Ar. 247.-33. Jahrg. RbonnementS'Bedingungtn: RBonnenteiuä•®tctS pränumerando Bierleljährl. S,90 MI, mortoü. 130 Ml, wöchenUich 30 Psg. ftct ini Hau». einzelne Nulnmer 3 Vfg. Eonniag». nummci mil illuitricrier Sanmag». Beilage.Die Neue Well' lO Big. PofI- ilbonncniem: ILO Marl pro Monat. Eingerragen in die Posl-Zeiluna». Preisliiie. Unter Kreuzband mr Dcupchland und Oeslerreich» Ungarn 330 Marl, für das übrige iluZIand « Marl pro Monal. Boslabonnemem» nehmen an Belgien, Dänemark Holland, Jlalien, Luxemburg, Porlugal, «umänien. Schweden und die Schweis cnchtiul lZgn«. Verllnev Volllsblerkt. � s Pfennig) v!e lnlei'tlonz-Ledillii' beträgt sür die sechsgesvaliene Kolonel- »eile oder deren Raum 60 Plg„ für politische und gcwerljchasilichc Bcreins» Und Bersamuilungs- Anzeigen 30 Psg, „steine Anreizen", das lellgedruckle Worl 20 Psg,(zulässig 2 sctlgcdruckie Worte), jedes weitere Wort lO Psg, Stellengesuche und Echlaniellenan- zeigen das erste Wort 10 Psg,, jedes wcuere Wort öPsg, Worte über lö Buch- siaben zählen für zwei Worte, Inserate für die nächste Nummer müssen bis 6 Uhr nachmittags in der Expedition lbgegcben werden. Die Expedition ijt bis 7 Uhr abends geügiicl. Delcgranim-Adrcsse: .Zopislllemssilül ncrllo". Zcntratorgan der fozialdcniokratircheii Partei Dcutfcblands. Neöaktion: SW. 6$, Linöenstraße 3. Fernsprecher: Amt MoritzplaN. Nr. 1S1 30—151 37. Freitag, den 8. September IVIS. (Expedition; SM. 6$, Linöenftraße 5. Fernsprecher: Amt Morinplat,- Rr. 15190— 151»7. Die Umwälzungen in öer Land- Wirtschaft und in der Industrie. Noch liegen keine genauen Angaben über die Ernteaus- sichten in diesem Jahre vor. Am mangelhaftesten sind die Nachrichten, die aus den kriegführenden Ländern kommen. Immerhin lassen sich schon unseres Erachtcns gewisse Tendenzen wahrnehmen, die cuf eine„Neuorientierung" in der Wirtschaft Europas hindeuten. Wenn es wahrscheinlich ist. das; die in den kriegführenden Ländern bestellte Fläche zurück- gegangen ist, sei es aus Mangel an Arbeitskräften, sei es aus verschiedenen anderen Gründen, so läßt sich umgekehrt deutlich ein Bestreben der neutralen Länder wahrnehmen, die Getreide- fläche selbst auf Kosten anderer Kulturen auszudehnen. Nach dem„Lullstin äs Ltatistigus agriools st commercials", das vom Internationalen landwirtschaft- lichen Institut zu Rom herausgegeben wird, war die ange- baute Fläche: Daraus geht deutlich hervor, daß die neutralen Länder in den beiden Jahren des Krieges ihre Kulturfläche für die wichtigsten Getreidearten bedeutend ausgedehnt haben. Der Weizenanbau ist in Dänemark gegenüber dem Durchschnitte 1909/1913 um 44,8 Proz., in Schweden um 22,2 Proz., in Norwegen um 19 Proz. und in der Schweiz um 18,3 Proz. vergrößert worden. Nur in Holland zeigt das Jahr 1916 eine Verminderung der Anbaufläche auf. Ebenso Italien, wo der Krieg einen auffallenden Rückschlag verursacht hat. In Italien und Holland ist hingegen die Anbaufläche für Leinen, in Italien auch für Hanf ausgedehnt worden. Auch die Rübenfläche ist in den neutralen Ländern 1916 größer als vor dem Kriege, beispiels- weise in der Schweiz um 80 Proz., in Holland um 9 Proz. Dagegen hat man sie in Italien um 15 Proz. und in Frank- reich gar auf'/» des früheren Umfangcs beschränkt. Die mit Reben bestellte Fläche ist sowohl in Frankreich und in Italien als auch in der Schweiz kleiner als vor dem Kriege. Die Landivirtschaft paßt sich eben den Bedürfnissen des Tages an: der Mangel an Brotgetreide und der wichtigsten Rohstoffe veranlaßt auf die Produktion von Luxusgcgensländcn und solchen, die ausgeführt werden, zu verzichten. Man darf wohl daraus schließen, daß die EntWickelung der europäischen Landwirtschaft überhaupt nach dem Kriege in der gleichen Richtung wie die der neutralen Länder schon heute vor sich gehen wird: man wird versuchen, aus dem eigenen Boden möglich st viel Körner- Produkte zu erhalten. Daß man auf diesem Gebiete keine„Unabhängigkeit" erlangen werde, braucht nickt noch bc- sonders hervorgehoben zu werden. In gewissem Sinne darf man sogar von einem Rückschritt der landwirtschaftlichen Kultur sprechen, da man stellcnwcis vom intensiveren zum extensiveren Betrieb zurückkehrt. Die außereuropäischen Länder haben 1915 ihre land- wirtschaftliche Kulturfläche stark ausgedehnt: die in der Industrie arbeitslos gewordenen Arbeiter haben ihnen die Möglichkeit dazu gegeben. Mit der allmählichen Einsetzung der Kriegskonjunktur hat sich aber auf dem Lande ein Mangel an Arbeitern ergeben, der auch durch HinzPiehung aus- ländischer Arbeiter nicht ersetzt werden konnte. Darum schränkte man 1916 die Anbaufläche ein; sie blieb indes immer noch größer als im Durchschnitt der Jahre 1909/1913. Trotzdem ist in der letzten Zeit auch der Preis für Getreide stark in die Höhe gegangen. Wie sich aber die Versorgung Europas mit Getreide in diesem Jahre gestalten wird, wird sich erst sagen lassen, wenn die Berichte aus Süd amcrika und A u st r a l i e n vorliegen werden. Sicher ist es schon jetzt, daß das„Durch- halten" im dritten Kricgsjahre allen Ländern schwer werden wird. Die� gleichen Ursachen, die die europäischen Landwirte veranlassen, ihre Getreideanbaufläche auszudehnen, nämlich die Unterbrechung oder Erschwerung des Weltverkehrs und die gewaltige Preissteigerung aller Lebensmittel, haben außer- halb Europas in umgekehrter Richtung gewirkt: die Er- schwerung des Transports nach Europa veranlaßte, die Getreideanbaufläche einzuschränken, andererseits aber, die Roh- stoffe im eigenen Lande zu verarbeiten. Während des zweiten Jahres des Weltkrieges hat die Industrie in Amerika, Japan und in vielen anderen außereuropäischen Ländern eine sehr feste Position erlangt, insbesondere ist die Baumwollindustrie soweit erstarkt, daß sie wohl auch in der Zukunft der euro- päischen Konkurrenz gewachsen sein wird. Dafür mögen hier nur einige Belege dienen. Die Vereinigten Staaten haben im zweiten Kriegsjahr rund eine Million Ballen mehr als im letzten Friedensjahr verbraucht. Die Zahl der Baümwollspindcln in Japan ist von 2,4 auf 2,8 Millionen gestiegen. Aber auch andere Länder, so China. Brasilien, Indien und Aegypten, haben ihre Baumwollproduktion ausgedehnt, so daß heute trotz der Ein schränkung des europäischen Verbrauches die Baumwollpreise wiederum ansteigen. Der Vcrbrauck des europäischen Fest landes ist nämlich von 5,09 auf 2,99 Millionen Ballen, der Englands von 3,26 auf 3,22 Millionen gesunken. Insgesamt hat sich der Verbrauch Europas um 2,15 Millionen Ballen vermindert. Der vermehrte Verbrauch allein Amerikas und Japans könnte diesen Ausfall nicht ersetzen. Auch die teilweise geringen Ernteschätzungen reichen nicht aus, um die Preis- steigerung, die immer schärfer hervortritt, zu erklären. Am 11. August 1916 notierte amerikanische Baumwolle für Mailieferung 85,14 Frank pro 50 Kilogramm gegen 62,11 Frank zur gleichen Zeit 1913. Auch die ägyptische Ware ist um' rund 20 Proz. im Preise gestiegen. Während zu Beginn des Krieges eine sehr scharfe Baumivollkrise ausbrach, erleben wir heute eine Baumwollhausse. Das darf aber wohl in erster Linie auf den eigenen Verbrauch der Produktionsländer sowie Erstarkung der chinesischen und brasilianischen Produktion zurückzuführen sein. Die Erklärung für die Verschiebung in der Baumwoll- Produktion der einzelnen Länder liegt auf der Hand: die Verminderung des Druckes der europäischen Waren auf die außereuropäische Produktion. Nicht allein die Ausfuhr aus den Zentralmächten hat aufgehört, auch die englische Ausfuhr hat sich stark vermindert. Im ersten Halbjahre 1916 war die Garnausfuhr um 19,6 Proz. und die Gewebcausfuhr um 22,9 Proz. niedriger als zur gleichen Zeit 1914. ' Die englische Baumwollindustrie hat überhaupt stark an Konkurrenzfähigkeit eingebüßt, insbesondere was die groben, einfachen. Warensorten betrifft. � Infolge der sehr hohen Frachtpreise erhalten die englischen Fabrikanten die. Bauyi- wolle, bedeutend teurer als die Erzeugungsländcr. Der Fracht- preis macht heute 20 bis 25 Proz. des Baumwollpreiscs' aus. Hinzu kommen noch die ebenfalls sehr hohen Frachtpreise für das fertige Fabrikat. Fügt man noch die gestiegenen Löhne und die allgemein verminderte Leistungsfähigkeit der englischen Industrie hinzu, so begreift man, warum sich die außer- europäische Baumwollindustrie freier bewegen kann. Auch die anderen Industrien entwickeln sich in den außer- europäischen Ländern ziemlich rasch, woraufwirnoch zurückkommen werden. Vorläufig genügt die Feststellung der Tatsache, daß Europa zur Landwirtschaft zurückkehrt, während die außer- europäischen Länder eine eigene Industrie entwickeln, um die gewaltige Umwälzung anzudeuten, die sich in den Wirtschaft- lichen Beziehungen der Länder unter einander anzubahnen be- ginnt. Aus seiner industriellen Höhe sinkt Europa herab, während die außereuropäischen Länder aus Agrar- zu In- dustrieländern werden. Mit seiner industriellen geht aber für Europa auch seine politische Vorherrschaft in den übrigen Welt- teilen verloren. Das ist es, was als Folge. dieses. Ringens um die Weltherrschaft hervorgehen wird: das Selb- ständigwerden der kolonialen Länder. Die Vorgänge in Griechenlanö. Amsterdam, den 7. September. sT. U.) Nach Meldungen de! „Daily Telegraph" aus Athen sind die politiichen Leidenschaften von neuem durch Verhaftungen, die von englisch-französischen Agenten in Zivilkleidern vorgenommen werden und der Ankunft von Offizieren in Saloniki, die sich weigern, an der Bewegung zugunsten der Verbündeten teilzunehmen, in Wallung ge- kommen. ZaimiS unterstützt, so heißt eS in den Berichten, einen mittleren Kurs, der keine einzige Partei befriedigen kann. Ob- schon die Anhänger deS Bierverbandes in einem Anschluß an die Entente, die einzige Rettung sehen, so bestehen doch betreffs der Teilnahme Griechenlands am Kriege an der Seite der Verbündeten bedeutende Meinungsverschiedenheiten über die Bedingungen und den Zeilpunkt, an dem die Intervention stattfinden soll. Auch die be» vorstehenden Wahlen gaben Anlaß zu großen Differenzen. König Konstantin hat es entschieden abgelehnt, eine Abordnung zu empfangen, welche ihm die Resolution der am Sonntag vor acht Tagen ab- gehaltenen Versammlung der venizelistischen und ententesreundlichen Anhänger überreichen wollte, doch wird er alle Osfiziere empfangen, die sich geweigert haben, an der Bewegung in Saloniki teilzu- nehmen. Nach einem Reutertelegramm aus Athen sind in Griechenland fünf Jahrgänge unter die Waffen gerufen worden. Unter der Be- völkerung herrscht vollkommene Ruhe. Die„Times" berichtet aus Athen, daß der französische und der englische Gesandte der griechischen Regierung eine Liste von sechzig Deutschen und Oesterreichern vorgelegt haben, die ausgewiesen werden sollen. Der Minister des Aus- wärligen ersuchte die auf dieser Liste genannten Personen, die in Athen wohnen, noch in derselben Nacht und diejenigen, welche in der Provinz ansässig sind, bis spätestens Sonnabend das griechische Gebiet zu verlassen. Die Knsis in Dänemark. In nicht allzu langer Zeit sollen in Dänemark Neuwahlen statt- finden und der neugewählte Reichstag hat dann endgültig über den Verkauf der westindischen Inseln an Amerika zu befinden. Die Ver- Handlungen wegen eines Koalitionsministeriums, das den Streit auf gütlichem Wege zum Austrag bringen sollte, sind, wie bekannt, gescheitert. Es erscheint dem Fernerstehenden sonderbar, daß das Land wegen der Frage des Jnselverkaufs mitten im Kriege Neu- wählen vornehmen läßt, die doch immer die Möglich- teil eines Systemwechsels in sich tragen. Von mehreren Seiten kommen denn auch Andeutungen, daß die Meinungs- Verschiedenheiten über Westindicn nur der äußere Anlaß für den Ausbruch der Krise geloesen sind, daß vielmehr schon seit geraumer Zeit Bestrebungen am Werke sind, die Stellung des neutralitätsfreundlichen Ministeriuins, das seine Hauptstütze in dem Ministerpräsidenten Zahle, dem Minister des Aeußern SlaveniuS und dem Kriegsmintstee Lunch bat, zu untergraben und ein kriegs- freundliches Kabinett an seine Stelle zu setzen. Allerlei Anzeichen bestätigen, daß- die neutraliräls feindlichen Elcmenre der Christensenpartei und der Konservativen in den letzten Wochen an Krafr gewonnen haben; sie hoffen nun wohl, mil einem Schlage die demokralische Regierung beseitigen zu können. Die Wahlkampagne wird durch eine bezeichnende Tatsache ein- geleitet. Es scheint zioischen den Konservativen und der Christensen- Linken zu einem Wahlbündnis gekommen zu sein, das zwar offiziell noch nicht zugegeben wird, aber in einem von der konservativen Partei- leitung inspirierten Artikel in der ländlichen Presse seinen ersten Aus- druck findet. Dort wird angedeutet, daß ein Wahlbündnis vom kon- servativen Standpunkt aus vorteilhast sei, weil man dann hoffen könne, durch die Wahlen einen Reickstag und eine Regierung zu erhallen, die bereit seien, gewisse westindische Rcformvorschläge zu prüfen und 'durchzuführen, ohne.daß man bis zun; Verkauf zu gehen brauche.— Das ist deutlich und„Politiken", das demokratische Organ, nagelt denn auch gleich fest,. daß das Wahlabkommen vorhanden ist. Es sei jedoch kein Abkommen um der westindischen Inseln willen.- Die Konservativen wüßten genau, daß der Jnselverkauf auf jeden Fall eine abgemachte Sache sei, da in der,Linchnpartei die überwältigende Mehrzahl den Verkauf nach dxn Wahlen wünschen. Das Abkommen sei getroffen worden; um ein Ministerium Christensen-zu schaffen. Um das herbeizuführen, habe man. einen gemeinsamen Plan für das Vorgehen bei den Wahlen ausgearbeitet. Diese Notiz bestätigt unsere Ausfassung, daß der Wunsch nach einem S y st e m w e ch s e l der treibende Gedanke ist, und wir werden uiil gespannter Aufmerksamkeit die Entwicklung der Dinge in Dänemark zu verfolgen haben. Um so'mehr als die Wahlen zum erstenmal unter der neuen Verfassung stattfinden werden, die außer einer Erweiterung des Wahlrechts aus die Dienstboten auch den Frauen die politische.Gleichberech- tigung brachte. Die dänischen Frauen sollen ihre politische Reife in einer schweren und kritischen Stunde erproben. Werden sie sich nur in die äußerliche Frage des Jnielverkauss vertiefen und nach ihrer Auffassung über Notwendigkeit oder Schädlichkeit des Ber- kaufs ihre Abstimmung orientieren, oder begreifen sie die tiefere Bedeutung dieser Wahl? Wenn sie sich nicht täuschen lassen, so werden gerade sie alles daran setzen müssen, die äußerste Linke zu stärken, die den Friedenswillen Dänemarks repräsentiert. Sie haben nun zwei Jahre hindurch das Elend deS Kriege? vor Augen. und dies Bild muß für sie so viel Entsetzliches und Abschreckendes haben, daß sie mit aller Kraft für die Aufrechterhaltung der absoluten Neutralität kämpfen. Die dänischen Frauen können nicht wünschen, daß ihr Land mit in den Strudel hineingezogen wird. Aber wir fragen uns mit Sorge: werden sie den Ueberblick über die ganze innere und äußere Lage haben, der nötig ist, um allen Intrigen und allen Verdunkelungen zum Trotz die Wahl so zu beeinflussen, daß die kriegsfrcundlichcn Elemente keinen Boden gewinnen? Den Frauen Dänemarks ist eine schwere Bürde auferlegt. Ihre Stimmen geben den Ausschlag über das Wohl und Wehe ihres Landes. Eine Maffenkunögebung üer Mailänder Sozialiften. Die„Bafler Nachrichten" melden einer Drahtmeldung des „Lokal-Anz." zufolge: Die Mailänder Sozialisten haben sich die drohende Hinrichtung des italienischen Genossen Carlo TreSea in den Vereinigten Staaten zunutze gemacht, um eine große Protest- Versammlung gegen den amerikanischen Kapitalismus zu veranstalten. In Wirklichkeit handelte es sich um die Veranstaltung einer Kraft- probe, die unter einem anderen Vorwande nicht gestaltet worden wäre. Die offizielle Beteiligung von zweiundzwanzig Gewerkschaften, darunter die sehr starken der Maurer und Erd- arbeiter, der Postangestcllten, der Eisenbahner und anderer,- verlieh der Veranstaltung das Gepräge. Großen Eindruck machte ein Schreiben einer Gruppe verstümmelter Soldaten, die an der Ver- sammlung teilnehmen wollten, es aber nicht durften. Die Reden. waren, obwohl hauptsächlich auf amerikanische Verbältnisse zugespitzt, voller Anspielungen auf italienische Verhältnisse, die von der Menge wohl verstanden wurden. Die Kr a f tp r o b e sei wohl gelungen, meint der reformsozialistische„Popolo d'Jtalia" unter wilden Angriffen auf ihre Veranstalter. Amerika übernimmt den Schutz üer Rumänen in üer Türkei. Koustantinopel, 7. September.(W. T. B.) Der Botschafter der Vereinigten Staaten von Amcrika hat den Schutz der rumänischen Staatsangehörigen in der Türkei übernommen. Vie rusiische Sommeroffensive isi«. I. Der Kampf um Kowel. Erster Teil. NuS dem Großen Haupi quartier wird uns ge» schrieben: Nach der in Blutströmen erstickten Märzoffensive gegen die un- crschütterliche Mauer der Hindenburqarmee tastete die russiicke Heeresleitung die Front weiter nach Siiden ab und fand in Wol bynien jene verhätlnisniäßig schwache Stelle, die zum strategischen Turchbruch geeignet schien. In rücksichtslosem, keine Menschenopfer scheuendem Angriff wurde das russische Massengewicht vorgedrnckt. Anfang Juni durchbrachen nach starker Artillerievorbereitung russische Angriffe die österreichischen Stellungen westlich Olyka. Durch energisches Nachstoßen auf und über Luzk, dessen Brücken' köpf gegen überlegenen Angriff nicht gehalten werden konnte, ge- lang es dem Feinde, den Südflügel und die Milte der k. und k. t. Armee über den Styr zu drängen, während der Nordflügel, aufgenommen durch zunächst geringe deutsche Verstärkungen, dem Gegner das Nachdrängen über Sierna und Styr zu verwehren ver« mochte. Etwa gegen Ende der ersten Juniwoche folgte der Feind in westlicher und südwestlicher Richtung nur zögernd und schrittweise nach. Seine Sorge galt dem österreichischen Nordflügel und den hier eingesetzten deutschen Kräften, yegen die er nunmehr mit seinen Hauptkräften nach Nordwesten m Richtung Kowel einschwenkte. Der wohl unerwartete Widerstand dieses durch deutsche Verbände verstärkten, unter deutscher Führung zusammengefaßten Flügels veranlaßte ihn zur Vorsicht und Neugruppierung seiner Kräfte. Selbst«in General Brusstlow lernte Wohl ahnen, daß Massen- angriffe allein gegen deutsche Truppen keine Siege erzwingen. General v. Linsingen, der Sieger in blutigen Karpathenkämpfen, gebot mit den über Kowel herangeführten deutschen Verstärkungen dem russischen Ansturm das erst« Halt. Mine Juni verlief die Front unserer nach den» linken Flügel hin durch deutsche Kräfte verstärkten Verbündeten in der allgemeinen Linie: PlaSzowka— Abschnitt von Tarnawka bis zur Einmündung in den Styr— die Styr-Linie bi« Gegend Lipo— das südliche Lipaufer bis Aboryszow— dann nach Norden biegend über Gorochow— Swi- inuchp auf Witoniez�Stochod-Abschntit bis etwa nördlich Liniewka— die Slyr-Linie Sokul— Kolli, hier nach Norden umbiegend. Nachdem deutsche Kräfte auch südlich Kowel eingesetzt waren. begann am 16. 6. der erste Gegenstoß in drei Gruppen: im Westen ungefähr aus der Linie Gorochow— Lokaszy, von Nordwest mit dem rechten Flügel längs der Turija und von Norden. Bis zum 18. 6. führte dieser Gegenangriff bereits einige Kilo- meter vorwärts. Nach dem Eintreffen weiterer deutscher Verstärkungen wurde am 28. 6. ein zweiler Gegenstoß eingeleitet, der südwestlich von Luzk unter deutscher Führung nach Nordosten weiter ein gutes Stück vordrang. Ein dritter Gegenstoß wurde wenige Tage später(30. 6.) nach Bildung einer nep zusammengesetzten Stotzgruppe(unter deutscher Führung) eingeleitet. Strömender Regen rauschte am Vormittag des 80. Juni hernieder und verwandelte die wolbhnischen Wege in grundlosen Morast. Stundenlang war für die Artillertewirkung jede Fernsicht miSgeschaltet. Trotz aller Schwierigkeiten aber wird die beherrschende Höhe lüdlick Gubin gestürmt. Auch eine links anschließende i. u. k. Jnfamerie-Truppendivision macht gute Fortschritie und dringt in lopferem Angriff vor, wobei sie mehrere Gegenangriffe kaltblütig abweist. Weiter nördlich stürmen deutsche und österreichische Ver« bände das Dorf Znbilno und eine Höhe östlich von Trysten. Der folgende Tag(1. 7.) trägt den Angriff weiter vor. Auf 18 Kilometer Breite sind die russischen Stellungen eingebrochen. Bis 5 Kilometer Breite ist Gelände nach Osten gewonnen. Ueber mehrfache Linien russischer Gräben, hier durch dichtes, versumpftes Waldgelände, dort über freie Niederungen, trotz zahl- reicher Gegenangriffe russischer Infanterie, ohne Rücksicht auf mehr- fache Attacken der TranSamur-Reiler-Division und einer zusammengesetzten Kavallerie-Division, wird am Abend deS 2. 7. da? Höhengelände um Michailowka-Gubin erreicht. In der Nacht zum 3. 7. beginnt der Russe mit dem Gegenstoß: starke Jnfanterieangriffe und nächtliche Kavallerie-Sttacken leiten zwei zäh durchgeführte Massenangriffe ein. Unter außergewöhnlich schweren Verlusten wird der Gegner restlos abgeschlagen. Auch die inzwischen verstärkte Nordgruppe hatte den Angriff vor- getragen. In der Nacht zum S. 7. räumt der Feind fluchtartig unter schwersten Verlusten eine von ihm besetzte Brückenkopfstellung auf dem nördlichen Stochodufer an der Straße Kowel— Luzl. MW Des(Stoßen SWkMklets. Amtlich. Großes Hauptquartiex, 7. Sep- tember 1916.(W. T.«.) Westlicher Kriegsschauplatz. Die S o m m e s ch l a ch t nimmt ihre» Fortgang. Kampf auf der ganzen Linie. Die Engländer griffen mit besonderer Hartnäckigkeit immer wieder, aber vergebens, bei Ginchy au. Die Franzosen setzten abermals auf ihrer großen Angriffsfront südlich der Somme zum Sturm an, der im uördlichen Teile von unseren Linien restlos zu- sammenbrach. Im Abschnitt Berny— Deniecourt und beiderseits von ChanlneS wurden anfängliche Borteile durch raschen Gegenstoß dem Feinde wieder entrissen. I« BermandovillerS hat der Angreifer Fuß gefaßt. Oestlich der Maa« wurden wiederholte französische Angriffe gegen die Front Werk Thiaumont— Bergwald abgeschlagen. Lestlichet Kriegsschauplatz. Front deS GeneralfrldmarschallS Prinz Leopold von Bayern. Keine Ereignisse von besonderer Bedeutung. Front des Generals der Kavallerie Erzherzog Carl. Oestlich und südöstlich von Brzezany blieben russische Angriffe ergebnislos. Zwischen der Zlota Lipa und dem Dnjcstr bezogen wir im Anschluß an die gestern geschilderte« Kämpft eine vorbereitete rückwärtige Stellung, in die im Laufe des Tage« die Nachhuten herangezogen wurde«. In den Karpathen wnrden südwestlich von Zielona, mehrmals an der Baba Ludowa, westlich de» Kirlibaba- Tals russische, beiderseits von Dorna Watra russisch- rumänische Angriffe abgeschlagen. Balkan-KriegSschauplatz. Die siegreiche« deutschen und bulgarischen Kräfte haben de« stark befestigte« Platz Tntraka» im Sturm genommen. Ihre SiegeSbente beträgt nach de« bisher vorlitgendkn Meldungen über 20 000 Gefangene— darunter zwei Generale und mehr a l S 400 a n d er e O ffiz i ere—«« d über 100 Geschütze. Anch die blutigen Verluste der Rumäne« waren schwer. Der Angriff starker rnsfischer Kräfte gege» Dobric ist zurückgeschlagen. Der Erste Generalquartiermeister Ludendorff. «» O Set SslmMW SenetMMetW. Wien, 7. September.(W. T. v.) Amtlich wird »rrlautbart: Oestlichcr Kriegsschauplatz. — Rumänische Fr» n t» Bei Olah-Toplicza wurden unsere Truppen, um einer drohenden Umfassung auszuweichen, auf die Höhe westlich des Ortes zurückgenommrn. Sonst bei unveränderter Lage keine de- sonderen Ereignisse. HeereSfront deS General» der Kavallerie Erzherzog Carl. Mehrfach sehr heftige Angriffe, die der Feind gestern gegen unsere Karpathcnfront richtete, wurden teil? nach erbitterten Nahlämpfeu, teil» durch Gegenangriffe unter großen FeindeS- verlusten abgewiesen. Südwestlich Fundul Moldowi führte ein eigener Angriff zur Eroberung eines BlockhauSstützpunktcS. Acht- undachtzig unvcrwundete Gefangene fielen hierbei in unsere Hand. Zwischen der Zlota Lipa und dem Dnjcstr bezogen wir im Anschluß an die geschilderten Kämpfe eine vorbereitete Stellung. Oestlich und südöstlich von Brzezany führten feindliche An- griffe zu keinem Erfolg. HeereSfront deS G e n r r a l f e l b m a r s ch a ll» Prinz Leopold»in Bayern. Bei der Armee deS Generalobersten». Sochm-Ermolli wurden vereinzelte AngriffSversuchr deS FeindeS durch unser Feuer»er- eitelt. An der übrigen Front mäßige» beiderseitiges Artillerie- feuer. Italienischer Kriegsschauplatz. Im Görzischen beschoß unsere Artillerie die Jsonzoüdcrgänge während der Feind unsere Stellungen bei Lokvica und mehrere Ortschaften im Wippachtal unter Feuer hielt. An der Sugancr Front wurden italienische Aufklärungi- abteilungen, die unter starker Fruerbrgleitnng gegen den Civaron vorgingen, kurz abgewiesen. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. Der Stellvertreter deS Chef» de» GrnrealstabeS: von Hoefer. Feldmarschalleutnant. Der verhältnismäßig geringe Raumgewinn dieser drei Gegen- angriffe überraschte die Führung nicht. ES war vorausgesehen, daß unter den vorliegenden Verhältnissen der örtliche Erfolg dieser Gegenstöße wohl beschränk: bleiben würde. Sie fielen in eine Periode gegenseitigen Kräfteausgleichs bei un» und unserem Gegner. Immerhin wurde durch diese Gegenstöße unser« seit ö. 0. gemachte Beute auf etwa 100 Maschinengewehre, 128 Offiziere und über 10 900 Mann erhöbt. Die große Bedeutung dieser unter deutscher Führung sofort eingeleiteten dreimaligen Gegenstöße ist aber nicht nach diesen Zahlen oder dem erzielten Raumgewinn zu bemessen. Ihr Wert liegt in ihrer rein militärischen, psychologischen und moralischen Bedeutung: General v. Linsingen nimmt dem bisher unablässig Vordrucken' den Angreifer die Freiheil des Handeln», zwingt ihn zu Er- wägungen und Umgruppierungen, fesselt Kräfte, die an anderer. politisch für Rußland wichtigen Stelle eingesetzt werden sollten und veranlaßt die russische Führung zu Verschiebungen ihrer Reserven dorthin, wo sie den deutschen Angriff befürchtet! Hiniort bemüht sich die russische Heeresleituirg durch unablässigen Antransport weiterer starker Kräfte das verlorene militärische Uebergewicht wieder zu erreichen. Das Spiel de! Kräfteausgleich« an zahlenmäßigen, taktischen und moralischen Werten wird fortgesetzt. Neu herangeführt« Kräfte gestatten dem Gegner die Einleitung eineS starken Angriffs gegen den linken Flügel österreichischer Truppen im Slyrbogen. Die hier stehenden Verbände weichen unter dem gegen die Orte Gruziatyn und Kostiuchnowla angesetzten Angriff nach Westen au« und werden hinter den Stochod zurückgenommen. In diesen Kämpfen zeichnete sich besonders die polnische Legion au?, die in tapferem Gegenstoß dem Feinde wichtiges Höhengelände entriß. Einige Tage später drückt der Feind südwestlich Luzk eine in der Gegend westlich von Gubin eingesetzte k. u. k. Division zurück. Zur Ausgleiwung der dadurch geichassenen Lage wird die hier käuipfende Gruppe aus den eroberten Stellungen ein Stück zurück- genommen, ebenso die südlich anschließende Gruppe. Gegen diese neue Front und gegen die Stochodlinie glaubt nun die russische Führung bei weiterem rücksichtslosen Menschen- einsatz neue Erfolge erzielen und das befohlene Operationsobjelt „Kowel" sicher erreichen zu können. Sie vermutet, auf durcheinander- gewürfelte Verbände zu stoßen, die sie mühelos abfertigen wird, wenn sie nur energisch weiter vordrückt. Sie irrt sich und stößt auf gefestigte, nicht nur militärisch, sondern auch moralisch stark« Verteidigungslinien, die nicht zu überrennen sind. Den weiten Halbbogen um Luzk halten kräftige deutsche Truppen, österreich- ungarische Verbände und tapfere polnische Legionäre, Der ver- nieintliche Siegeslauf ist zu Ende, ein neuer Angriff muß ein- geleitet werden. Dazu aber bedarf die russische Führung frischer ausgeruhter Kräfte. Sie zögert nicht, holt diese Kräfte von allen verfügbaren Fronten zusammen, läßt andere politisch wie strategisch bedeutsame Ziele in den Hintergrund treten und richtet das Höchst- maß der Kraftentfaltung auf Kowel. Während im Norden gegen Baranowilschi, im Süden gegen Lemberg der strategische Durchbruch angestrebt wird, wird der auf Kowel einfach rücksichtslos b e- fohlen! In Richtung und über Kowel soll General Bruisilow den Keil eintreiben, der die verbündeten Heere auseinander sprengt, die Flanken freilegt zur Lufrollung und die weitere Siegesbahn öffnet nach Westen.„Durchbruch nach Kowel— um jeden Preis'— so beißt nun die Losung sür Brussilows Offensive in Wolhynftn. Wie im März auf Wilna, so werden nun. gegen End« Juli, all« Kräfte «ingestellt auf das Ziel.Kowel". Schon stehen, wie während der FrühjahrSoffensive, Kavalleriemassen bereit zur Verfolgung über Kowel nach gelungenem Durchbruch. Unerbittlich wird dem letzten Mushick die Losung.Kowel" in den Schädel eingehämmert. Mitte Juli sind der ganzen russischen Armee bereit» die Tag« bekannt, an denen Kowel enischeidend anzugreisen ist. Der erste Angriffstag ist auf den 28. Juli, ein etwa nötiger zweiter Zeitpunkt auf den 7. August festgelegt. Am 12. August— spätesten»— muß Kowel in russischer Hand sein,—»um jeden Preis". Die russische Heeresleitung hat sich— wohl aus gewissen, in ihren Umrissen er- kennbaren Gründen— auf die angegebenen Zeitpunkte zur Er- zwingung de» strategischen Durchbruche« auf Kowel festgelegt. Zwar rüttelt nun die russische Führung mächtig und mit grim- miger Wut an der eisernen Schranke, die General v. Linsingen zwischen Luzk und Kowel geschlossen hält. Bald an dieser, bald an jener Stelle drückt der Russe gegen unsere Front. Ohne Erfolg. Alle verfügbaren Kräfte rafft der Feind zusammen. Unser« Flieger beobachten die Massentransporle auf den nach Luzk und Kowel führenden Bahnen. Sie begnügen sich nicht mit der Beobachiuna und Meldung. Häufig stürzen sie sich auf wenige 100 Meter hinab und überfallen die Transporte sowie marschierende Kolonnen durch Bomben und wohlgezieltes Maschinengewehrfeuer. die feindlichen Heeresberichte. Der französische Tagesbericht. Vom 6. S e p t e in b e r nachmittags.etannt. Am rechten MaaSufer am Abend heflige« Geschütz- feuer im Abschnitt am Gehölz von Vaux und dem Kapitel-Walde. An der übrigen Front verlief der Tag verhältnismäßig ruhig. Belgiicher Bericht: Während der Nacht heftiger Kampf mit Schützengraben- und Feldgeschützen in der Gegend von Sleen- traete; der Tag war an der übrigen belgischen Front Verhältnis« mäßig ruhig. Die englische Meldung. Vom 8. S e p l e m b e r n a ch m i t t a g«.(W. T. B) Im Laufe der Nacht nahmen wir den ganzen Leuze-Wald in Besitz, Der Kampf dauert zwischen dem Walde und dem Dorfe CombleS und um Ginchy fort. Letzte Nacht ließen wir auch gegen- über von Gommecourt mit Erfolg Gaswolien los. Bericht vom 8. September abends.(W. T.B.) Bei Ginchy wird heftig gekämpft. Eine starke feindliche Abteilung, die aus Courcelette vorrückte, wurde von unserer Artillerie zer- streut. Der russische Kriegsbericht. Vom 8. September.(W. T. B.) W e st f r o n t. In Galizien, in der Gegend der unteren Horo« denka, eines linken Nebenflusses de« Dnjestr, eroberten unsere Truppen eine befestigte feindliche Stellung und warfen den Gegner nacii Nordwest zurück. Die Zahl der bis jetzt gezählten Gefangenen in dieser Gegend steigt auf 4800, darunter 2000 Deutsche. Untere Karpathen: Unser Vormarsch dauert an. Unser« Truppen nahmen eine Anzahl Höhen und warfen mehrere wieder» holt« feindliche Angriffe zurück. Kaukasus front: In der Gegend von Oghnut stoßen unsere Truppen weiter vor und bringen dem Gegner schwere Ver« luste bei. In der Gegend westlich von Oghnut fanden wir Leich- name uniercr Soldaten, die von den Türken gräßlich verstümmelt waren. Westlich de« WanseeS vertrieben englische PanzerautomoSile die Türken aus den Dörfern Liz(38 Kilometer nordöstlich von Müsch) und Tschouhur— Norschemi(12 Kilometer nordwestlich von Müsch).,. Balkanfront. Deutsche und bulgartsche Truppen greifen die rumänischen Streitkräfte in der Gegend von Turmkai an. Meldung der italienischen HeereSleitung. V o m 8. S e p t e m b e r.n der Regel 7,59 M., und verschwand mit der Beute. Die Neuköllner Kriminalpolizei ermittelte Richard Maschke, dieser hatte aber mit dem Schwindel nichts zu tun. Sein Verdacht fiel auf einen 29 Jahre alten woh- nungslosen Gummiarbeiter Eugen Beldner und erwies sich auch als richtig. Beldner wurde gestern ertappt und festgenommen. Die be« trogenen Frauen erkannten ihn sofort wieder. Unter dem Namen Maschke hatte er kürzlich ein Krankenhaus aufgesucht und sich so zugleich ein Ausweispapier verschafft. Er wurde dem Untersuchungs- richter vorgeführt. Auf dem Heimwege vom Tode überrascht wurde gestern abend der 57 Jahre alte Zollsckreiär August George aus der Fransecki« straße 1. Der Mann sühlle sich plötzlich so unwohl, daß er sich auf dem Wörther Platz auf eine Bank setzen mußte. Hier bekam er einen Blulsturz. an dem er auf der Stelle verschied. An einem Blutsturz starb plötzlich auch der 38 Jahre alte Arbeiter Friedrich Romey aus der Elbinger Str. 29. Romey bekam zu Hause Magen- kämpfe und Erbrechen und sollte nach dem Krankenhause gebracht werden. Schon unterwegs trat ein Blulsturz ein, der sofort zum Tode führte. Zu der Exmission einer Kricgcrfrau im Hause Lettestr. 3, über die wir dieser Tage berichteten, ersuchen uns die Besitzerinnen des Hauses, mitzuteilen, daß die Kündigung der Frau erfolgt sei nicht allein deshalb, weil sie sich geweigert habe, bestimmte Arbeiten zu verrichten, sondern weil sie auch beleidigende Aeußerunaen gegen die Hausbesitzerinnen getan habe. Die Frau habe reichlich Zeit gehabt, sich nach einer anderen Wohnung umzusehen, zumal kurz naw der Kündigung am 1. August der Mann aus dem Felde vierzehn Tage auf Urlaub zu Hause gewesen sei. ohne Ansiallen zum Ziehen zu machen. Auch sei die Wohnung nicht abgeschlossen worden. Eine Wohnung habe die Frau noch am Montagabend gesunden und bezogen. Zu dem Selbstmordversuch cincS Professors auf dem Bahnhof Alexandcrplatz, über den wir berichteten, erfahren wir noch, daß es sich um den ordentlichen Professor der Rechte Dr. Georg Kuliner aus Frankfurt a. M. handelt. Professor K., der im 53. Lebensjahre steht, leidet schon seit längerer Zeit infolge Ueberarbeilung an hoch- gradiger Nervosität und sah sich vor einigen Monaten gezwungen, seine Vorlesungen über bürgerliches Recht einzustellen und eine Heil« anstall im Schwarzwalde aufzusuchen. Von dort halte er sich beim- lich entfernt und war unangemeldet vorgestern in Berlin bei hiesigen in der Roonstraße wohnenden Verwandten erschienen. Ueber den Zweck seines Berliner Besuches vermochte Professor Kuttner keinerlei Erklärung zu geben. Am späten Nachmittag entfernte er sich in großer Erregung aus der Wohnung der Verwandten und begab sich nach dem Bahnhof Alexandcrplatz, wo er wobl in einem besonder? heftigen Anfall seines allen Leidens den Selbstmordversuch unter- nahm. Der Verunglückte ist gestern gestorben. DaS Winterhalbjahr in der städtischen Kochschule Dunckerstr. 65/66 beginnt am 9. Oktober. Der Unterricht wird vormittags von 8—12 und abends von 6— 9 Uhr erteilt. Das Schulgeld beträgt für ein halbes Jahr bei einem einmaligen wöchentlichen Besuche 6 M.. bei zweimaligem wöchentlichen Besuche 12 sür das Winterhalbjahr. Dos Schulgeld berechtigt auch zur unentgeltlichen Teilnahme an einem Schneider« und Plättkursus in einer städtischen Fortbildungsschule. Auskunft wird mündlich und schriftlich in der Kochschule Mittwochs und Sonnabends von 12— 1 und Donnerstags und Sonnabends von 8—9 Uhr abends erteilt. Anmeldungen auch schriftliche werden gleichfalls dort in der Kochschule entgegengenommen. (Sitte gewcrlSwäßtge Taschcndiciin, die in der letzten Zeit da? »Stehen" ausnutzte, wurde gestern in der Krauistraste ant frischer Tat er» tappl und festgenommen. Eine 39 Jahre alte Frau Nowak, eine alte Taschendiebin, die früher mil ihrer Tochter itusammen arbeitete, in der letzten Zeit aber auf sich selbst angewiesen war, machte schon länger die Markthalle in der Andreasstraste und die Geschäfte in sener Gegend bis ztum Schlesiscken Bahnhof hinunter unsicher. Ueberall, wo sich Frauen angestellt hallen, um dieses oder jenes einzukaufen, erschien sie und stahl den Harrenden oft noch die letzten Groschen aus der Markttasche. Gestern merkte eine Frau in einer Kette in der Krautstroste einen fremden Griff in ibre Tasche. Sie rief einen Schutzmann und liest die Nowak fest- nehmen. Diese liest itwar das erbeutete Portemonnaie rasch fallen und leugnete nun den Diebstahl. Das half ihr aber ttichtst Sie wurde verhaftet und der Staatsanwaltschaft I vorgeführt. Geldschrankcinbrccher suchten in der vergangenen Nacht eine Gesellschaft in der Linkstraste beim. Sie erbrachen ein Spind und fanden darin 2000 Mark in barem Gelde, darunter wieder gegen 100 Mark in Gold. Ein Zusammenstoß zweier Straßenbahnzllge ereignete sich Mitt- woch abend gegen 8 Uhr an der Eike der Französischen- und Mark- grafenstraste. Dort fuhr ein von der Behrcnstratze kommender Zug der städtischen Strastenbahn gegen den Beiwagen eines die Kreuzung passierenden Zuges der Strahenbahnlinie 13. Der An- prall war so heftig, dast an dem angefahrenen Wagen die Vorder- achse brach und die Seiienwand erheblich beschädigt wurde. Mehrere Personen, die in dem Beiwagen des Zuges der Linie 13 fasten, wurden bei dem Zutammenstost leicht verletzt, setzten jedoch sämtlich die Fahrt fort, ohne ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen zu brauchen.— Bei einem anderen Zusammenstoß zweier Straßen- bahnwagen, der sich gestern nachmittag an der Ecke Berliner und Leibnizstraße in Charlottenburg ereignete, erlitt eine Frau Ratzel erhebliche Kopfverletzungen. Die übrigen Fahrgäste kamen mit dem Schrecken davon. Die Bienen. Durch Bienenstiche lebensgefährlich verletzt wurden in Zollhaus Kreis Nicderbarnim iechS Personen. Ein auf dem Felde tätiges Gespann des Försters Nörtemann wurde von mehreren Bienenschwärmen übersallen und die Pferde so furchtbar zugerichtet, dast sie nach wenigen Stunden verendeten. Ein Knecht des Försters und mehrere auf dem Felde arbeitende Frauen und Mädchen waren binzugeeilt, um die Bienen von den Pferden abzuwehren. Sie wurden aber sämtlich ebenfalls von den Bienen übersallen und durch Stiche am ganzen Körper entsetzlich zugerichtet. Vier Personen mustten sofort in ärztliche Behandlung genommen werden und liegen noch jetzt in bedenklichem Zustande danieder. Tödlicher Jagdunfall. Auf der Jagd tödlich verunglückt ist der herrschaftliche Revierförsier Knappe in Bernau. Er hatte sich am Abend auf die Jagd nach Kaninchen begeben. Als er am nächsten Morgen nicht nach Hause kam. suchte man nach ihm und fand ihn nicht weit von der Wohnung entfernt an einen Baum gelehnt in sitzendek Stellung tot auf. Er wies eine Schustwunde im Unterleib auf, die den Tod herbeigeführt hatte. Nach dem Befunde handelt es sich zweifellos um einen bedauerlichen Unglücksfall. Der Förster ist vermutlich vor Uebermüdung eingeschlafen und hat im Schlaf den Hahn berührt, wodurch sich die ungesicherte Waffe entlud und die Kugel ihn in den Unterleib traf. Im Dienst tödlich verunglückt ist gestern nachmittag der 23 Jahre alte Rangierer Willi Seifert aus Lichtenberg. Seifert begleitete einen Rangierzug über die Haltestelle Frank- furter Allee. Ohne daß er einen aus der entgegengesetzten Rich- tung einfahrenden Novdringzug sah, sprang er nach Beendigung seiner Fahrt ab. Hierbei fiel er so unglücklich auf das Nebengleis, daß er von der Maschine des Nordringzuges erfaßt und überfahren wurde. Der Verunglückte erlitt schwere Verletzungen am Kopf, am Rücken Und an beidetr Beinen und starb schon, bevor noch ein 'Arzt erscheinen konnte. Mus öen Gemeinöen. Charlottenburger Ttadtvcrorductcnvcrsamuilung. Die erste Sigung, zu der die Stadtverordneten nach den Sommer- ferien zusammentraten, war nur von kurzer Tauer. Die einzelnen Punkte der Tagesordnung, von denen nur die Vorlagen, betreffend Nachbewilligungen im Armenetat und betreffend Erhebung einer Gebühr für Kleiderablage und Theaterzettel im Deutschen Opern« hause interessieren, wurden debattclos in wenigen Minuten erledigt. Ein Antrag der sozialdemokratischen Fraktion, durch den der Magistrat ersucht wird, alle geeigneten Mastnahmen zu treffen, um die Versorgung Charlotten- burgs mir Nahrungsmitteln während der Wintermonate sicher- zustellen und beim Knegsernäbrungsaml zu beantragen, dast die viel zu hohen Höchstpreise für Kartoffeln, Brotgetreide, Fleisch und Fett herabgesetzt werden, wurde bis zur nächsten Sitzung zurückgestellt. Pflaumenvcrkauf in Charlottcnburg. Die Anmeldungen auf die von der Stadt Eharlottenburg ihren Einwohnern zur Verfügung gestellten Thüringer Bauernpflaumen sind so zahlreich eingelaufen, dast die Meldeliste schon bald nach ihrer Eröffnung bis auf weiteres wieder geschlossen werden mußte. Da- mit der vorläufige Vorrat von 2000 Zentnern recht vielen Acr- brauchern zugute kommt, konnte für jeden nur ein halber Zentner abgegeben werden. ES ist jedoch Aussicht vorhanden, dast in nächster Zeit wieder ein größerer Posten Pflaumen zur Verfügung steht und es werden dann diejenigen, die bisher nicht bedacht werden konnten, versorgt werden._ Allgemeine Speisung in Charlottenburg. Die Ausgabestellen für die Massenspeisung in Charlottenburg werden fortan in den Vormittagsstunden von 11— 2 und nachmittags von 6—7 geöffnet fein._ Jugendweihe in Neukölln. Die Jugendweihe findet nunmehr, da die Bemühungen um die Aula einer Schule keinen Erfolg hatten, am Sonntag, den 21. September 1916, vormittags 10 Uhr in den Passage-Festsälen, Bergstr. 151, statt. Anmeldungen können nur noch bis zum 15. September in den beiden Speditionen und tm Kureau des Wahlvereins entgegengenommen werden. Soziales. Beurlaubung und Kassenmitgliedschaft. Ein Kriegsteilnehmer, der bis zu seiner Einberufung zztm Heeresdienst freiwilliges Mitglied der Allgemeinen Ortskrankenkasse war, kehrte an seinen Heimatsort zurück, da er wegen einer im Felde erlittenen Verwundung längere» Urlaub erhalten hatte. Er beantragte bei der Krankenkasse die Wiederaufnahme. Diese lehnte jedoch der Vor- st a n d der Kasse ab, weil nur eine.Beurlaubung", nicht aber eine Entlassung erfolgt sei. Eine»Rückkehr in die Heimat" liege nur bei Beendigung des Krieges vor. Dos ReichsversicherungSamt hat diese Auffassung der Kasse für unzutreffend erklärt. Denn Aufgabe und Zweck des Notgesetzcs vom 1. August 1911 sei es gerade, allen denjenigen, die infolge ihrer Einberufung für ihre Weitcrversichernng nicht hätten sorgen können und deren Versicherung daher erloschen sei, soweit möglich zu helfen. Sie sollten das Recht haben, binnen sechs Wochen nach ihrer»Rückkehr in die Heimal" in die Krankenversicherung wieder ein- zutreten. Wollte man aber die Worte»Rückkehr in die Heimal" dahin deuten, daß darunter nur die«Entlassung auS dem Soldaienstande" zu verstehen sei, so würden diele Kriegsteilnehmer an der Wieder« aufnähme der Versicherung für lange Zeit verhindert sein, da die „Entlassung" aus dem Soldatenstande erfahrungsgemätz sehr spät und erst dann zu erfolgen pflege, wenn die Wiedererlangung der Dienstfähigkeit ausgeschlossen erscheine. Das würde aber eine offen- bar nicht beabsichtigte Härte sein. Im Einzelfall sei daher zu prüfen, ob die Wiederaufnahme der Versicherung ge- boten sei. Dies sei aber immer anzunehmen, wenn der Kriegs- teilnehmer für längere Zeil zurückkehre, so dast er sein bürgerliches Leben wieder aufnehmen könne.(Aktenzeichen II X 667/15). Genchtszeitung. Hohe Strafe. Wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt hatte sich gestern der Malermeister Otto Götze vor dem Schöffengericht Berlin-Mitte unter Vorsitz des Amtsgerichtsrats von Tresckow zu verantworten. Die ihm zur Last gelegten Ausschreitungen, die von ihm jedoch b e- st r i t t e n wurden, soll er begangen haben, als am 28. Juni dieses Jahres gelegentlich der ersten Verhandlung gegen den RcichStagsabgeordneten Genossen Dr. Karl Liebknecht sich in der Jnvalidcnstraße in der Nähe der Lehrter Straße zahlreiche Menschen angesammelt hatten. Nach den Bekun- düngen von mehreren Polizeibcamten hat er der Aufforderung. weiter zu gehen, nicht Folge geleistet und sich, als gegen ihn vorgegangen wurde, an den Zügeln eines Pferdes festgehalten. Das Gericht erkannte nach dem Antrage des Staatsanwalts auf ein Jahr Gefängnis und sofortige Verhaftung. Vorsicht bei Gesprächen. Wie gerechtfertigt diese Warnung ist, zeigt wieder einmal eine vor dem Schöffengericht Berlin-Mitte geführte Verhandlung gegen den Kaufmann Martin Schlochaucr, gegen den die Anklage wegen Beleidigung der Offiziere des Bekleidungsamtcs in Königsberg erhoben worden war. Ein auswärts wohnender Kaufmann Richter, der größere Armeelieferungen auszuführen hatte, war mit seinem Sohn nach Berlin ge- kommen und hatte hier im Hotel Extelsior mit dem Angeklagten ver- handelt, nachdem er unmittelbar vorher eine Verhandlung mildem Kauf- mann Oskar Allner. der Vertreter einer anderen Firma derselben Branche ist, beendet hatte. Bei den Erörterungen über die Preisfrage wurde der Angeklagte mit Herrn Richter nicht gleich einig und er- klärte wiederholt, dast er recht große Provisionen an einen Herrn zahlen müsse, den er mehrmals als„Oberleutnant" bezeichnete. Ticie Persönlichkeit ist der frühere Kriminalkommissar Wannowsli. der seinerzeit Oberleutnant der Reserve gewesen ist, sich aber dem kaufmännischen Berufe zugewandt hat und eine Vermittlertätig- keil entfaltet, sich aber Oberleutnant nennen läßt. Nach Beendigung der Verhandlungen und der Gespräche, die Herr A. mit an- gehört hatte, erstattete dieser die Anzeige, dast der Angeklagte die Behauptung aufgestellt habe, er habe gute Verbindungen mit Offizieren und sei durch Zuwendungen an diese in der Lage, stets Über den Heeresbedarf auf dem Laufenden erhalten zu werden. Da diese Beschuldigung seitens des A. mit großer Bestimmtheit aus- gesprochen wurde, wurde die Sache seitens der Militärbehörde sofort verfolgt und schließlich Anklage gegenHerrnSchlochauer erhoben, der mit aller Bestimmtheit bestritt, eine der- artige Behauptung aufgestellt zu haben, die auch nicht im entferntesten eine Grundlage haben würde. Er habe aus- schließlich von den Provisionen gesprochen, die dem„Ober- leutnant" Wannowski zufliesten müssen. Die als Zeugen vernommenen Richter Vater und Sohn erklärten gleichlalls auf das bestimmteste, daß sie eine Aeutzerung des Angeklagten in dem be- baupteien aeleidiaenden Sinne nicht gehört haben, aber zweifellos hätten hören müssen, wenn sie gefallen wäre und sie dann sofort mit der gebührenden Empörung zurückgewiesen haben würden, was seitens de? anzeigenden Herrn nicht einmal geschehen ist. Bei dieser Sachlage erkannte das Schöffengericht auf Freisprechung des Angeklagten._ Kettenhandel. Unlautere Machenschaften zur Preissteigerung eines NahrungS- mittels, die das schärfere Gesetz gegen die übermäßige Preissteige- rung vom 26. März 1916 insbesondere kennzeichnet, sowie Kriegs- Wucher legte gestern den Kaufleuten Friedrich Weil und Rudolf L u ch t e r die Anklage zur Last, die gegen sie vor dem Schöffengericht Berlin-Mitte zur Verhandlung gelangte. L u ch t e r, ein Rumäne von Geburt, der neben seinem Geschäfts- freund Weil, einem Oesterreicher, auf der Anklagebank Platz nehmen mnstte, halte Ende März d. I. aus Filialen der Firma Gebrüder Groh 200 Dosen kondensierte Milch, die dort im Kleinhandel mit 85 Pf. pro Dose zum Verkauf gelangten, aufgekauft, von ihnen die Zettel mit dem Firmen- aufdruck entfernt und sie dann durch Vermittelung eines Agenten für 1,11 M. pro Stück an Weil weiterverkauft. 1 Pf. von diesem Preise enthielt der Vermittler als Provision. Weil verkaufte sie dann gleich weiter und zwar wiederum durch einen Vertreter, der einen Preis von 1,12 M. pro Dose erzielte. Dieser verdiente dies- mal 11 Pf. an der einzelnen Dose, da Weil als Grundpreis dafür 1,31 M. angesetzt hatte und als Verdienst für den Agenten das- jenige vereinbart worden war, was er über den Grundpreis er- zielte. Der Bruttonutzen des Weil betrug also 17 Pf. an der Dose. Diese Preissteigerung sprach der als Sachverständige geladene Direktor Schneider jedoch nur dann als unge- rechtfertigt an, wenn Weil von der Quelle, aus der die kondensierte Milch stammte, Kenntnis gehobt habe. Der Staatsanwalt beantragte gegen Weil die F r e i s p r e ch u n g, auf die auch er- k a nn t'wurde unter Zugrundelegung des Guchtachlens. Bezüglich des Luchter beantragte er drei Monate Gefängnis und 500 Mark Geldstrafe. Das Gericht erkannte auf 5 00 M a rk Geldstrafe._ Lebensmittelpreise und Strafhöhe. Wie früher die niedrigen Strafen gegen Krankcnkassenbetrüger geradezu als Prämien für den Betrug angesprochen werden konnten so können auch manche Verkäufer, die wegen Preisüberschreitung verurteilt werden, angesichts der niedrigen ihnen gegenüber aus- gesprochenen Strafe von einem„feinen Geschäft" reden. Zu dieser Bemerkung fordern mehrere Urteile in Elbing heraus. Zwei Beispiele mögen dies kennzeichnen. Ein Kaufmann Winter verkaufte Grütze, für die ein Höchstpreis von 15 Ps. festgesetzt ist, ständig für 80 Pf., bis eine Landrichierfrau Anzeige erstattete. Es erging Strafbesehl in Höhe von 100 M. Das Schöffengericht er- mästigte die Strafe auf ganze— 50 M.— Ein zweites Beispiel: Ein Besitzer Otto Greiner setzte der Milch 8 Proz. Wasser zu, entrahmte sie auch wiederholt. Strafe— volle 15 Mark. In beiden Fällen sind Strafe nebst Kosten bei weitem niedriger als der durch die rechtswidrigen Verteuerungen und Verfälschungen erzielte Gewinn.»Sehen Sie, das ist ein Geschäfh das bringt noch etwas ein." Mus aller Welt. Wie man Tagesgeschichte schreibt. Der„Avanti" druckt aus der in Neapel erscheinenden Tages- zeitung„Roma" einen Bericht aus Salerno ab, in dcm zu lesen steht: „Unter den zahlreichen Nachrichten, die uns ans dem Auslande über den gegenwärtigen Krieg zugehen und über die Rachetalen der Deutschen gegen die Menschheit im allgemeinen und gegen uns Italiener im besonderen, werden nur die Berichte über die Gesuiidheitsverhälinisse unserer Landsleute geheim gehalten. Unter den vielen Infamien, die nach den deutschen Greueltaten in Belgien enthiillr wurden, gibt es eine, die die europäische Presse noch nicht öffeiiilich bekannt gegeben bat. Dieser tragische Schleier des Schweigens bedeckt ein entsetzliches Ereignis, dast unsere zahlreiche ilalienische Kolonie in New Jork in Sorgen und Angst leben läßt. Ein Freund von mir, ein durchaus glaubwürdiger Mann, der seit mehr als zivanzig Jahren injener Stadt wohnt, schreibt mir, dastseit vorigem Juni eine verruchte, von Deutschen geleitete Bande sich in die Familien eingeschlichen hat und mit Birnen, Bonbons und anderen Mitteln den Kindern eine Krankheit einimpft, die schon zu einer wahren Epidemie ausgeartet ist und viele Opfer heischt. Diese schreckliche, oft tödliche Krankheit wird von den Aerzlen als Kinderlähmung bezeichnet. Für die medizinische Wissenschaft steht es fest, dast diese schreckliche Krankheil, der so viele unschuldige Geschöpfe erliegen, durch Einführung von Bazillen in die Atmungs- Wege entsteht. Vom Gehirn, wo der Prozeß beginnt, greift er auf das Rückenmark über; in wenigen Stunden wird die ganze Muskelmasse gelähmt und der Tod tritt unter entsetzlichen Qualen ein. Bei zweckmäßiger und rechtzeitiger Behandlung kann ein kräftiger Organismus die Krankheit überstehen, aber er bleibt auf Lebens- zeit gelähmt. Die Zeitungen, die hock besorgt sind und sich mit den heftigsten Aiiklagen gegen diese Mörder unschuldiger Kinder wenden, empfehlen die stollständigste Isolierung und raten zu regelmäßigen, alle drei Stunden zu wiederholenden Ausspülungen von Mund und Nase mit einer desinfizierenden Lösung. Dieses entsetzliche Verbrechen, das die deutsche Kultur gegen die heran- wachsende Generation in der größten Stadt der Vereinigten Staaten ausführt, bildet das Pendant zu den Martern, die den unschuldigen Kindern des heroischen Belgien auferlegt wurden." Der„Avanti" kommentiert:„Wir glauben auch, dast diese ettt» setzlichen Verbrechen der deuischen Kultur das Pendant bildet zu den Martern der belgischen Kinder. Es handelt sich offenbar uin zwei Verbrechen,' die den gleichen Ursprung haben und über die die Meldungen aus ein und derselben Quelle stammen." W i r möchten hinzufügen, dast das Abdrucken solcher Mords- geschichten in der anständigen Presse nur dcm einen Zweck dienen kann, nämlich, gegen die Zuverlässigkeit aller Schauermärcn miß« trauifch zu machen, von weicher Seite sie immer kommen mögen. Sie schüren und unterstützen den Krieg weit wirksamer, als alle Bkunitionssabriken.(2) Tie russischen Redaktcure vom Militärdienst befreit. Wie Stockholms„Socialdemokrateir" mitteilt, bestimmt in Ruß- land ein Dekret des Zaren, dast die Mitglieder der Zeitungs- redakiionen vom Militärdienst befreit sein sollen, wcil� ihre Arbeit „für die Organisierung des ganzen Landes zur kräftigen Fort- führung de? Krieges von großer nationaler Bedeutung ist." Nun.möchten wir nur wissen, ob auch die Redakteure der Oppo- sitiouspresse vom Militärdienst befreit sind. Cisenhahnuiiglück in Balleiiftedt. Ein ähnliches Unglück wie auf dcm Bahnhof Wildpark ereignete sich DonnerStagmitlag in Ballen- stedt(Anhalt). Bei. der Einfahrt in den dortigen Stadtbahnhof entgleiste ein Personenzug. Zwei Wagen stürzten um, drei weitere entgleisten. Der Ghmnasiast Schneider aus Erms- leben wurde getötet, einige andere Fahrgäste erlitten Ver- letzungen. Ein Hitsszug aus Halberstadt war bald zur Stelle. Die Entgleisung erfolgte in der Einfahrtsweiche, die von der Maschine und dcm ersten Wagen glücklich passiert wurde, während die nach- folgenden Wagen aus das Nebengleis liefen. Die Untersuchung ist eingeleitet. Die Strecke ist vorläufig gesperrt. Zwangsverkauf. Aus MörS(Niederrhein) wird berichtet: Auf den gestrigen Markt waren ivicder recht viel Pflaumen von den Bauern gebracht, aber sie verlangten, wie immer, abnorm hohe Prerse. Viele Frauen, empört darüber, verzichteten, zu diesem hohen Preise Pflaumen zu kaufen, und die Bauern waren schon wieder daran, wieder aufzuladen, um die Ware wieder mit nach Hause zu nehmen. Aus Veranlassung mehrerer Käufer griff dann die Polizei ein. Die Bauern mußten— wenn auch knurrend— abladen und für 13 Pf. das Pfund verkaufen.— Warum nicht immer so? parteiveranftaltungen. Neukölln. Die außerordentliche Generalversammlung findet Sonnabend, den 9. September, abends 8>/, Uhr, in den Passage-Festsälen statt. Tagesordnung: Tie bcvorslchense Ncichskonscrenz. Referent: Landtags- abgeordneter Genosse Heinrich Ströbel. Wahl der Delegierten zur KreiS-Geiicralocriammliiiig. Alt-Glienicke. Sonnabend, den 9. September, abends 8fi, Uhr, findet in Lahrs Restaurant, Köpenickcr Straße, eine außerordentliche Mit- glicdcrvcrsammlung statt. Tagesordnung: Stellungnahme zur Kreis« konfcrenz. Bericht der Gemeindevertrcter. Bercinsangelegenheiten.— Mitgliedsbuch legitimiert. Eichwalde. Sonnabend, den 9. September, abends 8'/, Uhr, bei Witte: Generalversammlung des Wahlvcrcins. Tagesordnung: Bericht des Gcmcindevcrtreters. Die skandalösen Vorkommnisse bei der Lebens- mittelvertcilunz. Stcllimgnabme zur Kreis- Generalversammlung am 10. September und zur Reichskonferenz. Wahl der Delegierten. Vereinsund örtliche Angelegenheiten.— Mitgliedsbuch legitimiert. Jugenöveranftaltungen. Schvncberg. JugendbildungSverein. Sonntag, 10. September: Spiclsahrt nach Zehlendors. Trcsspunkt morgens Uhr, Kaiscr-Wilhclm- Platz. Fahrgeld 90 Ps. Mittwoch, tü. September: Literarischer Abend. Thema:»Der Herbst." Ansang 8 Uhr, Hauplstr. 5. Silzungstage der Stadt- und Gemeindevertretungen. Britz. Freitag, den 8. September, nachmittags 5 Uhr. Tagesordnung: Schöstenwahl. Diese Sitzungen find össcntlich. Jeder Gcmcindcangchörige ist be- rechtigt, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. öriefkasten üer Redaktion. Altena 8ib. Das Attest muß die Beigissgenossenschaft zahlen.— M. A. L. 1893. Sie baben als Vater des unehelichen Kindes leinen Anspruch daraus.— M. K. E. 1. Sie müssen einen Paß haben. 2 Der Regicrungspräsident. 3. Ja. 1. Da Sie den Ort nicht angegeben haben, können wir die Frage nicht beantworten. Sie erfahren aber aus jeder Labnanskunitsst-llc den Fahrpreis. 5. Ja.— H. P. 999. 1. Nein. 2. Auch das ist kein Scheidungsgrund.— Kriegsbeschädigter 15. 1. Die Rente dürste etwa 75 Proz. betragen. Sie wird nach Ihrer Charge be- rechnet; wenn Sic Gemeiner, sind, würden Sie erhalten jährlich 105 M. Rente, dazu 180 M. Kricgsznlage und 321 M. VerstümmelungSzulagc. 2. Die staatliche Invalidenrente wird gezahlt bei dauernder Jnvatidität, die bei Ihnen als vorliegend erachtet werden muß. da Sie zum mindesten zwei Drittel crwerbsbcschränkt sind.— Pankow. Nein. —(f. Sch. 119. Eroßjährlgkeit tritt mit dem vollendeten 21. Lebensjahre ein.— M. G. 37. Das richtet sich nach Ihrem Einkommen; die Mi clsunterstülzung kann Ihnen dann eventuell verweigert werden. R. B. 31. Sie werden sich in Anbetracht der jetzigen Zeitverhällniffe noch etwas gedulden müssen. Setzen Sie der Firma eine Frist, in welcher sie Ihnen die Uhr zurückgeben muß. SVencrauSiichtc» für daö mittlere Norddeiltschlanb bis Sonnabend inittao. Im Norden neblig, sonst trocken uiid ziemlich heiler, nachts kühl, in den Tagesstunden überall mäßig wurm. Im Süden meist bewölkt und stellenweise etwas Regen. ElnUppcnliMmr/r mit Einsatz, Thermometer Tjag TR ond(i Federn w Konsswen- Gisset 1, Ltter SS 63 PI vi, i Ltter 73 1.00 1.10 ] A.Cfandorf&C Belle-Ailißnce-Strasse Gr. FronHfurter Strasse Brunnen-Strasse Kottüaser Damin U/limersclorfer Strasse Gelee-Giäser..... stnoc 16 Malzserste..... � 53 Pf. Juittelfühnerw2.95.3.l5 Rindflelscblnliciies Plsthflelstl! aui btilim Flilich Iriicher Flicht heo ggstillt....Plund 1.90 Weisskohl.................... Pfund 7 Wirsingkohl................ Pfund 12 Rotkohl....................... Pfund 1 2 Kohlrabi.......................Pfund 7 Kohlrüben.................. p�d 7 Mohrrüben................. �16 I» » < Pt Pf. Pf. Pf. Pf. Pf. 8=8 Zusendung ausgeschlossen Blumenkohl..........�25, 35 pf. Grüne Gurken........ stock 8.1 2 pf. Zwiebeln..................... Pfund 12 � Tomaten............... p�nd 52 75 pt Ä < i i* Bücklmge.......... ßäucher-Aai..... Oel-SareUnen... 81—WI Ql�i— ClbiH*�OMiH1W»>■ .Stack 15 Pf. .Bund 1,10 .Dose 1.03 Musgpfel.............. rr». 12.18pt Essäpfel...................... piu.d22pt Kochbirnen................. Essbirnen.................... pt,»-ZSp,. Pflaumen.................... p�24pt Pfirsiche...................... p,�SVp>. =8=3» <> I I I' ( I 1? Die Bekanntmachung des Oberkommandos in den Marken, betreffend Höchstpreise sür Bastsasernabsälle tritt am 8. September ISIS in Kcast. Die vollständige amtliche Bekanntmachung erfolgt an den Anschlagsäulen und in der.Norddeutschen Allgemeinen Zeitung". Berlin, den 8. September I9IS. 355. I. Mil. IS. Der PolizelprSftdeut. UezlrktiTerwaltaiig CiroB- Berlin. Nachruf! Hm 7. September er. erhielten wir die traurige Nachricht, dag unser Kollege, der angestellte BeitragSkassicrer sür die Bc> zirkc Charlotlenburg, Halensee, Schmargendorf und Wilmersdorf Wilkelm Rosenkranz Grenadier im 2. Garde-Gr.-Reg. Nr. 5 am 3. September 1916 infolge Verschattung(Quetschung beider Nnterfchenkel) im gelblazarett als Opfer des Weltkrieges vcr- ftorben ist. Wir verlieren und betrauern in dem so jäh Dahingeriffenen einen stets pstichltrcuen Mitarbeiter und Kollegen, der unS durch fein stets Ircundschastlich-kollegiales Verhalten in lieber Erinne- rung bleiben wird. 67/17 Die angestellten Kollegen. SoilZlöemk'Mliei'VsdjsmIiij Steglitz. Am 4. September starb nach langem Leiden unser stets treuer Genosse, der Chemigraph Max Roth. Ehre seinem Andenken l Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 9. September, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Steglitzer Ge- meinde-Friedhose» aus statt. Die Sänger treffen sich auf dem Friedhofe. Um rege Beteiligung ersucht 197/8 Der Tontand. nssai SoziaiileniokralischEFWaliiverBln [. d. S. Beriieidistagswahlkreis. 21. Abt. Bez. 766. Am Dienstag, deu 5. September, unser Genosse, der verstarb Schlosser üidwlx Nissel Brüsseler Str. 16. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 9. September, nachm. 3°/, Uhr, von der Leichen- b aste des Philippus-Apostel-Kirch« doses aus aus dem städtischen Friedhof Müllerstrage, Ecke See- straffe, statt 228/10 Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Nach kurzem Leiden starb mein herzensguter Mann, unser lieber Bruder, Schwager und Schwieger- soh» Adolf Kahr am 8. September im 40. Lebensjahre. Dies zeigt kiefdetrübt an Frau Annn Kahr nebst Hinterbliebenen. Die Beerdigung jwdet Sonn- abend, nachmittag« 4 Uhr, auf dem Apostel-PauluS-Kirchhos, Müller. straffe 44/45, statt. 1203b VeFii.d.MMF.Sctiiseideiissiieii Wd VkzcMeitff Medlaiidz Filiale Berlin. Unseren Mitgliedern hiermit zur Nachricht, dag der Herren- Maßschneider Adolf Kahr geb. 11. März 1878, am 6. September verstorben ist. Ehre seinem Andenken l Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 9. September, nachmiltags 4 Uhr, aus dem slädt. Friedhof, Müllcrstraffe, Ecke Seestraff«, stalt. 163/15 Die Orisverwaltung. EU Danknagnne. Für die vielen Beweise austichtiger Tcilnabme bei der Feuerbestattung unseres lieben Vater« und Schwieger- vaterS, des Kaufmanns Albort Jacobl sagen wir allen Verwandten und ve- kannten, der Firma Ferd. Nöseler, dem Wablveretn FriedrichShagen, so- wie den Herren Waldeck Manasse und ReichStagsabg. Stadthagen sür die Inhaltsreichen Worte unsern ties- gesühltesten Dank. lliae Eigendarf geb. Jacobl. Karl Eigendorf. Frtedrichshagen, Biltoriastr. 24. DentseberRelailaMer-yertiaiid Verwaltungsatelle Berlin. Den Miiglledern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Elektro- monteur Uiclwix Nissel (Brüsseler Str. 16) am 6. September gestorben ist. Ehre sciue« Andenken! Dle Beerdigung findet am Sonnabend, den 9. September, nachmittag« 3'/« Uhr, von der Leichenhalle des städtischen Fried- Hose», Müllerstraffe, Ecke See- straffe, aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet. �»edruf. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Schraubendreher �udolk Freyfag am 24. August und unser Kollege, der Schlosser Otto 8c?epaasky (Hussitenftr. 35) am 26. August gestorben find. Ehre ihrem Andenken! 122/6 Dt« Ortdverwaltnng. i während_ [| des Krieges[| Preis 40 Pf. Ein Buch, das Auskunft p™ 9 gibt Uber Famlllanuntar- 19 Usj stütxuna.WöchnepInnon.-»»- iintsrstutzung, Kaufver- RB tröge, Miete, Äbzahtungs-?? geschöfte, Arbeltsver.[91 trag, Familienrecht, Ar- belterversicherung, An- By9 gestellten Versicherung,}S! Zahlungefristen u. v. a.|9| Fragen, die das Rechts- nem Verhältnis berUhron Buchhandlung A Vorwärts nfi ] Beriln, Lindenstr. 3 fg] IISUSII9ISWS9 Sozialdemokratischer lahlverem Neukölln. Sonnabend, den 9. September, abends S'/a Uhr, in den Passage-Festsälen, Sergstr. 150: Aiißerordtl. GkiikriillikchmmlMg. Tagesordnung: 1. Die bevorstehende ReichSkonferenz. Reserent: Landtagsabgeordn. Genosse Heinrich Ströbel. 2. DiSlussion. 3. Wahl der Delegierten znr KreiSgeneralverfammlnng a« 1V. Jevtember. 4. Verschiedenes. Znfritt nur gegen Vorzeigung b-S in Ordnung beffudlichen Mitgliedsbuches. 239/2 Um zahlreichen Besuch bittet Bor Toratanck. ttr Zigaretten in vonügL Qualität, völlig verst., m. G.- u. o. Mundst. 1,8(a) 3(b) 4,2(o) 6,2(d) Pf. 1 1,30 1,90 3,30 3,70« 100 Sil 1 Vers. jed. Quant auz. Porto g.[ | Nachm. Ins Feld n. g. Voreins.| O. l-andan, Berlln-NeukSlln,| Kalser-Frledrioh-StraBe 42.*' Terwaltunz Berlin. Ted-Amt Moritzplatz 10623, 3578. Bureau: Rungestratze 30. Heute Freitag, den 8. September, abends 8'/, Uhr: LstTUng den OrtsverwaEtung. Sezirhs-Versäistnilnngen der Einsetzer Sonntag, den 10. September, vormittags 10 Uhr, in folgenden Lokalen: Bezirk 1: Kleine AudrraSstr. 10 bei Krnzrmana, » 3: Kopenhageiier Str. 74 bei UUeeehe. » 4: Neukölln, Rosen ftr. 24 bei Schenk. . 5: Bülowstr. 58 bei ITiemers. » ß: Ttaliver Str. 59 bei idlx. » 7! Charlottenburg, Wielandstr. 4 bei Dhnneaek. » 8: Malplaquetstr. 58 bei Ullrich. Lrsneken-Verssmmwngen: Rahmenmacher! Montag, den 11. September, abends 0 Uhr, bei Wählisch, Skalitzer Strafte 2S. Tagesordnung: Bericht von der Verhandlung über die Teuerungszulagen. Dienst« im Vergolder! den 12. September 1910, abends 0 Uhr, ewerkschastshaus, Engelufer 18, Saal 8. Tagesordnung: 1. Bericht über die Verhandlungen mit dem Arbeitgeberschutzverband. 2. Bericht von der Generalversammlung. 3. Branchenangelegenheiten. 90/13 nie OrtaTcrwaltang. niemand ist so klug Sind's die Augen Geh' tu Ruhnke! jedem Ärger und Verdruß au« dem Wege gehen zu können.Aberjenem täglich wiederlebrendenkteinen nerbSSmachenden Ärger mit schlecht passenden oder schlecht sitzenden Augengläsern können Sie sich ein für allemal ersparen, wenn Sie nur OplikerRuhnle'S garaniierieAugengläfer tragen. Wir garantierenZufriedenheit und tuen alle« 8c Sie, was überhaupt möglich zu machen ist. ir halten wa» wir versprechen, da« beweist nachstehende« Schreiben: Sehr geehrter Herr Ruhnke! Al« Ihr langjähriger, treuer Kunde sich wohnte früher in Friedenau) möchte ich nicht dersehlen, Ihnen meinen herzlichsten Dank au»- zusprechen für die aufmerksame Bedienung, die ich wieder einmal in Ihrer Geschäftsstelle am Alexanderplatz erfahren habe. Die große Mühe, die sich zwei Ihrer Herren Angestellten bei der S«wissenhasten tkostenlosen) Augenuntersuchung, ei der sorgfältigen Auswahl eine« goldenen der mög- haben, ...... j weiterbin Ihr dauernder Kunde zu bleiben und Ihre Firma in meinen Kreisen bei jeder Gelegenheit zu empfehlen. Weitgehendste Kulanz in Ver- bindung mit gediegenster Arbeitsleistung und mäßigem Preise ist Ihr Geschästsprinzip, eine Tatsache, die in dieser schweren Zeit sür ein Geichä st nicht hoch genug angeschlagen werden kann. Hochachtungsvoll ergebenst A. H......... Kgl. Seminarlehrer. OpttRer Rutixike, Berlin Leu: Joachimsthaler Str. 2 cm Zoo. Friedenau: Rheka-Skr. 18.«tf*«it4-sir. »«aenOder bei«alter-StSe. C. Mm Mlrxander-Platz neben«lchiiiger. Spiltelmarkt, eck« w-il-zu. Oranieo-Stt. 44, Ov-/. nah« Oranien-QUatz. W. Cint-Slt. 1, C. psbbaner Str. Friodrich.Slr. ISO, Eck« Zauben-etc. NW 5riedrich.Skr. 150, •1'"• Ecke Dorotheeu-Str. Chauffee-Str. 72, llnvallden-Str. 164. Ecke Brunnen. Str. Charlotteaburg: Tauenßien-Str. Ii, Ecke Marburger Str. Toachlmslhaler Str. 7. am Bahnhos Zoo. 'Lersntwortlichex SWalteiK; Llsred Wieiepp, Aeulöll». Lür Oeg gnieratemesi veranuo.: Th. Glocke. BeUm. Druck mVeriagtLorwärt« Luchdruckere» v. Deriagsanjtaü Paul Singer Li Co, Lerlm SÄf.