Klr. 289. 33. Jahrg. Ndonnemenkz-Kecklngizngen: Kdonnements» Z!retS pränumeranda LierleljäbrI. s.so Ml. monatl, lÄ) Mk» wöchenllich 30 3Jra. ftci ins HauZ. Einzcine Nummer b Viz. Sonwagä. Nummer mit Illustrierter Sonmags- Beilage.Die Neue Well">0 Ptg Poit- «boimcniem: 130 Marl Cto Monat. eingetragen in die Vost-geitungs- Brei-Iine. llmer Kreuzband lür Deutschland und Oeslerreich. Ungarn 2,50 Marl, für das übrige Ausland t Marl uro Monat. Vostabonnemems nehmen an Belgien, Dänemark Holland, Italien, Luxemburg, Bortugah Kumiuuen. Schweden und die Schwee cricheliil lilgNch. � 5 Pfennig) Die IntcrtionS'Gcbüljr tetrigt für die sechsgesvaltene Kolonel- zeile oder deren Raum 60 Pfg,. für dolitiiche und gewerlschaftliche BereinS» und Versammlungs» Anzeigen 30 Psg, „Ulleine?n:eigen", das feltgedrulite Wort 20 Plg,(zuläsfig 2 fettgedruckte Worte), jedcS weitere Wort.lO Pfg, Stellengesuche und Schlamellenmi- ieigen das erste Wort 10 Psg,. jedes «euere Wort 5 Pfg, Worte über 15 Buch- Ilaben zählen für zwei Worte, Inserate für die nächste Nummer müssen bis & Uhr nachmittags in der Expedition »bgegebe» werden, Tie Expedition ijt bis 7 Uhr abends gevisnet. Veelmev DolKsblnkk. relegramm-Adresfe: �ozlaldemolirat RcrUs". Zentralorgan der fozialdemokratffchen Partei Deutfchlands. Ncöaktion: EW. 68, Linöenstraße 3. Fernivrecher: Amr Morikplatz, Nr. 1S1 S0— läl. S7. Freitag, den 20. Oktober 1916. Expeöition: EW. 68, Linöenstraße 3. nerniprecher: Amt Moritzplatz. Nr. läl SV— ISI S7. Daß die„Arbeitsgememschaft" nach bestem Wissen für �den Frieden gearbeitet, und daß sie damit auch gewisse nütz- VS8* liche Wirkungen erzielt hat, soll nicht bestritten werden. Auch „Die Franzosen wissen nicht, daß sie die Befreiung ihres Hans Vorst im„Tag" bestätigt ihr das. Der Fall Renaudcl Landes und BÜgiens heute schon haben können, ohne einen zeigt aber die Kehrseite ber Medaille, und er sollte der„Ar Tropfen Blut zu vergießen.... Frankreich soll französisw, beitsgemeinschast" doch Anlaß zum Denken geben. Belgien belgisch, Deutschland deutsch bleiben! Das ist die> Die Sache des Friedens steht schlecht, wenn sich dw deui Grundlage, auf der der künftige Frieden geschlossen werden scheu Sozialisten über die beste Methode, ihn herbeizufuhren. wird!" j bis aufs Messer bekämpfen. Ist es nicht ein Trauerspiel? Diese Worte Scheidemanns in der Reichstagssitzung vom! Wir sind für den Frieden durch Verständigung, und dabei l 1. Oktober haben im Ausland und Inland immer größeres können sich nicht nur nicht deutsche und französische Sozia- Aufsehen erregt, als ihnen— von dem einzigen Grafen\ listen, sondern sogar auch deutsche Sozialisten untereinander v. Westarp abgesehen— kein Rodner aus dem Hause und � nicht verständigen I Wenn sie den Frieden durch Verstand i nicht der aufmerksam zuhörende Reichskanzler widersprochen � hatte. Man interpretierte sie im Ausland als ein Friedens angcbot nicht nur der deutschen Sozialisten, sondern des deutschen Volkes überhaupt. Gab es draußen in der feindlichen Welt einflußreiche Kreise, die einer raschen Beendigung des Krieges, einem Frieden der Verständigung, zustrebten, so mußte ischeide- manns Rede für sie das Stichwort sein, das sie zu Wort und Tat auf die Bühne rief. So hat schon am vergangenen Donnerstag der frühere Minister Trevelyan, einer der, Führer der„Union of Democratic Control", auf jene Rede Bezug genommen, indein er sagte, wenn Deutschland keine Annexionsabsichten hege, so stehe von dieser Seite dem Versuch einer Aussprache über Friodensbedingungen nichts im Wege; leider sei aber nicht sicher, ob nicht die Entente den Krieg zu Annexionszwecken fortführe. Und die"däniscfie Zeitung„P o I i t i k e n" meint, Scheidemanns Rede sei geeignet gewesen, d i e Frieden sströmun gen in anderen Ländern zu stärken. Wäre in allen Ländern der Einfluß der Parlamente stärker gewesen, so hätte der Krieg voraussichtlich vermieden Iverden können. Leider aber ist der Zweck, die Friedensströmungen in andern Ländern zu stärken, an einer Stelle nicht erreicht worden, auf die es am meisten ankommt. In der„Humanitä" vom 1.~>. Oktober weist Pierre Rc- naudel den Friedensversuch Scheidemanns kalt und höh- tusch zurück. Er hat sich gegen alles, was von dieser Seite kommt, mit äußerstem Mißtrauen gepanzert und er begrün- det sein Mißtrauen wie folgt: Das Unglück will, daß wir den Scheideinann und David nicht mehr Vertrauen zu schenken haben, als es ihnen die Min- derheitsmitglieder der deutschen sozialdemokratischen Partei, die von der„Sozialdemokratischen Arbeits- g e m e i n s ch a f t" schenken. Sehr derb haben die deutschen Minderheit smitglieder auf der Rcichskonferenz den „Imperialisten" die Wahrheit gesagt auch in der Beziehung, daß sie sich selbst durchs ibre gegenwärtige Haltung nicht täuschen lassen. Die französischen Sozialisten werden ebensowenig wie die Sozialisten der deutschen Minderheit die Aaiven utid die Betrogenen sein wollen gegenüber den Scheidemann und seinesgleichen. Die französischen Sozialisten, fährt Renaudel fort, hätten das Wort des Konvents nicht vergessen, daß man mit einem Feinde, der im Lande steht, nicht verhandele, denn die Pfänder, mit denen er bewaffnet sei, würden ihm ein allzu leichtes Spiel auf dem grünen Tisch der Diplomatie gestatten. Dann fordert er aber freilich wieder von den Regierungen der Entente die Bekanntgabe ihrer Friedensziele— was sehr wenig Sinn hätte, wenn nian nicht bereit wäre, schließlich auch mit einem Feind, der im Lande steht, zu unterhandeln. Die Logik Renaudels ist ettvos brüchig, und vielleicht darf man den Bruch in ihr als einen kleinen ersten Erfolg der deutschen Friedensbereitschaft erblicken, als den schüchternen ersten An- fang einer bevorstehenden Rückkehr zur Besinnung, Einstweilen aber Weist Renaudel die deutschen Sozialisten als Friedensstifter zurück. ErgebrauchtdieHaltung der„S o z i a l d e m o k r a t i s ch e n A rb e i t s g e m e i n. f ch a f t" dazu, die sozialistische Politik der V e r st ä n d i g u n g zu bekämpfen und die Fortsetzung des Krieges zu predigen! Tie Genossen von der„Sozialdemokratischen Arbeitsge- memschaft" werden über diese Wirkung ihres Vorgehens nicht wenig erstaunt sein. Sie haben es gewiß nicht so gewollt. Wenn man aber die Parteigenossen der Mehrheit jahrelang als Kriegspatrioten, Imperialisten und weiß Gott was hinstellt, dann kann eben der schmerzliche Erfolg nicht ausbleiben, den diese Parteigenossen in dem Moment, in dem sie sonst als Friedensstifter wirksam auftreten, in den Augen des Aus- landes als diskreditiert erscheinen. Man kann beim besten Willen, dessen Vorhandensein keinen Augenblick bezweifelt werden soll, nicht für den Frieden wirken, indem man der Mehrheit der deutschen Sozialdemokratie kriegsverlängernde Tendenzen zuschiebt, die sie doch— wie jeder nüchtern Gebliebene weiß— niemals gehabt hat. Nun ist der Schaden da, und es ist sicher kein unbilliges Verlangen, wenn man an die, die ihn angerichtet haben, das Verlangen stellt, sie möchten ihn nach Kräften wieder gut- inachen helfen. Mit dein, was Scheidemann über den Frieden gesagt hat, kann doch jedes Mitglied der Arbeitsgemeinschaft übereinstimmen! Jedes Mitglied der Arbeitsgemeinschaft rc rr*trTUni<*'en' baß jenen Worten nicht durch Verdrehung und Entstellung der Absichten die Wirkung verkümmert werde. ivenn der Parteistrcit ist doch nicht 2 allern der Friedenl Wenn gung verlangen, können die Kriegsparteicn nur höhnisch sagen: Mögen doch die neuen Friedensstifter erst bei sich zu Hause anfangen! Statt für die Verständigung der Sozialisten diesseits und jenseits der Front hat die„Arbeitsgemeinschaft"— selbst- I verständlich ganz gegen ihren Willen— für eine Verschärfung ' des gegenseitigen Mißtrauens gewirkt. Jetzt wäre es höchste Zeit für sie zu erklären, daß sie trotz aller taktischen Meinungsverschiedenheiten in der Hauptfrage des Friedens- willens wie der Verteidigungsbereitschaft mit der Parteimchrheit übereinstimmt. Auch der Verteidigungsbereitschaft! Denn daß sich das deutsche Volk seiner Haut Ivehren muß, solange man ihm den Frieden weigert, ist doch eine platte Selbstverständlichkeit, die auch die„Arbeitsgemeinschaft" nicht bestreitet! Diese Aufforderung, gemeinsam für den Frieden zu ar- besten, mag manchem wenig zeitgemäß erscheinen in einem Augenblick, in dem der Krieg zu Sause wieder einnial hell entbrannt ist. Aber den Völkern Europas sind alle Konipe- tenzftreitigkeiten, die sich aus dem Statut der sozialdemokra- tischen Partei Deutschlands ergeben, Hckuba. Sie wollen den Frieden! Und sie wollen nicht, daß man sich dem Frieden zuliebe auch im Hintcrlande gegenseitig bildlich die Köpfe einschlägt, wie das an der Front täglich tatsächlich geschieht: sie Ivollen, daß über den Kleinstreit des Tages nicht das große Ziel der Menschheit verloren geht, nach dem wir alle streben, so seltsam sich dabei auch mancher mituuter anstellen mag. Trotz alledem: Deutsche Sozialisten! Macht Frieden untereinander— für den Frieden! _ Friedrich Stampfer. Die griechischen Wirren. Die französischen Truppen in Athen. London, 18. Oktober. sW. T. B.s Die„Morning Posst erfährt aus Athen vom 17., daß Miinsterpräsident L a m b r o s eine lange Unterredung mit dem französischen Gesandten gehabt hat, in der dieser erklärte, daß die französischen Matrosen wegen der Rescrvistcnunruhen am Sonntag und wegen der feindlichen Kund gebung am Montag gelandet worden seien. Es sei keine Besetzung der Stadt, sondern nur eine Berstärkung der Pokizei. Wenn in den nächsten Tagen keine weiteren Ruhestörungen mehr vorkominen würden, würden die Landungstruppen wieder ein- g e sch i f f t werden.— Das Gerücht, datz gestern der griechischen Regierung eine neue Note der Alliierten überreicht worden sei, ist vollkommen grundlos. Die griechischen Kreuzer„Aweroff',„Kiltis" und „Lemnos" sind heute von dem Arsenal von Salamis nach einer Stelle in der Nähe des Ankerplatzes der Flotte der Alliierten ge- bracht worden. Bern, 18. Oktober.(W. T. B.) Der Mitarbeiter von„Corriere della Sera" in Athen drahtet: Die Nacht verlief ruhig. Der Stadttheaterplatz ist andauernd von griechischen T rup p e n b e s e tz t, welche Kundgebungen gegen die fr an zö- fischen Marinesoldaten vcrvindern. Die Franzosen selbst haben das Theater besetzt, um das Wachtposten mit aufgepflanztem Seitengewehr stehen. Auf dem gegenüberliegenden Bürgersteig sind die griechischen Truppen aufgestellt. Weitere Truppenlandungen in Athen. Bern, 19. Oktober.(W. T. B.)„ S e c o l o" meldet aus Athen: Hier spricht man von der Landung weiterer 6l)0() Mann der Alliierten. König Konstantin hat den englischen Gesandten Elliot zu sich berufen und ihm versprochen, die griechischen Truppen aus Thessalien zurückzurufen und z.u ent- lassen, wenn die A l l i e r t e n als Gegenleistung auf die Kontrolle der griechischen Polizei vcr- z i ch t e n. AdmiralFournet hat deuMiuisterpräsidentenLambros besucht. Anscheinend haben die beiden Besprechungen zur Folge, die angedrohten verschärften Maß nah in cn hinauszuschieben. Ferner meldet„Temps": Lambros hatte bei Fournet um Einschränkung der Befugnisse der in den wichtigsten griechischen Städten mit der Polizeikontrolle betrauten französischen Offiziere nachgesucht. Nach den Besprechungen zwischen dem Ministerpräsidenten Lambros und den Gesandten Elliot und Guillemiu fiel die Antwort des Admirals Fournet verneinend aus. Nach einer Beratung ließ der griechische Ministerrat Fournet mit- teilen, daß die Regierung die von der Entente vorge- schlagenen Kontroll- und Polizeimaßnahmeu in ganzer clbstzweck, Zweck ist i A u s d e h n u n g annehme. Die Einzelheiten sollten mit j Fournet noch besprochen werden. Parteinahme für Vcnizelos. Ber», 18. Oktober.(SB. T. B.) Laut.Matin" hat sich ein großer Teil des 4. griechischen Infanterie-Regiments mit 15 Offizieren für die Salonikier Regie- r u n g erklärt. Einer funkentelegraphischen Meldung zufolge wurde in Volo die Abfahrt von 25 Waggons Munition nach dem Inneren Thessaliens verboten. Venizelos Vorsitzender des liberalen Bundes. Rotterdam, 13. Okiober.(W. T. B.) Aus New Jork wird dem Daily Telegraph gemeldet, daß Venizelos den Vorsitz und General Dangiis den Ehrenvorsitz über den dort errichteten Libc- ralen Bund übernommen hat. Der Hauptzweck des Bundes ist, den Präsidenten und die Revolution moralisch und pekuniär zu unierstützeu._ Der bulgarische Kriegsbericht. Sofia, 18. Oktober.(W T. B.) Bericht des Gene r a l st a b e s vom 18. Oktober. Mazedonische Front. Oestlich des Prespa-Sees und im Cernabogen lebhafte Artillcrietätigkeit. Ein Angriff zweier feindlicher Negerkompagnien in der Umgebung des Dorfes Negotcheni wurde leicht zurückgeschlagen. Der Feind zog sich darauf zurück und erlitt große Verluste. Feindliche Angriffe, die nach heftiger Artillerievorbereitung bei den Dörfern Slivnitza und Tarnova und bei der Höhe Dobropolje unternommen wurden, scheiterten mit großen Verlusten für den Feind. Im Moglinica-Tale das gewöhnliche Artillerie- und Jnsanteriefeuer. Feir�iliche Flugzeuge warfen ohne Ergebnis Bomben auf Prilep und ein Krankenhaus. Auf beiden Seiten des Wardar schwache Artillerietätigkeit. Ein Versuch feindlicher Infanterie gegen einen unserer Posten südlich des Dojransecs vorzugehen, mißlang. Am Fuße der Belasica Planina Ruhe. An der Strumafront beschoß feindliche Ar- tillcrie einige bewohnte Ortschaften vor unserer Front. An der Küste des Aegäischen Meeres beschoß die feindliche Flotte die Höhen beim Dorfe Orfano und die Straße Eavalla— Drama. Rumänische Front. Es herrscht Ruhe. Die Lage ist unverändert._ Die Meldung des türkischen Hauptquartiers. Konftautinopel, 18. Oktober.(W. T. B,) B e r i ch t d e Z Hauptquartiers. An der K a u k a s u s f r o n t auf dem rechten Flügel Scharmützel. Wir niachten eine Anzahl Gefangener. An der Küste östlich von Kighi schoben wir unsere Stellung vor. Auf dem linken Flügel schlugen wir feindliche Uebcrraschungs- angriffe durch einen Gegenangriff zurück. Wir machten eine Anzahl Gefangener. Kein wichtiges Ereignis auf den anderen Fronten. �inöenburg über die Lage in Siebenbürgen. Budapest, 17. Oktober.(W. T. B.) Generalfeldmarschall v. Hiudenburg hat vor einigen Tagen einen Mitarbeiter des „Budapesti Hirlap" im Großen Hauptquartier empfangen und zu ihm gesagt: Sie sind in einem glücklichen Augenblick zu mir gekommen, denn in Ihrem Vaterland e, in Sieben- bürgen, verlaufen die Dinge großartig. Wir bedrängen den Feind hart und in kurzer Zeit werden wir den letzten rumäni- schen Soldaten aus dem Lande vertrieben haben. Ich werde mich darüber sehr freuen: denn ich wünschte und erwartete diese rasche Wendung und dieses Verhängnis, welches den neu erstandenen Feind ereilt._ Gefallene amerikanische Ilieger. Bern, 18. Oktober.(W. T. B) Nach„Echo de Paris" ist der am erikanische Flieger Norman Prince, einer der Teilnehmer am letzten Fluge nach Oberndorf, der durch ein deutsches Geschoß schwer verwundet worden ist, seinen Verletzungen erlegen. Der Flieger Marcel Poinsot wurde im Luflkampf getötet. Nach„Petit Parisien" wurden außer Prince auch die amerikanischen Flieger Cbapman und Rockwell, cbensalls Teilnehmer am Fluge nach Oberndorf, getötet. Die feinülichen Heeresberichte. Der französische Tagesbericht. Vom 18. Oktober u a ch ni i l l a g s. Nördlich von der Somme erneuerten gestern gegen Tagesende die Deutschen ihre Slngriff-versuibe gegen die sranzöstschen Stellungen von Sailly Saillisel. Drei Angriffe, die von Norden und Osten ausgingen, wurden durch unser Feuer der Reihe nach gebrochen und brachten den Deutschen merkliche Verluste. Alle französischen Gewinne wurden vollständig be- hauptet. Keine Infanterieräligkeir im Lauie der Nacht. Südlich von der Somme griffen die Deutschen um 5 Uhr morgens östlich von Berny-en-Santerre einen feiiidlicheu Graben au. Einige Teile der ersten Slurmwelle konnten in vorgeschobene Grabemeile ein- dringen. Aber die Eindringlinge wurden getölet oder infolge eines Gegenangriffes gefangen genommen. Die folgenden Srurmwellen wurden unter Sperrfeuer genommen, mußten in Unordnung zurück- fluten und ließen Tote aus dem Gelände. Südlich von der Ancre drangen französische Aufklärungsabteilungen in der Gegend von Fres- niöres in einen deutschen Graben ein und brachten Gefangene zurück. Südöstlich von Reims gelang im Abschnitt von Lapontcllc ein anderer Handstreich vollkommen. Vom 18. Oktober abends. lV. T. B.) Nördlich der Somme haben wir die Eroberung des Dorfes Sailly-Saillisel vollendet und den Feind von den Bergrücken nordwestlich und nord- östlich des Dorfes vertrieben. Südlich der Somme ist die erste deulsche Linie auf der ganzen Front zwischen MmsoirneUe und Bloches in einem Ansturm genoimnen worden. Bei diesen beiden Unternehmungen haben wir 250 Gefangene gemocht, unter ihnen 5 Offiziere, und mehrere Maschinengewehre erbeutet. Auf der übrigen Front der gewöhnliche Arlilleriekampf. Flugwesen: Trotz nebeligen Wetters hoben sich unlere Jagd- slieger s�hr tätig gezeigt. Im Lauf« des 17. sind an der Somme- iront drei feindliche Flugzeuge heruntergeholt ivorden. Eins dieser Flugzeuge ist bei Haizcrcourt le Haut abgestürzt, das zweite östlich von Bouchavesnes, das dritte, von Leutnant Heurteaux angegriffen, fiel zwischen Siocquigny und Le Transloy zerschmet erl nieder, was die Zahl der von diesem Leutnant zum Niedergehen gezwungenen Flugzeuge auf neun erhöht. Einer unserer Flieger, der zwischen Roye und Lassigny von drei Fokkern angegriffen wurde, zwang einen seiner Gegner zur Landung und schlug die beiden anderen in die Flucht. Orientarmee: Auf dem rechten Wardarufer baben wir in einer Tiefe von iOO Meter feindliche Gräben genommen. Serbische Truppen haben ihr Borrücken auf den Abhängen nordwestlich von Dobropolje fortgesetzt. In der Ebene von Monastir Gewehr- und Geschützfcucr. Türkische Abteilungen sind am unteren Struma an- gekommen. Belgischer Bericht: Arlilleriekampf an der ganzen Front der belgischen Arince. Heftige Tätigkeit der Graben- und Feld- artillcrie in der Gegend von Boesinghe. Die englische Meldung. Vom 18. Oktober nachmittags.(W.T. B.) Während der Nacht hat eZ heftig geregnet. Trotzdem machten wir an mehreren Punkten zwischen der Stratze von Albert nach Bapaume und Les- boeufs Fortschritte und machten einige Geiangene. Vom 13. Oktober abends. fW. T. V.) Ter Angriff gewann am Morgen aus der Front nördlich Gueudecourt gegen Butte-Warlencourt an Ausdehnung. Ueber ISO Gefangene wurden gemeldet. Gestern machten unsere Flugzeuge drei Slreifcn, be- 'chädigten dabei Gebäude mit Eiicnbahnmaterial und brachten einen Zug zum Entgleise». Vier feindliche Flugzeuge wurden in den Luflkämpsen zerstört; vier unserer Flieger sind nicht zurückgekehrt. Englischer Heeresberichr aus Saloniki vom 13. Oktober.(W.T.B.) An der Strumafront beschofi unsere schwere Artillerie mit Erfolg das Torf Baraklidzuma, wo Bewegungen der Feinde gemeldet worden waren. An der D o j r a n- front andauernde Palrouillentäligkeit. Feindliche Armierungs- ableilungen wurden zerstreut. Der russische Kriegsbericht. Vom 18. Oktober.(W. T. B.) Westfront: Südöstlich des Flecken» Czeriany(Zjierany 23 Kilometer südöstlich Kowel) griff der Feind unsere Gräben, nachdem er sie mit Granaten und er- stickenden Gasen beschossen hatte, zweimal an, wurde jedoch durch unser Feuer zurückgeschlagen. Nördlich von Koritnyca dauert der hartnäckige und erbitterte Kamvf an. Alle Gegenangriffe des Feindes wurden abgewiesen. Ter tapfere Kommandeur eines Infanterieregiments, Oberst Adjileff, der nach Heilung einer Wunde zu seinem Regiment zurückgekehrt war, wurde von neuem an beiden Beinen verwundet, in dem Augenblick, wo er persönlich sein tapferes Regiment anführte. Durch Handstreich bemächtigten wir uns feindlicher Feldposten. Bei Bolchove(Bolszowel?) unter- nahm der Feind erbitterte Gegenangriffe, die durch unser Feuer abgeschlagen wurden. Südlich von �icreöinerow(Korosmezoe?) und Domafantra(Torna Watra?) wurden alle Angriffe abge- schlagen.— Karpathen: Schneewetter und stellenweise Nebel. — Kaukasusfront: Am 15. und 13. Oktober unternahmen i cträchtliche türkische Kräfte sieben Angriffe_ auf den Berg Soudindagh(?), 60 Werst südöstlich von Erzingjan, der von tapferen kaukasischen Regimentern besetzt war. Sie wurden jedes- mal durch unser Feuer unter schloercn Verlusten zurückgeworfen. Fn der Dobrudscha schoß unsere Artillerie ein feindliche» Wasser- fliigzeug ab, das zwischen den feindlich«« Gräben und den unsrigen niederfiel. Beim Absturz explodierte der Apparat und verbrannte. Meldung der italienischen Heeresleitung. Vom 18. Oktober.(W. T. B.) Nachdem unsere Truppen auf dem Pasubio den letzten Widerstand des Feindes in der Gegend Zwischen dem Cosmagon und dem Boite gebrochen hatten, griffen sie gestern die Linien nördlich de» Gipfels an. Eine starke vom Gegner errichtete Schanze, das sogenannte Pasubio-Horn, wurde von unseren Truppen noch kräftigem Sturm genommen; wir machten 72 Gefangene und erbeuteten Waffen und Munition. Zwei feind- liche Ableilungen. die einen Gegenangriff machten, ließen wir bis aus einige hundert Meter hcrankonimen, dann wurden sie durch vlötzlich einsetzendes Sammelfeuer beinahe aufgerieben. In der Nacht versuchte der Gegner wiederum Angriffe, er wurde aber be- barrlich mit neuen schweren Verlusten zurückgeschlagen. An der übrigen Front Tätigkeit der Artillerien; die deS Feindes gab einige Schüsse auf Afiago und Görz ab. C a d o r n a. Der rumänische>vericht. V o m 18. O k t o b e r.(W. T. B.) An der Nord« und Nordwest- front Artillerietätigkeit. Westlich von Fulghes und Vicaz wurden feindliche Angriffe abgeschlagen; wir machten S0 Gefangene. Im Abschnitt Bolovani nahmen wir 2 Offiziere und 63 Soldaten ge- iangen. Im TrotuS-Tal ist ein Kampf im Gange: wir nahmen bis jetzt 1 Oifizier und 100 Soldaten gesangen. Im Uzul-Tale wurden alle feindlichen Angriffe blutig abgeschlagen. Jenseits der Grenze dauern im Oituz-Tale Angriffe und Gegenangriffe mit gleicher Heftigkeit an. Wir brachte» dem Feinde schwere Verluste bei. und nahmen 3 Offiziere und 100 Mann gesangen. In der Gegend von Francea leichte Gefechte westlich der Grenze; der Feind wurde abgewiesen. Im Buzeu-Tale zerstörte unsere Artillerie ein feind- licheS Geschütz und zwang die vorgeschobenen seindlichen Linien. sich einen Kilometer nach Norden zurückzuziehen. Bei Tablabuti Artillericieucr. Bei Brotocea und Predelus Ruhe. Bei Prcdeal heftiges Artilleriefeuer. Bei Materas heftige Kämpfe; wir erbeuteten 4 Maschinengewehre und machten Gefangene. Im Alr-Tale wiesen ivir einen feindlichen Angriff ab. Auf dem Berge Robul machten wir mehrere Gefangene und nahmen 2 Maschinengewehre. An der Jiul-Front Ruhe. Die Artillerie beschoß die Front bei Orsova lebhaft. Süd front: An der Donau gegenseitige Schüsse. Inder Dobrudscha zeltweise Artillerie- und Jnfaiilerieseuer. Umere Artillerie zwang ein feindliches Wasserflugzeug, zwischen unseren iiiid den feindlichen Linien niederzugehen. Während des Sturzes ereignete sich auf dem Flugzeug eine Explosion und es verbrannte. vom U-9oot-Krieg. Kristiania, 18. Oktober.(W. T. B.) Der in Bergen beheimatete Dampfer.Sten', mit einer Ladung Nickelerz von Skien nach Arimsby unterwegs, ist am Dienstagvormittag von einem deuts-ben Unterseeboot versenlt worden. Die aus 16 Mann bestehende Be- iatzung ist von einem schwedischen Dampfer abends in Kristiansand gelandet worden. Kopenhagen, 18. Oktober.(W. T. B.) Die schwedische Bark.Gretha' auS Stockholm, mit Grubenholz von Göteborg nach Sunderland unterwegs, wurde mittags in der Nähe von Hirt- ihals von einem deutschen Il-Boot in Brand geste ck t. Die Besatzung von 13 Mann erhielt 10 Minuten Zeit zum Verlassen des Schiffes. Sie wurde von einem norwegischen Postdampfer aufge- liommcn und abends in Frederilshavn gelandet. Bern, 10. Oktober. kW. T. B.) Aus einer Londoner Kabel- Meldung des„Matin" geht hervor, daß der englische Dampfer ..Baron Uarborough"(1874 Tonnen) im Mittelmeere unter- gegangen ist. Die Bemannung ist von dem französischen Dampfer „Medjenra" gerettet worden. mm Des«es Mnorflets. Amtlich. Großes Hauptquartier, 19. Ok- tober 1916.(W. T. B.): Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kroupriuz Rupprecht Nördlich der Somme grsteru wieder ei« erfolgreicher Großkampftag! In schwerem Ringen ist ein neuer TurchdruchSversoch der Engländer zwischen Le Sars und Morval vereitelt worden. Ihre Angriffe, die dort vom Morgengrauen bis zum Mittag gcgrn unsere zähe verteidigte», im Nahkampf gehaltenen oder durch Gegenstoß wiedergenommeneu Stellungen geführt wurden, sind zum Teil schon iu unserem starken, gut geleiteten Artilleriefcuer gescheitert. Unbedeutender Geländegewinn der Engländer«ördlich von Eaucourt l'Abbaye nnd Gueudecourt, der Franzosen in Sailly und auf dem Südufer der Somme zwischen BiacheS und La Maisonnctte bei einem Angriff iu den Abendstunden gleicht die schweren, blutige» Verluste der Gegner uicht auS. westlicher Kriegsschauplatz. Front des Geueralfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern. Nördlich von Siniawka wurden feindliche Gribe» auf dem Wcstnfer des Stochod genommen, bei Bubnow An- griffe russischer Gardetruppe» verlustreich für de» Gegner abgewiesen. Front des Generals der Kavallerie Erzherzog Carl. Au den Pässen über die rnmSnischen Grenzen find er- folgreiche Kämpfe im Gange. Valkan-KriegSschauplatz. Sei der Heeresgruppe des Geueralfeldmarschalls von Mackensen keine besonderen Ereignisse. Mazedonische Front. An der Cerna haben sich neue Kämpfe entwickelt. Der Erste Generalquartiermeister. Ludendorff. ck Versenkung englischer Truppentransport- öampfer für Saloniki. Amtlich. B e r l i u, 19. Oktober.(W. T. L.) Von unseren Unterseebooten wurden im Mittelmeer ver- senkt: Am 4. Oktober der leere englische Truppen- transportdampfer„Fraueouia"(1815V Brnttoregistertounen); am 8. Oktober der bewaffnete eng- tische Transportdampfer„Croßhill*(5002 Brnttoregistertounen) mit Pferden und serbischen Beglrit- Mannschaften; am 12. Oktober der bewaffnete englische, tiefbeladcne Truppen transportdampfer„Se- b e k"(4600 Bruttoregistrrtonncn).„Croßhill"«ud„Sebek" befanden sich auf dem Wege nach Saloniki. Am 16. Oktober hat eioes unserer Unterseeboote Fabrik- nud Bahnanlagen bei Catanzaro (Kalabrieu) mit Erfolg beschossen. Der Chef des Admiralstabes der Marine. tz- ♦ In WmelMe sSIMWMM. Wien, IS. Oktober ISIS.(W. T. B.) Amtlich wird vrrlinltbart: Ocstlicher Kriegsschauplatz. HeereSfront de« Generals der Savalleriq Erzherzog Carl. Die Kämpfe an der sicbenbürgischrn Süd- und Ostgrenze dauern an. Heeresfront des G e n e r alf e ld m a r f ch all» Prinz Leopold von Bayern. Südlich von Zborow erfolgreiche Unternehmungen unserer Borposten. Bei der Armee des Generalobersten». TerSztyauSky wurden Vorstöße russischer Gardeabteilungen abgeschlagen und am oberen Stochod einige feindliche Gröben in Besitz genommen. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Kämpfe im Pasubio-Gebirt erneuerte» sich«it ge« fleigertcr Erbitterung. Die durch Alpini verstärltc Brigade Liguria griff«ufere Stellungen nördlich deS Gipfels an. Stellenweise gelang es dem Feinde, in unsere varderste Linie einzudringen. Die braven Tiroler Kaiserjäger-Regimenter Nr. 1 und Nr. 3 ge- wannen jedoch alle Stellungen wieder znrück, nahmen einen Bataillonskowmaudanten, 10 sonstige Offiziere und 153 Mann gefangen und erbeuteten zwei Maschinengewehre. Ein neuerlicher Angriff der Italiener wurde abgewiesen. Starte feindliche Ab- teilungrn, die sich vor dem Roitc-Rückcu sammelten, wurden durch unser Artilleriefcuer niedergehalten. An der übrigen Front stellenweise Geschüykäuipfe. Unsere Flieger delegtrn Salcan» und Castagnavizza mit Bomden. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Aus«lianie» nichts zu berichten. Ter Stellvertreter de? ChefS de« Ge«eralst»h verde. Auch in die städtische Selbstverwaltung cinzn- greifen, sei bedenklich. Diese würden die Stadtverwaltungen als eine Zurücksetzung empfinden, und das würde das Zusammen» arbeiten nur erschweren. Schließlich sei auch eine Regelung der Berhätnisse unter Einbeziehung der besetzten Gebiete in Aussicht genommen; bis Mitte November werde dies durchgeführt werden. Er lege Wert darauf, in der Kommission zu hören, ob die Parteien mit diesem Vorgehen im allgemeinen einverstanden sind oder grundsätzliche Aenderungen wünschen. Abg. Robert S ch m i d t-Berlin sSoz.) weist namentlich auf die schwierigen Verhältnisse in der Versorgung mit Kartoffeln hin. Um so mehr sollten Teigwaren, Grütze und Graupen zurückgehalten werden, um sie der Bevölkerung dann in größeren Mengen zugeben zu lassen, wenn im Verbrauch der Kartoffeln weitere Einschrän» kungen sich als notwendig Heransstellen. Zur Streckung des Brotes könnte die Gerste in weitem Maße verwendet werden. Dagegen müßten den Brauereien lange nickt diejenigen Mengen von Geriie zur Verfügung gestellt werden, wie es jetzt der Fall ist. Falsch sei das Verfahren, durch möglichst hohe Preise die Zufuhr von Lebens- Mitteln an den Markt zu förder». Die Erfahrungen gerade mit Kartoffeln und Wild haben gezeigt, daß das vollständig verfehlt ist. Wir sind allerdings gegen die Polizeiwirtschaft, wo sie nicht hingehört: so z. B. haben wir stets bekämpft, daß sich die Polizei in dem Matze, wie es geschieht, um die Politk kümmert. Aber aus dem Gebiete der Ernährung wie der Sozialpolitik müsse ein» gegriffen werden, weil sonst die Mißstände immer ärger würden. Ohne Höchstpreise und ohne Beschlagnahme würden die Waren nur noch für die reichen Leute zu beschaffen sein. Das sehen wir ja bei dem Geflügel; ebenso beim Kakao. Dann hätten wir aller- dings Einschränkungen, aber nur für die armen Leute, während die Reich» sich leisten könnten, was sie wollten. Im Beirat sei die Rationierung von Graupen, Grütze und Teigwaren wiederholt ge- fordert, allerdings aber nicht durchgeführt. Ebenso müßte bei- zeitcn dafür gesorgt werden, daß die Bevölkerung die notwendige Menge von Marmelade bekommt. Die Herstellung von Spiriius müßte aufs äußerste eingeschränkt werden. Tie hohen Höchstpreise müßten allmählich heruntergesetzt werden. In dieser Beziehung müsse viel stärker eingegriffen werden, namentlich bei den Futter- mittel». Während der Tätigkeit des Kriegsernährungsamts sei nur ganz ungenügend niit der Herabsetzung der Preise vor- gegangen, während auf anderen Gebieten die Preise sogar gewaltig in die Höhe gegangen seien, so die Preise für Fluß- und Seefische. Tas sei jetzt so schlimm, daß nicht einmal Schellfische für ärmere Leute mehr erschwinglich seien. Ebenso steht es mit Räucherwaren. Die Viehhändlerverbanden seien viel zu hohe Gebühren zugestanden worden; ebenso hätte der Handel mit Gemüsen usw. vollständig versagt. Unter den jetzigen Verhältnissen hat der Handel kein Ri- siko zu tragen und arbeitet viel cinfachcr und muß deshalb auch billiger arbeiten können. Präsident Batocki versprach, daß die Anregungen des Abg. «chmidt in vielen Punkten berücksichtigt werden sollen. Für Bayern müßten in der Bewilligung von Braugerste besondere Aufnahmen gemacht werden, da in Bayern das Bier zu den?!ahrungs- mittein gehöre. Die Schnapsbrennerei werde auss äußerste eingeschränkt. Wenn die Preise für Kartoffein niedriger wären, würde die Schwierigleiten noch viel größer sein. Abg. G o t h c i n lVp.) schließt sich in vielen Punkten den Aus- sührungen des Abg. Schmidt an; nur ist er der Meinung, daß der Handel in zu weitem Matze ausgeschaltet sei. Es sollten die Cr- ganisationen des Großbandels viel mehr herangezogen werden. Richtig sei es, daß die Entschädigung für die Großhändler herab- gesetzt werden könne. Auf der andern Seite wäre es aber zweck- mäßig, den kleinen Geschäftsleuten böhercn Verdienst einzu- räumen, als es vielfach jetzt geschehen ist.— Abg. v. G a m p wünscht, daß die Laiidwirtschastskammcrn mehr zu Rate gezogen werden.— Dr. Pfleger(Z.) rügte es, datz das Kiegsernäh- rungsamt sich nicht in genügendem Maße mit den Behörden in Bayern verständigt habe. Vielfach seien dort bereits Einrichtungen vorbereitet oder gar durchgeführt worden, die den Maßnahmen von Berlin ausweichen wußten.— Abg. Hoff begründet einen fort- schrittlichcn Antrag, das KriegSernäbrungsamt aufzufordern, die menschliche Ernährung allen anderen Verwendungszwecken der Erntevorräte voranzustelle». Es soll die Ernte für die menschliche Ernährung sichergestellt, die Viehhaltung den vorhandenen Futter- mittel» angepaßt und die Viehpreise so geregelt werden, daß jie nicht einen Anreiz zur Verfüiierung von Nahrungsmitteln geben; weitere Einschränkung des Brau- und Brennkontingents zwecks vermehrter Zuführung von Graupen, Grütze usw. zur menschlichen Ernährung. Präsident Batocki tritt den Ausführungen des Vorredners zum Teil entgegen.— Abg. Böhme(natl.j legt die Gründe dar für einen langen nationalliberalen Antrag, der ebenfalls verlangt, daß das Kontingent der Brennereien und Brauereien, sowie die Preise für Kartoffeltrockenfabrikate. Spiritus, Futtergerste und Ackerbohnen herabgesetzt und für Wintcrgemüse und Obst Höchst- preise festgesetzt werden. Ferner verlangt der Antrag Zwangs- weisen Abschuß des Wildes zwecks Erhöhung der Fleischmengen für Schwerarbeiter; Herabsetzung der Höchstpreise für Wild; Schweine- Prämien für kleinere Viehhalter; rechtzeitige Maßnahmen, um beim Friedensschluß lebendes und totes Inventar der HecrcSvcr» Salhing fter Landwirtschaft zu billigen Preisen zur Verfügung zu stellen; gleichmäßige Verteilung künstlichen Düngers durch die Ge- meinden. Abg. R ö s i ck e(Bund der Landwirte) begründet folgenden Antrag: 1. Den Reichskanzler zu ersuchen, dafür zu sorgen, daß eine Zwangsaushebung von Pferden für die Heeresverwaltung während der Bestellungszeit nicht stattfindet; daß in Abänderung der be- stehenden Verordnung der Zuschlag zu den Friedenspreisen mit rückwirkender Kraft bis zum 30. August 1916 so hoch festgesetzt wird, daß der Uebernahmepreis den heutigen Preisen entspricht, daß im übrigen aber der Bedarf der Heeresverwaltung möglichst in freiem Aufkauf gedeckt werde. 2. Den Reichstag zu ersuchen, dahin zu wirken, daß bei den in verschiedenen Bundesstaaten errichteten Kriegswucherämtern auch Vertreter des Kleinhandels und der Landwirtschaft sowohl in den Beirat als auch in den Sachverständigenausschutz berufen werden. S. Den Reichskanzler zu ersuchen, in der Verordnung über den Handel mit Lebens- und Futtermitteln und zur Bekämpfung des Kettenhandels hinzuzufügen: Der durch die unlauteren Machen- fchaften erzielte übermäßige Gewinn verfällt der Staatskasse. Im übrigen spricht sich der Redner ganz entschieden dagegen aus, daß die Preise für Kartoffeln heruntergesetzt würden und verlangt, daß die Schweinemästerei mit allen Mitteln gefördert werde. Er wendet sich dagegen, daß die Kriegsämter bei einigen Artikeln Abgaben erheben. Nächste Sitzung: Freitag. *• * Der Uebergaug zur Friedenswirtschaft. Heber die vertraulichen Verhandlungen des Reichstags» anSschusseS f ü r H a n d e l u n d G e w e r b e ist ein offizieller Bericht erschienen. Danach gab Staatssekretär Dr. Helfferich einen Ueberblick über die schädigenden Wirkungen des Krieges auf wirt- schaftlichem Gebiete. Auch menschliche Arbeit sei zerstört durch die Todesopfer des Krieges und durch die Verkrüppelungen, die der Volks- Wirtschaft Kräfte entziehen, und dabei sei noch zu bedenken, daß die noch vorhandenen Arbeitskräfte hauptsächlich für den Krieg und Kriegsarbeiten verwendet werden. In diesem Zusammenhang wies der Staatssekretär auf die gewaltige Zunahme der Beschäftigung weiblicher und jugendlicher Arbeitskräfte hin, die natürlich im Interesse unserer nationalen Zukunft so bald als möglich wieder zurückgehen müsse. Die Rückkehr zur Friedenswirtschaft soll unter staatlicher Führung erfolgen; deshalb ist ein Reichskommissar für die llebergangswirt- schaft eingesetzt worden. Seine Hauptaufgabe wird sein die Zurück- führung der Soldaten in die Friedenswirtschaft, die Bescbaffung der notwendigen Arbeit, die Kriegsbeichädigtensürsorge, die Heraus- ziehung der weiblichen und jugendlichen Arbeitskräfte und die Wiederherstellung der zum Teil aufgehobenen Arbeiterschutzgesetz- gebung. Für das Kapital kommt besonders Ausnutzung und Stei- gerung der Produktion und äußerste Sparsamkeit in Betracht, wie sie jetzt schon während des Krieges geübt wird, Rückbildung des Kapitals für Friedenszwecke, Kreditbeschaffung für feststehende und bewegliche Anlagen, Äreditbereitstellung sür den städtischen Grund- besitz und für die Reedereien, Wiederbelebung des jetzt vollkommen ausgeschalteten Handels, Verbesserung der Währung und Flüssig« machung der in Kriegsanleihen angelegten Kapitalien. Der Staatssekretär teilte das ganze Problem der llebergangs- Wirtschaft in drei Hauptprobleme: Ärberterfragen, Kreditbeschaffung und Rohstoffversorgung. Vorläufig hat sich der Reichskommissar besonders mit der Rohstoffversorgung, dem Transportwesen und der Währung zu beschäftigen. Diese drei Fragen wären zu lösen durch Verwaltung. Gesetzgebung und Heranziehung von wirtschaftlich tech- nischen Kräften; die letzteren sind neu zu organisieren und Mitarbeiter aus allen Kreisen der praktischen Berufe auf den Ge- bieten der Währung, der Reederei, der Finanzen, de« Handels, der Industrie und Landwirtschaft sollen zugezogen werden. Es ist die Errichtung eines großen Beirats mit Unterabteilungen beabsichtigt, denen die Prüfung der Bedürfnisse zustehen soll. Die Durchführung der Beschlüsse obliegt dem Reichskommissar und dem Reichsamt des Innern. Der Staatssekretär schloß seinen Vortrag mit der Erklärung, der Hauptzweck des Reichskommissars sei, sich so schnell als möglich überflüssig zu machen, d. h. seine Arbeit so schnell als möglich zu beendigen. Mit diesen Ausführungen erklärten sich die Sprecher aller Frak- tionen im großen und ganzen einverstanden, mit Ausnahme der Sozialdenrokratie, die sehr vieles von dem, was während des Krieges auf dem Gebiete der Zuteilung geschehen ist, auch in den Frieden hinübergenommen zu sehen wünscht. Staötverorönetenversammlung. 22. Sitzung vom Donnerstag, den 19. Oktober 1916. Vorsteher Michclet eröffnet die Sitzung. Vor der Tagesordnung kommt Stadtmedizinalrat Dr. Weber auf die durch die Dörflersche Schinkensalzerei und Kriegswurstfabrik verursachten üblen Gerüche im Bötzowviertel zurück. Es ergibt sich aus seiner Darlegung, daß der Fabrikbetrieb zurzeit eingeschränkt ist und daß das Polizeipräsidium die im sanitären Interesse etwa erforderlichen Maßnahmen veranlassen wird. Im Etat des Administrationsbezirk B u ch ist im Rechnungsjahr 19lö der Ausgabeansatz für die Schlächterei um 896 099 M. überschritten worden, denen 6S6 000 M. Mehreinnahmen gegenüber- stehen; es ist ein Zuschuß von 234 000 M. erforderlich. Ein be- sonderer Ausschutz hat über diese Etatsüberschreitung beraten und sie einstimmig zur Genehmigung empfohlen, dabei ist aber an der Einrichtung und dem Betrieb der Schlächterei zum Teil scharfe Kritik geübt und das Verlangen ausgesprochen worden, daß dem Ausdehnungsdrange und dem Optimismus der Güterverwaltung endlich einmal Einhalt getan werde, zumal schließlich die Haus- besitzer den ganzen Schaden zu tragen hätten. Stadtv. Mann(Soz.): Wir teilen unsererseits die Ansicht nicht, daß derartige Kommunalbetriebe vom Uebel seien. Natürlich muß dafür, daß diese Betriebe sich rentieren, tunlichst gesorgt wer- den. Die Versammlung hat ja auch schon wiederholt die Notwendig- keit solcher Betriebe anerkannt; daß ein Betrieb einmal unter ab- normen Kriegsverhältnissen leidet, ist noch- kein Beweis dagegen. Auch wird die Kanalisationsabgabe keineswegs allein von den Haus- besitzern aufgebracht; sie legen die Abgabe wohl aus. ziehen sie aber in den Mieten von den Mietern nachher wieder ein.(Widerspruch und Lachen.) Die Uebernahme. die Errichtung und der Betrieb gewerblicher gemeinnütziger Unternehmungen zum Nutzen der ge- samten Einwohnerschaft ist eine der vornehmsten Aufgaben der Kommune.(Beifall.) Die Versammlung beschließt nach dem Ausschutzantrage. Die Vorlage wegen Einrichtung einer besonderen Kriegsfürsorge sür die Angehörigen der Be- kleidungsindustrie ist von dem eingesetzten Ausschutz mit geringen Modifikationen angenommen worden. Referent ist Stadtv. May(Fr. Fr.). Stadtv, Ritter(Soz.): Das Ergebnis der langen Ausschuh- beratungen ist recht mager. Unsere Verbesserungsanträge sind abgelehnt worden. Vergeblich haben wir verlangt, die Beschränkung dieser Fürsorge auf die Kriegsdaucr fallen zu lassen; wir werden zu gegebener Zeit auf dieses Verlangen zurückkommen. Den Unterschied zwischen Verheirateten und Unverheirateten hat man auch nicht machen wollen und sich für diese Ablehnung auf die schlechten, bei den Textilarbeitern gemachten Erfahrungen berufen. Da handelte es sich aber nur um wenige Hunderte, hier um Zehn- tausende. Auch die obligatorische Mitwirkung der Gewerkschaften hat man abgelehnt und nur als Notbehelf zugestanden, daß dem Magistrat vorbehalten bleiben soll, sie heranzuziehen. Trotz dieser Bedenken stimmen wir der Vorlage zu. Die Ausschußvorschlage gelangen zur Annahm«. Von der sozialdemokratischen Fraktion ist am 27. September der folgende Antrag eingebracht worden: „Die Versammlung ersucht den Magistrat, ihr baldigst eine Vorlage zu machen, durch welche die Zu wähl der Frauen in alle auf Grund des§ 59 der Städteordnung eingesetzten Deputationen durch statutarische Anordnung bestimmt werden kann." Stadtv. Dr. Wehl(Soz.): Während draußen auf den Schlacht- feldern der männermordende Krieg tobt und kulturschöpferische Werte vernichtet werden, unterbreiten wir Ihrer wohlwollenden und hoffentlich vorurteilsfreien Prüfung eine Anregung, die einen kulturschöpferischen Wert in sich birgt und den Vorzug besitzt, nichts zu kosten. Im Gegenteil, wenn es gelingt, die weibliche Sach- kenntnis, Arbeitskraft und Arbeitsfreude in den Rahmen der städti- scheu Verwaltung zu spannen, wird manche Ausgabe erspart bleiben; ja es hätte schon jetzt manche Unliebsamkeit vermieden werden können, wenn auf dem Gebiet der Nahrungsmittelversorgung und -Verteilung an den leitenden Stellen Frauen mitgewirkt hätten. Die Mitarbeit der Frauen in der kommunalen Wohlfahrtspflege ist von den Frauenorganisationen seit nahezu fünfzig Jahren gefor- dert worden. In Preußen steht den Fortschritten, wie sie z. B. in Baden gemacht worden sind, der 8 b9 der Städteordnung von 1853 im Wege; nach der geltenden Auffassung kann eine Frau nicht „stimmfähiger" Bürger sein, nur die Armen-- und die Schulverwal- tung machen hier eine Ausnahme. Die Zahl der Frauen, die in Berlin den Armen- und Schul kommt ssionen angehören, ist übrigens zurzeit noch eine geringe. In der Armendirektion haben wir gegenwärtig zwei Frauen mit beschließender, in der Waiscndeputation zwei Frauen mit beratender Stimme. Nun gibt der Absatz 3 des§ 59 Raum für eine besondere Zusammensetzung der Deputationen durch statutarische Anordnung nach besonderen eigentümlichen örtlichen Verhältnissen. Tie rhetorische Floskel„Die Frau gehört ins Haus" ist nach der heutigen Entwickelung im Riesenvrganismus der Reichshauptstadt eigentlich ein törichtes Schlagwort geworden.(Ruf: Na, na!) Im Kriege ist die Frauen- arbeit ungeheuer angeschwollen; schon gegenwärtig haben die Frauen jedenfalls einen erheblichen Anteil an der Produktion, und mit dem Abschluß des Krieges wird das Verhältnis eher noch schlimmer werden. Das wirtschaftliche Durchhalten wäre ohne die weibliche Arbeitskraft einfach unmöglich gewesen. Das Prozentverhältnis der Beschäftigung von Männern und Frauen betrug vor dem Kriege 59: 41; es hat sich während des Krieges in 41: 59 verwandelt, sich also geradezu umgekehrt. Welche Rechte stehen nun diesen Pflichten der Frauen gegenüber? Es muß diesen Pflichten das Recht der Mitarbeit an allen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Fragen gegenüberstehen; die Frauen wollen nicht bloß Objekte, sie wollen auch Subjekte der Verwaltung sein. Es würde also nur dem Ernst und der Größe der Zeit entsprechen, wenn man auch an diesem Absatz 3 mit dem gefunden Menschenverstand herantritt; einem reifen Volke soll man nicht immer mit formalen Einwänden kommen. Das Be- stehende ist doch nicht unantastbar, wo käme sonst Fortschritt und Entwicklung her? Ueber Spinneweben soll man nicht stolpern; wir brauchen nicht zu bedächtig und zu doktrinär zu sein, gehen wir in kühner Initiative einmal eigene Wege. Auch bei manchen unserer Magistratsassessoren und Magistratsräte, die Stimmrecht zu den Deputationen haben, ist keineswegs sicher, daß sie auch stimmfähige Bürger sind, zumal wenn sie auswärts wohnen. Wir haben auch Frauen als Gcmeindeivaisenräte, obwohl das die Städteordnung nicht gestattet. Das Gesetz ist also bereats durchlöchert. In Königs- berg und Halle gibt es stimmberechtigte Frauen in gewissen Deputationen. In den Städteordnungen von 1856 für Westfalen und die Rheinprovinz findet sich I 59 wortwörtlich wieder, desgleichen in dem Gemeindeverfassungsgesetz für Frankfurt von 1867; dennoch sind auch dort Frauen in Deputationen als stimmberechtigte Mitglieder. Man feiert von hober Stelle das stille Heldentum der Frauen; Herr v. Batocki hat erst jüngst ihnen seine hohe Achtung bezeugt. Nach Schluß des Krieges müssen wir eine neue, schöpfe- rische Politik treiben, eine großzügige Bevölkcrungs-, Wohnungs- und Städtepolitik; mit dem vorhandenen Mensckenmaterial müssen die größten Leistungen herausgearbeitet werden; für diese Zukunfts- aufgaben ist der Rat und die Mitarbeit der Frau unientbehrlich. Alle bisher unterdrückten Kräfte in der Gesellschaft müssen frei- gesetzt werden, und dazu gehört auch die Frau.— Geht es wirklich mit der beschließenden Stimme nicht, dann muß die beratende gegeben werden. Die Einwände dagegen sind hinfällig. D i e Frauen müssen ins Ratbaus hinein(Bewegung); geht es nicht auf der großen Freitreppe als stimmberechtigt, so mögen sie den Seiteneingang benutzen, aber hinein müssen sie. (Heiterkeit.) Die Presse hat von der Verlängerung der Be- ratungen, von Verschärfung der Gegensätze, von Beeinträchtigung der offenen Aussprache über heikle Themata gesprochen; ein solcher kleinlicher Zustand wird nicht eintreten. Was die psychologische Seite angebt, so gilt auch hier das Wort:„Wo das Strenge mit dem Zarten, wo Hartes sich und Mildes paarten, da gibt es einen guten Klang." Nur wenigen von uns Männern ist es gegeben, dem Seelenleben der Frauen volles Ver- ständnis entgegenzubringen.(Bewegung und Widerspruch.) Vor zwei Jahren hat Kollege Galland in der„Vossischen Zeitung" einen Hymnus auf die Frauen angestimmt und hinsichtlich der praktischen sozialen Tätigkeit gemeint:„Männerarbeit allein wird nur Stück- werk bleiben". Dieses geflügelte Wort verdient in den Zitatenschatz des deutschen Volkes aufgenommen zu werden. Auch nach dem Kriege werden uns die gebratenen Tauben nicht in den Mund fliegen; aber wir müssen alles dazu beitragen, daß die verheißene „Neuorientierung" nicht ein Phantom bleibt. Es lohnt sich, den Versuch zu machen; gelingt er. so wird er bahnbrechend wirken; wir weroen auf diesem Wege dem kommunalen Gemeinwesen der Zukunft näher kommen, wo auf dem Boden voller Gleichberechtigung den Stadtvätern Stadtmütter zur Seite stehen.(Beifall bei den Sozialdemokraten; Händeklatschen auf der Tribüne.) Oberbürgermeister Mermuth: Ueber die Rechtsfrage hat sich der Magistrat 1914 ausgesprochen. Frauen können mit beschließen- der Stimme nur in der Schul- und Armenverwaltung sitzen, in allen anderen Deputationen nicht, da sie auch das Bürgerrecht haben müssen. Die Vorgänge in anderen Städten müssen sehr scharf auf ihren Nechtsgrund geprüft werden. Dagegen besteht kein Be- denken, Frauen mit beratender Stimme in diejenigen Deputationen aufzunehmen, in denen ihre Mitarbeit zweckdienlich erscheint(Bei- fall), sei es durch Ortöstatut oder durch Zuwahl. Der Magistrat folgt durchaus dem Zug« der Zeit, wenn er wünscht und sich be- strebt, die Einsicht, die Erfahrung und das Wirken der Frau in möglichst weitem Umfange für das Wohl der Gemeinde nutzbar zu machen.(Wiederholter Beifall.) Stadtv. Dove(Linke): Wir können eine wohlwollende und vorurteilsfreie Prüfung des Antrages in Aussicht stellen. Schon vor dem Kollegen Galland haben wir in den Parlamenten sür die Zulassung von F-auen in gleicher Richtung gekämpft. Jedenfalls sollte die Möglichkeit der Mitwirkung von Frauen in allen Zweigen der städtischen Verwaltung, wo sie zweckdienlich erscheint, ge- schaffen werden. Die Rechtsfrage wird aber gründlich zu prüfen sein. Man wird auch im Ausschusse zu der Auffassung gelangen, daß Frauen nur mit beratender Stimme zugelassen werden können. Die„freie" Interpretation des§ 59 Abf. 3 Hilst nicht weiter. Die Bäume werden auch selbst dann, wenn die heutige Gesellschaftsordnung beseitigt sein sollte, nicht in den Himmel wachsen. (Heiterkeit.) Stadtv. Rosenow(Fr. Fr.) steht dem Antrag �gleichfalls sympathisch gegenüber und freut sich des ersten Erfolges der Antragsteller, der in der entgegenkommenden Erklärung des Ober- bürgermeisters liege. Die in der Armenverwaltung tätigen Frauen hätten sich ausgezeichnet bewährt. Hoffentlich werde die Ausschuß- beratung zu einem positiven Resultat fuhren. In der Schul- speisung würde viel rascher eine befriedigende Regelung erzielt worden sein, wenn Frauen dabei mitgewirkt hätten. Der Antrag geht an einen Ausschuß von 15 Mitgliedern. Von der Linken und der Freien Fraktion(Stadtvv. Cassel- Bissing-Körte) liegt der Antrag vor: „Die Versammlung ersucht den Magistrat, mit ihr in ge» mischter Deputation darüber baldigst zu beraten, durch welche Maßnahmen bei der durch' die Kriegsverhältnisse sehr bedrängten Lage des städtischen Grund- besitz es gegen zutage getretene Härten und Unbillig» leiten Abhilfe geschaffen werden kann." Stadtv. Cassel(L.): Die Notlage eines großen Teils der Berliner Hausbesitzer, wie sie durch den Krieg erzeugt und der- schärst worden ist. erscheint notorisch. Tie Stadt kann an dieser Tatsache nicht vorübergehen, denn sie berührt ihr eigenes Interesse. Der Antrag hat nicht die„großen" Mittel zur Abhilfe im Sinne. Diese unterliegen der Gesetzgebung; Schätzungsämter und Stadt- schaften sollen ja geschaffen werden. Stadtschaften könnten aller- dings schon jetzt, vor dem Abschluß des Gesetzes, vorbereitet werden. Unser Antrag will Härten und Unbilligkeiten beseitigen, deren sofortige Beseitigung dringend geboten ist. Die Erhebung der Grundsteuer nach dem gemeinen Wert wird bei dem teilweisen oder sogar völligen Wegfall der Einnahmen von den betreffenden Hausbesitzern ungemein drückend empfunden; es muß hier im Ver» waltnngswege eine Ermäßigung oder der Erlaß vorgesehen werden. Der Mietzuschuß, den die Stadt im Kriege zahlt und der jetzt bald 3 Millionen im Monat beträgt, ist von einem Mieterlatz abhängig, den der Vermieter gewähren muß. Diese Bestimmung erscheint bei der langen Dauer des Krieges nicht mehr haltbar und mutz be- seitigt werden; mindestens muß der Zwang zur Gewährung eines Erlasses in Wegfall kommen. Die Befreiung der aus dem Felde Zurückkehrenden von unverhältnismätzigen Mietschulden wird Sache des Reicbes und des Staates sein müssen, wie auch im Land- tage von allen Parteien prinzipiell anerkannt worden ist.(Beifall; Händeklatschen auf der Zuhörertribüne; der Vorsteher rügt diese Beifallsbezeugung der Zuhörer.) Oberbürgermeister Wcrmuth: Den Nöten des Hausbesitzes kann wirksam nur mit Hilfe der Gesetzgebung beigekommen werden. Es ist ein Trugschluß, auf dem Wege über das Armenrccht alle Lasten und Schäden den Stadtgemeinden überwälzen zu wollen. Die Stadt hat sich redlich bemüht, die am härtesten drückenden Unzu- träglichkeiten zu mildern. Die Mietbeihilfcn betragen bis jetzt 32 Millionen Mark, monatlich 2 Millionen Mark, sie entfallen zu 85 Proz. auf Kleinwohnungen von 1— 2 Zimmern. Von 250 000 Kriegsunterstützungsfällen sind 194 000 oder vier Fünftel von einer Mietbeihilfe begleitet; es sind 51 Proz. aller dieser Kleinwohnungen damit bedacht. Grundsteuerstundung erfolgte im ersten Kriegsjahr in 3670, im zweiten in 4969 Posten; gegen Verzinsung nur 12. Wir sind damit dem Hausbesitzerstande bis an die Grenze der kom- munalen Leistungsfähigkeit beigesprungen. An einer gemischten Deputation teilzunehmen ist der Magistrat gewillt. Stadtv. Bissing(Fr. Fr.) weist auf die zahlreichen Fälle hin, wo Hausbesitzer durch die genannten Unbilligkeiten und Härten an den Rand des Ruins gebracht oder völlig verarmt sind. Besonders hart drücke die Besteuerung nach dem gemeinen Wert, nicht minder die ungleichmäßige Handhabung der Mietnachlaßforderungen. Auch sei die Unterhaltung der Bürgersteige und die Entwäsierungsabgabe den Hausbesitzern aufzubürden ein großes Unrecht. Stadtv. Hcimann(Soz.): Wir werden der Einsetzung einer gemischten Deputation zustimmen. Ich will nur wünschen, daß der Magistrat schneller arbeitet als betreffs jener andern Depu- tation, deren Einsetzung wir vor 4— 5 Monaten wegen deS Treptower Bebauungsplans beschlossen haben. Wir wissen heute noch nicht einmal, ob der Magistrat der Einsetzung zugestimmt hat. — Die sehr unbefriedigende Lage des Hausbesitzes erkennen wir an; die Lage der kleinen Mieter erscheint uns aber noch weit schlimmer, und wir können keiner Maßnahme zustimmen, die geeignet wäre, die Lage des Hausbesitzes auf Kosten der kleinen Mieter zu verbessern. Die Mietsunterstützung haben wir stets als eine Hilfsaktion zugunsten der Kriegerfamilien betrachtet, da die von Reich, Staat und Kommune gewährten Unterstützungen nicht ausreichen, auch noch die Mietczahlung zu ermöglichen. In dieser furchtbaren Zeit sind Millionen und aber Millionen ma- teriell aufs schwerste in Mitleidenschaft, gezogen. Die Hausbesitzer als Klasse herauszunehmen und besonders zu unterstützen, sehen wir keinen Anlaß, es sei denn, daß sie ihrerseits im öffentlichen Interesse eine Leistung vollziehen, wie sie in den Mietsnachlässen liegt. Wir würden uns unbedingt widersetzen, wenn etwa grund- sätzlich davon abgegangen werden sollte. Der Grundsteuernachlaß würde ja darauf hinauslaufen, den Maßstab des allgemeinen Wertes zu entthronen und den des Nutzertrages oder etwas Un- klares anderer Art an seine Stelle zu setzen. Gerade Herr Mommsen rühmt sich doch als Vater jenes Beschlusses, und da ist es doch etwas verwunderlich, wenn aus seiner Fraktion eine solche Anregung kommt. Wir werden die genau formulierten Anträge der Herren abwarten und danach unsere Stellnng nehmen. Nach weiteren Bemerkungen der Stadvv. Mommsen(Fr. Fr.) und Cassel wird der Antrag angenommen. Zu W e i h n a ch t s l i e b e s g a b e n ftir die zu Berlin in näherer Beziehung stehenden Teile de? Feldheeres sollen unter denselben Bedingungen wie im Vorjahre 200 000 M. verwendet werden. Eine besondere Anschaffungskommission soll zur Aus- führung in Funktion treten. Die Vorlage wird angenommen, nachdem Stadtv. Seckel�. söhn(Soz.) die Zustimmung"seiner Freunde erklärt und der Hoff- nung Ausdruck gegeben hat, daß. wenn schon letzt nicht den Truvpen die Friedensbotschaft zum Wcihnachtsfeste beschert werden könne, die Versammlung doch im nächsten Jahre keine ähnliche Vorlage zu votieren haben werde Schluß nach 149 Uhr. Mus Groß-öerlin. Die Zrauenfrage im Rathaus. In der Berliner Stadtverordnetcnver- s a m m l u n g bot gestern die Tribüne ein ungewohntes Bild Sie war bis auf den letzten Platz besetzt, und zwar größten- teils von Frauen. Tas Interesse der Zubörerinnen galt dem Vorstost. den die sozialdemokratzische Fraktion zugunsten der Ptitarbeit von Frauen in der Gemeindever- waltung unternahm. Für unseren Antrag, den Frauen die Möglichkeit der Erlangung von Sitz und Stimme in allen Verwaltungsdeputationen zu schaffen, konnte Genosse Wey! in seinen begründenden Ausführungen sich auf einiges in anderen Gemeinden schon Erreichte berufen. Er forderte. Berlin solle denselben Weg gehen und die in der Städtcord- nung sich bietende Handhabe benutzen, den Frauen zunächst mal dieses bescheideneStückGleichberechtigung zu geben. Stach der Ansicht des Oberbürgermeisters Mermuth ist die Zulassung von Frauen mit beschließender Stimme nur möglich bei der Schuldeputation und bei der Arincndirektion. wo sie die volle Gleichberechtigung schon haben. In allen anderen Verwaltungsdeputationen könne man ihnen höchstens beratende Stimme gewähren. und dazu werde der Magistrat wohl bereit sein, wo cS wünschenswert scheine. Auch die Redner der beiden frei- sinnigen Fraktionen, Stadtverordneter Dove und Stadt- verordneter Rosenow. schätzten den Rat der Frauen, halten aber die Gclvährung eines Beschlußrechtes nach diesem Gesetz nicht für zulässig. In dem Ausschuß, dem der Antrag überwiesen wurde, wird die Rechtslage näher zu prüfen sein. Die gestrigen Verhandlungen haben gezeigt, daß der„Zug der Zeit" auch an Berlin nicht ganz spurlos vorübergegangen'st. Niemand hatte noch den Mut, sich für völlige Fernhaltnng der Frauen von den Verwaltungsdeputationen auszusprechen. Es folgte die Beratung des freisinnigen Antrages, der Schuß für die durch den Krieg geschädigten Hausbesitzer fordert. Die Ausführungen des Stadtver- ordneten Cassel und nachher auch des Stadtverordneten B i s s i n g liefen hauptsächlich darauf hinaus, daß den Haus- besitzern bei Mietbeihilfen für Kriegerfamilien kein M i e t- Nachlaß aufgezwungen werden soll. Demgegenüber erklärte unser Genosse H e i m a nn, daß die sozialdemokratische Frak- tion keiner Maßregel zustimmen werde, die den kleinen Mietern eine Benachteiligung bringe. Der Magistrat ist, wie Oberbürgermeister Mermuths Ausführungen ergaben, mit der gewünschten Beratung in einer gemischten De- p u t a t i o n einverstanden. Sie wurde beschlossen. Städtische Wurstfabrikation. Durch einige Blätter läuft die Nachricht, daß die städtische Ver- waltung Vorkehrungen treffe, in nächster Zeit auf dem städtischen Schlacht- und Viehhofe die gesamte für Berlin erforderliche Wurst- fabrikation selbst zu betreiben. Es wird berichtet, daß die Anregung zu dieser Maßnahme vom Kriegscrnährungsamt ausgegangen sein solle, das durch die Herstellung nur weniger bestimmter Wurstarten in ein und derselben Form und Güte große Ersparnisse an Fleisch zu erreichen glaubt und außerdem das Publikum gegen Ueber- Vorteilung durch den Verkauf schlechter Ware für teures Geld schützen will. Die Berliner Ladenschlächter sind mit dem Vorgehen des Berliner Magistrats durchaus nicht einverstanden. Obermeister Kriesche von der Berliner Schlächterinnung hat eine außerordentliche Versamm- lung aller Ladenschlächter einberufen, die sich mit der Monopoli- fierung der Wurstherstellung und des Verkaufs durch die Stadt be- fassen soll. Wir bemerken zu der Meldung, daß wir in unserem Blatt wiederholt die Forderung aufgestellt haben, die Stadt solle die Wurstbereitung selber in die Hand nehmen, wie das bereits in Nürnberg und anderen Städten der Fall ist. Notwendig wäre bei der Fettknappheit die Herstellung einer guten Schmierwurst. Die Butterration. In der Woche vom 23. bis 29. Ol- tober werden pro Kopf 90 Gramm Speisefett, und zwar 60 Gramm Butter und 30 Gramm Margarine zur Ausgabe gelangen. Der Preis für 60 Gramm Butter erster Oualität beträgt 32 Pf., der für 30 Gramm Margarine 12 Pf. Die Fleischratton bleibt die gleiche wie bisher. Ablieferung der Eicrkartcnabschnitte der Gastwirte. Nach einer beute veröffentlichten Bekannimachung des Magistrats haben die In- haber der Schank- und Speisebctriebe die in der Zeil vom 1. bis Ll. Oktober für die Abgabe von Eiern und Eierspeisen gesammelten Abschnitte der Eierkarten in der Zeit vom 23. bis 25. Oktober an den Obmann ihres Bezirks abzuliefern. Für die fernere Zeit sind die gesammelten Abschnitte stets in den drei ersten Werklagen der dritten Woche der vierwöchigen Bclieferungszeit an die Obmänner ihres Bezirks abzuliefern. Die nächsten Liefertage gehen also vom 13. bis 15. November, 11. bis 13. Dezember usw. Die Abschnitte sind in Päckchen von je 100 Stück gebündelt in einem Umschlag ab- zuliefern, auf welchem der Name und die Betriebsstätte des Abliefernden sowie die Anzahl der in dem Umschlage insgesamt ent- haltenen Abschnitte deutlich anzugeben ist. Hohe Marmeladenpreise. Die Preise für Marmelade haben eine unheimliche Höhe erreicht. Für gewöhnliches Pflaumenmus werden jetzt Preise von 1,30 M. für das Pfund verlangt und— auch gezahlt infolge der Fettknapp- heit. Wie lange sollen diese wie vor allen für die erwerbstätige Bevölkerung viel zu hohen Preise nach bleiben. Kleinhandelspreise für frische Seefische bester O.aalität für Freitag, den 2 0. Oktober 1916. Schellfische, klein(bis Pfund) 2,00 M.. mittel(von bis 1 Pfund) 2,25 M.. großmiUel(von 1 bis l>/z Pfund) 2,38 M., große(von l1/« Pfund und mehr) 2,59 M.; Kabeljau, klein(bis l'/e Pfund) 1,68 M., mittel(von 1% bis 4 Pfund) 2,00 M., große lvon 4 Pfund und mehr) 2,32 M., ohne Kopf(im Ausschnitt) 8,00 M.; Schollen, kleine(bis zu Pfund) 1,25 M.(Zufuhr ganz un- genügend.) Gegen unhöfliche Behandlung des Publikums durch Angestellte in den Brolkommissionen wirkt nach einer Mitteilung der Magistrat ständig, er meint aber, daß oft sachlich unbegründete Forderungen noch dazu in sehr dringlicher Form an die Brolkommissionen gestellt werden. Beschwerden würden eingehend geprüft. Wir möchten den Magistrat ersuchen, auch etwas mehr acht zu geben auf die BeHand- lung, die Beschwerdeführern im Bureau der Poststraße 16 zuteil wird, wenn dort Beschwerden vorgetragen werden. Wir haben Anlaß anzunehmen, daß die dort dem Publikum zuteil werdende Bchand- lung sehr zu wünschen übrig läßt. Streichhölzer das Paket 62 Pfennig! Vor einigen Monaten war erklärt worden, daß eine Preis- erhöhung für Zündhölzer, die damals schon hoch genug 45 Pf. tosteten, ausgeschlossen sei. Jetzt ist trotzdem eine Preiserhöhung er- folgt. Mit einem Male sind deutsche Zündhölzer schwer zu haben. Dagegen werden für angebliche.Schweden' 62 Pf. verlangt und meist nur halbe Pakete für 31 Pf. ausgegeben. Also auch hierbei offenbar wieder Zurückhaltung der Ware und künstliche Preistreiberei Mit einem Strick zusammen gebunden haben sich zwei lebens- müde Frauen, wahrscheinlich Mutter und Tochter, die vor etwa 14 Tagen ins Wafier gegangen zu sein scheinen und gestern nach- mittag in Moabit an der Wullenweberstraße gegenüber der Jagow- straße als Leichen in der Spree aufgefunden und gelandet wurden. Die Jüngere hatte aus der rechten Hand zwei goldene Trauringe. Hiernach handelt es sich wohl um eine Witwe, die mit ihrer be- tagten Mutter in den Tod gegangen ist. Die Persönlichkeiten konnten bis gestern abend noch nicht festgestellt werden. Die Leichen wurden �nach dem Schauhousc gebracht. Die ältere Frau zählt etwa 65 bis 70 Jahre und ist etwa l.6S Meter groß, bat graues Haar, trug schwarzes Kostüm mit dunklem Pelzkragen und schwarze Zeug- schuhe mit Federbesatz. Die Jüngere ist etwa 30 bis 40 Jahre alt. 1,63 Meter groß, dunkelblond und trug ein dunkelblaues Kostüm mit weißer Bluie. Tie Trauringe der jungen Frau sind ch. G. und A. V. ge- zeichnet. Außerdem trug sie noch goldene Uhr und Kette. Ihre Wäsche ist ebenfalls J. G. gezeichnet. Umtausch der Karten für die Angestclltenversicherung. Mit Ablauf des JahreS 1916 wird die Hauptmenge der un Jahre 1912 ausgestellten VersiwerungSkarlen Nr. 1 mit Beitrags- eintragungen gefüllt fein, so daß für die Versicherten neue Ver- ficderungskarten Nr. 2 nötig werden. Wenn nun mit der Anforde- rung der neuen Veisichcrungskarlcn allgemein bis zum Januar 1917 gewartet würde, so würden die Ausgabestellen zum Teil der- maßen mit Arbeit überhäuft werden, daß die wünschenswerte schnelle Erledigung der Anträge in Frage gestellt wäre. Da nun die vollen Versicherungskarlen Nr. 1 dauernd in den Händen der Versicherlen bleiben und für die Ausstellung der neuen Versicherungskarle nicht gebraucht werden, so ist es möglich und im Interesse der Ausgabe- stellen erwünscht, wenn die betr. Versicherlen noch im Lause Jdes Jahres 1916 sich die neue Versicherungskarle Nr. 2 ausstellen lassen, während die ihre Versicherungskarte Nr. 1 noch weiter bis zum Ab- lauf des Jahres benutzen. Die dazu nötigen Vordrucke zu Aufnahme- und versicherungS- karten sind von den Ausgabestellen(für Berlin: Klosterstr. 65) zu beziehen. Auskünfte in allen Fragen der Angestelltenverficherung erteilen die Ortsausschüsse der Vertrauensmänner, für B e r l i n: IV 35, Flottwellstr. 4 I(Sprechstunde: Dienstags, Donnerstags und Sonn- abends von 1—3 Uhr), für Schöneberg: Nollendorfstt. 29/80 (Sprechstunden: Dienstags und Donnerstags von 1—2 Uhr). Botanischer Garten. In der Zeit von Mitte Oktober bis Ende März ist der Botanische Garten in Dahlem nebst den Gewächs- Häusern am ersten Sonntag eines jeden Monat? von 11— 4 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet. An den Wochentagen der Wintermonate ist der Garten von 8 Uhr früh bis zur Dämmerung, die Gewächshäuser mit Ausnahme des Sonnabends von 10—4 Uhr für die Inhaber von Erlaubnis- feinen. welche bei den Pförtnern käuflichen Führern beiliegen, zu- gänglich. Das Botanische Museum ist jeden Mittwoch von 10—8 Uhr und jeden ersten Sonntag im Monat von 11—2 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet. Die Rcttungsgesellschaft der Wassersportvereine von BerNn und Umgegend gibt bekannt, daß die Rettungsstation am Müggelsee, so- wie die damit verbundenen Warnung? st ationen Erkner- Dämeritzsee, Friedrichshagen, Köpenick und Wolterdorfer Schleuse von Sonntag,den2 9. Oktober cr. ab außer Bettieb ge- setzt werden. Es wird deshalb darauf hingewiesen, vor allem beim Befahren deS gefährlichen Müggelsees die größte Vorsicht zu beobachten, da auf Hilfe seitens der Reltungsgesellschast nicht gerechnet werden darf. Handel mit?erro-8ilirlom. Das Polizeipräsidium teilt mit: Auf Grund des 8 9 d des Gesetzes über den Belagerungszustand vom 4. Juni 1851 hat der Herr Oberbefehlshaber in den Marken im Interesse der öffentlichen Sicherheit bestimmt: Der Handel mit elektrisch hergestelltem I�örro-Lilirinm(hochprozentig) ist in jeder Gestalt und Zusammensetzung verboten. Veräußerung und Abliefe- rung von I'erro-Lilieüuin ist nur zulässig an die Kriegsmetall- Aktiengesellschaft, Berlin IV 9, Potsdamer Str. 10/11, ferner an die Eisen-Zentrale G. m. b. H., Berlin 81V 11, Königgrätzer Str. 97/99, sowie an solche Geschäfte oder Personen, die ausweislich einer ichttstlichen Bescheinigung der Kriegs-Robstoffabteilung des Königlich Preußischen Kriegsministeriums zum Ankauf von Ferro-Silizium beauftragt sind. Uebertretungen oder Aufforderungen oder An- reizungen zur Uebertretung dieses Verbots werden bestraft. Diese Anordnung tritt sofort in Kraft. Gesperrt. Die Straßenkreuzung Müller- und Fennstraße wird wegen Untergrundbahnarbeiten für den Fahrverkehr auf der Müller- straße in der Fabrrichtung Nord-Süd und für den Fahrverkehr auf der Fennstraße sowohl in der Ost-West-Richtung als auch in der Richtung West-Ost gesperrt. Kleine Nachrichten. HilsloS aufgefunden wurde Mittwoch abend vor dem Haute Große Frankfurter Str. 191 ein unbekannter Mann von etwa 60 Jahren. Man brachte den Besinnungslosen nach dem Krankenbaus am Friedrichshain, als man aber dorr mit ihm ankam, war er schon tot. Der Mann war seinem Aeußern nach wohl Ar- beiter. Er trug eine braune Joppe, eine dunkelgestreifte Hose, eine braune Mütze, schwarze Schnürschuhe und eine Brille.— Ein Hand- taichenraub wurde gestern abend im Tiergarten verübt. Gegen 7 Uhr wurde einer Buchhalterin Klara W. aus der Neander straße, die die Charlottenburger Chaussee entlang ging, in der Nähe der Siegesallee von einem jungen Burschen die schwarze lederne Handtasche mit Lederbügel entrissen, die 13 M. in Geld, mehrere Zeugnisse, eine Handstickerei und einige Schlüssel enthielt.— Ein schwerer Betriebsunfall bat sich gestern in einer großen Fabrik in Ober- schöneweide ereignet. Während der Schmiedehclser Max Unger an einem Dampfhammer arbeitete, versagte plötzlich aus bisher noch nicht auf- geklärter Ursache die Bremse. Der schwere Hammer sauste herab üud zerschmetterte dem U. die rechte Hand vollständig. Der Ver- nnglückte wurde nach dem Krankenhause gebracht.— Von einem v-Zugdiebe empfindlich bestallen wurde eine Frau Nobbins aus Karlsruhe. Die Dame wollie«m Potsdamer Bahnhof noch Frank- furt a. M. fahren und ließ sich ihr Gepäck von einem Träger in einen Durchgangswagen dritter Klasse bringen. Nachdem sie dem Gepäckträger dann noch einen Auitrag erteilt hatte, als sie den Zug bereits bestiegen hatte, entlohnte sie ibn aus ihrer Handtasche, in der sich auch ihre Brieftasche befand. Gleich darauf gab es in dem Wagengang ein Gedränge. Als die Dame jetzt wieder nach ihrem Gepäck sah, stand ihre Handtasche auf und die Brieftasche war daraus verschwunden. Ohne Zweifel hatte ein gewerbsmäßiger v-Zugdieb das Gedränge ausgenutzt._ Mus öen Gememöen. Tie Winterfeucrung der Kriegerfrauen in Neukölln. Im vorigen Winter erhielten die Neuköllner Kriegerfrauen für jeden Wintermonat einen Gutschein über 200 Preßkohlen, die von bestimmten Kleinhändlern für Rechnung der Stadlgcmeinde ab- gefordert werden konnten. Eine andere Regelung ist für den kommenden Winter vorgesehen. Es sollen Gutscheine ausgegeben werden, die über den Betrag von 3 M. lauten, wofür vom 1. No- vembcr ab für den Monat 200 Preßkohlen und ein halber Scheffel Koks zu liefern sind. Wie vorauszusehen war, können die Klein- Händler für diesen geringen Betrag nicht liefern. Sind doch nur 200 Preßkohlen für den gewöhnlichen Haushalt nicht unter 3 M. zu haben. Die betreffenden Kleinhändler hielten bereits eine Ver- fammlung ab, in der einmütig erklärt wurde, daß die Stadt- gemeinde entweder den Kostenbetrag erhöhen oder die Liescrungs- menge herabsetzen müsse. Insgesamt habe die Stadtgemeinde nach Maßgabe des bisherigen Beschlusses rund eine halbe Million Mark aufzuwenden. Es müßten also mindestens 150 000 M. nachbcwilligt werden. Da der Winter frühzeitig einzusetzen scheint, wird die Sache hoffentlich bis zum 1. November zufriedenstellend geregelt. Mus aller Welt. Nachklänge zur„Titanic"-Katastrophe. Die.Voss. Ztg.' schreibt: Der Krieg auf den Meeren mit seinen zahllosen erschütternden Ereignissen hat das größte Schiffsunglück. das die Welt je erlebt hat. den Untergang deS Ozcanriescn„Titanic'. in der europäischen Welt in Vergessenheit geraten lassen. Und doch bat das AdmiralilätSgericht der Vereinigten Staaten erst vor wenigen Wochen die endgültige Entscheidung über die Schuldfrage gefällt. Das Urteil lautet dabin, daß die„White Star Line' als verantwortliche Eigentümerin des Schiffes,„in keiner Weise haftbar zu machen ist für Verluste, Schäden an Leib und Gut und so weiter, die aus dem am 14. April 1912 erfolgten Zusammenstoß des Dampfers„Titanic' mit einem Eisberg und ihrem Untergang am darauf folgenden Tage entstanden sind, da die Katastrophe nicht durch Nachlässigkeit in der Schiffs« führung, sondern durch reinen Unglücksfall verursacht worden ist.'— Die Höbe der gegen die Gesellschaft geltend ge- «lachten Schadenersatzansprüche hatte sich auf 18 Millionen Dollar belaufen. Besonders interessant dabei ist, daß die Whitc-Star-Linie bereits vor dem Urteilsspruch mit den Klägern einen ouhergericht- lichen Vergleich auf Zahlung einer Viertel Million Dollar ein- gegangen war, so daß eine Berufung nun nicht mehr erfolgen kann. Ein schweres Unglück auf dem Meere. Dem Telegraphen- bureau Ritzau wird aus Understed mitgeteilt: Der Stockholmer Dampfer„Alfhild' ist am Mittwoch während eines Sturmes im Aalandsmeer gesunken. Die Besatzung von zehn Mann und zwei Frauen verließen den Dampfer in zwei Rettungs- booten, von denen eines mit sechs Mann und den Frauen kenterte. Alle Personen, mit Ausnahme einer Frau, die sich in das zweite Boot rettete, e r t r a n k e n. Das zweite Boot traf am Donnerstag früh bei Understed Leuchtfeuer ein. Ein Leichtmatrose war tot, der zweite Masch i- n i st im Wahnsinn über Bord gesprungen. Ein Millioncnschwindler verhaftet. Wie aus Genf gemeldet wird, ist in Rouen der französische Millionenschwindler R o ch e n e verhastet worden, der 1912 in Paris zu drei Jahren Gefängnis ver- urteilt wurde. Rochette, der sich als Bankier ausgab und in ganz Frankreich Filialen seines Instituts gründete, brachle Taufende von kleinen Leuten um ihre Ersparnisse. Die Betrügereien Rochetles wurden durch Clemenceau aufgedeckt. Der Pseudobankier wurde verhaftet, aber gegen eine Kaulion von 300 000 M. auf freien Fuß gesetzt. Rochette erhielt im Juli 1910 zwei Jahre Gefängnis, konme aber die Strafsache verschleppen, bis er Ende 1912 zu drei Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Rochette entzog sich der Strafe durch die Flucht. Ein alter Sünder. In R o ch w i tz(Böhmen) wurde der jetzt 81 jährige Kassierer des dortigen Spar- und Vorschußvereins Wilhelm Krause verhaftet. Krause, der früher auch Bürger- meister in Rochwitz war, hat dem Verein und verschiedenen Privat- Personen im Laufe von 30 Jahren etwa 100000 Kronen unter- schlagem_' Jugenüveranftaltungen. Neukölln— Britz-Buckow. Sonntag, den 22. Oktober er., morgens 6 Uhr: Trefspunlt zur Tagespartie Ringdahnhos Neukölln. Gäste will- kommen. Ingen dbildnngöverein Schöneberg. Freitag, den 20. Oktober er., gemeinsamer Dislussionsabcnd im WilmerSdorser Jugendheim, Mannheimer Str. 51.— Sonntag, den 22. Oktober, Tageswanderung: Bernau— Hellsec— Licpnitzjee. Treffen'/,7 Uhr am Kaiser-Wilhelm-Plntz. Abfahrt 7.31 Uhr vom«tettincr Vorortbahnhos.— Dienstag, den 24. Oltober, Wädchenabcnd bei Frau Dr. Roeder, Tempelhoser Str. 21 l.— Mittwoch, den 25. Oktober, Vortrag des Genossen Dr. Bernstein. Zahlreiches Erscheinen erwünscht.— Freitag, 27. Oktober, Diskuisionsabend im Wilinersdorser Jugendheim.— Zu allen Veranstaltungen sind Freunde und Schulentlassene jreundlichst eingeladen. Arbeiter-Jugend Schöneberg. Sonntag Besichtigung des Eisen« bahnmuseums(mit Führung). Tresspunkt: g Uhr Kaiser- Wilhelm- Plah. AbendS: Spielabend im Lokal von Henkel, Meininger Str. 8. Ansang 5 Uhr.— Mittwoch: Liederabend. Ansang 8 Uhr.(Musikinstrnmente mitbringen).— Der Mädchen-Lescabcnd bei Frau Dr. Roeder, Tempelhoser Slr. 2l, findet jetzt immer Dienstags, abends 3 Uhr, statt. Arbeiter-Jugend Wilmersdorf. Sonntag, den 22. Oktobe-:, Wanderung durch den Dubrow-Forlt. Treffpunkt Uhr vorm Heim. Abfahrt 6.55 Görlitzer Bahnhof. Fahrgeld 2 M. Arbeiter- Radfabrer> Berein„Groft> Berlin-. Sonntag vom Schlei. Babnh. 1.53 Uhr nach Köpenick(Mahlsdorf-Süd, Heidckrug). Der Arbeiter- Schachklub weist im Inseratenteile der heutigen Nummer auf seine Schachabcnde hin und billel Arbeitcrschachspieler, ihr Interesse den von ihm gelroffcnen Veranstaltungen entgegenzubringen. Der Berliner Arbcitcr-Schachilub hat vom 22. Oktober cr. ab regelmäßig jeden Sonntag im Lokal.Zum kleinen GewerkschastshauS', Stralauer Brücke 3(Bahnhof Jannowitzbrücke), von 9 bis 12 Ubr vormittags einen freien Schachverkehr cingerichict. Hierzu ist jeder Arbeiter- schachspicler jreundlichst emgeladcn. Es wird"ein zwangloses Turnier, srei für jedermann, gespielt. Außerdem ist ein LchrkursuS für Anfänger in Aussicht genommen. Spielmaterial und cvent. Schachliteratur stehen sür diese Zeit jedem zur Versügung. Alles frei und unentgeltlich. Wer außerdem an den Spielabenden teilnehmen will(ohne Zwang, Mitglied zu werden), sei auf das h c u t i g e I n s e r a t hingewiesen. Am Bußtag in der„Neuen Philharmonie', Köpenicker Straße 96/97, großer Masicil-Wcttkampf. Eintritt und Teilnahme srei. Garderobe 20 Ps. Eingegangene Druckschristen. Von der»Neue« Zeit- ist soeben das 3. Heft vom 1. Band deZ 35. Jahrgangs erschienen. AuS dem Inhalt des Heftes heben wir hervor: Nur Politik? Von Adols Braun.— Das Elsaß während der sränzösischcn Revolution. Von Ernst Ludwig.(Schluß.)— Rumänien im Weltkrieg. Pon A. S.. Jobagül.—.'Auf dcw Boditz. d« BartxttaäSbeschlüsse. Von Wilhelm Kell.— Notizen: In eigener.Sache. Von K. Kgutsky.-- Zum Problem der wirtschaftlichen und sozialen Wirkung des Krieges. Von Lp. Dke„Neue Zeit' erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buch- bandlungcn, Postanstallcu und Kolportcure zum Preise von 3,90 M. das Vierteljahr zu beziehen; jedoch kann dieselbe bei der Post nur sür das Vierteljahr bestellt werden. Das einzelne Hest tostet 30 Pfennig. Probenummcrn stehen jederzeit zur Versügung. Die Reussische Welt. Historisch- politische Swdie von Pros. Dr. St. v. Smolka. 10 M.— Kommissionsverlag Gerold u. Cie., Wieu, 1. Driefkasten üer Redaktion. »le lurtslil-de eprechstunde slndel für«bonnenten Lwdenftr. 3, IV. Hol cecdl-. parterre, am Monlag bis Frettag von t bis 7 Nor, am Sonnabend von b bis e Uhr statt. Jeder kür den Brreti asten bestimmten Antrag« lst ein Buchstabe und«ine Zahl als Merlzeichcn beizusügen. Brieflich- Antwort wird nicht erteilt. Ansragen, denen. leine Abonncmenlsouit:ung beigefügt ist, werden nicht beanlwvrlet. Eilige Fragen trage man in der Svrechswnde vor. vrrträg«, Schriftstücke un« dergleichen dringe mar tu vi« Sprechstunde mit. N. N. XX. 1. Kriegs-Waisenrcnte für uneheliche Kinder wird nach dem Gesetz nicht gezahlt. 2. Nein.— P. I..75. Sie brauchen sich nicht zu melden.— B. N. 20. Herzlcidcnd. dienstuntauglich.— P. H. 77. l. Sie würden in diesem Falle. wohl nur einen erhöhten Mictszuschuß be- kommen, den Sie bei der zuständigen Steuerkasse beantragen müssen. 2. Eine Beihilfe zum Begräbnis wird nicht gezahlt.— B. G. Die Mutter bat keincilcl Anspruch aus der Jnvalideliversichcrung aus Grund der ge- klebten Marken des Sobncs.— B. 73. Dauernd garnison- und arbeils- verwendungsunsähig. Ob sich die von Jbncn angegebenen Ziffern aus Ihre Krankheiten beziehen, erscheint unS zweiselhast; sie würden bedeuten: Zuckerharnruhr und Schwerhörigkeit.— R. P. 1901. Sie haben keinen Ansvrnch aus Kriegsunlerstützung.— H. St., Baden. 1. Die Erlaubnis zum Heiraten kann Ihnen versagt werden. Wir würden Ihnen aber doch empfehlen, auf die an Sie gestellte Bedingung nicht einzugchen. 2. Ja. 3. Eine Training mit vorberigem Ausgebot ist natürlich gcsiatlet: ob die Frau dann Unterstützung bekommt, hängt von der Bedürftigkeit ab.— E. W. 23. Wenden Sie sich an die Marinc-Division in Kiel. — L. F. 36. Unserer Meinung nach kann der Hauswirt es verbieten. Erkundigen Sie sich aber aus' dem zuständigen Polizeirevier danach.— — 8t. K. 100. Da jetzt nur die Jahrgänge t 870—75 zur Musterung aujgclusen sind, brauchen Sie sich nicht zu melden.— A. W. 8. Nein. WettcrauSsichten kür das nuttlcre Norddeiitsckiland vis Sonnabend mittag. Kühl» im Noiden vorwiegend heiter und trocken, im Lüden überwiegend bewölkt, in der Nacht in Sonnabend melinili Frost. Ausschneiden! Aufheben! Zerliner Irkiter-SeliaehU. Jeden Sonntag vorm. 9—12 lllir im.Kleine» GewerkschaftShaus-, Au der Stralauer Brücke 3(nahe Jaiiliowitzbrücke): Sclmcihves'kSki' bei unentgeltlicher Benutzung des SpiclmatcrialS."Astg Spielabende der Abteilunge»: Norden jeden Freitag 8'l, bei Nebel,.Mctallarbeiterbörjc', Maxstr. 12. Nordwest,,, Goebcl, Puliltzstr. 10. Weste»,,» Pacßler, Karlsbad 17, Ecke Flottwellstr. Neukölln.,, Schröder, Schierke-, Ecke Bodeftr. Tcnipelhof.. Mariendorj, Restaurant Königstr. 4t. Lichtenberg„». Möz, Sonntag-, Ecke Leiibachslr. Hoheii-Schönhausen,. Marquardt, Berliner Str. 85. Zentrum jeden Dienstag,, � Hahn, Linienstr. 77. Osten„ Donnerstag,. Rohde, Gr. Frankfurter Str. 52. Gäste, auch Ausänger. willkommen.'MJ' Voranzeige! UnfUas:(Mittwoch, den 22. Rod.), nachm. 3 Uhr, im Lokal„Xene Phllhuriuonic", Köpenicker Str. 96/97: Große Schach-veranstaltung. Zutritt für jedermann frei. Allen Schachinteresscnten einen genußreichen Abend versprechend, ladet hierzu schon jetzt ircundlichst ein 287/7 t. A.: Richard Beier, Vors., Berlin X. 65, Müllerstraße. A.3andorf&€ Belle-Alüance-Strasse Gr. Frankfurter Strasse Brannen-Strasse«Muser Damio unimersdorfer Strasse Weisskohl... g�otkohi....... Wlrsinskohl aa»g*schloas«n ............. Pfund 7 Pf. ............. Pfund*9 7 Pt ........... Pfund 17 Pt Grünkohl....................pfond 1 3 pl Kohlrüben.................. p�d 7pt Mairüben.................... p�d 7pt Mohrrüben................. phndllpt Märkische kübchen �22» Kote Rüben............... pfu«d12pf. Malzgerste............ p�d 53 pt Sellerie...............»...16,20 Zwiebeln.................. Tomaten....................«-.58« Tafeläpfel.................... �..40« Tafelbirnen.................»-.60« Kochbirnen................»-.42» Sauerkohl...................»-.16 Pt 5 SpeiseteUer Sn,.6".n; 95 � 8 Kaffeetassen co... 95 pt 6 Kaffeebecüer ÄL..... 95 pt ISalziLlMehlmeste Ä 95 1 Kakesdose.................. 95 pi. 1 Springform................. 95 I Garderobenleiste........ 95 vi 1 Fassbank........... 95 vi 1 Schmortopf.............. 95 pt 1 Kasserolle mit rioi, 95 pi 2 Nudelpfannen Kmm,..... 95 pt 1 Waschschüssel LÄ'; 95 pt 1 Postkarten Albuin MpSSf„'95pt 4 gr.Rollen Toilettepapier 95 vi 50 Bog. Briefpapier �.n.) QJ 50 Umschläge pressnns Direktion: Max Reinhardt ITeataches Theater, 7»/,: Hose Bernd. Sonnabend; Holdaten. Sonntag nachmittag 3 Uhr(kleine Preise): Der BIberpela. Kammersplele. Vf, Uhr: Zum ersten Male; Oesnenstersonate. Sonnt.: Jonathan« Tttehter. Sonntag nachm. 3(klein. Preise): Wetterleuchten. Volksbühne. Theater a. BDIowpl. S'/jUhr: Slachtasyl. Sonnabend, Sonntag; Naehlatyl. Theater i. d. Königgrätzerstr. 8 Uhr; Paul liange nnd Tora Parsberg-. Komödienhaus 8 Uhr: Der 7. Tag. Berliner Theater 8 Uhr: Auf Flfiseln de* Gesanges. Sessing'Theater. TQtjS�VI� Direktion: Victor Bamowskr. H ls® W[J M ra 9 Peer Gynt. J&Uj GÄ �JS.«k fientseh.Künstler'Tbeater. Der Salamander, litistepiol ron Presber und Stein. Relebsballen-Tbeater. Stettiner Sänger. Zum Schluß: Prledensglocken Zeitbild v.Meyl-l. Auf. 8. Sonntag nach- mittag 3 Uhr: (ErmSß. Preise): Weihnachtsabend Theater am Freitag, 20. Oktober. Deatscbes Opernhans, Cbarlottenb. s uhr. Die Fiedermaas. MM-WMM Theater. s uhr; Das Dreimdderlhaus. Gebr. Hermfeid-rkeater 8'/. Uhr: Villa PBChe«tn». Kleines Theater 8 Uhr: Lottchen. Geburtstag. Gentz und Fann; Eisler. Paul und Paula. Komische Oper 87, uhr: Bin schöne Kubansrin. Bonn leg 4 Uhr: Heimat. Lustspielhaus Xxxm SOO. Male: (Kollo dirigiert!) - Der selige Balduin Sonnab. 31/.: 0. Wldertp. Zähmung. Metropol-Theater e uhr; Die Gsardasfürstin. Sonnt, nachm. 8 U. t Die Kaiserin URANIA Tanbcnatr. 48/49. 8 Uhr: Die Bagdadbahn. RoseaTheater. 8 Uhr(bei aufgehob. Abonnement) Ullis Vergellaag. T oigt-Tlieatep. Badstr. 58. Badstr. 88. »Sglich: Das Erbe. Kasseneröffnung 7 Uhr, Ansang 8 Uhr. Sonntag 3 Uhr: Tie wilde Katze. Montag, 23. 10.: 10 jähr. Jubiläum d. Herrn Kapellmstr. Franz Hofsmann. Neues Operetteahaus Kas.entelephon: Korden 881. Dei Soldat der Marli. 8 Uhr: Z.&0.M. Be.ld oni-Theater s uhr: Der gutsitzende Frack. SchHlep-Tbeater O s uhr: Glaube und Heimat. SehUIer-Tk. Cbarlottenb. 8 uhr: Der Herr Senator. Thalia-Theater 8',. u.; ßiondineben. Theater am Nollendorlpl. sv, u.- Blaue Jangens. Theater de« Westen« 8 uhr: Die Fahrt ins Glück mit Guido Thielsoher. Trlanon-Theater 8v.u.: Der Hiraniel auf Erteil Walhalla-Theater. 8 Uhr: Seemannsliebeben. Possen-Theater. Täglich 8V,Uhr: Ein nnnatfirl. Sohn Sagen wir— die Hälfte mit Leonhard Kask.l. Casino-Theater. Lothringer Str. 87. Täglich 81/, Uhr Einzig in seiner Art w Grotz-Berlin. Berliner Humor In ernster ZelL Meine gute Olle. Original-Posse in 3 Auszügen. Vorher erstklassiger bunter 7e». Sonntag 4 Uhr: Vätern* Wunderkur. Berliner Konzerthans. J? Mauerstr. 82. Zimmerstr. 90/91. Heate: Z. Beschaffung von Weihnachtsgaben f. d. 2. Garde-Reg.«J. Gr. Gesangs« und Orchester«Konzert. Ersatz- Kapell» de«!ö. Garde- Regiment««n FnS. Leiter: Königlicher Obermusikmeister Max Graf. Berliner KonzerthaoB-Orcheater Leiter: Komponist Frx. v. Blon. Solisten: Kammersänger Alexander Heinemann nnd Erna Gerslmann. Am Klavier: Dr. Felix Günther. Anfang 8 Uhr, Eintritt IM. Anfang 8 Uhr. Alle Vergünst. aufgehob. 7V, Uhr Täglich TV, Uhr Die erfolgreiche Märchen-Prunf- Pantomime: Die Geierprinzessin in S Alten von Paula Busch. vorher das gross« Programm. Sonnabend nachmittag ZV, U.: Gr.Sonder-Jugend-Borstllg. mit der neuen lust. Possen-Pant. Die«ehüne Gttrtnerln. i zx Kind AK frei TägL 8 Uhr. Sonnt 81/, u. 8 Uhr. l Der geheimnisv. 1 ! Krause! und dae große heiter« Y arietd-Programm. Lippmann, Otto. HUfSbuch für die Dreherei mit 282 Abbildungen. Gebunden Marl 3.20. Buchhandlung BorwärlS, Lindenstratz« 3. Gewerkschaftshaus. Am Sssviag, de« 23. Atobn 1916, veranstaltet der OesZuxverelll„KFeuzderxer Uärmouie" Im gross«» Saale einen L,ieder».4bend Zum Vortrag gelangen u. a.: O schön«oitrant. Von H. Beil» Im Winter... von Kremser gesungen von 80 Sängern. Konzert von Maximilian Mischer Serenata.................. Von ZlstoSIowsN. �antaste au» der Oper.Rigoleito'........ Von Verdi. Zwei tmg. Tänze.....«......... Von Brahm». Eröffnung 5 Uhr.—— Anfang 6 Uhr. Im Mahagonisaal erweiterter Restaurationsbetrieb und da» bumoristische Trio Eharle» Kretichner, vndapefter Kanone. Mimmt Carla mit ihrem humoristischen Sketsch und andere Vorträge. tähnersuppe....... 0,25 teinbutt hollandai».... 1,25 Blumenlohi mit Tiercreme und kalter Beilage...... 1,50 Leberfnädel mit Kraut... 1,50 Sonntag mittag: V, Ente mit Kraut. V, Hahn.... Komvott oder Salat Speis«..... 8,50 2,00 0,30 0,40 Abends: 200 Gänse, k Portion mit Rolfohl 200 Enten. V, Ente mit Kraut. 3,00 PL 8,50 M. Heute it. morgen: Sin sehr billiger Schntüverkauf! 300 Kettgänse. prima Exemplare, Schansenfterwar« a Pjd. 4,00—5,00. 300 Maftenten, seile War«.......... ä Psd. 4,00 M. 500 fette Holländer Hühner......... k Psd. 3,28 M. Ein groger Posten Gänseklei».......... ä Sick. 4,00 M. Ein großer Posten Eutenklein.......... k Stck. t,00 N! Em großer Posten Frttrümpfe......... k Psv. 4,50 iDF Aus eigener Räucherei: Etn großer Posten Spickaale........ a Psd. 6,00—5,50 M. Ein großer Posten geräucherte LachShertnge... 10 Stück 6,00 M. Ein großer Hosten Kieler Sprottbücklinge.... 10 Stück 3,00 M. 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Anzüge. Paletots. Ulster ~ eds offeriere ich »ts. Ulster Große Auswahl Cenlral-Haus Jägerslr. 13 durch die Moscbine. Wickelung auf das Proletariat. iiu Arbeiterbildungsschule Berlin. Lehrplan für das vierte�Quartal 1916. a) Unterrichtskurse. I. Dienstag! Einführung in die wissenschaftlichen Grundlagen der modernen Arbeiterbewegung. Der Kapitalismus eis Vorbedingung des Sozialismus.— Die vorkapitalistische Zeit,— Die Revolutionierung des Wirtschaftslebens — Die Wirkung der kapitalistischen Enfr- — Der Gang der kapitalistischen seiner Entwioke- b, Weltpolitik.— KriegsBOzialismus".— Der Sozialismus als"Ziel der Arbeiterbewegung.— Der Bund zwischen Wissenschaft nnd Arbeit.— Die proletarischen Kampfmittel. Acht Abende. Beginn: Dienstag, den 24. Oktober. Vortragender: Ernst Däumig. Ii. Donnerstag: Vom Leben der Tiere. Tier nnd Pflanze; Unterschied und gegenseitige Abhängigkeit.— Die Abhängigkeit der Tiere von Umgebung, Wärme nnd Licht.— Der BtoSweonsel der Tiere.— Bewegung der Tiere.— Sinnesleben der Tiere.— Fortpflanzung der Tiere.— Schutz und Trnt« in der Tierwelt.— Gegenseitige Hilfe in der Tierwelt. Aeht Abende. Beginn: Donnerstag, den 28. Oktober. Vortragende: Käthe Danoker. III. Sonnabend: Die Geschichte der deutschen Sozialdemokratie von 1890 bis zum Ausbruch des Weltkrieges. Der Kursus wird den Entwiokelungsgang der Partei nach dem Fall des Sozialistengesetzes bis zum 4. August des Jahres 1914 behandeln. Acht Abende. Erster Vortrag am Sonnabend, den 21. Oktober 1916. Vortragender: Eduard Bernstein. b) Sonntagsveranstaltungen. L Die Blütezeit der deutschen Kunst (Lichtbildervorträge aus dem Gebiete der darstellenden Kunst.) Vierter Vortrag: Sonntag, den 32. Oktober: Die deute che Frührenaissance in ihrem Verhältnis zu Italien. Vortragender ist Herr Dr. Bernoulli von den KgL Museen in Berlin. Die Vorträge werden durch eigene Lichtbilder des Vortragenden erläutert und berücksichtigen besonders di« Kunstwerke im Kaiser-Friedrich-Musaum. II. Dichter des freien Menschentums. (Vorträge aus dem Gebiete der Dichtkunst.) Erster Vortrag: Sonntag, den 29. Oktober: Lord Byroa. Zweiter Vortrag: Sonntag, den 5. November: Shelley. Dritter Vortrag: Sonntag, den 12. November: Konrad Ferdinand Meyer. Vierter Vortrag: Sonntag, den 9. November: Gottfried Keller. Vortragender: Heinrich StröbeL HL Uebungen im Musikhöreo. (Vorträge aus dem Gebiete dar Musik.) Erster Vortrag: Sonntag, den 26. November: Sinnliches und seelisches Hören.„Gennfl* nnd„Ausdruck* durch Musik. Verständnis durch aktive„Einfühlung*.(Mit Beispielen am Klavier.) Zweiter Vortrag: Sonntag, den 3. Dezember: Musikalische „Form en". Das Wesen der einfachen und der zusammengesetzten Form. Motiv— Periode— Thema.(Mit Beispielen am Klavier.) Dritter Vortrag: Sonntag, den 10. Dezember: Die Form im Zusammenwirken der Musik mit der Poesie. Lied. Melodrama, (Mit Gesangs- und melodramatischen Beispielen.) Vierter Vortrag: Sonntag, den 17. Dezember; Die Musik als „Sprache". Die Träger und Vermittler des musikalischen Ausdrucks. Aeußorllches und innerliches Verständnis. Programm- mnsik nnd absolute Musik. Das„Schöne*, das„Häßliche*, dos „Tragische", das„Komische", das„Erhabene", das„Anmutige", das„Gewöhnliche" in der Musik._„Ziele" der Kunst(Mit Violm-, Gesangs- und Klavierbeispielen.) Vortragender: Leo Kestenberg. Alle Vortrlge and Kurse finden Im Hörsaal. Lindenstrafte 3, IV. Hof, rechts 3 Treppen statt. Das Unterrishtsgeld beträgt(Dr Jeden acht Vorträge umfassenden Kursus 0,50 M. Es ist spätestens am xwsltsn Vortragsabend xu entrichten. Die Anmeldungen erlolgen n u r im Schullokal Lfndenstr. 8, IV. Hol, rechts 3 Tr., am ersten Unterrichtstage. Arbeitslose haben an. entgeltlich Zutritt Die Verträge beginnen an den Wochentagen»teta 8'/. Uhr abend*. SchluB gegen tO Uhr.— Die SonnUgsveranstaltung Innen 7'l, Uhr abends, Der Eintrittspreis für die letzteren" pro Abend.________ beginn 10 PL * betrat Conc. Leihhaus. llMamte HflmnMManllians G Hmn-n nwii-MPfii! Ptte- 1. Mwtww. Täglicher Verkauf von Kavalieren wenig getragener Jackett- Rock-, Frack- Anzüge, Paletot« und Ulster, auffallend billig. Großes Lager in neuer Maßgarderobe, in erstklassiger yerarbeiiung. Große Auswahl in JDmmen-Kleidern, Koatümen, Ulstern und Rünteln. ©elegrenheitekÄuT© in PelaBarafen, Pelerinen, Ruffen, Alaakalncha», Skanka, Hierg, Seal, Marder u. a., Herren-Gehpelzen. Extra-Angebot in Lombard gewesener Brlllnnten, Uhren und Schmuckwaren zu sehr billigen Preisen.— wVorwärts'<-Leser erhalten 10 /« extra. ' EeiantetfttLidjec LMssteut:#ü»fc SSitftÖi SKUtöSu. göi fetä�nfetateiUeU öeianUo.;£tz.fflü(le,BaUa, Druck u.Veriaa:Lorwart« Luchdruckerei u, vertagsanstaU Paui Singer& To« SBesIiu SÄ,