Dr. 294. 88. Jahrg. ÄbenKments-Bedln�rafffc Oomtetnnttt• 8ml gtünmnaertb* BifrteljäW. 8.90 Mk. monafl. ISO Ml. «Schmllich 80 Bfg. frei ml Haul. Einzelne Kummet 6 Bfg. konniagl- rtummet mit Muftriener Sotmiasl. Beilage.Die Reue Seit* 10 Pfg, Post- libonnement: ILO Marl vro Monat. Eingetragen in die Boll- Zeitungl- vreislisie. Unter Kreuzband für Deutichlan» und Oesterreich. Ungarn ZöO Marl, für das übrige Ausland I Marl vro Monat. Bostabonnemems nehmen an Belgien. Dänemarh Holland. Italien. Luiembur«. BorMgal, «tunünien. Schweden und die Schweiz. Sicheln! ligllch. s S Pfennig) Sie lnltttlonz-Ledilh? betrügt für die sechsgesbaltene Kolonel» »eile oder deren Raum SO Pfg, für »olitilche und gewerlschaftliche Vereins- und Bcrsammlungs- Anzeigen»0 Pfg. «meine ZZlnreigen", das iellgedrucktc Wort 20 Pfg.(zulässig 2 seUgedruclte Worte), jedes weitere Wart 10 Psg. Stellengesuche und Cchlasllellenan» zeigen das erste Wort 10 Psg.. jedes weitere Wort ö Pfg. Worte über lb Buch- paben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Numntcr müssen bis 6 Uhr nachmittags in der Expedition »bgegebcn werden. Die Exvedition ijt bis 7 Uhr abends geöffnet. Verlinev DolllSblnkk. Delrgramm-Adreste: �»vlZlöemdiifSl Kiflll". Z Am Südausgang des Roten-Turm-Passe» ist in den letzten Tagen starker rumänischer Widerstand gebrochen worden. Balkan-Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarfchalls von Mackensen. In scharfer Verfolgung des vor dem rechten Armee- flügel in Auflösung weichenden Gegners hat Kavallerie der Verbündete» die Gegend von Caramnrat erreicht. M e d g i d i a und R a s o v a sind nach heftigem Kampf genommen. Die Gesamtbeute, einschließlich der am 21. 10. gemeldete«, beträgt 75 Offiziere, 6693 Manu, 1 Fahne, 52 Maschinengewehre, 12 Geschütze, 1 Miuenwerfer. Die blutigen Verluste der Rumänen und der eiligst herangeführten russischen Verstärkungen sind schwer. Die Festung B n k a r e st ist erneut mit Bomben beworfen worden. Mazedonische Frout. Nichts NeucS. Der Erste Generalquarturmeistcr. Ludendorff. * Luftkämpfe an üer flanürifchen Küfte. Amtlich. Berlin, 24. Oktober.(W. T. B.) Eines unserer Marineflugzeuge belegte am 23. Oktober vormittags Hafenanlage« und Bahnhof von Margate an der Themsemündnng mit Bomben. Am Nachmittag deS gleichen Tages wurde an der fian- drischen Küste über See ein feindliches Flngzeuggeschwader, bestehend aus drei Flugbooten und zwei Land-Kampfflug- zeugen, von zwei deutschen Secflugzeugen angegriffen und nach erbittertem Luftgefecht in die Flucht geschlagen. Im Laufe des Gefechts wurde ein feindliches Flugboot abge- schössen. Der Flngmcifter Meyer(Karl) hat damit sein viertes feindliches Flugzeug vom Seeflugzeug aus im Luft- kämpf vernichtet. Nach einiger Zeit kamen die feindlichen Flugzeuge,» verstärkt durch sechs weitere Landflugzeuge, zurück. Sic wurden von acht unserer Flugzeuge angegriffen und verjagt. Der Chef des Admiralstabes der Marine. Set MmiNA semMMMl. Wien, 24. Oktober 1916.(W. T.«.)«mtlich wird verlautbart: Oestlicher Kriegsschauplatz. HeereSfront des Generals der Kavallerie Erzherzog Carl. Oeperreichisch-ungarische und deutsche Truppen nahmen gestern nach erbitterten Kämpfen den Ort P r e d e a l und machten sechs- hundert Mann zu Gefangenen. Südlich des Roten-Turmpaffes wacht unser Angriff Forschritte. HeereSfront deS G e n e r a lf e ld m a r s ch a l l S Prinz Leopold von Bayern. Die Lage ist unverändert. Italienischer Kriegsschauplatz. «u der küstenländischen Front hält das italienische Geschütz- und Mincnfeuer an. Namentlich auf der Karsthochfläche sind zeit- weife heftige Artillerie- und Minenkämpfe im Gange. Unsere Flieger belegten ein großes Trainlager bei Savegna erfolgreich mit Bomben. Südöstlicher Kriegsschauplatz. An der Lojusa keine Ereignisse. Der Stellvertreter deS ChrfS des Generalstabel. v. H o e f e r, Feldmarschalleutnant. jährigen diplomatischen Lausbahn verlernt man leicht sowohl Liebe wie Haß. Gerade diese kühle Leidenschaftslosigkeit, die nur das Interesse des eigenen Staates wahrnimmt, berechtigt zu einer gewissen Vorsicht, wenn Grey als Vorkämpfer eines hohen Ideals hervortritt. Dieses Ideal ist auch das unsere; wir fürchten, es ist mehr das unsere als Greys. Denn der inter- nationale Staatenbund des Friedens, läßt er sich verwirk- lichen— wie Grey möchte— auf dem Nucken eines ver- röchelnden Feinds? Grey ist der zähe Verfechter des Stand- Punkts, daß Deutschland eine Schuld auf sich geladen habe, für die es bestraft werden müsse. Sollen wir uns den inter- nationalen Staatenbund des Friedens etwa als eine Straf- anstatt vorstellen müssen, in der Deutschland interniert werden soll? Wir sind keine Freunde des Vereins zur raschen Nieder- kämpfung Englands(München, Schwanthaler Str. 19) und hatten alles, was dort getrieben wird, für dummes Zeug. Auch nach diesem entsetzlichsten aller Kriege wird es ein mächtiges England geben und daneben auch ein großes und starkes deutsches Volk. Beide werden wieder lernen müssen, sich miteinander zu vertragen, aber wie sie das machen sollen, dafür findet sich leider auch in Greys Rede noch nicht der geringste Anhaltspuntt.„Keine Woche vergeht. die nicht unfern Entschluß befestigt, mit unseren Alliierten bis ans Ende zu gehen, und nach dem Kriege, hoffe ich, wird die Erinnerung an den vereinten Mut, der uns durchdringt, ein dauerndes Band des Bündnisses und der Sympathie zwischen unseren Regierungen und unseren Völkern sein." „Und wir?" So wird uns erlaubt sein, bescheiden einzu- werfen. Soll das deutsche Volk im Friedensbund der Völker ein freies, gleichberechtigtes Mitglied sein? Oder soll der Versuch, alle wilden Drohungen zu verwirklichen, die gegen dieses Volk geschleudert wurden, fortgesetzt werden? Solange das deutsche Volk mit dem zweiten Teil dieser Alternative rechnen muß. solange auf der anderen Seite der Wille vor- herrscht, mit ihm„bis ans Ende" zu gehen, muß es sich gegen ein solches Ende, wie seine Gegner es träumen, nicht wehren? Das deutsche Volk erstrebt einen Frieden der V e r st ä n d i- g u n g. er allein kann den dauernden Frieden bringen, den alle Völker ersehnen. Das kalte Wort„bis ans Ende" zerstört alle Träume vom großen Staatenbund der Gerechtigkeit. Kant verhält sich zu Grey wie die Theorie vom ewigen Frieden zur Praxis des ewigen Kriegs. W* foubfl«, 23.•CffoBer.(SS. T. V.) Meldung des Rsuterscken DureauZ. BiScount Grey hielt heule auf einem Bankett der Ver- cinigung der fremdländischen Presse eine Rede, in der er sagte: Dir haben seil. Anfang Herbst zwei oder drei bemerkenswerte Reden gehört. Die erste war die große R e d e B r i a n d s in der srauzosnche» Kammer, die»ächsle das Interview Lloyd & efffgxä und oann die RedeAsquiths�im Unterhause. Kürzlich haben wir wieder eine ebenso kräftige Sprache in P e t e r s« b u r g rn einer wohl unter den Auspizien des Ministers des Innern erlassenen amtlichen Verlautbarung vernommen. Die Aeuherungen haben der Welt Ton und Stimmung der Alliierten bekanntgegeben. In diesem Augenblick bestätige ich offen, was in ihnen gesagt worden ist. Aber ich möchte jetzt nicht über die gegenwärtigen Friedensbeditl.twigen iprechen. die nur von allen Alliierten gleich- zeitig mitgeterlt und festgesetzt werden können und nicht von einem allein, sondern über die Hauptsachen� welche die Alliierte« i n d i e s e m K r l e g e sicherstellen müssen. Ich mochve Sie bitten, sich daran zu erinnern, daß wir niemals vergessen dürfe«, wie es zum Kriege kam. Wenn wir uns dem Frieden in dem richtigen Geisteszustände nähern sollen, so kann dies nur dadurch geschehen, daß wir uns des wirklichen Kriegs- grundeZ entsinnen und diesen keinen Augenblick vergessen. Einige Leute sagen,»Ach, wir brauchen nicht auf diese alten Dinge zurück- zukommen, die jetzt jeder kennt". Sie könren aber nicht oft genug darauf zurückkommen. Es berührt die Friedensbedin- g u n g e n. Deutschland spricht von Frieden und seine Staatsmänner sprechen heute von Frieden. Welcher Art ist dieser Friede, von dem sie reden? Sie sagen:.Deutschland muß die Gewähr haben, daß es nicht wieder angegriffen wird". Das wurde eine logische Aeuße- rung sein, wenn der Krieg über Deutschland heraufbeschworen worden wäre. Aber gerade weil er nicht über Deutschland, sondern von Deutschland über Luropa heraufbeschworen wurde, find es die Alliierten, die für den künftigen Frieden Bürgschaften erhalten müßten.(Beifall.) Im Juni 101t dachte kein Mensch daran, Deutschland an- zugreifen. Es wird gesagt, Rußland habe zu er st mobilisiert. Das ist daS. was in Deutschland als Rechtfertigung für die Ansicht ausgeführt wird, daß dieser Zkrieg von Deutschland aus nicht als Angriffskrieg geführt wird, sondern ihm aufgezwungen worden sei. Rußland hat die Mobilisierung, über die sich'Deutschland beklagt, erst dann angeordnet, als Deutschland die Konserenz abgelehnt hatte und auch dann erst, als in Deutschlvnd die Nachricht veröffentlicht worden war, daß Deutschland die Mobilisierung angeordnet habe, und als diese Nach- richt nach Petersburg telegraphiert worden war.(Beifall.) Es war die Geschichte von 1370 in neuer Auflag�. Die Kriegs- Vorbereitungen, nicht nur die Vorbereitung des Materials, sondern auch die vorbereitenden Maßnahmen sind in Berlin weiter vorgeschritten gewesen, als in irgend einem anderen Lande. Dann, als der gewählte Augenblick eintrat, wurde ein Manöver ge- macht, unt eines der anderen Länder dazu zu bringen, Schritte zur Berteidigling zu tun. und als dann diese Verteidigungsmaßregel ergriffen worden war, wurde sie mit einem Ultimatum beantwortet, das den Krieg unvermeidlich machte. Ich hätte nichts lieber, als daß diese Behauptung, daß die russische Mobilisierung zum Angriff und nicht zur Verteidigung bestimmt gewesen sei, und daß andere Mächte oder irgendeine andere Macht als Deutschland mit der Neu- lralilät Belgiens Handel getrieben oder den Plan gefaßt habe, durch Belgien anzugreifen, vor einem unabhängigen und unparteiischen Gerichtshof geprüft würde.(Befall.) Wenn vier Mächte eine Konferenz anbieten und eine Macht sie znrückiveist. sind es dann die Mächte, die die Konferenz anbieten. oder ist es die eine Macht die sie verweigert, die den Krieg erzwingt? Ter Kaiser von Rußland schlug das Haager Schiedsgericht vor. Wenn ein Herrscher das Haager Schiedsgericht vorschlägt und ein anderer dies nicht beachtet, ist eS dann der Herrscher, der die Ver- iveisung nach dein Haag vorschlägt, der den Krieg erzwingt? Un- iiütielbar am Borabend deS Krieges gab Frankreich das Versprechen ab. die belgische Neutralirät zu achten, wenn Deutschland sie nicht verletzten würde, und wir verlangten ein ebensolches Versprechen. Aar eS die Macht, die dies Versprechen verlangte, und die Macht, die eS gab, die für die Verletzung der Neutralität Belgiens ver- autwortlich ist, oder war eS die Macht, die sich weigerte, eine Garantie zu geben? Erst kürzlich hat der Kronprinz durch einen amerikanischen Korrespondenten den Verlust von Menschenleben bedauert, den der Krieg verursacht. Ja, es war gerade, weil wir wußten, welche« Leiden der Krieg bringen mußte, und wie furchtbar ein Krieg in Europa sein wurde, daß lvir 1914 versuchten, ihn zu vermeiden. Und weil wir diese furchtbare Erfahrung über das, was der Krieg bedeutet, gemacht haben, haben wir beschlossen, daß er nicht enden soll, bis wir sicher sein können, daß die Generationen und Völker der Zukunft nicht wieder einer so furchtbaren Prüfung ausgesetzt werden. Deutschlands Plan war, Frankreich und Rußland zu schlagen und England zu isolieren und ins Unglück zu stürzen. Wir dürfen niemals vergessen, daß uns angeboten wurde, dem Kriege fern- zubleiben. Uns wurde durch den deutschen Geschäftsträger an- geboten, unter bestimmten Bedingungen neutral zu bleiben. Man verlangte, wir möchten von der belgischen Neutra luät ab.sehen und Deutschland freie Hand lassen, sich von den französischen Kolonien zu nehmen, was es wolle. Das war ein Plan, uns nicht nur zu iiolieren, sondern in Verruf zu bringen. Ich frage irgend einen Neutralen, was die Zukunft unseres Landes gewesen sein würde. wenn die britische Regierung solch Anerbieten angenommen hätte. Wir würden uns die Verachtung der ganzen Welt zugezogen haben. Glücklicherweise war diese grobe Taktik nicht erfolgreich. Was nun die Politik anbetrifft, die befolgt werden muß, so hat ein gewisser deutscher Professer Ostler, der sich selbst einen Pazi- sisten nannte, die deutschen Ziele einem Amerikaner gegenüber im Jahre >914 dahin bezeichnet, daß Deutschland dem übrigen Europa den Frieden diktieren müsse, und daß das Prinzip der absoluten Selb- ständigkeit der einzelnen Nation ausgegeben werden müsse. Das war der Geist, in dem der Krieg begonnen wurde; welches ist der Geist, in dein der Krieg heute fortgeführt wird? Ich wiederholte das Wort des Premierministers: Wir werden fechten, bis wirdie Vorherrschaft und das Recht auf freie Entwicklung unter gleichen Bedingungen erreicht haben, bei dem alle Staaten, große sowohl wie kleine, sich in ll eberein st immung mit ihrer Veranlagung als eine Familie der zivilisierten Menschheit auf- bauenkönnen. In diesem Kampfe setzen wir alle uniere Hilfsmittel des Reichtums und des Materials sowie unsere ganze Arbeit ein, und wir hatten jetzt Zeit eine große Armee auszurüsten und auSzu- bilden Wir setzen das beste Lebensblut der Nation ein und ver- gießen es Seite an Seit« mit unseren Alliierten, angefeuert durch die Tatkraft, die sie bei der Verteidigung rhres Landes zeigen. Wir vergießen es. weil wir wissen, unsere Sache ist die ihrige und in Zukunft stehen und fallen wir zusammen, ohne daß sich einer vom cncheren trennt in dem Belvnßtsein, daß E�nigreit weientlicb ist nicht allein für den Sieg, sondern auch für uniere Zukunft, unser Gebell und unseren Erfolg. Deutschland sucht den einen vom anderen zu trennen, um sein Ziel zu erreichep. Keine Woche ver- geht, die nicht unseren Entschluß bekräftigt, mit uferen Alliierten vis ans Ende zu gehen, und ich hege die Zuversicht, daß nach dem Kriege das Andenken an den gemeinsamen Mut, der uns durch- halten läßt, das dauernd« Band der Sympathie zwischen unserer Regierung und unserem Volke sein wird. Ich möchte hierbei noch ein Wort über einen anderen Gegen- stand sagen. Wenn ich meinen Blick auf die Zeit nach dem Kriege richte, so kommt mir der Gedanke, was können die Neu- tralcn tun. Ich schrieb einem Korrespondenten, der mich über diesen Gegenstand befragte: Ich glaube, das BeKe, was die Neu- tralen im gegenwärtigen Augenblick tun können, ist, n a ck M ö g- lichkeit zu verhüten. daß sich ein Krieg wie dieser wieder ereignet. Wenn die Nationen rn einem solchen Ab- kommen geeinigt und im Juli 1914 bereit und entschlossen gewesen wären, daß der Streit einer Konferenz oder dem Haager Schieds- gericht unterbreitet und daß der beigische Vertrag beobachtet werden mühte, so würde es jetzt keinen Krieg geben. Von den Krieg- führenden'kann nicht erwartet werden, daß sie viel Zeit darauf ver- wenden, darüber nachzudenken, was nach dem Siege geschehen könnte. Aber die Neutralen können es tun. Ich sehe, daß nicht nur Präsident Wilson, sondern auch Hughes, die sich um die Präsidentschaft der Vereinigten Staaten bewerben, einen Bund unterstützen, der gegründet wurde nicht zu dem Zwecke, den Teil- nehmern an diesem Kriege in den Arm zu fallen, sondern zu dem Zwecke, eine internationale Bereinigung für die Zeit nach dem Kriege zu schaffen, die da» ihrige tun soll, den Frieden in der Zukunft zu sichern. Das ist dos Werk der neutralen Länder, auf das wir alle mit Wohlwollen und Hoffnung blicken sollten. Nur müssen wir das im Auge behalten, daß, wenn die Nationen nach dem Kriege imstande sein sollen, etwas Wirksames zu tun dadurch, daß sie sich selbst binden zu dem gemeinsamen Zweck, den Friede� auftechtzuerhalien, sie auch bereit sein müssen, nicht mehr zu unternehmen als sie selbst imstande sind, mit Gewalt aufrechtzuerhalten und darauf zu sehen, daß, wenn die Krisis kommt, ihr mit Gewalt entgegengetreten wrrd. Wir müssen sie fragen, wenn die Zeit kommt? Wollt ihr eure Rolle auf euch nehmen? Die Aufgabe dieses Bundes ist, darauf zu sehen, daß die Verträge gehalten werden und daß jedes weitere A u s h i l f s m i tt e l versucht wird, bevor.ein Krieg zum Ausbruch kommt. Im Jahre 1914 bestand ein solcher Bund nicht. Wenn man sich vorstellt, daß Ver- Hältnisse, wie sie im Jahre 1914 bestanden, wiederkehren, und daß dann ein solcher Bund vorhanden ist, so wird alles davon ab- hängen, ob das nationale Gefühl, das hinter ihm steht, von den Lehren dieses Krieges so durchdrungen ist, daß jede Nation ge- zwungenermaßen es als ihr Lebensinteresse ansieht, den Frieden auf andere Weise als durch Gewalt aufrechtzuerhalten. Aber man mutz mehr als dies haben, man muß nach dem Krieg ein Ab- kommen über die Methoden haben, nach denen ein Krieg geführt werden darf. Greh verurteilte in seinen weiteren Ausführungen die deutsche Art der Kriegführung und wies dabei auf das wahllose Ausstreuen von Minen hin, auf den Gebrauch von Gas, aus das Versenken von Handelsschiffen mit der Mannschaft und Passagieren, auf die Greuel in den besetzten Gebieten. Die Neutralen hätten ein Jnter- esse daran, zu sehen, daß etwas getan würde, um sie in Zukunft zu sichern. Es müßten Bestimmungen niedergelegt und gestützt werden, wodurch es klar wird, daß jede Nation, die von ihnen ab- wiche, in der ganzen Welt als gemeinsamer Feind der menschlichen Rasse betrachtet werden würde. Grey schloß: Jahrelang vor dem Kriege lebten wir unter dem tiefen Schatten des preußischen Mili- tarismus. Es darf keinen Frieden geben mit Ausnahme eines Friedens, der darauf abzielt, sicherzustellen, daß die Nationen Europas in Zukunft frei von diesem Schatten leben. Sie wollen leben in freier Luft und in dem Lichte der Freiheit. Dafür kämpfen wir._ Die griechifthen Wirren. Die Auflösung der Reservistenverbäude. Bern, 23. Oktober.(W. T. B.).Journal" meldet aus Athen, die griechische Regierung habe die formelle Ver- pflichtung übernommen, die Reservistenverbände aufzulösen, ferner habe die Regierung eingewilligt, alle zwischen 33 und 40 Jahren stehenden Leute sofort und den Jahrgang 1914 am 15. November zu entlassen. Die Jahres- klaffe 1916 solle nicht einberufen werden. Der bulgarische Kriegsbericht. Sofia, 23. Oktober.(W. T. B.) Amtlicher Heere»- Bericht vom 23. Oktober. Mazedonische Front: Zwischen dem PreSpa-See und der Cerna schwache Artillerietätigkeit. Im Cerna-Bogen haben die Kämpfe noch nicht ihr Ende gefunden. Unsere Truppen, verstärkt durch deutsche Bataillone, rückten gegen die Dörser Brod und Slivitza vor. Im Moglenitza-Tale und westlich vom Wardar schwache Kanonade. Oestlich des Wardar lebhaftes Geschützfeuer. Ein starker nächtlicher Angriff der Feindes gegen das Dorf Bogoroditza wurde durch unser Feuer und stellenweise im Nahkampf abgeschlagen. Am Fuße der Belasica-PIanina Ruhe. An der Struma-Front beschoß die feindliche Artillerie mehrere bewohnte Ortschaften vor unseren Stellungen. Am Aegäischen Gestade Ruhe. Rumänische Front: Längs der Donau Ruhe. In der Dobrudscha setzten die verbündeten Truppen am 22. Oktober die Verfolgung des Feindes fort. Um 1 Uhr nachmittags ritt unsere Kavallerie in die Stadt Tonstanza ein. Am Abend erreichten und besetzten Abteilungen des rechten Flügels die Linie Islam Tepe(16 Kilometer nord- westlich Constanza)— Dorf Alacap nächst der Eisenbahnlinie, während Truppen des linken Flügels die Linie Jdris Cuius- Cote 127(6 Kilometer südlich MedschidiS) und die Höhen 5 Kilometer nördlich von Cuius Mamut- Cote 156 besetzten. An der Küste des Schwarzen Meeres zog sich ein russisches Geschwader, das mit der Artillerie am Kamps teil- genommen hatte, zurück und verschwand in Richtung nach Norden. Ein deutsches Wasserflugzeug landete hinter der feindlichen Front aus dem Flugplatz beim Dorfe Karaksum und zerstörte zwei Flugzeuge, nachdem es die Soldaten des feindlichen Postens getötet hatte. DaS Wafferflugzeug ist unversehrt zurückgekehrt._ Die Meldung des türkischen Hauptquartiers. Konstantinopel, 23. Oktober.(W. T.L.) Amtlicher Bericht. An der Euphratfront griffen unsere Erkundungs- Patrouillen in der feindlichen Stellung eine Batterie an und machten ein Geschütz unbrauchbar. In P e r s i e n schlugen unsere Abteilungen nordwestlich von Sawudschi Blak eine feind- liche Abteilung unter großen Verlusten für diese zurück. Kaukasusfront: Im allgemeinen für uns gün- stige Scharmützel, bei denen wir eine Anzahl Gefangene machten. Von den übrigen Fronten ist kein Ereignis von Bedeutung zu melden. Dobrudscha. Unsere Truppen, die zusammen mit den Verbündeten die Linie Constanza— M e djidie überschritten haben, setzen die Verfolgung deS fliehenden Feindes erfolgreich fort. Generalfeldmarschall von Mackensen hat Seine Majestät den Sultan zu dem Erfolg beglückwünscht, den die Tapferkeit unserer Truppen in der Dobrudscha davon- getragen hat. Unsere Unterseeboote haben dieser Tage ver- schiedene nach Constanza bestimmte, mit Lebensmitteln be- ladene Segelschiffe, sowie einen großen Transportdampfer von dreitausend Tonnen Gehalt an der rumänischen Küste versenkt. Ein Teil unserer mit der Unterdrückung des AufftandeS beauftragten Streitkräfte hatte am 6. Ottober die tm Abschnitt Vir Ruha SituI 6 Kilometer südwestlich von Medina verschanzten Aufständischen getroffen. Nach der Ankunft unserer kürzlich von Medina abgesandten Verstärkungen wurden sie angegriffen. Der Angriff war von Erfolg gekrönt. Die Auf- ständischen mußten unter Zurücklaffung zahlreicher Toter gegen das Meer hin fliehen. Der Stellvertretende Oberbefehlshaber. Die feinülichen Heeresberichte. Der französische Tagesbericht. Vom 23. Oktober nachmittags.z Hand in Hand und Arm in Arm mit den publizistischen Er- schemungen gleicher Art in Deutschland. Ein Fingerzeig, daß man Bewegungen, auch wenn sie noch so kleine Kreise umfassen, beachten muß und nicht gering schätzen darf." Anders die„Germania"(Nr. 495 vom 24. Oktober): »Aber man hat zu solcher mildernden Annahme(daß Adler im Irrsinn handelte) ebensowenig ein Recht, wie dazu, die Tat der Sozialdemokratie als solcher anzuhängen, die auch in Oesterreich in ihrer großen Mehrheit in dieser schweren Zeit dem Vaterlande nicht entgegengearbeitet hat. Ein sicheres Urteil wird man wohl erst fällen können, ivenn die Gerichtsverhandlung volle Klarheit in die Hand- lungsweife des Mörders gebracht haben wird.* Aehnlich die„Köln. VolkSzeitung*: »Aber wenn es keine rasche Aufwallung der Erregung war, welche das Attentat herbeiführte, sondern der Entschluß ruhiger Erwägung, so wird die Ursache damit eigentlich noch rätselhafter. Man rann unmöglich daran denken, der gesamten sozio- demokratischen Partei dieses Attentat anzurechnen oder sie auch nur zum Mitschuldigen machen zu wollen. Wahrscheinlich handelt eS sich um die Tat eines einzelnen überspannten Geistes, welcher, wie so viele Attentäter vor ihm, fernab von aller nüchter- neu politischen Erwägung krankhaften Menschenbcglückerideen nachging und durch.Tyrannenmord" die Welt retten zu können glaubte. Andere Blätter, wie»Schief, volksztg.*. Dortmunder»Tre- monia" usw. drücken sich weniger bestimmt ans. Daß sie gern« »möchten", ist kaum zu verkennen; aber auf die Stufe der beiden bayerischen Blätter steigen sie doch nicht hinunter. Bei ihnen ist wohl die Erinnerung an ihren Parteigenossen, den christlichsozialen Kunschak, der wegen der Ermordung des Wiener sozialdemokrati- schen ReichSratsabgeordneten Schumeier zum Tode durch den Strang verurteilt worden ist, noch zu frisch. Vittor fiöler bei feinem Sohn. Wien, 24. Oktober.(T. 11.) Gestern nachmittag kam der Vater des Attentäters, Viktor Adler, in das Polizeigebäude. Es wurde ihm eine Unterredung mtt seinem Sohne gestattet. Der Kampf um öas Parlament in Gefterreich. Wien, 23. Oktober.(23. T. 23.) Bei der heutigen B e- s p r c ch u n.g, welche die Vertreter der Parteien des Abgeordnetenhauses unter Vorsitz des Präsi- denten Sylvester abhielten und an der Vertreter der drei Gruppen des Herrenhauses teilnahmen, vertrat das Herrenhausmitglied G r a s C l a m- M a r t i n i tz den in der Resolution der drei Gruppen des Herrenhauses zum Ausdruck gebrachten Standpunkt hinsichtlich der Einberufung der Delegationen und der Voraussetzungen für die Ein- berufung des Reichsrats. Die Redner aus dem Llbgeordnetenhause sprachen sich sämtlich für die Ein- berufung des Reich srats aus. Von einzelnen Rednern wurden auch die Voraussetzungen und Bedingungen für eine ersprießliche Tagung des Reichsrats erörtert. Zum Schlüsse erklärte Präsident Sylvester, daß er die Aeußerungen der Vertreter der Parteien der Regierung zur Kenntnis bringen werde. « Die Blätter enthalten Berichte über die gestrige Besprechung von Mitgliedern des Parlaments, aus welchen hervor« geht, daß sich sämtliche Mitglieder des Abgeordnetenhauses für die Einberufung des Parlaments ausgesprochen haben. Allerdings die meisten unter der Voraussetzung, daß eine Geschäftsordnungsreform einen ruhigen und ersprießlichen Verlauf der Verhandlungen de» Abgeordnetenhauses sickere. Auch die Notwendigkeit der Zurückstellung nationaler Streitsragen und Enthaltsamkeit bezüglich aller Versassungs- und selbst Jmmunitätsfragen wurden von einzelnen Rednern als Vorbedingung einer Parlamentstagung verlangt. Während mehrere Abgeordnete auch für die Einberufung der Dele« gationen eintraten, sprachen sich andere Abgeordnete ent« schieden dagegen aus. Vertreter des Herrenhauses, welch« der Versammlung der Abgeordnetenvertreler beiwohnten, kennzeichneten den Standpunkt des Herrenhauses, welches bekanntlich nur für eine Einberufung der Delegationen eingetreten war. Graf Clam Martinic stellte mit Bedauern fest, daß da§ Abgeordnetenhaus gerade den entgegengesetzten Standpunkt des Herrenhauses eingenommen habe, welches die Ueberzeugung gewonnen hätte, daß eine Tagung des Reichsrates derzeit unmöglich sei und darum die Einberufung der Delegationen als Surrogat beantragt hätte. Man trage eine riesige Verantwortung, wenn man sich gegen die Eventualität einer Dele- gationStagung ausspreche, falls eine ReichSratStagung nicht möglich fei. Präsident Sylvester, welcher schließlich meinte, daß er Ge» legenheit haben werde, die Resultate dieser Besprechung an ent- sprechender Stelle zu vertreten, schloß die Konferenz mit den Worte«: »Auf baldiges Wiedersehen*. GewerkschaftZiches. Serlin und Umgegend. Aus dem Kriegsausschuh für die Metallbetriebe Groh-Berlins. Von der Firma Th. u. Co. erscheint der Fräser H., der mit dem Meister in seiner Abteilung Differenzen hatte. Der Meister sagte ihm, wenn er nicht genug verdiene und es ihm sonst nicht paßt, könne er gehen. Das betrachtete H. als eine Entlassung und fordert nun seinen Kriegsschein. Da der Vertreter der Firma zugab, datz diese Aeußerung gefallen sei, erklärt der Kriegsausschuß, daß dem Fräser der Kriegs schein zusteht. Von der Firma B. wünscht der Former Sch. einen Kriegsschein. Er war vom Militär der Firma zugewiesen, und zwar für die Arbeit eines Schmelzers. Sch. wird aber nicht als Schmelzer be- schäftigt, sondern als Hilfsarbeiter. Es erfolgt eine Verständigung auf der Grundlage, daß Sch. innerhalb 14 Tagen andere Arbeit erhält oder aber es wird ihm der Kriegsschein ausgestellt. Der Maschinenarbeiter B. von der Firma L. behauptet, die Akkordsätze seien zu gering, und deshalb könne er nichts verdienen. Demgegenüber erklärt der Vertreter der Firma, daß andere Ar- beiter bei denselben Sätzen der gegenwärtigen Zeit entsprechend Verdienste erzielen. Da im Kriegsausschuß das nicht festgestellt werden kann, erfolgt eine Verständigung dahin,-daß dies im Be- trieb festgestellt werden soll. Wenn andere Arbeiter mit der gleichen Arbeit bei denselben Preisen auch nicht zurechtkommen, erhält B. einen Kriegsschein. Sollte aber die Erklärung des Vertreters der Firma zutreffen, so erhält B. den Kriegsschein nicht, weil der ge- ringe Verdienst dann nicht an den niedrigen Akkordpreisen, sondern an der Person des Maschinenorbeiters liegt. Bon der Firma S.-Sch. erscheint der Werkzeugmacher K., der einen Kriegsschein wegen zu geringen Lohnes wünscht. Der Lohn beträgt l,Z8 M. pro Stunde. Die Berechtigung des Ver- langens nach einem Kriegsschein auf Grurid seines Lohnes wird vom Kriegsausschuß dem Grunde nach anerkannt, doch soll nochmals im Betrieb verhandelt werden. Erst wenn über die Lohn- erhöhung keine Verständigung erfolgt, soll der Werkzeugmacher den Kriegsschein bekommen. Von der gleichen Firma kam der Maschinenarbeiter B. und wünscht den Kriegsschein, weil er b e l e i d i g t ist. Es wird ihm vorgeworfen, daß er ein Stück verdorbene Arbeit an einem anderen Platz mit einem guten Stück vertauscht habe. B. erklärt, daß dies nicht der Fall sei und verlangt, daß man ihm die Person bringt, die das gesehen haben will. Dies Verlangen wurde von der Firma nicht erfüllt, weshalb sich der Kriegsausschutz auf den Standpunkt stellt/ daß man einem Arbeiter gegenüber solche Behauptung auch beweisen müsse. Da dies von der Firma nicht geschehen, wird vom Kriegsausschutz erklärt, daß der Arbeiter sich derartiges auch nicht gefallen lassen braucht und die Berecktigung auf Erteilung des Kriegsscheins anerkannt. Trotzdem wird dem Arbeiter empfohlen, weiterzuarbeiten, da ja durch die einmütige Stellungnahme des Kriegsausschusses ihm eine ausreichende Genugtuung für die ihm zugefügte Beleidigung geworden sei. Der Schlosser R. von der Firma P. will einen Kriegsschein, da er bei einer anderen Firma als Vizemeister eintreten kann. Es wird dem Schlosser erklärt, daß er eines Kriegs scheines nicht bedürfe, wenn er als Vizemeister oder Werkführer eine Stellung erhalten kann. Aus einem der Spandaner Staatsbetriebe erscheint der Vorzeichner K., der gelernter Schlosser ist, und will einen Kriegsschein wegen zu geringen Ver dien st es. K. bat alle möglichen Versuche gemacht, um zu einem ausreichenden Verdienst zu kommen; doch ist sein Lohn nur auf 1,01 M. erhöht. Der Kriegsausschutz ist einmütig der Meinung, daß dieser Ver- dien st für einen gelernten Schlosser der gegen- wältigen Zeit nicht entspricht und hält das Ver- langendes Schlossers für berechtigt. Nun sind aber in demselben Betrieb noch eine größere Anzahl von Ar- beitern, die ebenso wie K. unzureichenden Ver- dien st haben und deshalb auch Anspruch auf einen Kriegs schein hätten. Würden diese alle ihren Kriegsschein fordern und erhalten, gäbe es in diesem wichtigen Betrieb in Spandau eine große Störung. Um das zu verhüten, machte der Kriegsausschutz dem Vertreter des Spandauer Betriebs den Vor- schlag, daß die Betriebsleitung innerhalb 8— 10 Tage eine der gegenwärtigen Zeit entsprechende Verbesserung der Verdien st e vornehmen möge. Bis dahin wird die Erteilung des Kriegsscheins an K. und alle sonst noch kommenden Arbeiter aus Spandau ausgesetzt. Sollte innerhalb dieser Zeit keine ausreichend« Verbesserung der Ver- dien st e eintreten, sieht sich der Kriegsausschnß genötigt, einen Kriegs schein auszustellen. Der Revolverdreher K. wünscht von der N. A. G. den Kriegs- schein, weil er wegen Beleidigung des Kontrolleurs in Strafe ge- nommen ist. Es erfolgt eine Verständigung nach der Richtung, daß er die von ihm selbst zugegebene Beleidigung zurücknimmt und sich entschuldigt, andernfalls müsse eS bei der Strafe bleiben. Der Kriegsschein wird nicht erteilt. Der Schmied St. von der Firma O. u. K. will einen Kriegs- schein, weil er durch eine Betriebsstörung und sonstige nicht in seiner Person liegeiche Umstände in seinem Verdienst wesentlich geschmälert ist. Es wird den Parteien vorgeschlagen, sich über die Zahlung des Verdien st ausfalles im Betrieb zu ver- ständigen oder dem Schmied müsse ein Kriegsschein ausgestellt werden. Der Schlosser S. von der Finna A. will einen Kriegsschein, weil er von der Firma entlassen ist. Die Firma bestreitet, den Mann entlassen zu haben. Es wird jedoch festgestellt, daß die Entlassung tatsächlich ausgesprochen ist und erhält deshalb S. den Kriegsschein._(z) veutsches RdA, Die Tarifbewegung in der Holzindustrie. Zu den Forderungen der Holzarbeiter hat nun auch der Arbeitgeber-Schutzverband für das deutsche Holzgewerbe Stellung genommen. Bekanntlich hat eine Konferenz der Städte- Vertreter des Deutschen Holzarbeiterverbandes, die am 2 und 3. Oktober in Berlin tagte, beschlossen, in allen Orten imd für sämtliche Arbeiter und Arbeiterinnen eine sofortige Teuerungszulage von 33'/, Prozent bezw. eine Lohnerböhung von 20 Pf. für die Stunde zu fordern. Diesem Beschluß entsprechend sind die Forderungen an den w Betracht kommenden Orten überreicht worden.... Um ein einheitliches Vorgehen zu erzielen, hat der Arbertgeber- Schutzverband nunmehr seinerseits eine S t a d t e v e r tr e t e r- Versammlung einberufen, die am 17. Oktober ,m Lehrer- Vereinshaus zu Berlin tackte und aus dem ganzen Reiche)ehr zahl- reich besucht war. Am�Tage zuvor hat der Geiamlvorstand des Arbeitgeber-Schutzverbandes getagt. In der� Ccrtomnilung der Städtevertreter wurden durch einltimnii�en Beichluy die Richtlinien für die nun zu beginnenden Verhandlungen festgestellt. Nunmehr sollen die Verhandlungen an den einzelnen Orten sofort in die Wege geleitet und so beschleunigt werden, daß über ihr Ergebnis bis zum 29. Oktober an den Zentral- vorstand berichtet werden kann. Auf Grund des Ergebnisses wird der Zentralvorstand des Arbeitgeber-Schutzverbandes mit den Ar beitcrvertrelern verhandeln, worauf in einer weiteren Versamm- lung der Städtevertreter am ö. November endgültig Beschluß gefaßt werden wird. Zum Verständnis der Vorgänge im Holzgewerbe sei daran er- innert, daß die Verträge unmittelbar zwischen den örtlichen Parteien, wenn auch unter Mitwirkung der Zentralvorslände, abgeschlossen sind und am 15. Februar 1917 ablaufen, wenn sie nicht drei Monate zuvor, also am 15. November>910 gekündigt wurden. Nach früberen Vereinbarungen war festgelegt, daß die Veriragsorte in mehrere Gruppen zusammengelegt werden, deren Verträge in verschiedenen Jahren ablaufen. Diese Vereinbarung ist nicht aufgehoben worden. da aber während der Kriegsdauer die ablaufenden Verttäge wieder- holt verlängert wurden, gilt augenblicklich als Ablaufstermin für alle Verträge der 15. Februar 1917. Die Forderung der Holzarbeiter auf Erhöbung der Löhne hat den Zweck, die Vertragskündigung zu verhüten. Der Beschluß der Siädtcverlreter des Arbeitgeber-Schutzverbandes hat die Bedeutung, daß die Unternehmer mit der von den Arbeitern vorgeschlagenen formalen Behandlung der Angelegenheit ein- verstanden sind. Die örtlichen Verhandlungen sollen beschleunigt werden, so daß noch rechtzeitig vor dem Kündigungstermin über- sehen werden kann, ob eine Verlängerung der Verträge möglich ist, oder ob die Kündigung der Verträge ausgesprochen werden muß. Ueber den materiellen Inhalt der beschlossenen Richtlinien hat der Arbeitgeber-Schntzverband in seiner Veröffentlichung nichts getagt. Für die Gestallung der Dinge in der Holzindustrie wird aber das Maß der Zugessändniffe in der Lohnsrage ausschlag- gebend sein. Im Hinblick auf die gewaltige Verteuerung der Lebens- bedürfnisse muß eine Erhöhung der Löhne um 33>/z Proz. als recht bescheiden bezeichnet werden. Dieser Erkenntnis können sich auch die Unternehmer nicht verschließen. Man darf deshalb hoffen, daß es noch vor dem 15. Nevember zu einer Verständigung kommt, die eine Verlängerung der Verträge möglich macht. flus der Partei. Eine wichtige Entscheidung für die Arbeiterpresse. Seit Kriegsausbruch war das Halten der Parteipresse unseren Kriegern gestattet. Trotz alledem sind ver- schiedentlich Beschwerden laut geworden, wonach Vorgesetzte scheinbar von dieser, den Soldaten erteilten Genehmigung, die Arbeiterpresse in uneingeschränktem Maße lesen zu dürfen, nichts gewußt haben und daher das Halten der Arbeiterpresse den Mannschaften strengstens verboten hatten. In einem konkreten Falle führte der Abgeordnete König unter Vor- legung des Beweismaterials Beschwerde beim Kriegsministe- rium. Daraufhin ist ihm unterm 17. Oktober d. I. folgende Entscheidung zugegangen: .Kriegsmini st erium Berlin W 66, den 17. 10. 16. No. 824/9. 16. C. 1 a. An das Mitglied des Reichstag? Herrn K ö n i g. Euer Hochwohlgeboren teilt das Kriegsminislerium im An- schlutz an das Schrerben vom 11. 8. 16 No. 286/8. 16. C. 1 a er- gebenst mit, daß das Verbot der.Dortmunder Arbeiler-Zeitmig" irrtümlich durch den stellvertretenden Bauetiesührer erfolgt ist. Der Regimentskommandeur hat dabei nicht mitgewirkt. Das Er- forderliche ist veranlaßt worden. Im Auftrage v. W r i S b e r g.'<-) Der„vorwärts" als Pcnsionsfräulein. Zu unserer gestrigen Notiz:.Wenn ihr streitet, streitet zu Hause!" sendet uns Genosse Dr. Lensch folgende Erwiderung: .Ich protestiere gegen die Behauptung des„Vorwärts", mein Artikel im.Tag" stelle„in seinem Hauptteil eine Polemik gegen die Arbeitsgemeinschaft" dar. Das ist eine aus den Fingern gesogene Behauptung. In seinem„Haupt- teil" stellt mein Artikel eine kritische Würdigung der Reichstags- sitzung vom 11. Oktober und besonders der Reden Scheidemanns und Davids dar. Die wenigen Zeilen, die sich dabei mit der Arbeitsgemeinschaft befassen, sind weder eine„Polemik" noch ein„Streit", sondern eine völlig objektive und historisch ab- wägende Würdigung. Will der„Vorwärts" das bestreiten, so fordere ich ihn auf, die paar Zeilen, die sich mit der Arbeits- gemeinfchaft befassen, abzudrucken; feine Leser würden dann sofort sehen, wo das„durchaus ungehörige" Verfahren steckt. Die Rolle eines Pensionsfräuleins zu spielen, steht � dem „Vorwärts" nach feinen bisherigen Leistungen spottschlecht." Genosse Dr. Lensch irrt sich in der Adresse. Der Verfasser der „aus den Fingern gesogenen" Notiz ist Anhänger der Mehrheit und überzeugt, in diesem Falle die überwiegende Meinung aller Richtungen auf seiner Seite zu haben. Eine Frauenkouferenz. Eine Frauenkonferenz für den Agitanonsbezirk D r e S d e n wurde am letzten Sonntag im Dresdener Volkshaus abgeballen. Sie war von Genossinnen aus allen neun zum Bezirk gehörenden Reichstagswahlkreisen besucht, aucki Vertreter der Kreisvorstände, des Landesvorstandes und der Bezirksvorstand nahmen an der Kon- ferenz teil. Vor Eintritt in die Tagesordnung wurde einstimmig eine Friedensresolulion angenommen sowie eine Sympathie- erllärung für den verfolgten amerikanischen Genosten und Gewerk- ichaftssührer TreSea. Dann spracb Genossin Z i e tz- Berlin über: Tie Frauenarbeit und ihre Konsequenzen Das umtastende und sebr instruktive Referat fand allgemeinen Beltall. Taran knüpfte sich eine sehr interessante und anregende, von tlefernster Sachlichkeit getragene, fast fünsslündige Debatte, an der sich Ge- nosiinnen aus allen Wahlkreisen und auch emrge Genossen beteiligten. Neben den durch das Referat aufgeworfeuen Fragen wurden auch einige damit zusammenhängende sKriegspolitik der Partei, Ernährungsfrage usw.) gestreift, llnter anderem be- tonten auch alle Genossinnen, daß ihnen die„Glelchbeit" mehr als je unentbehrlich geworden sei. Die Organisation und Agitation wurde an Hand der Erfahrungen während der Kriegszeit eingebend erörtert und wichtige Anregungen gegeben. Eine umfangreiche Resolution, die bereits in der Groß-Berliner Frauenkonferenz An- nähme fand, wurde einstimmig angenommen. Der Verlaus dieser Konferenz bewies das dringende Bedürfnis für derartige Veiständi- gungsmöglichkeiten der Genossinnen untereinander im Interesse der Bewegung. Es wurde daher der Wunsch laut, daß sie öfter, als bisher, stattfinden sollen. Vom Vorsitzendenm Haag von 1916 werden die nationalen Ausschüsse der Gewerkschaflen eingeladen werden; für Frankreich also die ConfödLralion Genöiale du Travail. Das Programm der Kon- ferenz lautet folgendermaßen: Das gemeinschaftliche Vorgehen der sozialistischen Parteien der alliierten Länder ist zu iolgendem Zweck sestzulegen: a) Die Politik ihrer Länder soll so gesteuert werden, daß während des Krieges und nach dem Kriege aller Er- oberungsgeist und jedes Streben nuch Annexionen aus- geschlossen wird und daß am Tage des Fliedens die Achtung der veiletzten Rechte der Nationen garantiert werde durch internationale Einrichtungen, die materiell einen dauernden Frieden sickein. b) Die Regierungen sollen veranlaßt werden, aus ihren wirtschaftlichen Verträgen während und nach dem Kriege alles das zu verbannen, was für das internationale Proleiariat eine Ver- mehrung der Ausbeutung werden würde, und alles, was Keime zu neuen Konflikten unter den Völkern in sich tragen könnte, und zu- gleich soll die Gefabr bekämpft werden, daß aus diesen io wünschens- werten Verträgen Werkzeuge zu einem verlängeiten Kriege gemacht werden. Die Organisation der Konferenz wird dem Sekietariat des Jnternalionalen Sozialistischen Bureaus anverlraut, das da« für zu sorgen hat, daß das Verfahren der internationalen Kon- gresie genau befolgt wird, so z. B. hinsichtlich Verteilung der Stimmen._ Gerichtszeitung. Kettenhandel. Als ein Musterbeispiel für die Schädlichkeit des Ketten- Handels kann eine Anklage gelten, die gestern vor dem Schöffengericht Berlin-Mitte unter dem Vorsitz des Geh. Justizrats Reich verhandelt wurde. Unter der Beschuldigung, Erbsen, deren Beschlagnahme seiner- zeit öffentlich bekanntgegeben worden war, obne Genehmigung der Z.-E.-G. verkauft und dabei Kriegswucher getrieben zu baben, standen derHändlerEhrenfriedTappert, die früberenKon- feklionäre Lesser Schendel und Johann Klei- mann sowie der Kaufmann Bernhard PastvriuS vor Gericht. Eine Bank in Bongowitz bei Gnesen verkaufie an einen gewissen Katz einen Posten„Vikloria-Erbsen" zum Preise von 36 M. pro Zentner. Katz, gegen den jetzt auch ein Verfahren in Gnesen schweb:, setzte sich mit seiner Verwandten Sckwinke in Berlin in Verbindung und diese übernahm in Gemeinschaft mir Tavpert die Unterbringung der Erbsen, tür die Katz nicht weniger wie 80 M. forderte. Sie fanden sofort einen Käufer in der Person des An- geklagten Schendel, der bis dahin Zuschneider war, seit Kriegs« ausbruch aber mit Lebensmitteln handelte. Dieser übernahm den Posten, zahlte den beiden Vermittlern, die gar keine Mühe aukzu« wenden halten. 72 M. Provision und iah sich weiter nach einem Ab- nehmer um. Zufällig hörte der Angekl. Klei mann hieivon, ging ans Telephon und fand ohne weiteres einen Käufer in PastoriuS, der die Erbsen zu 110 M. pro Zentner übernabm und im Klein- Handel Weiler vertrieb. Kleimann bat für dieies eine Telephon- gcspräch 159 M. Provision erhalten.— Pastorius wurde nur des Vergehens gegen die Verordnung vom 26. August 1915 schuldig befunden und zu 300 M. Geldstrafe verurteilt. Be« züglich der übrigen drei Angeklagten nahm das Gericht an, daß hier ein Fall schwersten und schlimmsten Nahrungsmittel- Wuchers vorliege, denn die Erbsen, die für 3 6 M. in Bongowitz verlauft wurden, seien dadurch, daß Herr Katz den Preis auf 80 M. emporschnellte und sie dann von Hand zu Hand wanderten, in kurzer Zeit bis auf 110 M. pro Zentner gestiegen und die Ware dem deutschen Volke ungebührlich verteuert worden. Tappeit, Schendel und Kleimann wurden zu je 1000 M. Geld st rase verurteilt. Schlechtes Fleisch. llnter der Anklage des Vergehens gegen das Fleischbeschaugesetz hatte sich gestern der G r o ß i ch l ä ch t e r Julius T i e d t in Lichtenberg vor dem Schöffengericht Berlin-Mitte unter Vorsitz des Amtsgerichtsrats v. Tresckow zu veraiilworlcn. Ter Angeklagte bat ein Privatschlachthaus, in welchem die geichlachielen Tiere von den betr. Polizei-Tierärzten untersucht und abgestenipelt werden. Er wurde nun durch eine Anzeige beichuldrgt, auf seinem Grundstück in einem durch einen Plan abgedeckien Raum eine Sonderschlächterei eingerichtet zch baben, deren Betrieb der Oeffentlichkeit entzogen worden sei und rn welcher krankes und schlechtes Fleisch verarbeitet und unbeiugler Weise abgestempelt werde. Auf Grund belastender Aussagen eines ehemaligen Gesellen und eines Lehrlings nahm das Gericht an, daß der Angeklagte nicht nur gewußt, sondern auch veranlagt habe, daß solche schlechten Fleischstücke an den verborgenen Ort gebracht und aus nickt auf- geklärte Weise abgestempelt würden. Mit Rücksicht aus die Gefähr- lickkeit dieies Veihaltens verurieille das Gericht den Angeklagten zu einem Monat Gefängnis und 1500 Mark Geldstrafe. — Der Angeklagte beauftragte sofort seinen Verteidiger Rechts- anwalt Dr. D a v i d s o h n, Berufung einzulegen, da er sich völlig unschuldig fühle._ Mißhandlung eines Kriegsgefangenen. Um eine schwere Mißhandlung eines Kriegsgefangenen drehte sich eine Anklage wegen Körperverletzung, die sich gegen den Steinsetzer Heinrich Kühn richtete und die erste Strafkammer des Landgerichts II gestern beschäftigte. Unter dem Angeklagten arbeitete bei dem Chausieebau bei Zossen ein russischer Gefangener, der nach dem Zeugnis einiger Zeugen ganz fleißig war. aber eines Tages den Zorn des Angeklagten dadurch erregle, daß er ohne Veranlassung mit den Händen in den Taschen müßig dastand und nicht arbeitete. In unverantwortlicher Weise drang der Angeklagte schimpfend auf den Gefangenen ein, gab ihm einen Stoß und schlugihnmitderSpitz h a-k e. Der Geschlagene mußte in das Feldlazarett übergeführt werden. DaS Gericht hielt das verhalten des Angeklagten für besonders strafwürdig und verurteilte ihn zu zwei Monaten Gefängnis._ w SS? c 1 1 crouf fidi tcn für das mittlere jj19 Donnerstag mittag. Ein wenig wärmer,'»ss Nordosten üocken und vielsach beiter; in den anderen Gegenden überwiegend bewölkt und besonders im Westen etwa? Regen._ Mchtige Mleilimg!„ÄÄ'Ä Probeheft gratis. Alle Leset erhalten gegen Einsendung des nebenstehenden Gutscheines ein Gratis-Probehett der rühmlichst bekannten illustrierten Zeitschrift Welt und Wissen". Dieselbe bringt von ersten Schriftstellern gemeinverständliche Abhandlungen dus allen Wissensgebieten. Jedes Heft enthält g. 20 Artikel, z. B.: Der Mensch in der Pfahlbauzeit — Wenn die Erde erzittert.— Wie erhalte ich mich jung.— Der Wille und dessen Gymnasttk.— Das Leben unter Wasser.— Fernphotogcaphie.— Liebe und Ehe bei den Naturvölkern.— Der Menich und die Geisteiwclt.— Flüssige Luft.— Einfluß der Lebens« weise auidasMeuschcnalter.— Verschwundene Städte in der Sahara.— Eine Fahrt im Unterseeboot usw. Außerdem erhält jeder Abonnent «jausbibliofhefc gratis und zwar zu jedem Jahrgang drei Werke. Damit jeder Leier darauf abonnieren kann, ist der Preis auf nur 20 Pf. pro Heft testgesetzt. Gutfcbciii V für ein Gratis-Probeheft. An den Verlag von„Welt und Wissen" Berlin-Schöneberg, Am Park 11. Ich bestelle hiermit ein Probehest kostenlos zugestellt. Name Ort— ��Vcrantw. Rcdakt.: Atfrttz rpfiifpriw. In verantw. Tb. Glocke,©etiw. Druck u. Verlag: Vorwärts Luchdr. u. Verlag sanitalt Paul Singer St Co., Berlin S W. Hierzu 1 Beilage u. Unterhaltungsbl, St. 291 53. lahremj. SciliU ks„Ämiills" Strliittt AldsdlM. Uitwoch. 25. Oktober 1915. Heute littwocl), Äen 25. Oktober: Cxtra-ZahtadenÄ in GroB-lkrlin. Chronik des Weltkrieges. üSZ. Oktober tSt4. Bei Ipern steht der Kampf. '�».Oktober»SIS. Bei Czartorysk wurden 1150 Russen gefangen. Venedig wurde zweimal mit Bomben belegt. Reichetagsausschuß für öen Reichshaushaitsplan. Äm Dienstag wurde mit der Aussprache über Brotge- treibe, Niehl, Lack waren, Hülsenfrüchte, Reis, Buchweizen, Hafer, Gerste begonnen. Ter Präsident des Kriegsernährungsamts v. B a t o c t i hob hervor, daß es sehr erfreulich wäre, wenn Gerste und Hafer mehr als bisher der PoikSernährung zugeführt werden könnten. Tie Herstellung von Graupen sei bereits gesteigert worden und werde weiter gesteigert werden� Ebenso werde in bezug auf Hafernayr- mittel vorgegangen werden. Tie zur Verfügung stehenden Mengen dieser Lebensmittel sollen zweckmäßig verteilt werden, wobei die Städte nach ihren örtlichen Verhältnis! en bevorzugt werden müßten, da hier ein größeres Bedürfnis für diese Nahrungsmittel vorhanden sei als auf dem Lande.— Ferner müßten Kohlrüben nitd Steckrüben als Nahrungsmittel für die Menschen mehr verwendet werden.— Das Gerstenkontingent der Brauereien soll auf 26 Proz. herabgesetzt werden. Für Bayern aber müßte eine Ausnahme gemacht werden. Den dortigen Brauereien mühte es unbedingt ermöglicht werden, für die einheimische Bevölkerung so viel Bier als bisher zu liefern. Nur die Ausfuhr könne hier eingeschränkt werden. Dr. Heim habe vorgeschlagen, den Preis für Brotgetreide zu er- hoben und den Preis für Hafer herabzusetzen. Der Vorschlag sei gründlich geprüft worden und dies habe ergeben, daß er auf falscher Berechnung beruhte. Unterstaatssekretär Dr. Michaelis wies nach, daß unsere Aussichten für die Versorgung der Bevölkerung günstig sind. Das sei aber kein Grund, daß jetzt die Bevölkerung mit allen möglichen Ansprüchen komme. Tie Erfahrungen haben uns gelehrt, daß wir unter den jetzigen Verhältnissen mit mancherlei unerwarteten Stö» rungen zu rechnen haben. Daher sei eL notwendig, daß die Reichs- lcitung stets eine größere Menge Brotgetreide habe, um derartige unerwartete Lücken auszufüllen. Tie Neichsleitung müsse dem- gcmoß auch in diesem Jahre sehr borsichtig mit dem Brotgetreide wirtschaften.— Ebenso sorgfältig sei die Reichsleitung darauf be- dacht, daß kein Brotgetreide verderbe. Bei der sehr großen Menge von Brotgetreide, die bei der Rcichsgetreidestelle auf Lager gehalten oder verschickt werden müsse und bei dem nassen Wetter, da? wir geljabt haben, sei es ganz unvermeidlich, daß auch einmal ein Wagen Getreide nicht in einem so guten Zustande geliefert werden müsse, wie es wünschenswert sei. Im allgemeinen aber werde ein durch- aus gutes Brotgetreide geliefert. �Bedauerlich sei es, daß immer' wieder unrichtige Mteiluiigen in den Zeitungen verbreitet werden, auch wenn eine Berichtigung schon längst erschienen ist. Die Ge- treidclager werden regelmäßig gründlich besichtigt und falls sich Fehler herausstellen, werde dagegen mit aller Schärfe eingeschritten. Dre Beschwerde der Mühlen, die während des Krieges nicht bc- ichastigt werden konnten, seien bcrückstcbtigt worden, soweit es irgend möglich war. Im vorigen Jahre habe die Rcichsgetreidestelle 500 Mühlen beschäftigt, im letzten Jahre dagegen 700 Mühlen. Die Rcichsgetreidestelle habe alle die Mühlen berücksichtigt, die die Bedingungen über die Lagerung erfüllen können. Tie ganz kleinen Mühlen konilen freilich nicht berücksichtigt werden, da sonst die Arbeit der Relchsgetreidestellc unerträglich erschwert werde. Der Präsident des Kriegsernähru-lgSamtö v. B a i o c k i wendet sich gegen die noch ivcitsrgel, enden Forderungen der Mühlen. Sic könnten nicht erfüllt werden, wenn nicht die rechtzeitige Versorgung der Bevölkerung mit Brot aufs äußerste erschwert werden sollte. Sehr bedenklich sei es, Mittelstandspolitik auf Kosten der Volks- enlähmng zu treiben. ES sei geradezu unmöglich, daß wir die Rücksicht auf die Mühlen höher stellen sollten als die Rücksicht auf die Volksernährung. Dann wurde die Besprechung dadurch unterbrochen, daß gemäß dem Wunsche, den der Ausschuß gestern ausgesprochen bot, ein Vertreter deS preußischen Eisenbahnmini st e- riums erschienen war, um die Maßnahmen zu schildern, die von der Sifcnbabnverwaltung durchgeführt werden, um die Ver- Ichtjckung der Kartoffeln möglichst zu fördern. ..~ er'Vertreter des preußischen Eisenbahiiministeriums ver- nwerte, daß unsere Eisenbahnen einen unverhältnismäßig großen Bestand an Eisenbahnwagen schon vor dem Kriege gehabt haben auC i lekt ständig für den Zugang neuer Wagen sorge. Tie Wagcnfabriten haben ihre Leistungen vergrößert, so daß auch der Zugang der Wagen größer geworden sei. Mit Lokomotiven sei die Eiienbahn ebentalls reichlich versehen und die Lokomotivfabriken liefern neue Lokomotiven reichlich und pünktlich. Aber es werde» auch sehr große Anforderuiigeil an die Eisenbahnen gestellt, sowohl der Heeresverwaltung als auch zur Versorgung der einhei- mi scheu Bevö Gerung. Dabei ist zu berücksichtigen, daß ein sehr eingearbeiteten Personals zum Kriegsdienst ein- o Allerdings fei der nötige Ersatz emgestellt worden, am.- nlrf'. Diese haben sich sehr gut bewährt; sie leisten Frauen Es seien Versuche gemacht worden, ob falls minftm Heizer brauchbar seien. DaS Ergebnis sei eben- der Heiner trotzdem sollen Frauen nicht zum Ersatz zu sehr unferm KmBff 1 � eini: Beschäftigung der Frau mehr R�ratur»?�,n��� s��'- Ferner wären jetzt viel strebt daß die Revnrnn al" �üher. Es werde danach ge- Zsteßlich�s-i der Bemun de" SZeNe � günstigen Wetters um nn�estenS ���""Ä � und dementsprechend sei auch die Bclcmnnr-�w d�ogert worden geworden. Um trotzdem das Notwendige am» --°«!.ch° oM*» Jrfm«--n». M.».. n» Minister erbalte taglich eine genaue ZusammensteUnnn Wagen in jedem Bezirk gestellt werden konnten und w�tel«fehlt iMfaeu. In den letzten Tagen waren mehrere, die ein unaiini/i�L Bild boten. DieL fei aber nicht durch die Ei�hn ver cku� worden, sondern dadurch, daß die Anforderungen zu groß waren und deshalb die Eisenbahn sie trotz aller' Bemühungen nickit in dollem Maße erfüllen konnte. Jedoch sei bersiiS eine Besseruna ein- getreten. Wmi nicht immer gedeckte Wagen gestellt werden könnten -°,.°sußten ungedeckte zu Hilfe genommen werden und die Kar-' totk-!! Strob geschützt werden. Für die Beförderung der Kar- vort.-in. 2 tin vollständiger Plan aufgestellt, damit die Wagen aufs mm»«Id � miögenutzt werden können. Eine große Erleichte- fiinfLSSr6 c5. die Eisenbahn, wenn die Wagen an der An- sorgfälUg achte Bücert werden. Darauf sollten die Gemeinden der �nrinfL'r} �.C' n. Es handle sich nicht nur um die Beförderung Maren sondern auch um die vieler anderer unentbehrlicher Zeige sich der Wagenmangel auch bei den Kohlengruben in recht nachteiliger Weise.— Eine Entlastung wäre durch die Binnnenschiffahrt möglich. Die Eisenbahn sollte solche Güter nicht annehmen, die zur richtigen Zeit auch durch die Schiffahrt an den Bestimmungsort gebracht werden können. Der Vertreter des preußischen Eisenbahnministe- riumö: Wir suchen die Eisenbahn möglichst durch die Schiffahrt zu entlasten. So beziehen wir für die Eisenbahn die Kohlen über- all, wo es irgend geht, durch Schiffe. Ob wir aber die Annahme von Gütern verweigern können, wie Abg. Gothein vorschlug, er- scheine sehr zioeifelhaft. Ebenso sei zu befürchten, daß die Kar- toffeln leiden könnte», ivenn sie in Schiffen befördert würden. Die Abgg. Hopf iVp.s, Schiele(k.), v. G a m p(Dt. Fr.) und v. M e d i n g(Dt. Fr.) brachten dazu noch einige Beschwerden vor. Abg. Wurm(Soz. Arbg.) forderte, daß die Eisenbahn zeitig genug den Gemeinden mitteile, wenn sie nicht die geforderte Zahl von Wagen stellen kann. Nur auf diese Weise werde es verhindert, daß Kartoffeln an die Bahn geschafft werden, die wieder zurück- gefahren werden müssen, weil die Eisenbahnwagen fehlen.— Der Hinweis mehrerer Redner, daß die Gemeinden auch im Winter noch an passenden Tagen Kartoffeln herbeischaffen können, schließe nicht aus, daß jede Gemeinde durch einen größeren eisernen Bestand für alle Fälle gerüstet sein mutz. Endlich sollte die Eisenbahn ihrem Personal die nötige Anweisung geben, wie während der Fahrt die Kartoffeln behandelt loerden müssen. Damit war diese Erörterung beendet und der Ausschutz wandte sich den Fragen zu, deren Besprechung unterbrochen worden war. Abg. Hops(Vp.): Tie Brotmenge für den Kopf der Bevölke- rung muß erhöht werden, und zwar schlage er vor, statt 200 Gramm Mehl 210 Gramm oder statt 250 Gramm Korn Z00 Gramm zu liefern. Die jetzt zur Verteilung kommende Menge Brotgetreide sei durchaus ungenügend und bedeute dadurch eine schwere Benachteili- gung der Bevölkerung. Könnte die Brotmenge erhöht werden, so wäre das ein sehr erfreulicher Fortschritt. Die Hafernährmittel müßten und könnten in viel größerer Menge der Bevölkerung zur Verfügung gestellt werden. Da» Gerstekontingent der Brauereien sollte unbedingt auf 25 Proz. beschränkt werden. Ganz falsch wäre es, ivenn man auf Bayern in dieser Angelegenheit so weite Rücksicht iehme, wie cS verlangt werde. Auch Bayern müsse sich den allgc- meinen Notverhältnissen in dieser Beziehung anpassen. v. G a m p(Dt. Fr.): Auch er würde es begrüßen, wenn die Brotmenge für den einzelnen vergrößert werden könnte. Er halte es aber für sehr bedenklich, dies jetzt schon zu tun, während noch keine unbedingte Sicherheit dafür vorliege, daß man dabei bleiben könne. Erfreulich sei, daß die Forderungen der Mühlen im letzten Jahre viel mehr als bisher berücksichtigt werden müßten. Er glaube, daß im allgemeinen die berechtigten Wünsche der Mühlen erfüllt seien und damit der bisherige Streit als erledigt betrachtet werden könne. Er warne davor, die Preise für Gerste und Hafer herabzusetzen. Die hohen Preise sind für diejenigen, welche Gerste und Hafer ernten, von sehr großer Bedeutung. Die Abnehmer dagegen seien mindestens sehr zahlungsfähige Kreise und könnten den hohen Preis sehr gut bezahlen. Auch wenn jetzt in den Städten Nährmittel aus Hafer und Gerste eingeführt werden, so komme eS auf den Preis nicht an; die Mengen seien so gering, daß dafür auch ein höherer Preis bezahlt werden könne. Abg. Matzinger(Z.) fordert vor allen Dingen, daß bei dem Gerstekontingent auf die Verhältnisse in Bayern in weitestem Maße Rücksicht genommen werde. Wenn'das geschehe, könnte mancher Miß- mut beseitigt werden. Ten bayerischen' Brauereien müßte auch die Ausfuhr des Bieres ermöglicht werden, da sonst alte Geschäftsver- büidungen abgebrochen und die Betriebe dadurch schwer geschädigt würden. Unterstaatssekretär Tr. Michaelis: Auch wir werden es als einen sehr großen Fortschritt begrüßen, wenn wir in der Lage sein sollten, der Bevölkerung größere Brotmengen zukommen zu lassen. Wir werden die Verhältnisse genau prüfen, und wenn wir eS verant- Worten können, seyr gerne dazu schreiten. Verfehlt wäre eS aber, wenn wir uns schon heute durch die günstigen Aussichten verleiten ließen, diesen Schritt jetzt zu tun, selbst auf die Gefahr hin, daß ein Nuckschritt notwendig wäre. Abg. Hoch(Soz.): Auch für die Nährmittel aus Gerste und Hafer müßte unbedingt der Preis so niedrig als nur irgend mög- lich angesetzt werden. Bei der allgemeinen Teuerung sei auch die Ausgabe für diese Nahrungsmittel nicht unwesentlich, zumal ja das Bestreben dahin gehe, viel mehr Nährmittel aus Gerste und Hafer als bisher unter die Bevölkerung zu bringen. Eine Er- höhung der Brotmenge wäre in der Tat sehr zu wünschen. Im weiteren trug Redner die Forderungen des Deutschen Müllerver- ba ndes vor, die in einer Eingabe vom 22. Juli d. I. enthalten seien. Die Müller forderten in dieser Eingabe, daß ihnen noch weiter Rechnung getragen werde, als es nach der Mitteilung des Staatssekretärs Dr. Michaelis jetzt geschehen sei. Er glaube jedoch, daß in erster Linie maßgebend sein müsse die Rücksicht darauf, daß die Bevölkerung mit dem nötigen Brotgetreide zur richtigen Zeit und verhältnismäßig dillig versorgt werde. In diesen Grenzen müßten allerdings auch die Wünsche der Müller berücksichtigt werden; darüber hinaus könne man nicht gehen. Ilnterftaatssekretär Dr. Michaelis teilte mit, daß nach dem Eingange dieser Eingabe weiter mit dem Müllerverbande ver- handelt worden sei, und daß gegenwärtig die Wünsche des Deut- scheu Mülleroerbandes im wesentlichen erfüllt seien. Abg. Molkenbuhr(Soz.) legte dar, daß die Erhöhung der Brotmenge durchführbar sei. Wenn man die Erhöhung von 200 auf 210 Gramm Mehl durchführe, dann würde durchaus nicht der Verbrauch um volle 20 Proz. steigen. Durch die Erhöhung der Brotmenge wird für viele Leute, die heute Zusatzbrotkarten haben, dieses Bedürfnis wegfallen. Ebenfalls wird der Verbrauch bei denen, die mit 200 Gramm auskamen, nicht gesteigert. Es wird also nur ein Teil der Getreidemengen gebraucht, die sich rech- nerffch ergeben. Auch er verlange nachdrücklichst, daß der Hafer- preis berabgesetzt werde. Die Menge an Hafer und Gerste, die für menschliche Ernährung zur Verfügung gestellt werde, müsse er- höht werden. Grütze, Graupen, Teigwaren müssen jetzt den Reis ersetzen, der früher ein erheblicher Faktor in der Ernährung war. Bei der Preisbemessung sollte mau auf die Verhältnisse des Fric- dens zurückgehen. In Friedenszeiten hat in der Regel Weizen den höchste» Preis; ihm folgt in weitem Abstände der Roggen. Gerste und Hafer sind in der Regel billiger als Roggn. Es müsse aber auch dem Wucher mit Viehfutter entgegengewirkt werden. Wenn man, wie mitgeteilt wurde, für Hinterkorn 52,70 M. for- dere, dann ist die Versuchung doch gar zu groß, Hinterkorn mit gutem Roggen, der nur ll M. kostet, zu verfälschen. Eine große Reihe Redner brachte noch� viele Beschwerden namentlich der Landwirte in bezug auf die Abnahme und die Preise ihrer Produkte zur Sprache. Der Präsident des KriegSernährungSamts, v. Batocki. sagte zu, daß die Beschwerden berücksichtigt werden sollen, soweit es irgend möglich sei. Auch er wünsche dringend, daß die Brot- menge erhöht werde. Dazu könne man aber erst dann schreiten, wenn die Sicherheit vorliege, daß dagegen entscheidende Bedenken nicht mehr sprechen. Er stimme zu, daß die Preise für die Nähr- mittel aus Gerste und Hafer aufs äußerste herabgesetzt werden sollen. In diesem Sinne habe er gestrebt und werde er auch weiter tätig sein. Die Erörterung dieser Frage war danüt beendet. Am M i t t- woch werden in erster Linie Kartoffeln, Kartoffelerzeugiiisse und Brennereien besprochen. Zur �uöenzählung von 191b. In der Ludgclkommiision ist bekanntlich am 10. d. MtZ. beschlossen, nach der Religion der in den Kriegsgesellschaften beschäftigten Personen zu forschen, und zwar von den Konservativen, National- liberalen und von dem Zentrum, das einst einen Toleranzantrag einbrachte, als ob dem Reichstag nicht daran liege, ob eine in der Kriegsgesellfchast beschäftigte Person tllchiig, sondern wcs Religion sie sei. Hat denn der Staat ein Recht nach der Religion zu forschen? Für Preußen antwortet das nach dieser Richtung noch gültige.Allgemeine Landrecht für die Preußischen Staaten' klipp und klar mit: Nein.§z 1 und 5 II. 11 des Allgemeinen Landrechts lauten: 8 1. Niemand soll wegen seiner Religionsinenmiig beunruhigt, zur Rechenschafr gezogen, verspottet oder gar verfolgt werden. § 5. Auch der Staat kann von einem einzelnen Untertan die Angabe: zu welcher Rcligionspartei sich derselbe bekenne, nur alsdani, fordern, wenn die Äraft und Gültigkeit gewisser bürg«- sicher Handlungen davon abhängt. § 6 fährt dann fort: Aber selbst in diesem Falle können mit dem Geständnis abweichender Meinungen nur diejenigen nachteiligen Folgen für den Gestehenden verbunden werden, welche aus seiner dadurch, vermö ge der Gesetze, begründeten Unfähiakeit zu gewissen bürgerlichen Handlungen oder Rechten von selbst fließen. Ueber jeden Zweifel erhaben ist demnach das Recht des ein- zelnen, die Antwort auf die Frage nach seiner Religion abzulehnen. Die Antragsteller müssen demnach schon über den Resolulionsweg hinaus einen Gesetzentwurf beantragen, der ihren Wunsch als authentische Interpretation für den Roichsianzlersatz.dem Tüchtigen freie Bahn' in ReichsgesetzeSform gießt. '»* * Ein Deutsch-Amerikaner, der nicht unserer Partei angehört, sendet uns zu diesem Thema folgende Zuschrift: Den Protest des Herrn Abg. Scheidemann in der Sonnabend- nummer des„Vorwärts" habe ich mit großem Interesse gelesen. Da der Verfasser die Angelegenheit nur vom Standpunkt der Gercchtig- keit aus und in Rücksicht auf die innere EntWickelung Deutschlands betrachtet, gestatten Sie wohl einem Bürger der Vereinigten Staaten, der deutscher Abstammung ist und der sein Deutschtuin— freilich ohne Chauvinismus— stets in Ehren gehalten hat, die Angelegen- heit auch unter internationalem Gesichtspunkt mit ein paar Worten zu beleuchten. Wer jahrzehntelang sich in der Welt umgesehen hat, und zwar nicht nur in den Vereinigten Staaten, der wußte auch vor Ausbruch dieses Krieges, daß Deutschland bei fremden Völker» nicht beliebt ist. Zweifellos verdankt der Deutsche diese seine Stellung unter der Nation nicht nur seinen Fehlern, sondern auch seineu Vor- zützen. Aber es wäre ganz falsch anzunehnien, daß nur Neid und Mißgunst den Deutschen zu einer Karikatur entstellt haben. Dieses Kapitel abzuhandeln, wäre weitläufig. Ich möchte in diesem Augen- blick nur darauf hinweisen, daß der deutsche Antisemitismus nicht allein jeden modernen Menschen in hohem Grade abstoßen muß, sou- dern daß sein Hervorkehren in diesem Augenblick zugleich eine politische Dürnrnheit ist. Wir Deutsche' in den Vereinigten Staaten haben uns redlich Mühe gegeben, alle jene Kräfte mobil zu macheu, die geeignet sind, eine gerechte und unparteiische Neutralität der Ver- einigten Staaten herbeizuführen. Ter Stand der Deutschen drüben ist, wie man hier weiß, kein leichter. Wir stehen mit den Iren zu- sammen, die erklärlicherweise von der Betätigung englischer Welt- beglückung nicht entzückt sind. Wir suchen auch an einem Strang zu ziehen mit den Juden, die aus Rußland stammen und die die Entente nicht lieben können, zu der jene« Reich gehört, das auf die nieder- trächtigste Weise die Millionen ihrer Freunde und Verwandten be- handelt. Einen Einfluß auf die Juden zu gewinnen, ist nicht ganz leicht gewesen, deiiu englische Agenten und die der englischen Politik zu- gänallche Presse machen mit größtem Nachdruck den folgenden Stand- Punkt geltend: England und Frankreich sind die Länder der Freiheit, und wenn diese Länder siegen, so werden sie die Möglichkeit haben, auch in Rußland die bürgerliche Freiheit der Juden durchzusetzen. Die Behauptung ist gewiß grundialsch, denn ein siegreiches Rußland wird nicht geneigt sein, sich die Bahn für seine innere Politik vor- zeichnen zu lassen. Ein Sieg befestigt die herrschende Politik in Ruß- land. Er erschüttert sie ganz gewiß nicht, und wenn das reaktionäre Rußland siegreich ist. so wird auf absehbare Zeit die Knechtung der gesamten russischen Bevölkerung ohne Ausnahme bestehen bleiben. Jmmerbin haben, so falsch auch die Folgerungen der Englandsreunde sein mögen, solche Ausführungen einen gewissen Eindruck gemacht. und es hat Arbeit gekostet, diese Sophistereien eiiligermaßeii unwirk- sam zu machen. Nun nach dem Beschlüsse der Mehrheit der Budget- kommission sehe ich nach cchtamerikanischer Gepflogenheit schon in den proenglischen Zeitungen New Uorks zollgroße lleberschriften etwa folgenden Inhalts: Sieg der Antisemiten im Deutschen Reichs- tag. oder: Der Deutsche Reichstag ffnlpiert die Inden. Daß diese Ueberschriften zutreffend und geschmackvoll sind, will ich nicht behaupten, aber wirkungsvoll sind sie für die Leser drüben, und man soll nicht vegesse», daß es in New Uork allein über 2 Millionen Juden gibt. Politisch urteilsfähig sind sie gewiß heute noch nicht alle, aber politisch mitzureden haben sie alle, und ihre Stimmen fallen bei der devorsteheilden Präsidentenwahl ins Gewicht. Wenn sie im Deut- scheu Reichstage starke antisemitische Tendenzen zu erkenneu glau- den dann werde» sie sich nicht gerade für verpflichtet leiten, den englischen Lockungen die Ohren zu verschließe». . mC.r Botschafter in Washington würde gewiß geneigt sein, em Pnvansstmum über die vorliegende Frage denen zu halten, die mehr darüber zu wissen wünschen. politische Ueberflcht. Tie neuen Kriegskredite. Dem ReichZtag ist jetzt die Vorlage über die neuen Kriegs- kredite ziigcgaligen. Wie bereits bekannt, Ivird ein Betrag von Milliarden gefordert; eine besondere Begründung ist der Vorlage nicht beigegeben. Tas preußische Abgeordnetenhaus tliit am 16. November wieder zusammen. ES wurde hauptsächlich deshalb vertagt und nicht geschlossen, um die Arbeiten der Kommission sür die Schätzungsämter- und Sladtschafieii-Vorlage, die bereits bis zur dritten Lesung gediehen sind, nicht unter den Tisch fallen zu lassen. Zur Besprcckmng de? Arbeitsplanes hat der Präsident Graf Schwerin-Löwitz die Parteiführer für den nächsten Freirag zu einer Sitzung eingeladen.— Boraussichtsich wird das Abgeordnetenhaus bis zum Frühjahr beschäftigt sein. Das deutsche Eigentum in Portugal. Abg. Bassermann hat im Reichstage folgende Anfraae ein- gebracht: � „In Portugal ist deutsches Eigentum mit Beschlag belegt worden. Ist der Herr Reichskanzler m der Lage und beretl, näheie Mitteilung hierüber zu machen? � troffen?� ��""'�nahmen hat der Herr Reichskanzler ge- Die Kandidatur Wildgrube. Die stramm alldeulsche»Unabhängige Nationalkorrespondenz' hat es für notwendig erachtet, den im 11. sächsischen Reichstags« Wahlkreis aufgestellten konservativen Kandidaten Dr. W i l d g r u b e, den Gegner unseres Genossen Lipinski, um sein politisches Glaubend Bekenntnis zu befragen. In Anbetracht der Talsarbe, das; selbst die nationalliberale Presse(Leipziger Tageblatt',»Berliner Börsen. zeitung',»Deutscher Kurier') die Kandidatur Dr. Wildgrube als ungeeignet bezeichnet hat, da er mit seinen extrem-konservativen Anschauungen die ziemlich starke linksliberale Wählerschaft fort- scheuchen könne, ist sein„Glaubensbekenntnis' in bezug auf seine Haltung zum Liberalismus merkwürdig zahm aus- gefallen. Seinen Ueberzeugungen nach, so schreibt er, stehe er auf dem Boden konservativer Weltanschauung. Er habe sich aber»volles Verständnis bewahrt für die ethische und politische Gleichwertigkeit liberaler Welt a n s ch a u u ir g Dieses platonische Bekenntnis nimmt sich zwar recht hübsch aus, ob es aber irgcndioelche praktische Bedeutung hat, bleibe dahin. gestellt. Aktueller ist die Rechtfertigung Dr. Wildgrubes wegen seiner Zugehörigkeit zur Kanzlerfronde, die ihm selbst von nationalliberaler Seile den Vorwurf der Kanzlerstürzerei eingetragen hat. Er sei allerdings, so schreibt er, Mitglied des »Unabbäugigcn Ausschusses', aber ihm gehören auch führende Männer der sächsischen Nationalliberalen, wie Dr. Vogel, Abg. Stresemann, Geheimrat Lohmann und Prof. Brandenburg an. Zu seiner Gegner- schast gegen den Reichskanzler schreibt er mit schwach verhüllter bos- hafler Spitze gegen die Naiionalliberalen: „Ich verlange nicht wie Herr Professor Brandenburg, dafc der Reichskanzler vor der Vertrauenskundgebung»sein Spiel aufdecke und uns klar und unzweideutig sage, welches die Mindestforde- rungen sind, ohne deren Erfüllung er keinen Frieden schliefen wird'. Ich verlange nichts weiter, als daß die politische Kriegs- führung unserem schwer ringenden und unentwegt opfernden Volke gewisse Richtlinien ahnen lasse, die mit zweifelssreier Eindeutigkeit, auf ein unabsehbares, zielbewußtes, auch mate- riell sieghaftes Ende dieses Krieges schließen lassen. Da mir die Sache alles, die Person aber nur nach Maß- gäbe ihrer nationalen Sachwaliung etwas gilt, so liegt die Ver- trauensfrage für mich grundsätzlich ganz auf unpersönlichem Gebiet. Dem Reiwskaiizler huldige ich, der mit der Tat und mit der Wahrheit ein Nachfolger Bismarcks ist; einen solchen verlangt die Schicksalsstunde des deutschen Volkes.' In diesem Bekenntnis ist besonders interessant die Forderung eines»unabsehbaren(!), zielbewußten, auch materiell sieghaften Endes dieses Krieges'. Diese Forderung tritt erst ins rechte Licht durch folgende Nachschrift der Redaktion der»Unabhängigen National- korrespondcnz': „Ob es nach diesen Darlegungen Dr. Wildgrubes die libe« r a l e, selbst die bürgerlich-dcmokratische Wähler« schast mit ihrem deutschen Gewissen verantworten will, den bisher national vertretenen Reichstagswahlkreis Oschatz- Würzen(als ersten nach Kriegsausbruch!) auch nur durch Stimmenthaltung an die Sozialdemokratie, die Besürworterin eines„internationalen Gerechtigkeits« friedenS'. auszuliefern, möge sie mit sich selbst ausmachen. Es bleibt daran zu erinnern, daß die Augen des lauernden Aus« landcs auf dieser Wahlentscheidung ruhen,— wer danach noch den Mut aufzubringen vermag, auf dem Wege des Burgfriedens« bruchcs direkt oder indirekt die Mandate der Gegner eines deutschen Friedens vermehren zu Helsen, den wird man um sein robustes Verantwortungsgefühl nicht beneiden dürfen. Es kommt in Oschatz-Wurzen aus jede bürgerliche Stimme anl' Demnach wird hier der sozialdemokratischen Forderung eines gerechten Ausgleichsfriedens vollkommen bewußt die Parole des„miabschbaren' Krieges zur Herbeiführung eines »auch materiell sieghaften Endes dieses Krieges', d. h. eines Friedens mit Annexionen entgegengesetzt. Möglich, daß Herrn Dr. Wildgrube bei dieser Formulierung ein laxsus linZuas unterlaufen ist. Sachlich ist es aber durchaus richtig, daß die von ihm aufgestellten Ziele das Ende des Krieges.unabsehbar' machen. Die Wähler in Oschatz-Grimma werden sich das merken müssen. In einer weiteren Bekanntmachung steht sich derselbe Landrat veranlaßt, den Kuhhaltern auzudrohen, daß sie gezwungen werden, ihre ganze Milch an die Meiereien abzuliefern, wenn der Rückgang der zum Verkauf gestellten Bultermengen anhalten sollte. Eine alldeutsche Tagung. Der Gesamtvorstand des Alldeutschen Verbandes hielt am Sonntag in Berlin eine Tagung ab, zu der über 400 Vorstands- Mitglieder und Ortsgruppenvertreter aus allen Teilen des Landes zusammengekommen waren. Zum Warenumsatzstcmpelgesetz. Der Bundesrat hat in seiner Sitzung vom 19. d. M. den Grundsätzen zur Auslegung des Warenumsatzstempelgesetzes vom 26. Juni 1916 seine Zustimmung erteilt. Die Grundsätze werden im „Deutschen Neichsanjeiger" vom 24. d. M. veröffentlicht. Einleitend wird bemerkt: lieber die Erhebung der Abgabe bei Waren- Umsätzen, die durch Vermittelung von Verkaufsvereinigungen(Syndi- Inten) getätigt werden, Grundsätze auszustellen, ist abgesehen worden, weil bei der Verichisdcnartigkeil der Verhältnisse die Entscheidung nur von Fall zu Fall wird getroffen werden können. Im allge- meinen werden die über die Verhandlung des Kommissions- geschäsls ausgestellten Grundsätze entsprechende Anwendung zu finden haben._ Mahregel gegen Güterspckulanten. Die„Hamburger Nachrichten' säneibcn: In der letzten Zeit sind im Bereich des 9. Armeekorps die Güterspekulanten an der Arbeit. Die Wirkung ihres Treibens zeigt sich unter anderem in den immer häufiger durch die Tagespresse gehenden Ankündigungen von Auktionen über das gesamte lebende und wie Inventar eines Hofes. Das Generalkommando hat im Einvernehmen mit den zuständigen Zivil- behörden verschiedentlich aus Grund des Belagerungszustandsgesetzes derartige Verkäufe verboten und die zwangsweise Bewirtschaftung der Gulstellen angeordnet. Die Zivilbehörden sind ersucht worden, ihr besonderes Augenmerk auf diese Güterspekulanten und auf dei» artige VerkautSankündigungen zu richten und dem Generalkommando davon Mitteilung zu machen, damit auf Grund des Belagerungs« zustandsgeseycS gegen die Beteiligten eingeschritten werden kann. Diese Maßnahmen richten sich natürlich nicht nur gegen die Güterspekulanten. sondern auch gegen die Besitzer, die die günstige Gelegenheit benutzen wollen, ihre Anwesen teuer zu verkaufen.(--) Das tägliche örot. Widerspenstige Landwirte. Eine Reihe ostpreußischcr Landwirte kann sich offenbar nur recht schwer an die Anordnungen gewöhnen, die im Interesse der Siche- rung unserer Volksernährung getroffen worden sind. Fast jeden Tag müssen einzelne Landwirte unter mehr oder minder starken Drohungen aus die Pflicht hingewiesen werden, die getrostenen An- ordnungen zu befolgen. So rügt der Landrat des Jnsterburger Kreises, daß trotz des Verbotes augenscheinlich noch ein schwung« voller Handel vom Lande in die Stadt mit Butter und Eiern statt- findet. Der Landrat sagt:.... Es ist nicht angängig, daß einzelne infolge ihrer Beziehungen zu alten Lieferanten und insolge ihrer besseren Vermögenslage mit Butter und Eiern besser ver- sorgt werden, als diejenigen, die solche Beziehungen nicht haben oder sie in richtiger Erkenntnis unserer Wirtschaftslage nicht aus- nutzen.' Generalversammlung öes Kreiswahlvereins für Teltow-Geeskow. Der gegenwärtige Konflikt zwischen dem„Vorwärts" und dem Parteivorstand bildete den Hauptpunkt der Tagesordnung der Kreisgeneralversammlung von Telww-Beeskow, welche, vom Kreis- Vorsitzenden F r a s s ek einberufen, am Sonntag im Berliner Ge- werkschaftshause tagte. F r a s s ek gab eine Darstellung der Verhandlungen, die, um die Aufhebung des Verbots des„Vorwärts' zu erreichen, zwischen dem Parteivorstand auf der einen und der Prcßkommiffion, dem Zeutralvorstaud von Grotz-Berlin und der Redaktion auf der anderen Seite geführt wurden und schildert dann die Verhältnisse, toie sie sich nach dem Wiedererscheinen des.Vorwärts' m der Redaktion gestaltet haben. Diesem Vorgehen des Parteivorstandes könne die Berliner Parteigenoffenschaft nicht tatenlos gegenüberstehen. Mit Protesten und Resolutionen sei in dieser Angelegenheit nichts zu erreickwn. Als Antwort auf den Gewaltstreich des Partei- Vorstandes müßten die Berliner Genossen etwas tun. Deshalb schlage der Kreisvorstand eine Resolution vor, welche der am nächsten «onntag stattfindenden Verbandsgeneralversammlung eingereicht werden soll. Die Resolution lautet: „Die Verbands-Generalversammlung stellt fest, daß der Parteivorstand das Eigentum der Berliner Arbeiterschaft getvalt- sam an sich gerissen hat, um entgegen dem ausdrücklichen Willen der Berliner Genossen das Berliner Organ in den Dienst der Politik des 4. August zu stellen. Die Verbands-Generalversammlung erachtet es als Pflicht aller in Betracht kommenden Körperschaften, dem verbrecherischen Vor- gehen des Parteivorstandes, das sowohl dem elementarsten Rechts- gesühl als auch den Anforderungen des Statuts ins Gesicht schlagt, mit allen Mitteln entgegenzuarbeiten, um sein Vorhaben zunichte zu machen. Ztachdem sich gezeigt hat, daß der Parteivorstand die von den Berliner Genossen im guten Glauben getroffenen Vereinbarungen betreffend das Eigentumsrecht am„Vorwärts" gegenwärtig so ausnutzt, um die Berliner Mitglieder nicht zu ihrem Rechte kommen zu lassen, daß also die Beseitigung Richard Fischers aus der Ge- schästsführung und des Parteivorstandsmitgliedcs Hermann Müller aus der Redaktion auf rechtlichem Wege nicht zu erlangen ist, be- schließt die Verbands-Generalversammlung: Solange ein Mitglied des Parteivorstandes in der Redaktion des„Vortvärts" nicht nur über die Einhaltung der Zensurvor- schriften wacht, sondern auch den Inhalt des Blattes bestimmt, stellt die jetzige Redaktion ihre Mitarbeit ein. Die Leser des„Vorwärts' bestellen denselben für die gleiche Zeit ab u-nd erhalten ein anderes Parteiblattt geliefert oder lesen ein anderes Blatt in Postabonnement. Ein bestimmtes Blatt zu empfehlen, bleibt den Kreisen vorbehalten. Außerdem werden die Parteimitglieder über alle politischen und wichtigen Berliner Ereignisse durch regelmäßig erscheinende Flugblätter oder Zirkulare des Bezirks- resp. der Kreisvorstände aus dem laufenden gehalten. Ebenso müssen die Ersatzzeitungen verpflichtet werden, die Berliner Verhältnisse genügend zu berücksichtigen. Gleichzeitig beaustragt die Verbands-Generalversammlung den geschästssührcitdeit Ausschuß, die Beschaffung eines neuen, den politischen Anschauungen der Berliner Arbeiterschaft ent- sprechenden Organs in die Wege zu leiten.' Herbst vom Zentralvorstand sprach gegen die Resolution. Er empfahl, dieselbe zurückzustellen. Der Zentralvorstand werde am Montag eine Sitzung mit den Kreisvorsitzenden abhalten, um die Vorschläge, welche die Kreise in dieser Angelegenheit machen, ent- gegenzunehmen und sie der Berbmidsgeneralversammlung am nächsten Sonntag vorzulegen. Die hier vorgelegte Resolution des Kreisvorstandes werde den Zweck, den sie verfolge, nicht erreichen. Wenn dem„Vorwärts' durch einen Boykottbeschluß 29 999 Avon- nenten verloren gingen, so würde man dadurch den Parteivorstand doch nicht kbetli kriegen. Julian Borchardt wandte sich gegen den vom Genossen Herbst vertretenen Standpunkt. Mit diplomatischem Vorgehen sei hier nichts zu machen. Der..Vorwärts' sei kein sozialdemokratisches Blatt mehr und gehöre deshalb in keine Arbeiterwohnung. Der Par- teivorstand benutzt unser Geld, um uns zu bekämpfen. Deshalb müssen wir uns fragen, wie lange wir unser Geld noch dafür geben sollen. Wir müssen zeigen, daß wir für den Parteivorstand kein Geld mehr übrig haben. Deshalb beantrage ich, der Verbands- gcncralversammlung zu empfehlen, dem Parteivorstand keine Bei- träge mehr abzuliefern. F r a s s e k empfahl die Annahme der von der vorigen Ver- bandsgeneralversammlung abgelehnten Resolution Luxemburg, welche besagt, daß die Berliner Genossen mit den oppositionellen Genossen im Reiche in Verbindung treten sollen zwecks gemein- samer Maßnahmen gegen die Gewaltpolitik des Parteivorstandes. K a u t s k y bezeichnete das Vorgehen des Parteivorstandes als einen Akt der Gewaltpolitik und sagte, der Parteivorstand regiert nicht auf Grund der Demokratie, sondern auf Grund seiner Macht. Deshalb können wir thm nur unsere Macht entgegensetzen. Das ist aber nur möglich, wenn wir uns nicht untereinander streuen, sondern geschlossen handeln. Die Resolution Luxemburg ist ein Versuch, die Opposition besonders zu organssieren. Das darf nicht geschehen. Innerhalb der Partei müssen wir die Opposttion gegen den Parteivorstand führen. Wir dürfen nichts tun, was uns außerhalb der Partei stellt. Ich halte es auch für voreiltg. wenn wir uns durch die Annahme der Resolution des Kreisvorstandes heute schon festlegen würden. Solange Aussicht vorhanden ist, den Parteivorstand innerhalb der Redaktion zu bekämpfen, dürfen die Redakteure nicht hinausgehen. Auch mit dem Boywtt des-Bor- wärts" schlägt der Kreisvorstand einen verkehrten Weg ein. Ich empfehle, die Resolution des Kreisvorstaiches der Verbandsgeneral- Versammlung als Material zu überweisen.� Im weiteren Verlauf der Diskus, lon vertraten noch eine Reihe von Rednern den in der Resolution des Kreisvor- staudes zum Ausdruck gebrachten Standpunkt. Unter anderem wurde darauf hingewiesen, daß ja die Gruppe Groger-Thurmv in ihrer Versammlung in der Neuen Philharmonie ruckhaltlos gesagt habe, daß sie den„Vorwärts" nicht mehr empfehlen können, weil er ihre Meinung nicht vertrete. Darauf hätten dann in einem Ort 15 Gewerkschaftsbeamte den„Vorwärts' abbestellt. Man dürfe sich nicht scheuen, ebenso vorzugehen wie die andere Seite. Einige Redner machten dem Zentralvorstand den Vorwurf, daß er nicht einen eigenen Antrag in der„Vorwärts'-Angelegenheit formuliert und den Kreisen zur Besprechung vorgelegt habe. Es sei verkehrt, erst die Vorschläge der Kreise abzuwarten. Herbst verwahrte den Zentralvorstand gegen diesen Vovourf und betonte, daß ja die schon rwähnte Sitzung mit den Kreisvor- ständen stattfinde und ein Antrag an die Verbands-Generalversamm- lung gebracht werden solle, der weiter gehe wie der Antrag des Kreis- Vorstandes. Näheres hierüber könne jetzt noch nicht mitgeteilt werden. Darin herrsche volle Uebereinssimmung, daß der Kampf gegen die Ueberrgiffe des Parteivorstandes geführt werden müsse. Nachdem die Diskussion beendet war, berichtete die Mandats- Prüfungskommission, daß 22 Orte durch 92 Delegierte vertreten und 29 Orte unvertreten sind. In 4 von den letzteren Orten besteht kein Verein mehr und die Übrigen sind kleine Orte mit unbedeutenden Mitgliederzahlen. Die Abstimmung über die vorliegenden Anträge hatte folgendes Ergebnis: Die Resolution deS Kreisvorstandes wurde mit 95 gegen 6 Sttm- wen angenommen. Die mit einer kleinen Ergänzung versehene Resolution Luxem- bürg wurde gegen 4 Stimmen angenommen. Sie lautet: „Das Verhalten des Parteivorstandes gegenüber der Re- daktion des'Zentralorgans„Vorwärts"; sein Gewaltstreich in Duisburg; seine Mitwirkung an den Parteiwirren im Frank- furter Agitationsbezirk und in Bremen; der Versuch, die dem Parteivorstand mißliebigen Mitglieder der Kontrollkommission binauszudrängen; die Parteinahme für den abgesetzten Kreisvor- stand von Teltow-Äeeskow; endlich der mit der preußischen Landeskommsssion ausgeführte Handstreich gegen die Berliner Genoffen, sowie das unerhörte Attentat gegen die Berliner Ar- beiter, deren Organ der Parteivorstand, entgegen dem Willen der Berliner Genossen, in den Dienst der imperialistischen Politik ge- stellt hat— alles dies hat bewiesen, daß der Parteivorstand nicht mehr als Organ der sozialdemokratischen Politik funktioniert, son» dein als Organ der Regierungspolitik. Der Parteivorstand erweist sich damit als eine Gefahr für den Bestand der Organisation, die politische Macht und den sozialistischen Geist der Partei, eine Gefahr, deren systematische Bekämpfung dringende Pflicht aller Genossen ist, denen die Grundsätze des internationalen Sozia- lismu- und die Zukunft der Arbeiterbewegung am Herzen liegen. Die Verbandsgeneralversammlung beauftragt den Groß- Berliner Zentralvorstand, sich mit anderen Kreisen im Reich, die gleichfalls unter der zerrüttenden Politik des Parteivorstandes zu leiden haben, ins Einvernehmen zu setzen, um gemeinsam über organisatorische Abwehrmaßnahmen zur Rettung der Partei zu beraten." Mit 79 gegen 39 Stimmen wurde ein Antrag Borchardt an- genommen: „Die Kreisgeneralversammlung beschließt— vorbehaltlich der Zustimmung der Ortsvereine— bei der Verbandsgeneralversammlung zu beantragen, daß die Genossen von Groß-Berlin dem gegenwärtigen Parteivorstand keine Beiträge mehr zahlen, weil er das ihm anvertraute Geld zur Bekämpfung des Sozia- lismus verwendet." Ferner wurden noch folgende von Koch gestellte Anträge an- genommen: »Für den Fall, daß die Verbandsgcneralversammlung von Groß �Berlin in ihren Aktionen gegen den Parteivorstand ver- sagt, beauftragt die heutige Kreisgeneralversammlung den Vor- stand, die heute angenommenen Anträge in der„Borwärts'-An- gelegenheit selbständig durchzuführen." „Die Kreisgeneralversammlung beantragt beim Zentralvor- stand, alle Angestellten im„Vorwärts"-Unternehmen. die dem Beschluß der Breßkommission systematisch und ausdrücklich zuwider- handeln, sofort durch solche Angestellte zu ersetzen, die sich bereit erklären, ihre Pflicht, sich im Sinne ihrer Auftraggeber zu be- tätigen, zu ernillen." „Für Beschlußfassung erfolgreicher Maßnahmen gegenüber der Willkürmaßnahme des Parteworstandes beim letzten„Vor- wärtL'-Verbot verlangen die Versammelten eingehende instruktiv aufklärende Mitteilung über das Eigentums- und Verfügungs« recht der Berliner Arbeiterschaft am gesamten„Vorwärts"-Uliter- nehmen. Die Generalversammlung verlangt diese Mitteilung in der nächsten Verbandsgeneralversammlung." In einem besonderen Punkt der Tagesordnung nahm die Ver- sammlung Stellung zu den bevor st ehcndcn Gemeinde- Wahlen. Solche sind diesen Herbst in Neukölln, Köpenick und Wilmersdorf vorzuirehmen. Auf Antrag de? Kreisvorstandes be- schloß die Versammlung, daß überall in den Wahlkampf einzutreten und derselbe nicht nur gegen die bürgerlichen Parteien zu führen ist, sondern«chh gegen diejenigen Parteigenossen, die sich von der Kreisoranisasion abgesplittert haben und einer Sonderorganisation angehören. « Bereits früher, als die Frage der Beitragssperre auftauchte. haben wir uns gegen diese aussprechen müssen. Die Generawcrsamm- lung Groß-Berlins zeigte, daß die überwältigende Mehrheit der Aer- liner Genossen auf demselben Standpunkt steht.(z) Mus Groß-öerlin. Ersparung von Belcuchtungsstoffen. Amtlich. Berlin, 23. Oktober. lW. T. T.) Der Ober- Befehlshaber in den Marken erläßt folgende Bekannt- m a ch u n g: Zur vermehrten Ersparung von BeleuchtungS« st o f s e n will ich den Versuch machen, in demselben Umfange, in dem ich bisher schon den Fonfall der Beleuchtung an mit Pferden bespannten Fuhrwerken freigegeben hatte, auch für Fahrräder die Fortlassung der Beleuchtung zu gestatten. Auf Grund des§ 4 deS Gesetzes über den Belagerungszustand bestimme ich daher für das Gebiet der Stadt Berlin und der Pro- vinz Brandenburg: 8 1. In Gebieten, in denen ein ausgebautes und wäh rend der Dunkelheit dauernd hinreichend beleuchtetes Straßennetz besteht, ist bis aus weiteres die Forllassung der Beleuchtung an mit Pferden bespannten Fuhrwerken und Fahrrädern gestattet. Die entgegenstehenden polizeilichen Vorjchnften treten insoweit außer Kraft.' 8 2. Die Bestimmung deS 8 1 gilt ohne weiteres für den Landes« polizeibezirk Berlin und für die Gemeinden imKreiseTeltow Berlin— Britz, Berlin— Dahlem, Berlrn— Friedenau. Berlin— Grunewald, Berlin— Johannisthal, Berlin— Lankwiv, Berlin— Lichterfelde, Berlin— Biariendorf, Berlin— Niederschöneweide, Berlin— Schmargendorf, Berlin— Steglitz, Berlin— Tempelhof, Berlin— Treptow. im Kreise Niederbarn, m Berlin— Pankow, Berlin-Reinickendorf, Berlin— Weißenwe. ß 3 Außerhalb des im 8 2 bezeichnelen Bezirks bestimmt der Regierungspräsident oder mir seinee Ermächtiaung der zuständige Landral oder Oberbürgermeister den Umfang der Gebiete, für die £ 1 in Kraft treten soll, und den Zeitpunkt deS Jnkrafttrelens. § 4. Soweit Bestimmungen im Sinne des ß 3 schon aus Grund der Bekanntmachungen vom 3. November 1915(O. Nr. 43 579) und 18. November 1915(O. Nr. 59 463) ertasten worden find, bleiben sie mit der Maßgabe in Kraft, daß an Stelle der vorgenannten Ver- ordnungen der 8 k dieser Bekanntmachung tritt. In den beireffendcn Gebieten darf also nunmehr ohne weiteres auch an Fahrrädern die Beleuchtung fortgelasien werden. § 5. Diese Bekanntmachung tritt mit dem 1. November 1916 in Kraft.. Mit dem gleichen Tage treten die Bekanntmachungen vom 13. Oktober 1915(O. Nr. 44 583), 3. November 1915(O.Nr. 43579) und 18. November 1915(O. Nr. 59 463) außer Kraft. Mehlverteilung an die Bäcker. Der Magistrat veröffentlicht folgende Mitteilung „Durch die Presse geht die Nachrudt, daß rn der Ouartalssitzung der Berliner Bäckerinnung am 23. d. Mrs. Klage über dre neuerlich eingeführte Verteilung von Weizen- und Roggenmehl erhoben worden sei. weil die Behörde neuerdmgS den Bäckern noch weniger' Weizenmehl im Verbäimis zum Roggenmehl ztM-eue als früher; es wurde die Erwartung°usgespr°ch-n. datz d,e Beborde d,e„alte" Verteilung beibehalten werde. Damrt dre Oessenillchkeri durch un- richtige Angaben nicht irregeführt werde. ,et folgendes bemerkt: Am 16. Oktober wurde un Interesse der Brotverbenerung und der besseren Verteilung der beiden Gebäckarlen die Ausgabe von Mrschmehl anstatt Roggenmehl eingesübrl; dieses Mischmehl enthält bereits den früher vorgeschriebenen Zuiatz von Weizenmehl zum Roggenmehl, so daß also das zur Herstellung des Schwarzbrote» erforderliche Weizenmehl den Bäckern nicht mehr besonders zu- gewiesen werden braucht. Weizenmehl erhallen die Bäcker jetzt aus- schließlich zur Herstellung von Weißbrot. Die Summe des somit teils in Form von reinem Weizenmehl und teils als Anteil am Mischmehl an die Bäcker ausgegebenen Weizenmehls hat sich demnach gegen früher nicht verändert. Wenn die Bäcker sich jetzt grundlos darüber beschweren, daß sie infolge dcrLiefcrung an Mischmehl zu wenig Weizenmehl erhielten, so muß daraus geschlossen werden, daß diese Bäcker bisher dem Roggenbrot nicht die behördlich vorgeschriebene Menge Weizenmehl zugesetzt haben, vielmehr das ihnen dafür be- willigte Weizenmehl unzuläisigerweise zur Herstellung von Weißbrot oder gar von Kucken verwendet haben, während jetzt dw Bei- Mischung in vorgeschriebener Höhe durch die Lieferung des Misch- mchls sichergestellt ist. Die Folgen der Neuregelung erscheinen somir hiernach und nach den bisherigen Erfahrungen der Praxis keineswegs als ungünstig, sondern entsprechen durchaus den Absichten der Behörde, die nach wie vor die Interessen der Voiksernährung an erste Stelle rücken wird."___ Gegen Zwcckverband und Straßenbahn. Die Liberale Fraktion der Schönebergcr Sladiverordneten- Versammlung bat bei der Stadtverordnetenversammlung in Verfolg ihres bereits im vorigen Jahre gegen die Tarifcrbökungsabsichlen der Großen Berliner Straßenbahn gefaßten Beschlusses beantragt, den Magistrat zu ersuchen, mit aller Entschiedenheit auch gegen die unzeitgemäßen Pläne zum Erwerbe der Großen Berliner Straßen- bahn durch den Jweckvcrband aufzutreten und die Erwartung auS- zusprechen, daß die Vertreter Schönebcrgs in der Verbandöversamm- lung in diesem Sinne mit allem Nachdruck wirken. Auch in andern Gemeinden wird in den nächsten Tagen gegen die die Bevölkerung stark belastenden Pläne im Verkehrswesen Front gemacht werden. Teure Knochen! In der Prenzlauer Straße verkauft eine Schlächterfrau Knochen unter der Bezeichnung: Hammelsüße, das Stück zu 25 Pf. Der Geschäftsführer der Schlächterfrau soll auf dem Viehhofe die Mög- lichkeit haben, täglich eine große Menge von Hammeliüßen für das Geschäft zu erhallen. Von weit und breit karnen die Leute, um in Ermangelung von anderem ihr schweres Geld für die Knochen an- zulegen, um Gemüse kochen zu können. Eine Leserin schreibt uns, daß vier Stück solcher Füße, für die sie 1 M. bezahlt habe, 8/4 Psund gewogen hätten, es seien aber nur Knochen. Und der Höchstpreis für Knochen betrage nur 50 Pf. Es wird jetzt die Preisfrage ent- stehen: Sind die Knochen von Haminelfüßen Knochen oder sind sie es nicht? Die Talsache bleibt bestehen, daß hier das Publikum in unerhörter Weise zahlen muß. Sccsischprcise. In ihrer letzten Sitzung hat sich die Preis- prüfungSslelle Groß-Berlin enieut mit den Pieisen der Seefische, für die täglich Richtpreise festgesetzt werden, beschäftigt. Tie dem Klein- Handel einschließlich des Nutzens zukomniendcn Aufschläge aus die Großhandelspreise werden zum Teil neu geregelt. Als angemessen wurde bei einem Großhandelspreise bis zu 40 Pf ein Ausschlag von tO Pf. und bis zu einer Mark ein solcher von 25 Proz. festgestellt. Beträgt der Großhandelspreis für das Pfund mehr als 1 M., so soll dem Kleinhandel statt des bisherigen Ausschlages von 25 Proz. nur ein Betrag von 30 Ps. für das Pfund betvilligt werden. Bei Kabeljau im Ausschnitt ist mit Rücksicht auf die großen Abfälle, welche die Verteilung des Fisches mit sich bringt, dem Kleinhandel gestattet, den für den Großhandel maßgebenden Preis um 40 Ps. für das Psund zu erhöhen. Diese Neuregelung führt zu einer Verbilligung der Fische mit einem Großhandelspreise von mehr als einer Mark, während bei den übrigen Fischen die bisherigen Grundsätze für die Preisbildung beibehalten sind. Die Richtpreise für den Kleinhandel werden nunmehr in Ueber- einsliinmung mit diesem. Beschlüsse der'PrcisprüsuiigSstdlle festgestellt und veröffentlicht werden. Kleinhandelspreise für frische Seefische bester Qualität für Mittwoch, den 25. Oktober ILliZ. Schellfische, klein(bis 8/4 Pfund) l.lXZ M., mittel(von'li bis 1 Pfund) 2,10 M., großmittel(von 1 bis l1/* Pfund) 2,20 M., große(von 1*/. Pfund und mehr) 2,30 M.;. Kabeljau, klein(bis IVa Pfund) 1,40 M., mittel(von IV.j bis 4 Pfund) 1,50 M., große (von 4 Pfund und mehr) 1,60 M.. ohne Kopf(im Ausschnitts 2,20 M.; Schollen, kleine(bis zu Psund) 1,06 M.(Zufuhr Schellfische knapp. Kabeljau etwas reichlicher.) Zwei tödliche Eisenbahnunfälle. Auf dem Bahnhof Ruhlcben ist am Montag naHmittag der 44jährige Eisenbahnarbeiter Hermann Fischer aus der Schürstraße in Spandau tödlich verunglückt. Er war mit dem Anzünden der Lampen beschäftigt und überschritt dabei ein Vorortgleis, auf dem gerade ein Zug herannahte, dessen Annäherung F. nicht bemerkt hatte. Der Arbeiter wurde von der Maschine ersaßt, Übersohren und aus der Stelle getötet.— Ein zweiter tödlicher Unfall ereignete sich am Sonntag auf dem Gelände der Munittonssabrik in Spandau. Die dort beschäftigte Arbeiterin Sens aus der Jagowstr. 1 wollte, als sie nach Feierabend sich auf dem Nachhausewege befand, zur Ab- lürzung des Weges die Gleise der Abschlußbahn überschreiten, ob- wohl sie einen Zug herannahen sah. Die S. hatte jedoch die Ent- fernung überschätzt und wurde von der Maschine ersaßt, umgerissen und geriet unter die Räder der Lokomotive, die über sie hinweg- gingen. Die Arbeiterin wurde ebenfalls auf der Stelle getötet. Unentgeltliche Lcdcradgabc für Unbemittelte in Karlshorst. Die Gemeinde FriedrichSfclde-Rarlshorst beabsichtigt, ihren bedürftigen Bewohnern Leder unentgeltlich zu liefern. In einer Versammlung der Schuhmachermeisler der Gemeinde teilte Bürgermeister Ungewilter diesen Plan mit und gab gleichzeitig die Bedingungen bekannt, unter lren•�'e Gemeinde Sohlenleder überwiesen erhält. Es wird be- absichtigt, den bedürftigen Einwohnern Sohlenleder unentgeltlich zu cm Ün ,lln!! außerdem die Kosten des Besohlens zu übernehmen. Minderbemittelte erhalten ebenfalls Sohlenleder unentgeltlich, die Besohlens ihnen außerdem die Hälfte der Kosten des ,{fi" i�lifher Sttaßcnunsall hat sich am Montagabend gegen ' k iihr bet Gllichiner Straße ereignet. Dort sprang in der Nähe des Patentamtes eine bisher noch unbekannte, etwa 40jährige Frau trotz der Warnung der Schaffnerin vom Hinterperron eines Straßenbahnwagens der Linie 1 während der Fahrt ab und kam zu Fall. Bei dem Sturz aus das Slraßenpflastcr erlitt sie eine schwere Kopfwunde.>;m Krankenhaus in der Gitschiner Straße, wohin die Verunglückte gebrackl wurde, ist die?�rau, deren Person- lichkeit mangels jeglicher Ausweise bisher nicht ermittelt werden konnte, bald nach ibrer Aufnahme der Verletzung erlegen. Ern zweiter schwerer Unfall trug sich am Montag nachmittag >m Nordotten der Stadt zu. An der Ecke der Landsberger Allee ynd der Tilsiter Straße stürzte der 54jäbrlge Kaufmann Wilhelm Marx vom Vorderperron des Triebwagens eines Straßenbahnzuges der Linie 81 und erlitt einen Schädelbruch. Der Verunglückte wurde "ach dem Krankenhause am Friedrichshain gebracht. Kleine Nachrichten. 15 000 Reichsfleischkarten erbeuteten Ein- brecher in der Nacht zum Montag bei der Brolkommission in der Starnberger Sir. 8 zu Scköneberg. Es sind Karten, die vom 30. d. M. an gelten. Ihre Nummern beginnen mit 60 000. Tie Ein- brecher nahmen außerdem 500 rote Kartoffelkarlen von Nummer 1650 ~ dem unbebauten Gelände in der Fortsetzung der Werra- straße in Neukölln fanden spielende Kinder ein Palet aus grauem Packpapier und den Vorderteil eines Frauenhemdes, das die Leiche eines neugeborenen Mädchens enthielt.— Nahrungsmitteldiebe er- beuteten in der vergangenen Nacht in der Ublandstr. 49 aus dem Schaufenster der Handlung von Klawe für 700 M. Oclsardinen, Heringe in Tomaten und Speiseöl, in der Carmerstraße 9 für 600 Mark Schmelzbutter, Rotwein, Sekt und Ungarwcin. — Einsam gestorben ist die 67 Jahre alte Almosenempfängerin Witwe Wilhelinine Voß geb. Pfeiffer, die für sich allein im Keller des Hauses Adolsstr. 3 hauste. Weil sie länger nickt mehr zum Vorsckcin kam, so sah sick die Hauswirtin gestern nach ihr um und fand sie tot und schon erstarrt auf ihrem Lager auf Lumpen liegen. — Rasch aufgeklärt wurde ein großer Teppichdiebstahl, über den lmr berichteten. Ein Hausdiener des Kaufmanns Zacouto sollte am ver- gangcnen Mittwochabend für 15 000 M. Tcppiche von Charlotten- bürg nach der Kaiscr-Wilhelm-Straße abholen. Er kam spät zurück und berichtete, daß ihm am Potsdamer Platz, während er ausgetreten fei, der Wagen mit der werlvollen Ladung gestohlen worden sei. Den Handwagen fand man leer in der Mulackstraße wieder. Jetzt hat sich berauegestellr, daß der Hausdiener selber die Ladung beiseite gebracht hat.— Drei gefährliche Hotcldicbe, die seit einiger Zeit hier ihr Unwesen trieben, wurden jetzt von der Kriminalpolizei ent- larvt und unschädlich gemacht.— Mit Gas vergiftet hat sich die Kaiserslroße 19/20 wohnende Frau des Klempners Mielle mit ihrer achtjährigen Tochter. Als der von der Arbeit heimkehrende Gatte die verschlossene Wohnung öffnen ließ, gaben beide nur noch schwache Lebenszeichen von sich; sie wurden nach dem Krankenhause am Friedrichshain gebracht, wo das Kind gestorben ist. Verloren bat Sonntag abend 10l/2 Uhr in der Voigtstraße zwischen Frankfurter Allee und Riaaer Straße eme Krieaerfrau ihren Pom- dadour, Inhalt 78 M.> ein Kneifer und Schlüffel. Ein Beamter vom 108. Polizeirevier sah, wie der Pompadour von einem Herrn und einer Dame aufgehoben wurde. Die ehrlichen Finder werden gebeten, den Fund gegen Belohnung abzugeben bet Mamjcheck, Vvigtstr. 6, Hof parterre, oder auf dem 108. Polizeirevier. Die Verliererin steht durch den Verlust jetzt mittellos da. f\\XQ den Gemeinden. Kartoffelvcrs orgung in Neukölln. Aus Neukölln wird uns geschrieben: .Der Magistrat von Neukölln hat eS für nötig gehalten, in der Presse daraus hinzuweisen, daß die Bevölkerung unberechtigte Be- sckwerden über die Beschaffenheit der von der Stadt gelieferten Kar- löffeln vorgebracht habe. Mir scheinen die Beschwerden sehr be- gründet. Die Bevölkerung hat das unbestrittene Recht, von der Stadt, eher als von jedem Privathändler, mit einwandfreier Ware bedient zu werden, daran ändern auch alle Hinweise aus Wilterungsverhältnisse und Sachverständige nichts. Der ohne- hin hohe Preis von 5.50 M. pro Zentner entspricht durchaus dem Preise für reguläre Ware. Bei jedem Privathändler hat man das Recht der Abnahmeverweigerung, wenn die Ware nicht einwand- frei geliefert wird. Bei der Stadtlieserung befinden sich die Besteller aber in einer argen Zwangslage: entweder die Kartoffeln abzunehmen, ganz gleich, ob noch so viele verfaulte oder sonstwie verdorbene Kartoffeln dabei sind. oder auf die ihnen im voraus entzogenen Teile der Kartoffelkarten zu verzichterr. Möge doch die Stadt die Auslese der Kartoffeln vor- nehmen und den Verlust tragen als allgemeine Unkosten, und nicht den einzelnen Bürgern diese Last auch noch auf- erlegen. Wenn die Stadt den Abnehmern zumutet, bis zu ein Viertel Schwund stillschweigend hinzunehmen, so verteuert sie dieses notwendige Nahrungsmittel um ein Viertel, das heißt um 1,37 M. zirka pro Zentner und wird durch diese scheinbare Fürsorge der Zentner aus zirka 6,87 M. statt 5,50 M. kommen, was einer sonst so scharf bekämpften Prcisüberschreitung gleichkommt. Kanu aber. die. Stadt eine Auslese nicht selbst vornehmen, so sollte sie"den"Prc!S� erniedrigen, damit der Schäden, der durch den Schwund entsteht, ausgeglichen wird. Ein Privathändler, der bewußt für minderwertige Ware denselben Preis fordert, wie für gute reelle Ware, wäre als Wucherer zu betrachten.' Man braucht gar nicht so weit zu gehen und von der Stadt zu verlangen, daß sie die Unkosten für ausgelesene schlechte Kartoffeln tragen soll. Bei dem zu zahlenden Preise kann die Stadt von den Lieferanten eine einwandfreie Ware verlangen, so daß sie selbst vor Schaden geschützt ist und auch das Publikum keine Nachteile erleidet. Jedenfalls kann für gutes Geld auch gute Ware verlangt werden. Volksspcisung in Reinickendorf. Am Montag, den 30. Oktober, eröffnet die Gemeinde die von ihr errichteten K r i e g S s p e i s e h a I l e 1, in der Residenz- straße 124(Restaurant Sadau), Hauiotterstr. 43(Restaurant Metze), Berliner Str. 113(Restaurant Otto), Eickbornstr. 18(Restaurant Krause). Die Ausgabe erfolgt täglich in ganzen und halben Portionen von ll>/z bis IVs Uhr mittags. Die Bezahlung(ganze Portionen 45 Pf., die halbe 23 Pf.) erfolgt täglich bei der Speisen- entnähme. Die Anmeldung zur Teilnahme hat bei der zuständigen Brot- kommission vom Montag bis Mittwoch der Woche zu erfolgen, die der voraufgeht, in der die Teilnahme an der Massenspeisung beabsichtigt loird. Sonntags kann nur berücksichtigt werden, wer am Freitag bereits für den Sonntag bezahl! hat. Es wird erwartet, daß die vcrab- folgten Speisen in der Wohnung verzehrt werden, doch kann aus- nahmsweise von solchen Personen, die dazu genötigt sind, das Essen an Ort und Stelle verzehrt werden. Sitzplätze zum Einnehmen der Mahlzeiten und einfache Speifegeräte werden zu diesem Zwecke bereitgestellt. Bei Bestellung der Portionen werden pon den Brotkommissionen von der vorzulegenden Flcischkarle 7 Abschnitte bei ganzen, 3 Abschnitte bei halben Portionen, von der Kartoffel- karte 4 Abschnitte bei ganzen und 2 Abschnitte bei halben Portionen abgetrennt. Die Ausgabe deS Essens erfolgt gegen Vor- legung der von der Brotlommission ausgegebenen Speisekarte. Nach Abtrennung der Tagesabschnitte und Bezahlung erhält der Bezieher eine Spciiemarke, die zur Entnahme der Speisen berechtigt. Wir weisen noch darauf hin. daß die Anmeldung zur Teilnahme an der am kommenden Montag beginnenden Speisung noch heute zu erfolgen hat._ Die Zuckerkartr in Schöncberg. Um die Zahl der Karten nach Möglichkeit zu vermindern, werden in Schöneberg besondere Zucker- karten nickt mehr verteilt, sondern es werden in Zukunft durch Säulenanschlag bestimmte Abschnitte der Lebensmittelkarte für den Zuckerbczug aufgerufen. Die E i n m a ch e z u ck e r k a r t e n, und zwar sowohl die 5-Pfundkarteil der ersten, wie die Postkarlen der 2. Eiumachezuckerverteilung können nur noch bis 1. November ein- gelöst werden. Kindcrvcranstaltnngcn in Neukölln. Am Sonnabend, den 28. Ok- tober, nachmittags 3 Uhr, findet in den Stern-Lichtspielen, Hermann- straße 49(früher Bartsch) eine Kinovorstellung tür Kinder statt. Ein- tritt für Kinder 5 Pf., für Erwachsene zur Begleitung 20 Pf. Das Programm ist ei» ausgewähltes und durchaus gediegenes. Es wird deshalb um zahlreichen Besuch gebeten. Elntritiskarten sind zu haben im Bureau des Wahlvcreins, Neckarslr. 3, in der Spedition Siegftiedstraße und an den einzelnen Spielstellen. Soziales. Die Tenerungszulage» bei der I. C. P5. A. In einer vor der Kammer 5 des Gewerbegerichts aus- gefochtenen Klage gegen die Imperial- Continental- Gas- Assoziation(englische Gaswerke) handelte es sich darum, ob eine gewisse Arbeitergruppe von. der Gewährung der ersten Tcucrungdzulage ausgeschlossen ist. Unter Berufung aus das Vorgehe» der Berliner städtischen Gas- werke hat die I. C. G. A. den Arbeitern ihres Betriebes dreimal eine Teuerungszulage gewährt, wie es auch in den städtischen Gaswerken geschehen ist. Die erste Zulage wurde am 26. Fe- bruar 1915 bewilligt. In dem betreffenden Aushang heißt es. daß die Zulage allen Arbeitern des Betriebes gewährt wird. Jn derGas- messerfabrik der I. C. G. A. wurde dieser Aushang nicht angebracht und drei Arbeitern der Gasmcsserfabrik ist die erste Zulage nicht gezahlt worden. Die zweite und dritte Zulage erhielten sie dagegen. Ter Kläger, ein bis vor kurzem in der Gasmcsserfabrik beschäftigt gewesener Klempner, forden mit der Klage Nachzahlung der ersten Teuciunzszulage. Er berief sich darauf, daß sich die Bekanntmachung der Direktion auf das Vorgehen der Stadt Berlin berufe und daß in den städtischen Gaswerken die Arbeiter der Gasmesserfabrik nicht von der Zulage ausgeschlossen seien, und daß auch die Bekannlinachung der BeNagten allen Arbeitern die Zulage gewähre. Der Kläger behauptete, die erste Zulage sei den Arbeitern der Gasmesserfabrik auf Betreiben des Leiters derselben vorenthalten worden als Strafe dafür, daß diese Arbeiter— gelernte Handwerker— sich weigerten, im Gaswerk Kohlen zu schippen und dergleichen. Dagegen gab der Vertreter der beklagten Gesellschaft an, die Arbeiter der Gasmcsserfabrik seien aus ausdrücklichen Beschluß der General- dirckiion von der ersten Zulage ausgenommen worden, weil sich die Gasmcsserfabrik nicht rentierte und zu jener Zeit die Absicht bestand, sie eingehen zu lasieu. Das Gericht wies die Klage mit der Begrün- d u n g a b: Es möge ja sein, daß es ein unbilliges Verfahren sei, wenn die Arbeiter der Gasmesserfabril von der Zulage ausgeschlosscii wurden. Doch nicht darüber, sondern nur über die Rechtslage habe das Gericht zu entscheiden. In rechtlicher Hinsicht liege es aber so, daß dem Kläger und den Arbeitern seiner Kategorie die erste Teuerungszulage nicht gewährt woidcn sei. Daß die Bekannt- machung der Direktion dnrch cigenmächliges Verhalten des Leiters der Gasmeffeifabrik nicht ausgehängt worden sei und er damit den Absichten der Direktion zuwidergehandelt habe, sei nicht erwiesen. Auch ein Ruhegehalt. In dem Dorfe Langenau im Streife Görlitz mußte der 75 j ä h r i g e Amtsdiener und Gemeindebote Hamann wegen seines hohen Alters und wegen Krankheit seinen Posten niederlegen. Er hat 35 Jahre lang der Gemeinde treue Dienste geleistet. Dafür be- willigte ihm die Gemeindevertretung ein Ruhegehalt von jähr- lich— 50 Marli_ Mus aller Welt. Grubenunglück. Auf der Zech«„Kaiserstuhl' bei Hernes. W. wunden am Montag mehrer« Arbeiter verschüttet. Zivei Arbeiter sind tot. Mißbrauch der Fcldpost-Portofrciheit. Um das Porto zu sparen, hatten eme Schneiderin und eine Arbeiterehefrau in Hai- b e r st a d t Priese und Postkarten mit dem Namen eines ihnen bekannten Wehrmannes als Absender versehen und als„Feldpost" aufgegeben. Vor Gericht suchte sich die Schneiderin damit heraus- zureden, sie habe geglaubt, während der Kriegszeit könne jeder Feldpost schreiben. Di« Halberstädter Strafkammer erachtete schwere Urkundenfälschung in Verbindung mit Betrug als vor- liegend und verurteilte die Schneiderin zu zwei Wochen, die Arbeiterehcsrau, welche von der anderen verführt war, zu zehn Tagen Gefängnis. Französische Meldungen. Nach dem„Temps" ist in Paris eine große Schwefelsäure- und Salpeter säurefabrik durch Brand zerstört worden. In Trohes traten die Ar- heiter weiterer sechs Fabriken in den Aus st and. In Mar- seille ereignete sich ein schweres Straßenbahn unglück, mehrere Personen wurden getötet und über 30 verwundet. parteiveranftaltungen. Wahlvcrci» Schöncberg. Statt des Exlra-Zahlabends am Mittwoch süidet am Freitag, den 27. Ottober, abends 8'/., Uhr, eine Mitglieder- versammlung im„Schwarzen Adler", Hauptstraße, statt. Tagesordnung: l. Bericht von der Kreisgencralversammlung. 2. Wabl der Delegierten zur Verbandsgenerawerjammlung.— Vollzähliges Erscheinen der Milfiliedcr ist notwendig. Witmersdorf» Wir erhalten vom Vorstand des Sozialdemokratischen Dahlvercins Wilmersdorf folgende Richtigstellung: Die Noliz in der Montagsausgaöe des.Vorwärts- über den Frauen- Icseabend in WUmcrsdors ist irreführend. Es hat kein Fraucnlcscabcnd des Soziaidcmolratischen Wahlvcreins Wilmersdorf stattgefunden. Gleichzeitig machen wir noch einmal aus die Mitglieder- Versammlung aufmerksam, die Mittwoch, den LS. Oktober, abends 9 Uhr, bei Schäfer, Ecke Mannheimer und Brandenburgische Straße, statt- findet. Vollzähliges Erscheinen ist notwendig. Marirndorf. Donnerstag, den 26. Ott ob er er., abends 8'/, Uhr, findet im Lokale des ffienossen Prcußer, Kursürstenstr. 44, unsere Generalversammlung statt. Pflicht eines jeden Genossen ist es zu erscheinen. Der Vorstand. Fricdrichöhagc». Heute abend 8>/» Uhr findet bei Wwe. Lerche, Fricdrichstr. 112, eine M l t g l i c d e r v e r! ä in m I u n g aller dem Gc- wcrlschajlskariell aiigeschlosscilcn(Äewertschaflen statt. Die Tagesordnung ist eine sehr wichtige. Vortrag des Gewerlschaftssekretärs Eugen Brückner über:„Tic Slriegöbcschädigtcnsürsorge unter besonderer Beachning des.Kricgsfürsorgctages in Köln. Karlslwrst. Lluhei ordentlicher Zablabend Mittwoch, den 25. Oktober, abends 8'/. Uhr, bei Perste, Ecke Prinz-Adalbett- und Nödelslraße. Tages- ordnnng:'Mitteilungen. Bericht von der außerordentlichen KreiSkonscrcnz und VercinSangelegcnhciten. Ln Ailbclracht der Polizeistunde wird pünktlich begonnen. Kaulsdorf- Biesdorf. Der gemeinsame Extra- Zablabend findet h e u t e, M i t t w 0 ch, d e n 25. O I t 0 b e r, abends 8>/z Uhr, in Kanls- dors,.Hönower Sttaße 5, Rcstamanl Hampel, statt. TageSordnuug:„Vorwärts- lonsilkt. Um vollzähliges und pünktliches Erscheinen ersucht ™.,™ Die Bezirksleitung. Borstnwaldc-Wlttcnan. Mittwoch, den 25. Oktober, abends 81/, Uhr, bei Wiih. Schulze, Schubartstr. 39, gemeinsamer Zahlabend. Jugenöveranstaltungen. Friedrichshagcn. Heute abend 8 Uhr findet im Jligendheim ein Vortrag des Herrn Felix Müller stall Was ist und ivgs will die Arbeitcr-Jugend? Die Eltern der Jugendlichen werden gebeten, ebenfalls anwesend zu sein. Oriefkaften üer Reöaktwn. Tie lurtstilche Sprechstunde sindel für«Ibonnenlea Lwdrnftr. S, IV. tos cechls. parterre, am Montag bis Freitag von t bis 7 Uor, am Sonnabend von b bis 6 Uhr statt. Jeder für den B r l e f l a st e n bestimmien Anträge ifl ein Buchstabe und eine Zahl als Merkzeichen beizusügen. Brieflich« Anlworl wird nicht erteilt. Antragen, denen leine Abonnemenlsauittung beigesügl ist, werden nicht bcantworlct. Eilige Fragen trage man in der Evrechstunde vor. Verträge, Schriststbcke und dergleichen bringe mar i» die Sprechstunde mtl. H. T. 43. Die Familienllnlerstübung wird neben der Rente noch drei Monate gezahlt, wenn Bedürftigkeit als vorliegend erachtet wird. Be- dürsligkcit muß in allen den Fälle» angenommen werden, in denen ein mit Militärrcnle Entlassener nicht gleich lohnende Beschäftigung erbält und seine Rente zum Unterhalt der Familie nicht ausreicht. 2. Nur bei ganz- lichcm Entzug der Rente kommt auch die Kricgszutage in Fortfall.— (?• R. 10. Die Wirtschast dürste in dies«» Falle als Eigentum des Ehe- Mannes gellen.— K. F. 51. Auch der Kricgersrau lann unter Ein- Haltung der im Mictsvertrage vorgesehenen Bestimmungen die Wohnung gekündigt werden. Um beurteilen zu köniicu, ob die Kündigung zu Recht erfolgt ist, würden wir Ihnen empfehlen, mit dem Kündigungsschreiben und dem Mietsvcrtrage zu uns in die Sprechstunde zu kommen.— H. 50. Wenden Sie sich an das nächste Polizeirevier.— W. 2. 100. Die Unterstützung kann, wenn Bcdürstigkcit als vorliegend erachtet wird, beiden gewährt werden.— Heim. 1000. 1. Die dortige Gemeinde wird wahrscheinlich leinen kommunalen Zuschlag zur Unterstützung zahlen, und so hat die Mutter leider nur Anspruch aus 7,50 M. Sie könnte daneben nur noch Anspruch auf Armenunlcrstützung erheben. 2. Beide haben als Einjähricie gedient.— S. W.. .VW. 8W. S. SO. tii Am 22. Mitglied Oktober starb unser i Kart Dummert. Die Beerdigung findet am I Donnerstag, den 26. Oktober,! nachmittags 2 Ubr, von der Leichen-! halle des Sieulöllner Gemeinde- FriedhoscS, Gotliieb- Dunkel- Straße, auS statt. Ehre ihrem Andeuke»! 25S/2 lZIe Ortsverwaltung.| Filiale CrroB-Berlln. Tonnerstag, den 26. Oktober, abends S1/« Uhr pünktlich, im„Gewerkschaftshaus"(Saal 4), Engelufer 15: General-Versammlung. Tagesordnung: 1. Geschäfts« und Kassenbericht für April/Juni 1916. 2. Vortraa des Kollegen Emil Dittmer über: Ter Kongress für Kriegsbeschädigtenfürsorge in Köln und die Aufgaben der Gemeinden. 3. Verbandsangelegenheiten. SS- Zutritt nur gegen Borzeiz««g des MitgNedSducheS! 34/20 Die Ortsverwaltung. 8. Zucht. Jmmanuelkirchitr. 12. A. Wolgast. Wattstraße S. ft. Fischer, Bastianstraße 6. Karl Mars. Greisenhagener Str. 22. I. Hönisch, Müllerstr. 34a. H. Bogel. Lorsing'tr. 8. Salomo» Josevh, Wilhelmshavener Str. 4». G. Schmidt. Bärwaldirr 42. St. Friu, Prinzenür. 31. H. Lehmann. Kottbnfer Twnnn 8. Paul Böbm, Laufitzer Platz 14II5. P. Horich, Engeluser 16. Adlorshoi. Karl Schwarzloie, Bismarckstr. 28. Bnnntsvknlrnn'vx. H. Hornig, Marienthaler Str. 18, I. BoraixwalNv. Paul Kieuait, Räuschstr. 10. Ol»ari<»tt«nkiirs. Gustav Scharuverg, selenbeimer Str. 1. Friedrichshagen. Ernit Büerkmanir, Köpenicker Str. IL. PirUnaa. Franz Klein, Friebrichslr. lv. d«li»nnl«t.kal. Max Gonschur, Parkstr. 23 Itarlalioral.. Herman» Pilling, Dönhoffstr. 28. Köpenick. Eiuil Wistler, Kietzerstr. 6, Laden. O-lclucnöcrx I. Otto Settel, Wartenbergilr. i. Lichtenberg II. A. Rosenkrauz, AI!-Boxhageu 56. Venköltn. M. Heiurtch, Neckarstr. 2. C. Rohr, Siegfried« siraße 28/2S. Vlcdcr-Schiincrcldc. Willi. Unruh, Brückenstr. 10. Vowarvc«. Karl Krähnberg, Eisenbahnstr. 10. Ohcr-Schöncn cidc. Alfred Baoer, WUHelminenhosstr. 17, Laden. Pankcrv. Otto RiffiNa!»», Mühlenstr. 30. Ii.clnlck«nd«rl. P. Gursch, Provinzstr. 56, Lade». SckönShcrx. Wtlbelitt Baumtev. Meininger Str. 9 im Laden. Spandau. Schuhmacher, Äreuefir. 64. Stcxilt». H. Bernste, Äijenslr. 5. Tempclhol. Iah. Krohn, Borussiastr. 62. Drcprov. Üioberl Grameuz, Kieivoizslr. 412, Ladeu Weihenaee. Gustav Nohlopf, Berliner Allee 11. Wiluiersdorl. Paul Schubert, Wils 1ms aue 27. seit I S 7 9 � � SÜ�EUHES? ' H AMBIJRG, X? Fern von der Heimat starb im Feldlazarett insolge seiner schweren Verwundung mein lieber Man», > unser guter Vater, Sohn, Bruder sund Schwager, der Wehrmann fto Bergemann Jns.-Regt. 377, 1. Komp. Im tiessten Schmerz Frau �aspsttig Bergemami nebst Kindern A »> Ii»,«»»»»», VEEdaiid dE? kiiiassdElte?. Ortsvorwallunz verlia. Allen Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege Max Granwald plötzlich verstorben ist. Die Beerdigung findet heute Mittwoch, nachmittags 8'/, Uhr. von der Halle des Städtischen FrtedhoseS in FriedrichSselde aus statt. Fahlreiche BeteMgung erwartet 76/16 Der Borstaud. Am 22. Oktober verstarb unser lieber Sohn Karl im Klier von T/, Jahren an einer schweren Lungenentzündung. DteS zeigt tiesbelrübt an Fri-i Westermann(zurzeit wi Felde) nebst Familie, Berliu-Lichtenberg, Hubertus str. 53 Beerdigung Donnerstag, nach- mittags 4 Uhr.— 3.40 Uhr ab Lichtenberg. mittags 4 Bahnhof Insolge eines im Weltkriege 1915 zugezogenen Leidens oer- schied am Sonntag, den 22. Oktober 1916, nachmittags 4 Uhr, unser Zweitältester Sohn und Bruder färlisr Sachs im Alter von 27 Jahren. Dies zeigen tiesbetrübt an August Sachs und Frau. Alfred Sachs, zurzeit im Felde. Adelbeid Sachs als Schwester, j 'Ulbert Sachs, zurzeit im Felde. Berlin-Rummelsburg, Türrschmidtstraße 6. Die Beerdigung findet am! Freitag, den 27. Ottober, nach- k mittags 3 Uhr, von der Leichen- i halle des Rummelsburger i Gemeinde-Frtedhose», Lückstrage, i aus statt. 1391d l Allen feinen lieben Kollegen l und Bekannten die traurige 1 Kunde, daß am 15. Oktober 191(5 1 Jim Gefecht der Klempner D»rtill Fetding i sein sungeS Leben lassen wußte.! Dies zeigt an seine tiesbetrllbte j | Schwester Martha Fettling. Fordern Sie beim Einkauf von Karmelitergeist in den Apotheken und Drogerien stets ausdrücklich CctTlllOl Carmol tut wohl. Ist Carmol in der von Ihnen in Anspruch genommenen Verkaufsstelle nicht zu haben und wird Besorgung abgelehnt, so wenden Sie sich bitte an uns, wir veranlassen dann, daß Sie Gewünschtes erhalten. Carraol-Fabrik, Rheinsberg, Mark. i Fabriken, Vereinen, Banken, sicherungSgesellschasten, die �ei!lnse!ltL-Lied85gLdLN versenden, biete(273/5 LrisjkaMN unS Rrikfimüen in Mappen usw. an. Vorleilbastesle Bezugsquelle: Papier-Böcker, Berlin W 9, Potsdamer Straße 20. «enrOnflet Ivos.< Aui w*hl»fi d ar ga □ uach ftaMeihalb g»g»i> AozaMuog. C-oontoga gaSllo«» 12—2 Ubr itikr.to i'igaren tlod.Q Pftsseadea in»ll.n Abtailang.n, BiSiige Preis®! Idanksagrans. Allen Verwandten, Freunden, Hausbewohnern, den Frauen des Wahl- Vereins, dem Deutschen Metallarbeiter- verband sowie Heirn Waldeck Manasse sür die trostreichen Worte bei der Be< stattung unseres lieben SohneS Fritz unseren herzlichen Dank. Fsmlllo Hoock, Fellestraße 6. Dankfagnng. Für die uns beim Hinscheiden meines liehen Mannes, unseres guten Vaters in so reichem Maße erwiesene Theilnahme sprechen wir hiermit allen Freundeu und Be- kannten, insbesondere dem Herrn Direktor sowie dem Personal der Berliner Vtlloria-Mühle, dem Sechsten Wahwerein des 590. Bezirks und dem Deutschen Holzarbeiterverband unseren wnigsten Dank aus. Mm Maäs nebst Kindern. IfileffSBt«&*ltlselamftnt«], i« Seal- xl Seidenplflsob. eehte PelibonEta», auf beeter, rein- eeidener Blamenieide.(Da- Eoaeeö), Xa Aaeführangea. daran ior Praohtetücke, Plfiech- maotelkloider mit Pelerer- br&munren. Qlockenformea, 250.- 200.— 14a— 125.- Flotte FÜÜecbm&otal. Xa Qneli- t&ten(Modelle) 87.- 76- 01.- Aetpachan, WolJplöech. Krlm- mena&ntel aae vorjährigoi Ja Qualit&teu •ehr bllliR-. JPraeht-JKoetQme und llautelk leider, Xa Samt, reinwollener Kammgarn, lach, dicker Winker- CheTiol mit Pelx. entaQckende Formen, Ereate iür feinste Werkstättenarbeit (Atelier), Meisterstück», erste Modelle, mit Felsrerbr&mtingea, fesche Mant-clkloider 200,— 160.- 100,— 86,— 78.- Flotte Kostüme ans besten, reinwollenen Stoffen, aneb Loden- und Pbantasiestolfe, Sport etc. 65.— 68.- 42- S6— Vorillbrige WivterkottÜme, la Ltofke. darunter �iele ModsUe, 60,- LS.- 26.— 13— Credioeenc Pelzmhntcl« Echte, leine Polzm&ntel. ge diegene Felle, la Persianer mit Iltis, auon glatte, dicke Winterlocke, Prachtstück», 800.- 600.— Phantasie-Pelzmäntel m. eeht Qesätaon, wnnderbareCHocken- formea, 426- 860.— 226.— In eehtePeltra&nt9l,»nf Brokat gefüttert, mit gediegenen Pela- besät sen, echte Felle, 196.- 150.- BohteCHrnit., Skunks.Nera etc., nehr bllll'?. Fearhe Ulster, dicke, mollige Stoffe, beste Qualitäten Xa Ansfübrongen. für den strengsten Beiden- and Samtkleider (Modelle) j.» Ausiuurangeu. u«u ei-reugaMu 100�— 75.— 60.— Frost, Mantelkteidor. Gloukenformen, Modell- JElöoke, Kami flotte Aofmachnngen, 100.— 85,— 72,- 69- 4S.— Yor jährige, gediegene Ulster ohne Beaagschein, da nieht beaugsebeia- pflichtf darunter Modslle, 46.- 36.- 24,- 13.- garn, Leids. 60.- 26.- 13.- Pbantasie-EScke 16.- 10.- 6� IQ LtiulisiNiäukel. fFrledonsgummirnngen)mit passender Kappe.boato I'einköpärstoffeffCoverkot) vr änderbare(ilooker. formen, über jedes» Kostüm tragbar, 55. 452. SB, 80. Fetßhe Qummlmintel, flotte Formen, mit passender Kappe vL8, 24, I S. Gorlnpte YclveMßc'.con 544.—, Salden- mÖ-tal, imprägniert, 45, 80, 54» Lcdcnmüntof 88.—, 545.-, 1».—• L Ucaohäffc Mohreastrale 67 a (Kolonr adea), Westmann iX Ueacnäit: Chr. Frankfurter Str. 116 nahe•• cdronestraüc. Pelz- *r»rea ea rtwe Eiozelterkanf wie alljährlich n blll>e»Ua Prelaoa. Z. SchSasinger Neue Kfinigstr.21 kola J�adoa. IL Stock, ���SonoUf 12— a n« tjenin c.Flrmanf m öijj_und Nauenuromtr"laohtonl vv». yH Meine Flechte filt etTenOtlelttflunfl ntn ootiHtuten fett etwa etnemäabtt aUeraünlKtm iBUttnoertdmeteit wurden, die oi er ulckili tallm tft leti(alt verschwunden. CharIot>enbur!i.!tza!ierW..RelchcIigIeckten- tialtam,(itl 25 Iadren olänj. drw5hrt,M.2.—. Cito SietchU.»crtw 43. Ctfuitiatmuiafie 4. Soezialarzt Dr. med. Wockcnfuß, Friedrlchstr. 125(Oranienb. Tor), für Syphilis. Harn- u. Frauenleiden— Ehrllch-Hata-Kor(Bauer 12 Taxe), Biutuntersuchung. Schnelle, sichere schmerzlose Heilung ohne Beruts- 222/6' Störung. Teilzahlung. Sprechstmiden■ 10—1 und 5— St in guter Ausführung UOÜWÄHTS Buchdruekerel und Verlag SW.63 LindenstraQe 3 4 illkg'hoifr. aet«-anfcw> F'r axsz Abraham Usicb. Messiaa-u.Römertrank-Kell. C.25 B&rlslgtr. 8a, Fernsp.Kgst.H708 4 �aäo-Anetaüten � [m-M A n z e u p ru b er' i't". Clona-BadfÄÄer. National-Bad, Erunnenstr. S. Passage- Bad IZTX: Roform-Bad, Wiener Str. 45. 4 BScksr- u.Konditoreien � '" T 7/3 Gecchfilte in»lieu Stadtteilen Berlin» •otrio in Neukölln u. Treptow GeprOndet 1892. F. Kieaewetter, SchlTelbeiBeritr. 14. G. Meier, Qrüuerweg 27. Otto Wolff, Treptow, Krüllst. 16 Zachau, Gr.-Lichterf..ClitiuiMit85A Epschelnt L ntsl wöchentlich. 4 Kaniiaoan, Garrtmt»<."V R. Bauite. Stralauer Str. 56. E. Kraus, EomxiadaBteaBtr. 55. A. E. Lange, Brunnenstr. 164 4 ftutter, LEer, Käae Wilhelm Göbel B 25 eigene Filialen. H | BezMgggfSMeBlen�yeweeichmg« Untanstehende Geschäfte ampfehlrBsic!) b. Einkauf. J 48«ixen« DelailgtschäfU Schröter, MB 43 DtrHaulgsttlltn 43 BHM Jhiyi Wolfram August Holtz SJÄ. 4 Bierbrauerei., Bierhdandlg.� Braaereiiizoi empfiehlt Quaiiieisüiera ersten Banges. s C.Habels Brauerei hell— Habclbcäu— donktl, MQncliener Brauhaus Berlin und Oranienburg Trinüi«lanninger Bisrl 4 Droaen itnt] Farben ► Werder-Drozmc, Brili.Riii»w»r»t 6» 4 Esainfahrikon jV [ Tlmner�Esslg nberal! nrhSllllch! i �T'isen.Stahhv, V/üj-fen. Werk:". Carl Jung, btromstr LI. ROhlmann.P-tMfltlergt.iOb.S.Seeat 4 FjeUoh* u. Wurstw. W. BecK Inh.: Harm. Gerbach Charlottenburg, Berlineret. 68-C9 Fleisch- und Wurstwarenfabrik Weissbier, C. Breitbaupt, Fslisadenatr.SZ ItLEjit. St8t,208i WlIlyGeridie,Pet.r«burger8tr.31 Otto Kongel, Alt« Jaoobstr. 26. 4Herren-u.Rnabnnn»pd> J tTP n An Badatr. 26, Ecke . rsaer Primen-Alte«. L.sko&SlapooU, Sek öL-ill», 7 fabisäiCBjÄS�. 4�tBte, Mfltzen, Pelzv/aren, IT Kottbuaer-. « egnef, t~a Damm is/io 4 Kolonlalwap.«"V Adam Schmlti,3chlioniann»tr.lt. 4 HnffeB-HgBtc».*)! st iatikiDnl rerteilhaft. Bezugaqcalli Kaffee, Tae, Kakao und Sciiokolada etc. Hamliarger Kaffee-Iinportgesclilfl Emil Tengelmann 4 IWeTiltianditinoen S Bethke, Georg, Neukölln, Elbeitr. 31, Ksiner-Friedr. StI. 14, Weientr. 18#, FrleötlJlr. 33 Ir«;t«T. Grill-Slnt. 34. Gaege,Otto Charlottenburg. F.w.ritMffEeÄ�i;. 4 Kurz-,Weiu».\Voliw.,Trikotag7� Hermann Meyer, SehiTdlbeinerSl II. 4 Photcar. Apparate ► M filhrnrbf L0. KottbuaerBtr. S. . Hillljjjl auch Gelogenheitskf. 4 �aftmai«cFtN?>on ► Gollnowstr. 26 Nähmaschinen ßcllmanü, E Nähmasclimea Laden In allen Stadtteilen, { 5i&u@o Colins| | CO Filialen In tllan Stndt.ll.n- 1 l üerm.fr�ersco, caiSOVerbüM. Gr:-ßerl. 1 4~BBtlher. IWachanikar S Schub ort, Carl. Nlilln.ßerirstr.ltS 4 Schreibuifnnen> O. Prochnow,liTölln lleruiuult. i) 4 Uhren u. fioiawar«w"V Lehmann, Alb., Frankl. All». 41 4 Verslctierunnan> „Deutschland" Berlin Arbeitcrvenlchernng— ßchütxen- SterbckAMenverticherg.«troßo S. 4 Spanoau"V Scheuerlein. Breitest. 35, yi«ck.-,Writw. Verantwortlicher Redakteur: Llsreh Wielepp, Aeufölln. Zür des gnleratentell veiantw.: Tb. Glocke, Berlin. Druck n.Verlaa:BorwärtI Buchdruckerei u, Berlagsanftalt Paul Singer&. Co, Berlin SW-