Nr. 253.-33. Jahrg. flbonnementS'Bedtngungen: atonnetnen!»- Sietf tttaumetanb» BicrleljäEjrL S.90 MI. moncul 1,30 Mt, wöchmllich 80 Psg. frei in» Hau». Einzelne Nummer S Pfg, Eonnlag». nunimer mil Muflrierier Konniag». Beilage.Die Neue Well' 10 Pfg, Post- Abanneniem: 1,30 Mar! Uro Monat, Eingetragen in die Paii. Zeitung»- Pre>?Iisie, Unter Kreuzband tür Teuiichland und Oelterrcich» Ungarn ?äO Marl, für das übrige Ausland t Marl pro Monat. Pastadannementt nehmen an Belgien. Dänemari, Holland. Italien. Luxemburg, Portugal. Riunänien. Schweden und die Schweig OWitim tägnu. Verlinev VolkesblÄkk. ( 5 Pfennig) Die Tnfertions'GebQbr teträgt für die sechsgespaliene Kolonel- seile oder deren Raum 00 Pfg. für holitilche und gewcrlschafiliche Vereins- und VersammlungS» Anzeigen 30 Pfg. „Kleine Anreisen", da» ictlgcdruckie Wort 20 P!g,(zulässig 2 setigedruitie Worte), jede» weitere Wort 10 Pfg. Siellcngcfuche und Schlafsicllcnan- zeigen das ersie Wort 10 Psg„ jedes wcucre Wort S Pfg, Worte über IS Buch- staben zählen für zwei Worte. Jnfcraie für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nallimiilags in der Expedition adgcgcdcn werden. Tie Expedition iji bis 7 Uhr abends geöffnet. Delegramm-Adresie: �»siiiiiltwohfil Berlli". Zentralorgan der fozialdemokrati fchen Partei Deutfchlands. Neüaktion: EW. HS, Linüenstraße Z. Fernsprecher: Am« Moritzplatz. Skr. 1S1S0— 1»k S7. Mittwoch, den 13. September 1V1S. Expedition: EW. HS, Linüenstraße Z. Fernsprecher: Am« Moritzplatz, Str. 151 90—151 97. Nichts als etwas Sozialismus. In das Stammbuch eines Nichts-als-Deutschen Soziali st en. Von Ed. B e r n st e i n. Alles kulturelle Leben und Wirken ist an das Dasein organisierter menschlicher Gesellschaften gebunden, kein per- sönlicher Wohlstand konnte und kann sich ohne die Grundlage solchen gesellschaftlichen Zusammenlebens entwickeln. Kein Mensch kann ein Kulturleben, wie bescheiden es auch sei, ohne diese Grundlage führen, keines Besitz oder Einkommen ist ausschließlich seinem persönlichen Verdienst zu verdanken. Arbeit vergangener Geschlechter, Arbeit der Mitlebenden steckt in allem, was das Leben jedes einzelnen über das tierische Dahinvegetieren erhebt. Diese Erkenntnissätze sind die sozialwissenschaftlichen Ausgangspunkte der sozialistischen Weltanschauung, sie bilden ober noch keineswegs ihre Besonderheit. Denn bis soweit werden sie auch von so ziemlich allen ernsthaft zu nehmenden Sozialwissenschaftcrn bürgerlicher Partcistcllung untcrschric- den. Was die sozialistische Lehre von den Theorien dieser letz- teren unterscheidet, ist die folgerichtige Weiterführung jener Grundgedanken in der Anwendung auf das soziale Leben der Gegenwart und die Forderungen und Ziele, die wir aus dieser Anwendung ableiten. Die sozialistische Lehre stellt fest, daß die kapitalistische Produktion und die auf ihr beruhende Ver- kehrswirtschaft zwar die Trennung der produzierenden Klassen vom Eigentum an ihren Produktionsmitteln ungemein �gesteigert, aber gleichzeitig den Umkreis der gegenseitigen gesell- schaftlichen Abhängigkeiten um so mehr erweitert hat. Die Menschen sind- in den Bedingungen ihrer Arbeit und. ihres Genusses mehr als zu irgendeiner früheren Zeit von dem regelmäßigen Arbeiten eines sozialen Organismus abhängig. der in früher uichekannter Ausdehnung eine ungeheure Zahl von Einzelunternehmiingen aller Größen umfaßt, die schein- bar voneinander unabhängig, tatsächlich aber durch unzählige sichtbare und unsichtbare Fäden miteinander verbunden sind. Aus dieser gewaltigen Zunahme der wirtschaftlichen und so- zialen Abhängigkeiten leitet der Sozialismus die Forderung der Anerkennung der Solidarität auf allen Gebieten des Ge- sellschaftslebens ab. Das heißt, die heute das ganze Gesell- schaftsleben durchdringende direkte und indirekte Abhängig- keit der Kulturnienschen voneinander soll vermittelst Einrich- jungen und Maßnahmen, welche es unmöglich machen, daß einzelne oder Verbindnugcn von solchen sie ausbeuterisch aus- nutzen, zu einem Zustand wahrer sozialer Gegenseitigkeit übergeleitet werden. Der sozialistischen Weltanschauung widerspricht also vor allem der Gedanke, der in den Worten„jeder ist sich selbst der nächste",„jeder ist seines Glückes Schmied" und dergleichen Niederschlag gefunden hat. Wohl anerkennt sie, daß unter den heutigen Verhältnissen eine gewisse wirtschaftliche Selbst- Verantwortung besteht, die der einzelne nicht ungestraft ver- nachlässigt. Aber sie begrenzt den Begriff und Grad dieser Selbstverantwortung, wie sie umgekehrt auch den Begriff des Emporsteigens durch eigenes Verdienst begrenzt. Ganz ab- gesehen davon, daß kein Mensch die Eigenschaften, die ihn zum Aufsteigen befähigen oder zum Versinken verurteilen, sich selbst gegeben hat, wissen wir zu gut, von wie vielen außerhalb dieser persönlichen Eigenschaften liegenden sozialen Umständen Versinken und Aufsteigen in jedem einzelnen Fall bestimmt sein können, um unbesehen in dem Hcrabgekommenen einen sozialen Verbrecher zu verachten und in dem Emporkömmling einen Menschen von sozialem Ver- dienst zu verehren. Wir werden nicht jedem Bettelbruder ohne weiteres glauben, daß er lediglich ein Opfer der Ver- Hältnisse sei, und wir werden noch weniger jedes reich Gc- wordenen Erklärung, er verdanke seinen Reichtum nur feiner Tüchtigkeit, als Evangelium gelten lassen. Diese Erkenntnis der sozialen Abhängigkeiten setzt der Sozialist in soziale Gesinnung um, die ihre Echtheit dann beweist, wenn sie entsprechende Betätigung wird. Diese heißt heute wirtschaftliche Organisationsarbeit und politische Propaganda und Aktion zur Verwirklichung demo- kratischer Solidarität. Jemand, der sich um nichts anderes kümmert, als um Erwerb und Beruf, der als Arbeiter nichts als Lohnempfänger, als Angestellter oder Beamter nichts als Gehaltsbezieher, als Geschäftsmann nichts als Profitein st reich er sein Ntll und danach handelt, mag noch so tiefgehende soziale Erkenntnis haben, er ist aber darum noch ganz und gar nicht Sozialist. Wenn er ein Arbeiter ist und sich rühmt, nichts als Lohnempfänger zu sein und sein zu wollen, an nichts, als an seinen persönlichen Verdienst zu denken, dann wird es allerdings auch mit seiner sozialen Erkenntnis nicht weit her sein. Denn schon ein wenig soziales Erkennen würde ihm sagen, daß, wenn alle seine Kollegen nach diesem Grundsatz han- delten, ein allgemeines Sinken der Lohnsätze die unausbleib- licbe Folge sein würde. Sie würde ihm sagen, daß ausschließ. liches Sinnen auf den eigenen Verdienst zur Versündigung an seiner Klasse werden kann, daß sich die aus den sozialen Zusammenhängen hervorgehende Solidarität, wie Lassalle einmal schreibt, wohl verkennen, aber Ignorieren läßt. Es gibt aber nicht nur eine Solidarität der Klasse inner- halb der Nation, sondern auch eine Solidarität der Klasse über die Grenzen der Nation hinaus und eine Solidarität der Völker im allgemeinen, und auch diese ist heute stärker als zu irgend einer früheren Zeit in der Geschichte. Hat sie sich in der Zeit vor dem Kriege mehr wirtschaftlich als politisch kundgetan, obwohl es auch auf dem letzteren Gebiet an sehr empfindlichen Rückwirkungen der gegenseitigen Abhängig. keifen nicht gefehlt hat, so sehen wir sie jetzt im Weltkriege sich in der greifbarsten Weise offenbaren. Niemals in der Geschichte der Menschheit hat ein Krieg Völker, die ursprünglich ganz unbeteiligt an ihm waren, so schnell und so weithin in Mitleidenschaft gezogen wie dieser Krieg. Wo in aller Welt ist ein Land, das nicht in der einen oder anderen Weise empfindlich von ihm betroffen worden wäre? Ueberall, in den beteiligten und in den unbeteiligten Ländern, in den blockierten und in den blockierenden Staaten ist Verteuerung des Lebensunterhalts der breiten Volks- masse mit allerhand schweren Schäden für unzählige kleine Existenzen eingetreten, und wie der Krieg schon jetzt mehr als die doppelte Zahl der Länder erfaßt hat, zwischen denen er seinen Anfang nahm, so fühlt kaum ein heute noch neutrales Land sich dagegen gesichert, eines Tages in die direkte Teil- nähme an ihm hineingezogen zu werden. Und wenn da bei den Regierenden oft Beweggründe den Ausschlag geben, die niit dem Volksinteressc blutwenig zu tun haben, oft sogar im krassen Widerspruch zu ihm stehen, so fehlt doch in ihren Er- klärungen selten der Hinweis auf ein wirkliches Interesse ihres wie jedes Volkes— Sicherheit— und entbehrt er nicht immer einer sächlichen Begründung. Haben wir doch gar manchmal schön vor dem Kriege es zu verspüren bekommen, wenn irgendein diplomatischer Konflikt bedrohliche Gestalt annahm, von welcher durchgreifenden Bedeutung für den Wohlstand der Völker Sicherheit gegen Krieg und Kriegs- gefahr ist Was aber waren die damaligen Erschütterungen gegen diejenigen, die den' Völkern dieser Krieg gebracht hat? Und noch ist nicht abzusehen, wann er ein Ende nehmen und wie dieses Ende aussehen wird. Eines aber zeichnet sich immer deutlicher ab: der Krieg wird sich um je länger hinziehen, je länger die Kriegführenden die. Sicherung gegen seine Wiederholung in der Vergewalti- gung der Gegenseite und gewaltsamer Unterwerfung von Völkern oder Volksteilen suchen, und er wird um so eher sein Ende finden, je eher die Erkenntnis von der Solidarität der Völker allgemein als Richtschnur für die Bemessung der Kriegsziele Anerkennung findet. Niemand äst mehr dazu be- rufen, dieser Erkenntnis Anerkennung zu verschaffen, als die Partei des Sozialismus, als die Sozialdemokratie. Und so- fern sie sich nur ihrer Mission voll bewußt bleibt, ist auch niemand mehr dazu geeignet als sie. Wer das vergißt, wer in dieser Situation sich hinstellt und nach dem Muster Konrad Haenischs mit der Erklärung „Ich bin jetzt nichts als Deutscher" Annexionen nach rechts und links predigt, der hat nicht nur ein S t ü ck des Sozialis- mus, der hat den ganzen Sozialismus a b g e- streift. Man glaube doch nicht, daß sich mit Fundamental- grundsätzen Schacher treiben läßt. In dem Augenblick, wo man von ihnen ein Stück preisgibt, gibt man sie ganz preis. „Wehe der Demokratie," schreibt Lassalle in„Der italienische Krieg und die Aufgabe Preußens",„wenn sie jemals von der Politik der Prinzipien abließe. Ihr ist nicht, wie den Kabinetten, die Politik der Umstände, der Auskunftsmittel, des Prinzipienbruchs gegönnt. Ihre ungeheure Macht, aber auch ihre ganze Existenzfähigkeit, beruht auf der Politik der Prinzipien und auf der Treue, mit der sie an denselben hält." Die Geschichte hat ge- zeigt, wie sehr diese 1859 geschriebenen Sätze ins Schwarze trafen. Tatsächlich heißt nichts-als-Deutscher sein in der Praxis weniger als Deutscher sein, sofern dieses letztere Wort be- deuten soll, für das Wohl des deutschen Volkes eintreten. Keine Nation kann sich aus dem Völkerverbande willkürlich loslösen, keine kann daher sich über Pflichten hinwegsetzen, ohne deren Beobachtung ein friedliches Zusammenleben mit den anderen Nationen unmöglich wäre. Von der Art, wie eine Nation diesen Pflichten gerecht wird, hängt die Achtung und Liebe ab, die sie im Verbände der Nationen genießt. Das erkennen im Prinzip sogar die Bourgeoisparteicn und die Regierungen an. Jede ist sehr darauf bedacht, in ihren Er- klärungen darzutun, daß sie nicht bloß die Interessen ihres Landes, sondern die Interessen aller Länder wahrnimmt oder wahrzunehmen sucht. Nur daß verschiedene sich für be- rufen halten, aus eigener Vollmacht zu bestimmen, was im Interesse der Allgemeinheit liegt. Hier gilt aber der gleiche Gedanke, der in des Dichters„Noch ist kein Fürst so sich gefürstet" Ausdruck findet. Keine Nation oder Koalition I steht so hoch über allen andern, „daß sie allein in ihren Händen die Schale allen Rechtes hält, davon den Völkern auszuspenden so viel, so wenig ihr gefällt". Immer werden sich die Völker gegen solche Bevormun- düng auflehnen, nie Verden sie sich den Regelungen willig unterwerfen, die eine einzelne Nation oder Nationengruppe, nicht ungestraft! auf die Macht der Waffen gestützt, ihnen aufzudiktieren sich 'vermißt. Der Ausgang der Schöpfungen Napoleons 1-, der doch immerhin eine für seine Zeit große Idee vertrat, spricht hierfür Bände. Wenn also Haenisch herkommt und uns erzählt, er sei vor dem Kriege„ein glühender Internationaler" gewesen, nun aber ein ebenso glühender„nichts-als-Deutscher", so be- kennt er damit nur, daß ihm die besagte Glut' seines Emp- sindens verschiedene Teile seines'Denkorganismus aus- getrocknet hat. Der Gang der Ereignisse kann uns das. Ge- wicht einzelner Tatsachen anders einschätzen lassen als vor- her, er kann aber, sofern wir nur noch etwas, sozialistisches Denken uns bewahrt haben, nicht eine soziale Erkenntnis auslöschen, der die Erforschung der ganzen Entwicklung der Kultur zugrunde liegt. Wo er diese Wirkung hat, da war die Erkenntnis überhaupt nicht tief eingedrungen, da tritt Stroh- feuer an die Stelle von Strohfeuer. Das mag. sich Konrad Haenisch ins Stammbuch schreiben, und merken mögen es sich alle, denen die von ihm gepredigte neue Weisheit in etwas weniger unverbrämter Gestalt beizubringen versucht wird. Nicht das Erzeugnis einer Stimmung, die der Tag zeitigte, sondern das Ergebnis tiefgreifender Gefchichtskenntnis ist der Ausspruch unseres unvergeßlichen Jean Jaurds:„Ein wenig Patriotismus entfernt von der Internationale, viel Patriotismus führt zur Internationale zurück." Der Tag wird kommen, wo diejenigen als die besten Freunde des deutschen Volkes werden erkannt werden, die unentwegt an den Grundsätzen der Internationale fest- g e h a l t e n h a b e n.(z) die Vorgänge in Griechenlanö. Faimis Rücktritt. Athen, 12. September.(W. T. B.) Reutermcldung. ZaimiS ist zurückgetreten. Genf, 12. September.(W. T. B.j Nach einer HavaS- Meldung ist das gesamte Kabinett ZaimiS zurück- getreten. « Die Reutermeldung teilt lakonisch mit, daß der griechische Ministerpräsident ZaimiS zurückgetreten sei. Sonst fehlen noch Nach' richten über diesen Vorgang, und da das griechische Post- und Tele- graphenwesen jetzt völlig in den Händen der Ententemächte ist, wird man wohl kaum sobald die Möglichkeit haben, ein wahrheitS- getreues Bild von den letzten Ereignissen in Griechenland zu er- langen. Nach den ziemlich lückenhaften Berichten, die in den lctzrcn Wochen aus Griechenland in die europäische Presse gelangten, kann man sich nur ein annäherndes Bild der gegenwärtigen Zustände in Griechenland machen. Diese Zustände sind bekanntlich nach dem Eintritt Rumäniens in den Krieg besonders kritisch geworden. Von den Ententemächten wurde damals fieberhaft daran gearbeitet, Griechenland zum Au- schluß zu bewegen, um der Armee Sarrails Bewegungsfreiheit nach Norden und Nordosten zu verschaffen. Der Versuch mißlang, obwohl er von einer starken Partei, an deren Spitze Venizelos steht, unterstützt wurde. Immerhin hatten die zum Kriege drängenden Elemente mehrere Erfolge zu buchen. Der Chef des Gcneralstabcs DuSmaniS und sein Gehilfe Metaxas, die gegen den Krieg waren, wurden ihrer Posten enthoben. Und in Saloniki kam es zu einem Aufstand, dessen Führer sich offen für die Ziele der Entente und die Notwendigkeit ihrer aktiven Unterstützung erklärten. In dieser Situation sah das Ministerium ZaimiS seine Aufgabe darin, durch fortgesetztes Entgegenkommen gegen die Forderungen der Ententediplomaten die Entscheidung nach Möglichkeit hinaus« zuschieben und zugleich den Anhängern VcnizeloS' den Boden unter den Füßen zu entziehen. Ob hierbei, wie in der Presse gemeldet wurde, ZaimiS auch darauf ausging, den König allmählich für die Politik Venizelos' zu gewinnen, mag, dahin- gestellt bleiben. Un« dünkt, daß eS im gegenwärtigen Augenblick nicht mehr angeht, die griechischen Ereignisse allein unter dem Gesichtspunkt des Gegensatzes zwischen dem König und VenizeloS zu beurteilen. Die Verhältnisse auf dem Balkan haben in den letzten Wochen eine so wesentliche Verschiebung erfahren, daß die Gegensätze in Griechenland selbst wesentlich gc- mildert werden durch die den Staatsmännern aller Richtungen ge- meinsame Furcht, zu der„Neuordnung" der Balkanvcrhältnisse nicht zugelassen zu werden, wenn sie jetzt keine klaren Entscheidungen treffen. Hierzu kommt freilich noch der ungeheure Druck, den die Ententemächte auf militärischem, wirtschaftlichem und politischem Gebiete auf Griechenland ausüben, um es mit Gewalt ihrem Willen gefügig zu machen. Unter diesen Verhältniffen hängt die Beurteilung der durch den Rücktritt von ZaimiS geschaffenen Lage davon ab, wer an seine Stelle tritt. Ist sein Nachfolger Venizelos, so ist die Lage klar und eindeutig, denn ein Ministerium VenizeloS bedeutet wenn auch nicht unbedingt Krieg an der Seite der Entente, so jedenfalls volle Ga- rantie gegen irgend welche Ueberraschungen von griechischer Seite gegen die Entente. Tritt aber ein anderer das Erbe von ZaimiS an, so kann daS unter den obwaltenden Verhältniffen nur bedeuten, daß die Gegner einer definitiven Entscheidung vorläufig noch die Oberhand behalten haben. der druck öer Entente. Athen, 11. September.(W. T. B.) Havas. Die Unter- suchung des Attentats wird tatkräftig fortgesetzt. Die ZaimiS überreichte Verbalnote, die die Forde- rungen der Entente enthielt, war nicht in die Form eines Ultimatums gekleidet aber trotzdem sehr kategorisch. Die Gesandten sind von der Ausrichtigkeit Zaimis überzeugt, dem sie von der Gefährlichkeit der geheimen Organisationen Mitteilung machten, die der Kontrolle der Regierung entgehen und eine Lage schaffen, aus der anarchische Zustände hervor- gehen. Die Tarsache, daß die Bünde eine Gefahr für die innere Lage Griechenlands bedeuten, wurde der Regierung vom Vierverband schon lange vor den Ereignissen der ver- gangenen?!acht klar gelegt. Bern, 11. September./. Uhr: Zahlabend bei Wahrendors. Ober-Echönewride. Heute abend 8ff, Uhr: Zahlabend für die Be- zirke 1, 1 a, 2 s bei Schüffler, 2 bei Kieinke, 3, 4, d bei Warnck«, 6, 6 s und 7 bei Kerber. Weistensee. Die heuttge Mitgliederversammlung findet bei Masche, Berliner Allee 2M. statt. Tagesordnung: Fortsetzung der Diskussion über die LcbenSmittelbeschastung durch die Gemeinde. Reinicke«d»rf-Vft. Heute abend 8'/. Uhr, bei Tadan, Refidenz. straßelllt: Gemeinsamer Zahlabend. Tagesordnung: Vortrag de« Ar- beitcrselrctärS Stadtv. Adolf Ritter: Di« Aenderung der Sozial- gesetze während de» Kriege«. Borsigwalde- Wittenau. Mittwoch, den 13. September, abends 8'/, Uhr: Gemeinsamer Zahlabend bei Wilhelm Schulze, Schubartstr. 3g. Kaulsdors-BieSdorf. Der gemetnsame Zahlabend findet heute, Mittwoch, den 13. September, abends 3'/, Uhr. in Biesdorf, KSnigstr. 120, Restaurant.SchillersSI«'(Jnh.«. Will«) statt. Tages. ordnung: Bericht von der KreiSkonferenz. Verschiedene«.— Zahlreiche« Erscheinen erwartet_ Die Bezirksleitung. Iugenöveranftaltungen. «dlerShof. Sonntag, den 17. September ist», vormittag« 10 Uhr, im Jugendheim, BiSmarckstr. 3t, Hos parterre: Jugendweihe. Die Teilnahme ist kostenlos. Sonntag, den 24. September, nachmittag» von 3 Uhr ab, im Lokal von Lehmgi-übner. Adlergestell und vlsmarckstraßen- Eck«: Schul- entlassungSIeier. Für ein reichhaltige« Programm ist besten» gesorgt. Lille schulentlassenen Kinder nebst ihren Angehörigen find herzlich willkommen. Vortragsordnung: Gesang, Festrede, Rezitation, Lieder zur Laute, Mandolinen-Konzert, Theateraufführung und Vorführungen von Volkstänzen. Programm 10 Ps. VitzungStag« der Stadt- und Gemeindevertretungen. Borfigwalde-Wtncna». Donnerstag, den 14. September, nachm. b Uhr. im Rathaus-. Diese«ttzuitge» sind»sseniNch. Jever«eweindeongehleige sil de- »echttgt, ihnen»l« Zuhörer beizuwohnen. Abt. Llorde» , Nordwest . Westen , Neukölln . Dempelhof , Lichtender, , Hohen-Tchönhansr« Berliner«rbeiter-Schachtlnd. jcd. Freitag 8'/, bei Nebel,.Meiallarbeiierbirse", Maxstr.12. .. Gocdel, Puilitzstr. 10. ienirum jed.DienSiag Donnerstag Baetzler, Karlsbad 17. Ecke Flottwellstr. Schröder, Schierke-, Ecke Vodestr. Martendorf, Resianr. KSnigstr. 44. Möz, Sonntag-, Ecke Lenbachstr. Marquardt, Berliner Str. 86. �ste» , Hahn, Lintenstr. 77. ag,, Rohde, Gr. Frankfurter Str. 52. Freitag, den 15. d. M., abends 8'), Uhr. im Lokal von Goebel, Putlitz- straße 10,(flr den Stadtbezirk.Moabit": UnterhaltungSabend. Jeder Schachfreund ist hierzu sreundlichst eingeladen. Eintritt und Teilnahme srei. Arbeiter-Sinmarlterbund. Am Sonntag, den 17. Sevtember, vor- mlltag» 10 Uhr, findet in der Köpenicker Straße 62 eine Konserenz der Delegierten de« KrelscS Brandenburg statt. Mitglieder als Gäste haben Zutriit. Der Denttche ilrbetter-Wanderdund»Di« Naturfreunde«»er- anstaltei am Sonntag, den 17. September, feine letzte diesjährige Ober- fpreewaldfahrt von Bettchau über Burg(Kirchgang der Wenden) nach Lübbenau. Teilnehmerkarten I sür Nachtlogi« mit Bett und Frühkaffee, Mittagessen, Bahn und Kahnsahri 10,50 M., II. statt Bett Strohlager und ohne Mittagessen 6,76 M, III. sür Nachzügler 5,75 M. Abfahrt Sonn- abendabend 6.50 Uhr. Nachzügler mit Karle III) Sonntag früh 6.45 Uhr bi» Vetschau. Kartenverkauf bei Fritz Kruse, Engeiuser 15; Heyse, Boyenstn 19. Mariannenstr. 11; Horsch, Eingegangene Druckschriften. Der»Führer durch da» preusttschr Einkommensteuergesetz« ist soeben in neu durchgesehener Auslage herausgekommen. Daß er sich al« ein guter Berater in Steuersragen erwiesen hat, beweist allem schon der Umstand, daß bisher 80 000 Exemplar« oerkauft worden siikd. Wir können jedem preußischen Steuerzahler dringend empfehlen, sich das Büchlein an- zuschastcn. ES kostet 40 Pf, und ist in jeder Parteibuch Handlung zu kaufen oder direkt vom Verlag Buchhandlung vorwärts, Paul Singer(3. m. b, H., Berlin SW. 68, zu beziehen. Sriefkaften öer Reüaktion. Sl. v. chit. Wir können Misere Beantwortung nur wiederholen: Die Erben hasten sllr die Bestattungskosten, in dielem Falle also, wenn die Stiefmutter stirbt, deren Verwandle al« Erben. Für die Miete hasten cbensall« die genannten Personen,— M. 53. ES wird nichts andere« übrig bleiben, al« stch vom Vaterländischen Frauenvercin eine Heilstätte sllr Ihre Frau anweisen zu lasten.— F. R. IN. Wenn Sie Invalidität bei Ihrer Frau al« vorliegend erachten, so muß Ihre Frau dem VerficherungS- amt mitteilen, daß sie ihren Antrag nicht zurückzieht, sondern um eine Eni- scheidung ersucht.— St. T. 8. In den Ehen, die nach 1300 geschloffen sind, bat der Ehemann daS Verwaltung«- und Nutznießungsrecht an dem eingebrachten Ehegut der Frau. Ein GütertrennungSantrag muß notariell oder gerichtlich abgeschlossen werden.— Z. 7. In diesem Falle drei Monate. R. G. Flandern. Auch Ihnen kann die Wohnung gekündigt werden und sind Sie, wenn die Kündigung vertragsgemäß erfolgt ist. zur Räumung der Wohnung verpflichtet. Durch eine klage würden Sie sich ununötige Kosten verursachen.— R. F. 15. Wir können uns Ihrer Anfrage nicht mehr erinnern und ersuchen Sie, die Frage nochmals zu wiederholen.— E. G. IVO. Wenn die Kündigung ordnungsgemäß erfolgt ist, muß die Wohnung geräumt werden. — F. F. LS. Sie müssen flch an da« BezirkSkommando I w Berlin wenden.— B. H. 34. 125 Mark monatlich.— Pankow S4. Venn die Vaterschaft anerkannt ist und der Valer bisher das UnierhaUSgild für da« Kind zablte, können Sie Antrag auf Unterstützung bei der zuständigen Steuerkafft stellen.— A. B. 57. 1. Sie find zum Unterhalt der Frau verpflichtet, wenn die Ehe nicht geschieden ist. 2. Ja, das tft«in Scheidung»- grnnd, wenn Ihre Frau Sie böswillig verlaffen hat.— Musterung ISIK. Dienstuntauglich wegen Mißgestaltung, beträchtlicher Eindrücke, G-webSveeluste oder anderer schwerer Schäden am Schädellnochen.— ®r. 64. Sie haben nur Anspruch aus 3,60 Mart und können deshalb keine Klage einleiten.—.H.®. Die Schwägerin hat Anspruch aus Unterstützung. Der Antrag muß beim Magistrat in Hamborn gestellt werden. Der zum Militärdienst� Eingezogene mutz den UnIerstützungSschein vom Trupventeil an Sie einsenden. — H. K. Bcethovcnftr. 1. Wenn der Wirt Ihrem verlangen nicht stattgibt, müßten Sie sich an da« Polizeirevier wenden.— A. K. III. ArbetlSverwendungsfähig im Felde.— F. 300. Wenn Sie nicht zum Anspruch aus Kriegsunterstützung sür da« Kind. 2. Die Kinder find nicht österreichische Staatsangehörige geworden, sondern Deutsche geblieben.— St. 16X8. Ja.—«. Z. 1001. Mietsunterstützung wird Ihnen in diesem Falle sicher nicht gewährt.— H. St. 32, Landsturmpflichiig, Herz. sehler und Plattfuß.—«. H. 50. Die Forderung ist verjährt.—®. B. 17. 1. Sie müssen jetzt erst eine Entscheidung des Versicherung»»«»«! abwarten.— 8. Ja. SoziaidefflokraflseliffViMTenig I. d. iBerLRelehstaasvalitkreis. Stralauer Viertel. Bezirk SOS. Den Mitgliedern zur Nachricht. daß unser Genoffe. der Maurer L.<)iiis Wunderlich gestorben ist. Ehr« seine»»ndenke» k Die Leerdignng findet h«« t« Mittwoch, nachmittag» 3 Uhr, von der Hall« de« Zentral- FriedhoseS in Friedrichsseide au» statt. 216/4 Um regt Beteiligung ersucht Der vorstand. Nachruf. Am 0. September verschied nach langem, schwerem Leiben unser Bahntransporteur Louis Wunderlieh. Er war un« stets ein fleißiger. umsichtiger Mitarbeiter und hat fein.. Wesen...——»— seiner Kollegen erworben. Wir werden sein Andenken flet« in Ehren halten. 1SS0b Die HnnptexpetzMeU de»„LsrwSrts". yerband der Ireien Gast- nd Schankwirte Deotsehlunls. Zahlatelle Berlin. Die Ottsverwaltung bringt den Mitgliedern zur Kenntni«. daß unser Schttsffllhrer, der Kolleg« Kaii Grumbach (Ouitzowstr. 120. Bezirk 1) am 10. Septemier an den Fotgen einer schweren Operation verstorben tft. Ehre seine« Andenke»! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 14. September, nachm. 4'/, Uhr, von der Halle des PHUippuS-Apostel-Kirchdoset, Müllctttruge, au» nach demflädtl- scheu Friedhof statt. Um rege Beteiligung ersucht 74/18 vi» Örttverwaltvng. Al« Opser de» Weltkriege« fiel am 28. 8. 1916 uns« Wetter Kollege, der Klempner »an» Gesell« Ein ehrende« Andenken bewah- ren ihm die Kollegen der Maximall-Atztzarate-Fabr». Vlücherstr. 12. 1232b Dentseiier Bezirktverwaltung Brod-Barlle. Den Mitgliedern zur Nachttcht, daß unser Kollege, der Hau«- diener Ludwig Qebeler von der Firma B. Feder, Brunnen- straße 1, am 9. September im Atter von 55 Jahren ver- storbe» ist. Ehr« seinem Andeulen! Die Beerdigung findet heute Mittwoch, den 13. September, nachmittaa« 8'/, Uhr, von der Leichenhalle de» städtischen Fried« hose« In Friedrlchsselde an« statt. Den Mitgliedern serner zur Nachttcht, daß unser Kolleg«, der Droschkenführer prito Gräber am 9. September im Atter von 49 Jahren verstorben ist Ehre seinem Andenke«! Die Beerdigung findet moreen Donnerstag, den 14. September. nachmittag« 4>/, Uhr. von der Leichenhalle de» ftädt. Fttedhose« in FttedttchSfelde au« statt. 67/20 Die Bezlrkiverwaltang. Deutscher Baoarhelter-Yertand Xweirvereln Berlin. Bezirk Osten I. Am 9. September starb unser Mttglied, der Putzer Louia Wunderlich im Alter von 64 Jahren. Ehre seine« Andenke» i Die Beerdigung findet Hütt« Mittwoch, nachmittag« 8 Uhr, aus dem Zentral- Fttedhvs FttedttchSfelde statt. Reg« Beteiligung erwattet 142/18 Ol*«rtllche Verwaltung. Für die vielen Beweis«»er,. licher Teilnahme bei der Be- erdigung unsere« lieben Eni- schlasenen, de» Gastwirts Friedrich Hoffmeister sagen wir allen, insbesondere dem Verband der freien Gast- Wirte, dem Rauchklub.Flottda" sowie Herrn Richard Wiehl« für die erhebenden Worte am Sarge unseren innigsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Fomilie Georg Wolffgrnmm. DentscherHetailaMr-VeM Verwallungeatello Berlin. Nachruf. Den Mitgliedern zur Nachttcht, daß unierr Kollegin, die Metall- arbeiterln Luise Lggert in Köpenick am 27. August, und unsere Kollegen, der Schloffer �doik Schlüter am 30. August, und der Schloffer Paul Lehmann Schmtdstr. 21, am 5. September gestorben find. 182/12 Ehre ihre« Andenken! Die Ortaverwaltazic. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meine» Mannes, unsere» Sohne», Schwieger- söhne«, Schwager» und Bruder» Max Roth sagen wir ollen Beteiligten, in»- besonder« dem Verband der Lilho« grapben, dem Wahlverein Sieglitz, den Sängern, sowie den Kollegen der Firma Frisch unseren herzlichsten Dank. 150A W». Else Roth geb. Weisheit und Anverwandte». Markenl r.n..ii«s-ro t jiliüMMJ ä hAmbuwq. i:* während des Krieges Preis 40 Pf. Ein Buch, das AuskonH gibt Uber Fsmlllsnunisr- stUtaung.Wtfehnsrlnnan* ! unterstutxung, Kautvar« «rMas,Mls«S|Abaahlunfl0. fissohMfts. Arbailsvar» ran, Famlllenrocht, Ar» | baltarvspslahapung, An« Sastalltenvarslaharung, ahlungsfrlstan u. v. a. Pragan. dla das RaoMs- varhKItnla barUhran Buchhandlung Vorwärts n BBrlin, Undenalr. 3 IIIBIIIDBIll Sammelt Obstkerne für die Ochetvmmmg! 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