Nr.27Z.-33.I-I,rs. HbonnemcntS'Bedlnpngen: Udonnements• PreiZ viänumercmdo Lierteljährl. 3L0 MI, monall. UM MI. wöchentlich 30 Psg. ttei ms Haus. Einzelne Nummer ö Vig. Eonnialis. nunimer mit illustrierter Sonnmas- Beilage.Die Neue Seif 10 Sfg. Post» ktbonnemenl! 1,30 Marl pro Monat. Eingetragen in die Post. Zeitungs» Breisliiie. UiUer Kreuzband für Deutschland und Leslerreich. Ungarn 2.b0 Marl, für dos übrige Ausland i Marl pro Monat, Postabonnemews nehmen an Belgien, Tänemarl, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal. Kittnaiiieii. Schweden und die Schweis 5 Pfennig) Die InleriionS'Gcbüljr AekZgl für die sechsgespallene Kolonel- »eile oder deren Raum 60 Psg,, für politische und gewerlschaftlichc Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 30 Pig, «Kleine Hnzcigen", das icttgedrulile Eon 20 Psg,(zulässig 2 settgedrullte Corte), jedes weitere Wort 10 Psg, kiellengesuche und Schlafslellenan- zeigen das erste Wort 10 Psg,. jedes weitere Wort SPfg, Worte über IS Buch- staben zählen für zwei Worte, Jnseraie für die nächste Nummer müssen bis S Uhr nachmittags in der Expedition »dgegeden werden, Tie Ervedilion ist dis 1 Uhr abends geöffnet. kllchillll lögllch. Verlinev VolltSblskt. Delegramm-Adresie: „SoziaiiicmoKrat Berlin". Zctitralofgan der rozialdemokratifchen Partei Deutfchlands, Neüattion: EW. 6$, Linöenstraße 3. sifernivrecher: Amt MoritzvlaU. Nr. 151 90—151 97. Freitag, de« 6. Oktober 1916. Expedition: EW. 68, Lmdenstraße 3. pferusvrecher: Amt Moritjvlast. Nr. 15190—15197. Weltpoiitifthe Schriststellerei. Aus Amsterdam schreibt man uns: Die„Frankfurter Zeitung" hat am 26. September einen Artikel des Herrn„ D r. M a x R o I o s f" in Breslau über die Unruhen in Niederländisch-Jndien veröffentlicht, der in der niederländischen Presse, namentlich auch in Organen, die nicht als deutschfeindlich bezeichnet werden können, entrüstete Pro- teste hervorgerufen hat. Nach dem Artikel dieses Herrn, der als besonders guter Kenner der niederländischen Kolonien und früherer einflußreicher Funktionär ihrer Verwaltung austritt, wäre der jetzige Aufstand in Djambi keine vereinzelte lokale Erscheinung, sondern eine Episode einer sich allerorten zeigen- den Bewegung der eingeborenen Bevölkerung und seine Ur- fachen wären in einer ungewöhnlichen Mißverwaltung, Aus- beutung, Vernachlässigung und Vergewaltigung der Kolonie zu suchen, Nun ist schwerlich zu verkennen, daß die Unruhe unter den Eingeborenen an zu viel Orten hervortritt, als daß man lediglich an zufällige Ursachen glauben könnte. Die Formen ihrer Aeußerung sind sehr verschieden und gehen von reli- giöser, politisch-autonomistischer und separatistischer Agitation bis zu jenen, nicht sehr bedeutenden und in ihrer Isolierung zur Niederlage verurteilten gewaltsamen Versuchen. Wo Rauch ist, ist auch Feuer, und es ist vollkommen glaubhaft, daß die letzte Ursache aller der Bewegungen das kapitalistische Ausbcutungssystem ist, das die Seele auch des holländischen KolonialisniuS ist. In diesem Sinne sind die moralinsaueren Redensarten, worin sich die großkapitalistischen Organe des Mutterlandes über die Zustände in den Kolonien äußern, weniger überzeugend als die ungeschminkt brutale Sprache, die man oft in der kolonialen Presse findet. Die Methoden der politischen Verivaltung mögen zwischen dem strammen und dem„ethischen" Systeni wechseln, der Prozeß der kapi- talistischen Entwicklung geht seinen Gang, und was er an althergebrachten. besonders alfftößigen Ausbeutungs- formen beseitigt, ersetzt er reichlich durch moderne, den Interessen des entwickelten Kapitalismus besser angepaßte. Mit alledem darf man aussprechen, daß, wenn der holländische Ktolonialismus seine Rücksichtslosigkeit, seine Greuel und seine Heucheleien hat wie jeder andere Kolonialismus auch, er zumindest in den letzten Jahrzehnten eben auch nicht schlimmer ist als die anderen. Die„Blüte", die sich im Ansteigen von Import und Export, des Einnahmen- und Ausgabenbudgcts der Kolonie ausspricht, ebensowenig wie die durch die jüngsten Bewegungen in der indischen Bc- völkcrung und die lveltpolitischen Komplikationen angeregte Entschließung, Holläudisch-Jndien ein Scheinparlament unter dem Namen eines� kolonialen RatS zu verleihen, können als Beweise einer auf Philanthropie angelegten Ausnutzung des Kolonialbesitzes gelten. Das, was darüber zu sagen erforderlich war, ist an der richtigen Stelle und von den befugten Leuten klar genug gesagt worden. Man braucht nur das Verhandlungs- Protokoll der holländischen Zweiten Kammer nachzulesen, besonders die Reden der Mitglieder der Arbeiterpartei, die. wie Genosse Mendels, den Kolonialfragcn ein besonderes Studium gewidmet haben. Eine andere Frage ist. ob es gerade die Aufgabe und das Recht deutscher großkapitalistischer und der Kolonialpolitik wohllvollcnd gegenüberstehender Organe ist, den Kolonialismus der Nachbarn einer sittenstrengen Kritik zu unteriverfen— ganz abgesehen vom Politischen Takt, der bei einer Behandlung dieses Gegenstandes, zumal angesichts der gesteigerten nationalen Enipsindlichkeitcn über- aus notwendig erscheint. Jedermann weiß, daß es just die an der Kolonialpolitik interessierten Kreise sind, die in der holländischen Bourgeoisie am meisten geneigt sind, der Neu- tralilät eine Färbung zu geben, die ihrer Angst vor dem englischen und japanischen Imperialismus entspricht. Und daß nun gerade die„Frankfurter Zeitung" das ihre dazutut, um diese Kreise zu erbosen und andere mit allerhand Ver- mutungen über die tieferen Absichten solcher„Enthüllungen" ist wieder einmal ein Beispiel von der großartigen cscharfsinnigkeit und Geistesgegenwart der deutschen Jmpcria- listen jeglicher Schattierung. Aber die Geschichte dieses moralischen Anfalls, die kolonial- politncke �ebenslüge— des anderen zu entlarven, hat noch eine andere interessante und lehrreiche Seite. Der Haager ,, Nieuwe Courant" gibt jetzt über den Lebenslauf des Dr. Max Hermann Roloff folgendes bekannt i Roloff ist am 25 November 1869 in Liegnitz geboren. Er diente 1891 bis 189e> bei der zweiten Matrosendivision in Wilhelmshaven, danach-- �ahre bei der Fremdenlegion in Algier. Das Jahr 1895 findet ihn im Dienst der holländischen Kolonialarmee, wo er Unteroffizier wird. 1003 unterzieht er sich einer Beamtcnprüfung in den indischen Sprachen. Von der Korintji-Expedilion war er mit Untersuchungen in Korintji und in Djambi betraut, wozu ihn seine Kenntnis des Arabischen besonders geeignet machte. 1905 kam er vor das Kriegsgericht. Ivegcn Fälschung der Unter- lchrift eines der damaligen Direktoren der �scoinpol-Matschappij. Herrn Zeilings. Bei der rsuchung dieser Sache oder schon fiüher bekam man die gegründete Vermutung, daß Roloff auf«umatra Rechnung spionierte und Hadschis gegen die youanoische Regierung aufhetzte. Als er ergriffen wurde. Ilanü er im Begriff, nach Singapore zu gehen. Diese Ver- mutungen werden Ursache gewesen sein, daß das vom Kriegs- gericht ausgesprochene Urteil so streng war: Zwei Jahre und 96 Tage. Nun hatte man Gelegenheit, ihn aus Indien verschwinden zu lassen, und in unserem Land, wir glauben im Strafgefängnis zu Leeuwarden, saß Roloff seine Strafe ab.— Hierzulande wollte er erst für einen Franzosen gehalten werden, was durch seine außerordentliche Sprach- kenntnis erleichtert wurde, aber er wurde entlarvt." Aus diesem Lebenslauf des gestrengen Kritikers geht Wohl hervor, daß er in den Zuständen Holländisch-Jndiens besser Bescheid wissen dürfte, als der„Nieuwe Notter- damsche Courant" in seinem zornentbrannten ersten Artikel gelten lassen wollte, aber auch daß ihm die Eigenschaften fehlen, die ihn zu einem glaubwürdigen Zeugen und gar zu einem unparteiischen Ankläger machen würden. vom inneren Kriegsschauplatz. Im Mittelpunkte der Pießeiörterungen stehen zurzeit zwei Dinge: die Mitteilungen über die vertraulichen Be- ratungen inder Budgetkoni Mission, die wir gestern nach der„Freis. Ztg." wiedergaben, und im Anschluß daran— T i r p i tz. Die rechtsstehende Presse ist höchst entrüstet über die Lervffentlichung von Mitteilungen über vertrauliche Beratungen und spart nicht mit giftigen und bissigen Bemerkungen. Die, P o st" will in diesen Mitteilungen den Beginn einer StimmungS» mache sehen: „Die paar gleichsam nebenbei hingeworfenen Worte über den Eindruck der Regierungsmineilungen sollen von vorn» herein eine Stimmung schassen, die jeder abweichenden sachlichen Meinung in den zur Sprache gekommenen Fragen ihre spätere Vertretung soweit als möglich erschwert und sie sogar mit dem Makel der Unlauterkeit behaftet." Ebenso ungehalten ist die„Deutsche TageSzt g.", die be« sonders die Angabe bestreitet, die Rede Helfferichs habe in der Kommission einen großen und tiefen Eindruck gemacht. Ihrerseits stellt sie fest, daß der Eindruck der Helfferichschen Ausführungen im Ausschuß ein„außerordentlich verschiedener" gewesen sei, und fährt dann fort: „Wir möchten unsererseits daran die Bemerkung knüpfen, daß cS, sachlich betrachtet, nicht ganz verständlich erscheint, gerade den SioatSsclrctär Dr. Hclfferich als eine uusehlbarc und un« anfechtbare Autorität in den Fragen anzusehen, die er den Andeutungen freisinniger Blätter zufolge, in seiner eindrucks- vollen Rede behandelt haben soll. Eine ganze Reihe von Helfferichschen Voraussagen auf dem Gebiete der einschlägigen Fragen während dieses Krieges sind nicht eingetroffen, sondern vom Gange der Dinge in gegen- teiliger Weise beantwortet worden.— Die freisinnige Presse erregt sich über das dem Großadmiral v. Tirpitz angetragene konservative Reichstagsmandat, und wir können das, in den obigen Zusammenhängen betrachtet, wohl begreifen. Der Großadmiral hat abgelehnt, und damit ist die Frage bis auf weiteres erledigt. Hätte Großadmiral v. Tirvitz jetzt als Reichs- lagsabgeordneter in dem Ausschuß gesessen, so würde selbst die freisinnige Presse nicht inder Lage fein, von einem tiefen Eindruck der Helffe» ri ch sch en R e d e zu sp r e ch en, vielleicht würde der Staatssekretär sie dann auch anders gehalten haben." ES entspricht durchaus den Parteigruppierungen im Reichstage, daß sich auch der nationalliberale„Deutsche Kurter" im ähnlichen Sinne äußert, wie die konservative und sreikonservative Presse: „Wir stellen... fest— schreibt das Blatt—, daß die„Frei- sinnige Zeitung" zu rasch mit Verallgemeinerungen bei der Hand ist. Zum mindesten von der Rede des Staatssekretärs Dr. Helfferich können wir nicht behaupten, daß sie den von der„Freisinnigen Zeitung" behaupteten Eindruck auf die von der Bedeutung des II-Boolkrieges überzeugten Parteien gemacht hat." Andererseits wird im„Berliner Tageblatt" aus unterrichteten parlamentarischen Kreisen die gestrige Mtteilung der„Freis. Ztg." durchaus bestätigt. Auch wird in dieser Zuschrift festgestellt, daß auch in der U-Bootfrage zwischen der Reichs- l e i t u n g und der Obersten Heeresleitung„volle Uebereinstim- mung" herrsche. „Wenn danach die Kanzlerfronde, an deren Existenz ja nicht gezweifelt werden darf, trotzdem sich für weitschauender hält als Kanzler und Generalstab und dem gegenwärtigen Reichs- kanzler die seidene Schnur zu drehen versucht, so geht schon daraus hervor, daß die wahren Gründe all dieser fortgesetzten Treibereien, hinter den Kulissen sowohl wie auf der Bühne des Parlaments, in anderer Richtung gesucht werden müssen." In welcher Richtung die Gründe dieser Treibereien im wesentlichen zu suchen sind, stellt die„Franks. Ztg." aufs neue nachdrücklich fest. Nach der nicht uninteressanten Bemerkung:„Schade, daß es keine Statistik geben wird, aus der zu ersehen wäre, wie weit sich die Vaterlandsretter an der Kriegs- anlcihe beteiligen", sagt das Blatt: „Das deutliche Ziel des größten Teiles dieser Agitation geht darauf hin, den Großadmiral v. Tirpitz ans Ruder zu bringen." Denselben Eindruck gewinnt man, wenn man sich die Lei- stungen der rechtsstehenden Presse in den letzten Wochen vergegen- wältigt. Typisch für die Betrachtungsweise dieser Presse in der Tirpitz-Frage ist ein Artikel„Ränke und P a r t h e r p f e i l e" in der gestrigen Abendnummer des konservativen„Reichs- böte u". Das Blatt zitiert die gestern hier wiedergegebenen Aus- lassungen der„Freis. Ztg.", daß die in der sozialdemokratischen Presse— gemeint ist die Pärteipreffe in der Provinz— veröffentlichten Erinnerungen an die frühere Amtstätigkeit des Herrn v. Tirpitz in seiner Gefolgschaft ein„drückendes Unbehagen" hervor- gerufen haben.- Das Blatt fährt dann fort: „Heimtückischer kann man einen Mann nicht bekämpfen als durch solche geheimnisvolle Andeutungen, hinter denen man das Allerschlimmste vermuten kann, hinter denen aber auch unter Umständen nichts steckt. Gerade die vage Unbestimmtheit im Verein mit der Andeutung, daß für Herrn v. Tirpitz und seine Freunde alle Veranlassung vorliege, Unbehagen zu verspüren, ist so abgefeimt. Das deutsche Volk, das Gut und Blut in einem Daseinskampfe einsetzt, kann es nicht länger mehr geduldig mit ansehen, daß seine militärischen und seemännischen Autoritäten, zu denen es nach wie vor mit dem festen Ver- trauen emporsieht, das sie sich während ihrer Amtstätigkeit er- worden haben, ungehindert beschmutzt und besudelt werden können, nur weil sich gewisse Leute der Befürchtung hin- geben, sie könnten als Anwärter auf den Kanzler- p o st e ii in Frage kommen. Wenn die„Freis. Ztg.", die noch über Valentin hinausgeht, indem sie Verdächtigungen gegen den Großadmiral v. Tirpitz ausstreut, von angeblich schlimmen Diu- gen weiß, die sie jetzt mit infam verdächtigenden Wendungen an die große Glocke bringen zu sollen meint, dann heraus damit! Sind es Ungeheuerlichkeiten, Eiterbeulen, Panamas, die jetzt mitten im schwersten Kriege, den das deutsche Volk je gefichrt hat, unbedingt Sühne finden müssen, warum kein mannhaft offenes Wort anstatt dieser nichtswürdigen Verdächt i- g u n g e n, bei denen kein Mensch erkennen kann, was und ob überhaupt etwas wirklich Schwerwiegendes dahinter steckt? Der Reichskanzler hat im Reichstage in der heftigsten Weise den Stab gebrochen über namenlose Angriffe gegen seine Politik, in denen aber wenigstens klar und deutlich gesagt war, was die Angreifer gegen ihn einwenden zu müssen glaubten. Er hat sogar die Schrift eines Mannes, der mit seinem Namen offen für seine Ueberzeugung eintrat, ohne weiteres in eine Linie mit anonymen Angriffen gestellt. Wir glauben, der Reichskanzler wird noch sehr viel dringenderes Interesse haben, deutlich seiner . Entrüstung über diese nichtswürdigen Treibereien Ausdruck zu geben, die sich den Anschein geben, als führten sie seine Sache, was unterstützt wird durch die unbeanstandet losgeschossencii P a r t h e r p f e i I e gegen Männer wie Großadmiral v. T i r- p i tz und unlängst gegen General v. F a l k e n h a y n." Die Lamentationen über die„unbeanstandet losgeschosseneii Partherpfeile" gegen Herrn v. Tirpitz klingen zwar sehr rührselig, überzeugend sind sie aber nicht. Gerade die Gefolgschaft des Herrn v. Tirpitz hat am allerwenigsten Ursache, sich über„Partherpfcnle" aufzuregen. Ucber eine ihrer jüngsten Streiche, deren Kennzeich- nung. man sich füglich sparen kann, berichtet die„Liberale Korresponden z". Danach ist eine angebliche Denkschrift des Admiralstabes in vielen Exemplaren verbreitet worden, die beweisen soll, daß Herr v. Tirpitz recht und Herr v. Bethmann Hollweg unrecht hat. Es stellt sich aber heraus, daß es sich hierbei gar nicht um eine Denkschrift des Admiralstabes, sondern lediglich um das wirtschaftliche Gutachten eines Hilfs- arbeiters handelt, und daß der Arbeit ein autoritativer Eha- rakter nicht innewohnt. Gleichwohl sind Abzüge in großer Zahl hergestellt und versandt worden, die den damit Begnadeten als Propagandamittel dienen. Ermittelungen nach den Verbreitern scheinen bisher zu einem sicheren Ergebnis nicht geführt zu haben. Dasselbe liberale Organ beschäftigt sich auch in recht inter- cssanter Weise mit der Anfstellung des Herrn v. Tirpitz als konservativer ReichStagskandidat in Oschatz-Grimma (wo bekanntlich unser Genosse Lipinski kandidiert). Herr v. Tirpitz hat bekanntlich die angetragene Kandidatur abgelehnt und die „Ärenzzeitung" schrieb darüber, man habe mit großem Bedauern die Nachricht aufgenommen,„daß Großadmiral v. Tirpitz eine Kandidatur, nachdem er Für und Wider ernstlich bedacht, abgc- lehnt habe und zu dem Ergebnis gekommen sei, im Interesse der großen Sache im jetzigen Augenblick nicht parlamentarisch aufzutrete n". „Das mag sein— bemerkt hierzu die„Liberale Korrespon- denz".— Aber konnte denn Herr v. Tirpitz überhaupt daran denken, aus den Plätzen der Konservativen ein parlmnen- tarisches Mandat ausüben zu wollen? Die Väter des Gcdan- kcns, Herrn v. Tirpitz als Äutschpjerd vor den Wagen der kon- servativen Partei zu spannen, müssen entweder recht jung sein oder ein sehr kurzes Gedächtnis haben. Gerade Herr v. Tirpitz ist vor allen anderen Ministern und Staatssekretären— Miquel und selbst Dernbnrg nicht ausgeschlossen— zu den Zeiten der beiden Kanzler Hohenlohe und Fürst Bülow den K o n s c r- vativen stets politisch hoch verdächtig erschienen: man hielt ihn immer für einen verkappten Freist n- nigen und sprach das auch offen aus. Unklar blieb nur, ob der Verdacht sich gründete auf seine verwandtschaftlichen Bezie- Hungen als Schwiegersohn des früheren freisinnigen Reichstags- abgeordneten Rechtsanwalt Lipke in Berlin, der von 1b80 bis zu den Septeniiatswahlen das Fürstentum Schwarzburg-Sondcrs- Hausen im Reichstag vertreten hat, oder ob er in der Erkennt- niS, daß ein Staatssekretär dcS Reichsmarineamts niemals einer Weltanschauung im Sinne unserer preußischen Konsewativen huldigen kann, sich stützte auf seine eifrige Propaganda für den Ausbau der Flotte. Die Konservativen befürchteten hier- durch nicht nur eine Vernachlässigung des Landheeres, sondern auch eine erhebliche Störung ihrer Wirtschaftö- Politik. Ein Bild, das Ewigkeitswert für die Kulturgeschichte gehabt hätte, wäre es jedenfalls gewesen, Herrn v. Tirpitz im Reichstag als Fraktionskollegen eines Dr. R ö s i ck e vom Bund der Landwirte zu sehen. Wer vor dem Kriege auf den Gedanken gekommen wäre, den«Roon der Marine" anzusprechen als einen Gesinnungsgenossen von Dr. Diederich Hahn, dem Vater des Wortes von der„gräßlichen Flott e", er wäre unfehl- bar ausgelacht worden von Herrn v. Tirpitz selber und nicht weniger von den Konservativen." Diese geschichtlichen Betrachtungen des liberalen Organs sind im gegenwärtigen Augenblick besonders interessant, Zeigen sie doch, in wie vielen wichtigen Punkten die Konservativen„umgelernt� Kuben, nachdem sie sich vor den Wagen der Eroberungspolitik und des endlosen Krieges gespannt haben. Die.Kreuzzeitung" macbt der„Freis. Ztg." den Vorwurf, der Freisinn, der früher Herrn v. Tirpitz in seiner Flottenpolitik unterstützt habe, wolle nun ..wegen seiner Stellungnahme zur Kriegspol i. t i k" nichts wissen. Dasselbe gilt aber auch— in umgekehrter Richtung— für die.Kreuzzeitung" und die von ihr vertretene Richtung. Ungeachtet der früheren Differenzen mit Herrn v. Tirpitz — aus jener Zeit, wo die Konservativen noch nicht endgültig die Bahnen der imperialistischen..Weltmachtspolitik" beschritten Kotten— stellen sie sich nun infolge seiner„Stellungnahme in der Kriegspolitik" rüsichtsloS hinter Herrn v. Tirpitz, dessen Name ihnen heute als Banner auf dem inneren Kriegsschauplatz dient. Die griechischen wirren. Ter Rücktritt des Ministeriums. Athen, 4. Oktober. fW. T. B.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Der König hielt einen K r o n r a t ab, in welchem auf Weisung des Königs jeder Minister sich entweder für oder gegen den Krieg zu erklären hatte. Die Mehrheit erklärte sich f ü r d e n K r i e g. Daraufhin nahm der König die Rücktrittsgesuche der Mini st er an. Man erwartet, daß DemitrakopuloS ein Kabinett unter Ein' fchluh von drei Venizelisten bilden wird. Bern, 4. Oktober.es.Hmiirls" Kerlim AlWM Freitag, 6. Oktober 1916. Chronik des Weltkrieges. «.Oktober 1SK4. Westlicher Kriegsschauplatz: Die sortgesetzten Umsassungsversuche Ker Franzosen gegen den rechten deutschen Heeresflügel haben die Kampffront bis nördlich Arras ausgedehnt. Auch westlich Lille und wesllich Lens kam es zu Zusammenstößen. Bei dem deutschen Gegenangriff über die Linie Arras— Albert— Royle ist noch keine Entscheidung gesallen. Oestlicher Kriegsschauplatz: Der russische Vormarsch gegen Ost Preußen im Gouvernement Suwalki wurde zum Stehen gebracht. In Russisch-Polen vertrieben deutsche Truppen die russische Gardeschützen-Brigade aus einer befestigten Stellung zwischen Oppato und Ostrowicz und machten dabei 3000 Gefangene. 2Vi russische Kavallerie-Divisionen und Teile der Hauptreserve von Iwangorod wurden bei Rodom angegriffen und auf Iwangorod zurückgeworfen. Der Oslmarkenverein hat beschlosien, seine Tätigkeit einzustellen Sechs Parteiversammlungen in Berlin beschäftigten sich mit den sozialen Ausgaben während de» Kriege». «. Oktober ISIS. Westlicher Kriegsschauplatz: In der Champagne versuchten die Franzosen, die Offensive wieder auszunehmen. Ihre Stürme brachen unter schweren Verlusten zusammen. Oestlicher Kriegsschauplatz: Die Heeresgruppe des Generalfeld Marschalls von Hindenburg warf bei Grewo russische Angriffe zurück In der Gegend von Czartoryska haben sich zwischen der Heeres- gruppe des Generals von Linsingen und den russischen Truppen neue Kämpfe entwickelt. Auf dem Italienischen Kriegsschauplatz wurde auf der Hoch fläche von Vlelgereuth ein italienischer Angriff restlos abgewiesen. Denizelos hat dem König fein Abschiedsgesuch eingereicht. Die Dlerverbandsdiplomaten sind aus Sofia abgereist. die Parteikonferenz. In der neuesten Nummer der„Neuen Zeit veröffentlicht Gc vosse Karl Kautsky eine zusammenfassende Betrachtung über das örgebniS der Reichskonferenz. Wir geben daraus folgendes wieder: ... Eine der seltensten, aber auch eine der wichtigsten Gaben im politischen und sozialen Kampfe ist die. den Gegner zu be greifen. Alles begreifen, heißt in der Politik nicht alles verzeihen — darum handelt es sich bei ihr nicht—, sondern die wirksamste und fruchtbarste Methode zur Bekämpfung des Gegner? finden und die eigenen Bestrebungen auf die entscheidenden Punkte konzen trieren, aber auch unnütze Rcibungsflächen zu vermeiden und da durch Kraft zu sparen. Zu einer derartigen Klärung war die Konferenz schon durch ibre Geschäftslage wenig geeignet. Sollte sie doch in drei Tagen aste die unzähligen größten und kleinsten Probleme und Diffe renzen der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft erörtern, die sich in drei Jahren parteitagslosen Parteilebens in einer Aera grundstürzender Umwälzungen der ganzen Welt aufgetan hatten. Da fehlte e» an der Zeit, die Fragen und Gesichtspunkte, die in. Betracht kamen, auch nur alle zu erwähnen. Unter diesen Umständen kam unter anderem ein Gesichtspunkt zu kurz, der für das Verständnis eine» Teilt»-der Opposition voü äußerster Wich- rigkeit ist: die Unterscheidung zwischen der Kreditbewilli- gung am 4. Aug u st und der sogenannten Politik des 4. Ä u g u st. Die Bewilligung der Kriegstredilc am 4. August war nicht eindeutiger Natur, siejjatte einen zwicschlächtigen Charakter. Man konnte ste in einem Sinne auffasse», in dem sie einen Bruch mit unserer Vergangenheit und unseren bisherigen Grundsätzen be- deutttc, und das war bei einem Teile der Mehrheit sicher damals schon der Fall. Man konnte sie aber auch auffassen in einem Sinne, der vereinbar war mit unseren Grundsätzen und der seine Präze- denzien fand in der Haltung eines Teiles unserer Parteigenossen im Jahre 187», an der weder Marx noch Engels Anstoß nahmen » Am 4. August 1014 hat eine Reihe von Parteigenossen, deren inter- nationale Gesinnung und Ablehnung jeglicher OpportunitätSpolitik außer Zweifel steht, auf Grund der damaligen Informationen an genommen, die Situation stehe so, daß sie dieselbe Haltung not wendig mache, wie sie 187» der deutsche Parteivorstand einnahm. Gab üian die Voraussetzungen zu, von denen si« ausgingen, dann ließ sich die Haltung dieser Genossen theoretisch sehr wohl rechtfertigen. Auf diese Voraussetzungen kam alle» an. So stand die Sache nicht, daß die Kreditbewilligung für uns«ine Selbstvcrständ- lichkeit gewesen wäre, die von vornherein feststand. Dagegen sprach schon die Erinnerung an die Haltung, die Bebel und Liebknecht 187» einnahmen und die un» so sehr in Fleisch und Blut über- gegangen ist, daß jeder von denen, die durch die Bebel-Liebknechtsche Schule gogaugen waren, die Bewilligung am 4. August zunächst als etwas seiuer Natur Widersprechendes empfand. Und von der gesamten bürgerlichen Welt wurde sie von vornherein als ein Bruch mit unserer Vergangenheit betrachtet. Sie konnte es nicht sein, sie mußte es nicht sein. Ob sie es wurde, hing davon ab, welche Konsequenzen die Mehrheit aus ihrem Votum zog, ob sie den Kredit al« bloßen Notstandskredit auffaßte, dessen Bewilligung an der politschen Haltung der Partei gegenüber der Regierung und den bürgerlichen Parteien nicht das geringste änderte, oder ob das Votum de» 4. August eine Aendc- rung herbeiführte. Die Mehrheit hat nach dem 4. August die Parteipolitik, die af"hräscntievtc, gküudlich verändert, sie hat an Stelle des Klassenkampfes-den Burgfrieden, an Stelle der Jnternationalität de« Proletariats die nationale Solidarität aller Klassen gefetzt, sie hat dieselbe Poliitk der Regierung gerechtfertigt, die sie bis zur Bewilligung der Kredic ablehnte. Sie fügte dazu eine Reihe von Nebcnerschemmsgen, die hier zu keiliizeichneii nicht angeht. Tiefe Politik, die sie als eine neue unter dem Nanien der„Polilik des 4. August" der bisherigen Politik der Partei gegenüberstellte, wurde von der Mehrkieit ielbü als d>x logische Äoiiiequenz der Kredit- dewilligung hiSigcitcllt, wie sie sie auffaßte. Für diese Politik findet man aber in der Parteigeschichte keine Präze denzien: für ihre Begründung wird man vergeblich bei Marx und Engels, lici Bebel und Liebknecht»ach Belegstellen suchen. Durch dia innige Verbindung der Politik des 4. August mit der Kreditbensilligung verlor diese nun den zwieschlächtigen CHa- rakter, den sia ursprünglich gehabt. Sie wuvde jetzt ganz eindeutig zu dem Bruck» mit unserer Vergangenheit, als der sie vielfach schon twn Anfang njn erschienen war. Sie noch weiterhin in einem Sinne aufzufassen, der mit der Verganegnhcit der Partei vereinbar war, wurde voil imu an ganz unmöglich. Diejenigen, die am 4. August noch geglaubt hatten, auch al» internationale Klassenkämpfer für vic Kredite Kimmen zu dürfen, sahen sich jetzt vor die Notwendige L, Quellt, zwischen der Bewilligung der KriegSkrcditc und der JnternatwnaliiSt zu wählen. ... tobet ein Teil der früheren Kreditbewilliger zur Oppo. Itnon uvergj:,� entsprang das nicht einem Wechsel der Gcsin- I nung, sondern in erster Linie diesem Wechsel des Charakters der Kreditbewilligung; Veränderungen in den tatsächlichen Verhält- nissen des Krieges und der Kriegsziele und neue Informationen über sie wirkten mit. Der Wechsel des Standpunktes in der einen Frage entsprang bei den Zuzüglern zur Opposition gerade aus dem Bedürfnis, am allgemeinen Parteistandpunkt festzuhalten. Das wird nur zu leicht verkannt, und daraus erwachsen zahl- reiche Mißverständnisse über die Haltung jenes Teiles der Oppo- sition, der nicht schon am 4. August die Kredite ablehnte. Diese Mißverständnisse bilden eine Lieblingswaffe der Mehrheit, von der sie auch auf der Konferenz fleißigen Gebrauch machte. Einfacher als diese komplizierte Sache lagen einige Person- liche Mißverständnisse, namentlich in bezug auf Anklagen, die gegen Haase erhoben wurden. Diese fanden restlose Aufklärung, und die Hetze, die gegen Haase seit Jahr und Tag auf Grund fal- scher Eindrücke und Informationen geführt wurde, wird nun wohl jedes Objekt verloren haben. Den wichtigsten Fortschritt brachte jedoch die Konferenz da- durch, daß sie trotz ihres Mangels an jeglichen Befugnissen doch einige Anhaltspunkte lieferte, da» Kräfteverhältnis der verschie- denen Richtungen der Pareti, wenn auch nicht genau zu messen, so doch symptomatisch anzuzeigen. Da ist vor allem bemerkenswert die große Zurückhaltung, die sich die äußerste Rechte auf der Konferenz auferlegte. Das stand in seltsamem Kontrast zu dem Lärm, den sie vorher angestimmt. Das fühlt auch Kolb. Im„Karlsruher Volksfreund" schreibt er über die Konferenz: „Im Ernst kann doch kein vernünftiger Mensch da- mit rechnen, daß die Männer, die auf dem Boden der Politik des 4. August stehen, künftig in der Regel das Budget ablehnen, daß sie in den Fragen der Heeres-, Marine-, Kolonial-, Wirtschafts- usw. Politik die» selbe Haltung einnehmen, welche die Sozialdemokratie vor dem ■*. August 1914 eingenommen hat. Diese politische Neuorien- tierung der' Sozialdemokratie kann aber nicht bis nach dem Kriege verschoben werden, denn sie ist die unentbehrliche Voraussetzung für eine Neugestaltung der politischen Per- Hältnisse im Reiche wie in den Einzelstaaten.... Die Reichskonferenz ist an diesem Kern- Punkt des ganzen Problems vorbeigegangen." Aber Kolb und seine Freunde waren doch anwesend, warum machten sie keinen Versuch, die Aufmerksamkeit der Konferenz aus diesen Kernpunkt des Problems hinzulenken? Warum reichten sie keinen Antrag in ihrem Sinne ein? Diese Resignation ist kaum anders zu erklären, als daß die äußerste Rechte fühlte, die Temperatur der Konferenz sei ihr nicht günstig. Um so schlimmer für sie, denn die Situation in der Par- tei verspricht für sie keine bessere zu werden, sondern sich rapid zu verschlechtern. Die Bedingungen, die sie eine Zeitlang begün- stigten, sind in raschem Schwinden begriffen. Im Nahmen der Partei blühen ihr keine Erfolge mehr. Noch überraschender aber als die Reserviertheit der äußersten Rechten wirkte die Kraftentfaltung der Opposition, die bei einigen Abstimmungen meßbar zutage trat. Die Opposition wußte von vornherein, daß sie auf der Konferenz in der Minderheit bleiben würde, selbst wenn sie die Mehr- heit der Genossen im Lande verträte. Sie fühlte sich durch das VertretungSshstem zu sehr benachteiligt. Auf der Gegenseite hatte man wieder vielfach erwartet, nicht bloß die Majorität, sondern eine überwältigende Majorität zu erlangen. Nur unter solcher Voraussetzung konnte man von einer Festigung der Politik des 4. August reden, die man von der Konferenz erhoffte. Diese konnte weder organisatorisch noch auch moralisch bindende Beschlüsse fassen, sondern durch ihre Ab- sttmmungen nur moralische Wirkungen erzielen. Eine der- artige Wirkung mußte aber bei einer geringfügigen Mehrheit ans. bleiben. Und si« ist ausgeblieben. Bei der ersten Abstimmung, in der Rechte und Linke sich maßen, erlangte jene 278 von 445 Stimmen. Bei der gleich darauf folgenden entscheidenden Abstimmung entfielen auf die Resolution David, die die Politik des 4. August verkörperte, nur 251 Stim- men. Hätte man die Stimmen der Delegierten nicht bloß g c- zählt, sondern auch gewogen, d. h. das Gewicht jeder Tele- giertenstimme nach der Zahl der organisietren Genossen eingesetzt, die sie vertrat, dann konnte man zu dem Ergebnis kommen, die Mehrheit der Partei steh« schon heute hinter der„Minlderheit". Es gehört eine robuste Phantasie dazu, bei diesem Stimmen- Verhältnis von„der hoffnungslosen Minderheit" zu sprechen, wie unser Chemnitzer Parteiorgan. Nicht als hoffnungslose, sondern als hoffnungsfreudige Minderheit hat die Opposition die Konferenz verlassen. Sie sieht in den Abstimmungszahle» die Verheißung, die unbestrittene Mehrheit auf dem nächsten Parteitag zu werden, sobald die feldgraue» Genossen wieder der Friedensarbcit gegeben sind und die Aufhebung des Kriegszustandes eine freiere Aussprache ermögl'Mt. Natürlich vermeint sie nicht, daß die Mehrheit ihr als Geschenk des Himmels mühelos in den Schoß fallen werde. Zunächst aber erwarten wir von dem Ergebnis der Konferenz eine Verbesserung der Bedingungen, unter denen die Erhaltung der Parteieinheit möglich ist. Wäre die Opposition tatsächlich als hoffnungslose Minderheit erschienen, dann lag die Gefahr nahe, daß der Wille gestärkt wurde, die Politik des 4. August als die Politik der Partei durch strengste Anwendung der Parteidisziplin der Opposition aufzu- zwingen. Damit wäre die Gefahr einer Spaltung in drohende Nähe gerückt. Die Abstimumiig vom 2Z. September dürfte diesen Willen er- heblich gedämpft haben. Damit sind die Aussichten wieder gestie- gen, trotz der klaffenden sachlichen Gegensätzte, die Parteiorgani- sation zu bewahren, bis zu dem Zeitpunkt, an dem ei» Parteitag zusammeiiziitreten vermag, der imstande ist, das Parteilebcn wieder in»vrinale, geordnete Bahnen zu lenken und damit auch der Parteidisziplin wieder in ihrem alten Sinuc zu ihrem Rechte zu verhelfen. Doch nicht nur für unser inneres Parteileben dürfe» wir günstige Folge» von der Rcichstonscrenz erwarten. Der Fort- schritt der Minderheit, den sie bekundet, niuß auch im Ausland dort, wo eine iiiternatioualistische Minderheit gegen eine mehr nationalistisch gerichtete Mehrheit um de» Friedenswillen ßtzugt, diese Minderheit und diesen Friedenswillen gewaltig stärkcit und damit de» Ausweg verbreitern, der aus der Sackgasse herausführt. Noch ist es der Sonne des Friedens nicht gelungen, durch das Donncrgewölk des Krieges durchzubrechen. Aber in der bedrücken- den Finsternis de« Ilngewitters begrüßt man dankbar auch den bescheidensten Lichtblick, und als einen solchen dürfen wir das Ergebnis der Parteikonferenz betrachten. Das tägliche örot. Bekanntmackiung über die Betvirtschaftung von Milch und den Verkehr mit Milch. Der„Reichsaiizeiger" bringt die Bestimmungen über die Be- wirtschaftung und den Verkehr mit Milch, denen wir folgende Para- graphen cntnebmen: 8 2. Milch im Sinne dieser Bekanntmachung ist Kuhmilch>ii,d -sahne i» unbearbeitetem und bearbeitetem Zustand l Vollmilch, Magemilch, Buttermilch, Sahne, Dauermilch und Tauersahnc jeder Art. Joghurt, Kefyr und ähnliche Erzeugnisse). Sahne ist jede mit Fett angereicherte Milch. Dauermilch ist insbesondere: kondensierte, sterilisierte, Homo- genisierte, trockene Milch; Dauersahne ist insbesondere: kondensierte, sterilisierte und trockene Sahne. II. V e r ke hr m i t M i Ich. § 3. Selbstversorger sind die Kuhhalter nebst ihre» Haushalts- und Wirtschaftsangehörigen. Selbstversorgern ist der Bedarf an Milch zu be- lassen. Hierdurch werden die für die B u t t e r e r z e u g u n g und Buttcrversorgung getroffenen besonderen Bestimmungen der Verordnung über Speisefette vom 2». Juli 1913 und der dazu von der Reichsstelle ausgestellten Grundsätze nicht berührt. Ter Bedarf der Selbstversorger an Vollmilch zum unmittcl- baren menschlichen Verbrauche kann vom Kommunalvcrbande mit Zustimmung der übergeordneten Verteilungsstelle f e st g e s e tz t werden. §4. Vollm ilchversorgungsderechtigte sind: a) Kinder bis zum pollendeten sechsten Lebensjahre, d) stillende Frauen, c) schwangere Frauen in den letzten drei Monaten vor der Eut- bindung, d) Kranke auf Grund amtlich vorgeschriebener Bescheinigung. Die Reichsstelle trifft nähere Bestimmungen über die zu gc- währenden Mengen; sie kann bei der Berechnung die Zahl der Kranken nach einein Prozentsatz der Bevölkerung festsetzen. Die Bescheinigungen zu d) sind von dem Amtsarzt oder einer von dem Kommunalverbandc zu bezeichnenden Stelle auszustellen oder nachzuprüfen. Vollmilchbersorgungsberechtigtc haben Anspruch auf Zuteilung von Vollmilch insoweit, als sie vorhanden ist. Soweit nach Deckung des Bedarfs der Vollmilchversorgungs- berechtigten noch Bollunlch zur Verfügung steht, haben Kinder im 7. bis 14. Lebensjahr ein Vorrecht auf Zuweisung von Vollmilch (Vollmilchvorzugsberechtigte). 8 3. Die Kommunalverbände haben unverzüglich die Einrich- tungcn zu einer geregelten Verteilung der in ihrem Bezirke gc. wonnenen und in ihreni Bezirk gelieferten Milch zu treffen. Die Kommunalverbände können den Gemeinden die Regeliing der Milchverteilung für den Bezirk der Gemeinde übertragen. Gc- meinden, die nach der letzten Voltszählung mehr als zchntausend Einwohner hatten, können die Uebertragung verlangen. Die Verabfolgung von Vollmilch an die Ver- b r a u ch e r darf nur gegen Bczugskarte oder anderen be- hördlichcn Ausweis erfolgen a) in Gemeiilden von mehr als zehntausend Einwohnern, d) in anderen Gemeinden, sofern sie Milchzuweisung beantragen. Die Landeszentralbehörden können Gemeinden von mehr als zehntausend bis höchstens dreitzigtausend Einwohnern, sofern sie nicht Mtlchzuweisung beantragen, von dieser Vorschrift befreien. Di« Kommunalverbände können für ihren Bezirk oder für be-, stimmte Gemeinden ihres Bezirks anordnen, daß die Abgabe von Magermilch an die Verbraucher nur gcpen Magermilch-Bezugskarte oder gegen anderen behördlichen Ausweis erfolgen darf. 8 8. Die Kommunalverbände und Gemeinden sind berechtigt, Höch st preise für Vollmilch und für Mager- milch beim Verkaufe durch den Erzeuger sowie im Groß, und Kleinhandel festzusetzen. Gemeinden von mehr als zehntausend Einwohnern sind zur Festsetzung von Höchstpreisen für Vollmilch und fiir Magermilch im Kleinhandel verpflichtet. Die Höchstpreisfestsetzung bedarf der Zustimmung der zustän- digen Verteillmgsstellc. Die Reichsstelle kann Anordnungen über die oberen Grenzen für die Höchstpreisfestsetzungen treffen. Die festgesetzten Preise sind Höchstpreise im Sinne des Gesetzes, betreffend Höchstpreise, vom 4. August 1314. 8 19. ES ist verboten: 1. Vollmilch und Sahne in gewerblichen Beiricben zu der- wenden: 3. Milch jeder Art bei der Brotbereitung und zur gewerbs- mäßigen Herstellung von Schokoladen und Süßigkeiten zu vcr- wenden: 3. Sahne in Konditoreien, Bäckereien, Gast-, Schank- und Speisewirtschaften sowie i» Erfrischungsräumen zu verabfolgen; 4. Sahne in den Verkehr zu bringen, außer zur Herstellung von Butter in gewerbliche» Betrielien und außer zur Abgabe an Kranke und Krankenanstalten auf Grund amtlicher Bcscheini- gung(§ 4,; 5. geschlagene Sahne lSchlagsahnc) oder Sahnenpulvcr her- zustellen: 3. Milch bei Zubereitung von Farben zu verwenden; 7. Milch zur Herstellung von Kasein für technische Zwecke zu verwendeii: 8. Vollmilch an Kälber und Schweine, die älter als sechs Wochen sind, zu verfüttern. Die Reichsstelle kann Ausnahmen von den Verboten in den Nummern 1 bi» 7 zulassen. Die Kommunalverbände können mit Zustimmung der höheren Verwaltungsl'chörden Ausnahmen von dem Verbote der Nr. 8 zur Förderung der Aufzucht von Zuchtbullen(Farren) zulassen. Verbot des Absatzes von Törrobst. Mit Genehmigung des Bevollmächtigten des Reichskanzlers wii d von der KriegSgesellschoit für Obstkonscrven und Marmelade» m. b. H. in Berlin. Kochstr. 8. bestimmt, daß Dörrobst bis auf iveileres von den Dörr>An st alten nickn abgesetzt werden darf. Betriebe, die st-b mit der Herstellung von Dörrobst besasien. haben der KriegSgcsellschaft binnen acht Tagen ibre Vorräte und ferner allivöchentlich die von ihnen neu hergestellten Mengen an Dörrgemüse anzuzeigen._ In Aussicht genommene Verordnung über Höchstpreise für verdorbene Fette. Die bisher giilti�e» Höchstpreisbestimmungcn für Speisefett er- strecken sich»ur auf wiche Waren, welche tür den menschlich»« Genuß geeignet sind,»ichl aber aus verdorbene Ware. Es ist seit einiger Zeit in der Presse ivicderholt darauf bin- gewiesen worden, daß schtechl gewordene Bulter oder verdorbene Margarine oder Knochcnspeisefctle zu Preisen, die weit über den Höchstpreisen für gnie Waren liegen, verlauft worden sind. Ob die dabei mehrfach erhobene Bebaupiung. daß die genaniilen Speisefette absickUiw nicht ncnügend gepflegt worden seien, so daß sie verderben konnlen oder daß man sie für verdorben erklärt, um sie den Hochs:- preisbcstimmuugcn zu euisiehc», zutrifft, wird seitens des Kriegs- ernäbrungSamtS regelmäßig genau»achgepriist. Dem Mißstände. daß für verdorbene Waren sehr viel höhere Preise als für gute zu erzielen sind, wodurch ein Anreiz für iiiaugelhafte Behandlung der Ware gegeben ist. muß ein Ende gemacht werden. Deshalb wird beabsichtigt, in nächster Zeit eine verordniiiig zu erlassen, in welcher für die verdorbenen Speisefette Höchstpreise festgesetzt werden, die so bemessen sind, daß die Mißstände unter allen Umständen ausgeschalter werden.___ Marmelade auf Karten. Aus München wird der..Voss. Ztg." berichtet, daß an den zu- ständigen stellen Vorbercitungen getroffen werden, alle Auf- sirichsmittcl, wie Marmelade, Honig II. dergl. in den cinzelncii Bundesstaaten nach einem Schlüssel aufzuteilen und d u r ch K a r t e n z u rationieren. Tic vorbereitenden Maß- regeln werden demnächst der Ocffcntlichkeit mitgeteilt werden. Staötverorönetenverfammlung. 21. Sitzung vom Donnerstag, den 6. Oktober 1S16. Stadtv.-Vorstehec Michclet eröffnet die Sitzung. Zunächst wird die Wahl einiger Ausschüsse vollzogen. In dem Ausschutz für die Vorlage wegen Erhöhung der Krankenhaus- k o st e n s ä tz e ist die Soz. Fraktion durch Hintze, Koblenzer, Schneider, Dr. Wehl vertreten; in die gemischte Deputation für die Vorlage betr. das städtische AnschaffungSamt ent sendet die Fraktion Fröhlich, Hintze, Ritter. Sodann ist die Wahl von acht unbesoldeten Stadträte« vorzunehmen für die mit Ablauf des Jahres 1316 frciwerdenden Stellen der bisherigen Stadträte Mielenz, Panofsky, Dr. Preutz Rast.� Runge, Selberg, Wagner und Dr. Wiemer. Stadtrat M i e l e n z wird mit sämtlichen 83 gültigen Stim� men wiedergewählt, 14 Zettel sind unbeschrieben. Die Wiederwahl des Stadtrats Panofskp erfolgt mit 37 Stimmen l4 tveitz), diejenige des Stadtrats Dr. Preutz mit 33 von 34 gültigen Stiinmen(daneben 4 Meitze Zettel). Bei der Wahl an Stelle des bisherigen Stadtrats R a st wer� den 40 Meitze Zettel abgegeben; Herr Rasb wird mit 66 Stimmen wiedergewählt; eine Stimme fällt auf Dr. Wehl. Die weiteren Wahlgänge ergeben auch die Wiederwahl der Stadträte Runge(103 Stimmen, ö weitz), Selberg(35 Stimmen, 2 weitz), Wagner(88 von 31 Stimmen, 10 weitz) und Dr. Wiemer(30 von 32 Stimmen, 10 weitz). Die samt lichten acht Herren werden also auf weitere 6 Jahre dem Magistrat angehören. Der Antrag der Soz. Fraktion betr. die Frauenz u Wahl in die Deputationen wird auf die nächste Sitzung der schoben. "Die Stadtvv. Dr. Knauer, Max Schulz, Bissing, Bry u. Gen. .(Fr. Fr. und Linke) beantragen, den Magistrat zu ersuchen, umgehend energische Abwehr matzregeln gegen die üblen Gerüche im Bötzow viertel zu ergreifen. Stadtv. Dr. Knauer(Linke) verweist auf die in der Greifs walder Str. 33a im Betriebe befindliche Schinkensalzerei und Wurstfabrik, die Leberwurst aus dänischen Materialien fabriziere und so penetrante Gerüche verbreite, datz die Anwohner unter diesem„Gasangriff" unsäglich zu leiden hätten. Der Besitzer Oskar Dörfler hohe selbst vor diesen Gerüchen die Flucht er griffen. Das Polizeipräsidium habe keine Abbilfe geschaffen; es erkläre sich wegen Arbeitsüberhäufung autzerstande, der Sache näherzutreten. Tag und Nacht vollführe die Fabrik einen Höllen- lärm. Der Magistrat solle darauf energisch hinwirken, datz dieser Betrieb aus der Gegend verschwinde. Stadtrat Dllflein r Die Beschwerde der Einwohner ist gestern an den Magistrat gelangt. Dieser hat sofort eine Besichtigung ver anlatzt und die Sache an das städtische Medizinalamt weiter gegeben. Es wird alles geschehen, was geschehen kann, um die llebelstände zu beseitigen oder auf ein erträgliches Matz zu redu zieren. Stadtv. Meyer(Soz.): Hiernach werden wir ja zunächst abzu warten haben. Aber unserer Verwunderung müssen wir doch Ausdruck geben, datz ein Betrieb, der so ekelerregende Düfte von sich gibt, so lange dort aufrechterhalten werden konnte. Warum ist er nicht nach dem Viehhof verlegt worden, wo sich dafür geeignete Räume befinden? In ein Wohnviertel gehört er absolut nicht hinein. Und wie kann man einen Privatmann wie Herrn Dörfler mit einer solchen Fabrikation betrauen. Warum überträgt die Zentraleinkaufsgesellschaft sie nicht der Stadt Berlin, während der Mann daran Millionen verdient hat? Stadtv. Hahn(Linke): Warum haben denn die vielen davon betroffenen Mieter und Hauswirte nicht längst zur Selbsthilfe gegriffen? Wir haben doch ein Bürgerliches Gesetzbuch, das solche .Gerüche und-Geräusche für unzulässig erklärt. Dazu bedarf es keines langen Prozesses; es wird binnen wenigen Tagen gelingen, den Richter davon zu überzeugen und eine einstweilige Verbots. Verfügung zu erwirken. Der Antrag Knacker u. Gen. gelangt darauf einstimmig zur Annahme. Die Verhandlung des Antrags Cassel betr. den Notstand der städtischen Hausbesitzer wird ebenfalls von der heutigen Tages- ordnung abgefetzt. Schlutz 148 Uhr._ Ms öer Charlottenburger Staötverorönetenversammlung. Die Charlottenburger Stadtverordnetenversammlung beschäftigte sich am Mittwoch mit zwei wichtigen Fragen, der städtischen Lebensmittelversorgung und der Erhöhung der Unterstützungen für die Angehörigen von Kriegs- teil nehmern. In beiden Punkren war die Anregung von der sozialdemokratischen Fraktion ausgegangen. Jnbezug aui die Lebensmittelversorgung hatten unsere Genossen beantragt, den Magistrat zu ennchen, alle geeigneten Matznahmen zu treffen, Mm die Versorgung Charloltenburgs mir Nabrungsmitteln während der Wintermonate sicher zu stellen und beim Kriegs- ernährungsamt zu beantragen, datz die viel zu hohen Höchstpreise für Kartoffeln, Brotgetreide, Fleisch und Fett herabgesetzt werden. Die liberale Fraktion halte hierzu einen Abänderungsantrag eingebracht, wonach der zweite Teil des sozialdemokratischen Antrags folgendermatzcn gefatzt werden sollte: „Beim KrieqsernäbrungSamt zu beantragen, a) datz die Höchstpreise für Lebensmittel allmählich abgebaut, aber gleichzeitig zwischen Erzeugungs- und LerbrauchSgebieten derartig abgestuft werden, datz die Zufuhr noch den Verbrauchs- gebieten erleichtert und damit eine bessere Verteilung gewähr- leistet wird; d) datz bei der Uebcrweisung an die Verbrauchsgebiete mehr Sorgfalt auf die Lieferung gesunder Ware verwandt werde, um den berechtigten Klagen, namentlich über die Beschaffenheit der Bockware, abzuhelfen. Autzerdem lag noch ein nationalliberaler Zusatz- a n t r a g vor: Der Magistrat wird ersucht, beim Deutschen Städtetage eine gemeinsame Beschaffung von Lebensmitteln für die grötzeren und mittleren Städte anzuregen. Genosse Katzen st ein wies in seiner Begründung des sozial- demokratischen Antrags auf die matzlose Steigerung der Preise für alle Lebensmittel hin und erörterte eingehend das ganze System unserer heuligen Ernährungspolitik, wobei er es an der erforderlichen Kritik an den von der Regierung getroffenen Matznahmen nicht fehlen lietz. Insbesondere forderte er staatliche Zwaugsmatzregeln zur Unterdrückung der Preistreibereien und zur Herbcischaffuna weiterer Nahrungsmittel. Den liberalen Antrag bekämpfte er, weil derselbe eine Abschwächung des sozialdemokratischen Antrags bedeutet. Im Gegensatz zu unserem Genossen K a tz e n st e i n, der nachdrück- lichrt die Notwendigkeit einer Herabsetzung der Höchstpreise betont hatte, glaubte Stadtv. Ziele nziger(lib.), datz man sich mit einem allmähligen Abbau begnügen könne, um so mehr, als für einige Nahrungsmittel die Preise in letzter Zeit schon etwas er- mätzigt seien. Oberbürgermeister Scholz, der um Annahme des liberalen Antrags bat, schilderte die Rolle, die die Städte bei der beutigen Lebensinittelversorgung spielen; ihre Tätigkeit sei eine beschränkte, sie seien eigentlich nur die Briefträger übergeordneter Behörden. ES sei richtig, datz die der Stadl gelieferten Waren in der letzten Zeit an Güte zu wünschen übrig lietzcn. Der Magistrat werde nach wie vor alles tun, um der Bevölkerung in dieser wirklich nicht leichten Zeit zu helfen, er erbitte aber auch von der Bevölkerung die Rück- sichtnahme, die durch den Krieg geboten sei. T Nach weiterer Debatte, in deren Verlauf u.a. Genosse Gebert eine Reihe von Mitzständen, namentlich bei der Massenspeisung, zur Sprache brachte, wurde der liberale Antrag unter Ablehnung des sozialdemokratischen angenommen. Ter nationalliberale Zusatzantrag wurde abgelehnt. Es folgte die Beratung des sozialdemokratischen Antrags be> treffend Unter st ützung von Kriegerfamilien. Derselbe lautet: Der Magistrat wird ersucht, unverzüglich bei den gesetzgebenden Körperschasien dahin vorstellig zu werden, 1. datz die auf Grund des Gesetzes betr. die Unterstützung von Familien in den Dienst eingetretener Mannschaften vom 28. Februar 1888/4. August 1314 zu gewährenden Mindestsätze zeilgemätz erhöht werden, 2. datz die Unterstützung auch noch für den der Entlassung aus dem Heeresdienst folgenden Monat weiter bezahlt wird. In seiner Begründung konnte sich Genosse Hirsch mit Rücksicht darauf, datz der Antrag von allen Fraktionen unterstützt war, aus die Hervorhebung einiger grundsätzlicher Fragen beschränken. Er verlangte, datz in erster Linie das Reich, das den Krieg führt, auch die Kosten trägt; andererseits aber dürften auch die Gemeinden es nickt bei blotzen Redensarten- bewenden lassen, sondern ihrerseits gleichfalls sür eine ausreichende Unterstützung sorgen. Wie er mit- teilte, haben sich die Vorsitzenden der Charlottenburger Unter- stützungskommijsionen vor einigen Tagen auf folgende Grundsätze geeinigt: In denjenigen Fällen, in denen die Kriegerfamilien lediglich auf die Reichs- und städtische Unterstützung angewiesen sind, sind die heute gellenden Normalsätze nicht ausreichend. Die Erfahrung bat gelehrt, datz es richtiger ist, zu individua- lisieren als zu schematisieren. Es wird den Kommissionen deshalb empfohlen, in jedem einzelnen Falle unier Berücksichtigung der Verhältnisse der Fa- Milien die Unterstützung den wirtschaftlichen Verhältnissen ent- sprechend zu bemessen. Die Gewährung besonderer Unterstützungen in Fällen, in denen die Unterstützten auf die Reichs- und städtische Unterstützung angewiesen sind, ist nicht von der Stellung eines diesbezüglichen Antrages abhängig zu machen. Mietszuschüsse sind nach den bisherigen Grundsätzen zu gewähren. Diesen Grundsätzen, die am 1. November in Kraft treten sollen, hat auch der Magistrat zugestimmt. Das Resultat war die einstimmige Annahme des sozialdemokratischen Antrages. Mus Groß-öerlin. Wie man von beinahe nichts— leben kann. Ueber., Die E, inWirkung der Kriegsernäh rung auf die Gesundheit" sprach Geheimrat Prof. Dr. Boas in einer Versammlung, die von einer Gruppe bürgerlicher Frauenvcreine einberufen war. Der Zweck seines Vortrags war, die Sorge zu zerstreuen, daß in nächster Zeit oder schon jetzt oie Volksgesundhcit in Deutschland durch Unter ernäbrung beeinträchtigt werden könnte. Boas leugnet nicht, daß die gegenwärtige Lage für die Nahrungsmittelbcschaffung schwierig ist, aber wirkliche Unter ernähr nng nimmt er nicht an und befürchtet eS auch nicht. Die Ernährungsweise der hinter uns liegenden Friedens zeit möchte er als Uebercrnährung bezeichnen, die keineswegs gesundheitfördernd gewesen sei. Gewiß habe die Ernährungsweise der Kriegszcit manchem eine Gelvichtsverminderung gebracht, doch aus ihr sei noch nicht auf Unterernährung zu schließen, so lange nicht auch eine Einbuße an Kraft und Leistungsfähigkeit dazukomme. Die im Laufe des Krieges ent- tandcnc Furcht vor Unterernährung erkläre sich aus der bis- hcrigen„abgöttischen Verehrung" für gewisse Nahrungsmittel, besonders sür die stark eiweißhaltigen, die jetzt schwer zu bc- chaffen sind. Durch neuere Forschungen sei aber die Wert- ch ä tz u n g d e s E i lv e i ß als eines Hauptträgers der Kraft erschüttert und der Beweis erbracht worden, daß man ehr wohl mit viel weniger Eiweiß als mit den angeblich pro Tag notwendigen 118 Gramm, schon mit 50 Gramm, aus- kommen könne. Der Vortragende ging dann besonders auf die von dem dänischen Arzt H i n d h e d e aufgestellten Ernährungs- grundsätze ein, die Hindhede an sich und seiner Familie viele Jahre hindurch erprobt und später auch durch wissen- ichastlich genaue Versuche gestützt hat. Kartoffeln und Brot mit Butter(oder Margarine) und Obst sind die Nahrungs- mittel, die nach Hindhede zum Leben genügen. Von dieser vermeintlichen„ H u n g e r k o st" sei, führte Boas aus, nicht nur keine Beeinträchtigung, sondern sogar eine wesentliche «Steigerung der Kraft zu erwarten. Durch mäßige Eiweißzufuhr von 50— 75 Gramm pro Tag werde die Leistungsfähigkeit erhöht, durch reichlichere erleide sie einen Rückgang. Auch in wirtschaftlicher Hinsicht seien diese Er- nährungsgrundsätze von größter Bedeutung. Boas gab an, daß die 2800 Kalorien, die man pro Tag braucht und durch Nahrung sich zuführen muß, in 2917 Gramm Kartoffeln ebenso zu beschaffen seien, wie z. B. in 2857 Gramm Ochsen- leisch oder in 35 Eiern. Der Untcrsckied sei nur der, daß nach jetzigen Preisen die Eier in dieser Anzahl 11,29 M., das Ochscnflcisch in dieser Menge gar 19 M. koste, während man die angegebene Menge Kartoffeln trotz Kartoffclteuerung sür etwa 35 Pf. haben könne. Ebenso könne man die nötige Kalorienmenge sich in 823 Gramm Bohnen zuführen, für die man heute allerdings 1.48 M., aber immer noch sehr viel weniger als für Fleisch oder Eier aufzuivcnden habe. In der Fricdenszeit habe Hindhede für Dänemark gezeigt, daß er selber seinen Nahrungsbcdarf mit n i ch t m e h r a l s 23 P f c n n i g p r o Tag zu bestreiten vermochte. Die Kalorienberechnung ist nun, wie BoaS betonte, nicht o zu verstehen, daß etwa jedes Nahrungsmittel das andere vollkommen zu ersetzen geeignet wäre. Kein Mensch kann nur von Brot oder nur von Kartoffeln leben, da ja diese Nahrungsmittel fast nur Eiweiß und Kohlehydrate liefern. Unentbehrlich ist auch Zufuhr von Fett, und davon hat Hind- hede sogar 120 Gramm pro Tag gebraucht. Schon hieraus ergicbt sich, daß seine Grundsätze— das hob auch Boas her- vor— nichtohne weiteres auf unsere jetzige Ernährungslage zu übertragen sind. Wir wissen ja. daß wir jetzt selbst für die ganze Woche uns noch lange keine 120 Gramm Fett leisten können. Boas befürchtet von dem bisherigen Fettmangel noch keine Schädigung der Gesundheit. Bedenklicher findet er bei eiiveißarmer Nahrung die großen Mengen, die dem Körper zugefühit werden müssen, wenn zum Beispiel nur aus Kartoffeln der Eiweißbedarf gedeckt werden ollte. Diesem Uebelsiand könne man aber begegnen durch ein Nährkartoffelfabrikat, wovon etiva ein Pfund einer Menge von vier Pfund frischer Kartoffeln entspreche. Durch neueste Versuche in einem Lazarett zu Köln sei erwiesen, daß dabei das Gewicht zunimmt und die Kräfte sich steigern. Um wie- viel die Kosten der Kartoffelernährung bei Gebrauch dieses Fabrikates steigen, sagte Boas nicht. Ter Vortrag schloß mit einem Hinweis auf die dem- Menschen eigene Fähigkeit, sich anzupassen an mancherlei Aenderungen, auch an Aenderungen der Ernährungsweise und an Verminderung der Nahrungsmenge. Man habe keinen Grund zur Sorge um die Volksgesundheit, dagegen dürfe man sich aus den für die Ernährungsfrage gewonnenen Lehren des Krieges großen Nutzen für die Zukunft versprechen. Unsere Ernährungsweise sei künftig einzurichten nach dem Grundsatz: „Mäßigkeit macht stark." Boas hätte hiernach mit Hindhede gezeigt, wie man von beinahe nichts leben kann. Beinahe nichts sind freilich nur die Kosten, die Hindhede aufwendete. Dagegen dürften Menge und Gewicht der Nahrung, die bei seiner Lebensweise erforderlich>var, mehr als reichlich gewesen sein. Als unmäßig könnten sie manchem erscheinen, und nur für die Eiweißzufuhr wird man zugeben müssen, daß bei ihr die Mahnung zur„Mäßigkeit" befolgt ist. Leider sagte der Vor- tragende nichts über Erfahrungen, die er an sich selber mit der von ihm empfohlenen Lebensweise gemacht hat. Daß auch er selber sich so nährt, dürfen wir doch wohl annehmen. Wir glauben, daß selbst in der Kriegszcit mit ihrer Lebens- mittelknappheit und Lebensmirtelteuerung dieser Mäßigkeits- Prediger nicht viele dafür begeistern wird, nach seiner Lehre zu leben. Die Milchversorgungsstelle Groß-Berlin hatte schon früher be- schloffen, den Abmetkwirlschaflen ihres Bezirks einen Zuschuß von 50 Pf. für die Kuh und den Tag zu gewähren, sofern die Kuh 8 Liier im Tag ergibt. Wegen der Schwierigkeiten, die sich der Durchführung dieses Beschlusses in der Praxis entgegenstellen, ist der Beschluß nunmehr dabin abgeändert, daß der Zuschuß für alle Kühe eines Betriebes gewährt wird, wenn in diesem Beiriebe ins- gesamt soviel Milch ermolken wird, daß im Durchschnitt 7 Liter auf die einzelne Kuh entfallen. Ein also 70 Liter Milch erbringen, ehe aber diese Gesamtmenge erreicht, Kuh bezahlt. Das Butterquantum in nächster Woche. An Speisefett werden in der Woche vom 9. bis 15. Ok- tober 60 Gramm Butter und 30 Gramm Margarine veraus- gabt werden. Der Kleinhandelspreis für 60 Gramm Butter erster Qualität beträgt 32 Pf. und für je 30 Gramm Mar- garine 12 Pf._ Kleinhandelspreise für frische Seefische bester O-ualität für Freitag, den 6. Oktober 1316. Schellfische, klein(bis'/4 Pfund) 1,13 M.. mittel(von*/4 bis 1 Pfund) 1,25 M., großmittel(von 1 bis l1/, Pfund) 1,50 M., große(von l'/z Pfund und mehr) 1,75 M.: Kabeljau, klein(bis stz Pfund) 1,00 M., mittel(von Ist« bis 4 Pfund) 1.20 M.. große (von 4 Pfund und mehr) 1,50 M.. ohne Kopf(im Ausschnitt) 2,00 M.; Schollen, kleine(bis zu 1I2 Pfund) 1,06 M.(Zufuhr genügend.) Kuhstall von zehn Kühen muß er einen Zuschuß erhält. Wird so wird der Zuschuß für- jede Sammelt Obstkcrne. Der Kriegsausschutz für Oele und Fette, Berlin NW. 7, hat das Sammeln der Kerne organisiert und überall Sammelstellen er- richtet. Die Sammelstellen für Berlin und Umgebung sind in dem Inserat, welches sich in der heutigen Nummer befindet, angeführt. Arbeitcr-Bildungsschnle. Sonntag, den 8. Oktober, abends 8 Uhr, findet der zweite Vortrag der Vortragsserie„Die Blütezeit der deutschen Kunst" statt. Das Thema lautet: „Die kirchliche Kunst, ihre Aufgaben und ihre Wandlung".— Der Vortragende, Herr Dr. Bernoulli, Assistent an den Königlichen Museen, wird seine Ausführungen durch eigene Lichtbilder erläutern. Der Vortrag findet im Hörsaale der Schule, Linden- straße 3, 4. Hof rechts 3 Treppen, statt.— Eintrittspreis 10 Pfennig. Eine Licbcstragödie wird aus der Königgrätzer Straße ge- meldet. Dort stieg in der Nacht zum Dienstag ein angebliches Ehe- paar ab, dos in Wirklichkeit ein Liebespaar war, ein 26 Jahre aller Mann namens Friedrich Hucke und eine 24 Jahre alle Berta Prandel. Gestern morgen hörten Angestellte des Hotels mehrere Schüsse fallen. Der junge Mann hatte seine Geliebte mit einem Revolver zu erschießen versucht und sie in einen Arm und die Brust geirvffen. Dann halte er die Waffe gegen sich selbst gerichtet, sich ober nur unbedeutend am linken Daumen verletzt. Hucke wurde verhasiet, seine Geliebte nach dem Krankenbaus am Urban gebracht, Auch für sie besteht keine Lebensgefahr. Was die Veranlassung zu der Tat gab, ist noch nicht recht klar. Ein schwerer Straßcnunfall hat sich am gestrigen Donnersiag in der Elsasser Straße zugelrapen. Vor dem Hause Nr. 40 wollie eine Frau Berger gegen V21 Uhr mittags vor einem herannahenden Straßenbahnwagen der Linie 4 das Gleis überschreiten. Die Frau wurde von dem Triebwagen erfaßt und umgestoßen und erlitt bei dem Sturz auf das Slraßcnpflaster eine schwere Kopsverletzung. Die Verunglückte erhielt aus der nächsten Unsallsiation einen Not« verband und mußte nach der Chariiö gebracht werden. Im Fabrikbetriebe schwer verunglückt ist gestern ein 14 Jahre alter Lehrling Johannes Slrzybozak aus der Beusselstr. 25, der in einer Maschinenfabrik in Alt-Moabit beschäftigt war. Er geriet so unglücklich in die Treibriemen, datz ihm der rechte Arm oben an der Schütter abgerissen wurde. Der Verunglückte wurde nach der Chariiö gebracht. Zu einem Zusauuueifftoß einer Traucrkutschc mit einem Straßenbahn- wagen kam es am Mitlwochnachmitiag kurz nach sechs Uhr in der Jniialidenstraße. An der Ecke der Bergstraße bog eine unbesetzte Trauerkutsche kurz vor einem in der Richtung naw Weißensee ver- kehrenden Straßenbahnwagen der Linie 10 auf das Gleis und wurde angefahren. Infolge des Anpralles stürzte der Kutscher«choleziak auf das Straßcnpflastcr und erliit einen Bruch mehrerer Rippen. Der Verunglückte wurde nach dem Lazarus-Krankenhaus gebracht. Bei dem Zusammenstoß wurde die Deichselstange und zwei Räder der Kutsche zerbrochen, die Plattform dcS Straßenbahnwagens leicht beschädigt. Eine Störung entstand nicht. Sich selbst gerichtet. Der städtische Oberaufseher vom Pols- damer StratzenreinigungSwcsen Rudolf Packheiser, der vor einigen Wochen wegen eines schweren SittlichleitSvcrbrechens an einem acht- jährigen Mädchen festgenommen und dann wieder auf freien Fuß gesctzi worden war. hat sich heule nacht in seiner Laube auf dem Feuerwehrgrundnück erschossen. Die Staatsanwattichast hatte gegen ihn wegen Sittlichkeitsverbrechens Anklage erhoben und als ihm die Anklageschrift zugestellt worden war. entschloß er sich, dem irdnchen Richter zu entgehen. Er schrieb selbst an das Gericht einen Bries, in dem er mitieille. daß er seine Schuld sühnen wolle, und als man heute nach Empfang dieses Brieses seinen Angaben nachging, wurde die Leiche des Packheiier aufgesunden. P. 3°;"°lt und gehörte seit 1301 zum städtischen Fuhrpark. Al- Beamter hatte er sich stets durch Zuverlässigkeit im Dienste ausgezeichnet. Einbruch in einem Potsdamer Lazarett. Wie erst jetzt bekannt wird, ist in der Nachl zum Sonnabend antchemend von einer orts- kundigen Kivilverion in einem Potsdamer �.azaretr ein Einbruch verübt wmden bei dem-S auf die Plünderung des Ge,ebäftszimmers abgesehen war. Wie Spuren erkennen ließen, uberstieg der Ein- brecher den Kann und gelangte durch das Fenster in das Geschäfts- zimmer Er stahl-ine Geldkassette mit etwa 2000 M. Inhalt, ferner ein Potsdamer Sparkassenbuch Nr. 4020, der Kaulinenverwaltung ßeljSrcnb, auf dem noch etwa 400 M. standen, und eine dunkelbraune lederne Brieftasche mir dem Goldaufdruck Walter Knebig, Kohlen engros. Man glaubt, daß der gegenwärlige Besitz der Brieflasche und des Sparkassenbuches genügende Anhallspunkte zur Ermittelung der Person des Einbrechers dielen werden, und die Ermiilelungs- behörde ersucht darum, auf den elwaigen Gebrauch des Buches und der Tasche zu schien und solche Beobachtungen anzuzeigen. Die Kasselle wurde am nächsten Tage in den in der Nähe des Lazaretts befindlichen Anlagen erbrochen aufgesunden. Brotkartcndicbe sind in Schöneberg wieder aufgetreten. Sie suchten dort die Kommission in der Soarstraße heim und slablen dort größere Posten Brot-, Brotzusatz-, Fleisch-, Butter- und Zucker- karten. Von den Tätern hat man noch leine Spur gefunden. /tos den Gemeinden. Kartoffcivcrsorgung in Neukölln. Wie wir von amtlicher Seite erfahren, wird in den nächsten Tagen mit der Zufuhr der von den einzelnen Haus- Haltungen bestellten Lagerkartoffeln begonnen werden. Die Belieferung erfolgt durch Großhändler, denen bestimmte Stadt- kreise zugeteilt worden sind. Wegen der„ab Waggon" be- stellten Kartoffeln soll später noch besondere Anordnung er- folgen. Gemäß der Anweisung des Magistrats wird als Lager- kartoffel nur einwandfreie Ware geliefert werden. Sowohl die mit der Abnahme der Kartoffeln beauftragten Beamten als auch die beliefernden Großhändler sind streng angewiesen worden, nur zur Winterlagerung geeignete Kartoffeln abzu- nehmen. Ein Recht der Äbnahmcverweigerung von Lager- kartoffeln kann hiernach den einzelnen Bestellern nicht zu- gesprochen werden. Den Bestellern wird bei der Belieferung von den Händlern ein Merkblatt verabfolgt werden, welches Ratschläge für die Behandlung der Kartoffeln während der Winterlagerung enthält. Die Befolgung dieser Ratschläge wird auf das dringlichste empfohlen, damit Verluste infolge Versaulens usw. nicht eintreten. Wie uns vom Magistrat ausdrücklich mitgeteilt worden ist, kann in derartigen Fällen Ersatz auf keinen Fall erfolgen, da die reichsgesetzlichen Be- stimmungen dies verbieten. Auch wird noch darauf auf- mcrksam gemacht, daß für die jetzt gleichmäßig zur Lieferung gelangenden Kartoffelmengen— l'/a Zentner pro Kopf die Einziehung der Kartoffelkartenabschnitte für die Zeit vom LO. November 1916 bis zum 18. März 1917 erfolgen wird. Wer daher schon vorzeitig die gelieferten Kartoffeln verbraucht, muß damit rechnen, daß er mit seinem Vorrat nicht bis zum 18. März 1917 reichen wird. Eine Nachlieferung bezw. Ersatz für verfallene Kartoffelkartenabschnitte kann später nicht erfolgen._ Stadtvcrordnetenwahlcn in Wilmersdorf. In Wilmersdorf haben in diesem Herbst die regelmäßigen Ergänzungswahlcn zur Stadtvertretung stattzufinden. Es scheiden insgesamt 20 Stadtverordnete aus, und zwar aus der dritten Abteilung sechs, aus der zweiten acht und aus der ersten sechs. In jeder der drei Abteilungen sind vier Hausbesitzer zu wählen. Die Termine für die Ergänzungs- Wahlen sind bereits festgesetzt: für die dritte Abteilung auf Sonntag, den 26. November, für die zweite Abteilung auf Montag, den 27. November, und für die erste Abteilung auf Dienstag, den 28. November. Sühstoffabgabe in Schöueberg. Für den Monal Okiober können Berlin- Schöneberger Haus- Haltungen wiederum--bis vier Briefck�n Süßstoff m den Schöne» berget Apoibelen und Drogenhandlungeu beziehen und zwar auf die Abschnitte 19, 20, 22 und 23 der roten Lebensmittelkarte. Mus aller Welt. Vergiftung durch Lebeuömittel. Nach dem Genüsse frischer Wurst, die ein Schweinehändler in Esch wege vor einigen Tagen unbefugterweise her- gestellt und verkauft hatte, sind 100 Personen unter Ver- giftungsersch einungen erkrankt. Die polizeilichen Er- Mittelungen nach der Ursache der Vergiftung sind noch nicht abge- schlössen.— In Oberhausen starben acht Mitglieder einer Bergarbeiterfamilie an Pilzvergiftung, von einer befreunde- ten Familie zwei Personen._ Lebenslänglich Zuchthaus. Der Monteur Walter Rosche- witz aus Danzig, der in der Nacht zum 22. Mai in Zoppot zwei Schutzleute, die ihn bei einem Einbruchsdiebstahl ertappt und fest- genommen hatten, niederschoß, ist am Mittwoch vom Schwurgericht m Danzig zu lebensiänglicher Zuchthausstrafe verurteilt worden. Sturm im Mittelmeer.„Matin" meldet aus Marseille: Ein heftiger Sturm wütete am Mittwoch im Mittelmeer, besonders im Golf von Lion. Die englischen Dampfer„Bronwen" und„Charte- rive" und das norwegische Frachtboot„Rallus" sind bei Dragomera (Balearen) gestrandet. Ein großer Teil der Besatzungen ist ge- rettet, zwölf Matrosen sind ertrunken. Parteiveranstaltungen. Neukölln. Die Funktionärsitzung des Wahlvereins findet nicht b eu t e, sondern am Montag, den 9. Oktober, in den Pasiage-Fcsssälen, Bergstr. 150, statt._ Der Vorstand. �ugenAveranftaltungen. Arbeiterjugend Schöneberg. Sonntag: Besichtigung bei Museums für Meereskunde. Treffpunkt 9 Ubr, Kaiscr-Wilhelm-Platz. Abends: Spielabend bei Henkel, Mciningcr Str. 8. Ansang 6 Uhr. Mittwoch: Spiclabend. Ansang 8 Uhr. Henkel, Meininger Sir, 8. Für schulentlassene Mädchen. Jeden Montag Mädchen- leseabcnd bei Frau Dr. Roeder, Tempclhoser Str. 21, 1 Treppe. Ansang 8 Uhr. Gäste bei allen Veranstaltungen willkommen, Arbeiter-Radfahrer-Bund„SolidaritSt--, Mitgliedschaft B e r l i n und Umgegend, Sonntag, den 8. Oktober: Sämtliche Abteilungen per Bahn bis Friedrichshagen. Abfahrt zwischen l—l1/, Uhr, Schlei. Bahnhof. Treffpunkt am Bahnhof Friedrichshagen bis 2 Uhr, von da bis Schön- eiche zu Mann. Rege Belestigung erwünscht. Auskunst erteilt Otto Hankel, Zentraljahrwart, Nenlölln, Lichtenrader Str. 31. Märkische SPiel-Vereiniguug. Bezirk Grost-Berltn. Am Sonn- tag, den 8, Oktober, finden folgende Spiele statt: Süd-Ost— Luckenwalde l z Luckenwalde II— Frisch-Frei; Wilmersdorf I— Neukölln I; Oberspree— Fichte XVII: Fichte XVI— Fichte III: Luckenwalde III— Lichtenberg; Moabit— Luckenwalde V; Betten— Weißensee I; Fichte XIII— Wilmersdorf III z Wcißensee 11— Neukölln IL Der Spielbeginn ist 31/, Uhr._ Eingegangene Druckschristen. Arbciter-Jugeud. Die soeben erschienene Nr. 21 des achten Jahr- gangs hat u. a. solgenden Inhalt: In den dritten Kriegswinter hinein I Bon Richard Weimann.— Eine Arbeitsschule.— Wie ich zu einer Biblio- thek kam.— Wie man die Zeit macht. Bon Bruno H. Bürgel.(Mit Abbildungen.)— Wie steht es mit der Lehrzeit der zum Militärdienst ein- gezogenen Lehrlinge? Bon R. Wissell,— Triumpb, Gedicht von M. W ander- faik.— Aus der Jugendbewegung,— Zur wirtschasllichcn Lage.— Die Gegner an der Arbeit. Nach, längerem schweren Leiden verschied am 3. Oktober unser verehrter Chef, der Pianokabrikant Gustav Beil Ehre seinem Andenken! Die Arbeiter der Firma C. Neugebauer Nacht. Bell& Co. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 7. Oktober, nachmittags 41/, Uhr, von der Leichenhalle des städtischen Friedhofes, Friedriohsfolde, aus statt. 1346b Sozialdemokratischer WatMn Li. Uerl. Reichstagswahlkreis. 16. Abt. Bez. 752. Am Dienstag, den 3. Oktober, verstarb unser Genosse, der Gastwirt Hermarm Prochaska Lynarstratze 11. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 7. Oktober, nacbmillags 8'/, Uhr, von der LeichenbaUedesPhilippus-Apostel- KirchboseS aus, aus dem städtischen Fricdbosc, Müllerstrasje(Ecke See- straffe) statt. Um rege Beteiligung ersucht 228/20 Der Vorstand. Für icilnak Danksagung. die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung unseres lieben SohneS 143A Karl Janus sowie für die Kranzspenden, sagen wir allen Lehr- und Forlblldungsschul- kollegcn, dem Arbciterjugendbiidungs- verein sowie seinen Meistern Neubert, Urich und Stein sowie allen Freunden und Bekannten unseren herzlichsten Dank. vis tieftrauernden Eltern und Geschwister Familie Janus. Am Dienstag, den 3. Ottobcr, oerlchied nach turzcm Leiden unser Kollege 13ö1b Bennaim Prochaska. Er war uns ein lieber Fcund und Kollege; wir werden sein An- denken in Ehren halten. Die Kollegen der Firma Argus, Reinickendorf. �Die Beerdigung findet am Sonnabend, nachmittags S1/, Uhr, von der Halle des Philippus- Apostel-KirchhoseS, Müllerstraffe (Ecke Seestraffe), aus statt. Am Dienstag, den 3. Oktober, verschied nach schwerem Leiden im Rcservc-Lazarctt mein innigst- geliebter, treusorgcnder Gatte, mein guter Vater, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel, der Kaufmann mili Knabe im 32. Lebensjahre. 13486 In tiefster Trauer bitten um stilles Beileid Frau Frida Knabe nebst Tttchterchen, Frau Wendt, als Schiegermuttcr, Otto Knabe, Hermann Knabe, Frau Lieschen Knabe, Fran Lina Knabe. Die Beerdigung findet heute am Freitag, den 6. d. M., nachmittags 21/2 Uhr, von der Leichen- Halle des Garnison« Friedhoses, Haseheide, aus statt. ReoiseherMetatlartieiMrbaiii! Verwaltungsstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, datz unsere Kollegin, die Metall- arbeiterm Aterie Bartelt Velten, Breite Str. 56 am 2. Oktober gestorben ist. Ehre ihrem Andenken k Die Beerdigung findet heule Freitag, den 6, Oktober, nachmittags 2,/4 Ubr, von der Leichen- halle des Gemeinde-FriedhoseS in Reinickendorf aus statt. Rege BctcUigung wird ermattet. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, daff unser Kollege, der Schleifer Heinricli Fiebig Neukölln, Prinz-Handjerh- Str. 22 am 30. September gestorben ist. Ehre seinem Andenke» k Die Beerdigung findet heute Freilag, den 6. Oktober, nach- mittags 3 Uhr, von der Leichen- balle des Gcmcinde-Friedhoses, Maricndorser Weg, aus statt. Rege Beteiligung erwartet 123/17 Die Ortsverwaltung. Elxarren von M. 63,— pro Tausend aufwärts, Zigaretten von M, 14,— pro Tausend auswärts zuEngros-Preifen.* Leo Spieker, Charlottenburg, Wilmers. dorfer Str. 38,— Tel, Wilhelm 1899 OegrUntfel 187« Versand nach allen Plätzen Deutschlands. Möbelfabrik Rob. Seelisch BERLIN 0 112, Rigaer Str. 71— 73a empfiehlt gnte preiswerte Möbel noch zu billigen Preisen. 154 IWusterraumes Lagerräume: 6696 Q-Meter groß. Besichtigung ohne Kautzwang gestattet. Illustrierte Kataloge Nr. 13 gratis und franko I Allgemeine Orts- Krankenkasse für Kerlin-Äeglih. Bekanntmachung. Nachdem das Reichsversicherungs- amt in seiner Entscheidung 2213 (Ämtll Nachr. deS NVA. 1916 S. 553) den Grundsatz ausrecht erhalten hat, datz die Kranlcnkasscnbcittäge sür die Arbeitstage zu erheben sind, bat der Kassenvorstand in seiner Sitzung vom 4. Oktober 1916 jotgendeS be- schlössen: Aus Grund deS KriegsnotgesetzeS, bktrcffend die Sicherung derLcistungs- sähigkcii der Krankenkassen, vom 4, August 1914 wird hiermit be- stimmt, daß sür diejenigen Beschäs- tigtcn, sür welche auch der Sonntag als Arbeitstag in Betracht kommt, die Wochenbeiträge gemäß tz 49 der Satzung in folgender Weise erhöht werden: Stufe Stuse A von M. 0.24 aus M. 0.27(Aa) I. M. 0.33. M. 0.39(la) II. M. 0.48, M. 0.57(IIa) III. M. 0.63, M. 0.75(lila) IV. M. 0.81. M. 0.96(IVa) V. M. 1.08, M. 1.26(Va) VI. M. 1.35. M. 1.59(Via) VII. M. 1.62. M. 1.89(VUa) Diese Beitragsorhöhun g tritt sofort sür die lausende Woche(also vom 2. Oktober 1916 an) in Krast. Die Erhöhung der Beiträge gilt sür alle Kassenmitglieder, welche aus Grund Beitrags, Verabredung oder nach Brauch und Herkommen an Sonntagen Arbeit oder Dienste zu leisten oder sich zur Verfügung des Arbeitgebers zu hallen haben. Von der Erhöhung werden insbesondere betroffen Dienstboten, Hauswarte, Aufwartungen, Handels- und Gc- Werbebetriebe, in denen an Sonn- tagen zum Teil oder ganz gearbeitet wird(z. B. Verkäuscr, Kellner, Kriegsindustrie u. dcrgl.). Als Ge- gcnlristung erhöht sich sür die Ver« sicherten, aus welche sich diele Bei- tragserhöhung erstreckt, daö wöchent- liche Krankengeld von M. 3.60 aus M. 4.20 M. 5.40 M. 7.20 M. 9.— M. 12.— M. 15.— M. 18.— M. 6.30 3)1. 8.40 M. 10.50 M. 14.— M. 17.50 M. 21.—. Außerdem sind von dem Vorstand Schritte unternommen worden, um aus den Mitteln dieser Beitrags- erhöbung den bcdürstigen Kassen- milgiiedern Krankeukost zu ge- währen. Nähere Bestimmungen bter- über werden nach Abschluß der Ver- bandlungen mit der AusfichtSbchörde noch bekannt gegeben werden. Berlin-Stcglitz, den 5. Oktober 1916. 270/16 ver Verstand. W. Alfcrmann, Emil Schulze, Vorsitzender. Schrisisührcr. Jakob- Hutumpresserei, Alte straffe 36, Garlenstraffe 12. 1240h» Glück uncl Glas Zufrieclenheit ist wahres Glückl Wir garantieren Ihnen Zufriedenheit wenig- stenS mit den von uns gekauften Brillen und Kneifern. Ob Ihr Kind, ob Ihre Katze Ihr Augenglas beim Spielen zerbrochen haben, oder ob es unter den Omnibus ge- raten ist, wir fragen Sie nicht danach, son- dern reparieren es Ihnen kostenlos. Ja, wenn Sie es so zugerichtet haben, daß es nicht mehr tadellos werden kann, so erhal- ten Sie ein gleichwertiges neue« als Ersatz umsonst. Nur zerbrochene Gläser müssen Sie zahlen'owie Schildpatt, Horn und ähn- liche Teile, sonst nichts. Die Garantie läuft bis zu drei Jahren, mindestens sedoch ein Jahr sür Fassungen von 4.50 M. 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Spittelmarkt, Ecke Wau-Slr. Link-Str.l,EckeP°tsdamir.Stu Ehaussee-Str. 72 5)0 Oranien-Str. 44,~«"' * nah e Oranien-PIatz S»s» Isachimsthalcr Str. 2, am Zoo. Friedrich- Str. 180, Ecke Tauben-Etr. Juvaliden-Str. 104, Ecke Brunnen-Str Eharlottenburg: Tauentzien-Str. 15, Ecke Marburger Str. JoachimSth aler Str. 2, am Bahnhos Loa. Central-Haus Jägerstr. 13 Coric. Leihhaus. Hl Wamites OelcgenMls-Unaiis rtni- d. Dien-GarMe, To AT" /-«».I-„ r____ vr____ i:_______________ ±______ �.�1.. A__ XI___ VB» 1„_ 4..., Täglicher Verkauf von Kavalieren wenig getragener Jackett- Bock-, Frack- Anzüge, Faletots und Fister, auffallend billig. Großes Lager in neuer Maßgarderobe, in erstklassiger Verarbeitung. Große Auswahl in Barnen Kleidern. Kostümen,(Jlstcrn und Bünteln. Cielcgenhcitskünfc in Pelzkragen. Pelerinen, Hüffen, Alaskatuchs, Skunks, Nerz, Heal, Härder u. a., Herren-Gehpelzen. 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Könlggrätzersfr. 8 Uhr: Bin Tranmapiel. Komödienhaus 8 Uhr: Der 7. Tag. Berliner Theater 8 Uhr: Auf Flügeln dea Qeianges. Sessing-Theater. Direktion: Victor Bsrnowskr. T/,: Peer Gynt. Mus. t. Qneg. Sonnabend, Sonntag: Die beiden lillnesberg. fientsch. Künstler-Theater. 8 Uhr: Die«ellge Bxaellens. Sonnabend: Die selige Exzellenz. URANIA T�9ar- i Uhr(halbe Preise): Aegypten, der Suezkanal und der Veitkrieg. 8 Uhr: Die Bagdadbahn. Theater am Freitag, den 6. Oktober. Deatsches Opernhans, Charlottenb, 8 uhr: Boccaccio. Frledrtch-Wilhelmstidt. Theater «uhr: Das Dreimäderlhaus. Gebr. Hermfeld-Thaatar. sv.uhx: Villa Pseheslna. Kleines Theater 8 Uhr: Lattchens Geburtstag. Gentz und Fanny Elster. Paul und Paula. Komische Oper 8«/, uhr: Die schöne Kubanerin. Sonnt 1 Uhr: Das GIQck Im Winkel. Lustspielhaus s'uu. der selige Balduin Sonnab. 3 Uhr: Kabale uad Liebe. Neues Operettenhaus s uhr: Der Soldat der Marie. MetropoMheater s uhr: Die Csardasfürstin. Sonnt, nachm. 8 U.: Die Kaiserin. Realdenc-Theater 8 uhr: Der Mandarin. Schlllep-TbeateF O 8 uhr: Die Frau vom Meere. Seblller-Tb. Cbarlottenb. s uhr; Glaube und Heimat. Tballss-Theater s1/« u.: ßiondinehen. Theater am Aiollendorfpl. 8>/.ü.: Blaue Jungens. Theater des Westen« s uhr: Die Fahrt ins Glück mit Guido Thielsoher. Trlanaa Theater 8v. u.: Der öiDiiiiel M Erden. Berliner Konzerthaus. Mauerstr. 82. Zitnmerstr. 90/91. Heute; Gr. WohltAtlgkelts-Konxort r.nm Besten der KrlegBWohKnhrtBpflege des Heeres und der Marine. Mitwirkende: Paul lilncke, Komponist- Werner Albortl, Kgl. Kammer- sSnger, Prau Dr. Boerlage, Opernsängerin. Berliner Konzerlhaus Orchester. Leitung: Frans v. Rinn. Kapelle dee Ersatz-Bataillons 7. Qarde-Int.-Regtt. Musikleiter: Pank. Geschw. Tanbert, X''----- Anfang 8 Uhr. Eintritt _ Alle Veigtmstigungen aufgehoben_____ BerantoortlidSier ReHalteur: Blfteji Meie«. Neulöll». güt des Xylophon-Virtuosen. ritt 1 M. Anfang 8 Uhr. Rose>Theater. Heute geschloffen. Wnlhalla-Theater. Heute geschloffen. Oebrflder Hermfeld-Theater. Täglich 81/, Unr: Villa Pschesina der größte Lacherfolg 1 Sonntag, den 8. Oktober, nachm. 3 Uhr Tolketümliche Vorstellung: Die 8hre. Scbauep, in 4 Akt v. H. Sudermann. Preise für die Naohm.-VorsteUg.: Logen u. Oroh.-Faut 1,50, Park.- Faut.,!. Park. u.Rangbalk. 1.00 M., I. Rang, II. Park. 50 Pf. Vorrerk. tägl. 11—2 Theaterkasse. IßaSasi Tägl. 8 Uhr. Sonnt B'/jU. 8 Uhr. Auftreten der berühmten Kinokünstlerin Hedda Vernon in ihrer Bühnensaene: „Ein Tag aus melnein Leben" und das neue heitere Oktob er-Programm. Possen- Theater. Zum 1. Mal: Ein unnatürl. Sohn. Komödie in 1 Slft von St. Grolhs. Sagenwir— die Hälfte. Posse in 2 Strien von Leonh. HaMeL Admiralspalast. Das herrliche Eiaballett �frau �fantasie. Auf. SV, Uhr.*, 8, 4 M. •W-Ql Clrcus TS Busdt. VU Uhr täglich 7'/, Uhr Die Oelerprinzessin Arotze Märchen-Prunlpantomime in 5 Sitten versaht und inszenier! von Paula Busch. Besonders dervorzuheden: Der Sturzflug des Länunergelers aus der Höhe der Zirkusluppcl und Ausflug mit der geraubte» Prinzessin Hildegard z. lveierhorsL Borher das große Programm! D«S koloffal.«rfolgr» wegen öeehmals Sonnabend?'/, Ude: OroB« Ferlen-Sonder-VersteHung Casino-Theater. Lothringer Str. 37. Täglich 8'/. Uhr Einzig in seiner Art in Groß-Berttn. Berliner tznmor in ernster* Meine gute Original-Posse in 3 Auszügen. Vorder erslldasslgsr bunter Teil. Sonntag 4 Uhr: Die Mllohschulzon. LUÜ'-oetiui. tfter ZelL Olle. V olgt-Theater. Badstr. 68. Baditr. 58. Täglich> Der prozeßhatisel. Vollsschausoiet In 4 Aufzügen. Sonnt. 3 Uhr: Das Bild des Signsrelll. Kassenerössnung 7 Uhr, Ansang 8 Uhr. Relcbsballen-Theater. Stettiner Sänger. Ansang 8 Uhr. Schippers Heimkehr. Sonntag nachmittag 3 Uhr zu»rmitz. Preis.: WeUmacbtsabenii Im Sebützengrab. STiTtg Zarengeißel Oewerkschaftshaus. Am Zonniag. den 8. Oktebkl 1916, veranstaltet der„kerlinen 8suge5chor" zum Besten der im Feld« stehenden Kameraden einen Ueder-�bend Ku'""8 Martha Dreier- Wolf cs-prd») und des Heldentenors Dlpel. DeS Glockentürmers Töchterletn, gesungen von Frau Marth« Drolor-Wolt Zu den Waffen. Von Rod. Schumann. Gesungen vom Heldentenor Plgal. Slennchen von Thurau........... Von Silcher. Mein Heimattat............. Volkslied. Musik von Herrn Direktor Plan. Anfang O Uhr.——— Erhffnang 5 Uhr. Hübnersupp«..... Heilbutt hollandais.. Grünkohl mit Pökelfleisch Leberlnödel mit Kraut. Sonntag mittag: 0,26 1,26 2,00 1,50 Gänfebraten...... '/« Wildente mit Sauerlraut Kompott oder Salat... Speise........ 2,50 8,00 0,25 0,40 Sturmschreie aus hundert Jahren von Dr. Franz Herausgeceben Franz Dieoerich In festem Umschlag geheftet SOPfennig Die Thema dieses Buches ist der Kampf gegen denZnrlsmus, der RuBland blutig knechtet u. Europa barbarisch bedroht.— OieZarengeiBel ist ein Kampt- buch voll unerbittlichkeit. 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