Nr. 102. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret tn's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags: Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Desterreich Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post Zeitungs- Preisliste für 1894 unter Nr. 6919. Vorwärts 11. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder beren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vore mittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Sonnabend, den 5. Mai 1894. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Der Weltfeiertag der Arbeit. Berlin, 4. Mai 1894. Lübeck. Am Nachmittag des 1. Mai machten gegen 200 Ge noffen einen gemeinschaftlichen Ausflug nach Israelsdorf. Abends fanden zwei gut besuchte Versammlungen statt, in welcher Schwart und Friedrich referirten. Zum Schluß wurden dem Tage entsprechende Resolutionen angenommen. starren Kapitalismus sind nun einmal auf das Lügen an-| 1. Mai", polizeilicherfeits nicht genehmigt. Abends in zwei Ein Kulturfest im vollsten und höchsten Sinne des gewiesen welche andere geistige Waffe" hätten sie? Lokalen Maifeier. Großartig verlaufen, beide Lokale überfüllt, Worts, den edelsten Zielen geweiht, ist der Weltfeiertag Sogar in Italien, wo jetzt der Blut und Eisen- ca. 1800 Personen Theil genommen. Der Umstand, daß die der Arbeit, auch in diesem Jahr, so verlaufen,( wie er ver mensch Crispi die Ordnung" des Standrechts aufrecht er- Polizei nur bis nachts 1 Uhr Erlaubniß ertheilt hatte, vermochte laufen mußte: würdig, friedlich und großartig. Ein Fest hält, ist der 1. Mai diesmal weit allgemeiner gefeiert auf die Feier keinen ungünstigen Einfluß auszuüben. Festreden des Friedens und der Menschlichkeit, konnte der 1. Mai worden, als in früheren Jahren; die meisten Zeitungen wurden von Randt und M. Erdbeer gehalten. nicht die Thaten roher Gewalt bringen, welche die Feinde haben, wie selbst in unseren Bourgeoisblättern zu lesen ist, des arbeitenden Volkes erhofften und erstrebten; und da, den 1. Mai als Feiertag beobachtet und sind am folgenden wo im Dienste der Machthaber barbarische Nohheit sich Tage nicht erschienen. breit zu machen versuchte, genügte das stolze Kraftgefühl Nirgends hat die Feier ihren revolutionären Charakter und die zielbewußte Manneszucht der großen internationalen verleugnet, nirgends die Höhe und Erhabenheit ihres Bieles Arbeiter- Armee, die Ruhestörungen im Reim zu ersticken Lügen gestraft. Nirgends ist sie durch einen Mißton gestört trotz der Schwierigkeiten, welche die Behörden fast überall worden. Die Maßregelungen der Behörden und die Chifanen der freien Bewegung des Proletariats bereiteten. Wann des Unternehmerthums konnten dem Feste keinen Abbruch werden die regierenden Klassen endlich einmal lernen, daß thun, so wenig, wie die kindischen Streiche einiger sich polizeiliche Bevormundung das stärkste Reizmittel zu Ruhe- Anarchisten" nennenden freiwilligen Landsknechte des störungen ist? Daß das Volt, sich selbst überlassen, von Rapitalismus. den Organen der öffentlichen Sicherheit nicht gehemmt, jede Ausschreitung unfehlbar verhindert, während umgekehrt je Und der Kapitalismus mag Himmel und Hölle in Beschärfer die polizeiliche Ueberwachung, je fühlbarer der Ein- wegung bringen, der Weltfeiertag der Arbeit besteht, griff in die persönliche Freiheit, desto größer der Ansporn jezt noch der Tag, an dem das Proletariat den Sieg der In Tondern sprach der Genosse könen aus Hamburg zu Ausschreitungen ist? Nirgends hat sich das glänzender Arbeit vorbereitet gezeigt, als in Berlin, wo in der vorsozialistischen Zeit den errungenen Sieg festlich begehen jede Massenansammlung von Menschen- wir erinnern wird. 3. B. an das Schillerfest 1859 regelmäßig und fast sprichwörtlich zu den wüftesten Tumulten Aulaß gab, wohingegen seit die Sozialdemokratie hier Ordnung hält, die riesigsten Menschenansammlungen in musterhafter Nuhe verlaufen. Der 1. Mai hat gesiegt. bald der Tag, an dem es Reich noch folgende Berichte vor: Ueber den Verlauf der Feier liegen aus dem In Kiel. Die Maifeier gestaltete sich hierorts zu einer großartigen Demonstration. Vormittags fand im Englischen Garten" eine von 1500 Personen besuchte Boltsversammlung statt, in der Genosse Kluß über die Bedeutung des 1. Mai A13 Redner traten die Genossen Heinzel, Theiß und Klüß Sprach. Abends fanden in vier Lokalen Festversammlungen statt. auf. Die Zahl der Theilnehmer betrug etwa 10 000. Gaarden, Ellerbek und Neumühlen fanden am Abend ebenfalls zahlreich besuchte Festversammlungen statt, wo die Genossen Theiß, Brecour und Brodthuhn über die Bedeutung des 1. Mai sprachen. Alles verlief in bester Ordnung. vor einer gutbesuchten Versammlung. Es wurde eine, den For derungen des internationalen Arbeiterschutz- Gesezes entsprechende Resolution angenommen. Begefad. Die Genoffen dieses fleinen Landstädtchens hatten ihre Feier am 1. Mai Abends burch Theater, lebende Bilder, Gesangsvorträge und Festrede, gehalten vom Genossen Kerri aus Bremen, und Ball begangen. Die Feier war sehr stark besucht. 2-3 Stunden waren die Ge nossen aus der Umgegend zu Fuß und zu Wagen herbeigeeilt, um an der Maifeier theilzunehmen. Die Bahl der Festtheilnehmer betrug 670. Ein Hamburg. Unsern vorgestrigen unzulänglichen( bürger lichen Blättern entnommenen) Nachrichten über den Verlauf der Feier in Hamburg sei noch folgendes nachgetragen: Maifestzug fand in diesem Jahre nicht statt; die zahlreichen Verfammlungen, welche am Morgen und des Nachmittags stattfanden, waren überfüllt. Die Zahl der Theilnehmer läßt sich, da viele GewerkIn Friedrichsberg gestaltete sich die Maifeier zu einem im Orte noch nie dagewesenen Arbeiterfest. Gegen Und wann endlich werden die Machthaber begreifen, 1000 Personen füllten das Spizig'iche Lokal bis auf den letzten daß der Sozialdemokratie weder mit Drohungen noch mit Platz und lauschten dem Vortrage des Genoffen Völkel über die der Entfaltung von äußeren Machtmitteln imponirt werden Bedeutung des 1. Mai. Den Rest des Abends verstanden die tann? Daß die Sozialdemokratie sich ebenso wenig er- Genossen durch Musik und Gesangsvorträge der Friedrichsberger schrecken als zu tollen Handlungen herausfordern läßt? Gesangvereine würdig auszufüllen. In Wilmersdorf hatten sich am Abend zu der vom Die Sozialdemokratie ist kein ungeordneter Haufen, der sich Arbeiterverein in dem Mölter'schen Lokal veranstalteten Maivon Antrieben des Moments fortreißen läßt sie ist ein feier girta 850 Personen eingefunden. Genosse Kasper aus schaftsversammlungen abgehalten wurden, noch nicht genau bestimmen. wohldisziplinirtes, wohlgegliedertes Heer, das einem fest- Steglit hielt unter allgemeiner Zustimmung die Festrede. Bur Vormittags 10 Uhr sprach unter dem lebhaften Beifall der bestimmten Ziel zumarschirt und durch keine List und Hebung der Feststimmung trug noch besonders der vom Dirigent ca. 2000 Versammelten im Kaisersaal" in Altona der ReichsLockung von dem Wege abgebracht werden kann. Wie wir H. Miesch geleitete 80 Mann starfe Sängerchor bei. tags- Abgeordnete Molkenbuhr und in Ottensen bei Kluth Sozialdemokraten in der Entwickelung der Schwedt a. D. Hier wurde der 1. Mai in würdiger Genoffe Stolten vor ca. 1000 Personen. Nachmittags 4 Uhr Dinge Weise gefeiert. Vormittags 91/2 Uhr fand eine öffentliche Volte referirte im ersten Wahltreise, im St. Georg Tivoli, der keinen Zufall, keine Laune anerkennen, so find versammlung statt, in welcher die Genossen R. Schmidt, Paul Genosse Molfenbuhr, während im zweiten Wahlkreise. wir selbst auch in unserer Taktik von keinem Zu Grunz und R. Günterberg die Bedeutung der Maifeier klarlegten. in Wöhlcke's Etablissement, Genosse Karl Frohme als fall, von keiner Laune abhängig. Die Umstände Nachmittags wurde ein Ausflug nach dem nahe gelegenen Referent erschienen war. Im dritten Wahlkreise und unsere Feinde arbeiten so wirkungsvoll für uns, daß wäldchen Heinrichs lust unternommen, bei welchem ein Wusit- fanden die Nachmittagsversammlungen in Eimsbüttel, in wir unzurechnungsfähig sein müßten, wollten wir durch chor und die Sänger des Arbeiterbildungsvereins für die nöthige Barmbeck und Hamm statt, die insgesammt von gegen überſtürztes Handeln gefährden, was im Laufe der Ent- Unterhaltung sorgten. Abends 8 Uhr fand zum Schluß der Feier ein 1200 Personen besucht waren. In fast allen Abendversammwidelung mit absoluter Gewißheit uns zufallen muß. Wenn Tanztränzchen statt. An der Feier nahmen zirka 400 Personen Antheil. lungen waren Liedertafeln des Arbeiter- Sängerbundes anwesend, ein so urreaktionäres Rapitalistenblatt wie die Münchener Brandenburg. Durch die schlechte Witterung war die welche der Würde des Tages entsprechende Gesänge vortrugen Allgemeine Zeitung" in sihrem gestrigen Mörgelartikel Feier am Nachmittag weniger hervortretend. Der Schwerpunkt und an vielen Stellen die Versammlungstheilnehmer bis nach der Feier war auf den Abend verlegt, wo in fünf Lokalen Volts- Mitternacht zusammenhielten. Als Redner waren im ersten über den 1. Mai den Augenblick nicht mehr allzu versammlungen abgehalten wurden, an denen ca. 3000 Personen a hlkreise die Genossen Sonn und Winkelmann anwesend. ( sic!) ferne" hält, an welchem das Stärkeper betheiligt waren. Die Lokale erwiesen sich alle als zu flein. Die Betheiligung der Genossen war eine recht rege, zirka 2500 hältniß sich umkehrt und das organisirte Gine beträchtliche Anzahl Arbeiter feierte den Tag durch bis 3000 von ihnen hatten sich, ihre Frauen mitgerechnet, eins Proletariat sich in der Lage sieht, der Ge- Arbeitsruhe. gefunden und füllten sämmtliche Räume bis auf den letzten Platz. sellschaft seine Bedingungen aufzuerlegen", Breslau. Die Boltsversammlungen waren sämmtlich gut Im zweiten Wahlkreise hatte in Wöhlcke's Etablissement dann müßten wir Sozialdemokraten doch verbrecherische besucht und verliefen in würdigster Weise; eine eigentliche Feier ein hier anwesender Genosse aus Südamerika das Referat überOberlangen- nommen und entledigte sich seiner Aufgabe unter dem Beifall Thoren" sein, wollten wir eine Taktik der Verzweiflung soll erst am nächsten Sonntag stattfinden. befolgen, die nur Verzweifelten zu verzeihen wäre, nicht bielau. An der am 28. April für Steinseifersborf der leider schwach besuchten Versammlung; es waren nur zirka und Peterswaldau in Steinseifersdorf stattgefundenen Mai- 500 Genoffinnen und Genossen erschienen. Dagegen war or n= aber Männern, die den Sieg in der Hand haben. feier betheiligten sich trotz der durch tagelange Regen aufgeweichten hardt's Etablissement so überfüllt, daß es Viele vor Ueberall hat das organisirte Proletariat an dem ersten Landwege über 300 Personen. Feldmann hielt die Festrede. zogen, sich dem Gedränge durch den Besuch anderer Versammlungen Mai diese selbstbewußte Ruhe bekundet, in der nur die feige An den am 1. Mai, Abends, m Langenbielau und zu entziehen. Bei Hornhardt hielt Genoffe Diedrich die FestCharakterlosigkeit unserer bürgerlichen Presse ein Zeichen Schweidnih stattfindenden Versammlungen betheiligten sich je rede. Dreizehn Bersammlungen waren zum Abend für den der Schwäche erblicken kann. ca. 400 Personen trotz des unaufhörlich strömenden Regens und des dritten Wahlkreis in Aussicht genommen. Vor zirka Biffernmäßig läßt die Betheiligung an der letzten Mai- in Langenbielau sehr entfernt und ungünstig gelegenen Versamm 1200 Personen sprach in Eimsbüttel Genosse Weinheber, feier sich ebensowenig feststellen, wie die an den früheren lungslotals. In Langenbielau sprach A. Kühn, in Schweidniß bei Töllner in Winterhude vor zirka 1000 Genossen derselbe Redner. Ueberfüllt waren die großen Räume des„ ViktoriaFeiern. Allein wir haben doch die Möglichkeit annähernder Feldmann. Dhlau. In der am 1. Mai Abends 71/2 Uhr stattgefundenen Gartens in Barm bed, wo Genosse Kölle das Referat überAbschätzung, und auf grund zuverlässiger Berichte und Boltsversammlung nahmen annähernd 150 Personen Theil. nommen hatte. Derselbe Genosse referirte auch bei Krohn in Wahrnehmungen können wir feststellen, daß die Betheilis Königsberg. Großartiger als je zuvor verlief die dies- Eilbeck, während im„ Hohenfelder Kasino" und bei Siebergung in diesem Jahre eine bei weitem massen- jährige Maifeier. Zum ersten Male wurde der Verfuch mit ling in Samm Genoffe Bessier den Anwesenden die Bedeutung haftere war als in früheren Jahren. Jede neue Ein- Arbeitsruhe, entsprechend dem Beschluß des Kölner Parteitages, des Tages tlarlegte. In Fuhlsbüttel bei Johannsen sprach richtung muß sich erst einbürgern, und der Weltfeiertag der gemacht, der auch den Verhältnissen glänzend ausfiel, indem Mitsche und vor zirka 300 Genossen in Billwärder Effringe Arbeit fonnte hiervon keine Ausnahme machen, zumal ihm 1000 Arbeiter den ganzen Tag und ebenso viel den halben Tag aus Wands bet. In Bergedorf, wo Beese- Wandsbek Vormittags 9, Uhr fand in Schulze's Lokal referirte, war das Lokal, das gegen tausend Personen faßt, zum von allen Seiten Hindernisse in den Weg gelegt wurden. feierten. Dieselbe verlief in imposanter Brechen voll. Baker- Hamburg hatte das Referat in CupMit jedem Jahr seit 1890- hat die Zahl der eine Bersammlung statt. Weise. Sämmtliche Räume waren überfüllt, viele mußten baven übernommen. Von den dreihundert Erschienenen ließen Theilnehmer an der Feier sich stetig vermehrt, und auch die umkehren, die keinen Platz finden tonnten. Nach Schluß der sich nach Schluß der Versammlung zirka 80 Personen in den SoZahl derer, welche am 1. Mai nicht arbeiten, ist Versammlung zogen die Feiernden in zwei Gruppen zu den zialdemokratischen Verein aufnehmen. Sehr gut besuchte Versammmit jedem Jahre eine größere geworden. Nicht alle Arbeit Gräbern Dr. Johann Jakoby's und August Godau's, fungen waren auch die im„ Weddeler Hof" und bei Saubert geber sind brutale Despoten, die ihren Stolz darein setzen, wo Kränze mit rothen Schleifen niedergelegt wurden. Nach in Rothenburgsort, in denen Genoffe Megger referirte. dem ökonomisch von ihnen Abhängigen den Daumen mittags zogen die Feiernden mit Familie nach Gammer. Eschwege. Die Theilnahme an der Maifeier war hier aufs Auge zu setzen. Freilich die Organe des Abends tehrten dieselben, zirfa 3000 Personen start, unbehelligt außerordentlich besser als in vorigen Jahren. Am Sonntag, den deutschen Kapitalismus schreien in die Welt hinaus, die nach der Stadt zurück, wo der Zug fich dann in größter Orb 28. April, ist ein auf den 1. Mai besonders Bezug nehmendes Zahl derer, welche am 1. Mai nicht arbeiten, sei stetig im nung am Gefetus- plage auflöſte. So bedeutet denn die Flugblatt mit Ausnahme einzelner zu abgelegenen fleineren Abnehmen, dies ist aber eine ebenso flagrante Lüge, wie die diesjährige Maifeier einen großen Fortschritt auf dem Wege des Orten im ganzen Wahlkreis verbreitet worden. Am 1. Mai hartnädig wiederholte Behauptung, der Zwed des 1. Mai Befreiungskampfes und dürfte im nächsten Jahre die Be Morgens war ein Ausflug für Herren und am Nachmittag theiligung an der Arbeitsruhe noch bedeutend größer werden. mit Familie, Abends öffentliche Volksversammlung unter freiem sei gewesen, den Kapitalisten durch einen Generalstreit Rotod. Die für den 1. Mai Morgens angemeldete öffent. Himmel, welche troß des ungünstigen Wetters sehr gut besucht bie Uebermacht der Arbeit zu zeigen. Die Drgane des liche Bersammlung mit der Tagesordnung: Die Bedeutung des war. Unter allgemeinem Beifall sprach unser Kandidat, Genosse Huhn aus Kassel, über die Bedeutung des 1. Mai für die Arbeiterklasse. In Altona fprach vor ca. 2000 Personen Stolten und in Ottenfen der Genoffe Grünwaldt. Auch die polnischen sozialdemokratischen Genossen versammelten sich am 1. Mai im Schweizerfaal" in Altona, um einen Vortrag über die Bedeutung des Tages vom Genossen Jeziorowski zu hören. Ju allen Versammlungen wurden Resolutionen angenommen, welche den Wünschen der Versammelten nach Bertürzung der Arbeitszeit, Arbeiterschuß u. f. w. mehr oder weniger beredten Ausdruck gaben. In Harburg wurde am Tage zwar wenig gefeiert, die Betheiligung am Abend belief sich aber auf zirka 2500 Berfonen. In Wilstorf bei Harburg mochten etwa 4000 Genossen, darunter sehr viele Frauen, versammelt sein. durch den Ort, Abends Volksversammlung, die von über den lehten Platz gefüllt waren.' Der Vortrag des Genossen 300 Personen besucht war. Genosse Wehder, Landtags: Grimpe über die Bedeutung des Festes fand eine sehr beiAbgeordneter aus Sonneberg hielt die Festrede über die fällige Aufnahme.. Das nach der Versammlung stattfindende ge= Bedeutung des 1. Mai, die mehrfachen Beifall hervorrief. müthliche Beisammensein nahm einen der Würde des Tages entSaalfeld a. G. Sonntag, den 29. April. Am Festzuge sprechenden Verlauf. Man darf wohl sagen, daß die Maiund Versammlung betheiligten sich trok ftrömenden Regens zirka demonstration dieses Jahres fich denen der vorhergehenden Jahre 700 Personen. Referent P. Reißhaus- Erfurt. würdig angeschlossen hat. Offenbach a. M. Hier fand eine Abendversammlung von 1500 Personen ftatt. Fechenheim. Die Festverfanim lung war von etwa 800 Personen besucht. Höchst a. M. Der Weltfeiertag hat einen großartigen Berlauf genommen. 60 Mann ließen die Arbeit ruhen, größtentheils Tischler. Morgens um 10 Uhr fand eine Gewerkschaftsversammlung statt, am Nach mittag ein Ausflug: In der Abendversammlung waren 100 Perfonen anwesend. " Pößned. Montag, den 30. April. Die Maifeier- Ver fammlung war von 300 Personen besucht. Referent Reißhaus Erfurt. Die Züricher und Kölner Resolution wurde einstimmig angenommen. Wicht minder rührig wie in Hamburg, Altona und Umgegend Steinach b. Sonneberg( Dorf). 1. Mai. 400 Per waren die Genoffen in Schleswig- Holstein, Lauen- sonen nahmen an der Festversammlung theil. Referent P. Reißburg und im angrenzenden Hannoverschen, soweit aus den haus- Erfurt. Die Mairesolutionen wurden einstimmig angenommen. eingelaufenen Berichten zu ersehen ist. Nach der Versammlung Rommers. Bettelheden bei Sonneberg. Sier fanden sich Schweinfurt. Unsere Festversammlung war von zirka etwa 40 Personen zusammen, um den 1. Mai festlich zu begehen; 900 Personen besucht. Die Resolution fand einstimmige bees war der erste Versuch. In Agendorf fand am Abend geisterte Annahme, die Festrede des Genossen Model fand uneine gut besuchte Versammlung statt. getheilten Beifall. Der Arbeiter- Gesangverein Vorwärts" rug Gilenburg. Der Ausflug am Tage war schwach, am durch seine Freiheitslieder zur Verschönung des Festes bei. Abend eine imposante Versammlung von etwa 300 Personen. Passau. Die Feier mußte hier wegen der Maiduit Delisch. Am Abend Volksversammlung; 300 Theilnehmer:( großes Boltsfest) schon am 29. April abgehalten werden. ein Feft hatte bereits am Sonntag stattgefunden. Raiserslautern. Maifeier gut und musterhaft verlaufen. Quedlinburg. Die Maifeier ist in unserem Bezirk ganz Festrede wie Theateraufführung fehe beifällig aufgenommen. vorzüglich gefeiert; am Sonntag wurden in der Stadt sowie auf 500-600 Fefttheilnehmer. den umliegenden Ortschaften 5000 Stück Flugblätter verbreitet; In Ulm wurde der 1. Mai von mehr als 800 Personen, am Sonntag Abend fand in Thale eine Versammlung statt; darunter die Hälfte Frauen, festlich begangen. Obgleich das Betheiligung ca. 200 Personen. Am Montag Abend fand eine Wetter sehr schlecht und das Lokal sehr weit von der Stadt entVersammlung in Quedlinburg statt; Betbeiligung zitta fernt war, weil die Wirthe ihren Saal nicht zur Verfügung 800 Personen. Thema in beiden Versammlungen: Die Bedeutung stellten, da fie militärischen Boytott fürchten, mußten viele wieder des 1. Mai. Referent Regierungsbaumeister G. Keßler aus umfehren, weil das Lokal überfüllt. Berlin. Die bekannte Resolution fand in beiden Versammlungen einstimmige Annahme; die Lokale erwiesen sich als zu flein. Dienstag, den 1. Mai, fand Mittags Ausflug mit Musit nach einem außerhalb gelegenen Lofale statt; Betheiligung zirka 200 Personen. Abends 8 Uhr Umzug durch die Stadt, welches uns von den Behörden das erste Mal erlaubt war; Betheiligung 800-1000 Personen. In Neumünster und Rendsburg sprach 2. JacobsHamburg, in Groß- Flottbet de Haas und in Klein Flottbet Frau Blom. Vor ca. 200 Genoffen, die sich in Nienstedten versammelt hatten, referirte Frau Steinbach; nach der Versammlung trat eine große Anzahl Zuhörer den Sozialdemokratischen Bereine bei. Frau Kähler aus Wandsbek hielt in Bramstedt, Steinfatt in Dodenhuden die Festrede, während in Wilhelmsburg Schulz und in NiederGeorgswärder, wo 137 Genossen erschienen waren, Stühmer das Referat übernommen hatten. Es referirten ferner die Genoffen Th. Meyer in Relling: husen, Sittenfeld in Wesselburen, Lüth in Barm stedt, Lesche in Mölln, Hüffmeier in Oldesloe, Stubbe in Bartgeheide, Junge in Schiffbet, Röste in Sande Lohbrügge und Rathmand in Glückstadt. " " Gaisburg bei Stuttgart, 1. Mai. Große Maifeste Bersammlung. Die Resolution für den Ach thu bent= tag, und eine andere für das allgemeine gleiche Wahlrecht und gegen die von der württembergischen Regierung geplante Verfassungsrevision fand einstimmig begeisterte Annahme. Karlsruhe i. B. Die heute Abend den 1. Mai ver anstaltete Maifeier bestand in einer Festversammlung nebst Albendunterhaltung im Rollosseum, zirka 1200 Proletarier hutten fich trotz strömenden Regens eingefunden und lauschter: den oegeisternden Worten des Landtags- Abgeordneten Genosses, Stegmüller. Es wechselten hierauf Gesangsvorträge von B Geis, ge vereinen mit 150 Sängern mit politischen, fatyrischen Kouples, Deklamationen 2c. In dem Bewußtsein, ihren Feiertag in wurdiger Weise gefeiert zu haben, trennten jich spät un Mitternacht die Genossen. Die vorgeschlagene Resolution wurde einstimmig an genommen. Mannheim. Die hiesige Maifeier verlief in wur diger Weise. Trot des anhaltenden Regens haben sich doch gegen 3000 Personen in der Nachmittags 3 Uhr abgehaltenen Versammlung eingefunden. Die Feftrede, welche Genosse Dreesbach hielt, wurde mit großem Beifall aufgenommen. Desgleichen fand eine der Würde des Tages entsprechende Resolution die einstimmige Annahme. In Lockstedt tagte Abends eine Versammlung, in welcher Stengele in etwa einstündiger Rede über die Bedeutung des 1. Mai und die Kulturaufgaben des Sozialismus referirte. Die Festrede Die Festrede in Lauenburg hielt Genosse E. Krause aus Hamburg. In Lüneburg referirte Zaffte- Hamburg vor etwa 1000 Personen, Aus dem 17. sächsischen Wahlkreis wird über die darunter sehr viele Frauen, in Alten wärder Saalfeld vor Feier berichtet, daß dieselbe in sämmtlichen Orten des Kreises 150, im Raisersaal" in Imshorn Molfenbuhr vor etwa auf das glänzendste verlaufen sei. Der Abgeordnete des Kreises, 1500 Personen. Ungefähr 200 Genossen und 50 Genoffinnen Auer, sprach am Sonntag, 29. April, auf der Beche" in hatten sich in Stockelsdorf bei Lübeck zum Vortrage des Ernstthal, am Montag im Schüßenhaus zu Hohenstein Genossen Stromberg- Hamburg eingefunden und in Wilfter und am Dienstag in Meerane und Glauchau überall vor batte. Eblers aus Hamburg ca. 200 Personen als Zuhörer. überfüllten Sälen. Außerdem fand am 1. Mai Nachmittags in In Langenfelde sprach Kohn vor ungefähr 800, im Gersdorf eine Bergarbeiter Versammlung statt, in der Schüzenhof" in Winsen Beh'n de Altona vor ebenfalls Rosenow aus Chemnitz sprach und waren am Abend dieses 300 und Lorenz in Uetersen vor ca. 400 Personen. In Tages außerdem noch Festfeiern veranstaltet auf der„ Beche" und Pforzheim. Heute fand zur Feier des 1. Mai eine Volks Eckernförde batten fich 467 Genoffen eingefunden, um den in Lichtenstein, bei denen Rosenow und Kirmse aus verfammlung mit Dr. Rüdt aus Heidelberg als Referenten statt. Vortrag v. Elms zu hören und in Wands bet lauschten Meerane die Festrede hielten. Am Himmelfahrtstag Nach- Der Saal war überfüllt und zeigte es sich, wie nöthig in Pforz mindestens 2500 Personen beiderlei Geschlechts den Worten mittags fanden sich die Genossen aus dem ganzen Kreise mit beim ein großes Lokal ift. Gine rothe Fahne wurde vom soziale Frohmes. In Lågerdorf referirte Steinfadt vor 400 Gr ihren Familien in Gefau bei Genosse W. Stolle demokratischen Verein der Partei überwiesen und mit Jubel fchienenen und in Peters Tivoli" in Jhehoe hatten sich zu zusammen. Damit der Humor bei der Sache nicht aufgenommen. Eine Resolution, die Solidarität der Arbeiter dem Vortrage Martittes ca. 500 Genoffen eingefunden. Bor- fehlte, untersagte der Stadtrath ber Stadtrath von Glauch au den des ganzen Erdenrunds betreffend wurde einstimmig angenommen. mittags hatten die dortigen Genoffen Ausflüge unternommen, Ausflug" nach Gesav. Unsere Iau chauer Genossen an denen sich 200 Mann betheiligten. Diese Ausflüge fanden faben sich deshalb genöthigt, nach Gesau zu gehen, da sie, an den verschiedensten Orten statt. In allen diesen Bersamm laut polizeilichen Befehls, nicht nach dort fliegen durften. lungen war die Stimmung eine ausgezeichnete und des Tages Es geht eben doch nichts über eine vorsorgliche Polizei. würdige und fand ihren Ausdruck in den fast allgemein zur ein- Kamenz Die Maiversammlung war von etwa 200 Perftimmigen Annahme gelangten Refolutionen. sonen besucht. Unter großem Beifall referirte Genoffe ich horn aus Dresden. In Friedrichsgrün referirte am Abend Genosse Müller- Wilfau vor einer von zirka 400 Per- Rüppur bei Karlsruhe i. B. Die am 1. Mai abfonen, Männer und Frauen, besuchten Versammlung. Der Gen- gehaltene Voltsversammlung war gut besucht. Referent: Genoffe darm verbot hierbei das Tragen der kleinen rosenfarbenen Fest- Adolf über aus Karls cube. Nach dem beifällig af röschen. Berlauf in allen Theilen würdig und rubig! genommenen Referat wurde die Resolution einstimmig a. Mittweida. Hier sprach Genosse Lorenz aus Chem- genommen. nih vor etwa 900 Personen. Das Fest verlief in würdigster Durlach. Die hiesigen Genossen feierten heute im Gaste Weise. haus Zur Blume" den 1. Mai. Birta 600 Personen betheiligten fich an der imposanten Feier. Genosse W. Keil aus Mannheim hatte das Referat übernommen. Nur eine geringe Anzahl fonnte die Arbeit ruhen lassen. Die Mühlburger Parteig.nossen feierten den 1. Mai durch Boltsversammlung mit darauffolgender bendunterhaltung. Trotz der schlechten Witterung war die we Beber aus Mannheim hielt die Festrede und erntete für eine Ausführungen reichen Beifall.- Konstanz a. Bodensee. Die Maifeier erfreute sich einer verhältnißmäßig starken Bethei Werdau. Hier vereinigten sich 600 Personen bei Ronzert ligung. Trotzdem es den ganzen Tag regnete, hatten sich Stach und Ball; die Festrede bielt Stolle Gejau. 800 tonnten mittags gegen 80 Parteigenossen zusammengefunden. Abends feinen Zutritt erhalten. Die Stimmung war großartig. sprach Reichstags- Abgeordneter Blos über die Bedeutung ber Debeln. Die Maifeier verlief hier sehr gut. Ungefähr Maifeier. Abends sprach Reichstags- Abgeordneter Blos üoes 50 Personen feierten durch Arbeitsruhe, darunter die Silber- die Bedeutung der Maifeier. Anwesend varen gegen 200. arbeiter geschlossen. Mögen fich die anderen Arbeiter an ihnen beiter und Arbeiterinnen. Da in der Stadt kei. Lokal zu ein Beispiel nehmen, was Ginigteit vermag. Abends 8 Uhr haben ist, mußte unsere Maifeier in der Schweiz abgehalten fand im Saale der Muldenterrasse eine Bolksversammlung statt, werden. in welcher Genosse Schönfeld Dresden das Referat über- In Bessungen waren gegen 200 Genossen vereinigt. nommen hatte. Die Versammlung war von 300-400 Personen Das Referat hatte Genosse Wildhirt übernommen. Pixs besucht, welche Schönfeld's Rede mit der größten Aufmerksamkeit masens. An der Festversammlung nahmen hier etwa 300 Pe fonen theil. " Bremen. Unsere Maidemonstration gestaltete sich auch in diesem Jahre wieder und zwar in erheblich verstärktem Maße gegenüber den vergangenen Jahren äußerst imposant und erbebenb und gereicht in ihrem Umfang und Berlauf der flaffen bewußten Arbeiterschaft Bremens zur höchsten Ehre. Sämmt liche Lotale waren bis fast auf den letzten Plah gefüllt und überall herrschte bei den Bersammelten, unter welchen fich auch viele Frauen und Mädchen befanden, eine höchst begeisterte Stimmung. Im großen Saale des Kasino waren über 3000 Per- Sarthai. S. Unsere Maifeier ist prächtig verlaufen. fonen anwesend, welche den überaus wirksamen begeisternden Nachmittags 3 Uhr Ausflug, woran fich ca. 100 Genossen beBortrag des Genossen Julius Bruhns mit wieder theiligten. Zwei Filzwaarenfabriken hatten vom Mittag an ganz boltem, oft stürmischem Beifall aufnahmen. In Dreyer's gefchloffen, ebenso der Konsumverein. Die Reveille ward nicht Volksgarten waren über 1000 Personen versammelt. Ge- genehmigt. Abends Festkommers, der von 600 Personen besucht nosse Gottlieb referirte hier unter lebhaftem Beifall war. Mehrere Hundert konnten nicht in das Lokal. Das Bersammlung doch von ungefähr 200 Personen besucht. Genoje der Versammelten. Mehr wie 0 Personen waren in ständniß für den 1. Mai wird immer besser. Noch zu bemerke Mühlensted's Lokal, woselbst Genosse Hermann Junge ist, daß unter den Besuchern gegen 250 Frauen und Mädchen einen beifällig aufgenommenen Vortrag über die Bedeutung waren. der Maifeier hielt, anwesend. In Hast ebt referirten Genosse Ebert Bremen Dor sirka 400 Personen. In Waltmershausen war die Betheiligung eine geradezu imposante; hier referirte Genosse Kahl. Ueberall herrschte große Begeisterung und ungeschwächter Kampfesmuth. Wolfenbüttel. Die Betheiligung am 1. Mai Abends betrug 350; am Sonntag vorher hatte bereits ein Fest von uns gefähr 600 Personen stattgefunden. # Alle vorliegenden Berichte aus Desterreich rühmen den ruhigen und glänzenden Verlauf der Feier und betonen, daß die Betheiligung an derselben trotz des überaus ungünstigen Wetters bedeutend stärker war als in den Vorjahren. In Berichten aus Wien wird die große Betheiligung der czechischen Hilfsarbeiterinnen der Maurer in ihrer ländliche: Tracht hervorgehoben. Weimar. Die diesjährige Maifeier hatte sich einer überaus zahlreichen Betheiligung zu erfreuen. G3 waren etwa 500 Personen, Männer und Frauen, anwesend. Biele waren wegen des beschränkten Lokales( Uhlig's Restaurant) verbindert, folgten. an der Feier sich zu betheiligen. Die gediegenen Ausführungen Riefa a. d. E. Die Maifeier am hiesigen Orte am Straßburg i. E. An der Maifeier am Abend des des Festredners, Genossen Timm Berlin, wurden mit Abend des 1. Mai gestaltete sich zu einer dem Ernst und der 1. Mai fonnten sich ungefähr 600 Genossen betheiligen, viele Beifall aufgenommen. Den unterhaltenden Theil des Abends Würde des Tages entsprechenden. 800 Theilnehmer standen mußten wieder umtehren, da die Lokalitäten nicht mehr Personen bestritten die beiden hiesigen Arbeiter- Gefangvereine durch Lieder dichtgedrängt auf nassem Fußboden unter einem Leinewandzelt fassen. 3on diesen 600 Genossen fonnten nur 800 dem. Redre vorträge. Greiz. Die im Saale des Tivoli statt und lauschten andächtig den begeisterten und begeisternden lauschen. An einem anderen Orte hatten sich noch ungefähr gefundene Maifeier war dem Tag entsprechend großartig: Worten der Genossin Frl. Ottilie Baader aus Berlin. Gesang 200 Personen verfammelt, die, um ihre Existenzen nicht zu über 1500 Personen anwesend; der Geist war ein guter; eine und deklamatorische Vorträge hielten die Genossinnen und Gefährden, sich der großen Masse nicht anschließen konnten. große Anzahl Geschäftsleute hatten ihre Läden geschlossen. noffen bis nach Mitternacht in froher gehobener Stimmung beiWaltershausen in Thür. Abends Volksversammlung sammen. Die Furcht der Herrschenden zeigte sich wiederum in Oesterreich. mit daranschließendem Konzert. Genoffe Joo3- Gotha referirte dem Umstande, daß auf den die Stadt umgebenden Anhöhen über die Bedeutung des 1. Mai. Betheiligung ca. 800 Personen Ranonen aufgefahren waren. beiderlei Geschlechts. Die Betheiligung war, wie dies, Losch wit. Die von ca. 250 Personen besuchte Fest- Ber rücksichtlich des Tages( Dienstag) und der hier jetzt fammlung eritärte sich mit dem Referenten einverstanden und herrschenden Arbeitsnoth nicht anders zu erwarten, eine ge- nahm eine entsprechende Resolution einstimmig an. ringere als in den Vorjahren. Berlauf der Feier gelungen. Küstrin. Am 1. Mai fand bier eine gut besuchte BoltsDetmold. Zum ersten Male durch eine Versammlung ge- versammlung statt, in welcher Genoffe Dr. Biegelroth über feiert; zirka 100 Mann betheiligten sich daran. Apolda. die Bedeutung des 1. Mai referirte. Der Redner erntete am Troh ber hier herrschenden Arbeitslosigkeit, war die Betheiligung Schluß seines in jeder Beziehung gediegenen Vortrages reichen zu der am Abend veranstalteten Demonstration eine großartige. Beifall. Die von dem Organisationskomitee für die Maifeier Da die größten Lokale uns jetzt verweigert sind, waren wir ge- in England empfohlene Resolution fand einstimmige Annahme. awungen, ein kleineres Lokal zu benußen, welches sich leider als Penzig o./. Die Volksversammlung am Abend war von viel zu flein erwies. Der vom Genossen Baudert gesprochenen zirfa 800 Personen besucht und verlief in bester Weise. Feftrede schloffen fich auf die Bedeutung der Feier bezugnehmende Vortrag des Genossen Millarg Berlin wurde mit großen: Ansprachen der Genossen Leutert, Haupt und Kirchner an. Beijall aufgenommen. Eine Nachfeier findet am 20. Mai statt. Weißenfels, 1/210 Uhr Frühkonzert, 100 Personen Theil- Marburg. Die Betheiligung an der Maifeier war hier nabine, Mittag 1 Uhr Bortrag von Genossen J. Timm- Berlin, eine wider Erwarten große. Genosse Scheidemann hatte 150 Personen anwesend. Abends Rommers, Festrede, Vorträge die Festrede übernommen; an der Versammlung nahmen 200 Per und Theater sozialen Inhalts. Das Parteilotal, Bentralhalle, fouen Theil. war ungefähr Abends von 600 Personen besucht. Die Feier war Nordheim. Hier versammelten sich unter dem Schuhe von Anfang bis zum Schluß eine begeisterte. Die diesjährige der heiligen Hermandad 48 organisirte Genossen und feierten. Da Feier war großartiger als im Vorjahr. In drei Schuhfabriken wurden 12 Genossen und 1 Genoffin gemaßregelt, auch von einer Schneiderwerkstatt wurden 4 Schneidergehilfen entlassen und zwar deshalb, weil die Arbeiter an diesem Tage die Ar beiter ruhen ließen. auf hiesigem Grund die Maifeier nicht stattfinden konnte, so marfchirten dieselben nach dem benachbarten Holtenhain und feierten dort Maienfest. Sozialdemokratie heben wir den folgenden uns aus Ezernowi, Als charakteristisch für die Entwicklung der österreichischen der Hauptstadt der an Rußland grenzenden Bukowina, ¡ uyegangenen Bericht hervor: In vorigem Jahre tamen blos 25-30 Mann zufammen, Jahres aber haben wir eine für unsere Verhältnisse ungeahnte Der um den Weltfeiertag festlich zu begehen, art 1. Mai dieses Betheiligung, einen glänzenden Erfolg zu verzeichnen. sprachen mehrmals Von den 17 Rednern, die zum Worte gelangten einige der hiesigen Bewegung, zählen und mehr weniger vorbereitet waren es nur 7, welche su den Führecn sprachen: Baczynski, Cieliewicz, Rubinyi, Kwiatkowski, Lehner, Müller und Witiuk; ihre Ausführungen nahmen ungefähe eine Stunde in Anspruch; für so lange war auch die Dauer der Ver fammlung in Aussicht genommen; da erstanden aus der Verfammlung selbst unvermuthet Redner um Redner, welche Crefeld. Morgens und Abends wurden hier Verfamm- rbeiter in ihren Berufen zum Ausdrucke brachten, überzeugende offenbar erst durch das Vernommene angeregt, die Leiden der Iungen abgehalten. Der Fenredner war Genosse Helbing Gründe für die Nothwendigkeit der Beschränkung der Arbeitszeit Wenigenjena. Jufolge er ungünftigen Witterung Düsseldorf. Am Abend nahmen über 1000, am Morgen etwa auf 8 Stunden beibrachten, für die Feier des 1. Mai als Weltmußte der geplante Ausflug unterbleiben. Am Morgen wehten 300 Personen theil. Grafrath b. Solingen. Am Nach- feiertag eintraten und das allgemeine gleiche und direkte Wahlzwei rothe Fahnen von den Bäumen einer Allee in der Stadt mittag fand unter großer Betheiligung ein Ausflug nach den recht unter Verwerfung des Windischgräs'schen Entwurfes herab, die erst am Nachmittag entfernt werden konnten. Abends Wupperbergen statt. Die Abendversammlung, in der Frav forderten. fand ein Kommers statt, der vor 100 Personen besucht war. Schneider Köln referirte, war sehr start besucht. Aachen. Rudolstadt. Die Maiversammlung ist hier großartig ver. Etwa 500 Personen betheiligten sich an der Feier. Referent war lung, in allen Landessprachen, zum Theil mit bedeutender Daß dies wie gesagt aus der Mitte der Versamm laufen. Theilnehmer ca. 400-500.- Hüttenstein a ch S.-M. Genosse Rämmelburg aus Hamburg. Köln: Bu reduerischer Begabung geschah In einer Bersammlung, in ber Genoffe Wolfram referirte, dem Ausfluge, welcher für die durch Arbeitsruhe Feiernden ver die den Leitern der hiesigen sozialdemokratischen Bewegung faum und meistens von Arbeitern, waren etwa 300 Perfchen anwesend. Judenbach bei anstaltet worden war, hatten sich ca. 300 Personen eingefunden. dem Namen nach bekannt waren, war diesen ebenso überraschend Sonneberg. Die diesjährige Maifeier nahm einen impofanten Um 3/4 Uhr erfolgte der Abmarsch von„ Karl dem Großen" nach als erfreulich, meil bisnun für die Organisation hierlands Verlauf. Von Mittags ab rubte theilweise die Arbeit. Die indenthal. Auf dem Rückwege wurde noch bei Jungeburth so gut wie garnichts gefchehen ist; es war bis jezt ein fleiner Arbeiter, welche in den Porzellanfabriken in Hüttensteinach be fröhliche Einkehr gehalten. Von hier aus begab fich alles nach Kreis von zielbewußten Männern die wichtigsten Namen habe schäftigt find, arbeiteten theilweise bis 4 und 6 Uhr. Nach Karl dem Großen" zur Volksversammlung. Diese hatte einen ich oben mitgetheilt von denen die Agitation ausging; darum mittags Harmonicmufit im Karl'schen Lotale, später Bug so starten Besuch aufzuweisen, daß die weiten Räume bis au hat dec Erfolg der heutigen Bersammlung alle unfere Er. wartungen übertroffen. Hoffentlich fann nunmehr an die Bildung| in seiner Art, am Schluß des Essens die Arbeiterlieder fingen zu eines politifchen Sozialdemokratenverein geschritten werden hören von den Lippen derjenigen, die seit Wochen zum ersten bisher besteht nur ein Arbeiter und Arbeiterinnen- Bildungs Mal zu Mittag gespeist hatten. verein Wahrheit", " Schweiz. Zürich. Weit über 2500 Mann betheiligten sich am Demonſtrationszuge. Beck sprach früh, Seidel Nachmittags, beide unter rauschendem Beifall. Die schwarze Fahne der Un archisten wurde von der Polizei fonfiszirt. Luzern. Am Demonstrationszug betheiligten ch mehr als 500 Mann, an der Feier im Konzertsaal Löwengarten über 600 Personen. Genosse Staatsanwalt Reßler aus Solothurn sprach unter großem Beifall. Da viele Italiener da waren, wurde das Referat ins Italienische übersetzt. abgehalten, wo Genoffe F. Domela Nieuwenhuis sprach. Dann war für den ganzen Nachmittag ein Kinderfest organisirt, das anßerordentlich gut verlaufen ist. Gegen 2700 Kinder, begleitet In Savona hielt der Schriftsteller Mosconi eine mit von Eltern und Genossen, marschirten in zwei großen Bügen Begeisterung aufgenommene Rede. nach einer Wiese außerhalb der Stadt, wo sie sich recht luftig In Parma hatten die vier sozialistischen Stadtverordneten herum tummelten; Chokolade, Limonade, Butterbrod u. f. w. vorgeschlagen, daß Mai breitausend Frants zur Unterstützung der Arbeitslosen großen Versammlungslofalen Volksversammlungen abgehalten, die Vertretung der Stadt zur Feier des ersten wurden verabreicht. Am Abend tourden in der Stadt in drei geben soll. Durch die Stimme des Bürgermeisters wurde leider wo ca. 3000 Menschen den Worten der Genossen Nieuwenhuis, dieser Vorschlag abgelehnt. Die Vorträge funden nach dem Pro Luitges, A. H. Gerhard und Bayle lauschten. Nach Schluß der= gramme statt. selben zogen die Anwesenden durch die Stadt, wohl 4000 in der In Imola, wo bekanntlich fast die gesammte Stadtver- Bahl, und schieden erst gegen 12 Uhr. tretung sozialistisch ist, waren alle von Kleinbürgern und Ar- Go weit die Berichte aus den Provinzen vorliegen, läßt sich beitern bewohnten Quartiere reich beflaggt. Die Arbeitsruhe über all auf einen günstigen Verlauf des Maifestes schließen. Be Solothurn. Der große Saal des Rosengartens war bei war fast allgemein und viele Vorträge in der Stadt und in den sonders interessant war es am Montag, den 29. April, in der der Maifeier fiberfüllt. Steiger hielt die Festrede. Große Be- Dörfern wurden gehalten. Industriegegend Twente( Proving Oberyfel), wo ein großer geisterung für den Achtstundentag und das Recht auf Arbeit. In Ravenna fast vollständige Enthaltung von der Ar- Rufus organisirt war, woran ca. 4000 Leute, worunter viele Char. Die Maifeier- Versammlung war von 500 Theil beit, die meisten Geschäfte geschlofien, viele fleinen Häufer be- Frauen, sich betheiligten. Ein Mädchen auf einem weißen nehmern besucht. Wullschleger's Rede fand stürmischen Beifall. flaggt und mit Inschriftkundgebungen geschmückt. Die sozia Bferde, die Göttin der Freiheit darstellend, begleitet von einer Aus Chaux de fonds wird uns geschrieben: Echon Montag liftischen Komitees hatten beschlossen, sich an verschiedene Stellen Ehrenwache, ebenfalls zu Pferde, ging dem Bug voran, in dem Abend war großer Umzug mit Bapfenstreich und große Illumi- des weltberühmten Pinienhaines bei Ravenna zu begeben und sechs Musittorps die heitere Stimmung der Theilnehmer noch nation. Der Festzug der Hauptfeier setzte sich Nachmittags 2 Uhr, dorthin die Arbeitervereine mit Frauen und Mädchen einzuladen. erhöhten. hrbet Theilnehmer der verboten war, vermieden wurde, Bon anderer Seite wird uns geschrieben: In den größten in die franzöfifche Kirche, welche als Festhalle diente. Die so gelang alles vortrefflich troß des Aufgebots der gesammten Städten Hollands, namentlich in Amsterdam und im Haag, hat Theilnehmerzahl belief sich am Umzuge, trotzdem es beständig Polizei. Feurige Reden wurden gehalten und zum ersten Male das Weltfest fich großartig gestaltet. Die Zahl der Theilnehmer regnete, auf etwa 1000 Mann mit 50 Fahnen und Emblemen, erschollen die Lieder der neuen Zeit unter den domartigen Kronen stieg von Jahr zu Jahr. Ades nahm einen ruhigen Verlauf. darunter auch die alte Fahne des Allgemeinen Arbeiter der herrlichen Bäume. Nur in Utrecht, wo unsere Genossen fein Lokal bekommen konnten Vereins, welche im Jahre 1848 in der badischen Auch in Livorno war die Enthaltung von der Arbeit fam es zum Zusammenstoß mit mehreren Studenten und Soldaten. Revolution einige Stürme erlebt hat. Die Theilnehmerzahl in fast vollständig, die meisten Geschäfte geschlossen. Auch die Als die Arbeiter sich ruhig von dem Lotal, das ihnen erst verder Kirche belief fich auf ungefähr 2000. Gesprochen wurde Arbeiter der t Marine, sowie die Fabriken, die für die Marine- sprochen war, entfernten, stürmten betrunkene Studenten und deutsch und französisch. Vier Gesangsvereine und die Grütli Werte thätig sind, feierten vollständig. Die Arbeitsbörse und Soldaten mit Säbeln, Stöcken und Billardqueues auf sie ein. musit verschönerten durch ihre Vorträge die Feier. Eine Reso- die anderen Lokale wo Vorträge gehalten wurden, waren leicht Giner von den Radaubrüdern wurde verwundet. Die Polizei lution an den Bundesrath wurde einstimmig angenommen. beflaggt. blieb ruhig in gemessener Entfernung vom Kampfplage stehen. Nach der Feier zogen einzelne Vereine in ihre Lokale und In Camerino, woselbst eine der fleinen Universitäten Norwegen. manches ermunternde und schöne Wort wurde da noch gesprochen. Italiens ihren Siz hat, betheiligten sich öffentlich zum ersten Die ganze Feier verlief würdig und ruhig, obgleich noch viele Mal in Corpore die Studenten an dem Arbeiterfest durch ihre Hunderte dem Schauspiel müßig zugeschaut haben, hat unsere Anwesenheit bei den Vorträgen und durch einen Ausflug aufs Feier entschieden an Ausdehnung zugenommen gegenüber den Land. vergangenen Jahren. Frankreich. die Muſik an der Spize, in Bewegung und zog durch das Dori da ein by alleg In Perugia allgemeine Arbeitsruhe, alle kleinbürgerlichen Geschäfte blieben geschlossen. Ausschmückung der Arbeiterbörse, Bertheilung von Maifestnummern nach den Vorträgen in der Stadt und in der Umgebung in der Zahl von 50 000 Eremplaren. " Man schreibt uns aus Paris unterm 2. Mai: Außer dem bereits in meiner gestrigen Korrespondenz erwähnten, im ehemaligen Theater Château d'Eau am Nachmittag stattgehabten Meeting fanden am Abend in den verschiedenen Arbeitervierteln In Civitavecchia Arbeitsruhe und ein Hauptausflug noch mehrere große Versammlungen statt; so im Saal Chaynes, der Sozialisten auf das romantische Land mit Sammlung der Salle du Commerce, Salle du Progrès, Salle Octobre, Salle zahlreichen Theilnehmer auf freiem Felde vor der Stadt. des Milles Colonnes, Salle des Deux Canons und im Maison In Turin. Hier war den zahlreichen Staatsfabriken du Peuple( Volkshaus). Faft überall waren es entweder streng verboten worden, zu feiern. Alle öffentlichen Gebäude fozialistische Abgeordnete oder Gemeinderäthe, die als Haupt- waren von Bataillonen von Soldaten bewacht. Die Maifestrebner fungirten. Die bedeutendste Abendversammlung war die nummer des sozialistischen Blattes Grido del popolo"( Schrei im Saal Chaynes, Villette Viertel, stattgehabte, wo des Volkes") wurde am Morgen tonfiszirt, aber doch zu vielen Jules Guesde mit gewohnter Meisterschaft sprach, und Tausenden heimlich während des ganzen Tages verkauft. Hier für seine Ausführungen, in denen er der herrschen war die Arbeitsruhe beschränkt, aber des Abends fanden zahlden Gesellschaft den Prozeß machte, stürmischen Beifall reiche Vorträge und Versammlungen statt. fand. So namentlich an jener Stelle, wo er sagte:„ So lange In Rovigo durften die Arbeiter sich nur in geschlossenen Ihr Lohnarbeiter seid, seid Ihr keine Bürger, sondern Sklaven. Privatlokalen versammeln. Die ganze Stadt war wie im BeUm freie Männer zu sein, müßt Ihr Euer Erbtheil am fran- lagerungszustande mit Karabinieri und Soldaten auf den Straßen zösischen Baterland Euch erobern, indem Ihr es den Händen und öffentlichen Plätzen besetzt. Im Theater, das privatim von Jener entreißt, die gleich Cafimir Perier nie etwas geschaffen der Organisation der Partei gemiethet war, follte ein sozialistischer haben und trotzdem Millionen befizen." So, als er weiter Redner sprechen. Die Versammlung wurde erst früh am 1. Mai ausführte, daß die vierzig Millionen, die Perier hat, dieser verboten und das ganze Theater von Soldaten besetzt. Trot weder seiner Arbeit noch seinem Talent zu verdanten habe, dieser echt Crispi'schen Wirthschaft in Rovigo feine Unordnung. sondern sousweise den Grubenarbeitern von Anzin gestohlen Drei zahlreich besuchte Vorträge fanden des Abends statt. worden sind. Doch wollte man alle mit lebhaftem Applaus auf genommenen Stellen anführen, müßte man die ganze Sede wieder geben, die Guesde damit schloß, daß er fagte, daß er als Kollektivist gewählt worden und als Revolutionär nur ins Palais Bourbon Bolte zu öffnen. Die von In Christiania war, wie uns von dort geschrieben wird, von seiten der freisinnig- rabifalen Arbeiter ein Demonstrationszug am 3. Mai geplant, was aber an dem einmüthigen zufammenhalten der sozialdemokratischen Arbeiter, welche unbes Dingt am 1. Mai festhielten, scheiterte. Der Demonstrationsang verlief großartig. 29 Vereine mit Fahnen und Musik hatten theilgenommen. Um 5 Uhr fezte sich der Zug in Bewegung. Man marschirte durch die Hauptstraßen der Stadt auf den Tullinlötter- Play, wo Dr. Dstar Nissen und Chr. Knudsen bes geisternde, von lebhaftem Beifall unterbrochene Ansprachen hielten. Abends fand die große Feier auf Tivoli statt. Parkeinachrichten. Preußisch- deutsche Gastfreundschaft. Mit der alten be rühmten germanischen Gastfreundschaft scheint es in unserer Beit landräthlicher Schneidigkeit und Spionenriecherei gründlich vorbei zu sein. So hat der Landrath von Haderslebea folgende polizeiliche Verfügung hinterlassen: Wer einem dänischen Unterthanen Nachtunterkommen giebt, soll schriftlich der Polizei Ans funft, Namen, Stand, Wohnort, den lezten Aufenthaltsort und die Abreise der betreffenden Person anzeigen. Eine Uebertretung wird mit Geldbuße bis zu 30 M. oder mit Gefängniß bestraft. Die Berfügung tritt sofort in Kraft und ist nur im Umi Hadersleben giltig. eingetreten sei, um dessen Thore dem er u. a. noch Delory, gekündigte Vortrag im Theater Garibaldi, das privatim gemiethet überwachenden Beamten nachzukommen, die Frauen aus der Polizeiliches, Gerichtliches ze. -Beschlagnahmt wurde die Sonntags- Beilage der Münchener Boft" wegen angeblicher Beleidigung des Prinzregenten. " Eine imposante Protest Versammlung fand am ver gangenen Sonntag in Nürnberg statt. Es handelte fich In Mirandola sollte Agnini sprechen. Dies wurde barum, energischen Proteft zu erheben gegen die einige Tage brutal verhindert durch Polizei und Truppen, die extra aus vorher stattgefundene Auflösung einer Versammlung, in welcher Modena herbeigezogen waren. Schließlich fand ein Ausflug auf Frauen anwesend waren. Da die Verhandlungen in jener Ver das Land statt. sammlung fich weder auf politisches noch religiöses Gebiet era In Vicenza allgemeine Arbeitsruhe. Hier konnte der an- ftreckten, weigerte der Leiter der Versammlung dem Gebot des Delegirter der Roubaiser Sozialisten, sowie die Abgeordneten war, ruhig gehalten werden. Clovis Hugues und Sembat letterer besonders für die Gini- In Bologna sprachen in zahlreich besuchten Privat Angelegenheit wird in der Abgeordnetenkammer zur Sprache gung aller Sozialisten eintretend unter lebhaftem Beifall versammlungen die Sozialisten Colli, Turri und Serrantoni. fommen und dürfte Veraniaffung geben zu einer kräftigen BeSprachen, schloß mit der einstimmigen Annahme einer Resolution, Man fandte Grüße an die Eingeterferten in Palermo und wegung gegen das bayrische Vereinsgesetz. welche ausspricht, daß die Versammlung in der internationalen Carrara. Mai Manifestation nicht nur die Verkürzung der Arbeitszeit, In Berrara hielt in dem privatim gemietheten Theater Ein anarchistisches Flugblatt ist anläßlich ber Maifeier sondern auch den Anbruch einer neuen Gesellschaft begrüßt, die Filodramatico der Advokat Buzzoni eine begeisternde Rede, die in Leipzig verbreitet worden. Man wirft in demselben der alle Parasiten beseitigen und den Arbeitern von Stadt und Band gebrudt werden wird. Das Theater war von Arbeitern gang Gogiato emptatie ein su gemäßigtes" Auftreten vor. Leider hat durch das Miteigenthum an den Produktionsmitteln ihren vollen gefüllt und beim Ausgange wurden Arbeiter- Festschriften in großer die Polizei dem bekannten Bäderdugend den Spaß verdorben. Arbeitsertrag sichern wird. Bahl verkauft. Sie hat nicht nur das Flugblatt für so wichtig gehalten, es zu Nach den vorliegenden, aus der Prosing eingelaufenen Nach- In der Stadt Sesto in der Provinz Florenz wurde der tonfisziren, sondern hat auch die paar Verbreiter festgenommen. richten scheint die Maifeier dafelbst noch glänzender und mit voll- 1. Mai gefeiert durch Gründung einer starten Arbeiter Dr Charakteristisch ist übrigens die Thatsache, daß sich die Polizei tommenerer Arbeitsruhe als in Paris begangen worden zu sein. An ganisation mit Anschluß an die sozialistische Partei. Tele bereits rühmen tann, den Verfasser des radikalen" Flugblattes einigen Orten ist die Feier schon am Vorabend, in Carmaux und Lens graphische Grüße wurden gesendet an die Hauptzentren des zu kennen. Er soll sich mit unter den Verhafteten befinden. Die mit einem Zapfenstreich und Fackelzug eingeleitet worden. In Sozialismus und an die Gefangenen in Palermo. Polizei muß also merkwürdig gut unterrichtet gewesen sein. Roubaix, wo die Arbeiterdelegationen vom Gemeinderath mit In Pisa war die Feier erhebend. Fast alle zahlreichen Die Oeffentlichkeit würde übrigens von dem Flugblatt gar nichts dem Bürgermeister an der Spize im Stadthause empfangen und Fabriken wie auch die Läden der Kleinbürger waren geschlossen. wissen, wenn seine Existenz nicht durch den Polizeibericht bekannt ihnen ein Ehrenwein fredenzt wurde, sind am frühen Morgen Vorträge in vielen, zahlreich besuchten Privatlokalen wurden ge- geworden wäre. gur Einleitung des Festtages Böllerschüsse abgegeben worden. An halten. vielen Orten steckten die Arbeiter Fahnen aus und illuminirten In Mailand waren am ersten Mai geschlossen die großen am Abend ihre Fenster mittels Lampions. In Fourmies war Fabriten Elvetica, Pirelli, Stiegler, Grondona, Bago und Suffert. die Feier halb Trauer, halb Freudenfest. Am Vormittag wurde Außer diesen Arbeitern enthielten sich nur die Typographen das von den Arbeitern errichtete Boltshaus( Maison du Peuple)( Buchdrucker und Seher) und fast alle Maurer vollständig der inaugurirt, am Nachmittag begab sich ein Zug von Arbeitern Arbeit. Doch schlossen auf Mittag die meisten kleineren Werk-- 8u 14 Zagen Gefängniß wurde der Genoffe Eich nach dem Friedhofe zu dem Grabe der vor zwei stätten ihre Geschäfte. Um zehn Uhr früh hielt in dem voll- horn, Redakteur der Sächs. Arbeiter Beitung", ver Jahren unter Conftans Ministerium am ersten Mai gepfropften weiten Saale des Consolato operaio" der Parlaments- urtheilt, weil er die Dresdenec Polizeidirektion beleidigt Singemordeten, wo mehrere Neden gehalten und zahlreiche Abgeordnete Enrico Ferri, der berühmte Wissenschaftsmann, haben sollte. Die Beleidigung follte enthalten gewesen sein in Kränze niedergelegt wurden. Auch von Lille und Roubaix be den angekündigten und endlich von den Behörden gestatteten einem Artikel, der das Verbot einer Versammlung behandelte, in wegte sich ein Bug, dem zahlreiche Kränze vorangetragen wurden, Vortrag. Es war das erste Mal, daß er als Sozialist in Mai- welcher Genosse Geyer über die Petition der 42 Gemeindenach diesem Friedhof zum Grabe der Arbeitermärtyrer. In land sprach. Gr begrüßte herzlich diese Stadt, die geistige vorstände sprechen sollte. Näherer Bericht folgt. Marseille, Toulon und Zoulouse fand die Hauptfeierlichkeit in Hauptstadt Italiens, aus der zuerst der ernste, organisirte und den dortigen, zu diesem Zwecke eigens deforirten Arbeitsbörsen die Zukunft erobernde Sozialismus in Italien hervorgegangen statt. Außer Calais, Fourmies, Rive- de- Giers, Roubaix und ist. Er begeisterte die Versammlung durch den Hinweis, wie an Lille scheint die größte Arbeitsruhe in den Grubenorten geherrscht diesem selben Tage, in dieser selben Stunde auf der ganzen Erde zu haben. So ruhten, wie ich dem„ Neveil du Nord" entnahm, in gleichzeitig ein und derselbe Gedanke wie ein elektrischer Funke Kollegen! Eine große Zahl unserer Gewerkskollegen in Wien, Dracourt 610 von 775 Grubenarbeitern, in Courrières 2176 von das Gehirn von Millionen Menschen durchströmt und die Herzen 2715, in Lens 6076 von 6424, in Liévin 1549 von 1966, in von vielen Millionen Arbeitern schlagen läßt, der Gedanke ber Meurchin 1068 von 1668, in Neur 2155 von 2406, in Vendin Erlösung der Menschheit von dem Glend, das auf ihnen les Bethune 385 von 402, in Ferfay 1046 von 1265, in Allen in gleicher Weise laftet: von der Unterdrückung, von der Bethune 1645 von 2527, in Bruay 1728 von 2405, während in Ausbeutung durch die Kapitalwirthschaft, die heute die Gefell den Gruben von Courcelles les Lens, Carvin, Marles und schaft beherrscht. Dieser gemeinsame Gedanke zu gleicher Beit Ostricourt fein einziger Arbeiter angetreten ist. Im großen und auf der ganzen Erde kundgegeben, das ist die Bedeutung der nicht im Stich, trage ein Jeder sein Scherflein dazu bei, damit Berliner Kollegen, laßt unsere fämpfenden Arbeitsbrüder ganzen ist die Maifeier noch nie so massenhaft als diesmal in Feier des 1. Mai! Er wies auf die drei mal acht Stunden hin, wir den Kollegen zum Siege verhelfen. Besonders die Kollegen, Frankreich begangen worden, wie sie auch trotz der zahlreichen die das Motto der Inschriften bilden: 8 Stunden Arbeit, wir den Kollegen zum Siege verhelfen. Besonders die Kollegen, Provokationen der Polizisten, auf die jedoch die Arbeiter nirgends, 8 Stunden Schlaf, 8 Stunden Erholung. Und er hob hervor, welche am 1. Mai gearbeitet haben, werden ersucht, reichlicher die Unterstützung zu geben. felbst in Carmaux nicht, reagirten, wo den Fahnenträgern des wie diese letten 8 Stunden die Erhebung des Menschen be fozialistischen Zuges die Fahnen entrissen wurden, so ruhig ver- deuten, nicht etwa durch rohe Genüsse, wie es die Bour- trauensmann gegen Quittung und öffentlicher Quittung im Freiwillige Sammlungen tönnen beim unterzeichneten Berlaufen als diesmal. Die Sozialisten können demnach mit dieser geoisie wähnt, sondern durch Aufwecken mnd Aufwachen Heerschau vollauf zufrieden sein. aus dem Stumpfsinn der mechanischen Arbeit durch Be- Vorwärts" abgeliefert werden. Schnelle Hilfe ist doppelte Hilfe. lebung und Belehrung zu Italien. Der Vertrauensmann der Holzarbeiter Berlins. einem höheren Menschenthum. laufen, so daß bereits bürgerliche und demokratische Blätter, wie zu befinnen, das bedeuten diese acht Stunden der Erholung für Auf dem der Secolo und die Italia del popolo" von einer Lettion ben Arbeiter.( Stürmischer, immer wiederholter Beifall.) Er Bau des Herrn Wenzel, Schöneberg, Belziger sprechen, die in öffentlichem Anstand und eindrucksvoller wies auf Lassalle's Rede Die Wissenschaft und die Arbeiter" straße, wurde ein Bauarbeiter gemaßregelt, weil er sich die Würde die Arbeiterschaft Italiens der Regierung Crispis ge- hin und betonte, wie die echte Wissenschaft dem Sozialismus Frage an den Unternehmer erlaubt hatte: ob heute nicht früher geben hat. nicht feindlich sein bürfe, wie ein unb bajjelbe Band der Guo- Feierabend gemacht verde wegen der Maifeier. au Soziale Ueberlicht. " An die Tischler und verwandten Berufsgenossen! Zürich, sowie einigen kleinen Städten Deutschlands liegt im Streit um bessere Lohn- und Arbeitsbedingungen. Wir richten deshalb an unsere Kollegen den Appell, thatkräftig für die Rämpfenden einzutreten, um sie, so weit es in unserer Macht liegt, moralisch und materiell zu unterstützen. In ganz Italien ist die Maifeier ruhig und würdig ver- Beit haben zu denken, sich auf seine Würde als Mensch Maßregelungen wegen der Maifeier. E. Wiedemann, Annenstr. 89. In Rom war ein unglaublicher Aufwand von Polizei, lution, der natürlichen Entwickelung die schöpferischen Gedanken Carabinieri und Soldaten entfaltet, doch fand wenigstens von Darwin ebenso wie von Karl Mary umschlingen. Er teine Provokation von ihrer Seite statt und daher nannte zum Schluß seiner Rede unter brausendem, immer wiederblieb alles rubig. Die Niederlegung eines Kranzes, holtem Beifall das Maifest der Arbeiter: den 1. Mai der ben eine Kommission auf das Grab des am 1. Mai 1891 Natur, das schönste Maifest der Natur selbst, weil die höchsten getöteten Opfers Pisicelli legen wollte, wurde von den Karabinieri Erzeugnisse, die die Natur auf Erden hervorbringt, die Menschen brutal gehindert; aber ungestört fanden die angekündigten Bor- zur Menschheitblüthe sich gestalten. be fich Holland. träge vor überaus zahlreichem Arbeiterpublikum statt, gehalten von Andrea Costa, Lollini, Nicolai und Ralfagno. Beim Bauunternehmer wiedert, Schöne. berg, wurden 11 Maurer und einige Steinträger entlassen. Das gleiche Schicksal widerfuhr einem Schriftsetzer in der Buchdruckerei von Wilh. Schäfer, Neue Roßstr. 4. In der Pianofabrik von Gude, Küftrinerstiplay 9, sind die Bodenmacher resp. Rastenmacher wegen Feiern des 1. Mai Bum internationalen Bergarbeiter Kongreß. Die am Von den beiden sich bekämpfenden Richtungen gingen uns 29. v. M. von 1500 Berglenten zu Babrze( Oberschlesien) besuchte Einen ergreifenden Eindruck machte das Armenbankett, Berichte zu, die wir beide veröffentlichen: Versammlung zur Wahl eines Delegirten zum Bergarbeiterwelches die sozialistische organifirte Bäderschaft Rom3 be Amsterdam, 2. Mai. Die Maifeier ist hier, begünstigt Rongreß stellte die folgenden Forderungen: Achtstündige Arbeitsschlossen hatte, breihundert Arbeitslofen zu geben. Gin furzer von schönem Wetter, prächtig gelungen. Mittags 1 Uhr wurde schicht, Festsetzung eines Normallohnes, Wahl der Bergwert3Bortrag ging diesem Banket voraus und der Eindruck war einzig eine Boltsversammlung im sozialistischen Lotal Constantin" inspektoren durch die Bergarbeiter selbst. Für den Inhalt der Jnierate über nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Sonnabend, den 5. Mai. Opernhaus. Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg. Schauspielhaus. Derkönigslieutenant. Deutsches Theater. Geographie und Liebe. Leffing- Theater. Niobe. Die Drient reise. Berliner Theater. Das Glas Wasser. Neues Theater. Zerstörtes Glück. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Vogelhändler. Residenz- Theater. Dekorirt. Central- Theater. Der Registrator auf Reifen. Adolph Ernst- Theater. Charley's Tante. Vorher: Die Bajazzi. Alexanderplat- Theater. AnnaMarie, mein Engel, ich verehr' Dich. National Theater. Der Traum ein Leben. Alcazar, Variété u. SpezialitätenTheater. Dresdenerstr. 52/53( City- Passage.) Vornehmster Familien- Aufenthalt. Neu! Höllenqualen. Neu! Posse in 1 Aft von Bernhard. Neu! Eingeseift. Neu! Operette in 1 Att v. A. L'Arronge. Auftreten sämmtl. Spezialitäten. Wochentags 8 Uhr. Anfang: Sonntags 7 Uhr. Entree: Wochentags 20 f. Sonntags 30 Pf. R. Winkler. E MIs Verlobte empfehlen sich: Paula Werschat W. Forgbert Rummelsburg. Ich erkläre Herrn Grepler für einen ordentlichen Mann. 343b Frau Bolzmann. Achtung! Sechster Wahlkreis! Bezirk Schönhauser Vorstadt. Oeffentl. Volts- Versammlung Schwedterstr. 28. Tages Ordnung: Wie kommt es, daß sich die Korb. am Sonntag, den 6. Mai, Vormittags 10 Uhr, in Nagel's Salon, macher nicht mehr bei A. In singer, Krautstraße 36 im Restaurant, sehen laffen?[ 3376] H. Bommer. 3entral- Kranken- u. Sterbekasse s. 354/11 1. Vortrag des Genossen Kiesel über: Zweck der politischen Organis sation. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Der Einberufer. der Tischler 1. j. n. Freireligiöse Gemeinde. Oertliche Verwaltung Berlin E. Sonntag, den 6. Mai 1894, Vormittags 10 Uhr, im Lokale des Herrn Wilke, Hochstraße 32 a: Sonntag, Vormittags 10% Uhr, im großen Saale Rosenthalerstraße Nr. 38: Vortrag von Herrn Dr. Bruno Wille: Kirche und weltliche Herrschaft. Gäste sehr willkommen. Moabiter Geſellſchaftshaus. Mitgliederversammlung. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Alt- Moabit 80/81.( Pferdeb.- Verbind.) Täglich: 1. Abrechnung vom 1. Quartal 1894. Concert, Theateru. Spezialitäten- 2. Aerztefrage. 3. Verschiedenes. Vorstellung. Mitgliedsbuch legitimirt. Zahlreiches Anfang 4 Uhr. Entree 30 Pf. Helmuth Peters. 12L 833b Elysium. 8996 Theater Unter den Linden. Pariser Landsberger Allee. 40/41. : Wintergarten. Spezialitäten Vorstellung. Reichshallen- Theater.SpezialitätenBorstellung. Apollo Theater. Concert u. Ball. Garten und Säle zu Sommerfesten. 117 pünktliches Grſcheinen erwünscht. 307/5 Die Ortsverwaltung. Achtung! Zahlstelle Berlin. Bezirks- Versammlungen. Norden: Montag, 7. Mai, Abends 8½ Uhr, in Keller's Lokal, Beraftr. 68. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Hoffmann über Kindererziehung, 2. Distuffion. 8. Vorschlag eines Beisizers. 4. Verbandsangelegen heiten und Verschiedenes. Schrauben- u. Façon- Süd- Osten: Montag, den 7. Mai, Abends 81/, Uhr, in Hoffmann's 221/4 Die Morgensprache findet jeden dreher! Sonntag Vormittag im Restaurant Spezialitäten. Etablissement ,, Süd- Ost" Schmidt, Wrangelstr. 141, ftatt. Vorstellung. Kaufmann's Variété. Spezialitäten Vorstellung. Parodie Theater. Spezialitäten Borstellung. Waldemarnr. 75( C. Ulrich), empfiehlt seinen Saal und Vereins zimmer zu Versammlungen und Festlichkeiten jeder Art. Sonnabende und Sonntage sind noch frei. 31L* Wilh. Rothe, Lausigerstr. 16, 3 r. Weißensee. Zentral- Kranken- u. Sterbekasse der Tischler u. s. w. National- Theater. B. Nieft's Festsäle, Sonntag, den 6. Mai, Nachmittag 3 Uhr, Große Frankfurterstr. 132. = Empfehle Weberstr. 17. Restaurant Lokal, Oranienstraße 178. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Vertrauensmänner- Versammlungen. Wedding- Gesundbrunnen: E Mittwoch, den 9. Mai, Abends 81/2 Uhr, im Kolberger Salon, Rolbergerstraße Nr. 23. Moabit: Sonntag, den 6. Mai, Vormittags 9½ Uhr, in Ahrens Brauerei, Thurmstraße Nr. 26. Tagesordnung: 1. Regelung von Werkstattangelegenheiten. 2. Vere bandsangelegenheiten. Um zahlreichen Besuch bittet Deffentliche 489/18 Die Ortsverwaltung. mine eleganten Gate Mitgliederversammlung. Brauereiarbeiter- Versammlung Bolts Vorstellung zu bedeutend er- Abhaltung von Festlichkeiten und Ver sammlungen gratis. mäßigten Preisen. Der Traum ein Leben. Schauspiel in 5 Aften v. F. Grillparzer. Regie: Max Samst. Raffeneröffnung 6/2 Uhr. Anfang der Vorstellung 71/2 Uhr. Morgen, Sonntag: Anna Marie, mein Engel, ich verehr' Dich! Im Garten: Gr. Konzert. Auf der Sommerbühne: Aufführ. v. Charley's Tante " [ 59362 B. Nieft, Weberstraße 17. Empfehle nach wie vor mein vergrößertes Lokal, franz. Billard 2c., dem verehrten Publikum. Vorwärts, Volks- Zeitung, sowie andere Zeitungen, liegen aus. M. Berndt, 41L* Oranien- u. Alexandrinenstr.- Ecke. Achtung, 339b Tages Ordnung: 1. Abrechnung vom 1. Quartal 1894. 2. Bericht über das neue Statut. 8. Mittheilungen. 334b Die Ortsverwaltung. Mehl- Handlung L. Brachvogel, Drei große Vereinzimmer mit f. Manteuffelstraße 75 und Die Bajazzi" jowie Spezialitäten- Vorstellung 1. Ranges. neuen Instrumenten und daranschließenam Sonntag, den 6. Mai, Nachm. 2 Uhr, in den Konkordia- Festsälen, Andreasstr. 64. Zages Ordnung: 9 1. Wie verhalten sich die Brauereiarbeiter zu den Aussperrungen der Böttcher. Referent: Böttcher Winter. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Da der Saal um 5 Uhr geräumt sein muß, ist pünktliches Erscheinen unbedingt nothwendig. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Die Agitations- Kommission. Verband der in Buchbindereien, Verband der in 88/16 dem großen Garten und 2 Kegelbahnen empfiehlt zum bevorstehenden Feste: der Papier- und Ledergalanteriewaaren- Industrie beschäft. 1/16 Central- Theater. find für mehrere Tage noch frei 1816] Wiener Mehl 1,15 Alte Jakobstraße 30. Sonnabend, den 5. Mai 1894; 5. Gaftspiel von Emil Thomas. Rastanien- Allee 11. R. Auguftin. Raiferauszug 1/8 1/4 8tr. 0,85 2,30 4,60 m. 1,65 3,30 1,50 3, !!! 1000 Damen!!! Beizenmehl 00 0,75 Sultaninen Regenmäntel v. 4-20 m., Kindermänt., Große Rosinen Jaquets, Seiden- u. Spitzen- Umhänge Corinthen " à Pfd. 30 u. 45 Pf 25 35 " " 35 " " 100 " Der Registrator auf Reisen.. 2-10 m. Rester- u. Partiewaaren- Mandeln, füße u. bittere à Pfd. 95 Posse mit Gesang in 3 Akten von L'Arronge und v. Moser. Sonntag: Der Millionenbauer. Adolph Ernst- Theater. Heute: Charley's Tante. Sandlung, Landsbergerstr. 48, I. Badbutter. Arbeiter und Arbeiterinnen, Mitgliedschaft Berlin. Montag, 7. Mai, Abends 8½½ Uhr, Alte Jakobstr. 75: Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Prof. Dr. W. Förster über: Das Prophezeien in der Wissenschaft und im Leben. 2. Mitgliedschaftsangelegenheiten( Pfingst 459/2 ausflug). Gäste willkommen. Allen Freunden und Bekannten und meiner werthen Nachbarschaft empfehle Reinickendorferstr. 64 part. Nur Hüte Fragebogen. ich meine Mehlhandlung. 3246 Wiener Mehl, prima Waare, aus allerfeinstem ungarischen Weizen, 5 Pfd. 95 Pf. Bestes Weizenmehl, aus inSchwank in 3 Att. v. Brandon Thomas. ländischem, mit Kaiser- Auszug, 5 Pid. Vorher: Die Bajazzi. Parodistische Posse mit Gesang in 1 Akt von Ed. Jacobson u. Benno Jacobson. Musik von Franz Roth. In Szene gefeht von Adolph Ernst. Anjang 7/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Kaufmann's Variété. Gänzlich renovirt! Neue Direction. mit ArbeiterKontrollmarke. Große Auswahl in Strohhüten und Mützen. Wir ersuchen dringend um Entnahme und Rücklieferung der statistischen Der Vorstand. Verband aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter Berlins and Umgegend. Ordentliche General- Versammlung 75 Pf. Weizenmehl 00 5 Pid. 65 Pf. Reinickendorfer Ph. Haase, am Montag, den 7. Mai 1894, Abends 8½ Uhr, in Stein's Feßsälen, Otto Maass, Laußigerßr. 39. strasse 64 part. Ausstellung Jtalien in Berlin DF Mai- October 1894 E Rosenthalerstr. 38. Zages Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes( Jahresbericht). 2. Raffenbericht und Bericht der Revisoren. 3. Bericht des Arbeitsvermittlers. 4. Neuwahl des 1. Vors fizzenden, sowie des Arbeitsvermittlers und Rendanten. Wahl der Kassirer für den Norden und Osten und Wahl zweier Schriftführer. 5. Bestätigung der vorgeschlagenen Beijißer zum Vorstande und Neuwahl der Revisoren. 6. Erfahwahl zur Bibliotheffommission. 488/14 Ohne Mitgliedskarte kein Zutritt. Um zahlreiches Erscheinen aller Kollegen ersucht Der Vorstand. Elektr. Beleuchtung auf dem Terrain der West- Eisbahn Frauen und Mädchen- Bildungsverein des arbeitenden Wolfes Täglich: Große Künstler- SpezialitätenVorstellung. Auftreten von Künstlern I. Ranges. Kapelle 24 Mann stark. Anfang 8 Uhr. D Castan's ( Stadtbahn- Station Zoologischer Garten). Beutralverb. der Maurer Deutschlands. Zahlstelle 1, Berlin( Putzer). Sonntag, den 6. Mai, Vormittags 11 Uhr: Versammlung. Tages Ordnung: 1. Wahl der Statistik- Kommission und eines Revisoren. 2. Besprechung über das diesjährige Stiftungsfest. für Berlin und Umgegend.( Filiale Nord.) Wander- Versammlung am Sonntag, 6. Mai, Nachm. 2 Uhr, in Pankow, bei Herrn Lehmann, Bollantstr. 113. 461/12 Zages Ordnung: 1. Vortrag der Genossin Agnes Wabnitz, über: Die wirthschaftliche Lage des arbeitenden Volkes. 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder und Verschiedenes. Herren und Damen als Gäste willkommen. Um zahlreiches Erscheinen bittet Achtung! Der Vorstand. Achtung! 249/20 Lithographen, Steindrucker u. Berufsg. Berlins. Panoptikum. Verein der Maschiniften u. Heizer Berlins. Das Mene Tekel. Sonderb. u. geheimnissv. spiritistische Produktion. Neui Der 13 jährige Riese. assage- Panopticum 500 Sehenswürdigkeiten von 9 Uhr früh bis 10 Uhr Abends u. a.: Blaue Grotte, hisforische Dioramen, Illusionen etc. Im Theatersaal v. 6 Uhr ab: Spezialitäten- Vorstellung Ganz neues Programm! Entree 50 Pf. Kinder 25 Pf. Große öffentliche Versammlung Sonntag, den 6. Mai 1894, Nachmittags 4 Uhr, in den Arminhallen, am Sonntag, 6. Mai, Vorm. 10% Uhr, bei Feuerstein, Kommandantenstr. 20: Oeffentl. Versammlung mit Damen. 2. Tagesordnung: 1. Die Bedeutung des 1. Mai. Referent Reichstags- Abgeordneter Nach der Versammlung: Gemüthliches Beisammensein. Der Einberufer: H. Holz, Mulackstr. 21. 298/18 Robert Schmidt. Landpartie. Birkenwerder an der Nordbahn. Restaurant Schützenhaus. Schönster Aufenthalt der Umgegend. 5709L* C. Hietzig. Alte Jakob str. 75. Zages Ordnung: 1. Die Differenzen in der Luxus- Papierfabrit von Priester& Eyck. Diskussion. 3. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Wo speisen Sie? In der alten Der Einberufer. 491/6 Musit- Instrumente. Alle Blass, Streich- u. Schlag- Instru pommerschen Küche mente, Spieldosen zum Drehen u. felbit Oranienstr. 181 fpielend, Musk Automaten fertigt Hof part., bei G. Buckow. Frühstück 30 Pf., Mittagstisch mit Bier 50 Pf., Abendtisch von 30-50 Bf. nach Auswahl. 59691 Verantwortlicher Redakteur: Hugo Pönsch in Berlin. Druck und Berlag von Maz Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Aug. Kessler, Laufherstr. 51. Der heutigen Rummer unseres Blattes liegt die gestrige Gewinnlifte der preuß. Lotterie bei. Hierzu zwei Beilagen 1. Beilage zum ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 102. Politische Ueberlicht. Berlin, den 4. Mai. Der Bundesrath ertheilte in seiner heutigen Sigung dem Entwurfe eines Gesetzes betreffend den Schutz der Brieftauben und den Brieftaubenverkehr in der vom Reichstage beschlossenen Fassung die Zustimmung, ebenso der Vorlage vom 1. März 1894, betreffend die Errichtung eines Freibezirks in der Stadt Altona. Der Beschluß des Reichstags betreffend die Revision des Gesetzes über die Invaliditäts- und Altersversicherung wurde dem Reichstanzler überwiesen. Das neue Gewehr. Zu der auch von uns mit getheilten Auseinandersetzung über die Wirkung des neuen Gewehrs schreibt der Reichsanzeiger": Ein französischen Zeitungen entnommener Bericht über einen in Rom bei Gelegenheit des internationalen Kongresses mitgetheilten Vortrag des General- Stabsarztes der Armee von Coler, betreffend die Wirkung der neuen Handfeuerwaffen, hat in verschiedenen deutschen Zeitungen Aufnahme gefunden. Auf diesem Umwege hat der Vortrag eine feuilletonistische Darstellung gefunden, welcher ein phantastisch- tendenziöses Ge präge gegeben ist, und welche dem Inhalt desselben feineswegs entspricht. So wird berichtet, daß auf 480(!!) bekleidete, mit Waffen versehene und vollkommen ausgerüstete Leichen(!) Echüsse abgefeuert feien, während thatsächlich nur Verfuche an mit Leinwand umhüllten Präparaten des Anatomischen Instituts gemacht sind. Richtig ist es, daß in Rom ein Vortrag seitens eines preußischen Sanitätsoffiziers über das genannte Thema gehalten ist, ist, der aber ausschließlich für wissenschaftliche Kreise bestimmt und dadurch von höchster Bedeutung war, daß für die dort verfammelten Chirurgen und Militärärzte aller Nationen betreffs der Wunden und Wundbehandlung in einem tünftigen Kriege im Interesse der Verwundeten einheitliche leitende Gesichtspunkte gegeben wurden. Der Inhalt des Vortrags aber ist von den Angaben des Berichts fast in allen Punkten abweichend und in den wesentlichen sogar grundverschieben. Sonnabend, den 5. Mai 1894. 11. Jahrg. wie der preußischen Regierung alles aufbieten wird, um stadter Flotten Komödie eingeseiften Franzosen aus der die Konservativen und Agrarier dafür zu entschädigen, daß Tasche geholt, bis es den Ausgeplünderten zu arg ward man in einem Falle ihrem Troße nicht nachgegeben. Das und sie jeden weiteren Centimen verweigerten. Rein Bitten merken die Liberalen jetzt sehr empfindlich im preußischen half mehr die gebrannten Kinder scheuten das Feuer Landtage beim Kirchengesetz und dem Gesetze über die Land- aus den Franzosen war nichts mehr herauszupressen. Die wirthschaftskammern und hätten es ebenso gut auch schon Engländer, die Holländer hatten längst schon den russischen im Reichstage erkennen fönnen. Einen Widerspruch heraus Borger vor die Thüre gefeßt die Amerikaner desgleichen. zufinden vermag nur die Nase der„ Vossischen Zeitung", Blieb der gutmüthige Deutsche. Der Handels. die längst jede Witterung verloren hat. pertrag baumelt als Baßgeige am Himmel. Die russiSachsen( Plauen i. Vogtlande) findet am 24. Mai foulant der Handelsvertrag kam zu stande, die BaßDie Nachwahl im 23. Wahlkreise des Königreichs schen Unterhändler wurden mit der zunehmenden Geldnoth statt. Da am Wahltage noch nicht ein volles Jahr seit geigen baumeln am Himmel und die russischen Papiere den allgemeinen Wahlen verstrichen ist, findet die Nachwahl flattern auf die Börse. Jeder Groschen, den die guten auf grund der alten Wählerlisten statt, was für unsere Deutschen für ein russisches Papier zahlen, ist ein verlorener Gegner einen Vortheil, für unsere Genoffen eine Schädigung Groschen, geschüttet in das bodenlose Faß der russischen bedeutet. Dem Eifer unserer Parteigenossen wird es troß Polizei- und Militärwirthschaft in welchem Faß die der sehr kurzen Zeit, die für die Wahlagitation zur Ver- Besizer den nächsten europäischen Krieg zurechtbrauen fügung steht, hoffentlich gelingen, dennoch den Wahlkreis zu erobern. Einschneidiger" Abgeordneter ist Herr Lieber. Einem fatholischen Lehrerverein, der ihm, anläßlich der Verhandlungen im Abgeordnetenhause, die Ansichten des Vereins unterbreitet" hatte, antwortete er: wollen. Wer dem russischen Barismus etwas pumpt, wirft also nicht blos fein Geld zum Fenster hinaus, sondern hilft auch den nächsten europäischen Krieg vorbereiten. Also Vorsicht. Vor Taschendieben ist gewarnt. Die Beschönigung des Religionswechsels deutscher Berlin, den 31. Januar 1894. Geehrte Herren! In Fürstinnen und insbesondere der Prinzessin Alix von Hessen ergebenster Bestätigung des heutigen Empfanges der achtbaren versucht der kirchliche Liberalismus. Nicht die Religion Buschrist vom 28. Januar erlaube ich mir, dem hochgeehrten sondern nur die Konfession sei gewechselt und glücklicher Hauptvorstande des t. 2. V. im Regierungsbezirk Wiesbaden ebenmäßig zu bemerken, daß ich mir jede an mich geweise" habe der General v. Stos ch noch jüngst im Herrenrichtete Rritit meiner Thätigteit als bhause es ausgesprochen, daß man auch ohne Kirche und geordneter, sei es im Parlamente, sei es Priester ein guter Christ sein könne. Ein General ist 111 dem Verkehr Wählern, feitens natürlich die höchste Autorität auch in religiösen und des Vorstandes so höflich wie bestimmt ethischen Dingen, der gegenüber ein Rant und Fichte noch verbitten muß, wie ich denn die liegende Kritit hiermit aufs Unzweideutig fte welche die ihr von kirchlicher" Seite zugegangene Rechtvor unter dem Lieutenant stehen. Die Bossische Zeitung", zurückweise und jedes Eingehen daraufgrund fäblich ablehne; dies um so mehr, als ich der gleich fertigungsschrift des Religionswechsels bringt, fann selbst zeitigen freundlichen Beurtheilung meiner Thätigkeit als nicht umhin, ihr gegenüber doch noch einige Bedenken" Gemeindevorsteher zu Camberg zu gunsten des dortigen Volts- zu begen. schullehrerstandes abseiten des verehrlichen Vorstandes, verbayerische Defizit, welches etwa fünf Millionen Mark beträgt, nur vorschußweise aus den früheren Erübrigungen Finanzminister die Ansicht fest, daß die Deckung durch die zu begleichen. Da das Defizit hauptsächlich durch die Erhöhung der Matrikularbeiträge verursacht sei, halte der indirekten Reichssteuern, nicht durch eine Erhöhung der direkten Staatssteuern erfolgen solle. Die Herren im Kriegsministerium und im ReichskanzlerAmte scheinen über den Eindruck dieser Enthüllungen mit Recht sehr erschrocken zu sein und möchten sie jetzt gerne wunderlich genug, nicht habe theilhaftig werden können. Hoch- Nachrichten" zufolge beabsichtigt der Finanzminister bas Das bayerische Defizit. Den Münchener Neuesten aus der Welt herausdementiren. Dies wird ihnen aber achtungsvollſt und ganz ergebenst Dr. Lieber." nicht gelingen, sicherlich nicht bevor die folgenden zwei Hoffentlich sind die so schneidig Heruntergehängten die Fragen beantwortet sind: 1. Warum veröffentlichte Antwort nicht schuldig geblieben. Oder doch? die für Beeinflussung zu gunsten der letzten Militärvorlage begründete„ Militärisch- politische Korrespondenz" den Vortrag rathswahlen in Niederbayern hat das Zentrum nur zehn Der wackelnde Zentrumsthurm. Bei den Landund 2. warum veröffentlicht denn nicht der Reichsanzeiger" den Site behauptet; auch diese wären, wie man der Frank thatsächlich gehaltenen Vortrag, der doch kein Geheimniß furter Beitung" schreibt, ihm nicht verblieben, falls nicht sein kann, da er auf einem internationalen Rongreffe die Städte Deggendorf und Landshut zum Zentrum ge gehalten wurde? standen und die drei Vertreter der Pfarrer naturgemäß Eine feine Nase hat doch die alte Tante". Sie Bentrumsmänner wären. Die Bauernbündler eroberten wird nächstens uns noch mittheilen, daß der König von 10 Size, außerdem erhielten die Konservativen 3, die Preußen und der deutsche Kaiser sich gegenseitig in den Riberalen 1. Haaren liegen. Das hat sie schon herausgewittert, , daß die Versicherungen einer Harmonie zwischen der Reichsregierung und der preußischen Regierung nur einen problematischen Werth haben. In Wirklichkeit weht hier ein anderer Wind als dort." " Früher bestand der Landrath fast ausschließlich aus Anhängern der Zentrumspartei. Die größte Partei des Reiches geht sichtlich dem Verfalle entgegen. Taschen zu! Der Russe geht herum! Wir haben Die ganze Rickert'sche Windbeutelei gehört dazu, um zwar kein Interesse daran, die Herren Börsenspekulanten der Reichsregierung eine frostige Temperatur" gegenüber und Geldverleiher vor Schaden zu bewahren, allein da diese den Konservativen anzudichten und im Gegensatz zu dieser Herren es sehr gut verstehen, sich für Verluste, die sie er die Mailüfte" im Abgeordnetenhause hervorzuheben. Unter leiden, auf Kosten Anderer schadlos zu halten, und da wir den schärfsten Angriffen seitens der Konservativen hat nicht überdies grundsätzliche Gegner des Schwindels sind, und einen Augenblick die Reichsregierung, selbst nicht der mit gar erst eines Schwindels, bei dem die kulturwidrigsten den giftigsten Waffen angegriffene Reichstanzler seine zärt- und verbrecherischsten Zwecke verfolgt werden, so fühlen lichste Zuneigung zu den Konservativen verhehlt. Wenn wir uns gedrungen, vor den neuesten russischen Geld= fie auch in betreff der Handelsverträge nicht nachgeben manövern zu warnen. Wie wir aus den Zeitungen fonnte und den Antrag des Grafen Kanig im eigensten ersehen, sind den russischen Werthpapieren die Interesse der Konservativen selbst zurückwies, so suchte sie deutschen Börsen, von denen sie lange ausgeschlossen waren, doch auf jede Weise die den agrarischen Junkern gebotene wieder eröffnet worden, und in den nächsten Bille zu versüßen und zu verzuckern. Die konservative Tagen werden über die Berliner Börje und vermuthlich Partei blieb der verhätschelte Lieblingssohn, dessen Troß in auch über andere deutsche Börsen die russischen Werth, keinerlei Weise das Baterherz Caprivi's verhärten konnte, sollte heißen Unwerthpapiere, wie ein hungriger Heuund es gehört wirklich die ganze Urtheilslosigkeit frei- schreckenschwarm herfallen, nachdem sie auf der franzö sinniger und liberaler Schwächlinge dazu, um aus dem sischen Börse alles, was zu erreichen war, bis auf das Konflikt der Reichsregierung und der Konservativen auch nur letzte Hälmchen abgegraft hatten. Vier und eine halbe die leiseste Hoffnung für sich zu schöpfen. Der„ Erfolg", Milliarde, verständlicher ausgedrückt: viertausend den die Liberalen errungen zu haben wähnten, ist einfach fünfhundert Millionen Frants hat das der, daß das Vaterherz der Regierung, der Reichsregierung bankrotte Rußland den leichtgläubigen, durch die KronFeuilleton. Der Inde. Deutsches Sittengemälde aus der ersten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts. Von C. Spindler. falschen Schilling zu jüdeln, und wenn ich Zeit habe, hole ich das Fehlende nach." " Thut es nicht," entgegnete Diether, es möchte Euch theure Zinsen tosten. Packt Euch jetzt. Der Jmbiß wartet 30 auf uns, und für einen verwiesenen Landstreicher ist kein Stuhl an meinem Tische." Anderes konnte man von Herrn v. Riedel auch nicht erwarten. Nochmals zur internationalen Spionenseuche. In Nr. 99 unseres Blattes meldeten wir unter der vorstehenden Spigmarke, daß die Franzosen einen italienischen und deutschen Spion, die Deutschen aber ihrerseits einen deutschen Spion gefangen genommen hätten. Soeben lesen wir folgende Depeschen des„ Bureau Herold": Thorn, 30. April. Das größte Aufsehen macht hier die Berhaftung des siebzehn Jahre alten Gymnaftasten Sauolz wegen Berdachts der Spionage und Majestätsbeleidigung. Szuolz ist der Sohn eines russischen Unterthans. Sein Batez wohnt abwechselnd in Odessa oder Bialystock; sein Bruder dient als Offizier in der russischen Armee. Szuolz machte fich dadurch verdächtig, daß er auf Spaziergängen wiederholt Zeichnungen über die Lage der Festungswerte anfertigte; er nahm sogar Abschätzungen über die Entfernungen der Forts vor. Bei der Feier des kaiserlichen Geburtstages foll Szuolz sehr schwere Majestätsbeleidigungen ausgestoßen haben. Es ist wahrscheinlich, daß gegen ihn die Anklage wegen Landesverraths erhoben werden wird. Paris, 30. April. Die heutigen Zeitungen berichten über eine neue Spionage- Affaire, die sich in Sèvres abgespielt hat. Dort ist ein Beamter eines großen Werkes, jedenfalls der Porzellanmanufaktur, plöglich entlassen worden, da er in dem dringenden Verdacht stand, zwecks Leistung von Spionagediensten mit Deutschen in Verbindung getreten zu sein. Gin Polizei- Inspektor wurde mit der Untersuchung der Angelegen heit beauftragt. Noch im Jahre 1851 konnte Heinrich Heine das schöne Gedicht schreiben: Schwelle des Hauses, in welchem er den nagenden Keim des Unfriedens zurückließ. Diether verlor zwar kein Wort über die abscheulichen Andeutungen des feinen Buschritters, aber sein Schweigen war der Vorbote einer bösen Zeit, und Margarethe, von Schuld nicht rein, wenn auch vor des Bruders Anklage ohne Fehl, that, von Gewissensangst beSocben brachte Else den kleinen Hans herein, und Veit fangen, keinen Schritt, dies feindliche Schweigen zu flog wie ein Stoßvogel auf den Knaben zu, und herzte ihn brechen, das den frohen Neujahrstag in eine trübe Nacht mit widriger Zärtlichkeit, so sehr Kind, Magd und stummen Zwistes verwandelte. Von der anderen Seite „ Glaubt ihr doch", spottete Beit ihr nach:„ Im Grunde Mutter es zu wehren suchten. Laßt mich doch!" rief der war es in des Leuenbergers Bruft bei weitem nicht so ruhig sagt sie die Wahrheit. Nicht sowohl zu meinem Nußen, Junker, ist der Bube doch mein Neffe; gewisser mein geblieben, als vielleicht sein falter Spott ahnen ließ. Er und Frommen, als zu anderer Wohlsem wird sie Eure effe, als Euer Sohn, Graubart!- Höre doch, mein kochte verzehrenden Grimm; denn die Droh- und SchmachGeldtruhe leeren, und wohl bekomm's Euch, schäbiger Filz. Junge, den alten Mann, welch' tolles Zeug er redet. Der worte, die sein Schwager gegen ihn gebraucht, hatten den Die Indessen säumt nicht, mir das verlangte Geld einzuhändigen. Raiser kann nicht hochmüthiger sein, als er. Lache ihn aus, wunden Fleck seines Ehrgefühls unsanft berührt. Ihr möchtet sonst einen Tanz erleben, daß Euch die Haare dicker Bube, lache ihn aus." is erleben, Do Furcht vor den reichsstädtischen Zwangs und Halsgesezen zu Berge stehen." Diether, der kaum seinen Zorn mäßigen konnte, winkte allein hatte ihn abgehalten, sich thätliche Nache auf dem " Ihr droht, in meinem Hause?" fuhr Diether zornig Elsen zu gehen. Veit hielt den Knaben zurück und wollte Fleck zu nehmen. Die unersättliche Habgier, die, aller auf. So Ihr Euch vergeßt!..." ihm einen Ruß auf die Wange drücken. Das wilde Gesicht Weigerung ungeachtet, dennoch in der Zukunft neue NahWir haben ein luftig Sprüchlein", sprach Veit unbe- und der hängende Schnauzbart des Ohms schreckte jedoch rung erwartete, hatte auch ein begütigend Wort dazu ges kümmert weiter,„ das lautet also: Rother Hahn und rothes den kleinen und mit dem Ruf:" Lieb Väterlein! hilf mir sprochen; aber die fürchterliche Sühne, die der Augenblick Eisen soll den Bürgern Sitte weisen! Werkt Euch das. pon dem Manne!" entsprang er dem Leuenberger und eilte nicht gebären durfte, sollte nichtsdestoweniger in der Folge Der Hahn tommt geflogen, ehe man sich's versieht; und in Diether's Arme. Der Junker schlug ein helles Ge- der Verunglimpfung vergelten. Mit diesem Gedanken bedas Eisen braucht nur eine kühne Faust. Bahlt aus, stürzt lächter auf. Licb Väterlein!" rief er: Lieb Bäterlein! schäftigt, stieg der Herr von Leuenberg in seiner Winkelden Eeckel. Schon um die Freude, mich los zu sein, Sie haben Dir das Vaterunſer gut gelernt, mein Söhnlein, herberge zu Pferde, nachdem er sein dürftig Mahl und wenn sie auch selbst nicht dran glauben. Ich wünsche Euch Mittagsruhe gehalten hatte, und klepperte, sobald die Thore " sputet Euch." Daß Schändlicher Bube!" grollte der Altbürger, und knüpfte Glück zu dem Buben, Alter. Kein Zug von Euch in seinem wieder nach der Vesperzeit geöffnet worden waren, von den Beutel ab, den er am Gürtel trug, und dem Schwager Gesichte; gewiß auch keine Ader von Euch im Herzen. Er dannen, denn die Sonne ging bereits zur Rüste, und die verächtlich vor die Füße warf. Dieser hob ihn aber ge- wird einst Euern schlechten Namen zu Ehren bringen. Ver- Stunde war im Schlagen, die den Stadtfeind seinen Gegnern schmeidig auf, wog ihn in der Hand und sagte:"' s wird laßt Euch darauf und lebt wohl. Ich möchte nicht gerne erlaubte. Seine raschtrabende Mähre legte mit Windesschnelle weniger sein, denn ich verlangte; dafür seid Ihr aber auch überläftig sein, darum gehe ich jetzt schon. Bählt indessen ein Frankfurter Bürger, der sich nicht schämt, an seinem immer Geld für mich ab; und Du, lieb Schwesterlein, ver- den Weg bis über die nahe Warthe zurück, und hier schöpfte Wechseltisch mit dem schmutzigsten Gewertschen*) um einen giß nicht, für Deinen ehemaligen Freiersmann ein gut Wort der Behutsame neuen Athem. Theils um dem beginnenden bei Deinem guten Freunde einzulegen." Schneegestöber auszuweichen, theils auch um sich zu ers Nun war dem Ausbunde roher Bosheit das niemand frischen, wohl auch in der Hoffnung, auf Bekannte zu stoßen, schonende Gift ausgegangen, und er ging davon über diel lenkte er links von der Heerstraße ab, nach der Gegend zu, *) Lombarden, gleich den Juden vom Wechsel ausgeschlossen, auf Wechsler, Leih- und Wuchergeschäfte angewiesen. Diesseits und jenseits des Rhein 3.". Sanftes Safen, wildes Rosen, Tändeln mit den glüh'nden Hosen, Holde Lüge, süßer Dunst, Die Veredlung roher Brunst, Kurz, der Liebe heit're Kunst Da seid Meister ihr, Franzose:! Aber wir versteh'n uns baß, Wir Germanen, auf den Haß. Aus Gemüthes Tiefen quillt er, Deutscher Haß! Doch riesig schwillt er, Und mit seinem Gifte füllt er Schier das Heidelberger Faß." Und heute?! Nun, die Zeiten ändern sich und mit ihnen auch die Vollscharaktere. In einem Punkte wenig stens besteht zwischen den heutigen Franzosen und Deutschen absolut kein Unterschied mehr, nämlich in der Spionage manie( Spionenseuche). Ein internationaler bimetallistischer Rongres wurde am 2. Mai in London eröffnet. Balfour, einer der Führer der englischen Konservativen, sprach sich für den Bimetallismus aus. Nach den Wolff'schen Depeschen waren als Vertreter der deutschen Nationalökonomie Graf Mirbach und Dr. Arendt anwesend. Arme deutsche Nationalökonomie! " Französische Heeresvermehrung. Dem Progrès militaire" zufolge soll die in dem Budget für das Jahr 1895 vorgesehene Vermehrung der Effektivbestände 230 Offiziere und 34 597 Mann betragen, welche zur Erhöhung der Bestände des 6. und 7. Korps verwendet werden sollen. Nun arbeitet man wohl im preußischen Kriegsministe rium auch an einer neuen Militärvorlage? Ein Wunder des 1. Mai. Der 1. Mai ist zwar feinem wunderthätigen Heiligen geweiht, aber er thut doch # zweifelt für ihren Liebling den Daumen emporstreckt und diesem Aufstand auch so energisch wie sie es bei den vorigen das Panamino" so gern als Geschichte von gestern" be- gethan, entgegentreten. Man bat ja das Repetirgewehr nicht bandeln möchte, wird noch etlichen Angstschweiß zu ver- umsonst eingeführt. Der Grund des Aufstandes ist wieder einmal das Maximum und Minimum- Geseh, nach welchem es jeder dier.en haben. Wer aber die deutsche Biederkeit" der Dorfgemeinde freisteht, über verschiedene Gegenstände, NahrungsTante Voß, die weiland ob des franzöfifcher. Panama's in mittel nicht ausgenommen, Steuern von einen. Minimum bis zu Entrüftungskrämpfe verfiel, sich näher ansehen will, der lese einem vorher festgesetzten Maximum zu erheben. Genaue An de: Leitartikel: Der Schlußakt des Panamino" in der gaben sind über diesen Aufstand, wie es ja anders in Rumänien Funimer vom letzten Mittwoch Abend. Die reinste Panama- gar nicht sein fann, nicht zu verlangen, so viel steht aber fest, daß Moral. die Bauern keiner sozialistischer. Hezer bedurften, die Noth ist Bei dieser Gelegenheit sei erwähnt, daß Herr Cor= eine solche große, daß selbst der rumänische Bauer, von dem Moltke nelius Serz von seinen gestohlenen Millionen ein paar fager founte: er isi mit dem wenigften zufrieden, und fennt keine der herausgegeben und dadurch einen Vergleich" erwirkt hat, nicht mehr bewältigen tounte, und sich das ihm vorenthaltene tausend Bedürfnisse der anderen europäischen Nationen", fich der seine Ehre" widerherstellt und ihm die Rückkehr nach Brot in einem der reichsten rumänischen Bezirke selbst holte. Frankreich ermöglicht. Schade, daß der italienische Bis- Und noch einmal bewiesen die obige Steuer und die Pfaffenmard, der bekanntlich auch von Herrn Herz Gelder bezog, fteuer, welche meistens das Bolt brückten, wie sehr reaktionäre nicht rechtzeitig an einen ähnlichen Reinigungsprozeß ge- Maßregeln die Geister aufzurütteln vermögen. Man sollte es dacht hat. Die nöthigen Millionen hätten sich gewiß finden faum für wahr halten, daß der rumänische Bauer auf dem Lande, ohne jedwelche Agitation, so geschloffen gegen die Re gierung vorgehen könnte, wie dies in dem Dorfe Naduceni, Die Seffion des dänischen Reichstages ist am Bezirk Falcin, gelegentlich der Gemeinderath- und Gemeinde2. Mai geschlossen worden. Der Präsident des Folkething vorsteher- Wahl der Fall war; denn während die Regierungsbetonte in seiner Nede, daß in dieser Session das Finanz- Kandidaten volle 26 Stimmen erhielten, stimmten für die von gesetz von beiden Kammern angenommen worden sei, was den Bauern aufgestellte Liste 196 Wähler. Bu bemerken ist, daß in den früheren Sessionen vergeblich angestrebt wurde, und sich die Kandidaten letterer verpflichteten, die neuen Steuern daß ein Reichstagsbeschluß zu Stande kam, der geeignet sei, nicht einzuführen. So züchtet die Regierung einerseits bewußte Männer, und andererseits sorgt die Sozialdemokratie dafür, daß neue Konflikte zu verhüten. diese Männer hinkommen wo sie hingehören. laffen. " " ,, Anarchistisches." In Lüttich( Belgien) ist Erfreulich ist es, daß die Sozialdemokratie in Bloesci merkwürdigerweise erst nach dem 1. Mai eine Bombe ihren eigenen Kandidaten zur Deputirtenwahl aufgestellt, und daß In London während Liberale und Regierungsparteien sich um die geplagt und hat etliche Leute verletzt. Kandidaten herumstreiten, die sozialistische ( England) sind die zwei Anarchisten" Polti und Fornora aufzustellenden veranstalten fonnte, ( Carnot), der eine zu 10, der andere zu 20 Jahren Partei schon drei Versammlungen in welchen ihr Randidat A. Radovici das sozialIn Barcelona Bwangsarbeit verurtheilt worden. demokratische Programm entwickelte. Bei dieser Gelegenheit ( Spanien) hat das Kriegsgericht 6 Anarchisten zum Tode, zeigte sich wieder die Liberalität der Liberalen, fie schimpften 4 zu lebenslänglichem Zuchthaus verurtheilt. wieder fräftig gegen die Sozialdemokratie und gegen einzelne Energie von den holländischen parlamentären Sozial bestimmten Programm hervorzutreten, was nur dazu beitrug, Der Kampf um das Wahlrecht wird mit neuer Sozialdemokraten, und übertrumpften darin felbft die konservative Regierungspartei. Dabei hüteten sie sich wohl, mit einem Bunder. So hat er z. B., wozu gewiß eine ungewöhnliche bemokraten ergriffen. Die drei sozialdemokratischen Wahl- ihre wahre Farbe den Wählern zu zeigen. So zieht denn der Wunderkraft gehörte, an der Berliner National- Zeitung" vereine, die bis jetzt bestehen, haben sich mit einigen anderen Weltfeiertag wieder über Rumänien, der Regierung, eine Wunderkur verübt. Dieses klassischste Organ des politischen Tieffinns und der hohen( höheren und höchsten) Arbeitern zusammengethan zu dem Zwecke, ein sozialdemo- das was sie stets bestritt, beweisend, nämlich daß in politischen Tieffinns und der hohen( höheren und höchsten) fratisches Komitee zu gründen, das ein großes nationales Rumänien der Boden für die Sozialdemokratie nicht nur da, Politit" schreibt in einer Notiz über die Maifeier zu Protefimeeting gegen das Resultat der Kammerwahlen or sondern vollkommen reif ist andererseits den sozialdemo Fourmies( Frankreich) buchstäblich wie folgt: Als die Glasarbeiter sich mit Musik und einer Fahne zur gauifiren wird. Mehrere bewährte Genossen haben sich fratischen Genossen das Fest durch eine Hoffnung verschönernd, Einweihung des Maison du Peuple begeben wollten, schritt schon bereit erklärt, Mitglieder des Komitees zu werden. die Hoffnung, einen neuen sozialistischen Vertreter in der Rammer der Maire ein. Weitere Rubestörungen er Die Genoffen Helsdingen, van Kol, Schaper, Spiehmann au haben..... folgten jedoch nicht." Wahrhaftig, der 1. Mai ist ein Wundertag-er hat bewirkt, was wir nie für möglich gehalten hatten er hat die Berliner National- Zeitung" vernünftig und wißig gemacht. und Dr. P. J. Troelstra werden als Redner auftreten und Der russische Arbeiter". Unsere Notiz in der ein Manifest erlassen an die Arbeiter und Arbeiterinnen in Nummer des Vorwärts" vom 26. v. M. haben wir dahin den Niederlanden, die das Wahlrecht als noth- richtig zu stellen, daß das genannte Blatt, von dem übri wendiges und nüßliches Mittel im Klassenkampf betrachten, gens erft eine Nummer erschienen ist, zwar in allen sich und an alle politischen und Fachvereine, welche wünschen, zur Sozialdemokratie bekennenden Gruppen russischer Redaß die niederländischen Arbeiter durch das Wahlrecht die volutionäre seine Unterstützung sucht, daß aber eine dahinCrispi hat jetzt einen doppelten Feldzug zu führen Gelegenheit erlangen, die Gesetzgebung auch ihren Interessen zielende Verständigung vorläufig noch frommer Wunsch ist. den einen in der Kammer um den Sieg, den anderen dienstbar zu machen. Und leider erfahren wir, daß Männer, die uns als berufenste vor dem Gerichtshof um die Ehre. In jenem Feldzug Das Manifest erinnert daran, wie der Kampf um das Bertreter der Sozialdemokratie Rußlands bekannt sind, hat er beffere Aussichten als in diefem. Die Kammer wird Wahlrecht seit vielen Jahren mit Ausdauer geführt worden mit der Gründung und Leitung des Blattes nichts zu thun fich, um einer Neuwahl zu entgehen, allem Vermuthen nach ist, wie die konservative Majorität der Wähler den Ent- haben. mit einigen unvesentlichen Abstrichen des Militär Etats wurf Tak, der uns nur theilweise befriedigen konnte, abzufrieden geben. Nicht so leichtes Spiel wird Herr lehnte und das nicht wahlberechtigte Bolt tief kränkte. Es ,, Die große Arbeitslosen: Demonstration" in Crispi in dem anderen Feldzug haben. Unsere Leser sei unsere Pflicht, jcht dafür zu sorgen, daß unsere Feinde welchen wir sie von vornherein erkannt und bezeichnet Amerika hat sich als den Schwindel herausgestellt, als kennen die skandalöse Kolle, die der italienische im Parlament sich nicht auf unser Schweigen und unsern Bismarck im italienischen Panama gespielt Mangel an Agitation berufen können, wenn sie uns mit batten. Mr. Corey, der Macher, ist ein Humbug in echt hat, und und wie wie er in den Papieren des Herrn Schein- Ausdehnungen abfinden wollen. Damit der Protest amerikanischen Sinne des Worts, und da seine Drahtzieher" Tanlongo, des italienischen Herz, mit persönlichen und eine Massenkundgebung der Unterdrückten und eine ernste ihn im Stich ließen und mit dem nöthigen Draht" zurück. Familien Wechseln figurirt. Ueber ein Jahr lang wurde Warnung für die Unterdrücker sei, wird das Meeting am hielten, so fiel der" Bug" nach Washington kläglich ms Die öffentliche Prozeßverhandlung hinausgeschoben, nachdem ersten Pfingsttage in Deventer, das leicht zu erreichen ist, je mehr sie sich der Hauptstadt näherten; aus Mangel an Wasser. man umsonst bie ganze Sache zu vertuschen gesucht hatte. und zwar im Freien stattfinden. gewinnen.Mus Rumänien. Wieder haben sich 600 Bauern im Bacauer Bezirke erhoben, und die Regierung wird wahrscheinlich Jetzt nun gab's fein längeres Hinausschieben. Der Es ist nicht zu leugnen, daß die Ablehnung des Tat'schen Witteln mußten fie an die öffentliche und private mildBrozeß hat socben begonnen, und Herr Crispi's Entwurfes der Lähmung unserer Partei durch die Groninger thätigkeit sich wenden, und Männer von Kraft und Energie und seine Leute segen nun Simmel und Hölle Resolution zuzuschreiben ist. Um so erfreulicher ist es, wie quantitativ, und als Herr Coren am 1. Mai mit der thun das nicht. So verminderte der Zug sich qualitativ in Bewegung, um 311 verhindern, daß Crispi Name genannt wird. Da ein hr großer Theil, ja weit. daß man jetzt versucht, das verlorene Terrain wieder zu„ Borbut" von 400 Mann vor dem Kapitol antam, aus die meisten der vornehmsten und einflußreichsten Poli wurde er sammt seiner Vorhut" von der Polizei Die serbischen Gerichte haben mit einer Ausnahme in Empfang genommen, wegen Verlegung des Gesetzes, titer aller Parteien in gleicher Lage sind, wie Crispi, das heißt, bis über die Ohren im Panamaschnut stecken, so hat bei allen Beleidigungsklagen des Erkönigs Milan den bas Menschenausammlungen in einem bestimmten Umkreise der italienische Bismarck viele und starke Bundesgenossen föniglichen Ukas, wonach Milan und Statalie in ihre Rechte um das Kapitol verbietet,- sammt seiner„ Vorhut" in seinem Todtschweige- Feldzug. Aber der Wissenden als Mitglieder der königlichen Familie wieder eingesetzt in Haft genommen, jedoch sofort sammt seiner Vorhut sind viele und unter ihnen sind doch auch Wtänner, werden, als verfassungswidrig und damit recht 3-gegen Bürgschaft wieder in Freiheit gesetzt. Man sieht, die weder einzuschüchtern noch zu bestechen sind. ungiltig erklärt. alles vollzog sich in Form Rechtens und gemüthlich. Und Und so sitzt denn Crispi, der blutige Gründer", auf der Arbeitslosenzug wird auch in Washington wohl heißen Kohlen, und die tugendsame Tante Voß, die ver feine weiteren Verlegenheiten bereiten. Wir meinen in der Stadt Washington. Die Regierung in Washington Präsident, Verwaltungsspitzen und Volksvertretung- wird wo zwischen sanft auftrebenden Anhöhen ein wenig besuchter bei Dir zu Tafel, alte Here?" fuhr der edle Herr fort: mit den Arbeitslosen noch ihre schwere Noth haben. So Hohlweg durchläuft und zu einer Wüftung führt, au deren Die Brühe ist zu lang für Deinen und Deines Töchterleins brohend wie in diesem Frühjahre, hat die soziale Frage in Ende, von Erdaufwürfen, wie von Vertiefungen und Hunger?" Hm!" griufte das Weib:" Ihr wißt ja Früppelhaftem Buschwerk gedeckt, eine elende Schenke stand; wohl, daß wir oft Gäste haben, und so auch heute. Mein Amerita noch niemals an die Thore des Kapitols geklopit und die Vogel Strauß Politit läßt sich angesichts des die Herberge herren- und gesetzlofen Gesindels größtentheils, Mann hat bei Bergen ein Geschäft, das ihn bis in den stets wachsenden Elends nicht länger durchführen. bann und wann der versteckte Schlupf und Bauerwinkel späten Abend vielleicht aufhält. Wenn er heim fommt, hungriger Raubjunker; am seltensten wohl das Nachtlager wird er hungrig sein, und die Gesellen nicht weniger." irgend eines verirrten, von Sturm und Regen hier zum Was giebt's hente zu Bergen?" erkundigte sich der LeuenUeberwachen gezwungenen ehrlichen Wanderers. Weber dem berger.' 3 ist dort Tanz und offene Luftbarkeit"; flang Am 14. Mai 1894 von Vormittags 10 Uhr beginnt in Leuenberger, noch seinem Gaule war das räucherige Neft der Bescheid: Gin reicher Bürgersöhn von Friedberg, der Berlin, Andreasstr. 64, Ronkordia Festsäle, der 5. interein unbekannter Ort, denn in der einbrechenden Dämme- vor der Adventzeit die schöne Eva von Bergen geebelicht, nationale Bergarbeiter- Kongreß. rung, wie auf bösem, aufgewühltem und dann wieder hart holt heute ihren Mahlschah, und gedenkt ihn noch gen FriedDie Bergarbeiter Delegirten aller Länder werden nun " " Internationaler Bergarbeiter- Kongreh. 0 gefrorenem Pfade erreichten sie ihn blindlings. Der Seiter berg zu schaffen." Er gedenkt,..." brummte Beit höhersucht, umgehend dem Gewerkschafts- Bureau, flopfte, zum Beichen, daß ein guter Freund angekommen, nisch; so, so! Dein Alter denkt aber weiter, nicht wahr?" Berlin C., Rosenstr. 28 vorn I ihre genaue Adressen anmit der Gerte an die armseligen Schiebefenster, 30g sein- Ach großer Gott!" seufzte das Weib, die Augen ver- zugeben. Auch werden dieselben gebeten, ihre Billets bis Pferd unter die elende Bedachung von Tannenästen, die drehend. Wan muß freilich sehen, wie man fümmerlich Bahnhof Alexander Plah zu nehmen, dort auseinen Stall vorstellen sollte, band es an einen Sparren fein Leben durchbringe."" Kümmerlich!" spottete der zusteigen und sich um weitere Auskünfte an die durch rothe fest und trat, nachdem er ihm Häckerling vorgeschüttet und Gast: Ihr Lügenvolt! Nur das Schlechte laßt he liegen; Schleifen und Kongreßkarte kenntlich gemachten Personen eine Last Stroh, von dem Hüttendach gerauft, unter- das Beste nehmt Ihr, und heuchelt obendrein Armuth gegen zu wenden. # Parlamentsberichte. Abgeordnetenhaus. 62. Sigung vom 2. Mai 1894, 11 Uhr. Ministertische: Miquel, Don Schelling, Heyden. ing, Auf der Tagesordnung steht zunächst die erste Berathung an den in die Miethsräume eingebrachten geworfen, in das Innere der verrufenen Kueipe. Ein altes Leute, die einiges von Euren Kniffen verstehen."- Bieber Die Berliner Gewerkschafts Kommission. Weib tauerte am Herde, und mühte sich ab, das naßge- Herr," erwiderte die Wirthin,' s ist lauter Wahrheit. Mit wordene Reißig in Flammen zu blasen; eine junge Dirne den Kumpanen muß man theilen; das Kostbarste vervon unlieblichem Angesichte schlief in der Ecke mit einigen scharren, darf das liebe Gut nicht sehen lassen. Oft sagte ich daselbst aufgeflogenen Hühnern um die Wette. Sonst keine zu meinem Manne: Marten! sagte ich zu ihm: Wär's nicht Seele in der Hütte, und ein paar elende Tische aus Balken beffer, wir fingen an, ehrlich zu arbeiten, und könnten ruhig gezimmert, dergleichen Bänke, und ein Kandelbrett mit un leben und uns wohl sein lassen, als von ungerechtem sauberen Krügen und hölzernen Bechern versehen, waren Gut reich sein, und es verbergen müffen, und zittern müssen bas ganze Geräthe der Stube, auf deren Estrich man mit vor Entdeckung? Da lacht er mich aber jedesmal aus, und von der größten Vorsicht wandeln mußte, um nicht in einem sagt: Wart nur, Weib, bis wir genug haben, dann wallder Löcher desselben ein Bein zu brechen. Ein Glas fahren wir nach Compostell, opfern dem heiligen Jakob des Gesetzentwurfs, betr. Die Rechte des Bermiethers Funkelhans!*)" rief der Eintretende der Alten zu, die auch eine filberne Krone, holen uns Ablaß, und taufen uns allfobald mit tiefem Reverenz das Verlangte herbeibrachte alsdann am Rheine an." Ein feines Vorhaben," lachte - Ein feines Vorhaben," lachte Abg. Imwalle( 3.): Der Gesetzentwurf ist so kurz, so und einen frischen Lichtspahn aufsteckte." Ich werde hier bis Beit: So habt Ihr noch immer die Aussicht, als Ehren- tlar und so wohl begründet, daß man vielleicht ohne Kommiffionsmorgen verweilen," fuhr Beit mit vornehmem Tone fort: leute zu sterben, vielleicht noch selig gesprochen zu werden, berathung ihn erledigen fönnte. Aber einmal ist mir die Frage Die Nacht hat mich übereilt, und ist keines Menschen wenn Ihr auf dem Todbette irgend ein Kloster reichlich nicht tlar, ob es angezeigt ist, dem Gesez rückwirkende Kraft zu Freund." Das Weib nickte beifällig, versicherte, es werde bedenkt." Die Alte wurde empfindlich. Warum sollen geben, sodann verdient die Frage eine Grörterung, ob es sich ihr eine Ehre sein, den Junker zu beherbergen, und machte wir denn etwa nicht des Paradieses theilhaftig werden? nicht empfiehlt, die Bestimmung aufzunehmen, daß entgegen sich wieder an ihr Geschäft. Was brau'st Du da, Alte?" Mein Marten hat noch feinen Pfarrherrn erschlagen." ſtehende Vereinbarungen ungiltig sein sollen, deshalb wäre eine Rommissionsberathung angezeigt. fragte Beit, um das Gespräch nicht ersterben zu lassen. Verfluchte Spötterin!" fuhr Veit auf, und griff nach dem Geb. Oberjuftigrath Eichholz: Gegen die Kommissions Habersuppe, edler Herr," erwiderte die Wirthin, indem sie Dolche. Die Alte rannte schreiend nach der Ecke, in der berathung kann die Justizverwaltung nichts einwenden, fie einen derben Kessel aus Feuer rückte. Wer geht heute die Tochter schlief, und weckte diese durch ihr Gejammer. wünscht nur die Vorlage möglichst schnell zu erledigen. ( Fortfeßung folgt.) Abg. Rintelen( 8.) spricht feine Befriedigung darüber aus, * Echarser Wein oder Obstmost. daß der Justizminister einer Anregung aus dem Hause so schnell " Folge gegeben hat. In bezug auf die andere Frage, die Siche- rnug der Bauhandwerker, die ebenfalls angeregt wurde, sind im Reichstage in der Kommission erhebliche Bedenken erhoben worden, man vertröstete auf das bürgerliche Gesetzbuch, also auf das kommende Jahrhundert. Die Frage ist aber so dringend, daß sie unmöglich verschoben werden kann. Der Justizminister hat hier im Hause die Erklärung abgegeben, daß er eventuell bereit sei, die Sache im Wege der Landesgesetzgebung zu regeln bei Revision der Subhastations- Ordnung. Hoffentlich wird in der nächsten Session eine Vorlage bezüglich des Vorrechts der Bauhandwerker gemacht. Die jetzt gemachte Vorlage ist so ein- fach, daß sie wirklich im Hause ohne Kommffsionsberathung erledigt werden kann. Der Zustand, wie er jetzt besteht, ist ein unerträglicher. Der Vermiether' kmnn dem Miether das letzte Möbelstück abnehmen, er kann ihn nackt und bloß auf die Straße setzen. Was hat der Vermiether aber davon? Er muß einen vollstreck- baren Rechtstitel haben, um die Pfändung zu vollstrecken. Die nothwendigen Sachen darf er aber nicht pfänden; er kann sie nur einbehalten, um einen Druck auf den Miether auszuüben und ihn zu chikaniren. Im größten Theil Deutschlands besteht der Rechtszustand, der jetzt in Preußen herbeigeführt werden soll, schon seit längerer Zeit. Abg. Nadbyl(Z.) hält ebenfalls eme Kommissionsberathung für nothwmdig, da die Sache doch nicht so ohne weiteres klar sei. Es handle sich um Humanilätsrücksichten, aber diese dürfen nicht allein berücksichtigt werden unter Schädigung der wohl- erworbenen Rechte. In Berlin wird der Fall eintreten, daß eine Menge Leute, die eben nur das Nothwendigste besitzen, keine Wohnung finden können. Redner empfiehlt die Berathung der Vorlage in der Justizkommission. So eilig sei die Vorlage nicht, denn wenn man unter einer gesetzlichen Ve- stimmung ein Jahrhundert gelebt habe, werde es wohl auch noch »in halbes Jahr weiter gehen. Abg. Hartmann-Lübben(k.): Mit dem Prinzip des Gesetzes sind wir einverstanden; wir haben es immer als einen Verstoß gegen das Rechlsbewußtsein empfunden, daß das Pfandrecht des Hausbesitzers weiter gehl, als das Pfandrecht anderer Gläubiger. Bedenken haben wir gegen die Vorschrift, welche dem Gesetze rückwirkende Kraft giebt und so in wohlerworbene Rechte eingreift. Abg. Oswalt(ntl.): Es handelt sich nicht in erster Linie um Humanitätsrücksichten, sondern um sozialpolitische Gründe. Man will die Personen, welche noch nicht der Armenpflege ver- fallen sind, davor behüten. Das weiß jeder, der in der Armen- pflege thälig ist. Wenn der Miether seiner Habseligkeiten be- raubt auf die Straße gesetzt wird, so hat die Armenpflege nichts Eiligeres zu thun, als ihn beim Hauswirth auszulösen. Das Vorrecht der Hausbesitzer ist ein chikanöses Recht. Daß eine Neuregelung solcher Privatrechte in bestehende Interessen ein- greift, ist richtig. Ein Kredit, welcher gewährt wird auf grund der nothwendigen Möbel und Arbeitsgeräthschaften, ist nicht gerechtfertigt. Es wird gesagt, daß eine gewiffe Klasse von Mietheru nicht immer Wohnung finden wird. Es giebt aber zuin Schutz der Vermiether ein sehr einfaches Mittel, die Voraus- bezahlung. bei welcher die Armenpflege immer noch eher eingreifen könnte, als bei dem jetzigen Verfahren. Bedenklich an der Vorlage ist nur die rückwirkende Kraft; deshalb sollte das Gesetz in die Kommisston verwiesen werden. Redner fragt, ob sich das Gesetz nur auf die Vermiether in engerem Sinne be- ziehen solle. Geh. Ober-Justizrath Eichholz: Die letzte Frage muß ich bejahen. Das Gesetz soll sich nicht auf die Vorpächter und Pächter beziehen. Wenn der ärmeren Bevölkerung in den größeren Städten eine Wohlthal erwiesen werden soll, dann muß die Vorlage möz- lichst schnell angenommen werden. Abg. Krause-Königsberg(nl.): Mit der Tendenz des Ge- setzes sind wohl alle Mitglieder des Hauses einverstanden; alver es fragt sich, ob man das gewünschte Ziel auch erreicht. Es wird vorkommen können, daß Personen, die nur Sachen haben, welche nicht pfändbar sind, eine Unterkunft nicht finden. Redner bält die rückwirkende Kraft des Gesetzes für bedenklich und em- pfiehlt deshalb die Verweisung an die Justizkommission. Abg. Krause- Waldenburg(sk.) schließt sich diesen Aus- führungen an. Besonders sei ihm auch aus dem Grunde die Ab- nähme der Vorlage wünschenswerth, weil, wie über all in Industrie- bezirken, auch in seinem Wahlkreise sich Verhältnisse herausgebildet haben, bei welchen gewissenlose Hausbesitzer einen stillen Wucher mit ihren Mielhern treiben. Diesem Treiben müsse endlich ein Riegel vorgeschoben werden. Der Arbeiter wird sich leichter von einem solchen Vermiether befreien können, wenn er sein noth- wendiges Hab und Gut mitnehmen kann. Wir sind daher für die Vorlage, haben aber auch Bedenken gegen die rückwirkende Kraft derselben, da dadurch wohlerworbene Rechte beseitigt werden. Den praktischen Bedürfnissen könnte wohl dadurch ge- würzt werden, daß wir eine Bestimmung dahin einfügten, daß die rückwirkende Kraft auf bestehende Mielhsverträge nicht An- wendung findet, sofern dieselben den I. Oktober nicht über- dauern. Eine kurze Kommissionsberathung könnte nützlich sein, und wir stimmen für die Ueberweisung an die Justizkommisston. Ahg. Schmidt-Warburg(Z.) hält dafür, daß die Vorlage anders formulirt werden müsse, wenn das Verhältnis zwischen Pächter und Verpächter nicht berührt werden solle. Redner tritt für die Vorlage«in und weist darauf hin, daß die Hausbesitzer außer dem Schutz des Zivilgesetzes auch den des Strafgesetzbuches tz SLS haben, der den strafbaren Eigennutz betrifft. In Zukunft wird mancher Streit darüber entstehen. was unentbehrliche Sachen sind; der Hauswirth wird anderer Meinung darüber sein als der Miether, und daraus können große Weiterungen entstehen. Der Justizminister sollte die Staatsanwälte dahin instruiren, wenn das Gesetz angenommen wird, dieselbe Humanität walten zu lassen, die wir durch An- nähme des Gesetzes beseitigen. Daß die kleinen Leute in Zukunft keine Wohnung finden können, ist nicht zu befürchten Die kleinen Wohnungen sind einmal vorhanden und auf die Dauer kann der Hauswirth dieselben doch nicht leer stehen lassen; er muß sie unter allen Umständen vermiethen. Abg. Dziorobeck erklärt sich namens der Polen für die Vorlage. Darauf wird die Vorlage an die Justiz- Kommission ver- wiesen. LS. S i tz u n g vom 4. M a i, 12 Uhr. Ain Ministertische: Miquel.v. Heyden. In dritter Berathung genehmigt das Haus zunächst den Gesetzentwurf betr. IRegelung der Verhältnisse der bei der Umgestaltung der Eisenbahnbehörden nicht zur Verwendung gelangenden Beamten, nach- dem Geh. Oberfinanzrath Lehnert im Anschluß an eine Be- merkung des Abg. Krah in zweiter Lesung erklärt hatte, daß für die infolg» der Reform der direkten Steuern entbehrlich werdenden Beamten, Rentmeister u. s. w. in den neuen und westlichen Provinzen ebenfalls durch eine in der nächsten Eession»inzubringend» vorlag« gesorgt werden sollte, und ge- nehmigte ebenfalls in dritter Lesung die StaatSverträge mit Hessen und Mecklenburg- Schwerin wegen der Eisenbahnen von Salzschlirf nach Schlitz und von Rostock über Sülze nach Tribsees. Es folgt die Berathung des Berichts der Budgetkommission über die Finanzlage des preußischen Staate?. Die Kommission beantragt: Das Haus der Abgeordneten wolle erklären: I ES ist«In« angemeffene Schuldentilgung auf gesetzlicher Grundlage zu erstreben. 2. Es ist eine Aenderung des Gesetze? vom 27. März IöL2 herbeizuführen, welch« die über einen bestimmten Betrag hinaus- gehenden Ueberschüff» der EtaatSeisenbahn-Verwaltung der Ver« wendung für allgemeine Etaatszwecke entzieht. S. Die dauernde Ordnung der Staatsfinanzen verlangt, daß eine feste Abgrenzung der Beiträge Preußens für die Bedürfnisse des Reichs erfolgt und daß letzteres nicht allein für die Auf- bringung der für seine Aufgaben nothwendigen Mittel aus den ihm reichsverfaffungsmäßig zustehenden Quellen, sondern auch ur Ueberweisungen an die Einzelstaaten in einer die Matrikulac- Umlagen übersteigenden Höhe Sorge trägt. Berichterstatter ist der Abg. Dr. Sattler, welcher einige Erläuterungen zu dem schriftlichen Bericht giebt. Es folgt eine allgemeine nichts neues zu Tage fördernde Debatte über die sogenannte Reichsfinanzreform, die morgen sortgesetzt werden soll._ LoktKles: Internationaler Bergarbeiter- Kongreß. Am 14. Mai und an den folgenden Tagen findet in den Konkordia- Sälen, Andreasstraße 64 Berlin, der fünfte internationale Berg- arbeiter-Kongreß statt. Die Verhandlungen des Kongresses sind öffentlich. Einlaßkarten, für je einen Verhandlungstag giltig, sind zum Preise von b0 Pfg. vorher auf dem Gewerkschafts- bureau, Rosenstr. 23 vorn 1 Tr., Vormittags von 8—1 Uhr zu haben; ferner werden solche auch am Eingang zum Kongreßsaal verkauft. Personen, welche einer politischen oder gewerkschaftlichen Organisation angehören, haben freien Eintritt, wenn sie sich durch ihre Mitgliedskarte legitimiren. Die Herren Vertreter der Presse wollen, mit Legitimation versehen, ihre Dauerkarten ebenfalls auf dem Gewerkschafts- bureau während der angegebenen Tagesstunden bis spätestens Sonnabend, den 12. Mai, in Empfang nehmen. Der geschäftsführende Ausschuß der Berliner Gewerkschafts-Kommission. Berichtigung. In der am Donnerstag, den 3. Mai, ver- öffentlichten Lokalliste ist irrthümlicher Weise unter 1. Kreis der „Fcenpalast' als gesperrt angeführt, dagegen fehlt unter 3. Kreis als gesperrt das„Berliner Klubhaus"(Krebs), Ohmgaffe 2. Die Lokalkommission. I. A.: H. G u m p e l, Weinstraße 31, II. Nachklänge von der Maifeier. Wenn Arbeiter ihre Feste feiern, so geht es bei ihnen nicht hoch her. Die Feste der Ar- beiter sind keine Festgelage. Der materiellen Genüsse, die der einzelne Arbeiter als Festtheilnehmer sich zu leisten vermag, sind gar wenige und geringe. Dessenungeachtet sind die Arbeilerfeste den Herren Wirthen durchaus nicht unwillkommen und die Ar- beiter sind bei derartigen Gelegenheiten gern gesehene Gäste. so sehr ihre nähere Berührung auch sonst fürsorglich gemieden werden mag. Mit einer kleinen Umänderung eines bekannten Liedes könnte es in diesem Falle heißen:„Ein echter deutscher Wirth mag keine Sozi leiden, doch ihre Groschen nimmt er gern!" Wenn also, wie gesagt, der Einzelne bei Arbeiter- festen in seinen materiellen Genüssen sehr bescheiden ist und aus naheliegenden Gründen bescheiden sein muß, so findet der betreffende Wirtb, in dessen Lokal ein Arbeirersest abgehallen wird, in der Regel doch seine Rechnung, ja er macht wohl meistens ein ganz reinliches Geschäft, denn— die Menge, der Maffenkonsnm muß es bringen und bringt es auch. Und so war es auch bei der diesmaligen Maifeier. Wenn daher der Schrippenreporter der„Kreuz-Zeitung" und des„Reichsboten" vermeinte, in moralischer Entrüstung auf diesen Massenkonsum ganz besonvers hinweise» zu sollen in der deutlichen Absicht, die Maifeier der Arbeiter zu diskreditiren und in ein übles Licht zu setzen, so legt dieser Umstand ein beredtes Zeugniß ab von der edlen Gesinnung der„Arbeiter im Wein- berge des Herrn". Wenn also die Herren Wirthe bei Arbeiterfesten ihre Rechnung finden, so ist es nicht zu billigen, wenn diese Rechnung seitens der Interessenten noch rünstlich zu erhöhen gesucht wird durch Bcnachtheiligung des Einzelnen, was um so schwerer ins Gewicht fällt, als Arbeiter in betracht kommen, welche mit ihren Groschen sehr haushälterisch umzugehen gezwungen sind. Derartige Fälle sind bei der statt- gehabten Maifeier wiederum zu verzeichnen gewesen, und allen solchen spekulativen Wirlhen möchten wir ein wenn auch derbes aber sehr zutreffendes Wort für die Zukunft zur freundlichen Nachacktung empfehlen, das da lautet:„Spritz' nit zu viel, du Schuft! Bier will i, doch nit Luft!" Diese unschöne Bereichernngs- Praxis hat, wie sich ebenfalls bei der letzten Maifeier gezeigt hat, auch bei den Kellnern Eingang gefunden. Auch sie— einige, nicht alle!— scheinen Arbeitersest« als besondere Erntetage für sich zu betrachten und nehmen keinen Anstand, ihren„Verdienst", d. h. das Trinkgeld, welches ihnen von den Festgenossen ge- währt wird, künstlich dadurch zu erhöhen, daß sie beim Geld- wechseln das obligate Trinkgeld als selbstverständlich ohne weiteres in Abzug bringen und dem etwa remonstrirenden Gaste mit frechen Reden dienen. Es bekundet dies eine Nichtachtung der Arbeiter, die der mancher Wirthe gleichkommt, die trotz des Verdienstes, den sie durch die Arbeiter haben, es nicht ei»- mal der Mühe für werth halten, ihre Lokalitäten zu Arbeiter- festen in einen menschlichen Zustand zu versetzen. Für die Ar- beiter ist alles gut! So wurde es in einem sehr volksthümlichen Lokale im Norden sehr übel vermerkt, daß, als man im Saale das Tanzbein zu schwingen begann, die Saal- insassen sich in eine Wolke von Staub und Schmutz gehüllt sahen. Mit großer Müde gelang es dem Festkomitee, von dem betreffenden Wirthe wenigstens eine oberflächliche Reinigung des Saales zu erzielen. Eine ausreichende Lüftung des Saales blieb ein frommer Wunsch der Schwitzenden, da die Erzielung einer solchen mit zu großen Unbequemlichkeiten für den Wirth oder dessen Bedienstete verbunden war. Als Nothwendigkeit hat sich auch herausgestellt, daß in Lokalen, in denen für gewöhnlich Beamte des Wirthß, Portieris oder dergleichen, ihres Amtes walten, bei Arbciterfesten ihrer Funktionen entkleidet und durch selbstbestimmte Festordner ersetzt werden. Diese Unterlaffungs- sünde hat in einem derartigen Lokale zu sehr bedauerlichen Auftritten geführt. In Wahlkreisen, in denen keine Billets verausgabt wurden, vielmehr eine„freiwillige" Tellersammlung veranstaltet wurde, um die Theilnahme an der Maifeier eben allen Genossen zu ermöglichen, wäre in manchen Lokalen ein weniger zwangsweises Heranziehen zur Tellersammlung und ein weniger marktschreierisches Anbieten von Festzeilungen und anderen Festartikeln wünschenswerth erschienen und wird dies hoffentlich bei ferneren Gelegenheiten unterbleiben. Daß eine größere Rücksichtnahme der Festtheilnehmer auf ein- ander, um jedem den Genuß des Gebotenen zu ermöglichen, viel- fach geboten erscheint, ist bereits an anderer Stelle hervorgehoben worden. Wenn auch nicht zu verkennen ist, daß es schwer ist, an einem Tage, wie an, l. Mai, wo eine gleichzeitige Massen- feier stattfindet und alle Kräfte herangezogen werden müssen, in bezug auf das zu Bietende eine richtige Auswahl zu treffen und man nicht besonders wählerisch und anspruchsvoll sein kann und darf, so berührt es doch trotz alledem höchst un- angenehm, gerade an einem Arbeiterfeite eine jener Lehrlings- kapellen konzertiren zu hören, deren Leiter fast ausnahmslos die Ausbeutung in schnödester Weise betreiben. Derartiges sollte unter allen Umständen vermieden werde». Diese Nachklänge zur Maifeier sollen durchaus nicht dazu dienen, einen Mißklang hineinzutragen in die Freudenmelodien des 1. Mai; vielmehr ist es ihr Zweck, in Zukunft Mißklänge zu verhindern und so die Arbeiterfeste nur noch harmonischer zu gestalten. Die Maifeier der hiesige» polnische» Sozialist«», «>«lch« am Nachmittag des 1. Mai in Brochnow'S Salon, Sebastianstr. 39, stattfand, hatte sich ganz besonderer polizeilicher Aufmerksamkeit zu erfreuen. Da der Besuch zunächst noch einiges zu wünschen übrig ließ, wurde die Versammlung auf 20 Minuten vertagt. Die Festrede sollte Genosse Hellwig halten. Bei Wiedereröffnung der Versammlung forderte der überwachende Polizeilieutenant eine Bescheinigung über die nach seiner Mei> nung„neue" Versammlung. Alle Vorstellungen des Vor- sitzenden, des Genossen Versus waren fruchtlos. Der Beamte verbot den Festvortrag sowie alle etwaigen dekla- motorischen Vorträge und ließ zur Durchführung seines Verbots einige Schutzleute im Saal Posta fassen, die bis Nachts 3 Uhr hin und wieder abgelöst wurden. Nur der Tanz war ge- stattet. Gegen 8 Uhr hatten sich etwa ö()0 Personen eingefunden, welche ein zur Verlesung gebrachtes Telegramm aus Tirnowa (Bulgarien), worin die dortigen polnischen Sozialisten brüderliche Grüße und Glückwünsche zum Ausdruck brachten, stürmisch applaudirten. Schließlich konnten die zur Ueberwachuna zurück- gelassenen Beamten es dennoch nicht verhindern, daß einige Kinder etwas deklamirten und die Festtheilnehmer gemeinsame Gesänge anstimmten; die Feststimmung ließ sich nicht wegbannen. Erst beim hereinbrechenden Morgen erreichte die imposante Feier ihren Abschluß. Die Kirchenbanerei fängt wieder an, ein ständiges Thema in den Tageszeitungen zu werden. Kaum ist der Frühling da, so geht es auch schon wieder mit den Grundsteinlegungen und Einweihungen los. Am 13. April hat die Grundsteinlegung zweier Garnisonkirchen, einer evangelischen und einer katholische», stattgefunden und am S. Mai wird die Lutherkirche eingeweiht. Am 2S. April ist der erste Spatenstich zur neuen St. Simeons- kirche unter besonderen Feierlichkeiten erfolgt. Die Einweihung der Heilandskirche in Moabit ist im Juni zu erwarten. Dann sollen die der Versöhnungskirche und der Gnaden- kirche erfolgen. In St. Golgatha wird die„Beschaffung eines neuen und würdigeren Gotteshauses" geplant. Für die Ludwigs- kirche, deren Fundamente bereits gelegt sind, werden milde Gaben zur Bauausführung erbeten, für die Kaiser-Wilhelms-Gedächtniß- kirche wird gleichfalls seit langem der Klingelbeutel geschwungen, — ja, zum Teufel!(pardon!) wenn das so weiter geht, danw wird der Herzenswunsch unseres Stöcker und Konsorten, daß es in Berlin mehr Kirchen als Kneipen giebt, bald in Erfüllung gehen, ohne daß zuvor der andere Herzenswunsch des Mucker- thums, nämlich die Schließung der meisten, wenn nicht aller Kneipen, in Erfüllung zu gehen braucht. Die oben angeführten Mittheilungen über Berliner Kirchenbauerei find»ur auf's Gerathewohl zusammengestellt, wie sie uns bei flüchtiger Durchsicht der letzten Nummern einiger bürgerlicher Bätter gerade in die Augen fielen. Wer sich darauf verlegen wollte, systematisch alle diesbezüglichen Nachrichten zu sammeln, der hätte ein tüchtiges Stück Arbeit zu verrichten, wenn er mit dem frommen Eifer des kirchenbauenden Berims Schritt halten will. Denen, welche meinen, es seien immer noch nicht genug Kirchen in Berlin, empfehlen wir einen Besuch des Kreuz- berges. Er wird ja ohnedies nach Inbetriebsetzung des Wasser- sturzes eine vermehrte Anziehungskraft auf die Spaziergänger ausüben. Von da oben aus kann sich der kirchenbaueisrige Ber« liner, wenn ihm das Bild, da? Berlin vor b Jahren bot, noch in Erinnerung ist, eine genaue Vorstellung davon verschaffen» um wie viel sich dieses Bild inzwischen verändert hat. Wir sind über die Zahl der Kirchthurmspitzen nicht genau unterrichtet, aber wir glauben, daß bis zu ihrer Verdoppelung»icht mehr weit hin ist. „Geschäftliches" vo» der Berliner Gewerbe-AuS- stellnng. Zu der Frage„Witzleben oder Treptow" erfährt ein hiesiger Berichterstatter„aus sicherster Quelle" folgende Einzel- heiten, die ergeben sollen, warum sich der geschäftsführende Aus- schuß der Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896 für das Terrain Witzleben entschieden hat. Dasselbe gehört zunächst dem Geh. Kommerzienrath Pringsheim und der Firma Gebrüder Sobern- heim Hierselbst, die für die Ländereren ursprünglich 600 000 M. forderten, jetzt aber dieselben unentgeltlich zur Verfügung stellen. Hierzu kam, daß Zeichner des Garantiefonds, grobe hiesige In- dustrielle, ihr Anerbieten von zusammen 1 Million M. zurückziehen wollten, falls der Ausschuß sich nicht für Charlottenburg entschiede. Das jTerrain Witzleben ist dicht an der Stadtbahn gelegen und etwa zehn Minuten vom Bahnhof Charlottenburg, vierzehn Mi- nuten von Station Westend entfernt. Um den Ausstellungsplatz bequem zu erreichen, müssen erst verschiedene Straßen dorthin durchgelegt werden, da bis jetzt nur Sandwege nach Witzleben führen. Eine Fahrverbindung dahin ist bis jetzt nicht vor- Händen; allerdings will die Charlottenburger Pferde-Eisenbahn- Gesellschaft einzelne ihrer Linien nach Witzleben verlängern, und es soll bis 1896 die elektrische Bahn von der Kaiser-Wilhelm- Gedächtnißkirche aus über die Bismarck- und Kaiser-Friedrich- straße hinweg nach dem Ausstellungsplatz geleitet werden. Das in Frage kommende Terrain ist sehr hügelig und sandig, so daß die Planirung und die Befestigung des BodenS bedeutende Kosten verursachen dürften. Straßensperrung. Die Friedrichsgracht längs des Grund- stücks Nr. 48 und die Kleine Gertrandtenstraße länaS der Grundstücke Nr. 4 und b werden wegen Abbruchs der Häuser bis aus weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. Eine kürzlich erlassene Verfügung des Ober-Bürgermeister» gelle, wonach den diätarisch angestellten Hilfsarbeitern des Magistrats in Erkrankungsfällen künftig die ihnen von der Krankenkasse gewährte Unterstützung in Höhe von 2 M. täglich vo» ihrem Verdienst gekürzt werden solle, hat, wie die„Polem. Korresp." schreibt, unter diesen kommunalen Angestellten große Unzufriedenheit hervorgerufen. Eine Deputation der gedachten BeamtewKaregorie hatte sich infolge dieser Verfügung zum Ober- Bürgermeister begeben, um die Aufhebung dieses Erlasses zu erwirken, indem sie darauf hinwies, daß durch d,e gedachte Maß- regel die Vortheile, welche die Krankenkasse ihren Mitglieder» gewähret, dadurch hinfällig würden und sie gezwungen wären, ihren Anstritt aus der Kasse zu erklären, resp. würde der Er- werb der Mitgliedschaft niemandem mehr erwünscht erscheinen. Herr Zelle lehnte nicht nur die Aufhebung der Verfügung ab; er ließ vielmehr noch die Drohung durchblicken, daß er diejenigen, die aus der Kasse austreten, resp. sich der Mitgliedschaft ent- halten,„im Auge behalten wolle". Zum Verständniß der Sache sei noch bemerkt, daß sich die Mitglieder jener Kasse zum großen Theil aus diätarisch augestellten Hilfsarbeitern des Magistrats zusammensetzen, von denen nur wenige ein Durchschnitls-Ein- kommen von mehr als 100—180 M. monatlich besitzen. Bon dieser Kategorie von Beamten ist die Krankenkasse geschaffcu worden und sie bezieht auch kemerlei materielle Unterstützung seitens der Stadt Berlin. Die Angelegenheit dürfte sich aller Wahrscheinlichkeit zu einem ernsten Konflikt zusvitzen.— Man sieht daraus wieder, was es mit der Humanität der Stadt Berlin gerade ihren schlechtest gestellten Beamten gegenüber snr eine Bewandtniß hat. Der Erfahrungssatz, daß denen, die nur wenig haben, selbst noch«in Theil des Wenigen genommen werde, kommt hier wieder einmal zur Geltung. Der arme krauke Ma»n> Der frühere' Bankier Maaß aus Charlottenburg, der s. Z. wegen Bankbrnches zu mehrjähriger Gefängnißstrafe verurtheilt wurde, ist vor kurz em aus der Straf- anstalt Plötzensee entlassen worden, weil nach ärztlichem Gut- achten ein ferneres Verweilen Gefahr für sein Leben in sich schloß. Nicht blo» falsche Zweimarkstücke, wie neulich gemeldet, sondern auch falsche Einmarkstücke sind im Verkehr. Die Falsch- stücke sind mit der Jahreszahl 1881 bezw. 1886 versehen, bestehen aus Zinn oder Zink, sind in einer Presse hergestellt, leichter als dt« echten, auf galvanische«, Wege versilbert und haben theilweise sehr glatte Flachseiten. Von Rowdies wurden in der Nacht zum Mittwoch einige Barteigenossen angerempelt, als sie von der auf dem Bock abgehaltenen Maifeier kommend, die Bergmannstraße in der Nähe der Kirchhöfe passirten. Nachdem man sich die üblichen Schimpfreden in ruhigeni Tone verbeten hatte, zogen die Burschen ihre Meffer und brachten dem Kürschner Wedemeyer und dem Tapezirer Weliz derartige Verlegungen bei, daß diese sich auf der Sanitätswache verbinden lassen mußten. Ein Nachtwächter fam erst zur Stelle, als die Angreifer das Feld geräumt hatten und von Schußleuten fonnte wohl aus dem Grunde nichts zu bemerken gewesen sein, als diese aus nicht ersichtlichen Gründen in der Nähe der Bockbrauerei in unverhältnißmäßiger Anzahl placirt waren. erhalten habe. Wenn nun teine anderweitige Bestrafung des Knaben erfolgt ist, dann wird ein eidlich zu erhärtender Rohrstockschlag und zehn ärztlich konstatirte, blutunterlaufene Striemen" wohl ein Wunder bleiben. Berlin Witterungsübersicht vom 4. Mai. Barometer stand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. Windrichtung Windstärke (-) STAL5422582 etter Temperatur SABATO( nach Celsius 50 G. 4° R.) 749 heiter 12 749 7 • Regen 7 751 SW bedeckt 11 755 1 bedeckt 9 758 bedeckt 757 bedeckt 10 748 SW woltig 5 759 SSW Dunst 13 763 NNW halb bedeckt 12 752 WNW wollig 760 MNW • wolfig 10 Frömmigkeit und Feiertagsheiligung. Auf dem Bahn- Stationen. hof Groß- Görschenstraße" wurde am Himmelfahrtstag von etlichen Malern fleißig gearbeitet. Grund hierzu war die bevorstehende Einweihung der Luther- Kirche am Dennewißplay, zu der die hohen und höchsten Herrschaften aus Potsdam auf diesem Bahn- Swinemünde. hof eintreffen. Natürlich muß dann alles hübsch in Wichs sein. Samburg Durch einen Rattenbik lebensgefährlich verlegt wurde Wiesbaden. der Monteur W. am Kottbufer Damm. Er hatte in der Küche München Einen Selbstmordverfuch beging am Donnerstag Morgen feiner zu ebener Erde belegenen Wohnung in einer Schlagfalle ien um 92 Uhr ein etwa sechszigjähriger Arbeiter in der Nähe des eine große Ratte gefangen, die noch so viel Kraft hatte, daß sie großen Sterns. Zwei Leute, welche den Vorfall bemerkten, lösten aus der Falle zu entkommen versuchte. W. packte das Thier mit den Mann aus der Schlinge. Ueber die Ursache seines Thuns seiner rechten Hand und wollte ihm gerade einen Schlag verbefragt, gab er an, daß er Strumpfwirker sei, feit längerer Zeit fetzen, als sich die Ratte derartig an seine Hand festbiß, daß er teine Arbeit habe, und weil er halb erblindet und außerdem nicht sogleich im stande war, sie wieder loszureißen. Bald Paris brustleidend sei, auch taum welche bekommen werde. Auch sei er darauf verspürte W. ein starkes Brennen in der Hand und gleichohne Obdach und habe seit zwei Tagen nichts zu essen gehabt. zeitig schwoll der ganze Arm zusehends an. Auf ärztliche AnWetter- Prognofe für Sonnabend, den 5. Mai 1894. Auf seinen Wunsch ließ man das Opfer unseres herrlichen Gesell- ordnung mußte W., der sich durch den Rattenbiß eine gefährliche Etwas kühleres, unbeständiges, zeitweise heiteres, vielfach schaftszustandes weiter pilgern. Blutvergiftung zugezogen hatte, am Dienstag Abend schleunigt woltiges Wetter mit Regenschauern und frischen nordwestlichen nach dem Krankenhause geschafft werden, wo er hoffnungslos Winden. Berliner Wetterbureau. Der bekannte Großkaufmann Rudolf Herhog ist am darniederliegt. Mittwoch Abend plöglich in Karlsbad gestorben. Eine Verwechselung von Töpfen ist der 29 jährigen Arbeiterin Johanna Bugai aus der Elfafferstr. 20 verhängnißvoll geworden. Sie hatte vorgestern Nachmittag in einem Milchgefäß Waschblau aufgelöst und auf die Kochmaschine gesezt. In einem ganz ähnlichen Topfe stand neben dem ersteren der NachmittagsKaffee. In der Dämmerstunde verwechselte sie die beiden Gefäße und trank von dem Berliner Blau. Auf ärztliches Anrathen wurde sie nach einem Krankenhause gebracht. Der Schauspieler Frit Herz vom Deutschen Theater ist am Donnerstag Abend, als er sich nach dem Theater begeben wollte, in der Schumannstraße verunglückt. Er glitt auf dem Bürgersteige aus, verletzte sich das rechte Bein und wurde sofort nach der Charitee gebracht. Zu dem Familiendrama zwischen den Arbeiter Hall mann'schen Eheleuten in der Stromstraße ist zu melden, daß eine Vernehmung der Eheleute nicht möglich geworden ist. Das Befinden derselben hat sich verschlimmert und die Verlegungen sind derartig schwere, daß auf Rettung taum zu hoffen ist. In diesem Sinne ist auch eine amtliche Anfrage des Untersuchungsrichters seitens der Direktion des städtischen Krankenhauses in Moabit, wo die Verletzten sich befinden, beantwortet worden. Polizeibericht. Am 2. d. M. früh glitt in der Oranien burgerstraße eine Frau auf einer Apfelfinenschale aus und brach beim Fall ein Bein. Jm Humboldthain wurde ein Mann erschossen aufgefunden. Nachmittags versuchte sich eine ich eine Näherin in ihrer Wohnung, in der Amalienstraße, zu erhängen, wurde aber noch rechtzeitig abgeschnitten. Der Stromstr. 42 wohnhafte Arbeiter Hallmann brachte seiner Frau im Streite mit einem Hammer eine schwere Wunde am Kopfe bei und durchschnitt ihr den Hals, worauf er sich ebenfalls den Hals durchschnitt. Beide wurden noch lebend nach dem Krankenhause Am 3. d. M. Nachmittags erlitt ein Klempner durch gebracht. einen Sturz von der Treppe des Hauses Reichenbergerstr. 83 eine schwere Verlegung am Halse, so daß seine Ueberführung nach dem Krankenhause erforderlich wurde. Am 2. und 3. d. M. fanden zwei kleine Brände statt. Haparanda Petersburg Cork. Aberdeen • Versammlungen. Verein der Bau- Anschläger Berlins und Umgegend. Bersammlung In der Humanißischen Gemeinde, Kommandantenstraße 79, hält am am Sonntag, den 6. Wat, Bormittags 10% Uhr, Sebaſtianſtr. 39. nächsten Sonntag, Vormittags 10% Uhr, Herr G. Schäfer den Vortrag über: " Die Einheit in der Vielheit des Alls." Gäſte willkommen. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 6. Mai, Bormittags 10% Uhr, Rosenthalerfraße 38, Vortrag über: Kirche und weltliche Herrschaft." Allgemeine Kranken- und Sterbekalle der Metallarbeiter Sonnabend, den 5. Mat, Abends ( E. H. 29, Hamburg). Filiale 4 Berlin. s uhr, bei Gorn, Kleine Martusftr. 10. Sozialdemokratifdjer Agitationsverein für Arnswalde- Friedeberg. Bersammlung Langeftrabe 65 beim Genoffen G. Tempel, Bortrag des Genoffen Wilhelm über: Sozialismus und Antisemitismus." Stellungnahme zum ersten Stiftungsfeit. Tambourverein Ruf. Sonnabends Abends» Uhr bei Jakob, Insels Unterstützungskaffe des Vereins gewerblicher Arbeiter und Mit Bersammlung am 6. Mai, Abends s uhr, Usedomstr. 88. Fachverein der Uhrmacher etr. Sonnabend, den 5. Mai, Abends ubr, Berfammlung bei Wienecke, Atte Jatobftraße 83. Bortrag des Herrn Dr. Joel über: Religion und Sittlichkeit." Achtung, Schäftebranche! Sonnabend, den 6. Mat, Abends 9 Uhr, Ballstraße 20, öffentliche Versammlung. Bortrag. straße 1. Beamten. Kleine Theater und Literatur: Chronik. Emil Thomas, der bei seinem Wiedererscheinen im Zentral- glieder werden anfgenommen. Theater mit so vieler Herzlichkeit begrüßt wurde, feßt heute sein Der MillionenGastspiel im Registrator auf Reisen" fort. bauer" soll seine nächste Gastrolle sein. Das Kreger'sche Stück soll am nächsten Sonntag in Szene gehen. " " Vermischkes. Der Beim ersten Schritte in das Leben hat das neugeborene Frage der Bewilligung eines Plates für das Heine Denkmal. In Mainz berieth die städtische Finanzkommission über die Töchterchen des Kutschers H. in der Gitschinerstraße einen qual- Da sich das Denkmal- Komitee bereit erklärt hat, das Denkmal vollen Tod gefunden. Am 25. April wurde die Frau des H. ohne Kosten für die Stadt Mainz zu errichten, so entschied sich von einem anscheinend recht gesunden Mädchen glücklich entbunden. Die Finanzkommission mit fünf gegen drei Stimmen dahin, Die Cholera. Am Donnerstag find in Nimes( Frankreich) Bier Tage später verstarb das Kind; der Arzt, welcher zur Aus- daß vom finanziellen Standpunkte nichts gegen die leber zwei Cholera- Erkrankungen vorgekommen. Die Behörden er füllung des Todtenfcheines herbeigerufen worden war, vermochte laffung eines Platzes- des Forsterplages- einzuwenden sei. greifen die nothwendigen Vorsichtsmaßregeln. eine bestimmte Todesursache nicht zu erkennen und füllte mit Bereits in den nächsten Tagen, so schreibt man der Voss. panische Generalkonsul in Lissabon, Castro, einer diesbezüglichen Bemerkung die betreffende Rubrik des Btg.", werden sich die Stadtverordneten endgiltig schlüssig zeigte der Regierung an, daß ein Todesfall infolge Todtenscheines aus. Daraufhin schritt die Staatsanwaltschaft zu machen haben, ob sie das Dentinal für Mainz annehmen oder Cholera im Dorfe Loures vorgekommen ist, und bestätigte zu ein und ordnete die Obduktion der Leiche an. Diese hat am Die Afche des jüngst verstorbenen Dichters gleich das Auftreten der Cholera in Fondao. Die Zahl der an Mittwoch stattgefunden und ergab, daß das Kind seitens der Hebamme im Badewasser vollständig verbrüht worden ist. Auf Ludwig Pfau wurde am vergangenen Sonntag, wie dem„ Berl. Cholera Erkrankten belaufe sich in Lissabon auf 262, darunter 26 grund dieses Befundes wird nunmehr gegen die Hebamme( eine Tagebl." aus Heilbronn telegraphirt wird, in einer Marmorurne neue Fälle. im Leichenhause unter einer würdigen Feierlichkeit beigefeßt. Frau F.) wegen fahrlässiger Tödtung eingeschritten werden. Die Manier, durch Aeußerlichkeiten die Handlung eines be. deutenden Stückes ganz besonders historisch" zu gestalten, greift neuerdings auch schon auf das Musikdrama hinüber. In München wird Lohengrin" zur Zeit stil= gerecht in Szene gefeßt. Wie dies geschieht, läßt ein E3 geschehen noch Himmelswunder! Zu der unter dieser Spitzmarte in Nr. 97 d. BI. mitgetheilten Rigdorfer Schulaffäre wird uns von Herrn Lindecke mitgetheilt: ablehnen wollen. " = Depeschen. ( Wolff's Telegraphen Bureau.) In dem vorliegenden Falle handelte es sich nicht um ReliMährisch Ostrau, 2. Mai. Der Ausstand der Bérgleute gionskenntnisse, sondern um Gehorsam. Der Knabe Hermann Bericht des B. B. C." erkennen: In großen Zügen unter- hat sich heute Nachmittag auf alle Schächte der Nordbahn aus Schöß war eine ganze Woche hindurch zur Erledigung scheidet sich die neue Juszenirung von der gewohnten, abgesehen gedehnt. In Polnisch, Östrau und Michalkowig verlangten die feines Religionspenfums nicht zu bewegen und erhielt von dem Schwerpunkt des veränderten Zeitalters, in erster Linie Bergleute stürmisch die Achtstundenschicht. Man befürchtet, daß dafür am Freitag, den 20. April, einen Schlag mit wesentlich durch die Hereinnahme der hohen Geistlichkeit in die in Polnisch- Ostrau am Freitag ein allgemeiner Streit eintritt. dem Stocke. Seine fortgesetzte Weigerung in dieser Sache brachte Handlung, durch die historische Ausgestaltung des Königs- und Eger, 3. Mai. In Ziedig bei Falfenau fand ein blutiger ihm später noch zwei Schläge ein. Heerbanngefolges, einem genau nach geschichtlichen Ueberlieferungen Busammenstoß zwischen Arbeitern und der Gendarmerie statt, Der Knabe bezeugte selbst, daß er für die Unterlaffung feiner nachgebildeten Gotteskampfgerichte und die Zeremonien der wobei ein Arbeiter tödlich verwundet worden sein soll. Die Be Pflichterfüllung am Freitag, den 20. April, nur einen Schlag, Brautleite". Armer Wagner! hörden verlangten aus Eger militärische Hilfe. Elegante Herren- u. Knaben- Garderobe, Arbeitssachen, Bestellungen nach Maaß. Paletots. 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M., Bericht für 1893, die von einem drei Wochen lang, mit Aus- wären aber gefeßlich unzulässig und damit nichtig; die 14tägige vor dem Schöffengericht des Amtsgerichts II zu verantworten. nahme der Sonntage ununterbrochen beschäftigten Mahlburschen gesetzliche Kündigungsfrist sei als nicht ausgeschlossen zu be- Der Thatbestand ist kurz folgender: In der Nacht vom erzählt, bestätigt neuerdings, daß die an dieser Stelle schon be- trachten.( Gewerbe- Ordnung§ 122.) Was die Entlassung des 17. zum 18. Dezember v. J. kam der Amtsdiener Heinrich sprochenen Ergebnisse der Reichs- Enquete über die Arbeits- Klägers als solche angehe, so wäre sie berechtigt gewesen nach zu Wilmersdorf in das Lokal Viktoriagarten daselbst gerade in dem verhältnisse im Müllergewerbe, welche die Reichskommission für der Gewerbe- Ordnung, wenn sie während der Krankheit( der Augenblicke, als mehrere Gäfte, darunter die Angeklagten, sich anArbeiterstatistik in ihrer bekannten langstieligen und unvoll- Unfähigkeit des Arbeiters zur Fortsetzung der Arbeit) erfolgt schickten, das Lokal zu verlassen, da der Wirth bereits Feierabend getommenen Weise geliefert hat, nur einen Theil der Wirk- wäre, und zwar hätte sie ausdrücklich ausgesprochen werden boten hatte. Nun soll H., der sich übrigens in 3 i vilkleidung lichkeit enthalten. Darüber soll aber heute nicht zum so müssen. Nach der Gesundung des Klägers war befand, nach der Aussage mehrerer Zeugen in barschem Tone und sovielten Male gesprochen werden. Ehe wir nicht sie nicht mehr begründet. Die Beklagten wurden die Anwesenden aufgefordert haben, sich von der Straße( die eine ordentliche Arbeitervertretung in die Reichskommission verurtheilt, die 99 M. zu zahlen. Szene spielte sich am Eingange des Lotals ab) zu fcheeren u. f. w. für Arbeiterstatistik hineingebracht haben, wird dies wohl auch kaum besser werden. Darauf habe der Angeklagte 2. ihm gesagt, daß er sich auf dem Aber die Enqueten der Kom- Die Kammer VIII verhandelte am 28. April eine Klage des übende Gewalt habe. Von hier ab gingen die Aussagen des Grundstück des Wirthes befinde, wo dieser zunächst die aus miffion liefern unfreiwillig immer noch einige andere Thatsachen, Gummiarbeiters R. gegen den Gummiwaaren Fabrikanten Angeklagten und des Beamten sehr weit auseinander. Der Andie der Arbeiterbewegung ganz nüßlich sind. Und ein solcher Schwanik. Der Kläger verlangte 315 M. unter folgender geklagte Lück erklärte, daß er von dem Heinrich nach kurzem anderer, nicht weniger intereffanter Punkt aus dem amtlichen Begründung. Er sei das Arbeitsverhältniß bei Schw. vor über Wortwechsel für verhaftet erklärt sei, Bericht soll hier herausgeschält werden. Er betrifft den Andrei Jahren trotz der in Aussicht gestellten geringen Entlohnung Bemerkung veranlaßt habe:" Sie fennen mich doch genau, falls theil der Unternehmer an jenen periodischen Ueber: deshalb eingegangen, weil ihm dieser Weihnachts- und Jahres Sie im Recht sind, erstatten Sie doch Anzeige.". habe ihn anstrengungen und ihren Antheil an der Produktion gratifitationen zugesichert habe. Am Schlusse des dritten Jahres jedoch sofort an die Gurgel gepackt und nach der Straße ge überhaupt. Die Müllermeister und Mühlenbesizer rechnen sich noch viel- babe er 300 M. Jahresgratifikation erhalten sollen. Die Grati- jedoch sofort an die Gurgel gepackt und nach der Straße gefach als Reste jenes„ ehrsamen Handwerks", bei welchem der britte Jahr geworden. Da er fie als vereinbarten Lohnzuschlag be- herausstellte, Nachtwächter, in der Dunkelheit sich auf ihn ge fitationen seien ihm auch bis auf die Jahresgratifikation für das drängt, wo ur plöblich mehrere Personen, wie sich später Meister selbst überall mit zugreift und den wesentlichsten Antheil trachte, flage er dieselbe mit 300 m. ein. Die übrigen 15 M. des gerissen und sich durch die Flucht habe retten wollen, habe stürzt und auf ihn losgeschlagen hätten. Als er sich losdaran hat, wenn das Geschäft blüht" und die Goldfüchse als Klage- Anspruchs seien ihm zu viel von der Gratifikation für Gewinn einlaufen. Sie sprechen noch von einer Art Müllerzunft, das zweite Jahr seiner Thätigkeit bei Schwanit( als Strafe) man den Hund eines Wächters auf ihn geheßt, so daß und es giebt in der That in Deutschland einen Müllerverband, abgezogen worden; die Fabrikordnung sege Disziplinarstrafen Amtsbiener er zu Fall gekommen fet. Alsdann hätten der der halb reaktionär, halb fortschrittlich gefärbt ist und dessen nur im Betrage bis zu 5 M. fest; ihm habe man aber eines ihn eingeschlagen und erst auf sein Bitten habe man und die drei Nachtwächter wiederholt auf Mitglieder sich nicht wenig auf die" saure Arbeit ihrer Händen angeblichen Vergehens wegen 20 m. abgezogen. Ob die Strafe dann den Hund zurückgerufen. zu gute thun. Der reiche Müllerprotz ist das Muster des an und für sich gerechtfertigt war, lasse er dahin gestellt. Der dem Amtshause transportirt und nach Feststellung seiner PerEr sei dann blutend nach Bourgeois, der seinem" Fleiß und feiner" Arbeit das Fett zu- vorsitzende Assessor verliest folgende Stellen aus der Fabrik- sonalien entlassen worden. Der Polizeibeamte Heinrich führte schreibt, in welchem er zuweilen fitt. Wie grausam zerstört nun ordnung Schwanih's: der amtliche Bericht das Märchen von dem Antheil des Besizers Bei zulässigem Geschäftsbemgegenüber aus, daß er auf Verlangen des Wirthes(!) die oder gang und Unternehmers an der eigentlichen Produktion! Wir lassen Arbeiter eine Weihnachts- und Jahresgratifikation, welche gerichtet hätte; als er mit eventueller Verhaftung gedroht habe, Abschluß erhalten diejenigen meiner Aufforderung zum Gehen an den Angeklagten und seine Begleiter dabei die Dampfmühlen ganz aus. Das sind schon meistentheils sich durch Fleiß und gutes Verhalten meine Zufriedenheit er fei der Angeklagte zu erst thätlich gegen ihn geworden, darauf Großbetriebe in den Händen kaufmännischer Gesellschaften mit Direktoren u. f. w., bei denen jeder vernünftige Mensch sieht, Jahresgratifitationen erhalten nur Arbeiter, feien sein Kollege Krüger, sowie die Wächter Richter, daß das Kapital und nicht die Arbeitskraft des Besizers die welche ein volles Jahr bei mir thätig sind. Durch die vor Gehrhardt und Weitert ihm zu Hilfe" gekommen. Hauptrolle spielt. Aber sehen wir auch einmal bei den Wind- stehende Anzeige( Versprechen) erwächst niemanden ein juridisches Der zweite Angeklagte, PIeme, hat sich dadurch vergangen, Dem Vorsitzenden entschlüpfte hinsichtlich dieser Be- daß er den H., den er nicht als Beamten erfannte, von dem am und Wassermühlen nach, die befragt wurden und unter denen sich sehr viele mittleren, fleinen und kleinsten Kalibers befinden. Da immungen, mit denen der Arbeiter nichts anfangen könne". Boden liegenden Lück zurückgezogen hat. Die beiden anderen hat sich in die amtlichen Fragebogen eine verrätherische Frage die Bezeichnung„ Köder". Der Vertreter des Beklagten hin- Angeklagten, Gräf und Reuter, sollen den Amtsdiener durch nach der Arbeit eingeschlichen, welche die Mühlenbesitzer in den gegen meinte, es solle durch den letzten Passus nur dargethan" Redengarten" beleidigt haben. Die Vernehmung der 3 Wächter Getreidemühlen selbst mitthun. Ueber die Windmüller sind die werden, daß die Gratifikationen Geschenke feien. Der Kläger( Krüger war nicht geladen) förderte nichts Bestimmtes zu Tage, erklärt, die Arbeitsordnung unterschrieben, jedoch von ihrem wenigsten Auskünfte eingelaufen. 1. Von diesen windigen Kleinbürgern heißt es nur, daß sich etwa in einem Drittel der be- Inhalt beim Unterschreiben keine Kenntniß gehabt zu haben." da es zu dunkel war", was allerdings nicht hinderte, daß einer der Zeugen positiv behauptete, von dem am Boden liegenden fragten Betriebe die Meister regelmäßig durch Ablösung an der Die Seite, auf welche er seinen Namen gesetzt, habe nur Namen Lück geschlagen worden zu sein. Daß mit dem Säbel auf den enthalten. Das Gericht beschloß Bertagung der Sache und Lück, der weder einen Stock, noch eine sonstige Waffe besaß, ein Nachtarbeit betheiligten. In den übrigen zwei Dritteln besteht ordnete das persönliche Erscheinen des Beklagten zu dem von gehauen ist, wurde nicht bestritten, ebenso wenig, daß der Hund hinter die Arbeit" des Besitzers eben darin, nicht zu arbeiten, wobei Amtswegen anzuberaumenden neuen Termin an. Erwähnens- ihm her gehetzt wurde. erwähnt wird, daß es sogar Windmühlenbefizer giebt, die werth ist noch aus der Verhandlung die Feststellung der That- der an dem Thatorte herrschenden Dunkelheit nicht mit Bestimmt Die Entlastungszeugen konnten wegen Müllerei niemals in ihrem Leben gelernt haben. Diese Angaben sache durch den Prozeßvertreter des Beklagten, daß derselbe seine heit bekunden, daß der Amtsdiener den Angeklagten zuerst mit beweisen nun schon bei den Windmühlen, was es mit der so Arbeiten in Afford vergebe, aber nur alle Vierteljahr dem Stock, wie Lück versicherte, über den Kopf geschlagen habe. genannten Tüchtigkeit" des Unternehmers und mit seiner Arbeit" mal mit den Arbeitern abrechne. Inzwischen würden Der Staatsanwalt hielt die Anklage gegen die ersten beiden Anbei dem heutigen Lohnsystem auf sich hat. Bei den Wasser- Vorschüsse in Form von Wochenlöhnen gezahlt. Habe ein Arbeiter geklagten auf Widerstand zc. aufrecht; daß Lück, wie ein beimühlen tommt es aber noch viel schöner. Es heißt da wörtlich:" Nur in 33,7 pt. der befragten Mühlen betheiligt ein Verdienstminus zu verzeichnen, daß heißt, stelle sich bei der geklagten auf Widerstand zc, aufrecht; daß Lück, wie ein beisich der Meister( Betriebsinhaber) regelmäßig an der Tagesarbeit, diente, dann werde dies nur verrechnet( die Rückzahlung erlaffen), 3 Wochen Abrechnung heraus, er habe mehr an Kostgeld weg, wie er vergebrachtes ärztliches Attest beweist, übel zugerichtet sei, daran trage er allin allein Schuld! Er beantragte gegen Lück und nur in 18,6 pt. regelmäßig an der Nachtarbeit... Be- benn er ein Jahr in der Fabrit bleibe und sich gut führe". und gegen Plewe 14 Tage Gefängniß; die theiligt sich der Meister nur am Tagesdienst, so werden zwar wirklich, eine nette Einrichtung! beiden anderen Angeklagten seien mit je 3 Mark zu bestrafen. meistens dem Gesellen einige Stunden Ruhe, gewöhnlich in der Der Vertheidiger für Lück, Rechtsanwalt Dr. Herzfeld, ersten Morgenfrühe, vergönnt; es fommt aber auch vor, daß der Kammer VIII. Sigung vom 30. April. bestritt energisch, daß sich Heinrich bei seinem Auftreten in dem Meister nur neben dem Gesellen einen Theil der umfangreicheren Die Sonntagsarbeit der Retoucheure. Gegen Bittoriagarten in rechtmäßiger Ausübung seines Amtes beGeschäfte des Tagesdienstes versieht, ohne daß für den Gesellen den Inhaber eines photographischen Ateliers flagt der Retoucheur funden habe. Im Lokal habe der Wirth zu bestimmen und zur eine Ablösung eintritt. Die Ablösung durch den Meister er- H. auf Bezahlung einer Anzahl Stunden, die er an den Sonn: Verhaftung lag bei dem ruhigen Auftreten Lück's, den er( H.) streckt sich meist auf sechs bis acht, zuweilen auch auf weniger fagen vor Weihnachten gearbeitetet hatte. Der Beklagte bielt sich persönlich fannte, fein Grund vor. Das Ganze charakterisire ſich Stunden. Nur in wenigen Mühlen übernimmt der Meister eine zur Bezahlung der Sonntagsarbeit des Retoucheurs nicht ver- als Mißbrauch der Amtsgewalt, vor welcher jeder Staatsbürger volle Hälfte des Dienstes, da ihm, wie von mehreren pflichtet; dieselbe sei, behauptete er, im Wochenlohn mit ent- geschützt werden müsse, und darum beantrage er Freisprechung Auskunftspersonen hervorgehoben wird, auch noch die halten, ein Retoucheur müsse wie jeder Photograph Sonntags eventuell eine geringe Geldstrafe. Bevor sich der Gerichtshof zur Lasten und Sorgen Des geschäftlichen Theiles des arbeiten. Eine Extrabezahlung der Sonntagsarbeit gebe es in Berathung zurückzieht, bemerkt der Angeklagte 2. noch, daß er Betriebes sowie meist die Besorgung eines oder der Photographie nicht. Diese Meinungsäußerungen fielen in den Amtsvorsteher Herrn Storch am Morgen nach der mehrerer Nebenbetriebe zufallen." Soweit der amtliche Bericht einem schon vor mehreren Wochen stattgehabten Termin. Da- Affäre in Gegenwart feines Bruders um strenge Untersuchung mit seinen vielsagenden Säßen. Bedürfen dieselben einer weiteren mals fam der Gerichtshof zu dem Entschluß, die Verhandlung gebeten habe, worauf derselbe die Klagen gegen den AmtsErläuterung? Hier ist authentisch festgestellt, daß sich der Be zu vertagen und zu dem nächsten Termin den Gerichtsbeisiger diener als begründet anerkannt hätte. Das Urtheil lautete fizer regelmäßig soviel als möglich um die Arbeit drückt. Er Photographen Grundner( von der Firma Grundner und Abich) gegen Lück und Plewe auf je 30 M., gegen Gräfe und Reuter läßt den Gesellen sich Tag und Nacht abschanzen ihn regel- hinzuzuziehen. Dies geschah. Das Resultat des Gutachtens des auf je 10 M. Geldstrafe. Der Fall böte, so führte der Vormäßig und richtig abzulösen, fällt ihm gar nicht ein. Früh am selben war die Abweisung des Klägers. sitzende aus, dasselbe Bild, wie andere Fälle, wo Beamte in Tag springt dann und wann ein Meister ein Auf grund des Gutachtens wurde das Gericht der Meinung, Ausübung ihres Amtes von Leuten antrakehlt" würden. Weil aus dem Bett gefrochen ist und ein gutes Frühstück im Leibe der Kläger habe bei den im photographischen Beruf obwalten die Angeklagten nach Aufforderung des Wirthes nicht gleich ge hat. Dann sind dem Gesellen einige Stunden Ruhe gegönnt". den Gepflogenheiten wissen müssen, daß er für seinen Wochen- gangen seien, habe der Beamte das Recht gehabt, polizeiliche Aber Abends oder gar Nachts sich zwischen die Räder zu lohn auch des Sonntags zu arbeiten verpflichtet war, umsomehr, Gewalt auf dem Grundstücke auszuüben. Lück's Auftreten laffe stellen, das überläßt der Besizer seinem Lohnsklaven wofür da sein Engagement durch- und seine Beschäftigung bei dem Be- darauf schließen, daß er zuerst thätlich geworden sei. Strafmilbezahlt, belöftigt und bequartiert er ihn denn sonst? Ein flagten in der Weihnachtszeit vor fich ging. Hiernach scheint dernd sei nur in Betracht gezogen, daß die Beamten ihre Amtspaar Austunftspersonen", offenbar selbst Unternehmer, es, als ob die Lohnsklaven der Photographie mit recht bedauerns gewalt überschritten hätten, als sie auf den fliehenden Lück Den haben sich geschämt, als diese Thatsachen amtlich fonstatirt werthen Verhältnissen rechnen müssen. Hund hezten. Bei Plewe sei angenommen, daß derselbe allerwurden, und versuchten sie abzuschwächen durch die Angabe, daß dings gewußt habe, daß er einen Beamten vor sich habe; des. auf dem Besitzer die Lasten und Sorgen des geschäftlichen Behalb sei in beiden Fällen Widerstand gegen die Staatsgewalt triebes" ruhten. Diese Lasten und Sorgen" bestehen aber sehr anzunehmen. oft in sehr fidelen Fahrten zu Markte und in soliden Kneipereien mit den Großbauern. Sogar für das bischen Korrespondenz und Buchhaltung, das eigentlich so ein armer Besitzer zu seinen Lasten und Sorgen" rechnen müßte, ist oft ein mißrathener " Kaufmann", natürlich ebenfalls zu den erbärmlichsten Lohnbedingungen, engagirt. Alle diese Dinge ändern nichts an der amtlich festgestellten Thatsache: während die Mühlenarbeiter Der Schneider K. beansprucht von dem Inhaber eines Konein Hildebrandt zu verantworten. Die Verhandlung bildete 16, 18, 20 und mehr Stunden schanzen müſſen, findet sich der fektionsgeschäftes eine Lohnentschädigung, behauptend, er sei ge- ein würdiges Seitenstück zu dem vor einigen Tagen aus Rixdorf Unternehmer in den meisten Fällen mit gar feiner fündigt worden, habe aber trotz zweimaligen Bemühens vom mitgetheilten Fall. Der Anklage lag folgender Sachverhalt zu Mülle arbeit, in wenigen Fällen mit 6-8 Stunden und weniger" Tage der Kündigung ab teine Arbeit mehr erhalten. Der Kon- Grunde. Am 31. Mai v. Js. bewirkte der Gärtner Fleischer zu der ihm bequemsten Tageszeit ab! feinen Umzug von der Ziethen nach der Prinz Handjernstraße Besser kann man den Nachweis nicht liefern, was es mit fettionär des Beklagten sagt aus, er habe sich nicht in richtiger, in Rixdorf, wobei ihm am Abend Bogen und Wollschläger be dem kapitalistischen Betrieb auf sich hat. Bauunternehmer, fommen, hätte er Zuschnitt erhalten. direkter Weise um Arbeit bemüht; wäre er in's Geschäft gehilflich sein wollten. Vorher trant man jedoch in einem ben achDer Kläger giebt an, Bäcker, Gastwirthe, Kaufleute und Müller, das sind so einige der Beklagte habe ihm, wenn auch nicht immer, jo boch öfter barten Lokal einige Weißen, fodaß es schon ziemlich spät war, frappante Muster jener Sorte von fleißigen Unternehmern", die Zuschnitt ins Haus gesandt; das hätte er auch, sett läger als man sich an die Arbeit machte. Als die Drei schwer durch die eigene That beweisen, daß der Unternehmer nur der hinzu, während der 14 Tage thun können, wenn er ihn wirklich sie von Beckmann angesprochen und während man einige beladen nach der Prinz Handjerystraße kamen, wurden Schmaroßer ist, welcher von Schweiße des Arbeiters lebt. beschäftigen wollte. Das Gericht nahm an, daß sich der Kläger Worte wechselte, erschien plößlich der Nachtwächter Hilde= Unsere ganze heutige Wirthschaftsordnung ist auf großartiger nicht genügend um Arbeit bemüht habe. Hätte er es gethan, so brandt auf der Bildfläche und forderte die Leute in schroffer Schmarogerei aufgebaut, nur daß es nicht immer jedem so deutlich wäre ihm nach der Zeugenaussage welche geworden. Uebrigens nachgewiesen wird, wie jetzt eben den Herren Mühlenbesitzern in genüge ein zweimaliges Bemühen um Arbeit nicht, einen vier- Weise auf, weiter zu gehen. Als er aber sah, daß Fleischer und der Müllerenquete. Die Genossen vom Mühlenfach werden schon zehntägigen Lohnanspruch zu begründen. Eine Verpflichtung, ſeine Begleiter Sachen trugen, fragte er, wo dieselben gestohlen dafür sorgen, daß diese Thatsachen in den Kreisen ihrer Kollegen dem Kläger Arbeit ins Haus zu senden, sei der Beklagte nach achtete dieser nicht darauf, sondern gab dem Bogen einen Stoß, seien. Fleischer klärte dem Wächter die Situation auf, doch gebührend beleuchtet werden. Dann dürfte es auch in diesen dem Ergebniß der Beweiserhebung nicht eingegangen. Aus Arbeiterregionen allmälig heller werden. diesen Gründen sei Kläger abzuweisen. daß derselbe auf den Straßendamm taumelte und beinahe den Eine Schneiderin flagt auf Zahlung von 2,50 M. rück- Regulator fallen gelassen hätte. Diese unqualifizirbare Handständigen Lohn gegen ihre ehemaligen Arbeitgeber. Diese sind lungsweise veranlaßte einen vorübergehenden Augenzeugen, den zum Termin nicht erschienen. Ihr Ausbleiben bewog den Tischler Neumann, dem Wächter Vorhaltungen zu machen; da Gerichtshof zu ihrer Verurtheilung; derfelbe nahm an, daß die fam er aber schön an, denn der nach den übereinstimmenden Be= Beklagten ihren in einem früheren Termin gemachten Einwand, kundungen der Angeklagten stark betrunkene Wächter lief dem sie seien um die 2,50 M. durch schlechte Arbeit der Klägerin dann lief der Nachtwächter mit gezogenem Säbel hin und her und Neumann nach und stieß denselben auf eine Treppe nieder. Als Rammer VI. Sigung vom 27. April. Der Kellner 2. flagt gegen die G.'schen Eheleute auf 99 M. Lohnentschädigung geschädigt worden, fallen gelassen hätten. stieß dabei auch einen Bauarbeiter vor die Brust. Dieser versette wegen unrechtmäßiger Entlassung. 2. war am 28. Januar frank Der antisemitische Agitator Hans von Mosch wurde dem Wächter aber eine so fräftige Ohrfeige, daß Hildebrandt zu Boden geworden und hatte den Beklagten, bei welchen er arbeitete, einen am Donnerstag von der Anklage wegen Aufreizung zum Klassen- stürzte. Eine Anzahl Leute, welche sich mittlerweile angesammelt Vertreter gestellt. Als er am 5. März, gesundet wieder, bei G.'s haß nach§ 130 Strafgesetzbuchs vom Landgericht Schneidemühl hatte und über das Treiben des Wächters aufs höchste empört seinen Dienst antreten wollte, wurde ihm dies mit dem Bemerken freigesprochen, weil bei den widersprechenden Zeugenaussagen der waren, prügelten ihn durch, um nach gethaner Arbeit ihrer Wege verweigert, daß seine Stellung besetzt sei. Die Beklagten wandten Wortlaut des inkriminirten Sages sich nicht genau feststellen ließ zu gehen. Nur Fleischer und die übrigen Angeklagten, welche in im Termin ein, 2. fei mit täglicher Kündigung und weil, falls der betr. Sah wirklich im Sinne der Anklage beträchtlicher Entfernung stehen geblieben waren und den Vorfall engagirt worden; Herr G. gab aber von Dornherein gelautet habe, der zur Bestrafung erforderliche Dolus nach An- verfolgt hatten, ergriffen nicht die Flucht. Als nun Hildebrandt dem Kläger dabei gefagt zu haben, derselbe mögel ficht des Gerichtshofes fehlt. sich aufgerafft hatte, stürmte er wüthend auf Fleischer zu und wenn er eben Gerichts- Beitung. Gewerbegericht. Ein Arbeiter wurde mit seiner Klage auf Lohnentschädigung abgewiesen, weil das Gericht dem Beklagten glaubte, daß diesem der Kläger bewußt 10 Ueberstunden zu viel angegeben habe, um sich einen Vermögensvortheil zu verschaffen. Dies sei ein geseglicher Entlassungsgrund, denn es fomme einem Betrugsversuch gleich. Daß der beabsichtigte Betrug nicht gelang, tomme nicht in betracht. Rammer I. Borsitzender: Assessor Hellwig. Sihung vom 2. Mai. Der Nachtwächter Hildebrandt in Nixdorf. In der letzten Sitzung des Rixdorfer Schöffengerichts hatten sich der Gärtner Joh. Friedrich Fleischer, der Möbelpolirer Albert Beckmann, sowie die Tischler Hermann Bogen, Albert Wollschläger und gemeinschaftlicher Körperverlegung des Nachtwächters Albert und Emil Neumann wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt wer ihn vermöbelt, betrunken bestritt aber, schlug diesem mit dem Säbel die Lampe aus der Hand, worauf| Betreffenden nach sich ziehen könnte, nehmen wir ja nicht an, I werden solle; wenn der erste Schuß nicht träfe, würde der zweite bestimmt die Brust treffen. Eine Person, ein streifender Schuher die gange Gesellschaft verhaften wollte. Nachdem man sich trotzdem ist es angebracht, davon Notiz zu nehmen. der Fleischer'schen Sachen entlebigt hatte, begaben sich Fleischer Das Schuhmacher Streiffomitee in Burg ersucht uns, macher, welcher im Verdacht steht, den Brief geschrieben zu haben, und Neumann zu einem in der Nähe wohnenden Genbarm, um mitzutheilen, daß alle Briefe und Anfragen an Wilhelm ist bereits verhaftet worden. Ein aufgeklärter Arbeiter tai, Hildebrandt zur Anzeige zu bringen. Hildebrandt begleitete jedoch Vogt, unterm Hagen, Förster's Restauration, alle Geld- wenn diese Nachricht überhaupt wahr ist, wohl kaum eine solaj Beide und denunzirte diefelben als diejenigen, die ihn übergrenzenlose Dummheit begangen haben. fallen und mißhandelt hätten. In der Hauptverhand- sendungen an Derogowsky, ebendaselbst, zu richten sind. Ein eigenthümliches Ereignis fo schreibt das Boltslung vermochte Hildebrandt jedoch Hildebrandt jedoch nicht zu bekunden, Die Provokation der Reichenberger Fabrikanten, die blatt für Anhalt"- hält seit Freitag früh die Gerther der gewesen darin bestand, daß durch einen Erlaß bekannt gegeben wurde, Bernburger Arbeiter in Bewegung. An diesem Tage er zu fein, obwohl er zugab, auch an jenem Abend beim Dienst Jeder, der den 1. Mai feiere, werde entlaffen, hat bereits ihre hielten sämmtliche Arbeiter der Chromfabrik, die sich noch in antritt wie immer"-Schnaps getrunken zu haben. Ein Früchte getragen. 20 Fabriken in und um Reichenberg stehen einem Militäroerhältniß befinden, ihre Entlassung. Geber hunder i als Zeuge vernommener Gendarm bekundet, daß er den Wächter bereits still, da die Arbeiter an der Freigabe des 1. Mai fest sollen hiervon betroffen sein. An stelle der Entlassenen hat man gleichfalls für betrunken gehalten habe, während ein zweiter hielten. Eine Anzahl anderer dürfte folgen, ein größerer Streit theils nette Arbeiter, die nicht oder nicht mehr militärpflichtig Gendarm nur anzugeben vermochte, daß er gehört habe, Hilde steht bevor. Die Streitbewegung in Grottau bei brandt sei am Tage öfters betrunken. Der Amtsanwalt felbft Reichenberg hat einen günstigen Berlauf genommen. Baron beantragte auf grund des Ergebnisses der Beweisaufnahme die Seitenberger, Präsident des Verbandes der Industriellen, welcher tostenlose Freisprechung sämmtlicher Angeklagten, auf welche der in Grottau und Umgebung sirka 2000 Arbeiter beschäftigt, bat Gerichtshof auch ertaunte.- Wunderbar aber bleibt es, daß den 1. Mai freigegeben. Biele andere Industrielle folgten seinem Hildebrandt trop verschiedener ähnlicher Vorfälle noch immer Beispiele, Großen Eindruck auf die Fabrikanten machte eine statt. von der Gemeinde Nigdorf als Nachtwächter angestellt ist. gehabte imposante Demonstrations- Bersammlung. " Soziale Ltebersicht. = native gestellt, entweder in der Chromfabrit roeiter zu arbeiten sind, eingestellt, theils Arbeiter anderer Betriebe vor die Alteroder die Arbeit zu quittiren. Bekanntlich hatte sich bei der legten Militärrekrutirung herausgestellt, daß sämmtliche Retruten, die in der Chromfabrik gearbeitet, militärdienst- untauglich waren. Ob nun diese Maßregel auf eine Initiative der Militärbehörde zurückzuführen ist, oder ob es sich lediglich darum handelt, den Der vierte Kongreß aller im Barbier, Friseur Beweis aus der Welt zu schaffen, daß die Chromfabrik eines der Ind Perrüdenmachergewerbe beschäftigten ungesundesten Etablissements ist, ist gleichgiltig. Auf jeden Fall Personen findet am 28. und 29. Mai d. J. in beweist dies Borkommniß, daß der Arbeiter nur für den Kapis Berlin im Restaurant Bühler, Rosenthaler talismus und für den Militarismus auf der Welt ist und für iung, Tabakarbeiter! Saynau i. Echt. Schon straße 88, statt. Etwaige Anträge erfuchen wir schleunigst beide als ein willenloses Werkzeug gilt. 8 Wochen dauert der Ausschluß der Zabalarbeiter der Firma bis spätestens den 9. Mai an den Unterzeichneten einzusenden. Zum Submissionswefen. Die Dortmunder Maler F. Leopold. Unterzeichneter hatte sich schriftlich an Herrn Später einlaufende Anträge können eine Berücksichtigung nicht innung hat dem dortigen Magistrat den Vorschlag gemacht, daß geopold gewandt, um zu unterhandeln. Der Herr hat es beanspruchen. Des Weiteren ersuchen wir noch, dem Unter- nach einem von tüchtigen Meistern mit Genehmigung der Ver aber nicht für nöthig befunden zu antworten. Der Wertmeister zeichneten die Namen der Delegirten resp. der Referenten für die waltung aufgestellten Breistourant alljährlich alle städtischen e nach einem von tüchtigen Meistern mit Genehmigung der Wer arbeitet mit einer Unzabl Lehrlinge, womit es auf die Dauer Anträge bis zum obigen Termin mitzutheilen. Denjenigen beiten ausgeschrieben werden und daß alle Submittenden unvenicht gehen kann. Soviel wir erfahren, ist in 8 verschiedenen Städten und Zweigvereinen, welche aus irgend einem Grunde rücksichtigt bleiben sollen, welche mehr als 10 pet. auf de ab Blättern annoncirt worden, so z. B. in Pirna, in Franken- Delegirte zum vierten Kongreß nicht entfenden können, wohl aber bieten, also in diesen 20 pCt. soll sich die Konkurrenz bewegen. rücksichtigt bleiben sollen, welche mehr als 10 pet. auf de ab berg i. S., wo Bigarrenmacher mit Wickelmacher gesucht werden daselbst vertreten sein möchten, erbieten sich die Berliner Die Junung erbietet sich weiter, 2-4 Meister unentgeltlich zur weil sich bie stonkurrens bewege:. bei hohen Löhnen für Saynau i Echt., Rollerlohn 4- 6,50 M., Kollegen, geeignete Sträfte zur Uebernahme eines Mandats Berfügung zu stellen, welche die Arbeiten fontrolliren. Der Refe Wickelmacher 2-8 M. Ich erhielt zwei folcher Gesuche zu zur Verfügung zu stellen. Es werden dieserhalb die Städte, rent des Magistrats stimmte nur insoweit der Eingabe zu, als Berliner Rollegen mit ihrer Vertretung größere Neubauten ausgeschrieben werden sollen, sonst beschloß gefandt und begab mich damit zu dem Wertmeister der Firma, welche einen mit gebeten, sich zeigte ihm die Annonce vor mit dem Hinweis, daß die hier an- betrauen wollen, Vorsitzenden man Uebergang zur Tagesordnung. Entspricht der obige Boc gegebenen Löhne ganz dieselben sind, die früber gezahlt wurden, des Zweigvereins Berlin, Kollegen F. Steczniewsky, Neue Schön- fchlag auch nicht unseren Wünschen bezüglich des Submifpensmithin der Aufnahme der Arbeit nichts im Wege stebe. Darauf hauferstraße 5, Berlin C, unverzüglich in Verbindung zu setzen, wesens, denn diese laufen eben auf vollständige Beseitigung b bekam ich die Erklärung, daß Herr Leopold keinen der Aus- sowie demfelben die Zahl und Namen der bereits gewählten selben hinaus, so bedeutete er doch eine wesentliche Abilderung gesperrten mehr in Arbeit nehme. Die Oppelner Rollegen Delegirten rechtzeitig anzumelden, um es zu ermöglichen, geeignete des Unweseus. Jedoch auch diese ging der Bourgeoisvertretung gaben uns die Zusicherung, daß Herr Leopold in Oppeln Unterkunft für die Delegirten während der Kongreßzeit zu bemit dem Annonciren fein Glück haben wird, da die dortigen schaffen. Zabalarbeiter die Interessen ihrer Kollegen zu wahren wissen. Kollegen, wir erwarten von Euch, daß Ihr mit ganzer Kraft dafür eintreten werdet, daß sich kein Zigarrenarbeiter und Wickelmacher findet, die den Lockungen der Firma Gehör schenken und dadurch den hiesigen Tabafarbeitern den Kampf erschweren. Bis jetzt haben wir derartige Elemente noch nicht zu verzeichnen, erwarten auch in Zukunft, daß sich feine Streitbrecher finden mögen. Zabalarbeiter! Wir ersuchen Euch gleichfalls uns auch materiell zu unterstüßen. Bis dato sind noch 38, davon 27 noch nicht vollberechtigte Mitglieder, welche durch freiwillige Beiträge unterstützt werden müssen. Laßt derartige Vorwürfe: warum find dieselben nicht früher dem Verein beigetreten? bei Seite, wir müssen mit den Verhältnissen rechnen, und nicht wie es sein tönnte und müßte. Zabalarbeiter Deutschlands! Bethätigt Guer Solidaritätsgefühl gegenüber den hiesigen Zabalarbeitern in ihrem schweren Kampfe, diefelben werden in ähnlichen Fällen ihre Schuldigteit auch voll und ganz thun. Vor allem ist der Zuzug nach Haynau i. Schl. auf das strengste fern zu halten. J. A.: S. Stolz, Haynau i. Schl., Bahnhofstr. 241a. Sämmtliche Arbeiterblätter werden um Abdruck ersucht. An alle Arbeiter Deutschlands! Genossen! 70 Schmiede befinden sich im Ausstand. Sie verlangen ein menfchenwürdiges Dasein, das ihnen von ihren Arbeitgebern beharrlich verweigert wird. Genossen! zeigt, daß Ihr mit uns solidarisch denkt, indem ihr jeden Zuzug fernhaltet; noch ist es nicht abzusehen, wann unsere Bewegung beendet ist und Hilfe ist nothwendig, darum gedenkt Eurer kämpfenden Brüder in Bcemen. Die Streit Kommission. J. A.: H. Wie chmann, Bremen, Friesenstr. 48. Alle Zuſchriften und Geldsendungen sind an obige Adresse zu richten. Achtung, Brauerei- Arbeiter! Da infolge der in den einzelnen Brauereien bezügl. der Maifeier zwischen den Böttchern und den Direktionen entstandenen Streitigkeiten die Brauerei- Arbeiter die Arbeit der vorläufig aus gesperrten Böttcher verrichten, fordern wir sämmtliche Rollegen in den Brauereien auf, diese Arbeiten nicht zu übernehmen, um ben Forderungen der Böttcher nicht hinderlich zu sein. Die Agitations Rommission der Brauerei Arbeiter Berlin 3. " Die provisorische Tagesordnung lautet: I. Eröffnung des Kongresses. dem a) Wahl eines provisorischen Bureaus. b) Mandatsprüfung. c) Wahl eines definitiven Bureaus. d) Feststellung der Geschäftsordnung. II. Bericht der Delegirten über die Lage der Gehilfen. III. Organisation der Angehörigen des Barbier, Friseur- und Perrückenmacher- Gewerbes. a) Bericht des Vorstandes des Verbandes deutscher Barbiere, Friseure und Berrückenmacher. b) Anträge zur Organisation. c) Statutenberathung. IV. Agitation. V. Bresse. VI. Lohn und Arbeitsverhältnisse. a) Regelung der Lohnverhältnisse. b) Regelung der Arbeitszeit. Vll. Sonntagsruhe. Vill. Unterstützungs-, Bildungs-, Herbergswesen. IX. Lehrlingswesen. X. Einrichtungen der Meisterorganisationen für die Gehilfen: Atteft und Legitimationsbücher, Geschäftslokal- Ordnungen, Arbeitsnachweise, Fachschulen 2c. 2c. XI. Rrankenkassen. werden können. XII. Anträge, welche unter vorstehende Punkte nicht eingeschaltet Der Vorstand des Verbandes deutscher Barbiere, Friseure und Perrückenmacher. = ju weit. Vom Kriegsschauplahe des Klaffenkampfes. Wie bürgerliche Blätter von der russischen Grenze berichten, hätte die Hal tung() des nach dem Streifgebiet gesandten russischen Militäc3 hauptsächlich dazu beigetragen, daß die Wogen des Streiks jich so schnell geglättet. Uns würde es gewundert haben, wenr. e3 anders gekommen wäre; denn wozu hat man Militär? Versammlungen. Berliner Gewerkschafts- Kommission. Oeffentliche Versammlung der Delegirten vom 2. Mai im Lofal von Ehrenberg, Annenstr. 16. Tagesordnung roar: 1. die AusSperrung der Schuhmacher in Burg bei Magdeburg; 2. der internationale Bergarbeiter Rongreß in Berlin; 3. die weitere Thätigkeit des Gewerkschaftsbureaus in der Rosenstr. 28; 4. Gevertschaftliches. Den Situationsbericht über die Aussperrung der Schuhmacher in Burg erstattete Schuhmacher Fleischer. Vor zirka vier Wochen ist in der Schuhwaaren- Fabrit von Konrad Tad u. Kom p. in Burg ein Streit ausgebrochen, dessen Ursache in der ungerechtfertigten Entlassung einer Arbeiterin( Frau Schmuger) zu suchen ist. Gründe für deren Entlassung anzugeben, weigerte sich der Fabrikant einer gewählten Kommission gegen über; inzwischen hat Herr Tad resp. sein Direktor Entlassung sei infolge agitatorischer Thätigkeit für den Verein 8 weig durch bürgerliche Zeitungen erklären lassen, ihre betreffenden Arbeiterin nicht rückgängig gemacht wurde, im deutscher Schuhmacher" gerechtfertigt. Da die Kündigung der Gegentheil noch weitere Kollegen davon betroffen werden sollten, J. A.: P. Heidmann, Hamburg, Pferdemarkt 40 II. so kündigten sie sämmtlich sofort ihr Arbeitsverhältniß. Herr Ueber den Bergarbeiter Ausstand in Pennsylvanien Zac berief im Geheimen eine Versammlung der Fabrikanten schreibt man uns aus New York unterm 24. April: Nach nach dem Hotel Roland ein und wußte diese zu bestimmen, bei den Mittheilungen des Präsidenten des Bergarbeiter- Verbandes einer Konventionalstrafe von 3000 Mart auch ihren Arbeitern haben sich bisher am Generalstreit ca. 127 000 Arbeiter be- zu fündigen. Diese Kündigungsfrist wäre gerade am Pfingst theiligt, und zwar vertheilen diefelben sich auf die Staaten: fonnabend, wo die Saisonarbeit zu Ende ist, abgelaufen. Als Antwort Bennsylvanien 50 000, Illinois 27 600, Ohio 26 000, Alabama hierauf legten fofort alle in Schuhfabriten beschäftigten Arbeiter, ( wo schon ein Streit wegen Lohnreduktion im Gange war) 8000, sirka 800 Personen, die Arbeit nieder. Die Schuhfabrikanten Indiana 5000, Tennessee und Kentucky 5000, Indianer- fuchen nunmehr alle übrigen Fabrikinhaber dahin zu beeinflussen, Territorium 2000, West- Virginia 2000, Jowa 1800, Michigan 300. Die Familienangehörigen der Streifenden sammt und sonders zu In einer zu Scottdale im pennsylv. Coferevier stattgehabten entlassen, um ihnen auf diese Weise ihre Hilfsquellen zu verstopfen. Delegatenkonferenz, auf der sämmtliche Werke vertreten waren, Somit stehen sämmtliche Arbeiter Burgs vor einer allgemeinen Auss wurde einstimmig die Betheiligung am Streit beschloffen. sperrung. Fleischer verlas weiter einen Brief des jezigen Direktors Genosse Geßner, welcher auf einer Agitationstour mehrere der Ta d'fchen Fabrit, Herrn 8 weig, im Burger, General- Ans Rohlendistrikte Ohio's besuchte, schreibt über die Situation u. a.: zeiger" vom 29. April, worin er bestreitet, daß ihn die Schuld Diese Leute müssen streifen; denn sie können einfach mit dem am Streit treffe, und diese vielmehr auf die fremden Hezer" Lohne nicht leben, den sie bei der Rate von 50 Cents per Tonne er abwälzt. Herr Zweig fucht ferner darin den Nachweis zu führen, balten. Familienväter mit 6 und 7 Kindern verdienen im Hocking daß die Arbeiter feine guten Absichten(?) vollständig verkannten Balley und im Sunday Greet Valley 40 Gents den Tag, und seinen geplanten Wohlfahrtseinrichtungen mit Mißtrauen und ich kann Ihnen aus den offiziellen Angaben der Arbeitgeber begegneten. Wie ihm( Fleischer) jedoch von den Ausgesperrten zeigen, daß Leute seit Monaten im Durchschnitt weniger als berichtet worden sei, sind die Arbeitsverhältnisse in der Fabrit 50 Cents per Tag verdient haben. Sie müssen statt des Geldes von Tack früher, ehe Herr Zweig ihr Direttor wurde, er. Zunächst war sein Bestreben darauf Anweisungen annehmen, und wenn diese in Baar umgelöst träglichere gewesen. werden, so büßen sie 10 bis 20 pCt. ein. In den Truck- Stores gerichtet, die dem Schuhmacher- Berband" angehörigen Arbeiter werden ihnen 40-60 pt. mehr gerechnet, als dieselben Waaren aus der Fabrit zu entfernen. Die Arbeiterinnen suchte er für Der Streit der Bergarbeiter im Ellbogen Falte fosten würden, wenn sie von Pittsburg auf eine Entfernung von sich zu gewinnen; er ging mit der Absicht um, für sie einen nauer Revier dauert fort. Die Gewertbesitzer unter- 200 Meilen bezogen und die Fracht darauf bezahlt würde. Unterstützungsverein" zu gründen, wozu der Fabritant einen be= Agen sich gegenseitig durch Kohlenlieferungen, wie in diesem Während ihr Lohn von 70 auf 50 Cents beschnitten wurde, trächtlichen Bufchuß geben, dafür aber auch die Zeitung in Streit wieder zu bemerken ist. Bereits find fünf Extrazüge foften Del, Bulver und Zunder, die sie im Truck- Store faufen Händen haben wollte, jedenfalls um sich die Vereinsmitglieder Kohlen von Dur, Brüg und Seestadtl angekommen. Für die müssen, gerade so viel wie vor der Reduktion. Sie essen trockenes für den Fall einer Arbeitsniederlegung zu erhalten, die faun Aufrechterhaltung der öffentlichen Ruhe und Ordnung sorgen Brot, und ganze Familien haben wochenlang fein Fleisch ge- ausbleiben konnte, da Herr Zweig bemüht war, fchiesische" Lohn100 Gendarmen. Sie haben nichts zu thun, und wenn sie fostet." Dazu schreibt der Vorwärts":" Daß eine solche Lage und Arbeitsverhältnisse einzuführen. Lediglich die Mittheilung nicht Unruhe provoziren, können sie auch weiterhin in den Gaft die Arbeiter zu Verzweiflungstämpfen treibt, ist begreiflich, daß dieses Vorhabens des Herrn Zweig an den Verein deutscher häusern Karten spielen. die Bergarbeiter in jedem Versuch, sich erträgliche Eristenz Schuhmacher" bildete den Grund zur Entlassung obengenannter Weiter wird der Wiener Arbeiter- Zeitung" aus dem Streif- bedingungen zu erringen, die Sympathie und Unterstützung aller Arbeiterin und zur weiteren Ausdehnung der Arbeitsi.iederlegung gebiete noch geschrieben: Der Ausnahmszustand in Falkenau, solidarisch fühlenden Arbeiter verdienen, ist selbstverständlich. Aber und Aussperrung. Zur Unterstützung der ca. 800 Ausstär.digen der ohne jegliche Sanktion von oben durch Herrn Amtsleiter gerade als ehrliche Freunde und Brüder der Bergarbeiter sind mit 440 Kindern sind wöchentlich mindestens 4000 M. röthig. Schmiedt über den ganzen Bezirk verhängt wurde, ist viel furcht- wir verflichtet, dagegen zu protestiren, daß ihre Führer einen Fleischer appellitte zum Schluß an das Solidaritätsg.fühl barer als der Prager. Jede Versammlung wird verboten. Im Rampf von so zweifelhaften Aussichten als die legte und der Berliner Arbeiter und ersuchte um Sanktion und Ab. ganzen Bezirke darf überhaupt feine Versammlung stattfinden, einzige Soffnung der niedergedrückten Bergarbeiter dar stempelung ihrer Sammellisten durch da alle Bereins- und Volksversammlungen im vorhinein als stellen. Aufgabe der Sozialisten ist es, wo sie zu Bergarbeitern Bewertschafts- Kommission. Der Obmann des Ausschusses, verboten erklärt werden. Um auch die§ 2- Versammlungen sprechen können, ihnen zu zeigen, daß ihr Schicksal nicht von Franke und Goldschmied Faber erklärten, den Sachverhalt unmöglich zu machen, wurden fämmtliche Gastwirthe zur Be- dieser einen Karte abhängt, daß sie auch im Falle des Fehl der Aussperrung resp. des Streits in der öffentlichen Berfami.. zirkshauptmannschaft nach Falkenau vorgeladen, wo ihnen an- fchlags dieses Streits feinen Grund zum Verzagen haben, daß lung der Schuhmacher mit angehört zu haben. Der Ausschuß gedroht wurde, wenn sie ihre Lotale zu irgend einer Versamm die Arbeiter eine andere und wirksamere Waffe gegen die Unter- hielt sich verpflichtet, dies umgehend der Delegirten- Versammlung lung hergeben, würde ihnen die Konzession entzogen. Sperrstunden brücker haben als den Streit, nämlich die politische Organisa- zu unterbreiten, und zwar noch vor dem Feit, da Tack in Berlin wurden eingeführt. Das Streifen ist überhaupt verboten worden. tion, daß sie mit dieser Waffe nicht nur vorübergehende Erleich fünf und auch in anderen Städten Ladengeschäfte besitzt. Nach. G3 regnet förmlich Kundmachungen. Beinahe an jedem Hause, terung ihrer Lage, sondern die endgiltige Befreiung von jedem dem Tack nach allen Städten Deutschlands schwarze Liften" ver an jedem Schlachtgebäude kleben Kundmachungen, Streit Druck erringen fönnen."- Und da auf der stattgehabten Kon- fandte und Berliner Fabrikanten nachweislich sich auf die Seite verbote 2c. Dagegen sind die Kasinoverſammlungen der Unter- vention des Bergarbeiter- Verbandes, welche den Generalstreit der Burger Fabrikanten stellen, erhalte der Streit auch große nehmer, wo sie berathen, wie sie den Arbeitern entgegentreten, beschloß, auch einstimmig der Eintritt in die unabhängige poli- Bedeutung für die Berliner Arbeiterschaft. Schuhmacher Pietka erlaubt. Sie werden nicht mit Gendarmerie auseinander ge- tische Aktion beschlossen wurde, so wird es wohl auch nicht bei( früher in Burg) bemerkt, daß die kursirenden schwarzen Listen" trieben. Ob mit solchen Maßregeln, die angesichts der muster der Vertröstung des Präsidenten Me Bride bleiben, daß, wenn besondere Zeichen für„ Rädelsführer" enthalten; fein haften Ruhe der Streifenden vollständig überflüffig find, auch der Streit mißlinge, derselbe bei der nächsten günstigen Ge- jeßiger Arbeitgeber habe ihm dies mitgetheilt, fehre etwas geholfen ist, überlassen wir besonnenen Leuten zur Belegenheit wieder aufgenommen werde. sich jedoch in feiner Weise an dieselben.( Bravo.) urtheilung. übrigen bestätigte er die Ausführungen seines Kollegen Buchdrucker Massini begründete folgende leischer. Resolution mit dem Hinweis, daß wo es sich um Zerstörung der Arbeiterorganisation handele, schnelles und geschlossenes Vors gehen aller Arbeiter nothwendig ist; dieselbe lautet: Die Berliner Gewerkschaften erklären ihre volle Sympathie den ansJu der Buchdruckerei unseres Stuttgarter Genoffen J. H. M. Diet( Verlag der Tagwacht"), ist vom 1. Mai er. ab der a cht stündige Arbeitstag in Geltung gefommen. Außerdem erhält das etwa 100 Röpfe zählende Personal jährlich acht Tage Ferien. Für diejenigen Unternehmer, welche bei jeder passenden und unpaffenden Gelegenheit ihre Arbeiterfreundlichkeit" heraushängen, ist dies ein nachahmungswerthes Beispiel. " H " Die Streifenden harren muthig aus, doch ist Unterstützung Erhebungen über die Lage des Kleingewerbes werden nothwendig. gegenwärtig seitens der Nürnberger Genossen angestellt. Das gewonnene Resultat dürfte jedenfalls geeignet sein, manchem 15 Bäckermeister von Bant und Wilhelmshaven Bertreter des goldenen Handwerks" die Augen zu öffnen über haben in den bortigen Tagesblättern die Erklärung veröffenlicht, den Berfall des Kleinbetriebes und den Untergang desselben. baß allen Gehilfen, die dem deutschen Bäckerverbande beigetreten find, die Entlassung bevorstehe und daß ihnen das Jnnungs- Ein Dummerjungenstreich. Ein bürgerliches Blatt in ständigen Schuhmachern in Burg und verpflichten sich, dieselben arbeitsbuch, genannt Germania- Verbandspapiere, abgenommen Burg schreibt: Der Schuhwaaren- Fabritant Herr Tack hier- moralisch und materiell sofort und solange zu unterstützen, bis werden soll. Daß die Berrufserklärung und Nöthigung, also ein selbst hat heute einen Drohbrief erhalten, des Jubalts, daß fo- der Sieg der Ausständigen herbeigeführt ist. Der Ausschuß der Berstoß gegen§ 153 der Gewerbeordnung eine Berfolgung der wohl er wie der Direktor Zweig erschossen bezw. erdolcht Gewerkschafts- Kommission wird beauftragt, ihre Sammellisten " abzustempeln.' Schäftearbeiter Köhler hält es ebenfalls für nothwendig, daß alle Kraft angewendet wird, den Arbeitern Burgs zum Siege zu verhelfen. Die Erwerbsverhältnisse aller Branchen seien erbärmlich, der Druck des Kapitals und der Be- Hörden ungeheuer. Seit 1ö Jahren besitzen sie kein Versamm- lungslokal. Trotzdem Berliner Fabrikanten, wie Fürstenheim:c. auf Tack als Schmutzkonkurrenten verwiesen, suchen sie ihn jetzt in jeder Beziehung zu stützen. Wie Kraus e mittheilte, war Tack der Erste, der bei einem früheren Streik in Burg den Ring brach, dennoch lassen sich jetzt die kleinen Fabrikanten von ihm an der Nase herumführen. Tischler M i l l a r g bemängelt, daß die Berliner Schuhmacher ihren Streik noch nicht abgerechnet haben, wodurch bei Ausgabe neuer Listen Unregelmäßigkeiten ent- stehen können. Seine Gewerkschaft könne infolge des Wiener Tischlerstreiks für die Schuhmacher Burgs nichts thun; doch räth er den Schuhmachern, die Arbeiterblätter aufzufordern, daß sie die Angelegenheit den Arbeitern aller Städte, wo Tack Geschäft« besitzt, bekannt geben. Hierfür erklärten sich auch H e r g t(Wäsche-Arbeiter), Karbo wicz(Kupferschmied) und weitere Delegirte. Die Resolution Massini's fand fast einstimmige Annahme. Faber befürwortete den Boykott der Tack'schen Geschäfte, allerdings müßten die Delegirten in ihren Gewerkschasten dafür sorgen, daß die Beschlüsse der Gewerkschaftskommission mehr respektirt wür- den. Rüther(Uhrmacher) bestritt der Kommission das Recht, einen Boykott auszusprechen, dazu sei nur eine eigens dazu ein- bernsene Volksversammlung konipetent. Der„Fall Lubasch" beweise, daß sich die große Masse der arbeitenden Klassen leider nicht an derartige Beschlüsse kehre. Schließlich fand folgender Antrag Millarg's Annahme:„Die Schuhmacher aufzufordern, die sämmtlichen Geschäfte der Firma Tack in allen Städten bekannt zu geben, um dadurch die Sympathie der Arbeiter für die Ausständigen zn dokumentiren."— In Berlin besitzt Herr Tack fünf große Geschäfte: Dresdenerstraße 129, Rosenthaler- straße 14, Potsdamerstraße v7/ö8, Andreasstraße 50 und Oranien- siraße 95 und viele Abnehmer seiner Waare unter den Händlern, die noch später bekannt gegeben werden sollen. Die Verlesung der Präsenzliste ergab die Anwesenheit von 94 Delegirten; ohne Entschuldigung fehlte der Delegirte der Bäcker. Köche, Möbeltransport-Arbeiter, Kaufleute, Zimmerer, Dach- decker(permanent), Glaser, Firmenschilderbranche, Schirmmacher, Tischler(Kühn permanent), chirurgischen Jnstrumentenmacher, Holzbearbeitungsmaschinen-Arbeiter und Stereotypenre. In Zu- kunft soll an Stelle der dreimal Fehlenden bei ihren resp. Ge- werkschaften Neuwahl beantragt werden. Zum 2. Punkt der Tagesordnung theilt Franke mit, daß vom 14.— 18. Mai in den„Konkordiasälen" ein inter- nationaler Beraarbeiter-Kongreß statisindet, zu dem aus Ersuchen der deutschen Bergarbeiter der Ausschuß der Gewerkschafts-Kom- Mission hereits vor 19 Wochen die nölhigen Vorarbeiten über- nommen habe. Der Ausschuß hielt sich hierzu für verpflichtet und hat die Bewilligung resp. die Zustimmung zu den Kosten hierzu seitens der Gewerkschafts-Kommission nicht früher nach- gesucht, weil er derselben sicher war. M i l l a r g forderte die Delegirten auf, sich dem Kongreß als Hilfskräfte zur Verfügung zu stellen und zu diesem Zweck auf dem Gewerkschafts- bureau genaue Adresse und die Zeit, für welche sich Jemand erbietet, anzugehen. Bereits am 1. Pfingsttag, früh 8 Uhr. muß die nothwendige Hilfsmannschaft vollzählig am Platze sein; einzelne Delegirte treffen schon Sonnabend und Freitag ein. Ohne Diskussion wurde das Vorgehen des Ausschusses gutge- beiße». Ein längerer Redekampf entspann sich über den dritten Punkt der Tagesordnung. Das Gewerkschaftsbureau hat, wie viele Redner betonten, einen Charakter angenommen, wie er ihm bei seiner Gründung nicht zugedacht war. Die große Zahl der Nnthsuchenden(in einem Monat weit über 700 Personen) ließ die Frage aufkommen, ob es so weiter gehen könne oder nicht. Die Bearbeitung statistischen Materials und andere wichtige Fragen werden durch Anskunstertheilung an zumeist unorgani- sirte Personen vollständig vernachlässigt. Viele Gewerkschaften haben eigene Bureaus zur Ratbertheilung und beklagen sich, daß ihnen durch das Gewerkschaftsbureau in der Rosenstraße der Einfluß aus die unorganisirten Stollegen vollständig entzogen wird. Da der Beamte auch Zeit für weitere Angelegenheiten behalten muß, so hielten mehrere Delegirte entweder die Ver- kürzung der Bureaustunden oder die Anstellung eines zweiten Beamten für nothwendig. M i l l a r g entschied sich dafür, un- organisirten Arbeitern fürs Gewerbegericht:c. Schriftstücke nicht mehr anzufertigen, sondern sie an das Bureau ihrer Gewerk- schaft zu verweisen. Vergolder Späth findet gleichfalls die Leistung des Bureaus in keinem richtigen Verhältniß zu den Kosten. Wäsche-Arbeiter H e r g t und Hausdiener Polenz er- klärten sich gegen eine Zurückweisung unorganisirter Arbeiter, von der nur das Unternehmerthum Vortheil haben könne, Klavierarbeiter R i e d i g c r und Schuhmacher Krause verlangen weniger Rücksichtnahme auf die Indifferenten. da sie ja auch zu den Unkosten wenig oder nichts beitragen; ebenso äußerten sich Hilfsarbeiterin Frau Müller und Droschkenkutscher Schulz. Da das Ge- wcrbegericht jetzt tagsüber(nicht nur wie früher von 8—9 Uhr Vormittags) Klagen zu Protokoll nimmt, so wird auch das Ge- werkschaftsbureau hierdurch bedeutende Entlastung erfahren. Drechsler Dost war der Meinung, nur den des Schreibens Un- kundigen oder Krüppeln Schriftstücke aufzusetzen, aber auch die Unorganisirten nicht rundweg abzuweisen, da sie sonst erst recht im Jndifferentismus verharren würden. Als Kuriosum führte er nock, an, daß die Holzarbeiter, obgleich sie sich gegenüber dem Gewerkschaftsbureau ablehnend verhalten, deniioch das größte Kontingent der Rathsuchenden stellen. Der Bureauverwalter Faber rechnete der Versammlung eine von ihm zu absolvirende 18— l4stündige Arbeitszeit vor. Soll der eigentliche Zweck des Bureaus nicht durch die Auskunftertheilung illusorisch werden, dann müßten zum mindesten die Bureaustunden des Abends von 9—8 Uhr in Wegfall kommen. Die Vertretung vor den: Gewerbe- gericht ist ihm auf die Dauer gleichfalls unmöglich. Uhr- wacher Rät her sieht die Errichtung des Bureaus als einen Akt der Humanität den unorganisirten Arbeitern gegenüber an, dessen Erfolg jedoch nicht die Kosten aufwiegt. Vor allen Dingen ist der Einwurf berechtigt, daß viele gewerkliche Angelegenheiten wie Maßregelungen ic. dem Bureau der betreffenden Gewerk- schaft garnicht zur Kenntniß gelangen, weil sich viele Arbeiter Rath in der Rosenstraße und nicht bei ihren Berufskollegen holen. Auskunft in gewerbegerichtlichen Sache» zu geben, dazu sind auch die Gewerbegerichls-Beisitzer in derLage. Er bezeichne ohne jede Um- schreibung die Errichtung des Bureaus als einen Schritt ins Dunkle, nicht geeignet, die Gewerkschaftsbewegung zu fördern. Nur ein Theil der Gewerkschaften trägt die Lasten; bei den halbjährlichen Abrechnungen fehlen die Beiträge sehr vieler Gewerkschaften auf der Liste.— Schließlich gelangte ein Schlußantrag Massini's zur Annahme und wurde der Ausschuß beauftragt, das Ergebniß der Besprechung der nächsten Versammlung in Form eines Regle- ments vorzulegen. F a b e r gab bekannt. daß ihre Zustimmung zum Bureau bisher 58 Gewerkschaften gegeben haben, dagegen er- klärten sich 4 Gewerkschaften, die übrigen haben noch keinen Bescheid ertheilt.— 4. Punkt der Tagesordnung: Droschkenkutscher Schulz bedauerte das seiner Gewerkschaft gegenüber bewiesene geringe Solidaritätsgefühl anläßlich des Streiks der„Welßlackirten"; er habe von etlichen Delegirten Sammellisten zurückerhalten, ohne daß diese aufgewickelt, ge- schweige zur Vertheilung gebracht wurden. In der Debatte, an der sich Faber, Rüther und andere Delegirte betheiligten, wurde diese Saumseligkeit einzelner Gewerkschafts-Vertreter scharf getadelt, worauf folgende Resolution von Schulz zur An- nähme gelangte:„Die Delegirten der Gewerkschafts-Kommission verpflichten sich, in ihren Gewerkschaften dahin zu wirken, daß einer im Streik befindlichen Gewerkschaft, sobald ihr materielle Unterstützung zugesagt ist, ihr diese auch unverzüglich ausgezahlt wird und damit daS Wort„Schnelle Hilfe ist doppelte Hilfe" zur vollen Geltung zu bringen."— An stelle des Formers Bernitzky wurde Mechaniker Berg er in den geschäfts- 'ührenden Ausschuß gewählt. F a b e r ersuchte, die Ausrufe des Ausschusses mehr als es am 1. Mai der Fall war, zu beachten. Franke gab bekannt, daß alle den Ausschuß betreffenden Schreiben der schnelleren Erledigung wegen nicht an das Gewerkschafts- bureau, sondern an seine Adresse, Große Frankfurter- straße 73, Hof 1 Tr., zu richten sind. Ein Darlehnsgesuch des Delegirten der Hilfsarbeiter, Thal, wurde abgelehnt mit der Motivirung, daß die Gewerkschafts-Kommission zu diesem Zweck keine Mittel besitzt, sie demzufolge dazu nicht berechtigt ist, zu- mal auf einen Präzedenzfall sich alle anderen Arbeiter stützen könnten.— Böttcher W i n k e l m a n n macht die Mittheilung, daß der Brauerei-Ring ca. 300 Böttchergesellen wegen der Mai- feier ausgesperrt hat. Diese würden die Maßregelung jedenfalls mit einer Forderung auf Verkürzung der Arbeitszeit und Lohn- erhöhung beantworten, sie appelliren deshalb an die Unterstützung der gesammren Berliner Arbeiterschaft.(Beifall.) Den Schluß der Verhandlungen bildete eine Angelegenheit des Brauers Steiner gegenüber dem Direktor des„Münchener Brauhauses" Herrn Ahrens, der sich trotz des im Jahre 1890 gegebenen Versprechens, gemaßregelte Brauer einzustellen, entschieden weigert, Steiner zu beschäftigen. Letzterer will jeder Zeit beweisen, daß er nicht, wie Herr Ahrens behauptet, gegen dessen Brauerei agitirt habe. Nach längerer Debatte, rn der Brauer Gärtner und Drechsler D o st die Angaben Steiners betreffs Zusendung sogenannter „guter Freunde" seitens des Herbergswirthes an Herrn Ahrens bestätigten, was aber Brauerei-Hilssarbeiter Schneider be- stritl, gab Franke die Erklärung ab, daß, falls das Vorgehen der Vrauer-Agitationskommission nicht von Erfolg sein sollte, der Ausschuß der Gewerkschaftskommission die Sache in die Hand nehmen und Herrn Ahrens an sein Versprechen erinnern werde. Ueber die Aussperrung der Berliner Böttcher anläßlich der Maifeier verhandelte eine stark besuchte Böttcherversammlung, welche am Donnerstag Vormittag bei Heise, Lichtender gerstraße, tagte. Vor Eintritt in die Tagesordnung wurde festgestellr, daß die bürgerliche Presse, z. B. das„Berliner Tageblatt", die Stellungnahme der Böttcher zur Maifeier zum Gegenstand heftiger Angriffe gemacht hat. woraus sich schließen läßt, daß der„Ring" auch nach dieser Richtung hin agirl hat. Winter gab in großen Zügen ein Bild der gegenwärtigen Situation; die Aus- sperrung ist nicht auf die Brauereien beschränkt geblieben, auch die Böttchereien, die Gesäße für die Brauereien liefern, sind be- einflußl worden, die Arbeiter nicht vor Montag zur Arbeit zu- zulassen. Herr Rösicke hat außerdem verfügt, daß beim Wieder- eintritt in die Arbeit der Wohnungsgeldzuschuß bei Schultheiß in Fortfall kommt, auch behält er sich das Recht vor, gelegentlich „Musterung" unter seinen Arbeitern zu halten. Sonderbar muß es erscheinen, daß dieselben Brauereien, die angeblich nicht einen Tag, den I. Mai, ohne Böttcher fertig werden konnten, dieselben ohne weiteres vier Tage entbehren wollen. Man habe jetzt zu überlegen, so schließt der Referent, ob man die Provo- kation der Unternehmer stillschweigend über sich ergehen lassen wolle, oder ob die Böttcher, welche hier der angegriffene Theil seien, sich ihrer Haut wehren wollen.— Bnggen Hägen u. A. betonen unter dem lebhaften Beifall der Versammlung, daß von einer Aufnahme der Arbeit zu den alten Bedingungen nicht die Rede sein könne. Wenn sich die Böttcher in diesem Jahre nicht fest zeigen und den 1. Mai als Feiertag durchsetzen, habe man im nächsten Jahre wiederuin schwere Kämpfe dieser- halb zu bestehen. Es müffe nur dafür gesorgt werden, daß die Hilfsarbeiter, wie das schon in einigen Brauereien vorgekommen sei, nicht die Funktionen der Böttcher übernehmen resp. dazu an- gelernt werden.— Kollege N e u m a n n macht die Mittheilung, daß Kollegen außer bei Bötzow. Patzenhofer und Böhmisches Brauhaus auch in Spandauerberg und Borussia u. s. w. am 1. Mai gearbeitet haben, und beantragt, die anwesenden Kollegen dieser Betriebe bezüglich ihrer Stellungnahme zu einer eventuellen Lohnbewegung zu befragen. Das geschieht, wobei sich herausstellt, daß die Kollegen, eingedenk der großen Sache, nun- mehr entschlossen sind, mit denjenigen, die wegen der Maifeier gemaßregelt sind, sich solidarisch zu erklären.(Bravo!) Der einzige größere Betrieb, wo dies zweifelhaft ist, dürfte das Böhmische Brauhaus sein, wo durch das Akkordlohnsystem eine Gruppe von Leuten gezüchtet ist, die nicht ohne weiteres ihre „fetten Pfründen" im Stich lassen wird. Die Kollegen der Koch'schen Faßfabrik(Inhaber Lewy) gaben, soweit sie vertreten waren, die Erklärung ab, bei den kommenden Eventualiläten an der Seite der übrigen Kollegen zu stehen.— Die Vertreter der organisirten Brauer und Brauerei-Hilfsarbeiter versprachen, die Sache der Böttcher bei ihren Gewerkschaften nach Kräften zu unterstützen und Alles zu thun, um den Arbeitskollegen den Sieg zu erleichtern. Gegen den Eintritt in eine Lohnbewegung sprachen nur zwei Redner, indem sie befürworteten, dieselbe bis zu einem späteren Termin(1. resp. 15. Juli) zu verschieben. Dem wurde jedoch von allen Seiten widersprochen und bei der Abstimmung die Frage:„ob in eine Lohnbewegung eingetreten werden solle", mit allen gegen zwei Stimmen bejaht.— Man trat hierauf sofort in eine Berathungder an dieBrauereicn und Werkstätten zu richtenden Forderungen ein und forniulirte dieselben nach dem An- trage Schmidt im wesentlichen folgendermaßen: Im Brauerei- betriebe 30 M. Minimallohn; 9 stündige Arbeitszeit, Fortfall der Ueberstundenarbeit; Freigabe des 1. Mai als Feiertag; Entnahme sämmtlicher Arbeitskräste vom Arbeitsnachweis der organisirten Böttcher; beim Arbeiten in der Pichkolonne und bei Kellerarbeit pro Kopf täglich 50 Pf. Aufschlag.— In den Werk- statten: Stundenlohn 90 Pf., für die anderen Artikel 25 pCt. Lohnausschlag nach einem von der Lohnkommission auszuarbeiten- den spezialistrten Lohntarif: im übrigen die gleichen Forderungen wie bei den Brauereien. Es wurde sodann eine aus neun Per- sone» bestehende Lohnkommission gewählt, welche diese vor« genannten Forderungen den Unternehmern sofort zuzustellen hat. Die Älrbeit wird saut Beschluß der Versammlung nur im Münchener Brauhaus, falls dasselbe bis Mvutag bewilligt, und in den Betrieben ausgenommen, melche nicht der Bicrfaßbranche angehören; für die anderen Betriebe wurde Generalstreik proklainirt. Wie nntgctheilt wurde, sind schon am Mittwoch— entgegen den Beschlüssen des Ringes — in einzelnen Brauereien, so bei Oswald Berliner, die Böttcher zur Arbeit zugelassen.— Die Lohnkoinmission hat ihren Sitz bei Heise, Ltchtep.bergerstr. 2l. Die nächste Versammlnng findet am Montag statt. Mit brausendem Hoch schloß die von bestem Geiste beseelte Versammlung. Die Steinsetzer nnd VernfSgenossen hielten behufs Stellungnahme zur Jnnuugs-Krankenkaffe bezw. zur Auflösung derselben am 3. d. Mts. eine öffentliche Versammlung ab. Der neugeschaffene Jnnungs-Gesellenausschuß war hierzu eingeladen worden, glänzte jedoch durch Abwesenheit. Genosse A. Borchardt hielt einleitend einen Vortrag über Kraukenkaffen mit besonderer Berücksichtigung der Jnnungs-Krankenkaffe. In seinem Vortrage veranschaulichte Redner, daß die freien Hilfskassen gegenüber den Orls-Krankenkaffcn nach Lage der Verhältnisse sich nicht zu halten vermögen, daß eZ daher Pflicht der organisirten, klassenbewußten Arbeiter sei, sich den Orts-Krankenkassen zuzuwende», um die Verwaltung in ihre Hände zu bekommen. In Berlin sei ersrenlicher Weise die Thatsache zu konstatiren, daß die Orts- Krankenkassen fast ausnahmslos von den zielbewußten Arbeitern erobert worden seien. Der gute Kern des Krankenversichcrungs- Gesetzes werde aber auf alle mögliche Art und Weise wirkungslos zu machen gesucht. So gestatte der§ 73 die Er- richtung von Jnnungs-Krankenkassen, welche sich lediglich als Anhängsel der Innungen erweisen, in denen die Jnnungsmeisler schalten und walten nach eigenem Be- lieben und naturgemäß nicht im Interesse der Gesellen. Wenn auch im vorigen Jahre die Auflösung der Jnnunas- Krankenkasse, welche unter der meisterlichen Verwaltung eine Unterbilanz von 20 000 M. zu verzeichnen habe, abgelehnt worden fei. so hielt Referent doch aus Zweckmäßigkeitsgründen es für zeboten, der Jnnungs-Krankenkaffe das Lebenslicht auszublasen, indem durch die arbeiterfeindliche Verwaltung die Kranken am meisten zu leiden hätten. Da die Beiträge das höchste zulässige Maß erreicht hätten, glaubte der Referent, daß es den Gesellen in Uebereinstimmung mit den Jnnungsmeistern, eine Ueber- einstimmung, die allerdings auf den verschiedenartigsten Inter« essen basire, möglich sein würde, an Stelle der Jnnungs-Kranken« lasse eine Orts-Krankenkasse ins Leben zu rufen, deren Ver- waltung die Gesellen zu übernehme» hätten. Pflicht der Stein- etzer-Organisation sei es sogar, nach dieser Richtung hin zu wirken. A r l t hielt auch eine Orts-Krankenkasse nicht für lebens- ähig, erachtete vielmehr als einzigen Ausweg, die Jnnungs- Krankenkasse aufzulösen und in corpore einer anderen Orts« oder leistungsfähigen Freien Hilfskasse beizutreten. K n o l l be- fürmsrtete den Beitritt zur Meyer'schen Krankenkasse. Das Er- zebniß der weiteren Diskussion war die einstimmige Annahme folgender Resolutionen: 1. Die Versammlung beschließt, mit allen Mitteln dahin zu wirken, die Jnnungskasse zu Fall zu bringen und danach zu trachten, daß die Verwaltung jeder anderen Krankenkasse, welche etwa gebildet werden sollte, in die Hände der Kassenmitglieder kommt. 2. Die Versammlung der bei Steinsetzer- Jnnungsmeistern beschäftigten Arbeiter erblickt in dem Fernbleiben des von der Innung ernannten und zur Versammlung speziell eingeladenen Gesellenausschusses, daß derselbe von seinen übernommenen Ver- pflichtungen auch nicht den geringsten Schimmer hat. Da der- selbe überdies auch gegen den dirett ausgesprochenen Willen der betreffenden Arbeiterschaft zu stände gekommen ist, so spricht die Versammlung diesem Gesellenausschuffe von Neuem das Recht und auch die Fähigkeit ab, sich als Vertreter der Arbeiterschaft auszugeben. Das Versammlungsbureau wurde beauftragt, die zweite Resolution dem Gesellenansschusse zu übermitteln, sowie die er- forderlichen Schritte zur Auflösung der Jnnungs-Krankenkaffe zu veranlassen. Eingelaufene! Druckschristen. Unter Meter RubrN zeigen wir sämmtltche der Redallion zugehende literarische Neutgleiten an. Wir bitten unsere Leser die Nennung der Schrillen nicht als Empfehlung der Redaltidn, sondern lediglich als Empfangsbestätigung aufzufassen. Blas über diejenigen Erscheinungen, welche im Interesse unserer Leser oder aus politischen Gründen besprochen werden müssen, veröffentlichen wir, soweit dies der Raum unseres Blaues zuläßt,«rtttten. Genügt einer Verlags- buchhandlung die Anführung der übersandte» RezensionSeremplare in dieser Rubril nicht, so bitten wir von der Zusendung der Neuerschetnunge« de» Iver- lages absehen zu wollen, Kirche und Sozialismus. II.: Das Wesen der So- zialdemokratie und die christliche Religion. Von C. Schall. Erfurt. Verlag von Hugo Günther. Die Arbeiter und die besitzenden Klassen.— Die Roth- wendigkeit evangelisch-sozialer Arbeitervereine. Zwei Reden von Ed. Schall. Heilbronn. Verlag von Eug. S il l z e r. Die Natur als Staateuarllnderi«. Von Ernst Berner. München. Verlag der„Münchener Post". Preußische Jahrbücher, von Hans Delbrück. 74. Band. 3. Heft. Berlin. Verlag von Hermann Walther. Jahrbuch für Gesetzgebung, Verwaltung und Volkswirth- schaft im Tentschen Reich. 18. Jahrgang. Von Gustav Schmoller. 1. Heft. Leipzig. Verlag von Duncker u. H u m b l o t. „Der Sozialdemokrat", Wochenblatt der sozialdemokratischen Partei Deutschlands(Expedition in Berlin SW., Beuth- straße 2). Zu beziehen durch alle Zeitungsspediteure. Das Abonnement beträgt durch die Post oder in Berlin durch die Zcitungsspediteure pro Quartal 1,20 M., unter Kreuzband 1.80 M. Nr. 14 vom 1. Mai hat folgenden Inhalt: Wochenschau. — Die polnisch-sozialistische Bewegung. I.— Die Landtagswahl- rechte. VII. Anhalt.— Aus Unterfranken.— Die Naturwissen- schaft und die sozialdemokratische Theorie. III.— Der Berner Krawall.— Parteinachrichten.— Wie man uns behandelt.— Arbeiterschutz.— Sozialistisches.— Literatur. Der englische Bericht über Arbeitslosigkeit. II.— Die Zu- stände in den Englischen Bäckereien.— Der westböhmische Berg- arbeiterstreik.— Etwas vom rumänischen Bauern.— Gewerkschaftliches.— Die Maifeier.— Vermischtes. Von der„Gleichheit", Zeitschrift für die Interessen der Ar« beiterinnen(Stuttgart, I. H. W. Dietz' Verlag) ist unS soeben die Nr. 9 des 4. Jahrgang? zugegangen. Aus dem Inhalt dieser Nummer heben wir hervor: Wir wollen den Achtstundentag(Gedicht).— Maientrutz.— Der Acht- stundentag.— Der neueste Bericht der badischen Fabrik- inspeklion über die Lage der Arbeiterinnen.— Viktoria Köster.— Feuilleton: Befreiung. Von Ria Claassen.— Arbeiterinnen-Bewegung.— Kleine Nachrichten. Die„Gleichheit" erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer 10 Pf., durch die Post bezogen(eingetragen in der Reichspost-Zeiiungsliste für 1894 unter Nr. 2690) beträgt der Abonnenientspreis vierteljährlich ohne Bestellgeld 55 Pf.; unter Kreuzband 85 Pf. Inseratenpreis die zweigespallene Petitzeil« 20 Ps. Von der„Renen Zeit"(Stuttgart, I. H. W. Dietz Verlag) ist soeben das 31. Heft des 12. Jahrgangs er- schienen. Aus dem Inhalt heben wir hervor: Parla- mentarischer Rückblick.- Einfluß der Krisen und der Steigerung der Lebensmittelpreise auf das Gesellschafts» leben.— Zur historisch-matcrialistischen Methode. Von F. Mehring.— Homo aniwal xossiäens.— Literarische Rundschau.— Notizen: Eine Erklärung von Dr. I. Zuns. Zuzug auswärtiger Arbeiter.— Feuilleton: Der bös« Maitag. Von Eleanor Aveling-Mavx.(Schluß.) Zeitschrift für HypnotiSmnS, Suggestionstherapie, SnggsstionSlehre und verwandte psychologische Forschungen. Verlag von Hermann Brieger, Berlin SW., Kochstr. 82, Dvirfksye» vev VedaNtion. Wir bilten sei jeder Anfrage eine Chiffre(Zwei Buchstaben oder«ine Zahl) anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. B. F. A. Die Armendirektion braucht Ihren Mann nicht zu suchen. Wenn Sie arm sind, muß Ihnen der Bezirksvorsteher ein Armenattest geben, auch wenn Sie die Wohnung Ihres Mannes nicht wissen. Wenden Sie sich an den Bezirksvorstoher. O. K. 50. Nein. O. P. in Rh». Wir können nicht ersehen, welches Gesetz Sie meinen. A. S. Außereheliche Kinder, die anerkannt sind, evbe», wenn der Vater ohne Testament, ohne Kinder und(in der Mark Brandenburg) ohne Hinterlassung einer Frau verstorben ist. Wenn i» Ihrem Fall Erbansprüche vom Gericht anerkannt sind, dann wird die Sache, wie oben angegeben liegen. E. C. 87. Es liegt Unterschlagung vor. W. K. 12. Sie können die Berufung einlegen. Dieselbe muß von einem Rechlsanwalt eingereicht werden. Da die Zu- stellung der Berufung spätestens«inen Monat nach Zustellung des Urtheils erfolgen muß, vorher aber die Berufung vom Gericht mit der Termiusbestimmung versehen werden muß. so ist es gut, wenn Sie sich recht früh an einen Anwalt wenden. B. M. ZI. Geben Sie Ihre Berichtigung im nächsten Vereinsbericht bekannt. Besonders können wir das Eingesandt nickt aufnebrnM Größte Damen- n. Mädchen- Mäntel- Fabrik des Südostens. 1. Geschäft: Oranienstrasse 29, Ecke Adalbertstrasse. 2. Geschäft: Siegfried Lazarus. Dresdenerstr. 135, Grösste Auswahl in allen Neuheiten. am Kottbuser Thor. 5939L Regenmäntel in besten Stoffen von 7-10, 15, 25 Mt. Regenmäntel mit abnehmbaren Kragen 10, 12, 14-30 Mt. Promenaden- Mäntel von 12, 15-36 Mt. Schwarze Jaquets. Schwarze Capes, Kragen, schwarz und farbig 6, 8, 10, 20-25 Mt. Helle Jaquets von 5 Mk. an. Mädchenmäntel von 2 Mk. an. Außerordentlich billige Preise. Möbel- Magazin Berlin NW., Bremerstr. 67. Otto& Slotawa, Lishlermeister. 2. 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