Altersgrenze auf 14 Jahre internationale Konferenz hat betont, daß die jugendlichen Arbeiter arbeit täglich 10 Stunden zuzulaffen. Haben sich denn in Desterund der Schweiz die schweren Schädigungen er= für sehr wohl ausführbar, besonders wenn man ein Uebergangs- auch zwischen 16 und 18 Jahren eines Schußes hinsichtlich der reich dem Verbot der Kinderarbeit Stadium einführt. Wir haben mit den Sozialdemokraten in der Dauer der Arbeitszeit bedürften. Vorlage und Kommission gehen geben, welche hier von Rommiffion für 14 Jahre gestimmt und werden das auch heute in dieser Beziehung nicht weit genug; nehmen Sie daher meinen befürchtet worden sind? Es ist endlich an der Zeit, mit thun. Wird der Antrag angenommen, so fällt der Begriff der Antrag an. Der Einwand, daß die Industrien, welche vorzugs- dieser verdammenswerthen Kinderarbeit ein Ende zu machen. Kinderarbeit aus dem deutschen Gesetzbuch überhaupt weg. Weicht weise jugendliche Arbeiter beschäftigen, dadurch geschädigt würden, Fehlte die menschliche Arbeitskraft überhaupt, wie etwa in den die Regelung der Schulpflicht in Bayern von derjenigen in den trifft nicht zu. Ich habe bezüglich der Textindustrie statistische Rolonien, so ließe sich vom wirthschaftlichen Standpunkte darüber anderen deutschen Staaten ab, so würde ein solcher Beschluß ge- Ermittelungen angestellt, deren Ergebnisse meine Meinung unters reden; aber bei uns ist doch das Uebel der Ueberfluß an menschrade für Bayern ein hinreichendes Rompelle bilden, feine Schul- stüßen. Ein größerer Vortheil für die Industrie ist die Ein- lichen Arbeitsträften. Ist die Reserve- Armee auch nicht riefengesetzgebung zu ändern. Nicht blos den Kindern, sondern in legter schränkung der Arbeitszeit für die 17 jährigen, weil sie dann als groß, so besteht doch für sehr viele erwachsene Arbeiter die Un Instanz auch der Industrie und der gesammten Gewerbethätigkeit Erwachsene eine viel größere Arbeitskraft einzuseßen und eine möglichkeit, ein Unterkommen und ernährende Beschäftigung zu viel größere Widerstandskraft gewonnen haben. Mein Antrag finden. Die Einführung des zehnstündigen Maximalarbeitstages wird damit gedient werden. vom für die jugendlichen Arbeiter bis zu 18 Jahren befürworten wir macht erft die Verheißungen der kaiserlichen Erlaffe 4. Februar 1890 bezüglich eines wirklichen Arbeiterschutzes zur ebenfalls. Die Rückwirkung, daß wir damit dem zehnstündigen Wahrheit; wenn die Vertreter des Bundesraths hier für das Marimalarbeitstag die Wege ebnen, würde ich nicht beklagen, 16. Lebensjahr als Grenze eintreten, so brechen sie nicht dem sondern begrüßen, und ich bitte die Industriellen, ihren Kleinkaiserlichen Gedanken Bahn, sondern sie machen das kaiserliche muth in dieser Beziehung fahren zu lassen. Auf die paar Stunden Wort zum Gespenst.( Vizepräsident Baumbach weist diesen kann es wirklich nicht ankommen. Je mehr man in diesen Ausdruck als zu weit gehend zurück.) Jch bitte Sie nochmals, empfänglichen Jahren den jugendlichen Arbeiter zum Arbeitsthier herabwürdigt, destomehr legt man den Grund in ihm zu der meinen Antrag anzunehmen. Erbitterung, die ihn später extremen Richtungen in die Arme führt. Wenn auch unser Appell heute noch ungehört im Reichstage verhallen wird, kommen wird der Tag, wo man diese Forderung der Humanität erfüllen wird. Bayrischer Geh. Rath Landmann: Die siebenjährige Schulpflicht hat nicht blos Bayern, fie gilt auch in Württemberg; es handelt sich also nicht um eine spezifisch bayerische Angelegenheit, wie der Vorredner ausführt. Aber auch für andere deutsche Staaten, insbesondere für Preußen ist die Sache von Bedeutung, weil die Schul- Entlassungstermine nicht mit dem Geburtstage der Kinder zufammenfallen, vielmehr nur ein oder zwei Mal im Jahre statthaben, und sich also die Möglichkeit ergiebt, daß die Kinder fast Abg. Stolle( Soz.): E3 ist geradezu eine Bersündigung an ein Halbjahr vor der Erreichung des 14. Lebensjahres aus der Schule entlassen werden. Es scheine ihm nicht ganz forrekt, bei den Kindern, wenn diese durch die Gesetzgebung dazu genöthigt dieser Gelegenheit den Wunsch nach einer Aenderung der bayeri- werden, im jugendlichen Alter in die Fabrit zu gehen. Die Entschen Schulgesetzgebung auszusprechen, es sei doch zweifelhaft, ob stehung der ganzen Gesetzgebung zum Schuße der jugendlichen Abg. Grillenberger( Soz.): Ich kann dem bayerischen man hier bei dieser Gelegenheit einen Druck auf die Gesetzgebung Arbeiter reicht weit zurück, in Preußen wurde vor vielen Jahren, eines Einzelstaates auszuüben berechtigt sei, damit er in einer noch vor der Entstehung des Norddeutschen Bundes bestimmt, Regierungsvertreter nur bestätigen, daß in bayerischen RegierungsMaterie, die nicht zur Kompetenz der Reichsgesetzgebung gehöre, daß Kinder unter 12 Jahren nicht in Fabriken beschäftigt werden und Abgeordnetenkreisen keine Geneigtheit besteht, die dortige folchen Wünschen entgegenkommt. Uebrigens sei die hohe Bahl dürfen; bei der Berathung desselben Gegenstandes im Jahre 1869 Schulgesetzgebung in der Weise zu ändern, daß die Entlaffung ber in Fabriten beschäftigten Kinder in Bayern im Vergleich zu standen die Parteien gerade so wie heut, bloß ein Theil der Kon- aus der Schule erst mit 14 Jahren stattfindet. Allerdings ist die Sachsen noch sehr mäßig.( Zustimmung der Bayern im Zentrum.) fervativen stimmte mit uns für das Verbot der Beschäftigung von bayerische Volksschule nicht schlecht, aber damit ist durchaus nicht Der Kommiffionsantrag fei um so annehmbarer, als die Kommission Kindern unter 14 Jahren, auch damals standen die National gesagt, daß die Hinzufügung des achten Schuljahres nicht nüßlich die Bestimmung der Vorlage gestrichen hat, daß für gewisse liberalen auf dem partitularistischen Standpunkt, die Fortschritts- sein fönnte. Die Arbeiterkreise hätten gegen diese Veränderung Fabrikationszweige der Bundesrath auch die zehnstündige Beschäfti- schrittspartei war für Abschaffung der Kinderarbeit. Die In- nichts einzuwenden, denn es ist ein unhaltbarer Zustand, daß ein gung von nicht mehr voltsschulpflichtigen Kindern über 18 Jahren bustrie beschäftigt Kinder überhaupt nur darum, weil sie billiger Bakuum zwischen der Schulentlassung und dem Eintritt in die sind als Erwachsene; wir Sachsen können das am Besten beur- Fabrik besteht. Allein man braucht ja gar nicht zu der in zuzulassen befugt sein sollte. Auch die Wenn Herr Landmann nicht an dic Abg. Meister( Soz.): Nur die Rücksicht auf das parti- theilen, benn über die Sälfte aller in Fabriken beschäftigten Bentrumstreifen so verhaßten Maßregel des achten Schulfularistische Intereſſe Bayerns hat die Majorität der Kommiſſion Kinder find in Sachsen beschäftigt: von 22 000 in ganz Deutsch- jahres zu greifen, man braucht einfach den Beginn des bestimmt, unseren weitergehenden Antrag abzulehnen. In Bayern land sind es in Sachſen 12480! In den Bezirken mit niedrigem Schulbesuchs auf das siebente Lebensjahr zu setzen, dann ganze partikulare Streitfrage aus der Welt werden die Kinder leider schon mit 13 Jahren aus der Schule Lohn, wie Plauen und Zwickau, werden die meisten Kinder be- wäre entlassen, und das ist eine recht bequeme Handhabe für die Fa- schäftigt, in Bezirken mit höherem Lohn, wie Leipzig und Dresden, geschafft. Ich möchte der Leitung des Reichstags- Zentrums britanten, die Kinder recht früh in die Fabriken einzufpannen. weniger. Und bei diesem Mangel an Rücksicht der Industrie auf ich weiß nicht, ob nach dem Tode Windthorst's eine Man fürchtet offenbar in Bayern, daß die Leute dort zu ge- die humane Behandlung der Kinder hat zu meinem Erstaunen ein solche besteht rathen, auf ihre bayerischen Parteigen offen fcheidt werden.( Heiterfeit.) Deshalb fträubt man sich gegen die bayerischer Abgeordneter und ein bayerischer Regierungskommiffar insofern einzuwirken, als sie diese bayerische Schulangelegenheit achtjährige Schulpflicht. Der größte Theil Deutschlands kann es fertig gebracht, zu sagen, die bayerischen Verhältnisse machen nicht als ein Hinderniß einer vernünftigen Arbeiterschuh- Gesetzftolz darauf sein, die achtjährige Schulpflicht zu besitzen. Bom es nöthig, die Kinder von 18 Jahren an in den Fabriken zu be- gebung in den Weg stellen. Graf Ballestrem u. Gen. haben ja menschlichen Standpunkte aus ist es unbedingt nothwendig, daß schäftigen. Ich bestreite erſtens, daß Bayern mit seiner sieben- fchon 1877 einen folchen Antrag gestellt, wie wir heute; wenn wir eine gesunde Generation haben. Deshalb hat auch die jährigen Schulpflicht daffelbe leistet, wie andere Staaten mit acht- das Zentrum also fonsequent ist, so muß es für unseren Antrag Die jährigem Schulbesuch. Wenn bemerkt wird, eine Pause zwischen stimmen. Es fommt hier nicht auf die absoluten, sondern auf Schweiz die Kinderarbeit unter 14 Jahren verboten. Kinder gehören in bdie Schule oder auf den Spielplay. Ich dem Entlassen aus der Schule und dem Beginn der Fabrikarbeit die verhältnißmäßigen Zahlen an. Bayern ist hauptsächlich ein bin daher auch nicht der Meinung Wöllmer's, daß die Kinder würde zur Verlotterung der Jugend führen, so liegt darin eine Agrikulturland und hat darum weniger Industrie- Arbeiter. Die bis 14 Jahren auf irgend eine andere Weise beschäftigt werden. schwere Anklage gegen diejenigen Stände, deren Kinder überhaupt Angaben der Fabrikinspektoren sind nicht zuverlässig. Die In Ob Die Kinder unter dem Zunftmeister oder in der keine Fabrik besuchen, nach dieser Ansicht also verlottert sein ſpektionsbezirke sind so groß, daß die Inspektoren gar nicht in der müßten. Freilich, die Kinder der Bessergestellten besuchen die der Lage sind, herumzukommen und eine genaue Statistit aufzu= Fabrik arbeiten, ist schließlich gleichgiltig, sechste hygienische Kongres hat sich gegen die Beschäftigung Schule länger, aber der Beweis dafür, daß nach der Entlassung nehmen. Es werden viel, viel mehr Kinder in den Fabriken von Kindern unter 14 Jahren erklärt. Nach der Vorlage wür aus der Schule die Kinder der Arbeiter verlottern, ist nicht er- beschäftigt, als in der offiziellen Statistik angegeben wird.( Abg. den die Fabrikanten in den Staaten, wo der Schulbesuch bis bracht, die ganze Behauptung ist nichts als ein gegen den Bebel: Sehr richtig!) zum vierzehnten Jahre dauert, wie in Sachsen, die Kinder erst Arbeiterstand erhobener Borwurf. Man sagte, ohne bie Kinder- Degenerirung der Arbeiter glaubt, so möge er den Bericht des mit dem vierzehnten Jahre zur Fabritarbeit anspannen, in arbeit tönnten manche Industrien nicht bestehen- eine Industrie, Fabrikinspektors Kopf aus Nürnberg aus den Jahren 1888, Bayern dagegen mit 13 Jahren. Es würde also mit ungleichem die anders nicht bestehen kann, ist in der Weltkonkurrenz über- 1889 und den neuesten Bericht nachlesen. Daraus ergiebt sich, Maße gemessen. Den Sachsen würde dadurch eine unleidliche haupt nicht existenzberechtigt und mag untergehen. Man wies daß die wirthschaftlichen Verhältnisse der Arbeiter in MittelWenn wirklich FabrikKonkurrenz erwachsen. Daß die Fabrikanten die Kinder nur be- ferner darauf hin, daß die Kinderarbeit zur Bermehrung der und Oberfranken jämmerliche sind. man möge die zehnstündige schäftigen werden, damit sie sich nicht auf der Straße herum- Einnahmen der Arbeiter nöthig ist; wie traurig muß es dann inspektoren gewünscht haben, treiben, glaubt Ihnen ja Niemand.( Sehr richtig! bei den Sozial- um den Arbeiterstand bestellt sein! Aber die meisten Arbeiter Arbeitszeit für Kinder vor 14 Jahren einführen, so beweist dies demokraten.) Der Grund für die Kinderarbeit ist nur der, daß wissen, daß sie für ihre Kinder keine größeren Schäße sammeln nur, daß die Fabrikinspektoren den Einflüsterungen der Unterfie billiger ist als die der jugendlichen Arbeiter. Wenn Huma- fönnen, als wenn sie sie recht viel lernen lassen und die wenigen nehmer ihr Ohr schenken.( Unruhe). Der Herr des Bezirks nität die Fabrikanten leitete, dann würden fie felbft jeden Bater, Arbeiter, die im Unverstand das nicht einsehen, müßte der Neunkirchen lacht über meine Aeußerungen. Gine sonderbare der sein Kind unter 14 Jahren zur Fabrikbeschäftigung anbietet, Staat zwangsweise zur Durchführung der Schulpflicht an- Humanität der Herren! Der Herr v. Stumm en miniature, Herr zum Teufel jagen. Als vom Regierungstische früher einmal eine halten und andererseits müßte das Reich alle Einzelstaaten Möller( Heiterkeit), hat gesagt, die Ausführungen Stolle's feien gewisse erzieherische Wirkung der Fabritarbeit hervorgehoben im Interesse der Kultur zur Einführung einer achtjährigen Schul- Uebertreibungen und machten keinen Eindruck. Natürlich, was wurde, gab Windthorst den Herren den Rath, ihre Kinder doch pflicht zwingen. Die Verfürzung der Arbeitszeit der jugendlichen gegen die Religion des heiligen Profits- dies ist die tonate einmal zur Probe in die Fabriken zu schicken. Ich weiß nicht, Arbeiter ist nöthig mit Rücksicht auf die Beschäftigungslofen, die gebende Religion bei den Herren nationalliberalen Kapitaliſten wie weit sie von diesem Rechte Gebrauch gemacht haben; wer aber dann Arbeit finden werden, und mit Rücksicht auf die Gesundheit. verstößt, das wird bei Ihnen niemals Eindruck machen.( Sehr Herr heute noch die erzieherische Wirkung der Fabrikarbeit behauptete, bie- und hier kommen namentlich die Jugendlichen in Betracht gut! bei den Sozialdemokraten; Unruhe rechts.) was er unter dem ewigen Werkstattsstaub sehr leidet. Auch ist es Möller als eine Uebertreibung hinstellen wollte, war nichts an= dem würde ich denselben Rath geben. Du hast flug schnacken, sehr wünschenswerth, wenn dem jungen Arbeiter Zeit zur geistigen deres als ein Zitat aus der Rede des konservativen Abg. Wagener. Sie natürlich lachen und sagen: Man sorgt auf allen Seiten für die Kinder der besitzender 30 ingildung gegeben und der in einzelnen Staaten bestehende Die Uebertreibung ist also nicht bei uns zu suchen. Geh. tath Klassen, verbessert die Schulräume u. f. w., aber für die Kinder wangun desuch der Fortbildungsschule bis auf die Vollen- Königs meinte, von einer Einschränkung der Arbeitszeit bei 162 der Arbeiter scheint man nicht geneigt zu sein, das nöthige zu dung des achtzehnten Lebensjahres ausgedehnt wird. Herr Geh. bis 18 jährigen Arbeitern tönne zur Beit" feine Rede sein, Aber dann würden Denselben Einwand hat man schon vor 20 Jahren erhoben.| 1894 soll der Normalarbeitstag neun, vom 1. Januar 1898 nur| Arbeitszeit die Gesundheit geschädigt. Will man konsequent ſein, Wann wird denn endlich die Zeit kommen? Nachdem acht Stunden betragen. so muß man§ 120 e so oft anwenden, daß man dasselbe haben die Einführung eines allgemeinen 10 stündigen Nor- Abg. Grillenberger( Soz.): Für uns ist der Normal- wird, was wir anstreben; da ist es doch besser, man regelt die mal- Arbeitstages abgelehnt hat, wollen wir ihn wenigstens arbeitstag der Grund- und Eckstein jedes wirklichen Arbeiter Sache gleich gefeßlich. Wir wollen einen Maximalarbeitstag für die jugendlichen Arbeiter bis zum 18. Lebenjahre schutz- Gesetzes. Man wirst uns vor, Palliativmittel vorzuschlagen, festseßen, den einzelnen Gewerben es überlassend, durch freie Verdurchsetzen. Die internationale Konferenz hat im vorigen Jahre aber unsere Palliativmittel nüßen wenigstens dem Arbeiter etwas, einbarung fürzere Arbeitszeiten zu erreichen; von einer Schemati sogar die zehnstündige Arbeitszeit für Arbeiter bis 16 Jahren während das, was in diesem Gesetze bisher geschaffen ist, keine firung ist dabei also keine Rede. Auf der einen Seite erwartet empfohlen. Diese Konferenz war allerdings keine mustergiltige einschneidende Verbesserung bietet; theilweise wird sogar der man alles von einem freien Arbeitsvertrag, auf der anderen will Versammlung für uns, es war eine Bourgeoisversammlung. Es jezige Zustand dadurch verschlechtert, und bezüglich der Koalitions- man Nichts von einer Koalitionsfreiheit wissen und erwartet ist hauptsächlich auf das Drängen der Italiener und der anderen freiheit ist, wenn man da auf die Regierungsvorlage zurückgreift, alles von der Regierung: in der Praxis aber führt Beides zur füdlichen Völker zurückzuführen, daß man zwölfjährige Kinder eine abermalige Verschlechterung zu erwarten. Man wirft uns schrankenlosen Ausbeutung der Arbeiter durch das Kapital. als reif zur Fabrikarbeit erklärt hat. Daß Herr Troeltsch als ferner vor, daß wir die historische Entwickelung nicht berück- Wenn man alles von der Regierung erwartet, so führt das zur Großindustrieller für eine Ausdehnung der Kinderarbeit einges fichtigten, aber hätten Sie unsere Anträge angenommen, so bloßen Bureaukratie, und wie auch diese schließlich immer die treten ist, nehme ich ihm nicht übel. Seine bissigen Angriffe auf hätten Sie gerade einer vernünftigen futzessiven Fortentwickung Partei der Bourgeoisie nimmt, dafür ist Herr von Berlepsch ein die Sozialdemokratie hätte ich ihm aber eigentlich nicht zugetraut. Borschub geleistet. Wollen Sie wirklich die Versöhnung lehrreiches Beispiel. Aus ganz anderem Holze war denn doch Was meine Aeußerung in der ersten Lesung betrifft, daß man zwischen Arbeitgebern und Arbeitern, so sollten Sie nicht in Herr von Buttkamer, welcher den Willen, bessere Arbeitsdem Unternehmerthum eins auf den Kopf geben müsse, so habe einer solchen organisirten Weise alles niederstimmen, was wir bedingungen zu erlangen, gleichviel ob mit oder ohne Anich diesen Ausdruck gebraucht in dem Sinne, daß man gegenüber vorschlagen. Unsere Vorschläge gehen noch lange nicht so weit, wendung von Gewalt, für einen rechtswidrigen erklärt. Diese der Brutalisirung der Arbeitgeber den Spieß umkehren und wie große Massen aufgeklärter Arbeiter wünschen, die uns an- Anschauung sollte schon einige Jahrhunderte hinter uns liegen, dem Unternehmerthum für seine gegen den Arbeiterstand feinden, weil wir nicht weit genug gingen. Allerdings find unsere aber sie verfehlt, mit urwüchsiger pommerscher Deutlichkeit und geübte Frechheit eins auf den Kopf geben müsse, daran halte Industrieverhältnisse heute so, daß noch viel mehr geboten werden Ungenirtheit ausgesprochen, nicht ihres Eindruckes auf gewisse ich noch heute fest. Daß Herr von Stumm sich darüber auf- könnte. Der§ 136a ist einer der einschneidensten des Gesetzes, Gemüther. Als Herr Wagener noch unter Ihnen war, hätte hält, finde ich sogar richtig; es beweist nur, daß ich das namentlich durch seine Abstufungen. Wir wollen nur allmälig man wohl so etwas nicht ausgesprochen; aber auch die konser Richtige damit getroffen habe. Uebrigens lassen die Unter- zum achtstündigen Arbeitstag kommen. Wir sind deshalb vielfach vativen Grundbesizer sind mehr und mehr eine Partei des nehmer nicht nur fremde Hände, sondern auch fremde gehäffig angegriffen worden, aber Regierung und Reichstag halten Rapitalismus geworden, sie stimmen mit den Großindustriellen, Röpfe für fich arbeiten. Es find also nicht einmal ihre gleichfalls für die Durchführung solcher Reformen Abstufungen den Nationalliberalen, weil sie auf deren Dankbarkeit rechnen, eigenen Köpfe, welche getroffen werden, es kann ihnen also für nothwendig. Wir müssen der Industrie Zeit laffen, fich wenn es sich darum handelt, die Ausbreitung der Sozialdemokratie nicht wehe thun. Das Unternehmerthum hat, das geht aus seiner darauf einzurichten. Außerdem wünschen auch die Arbeiter nicht auf dem Lande zu hindern. Der mehrerwähnte schweizerische Presse hervor, überhaupt keinen Kopf, es ist topflos!( Heiterkeit solche Verkürzung der Arbeitszeit, so lange nicht eine Ver- Fabrifinspektor Schuler wie der badische v. Wörrishöfer, die doch bei den Sozialdemokraten.) ständigung darüber zwischen den Haupt- Konkurrenzländern wahrhaftig feiner sozialdemokratischen Neigungen verdächtig sind, Geh. Rath Landmann: Ich entsinne mich meiner damaligen Europas herbeigeführt ist. In England ist der 10ftündige Normal- sprechen sich für das Eingreifen der Gesetzgebung aus. In der Aeußerung nicht genau. Jedenfalls habe ich mich auf das nächste arbeitstag theils durch Gefeß, theils durch usus bereits eingeführt. Schweiz und Desterreich besteht der elsstündige Normal- Arbeitstag, mir zur Verfügung stehende Material, auf den gedruckten Bericht Beim Erscheinen der kaiserlichen Erlasse im Februar vorigen Jahres und die Einwendungen des Abg. Buhl, daß man dort mit gestützt, und selbstverständlich sind die Zahlen des letzten Berichtes freute man sich in den Arbeiterkreisen, weil man dachte, nun dem Normalarbeitstage nicht zufrieden sei, daß die Zahl der andere als die des vorhergehenden. wverde endlich einmal Ernst mit dem Arbeiterschutz gemacht werden, Ausnahmen größer sei als die der Nichtausnahmen, und daß eine Zuversicht, die allerdings von den aufgeklärten Arbeitern, namentlich die Arbeiter mit den dortigen Zuständen nicht zu= die wissen, wie es gemacht wird, nicht getheilt wurde. Es giebt frieden wären, wurden mehrfach widerlegt, und zwar gerade von bei uns in Deutschland Mächte, die stärker sind als ein kaiser- Arbeitern der betreffenden Länder. Seit 1888 führt man in liches Wort. Das sehen wir am besten aus dem Verhalten des Desterreich den Normalarbeitstag strikte durch, in der Schweiz Handelsministers. Man meinte, die Strömungen in den obersten besteht eine lebhafte Agitation, um zum zehnstündigen überzu reifen der Gesellschaft zu Gunsten eines Arbeiterschutzes feien gehen, und Herr Geheimrath Königs selbst giebt zu, daß man sich sehr stark, aber der von der Regierung aufgestellte Entwurf läßt dort gegen den zehnstündigen Normalarbeitstag nur sträubt, diefe Meinung schon im Stich. Allerdings war damals noch weil man die Konkurrenz Deutschlands, wo man gar keinen unser, demnächstiger Kollege aus Friedrichsruhe im Amte und Normalarbeitstag hat, fürchtet. Dann ist der Widerstand der fonnte seinen Einfluß geltend machen. In der Kommission und Regierung und des Herrn Königs selbst unbegreiflich, er erklärt hier wurde diese Vorlage noch mehr verbösert. In den faiser sich nur aus ihrer Furcht vor dem allmächtigen Rapitalismus lichen Erlassen war klipp und flar ausgesprochen, daß die Arbeits- Dieser Vorwurf kann der Regierung nicht erspart bleiben.( Bu zeit geregelt werden sollte, und darunter konnte man nicht eine Stimmung bei den Sozialdemokraten.) Hier, in der Presse, in Regelung der Arbeitszeit der sogenannten geschützten Personen, Versammlungen wird man ihn stets wiederholen. Für die Bergsondern allgemein der Lohnarbeiter verstehen. Die deutsche leute fordern wir Nichts, als was sie schon Jahrhunderte lang Industrie ist vollständig reif für einen achtstündigen Normal- besessen und was ihnen nur die Profitivuth der Unternehmer Arbeitstag, wie er in allen Kulturländern jetzt gefordert wird. genommen hat. Nun haben sich die Vertreter der BergwerksWir wollen aber stufenweise vorgehen, um uns nicht dem Vor- industrie neuerdings wieder zusammengethan und im Einverwurfe auszusetzen, wir wollten die deutsche Industrie konkurrenz- ständniß mit Regierungsvertretern erklärt, sie würden auf die unfähig machen. In der Zwischenzeit wünschen wir, daß inter- achtstündige Schicht der Bergleute nicht eingehen. Dem gegen. nationale Vereinbarungen über weitere Bertürzung der Arbeits- über muß doch auf einen Namen hingewiesen werden, der zeit gepflogen werden. So wird man schließlich auch zum acht allein ein ganzes Programm bedeutet: Wüllensiefen, der stündigen Normal- Arbeitstage kommen. Sie mögen uns für hat diese Forderung und die Forderung höheren Lohnes Optimisten halten und denken, wir seien einige Jahrzehnte zu durch Unterschrift zugestanden, er hat es mit übernommen, früh daran, aber das Maschinenwesen wird fortgefeht so ver- für diese Forderungen einzutreten; natürlich haben die National bessert, daß menschliche Arbeitskräfte frei und auf die Straße ge- liberalen, die seine Wahl unterstützten, diese Verpflichtung mit fetzt werden. Diesen traurigen Zuständen kann nur mit einer übernommen, und sie werden also einstimmig die Forderungen fortschreitenden Verkürzung der Arbeitszeit entgegengetreten wer der Bergleute zugestehen.( Heiterkeit links.) In England sind den. Schon Helvetius erklärte vor hundert Jahren, daß die die Arbeitsstunden unter Tage 8 Stunden 36 Minuten, die wirkArbeitslosigkeit nur durch Verkürzung der Arbeitszeit gemildert liche Arbeitszeit 7 Stunden 25,8 Minuten, und das Alles ohne werden könnte. In zahlreichen Industrien Deutschlands ist der gesetzlichen Normal- Arbeitstag, nur durch die strikte Durchführung 10stündige Normal- Arbeitstag bereits eingeführt, in weniger zahl- des Koalitionsrechts. In der so hoch entwickelten englischen Mareichen der 9stündige und in einzelnen Betrieben sogar der 8stündige. fchinen- Industrie beträgt die tägliche Arbeitszeit weniger als neun Man sagt, man könne dies also dem freien Arbeitsvertrag überlassen; Stunden, unsere Forderung des zehnstündigen Arbeitstages fann nicht es würde sich dies auch ohne gesetzliche Regelung von selber aus Furcht vor Konkurrenz zurückgewiesen werden. Schon Cobden machen; aber einerseits der Unverstand der Massen, anderer- fagte, daß der Normal- Arbeitstag bessere Arbeitsverhältniffe seits die Profitwuth der Unternehmer hindert ein Gintreten zum herbeiführen wird, und gerade diese sterben wir an, gerade fie besten der Arbeiter. Nur durch Eingreifen der Gesetzgebung kann werden aber von der Klasse der Arbeitgeber, gegen welche auch etwas Furchtbares und Dauerhaftes geschaffen werden. Die der einzelne humane Arbeitgeber nicht aufkommen kann, bekämpft. freiwilligen Zugeständnisse können jeder Zeit zurückgezogen werden, Wir erwarten und hoffen, daß die Zeit nicht so fern sein wird, ebenso was durch Streits 2c. erzwungen und ertroht oder durch wo die Regierung und die Mehrheit nachgeben muß, wenn sie gütliche Vereinbarung erreicht ist. Gerade in Zeiten, wo wir nicht die Lebenshaltung der Arbeiter und also der ganzen Nation mit Handelstrifen zu rechnen haben und es den Arbeitern schlecht aufs Tiefste zerrütten will. Raffen Sie fich also auf, dekretiren geht, also eine Beschränkung der Produktion nothwendig wäre, Sie den Normal- Arbeitstag bei dieser Gelegenheit; wie sind dann lassen die Unternehmer den Arbeiter länger arbeiten, weil sie erbötig, Ihnen eine ganze Anzahl anderer Sünden zu vergeben. deren Widerstandsfähigkeit in solchen Zeiten für geringer halten.( Große Heiterfeit.) Geh. Rath Königs: Ich kann nur bestätigen, was der bayerische Herr Vertreter bereits gesagt, daß diese Bestimmungen durchaus nicht allein wegen Bayern in die Vorlage aufgenommen worden sind. Die Berichte der Fabrikinspektoren haben schon seit Jahren betont, zu welchen schädlichen Wirkungen es führt, daß die aus der Schule entlaffenen Kinder nicht zur Arbeit tommen können. Das ist durchaus kein arbeiterfeindlicher, sondern ein arbeiterfreundlicher Vorschlag. Abg. Grillenberger: Was meine Gewandtheit" betrifft, so hat sich herausgestellt, daß in einzelnen Bezirken die Angabe des Fabrikinspektors mit dem, was die Arbeiter selbst über die Bahl der beschäftigten Kinder gefunden haben, nicht übereinstimmte. Thatsächlich find in Bayern mehr Kinder beschäftigt, als die Fabrikinspektoren angegeben haben. Abg. Bebel: Ich habe dem bayerischen Vertreter nicht vorgeworfen, daß er etwas unrichtiges gefagt hat, sondern nur gesagt, daß seine Angaben in der Kommission in Widerspruch stehen mit den Angaben im neuesten Bericht. Damit schließt die Diskussion. Persönlich bemerkt Abg. v. Stumm: Mit folchen Wigen wie: die Arbeitgeber hätten ja doch keinen Kopf und darum fühlten fie die Schläge nicht, kann man die von dem Abg. Grillenberger früher gethane Aeußerung nicht aus der Welt schaffen. Abg. Payer beschwert sich über eine von dem Abg. v. Münch ihm gegenüber in feiner Rede begangene Indiskretion, welche ihn veranlasse, dem Abg. v. Münch nicht mehr dasjenige Maß follegialischen Vertrauens zu beweisen, was er Andern zu beweisen für eine Ehre halte. Abg. v. Münch stellt in Abrede, irgend eine Indiskretion absichtlich begangen zu haben. In der Abstimmung werden die Anträge Auer und Genossen sowie der Antrag Münch, letzterer gegen die Stimme des Antragstellers, abgelehnt,§ 135 unverändert angenommen. Nach§ 136 sollen die Arbeitsstunden der jugendlichen Arbeiter nicht vor 5½ Uhr Morgens beginnen und nicht über 81/2 Uhr Abends dauern. An jedem Arbeitstage müssen zwischen den Arbeitsstunden regelmäßige Pausen gewährt werden. Für jugend liche Arbeiter, welche nur 6 Stunden beschäftigt werden, muß die Pause mindestens 1/2 Stunde betragen; für die anderen ist mindestens Mittags eine Stunde, Vormittags und Nachmittags je eine halbstündige Pause zu gewähren. An Sonn- und Festtagen, sowie während der von dem ordentlichen Seelsorger für den Katechumenen- und Konfirmanden-, Beicht- und Kommunion Unterricht bestimmten Stunden dürfen jugendliche Arbeiter nicht beschäftigt werden. = Die Abgg. Auer und Gen. wollten die Arbeit erst von Wie die Freiheit des Arbeitsvertrages aussieht, beweisen am Nach dieser Nede wird um 54 Uhr die Fortsehung 6 Uhr ab beginnen und um 7 Uhr endigen lassen; sie wollen Besten die Enthüllungen der legten Tage in der sozialdemokratischen der Berathung auf Freitag 11 Uhr vertagt. ferner für die jugendlichen Leute und die Arbeiter bis zu Bresse, in welcher Weise die Unternehmerverbände in Verbindung 18 Jahren die Nachtarbeit verbieten und verlangen, daß ihnen anch event. während der Arbeitszeit die Zeit zum Besuche der Fortbildungsschule gewährt werden soll. " Abgeordnetenhaus. Abg. v. Huene beantragt für die Bildung von Schulgebäuden besondere gefeßliche Regelung vorzubehalten. mit fgl. preußischen Behörden das Koalitionsrecht der Arbeiter unmöglich machen. Es heißt da, es sollten Listen der sogen. wüsten Agitatoren aufgestellt werden, und die Presse versucht das auf 70. Sigung vom 16. April, 11 Uhr. Abg. Uhlendorff( dfr.) befürwortet einen Antrag, welcher jenes Gebiet hinüberzuspielen, daß es sich blos darum handele, Am Ministertische: Herrfurth und Kommissarien. ben Zieglern die Möglichkeit gewähren soll, ihre Arbeit auch vor sozialdemokratische Agitatoren von der nationalen Industrie fernDie zweite Berathung der Landgemeinde- Ordnung, halb 6 Uhr Morgens zu beginnen. zuhalten. Das ist nicht wahr. Es handelt sich darum, jede BeAbg. Wurm( Soz.): Wir sind mit dem Antrage Uhlendorff wegung der Arbeiter zur Erzielung einer fürzeren Arbeitszett wird fortgesetzt beim 4. Titel: Verbindung nachbarlich belegener durchaus nicht einverstanden. Das Bischen Ordnung, das burch oder eines Normal- Arbeitstages oder höherer Löhne unmöglich zu Gemeinden und Gutsbezirke behufs Wahrnehmung fommunaler Andas Gesetz in die abscheulichen Mißstände im Ziegeleigewerbe machen.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Es handelt gelegenheiten.(§§ 126-135.) Nach§ 126 der Vorlage können gebracht werden kann, würde damit durchbrochen werden. In sich nicht um sozialdemokratische Agitatoren, sondern nur um die Landgemeinden und Gutsbezirke mit benachbarten LandDer Praxis sehen die Dinge anders aus als Herr Uhlendorff Leute, die durch das Vertrauen ihrer Kameraden an die Spitze gemeinden und Gutsbezirken zur gemeinsamen Wahrnehmung meint. Man wird, wenn sein Antrag Annahme findet, verlangen, von Lohnkommissionen oder Fachvereinen gestellt sind. Solche einzelner Angelegenheiten verbunden werden nach Anhörung der daß auch der jugendliche Biegler so lange arbeitet wie der er Leute sich vom Leibe fernzuhalten, sind die Unternehmerverbin- betheiligten Gemeinden und Gutsbesitzer des Kreisausschusses und wachsene. Es fehlt ja jede Kontrolle darüber, ob die Arbeitszeit bungen bestimmt, und dazu haben sich die königlich preußischen des Bezirksausschusses, wenn sie damit einverstanden und auch für die jugendlichen Arbeiter wirklich nur zehn Stunden dauert; Behörden hergegeben. Mit feinem Worte treiben unsere Gegner gegen ihren Widerspruch, wenn das öffentliche Interesse diese eine Abweichung von dieser Vorschrift würde erst zu Tage treten, so viel Mißbrauch wie mit dem Worte Freiheit". Wenn bei dieser Berbindung erfordert. Nach dem Antrage der Kommission soll der Beschluß des wenn etwa der Fabrikinspektor bei einer unvermutheten Revision Freiheit der Arbeiter zum Sklaven wird, muß der Begriff der Freisie entdeckte. Unser Antrag nimmt mehr Rücksicht auf die noth- heit beschränkt werden. Das Prinzip, daß der Staat sich nicht Kreisausschusses dazu erforderlich sein, wenn die Betheiligten einwendige Nachtruhe als die Vorlage und der Kommissionsbeschluß. in wirthschaftliche Verhältnisse zu mischen habe, haben bei vecstanden sind. Ist ein solches Einverständniß nicht zu er Die Nachtruhe und auch die Abendrube ist für unsere Jugend diesem Gefeß nicht nur nationalliberale, sondern auch frei- zielen, so fann, wenn ein öffentliches Interesse vorliegt, der Obers sehr nothwendig. Man bringt den Kindern der arbeitenden finnige Elemente durchlöchert. Deshalb dürfen Sie es auch nicht präsident den Verband bilden, nachdem die Zustimmung der BeKlassen nicht das Interesse entgegen, das die Kinder im Allge- aufrecht erhalten gegenüber der Forderung nach einem Normal theiligten durch Beschlußverfahren des Kreisausschusses ersetzt wor meinen sonst finden. Welche tiefsinnigen Betrachtungen Arbeitstag. Daß der Arbeiter davon den größten Schaden hat, den ist. werden nicht darüber angestellt, daß Der Gymnasiast ist nicht richtig. Statistisch ist nachgewiesen, daß im Staate nicht zu viel mit Schularbeiten belästigt wird? Nir Massachusetts bei fürzerer Arbeitszeit höhere Löhne erzielt gend aber wird der Wunsch laut, daß auch den Arbeiter werden; ebenso weist der Schweizer Fabrikinspektor nach, daß die findern die Möglichkeit gegeben wird, den Körper in solcher Befürchtungen, die sich an die Reduktion der Arbeitszeit von Frische in die Fortbildungsschule zu bringen, daß sie den Unter- zwölf auf elf Stunden in der Schweiz knüpften, sich nicht bericht wirklich mit Erfolg genießen können. Dahin zielt unser itätigt haben. Es wird bei fürzerer Arbeitszeit jetzt eine wesent zweiter Antrag. Es ist bekannt, daß von Seiten der Unternehmer lich höhere Produktion erzielt einfach schon dadurch, daß man die bie Fortbildungsschulen nicht gerade mit günstigen Augen ange- alten Maschinen schneller laufen läßt, und noch viel mehr durch sehen werden. Deshalb ist hier ein gefeßlicher 3wang nöthig, verbesserte neue Maschinen. Die türzere Arbeitszeit würde das wenn auch anerkannt werden soll, daß eine größere Anzahl von Bagabundenthum wesentlich verringern, da neue Arbeitskräfte ein Arbeitgebern den guten Willen hat, den jugendlichen Arbeitern gestellt werden müßten. Ginen Ausfall an Profit, der sicherlich die nöthige Beit auch während der Arbeitszeit zu gewähren. Die nur sehr gering wäre, kann das Kapital sehr wohl tragen, zumal schlossen sei. Klagen vieler Fabrikinspektoren, daß die Fortbildungsschulen im Interesse einer Hebung der Arbeiterklasse. Was hält Sie nach schlecht besucht werden und die jugendlichen Arbeiter nichts lernen Allem diesem noch ab, unsere Forderung anzunehmen? Die nommen, ebenso ohne Debatte mit einigen redaktionellen Menwollen, rühren daher, daß nach zehnstündiger Arbeitszeit sie nicht Negierung sagt, zur Zeit geht es nicht, das sind Ausflüchte, aber noch 2-3 Stunden in die Schule gehen können. Ich hoffe, daß feine Gegengründe. In den Bureaus, Kanzleien, Komptoirs wird unfer Antrag bei allen Denen, die für die Fortbildung unserer längstens acht Stunden gearbeitet, und zwar nicht schwere Körper: Der sechste Titel(§§ 142-144) enthält die Ausführungen jugendlichen Arbeiter Interesse haben, Zustimmung finden wird. liche Arbeit, sondern sehr oft nur leichte mechanische. Die Herren Der Antrag Auer, soweit er sich auf die jungen Leute bis Chefs in den Komptoirs arbeiten nur viel weniger als 8 Stunden. und Uebergangsbestimmungen: ( Widerspruch bei den Nationalliberalen.) Einzelne mögen ja hier zu 18 Jahren bezieht, wird zurückgezogen. Nach§ 142 tritt das Gesetz mit dem 1. April 1892 Abg. Hartmann bestreitet das Bedürfniß besonderer Rege- und da ein paar Stunden länger arbeiten, dafür gehen sie aber Die Kommission hat folgenden Zusatz gemacht, und zwar als lung für die Biegeleien; für berartige Saisonbetriebe habe der auch Wochen und Monate nach der Riviera oder anderswohin Bundesrath die Berordnungsbefugniß. zur Erholung. Wir haben ja hier im Reichstag mitunter auch Absatz 3 und 4: Privatrechte dürfen durch dieses Gesetz nicht eine längere Arbeitszeit als unsere gewöhnliche Normalarbeitszeit, entzogen oder gefchmälert werden. Deffentlichrechtliche Verhält und diese Herren arbeiten dann in ihrem eigenen Interesse länger, niffe, welche auf besonderem Titel beruhen, bleiben insoweit in während die Arbeiter es im Interesse der Unternehmer thun Kraft, als diese Titel von den bisherigen allgemeinen und beson§ 136 wird unverändert angenommen. müssen, und je länger sie arbeiten, desso schlechter wird ihre deren gefeßlichen Vorschriften, Ordnungen, Gewohnheitsrechten Die Abgg. Auer und Genossen beantragen einen neuen Lebenshaltung. Man wendet ein,§ 1206 führe, indem er für und Observanzen abweichende Bestimmungen enthalten. Gine § 136a, nach welchem für alle über 14 Jahre alten Arbeiter der gesundheitsgefährliche Betriebe die Festsetzung einer kurzen Frist solche Abweichung wird nicht vermuthet. Die bereits bestehenden Ortsstatuten, allgemeinen Gewohn sehnstündige Normalarbeitstag eingeführt werden soll und zwar vorfehe, eine Art fatultativen Normalarbeitstages ein; das ist ein Pom Tage des Inkrafttretens des Gesetzes an. Bom 1. Januar Beweis mehr, daß wir Recht haben, denn überall wird durch die lange heitsrechte und Observanzen bleiben, soweit dieses Gefets orts Geh. Rath Lohmann hält es weder für nöthig noch für zweck mäßig, die Nachtzeit so zu erweitern, wie es der sozialdemoIratische Antrag vorschlägt. Abg. v. Bedlin beantragt, die Bestimmung, wonach bei Verbindung von Landgemeinden und Gutsbezirken mit Stadtgemeinden der Bezirksausschuß an die Stelle des Kreisausschusses tritt, in diesem§ 126 zu streichen und als besonderen§ 135a an den Schluß des Titels zu stellen. Abg. v. Suene zieht aber im Laufe der Debatte seinen Antrag bei diesem§ 126 zurück und beantragt, ihn in§ 142 einzufügen. Den§ 126 werde das Bentrum jetzt annehmen, da die Anwendung desselben auf die Schulverbände ausge § 126 wird nach dem Antrage des Abg. v. Bedliß angederungen die§§ 126a, 127-135. Der fünfte Titel: Aufsicht des Staates(§§ 136-141) wird ohne Debatte angenommen. in Straft. " Nach dem von der Kommission gemachten Zusah beantragt: 1. Abg. Avenarius( natl.), den Abfah 3 zu streichen und Im Absatz 4 hinter die" einzuschalten bei Verkündigung dieses Gesetzes". 2. Abg. Schmidt- Warburg: In dem Abfah 3 statt der Säße 2 und 3 folgenden Satz zu sehen: Deffentlichrechtliche Verhältnisse, welche erweislich nicht auf Rechtsnormen( gefeßlichen Vorschriften, Gewohnheitsrechten, Observanzen), sondern auf besonderem Titel beruhen, bleiben in Kraft. ftatutarische Regelung zuläßt, einstweilen längstens auf drei Jahre| bekanntlich der Welt Lohn. Die Arbeiter befizen nämlich die er den Käufern vorschwindelte, er wurde die Zahlungsstelle in Kraft." unerhörte Frechheit, flüger zu sein als das wackere Meisterlein spätestens am 1. Dezember in einem hiesigen Blatte dreimal wagen es Hierzu liegt vor der bei§ 126 zurückgezogene Antrag und Mit hintereinander veröffentlichen. Als die Polizei auf das Treiben gar, ihn gehörig abzuführen. v. Huene, wonach das Gesetz auf die Schulverbände keine An- langer Nase verläßt das Meisterlein das Lokal, faßt unterwegs Assing's aufmerksam wurde, machte sich dieser schleunigst aus aber einen unauslöschlichen Groll gegen den Ort, an welchem ihm dem Staube und es gelang nicht, feine Spur aufzufinden. Vor wendung finden soll. diese Schande angethan ist, daß einfache Arbeiter fich einigen Tagen nun hat die hiesige Kriminalpolizei von einem flug, weit flüger gezeigt haben als er, der große Riftenfabrikant. Hotelier in Ventimiglia an der Riviera die Nachricht erhalten, Wuthschnaubend geht es in die Fabrik, schnell wird ein Schrift daß dort bei ihm ein Fremder Namens Assini in Begleitung nein, zweier Damen angekommen sei und eine Schuld von 530 Frants ftück aufgefeßt, wonach seine Arbeiter sich bei Todesstrafe so blutdurstig ist unser Meisterlein noch nicht, er macht es noch fontrahirt habe, die er nicht bezahlen könne. Daß dieser Assini gnädig bei Strafe der sofortigen Entlassung verpflichten müssen, mit Assing identisch ist, erscheint zweifellos, da in einer feiner das besagte Lokal zu meiden. Der Kutscher, welcher die Unter- Begleiterinnen eine frühere Wirthin Assing's ermittelt worden ist. Die hiesige Behörde hat in der Angelegenheit nichts weiter fchrift verweigerte, wurde sofort entlassen. So straft ein Ristenfabrikant ihm gegenübertretende fabri- thun tönnen, als dem Hotelier den Rath zu geben, die dortigen Strafbehörden in Anspruch zu nehmen. fantenwidrig fluge Arbeiter! Die Obduktion der Leiche der angeblich von ihrem Raupenfraß in der Umgegend von Berlin. Die vom Raupenfraß schwer geschädigten Kiefernwälder in der Umgegend Manne ermordeten Frau Plessow in Spandau hat bie Berlins find im Laufe des vergangenen Herbstes und Winters pöllige Unschuld des Verhafteten ergeben.- Wie von der vielfach abgeholzt worden. Die Besitzer derselben haben nach Spandauer Polizei- Verwaltung mitgetheilt wird, ist Frau P., § 142 wird im Absatz 3 und 4, welche die Kommiffion vor- Abzug der Arbeitslöhne wenig davon gehabt, weil das Holz billig die übrigens schon einige Zeit hindurch kränkelte, am Herzschlag geschlagen hat, mit den Anträgen von Bedlitz und Ave- verkauft werden mußte, um die Flächen für neue Schonungen frei gestorben. Die Mittheilung, daß die Frau Strangulationszeichen narius angenommen. Der Antrag von Huene wird abzu machen. Hoffentlich tritt das Ungeziefer nun nicht wieder in im Halse gehabt, bezeichnet die Polizei als unwahr.- P. ist am Laufe des geftrigen Vormittags auf freien Fuß gesetzt dem Umfange auf, wie in den letzten Jahren. worden. gelehnt. 3. Abg. v. 3edlig: Den Eingang des dritten Absatzes folgendermaßen zu fassen: Rechte und Pflichten, welche auf besonderen Titeln des öffentlichen Rechts beruhen, bleiben in so weit u. s. w. wie in den Kommissionsbeschlüssen. Damit ist die zweite Berathung der LandgemeindeOrdnung beendet. Es liegt nun noch folgende Resolution vor: Die kgl. StaatsRegierung zu ersuchen, einen die Rechtsverhältnisse des sogenannten Auenrechte regelnden Gefeßentwurf möglichst in der nächsten Session den Häusern des Landtages zur verfassungsmäßigen Beschlußnahme vorzulegen. Die Resolution wird mit großer Mehrheit angenommen. Schluß 2% Uhr. Nächste Sigung Montag 11 Uhr.( Dritte Lesung der Landgemeinde Ordnung.) Lokales. Die Stichwahl im 17. Rommunal- Wahlbezirk ist auf den 5. Mai festgesetzt und findet in denselben Räumen, wie die ordentliche Wahl, in der Gemeinde Doppelschule 56/72, Brandenburg- heit zu lichten. straße 78/79, statt. " am 1. Mai Ein weiblicher Kaspar Hauser ist letzten Sonntag in den An die Genoffen und Genoffinnen von Nieder- SchönNachmittagsstunden tief im Walde bei Grünau durch Forstbeamte aufgefunden und an die Ortspolizeibehörde in Adlershof weide, Johannisthal und Umgegend! Am 9. April tagte in abgeliefert worden. Es handelt sich um ein etwa acht Jahre der Brauerei Borussia", Nieder- Schönweide, eine Volksversammaltes, in dem Zustande völliger Verwahrlosung befindliches Mäd- lung für Männer und Frauen, welche sich mit der diesjährigen chen, welches blondes Haar hat und ein roth und schwarzbuntes Maifeier zu befassen hatte. Alle Genossen und Genossinnen werden Kleid, sowie eine blaue Schürze trug. Das Kind hat bis heute wissen, welchen schweren Stand wir hier haben, betreffs der auf die ihm vorgelegten Fragen nach Herkunft, Dauer des Lokalfrage. Dieser Punkt wurde auch in der obengenannten VerAufenthaltes im Gehölz nicht die geringste Auskunft gegeben, sammlung eingehend erörtert, und konnte die Versammlung, in wie auch überhaupt noch nicht ein einziges Wort über seine Anbetracht der ungünstigen Lokalverhältnisse, betreffs der Feier Es wurde nun in Lippen gekommen ist. Die Behörde steht bisher vor einem des 1. Mai keinen festen Beschluß fassen. Räthsel, dessen Lösung sich zunächst auf die Feststellung be- dieser Versammlung ein Festkomitee gewählt, welches von der schränken muß, ob das Mädchen stumm, taubstumm oder geistes- Versammlung folgenden Auftrag erhielt: Das Festtomitee wird frant sei. Merkwürdig erscheint es, daß bei den Behörden keine beauftragt, die Maifeier recht imposant zu gestalten; findet Anzeige über das Verschwinden eines Kindes eingelaufen ist, die Maifeier am 3. Mai statt, so ist sodaß es den Anschein gewinnt, als ob dasselbe nicht ohne Ab eine Boltsversammlung einzuberufen; sollte das Fest am ficht im Walde in hilfloser Lage zurückgelassen worden ist. Biel. 2. Mai stattfinden, so fällt die Wolfsversammlung aus. leicht trägt diese Mittheilung dazu bei, das Dunkel der Angelegen. Das Festkomité theilt nun allen Genossen und Genossinnen mit, daß für den 2. Mai tein Lotal zu bekommen war, und findet das Fest am 3. Mai in Johannisthal bei Senftleben( JohannisEin neuer sehr lohnender Industriezweig scheint jetzt thaler Boltsgarten) statt. Unser Bestreben soll es sein, das Fest Bei der bevorstehenden Stichwahl im 17. KommunalWahlbezirke kommt es für die Sozialdemokratie, da ihr Kandidat das Haufiren mit orientalischen Teppichen zu fein. Eine ganze zu einem wahren Wolfsfefte zu machen. Es finden Instrumentaldem„ freifinnigen" nur um wenige Stimmen( 11) voraus ist, Anzahl österreichischer" Gigerln" mit unverfälschtem öfter Konzert, Gesangs Vorträge, Tanz und Bolts- Belustigungen im darauf an, möglichst diejenigen( 2753) Wähler an den Wahltisch reichischem Dialekt und untadelhaft nach der Mode, d. h. mit Walde statt. Eintrittskarten zum Preise von 30 Pfg. find zu zu bringen, die sich am Dienstag bei der Wahl nicht betheiligt Schnabelschuhen und weiten Hosen, gekleidet, besuchen jetzt den haben in Nieder- Schönweide bei Herrn Siebenbaum, Restaurateur, haben. Unter diesen Säumigen und Gleichgiltigen find viele wohlhabenden Theil der Stadt und preisen ihre persischen, türkischen und bei Herrn Kurt, Berlinerfir. 22 im Zigarrengeschäft. In Arbeiter. Wenn diese wenigstens bei der Stichwahl wählen und und echten Bocara- Teppiche an. Infolge ihrer Zungenfertigkeit Johannisthal bei Herrn Mielenz im Laden und bei Herrn Senftdadurch ihr Versäumniß wieder gut machen, so siegt unser soll der Absah recht flott gehen. Wenn man diese Herren fragt, leben, Restaurateur. Im Vorverkauf erhält jeder Käufer eine Kandidat Börner, mögen selbst die( 150) Antisemiten für den wo sie ihr Lager haben, so erhält man die Antwort, daß die Festzeitung( Verlag des Vorwärts") gratis. Tanz abfolut frei. Teppiche unversteuert auf dem Packhofe liegen und deshalb dort Im Uebrigen verweisen wir die Genossen und Genossinnen noch " Freisinnigen stimmen, wie der Börs.- Cour." erwartet. Die Freis. 3tg." hatte am Mittwoch unter„ Letzte Nach- nicht besichtigt werden können. Der„ Konf." ist aber der Sache auf die demnächst im Vorwärts" erscheinende Annonce. Alle richten" in besonders ausgezeichnetem Drud folgendes Resultat auf den Grund gegangen und hat das Hauptlager dieser Teppiche Genossen und Genofsinnen sind bestens eingeladen. Das Festangegeben: Liebenow 884, Börner 1054, Jensen 221 Stimmen". herausgefunden; es befindet sich in der Leipzigerstraße, wo ein Romité. 3. A.: Karl Laffe. Polizeibericht. Im Spandauer Schifffahrts- Kanal, an der Die wirklichen Stimmen waren 690, 701 und 150. Am Donners- ingeniofer Teppichhändler diese Herren mit österreichischem " Wir sind mystifizirt worden durch Dialekt engagirt hat, die sich nun als Türken ausgeben, um 19 Torfstraßen- Brücke, wurde am 15. April Nachmittags die Leiche tag schreibt nun das Blatt: des seit dem 10. b. m. vermißten Schankwirths Krüger angeeine Mittheilung, welche ein für den Sozialdemokraten günstigeres Teppiche hier leicht abzusetzen. Stimmenverhältniß angab." Soll damit am Ende angedeutet Der Zusammenstoß eines Theiles von dem im Abbruch schwemmt. Auf dem Neubau Oranienburgerstr. 54 fiel zu der sein, die" Freif. 3tg." sei von einem Sozialdemokraten mystifizirt befindlichen großen Eckhause Friedrichstraße 118 a und Oranien felben Zeit der Maurerlehrling Conrad infolge eines Fehltritts worden? Die Ausrede wäre doch zu dumm. burgerstraße 51 und das dabei erfolgte Verschütten dreier aus dem dritten Stock des Seitenflügels auf das Dach des NebenGegen die Juftitution der Kassen Aerzte im Berliner Menschen in den Trümmern alarmirte vorgestern Abend gegen hauses hinab und wurde am Rücken, an der Hüfte und am EllenKrankenkassen Wesen beginnt man jetzt aus den Kreisen der sechs Uhr die Oranienburger Vorstadt. Das genannte Grund- bogen verletzt. Beim Abbruch des Hauses OranienburgerAerzte heraus Front zu machen. So hat sich am 10. b. M. hier: Stück ist ein mächtiger Bau, der außer dem Erker an der Straße 51 stürzte Nachmittags vermuthlich infolge Ueberlastung selbst unter dem Namen Verein zur Einführung der freien Friedrichstraße sechs, an der Oranienburgerstraße vierzehn Fenster mit Schutt die Decke des Treppenflurs im zweiten Stod ein, Aerztewahl im Berliner Krankenkassen- Wesen" ein Aerzte- Verein Front hat. Der Abbruch erfolgt unter Aufsicht des Bauführers durchschlug die darunterliegenden Stockwerke bis in den Keller Köse unter der speziellen Leitung des Poliers Ranowsti; bei und verschüttete den Zimmermann Dann, den Maurergebildet, welcher es sich einzig und allein zur Aufgabe gemacht den Arbeiten sind etwa vierzig Leute beschäftigt. Bereits vor- lehrling Preuß und den Kutscher Busse, so daß dieselben durch hat, das jetzt bestehende System der Monopolisirung der Aerzteftellen durch das System der freien Aerztewahl abzulösen, ein gestern Abend etwa um dieselbe Stunde schlug beim Umlegen die Feuerwehr hervorgeholt werden mußten. Die beiden Ersteren einer Mauer das Deckengebält aller vier Etagen des Hauses wurden nach der Charitee und letzterer nach der UniversitätsSyſtem, bei welchem, wie die bereits damit gemachten Erfah bis hinab zum Keller durch, zum Glück, ohne daß Menschen- Klinik gebracht. Als zu derfelben Zeit der Tischler Roll mit Der junge Bauführer zog feinem Möbelwagen Orten beweisen, bei gleichen Koften in erster Reihe die Ver- leben dabei zu Schaden kamen. ficherten und in zweiter Reihe auch die Aerzte beffer fahren. Der aus dem Unfall leider keine Lehre, sondern ließ gestern Veteranenstraße hinabfuhr, stieß er vor dem Haufe 28 mit einem Verein zählt bereits 200 Berliner Merate als Mitglieder und entgegen den Rathschlägen des erfahrenen Poliers die Dielen dort haltenden Rollwagen zusammen, infolge dessen sowohl Roll, des britten Stockes abreißen, ohne für anderweite Sicherung als auch der Rollkutscher von ihren Wagen geschleudert wurden. werden voraussichtlich sich bald die Berliner Aerzte in ihrer der in diesem Stock noch beschäftigten Arbeiter zu beforgen. In Ersterer blieb unbeschädigt, Letterer erlitt jedoch eine so schwere großen Mehrheit diesem Vereine anschließen, als dessen erster Vorsitzender der praktische Arzt Herr Dr. Georg Müller S., der sechsten Abendstunde waren auf der entblößten Deckenlage Verlegung des Oberarms, das er nach dem Lazarus- Krankenhause Brandenburgstraße 80, fungirt. Gin derartiges gemeinsames die brei Maurerlehrlinge Wilhelm Preuß, Hermann Bald und gebracht werden mußte. Auf dem Flur des Hauses Prenzlauer Borgehen der Herren Aerzte fann nur mit Freude begrüßt iſchte beim Steinefangen beschäftigt, als plöblich die Decke mit Allee 12 wurde Abends ein Mitglied der sogenannten Heilsarmee werden und wird dasselbe zweifellos allfeitiger Sympathie der dem Wilhelm Preuß praffelnd in die Tiefe ſant. Im zweiten mit einer Kopfwunde aufgefunden und nach dem Krankenhause Bersicherten begegnen. Soll nun aber das wirken dieses Vereins Stock, gerade unter der Unfallstelle, war der Bimmergeselle am Friedrichshain gebracht. Auf dem Abort des Hauses Unter ein für beide Theile segensreiches werden, so ist es nothwendig, Friedrich Dann mit Zimmerarbeiten beschäftigt. Er wurde von den Linden 20 wurde in der Nacht zum 16. b. M. ein Meindaß beide Theile Hand in Hand zielbewust vorgehen, damit auf den Balten und Trümmern ergriffen, welche auch dieſes Stock reisender erschossen aufgefunden. Bu derfelben Zeit fanden zwei diese Weise die Gefahr der Einseitigkeit am besten vermieden durchschlugen und mit dem Preuß auch den Dann hinabriffen. Kleinere Brände statt, Das erste Stock vermochte den vermehrten Trümmermassen ebenwerden kann. Möge daher nach dieser Richtung hin mit versowenig Halt zu bieten; auch hier wurde die Decke durchschlagen, einten Kräften zum Besten Aller weiter gewirkt werden. 11 genug bekommt. Gerichts- Beitung. ein lauter Aufschrei erfolgte und der im Erdgeschoß stehende Die Abhängigkeit der Arbeitslöhne von der Religion Rutscher Busse, welcher den Polier hatte suchen wollen, war bis sucht der Berliner Arbeiterfreund" nachzuweisen, indem er er- über den Kopf unter den Trümmern begraben. Eine dichte Ein dreister Ranbanfall beschäftigte gestern wiederum das zählt, daß der durchschnittliche Tageslohn eines Arbeiters in den Staubmaffe, die über der Unfallstelle aufwirbelte, ließ zunächst heidnischen Ländern 0,40, in den mohamedanischen 0,80, in den den Umfang der Ratastrophe nicht erkennen. Nichtsbestoweniger fatholischen 1,48 und in den protestantischen 3,60 Mart beträgt. machte man sich sofort an die bald auch von der Feuer- Schwurgericht des Bandgerichts I. In dem Th.'schen Lokale Am schnellsten wurde in der Weberstraße sollen mit Vorliebe folche Leute verkehren, Diese Zahlen beweisen," setzt das fromme Blatt hinzu, daß, wehr unterstützte Rettungsarbeit. je höher, die sittliche Stufe der in einem Lande vorherrschenden Dann( geb. 12. November 1866, wohnhaft Wörtherstr. 55) aus welche in gewiffen Streifen nur mit ihren Spitznamen benannt ben Schuttmaffen herausgeholt; er hatte durch die auf ihn werden. Dort heißen bestimmte Personen nur der schöne Emil", außerdem eine der schlanke Thomas"," Pustekohl", Pippig" und„ Marsebartel". Religion ist, desto besser die Lage der armen Bevölkerung ist." Dem B. A." tommt es natürlich nur darauf an, den stürzenden Balfen zahlreiche Kontusionen, Glauben zu erwecken, daß die protestantische Religion die sitt Duetschung am rechten Fuß erlitten. Schwerer war schon die Am Abende des 7. November v. J. waren zwei geiftestranke Verlichste" set. Nebenbei hofft er, daß der„ denkende Leser" aus den Rettung des jungen Preuß( geb. 31. Januar 1876, wohnhaft brecher aus der Jrrenanstalt zu Dalldorf ausgebrochen und ihr Sier trafen sie mit einem gewissen angegebenen Zahlen den Schluß ziehen werde, daß der Arbeiter, Anklamerstr. 27), er steckte bis an den Hals im Schutt und hat erfter Gang war nach ihrem früheren Stammlotal, der ober der es bei der enormen Höhe der sittlichen Stufe der proteftan- namentlich durch die den Hals beengenden Ballen Verlegungen erwähnten Destillation. bald befreundet wurden. Als Fünfter gefellte sich tischen Religion schon zu einem Tageslohn von 3,60 Mart gebracht erlitten. Mit unendlichen Schwierigkeiten war die Herausholung Ma& Saud und Georg Jäschte zusammen, mit denen hat und troßdem immer noch mehr verlangt, eigentlich doch nie des Kutschers Busse( wohnhaft Wilmersdorf, Kaiser- Allee, Haat fie sches Haus), verknüpft. Man mußte eine Wand durchstemmen, ein Gast zu ihnen, der durch Zufall in das Lokal um von der Seite an den Berunglückten heran zu kommen. gerathen war. Es war der Lokomotivführer H., der des Guten Reber die Behandlung von russischen Auswanderern Trotzdem ist Busse noch verhältnismäßig am besten weggekommen; etwas zu viel gethan. Durch fleißiges Butrinten machten die vier werden nns lebhafte Klagen mitgetheilt. Vorgestern tamen hier er hat nur am Arm ernſtere Quetschungen erlitten. Ein Arzt Personen ihn vollends betrunken und verschleppten ihn dann nach aus Bremen ungefähr dreißig Personen, Frauen, Männer und war sofort zur Stelle und leitete die Ueberführung der Ver- anderen Lokalen. Die Anklage nimmt an, daß es damals schon Kinder an. Dieselben hatten bereits ein Schiff des Bremer Lloyds unglückten nach ber Charitee. Die Stelle des infalls war von auf eine Beraubung$.' s abgesehen war. Bulegt wurden alle fünf Personen in einer Destillation am Königsthor gesehen. Nach längerer Zeit wachte H. aus schwerer Ohnmacht auf. Er bestiegen, um nach Amerika überzufahren. Von diesem Schiff vielen Neugierigen umlagert. wurden sie auf Anordnung der preußischen Behörden wieder ent Der bekannte frühere Premierlieutenant Affing aus fand sich im Friedrichshain auf der Erde liegend wieder, seine fernt und hierher nach Berlin transportirt. Die Leute fanden hier vorläufige Unterkunft im Polizeipräsidium am Alexander- Potsdam hat wieder einmal nach geraumer Zeit etwas von sich letzte Erinnerung war die, daß er, mit seinen Begleiterrn, durch play, wo sich bereits eine größere Anzahl russischer Auswanderer hören laffen. Im Jahre 1800 befakte ſich ſſing mit Grün- den Park gehend, plößlich zu Boden geschlagen wurde. Nachdem er Wie es heißt, müssen die Auswanderer, die ihr Waterland ohne durch eine Schlägerei, welche er mit einem hochgestellten Beamten monnaies mit Inhalt und feiner Schlüssel beraubt hatte. Ihn fogenannte Gouvernementspässe verlassen haben, den Weg bis in einem der erſten hiesigen Hotels hatte, weil er sich von dem schmerzte ber britte Finger der rechten Hand und er bemente, b zur russischen Grenze zu Fuß zurücklegen.( Red.) In der Betreffenden übervortheilt glaubte. Dann ist Affing in Wien auf- Räuber ihm selbst den eingewachsenen Trauring mit roher Gerussischen Botschaft sollen Verhandlungen stattgefunden haben getaucht und hat dort durch Zeitungsinserate Rapitaliſten zur walt vom Finger gezogen hatten. Der That verdächtig find die barüber, ob seitens der russischen Regierung nicht bie nöthigen Berwerthung einer genialen unfindung" gesucht. Den Personen, beiden Dalldorfer Verbrecher, von benen ber eine ben SpitGeldmittel bewilligt werden könnten, damit die Auswanderer die dann mit ihm in Verbindung traten, töffnete er, er habe namen Rammerpaul" führt und die gestern auf der Antlagewenigstens bis zur Grenze mit der Eisenbahn befördert werden ein untrügliches Mittel erfunden, die Spielbank in Monaco zu bank befindlichen Hauck und Jäschke. Gegen die beiden Ersteren sprengen. Doch damit scheis er nicht viel Geſchäfte gemacht hat ihres Geisteszustandes wegen nicht eingeschritten werden zu haben; denn später hat er, obwohl er völlig mittellos war, tönnen. Die Beschuldigten bestritten, sich an dem Raube bes tönnen. Die Nache des Fabrikanten. Saß da jüngst in einem Rammerdiener gesucht, benen er bei freier Verpflegung ein theiligt zu haben, die That müsse von den beiden Dalldorfern Lokale ein ehrfamer, gutgesinnter Fabrikant, in einem Lokale, in Monatsgehalt von hundertfünfzig Gulden versprach, die aber ausgeführt sein. Die Uhr ist bei Jäschte gefunden worden. Derwelchem, es war eine Destillation, vorwiegend Arbeiter und auch als Gegenleistung eine Raution" von tausend Gulden zu zahlen felbe giebt an, daß er und Hauck sich am Stönigsthor vor der Dalldorfern, die den trunkenen H. führten, bie bei ihm beschäftigten Arbeiter verkehrten. Unser bieberes hatten. Die österreichische Regierung nahm damals Veranlassung, beiden Fabrikantlein läßt sich in leutseligſter Weise herab, sich mit einigen den Schwindler aus dem gesammten österreichischen Staatsgebiete trennten und erst später zufällig mit den Ersteren wieder zugerade anwesenden Arbeitern in ein nicht minder leutseliges Ge- auszuweisen, und Affing fam infolge beffen im Jahre 1889 nach fammengetroffen seien. Bei dieser Gelegenheit will Jäschke vie spräch einzulassen. Kommt nun auch das Gespräch auf die böse Berlin, wo er fofort ebenfalls mit einer genialen Erfindung an Uhr gekauft haben. Während der Staatsanwalt die Angeklagten Sozialdemokratie und ähnliche Dinge, will nun unser Meisterlein die Deffentlichkeit trat. sein Licht leuchten lassen und die bethörten, verheßten und unzu- Schuldscheine über je fünf Mart aus, die vom 15. Februar 1889 Bertheidiger, Rechtsanwälte Geschte und Gelbte, bas z friedenen Arbeiter eines Besseren belehren, sind aber diese ge- batirten und bis zum 15. Dezember 1889 liefen. Er verkaufte Tage gebrachte Belastungsmaterial nicht für ausreichend, um wöhnlichen Arbeiter so unverschämt, die Leutseligkeit des Herrn diese Schuldscheine für eine Mark namentlich an Schultinder, die bis dahin unbescholtenen Angeklagten zu verurtheilen, Die Geschworenen sprachen nur den Angeklagten Gat Fabrikanten mit Undankbarkeit zu belohnen- Undankbarkeit ist und soll mehrere Sunderte dieser Scheine abgesezt haben, weil Gesangverein Jugendfreuden" bet n " Berein ehem. fchuldig, dem sie mildernde Umstände bewilligten. Jäschte| feien. Knorr erklärte sich bereit, zu beschwören, daß Aschen- Buger Berlins und umgegend"" Gemüthittett", Seyber mußte demgemäß freigesprochen werden, Hauck wurde zu brenner ihm in Abwesenheit des Kluge die Mittheilung gemacht fiabe so bet Breußer. Buchbinder: Männerchor" Berlin, Alte Jatobftr. 75 bet Feuerstein. Männer- Gefangverein der Berliner anderthalb Jahren Gefängniß und zweijährigem Ehr hat, der Gerichtshof nahm aber von einer Vereidigung des Zeugen Schmiede", bet Tempel, Breslauerstr. 27.- Arbeiter- Gesangverein, or b", Knorr als eines Mitthäters Abstand. Rechtsanwalt Munckel Brunnenstr. 38 bei Gnadt., verlust verurtheilt. Gefangverein orbeertran 3", Restaurant -aiser'scher Männerchor", Schönhauser Allee 23 bet beantragte auf Grund der Beweisaufnahme die Bestrafung des Weinstr. 11. Nürnberg. Vor dem Schöffengericht zu Potsdam standen am 15.b. M. Angeklagten, Rechtsanwalt Räbell dagegen hielt die Frei- Arbeiter Gefangverein" offnung", Friedrichsberg, Friedrich Karlstr. 34 Gesangverein Wiederhall", Wrangelftr. 141 bei Schmidt. der Schuhmacher Godglück und 6 Genossen unter der Anklage, sprechung für geboten. Der Gerichtshof erachtete bei dem bet Schulze. Rummer'scher Gesangserein", Elisabethstr. 11 bei Rüth. in den Jahren 1889 und 1890 als Vorsteher eines Vereins, vollständigen Widerspruche der Zeugenaussagen die Sache nicht Sefangverein"& s mer alba", Stoppenstraße 35 bet seller, Abends& hr. Wilhelm Liebertafel", 9 Trucks, welcher bezweckt, politische Gegenstände in Versammlungen zu für genügend aufgeklärt und erkannte auf Freisprechung des An- teichenbergerstraße 83.- Gesangverein, Tonblüthe", Görligerstr. 58 bei erörtern, mit andern Vereinen gleicher Art zu gemeinschaftlichen geklagten. Pfarrer Witte wird gegen das Erkenntniß Berufung Zoltsdorf. Karthanfcher" Gesangverein, Große Frankfurterstr. 99 bet Krüger, Frankfurter Bierhallen. Zwecken in Verbindung getreten zu sein, Bergehen gegen§ 8b, 16 einlegen. des Vereinsgesetzes. Die Angeklagten sind die Vorsteher der zu Keller, Bergstr. 68. Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Männnerchor Waldbes Potsdam befindlichen Zahlstelle des Vereins deutscher Schuh- Eine der vagen Beschnldigungen gegen die Führer der rauschen", Martgrafenftr. 87 bet Weigt.- Männer- Gefang- Berein„ unton" macher und stehen mit dem Hauptvorstande, welcher zu Nürnberg gewerblichen Bewegungen bildete den Gegenstand einer Ver- Abends 9 Uhr, in der Berliner Bod- Braueret. Mufifbilettanten- Beretn feinen Sitz hat, in Verbindung, ebenso mit einer Anzahl von handlung vor dem Schöffengericht. Die Maurer Krieg und" locke" 9-11, Uebungsstunde. Neue Mitglteber werden aufgenommen. Bergnügungsverein Glück auf", Abends 8 Uhr, Sigung bet Möwes, Filialen. Die Staatsanwaltschaft erhob die obengenannte An- Sch e el hatten Privatflage gegen den Maurer Schulz er- Fichtestr. 29. Nach der Gigung Tanz. Gäfte willkommen. Bergnügungs flage von dem Gesichtspunkte aus, daß sowohl der Gesammt- hoben, weil dieser den einen beschuldigt habe, sich als Sammler verein Beilchen", Sigung mit Damen von 9 Uhr ab, Admiralstr. 38 bet verband als auch die einzelnen Filialen sich nach den Statuten und von Streifgeldern neue Kleider davon angeschafft zu haben, und Abends 9 Uhr, im Restaurant Heinicke, Dranienstr. 36. Geselliger Verein Lülow. Gäste willkommen. " Immergrün den Erörterungen in den Versammlungen als politische weil er, als hiergegen protestirt wurde, sich verschiedener Schimpf- Schüler der 38. Gemeinde Schule, Sigung, Abends Uhr, im charakterisiren. Vor dem Schöffengericht wurde eine Reihe von worte bedient habe. Im Termin erklärte der Angeklagte selbst, Grand Restaurant Stornblume"( Inh. Dito Noll), Andreasftr, 3. Gäfte willkommen. Rauchflub Ohne 3wang", Abends 8 Uhr, bet. Spaeth, Bolizeibeamten vernommen, welche bekundeten, daß vorzugsweise ge- seine Behauptungen nicht aufrecht erhalten und keinen Beweis Weinstraße 28. Stattlub Tournee", Abends 8% Uhr, beim Genossen wertschaftliche Fragen in den Vereinsversammlungen besprochen für sie antreten zu können. Er nahm deshalb die Beleidigung Karl üürich, Wrangelstr. 84. Gäste durch Mitglieder eingeführt willkommen wurden, daß aber auch bezüglich der Feier des 1. Mai in einer mit Bedauern zurück, worauf die Kläger auf weitere Schritte Versammlung agitirt und bekannte Politiker, wie Baginsti- Berlin gegen den Kollegen verzichteten. Immerhin dürfte diesem die unin dem Verein gesprochen. Der Staatsanwalt berief sich in überlegte Redensart theuer genug zu stehen kommen, da er die feinem Plaidoyer auf ein Urtheil des Kammergerichts, welches die Kosten zu tragen hat. Schließung einer Filiale des Verbandes deutscher Schuhmacher und die Bestrafung der Vorsteher billigte, und suchte aus dem Statut den politischen Charakter der einzelnen Vereine zu erweisen. Er beantragte gegen jeden der Angeklagten 30 Mart Geldstrafe. Der Vertheidiger Rechtsanwalt Freudenthal Berlin führte aus, daß das Urtheil des Kammergerichts nur Rechtssätze ausspräche, welche auf den Thatbestand, wie er sich in der Verhandlung ergeben, gar nicht paßten. Weder das Statut, noch die Erörterungen in dem Verein führen dazu, da nur gewerkschaftliche Fragen, ohne daß sie in praktische Beziehung zu dem Staatsleben gebracht seien, besprochen seien, daß man von politischen Vereinen im Anklagefalle reden dürfe. Rechtsanwalt Freudenthal beantragte die Freisprechung, auf welche der Gerichtshof erkannte. 1 Depeschen. Bor etwa 4 Wochen meldeten die Zeitungen, daß der in der Johanniterstr. 1 wohnhafte Schankwirth Franz Gabel unter dem Verdacht der Hehlerei verhaftet worden sei. Die Kriminalpolizei glaubte die Beweise in Händen zu haben, daß Plate 3049, Schmalfeldt 3900. 12 Orte fehlen. G. sein Lokal zu einem Schlupfwinkel für Diebesgesindel gemacht und geduldet habe, daß gestohlenes Gut bei ihm abgesetzt werde. Der auf Herrn G. ruhende Verdacht hat sich als unbegründet er wiesen, denn die V. Straftammer hat dieser Tage beschlossen, das Verfahren gegen G. einzustellen. ( Privattelegramme des Vorwärts.") Bremerhaven, 16. April. Bismarck 7011, Adloff 2459, wider Gubela wird uns mitgetheilt, daß ein Name falsch anZu dem Bericht über die Gerichtsverhandlung Mengers gegeben ist. Es handelt sich nicht um Frau Kanit, sondern um Frau Kahn. . Versammlungen. Große öffentliche Versammlung für Frauen und Männer am Sonntag, den 19. d. Mts., Abends 6 Uhr, bet Knebel, Badftr. 58. Tages ordnung: 1. Die verdammte Bedürfnißlosigkett. Referent: Genoffe Beus. 2. Diskussion und Verschiedenes. Nachdem: Gemüthliches Betsammensein und zanz. Um zahlreichen Besuch wird gebeten. ( Depeschen des Bureau Herold.) Amsterdam, 16. April. Der Bürgermeister versagte den Arbeiterverbänden die Erlaubniß zur Feier des 1. Mai durch Straßenkundgebungen für den Achtstundentag. Budapest, 16. April.„ Nemzet" meldet aus Sofia: Die Beltschews; sie wird in einigen Tagen in der Lage sein, dieselben bulgarische Regierung fennt den Aufenthaltsort der vier Mörder dingfest zu machen. Der intellektuelle Urheber des Mordes spielte einst eine bedeutsame politische Rolle in Bulgarien, er war auch bei dem Morde anwesend. Die Mörder flüchteten nach der That über Serbien, in Belgrad wartete ein Dragoman einer mit Rußland sehr befreundeten Macht im Bahnhofe auf die Mörder, denen er bei der Flucht an die Hand ging. In Belgrad trennten sich die Attentäter, jeder nach einer anderen Richtung, um den Nachforschungen der Polizei zu entgehen. Der Urheber des Mordes erhob in Semlin einen postlagernden Geldbrief mit 200 Rubeln; ebenderfelbe hatte bereits vor einem halben Jahre aus Belgrad Drohbriefe an Stambulow und den Redakteur der„ Swoboda" gerichtet. ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) In der Privatklage des Pfarrers Witte gegen den jebigen Posamentierwaaren Händler, früheren Redakteur Aschenbrenner fand gestern wiederum Termin vor der 100. Abtheilung des hiesigen Schöffengerichts statt. Es handelt sich um einen Artikel im Moabiter Wochenblatt" vom 25. Januar v. J., in welchem der deutliche Hinweis darauf enthalten war, daß Pfarrer Witte versucht habe, durch Bestechung in das Moabiter Pfarramt zu kommen. Es heißt nämlich darin: Pfarrer Witte habe sich dahin geäußert, daß er Vereinigung der Drechsler Deutschlands, Zahlstelle Birdorf und die Stimmen der Freifinnigen schon sicher habe, und daß, wenn mgegend. Sonntag, den 19. April, Vormittags 11 Uhr, Bersammlung in Hoffmann's Lokal, Bergstr. 133. Tagesordnung: 1. Bericht der Delegirten. es gelänge, noch einige Positive herum zu kriegen, Iseine Wahl 2. Discussion. 3. Stellung anm 1. Mat. 4. Verschiedenes. Neue Mitglieder außer Zweifel stehe. Dabei habe Pfarrer Witte eine Hand- werden aufgenommen. Effen a. d. Ruhr, 16. April. Der Rheinisch- Westfälischen bewegung gemacht, als ob man Geld aufzähle. Wegen dieses Versammlung der Bau- Anschläger Berlin Weft am Sonntag, den Beitung" zufolge hat feit heute Morgen auf der Zeche Eintracht Artikels war zuerst der Redakteur der" Moabiter Nachrichten" neuer Mitglieder. 19. April, Vormittags 10 Uhr, bet Herrn Bemter, Münzftr. 11. Aufnahme Tiefbau" bei Steele, Schacht Nr. 2, die ganze Belegschaft die Knorr angeklagt worden und dieser hatte den An- Achtung! Graveure, Bifeleure und Berufsgenossen! Heute, Arbeit niedergelegt infolge der Weigerung der Verwaltung, die geklagten als denjenigen benannt, welcher ihm die Freitag, den 17. April, Abends 8½ Uhr, findet im Lokale des Herrn Feuerstein bekannten Forderungen wegen Lohnerhöhung und Schichtdauer ( oberer Saal), Alte Jakobstraße 75, eine große öffentliche Versammlung des Auf Zeche betr. Mittheilung mit der Versicherung gebracht habe, daß er für Ortsvereins der Graveure, Musterzeichner und sämmtlicher graphischen zu bewilligen. Auf Schacht 1 arbeitet alles. die Richtigkeit einstehe. In einem früheren Termin hatte der Berufe( Lithographen, Xylographen, Biseleure 2c.) statt mit folgender Sellerbect" bei Mühlheim a. d. Ruhr streikt seit heute früh Gerichtshof beschlossen, die Disziplinaratten gegen Witte von Tagesordnung: 1. Das Kunstgewerbe und die soziale jetzige Lage deffelben. Die ganze aus 247 Mann bestehende Belegschaft des Schacht Referent: Herr Redakteur G. Goldschmidt. 2. Frete Diskussion. Es ist dem Konsistorium einzufordern; wie der Vorsitzende bemerkte, er- Pflicht eines jeben Kollegen, die betreffende Bersammlung zu besuchen, damit , Carnall", weil die Verwaltung wegen technisch erforderlicher geben dieselben nichts, was auf die Moabiter Pfarrwahl Bezug wir in der Lage find, voll und ganz unsere Ansicht vertreten zu können; Beschränkung 36 Arbeitern zum 30. April gekündigt hatte. habe. Es haben zwar einige Bernehmungen stattgefunden, doch speziell sind die Mitglieder der Freien Vereinigung der Graveure, Biseleuré ist dieserhalb kein Disziplinarverfahren eingeleitet worden, in den Aften handelt es sich vielmehr nur um die bekannten Broschüren des Pfarrers Witte gegen den Hofprediger Stöcker. Der Angeflagte Aschenbrenner beftritt ganz entschieden, daß er die Verantwortung für den Artikel zu übernehmen habe, da Herrn Knorr nur Gerüchte mitgetheilt seien. Beuge Knorr blieb aber dabei, daß der Angeklagte ihm die Versicherung ge geben, daß er für die Richtigkeit der Mittheilung einstehe. Bäckermeister Kluge, Mitglied der Gemeindevertretung der Johanneskirche erklärt, daß die ganze Mittheilung bei Gelegenheit einer Versammlung an Knorr gelangt sei, aber entschieden nicht von Aschenbrenner, sondern von ihm( Beugen) selbst. Er sei an jenem Abend immer an der Seite des Angeklagten gewesen und müsse behaupten, daß die Angaben des Herrn Knorr unwahr Unserem Genossen Johann Blum und verwandten Berufsgenoffen" bazu verpflichtet. Eine öffentliche Versammlung der Schneider und Schneiderinnen findet am Montag, den 20. April, Abends 8 Uhr, im Lotale des Herrn Müller, Johannisfir. 20, ftatt. Auf der Tagesordnung steht unter Anderem ein Vortrag des Kollegen Täterow über: Grobe Mißstände in der Maß branche." Es ist nothwendig, daß alle Maßarbeiter in dieser Bersammlung erscheinen. Nosenthalerstr. 88. " Briefkaffen der Redaktion. P. B. C. Geldstrafe bis zu 6000 m. Auch derjenige, welcher das unbefugt nachgemachte Modell mit Kenntniß des Sachverhalts fauft, ist strafbar. Beide sind dem Modelleigenthümer schadensersatzpflichtig. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 19. April, Bormittags 10 Uhr, In der humanistischen Gemeinde, Kommandantenstraße 79, hält am nächsten Sonntag Vormittag 10 Uhr Herr Schäfer den Bortrag über die natürliche Entwickelung und das Schöpfungswunder. Gäfte willkommen. bei Grube, Martendorferstr. 10. Gäste haben Zutritt. Lese- und Diskutirklubs. Freitag. Karl Marr", Abends 9 Uhr, Süden", Abends Briefkaffen der Expedition. 8% uhr bet Schwarzkopf, Staligerftr. 11. Gäste, Damen und Herren, durch Mitglieder eingeführt, willkommen. Für die Ausgesperrten gingen ferner ein: Graf Kleist, stunde, Aufnahme von Mitgliedern. Männer- Gesangverein" Collegia", Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend Abends 9 Uhr, uebungs- Abschied Berl. Schweiz 3,-. Gesangverein Männerchor„ St. Restaurant Reichenbergerstr. 16. Gefangverein des Fachvereins der Urban" 20,-. Todes- Anzeige. Mein Schuh- und Stiefel- Lager für Herren, in Ostrowo zu seinem 72. Geburtstage Nachricht, daß mein lieber Mann und Damen und Kinder bringe hiermit in empfehlende Erinnerung. ein donnerndes Hoch! 281b Seine Landsleute. Allen Freunden und Bekannten zur Bater, Frik Krebs, am Mittwoch, den 15. April, nach dreimonatlichem Krankenlager fanft entfchlafen ift. Unferem werthen Rollegen S. Fischer Die Beerdigung findet am Sonntag ( Knochenhermann), zu seinem heutigen 2 Uhr vom Moabiter Krankenhaus, Wiegenfeste ein dreimal donnerndes Birkenstraße, aus, nach dem JohannisHoch! 265b Die Kollegen d. Telegraphenbau- Anstalt Kirchhof in Plößensee statt. von C. Lorenz. 249b Allen Freunden und Genossen empfehle mein 263b Wittwe Krebs und Tochter. Todes- Anzeige. Am 15. d. M., Morg. 73/4 Uhr, Weiß- und Bairisch- Bierlokal verstarb unser langjähr. Vereinsnebst Garten und Kegelbahnen( pro Stunde 60 Pf.) Stempel! B. Reiche, Landsberger Chaussee 1. Grösstes Lager 97b von Kinderwagen 3. febr billigen Preisen Theilzahlungen gestattet. F. Werthmann, Berlin SO., Franzftr. 6, a. Raiser Franz Grenadierplay. Robtabat A. Goldschmidt, Spandauerbrüde 6, am hiesigen Platze bekanntlich Größte Auswahl. Garantirt ficher brennende Tabake. Streng reelle Bedienung, billigste Preise! Sännntliche im Handel befindl. Rohtabake sind am Lager. A. Goldschmidt, Spandauerbr. 6, am Hacke'schen Markt.[ 746 * H.GUTTMANN Stempel-, ( Schablonen-, SchilderFabrik * Berlin N., Brunnenstr.9. Stempel! taffirer und trener Genosse Fritz Krebs, an der Proletarierkrankheit. Er ruhe sanft. 256/8 Die Beerdigung findet am Sonntag, 2 Uhr Nachmittags vom Moabiter Krankenhaus, Birkenstraße, aus, nach dem Johannisfirchhof in Plögensee statt. Um rege Betheiligung des Fachvereins der Rohrleger und Gehilfen bittet Der Vorstand. Kunststickerei, Bilderhandlung, Bildereinrahmung von Fröhlich& Richter, 399 L Albert Auerbach, Rottbuser Damm Nr. 7, nahe der Kottbuser Brücke. Echte Rathenower Brillen und Pince- nez nur mit prima Kristall- Gläsern von 1,50 Mark an. Rudolf Reinhardt, Linden Straße Nr. 94, neben der Markthalle. We Sonntags geschlossen. Bitte lesen Sie! Jedem, der billig und gut kaufen will, empfehle mein sehr reichhaltiges Lager von circa 1000 Sommer- Paletots, 2000 Anzüge, sowie einzelne Röcke, Jaquetts, Hosen, Westen etc. Ferner Uhren, Ketten, Betten, Wäsche, Stiefeln, Süte, Reise- und Möbel- Ausverkauf. Möbel, Spiegel und Polsterwaaren. Gr. Lager, bill. Preise. Fabrik. Emil Heyn, Brunnenstraße 28, Hof parterre. Theilzahlung nach Uebereinkunft. eigener Platin- Linke[ 129b wohnt jeht Reinickendorferstr. 23 zahlt die höchsten Platina- Abfälle. Preise für Sommer- Umhänge werden gut und billig aufgearbeitet Neue Jakobftr. 5, L. Seitenfl. 2. Aufgang 3 Tr. rechts. 92b Berliner Parteigenossen! Gutes Landbrot liefert täglich frisch Hausmann, Mariendorf. Durch Subhastation des Hauses ist mein mehrjähriger Kontrakt gelöst, und ich bin gezwungen, mein Lokal bis 1.Juli zu räumen. Ich offerire daher Wohnungs einrichtungen in solider, moderner Aus- 240b] führung beispiellos billig. Einzelne Gar nituren in Plüsch u. Seide, Paneelfophas, Andreasftr.23, H.p. Divans, Buffets, Bertitows, Kleiber- und Kinderwagen. Köreg. 23, Holzkoffer, Waschkeel etc., sowie Bücherspinden, Schreibtische, Spiegel, Damen- Mäntel und-Kleider. Tische zc. zu äußerst herabgesetzten Preisen. Nussb.Komodensp., 3 Stühle, 1 SophaSämmtliche Sachen in alt und neu, Brautleuten besonders empfohlen. tisch b. z. verkauf. Rüstrinerplay 6, H. S. auch werden verfallene Pfänder verkauft. G. Domker, Raifer- Wilhelmſtr. 19. 2 Tr. r. bei wwe. Poeſch. A. Wergien, Schneidermeister, 57b 127Sfaligerstraße 127. Berlin O., Nr. 65. Grüner Weg Nr. 65. Bestellungen nach Maah werden Anfertigung fämmtlicher Stickereien. gut und billig ausgeführt. Spezialität: Sozialdemokrat. Sinn Bitte sehr, recht genau auf Namen und Hausnummer zu achten.[ 306 L sprüche, Lager von Bildnissen hervorragender Parteigenossen, sowie allen Bildern sozialdemokratischen Genres. Mehlhandlung L. Brachvogel, Manteuffelstr. 75. Sanffamen, Spitsamen à Pfd. 15 Futterhirse, Rubfamen Futtererbsen, Wicken " " f. 18 " 10 Mais, fleiner u. großer, à Pfd. 10 u. 15 Pf. à Pid. 20 Pf. Leinsamen Mohn, blauer u. weißer, à Pfd. 35 u. 45 B. des Königl. Preuß. Rechts- Bureau Amtsrichters a. D., Alte Jakobftr. 102II. Gewissenhafter Neu! Neu! Bum Proletarier. Rothkehlchen 1 M. Finken 75 Pf. Au. Art. bill. Kanarienroller von 5 M. an. Cigarren-, Vogel-, Taubenhandlg., Meerschweine, Eichlaßen, weiße Mäuse. Auch Rauf und Tausch. Für Mehl würmer den höchsten Preis. 262b W. Redtmann, Roppenstr. 90. Emma Seidel, Betten F. R. Retzlaff, Bettfedern Spezial- Geschäft Brückenstr. 5 ( Jannowiy- Brücke) Thellzahl. gestattet. Sophabezüge! Refte in Rips, Damast, Granit, Blüsch u. bunt. Stoff. Spottbillig. Emil Lefèvre, Oranienstr. 158. Proben franko! [ 215b Maitrank fl. 0,75. Modiftin, Markusftr. 12, 1.( Thoreingang), empfiehlt sich Genossinnen zur Anfertigung gutsitzender Garderobe. Mariendorf, Chauffeestr. 63. 552L]. Beyer, Oranienstr. 154. Filiale: Elifabeth- lfer 47. Allen Freunden und Genoffen empf. Rind- und Schweineschlächterei, Rath, Hilfe in allen Angelegenh. Unbe- meine Cigarren u. Tabake, eigen. Fabrit, Bentral- Markthalle, Stand 148, mittelten unentgeltl. Auch Sonntags. einer gütigen Beachtung. Alb. Graf. 759b Carl Aurin. Berantwortlicher Redakteur: Gurt Ren Berlin. Druck und Verlag von Mag Dating Sets W. B Rohtabak empfiehlt 260b 114b Rud. Seiffert, Reichenbergerstr. 171. Hobelbank 3. verk. Andreasstr. 50, H.i. R. Kinderl. Leute fuchen Stube u. Küche preisw. Lüdersdorff, NW., Emdenerst. 51. Frdl. Schlafft. z. v. Alt- Moabit 47, III I. Schlafft. f. 2 Hrn. Manteuffelstr. 5, Quergeb. 8 Tr., bei Rrenzin. 166b Für unsere Buchhandlung suchen wird sofort einen gehrling, Sohn eines Parteigenossen. Derselbe muß im Besitz einer guten Handschrift sein und ein gewisses Maß von Intelligenz besigen. Meldungen erbittet Verlag des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Beuthstraße Nr. 3. 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 89. Die LandgemeindeFreitag, den 17. April 1891. $ 170 ans) 8. Jahrg. war? Diese Art persönlicher Emanzipation glich dem berühmten merkwürdige Dinge, die sonst nur in das Fähnrichsressort Lichtenbergischen Messer. Stein war trog aller seiner nicht zu gehören! leugnenden Verdienste ein eingefleischter Tory. Die Memoiren Ordnung in Preuken. feines Zeitgenossen Schön haben über diese Dinge viel Licht ver- Der" Mami, ber Thränen für ſeine Schüßlinge an der Börje rationen. I. Geschichtliches. ( Fortsetzung.*) breitet; es kann eben Niemand aus seiner Haut heraus. " 1 Ein im Ganzen und Großen arbeiterfreundliches Gesetz!" meint die auch wiederum seine Gönner sind, weil sie ihm Unter feinem Nachfolger ging man einen bedeutsamen Schritt die Kriegstaffe füllen, findet ein Gesetz, das eine Entschädigung weiter auf dem Gebiete einer vorderhand papiernen Reform. für Kontraktbruch, fließend in die Taschen der Unternehmer, das Mit einem Eifer und einer Zähigkeit, wie sie selten in dem Maße eine Verstümmelung des Koalitionsrechts, das eine Bevor Die vor allem aus fiskalisch- militärpolitischen Beweggründen von einer für ihre Vorrechte streitenden Klasse an den Tag gelegt mundung durch Fabrifordnungen à la Stumm, das nicht einmal fich erklärenden friedericianischen Maßregeln in Sachen des worden find, wehrte sich der Landadel gegen jede Maßregel, ein Verbot der Ausbeutung der Handswerkslehrlinge durch nirgends zu großen Ergebnissen gelangten„ Bauernschutzes" fanden welche die Worte des Editts in die Wirklichkeit hätte übersetzen Innungs- und andere Meister den Arbeitern bringen soll, ihren rechtlichen Ausdruck in den bereits erwähnten Vorschriften können. Die junkerlichen Bauernfreunde sträubten sich gegen die arbeiterfreundlich"; aber er ist ja verpflichtet, diese Bezeichnung des Allgemeinen Landrechts. Es bestimmte, daß die Anzahl der geplante Regulirungsgesetzgebung mit Händen und Füßen, und anzuwenden, weil das Gesez mit Hilfe feiner bäuerlichen Besitzungen auf dem Lande weder durch Einziehung erst am 14. September 1811 wurde das bekannte Regulirungs- Freunde zu Stande tommi Für Arbeiterschutz- Gesetze im Allgemeinen, auch wenn sie der Stellen und der dazu gehörigen Realitäten, noch durch das edikt, welchem sich eine Reihe anderer Gefeße anschlossen, erlassen. Zusammenschlagen vermindert werden dürfe, die Gutsherrschaften Das Edikt, die Regulirung der guts herrlich- bäuerlichen Verhält- noch so" arbeiterfreundlich" find, kann er sich doch nicht denn die Besserung der Verhältnisse vielmehr für die gehörige Besetzung der vorhandenen beacferten niffe betreffend", verlieh den bäuerlichen Besitzern, ganz gleich, recht erwärmen, Stellen und Nahrungen in den Dörfern bei eigener Vertretung welchen Namen deren Nahrungen führten, das Eigenthum der Arbeiter hängt nicht in erster Reihe von der Gesetz zu sorgen schuldig feien, auch Verwandlungen spannfähiger ihrer Stellen, den erblichen Laffiten gegen Abtretung eines gebung oder der Polizei ab, sondern von der Nachfrage des Bauernnahrungen in nichtgespannhaltende ohne Genehmigung Drittels, den unerblichen und den Zeitpächtern gegen Abtretung Kapitals nach Arbeit, und wenn der Unternehmer zu sehr belastet des Staates nicht vorgenommen werden sollten. Im Uebrigen der Hälfte ihres Landes an den Gutsherrn. Zugleich sollten wird mit ungünstigen Bedingungen oder einem zu großen Risiko, gegenseitig zustehenden so wird er sich überlegen, ob er sein Unternehmen weiterführen stellte das Allgemeine Landrecht den Grundsatz auf, daß die die den Bauern und Gutsherren Dorfgemeinde von den Besitzern der in einem Dorfe oder in Dienstbarkeiten und Berechtigungen gegen wechselseitige Entschädi- oder nicht selbst zum Arbeitnehmer werden soll." Herr Richter dessen Feldmark belegenen Grundstücke gebildet wird, und vergung abgelöst werden. Nach der Auseinandersetzung trat auch die hat zum Schluß seiner Rede erklärt, er hätte Heimweh nach dem lieh diesen Dorfgemeinden die Rechte der öffentlichen Korpo- Verpflichtung des Gutsherrn, die Höfe mit Bauernwirthen zu be- Fürsten Bismarck, ihm fehle etwas nach dessen Abgang im setzen, der alte Bauernschutz, außer Straft. Reichstage. Nun, da Fürst Bismarck wahrscheinlich durch die Man sieht, der Adel machte ein vortreffliches Geschäft. Die Stimmen der Freisinnigen in der Stichwahl in's Parlament Es entspricht der ganzen Richtung dieser Reform", welche die Herren so weich wie möglich zu betten verstand, daß Ablösung der bäuerlichen Frohndienste und die Auseinandersehung fommen wird, schlagen wir dem„ Alt- Reichstanzler" vor, die Gutsherrschaften in allen wichtigeren gemeindlichen Fragen zwischen Bauern und Gutsherren war so geregelt, daß die Hospitant der deutsch freisinnigen Fraktion die Entscheidung hatten und das alte absolute Regiment in etwas Naturalleistungen in Geldleistungen umgewandelt, diese kapita- zu werden; das Zeug dazu hat er. In ihren wirthschaftlichen abgeänderter Form weiterzuführen vermochten.**) Der Gutsherr lifirt und entweder in baarem Geld in bestimmten Ratenzahlungen Anschauungen stimmen beide großen" Männer merkwürdig hatte die Befugniß, den Schulzen oder Dorfrichter, sowie die oder aber durch Abtretung eines Stücks bäuerlichen Landes an überein; Arm in Arm würden sie ihr Jahrhundert, das Schöppen oder Gerichtsmänner zu ernennen, er bestimmte über den Gutsherrn, oder auch theilweise in Geld, theilweise in Boden Jahrhundert der einseitigsten Unternehmerinteressen, zum bedeutendere Verwaltungshandlungen, die Erwerbung unbeweg abgelöst werden konnten. Die Frohnlasten waren widerrechtlich Kampf gegen die Bestrebungen des Proletariats in bie Hat doch auch Fürst Bismard am licher Güter mittelst onerosen( mit Verpflichtungen verbundenen) einst den Bauern aufgezwungen, das Land ihnen einst genommen Schranken fordern. Vertrages, über die Pachtungen außerhalb der Feldflur, über die worden, der Adel aber heischte und bekam Entschädigung. Aber vorigen 1. Mai die erschütternde Ansicht ausgesprochen, daß, wenn Veräußerung von Gemeindegütern u. f. w. In Kürze, die Will- sein Heißhunger wurde nicht durch die großen, ungerechten Zu- die Arbeiter fortführen, die Unternehmer zu reizen, diese einmal für der feudalen Periode wurde im Zeitalter des aufgeklärten geständnisse des Regulirungsediktes gestillt. Der Fortfall der den Spieß umfehren könnten und einen Streit der Unternehmer Absolutismus gesetzlich aufs neue festgelegt, die Hörig bäuerlichen Dienste, dieser unerschöpflichen Quelle einer schamlosen in Szene feßen. Als wenn die Herren Fabrikanten nicht schon feit ward fodifizirt. Es bedurfte der französischen Revo- Ausbeutung, wurde als ein Unglück bezeichnet, das den Adel ruiniren immer in ungünstigen Geschäftsperioden Arbeiter entlassen hätten, Lution, es bedurfte der napoleonischen Kriegszüge, Jena müsse. Das soziale Königthum", assistirt vom Staatskanzler Harden- und andererseits, als ob die Unternehmer sich nicht sehr gern mußte tommen, ver- berg, wich muthig vor den Junkern zurück. In der Deklaration mit den Arbeitern in Unterhandlungen einlassen, wenn sie, bei die Erbärmlichkeit eines feigen, lotterten, fahnenflüchtigen Junkerthums mußte offen zu Tage vom 29. Mai 1816, welche bis 1850 die entscheidende Norm für günstiger Konjunktur, dieselben brauchen, und dadurch ihren Also, Bangemachen gilt in diesem Falle treten, bis das„ soziale Königthum" durch die wuchtige Logik der die Regulirungen" gebildet hat, wurde bestimmt, daß fortan nur Profit vermehren. Thatsachen, durch die unwiderstehliche Nöthigung der geschicht- spannfähige", großbäuerliche Nahrungen regulirungsfähig waren; nicht! Betreffs der Sonntagsruhe im Handelsgewerbe lichen Entwickelung fich zu weiteren Zugeständnissen bequemte. Stoffäthen und sonstige fleinere Besitzer blieben davon ausgeschlossen, die dingliche Hörigkeit blieb für diese thatsächlich und ausdrücklich ist Herrn Richter's Manchesterseele auch von einigen Zweifeln Und was für Zugeständnisse waren dies? Das Editt vom 9. Oftober 1807, den erleichterten Besitz und bestehen, die Ausnutzung zahlreicher Arbeitskräfte zu den günstigsten durchwühlt. Von gesetzlicher Regelung verspricht er sich nicht viel, er den freien Gebrauch des Grundeigenthums, sowie die persönlichen Bedingungen wurde der Aristokratie von oben verbürgt. Nach will bessere Sitten und Gewohnheiten" durch das Mittel der freien Verhältnisse der Landbewohner betreffend" verlieh jedem Ein- den gutverbürgten Angaben Leopold Krug's in feinem National Vereinbarung" eingeführt sehen. Denn bei der gesetzlichen Regelung der wohner der preußischen Staaten ohne Einschränkung die Be- reichthum des preußischen Staates" gab es in der Zeit von Frage ist die Aufgabe, auf der einen Seite ben fugniß zum eigenthümlichen oder Pfandbesitze unbeweglichen 1797-1803 in den damaligen Verwaltungsbezirken, welche un- Geschäftsleuten, auf der andern den HandEigenthums jeder Art und gestattete die Zusammenziehung mehrerer gefähr dem Gebiete der Provinzen östlich der Elbe mit Aus- lungsgehilfen gerecht zu werden, außerordentnicht erblich, erbzins- oder erbpachtweise ausgethaner Höfe in nahme Pofens, Neuvorpommerns und des preußischen Antheils ich schwer zu lösen." Das stimmt, Herr Richter, das eine bäuerliche Befiyung, wie auch mit Vorwerksgrundstücken der Oberlausitz entsprachen, 168 246 Bauern- und Halbbanern haben Sie mal flar ausgesprochen. Das ist die Geschichte von unter Zustimmung der Kammer der betreffenden Provinz, sobald güter, denen 127 749 Kofsäthenhöfe und 90 619 Häuslerstellen dem Huhn, das geschlachtet werden soll, ohne daß es blutet; die auf dem Gute teine Erbunterthänigkeit mehr bestand. Es be- gegenüberstanden. Diese nachten Zahlen zeigen die Bedeutung Prozedur ist Ihrer Partei vorbehalten. Damit haben Sie die ftimmte ferner immer auf dem Papier, daß vom Datum eines Vorgehens, daß den größeren Theil der Landleute rundweg Silflosigkeit Ihrer Partei charakterisirt: auf der einen Seite des Edikts an fernerhin tein Unterthänigkeitsverhältniß mehr von der wirklichen Befreiung ausschloß. Und dies geschah ein grinsen Sie dem Unternehmerthum, auf der andern den ArDafür hatten beitern in Ihrer Partei zu. Aber diese letteren löcken schon weder durch Geburt, noch durch Heirath, noch durch Uebernahme Jahr nach dem Abschluß der Freiheitstriege". einer unterthänigen Stelle entstehe, von dem gleichen Datum Behntausende von Bauern mit ihrem Blute die Schlachtfelder von wider den Stachel; die haben einen deutschfreisinnigen Handan das bisherige Unterthänigkeitsverhältniß derjenigen Unter- Leipzig bis Waterloo getränkt. Und ferner wurde der Bauern lungsgehilfen- Verein gegründet, der gefeßliche Sonntagsruhe, gefeßthanen und ihrer Familien, welche ihre Bauerngüter erblich oder schutz, der eine gewisse Gewähr gegen das Legen der Bauern liche Berkürzung der täglichen Arbeitszeit erstrebt. G3 find zwar eigenthümlich, erbzinsweise oder erbpachtweise besaßen, wechsel- darbot, für die nicht regulirbaren Nahrungen einfach beseitigt sonderbare Schwärmer, da sie mit ihren Forderungen gegen ihre eigene Fraktion auftreten, und sich dennoch krampfhaft deutschfeitig gänzlich aufhöre, mit dem Martinitage 1810 aber alle Guts- und der Willkür der Herren Thür und Thor geöffnet. Langsam, sehr langsam ging die Regulirung von Statten, freisinnig nennen und sich auch ganz deutschfretsinnig be unterthänigkeit in fämmtlichen preußischen Staaten aufgehoben sei. Nur im Vorbeigehen sei die Thatsache festgestellt, daß den bis 1818 waren überhaupt nur 542 Regulirungen beendet, 879 nehmen. Gegen diese neueste Mißgeburt des Freisinns richtet sich denn äußeren Anstoß zu diesem vielgefeierten Edikt die Aufhebung der in Angriff genommen. Das galt offiziell als ein günstiges Leibeigenschaft in dem aus preußischen Landestheilen neuge Resultat. Friedrich Engels fagt in seiner einen Schrift: auch der Born des großen Führers, der sich weiblich über den Preußischer Schnaps im Deutschen Reichstage" treffend:" Das neu gegründeten Verein lustig machte, dagegen den Verein schaffenen Herzogthum Warschau gegeben hat. Der Umschwung der landwirthschaftlichen Technik, der Be- Gefet blieb ein todter Buchstabe, bis die hohen Kornpreise 1816 Waldeck bis in die Puppen lobte; der hat allerdings auch nie ginn einer kapitalistisch arbeitenden Großproduktion, die den bis 1819 die Bauern in den Stand setzten, mit der Ablösung sich gegen Eugen Richtereien aufgelehnt. Richter verbreitete großen Besitz in die Bahnen des Großbetriebs drängte, macht sich voranzugehen." Bis zum Schluß des Jahres 1820 waren erst sich dann des Längeren über die Stellung der freisinnigen Partei Deutlich bemerkbar in den Bestimmungen der 1807 er Verord: 18 256 neue Eigenthümer geschaffen. Was die Junker mit dem zur Branntwein- und Zuckersteuer, zum deutsch= österreichischen nung. Die preußischen Staatsmänner standen unter dem Ein Gelde anfingen, wie die preußische Schnapsindustrie mit Bauern- Handelsvertrag, und in Verbindung damit zu den LebensmittelZöllen. Den Kampf für billiges Brot führt die freisinnige flusse des Smithianismus, und so versteht es sich, daß die Frei- groschen gegründet wurde, fann man bei Engels nachlesen. Doch was macht das? Es war eine tröstliche Aussicht, Partei ausgiebig, das ist richtig; aber ob die arbeitende Klaffe heit des Güterverkehrs und die freie Theilbarkeit der Grundstücke eine so bedeutsame Rolle in dem Edikt spielt. Die Aera der daß, wie Keil( a. a. D. S. 108) sich ausdrückt, gegründete us- überhaupt die Bedingungen zum Brotkonsum erhält, ob ihr nicht auf der durch Unternehmerpraktiken die Existenz überhaupt abgegraben Mobilifirung des Grundbesitzes bob an, und der Konzentration ficht nunmehr für alle Zukunft gegeben war, der Grundstücke zur Durchführung einer modernen Bewirth Basis des freien Eigenthums eine Landgemeinde- Ordnung wird, das fümmert Herrn Richter nicht; darüber verliert er kein Denn," so fährt er fort, es konnte nur Wort, er, der sich doch sonst so gut entrüften kann. schaftung durfte fein erhebliches Hinderniß entgegenstehen. Der zu schaffen!" Ueber dem billigen Brot haben Herr preußische Adel, der soeben in der Wertheidigung von Festungen eine Frage der Zeit sein, wann die Regulirung auf den Rest der und in offener Feldschlacht seinen Heldenmuth kräftig bekundet meist kleinbäuerlichen Stellen ausgedehnt wurde, soweit diese Richter und seine Freunde das billige Recht hatte, war untröstlich über die Opfer", welche der Staat ihm überhaupt den Vergrößerungsgelüften des Gutsherrn Widerstand vergessen. Schließlich scherzte der Freisinnsführer dar geleistet hatten."" Gegründete Aussicht", und wir haben heute über, daß Fürst Bismarck nur in der Stichwahl, auf den Krücken zumuthete. Schlankweg forderte er als„ Entschädigung" die Aufhebung noch keine Landgemeinde- Ordnung, achtzig Jahre nach dem Re- anderer Parteien, in den Reichstag fommen würde. Nun, Herr des Bauernschutzes. Wie er befriedigt wurde, zeigt das Gditt. gulirungsedikt. Eine Frage der Zeit", und erst 1850 wurden Richter, auch darin ist dann Fürst Bismarck der freisinnigen Ja, nicht genug damit, er erbot sich, an Stelle der Bauern Tage- die guts herrlich bäuerlichen Verhältnisse für die Kleinbauern Partei verwandt auch sie hat sich ja zum großen Theil Löhnerfamilien mit 2-3 Magdeburgischen Morgen Land anzugeordnet, so gründlich, daß 1890 der Koſsäth Dankwardt auf mit Hilfe all er anderen Parteien ins Parlament geschlichen; sehen, um die Zahl der Bevölkerung durch das beabsichtigte Mönkwitz bei Rügen um Beseitigung des laffitischen Charakters also, werfen Sie nicht aus Ihrem Glashause heraus mit Steinen Bauernlegen nicht zu vermindern, d. h. er wollte ein Landproles feines Besitzthums petitionist, and 31 geschweigen von der auf ihren fünftigen Kompagnon, der gleich Ihnen das gefeßliche tari at fünstlich aufzüchten, das für sein mit stürmischer Gier sich riesenhaften Aufsaugung der Kleinbauernschaft durch den Groß- Werbot der Sonntagsarbeit verabscheut! Aber Herr Richter mag regendes neues fapitalistisches Triebleben den nöthigen freier be grundbesitz in den letzten drei Menschenaltern. de reden, was und wie er will, feine Steifleinenen ertragen Alles, Klatschen wüthend, bereiten ihm die obligaten Ovationen, und weglichen und noch leichter trattablen Stoff lieferte, einen Stoff, bie schwerfällige, schollenpflichtige Bauernschaft angenehm erfette. Freiherr von Stein schüßte gegen diese maßlose Gier mindestens die Bauernstellen älteren Bestandes vor der Einziehung, indem zwar das Zusammenschlagen in größere Bauernwirthschaften gestattet wurde, eine Verwandlung in Vorwerts Falstaff vor seinen Steifleinenen. Am Montag Abend 1891 verlas; es ergab sich folgendes Resultat: Einnahme land aber nur dann eintreten konnte, wenn der Gutsherr eine gleiche Fläche in großen erblichen Bauerngütern austhat. Die hielt Herr Eugen Richter im" fortschrittlichen" Verein Waldeck" 900,25 M., Ausgabe 808,92 M., bleibt Bestand 91,33 M., hierzu Halbheit und das Unfertige des Edikts, das zagend zugriff eine große Rede über„ Wirthschaftspolitit", der die Bossische der alte Bestand vom vierten Quartal 1890 189,89 M., ergiebt und nichts fest anpacte, leuchtet aus jeder Zeile hervor. Es be Beitung" einen sehr langen und eingehenden Bericht widmet. fich ein Baarbestand von 281,22 M. Hieran schloß sich die Bes gnügt sich mit der Aufhebung der Grbunterthänigkeit. Von einer Und wahrlich: es ist ganz die alte Paradestellung Falstaffs: richterstattung der Revisoren, welche erklärten, Bücher sowie Raffe zc. Neu- Organisation der Landgemeinden, von einer präzisen Fest- So lag er, und so führt er seine Klinge. Der Kämpe des im in Ordnung gefunden zu haben. Dem Kassirer wurde Decharge erstellung ihrer Vollmachten gegenüber den fortbestehenden Rechten Denken sowohl, wie in der wirthschaftlichen Entwickelung gleich theilt. Die Abrechnung vom Maskenball ergab eine Einnahme von ver Dominialbesitzer feine Spur! Die Landgemeinden standen mäßig zurückgebliebenen Kleinbürgerthums.- Der neue Staats- 383 M., bem gegenüber stand eine Ausgabe von 167. Mt. 65 Pf., hilflos dem Herrn gegenüber, der auch nach dem Erlaß des mann" beklagte die Verschleppung des sogenannten Arbeiterschuh- mithin ein Ueberschuß von 215 M. 85 Pf.; hierzu alter Bestand Gbitte die patrimoniale Gerichts- und Polizeigewalt behielt, Gesetzes, die durch die zahllosen Debatten" der Sozialdemo- des Vergnügungsfonds 152 M. 9 Pf., macht eine Gesammtsumme also eine staatliche Funktion als Privatmann ausübte, zu seinem traten veranlaßt werde." Dieselbe sei schon jetzt entſchloſſen, das von 867 M. 44 Pf. Auch hierbei erklärten die Revisoren, alles Vortheil ausübte. Und was bedeutete die rein formelle Auf- im Großen und Ganzen arbeiterfreundliche Gesez abzulehnen." in Ordnung gefunden zu haben. Im Weiteren machte der Vorhebung der Grbunterthänigkeit, solange die dingliche Befreiung Das ist aber wirklich schrecklich! Und im Geheimen blitzt jeden- figende bekannt, daß die Abrechnung der Beitragssammler noch Brust schon die Hoffnung nicht soweit gediehen sei, daß dieselbe der Versammlung vorder Bauern durch die Eigenthumsverleihung nicht durchgeführt falls in Herrn Richters auf, daß die deutschen Arbeiter sich von ihren Führern, gelegt werden könne, und diese Sache wurde bis zur nächsten dont usagen sich: Der Freifinn ist groß, und Nichter ist sein Prophet! Die freie Vereinigung der Maurer Berlins hielt am 12. b. M. ihre zweite diesjährige Generalversammlung ab, in welcher der Kassirer Schulz die Abrechnung vom ersten Quartal Versammlungen. " *) Vergl. die vorhergehenden Artikel über die Landgemeinde die das„ im Großen und Ganzen arbeiterfreundliche" Versammlung verschoben. Bei der nun folgenden Borstandswahl Ordnung in Nr. 82, 83 und 84 des Vorwärts". **) Schlechte Gewohnheiten verderben gute Sitten. Das Deutsch Freifinn reif sein werden." Dies Kind, kein Engel ist so rein"; eine Spezialdiskussion über die einzelnen vorgeschlagenen Personen der Offizissen, die jahrzehntelang die öffentliche Meinung ge von ihm find ja noch nie Anträge gestellt und in stunden eröffnet. Gewählt wurden die Herren H. Weste zum ersten, fälscht und den Stil verderbt haben, ist auch in die amtlichen langen Reden vertheidigt worden, die nicht die Gewähr J. Wernau zum zweiten Vorsitzenden, H. Fischer zum ersten, Veröffentlichungen eingedrungen. Was soll man dazu sagen, sicherer Annahme für sich hatten! Ei, Herr Richter, wir wollen W. Hartwig zum zweiten Schriftführer, W. Schulz zum ersten wenn es in der von uns schon öfters angezogenen geschichtlichen Ihrem Gedächtniß zu Hilfe kommen: Ein paar Minuten später Saffirer, K. Schulz zum Hilfe- Kassirer für Often, H. Fetting für Uebersicht( Anlage A G. 16; vgl. übrigens auch S. 18) heißt: haben Sie selbst gesagt, daß Ihr Antrag gegen die Lebens- Süden, Fr. Pinkowsky für Westen, Vorpahl für Norden und Dem bisher best an denen Verhältnisse der Gutsherrschaften mittel- Bertheuerung, der eine viertägige Diskussion. Legeler zum Revisor. Für die laut Statut alle Duartale zu den Dorfgemeinden trug jenes Gesetzbuch 2c. 2c. Rechnung" veranlaßt habe, mit 210 gegen 106 Stimmen verworfen ausscheidenden Ausschuß- Mitglieder wurden Karlchen Mießnid wird mit freudiger Bewegung in einer Dent fei; oder waren Sie so naiv zu glauben, daß in diesem Reichs- August Richter, H. Jansch und August Witte, ferner als 16 Thur Kontroleure die Herren Kimmriß und Frentzel ges schrift der Regierung solche Schnitzer begrüßen, die selbst ihm, tage sich eine Majorität für Ihren Antrag finden würde? Allerdings, seit Sie Ministeraspirant sind, passiren Ihnen wählt. Wie üblich erstattete Herr Franz Schuls im Dem Bielgewandten, Ehre machen würden. et pols& onu bursa libitum wurden die Herren Namen des Ausschusses Bericht über dessen Thätigkeit im mann des neuen Metallarbeiter- Berbandes gewählt worden sei. I Fragen deckten sich ziemlich mit der ersten. Da die Kellegen geletzten Vierteljahr. Hierauf wurden neun hilfsbedürftige Gs tönnten sich bei ihm schon Mitglieder zur Aufnahme in den maßregelt sind, so müssen sie laut des Statuts des Vereins unterKollegen mit einer Summe von 234 M. unterstützt. An Vorschuß Verband melden. Zum Schluß gelangte folgende Resolution stützt werden. Die Versammlung stimmte auch den Vorschlägen für Rechtsstreitfachen erhielten zwei Kollegen je 10 M. Ferner ebenfalls zur Annahme:" Die heutige Generalversammlung des der Kommission zu. Bei der 5. Frage( Stellungnahme gegen die wurde in zwei Fällen der Rechtsschutz ertheilt. Die Ver: Fachvereins der Metallschrauben- und Façondreher Berlins Firma) wurde jedoch allseitig der Wunsch laut, davon Abstand fammlung erklärte sich mit der Handlungsweise des Ausschusses macht den Beschluß der öffentlichen Metallarbeiter- Bersammlung zu nehmen, da die jetzige Konjunktur nicht geeignet dazu ist. einverstanden. vom 31. März 1891 im Böhmischen Brauhaus zu dem ihrigen schroff gegen die Firma auftreten zu können. Die nächste Verund verpflichtet sich insbesondere ein Biertel des Tagesverdienstes sammlung findet in zirka 14 Tagen statt. vom 1. Mai 1891 zum Kampf für den Achtstunden- Tag beizutragen. Im Verschiedenen gedachte Kollege Weise in beredten Worten des Geburtstages Lassalle's, und die Versammlung stimmte in ein dreifaches Hoch ein, auf daß der Geist jenes großen Mannes in dem Volke weiterleben und gedeihen möge. Steinseher. Eine öffentliche Versammlung der Kistenmacher Ber lins tagte unter dem Vorsiz des Kollegen Kühlmann am Sonntag, den 12. April. Zum ersten Punkt der Tagesordnung hielt Genosse Reichling einen Vortrag über das Thema: Die Entwickelung, das Wesen und die Ziele der Sozialdemokratie. In der Diskussion sprachen die Kollegen Scharnick und Menzel. Eine entsprechende Resolution wurde einstimmig angenommen. Nachdem unter" Verschiedenem" bekannt gemacht war, taß am kommenden Montag wieder eine öffentliche Versammlung stattfinden werde, in welcher ein definitiver Beschluß über die Maifeier gefaßt werden folle, wurde die Versammlung mit einem dreifachen, fräftigen Hoch auf die internationale, völkerbefreiende Sozialdemokratie geschloffen. Der Verband der in Holzbearbeitungsfabriken und auf Gine öffentliche, sehr gut besuchte Versammlung der SteinHolzplägen beschäftigten Arbeiter Deutschlands, Ortsverwaltung feher Berlins und Umgegend fand unter dem Vorsitz des Herrn Berlin, hielt am 8. April eine Mitgliederversammlung ab. Der Simon Sonntag Vormittag statt. Als erster Punkt stand ein Vorsitzende verlas eine Bekanntmachung des Hauptvorstandes, Vortrag über" Zweck und Ziel der Maidemonstration" auf der wonach das Erscheinen des Holzarbeiters" vorläufig eingestellt Tagesordnung. An Stelle des am Erscheinen behinderten Gewird wegen Geldmangels. Der Kassirer verlas den Kaffenbericht, nossen Fr. Zubeil sprach Genosse Hildebrandt über dieses der für richtig befunden wurde. Dem Kassirer wurde Decharge Thema. ertheilt. Aus dem Bericht der Arbeitsnachweis- Kommission war Im Anschluß an das Referat gelangte folgende Resolution zu ersehen, daß im ganzen Vierteljahr das Arbeitsangebot bei zur einstimmigen Annahme: weitem die Nachfrage überstiegen hat. Die Bibliothek ist fleißig" Die Versammlung der Steinseher Berlins und Umgegend in Anspruch genommen worden, in te felben befinden sich zur erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten voll und ganz Zeit 52 Bände Klaffiker, 64 Bände n sf nfchaftliche Werke und einverstanden; ferner erklären die Anwesenden, daß eine wirkliche 16 Bände Romane. Beim vierten Punkt der Tagesordnung: Verbesserung ihrer Lage nur durch die Ausführung der Beschlüsse Einen äußerlich dem des beschlußunfähigen Reichs Borstandswahl, wurde der alte Vorstand einstimmig wieder des internationalen Arbeiterkongresses zu Paris zu erreichen ist. tages durchaus ähnlichen Aublick bot eine von den Christgewählt. In den Arbeitsnachweis für den Süd- Osten wurden Infolgedessen verpflichtet sich die heutige Versammlung der Stein- lich- Sozialen am Freitag nach Moabit einberufene Verdie Kollegen A. Maaß, Göße, Engler, Hammermann, Adam, setzer Berlins und Umgegend diese Beschlüsse zu den ihrigen sammlung, in welcher der„ Niedergang des Mittelstandes" erTober und Pfigner gewählt; für den Norden die Kollegen zu machen, und den 1. Mai als Arbeiter Feiertag und zugleich örtert wurde. Ganze dreißig Personen hatten sich in dem großen Bütow, C. Coppen, Wegener, H. Buchholz, Henze, Fügel und als Ausdruck einer Rundgebung hoch zu halten. Da jedoch, wohl 400 Personen fassenden Saale eingefunden, ungefähr gerade A. Maaß. Zum Bibliothekar wurde Stollege D. Schmidt ge- in Anbetracht der augenblicklichen schlechten Lage der Arbeiter, soviel Menschen, wie Tische. Da es etwas grausam wäre, den wählt. Dem Agitationsfonds in Hamburg wurden eine allgemeine Arbeitsruhe am 1. Mai nicht wirksam Christlich- Sozialen den Rath zu geben, gar keine Versammlungen 50 M. und der Generalkommission der Gewerkschaften durchzuführen ist, so akzeptivt die Versammlung den Beschluß der mehr abzuhalten, so möchten wir ihnen nur den wohlgemeinten Deutschlands 50 M. vom Ueberschuß des Mastenballs überwiesen. sozialdemokratischen Reichstags- Fraktion und setzt den 3. Mai als Wink geben, sich zu weiteren Zusammenkünften kleinere Lokale Weiter war vom Vorstand folgender Antrag gestellt: Sollte in Tag für die Demonstration sest." auszusuchen. Die gesinnungsverwandten Antisemiten thun das einer Verbandsversammlung eine Beschwerde über eine Institution Eine weitere Resolution, welche lautete: bereits jetzt. des Verbandes vorgebracht werden und dieselbe ist nicht zuvor Die heutige Versammlung der Steinseher Berlins und Umdem Vorstand unterbreitet, so ist dieselbe sofort abzulehnen. gegend beschließt, durch Abnahme der von der General- Gewerk Diefer Antrag wurde nach kurzer Debatte abgelehnt. Kollege fchaftskommission herausgegebenen Marken einen Theil des Stein machte bekannt, daß die Ausgabe der Marken zum Arbeitsverdienstes am 1. Wai der allgemeinen Arbeiterfache zu Agitationsfonds in folgenden Lokalen stattfindet: Jeden Sonn- opfern" " Die Maurer Charlottenburgs hielten am Dienstag Abend eine öffentliche Versammlung ab. Die Leitung übernahm Roll. Schulz. Herr Keßler referirte über die Bedeutung des achten deutschen Maurerfongresses und zeigte in längeren Ausführungen, abend Abend von 8-9 Uhr Mariannen- Ufer 4 und Friedrichs- wurde ebenfalls, nachdem noch die Bestimmung getroffen wie schlecht eine Zentralisation für Deutschland angebracht sei. bergerstr. 11, und jeden Sonntag Vormittag von 10-11 Uhr war, daß die einkommenden Gelder direkt der Gewerkschafts- Referent weist, ohne die Nüglichkeit der englischen TradesBeteranenstr. 22. Ferner machte derselbe bekannt, daß am 3. Mai fommission überwiesen werden sollen, einstimmig angenommen. Unions verkennen zu wollen, auf die Verschiedenheit der Geſetze eine Versammlung mit Frauen stattfindet, und ersuchte um rege Nach einer längeren Debatte darüber, wie der Vertrieb der in Deutschland und England, sowie auf die weit größere BeBetheiligung. Ferner brachte ein Kollege einen Fall zur Sprache, Marken und die Regelung resp. Leitung der Demonstration vor wegungsfreiheit der englischen Arbeiter hin und meint, daß der wonach ein Kollege in einer Fabrit 20 Jahre lang gearbeitet sich gehen solle, wurde von den verschiedensten Vorschlägen hierzu achte deutsche Maurerfongreß voraussichtlich die Zentralisation hat und nun entlassen worden ist wegen eines ganz geringfügigen von der Versammlung der, eine Kommission von 10 Personen beschließen werde; man solle sich deswegen passiv verhalten und Versehens. Er ermahnte die Kollegen, sich diesen Fall zu Herzen zu wählen, als der zweckmäßigste erachtet. Bei der Wahl hier am Orte energisch für die Organisation eintreten. zu nehmen und dem Verband beizutreten, weil man nicht auf zu dieser Kommission wurden auch zwei Rammer vorgeschlagen, In der Diskussion sprechen die Roll. Pfengs und Wolter für die Gunst der Prinzipale rechnen tann, wenn man auch noch so lange auf einer Stelle arbeitet. Die nächste Verbandsversamm lung findet am 11. Mai statt. Von der Neuwahl der Vertrauensmänner muß Abstand genommen werden, da sich Niemand bereit erklärt, das Amt anzunehmen. Die Wahl wird zur nächsten Versammlung vertagt. Unter Verschiedenem schlägt der Vorsitzende vor, eine Petition an den Rath der Stadt Charlottenburg zu richten, um eine Steuerermäßigung zu erlangen. Redner hebt hervor, daß die Maurer Charlottenburgs immer noch mit einem Einkommen abgeschätzt werden, welchem eine Berechnung von 60 Pf. Stundenlohn und 47 Wochen Arbeit im Jahre zu Grunde gelegt ist, während der Lohn in den meisten Fällen nur noch 45-50 f. betrage, die Arbeitslosigkeit von 14-18 Wochen aber Regel set. Es wird eingewendet, ein Jeder folle einzeln dagegen reklamiren, die Versammlung ist jedoch in ihrer Majorität mit dem Vorschlag einverstanden und beschließt demgemäß. was bei einzelnen Kollegen Anstoß erregte und Anlaß zu einer Entfendung eines Delegirten, welcher den Standpunkt der Char längeren Auseinandersetzung gab. Von mehreren Genossen wurde lottenburger Maurer klarlegen soll, während Schneider und den versammelten Kollegen dringend an's Herz gelegt, diesen un- Müller dagegen sprechen. Ein Antrag des Koll. Schneider, den zeitgemäßen, verwerflichen Kastengeist und Düntel fahren zu Kongreß nicht zu beschicken, wird endlich mit großer Majorität Der Zentralverein der Haus- und Geschäftsdiener lassen; man solle, auf dem Boden der allgemeinen Arbeiter- angenommen. Berlins hielt am Dienstag, den 7. April, seine zweite ordent bewegung stehend, die Eifersüchteleien und den Unterschied zwischen Die hierauf folgende Abrechnung des Kassirers ergiebt eine fiche Generalversammlung ab. Der Borfiyende, Kollege Bendix, gelernten und ungelernten Arbeitern fallen lassen. Es wurde Es wurde Einnahme von 572 M., Ausgabe von 450 M. 95 Pf., bleibt Betheilte mit, daß am Bußtage eine Fußpartie nach Schmargendorf darauf hingewiesen, daß heutigen Tages der Unterschied immer stand 121 M. 5 Pf. Die Revisoren werden beauftragt, den stattfindet. Treffpunkt Nachmittags 3 Uhr, Potsdamer Ring- mehr verwischt werde und namentlich in ihrem Berufe zahlreiche Kassenbestand und die Belege zu prüfen. Bahnhof. Am 1. Mai findet eine große öffentliche Versammlung Fälle zu verzeichnen wären, wo Arbeiten, deren Ausführung man mit Damen im Feen- Palast statt. Im Verein neu aufgenommen nur von gelernten Arbeitern für möglich hielt, dennoch von den wurden 81 Kollegen. Der Kassenbericht des letzten Bierteljahres, ungelernten sehr gut zu Stande gebracht feien. gegeben vom Kassirer Kollegen Rubat, ergab einen Bestand von Bei einer hierüber vorgenommenen Abstimmung waren aber 79,26 M. Nach Bestätigung dieses Berichtes durch die Revisoren doch noch 7 Stimmen gegen die Aufnahme der Rammer in die wurde dem Kassirer Decharge ertheilt. Der Bericht des Stellen- Kommission und es wurden dann die vorgeschlagenen Personen nachweises ergab, daß von 120 gemeldeten Stellen 62 durch Kol- en bloc gegen 4 Stimmen gewählt. Tegen besetzt werden konnten. Ebenso gab Kollege Kaiser, Ob- Sodann berichtete Genosse Krefow als Delegirter über augenblickmann der Rechtsschutz- Kommission, einen ausführlichen Bericht liche Organisation der Streit- Kontrollkommission, sowie über die verüber die Thätigkeit der Kommission feit dem Bestehen schiedenen Streiks, welche derselben vorgelegen haben und über derselben, und es wurde der Kommission Decharge ertheilt. Bei der deren soustige Beschlüsse. Die Versammlung erklärte sich hier hierauf folgenden Ergänzungswahl des Vorstandes wurde Kollege auf mit allen gegen eine Stimme mit der Neu- Organisation der Hannemann als ersten und Mohnke als zweiter Rassirer gewählt. Streit Kontrollkommission einverstanden und wählte den GeDa hierdurch eine Erfahwahl für die Rechtsschutz- Kommission noffen Krefow wieder zum Vertrauensmann ihrer Gewerkschaft nöthig wurde, wurde sie gleich vorgenommen und die Kol- für diefelbe. Tegen Säwert und Boigs in dieselbe gewählt. Folgende Resolution Unter Verschiedenem wurde zum Abonnement auf das Fachwurde noch angenommen: Die Generalversammlung des Zentral- Organ und zur Agitation für dasselbe aufgefordert, wobei dar vereins der Hausdiener Berlins protestirt ganz energisch gegen auf aufmerksam gemacht wurde, daß dasselbe jetzt billiger im die Ausführungen einiger Vorstandsmitglieder des Unterstützungs- Preise und seinem Inhalt nach bedeutend besser geworden sei. bundes in der letzten öffentlichen Hausdiener- Versammlung, nach Ginem Antrag, einen etwaigen Ueberschuß der Tellerfamwelchen so zu sagen der Zentralverein die Stellenvermittler( folung der Streit- Stontrollkommission zu überweisen, wurde zu: genannte Halsabschneider) in ihrem Handwerk unterstützt und gestimmt und die Versammlung dann mit einem dreifachen Hoch spricht ihr Bedauern darüber aus, daß organisirte Kollegen auf die internationale, völkerbefreiende Sozialdemokratie geÜnwahrheiten in so weitgehendem Sinne gegen eine Vereinigung schlossen. verbreiten. In einer öffentlichen Versammlung der Schmiede, welche unter dem Vorsitz des Kollegen Walter tagte, sprach der Genosse Link über die Bedeutung des achtstündigen Arbeitstages. Redner erntete Beifall. Eine Tiskussion über den Vortrag fand nicht statt und folgende Resolution wurde mit allen gegen eine Stimme an genommen. Der Verein Lehrkursus der Berliner Arbeiter und Arbeiterinnen zur ersten Hilfe bei Unglücksfällen hielt am 13. April eine gemeinschaftliche Sihung ab. Herr Dietrich verliest den Kassenbericht. Einnahme 489 M. 73 Pf., Ausgabe 411 M. 41 Pf., Bestand 28 M. 32 Pf. Der Bericht wird von den Revisoren bestätigt und der Borsigende ertheilt dem Rassirer" Die heutige bei Joel tagende öffentliche Bersammlung der Decharge. Hierauf fand die Vorstandswahl beider Abtheilungen Schmiede Berlins erklärt sich mit den Ausführungen des Refestatt. Gewählt wurden zum 1. Borsigenden Herr Raue und renten vollständig einverstanden und erklärt ferner mit allen zu Frau v. Hoffstetten, zu Kassirern Herr Dietrich und Frau Künert, Gebote stehenden Mitteln den achtstündigen Arbeitstag erkämpfen Schriftführern Herr Adolph und Frau Adolph, 2. Vorsitzenden zu wollen. Da dieses aber nur durch ein einiges Vorgehen der Herr Rautenberg und Frau Philipp, 2. Schriftführer Herr Dahl- Arbeiterklasse erreicht werden kann, so verpflichten sich die Anström und Frau Wittig. Verschiedene Aenderungen an der wesenden, sich der in eigenen Gewerk bestehenden Vereinigung Geschäftsordnung wurden vorgenommen. Da für Schüler und anzuschließen, um so mit vereinten Kräften der Regierung die Speziell für Schülerinnen die Anschaffung eines Skeletts von Forderungen stellen zu fönnen." großem Werth ist, so wird in nächster Zeit ein Stelett angeschafft Nach einer Pause behuss Aufnahme neuer Mitglieder in den werden. Ein Antrag wurde angenommen, einige Wanderver Verband trat die Versammlung, nachdem sie sich darüber schlüssig sammlungen in verschiedenen Stadttheilen abzuhalten. Herr geworden war, den in der letzten Versammlung beschlossenen Dr. Guttmann theilt den Anwesenden mit, daß die Aerzte im Ausflug am 3. Mai nach Faiedrichshagen zu machen, in eine Sommerhalbjahr hauptsächlich über Boltsernährung und häus- sehr lang ausgedehnte Debatte darüber, wann und von welchem liche Gesundheitspflege Vorträge halten werden und bittet um rte aus der Ausflug gemacht werden solle, bis man sich endlich zahlreiches und pünktliches Erscheinen. Dann schloß der Vor- dafür entschied, Morgens früh um 7 Uhr vom Schlesischen Bahn fitzende, Herr Schmidt, mit einem Hoch auf die Aerzte und das hof abzufahren. fernere Gedeihen des Vereins die Versammlung. Für Niederschönhausen, Pankow und Umgegend fand am Sonntag eine öffentliche Volksversammlung unter Zeitung Rohrlack über die internationale Arbeiterschutz- Gesetzgebung wurde des Genossen Schockel statt. Nach einem Referat des Genossen des Genossen Schockel statt. Nach einem Referat des Genossen folgende Resolution einstimmig angenommen: Die Voltsversammlung für Niederschönhausen, Pankow und Ungegend erklärt sich mit dem Referenten einverstanden und ist der Meinung, daß die jetzt im Reichstage zur Berathung stehende Arbeiterschutz"-Novelle nur ein Schuß der Unternehmer sei. Eine Hilfe erwartet die Versammlung nur von der Annahme des von der sozialdemokratischen Fraktion beantragten Gesetzentwurfs. Die internationale Regelung des Arbeiterschutzes ist nur durch den Druck von Unten, durch die Vereinigung der Proletarier aller 2änder zu erreichen. des Am In Bezug auf die Maifeier wird Folgendes beschlossen: Am 1. Mai Abends findet eine große Volksversammlung statt, mit deren Arrangement der Vertrauensmaun beauftragt wird. 3. Mai findet ein großes Boltsfest bestehend in Konzert, unter Mitwirkung Bankower Gesangvereins, sowie Festrede, Ball und Beluftigungen für die Jugend statt. Gs wird eine Kommission gewählt, bestehend aus den Genossen: Rivier, Bilz, Kürschner, Maz, Hinzinann, Fröhlich und Hoffmann, welche mit Hinzuziehung des Vertrauensmannes das Weitere zu besorgen hat. Unter Verschiedenem wird aufgefordert, den Beschlüssen der Lokalkommission mehr Beachtung zu schenken. Ferner wird einstimmig beschlossen, Schuhwaaren nur mit Kontrollmarken zu kaufen. Der Vorsitzende macht noch eine Verfügung bekannt, die ihm zugeschickt wurde, in welcher ein Verbot enthalten sei, daß das rothe Polizeipapier zu Versammlungsbekanntmachungen nicht verivendet werden dürfe, und das Ankleben der Platate überhaupt nicht erlaubt sei. An diese Verfügung", welche jeder gesetzlichen Grundlage entbehre, werde der Vertrauensmann fich gar nicht kehren, denn das benutzte Papier sei fein„ rothes Polizeipapier". Die Versammlung wird hierauf mit einem dreifachen Hoch auf die internationale Sozialdemokratie geschlossen. Mühlenbeck. Seit turzer Zeit entfalten die Antisemiten im Niederbarnimer Kreise eine rege Agitation. So hatten dieselben Kollege Walter legte dann sein Mandat als Delegi rter zur Streit- Kontrollkommission, nieder und meinte, daß es nicht rathSchraubendreher. Am Sonntag, den 12. April, wurde sam wäre, die Gewerkschaft auch ferner noch dort vertreten fein die ordentliche Generalversammlung des Fachvereins der Metall- zu lassen, eine Ansicht, welcher von anderer Seite heftig wider schrauben- und Façondreher Berlins und Umgegend abgehalten. sprochen wurde. Bunächst verlas der Kassirer, Kollege Hennig, den Vierteljahrs- Schließlich wurde ein Antrag einen neuen Delegirten Kaffenbericht. Demnach beläuft sich die Einnahme auf 137,30 m., zu wählen, abgelehnt. die Ausgabe auf 47,86 M.; hierzu der Bestand vom 30. No- Kollege Dargerloh macht auf die statistischen Fragebogen am Sonntag, den 5. April, auch unseren Ort mit ihrem Besuche vember 1890 mit 116,57 M., bleibt ein Ueberschuß von 206,01 M. aufmerksam und forderte zum Besuch der am nächst en bedacht. Herr Pickenbach sprach über" Judenthum und Sozial. Der Revisor, Kollege Voigtländer, theilte mit, die Bücher in Sonntag im Feenpalast stattfindenden öffent- demokratie" und erging fich hierbei in den alten bekannten bester Ordnung gefunden zu haben, und daraufhin wurde dem lichen metallarbeiter Versammlung auf. Tiraden. Genosse Knauf( Reinickendorf) war jedoch in der Lage, Kassirer Decharge ertheilt. Sodann nahm Genosse Otto Klein zu einem Vortrag über Arbeitgeber- Verbände das Wort. " Weiter wurde beschlossen, einen Theil des am 1. Mai ver- Herrn Pickenbach Zug für Zug zu widerlegen und wurde dafür dienten Arbeitslohnes an die Generalfommission in Hamburg von der Versammlung mit stürmischem Beifall belohnt. Dies Die Wirkung des Vortrages zeigte sich in der einstimmigen abzuliefern, und das Bureau der Versammlung wurde mit Aus- mußte nun wohl den Vorsitzenden arg verschnupft haben, denn er Annahme folgender Refolution: Die heutige Generalversammlung führung des Beschlusses beauftragt, ließ die vier noch eingezeichneten Sozialdemokraten nicht zum Wort und ertheilte dem später eingezeichneten Antisemiten des Fachvereins der Metallschrauben- und FaçondreherBerlins erklärt Als sich nun hierüber eine sich mit den Ausführungen des Referenten einverstanden und er- Wäschebranche. Am 7. April tagte eine Versammlung des Müller( Berlin) das Wort. erklärte Herr blickt in der lokalen Bentralisation der Metallarbeiter Berlins Vereins zur Wahrung geistiger und materieller Interessen der kleine Geschäftsordnungs- Debatte entspann, unter den heutigen Verhältnissen die einzig mögliche Form, Arbeiter und Arbeiterinnen in der Wäschebranche. Der Vortrag Pickenbach, daß es im Reichstage Usus wäre, daß einer für nnter welcher etwas Ersprießliches für die Metallarbeiter ge- des Herrn Peus über Stück- und Zeitlohn wurde mit Beifall und einer gegen spricht. Dieses sollte nun auch geschehen. Als schaffen werden kann. Die Versammlung beauftragt den Vor- aufgenommen. An der Diskussion betheiligten sich die Kollegen jedoch Herr Müller geendet hatte, ertheilte der Vorsitzende dem stand, in türzester Zeit die Berbindlichkeiten des Fachvereins zu Grashold, Koopmann, Bembku, Hergt, alle im Sinne des Re- Referenten das Schlußwort. Hierüber gerieth nun begreiflicher erledigen und so bald als möglich eine außerordentliche ferenten. Sodann wurde dem Kassirer Decharge ertheilt. Zu Weise die Versammlung in Aufregung, Geschäftsordnungs- Rufe General Versammlung einzuberufen mit der Tagesordnung: Revisoren wurden die Herren Zembku, Hergt und die Damen ertönten von allen Seiten. Was diese Ordnungsfäulen unter Auflösung des Fachvereins." An der Diskussion bethei- Valerius und Röder wiedergewählt. Unter Berschiedenem hatte Kollege Ordnung verstehen, fonnte man daraus ersehen, daß der VorTigten sich die Kollegen Koopmann und Thate. Diefelben Schlesinger das Referat wegen der bei der Firma van Laat, fißende fortwährend betonte, daß er die Geschäftsordnung selbst sprachen im Sinne des Referenten und im Sinne der Reso- Schmidt und Elschich gentaßregelten Kollegen Grashold und mache und Herr Pickenbach das Schlußwort habe. Nun forderte lution. Unter Verschiedenem" theilte der Vorsitzende Kollege Bogt als Kommissionsmitglied übernommen. Die Kommission Gen. Duchateau alle Sozialdemokraten auf, den Saal zu ver Thate mit, daß der 1. Schriftführer Kollege Koopmann sein Amt hatte sich in ihrer Sitzung& Fragen vorgelegt und beantwortet, lassen und 9/10 der Anwesenden verließen unter Hochrufen auf die wegen Ueberbürdung niedergelegt hat und deshalb die schrift die dann der Versammlung zur Diskussion gestellt wurden. Die internationale Sozialdemokratie den Saal. Mögen sich die Herren lichen Arbeiten vom zweiten Schriftführer weitergeführt werden. erste. Frage lautet: Sind die Kollegen Grashold. und Vogt als noch so sehr anstrengen, den einmal eroberten Kreis werden wir Hierauf theilte Kollege Koopmann mit, daß er zum Vertrauens- gemaßregelt zu betrachten? Antwort: Ja. Die nächsten drei uns nicht wieder entreißen lassen. Berantwortlicher Redakteur: Curt Baake in Berlin, Druck und Berlag p Bading in Berlin SW., Bouthink 2