Ur.277. NdonnemcntZ-keöwzllngen: ildsunemoMS- Brei- tcöiunnctonbo' Vitrleljöhrl. 3,90 aiif, monatL'.,30 MI. R'äajentlkö£0 Bsg. frei in? Heu-, Einzelne Swmmer S Pix, Sonmags- nunimei mit liUlstriericr Sonittazs- PeUago»Die Neue P-eln 10 Psp, Soü» ilbonneinent: 1�0'Merl pro Monat Eingerragen in die Posl-ZeiOnigS- Lreisline. Uaicr Kreuzband für Deulichiand und Oesierrslch. Ungarn 3.00 Marl, für das übrige Ausland « Marl pro Mona!, Postabonnemenls nebincn un Belgien, Dänemark Holland, Italien, Luxemburg, Portugal. Rumänien, Säroeden und die Tchweij. 33. Jahrgang. vie �sertionz-eebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel- teile oder deren lllanni SO Psg. für politische und gewcrlschaftllche BercinS- »nid VerfammmngS- Anzeigen 30 Psg. „llicine Zlurergen", das letlgedruclie Wort 20 Psg. szulässig 2 settgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Psg, Stellengesuche und SchlaMellenan- zeigen das erste Wort 10 Pjg„ jedes wettere Wort ö Vfg, Worte über lö Buchstaben z üblen für zwei Worte. Inserate sür die nächste Nummer müsien bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition rbgegeden werden. Die Expeditio» ijt bis 7 Uhr abends gcössnel. Crltdciat tZgllch. Neeltnev Volksbwkk. Iklegrannn-Adrcsse: .xodiiil-ieiiidsirdl sterüg". ZmtYiXovgnw der fozialdemokraUfcheii Partei Dcutfd�lands. Reöaktion: EW. H8, Linüenstraße Z. Fernsprocher: Amt Moritzvlatz. Nr. 131 gG— liU 97. Mehr Demokratie! Aus dem Reicksstage wird mis geschrieben: Bei den gegenwärtigen Beratungen in der Budget- Kommission des Reichstags über den Krieg und die Fragen der auswärtigen Politik sind mehrere Anträge gestellt, durch welche der Einfluß deS Reichstags auf diese Dinge erhöht werden soll. Ein nationallibcraler Antrag fordert einen Ausschutz des Reichstags für auswärtige Politik niit der Befugnis, sich auch dann versammeln zu dürfen, lücnii der Reichstag nicht versammelt ist. Die Fort- schrittler haben den Antrag dahin modifiziert, der Reichskanzler möge darauf hinwirken, datz diese Befugnis dem Ausschutz cm- geräumt werde. Das Zentrum will die Budgctkominis- s i o n mit der Aufgabe eines solchen Ausschusses und der er- wähnten Befugnis betraut wissen. Diese Anträge zeigen, datz die hinter ihnen stehenden Parteien der Regierung nicht mehr das unbedingte Ber- trauen entgegenbringen, sie werde aus sich heraus das Richtige zum Wohle des Reiches, wie sie es verstehen, zu treffen wisse«. Der Vorgang erinnert stark an die bekannte Vcrfassungs- krise des Jahres 1908, die sich au die Lleröffent- lichungcn des„Daily Telegraph" über gewisse Aeutzeruugeu Wilhcms II. anschloß. Damals ging ebenfalls eine Woge des Mißtrauens gegen die Gottähnlichkeit einer Hohen Regierung durch die bürgerlichen Parteien des Parlaments und man forderte„volle Garantien" gegen die Wiederholung der all- scitig beklagten Vorkommnisse. Aber der Sturm im Wasser- glase legt sich bald wieder und die Anläufe zur Revision der ÄieichSvcrfassung im Sinne einer Demokratisierung blieben in der Kommission stecken. Wäre damals die Verfassungskrise nicht ausgelaufen wie das Hornberger Schießen, so brauchten die genannten Parteien heute ihre Anträge nicht zu stellen, Ihrer damaligen eigenen Halbheit und Unentschlossenheit haben sie es zuzuschreiben, wenn die auswärtige Politik bis heute das Privileg der Regierungsbureaukratie geblieben ist und die Volksvertretung lediglich mit auszulöffeln hat, was die Gc- heimdiplomatie einbroctt. Die Sozialdemokratie hat es damals wahrhaftig nicht ein Eindringlichkeit und Gründlichkeit fehlen lassen bei dem Nach- weis, datz nur der Schritt zur Kanzler- und Ministcrverant- wortlichkcit und das Recht der Mitbestimmung des Reichs- tagcs über Krieg und Frieden der Volksvertretiulg den not- wendigen Einfluß auf den Gang der auswärtigen Politik sichern könne. Sie schlug einen detailliert ausgearbeiteten Gesetzentwurf vor, der in seinen wesentlichsten Bestimmungen verlangte, daß der Reichskanzler für feine Amtsführung wie sür das politische Verhalten des Kaisers dem Reichs- tage verantwortlich und datz der Reichskanzler zu entlassen sei, wenn der Reichstag es fordere. Weiter sah der Gesetzentwurf vor, datz der Reichskanzler vom Reichstage in Ankiagezu stand versetzt und vor einen Staatsgerichtshof gestellt werden könnte. Schließlich verlangte ein zweiter Gesetzentwurf der sozialdemokratischen Reichstags- fraktion, den Artikel 11 der Reichsvcrfassung dahin zu ändern, datz neben der Zustimmung des Bundesrats auch die des Reichstags notwendig sei zur Entscheidung über Krieg und Frieden. Zur Begründung dieser Anträge sprachen damals die Genossen Singer und Lcdcbour. Genosse Singer bc- tonte dabei: „Nolwendig ist eine BerfaffungSanderung, die der Bolksper- tretung die Entscheidung über Krieg'und Frieden in die Hand gibt. Denn in allerletzter Linie sind es Doch die Kriege, die als Gespenst am Horizont stehen, die möglich werden, deren Gefahr erhöhl wird, wenn die unverantwortliche Politik, dieses periönlickie Regiment in Deutschland weiter getrieben wird. In letzter Linie hat doch das deuljche Volk Leben, Gesundheit, Gut und Blut zu Markte tragen. wenn sich durch eine solche unveranNvonliche Politik, durch solche Vorgänge die Situation zugespitzt hat... Wir brauchen ein Mini st er», ein Reichskanzlerverantwortlichkeits- Gesetz.... Dem Reichstag mutz das Anklagerechl gegen den Reichskanzler zustehen.... Die Volksvertretung mutz in der Lage sein, durch ihre Organe zu Gericht zu sitzen über die Poliiik des verantwortlichen Ministers und die öffentlichen Ge- walten Deutschlands müssen sich durchdringen lassen von der lieber- zeugung. dasi die deutsche B»lksvertretung ein Recht hat, neben dem Monarchen, neben dem BundeSpräsidium die Geschicke des Reiches zu leiten.... Wir müssen dabei auch verlangen, um den Ein- fluß der Volksvertretung auf die auswärtige Politik, auf die Reichs- lenung zu sichern und zu stärken, datz der Reichstag selbst bei der Ernennung des Reichskanzlers mitzuwirken berufen ist. Genosse Ledebour erläuteite diese letztere Forderung dahin, daß die Mitwirkung des Reichstags bei der Ernennung durch das geforderte Recht, die Absetzung des Kanzlers fordern zu können, gewährleistet sein würde: er sagte: .Gerade aus diese Bestimmung legen wir einen hohen Wert, weil sie eine Möglichkeil gibt, unfähige, den Bedürsnisseii deS Volkes nicht entsprechende Reichskanzler einfach abzufetzen. Wenn nian dieie Praxis konseguent durchführte, würde sich damit schon die Notwendigkeit einbürgern, datz nur solche Leute zu Reich«. kanzlern ernannt werden, die das Vertrauen einer arbeitenden Mehrheit des Reichstags genießen, die dann aus dieser Mehrheit selber ernannt werden müßten gemäß dem Grundsatze, datz nur ein bewährter, olS politischer Charakter für politische Ueberzeiigiingen eintretender Mann überhaupt ernannt werden kann." Diese Aeutzerungen der sozialdemokratischen FraktionS- redncr von 1908 muten an, als seien sie in der heutigen Situation gesprochen. Aus der Broschüre des Eurnus alter Sonntag, den 8. Oktober 1916. j haben wir Tatsachen über bestimmende Einflüsse Unverant- �wörtlicher beim Kriegsausbruch erfahren, durch die die Politik des allein Verantwortlichen durchkreuzt und die folgenschwerste Entscheidung über das Geschick des deutschen Volkes herbeigeführt worden ist. Dagegen hätte der sozial- demokratische Autrag von 1908, wonach die Volksvertretung bei solcher Entscheidung mitzuwirken haben sollte, Schutz, gc- währt. Wäre seit 1908— bekanntlich erfolgte 1909 der letzte K anzlcrwcchscl— in bezug auf die Ernennung des Reichskanzlers so verfahren worden, wie unsere Fraktion es damals forderte und durch Singer und Ledebour begründete, dann hätte die Regierung ihre auswärtige Politik nur im innigsten Ein- vernehmen mit der Mehrheit des Reichstags führen können und ein besonderer Reichstagsausschutz für auswärtige Politik, tvie ihn heute die liberalen Fraktionen fordern, wäre völlig überflüssig gewesen. Auch die Kanzlerfrondc wäre mit der Annahme der sozialdemokratischen Anträge von 1908 auf ihre Rechnung gekommen, wenn sie den Kampf offen und ehrlich führen will. Sic hätte jetzt im Reichstage nur den Antrag auf Entlassung des Reichskanzlers zu stellen brauchen; dann hätte sich schon herausgestellt, wie die Mehrheit des Reichs- tags über dies Kriegsziel der Herren Körting und -Turnus alter denkt. So haben wir jetzt den vcr- steckten, heimlichen Kampf hinter den Kulissen und den Fortbcstand des scheinkonstitutionellen, bureaukratisch- junkerlichen Regierungssystems, an dem die liberalen Anträge nichts ändern tonnen. Es ist überaus bezeichnend für das Matz und die Natur der„Neuorientierung" nach dem Kriege, soweit die Initiative der Liberalen dabei in Frage kommt, datz sie in diesen Lebensfragen deS deutschen Volkes mit kleinen Palliativmittclchcn an unseren Verfassungszuständen herumdoktern, wo lediglich eine Radikalkur die Besserung bringen kann: die Einführung des parlamen- tarischen Regicrungssystems in Deutschland. ZrieöensverhanSlungkn »Ser Vernichtungskampf? Die bewegten Sitzungen der französischen Kammer, in denen neben Herrn Roux-Costudean unsere Genossen von der radikalen Linken innerhalb der französischen Partei das Wort ergriffen und Herrn Briand mehrfach zu ausführlichen, in der Form vollendeten Antworten veranlatzten, regen aus vcrschie- denen Gründen zu intensiverer Betrachtung an. Die fran- zösische bürgerliche Presse hat sich ausgiebig mit den Vor- gängen beschäftigt und natürlich wieder versucht, die Kluft zwischen den beiden Gruppen der sozialistischen Partei zu ver- tiefen. Die„Hunwnite" gibt nur einen kurzen Kommentar zu dem Vorgehen Brizons und Rafftn-Dugens: sie iveist hauptsächlich auf die Einigkeit der Partei bei der Abstimmung über die Kredite hin und wehrt die Angriffe der reaktionären Presse ab. Eine kleine Notiz über eine Sitzung der sozialisti- scheu Kammerfraktion läßt jedoch daraus schließen, daß man dort über die Interventionen Brizons und Rafsin-Dugens debattiert hat, und datz man beabsichtigt, eine offizielle Erklä- rung darüber abzugeben, die eine besonders gewählte Kom- Mission abfassen soll. Wir werden, wenn sie vorliegt, er- kennen, ob man den Fraktionsmitgliedern in Frankreich Rede- und Handlungsfreiheit zubilligt, oder ob man glaubt, die Disziplin mehr als früher betonen zu sollen. Am 19. September hatte Herr R o u x- C o st a d e a u gegen die Zensur protestiert, die ihn verhindere, seine Ge- danken über den Krieg auszusprechen und darauf hingewiesen, wie der Krieg das Land verwüste und die Bauernschaft vor allem ruiniere.„Werden wir zu ihrer tragischen Vernichtung beitragen? Flüchten wir uns nicht in einen fortdauernden Optimismus? Sehen wir die Dinge u>ie sie sind!" Hier glaubt Herr Briand eingreifen zu müssen. Er hielt eine Rede, die voll ivar von Bewunderung für die Bauern und für die Arbeiter und Bürger, die dem Lande so ungeheure Opfer bringen. Die patriotischen Absichten Costadeaus erkannte er an, aber er sagte, daß er durch s/lche Worte den zu„einem heiligen Werke, der Verteidigung der Zivilisation der Welt vereinigten Nationen" in den Rücken falle. In den Kämpfen gebe es keinen Schrei des Protestes. Was man wolle sei nur, „datz all das Blut nicht umsonst geflossen sei, datz Frankreich groß aus dieser Prüfung hervorgehe mit der„Aureole des Ruhms, den ihm das Opfer seiner.Kinder verschafft hat"... „In diesem Lande läßt sich das Volk nicht durch diese oder jene Propaganda irre machen! es hat das strahlende Antlitz dem Siege zugewendet. Es wünscht das Ende dieses Krieges, aber es will den Sieg, und es weiß, daß, um ihn zu erlangen, der Effektivbestand des Heeres und die Granaten nicht ge- nügen: man braucht ein hochgemutes Herz, man braucht eine Moral, die keine Propaganda erschüttert." Die Worte Briands wurden lebhaft applaudiert, aber nicht alle waren mit ihnen einverstanden. Genosse B ri z o n zeigte die schwache Stelle, indem er schärfer und zusammen- fassender als Roux-Costadeau ein Bild von den ungeheuren Verlusten gab, die Frankreich im Kriege erlitten bat. Zu den 99 Milliarden, die bis Ende des Jahres für Kriegszwecke ausgegeben sein werden, zählt er den Wert der während des Krieges verlorenen Arbeit und den Wert der gefallenen Sol- baten. Mit wenigen Worten, die jeden Denkenden aufs tiefste erschüttern müssen, zeigt er das ganze furchtbare Elend, die Expedition: EW. HS, binden straße 3. Fernsprecher: Amt Morinpla«, Nr. 151 90—151 97. durch den Krieg hervorgerufene Zerstörung in ihrer Nacktheit, und er kommt schließlich zu dem Ergebnis, datz Frankreich mit 115—120 Milliarden Staatsschuld und etwa 200 MI- licrrden anderer Verluste rechnen müsse. Das moralische Pro- blem wollte Brizon nicht berühren. Er begnügte sich aber nicht mit dieser Auseinanderreihung der Verluste. � Er zog daraus die Schlutzfolgerung, datz die Regierung sich überlegen müsse, ob es nicht weit mehr im Interesse des Landes liege, durch Verhandlungen zu dein angestrebten Ziel der natio- nalen Unabhängigkeit zu gelangen: „Der Krieg, meine Herren, ist ein„Geschäft"! In unserer kapitalistischen Zeitperiode sind die Kriege und auch der angen- blickliche Krieg nichts als Geschäfte. Ein Geschäft mutz aber auch wie ein Geschäft behandelt werden! Einsichtig, vorsichtig und mit einem Blick auf die Zukunft. Anstatt das Blut seines Landes zu vergietzen, sollte Herr Briand, um das gewünschte Endziel, den Sieg, also die nationale Unabhängigkeit, die wir alle wünschen, zu erreichen, sich lieber überlegen, ob man dieses Ziel nicht durch Verhandlung oder Vermittlung erreichen kann. Man kann und mutz verhandeln. Bevor man den u n c r- schüttcrlichcn Beweis hat, datz jede friedliche Lösung unmöglich ist, hat man nicht das Recht, so fortzufahren und ohne zu rechnen dic Mil- liarden des Volkes in den Abgrund und seine Männer in das rasende Feuer des Todes zu werfen!" Das ist die Antwort, die auf die Rede Briands(in der übrigens nicht wie einige deutsche Blätter meldeten, ein g r 13- ß eres Frankreich gefordert, sondern nur verlangt wurde, daß Frankreich groß aus der Prüfung hervorgehen solle) er- folgen mutzte. Und diese Antwort hätte von allen denen unterstützt werden müssen, die, ob Sozialisten oder nicht, über die Wirkungen des Krieges tiefer nachdenken und sich nicht durch die Phrasen von Ruhm und heiligen Opfern blenden lassen. Der französische Ministerpräsident erinnerte in seiner Er- widernng an den Ursprung des Krieges und daran, daß Frank- reich nun während zweier Jahre Ströme von Blnt vergieße, nni den U eberfall abzuwehren. Er widerlegt die Angaben Brizons nicht, aber er konimt zu dem ganz anderen Schluß, daß unter solchen Umständen niemand verlangen dürfe, den Frieden durch Verhandlungen zu erreichen. Zehn Departe- inents seien besetzt, was sür einen Frieden werde man da erzielen! Es würde ein deutscher Friede sein, und die Gene- rationen der Zukunft wären weiter bedroht. „Im Interesse Ihres Ideals, Herr Brizon, wonn Sic wollen, datz der Friede über der Welt erstrahlt, wenn Sic wollen, datz die Ideen der Freiheit und Gerechtigkeit dort prosperieren, wünschen Sie den Sieg Ihres Landes. Wünschen Sie ihn hcitz. Suchen Sie nicht gloiiden zu machen, datz der Friede heute ge- bovcn werden kann. Dieser Friede lvürde demütigend und ent- ehrend sein. Es gibt keinen Franzosen, der ihn loünschcn kann." Die Rebe Brizons ist eine der wertvollsten, die im Ver- lauf des Krieges in der frmizösischen Kammer gehalten worden sind; sie wird und muß ihr Echo finden. Gegenüber den in ihr ausgesprochenen Gedanken verblaßten die Worte Raffin- Dugens ein wenig, die zwar von dem Bestreben getragen sind, die internationalen Beziehungen wieder zu voller Wirksamkeit zu bringen, aber doch an einer gewissen Jnkonsc- quenz leiden. Rassin-Dngens fand Opposition selbst bei der Linken in der französischen Partei. Dem Eindruck der Brizon- scheu Rede konnte sich niemand entziehen, und ganz zweifellos läßt sich daraus erklären, daß nutzer den 29 Parteigenossen, die gegen den öffentlichen Anschlag der Rede Briands stimmten, nämlich, Blanc, Barabant, Betoulle, Bouisfon, Bras, Brizon, Bnisset, Cadenat, Deguise, Demonlin, Giray, Goude, Jean Longuet, Jobert, Lissac, Manns, Mistral, Parvy, Phisbois, Poncet, Pressemane, Raffin-Dngens, Sabin, Sirte-Oneuin, Validre, Walter, noch 25 der Stimme sich enthalten haben, unter ihnen Bouveri, Bracke, Cachin, May6ras, Montel und Renaudel. Die Tatsache, daß so viele Parteigenossen gegen den An- schlag der Rede votiert haben, ist der französischen Parteiinehr- heit schmerzlich. Renandel deutet in der„Hunianitö" an, daß die Genossen offenbar sich nicht bewußt gewesen seien, datz die Angelegenheit die nationale Verteidigung eng berühre. Er weist daraus hin, datz die Reaktion die Tatsache gegen die Partei ausspielen werde, und er beklagt, daß einzelne Parteigenossen iinuier noch nicht auf eine individuelle Jni- tiative verzichten könnten. Er glaubt, die Haltung der So- zialisten, die gegen den öffentlichen Anschlag stimiiiten, damit begründen zu sollen, datz, Briand in seiner Rede nicht aus- drücklich betont habe, daß der durch die militärischen Ercig- nisse Deutschland auferlegte Friede diesem die volle Entwick- lungsfreiheit_ sichern müsse.— � Die Einigkeit der Partei, die bei dieser Gelegenheit in drei Teile zerfiel, wurde wieder hergestellt, als die gesamte Fraktion, mit Ausnahme der drei Kienthaler, für das Budget stimmte. Sie tat das nicht ohne jede Einschränkung, denn in der vom Genossen Auriol verlesenen Erklärung heißt es, datz die Fraktion Gegnerin jeder Politik sei, die die„Ver- längernng des Krieges der nationalen Verteidigung in einen Krieg der Eroberung" zum Zweck habe. Sie votierten die Kredite, weil sie bereit sind,„mit allen Kräften die terri- toriale Unversehrtheit Frankreichs zu sichern, damit Elsaß- Lothringen die Wiederherstellung des 1870 mit Füßen getretenen Rechts erhält, um die vollkommene politische und wirtschaftliche Wiederherstellung Belgiens imd Serbiens zu sichern, um die Sicherheit eines dauernden Friedens zu er» langen." Wer bis Erklärung fügt auch hinzu, daß die Be- schleunigung dieses Friedens des Rechts nicht nur von der militärischen Aktion, sondern auch von„einer diplomatischen Aktion von vollkoniinencr Klarheit" abhänge, die dafür Sorge tragen niiisse, der ganzen Welt die Bedingungen zu zeigen, die die Unabhängigkeit der Nationen geuiährleisteu und die Organisation der internationalen Gerechtigkeit vorbereiten." Wir haben oft genug betont, daß wir die Kreditbewilli» gung der französischen Kammerfraktion nicht für richtig balten. Tie Haltung der Genossen Blaue, Brizon und Raffiu- Dngcns entspricht mehr den Auffassungen des internatio- ualen Sozialisten. Die Bedeutung ihres Borgehens, die Folgerichtigkeit vor allein der Rede Vrizons wurde auch von deutschen bürgerlichen Blättern unterstrichen, aber die Folge- Nichtigkeit existiert natürlich nicht nur für ein Land, sondern für alle Länder, die in den Krieg hineingezogen sind. Dss griechischen Wirren. Ter Rücktritt des griechischen Kabinetts. Lern, 6. Oktober.. Oktober. kW. T. B.) Bericht d e S Gene- r a! st a b e Z vom E. O k t o b v r: Mazedonische Front. Zlvischen dem Prespa-See tmd dem Wardar ist kein Ereignis von Bedeutung zu melden. Ein Versuch der Serben, den Czernafluß bei dem Dorfe Skotschilvir zu überschreiten, wurde durch einen Gegenangriff vereitelt, tvobei wir 80 Serben zu Gefangenen machten. Ein Angriff gegen den Bahowohügel wurde durch unser Feuer ab- geschlagen. Oestlich deS Wardar bis zum Dojran-See schwaches beiderseitiges Artilleriefeuer. Südlich von der Stadt Dojran hielt das Geschützfeucr während der Nacht an. Am Fuße der Belastca Plantna und an der Sttumafront Ruhe. An der Kü st e de s Aegäischen Meeres kreuzen die feindlichen Schiffe lebhaft. Die feindliche Flotte beschoß Dedcagatsch und die Eisenbahnlinie, wobei sie nur un- bedeutenden Schaden verursachte. Unsere Wasserflugzeuge griffen die Flotte an und zwangen sie, sich auf die hohe See zurückzuziehen. Rumänische Front. Längs der Donau Ruhe. Nach dein endgültigen Scheitern deS von den Rumänen bei Rjahovo durchgeführten Stromüberganges zerstörten wir durch unser Artilleriefeuer daS Brückcnmaterial, das die Rumänen auf ihr eigenes Ufer zurückgezogen hatten, während da? auf unserer Seite zurückgebliebene Material eingebracht wurde. Wir erbeuteten 20 Munitionskarren, Wagen, Gepäck und anderes Kriegsmaterial. In der D o b r u d s ch a scheiterten wiederholte feindliche Angriffe auS der Linie Karabadza— Anzatscha— Perveli unter unserem Feuer und infolge unserer erfolgreichen Gegenangriffe. Wir machten 60 Russen zu Ge- fangenen. An der Küste deS Schwarzen Meeres kreuzt die feindliche Flotte._ Die Meldung des türkischen Hauptquartiers. Konstantiiiopcl, 6. Oktober.(W. T, B.) Amtlicher Bericht vom 6. Oktober. Fellahiefront: DaS Ueberraschungsfeucr. das der Feind auf beiden Ufern gegen unsere Fellahiefront eröffnete, wurde zum Schweigen gebracht. Es ist festgestellt worden. daß der Feind durch das Ueberraschungsfeucr. das wir am 27. Septenlber eröffnet hatten, einen Verlust von mehr als 800 Mann hatte. Persische Front: Auf dem linken Flügel Schar- mutzet. Kau kasusfront: Auf dem rechten Flügel rückten wir unsere Stellung im Abschnitt von Ognut vor und machten einige Gefangene. In» Zentrum für uns günstige Patrouillen- gefechtc. Wir schlugen Ucberraschungsangriffc des Feindes auf mehreren Stellen ab. Auf dem linken Flügel wurde ein An- griff des Feindes gegen einzelne Teile mit für ihn bliltigen Bcrliisten abgeschlagen. Wir machten einige Gefangene. Kein wichtiges Ereignis aus den anderen Fronten. Mai Oes GMii SWWMs. Amtlich. Große« Hauptquartier, 7. Ok- tober 1i>16.(W. T. Ä.): SLestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz N u p p r e ch t Fortdauer der großen Artillerieschlacht an der Summe. Sie griff auch auf die Front nördlich der Aocre über und verschärfte sich südlich der Sommc besonders beiderseits von Lermandopillerö. Unser Sperrfeuer hat zwischen Anere und Summe feindliche Angriffe fast durchweg unterbunden und einen zwischen Leöbueufs und Bouchavcsneö gegen Truppen der Generale von Buehn und von Garnier gerichteten Stuß im ersten Ansatz erledigt. Es kam nur zu kurzem Nahkampf südwestlich von Saillh mit schwachen bi« zu«userer Linie vorgedrungenen Abteilungen. Ein aus der Frout Tenie- court— Bermandovillerö— Lihon« gegen den Abschnitt de« Generals von Kathen antretender französischer Angriff führte bei Vermaudoviller« zu erbitterten Nahkämpfen. Sie sind zugnusteu unserer tapfereu schlesischen Regimenter entschiede», an deren zähem Widerstaude schon während deö ganzen Juli in derselben Gegend alle Anstrengungen der Franzose» gescheitert waren. Zm übrigen brachen die feindlichen Angriffswellen auch hier im Feuer zu« fammen. Ocstlicher Kriegsschauplatz. Front deö Gene ralfeld marsch all« Prinz Leopold von Layer«. Die Zahl der am 5. Oktober bei Batkow(am S-reth) gefangen genommenen Rnssen ist ans über 300 gestiegen. Die gestern morgen beiderseits der Zlota Lipa fort- gesetzten russischen Angriffe w, irden wiederum blutig ab- geschlagen. Eine kleine Borstclluiig südlich von MieczySzczow wurde ansgegeden. Südöstlich von Lrzezany wurde eine am 30. September vom Gegner besetzte Höhe im Sturm wiedergewonnen. Front de« Generals der Kavallerie Erzherzog Carl. Keine Ereignisse von besonderer Bcdentnng. Kriegsschauplatz in Siebenbürgen. Auf der ganzen Ostfront machten die verbündeten Truppew Fortschritte, sie drängte» dem durch den Geister- wald zurückgehenden Feinde scharf nach; Nachhuten wurden geworfen. Bei Abwehr rnmünischtr Angriffe beiderseits des Roten- Tnrm.Passe« wurden 2 Offiziere 133 Mann gefangen ge- «omnien. Südlich von Hoetzing(HatSzeg) wnrde den Rumänen der Grenzberg Siglen cntriffeu. Bei Orsova ist wieder Gelände gewonnen. Balkan-Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalseldmarschalls von Mackensen. An mehreren Stellen zwischen Donau und Schwarzem Meer griff der Feind an. Er wurde abgewiesen. Mazedonische Front. Außer kleineren vergeblichen Vorstöße» brach ein starker feindlicher Angriff westlich der Bahn Monastir— Florina vor den bulgarischen Stellungen zusammen. Dedeagatsch wurde von See her ohne wesentliches Er, gebniS beschossen. Der Erste Generalquartiermeister. Ludeudorfs. ♦* Nl SslMWA sMSlWMW. Wien, 7. Oktober 1916.(23. D. 33.) Amtlich wird vcrlaiitdart: Ocstlicher Kriegsschauplatz. Bei Orsova habe» unsere Truppen wieder Gelände ge- Wonnen. Südlich von Hatszeg verlöre»» die Rumänen den Grenzberg Sigleu, im Fogaraescr Gebirge den Surnl. Tie den Gcisterwald und daS Persauergebirge durchschreitende« österreichisch- ungarischen und deutsche» Kolonnen brachen in der Bcrfolgung schwachen rninänischen Widerstand. Ruch an der stcbenbürgischen Ostfront wurde der Feind an mehreren Punkten geworfen, In O st g a l i, i e n kam eS zwifche»» der Rarajowka und der Zlota Lipa und im Räume fiidöstlich ven Brzezany wieder zu erbitterte» Kämpfen. Der Feind erlitt, von der Einnahme eines vorgeschobenen Grabens abgesehen, wieder rinen vollen Mißerfolg. Oefterrrichisch-ungarischc Abteilungen eroberten durch Ueberfall eine am 30. Srptewber vcrlorcngcgaiigciic Höhe zurück. Weiter nördlich nichts von Belang. Italienischer Kriegsschauplatz. DaS starte italienische Feuer auf der Karsthochfläche ließ gestern etwas nach. Einzelne Unterabschnitte wurden jedoch zeit- weise mit großer Heftigkeit beschossen. Zu Jnsantcrickämpfe» kam cö nicht. An der FlcimStalsrout standen die Fossancr Alpen, die Stellungen im Gebiete der Lufia und die Front nördlich de» Pelrgrinotale« bis zur Marmolata unter heftigem Feuer aller Kaliber. Wiederholte Angriffe auf Gardinal, Busa Atta und Cima di Ccce wurden abgewiesen. Nördlich de» PclcgriiiotalcS setzte nach Steigerung de» Fevers abends ein allgemeiner Angriff gegen di« Stellungen von der Coftnbclla bis zur Marmolascharte ein, der bis 10 Uhr nachmittags überall blutig abgewiesen war. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Bei den k. nud k. Truppen nichts Neues. Der Stellvertreter des EhcfS des Getteralstabes. v. H o e f e r, Feldmarfchalleutnant. An der galizischen Front unternahm der Feind am S. Oktober von nenem einen sehr heftigen Angriff mit unseren Truppen sehr überlegenen Streitkräften. Wie die vorhergehen- den wurde auch dieser letzte durch unsere tapferen Truppen ans allen Teilen der Front abgeschlagen. Der Feind erlitt sehr schwere Verluste. Wir machten 850 Gefangene. Der Lizegeneralissimus. D!e feinölichen Heeresberichte. Des französische Tagesbericht. Bom 6. Ottober iiachmillags.(W. T. B.) Nördlich der Summe beiderseitige Tätigkeit der Artillerie im Verlaufe der Nacht. Im Abschnitt von OuennevisreS stieß eiue Er- tundungSableilung bis zu den deutschen UntersiützungSgräben vor und bewarf sie mit Handgranaten. In der Gegend von Berdnn ziemlich große Täligkeir der beiderseitigen Artillerie. Die Deutschen beschossen den Psefferrücken und den Wald von La Laufs«. In» Walde von Apremont zerstreute die französische Artillerie Arbeits- Mannschaften nördlich des Waldes von Mullor. Luftkrieg: Trotz ungünstiger Witterungsverhältnisse machten die französischen Flugzeuge 29 Jagd- und ErkundungSflüge und leiteten das Feuer. O r i e n t a r m e e. An der Struma zieht sich der Feind vor den Engländern in die Gegend von Cernewitz zurück. Kämpfe auf der ganzen Front Meszidli— Kenali— GradeSnica. Die Flugzeuge der Alliierten melden großen Berlehr auf den gegnerischen Bahn- linien.' Bon» ö. O k t o b e r abend«.(W. T. B.) � Der Arlillerielampf ist auf beiden Seiten der Somme lebhaft gewesen. Kein Jnfanleriegefccht, nur östlich von BouchavesneS rückten »otr etwa« vor. In der W o e w r e beschoß unsere schwere Artillerie wirksam die Strecke»md ÜYiltiärbahnhöfe, wo man eine gewisse Tätigkeit wahr- nahm. Ein deutsches Flugzeug wurde heruntergeholl. Bon der übrige» Front ist nichts zu melden. Belgischer Bericht. Der Tag war rubig. außer bei Boesinghe, wo der Bombenkampf heute fortgesetzt wurde. Tie englische Meldung. Bom 6. Oktober nachmittag«.(A. T. B.i Beträcht« liche Artillerieiätigkeil an der Front südlich der Anere. Wir schoben unsere Stellungen nordöstlich von Eaucourt vor. Wir unlernahrnen erfolgreiche Ueberfälle im Abschnitl von Looö und südlich von AcraS. Vom 6. O k t o b e r abend«.(W. T. B.) Heute an den meisten Teilen unserer Front südlich von der tzlucre bestigeS Granat- feuer; unsere Artillerie wirlte erfolgreich gegen feindliche Arbeiter- abteiluiigen. Von anderswo ist nichl« zu berichten. Englischer Heeresbericht au« Saloniki vom ll. Oktober.(W.T.B.) Di« Gesamtzahl der bei den letzien Kämpfen gemachten Gefaiigenen beträgt 3 Offiziere und 339 Mann. Am Morgen begann unsere Artillerie Nevoljen zu beschießen. Wir bcobachlelc» bald, daß der Feind den Ort räumte, und besetzten ihn ohne Verluste. Ter russische Kriegsbericht. Vom 6. Oktober.(W. T. B.) W e st f r o»» t: In der Richtung Zolotschcw(Zelechow?), 15 Kilometer südlich von Ka- mionka, gehen die eobitterten Kämpfe in der Gegend von Peniali, Hukalowce und Meinowce(Miynowce?1 weiter. Ter Feind widersteht hartnäckig unserer Offensive durch Gegenangriffe. Wir brachten hier 15 Offiziere, zwei Aerzte und 522 Mann eir». In der Gegend südlich von Brzezany bemächtigten sich unsere Truppen eine« Teiles der feindlichen Stellungen und wiesen darauf wiedcr- holte Gegenangriffe der deutsch-türkischen Truppen ab. Ka u ka su ö fr o n t: An der Küstenfront setzten unsere Truppen den Vormarsch auf den Korschut-Daraseifluß(? vermutlich Karschutsu) fort und»nachten Gefangene. Dobrudschafront: Unsere Offensive geht weiter. Wir haben dreihundert Gefangene gemacht. Meldung der italienischen Heeresleitung. V o m ö. O k l o b e r.(W. T. B.) Jin Travignolo-Tale(Avifio) beschränkte sich gestern der Gegner now dein schweren Mißerfolg, den er in den Tagen des 2, und 4. Oktober erlitten halle, auf heftige Artillerietätigkeit. aut welche die nnsrige kräftig erwiderte. Wir haben unsere Stellungen zwischen dem ersten und dem zweiten Gipfel des Eolbricoi: fest»n der Hand behal»en. In einein kleinen Sattel zwischen den beiden Gipfeln fanden wir zahlreiche feindliche Leichen. Weiter nördlich im San Pellegrino-Tale(Avifio) eroberten wir infolge eines glänzenden AngrifiS unserer Alpenjäger eine starke Schanze und feindliche Barackenlager auf den Abhängen der Cima di Coslabella. Wir machten 102 Gefangene, eroberten ein Maschinen- gewehr und brachten reiche Beute an Waffen und Munilion ein. Auf dem übrigen Teile der Front Artillerietätigkeit, besonder? heftige auf feiten des Gegners, so auf dem Karst. Unsere Er- kundungSabteilungen machten im Laufe kleiner Gefechte an 30 Ge- fangene._ E a d o r n a. Tätigkeit deutscher Seestugzeuge. Berlin, 7. Oktober. Amtlich.(W. T. 33.) Deutsche Seeflugzeuge haben am 5. Ottober größere russische. stark bewaffnete Trqnsportdampfer im Schwarzen Meer östlich Tuzzle angegriffen und Treffer an Teck der Dampfer erzielt. Andere deutsche Seeflugzeuge warfen erfolgreich Bomben auf feindliche MunitionSkolonnen und Kavallerie in der nördlichen Dobrudscha. vom V-Soot-Krieg. London, 6. Oktober.(W.T.B.) Lloyds meldet, daß der nor« W e g i s ch e Dampfer.C c d e r i c"(1128 Tonnen), der englisch« .I S l e o f H a st i n g S"<1175 Tonnen) und der griechische »S a m o s*(1186 Tonnen) versenkt worden sind. Stavanger, 6. Oktober.(W. T. B.). Ter Kapitän des nor« wegifchen Dampfers.Maliin«(479 Tonnen) hat tele- grapbiert, daß der Dampfer am 1. Oktober von einem deutschen U-Boot verienkl worden sei. Tie Besatzung sei in Bilbao gelandet. Der Dampfer war von Newport nach Saint Nozairc unterwegs.__ Jur die Wiederaufnahme der Parlamentstätigkeit in(Defterreich. Wien, 7. Oktober.md nun ist sie durch bürgerliche und sozialdemotralische Antrage(�Motionen) erzwungen worden. Der bürgerliche Antrag ging von dei> Vertretern der französischen Schwei, aus. Er lädt den Bundesrat ein,, n k u r, e st e r Frist die Beziehungen zwischen der«rmeeleitung und den kantonalen Behörden genau zu regeln und die Vorherrschaft der bürgert, che», Gewalt ncher- zustelle». Begrüudet wurde der Antrag von dem Frcrsüioigea Clalam e> RtaenBurg, der Besondert den Bekannten Fall det riegshetzerischen Ober st de Loys und die MililSr« dillaiur vom 3. September gegen die Kundgebungen der sozialdemokranichen Jugendorganisation kritisch beleuchtete.(Legen de Loys verlangte er mit Recht weitere Maßnahmen; denn iins.Rüge", die ihm der General erteilte, bat mit Strafe nichts zu tun. die aber die Kriegshetze des draufgängerischen Obersten vor» dient� hätte. Die Militärdiktatur vom 3. September bezeichnete er zutreffend als eine Provokation des Volkes, da« darüber in eine »vachsende Erbitterung geriet. Dem für die Militärdiktatur der- unitvortlichen Vundesrat, meinte Clalame. müßten die Sozialdemo» traten rigentsich dankbar sein; denn es ist eine dumme Politik, die er da geblieben hat und gegen die er als bürgerlicher Politiker protestirrt. Er erinnerte auch daran, daß schon ISli im Nationalrat über bie stets zunehmenden Uebergriffe der hohen Militärinstanzen m die Rechte der Kantone geklagt wurde. Der sozialdemokratische Antrag geht ebenfalls von den beiden Hauplaffären aus und ladet den Bundesrat ein, darüber Bericht zu erstatten, in welcher Weise er derartige Uebergriffe der Militärgewalt in Zukunft verhindern und für die Aufrechterhaltung der verfassungsmäßigen Zustände sorgen will. Der den Antrag be- gründende Genosse Grimm behandelte zunächst die Affäre de Loys und stellte den schroffen Widerspruch fest, der zwischen dem raschen und entschlossenen Vorgehen des Bundesrates gegen den Obersten und der schließlichen„Rüge* gegen ihn durch den General besteht. Die geschicklc Umwandlung der Kriegshetze deS Obersten in eine harmlose private Meinungsäußerung des Herrn de Loys soll schließlich die milde Rüge ermöglicht haben. Der Bundesrat soll damit zumeist nicht einverstanden gewesen »ein, gab sich dann aber zufrieden, als der General mch seiner Demission drohte. Grimm verlangte Auskunft darüber vom BundeSrar, ob die Sache sich so verhält. Die Militärdiktatur vom 3. September bat allerdings der sozialdemokratischen Jugend» Bewegung sehr genutzt, denn sie bat 37 neue Sektionen und 1000 neue Mitglieder gewonnen und Zehntausende ihrer Zeitungen und Broschüren verkauft. Das militärische Maffenaufgebor vom 3. Sep« tember gegen die wochenlang vorher angekündigte Friedens» dcmonstralion unserer Jugcndgcnoffcn machte er lächerlich und erinnerte gegenüber dem aufgebauschten RcvolutionS- geipensr an die an Revolutionen reiche Geschichte der Schweiz, deren letzte von 1800 im Kanton Tcssin in dem gegen» wältigen Bundesrat Forrer ihren begeisterten Verteidiger gefunden batle. Tie weitere Rede Grimm« war dem Nachweis gewidmet, wie die herrschende freisinnige Partei immer nur ein Gewaltregiment ausübt und die Anderstcnlcuden unterdrückt. Er warnt vor deren Fortsetzung, da sonst die schweizerische Arbeiterschaft die Uebcrzcugung peivinnen müßte, daß man nur den Interessen der obern Klassen diem-n wolle und daß dadurch die stärksten moralischen Tragpfeiler de» schweizerischen Staates vernichtet werden würden. »• * Der Natienalrat bewilligte den zirka 5000 LundcSbeamten einschließlich deS EisenbahnpersonalS und der Arbeiter, aber ausschließlich der Ledigen, die nur für sich zu sorgen haben, TcuerungS- z u l a g e n von iiisgesomt zirka 8 Millionen Franken. Es erhalten Arbeii«, Angestellte und Beamte mit einem Gehalt bis zu 3400 Fr. eine Teuerungszulage von l2ö Fr. und von LS Fr. für jedes Kind Ins zum 1ö. AlierLjahr, wobei aber die Kindeszulage insgesamt 100 Fr. nicht übersteigen darf. Ledige, die Angehörige dauernd unterstützen, erhalten eine Zulage von 6b Fr. Die Teuerungszulage wird vom 1. April ISIS an gerechnet Die Arbeiter usw. hatten Teuerungszulagen von 200—320 Fr. gesordert. WaS ihnen jetzt be- willigt wurde, macht nicht so viel aus, als fie infolge der während des Krieges unterbliebenen automatischen BcfoldungSerhöhungen ein- gebüßt haben. verhanölungen über öie§rage üer Staatenlosen in Norüschleswig. Kopenhagen, K.Oktober.(W.T.B.)„Politiken* meldet: Wie in parlamentarischen Kreisen bestimmt verlautet, wirb diz: dänische Regierung in nächster Zeit Vor- Handlungen mit der deutschen Regierung ein- leiten über eine Lösung der Frage der Staaten- losen in NordschleLwig. Diese Verhandlungen sind von vornherein der Zustimmung aller Parteien deS dänischen Reichstages sicher. Sie werden auf Grund des dänischen An- gebotS geführt, allen Staatenlosen dadurch das dänische Staatsbürger-recht zu verleihen, daß dem dänischen Gesetze über das dänische Staatsbürgerrecht von 1LS8 rückwirkende Kraft gegeben wird, so daß" alle Staatenlosen unter das Gesetz fallen. Eine Folge dieser von dänischer Seite er- strebten Lösung würde es sein, daß kein Staaten- loser zum deutschen Kriegsdienst herangc- zogen werden könnte. Englifth-schweöischer tzanüelskonfiikt. Stockholm, 7. Oktober.mi«»liedori, für da« nackte Nabrun gs- bedürfnis 18 720, 4S Mark. Oder bei insgesamt 234g Per- sonen monatlich pro Familie 2ö.80 Mark, pro Kopf und Monat 7,02 Mark oder pro Kopf und Tag 2V Pfennig. In dieser dankenswerten Materialzusammenstellung befindet sich auch ein besonderes Kapitel über das Schuldenmachen der Kriegerfamilien. Daß es bei solchen ErnährungS- und EinkommenSverhältnifsen ohne Schulden unmöglich gehen kann, ist nur allzu leicht bcgrefflich. Zahlenmäßig sind die Schulden dieser Familien folgender», aßen erfaßt: 721 Kriegerfamilicn haben insgesamt 20935 Mark Schulden, im Durchschnitt pro Familie 29,04 Mark.— Interessant ist auch der in der Petition enthaltene Hinweis auf das Betragen einzelner Gemeindevorsteher. Während diese Beamten der großen Jndustriegemeindcn im allgemeinen Verständnis für die Not be- künden, geht das den ländlichen Gemeindevorstehern meistens ab. Von einzelnen solcher Leute ist der ablehnende Bescheid«uf Be- willigung erhöhter Zuschlise damit begründet worden, daß die Bauern für ihr Getreide auch nicht mehr erhaltenl Verpflichtung der KommisfionSl« zur sofortigen Barzahlung auf zuHeben und die Kommissionäre zu ermächtigen, geliefertes Gc- treibe und Kartoffeln erst dann zu bezahlen, wenn der Empfänger die Ware bezahlt bat und zwar auch nur in der von dem Emp- fänaer geleisteten Höhe." Hohe Preise und schlechte Ware l Da» mag eine ideale Forde- rung für manchen Produzenten sein. Das deutsche Volk aber muß sich dafür bedanken._ Der Gipfel der Unverfrorctiheit. In der.Molkerei-Ztg.' ist zu lesen: .Gegen die Kannenmilchmischer wird jetzt von den Gerichten mit ganz barbarischer/z: Rose Bernd. Nachm.3(kl.Pr.): Minna v. Barnhelm. Montag: Kose Bernd. Kamincrspiele. 8 Uhr;.lonathans TUchter. JCachm. 3(Kl.Pr.): Wefterlouchten. Montag: Hcdda Oabler. Volksbühne. Theater a.BQIowpl. 8 Uhr: Nachtasyl. 3 Uhr(kl. Pr.): Kabale und Liebe. Montag, 8'/,: Meister Olaf. Dir. Meinhard-Bernauer. Theater i. d. Königgrätzerstr. 8 Uhr: Paul Lange u. Tora Parsberg. Nachm. 3 Uhr: Maria Stuart. Komödienhaui 8 Uhr; Der 7. Tag. Nachm. 3 Uhr: Fllmzanbcr. Berliner Theater 8 Uhr: Auf Flügeln des Gesanges. 3 Uhr: Wenn zwei Hochzeit machen. Wantl der Freien Volksbühiieii Sonntag, 8. Oktober 1916: Nachmittags 3 Uhr: Volksbühne, Theater am Bülowplatz: Kabale und Liebe. Deutsches Opernhaus: HoffmannS Erzählungen. Schiller-Thcater, Charlottenburg: Die � gelbe Nachtigall. Schiller-Thcater Ost: Schirin und Gertraude. Lcssing-Thcater: Die gutgeschnittcne Ecke. Künstler-Theater: Schwarzer Peter. Abends 8 Uhr: Rathaus: Aus der Geschichte der Oper. Volksbühne, Theater am Bülowplah: Montag u. Dienstag: Meister Olaf. Mittwoch und Donnerstag: Das Wintermärchen. Kose-Theater. 3 Uhr: Die Welt ohue Männer. 8'/, Uhr: Ginc Frau ohne Herz. tTkeater an» Sonntag, den 8. Oktober. Komische Oper i Uhr: Das Glück im Winkel. s'/zUhr: lljg eMne Kudgilmil. Lustspielhaus S'/j Uhr: Pension Schöllep. s1/« u.; Der selige Balduin Metropol-Theater 3 Uhr: Die Kaiserin. s uhr: Die Gsardasfürstin, Neues Operettenhaus 3 Uhr: Der Vogelhändler. 8 uhr: Der Soldat der Marie. Thalia-Theater av.u.: Blondiuehen. 3 Uhr: Der Raub der Sabinerinnen. Theater am Slollcndortpl. S'/jUhr: Immer feste drntf! 'S1/« Uhr: Biane Jnngens. Theater des Westens s Udr: c« Fahrt ins Glück mit Guido Thielscher. S'sjUhr: Das Fräulein vom Amt. Trianon Theater S'/j Uhr: Oer Himmel auf Erden. i Uhr; Jagend Deutsches Opernbaus, Chariottenb, 8 uhr: Don Juan. Friedrich-Wilhelmstädf. Thealer 3 Uhr; Figaros Hochzeit. 8 uhr: Das Dreknäderlhaus. Gebr. HOFFllfOld"Theater Heute nachmittag 3 Uhr bei ganz kleinen Preisen: „Die Ehre" v. H. Sudermann. sv.uhr: Villa Psehesina. Kleines Theater 3'l, Uhr: Jettehen Gebert. 8 Uhr: Lottchens Geburtstag. Gentz und Fanny Elsler. Paul und Paula. Residenz-Theater 8 uhr: dof Mandarin. 3'/z Uhr: Die Siebzehnjährigen. SchlHer-Theater O 3 Uhr: Schirin und Gertraude. 8 uhr: dbf Hbff SenalßF. 8chllIer-Th. Chariottenb. 3 Uhr; Die gelbe Naehtigall. s uhr.- Glaube und Heimat. V olgt-Theater. Badstr. 58. Badstr. 58. Täglich: 9er frozeßhansel. Volksschausvicl in 4 Auszügen. Sonnt. 3 Uhr: Das Bild des Signorelli. Kasscncrösfnung 7 Uhr, Ansang 8 Uhr. Casino-Theater. Lothringer Str. 37. Täglich 8�/� Uhr Einzig in seiner Art in Groß-Berlin. Berliner Humor in ernster ZeiL Meine gute Olle. Original-Posse in 3 Aufzügen. Vorher erstklassiger bunter Teil. Sonntag 4 Uhr: Die Milchschulzen. LssZing-Tkestsr. Direktion: Victor Bamowsky. 8 Uhr: Die beiden Klingsberg. Nachm. 3 Uhr: Die gutgeschn. Ecke. DeutsehÄsfler-Theater. 8 Uhr: Jüngling mit d. Ellenbogen. Nachm. 3 Uhr: Schwarzer Peter. URANIA 4 Uhr(halbe Preise): Acsypten. der 8nezkanal und der Weltkrieg. 8 Uhr: Die Bagdadbahn. Montag 4 Uhr(halbe Preise): Aegypten, der 8uezkanal uuil der Weltkrieg. 8 Uhr: Die Bagdadbahn. Gebrüder Jlerrnfeld- Theater. Täglich S'/.Ubr: Villa Psehesina der größte Lacherfolg 1 Heute 8onntag, nachm. 3 Uhr Volkstümliche Vorstellung: vis 8hre. Schausp. in 4 Akt. v. H. Ludermann Preise für die Nachm.- Vorstellg.: Logen u. Orch.-Paut. 1,50, Park.- Paut., I. Park. u.Eangbalk. 1,00 M_ I. Bang, II. Park. 50 Pf. Vorverk. tägl. 11—2 Theaterkasse. Walhalla-Theater. 3'/4 Uhr: Kyritz-Pyrltz. 8 Uhr: Sccmannsllebchen. Hcnte 8 Vorstcllnngen 31/ Nachm. ied. Erw. O„■ 1 Kind frei. O U- In beiden Vorstellungen: Persönliches Anftreten der berühmten Kinokünstlerin Hedda Vernon und das ungekürzte heitere Possen-Theater. Täglich 8,/4 Uhr: Ein unnatürl. Sohn Sagen wir— die Hälfte mit Leonhard Haskel. Jk Berliner Konzerthaus. Mauerstr. 82. Zimmerstr. 90/91. Heute: Großes Konzert Berliner Konzert liaus-Orchester Leiter: Komponist Frz. v. Bio». Anfang 4 Uhr. Wochentäglich nachm.: Gr. Nachmittags-Konzert bei freiem Eintritt, Sonntag 3 Vorstellungen 1 Kind frei, weitere I 1|| halbe Preise 1011 Das uiigekürzte M? Programm> u. Hannes Piepenbrinks Abenteuer Gr. Märchen- Prunkpantonnme in 5 Alt., berf. u. inszen. v. P. Buich. Beiond. hervorznheb.: Die geraubte Prinzessin a. seltsam. Vogelwesen naeh Itjahr. Aufenth.!. Geierhorst. Vorher das kolossale Programm! ßefiiiWA-k'i'äLlil�Ie.�r��' Jeden Sonntag: Panl Hantheys Eustixe Sänger Neues Progr. An lang 7 Uhr. �fldmirals-�alast� Heute 3 Vorntcllnngen 41/, n. S'l, Uhr. Das herrliche Eisballett Vfrau �Fantasie. Nachm. kl. Preise, ahd. 2. 3. 4M Reiehshallen-TiieateF. Stettiner Sänger. Heute nadim. 3 Uhr: Weihnachtsabend im Schützengraben (Ermäh. Preise: Part. 0,30, Balk. 0.75, Logen 1 M.) Abends 8 Uhr: Schippers Heimkehr. MiillTOn kauft Hob. Ball Ntfif.. Münzen. IiILIHpCu bblg., Berlin, WilheInlilr.40/47 | Spezialarzt| für Haut-, Harn-, Frauenteiden. ner». Schwache, Beinfranke jeder An. Ehrlich-Hlttli-Kuren, fttödlieltZh. 3!. PZepS. SprchsL 12-2, Sonntags, 11-2. Honorar mäst., a. Teilzahl, q — Separates Damenzimmer.— G nerognung: uyr, Anfang»Uyr. sonnrag 4 uyr: ine nmonsonuizen. mit reonnara r>asxe>._____ aepura�s uumenzininier.j- verantworiltcher Redakteur: Alfred Wielepp, Neulöll». Für des Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin, Druck u. Verlag: Vorwärt» Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co,»erlin SW. Ar. 377. 33. Jahrgang. 2� Lkilqk iles.Hwiirls" Kttlim MMIt. Zonntag, 8. GKtoder l'.N6. fius Groß-öerlin. wie öie Erhöhung öer tzunüefteuer wirken würöe. Ten Vorschlag des Präsidenten vom Kriegsernährungs- amt, in Berlin und Vororten die Hundesteuer zu erhöhen, staben Mir als unmögliche Maßregel gekennzeichnet. Die Hundesteuer wurde in Berlin zuletzt im April I9l1 von Ä) Dt. auf 80 M. erhöht. Die Folge war damals, daß die besteuerten Hunde sich sofort verminderten. Ansang 1911 waren es 37 631, Anfang 1912 wurden nur noch 35 560 ge zählt, und ihre Zahl sank dann weiter auf 29 469 zu Anfang 1915. Daß die Abwärtsbewegung unter dem Einfluß des Kriege? noch fortgeschritten sein wird, ist wohl nicht zu bezweifeln. Die Stcucrerhöhung von 191 1 brachte neben der Minderung besteuerter Hunde zunächst eine Mehrung der steuerfreien, von 6072 zu Anfang 1911 auf 6518 zu Anfang 1912 und 6740 zu Anfang 1913. Später trat aber auch hier eine Minderung ein, so daß Anfang 1915 nur noch 6343 steuerfreie Hunde in Berlin waren. Steuerfrei sind Wach- oder Kettenhunde, Führerhunde siir Blinde, Zug Hunde, Wächterhunde. Artistcnhunde, auch Polizei- und Sani tätShundc, ferner auch Hunde des Gesandtschastspersonals und des Kaisers. Die Freude, den Ertrag der Hundesteuer sich erhöhen zu sehen, dauerte für den Stadtkämmercr nicht lange Dem Stadtsäckcl flössen aus der Hundesteuer in 1910/11 nur 830 261 M. zu, in 1911/12 stieg dann der Ertrag infolge der Stcucrerhöhung auf 1 101 367 M., aber schon im folgenden Jahr begann infolge der Hundcvermindcrung auch der Steuer ertrag zu sinken. Für 1914/15 kamen nur noch 919901 M. ein, für 1915/16 wurden es nur 852 000 M. und für 1916/17 hat man nicht mehr als 850000 M. in den Voranschlag eim zustellen gewagt. Wie würde jetzt � die vorgeschlagene neue Stcucrerhöhung von 30 M. auf 50 M. wirken? Als in Berlin im Ansang der 90er Jahre die Hundesteuer von 9 M. auf 20 M. erhöht wurde, sank von Anfang 1891 bis Anfang 1896 die Zahl der besteuerten Hunde von 35 468 auf 22812. Die allerncuestc Stcuererhöhung würde wahrscheinlich die Hundezahl noch sehr viel süblbarer verringern, so daß nicht mal ein Mchrcrtrag aus der Steuer herauszudrücken wäre. Zweck der Stcuererhöhung ist freilich diesmal nicht eine Mehrung des Hnndesteuercrtragcs, sondern eine Minderung der Itahrungsmittelvcrbrauchcr. Aber was würde selbst eine Minderung der Hunde um 10—15000 oder gar um 20 000 gegenüber der Berliner Gesamtbevölkerung von annähernd 2 Millionen bedeuten? Und wenn man durch Stcucrcrhöhungcn in den Vorortgemeinden und in anderen Großstädten die Hunde im ganzen Deutschen Reich um einige Hunderttausende verminderte, wie wenig bedeutet� das für den Nahrungsmittelverbranch eines Volkes von 65 Millionen I Um so winzige Gewinne will nian eine Maßregel durchführen, die tief verbitternd wirken würde, weil bemittelte Leute sich nach wie vor ihre Hunde leisten könnten, unbemittelte aber sie opfern müßten. Da wird immer so viel von Gleichmäßigkeit bei der Lcbensmittclverteilung geredet, hier aber sollen wir zum Zweck der LebenSmittclersparung eine Maßregel hinnehmen, die in ihren Wirkungen zu einer uncrträg- lichen Ungleichheit führen würde. Will man wirklich alle gleich behandeln, so müßte man im ganzen Deutschen Reich sämtliche Hunde— mit Ausnahme höchstens der unentbehrlichsten Ge- brauchshunde— beschlagnahmen und umbringen. Das wäre ein Mittel von so durchgreifender Wirkung, wie keine Steuer- erhöhung sie haben kann. Allerdings wird, gleich uns, jeder einen solchen Vorschlag schaudernd ablehnen. Ist aber die Stcucrerhöhung für den, der durch sie zur Tötung feines Hundes gezwungen wird, eine„mildere" Maß- regcl? Die Milchnot. Wie schlimm jetzt manche der kleinen Milchhändler samt ihren Milchkundcn dran sind, lehrt eine Schilderung, die wir aus einem Milchgeschäft des äußeren Königsviertels erhalten. Der Inhaber steht seit Kriegsausbruch im Felde, aber seine Gattin hat mit dem Geschäft bisher durchgehalten, weil sie von ihrem alten Lieferanten immer noch nach Kräften mit Milch versorgt wurde. Sehr unlieb war ihr die gegen Ende September ihr zugegangene Anordnung der Milchversorgungsstelle Groß-Berlin, daß sie vom 1. Oktober av die Interessengemeinschaft märkischer Milch- Produzenten als Lieferanten nehmen müsse. Am 1. Oktober lieferte noch der alte Lieferant(KZ Liter, dann aber mußte er aufhören. Doch was geschah am 2. Oktober? Die Interessengemeinschaft— lieferte nicht! Nicht einen Tzopfen Milch erhielt das Geschäft, am 2. nicht und am 3. auch nicht! Alle Laufereien und Verhandlungen mit der Jnter- cssengemeinschaft und mit der Milchversorgungsstelle blieben zu- nächst erfolglos. Bei der Interessengemeinschaft antwortete man, sie könne sich nicht nach den Anordnungen der Milchversorgungs- stelle richten, sondern nur danach, ob sie Milch habe oder nicht. Sie lehnte einstweilen die Lieferung ab wegen der Unmöglich. keit, die gewünschte Milch zu beschaffen. Man kann sich denken, wie eö da den Milchverbrauchern erging, die bisher in dem Geschäft gekauft hatten. Für 87 Karteninhaber, zumeist Kinder, hatte das Geschäft zu sorgen gehabt und immer noch leidlich sorgen können. Jetzt, muhten die Kunden sehen, wie sie anderswo mit Mühe und Not sich Milch verschafften. Die Inhaberin de» im Stich gelassenen Geschäfts mußte selber für ihr 4 Monate altes Kind anderswo um Milch bitten! Inzwischen hat sie auf den Rat der Interessengemeinschaft die Milchversorgungsstelle um Zu- Weisung eine» anderen Lieferanten gebeten und hat dort erreicht, daß bis auf weitere» wieder der alte Lieferant liefern darf. Er kann ihr aber jetzt nicht mehr, wie vor dem 1. Oktober, M bis 70 Liter geben, sondern nur noch 30 Liter. Selbstverständlich reichen diese 30 Liter nicht hin und nicht her, so daß sie viele der 87 Karteninhaber unversorgt lassen mutz. Die Rationen nächster Woche. Die Wockienfleischmenge beträgt für die kommende Woche, also für die Zeit vom 9. bis 15. Oktober 1916 250 Gramm. Auf eine Fleischmarke entfallen somit 25 Gramm. In der Woche vom 9. bis 15. Oktober dürfen auf den obersten der drei Abschnitte 24 der K a r t o f f e l k a r t e 3 Pfund und auf die beiden anderen Abschnitte je 2 Pfund, zusammen also höchstens 7 Pfund Kartoffeln abgegeben und entnommen werden. i Zieht Hühner ans! Diese nette Mahnung ist von amtlicher und nichtamtlicher Seite oft insbesondere kleinen Landwirten erteilt. Wie eS einem solchen in der Nähe Berlins iFranzösisch-Buchholz) wohnenden Landwirt, der diesen Rat befolgen wollte, ergangen ist, zeigt folgendes Erlebnis. Der Betreffende war Kriegsteilnehmer, mußte aber wegen der Leiden, die er sich zugezogen halte, als dauernd untauglich entlassen werden. Er wendete sich der Aufzucht von Hühnern zu. Wo aber daS Futier hernehmen? Abgesehen von'/« Pfund, die er vor einem Vierteljahr von der Kommunalverwaltung erhalten harte, konnte er nichts austreiben. Tarauf wendete er sich nach Mecklenburg, kaufte dort von einem Bauer einen Zentner zur menschlichen Nahrung ungeeignetes Mengkorn und 20 Pfund Kleie. Der Bauer versicherte, daß der Verwendung deS FulterS nichts entgegenstehe. Der junge Landwirt holte ferner vier Gänse, die für seine Necbnung bei einem Landwirt für 118 M. aufgezogen waren, ab und lud seine Ware in Neustrelitz auf dem Bahnhof ab. Aber er batte mit Mecklenburger Eigenart nicht gerechnet. Diese bestand darin, daß ihm die Gänse, das Futter und die Kleie be- schlagnahmt wurden und er zur Polizei sistierl wurde. Dort wurde ihm eröffnet, für Gänse bestehe in Mecklenburg ein Aus» fuhrverbol. Dem jungen Landwirt war damals noch nichts davon bekannt, daß Mecklenburg in Kriegszustand mit seinen Nach- barn lebe und meime, dann wolle er daS Federvieh in Meckien- bürg verzehren.„DaS können Sie", meinte der Beamte. Aber— die Gänse sowie daS Hühnerfutter und die Kleie blieben beschlag- nabmt. Statt der Gänsebraten wurde ihm eine Anklage in Aussicht gestellt. Der Landwirt hat sich nun an den Präsidenten des Kriegs- ernährungsamlS mit der Bitte gewendet, ihm zu seinem Eigentum wieder zu verhelfen und Vorsorg« dafür zu treffen, daß er da» zur Aufzucht der Hühner erforderliche Futter erhält. UnS dünkt, der Eicrknappheit läßt sich durch Fortnahme deS FutterS der Hühner schwerlich steuern. Wenig Vertrauen erweckt ferner die Mahnung, Hühner aufzuziehen, wenn nicht zugleich die Möglichkeit unterbunden wird, daS Hllhnerfutter zu beschlagnahmen, weil die Hühner oder ihr Besitzer keine mecklenburgischen Farben tragen. Eine Brotkartenverteilung auf der Straffe. Aussehen erregle ein Vorgang, der sich kürzlich an einem Abend auf dem Platz vor dem Görlitzer Bahnhof abspielte. Hier hatte sich ein Trupp von schätzungsweise 60 jungen Leuten versammelt, die offenbar für die Nacht und den folgenden Tag einen gemeinsamen Ausflug planten. Zu den Wartenden trat ein älterer Herr, wohl ihr Leiter, und dieser verteilte unier sie ein Paket Zusatzbrotkarlen. Unser Gewährsmann, der uns diese Beobachtung meldet, versichert auf daS Bestimmteste, daß ein Jrrium seinerseits aus- geschlossen sei. Er habe, weil ihm die Kartenverteilung ausfiel, genau hingesehen, und dabei mit Sicherheit erkannt, daß es sich um Zusatzbroikarien handelte. Daß er sie mit Tages- oder Reise- brotkarten verwechselt haben könnte, glaubt er nicht. Bei den jungen Leuten habe er Binden an den Armen bemerkt, die als Abzeichen dienten, so daß er in ihnen eine sogenannte Jungmannschast oder etwa« AehnlicheS vermutet. Es läßt sich deuken, daß diese Brot- kartenverteilung auf offener Straße bei ihm und anderen, die er darauf aufmerksam machte, Verwunderung erregte. Er begab sich an einem der nächsten Tage zu der Brotkommission seines Bezirkes, meldete dort, was er gesehen hatte und fragte, wie das zu erklären sei. Ihm wurde geantwortet, eS komme vor, daß Leiter von Vereinigungen für die Teilnehmer an Ausflügen Brotkarten gemeinschamich besorgen und dann in Ermangelung von Tagesbrolkarten manchmal Zusatzbroikarien erhalten. Uns ist neu, daß diese« Verfahren gememschafrlicher Besorgung von Brolkarten zulässig sein sollte, und wir möchten annehmen, daß hier«in Miß- Verständnis vorliegt. Anderenfalls wäre unseren jugendlichen Arbeitern zu'eiypschlen, daß sie den Versuch machen, bei ihren gemeinsamen Ausflügen sich gleichfalls der Vorteile dieser Einrichtung zu bedienen._ verkehr mit OelfrSchten. Es wird auf die gemäß der.ver- ordnung des Bundesrats vom 16. Juli 1316 über den Berkehr mit Oelfrüchten und den daraus gewonnenen Produkten" bei Beginn eines jeden Kalendervierteljahres zu erstattenden Meldungen hin- gewiesen. Meldcpflichtig sind die auS Raps, Rübsen, Hederich und Ravison, Dotter, Mohn, Lein und Hans der inländischen Ernte ge- wonnenen Früchte sOelfrüchte). Dies gilt nicht für Vorräte, die in der Hand desselben Eigentümers insgesamt 10 Kilogramm nicht übersteigen. Wer Oelfruchle jener Arten in Gewahrsam hat, hat die vorhandenen Mengen getrennt nach Arten und Eigentümern unter Nennung der letzteren zu melden. Gleichzeilig hat der Liefe- rungSpflichtige anzugeben, von welchem Zeitpunkte ob er zur Liese- rung bereit ist. Die Meldungen haben bis zum 16. Oktober d. I. an das Mililäbureau des Magistrats zu Berlrn, Berlin C 2, Klosterstraße 68, zu erfolgen.___ Kleinhandelspreise für frische Seefische bester O.«alttSt für Montag, den 3. Oktober 1316. Ech-llfische. klein sbi»'/« Pfund) 1,60 M.. mittel(von»/« bi« 1 Pfund) 1,63 M., großmitlel(von 1 bis VU Pfund) 1,34 M., große(von 1'/, Pfund und mehr) 2.06 M.! Kabeljau, klein(bis >/, Pfund) 1,38 M., mittel(von 1'/, bis 4 Pfund) 1,60 M., große (von 4 Pfund und mehr) 1,76 M., ohne Kopf(im Ausschnitt) 2,38 M.; Schollen, kleine(bis zu'/, Pfund) 1,13 M.(Zufuhr völlig unzu- reichend.)_ Arbeiter-BildungSschnle. Heute Sonntag, 8. Ott., abends 8 Uhr. findet der zweite Vortrag der VortragSscrie„Die Blütezeit der deutschen Kunst" statt. Das Thema lautet: Die kirchliche Kunst, ihre Aufgaben und ihre Wandlung".— Der Vortragende, Herr Dr. Bernoulli, V V5. rTl„ m«/V-T"öemer, F-hlow und nicht zu vergessen Käihe PingbauS. II Asirstent an den Königlichen Museen, wird ferne Ausführungen� bm Inhalt der Posse ist nicht viel zu sagen, als daß sie eben durch eigene Lichtbilder erläutern. Der Vortrag findet im Hörsaale der Schule, Linden- straße 3, 4. Hof rechts 3 Treppen, statt.— Eintrittspreis 10 Pfennig._ Unermittelte Heercsangehiirige, Nachlaff»»nd Fundsachen. Durch Wolfis Telegraphen-Bureau wird mitgeteilt: Die bereits vor einiger Zeit angekündigte Sonderliste:„An- ermittelte Heeresang�örige, Nawlaß- und Fundsachen' wird nun» mehr am 6. Oktober d. I. als Beilage zu der preußischen Verlustliste Nr. 661 erstmalig erscheinen. Der Liste liegt eine Bildertafel mit Photographien bei, die der Nachlaßstelle des preußischen Kriegs» Ministeriums mit den unanbringlichen Nachlaßsachen bisher zugingen, serner ein Verzeichnis der Namen, zu denen Aufklärungen erwünscht sind, und eine Beschreibung der unbekannten Nachlässe mit einem Uhrnummer-BerzeichniS. Wer glaubt, zu den veröffentlichten Nachlaßsachen und Photo- araphien Angaben machen zu können, die zur Ermittelung der Per- sönlichkeit des Eigentümers dienen können, wolle solche unter An- gäbe der mitveröffentlichten Geschäslsnummer der Zentralstelle für Nachlaßsachen in Berlin W 8, Leipziger Platz 13, mitteilen. Die Liste erscheint von jetzt ab monatlich als Beilage zu der preußischen Verlustliste; sie kann auch einzeln von der Norddeutschen Buchdruckerei und Verlagsanstalt zum Preise von 16 Pf. ein« schließlich Porto bezogen werden. Der Betrag ist der Bestellung beizufügen, Das Bötzow-Viertel. Die Zeniral-Einkaufsgesellschast schreibt unS:„In der Sitzung der Berliner Sladtveroreuelcnversainmluug vom 6. d. MtS. sind die Klagen der Bewohner des Bötzow-VicrtclS über üble Gerüche zur Verhandlung gekommen, die angeblich aus der Fabrik Oskar Döifler, Greifswalder Sir. 33a, herstammen sollen. Mit Bezug auf die Aus- führungen der Stadtverordneten Dr. Knauer und Meyer sei folgendes festgestellt: „Die Fabrik Oskar Dörfler ist von uns erst seit Ansang Juli dieses Jahres mit der Herstellung von Fleischwurst aus ausländischem Fleisch beauftragi. Es wurden dorr iliSgeiamr i» den drei Monaien Juli bis Seplembcr 360 783 Kilogramm hergestellt. Vcrlragsinäßig steht der Firma Oskar Dörfler ein Verdienst von 10 Pf. für das Kilogramm zu, so daß die Firura an der Fabrilation in den drei Monaien einen Nettoverdiensr vou 36 073 M. gehabt bat, von welcher Summe die Ämorlisaiion von Grundstück und Maschinen sowie die Ausgaben für Neuanschaffung von Maschinen abgeben. AuS dieser Ziffer läßt sich ersehen, dag die Angaben über Millionenverdienste der Firma, die in der Stadt- Verordneleii-Versammlimg von den erwähnten öicdnerir gemacht worden sind, mit den Talsachen in Widerspruch sieben. Der gesamte bisherige Umsatz der Firma hat bisher nur 300 000 Mark be- tragen, so daß also„M>llioncii-Verdiensie" überhaupt ein Ding der Unmöglichkeit sind. WaS die Klagen über üble Gerüche an- betrifft, so ist folgendes zu bemerken: Die Fabrik ist muster- gültig eingerichtet und nicht nur unter ständiger Aussicht unserer eigenen Fachleute gewesen, sondern auch seitens der Gewerbeinipeklion sowie des Kreisarztes kontrolliert werden. Die beiden letzteren amt- lichen Stellen haben sich über die Fabrik, über die dort statifindende Verarbeitung und ebenso auch über daS vorgefundeue und nachgeprüfte uns gehörige Rohmaterial durchaus anerleunend aus- gesprochen. Wenn daS Bötzow-Viertcl unter üblen Gerüchen zu leiden hat, so können diese nicht aus der Dörflerscheu Fabrik stammen." WaS alle Welt weiß, weiß die Z.-E.-G. nicht. Jetzt werden alle Anwohner jener Gegend genau herumjchnüffeln müssen, wo der Gestank herkommt.___ Hilfs-Fortbildungöschule. Die in Aussicht genommene Gründung deö AuSbildungS- und BeschäftigungSheimS für nicht oder schwer erwerbsfähig werdende geistig Schwache hat durch den Krieg verschoben werden müssen. Um aber die unbeschäfligten geistig schwachen Jünglinge vor dem Nichts- tun und der Verblödung zu bewahren und sie schon jetzt einer ein- fachen, aber zweckmäßigen Beschäftigung zuzuführen, hat der Er- ziehnngS- und Fürsorgevcrcin(Vorsitzender Stadtschulrat Dr. Fischer) im Schulhause Bergsir. 68 seil dem 1. Mar d. I. eine Lehr- und Beschästigungswerlsiätte eingerichtet, in welcher die jungen Leute im Rohr-, Korb- und Sluhlflechlen unterwiesen und beichäsligt werde». Der Besuch der Werlstätte ist kostenlos, aber die Eltern müssen sich verpflichten, ihren Sohn regelmäßig zu schicken. Der bisherige Er- folg der Werlstätte ist so günstig, daß eine Erweiterung geplant wird. Neuanmeldungen junger Leute im Alier von 18—30 Jabrcn werden Montags und Donnerstag? von 6—7 Uhr Bergstr. 68 durch Direktor Fuchs angenommen. Ein Zusammenstoß cineS ZlutomobillastwagcnS mit ciiicm Straßen- bahnwagcn ereignete sich am Sonnabcndvormiitag im Norden der Stadt. An der Ecke der Seelower und Schivelbeiner Straße ver- suchte ein Motorlostwagen mit Beiwagen de« Böhmischen Brau- Hauses kurz vor einem in der Richiunjj nach dem Stadniinern ver- kehrenden Straßenbahnwagen der Linie 64 das Gleis zu kreuzen. Obwohl der Führer des BahnwagenS nach Kräften bremste, war ein Zusammciistoß nicht mehr zu vermeiden. Der Anprall erfolgte mit solcher Gewalt, daß der Beiwagen des Lastzuges umgeworfen und der Mitfahrer Wicke von seinem Sitz geschleudert wurde. W. erlitt Quetschungen am linken Knie, der Fahrer des BahnwageuS trug Quetschungen anr linken Bein und Hautabschürfungen im Gesicht davon. Die Verunglückten erhielten auf der nächsten Unfallslalion die erste ärztliche Hitfe und wurden nach ihren Wohnungen gebracht. Am Triebwagen der Straßenbahn wurde der Vorderperron stark beschädigt, am angefahrenen Bicrwagcn die Bremsvorrichtung leicht beschädigt. D-Zugdiete sind in der letzten Zeit wieder mehrfach an der Arbeit gewesen. So wurde einem Herrn auS Köln auS einem Raucherableil I, Klasse eine kleine Handtasche gestohlen, die unter anderem eine Akleniasche mit für den Bestohicnen sehr wichtigen Papieren enthielt. Einer Dame wurde auS dem D-Zug Anhalter Bahnhof— Halberstadt, ebenfalls aus eiuein Abteil 1. Klasse, ein gelber Lederkoffer entwendet, in dem sich 700 M. bares Geld und für 500 M. Kostüme und Toilettensachen befanden. Seine Brief- tasche mit 300 M. wurde einem Herrn am Schaller deS Anhalter Bahnhofs gestohlen. Im Berliner Aquarium sind in dem kleinen Behälter Nr. 22 der Süßwasserabteiiung eine Anzahl Edelkrcbse anSgestellt, die hier zu Ansang deS Juli das Licht der Welt erblickten. Um die jungen Krebschen vor bin Nachstellungen der Alten zu schützen, wurden sie in ein besonderes Becken gesetzt und sind in ihren drei Lebens- monaien zu etwa 2 Zentimeter langen Tierchen herangewachsen. Bekanntlich und zum Bedauern der Feinschmecker hat der Krebs ein recht langsames Wachstum: braucht er doch meist etwa fünf Jahre, bis er zum bescheidenen Suppenkrebs herangereift ist. Das Possentheater in der Linienstraße unter der rührigen Leitung von Leonhard HaSkel gibt sich die redtichsie Mühe, den, Publik»!, i die jetzige schwere Zeit allabendlich auf einige Stunden vergessen zu machen. Diesen Zweck voll zu erreichen, gelingt vor allem durch das wirklich prächtige Zusammenspiel der bicr wirtenden Kräfte. Leonhard Haökel zeichnet selber als Berfasser der zweiakligen Posse: Sagen wir— die Hälfte", mimt aber auch zugleich als Willi Horowitz, Ferd. Wagner und den Damen ........7.„. Ueber da» Publikum zu frischsröhlichem Lachen hinreißt, was auch von dem Einakter„Ein unnatürlicher Sohn" gesagt werden kann. Verlorene Liften. Am 6. Oktober, früh morgen», sind in der Stadlbahn von Warschauer Straße bis Marienfelde zwei Listen ver- loren gegangen. Der Finder wird gebeten, dieselben an die„Vor- wärtS'-AuSgabestelle, Lichtenberg, Alt-Boxhagen 66, abzugeben. Hauptdarsteller mit Wi Roemer, Fehlow und /ins den Gemeinden. SluS dem Teltower Kreise. Im Teltower Kreise arbeiten nach wie vor zwei Parteiorgani- satlonen sich entgegen zum Schaden unserer Sache. Die von, Be- zirkSvorstand von Groß-Berlin als Sondcrorganisaiion erkläne Gruppe Thurolv-Groger versucht, an den einzelnen Orten Sonder- organifationen zu gründen und hält auch Versammlungen ab. In Steglitz fand am 3. Okiober eine Zusammenkunst stati, in der Genosse Pagets über die Reichskonferenz berichtete und in der die Anwesenden ihr Einverstäilduis mit dem Vertreter bekundeten. Auch mit dem.Vorwärts" beschäftigten sich die Teilnehmer und bc- schlössen folgende Resolution: „Die beulige Mitgliederversammlung de§ S. O. V. St. erwariet vom Paiteivorstand, daß er cndlicki Abhilfe in den unleidlichen Presseverbältnissen Berlins schafft.— Dadurch, daß der„VorwärlS" jede Veröffenllichung der Organisationen, die auf dem Boden der Mehrheit stehen, sowohl im Texi wie Inserat ablehnt, wird unS die STufnärung der Parteigenossen äußerst erschwert, und außerdem der Eindruck erweckc, als ob ganz Groß-Berlin hinler der Minder« heit stehe. Sollte nicht bald eine Aenderung eintreten, sehen wir uns gezwungen, in unserem Kreise die allgemeine Abbestellung des .Vorwärts" zu propapieren und sür unsere Zwecke die bürgerliche Presse zu benützen." Zum Schluß werden Bedenken gegen die Benutzung des„Steg- litzer Anzeigers" zur Einberufung der Mitgliederversammlung aus Anfrage des Vorstandes nicht erhoben. In Neukölln erstattete Genosse Groger und die Genossin Ryneck Bericht in der am Orte gegründeten Sonderorganisation. Die Teilnchnier erklärten ihr Einverständnis mit den Beschlüssen der Konserenz und derStellung der Referenten. Gen. Neumann, der derzeitige Vorsitzende der Neugründung wies darauf bin, daß nicht 60 Mitglieder, wie in der Generalversammlung des Krei-wahlvereins berichtet worden sei, am Ort der neugegründeten Organisation angehörten, sondern daß am 13. September in den Zahlabenden der neuen Organisation 198 Besucher gezählt worden seien und daß Mitte September die Mitgliederzahl 519 betragen habe. In Neukölln stehen die Stadlverordnelenwahlen bevor, in denen der Organisalionsstreit auch noch eine Nolle spielen dürfte, was nicht gerade zur Stärkung unserer Partei dienen wird. * Im Sozialdemokratischen Wahlverein Schön eberg erstattete am Dienstag, den 3. Oktober, Genosse Frassek den Bericht von der Reichskonserenz. Er schilderte im einzelnen die Stimmung und den Verlauf der Konferenz und kennzeichnete scharf die geheimen Wünsche und Absichten, die die einzelnen Parteigruppen von einer solchen Konferenz erhofften. Nach einer ausführlichen Besprechung der Hauptrcferate faßte er seine Auffassung vom Verlauf der llleichskonferenz dahin zusammen, daß trotz der Bemühung, rein sachlich die tiefgehenden Differenzen zu besprechen, sich immer mehr die weite Kluft zwischen den Hauptrichtungen in der Partei gezeigt habe. Die Opposition ging nicht gebeugt, sondern mit dem Bewußtsein davon, daß ihre Ueberzeugung an Boden gewonnen habe. Bis zum kommenden Parteitag dürfte aus der sogenannten Minderheit eine entschiedene Mehrheit geworden sein. Die Versammlung erklärte sich mit den Ausführungen, die Genosse Frassek und Genossin Dunker auf der Reichskonferenz ge- macht haben, einverstanden. Verlauf und Ende der Reichskonferenz haben die Nichtigkeit dieser Ausführungen vollkommen bestätigt. Die Versammlung begrüßt besonders die treffende Charakteristik, die die Genossin Dunker einer von David, Heine, Pens, Keil usw. eingebrachten Sympathieerklärung für den Genossen Liebknecht hat zuteil werden lassen und schließt sich ihrem scharfen Protest an. Weiter protestiert die Versammlung gegen die auf der Reichs- konferenz gefaßten Beschlüsse und gelobt auch fernerhin die Politik des 4. August auf das nachdrücklichste zu bekämpfen. Da der Ortsvorstand die Ortsgruppe des Jugend-BildungS- Vereins im Prinzip anerkannt hatte, wurde von der Versammlung in den Beirat der Erwachsenen die Genossin Oollnick und Genosse Worm gewählt. « A d l e r s h o f. In der letzten Mitgliederversammlung gab Ge- nosse Zirkel den Bericht von der Reichskonferenz. Die dem Bericht sich anschließende lebhafte Diskussion ergab völliges Einverständnis mit der Haltung unserer Kreisdelegierten und wurde das rapide Erstarken der Opposition mit Genugtuung begrüßt� als die beste Gewähr zur Verständigung der Proletarier aller Länder. Den vom Kreisvorstand zur Besserung der Kassenverchältnisse empfohlenen Einschränkungen wurde zugestimmt: ebenso ist die Erhebung eines Extrabeitrages von 49 Pf. für Männer und 29 Pf. für Frauen durch Urabstimmung fast einstimmig gutgeheißen. « Tempelhof. In der letzten, bei Reiner abgehaltenen und von 37 Mitgliedern besuchten Mitgliederversammlung des Wahlvereins Tempelhof gab Genosse Rosipka einen ein- gehenden Bericht von der außerordentlichen Kreisgeneralversamm- lung. Er schilderte, wie sich die große Mehrzahl der Genossen im Kreise zum neuen Kreisvorstand bekannt hat, wie aber in einzelnen Orten die Vorstände sich weigern, dem Willen der Mehrheit Rech- nung zu tragen, sondern lieber dazu übergehen, neue Wahlvereine zu gründen und damit die stolze Organisation des Kreises zu zer- trümmern. Unerfreulich war auch der Kassenbericht, aus dem her, vorging, daß der frühere Kreisvorstand nicht daran denkt, die Kasse und das Material herauszugeben. Unter diesen Umständen könne ein Extrabeitrag von 49 bzw. 29 Pf. pro Quartal nur dringend empfohlen werden. Die Versammlung beschloß hierauf einstimmig den Extrabeitrag. Der Vorsitzende teilte dann noch mit, daß sich am Orte jetzt ebenfalls eine neue Organisation gegründet hat, der auch die Par- teivorstandSmitglieder Müller und Bartels angehören. Eine Erklärung, die sich gegen diese Sondergründung und der Beteiligung von Parteivorstandsmitgliedern richtet, wurde ein- stimmig angenommen._ Gerichtszeitung. Schweinerei und Misthandlung. Recht schlecht abgeschnitten haben die Gastwirt Kuhnschen Eheleute bei einer groben Misthand- lung ihres D i e n st m ä d ch e n s, die sie gestern unter der Anklage der Körperverletzung, des Hetzens eines Hundes auf einen Menschen usw. vor das Schöffengericht Berlin-Wedding führte. Die Angeklagten bewirtschaften das sogenannte„Havel- schloß" in Jörsfelde hinter Tegel. Das bei ihnen tätige Dienstmädchen Peters hatte, wie sie unter ihrem Eid gestern vor Gericht bekundete, gesehen, daß Frau Kuhn einen Eimer, der zur Befriedigung gewisser Bedürfnisse diente, auch dazu benutzte, um Heringe abzuwaschen. Sie hatte aus diesem und an- deren Gründen gekündigt und verließ den Dienst am 1. Juli d. I. Der Angeklagte konnte ihre Jnvalidenkarte nicht finden und als das Mädchen am 3. Juli in das Gartenlokal kam, um sie zu holen, herrschte er sie an:„Sie müssen wohl die Karte, die hinter dem Spiegel gesteckt habe, gestohlen haben." Die Peters entgegnete dar- auf:„Wenn Sie mir sagen, ich habe gestohlen, dann werde ich Ihren Gästen sagen, was Sie für Manschereien hier machen!" Kaum hatte sie dies gesagt, als die beiden Angeklagten wütend auf sie losstürzten. Frau Kuhn hielt ihr die Hände fest und der An- geklagte schlug sie mit Fäusten in das Gesicht, so daß aus ver- schiedenen Rißwunden das Blut hervorquoll. Dazu hetzte der An- geklagte auäi noch seinen vorschriftswidrig frei umherlaufenden Hund auf das Mädchen, der zähnefletschend auf sie zusprang, ihr den Rock zerzauste und nicht übel Lust zeigte, mit ihrer Nase nähere Bekanntschaft zu machen. Die Angeklagten be st ritten diese Darstellung des Vorfalls und behaupteten, daß sie nur das— aus sie eindringende Mädchen von sich abgewehrt hätten. Zu ihrem Unglück ist aber der ganze Vorgang von einer Besuch er in ihres Lokals und von einem Manne, der mit seiner Familie eine Wasserpartie machte und an dem„Havelschloß" vorüberkam, gesehen worden. Der letztere war darüber so empört, daß er Veranlassung nahm, telephonisch einen Gendarm von Tegel zur Aufnahme des Tatbestandes zu erbitten. Die Angeklagten sind inzwischen vmn Gewerbgericht verurteilt worden, dem Mäd- chen für die Zeit, in welcher sie wegen Fehlens der Jnvalidenkarte keine Stellung hatte finden können, Entschädigung zu zahlen. In dem jetzigen Strafprozeß trat die Peters als Nebcnklägerin auf. Der Amtsanwalt beantragte gegen den Ehemann 3 Wochen Gefängnis und 39 M. Geldstrafe, gegen die Ehe- krau 199 M. Geldstrafe. Das Gericht hielt das Verhalten der Angeklagten dem Mädchen gegenüber für sehr empörend, beließ es aber mit Rücksicht auf ihre Unbestrastheit bei einer Geldstrafe, die gegen den Mann auf 5 3 9 M., gegen die Ehefrau auf 3 9 9 M., hilfsweise für je 5 R. l Tag Gefängnis bemessen wurde. Zließer- dem wurde der Frida Peters eine Buße in Höhe von 39 M. zugesprochen. Milchplulschereiell. Die Milch panschcreiprozesse nehmen kein Ende; tagtäglich haben sich die Schöffengerichte mit Straffällen dieser Art zu beschäftigen. In recht ausgiebigem Maße hat die M i l ch h ä n d l e r i n Berta Alich aus der Oudenarder Straße, die gestern vor dem Schöf- fengericht Berlin-Wed i ng stand, Wasser statt Milch ver- kauft. Infolge einer bei der Polizei erstattoten Anzeige wurden bei der Angeklagten wiederholt im April und Mai und dann wieder im August und September Milchproben entnommen. Bei der Untersuchung ergab sich, daß der Milch Wasser in Höhe von 39 bis 49 bis hinauf zu 79 Proz. zugesetzt war. Die Angeklagte be- hauptcte, daß sie die Milch so verkauft, wie sie sie empfangen habe, wogegen Prof. Dr. I u ck e n a ck als Sachverständiger erklärte, daß bei dem umfangreichen Wasserzusatz auch jeder Laie sofort hätte erkennen müssen, daß die Milch verfälscht war. Es handle sich um eine fortgesetzte systematische Milchpanscherei. Der Amts- a n w a l t beantragte 1999 M. Geldstrafe. Das Gericht erkannte auf 599 M. Geldstrafe eventuell 199 Tage Gefängnis. Empörende Misthandlnng einer Kriegerfrau. Zu der Verhandlung vor dem Poisdamcr Schöffengericht, über die wir am Donnerstag berichteten, sind uns eine Anzabl Briefe zu- gegangen, deren Absender ihre Empörung über das Vorkommnis ausdrücken und verwundert fragen, weshalb von der Staatsanwalt- schafl der Bauer nichr wegen Mißhandlung und der Gemeindevorsteher nicht wegen Teilnahme oder Begünstigung angeklagt seien. Wir müssen die Anfragenden damit verlröstcn, daß die Staarsanwallschaft, nachdem die Verhandlung das von uns wiedergegebene Bild entrollt hat, sicher- lich in die Prüfung dieser Seite der Sache eintreten wird. Weshalb statt des Bauern die Kriegerfrau angeklagt wurde, ergab sich aus der Verhandlung nicht._ Auwendung des Notstaudsparagrapheo. Ein erfreulich gerechles Urteil gegen eine Kriegerfrau fällte das Elbinger Schöffengericht durch Anwendung des Notstands- Paragraphen. § 59 des Strafgesetzbuches lautet: Eine strafbare Handlung ist nicht vorhanden, wenn die Hand- lung außer dem Fall der Notwehr in einem unverschuldeten, auf andere Weise nicht zu beseitigenden N o t st a n d e zur Rettung aus einer gegenwärtigen Gefahr für Leib oder Leben des Täters oder eines Angehörigen begangen worden ist. Nun halte eine Arbeiterfrau Auguste Wölm aus Elbing, deren Mann im Felde ist, sich für ihren Sohn sür zwei Monate Brot- marken vom Magistrat geben lassen, trotzdem der Jungn sich in der Zeit in der Nachbarstadl Tolkemit in Stellung befand. Die Frau will dies aus Not getan haben, weil Kartoffeln überhaupt nicht zu haben waren. DasGericht sprach die Frau frei und führte in der Begründung aus: Da die Zustände Hinsicht- lich der Kartoffelvcrsorgung direkt lebensgefährliche und keine Kar- toffeln zu haben waren, wollte Frau W. die Lebensgefahr von sich abwenden und ließ sich auch sür ihren abwesenden Sohn Brot- marken geben. Es kommt hier also der Nolstandsparagraph in Frage, weshalb auf Freisprechung erkannt ist. Nötigung. Der Bürgermeister Schulz in Briefen hatte mit einer Kellnerin ein Liebesverhältnis. Diese glaubte, der Bürgermeister würde sie heiraten. Schulz heiratete jedoch eine andere. Er bot eine Ab- findungsfumme. Die Kellnerin war damit nicht einverstanden. Sie fuhr, als mehrere ihrer Briefe unbeantwortet blieben, nach Briefen und logierte in einem Hotel. Der Bürgermeister beauf- tragte darauf den Stadtsekretär Zielowski, der Kellnerin den Re- volver, den sie mit sich führte, abzunehmen und ihr zu befehlen, die Stadt sofort zu verlassen. Zielowski kam diesem Befehl nach. Er wurde darauf wegen Nötigugn unter Amtsmißbrauch zu drei Tagen, der Bürgermeister zu 1 Woche Gefängnis ver- urteilt. Das Reichsgericht hob das Urteil auf, weil den Angeklagten keine Polizeigewalt zustand, sie also auch keinen Mißbrauch einer solchen begehen konnten. Das Landgericht in Thorn verurteilte in der neuen Verhandlung den Stadtsekretär wegen Nötigung zu 3 9 M., den Bürgermeister wegen Anstiftung hierzu zu 199 M. Auch gegen dies milde Urteil legten die Angeklagten Revision ein. Das Reichsgericht verwarf diese jedoch am Freitag._ Mus aller Welt. Wie sich die Zeiten ändern. Die Einladung an den alten Kaffeegärten Berlin? und seiner Umgegend:„Hier können Familien Kässee kochen" hat in Halber- st a d r eine Erweiterung erfahren.„Hier können Familien Abendbrot essen" könnte der Besitzer des Hotels Monopol in Halberstadt an seinem Hotel ankündigen, denn er hatte an ferne Kundschaft folgendes Rundschreiben versandt:„Infolge der Ein- sührung der Fleischkarren ist es kaum möglich, im Restaurant zu speisen. Ich bitte deshalb meine Gäste, wie es in süddeutschen Städten üblich, das Abendessen mitzubringen und hier im Lokal zu verspeisen. Ich stelle hierzu gern kostenlos Teller, Besteck und Menage zur Verfügung. Meine verehrten Gäste sind dann in der Lage, zum Abendessen ihr Bier frisch von der Quelle zu erhalten, noch dazu, da Bier außer dem Hause nicht mehr ge- liefert werden darf." Früher war es in manchen besseren Biergärten, wenigstens an gedeckten Tischen, verboten, mitgebrachte Speisen zu verzehren. In einem geichlosiencn Restaurant wagte es überhaupt niemand, sein Abendbrot auszupacken. Jetzt nun sind die Wirte oft froh, wenn die Gäste sich etwas zu essen mitbringen, da sie vielfach selbst nichts vor- setzen können. Sie begnügen sich mit dem Ausschank von Getränken. So ändern sich die Zeiten._ Eine Million englischer Kinder unterernährt. Nach einer Untersuchung von Sir George Newman, der, wie den Blättern zu entnehmen ist, großes Aufsehen in England macht, befinden sich dieses Jahr in den englischen Schulen mehr als eine Million. Kinder, die dem Unterricht wegen mangelhafter Entwicklung nicht folgen können. Sir Newman empfiehlt die massenhafte Errichtung von Freiluftschulen. um diesen geradezu erschreckenden Zustand zu bessern. Die Stadt London, die in Forest Hill und Shorter Hill je eine Freiluftschule für schwächliche Kinder besitzt, weise verhältnismäßig günstige Re- sultate auf. Der Vorschlag Sir Newmans findet jedoch eine ziem- lich kühle Aufnahme. Die mangelhafte Entwicklung der unter- suchten Kinder beruht offenbar zum nicht geringen Teile auf mangelhafter Ernährung, die ihrerseits durch den Krieg verursacht wird. In Deutschland ist nach dem Urteil einiger gelahrter Herren von einer Unterernährung der Kinder noch nichts zu verspüren, im Gegenteil, die herabgesetzte Nahrung soll ihnen sehr gut bekommen. Ja, ja, wir Deutschen sind doch eine besondere Rassel Drohender Erdrutsch in der Schweiz. Aus S i e b n e» im Kanton Schwyz wird gemeldet, daß in dem zur Gemeinde Schübelbach gehörenden Weiler �-chwendenen ein großer Erdrutsch draht. In Guggerswald ist die Erde auf einer Länge von etwa 699 Meter angebrochen. Der Ritz ist ungefähr 89 Meter breit und hat eine große Tiefe. Ein Stein in der Nähe eines kleinen Hauses, auf dem drei Tannen standen, ist bereits in der Tiefe spurlos ver- schwunden. Das ganze Gelände hat sich unter weithin vernehm- barem Getöse stark gesenkt Eine alte Gräfin ermordet. In A g r a m(Kroatien) wurde die 66 Jahre alte Gräfin L e G v e l l c, die Witwe eines dorthin über- gesiedelten belgischen Unternehmers, blutüberströmt und mit einem Knebel im Munde in ihrer Wohnung tot aufgefunden. Alle Kästen und Behälter waren durchwühlt, so daß ein Raubmord vorzuliegen scheint. Es wurden zwei verdächtige Personen in Haft genommen, doch ist ihre Schuld noch nicht erwiesen. Die alte Gräsin war ein Sonderling: trotzdem sie als sehr reich galt, lebte sie sür sich ganz allein in armseliger Weise._ parteiveransta'tungen. Sozialdemokratischer Wahlvercin Köpenick. Dienstag, den 19. Oktober, abends 8't, llbr, bei Rick: Versammlung. Tagcsardnung- 1. Bericht von der Reichskonscrenz. Referent: Genosse Frassek. 2. Stellung: nähme zu den Beschlüssen der letzten Kreisgencralversammlung. 3. Ouartals- abrcchnung. 4. Verschiedenes. Um vollzähligen Besuch wird gebeten. Der Vorstand. Pankow. Ter ordentliche Zablabend, Mittwoch, den 11. d Mts., findet nicht statt. Ein gemeinsamer Zablabend aller Bezirke, mit der Tages- ordnung„Bericht von der Rcichskonserenz", ist am Dienstag, den 17. Ok« tober, abendS 8'/, Uhr, im„Kurfürsten", Berliner Str. 192. Karlsborst. Gemeinsamer stablabend. Mstlwoch, den 11. Oktober, abends ll?9 Ubr. bei Sabrowski, Treskowallcc KS. Tagesordnung: Bericht des Genossen Witzle von der Reichskonscrenz. Mitteilungen und Vereins- angelegenheiten. Erscheinen aller Mitglieder notwendig. Friedrichsselde. Milgliederoerlämmlung am Miltwoch, de« 11. Ok> tober. abends 8'/, Uhr. bei Sudbrink, Berliner Straße. Berich! über die Parteikonferenz vom Genossen Jnnemann-Lichtenberg. Briy-Buckow. Die Legitimationskarte der Vezirkskassierer hat eine gelbe Farbe: nicht grün, wie im„Vorwärts" vom 24. Sep- tember 1916 irrtümlich berichtet. Am 11. Oktober findet die Generalversammlung, abends pünktlich 8st, Uhr. bei Westpüal, Britz, Nudower Straße, slalt. Tagesordnung u. a.: Bericht von der Neichskon'ereuz. Neferenl: Genosse Frassek. Da wichtige Beschlüsse zu fassen sind, ist vollzähliges Erscheinen dringend not- wendig. Mitgliedsbuch legitimiert. Am Sonntag, den 15. Oktober d. I.. nachmittags 4 Uhr, findet anläßlich des 25 jährigen Bestehens unseres örtlichen Wahlverems eine all- gemeine Mltglicdervc>samm!ung im Lokal von Becker, Cbausseestr. 97. statt, wozu der RcichstagSabgeordnele des Kreises, Genosse Fritz Z u b e i I, die Festrede balten wird. Zur Verschönerung der Feier wirken mit die Neuköllner Liedertafel von 1913(M. d. A.-S.-B.) und die Neuköllner ftugendkavelle. Es wird höflichst ersucht, Kinder während der oisizicNen Feier nicht mitzubringen. Nachdem gemütliches Beisammensein. Ein- tritt frei. Groh-Lichterselde. Am Mittwoch, den 11. Oktober, abend? 8st, Uhr, bei Wahrendors, Hindenburgdnmm 194: Zablabend. Abstimmung über den einmaligen monatlichen Exlrabeitrag. ES ist Pflicht eines jeden Mitgliedes zu erscheinen. Geschäftttche Mitteilungen. Da? K a i s e r b a d, Besitzer Verein der Dassersreunde, hat feine in der Königgrätzcr Straße(Poisdamcr Platz) belegene Badeanstalt vollständig umgebaut und ist bemüht, auch in der Preisfestsetzung den Ansprüchen ge- recht zu werden._ Jugenüveranftaltungen. Arbeiterjugend Berlin-Süd. Der für heute Sonntag angesetzte Gedenlabcnd sür unsere gejallenen Kollegen sindct uinsländelialber erst am 29. Oktober statt. Heute beginnt der erste Spiclabend im Sitzungszimmer Lindenstr. 3, 4. Hos, Aufgang zur Arbeitcrbildungsschule. Ansang 7 Uhr. Jugendbildungsverei» Schöncberg. Heute Sonntag: Geselliger Abend im Lokal Königsweg 42.— Montag, den 9. Oktober: Mädchcnabcnd bei Frau Dr. Rocdcr, Tcmpclhoser Str. 2t. Zahlreiche Beteiiigung er- wümcht.— Mittwoch, den 11. Oktober: Vortrag im Lokal.— Freilag, den 13. Oktober: Gemeinsamer Diskussionsabend im Wiimcrsdorjer Jugend- heim, Mannheimer Str. 51. Reinickendorf-Qft. Heute Sonntag, den 8. Oktober, nachmittags Uhr, findet im Jugendheim, Hoppestr. 32, eine Schulentlassungsjeicr statt Harmoniumspiel. Gesang des JuqcndchorS sowie eine Ansprache und Rezitationen bilden daS Programm. Alle Echulenilajsenen sind herzlichst eingeladen._ FreircligiSsc Memcinde. Heute Sonntag, den 8. Oktober, oormiilags U Uhr, Kleine Frankfurter Straße 6: Vortrag des Herrn Dr. M. H. Baege: Wisscuschast und Leben. Gäste willkommen. Nächste Vorlcjmig jür Kinder am 15. Oktober, vormittags 9 Uhr. Eingegangene Druckschristen. „Die Glocke�. Sozialistische Wochcnichriit, herausgegeben von ParvuS. Heft 23. 29 Pf. Verlag für Sozialwissenschast. Berlin S\V GS. „Zlrbcitcrpolitik". Wochenschrist sür wisscoschastlichcn Sozialismus. Heft 16. 15 Ps.— Verlag in Bremen, Wallcr-Heer-Slraße 52. Briefkasten üer Reüaktion. Die luriltilchi Evrechltundi kindet für Abonnenten Lindcnkr. 8, IV. Hol ctAti, parlerre. am Montag bis Freitag von» bis 7 Uor, am Sonnabend von 8 bis s u»e statt. Jeder für den B r l e t l a st e n bestimmten Anfrage Ist ein Buchstabe und eine Labt als Mertt-lchen beuuiügew Brieitlch« Antwort wird nich: erteilt. Aniragcn. denen leine Abonnemem-austlung beigefügt ist. werden nicht beaniworlet. Eilige Fragen trage man in der Evrechiwnbe vor. Verträge, Schrififtbile und dcrglcichcn bringe mar in die Evr-chünnde mit. Buch IVI. 1. In Küstrin, wo damals, ist nur nicht bekannt. 2. Vor etwa vier Jahren.— Hermics 36. Im Druckschriflcnverzcichnis war die Broschüre nicht angezeigt. Wabrschcinlich babcn Sie das im Jnsei alcntcil gelesen. Beziehen können Sie derartige Schriften durch unsere Buckiband» lung, Lindenstr. 3. 2. Dr. Zadel. Orauienstr. 139.— E. H. 37. Können Sie am besten erfahren beim Verband der Gastwirtsgcbilfen, Berlin X. 2t, Elsasserstr. 88.— A. Z. 13. 1. Derartige Stellen sind uns leider nicht bekannt. 2. Wenden Sie sich an die Deputation für die städtischen Fach- und Fortbildungsschulen, Spandauer Str. 10 III.— C. I. 10. Sie würden wodl am besten tun, Ihr Anliegen im Bureau des Verbandes der Gast- und Schankwirte vorzutragen. Alexanderstr. 11c.— P. 2. 87. Ja, und zwar ist Spandau der Garnisonort.— G. H. 8., Pankow. Ja. W. N. 90. Die Umzugskoslcn sind nicht abzugssäbig. Auch Jsse Köllen sür die Krankbeit Ihrer Frau sind nicht direkt abzugssähig. Sie können nur, wenn es sich um außergewöhnliche Aufwendungen dafür oder um andauernde Krankheit handelt, Ermäßigung der Steuer beantragen. — St. 36. Nervenleiden: landsturmpflichtig.— 2p. 10. Herzkrank; landswrmpflichtig. Jbr Sohn brauckit sich nicht zu melden.— Schiedsgericht. Für ein solches srei zu wählendes Schiedsgericht gibt es keine ge- setziicken Vorschriften. Wenn in dem Bertrag zwischen den beiden streiten» den Parteien über den Ansatz von Gebühren nichts ausgemacht ist, werden sie solche nicht verlangen lönnen, es müssen Ihnen aber die Kosten sür die Vcriäumnis und baren Auslagen erstattet werden.— C. G. 100. Zeitig kriegsvcrw endungsfähig.— G.!>. Da Sie nicht zu den jetzt aus- geruscncn Jahrgängen gehören, brauchen Sie sich nicht zu melden.— 18�3. 21. SP. Wir würden Ihnen cmpseblcn, sick mit einem Gesuch an den Regimentskommandeur zu wenden.— Zt. 8k.' 1889. Anivruch aus Löbnung sür Ihren in Gesangcnschast geratenen Soon babcn Sic, wcun Bedürsligkcit angenommen wird. Diese wird gewöhnlich angenommen, wenn die Kriegsunterslützung gczablt wird. Ein Antrag ist an das Ersatzbataillon des Regiments zu stellen, von dem Ihr Sobn eingezogen wurde.— 81. S. 31. Kriegsvcrwendungsunsähig.— C. 2s>. Nein. — F. K. 20. 1. Ja. 2. und 3. In diesem Falle würden wir Ihnen raten, zu uns persönlich in die juristische Sprechstunde� zu kommen.— D. U. 49. Davon ist uns nichts bekannt.— 2l. Z. 357. Sic lönnen deswegen nicht eutlasien weiden.— Slcuer. Wir sind der Meinung.�daß die Veranlagung von Berlin sür Sie bestimmend ist und nicht die von Thü- ringen Demzusolge brauchten Sie auch nicht die 21 Mark Zuschlag zablcn. Sie müssen sich eoent. mit einer Beschwerde an den Vorsitzenden der Ver. anlagungslom Mission in Neukölln unler Berufung ans die Veranlagung in Berlin wenden und um eine Entscheidung in der Aiigelegenbcil ersuchen. — A. W., Lickileuderg. Die Vollmacht bedarf nicht der notariellen Be- glaubigung.— KolumbuS. 1. Bereits� schon Gemusterte und für dieiiil- untauglich Befundene haben viclsach perfönliche Order bekommen, sich noch- mais zu stellen. 2. Rcciam, Hesse und die eigenen Thcaterverlegcr, die aber nur an Bühnen liefern.'Außerdem gibt es sur Licbhaberbühncn verschiedene Verleger(auch Reclam). 3. Ja, wenn sich das Einkommen dadurch um mindestens ein Fünftel verringert.— 8k. L. 100. New. SPetrerauösichtcn für das mittlere Norddcurichinnft ins Montag mittag. Mild und zeitweise beiter, jedoch überwiegend bewölkt, mit wicderdollen. im vmncntande meist geringen, an der Küste etwas stärlerea Regensälle». 'Z?. fli r». KcrilhtttßsüüW von kr Rkichskonsmiy. ♦ Mittwoch, bcn 11. Oktober. abds.S'/zUhr, vsä/ßl SVlIvlivu! y» im ,,Bolköha»ö", Nofinenstr. 3(kl. Saal). Berichterstatter: Genoste Pagclö. » Mittwoch, den 11. Oktober, abends Uhr, Ovi inisSv! ilet* im Lokal con Heii;igel!,„Jdcal-Kantinc". Bcrichterstatterin: Genossin Ryncck. Iftdulin TtldWtAUl• Mittwoch, den 11. Oktober, ab. 8'/»Nhr, tisCslM-�sepivVV. im Lokal„lZiH- Bcnnbalm'S Elscnstr. 115/10. Berichterstatter: Genosse Grogcr. Um zahlrcilbcn Besuch wird gebeten. lS7/lb_ Ter Kreictiorstand. I. Sl.: Zl»x Krox«?. ZoiiIjliemvkr. ZLLi?g!-Ns.!i!?ei'S!ll 7eIlo«-Zee8!(o« Ortsversin Schonehevg. Dienstag, den 10. Oktober, abends 8 Uhr,„Schwarzer Adler", Hauptstr. 114: Mitglieder-Bersammlung Redner: Reichstagsabg. Hermann Müller. Thema: „Krieg, frieden u. Sozialdemoliralie". Parteigenossen und Parteigenossinnen! Erscheint zahlreich und pünktlich. 1S7/18 Der Norstand. I. A.: k�ritesoti. KNlor. Vcrwaltunjj Iterlin. Tel-Amt Moritzplatz 10623, 3578. Bureau: Rurig estratze 30 Kranchen-Versammlungen: Jalousiearbeiter. Sonntag, den 8. Oktober, vormittags 10 Uhr, bei Greivc, Nungeftr. l!0. Tagesordnung: Dringende Branchcnangclegenheite»». Kücheuznöbel-Tischler. Montag, den 9. Oktober, abends 8 Uhr, im Lokal von Stein, An der Straiancr Brücke L. Tagesordnung: 1. Wird die Teuerungszulage gezahlt? 2. Sonstige Branchcnaugclcgcnheiten. Bergolder.. Dienstag, den 10. Oktober, abends 0 Uhr, in de» Ändrcas-Fcstsälcn, Andrcasstr. Äl. Tagesordnung: l. Bericht über den Stand unserer TcuerungSznlagcnbcwegnng. 2. Branchcnangclegcnheiten. Tischler! Bezirk Osten I MitglZeÄez- aller im Bezirk tätigen JVIöbeltirchler Montag, abends 8 Uhr, im Lokal von Schwarz, Langestr. 53. Tagesordnung: Berichterstattung über die gewährten Teuerungszulage». Nahmenmacher. Morgen Montag, abends 6'/, Uhr, bei Wählisch, Skalitzcr Str. 22. VertrsuenMsmsr�WMmIungen: Korbmacher. Morgen Montag, abends 8 Uhr, bei Krause, Mariannen- platz 8(Park-Hallcn-Nestaurant). Kisteuknacher. Morgen Montag, abends 8 Uhr, bei E. Mücksch, Krautstr. 24. Tagesordnung: Unsere Teuerungszulage». 02/1 Die Ortsvcrwnltnng. Waldeiu. Wchlsttki» llomiiiüfs. Mittwoch, den 11. Oktober, abends 8'/, Uhr. in Singers Boltsgartcn, Prieftcrstr. 31: Gröentliche Mitglieder-Versammlung Tagesordnung: 1. Bericht von der Rcichskonfcrenz. Referent: Landtags- abgeorduelcr Genosse»»ri-iidel. 2. Stellungnahme zu den Beschlüssen der letzlen ltrcis-General- Versammlung. 3. Diskussion. 4. Verschiedenes. Pflicht jedes Genossen ist es, in dieser Versammlung zu erscheinen. Ter Vorstand »7/15 I.A.- K Frenke n. Knabenanzüge l nP",.etotH"nd Pjjncks. Der binzelverbBuf zu Fabrikpreisen .befindet sich jetzt* Konigslr. 55 Im �senüber o ISathaMN. itezuipsucliclae vorrätig l E�armeEade l Pfund 35 Pfennig Manne laden tabrik Zionskirchstraße 2. Verkauf von 1 Pfund an. 237/15* Donnerstag, 26. Oktober, abends 8 Uhr, in der„Neuen Philharmonie", Kopenickcr Straste 90/97: Senegal-Vsi'fsmmlunz. Tagesordnung: 1. Jahresbericht n) des Vorstandes, b) des Aufsichtsrats. 2. Entlastung des Bor- standes. 3. Genehmigung der Bilanz. 4. Verteilung des RcingeMinns. 5. a) Wahl von sechs Aufsichtsrats.mitgliedcrn, b) Wahl von Ersatzpersonen. L. Anträge. Konsum-GLnossenschafl Zerlin und Almgegend eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Hastpflicht. 104/3� vor Vorstand. Der Aufslcbrsrat. R. Junger. 0. Schultze. W. Lamm. A. Mirus. P. Müller. I. A.: F. Güttier. g/SET" Der Eintritt kann nur den cingctragcncu Mitgliedern gegen Borzeigung der brannen Legitimationskarre gestattet werden."Z&O Verband der Tapezierer. Filiale Berlin. Donnerstag, den 12. Oktober, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshausc, Engelnscr 15, Saal III: Quartals- Versammlung. Tagesordnung: 1. Bericht vom N. Omartal. 2. Nochmals die Stellung der Arbeitgeber zu ctner weiteren TcucrungSzulagc. 3. Verbands- angelegenheilen und Verschiedenes. Mtp Ohne Mitgliedsbuch lein Eintritt."TStzl 178/9_ Pie Ortsvcfwaltnng. » ilkwllltungokclle Kerlill N 54, finirnfir. 83-85. Bureau geöffnet von S— 1 und von 4— 7 Uhr. Telephon: Amt Norden 185, 1239, 1387. 9714. Die nächste Ordentliche Generalvechmmlisng findet Sonntag, den 19. November d. IS. statt. Anträge hierzu muffen bis spätestens Sonntag, den 22. Oktober bei der Ortsverwaltung eingereicht sei». 123/19_ Ple Ortaverwaltang. Aligem. Ortskrlnilttnkasse für Berlin-Britz. Mittwoch, 18. Oktober 1916, abends 81/, Übt, firtbet im Lokal von Faul Seidier,Berliii-Brifc. Rudower Str. 8, unsere ordentliche Ausschttszsitzmig statt, zu welcher die Vertreter der Arbeitgeber und die der Ver- sicherten eingeladen werden. Tagesordnung: 1. Bcschiujzsassung über die Dienst- ordnung der Angestellten. 2. Wahl eines Zkcchiiuugsausschusses zur Prüfung der Rechnung des lausenden Jahres. 3. AuSspiache und Beschlusjsassung über die Gewährung von Kranken- loit. 4. Verschiedene». Anfragen, welche Nnsichwahme in dle Bücher crsordern. müssen 3 Tage vor der Sitzung schristiich im Kassenlokal abgegeben werden. Ter Borstand. 270/13 I.A.: Kr a atz, 1. Vorsitzender. Surol besonders preiswerter u vorzüglicher£ii tiausho/tunqs■ u. Sa tat Essig (M/v Ständiger Kontro/U eines NahrungsmitUlc/iemiien Ohne Flasche nanatme aufoen oncAu'iicn Namen SuroS fKtncsfrikerr uno wcDvtnVirscmuiiyiiitn CARU% KUHNS MLHOfUEFERAlfl BERLIN, N 31 op&stoxEinmacfiav.Saiat Essig m. a!/en6ewür2en,fertig zum Oebra uch Erspart Jeden Zuckerzusatz (/n/v Ständiger Kontro/h eines fä/irungsmittdchenukes* prSislnveA ohneFlsscht '€cAa lorci Cnkeff ufMI forsTVenchlusatrtAi » niett ertiiSnöi wende man sidi an die faMMftVBMutoaen oifljiett remipNo.lenxÄittüM* Bekanntmachung Allgemeine Orts- Krankenkasse snr Berlin- Wilmersdorf. 1. Nachtrag zur Kasiensatzung der Allgemeinen OrtSkrankenkasse für Berlin-Wilmersdorf. Beschlossen in der ordentlichen Aus- schuszsitzung vom 14. August 1916. Im§ 87 Absatz IV vorletzte Zeile ist das Wort.zehnjähriger" zu streichen und dafür.sünsjähriger" zu setzen. 270/20 gez. Krause, Vorsitzender. gez. Wieser. Schrijtsührer. Genehmigt Tharloitenburg, 29. September 1916. Königliches Oberversichcrungs- amt Grou-Berltu. gez. von(SostkowSki. Stempel. Wir bitten unsere Mitglieder und Arbeitgeber, hiervon Kenntnis zu nehmen.__ Kaiserbad Berlin W 9, Königgrätzer Straße 19 dicht am Potsdamer Platz. �rloncfflilnDhrnor1 Verwundete, Kranke, Rekonvaleszenten, MicyMcllllclllllcl i Beurlaubte erhalten Preisermälllgung. Nach vollständiger Instandsetzung, Um- und Ausbau: Eröffnung des neueingerichteten Russisch- Komischen Bades II. Klasse und des Flcktrlschcn Lilchtbades II. Klasse. Einzelpreis für die Badekarte 1,75 M. im Abonnement 10 Badekarten 15,00 M. Berlins billigstes und vornehmstes Bad. Sämtliche anderen Badeahleilungen für Damen und Herren sind nach wie vor in vollem Betrieb und ununterbrochen geöffnet.— Alle Badelormen und ßadezutaten erhältlich. Sieferant aller KranUenkasssn. Entfettaingstee „Graxiana", reines Fflanzen- produkt, dessen unsQhädl. natürl. VVirkung wissenschaftlich anerkannt ist. Kein Abführmitt. Große Gewichtsabnahme auch ohne Einhalten ein. bestimmt. Diät. 2öjähr. glänz. Erfolge. 2,50 dl., 3 Pakete 7 M. Otto Reichel, Berlinds, Eisenbahnstr.4. Baep, ß3llStF,2ßprjnz!- Allee Herren- und Knaben- Moden, Berufskleidung, bieg, Paletots, Ulster, Joppen. Gr. Stofflager z.eleg.Maßanlertigung. Billigste, toste Preise. Wichtig für Damen! Wegen Einberufung! 1 Engros Damen-Konfeklionshaus i gibt jetzt im©ilizclvci'föuf sehr preiswert ab: Damen- Baekflscü-UisteF,5o�rÄ� I Seiden-, Woll- u. Samt-Blusen, Riesen-Auswahl j Sehwarze Tuehmäntel, Kostüme, Röcke iÄn i Orts- Krankenkasse der Gürtler«-r.... Oranicnstraste iS8. Zu der am Montag, den IS. Ok< tobcr, abends 6 Uhr, im Gework- schaltShauS, Engeluser 15, Saal 3, stattfindenden Außerordentlichen Ausschntz- Sitzung werden die Herren Vertreter der Slrbcügcber und der Kassenmitgiieder im Ausschuß hiermit ergebenst ein- geladen. Tagesordnung: 1, Beschlußfassung über die Dienstordnung jür die Angestellten der Kasse. Anfragen und Beschwerden, zu denen die Einsicht der Geschäftsbücher erforderlich ist, sind dem Vorsitzenden des Vorstandes bis zum 14. d. MtZ, schristiich zu unterbreiten, Die Versammlung wird pünktlich eröffnet, Eine Vertretung ist unzulässig. Berlin, den 3, Oktober 1310. Ikcr Vorstand. Gustav Wolf, stellv. Vorsitzender, Die den'Herrn Vertretern zugc- gangene Einladungskarte dient als Ausweis und ist am Saalcingang abzugeben, 270/19 ksttbrik und Lager lerliser Pelzwaren | jeder Art, von den einfachsten bis zu den ele- 1 gantesten. Tausende Sachen auf Lager. Auch Einzelverkauf zu billig. Preisen. Garantiert streng reelle Ware.| Soniitajjs gciHfuet. Ferdinand Kaiman j Kürschner-Meister | nur Kommandantenstr. 15, I. E. Kein Lad. Gegenüb. Beuthstr. 1 Tel.: Zentr. 287.— Gegr. 1891. 1 Geöffnet von 9—1 u. 3— 6 Uhr, Spezialarzt Br. med. VVockeuiuß, Friedrichstr. 125(Oranienb. Tori, für Syphilis. Harn- u. Frauenleiden— EhHich-Hata-Kux(Dauer 12 Tage), Elutuntersuchung. Schneils, sichere schmerzlose Heilung ohne Berufs- •222/6* Störung. Teiizahiung. Sprechstunden: 10—1 und 5— 8. In meiner Wohnung sind täglich Sprechstunden von stzö— 0 Uhr und Sonntags von stzO— 10 Uhr: Dr. r?ij(-n,"Äx Mob ei für Sclalaizimmcr, Speise» zamraer, Herrcnaimmcr, Wobmzämmcr, KGeZaen usw. direkt an Private. Ueb�r- raschen.de Auswahl und Preisersparnis, daher Laserbesuch sehr lohnend Billige, feste Preise, lesbar an jedem Gegenstand Für Auswärtige lohnt selbst weite Reise. Drucksachen kostenfrei. Möbel-Grosshäuser, Berlin N. 22 kn Veterancnstr 11-13 Höü'ncrsHof[ia DgülseherKetallaFlieitef-Vhphanili Verwaltungsslelle Berlin. Don Mitgliedern zur Nachricht, das; unser Kollege, � der Graveurs am 6. Ollober an Lronchiallcidcn s gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am j Dienstag, den 10. Oktober, nach- s mittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des EmmauS-Kirchhofcs in\ Neukölln, Hei mannstratze, aus statt. Rege Beteiligung erwartet 123/20 Die Ortöticrwaltung. j irisLitLl'-üs-üalii'ebLiilli! ..8vWa!'ilät". vrtsgruppe retitenävrt. Am 20. September fiel in diesem Weitkriege unser lang- jähriger Kassierer 1354b larl Eoffmann-I Sein Andenken werden wir stets in Ehren halten I Mejtli!'- � RaöfaiiFer- Banii „Soliiiärität". Aittglsedschast Nenkötin. Als sechstes Opfer dieses Welt- i lricgcs starb am 26. September im Lazarett zu Zeithaiu unser. treues Mitglied IssS-ff kZesTdhM Ehre seinem Andenken!- j9/ll Tie Ortsvorwnltung. twaaiJUMaKBBiiu jmjaiuiiimiii WWM B'fllWIMlII'tf ffPama ■!»nwmiwiMmuw Nach zehnmonaiiger treuer Pslichl- ersüllung im Felde starb am 12. Juli 1916 an den Folgen seiner Verwundung, welche er am 2. Juli 1916 bei einem Sturmangriff erlitten hatte, unser treuer, braver, unvergeßlicher Sohn, der Kriegsfreiwillige, Vcrgoldcr 1346b ECapi EClsppep im 21. Lebensjahre. In tiefer Trauer Berlin-Charloitenvurg Heinrich Küpper zurzeit im Fcide nebst Frau und Gc l chwistcrn Oskar und Toni. Wieder hat der Weltkrieg einen unserer besten Jugendgenosscn von uns gerissen. Im Kampfe fiel, nachdem er schon über ein Jahr lang alle Strapazen des Krieges hinter sich halle, unser � ! Kollege !8iegsriLd GOßlhßF im Alter von 21 Jahren. Durch lein ruhiges, heiteres Wesen erwarb er sich nur Freunde. Wir werden sein Andenken allezeit in Ehren halten. 2L7/4 �kbLitLk-juaend hiditenben*. Dem Völlcrringen zum fielen unsere lieben 51ollcgcn Bekannte Qualität! 100 St. 2,50, 6.500 St. 2,25. D.lOUtföl. 4 Otto Reichel, Berlin 4L, Cijenbahnjl.2. i Aüiert Eraünert Hup TruS Ericii Höft. Wir werden sie in ehrendem Andenken halten I Bie Rollegen iler Firma Bernniaiin Rasenthal (Abt. Meister Zedier). Mfen i»Mr MWMWlllß geioilenen SMe«! Hm 3. Juli fiel im Aller von 29 Jahren der Tischler Erlsmann KöttigZberger®lr, 09. Bezirk-108. Am 10. Sepiember fiel im Silier von 32 Jahren der Schlosier TSpfes* Pücklerfir. 27. Bezirk 161. Hm 24. Tepiember fiel Im Aller von 36 Jahren unser Bezirks- flih'.er, der Arbeller psnl �v�mann Peileiikoferfir. Ii. Bezirk 358. 216/14 Soelsltlcirokr. Wchlvereir. I. d 4. Berliner Relohetlgswthlkr. Am Ol. August fiel der 25führ!ge Maurer Pay§ Habermann Trlftfir. 5. 10. Abt., Bez. 751. Am 8. März fiel der Bieifahrer Fritz Eisnmarsnann (82 Jahre all), Bellerinannftr. 15. 18. Abt., Bez. 810». 229/1 Sozlüldcmokr. Waklverein 1. d. 8. Gerl. Relchstagswahlkr, Am 15. Juli fiel Im Felde der Böllcher Ksri tßsttmann Jägerstr. 46. 20. Bezirk. Im Felde fiel der Galvaniseur Faul flink« Selchmver Str. 33. 22. Bezirk. Im Lazarett verstarb am 26. September der Arbeiter �vsopK Ksisobi Kaifer-Friedrich-Slraße III. 11. Bezirk. 239/7 Sozi, ldem»kr»tl, ober Wthlmiln NoukBtln. SfiS Opfer des Weltkrieges fiel am 6. August 1016 unser Senoss«, der Tischler Lust«« Oepke im Alter von 33 Jahren, Grünberger Str. 1. 1. Viertel, 15. Gruppe. ! 14/6 Sozlaldeinoki'. Wahlvor. Klederbarnlm, 8,1. Llchtcnborg. Am 17. September 1916 wurde der Bäckermeister Karl Koiditz Beennannftr. 6, durch Fliegerbombe getötet. 197/17 Sozlaidomokr. V/aKIvorsin 7replo«-k>aum»elial«ine»g. SW M fr M Bezirk Grofi-Bcrltn. Folgende Kotlegen sind im Felde gefallen: Friedrich BubholZy Industriearbeiter. Max Ounkeli Industriearbeiter. Max G8eckn©r5 Geschsftsch°uffe»r. Hermann Hahn, Ges-hiPsdieuer. Heinrich Hoffmann, Ware«hau«diener. Gfastav ECoblenZ, GeschSftSdieuer. Hichard Koppehel, Wareuhausdiencr. Pa&sl Lehmann, Judustriearbeiter. Paul Bl 1118er, Industriearbeiter. Max Pauli, Industriearbeiter. Bichard Rebmraid, Lagerarbeiter. Paul Rudow, GeschSftSdieuer. Ckiotav Specowius, Rollkutscher. Paul Scheil, Industriearbeiter. Max Schwrerkolt, Packer, Karl Wolf, Packer, Gustav Zarndt, Droschkenchanffenr. Fritz Zimmermann,»ierfahrer. 68/13 Ehre ihrem Slndenkeul vlo Bcxlrksleltnnc. Zentral-Verband der Steinarbeiter Dcntucliland«. Znhlntellc Berlin. AIS Opfer deS Weltkrieges steten unsere Kollegen i Max Grieger, Marmorfchleifer, 24 Jahre alt. Bertold Ueckert, Gteiumeh, 80 Jahre alt. Robert Rülle, Marmorfchleifer, 35 Jahre alt. Möge ihnen die Erde leicht werd». 171/16 vlv«rt«verwi»ltaiiU. Deutscli Jetaüarlieiter-Vsrbanii Orfsverwaltung/ Berlin. Tem Andenken unferer im Fselde gefallenen und verstorbenen Kollegen. ITelnrtoh Alporst&dt,©articr, geb. 3. Oktober 1894 in FrtedrtchShagen. Flrwlst Am mann, Goldarbeiter, geb. 22. Juni 1880 in Stuttgart. ITrSeclricli lläker, Schleifer, geb. 18. Sepiember 1883 in Tremmen. Kmil Henk, Schmied, geb. 7. Juni 1880 in Gramzow. Otto Berner, Schleif», geb. 20, März 1888 in Gummelsburg. OttO Bl�Choff, Metalldreher, geb. 3. Junl 1876 In Berlin. VheoÄor Bibhlke, Arbeit», geb. 14. Mal 1882 in verlin. 'Willi llOSda, Mechanik», geb. 18. Mai 1890 in Berlin. Ernst Frisch, Schloff», geb. 28, Mai 1873 in Belgard. Richard<*räfe. Schleif», geb. 14. September 1881 fit Berlin. Ifcinrlcli Häusler,«irti», geb. 3, Oktober 1884 in FriedrichSHagen. Robert Hertel, Klemp«», geb. 7. November 1885 in verlin. Hax IsäHve, L-cki»», gcb. 11. Dezember 1885 in Berlin. Marl Pestel, Schloff». geb. 26, Oktober 1888 in Luckenwalde. Franz Schmidt, s-cki»», geb. 11, März 1888 in Gehosen. Hermann Schneider, Arbeiter, geb. 13. September 1890 in Schinermark. OttO ScbOlZ, Klempner, geb. 3. Januar 1880 in Rawitsch. Artnr Thiele, Schloff», geb. 25. März 1894 in Oderberg. Frnst Fterhark, Schloffer, geb. 19. März 1887 in Templin. Hermann Watzak,®chi»ff», geb. 15, August 1896 in Berlin. Ghre ihrem Andenken! 123/18 Di« OrtSverwaltnng. Am IS. September 1910 fiel särs Vaterland unser lieber, guier Kollege, der Landsturmmann im R.-J.-R. 7/8 Max Haube im 36. Lebensjahre. Wir verlieren in dem Gc- sallenen einen unserer Besten. StetS hilfsbereit und treu— so wird er bei un« allen in Srtnne< rung bleiben. Möge ihm die fremde Erde leicht sein! ptlanzoreoroln.,Unreez»gI", 147 A Neukölln, Am Donnerstag, den 5. Oktober, verschied nach kurzem schweren Leiden mein herzensguter Mann. unser lieber Vater, der Krast- Wagenführer 18A ttermann Noppe. Die» zeigen tiesbetrübt an die untröstliche Witwe Luis« Hoppe und Kinder. Di« Beerdigung findet am Dienstag, den 10. d. Mts., nach. mittag» 3 Uhr, aus dem neuen Friedhof« in Baumschulenweg, Kiesholzstrahe, statt. Batikcltas Holzarbeiter-Verband Zahlatelle Berlin. Im Feld« gefallen sind folgende Mitglieder i Alfred Barschdorf, Tischt»,-6 J-h«°n Brost Böse, Ttschl». 20 Barl George, Msbelp.l,»». n Paul Kirehhoff, tm*, Karl Küpper, v-r«°td», ErDSt Stlebert, Perlmuttarbeiter, 43 Karl Thlmm, Tischler, Emil Werner, K-mmschleif», Artur Zitzmann, Tisch-», Ehre ihrem Andenken! 91/20 Die OrtsTcrwaltnng. 20 22 28 Al« Opfer de» SellkrtegeS fiel am LS. September 1910 durch Eranatvolltreffer unser lieber, herzensguter Freund, der Schätze SisgGnisiI Goether im 21. Lebensjahre. 13386 j Er wird uns nnvergesilich bleiben: 43a»tnv Schwenkner Lade Sehwenbner,| nebst Frau Lichtenberg, nnd Sohn Herbert Müggelstrahe 12». SozialtekratlselisrWaliikereiii i. iL IMHeletelags-Wättnis. Bezirk 111. Nachruf. Den Mitgliedern zur Nach« I richt, dah unser Genosse, der Gastwirt � Ernst Maiser | am 29, September verstorben ist. Ehre seinem Andenken 1 Die Beerdigung hat bereits j stattgefunden. 210/7 Der Torstand. G Den Heldentod fürs] Vaterland" starb am 20. September unser ein., ziger, innig geliebter Sohn, mein lieber Bruder, Schwa- ger und Onkel Willi Halberstadt Gefreiter im 27. Lebensjahre. D Dies zeigen an Die tiefbetrübten Eltern, Schwester, Schwager und Nesse, Kurz war jein Leben, kürzer sein Leiden, am schwersten sein Scheiden. Al» Opser de» Weltkriege« fiel I am 19. August 19!6 im Alter! von 20 Jahren unser lieber I Sohn und Bruder, der Grenadier s Ernst Bose Grenadier> Regt..Kronprinz' Nr. 1 3. Komp. Dt« trauernden Elten« und Geschwister. Tin Grab im Walde, vom Sturm umrollt, Keine Blume drauf, keine Schrift von Gold, Kein Stein ziert Deinen Hügel, Ni.bt Lorbeer deckt ihn reich. Schläfst einsam, wellverloren, Unzähligen andern gleich. Am 27. September d. I. fiel als OPser des Weltkriege» der Schriftsetzer 13S3b Franz Moschner. Tin ehrende» Andenken bewahren I ihm seine Kollegen vom Zentralbureau für die Deutsche Presse «ud Arendts Verlag. Mr's Vaterland fiel am 16. September 1916 mein lieber, unvergehllcher Mann, unser guter Sohn und Bruder. Schwager und Onkel, der Landiturmmann tm Res.-Jns.'Regt. 3, 7. Komp. Max Haube im 36. Lebensjahre. 14731 Sein Wunsch war nur ein Wiedersehen. Ruhe sanft In der fremden Trde. Dem Auge fern! Dem Herzen ewig nah I Bei de» schweren Kämpfen musste mein guter Sohn, mein cinzicier Binder, mein innigst. geliebter herzensguter Bräutigam �Igx Gnuiwsld Jlif.-Regt. 81, 18. Armeekorps im 28. Lebensjahre am 27. Sep. tember nach schwerer Verwundung lein junge» Leben vorzeitig bin- geben. 1362b In tiefstem Schmerz Frau kiiiso Grunwald geb.(Brun« wald, als Mutter, Oekar Grunwald, al» Bruder, Anna GUntheroth, al» Braut. Ernet Giinlheroth u. Frau Chrittlne geb. Spillner. Schwiegereltern, Witdeim Giinlheroth, al» Schwager, Ernst und Meta. Mit der Sehnsucht im Herzen nach seinen Lieben,— Mit der Sehn- sucht im Heizen ist er geblieben. Am 29. September starb in einem Lazarett infolge Brustschutz unser einziger, geliebter Sohn Weltner Georg Komp. Jns.-Reg. 378, 1 im 20. Lebensjahre. 1349b Dies zeigen im tiefsten Schmerz an Eeorg Welt«» nnd Fra». Bcrlin-Schöneberg, Oktober 1916. Gotenstr. 51. Donnerstag entschlief sanft nach schwerem Leiden meine liebe Frau, gute Tochter und Schwester Margarete Menzel im 48. Lebensjahre. Für die Htatrrbliedeae«: Wilhelm Menzel, Oppelner Str. 49. Beerdigung: Montag, den 9. d. M.. nachmittag» 4 Uhr, von der Leichenhalle de» Tmmaus« Kirchhoje», Neukölln, Hermann. strotz« 129-137. A Schmerzliche» Gedenken> zum Sterbetage unseres s geliebien, unvergetzlichen SobncZ und Bruders, des Mus kclter-Z Knrl Mulack gefallen am 8. Oktober 1015. Tin Jahr ist jchon dahingegangen, Da schuldlos sankst Du in das Grab hinein. Unver» gesscn bleibst Du den Deinen, die in der Heimat bitlere Tränen um Dich weinen. In tiefem Schmerz Deine Heden Eltern A»»d Geschwister. Mpijswsta fler ZmerlEiiie uröß-Berlins. 51m Donnerstag, den 5. Oktober, nachmittag« 8'/. Uhr, verlchied! nnck kurzem aber'fchwerem Kran- j kenlaaer tniotge Nierenwassersucht s undRückenmarlsschwindsucht unter j tangjähriges Mitglied und Ka- z merad Herl krause Belsorier Str. II. Ebrc ietncm Audenken! Die Beerdigung findet am! Dienstag, den 10. Oktober, nach- mittags 5 Uhr. von der Kapelle! des JmmanueltirchhofeS, Weißen- j fee. aus statt. 13616 Der Aorstand. Schinunverein„Ifßpsärts" Berlin 1807. AIS Opser bei Weltkrieges beklagen wir den Verlust unserer- schwtmmgenosscn Alfred Braun und Arlnr Sterling. Wir werden ihr Andenken in l Ehren hatten. 13596 Ber Vorstand. I Dem Andenken unserer Kollegen! Den bereits verössentlichtcn Kollegen haben wir folgende Opfer des Wellkriegs nachzutragen: kalter Kaßner 24 Jahre alt. Vollrat Lasse 27 Jabre all. Fritz ßaack 20 Jahre alt. Gasta? Scliiley 35 Jahre alt. Ehre ihrem Andenken k Die Kollege»»nd Kolleginnen der Firma Rs Stock& Oc. Berlin-Marienseldc. 12 ilis Opfer des WeltkricgeZ fiel am 3. September 1916 drnch Bruftiteckschuh mein stmigstgetleb. ter Mann, der treu sorg ende Vater seines einzigen Töchterchen». unser tieber, nnoergctzlicher Bruder. Schwager und Onkel, der Eilatz. Reservist 32« Robert HeseZ' Jnsanlerie.Negimenk Nr. 377, im Alter von 3t Jahren. Sagdaisna Hsier geb. VVcger nebü Töchterchen Hiidohan. Ernst Schulzo und i_ als Frau geb. iieier,! Schwäger Ilivhard lobke und> u. Schwe- Frau geb. stoior I stern. VtüII üeook. z. Zt.) c» im Felde, u. grau I Nesse geb. SchuUe,< und Frida Schulze j Nichten. O wie derbe ist das Scheiden. wenn nur eines geht von beiden, die sich lreu geliebt. Ruhe saust in fremder Erde! Allen Freunden und Bekannten hiermit zur Nachricht, das; unser lieber, einziger Sohn und Bruder, der Buchdruck-Mnlchinenmeister .ArtUO Klink bei den Kämpfen am 25. Sep- iember im Alter von 29 Jahren sein junges Leben lassen musste. Dies zeigen an seine tiesbe- trübten Eltern ISOOb R. Klink und Fraa nebst Schwester jllartha, Reichenberper SlrflB«_l45:__ Danksagung. gflr die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und reichen Kranzspciiden beim Hinscheiden meines lieben Mannes 149A Heinrich Fiebig sage ich allen Verwandten, Bekannlen und Freunden, insbesondere dem Deutschen Metallarbeiterverband, dem Musikchor der Turnerchast Neukölln- Britz, der Firma Rosenberg, den Kollegen und kkolleginnen der Firma Rosenberg und den Kolleginnen der Firma Menzel u. Co. meinen herz- lichen Dank. Marie Fiebig. Verantwortlicher iMaltcui; Alfred Wtelcpp. Keulülla. Füx des Jnferatemetl veranuv.: Th. Glocke, Berlrn. Druck u.Veriaa:BorwärtH Buchdruckerei u. BeriagSanjlalt Paul Surger& SJeritn SW-