Mr. 106. Erscheint täglich außer Montage. Preis pränumerando: Viertele jährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags: Nummer mit illustr. Sonntags- Beilage ,, Neue Welt" 10 Bfg. Post- Abouzament: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuz band: Deutschland u. Defterreich Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post Zeitungs- Preisliste für 1894 unter Nr. 6919, Vorwärts 11. Jah rg. Insertions Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzetle oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in ber Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Berliner Bolksblatt. Sentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Der Donnerstag, den 10. Mai 1894. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Ist der Prozeß nun so geführt worden, wie es der erhalten oder zu gewinnen, theils um ihren Werth und Zweck erheischte? Hier müssen wir entschieden Nein! sagen Kaufpreis zu erhöhen, aus einfachen Spigeln sich zu Lock18. Januar vor Gericht. und auch in diesem Urtheil haben wir die öffentliche Mei- spiteln entwickeln. Gewissensstrupel haben sie ja nicht Berlin, den 9. Mai. Der Prozeß, welcher am gestrigen und heutigen Tage oor der 2. Straffammer des Berliner Landgerichts I gegen einen Redakteur des Vorwärts" und die Redakteure vers schiedener anderer Berliner Zeitungen geführt wurde, beschäftigte sich mit den Vorkommnissen des 18. Januar, welche die öffentliche Meinung auf das Lebhafteste bewegten und zu einer Besprechung im Reichstag den Anlaß gaben. nung und die übrige Presse auf unserer Seite. Schreibt doch selbst die National- Zeitung": Schon der erste Tag der Verhandlung nöthigt zum Widerspruch gegen die Art, wie dieselbe geleitet worden. Der Vorsitzende der betreffenden Straftammer, Landgerichtsdirektor Brausewetter, hat zu solchem Widerspruch schon früher Die Art und Weise, wie der Vorsitzende des Gerichts wiederholt Anlaß gegeben, und zwar, wie wir ausdrücklich hervorheben, bei Anklagen sehr verschiedener Art, so daß sich über die Sozialdemokratie und deren Ziele erging, beDie zuerst wohl laut gewordene Andeutung, sein beständiges weist, neben der schon hervorgehobenen Unkenntniß, entEingreifen mit persönlichen Meinungsäußerungen habe auf schieden einen Mangel an Objektivität, der, bei einem Gepolitischer Boreingenommenheit beruht, sehr bald als unbeschworenen, die Zurückweisung begründet hätte. gründet erscheinen mußte; man hat es offenbar mit individueller Sehr eigenthümlich waren die Aussagen der PolizeiAnlage zu thun, die aber besser, als es geschieht, im Baum beamten. denn nur Lumpe sind für solche Dienste zu haben. Die volle Wahrheit ist in dem Prozesse nicht ans Licht gekommen. Das Verhüllen der Wahrheit aber hat, ähnlich Dem Verhüllen weiblicher Reize, zur Wirkung, die Phantasie noch anzustacheln. Er Es handelte sich um eine Versammlung von ArbeitsIosen, einberufen von Anarchisten. Der angemeldete Referent erschien nicht, die Versammelten, die sich, so lange sie gehalten werden sollte, und zwar vor allem im Interesse des„ Die Einladungen( zu der Versammlung) erfolgten versammelt waren, nach einstimmigem Zeugniß musterhaft Ansehens der Rechtspflege. ruhig verhalten hatten, entfernten sich aus dem Versammlungs- Was der Herr Präsident über die Presse im al- mittels eines Druckwerks, das sehr schwere Aufreizungen faal. Kaum waren sie aber auf der Straße, so entstand ein gemeinen und die sozialdemokratische Presse im Besonderen enthielt," sagte der Polizeihauptmann Feist, der am 18. Januar das Kommando führte.„ Er nahm an" heftiger Konflikt mit der Polizei, die zum Theil von der äußerte, bekundet einen solchen Mangel an Geschmack und und„ man"„ nahm an", daß ein Zug durch die Stadt geblanken Waffe Gebrauch machte und die dabei von den eine so totale Unkenntniß der einschlägigen Verhältnisse, daß plant sei. Ginen Grund für diese Annahme" weiß er bekannten im Dienst der Kriminalpolizei stehenden Gummi- hierdurch allein schon der Stachel umgedreht und gegen den nicht anzugeben; aber er hatte die Auffassung, daß die nicht anzugeben; aber er hatte die Auffassung, daß die schlauch- Männern unterstützt ward. Viele Personen wurden Angreifer selbst gerichtet wird. Die gleiche Unkenntniß der Leute einen Zug durch die Stadt aufführen, Läden plündern bei dieser Gelegenheit schwer mißhandelt; und das Urtheil notorischen politischen Thatsachen und Erscheinungen wurde und die Leute aufwiegeln wollten"." Verkleidete Beamte" der unparteiischen Zuschauer darunter Oberstlieutenant von dem Vorsitzenden bekundet in seinen Bemerkungen über von Egidy und die anwesenden Berichterstatter sämmtlicher die Legende" des Lockspielthums, über den„ Unsinn", die kennt der Herr Polizeihauptmann nicht". In bezug auf letteren Punkt zeigt sich der Kriminal Berliner Zeitungen ging einstiminig dahin, daß die Polizei Unmöglichkeit", daß die preußische Polizei zu derartigen kommissar Bössel weit besser unterrichtet. ihre Befugnisse überschritten habe, daß ihr Eingreifen in Praktiken sich verstehen könne. Aus Gerichtsakten und ans keiner Weise gerechtfertigt und daß es, weit entfernt der den stenographischen Berichten des Reichstags kann der war mit nicht uniformirten Beamten in Zivil" schlechte ster Garnitur auf dem Platz und die Sache der Ordnung zu dienen, geeignet gewesen sei, zum Herr Gerichtspräsident eines Besseren belehrt werden. Beamten in Zivil" waren so thätig, daß acht derselben Widerstand und zur Widerseßlichkeit anzustacheln. Diesem Und durch diesen Prozeß selber. durch uniformirte Schuyleute verivundet sein sollen". Gie Gedanken gaben wir Ausdruck, und in diesem Gedanken Die Aussagen des Polizei Anarchisten Brandt, ver begegneten wir uns mit der Presse aller übrigen Bar- bunden mit den Aussagen der Kriminal- Kommissarien müssen also sehr eifrig gearbeitet haben. Und die Annahme" des Herrn Polizeikommissars Böffel teien. Aehnliche Berichte wie der Vorwärts", zum Theil Böffel und Röber, und des Schuhmanns Lachmund, der stützt sich, wie aus der Vernehmung Brandt's und seiner noch schärfer, fanden sich in der„ Kreuz- Zeitung", dem Ber- sich dem Brand als„ Lorenz" vorgestellt hatte, lassen nicht fügt sich, wie aus der Vernehmung Brandt's und ſeiner liner Tageblatt" und anderen Fortschrittsorganen, dem den leisesten Zweifel," daß die Praktiken, welche man mit Freunde bei der Polizei erhellt, auf Aussagen des Spitzels Stöcker'schen Reichsboten", dem antisemitischen Frei- dem Namen Lockspigelei zu bezeichnen pflegt, auch noch Deutschland" u. s. w. jezt in Preußen geübt werden, und am 18. Januar eine Und auch die Einladungen" mit den schweren AufDas eigenthümliche Ausbleiben des für jene Verfamm- Rolle gespielt haben. reizungen" find auf den nämlichen Brandt zurückzuTung bestimmten Referenten und die seltsamen Enthüllungen In keinem Lande der Welt, wo die Lockspigelei blühte führen. des sich selbst der Beziehungen zur Polizei anklagenden oder blüht, hat die Polizei je direkt ihre Agenten zu Die Bolts- Zeitung" hebt noch folgende Widersprüche Anarchisten" Brandt mußten den Verdacht provokatorischer verbrecherischen Handlungen veranlaßt im Gegentheil, der Polizeibeamten untereinander hervor: Machination von irgend welchen Kreisen wachrufen. Auch die betreffenden Agenten wurden stets aufgefordert, nichts diesem Verdacht gaben wir Ausdruck, wie das unsere Ungesetzliches zu thun und zu nichts Ungeiezlichem zu reizen. Pflicht war. In der Praxis blieben aber diese Mahnungen stets ohne Die Polizeibehörde mußte die Sache zum gerichtlichen Erfolg. Dieses ist aber ine nothwendige, wenn auch Austrag bringen. Hätte sie es nicht aus eigenem Antrieb nicht beabsichtigte Folge des Systems. Sobald gethan, so würde die Regierung es haben veranlassen müssen. diese Agenten aus der Reihe der politischen oder Regierung und Publikum hatten das gleiche Interesse, daß die sonstigen Verbrecher" herausgenommen werden. wie Wahrheit ermittelt wurde. Die Wahrheit zu ermitteln, das das in den meisten Fällen geschieht, und wie es war in erster Linie der Zweck des Prozesses- das war in dem vorliegenden Falle erwiesenermaßen geschehen es, was ihm seine hohe politische Bedeutung verlieh, neben ist, so ergiebt sich als natürlich und selbstverständ der die Frage der formellen Beleidigung zu nichts zusammen- lich die Konsequenz, daß diese Agenten, theils um Schrumpft. das Vertrauen ihrer Genossen, die sie verrathen wollen, zu " Feuilleton. Der Inde. Deutsches Sittengemälde " aus der ersten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts. Von E. Spindler. 84 - Brandt. 1. Präsident zum Polizeihauptmann Feist: G3 sollen einige Tumultuanten Messer gegen die Beamten gezogen haben. worden. Polizeihauptmann Feist: Das ist mir später gemeldet Polizeilieutenant Arndt: Daß von Messern seitens der Tumultuanten Gebrauch gemacht worden sei, wisse er nicht. Kriminalkommissar Bössel: Daß aus der Mitte der Menge Meffer gezogen worden, habe er nicht gesehen. 2. Präsident zum Polizeihauptmann Feist: Ist Ihnen bekannt, daß irgend jemand verwundet worden ist? Polizeihauptmann Feist: Nein. " von edlen Steinen verlangt, und Ben David hatte bei fahrte verderbe, lautet ein anderer. Da nun aber der allen Goldschmieden und Juwelenhändlern mit Mühe und Fehler begangen ist, so halte ich dafür, da Euch der Quell Noth die Kleinodien zusammengebracht, so war doch alles des Lebens Reichthum beschert hat, es sei am besten, damit vergebens. Bodick hatte Wind davon gehabt und weit auf anderen Boden Euer Heil zu versuchen, bis der, der schönere Steine herbeigeschafft. Was die Darlehen den Euch verderben will, in seinen eigenen Schlingen verdarb." Haupterwerbszweig der Juden anbelangte, war Ben Wie meint Ihr das, Rabbi?" fragte Ben David aufDavid nicht glücklicher. Zodick drängte sich überall auf, merksam, und Joseph erwiderte wichtig und den Mund voll und Geld zu dem er nach seines ehemaligen Herrn Ein- nehmend: Thut doch was ich Euch schon vor längerer fichten unmöglich auf richtigem Wege gelangt sein founte Beit gerathen. Macht Euch auf gen Costuit, mit Gelde Ben David's Ruhe erlitt dennoch eine ungemeine stand ihm in Hülle und Fülle zu Gebot. Der ausschweifende versehen. Ich weiß aus sicherer Hand, daß der Herzog von Störung, da er in kurzem gewahr wurde, daß Zodick den Sohn des Oberstrichters, der leichtsinnige Neffe des Schult- Destreich bedeutende Summen sucht. die er hoch verzinsen Plaz zu Frankfurt nicht verlassen hatte, wie er im Anfang heißen zogen gegen niedere Zinsen die Mittel zu ihrer will, wenn sie unter dem Siegel des Schweigens verabfolgt geglaubt. Häufig begegnete er dem tückisch lächelnden Roth Verschwendung aus Zodick's Beutel. Sogar dem ge- werden. Bei mehreren altbürgerlichen Geschlechtern dahier opfe auf seinen Handels- und Maklergängen. Bald war fangenen Raubritter von Hyrzenhorn streckte der rothköpfige ist von ihm Anfrage gehalten worden, allein die haben ihr ihm auch kein Geheimniß mehr, daß derselbe auf die Störefried die zweihundert Gulden vor, welche der Ver- Baares bereits an den Kaiser und den Kurfürsten von Berkürzung seines Erwerbs ausgehe. Ueberall fam Ben haftete, um nur loszukommen, der Stadt sanimt seinem Haus Mainz und Pfalz verliehen. Da wäre ein ansehnlicher Ge David, der fleißigste unter den Juden, zu spät; allent zu Wetterhausen als Lösegeld stellte. Mit einem Worte: winn zu hoffen, und kehrt ihr zurück, ist vielleicht halben sah er seinen Eifer schlecht belohnt, und allenthalben Bodick's Bemühungen, auf den Verderb seines Lehrherrn schon des undankbaren Dieners Freudenleben zu Ende. Wer stat Zodick unter der Decke. Näherte sich Ben David den losgehend, erreichten vollkommen ihren Zweck. Die größeren so rasch beginnt, endet sehr rasch. Beim Flüchtigwerden oder Tischen und Hütten auf dem Berge bei St. Niklas, wo Geschäfte, wie sie nur etwa den Frankfurter Juden erlaubt Falschmünzen hört's gewöhnlich auf." Ben David dankte die Compsoren( Wechsler) saßen, und bot seine Unter- waren, riß er zu Ben David's und seiner übrigen Glaubens- dem Rathgeber von Herzen und begab sich mit besserer Zus händlerdienste an, so war Zodic schon dagewesen und hatte genoffen Nachtheil an sich, und erschlich sich behende das versicht nach Hause, denn es hatte an seinem Leben genagt, unter den leichtesten Bedingungen alle Aufträge an sich ge- Vertrauen der Bürger, das sich dem Neuen und Wohl- daß sein Erwerb zu stocken und in die Hände eines andern riffen; trat er in Palmstörfers Wechselstube zum Weiden- feilen gern zuwendet. Ben David wurde von Tage zu überzugehen drohte. Erheiterten Sinnes erklärte er seiner baum, jo ging Bodick gerade heraus, Rechentafel und Beutel Tage mißmuthiger, und konnte endlich nicht umhin, dem Esther, daß sie zur Reise gen Costnit sich bereit halten unterm Arm, und der alte Wechsler und Altbürger Judenarzte Joseph, einem stolzen aber nicht unverständigen möchte, und fröhlicher, denn er die Kunde gab, nahm sie Humbrecht sagte ohne Hehl zu Ben David: Du hast da Manne, der ihn einst auf der Straße seiner verdrossenen das Mädchen auf. Nachbars Ephraim, ein junger Bursche, einen gar guten Spürhund gezogen, Jude. Er läuft wie Miene halber zur Rede stellte, feinen Gram mitzutheilen. der an Zodick's Stelle in Ben David's Hause getreten war, ein Teufel, schnobert alles aus, und nimmt geringere Ei, ei, Ben David!" erwiderte ihm Joseph mit vornehmem wurde angewiesen, dem Greise Jochai freundlich und ges Zinsen, denn Du. Darum magst Du jezt feiern und Dich Kopfwiegen: Die Klugheit, die gerade vom Herrn fällig in allem zu Diensten zu sein, und nachdem die pflegen. Bodid dient uns besser und luftiger als Du, alter stammt, hat Euch verlassen, und der List des Leviathans, Familie noch in häuslicher Eintracht den Freudentag gefeiert Knabe." War auf dem Gewandhause eine Versteigerung, der eine schlechte Schlange ist, das Feld geräumt. Lasse hatte, der in den Mond Schebat fällt, fuhren Vater und und Ben David dachte dabei sein Heil zu versuchen nie einen andern guden zu tief in deinen Becher! lautet Tochter, von den Segenswünschen des Altvaters begleitet, ein alter Spruch. Lehre deinem Schüler nie deine besten von dannen, im Gefolge eines ansehnlichen Krämerzuges, Künste, auf daß nicht seine junge Wissenschaft deine be- der nach dem Bodensee trachtete. Gerathen war es, einem umsonst. Zodick war dabei, taufte am theuersten, schlug im geringsten Preis los. Wurde an einem Orte ein Schmuck 00 Schuhmann Schlösser: Er habe mit scharfer] Der Antrag auf Einführung des Proportional-) Kasimir Perier ist gerettet. Die Kammer hat mit 201 Klinge eingebauen, weil er zu sehr bedrängt wurde. Wahlsystems ist von der Kommission des badischen gegen 220 Stimmen die Verfolgung Toussaint's beschlossen. Echuhmann Götsch( am 18. Januar in Zivil dienstlich and tags, die sich mit der Wahlreformfrage zu ben seiner Angst heulmeierte der Minister, es handle sich thätig gewesen): Er habe von einem Schuhman, der seine schäftigen hat, einstimmig angenommen worden. Das um das Leben der Republik, die vom Sozialismus bedroht Beamtenqualität nicht gekannt habe, einen Säbelhieb ist aber nicht ernst gemeint. über die Hand erhalten. Die Nationalliberale werde. Nun nicht die Republik ist bedroht, sondern Schneider Johann Ingelmann: Er habe von einem Rorrespondenz" macht den badischen Nationalliberalen, die das Blutsaugergezücht, das parasytisch sich von ihr mästet, ihn verfolgenden Manne einen Schlag mit einem Schlauch für den Proporz" eintraten, schon tüchtig den Marsch, und von dem der Sozialismus fie befreien wird. Wie über den Kopf erhalten, daß sofort das Blut floß. und die Mannesseelen werden es im entscheidenden Moment lange der Sieg" Berier's wohl vorhalten wird? Für ein Arbeiter Heinrich Winter: Er habe Schläge mit einem am nöthigen„ Umfall" nicht fehlen lassen. Sie werden Vertrauensvotum war die Majorität sehr gering, und jeden Echlauch und einen Säbelstich in den Arm erhalten. vielleicht auch dafür stimmen, wenn sie ganz sicher sind, Tag kann die Minorität zur Majorität werden. Mit der Verschiedene andere 3eugen befunden, daß die daß die erste Kammer oder die Regierung den Beschlüssen Herrlichkeit des Ministeriums von Kochtopfs Gnaden ist es Kriminalschuhleute mit ihren Schläuchen sehr reichlich ein ber zweiten Kammer ihre Zustimmung bestimmt versagen vorbei.gehauen haben. Wachtmeister Jde: Der Tumult und die Schlägerei feien werden. furchtbar gewesen. nach der Stadt zu ziehen? 3 3. Präsident zu dem Zeugen Keßler: Sie werden auch hören, daß ein Masseuzug durch die Stadt geplant war; zu dem Polizeihauptmann Feist: War Ihnen mitgetheilt worden, daß es geplant war, in großen Bügen mitgetheilt worden, daß es geplant war, in großen Bügen Polizeihauptmann Feift: Nein, aber ich nahm e an. Weiterhin: Ich hatte die Auffassung, daß die Leute einen Zug durch die Stadt aufführen, Läden plündern und Leute aufwiegeln wollten. Kriminalfommissarius Böffel: Der Kriminalpolizei sei bekannt, daß die von den Anarchisten einberufene Bersammlung dazu benutzt werden sollte, um im geschlossenen Zuge nach der Stadt zu ziehen. Journalist Bra a m, Berichterstatter der" Post": Irgend welchen Ruf, nach dem Schloß zu ziehen oder dergleichen, habe er nicht gehört. Journalist Ad a my, Berichterstatter der Kreuz- Zeitung": Er habe nicht den Eindruck gehabt, daß die Theilnehmer Radaubrüder waren. Eine Zugbildung habe er nicht wahrgenommen, wohl aber, daß, sobald die Polizei in Sicht tam, sich die Leute thunlichst schnell entfernten. Oberstlieutenant a. D. von Egidy: Er habe nicht den Eindruck gehabt, daß die Versammlung aus jungen, spettafelluftigen Menschen bestanden habe. Wir könnten diesen Widersprüchen, die wir bei der Kürze der Zeit nach der Zusammenstellung der VoltsZeitung" wiedergeben, noch viele andere hinzufügen. " Das Jrrenhaus, nicht das Schaffot! In der PaDie Sozialdemokraten im bayerischen Landtage riser Presse diskutirt man mehr und mehr die Frage, ob haben den Kultusetat, der die Bewilligung für firchliche die anarchistischen" Bombenwerfer denn überhaupt als Zwecke enthält, abgelehnt. Die Germania" meint, daß normal entwickelte, gesunde und zurechnungsfähige Menschen darum handelt, der Kirche eins zu versehen, folgten." Das wo man bisher mit dem Tödtet ihn! Tödtet ihn! gleich bei unsere Genossen dabei„ lediglich ihrem Haffe, wenn es sich zu betrachten seien. Der Prozeß Henry hat auch in Kreisen, fromme Blatt irrt, die sozialdemokratischen Vertreter haben der Hand war, die lebhaftesten Bedenken und Zweifel ereinfach pflichtgemäß den Vorschriften des Programmes nach regt. Wir selbst beschäftigten uns schon mit dem Fall. gehandelt, denn dieses fordert, was auch die ultramontane Henry gehört zu den frühreifen Genies". Er war ein Presse wissen könnte:„ Erklärung der Religion zur Privat Musterschüler, allen Mitschülern voran, obgleich der jüngste, fache und Abschaffung aller Aufwendungen aus öffentlichen stopfte sich den Kopf mit Kenntnissen voll, bekam Prämien, Mitteln zu kirchlichen und religiösen Zwecken." und zerrüttete sein Nervensystem. Die Mutter und die Der todte Heine und die lebenden Pädagogen Berwandten schilderten ihn als einen außerordentlich gutdes Mainzer Gymnasiums. Aus Mainz wird unter müthigen Menschen. Vor 2 Jahren verfiel er in ein den 4. Mai geschrieben: higiges Fieber( typhoidisch), und seitdem war er geistig wie " " Das gesammte Lehrerkollegium in Mainz hat an die moralisch aus dem Gleichgewicht". Einer der tüchtigsten Bürgermeisterei eine Eingabe gerichtet, worin aus gewichtigen Herzte von Paris, Dr. Goupil, ein Hausfreund der Fa= pädagogischen Gründen gegen die Aufstellung des Heine- milie Henry, der sich viel Mühe gab, das Todesurtheil zu Denkmals auf dem Forsterplatz vor dem neuen Gymnasium verhindern, weist in einem längeren, von der Petite ReProtest erhoben wird. Die eingehend motivirte Verwahrung publique" veröffentlichten Auffage nach, daß alle, von dem weist nach, daß aus religiös sittlichen Gründen, sowie mit " Rücksicht darauf, daß der Jugend nur die Charakterbilder berühmten Frrenarzt, Professor Charcot, für Neuwirklich tüchtiger Männer vor Augen geführt werden sollen, rasthenie( Nerveulähmung) und daraus hervorgehende EutHeine fein Standbild auf dem Forsterplate errichtet werden artung( dégénerescence) angegebenen Symptome: GrößenTönne. Auch die Stellung des Dichters zum wahn, moralische Gleichgiltigkeit u. s. m. bis auf die deutschen Vaterlande machte ihn ebenfalls un kleinste Einzelheit bei dem jetzt erst 21jährigen Henry_zugeeignet, fein Andenken durch ein Monument zu ehren! treffen, der vor Gericht seinen Stolz drein jetzte, den Ber Die Namen dieser hyperpatriotischen Mainzer fuch zur Bestreitung seiner Burechnungsfähigkeit zu Auf der anderen Seite sind die Aussagen der Ent Gymnaftallehrer vermögen im Augenblick nicht vereiteln, und sich als den, von Heine schon typisch lastungszeugen für die Angeklagten und der Belastungs- auzugeben, zumal die meisten von ihnen noch gar keinen geschilderten, Riesenverbrecher hinzustellen, der die Welt in zeugen gegen die Polizei von geschloffener Einheitlichkeit. Und Namen haben und sich einen solchen aller menschlichen Be Staunen sehen will durch Thaten" blutig, kolossal". Nicht Die Aussagen von Männern, die, wie Oberstlieutenant v. Egidy rechnung nach auch niemals erwerben werden. So viel ein Zug der Diagnose fehlt bei Henry. Und niemand, und die Berichterstatter der konservativen Beitungen aber können wir den streitbaren Herren in der Bischofs der von den modernen Forschungen der Psychiatrie( Seelenwesentlich auf gleichen politischem Boden sich bewegen, wie stadt und Feftung Mainz schon jetzt sagen: Heine's heilkunde) den entferntesten Begriff hat und nicht durch die Organe der Polizei, haben an sich unbedingt eine Name wird nicht untergehen, mag ihm nun in dem politischen Fanatismus in seinem Urtheil getrübt ist, muß weit größere Wucht der Objektivität, als die goldenen Mainz ein Monument errichtet werden oder nicht. Durch die Ausführungen Dr. Goupil's überzeugt werden, Aussagen der Polizeibeamten, die zwar formell nur Was der geniale Dichter einst prophetisch von sich selbst daß Henry kein Verbrecher ist im Sinne des Strafgesetzes, Zeugen find, thatsächlich jedoch wir wollen nicht sagen sang, das ist glänzend in Erfüllung gegangen: sondern ein unglücklicher Geistesfranker, der in eine Frrenals Angeklagte, aber als Beschuldigte, die sich zu anstalt gehört, und den auf das Schaffot zu schicken ein vertheidigen hatten, vor Gericht stauden. schmachvolles Verbrechen ist, dessen nicht einmal die Und nach genauer Prüfung des gesammten ProzeßNennt man die besten Namen, barbarischsten Wilden" fähig wären. Doch freilich die So wird auch der seine genannt. materials und sämmtlicher Zeugenaussagen drängt sich uns unabweislich und zwingend der Schluß auf, daß das Urtheil Im übrigen geht unsere ganz entschiedene Meinung Barbarei der Zivilisation" ist tausendmal barbarischer als ber öffentlichen Meinung, und das Urtheil, dem wir in dahin, daß alle Bilder und alle Denkmale, die man dem die Barbarei der Wilden". Was hier von Henry gesagt ist, gilt wesentlich auch den Epalten des Vorwärts" Ausdruck gegeben haben, unsterblichen Genius Heinrich Heine's bereits geweiht hat, durch die Prozeßverhandlung des gestrigen und heutigen oder noch weihen wird, keine so würdige Vorstellung von von Baillant, Ravachol und anderen. Welche Rolle der Größenwahn bei diesen ,, Anarchisten" Zages als in allen wesentlichen Buntten ihm zu geben im ftande find, wie feine eigenen Werte; and spielt, hat sich beiläufig in dem letzten Londoner Prozeß ge= darum eignen wir uns in dieser Hinsicht ganz die erhabenen Der Gerichtshof hat trotzdem wegen rein formaler" Berje an, welche seiner Beit Milton, selbst ein Fürst zeigt, wo der Bomben- Renommist„ Carnot" eine Stunde Beleidigung die Angeklagten für schuldig erklärt und unter den Dichtern, dem Könige der Dichter, nämlich Shake lang den Geschworenen von seinen Heldenthaten erzählte und ihnen behaglich auseinandersetzte, welch fürchterlicher unferen Redakteur zu fünf Monaten Gefängniß, ipeare, widmete: Kerl er gewesen wäre, wenn ihn die Polizei nicht gehindert In unserm Geist, der Dich bewundernd nennt, die übrigen Angeklagten ebenfalls zu schweren Strafen Schufft Du Dir selbst ein dauernd Monument; hätte natürlich plauderte er dabei alles, was er wußte, verurtheilt. Wir schöpfen aus den Blättern Deiner Werke und noch etwas mehr. Dieser ,, Carnots" finden sich Dutzende Gleich wie aus Göttermunde Trost und Stärke." in jedem größeren Frrenhaus. richtig erwiesen worden ist. Für heute nur noch dies: Es wird in Deutschland. Er ist ein deutscher Dichter, Bekannt im deutschen Land, " wohl selten von einem Gerichtshof ein Urtheil gefällt Blut ist geflossen beim Streit in Mährische und Rosebery und die unabhängige Arbeiterpartei. Unser worden sein, das mit dem Rechtsgefühl weiter Schichten Polnisch- Ostra. Man kann noch nicht die Vorgänge be- Londoner Korrespondent schreibt: Das Anwachsen der so schneidend kontrastirt hätte. Und das Urtheil des Geurtheilen, die zu dem Blutbade führten, sicher ist aber leider, sozialistischen Bewegung in Lancashire und richts wird an dem Urtheil dieses Rechtsgefühls nichts daß 22 Arbeiter von Kugeln der Gendarmen verwundet ändern, höchstens es verschärfen. AM Yorkshire macht den Liberalen arge Kopfschmerzen. Daß wurden, daß 9 sofort todt am Plate blieben, eine Reihe die Sozialisten sich gleichmäßig gegenfäglich gegen Tories und anderer bald darauf verstarb. Die Aufregung ist grenzen Liberale verhalten, was in bezug auf die Wirtung zunächst mehr den Letzteren als den Ersteren gegenüber sich geltend macht, los. Der Negierung und ihren Organen wird dieses Blut läßt die Aussichten der Liberalen bei der nicht lange mehr Dolitische Itebertit. nichts nügen, den Haß der Arbeiter wird es steigern. aufzuschiebenden Parlaments Auflösung als Am Mittwoch gab Lord Rosebery Die freie Schweiz. Der Bundesrath hat richtig die sehr petrar erscheinen. Eine den Bestand des Deutschen Reiches gebrei Anarchisten"( zwei Brüder Haaß aus Bremen und auf einem Meeting in Manchester diesem Mißbehagen sehr deutlichen Ausdruck. Die von der Unabhängigen Arbeiterfährdende Operette ist„ Galathee" von Victor Massée. einen Böhmen Namens Gedek) ausgewiesen. Berpartei inaugurirte Zaktif sei grundfalsch," anarchistisch", Ihre Aufführung in einer Wohlthätigkeits Vorstellung in brechen? Tragen einer schwarzen Fahne. Ein Glück, daß werde die Tories ans Ruder bringen, während doch nur Kolmar wurde verboten. Nun ist der Bestand des Deutschen Tell nicht gelebt hat, er würde sich sonst im Grabe herum durch Zusammengehen mit den Liberalen die Forderungen der drehen. Reiches wohl wieder für einige Wochen gesichert. Arbeiter zu verwirklichen seien. Er sei fein Gegner einer selbst= Berlin, den 9. Mai. bewaffneten Geleit sich anzuschließen, da vor wenig Tagen tretenen Fährten' gen Offenbach. Es war flustere Nacht, dem Unkraut zu verfahren. Er hat schon oft unseres erst die Junker Bernhard und Wernherr von Reseberg, als der Flecken erreicht wurde, und die Straßendiebe zerrten Gleichen gute Dienste geleistet durch seine feine Nase. Friede wegen eines Unbildes, das sie in einem Pferdehandel von ihre Beute in eine abgelegene Hütte, wo einige Männer in sei darum mit ihm. Nehmt ihm das Pflaster vom Maule. dem jüdischen Roßtäuscher Gombracht zu Steinheim er ritterlicher Kleidung bei dem elenden Schimmer einer Del Weiber und Ebräer müssen plaudern, sonst wachsen ihnen litten zu haben vorgaben, der ganzen Judenschaft und lampe Buschkleppertafel hielten, aus der Faust. Die Ge- die Zähne zusammen.-So, setze Dich jetzt zu uns; Du ihren Hohmeistern, wo sie auch seien", Febde geboten und brüder Keseberg und der tolle Veit von Hornberg waren sollst mit essen, Dich erholen von der ausgestandenen Angst. durch ein nach Frankfurt gesendetes untersiegeltes Schreiben die fauberen Herren, die den Gefangenen mit dem Gejohle Hier ist Brot, Käse, Wurst. Lange zu!" Bodick fuhr erklärt hatten. Das gedrohte Unheil berührte sonach weder wilder Freude empfingen.„ Sieh' da! fieh' da!" lachte mit Abscheu vor dem Dargebotenen zurück. Die Herren Ben David noch die schöne Esther, die ungehindert ihres Wernher: Ein dicker rother Gimpel zur Fastnachtszeit! wollten bersten vor Lachen über die häßliche Frazze, die der Weges zogen, sondern denjenigen, der in seiner Frechheit Wac're Vogelsteller, die solches Wild aus dem Schnee zu Mißhandelte zog. JB!" rief der Hornberger, mit dem es am allerwenigsten vermuthet hatte. Bodick nämlich, der graben verstehen! Guten Abend, Judas! Wir haben nicht Jagdmesser nach Zodic's linkem Auge zielend: iß, räubiger Der Jude wohl von dem am Römer aufgehängten seltsamen Fehde- umsonst Rechnung auf Dich gemacht. Hast Du viel Geld Hund, oder es tostet Dich ein Auge." brief gehört hatte, sich jedoch auf seine Fauft und sein bei Dir?" Bodick schüttelte heftig mit dem Kopfe. Einer wissend, daß in solchen Scherzen der fürchterlichste Ernst Messer verließ, das er als Vertheidigungswaffe versteckt bei der Wegelagerer versicherte indessen seinen gestrengen Herrn, verborgen lag, nahm ergrimmt einen Bissen von der ver fich trug, weil die Gesetze jedem Juden untersagten, öffent man habe den Juden zwar noch nicht durchsucht; er trage botenen Speise, und würgte ihn zornbebend hinunter. lich ein Gewehr anzuhängen, schlenderte eines Abends bei jedoch eine erkleckliche Geldkaze um den Leib. Gut!" Auf einen fetten Bissen gehört ein flarer Trunk!" einbrechender Dämmerung mißmuthig von Frankfurt nach erwiderte Bernhard: Nehmt ihm die Laft ab. Das ist wißelte der Hornberger, und machte kurz und gut den VorOberrad. Er hatte erfahren, daß Ben David die Stadt jedoch das Geringfte. Wir wissen genau, daß er die Ver- schlag, den Juden in den Main zu werfen. Recht!" auf unbestimmte Zeit verlassen, und es quälte seine Seele, fchreibung unseres Vetters von Hyrzenhorn bei sich trägt. lachte Bodic mit verzweifelnder Galle: Schmeißt mich doch benjenigen nicht mehr täglich zu sehen, dessen Eigen- und Um diese ist's uns zu thun. Hyrzenhorn ist genug zu belieber in den Fluß, als daß Ihr mich zu dergleichen Sünde Geldliebe seine Tücke einen so entscheidenden Stoß bei dauern, daß er den Frankfurtern fich verschreiben mußte; zwingt. Der Gerechte, der gesäckt wird in Edom, geht doch gebracht hatte. So sehr es ihn freute, seinen Zweck zum Theil er gedenkt aber nicht länger der Schuldner eines schmutzigen ein in Kanaan!"" Der Teufel verstehe das Rauders erfüllt zu sehen, wie es die schnelle Entfernung Ben Davids Juden zu sein. Nehmt ihm den Wisch ab, so haben wir wälsch des Brandkopfs," brummte Wernher. Wir ges zur Genüge zu beweisen schien, so war ihm dieser Erfolg unsern Auftrag redlich erfüllt." denken ihm aber nicht zum Marterthum zu verhelfen." feineswegs genug. Den Wohlstand seines ehemaligen Herrn Bodick wehrte sich wie ein Rasender mit Händen und Wir haben nur dem Roßtäuscher zu Steinheim den Tod bis auf die Wurzel auszurotten, den Dolch des bittersten Füßen, aber seine unsinnige Wuth mußte der Kraft des geschworen," fegte Bernhard bei. Dir, Zodid, wollen wir Leidens bis ans Heft in seine Brust zu stoßen, war seine Hornbergers weichen, der, in ähnlichem Gewerbe geübt, wohl, da Du so ein gewandter Stehler bist. Im Grunde Absicht, das Ziel seiner glühenden Sache. Doch, wie er ihn mit Bligesschnelle durchsucht, alles gefunden und ihm galt es nur der Verschreibung, die ich hiermit feierlich an soeben in dem Rüsthause seiner boshaften Gedanken wühlte, entriffen hatte. Verdammter Fezzen!" schrie der Junker der Lampe verbrenne. Das Geld, das Du zufällig bei den Pfeil zu finden, den vergifteten, fernhin treffenden, bei der letzten Maulschelle, die er dem Geplünderten gab: Dir trugst, behalten wir für unser Mühewalten. Speise fähig, des Gegners Leben zu verlegen, verkröche dieser Ich will Dir lehren, wie man sich in Kriegs- und Fehde- und Trank sei Dir aber vergönnt. Dein Fehler, wenn Du fich auch hinter den ewigen Eisbergen im Süden fitte fügt." Er griff nun nach der dickknotigen rinds nicht zugreifft." ereilte den Grübler selbst ein feindlich Schicksal. Er war ledernen Sattelpeitsche und wollte ein fürchterlich Gericht Das Gesetz verbietet mir's" antwortete Bodid, trogig soeben an der deutschen Herren Mühle vorbeigeschritten, über Bodick ergehen lassen, als Bernhard sich mitleidig vor sich niedersehend. Gelt! unjere Speisen sind nicht als aus dem beschneiten Graben, der die Heerstraße vom darein mischte. Laßt doch den armen Sünder in Ruhe!" foscher, Schuft?" polterte Beit von Hornberg. Bist denn Du Feldacker trennte, dunkle Gestalten auftaumelten, und ihn sprach er vermittelnd." Wir wehren uns auch mit Zähnen aber foscher genug, um an unserem Tische zu fizen? Nein, umringten. Zodic's Hand fuhr nach der Waffe, allein und Klaue, wenn man uns an's Leben will. Bedente doch, sage ich, und Du fährst durch meine Klinge zum Teufel, wenn schon hatte eine Schlinge, um seinen Hals geworfen, ihn daß man einem Juden mehr als das Leben raubt, in seinem Du nicht diese Beleidigung unseres Wappens auf der Stelle Boden gerissen, ein Bechpflaster flebte auf seinem Munde; Gelde." gut machst." im Nu war er entwaffnet, gebunden und querfeldein ges Mein Bruder hat recht," setzte Wernher bei: schleppt an die Ufer des Mains, von dannen auf wenig besuch hat mir der Leuenberger empfohlen, säuberlich mit zu " " Fortfehung folgt.) ständigen Arbeiterpartei, aber ihre Taktik müsse eine ver- auf Zeche Neu Jferlohn" verunglückten Bergleute Gaben ge- 1 aus Gründen, deren Quellen uns unbekannt find- erzwingen nünftige fein.) sammelt hatte, den Vorwurf gemacht, die gesammelten Gelder wollen, dann theilen wir allerdings auch die Ansicht der Gepflichtwidrig verwendet zu haben. Jeder der beiden Artikel trug werkschafts- Kommission, daß in diesem Falle die Arbeiterschaft dem angeklagten Redakteur 4 Monate Gefängniß ein; der Staats- Berlins ihre oft bewährte Solidarität aufs neue und zwar in anwalt hatte 1 Jahr und 9 Monate beantragt. glänzender Weise bethätigen würde". Anarchistenverurtheilung in London. Unser englischer Korrespondent schreibt: urtheilung des Hauptangeklagten Carnot- Farnara zu 20 Jahren, und des von demselben angeſtiſteten Polti zu 10 Jahren Zucht haus geendet. Daß die Beiden in der That ein Sprengattentat geplant, daran iſt nach meiner Ansicht kaum zu zweifeln, Farnara brüstete sich bis zuletzt sehr stolz seiner Absicht, die Bourgeoisie in die Luft zu sprengen". Unter diesen Umständen ist das hohe Strafmaß begreiflich genug, wer hinüber schießt, muß darauf gefaßt sein, daß herüber geschossen wird. Farnara, von dem es jest heißt, daß er sich auch in Frankreich als Einbrecher aus gezeichnet, tröstete sich am Schluß damit, daß er dem Richter zu rief:" Heute machen Sie die Gefeße, morgen werden wir Gesetze machen." Der neunzehnjährige Polti dagegen, der zuletzt seinen Antheil an dem Unternehmen sehr abzuschwächen gesucht, und der auch mehr das Werkzeug als der Mitarbeiter Farnara's war, war dagegen über die ihm zuerkannte Strafe gang außer fich. Zum Ausschluß der Böttcher. 1010 Soziale Lebersicht: Indeß mit füß- fauren Ermahnungen wird die Welt nicht geändert. Die Arbeiter verlangen Thaten, und damit sieht es in der neuesten Zeit bei den Liberalen noch flauer aus als zu Anfang des Parlaments. Der Anlauf war ziemlich gut, aber Mitte des Weges scheint den Reformern unter ihnen das Herz in die Hofen gefallen zu sein, und jetzt ist's ein klägliches Durchwürgen. Ich glaube, je länger die Neuwahl des Parlaments hinausgeschoben wird, um so un Stelle den Bericht über eine am letzten Sonntage im Lokal von Wir veröffentlichen in der heutigen Nummer an anderer günstiger die Aussichten der Liberalen. Gröpfe in Rigdorf abgehaltene Volksversammlung in der aus An die Brauerei- Arbeiter Berlins!#C Anlaß des Ausschlusses der Böttcher aus den dortigen Brauereien aufmerksam, daß diefelben keinerlei Böttcherarbeiten in ben Wir machen sämmtliche Brauerei- Arbeiter nochmals darauf Die neueste Bombenentdeckung in London hat mit der Berber Boykott über die Vereinsbrauerei und die Bergschloß- Braueret Brauereien an Stelle der ausständigen Böttcher verrichten dürfen, beschlossen wurde. Dieses Vorgehen auf eigene Faust" der Rixdorfer Versamm: sondern sich den Beschlüssen der letzten Bersammlung zu fügen lung scheint der„ Verein der Brauereien Berlins und Umgegend" haben. Auch werden die Brauerei- Arbeiter ersucht, sich durch die zum willkommenen Anlaß benützen zu wollen, die Dr Beschlüsse des Bierringes in feiner Weise beirren zu lassen in ganiſation der sämmtlichen in den Brauereien beschäftigten ihrem Verhalten in bezug auf die einseitige Veränderung des Arbeiter zu zerstören und zugleich die gesammte Arbeiterschaft Arbeitsvertrages durch die Brauerei- Direktionen. Berlins zu provoziren. Anders vermögen wir wenigstens die weigerung der Böttcherarbeiten entlassen resp. gemaßregelt werden, Diejenigen Brauerei- Arbeiter, welche demzufolge wegen Ber nachstehende, in einer Anzahl von Berliner Blättern veröffentlichte Bekanntmachung der Brauereien und das darin beliebte haben sich sofort an den Unterzeichneten zu wenden. unmotivirte Hereinziehen der am Böttcher- Ausschluß ganz un Bezugnehmend auf die heutigen Inserate der dem Bierring betheiligten übrigen Brauerei- Arbeiter und der Gewerkschafts- angehörigen Brauereien in den Berliner Zeitungen geben wir kommission nicht zu erklären. Es scheint, daß Herr Röjice, der diejenigen Brauereien bekannt, welche dem Bierring nicht an= fich bisher darin gefiel, der Deffentlichkeit gegenüber den gehören: Nordstern Brauerei, Münchener Brau Arbeiterfreund zu spielen, an feinen Gefallen mehr findet und er nunmehr nach den dieser Rolle haus. weiterhin Lorbeeren des Herrn Frizz Kühnemann geizt. Bei den reichen Dividenden, die die Unternehmen, an deren Spize Herr Rösicke steht, abwerfen, kann der Herr es ja einmal auf eine kleine Kraftprobe mit den Arbeitern antommen lassen, für die kleineren Brauereien dürfte das Vorgehen ihres Führers bedenklichere Seiten haben. Die oben erwähnte Bekanntmachung hat folgenden WortDer Verein der Brauereien Berlins und Umgegend erklärt Amerikanisches. Das oberste Gericht des Staates sich mit der Vereinsbrauerei in Rixdorf, welche laut Beschluß ber am 6. Mai d. J. im Lokal von Gröpke, Nixdorf, stattOhio hat den Boytott für ungefeßlich und gehabten öffentlichen Versammlung boykottirt worden ist, strafbar erklärt. Das Gericht erklärt, daß Leute, über solidarisch, und wird für den Fall, daß dieser Boykottbeschluß sowie für 315 Rinder ausbezahlt; im ganzen 2650 M. welche ein Boykott verhängt worden ist, zu einem Schaden bis zum Ablauf des 15. Mai dieses Jahres nicht ausdrücklich erfag von Denjenigen berechtigt sind, welche zurückgenommen ist, folgende Maßnahmen treffen: bei H. Förster, Unter- Hagen 68, bei Burg. die Urheber und Unterstützer des Boykotts find. Sogar, 1. Die dem genannten Vereine angehörigen Brauereien beAchtung, Textilarbeiter! In Niedergrund in Böhmen bemerkt hierzu die Frankfurter Zeitung" die Ber- schränken ihren Betrieb. theilung oder Aussendung von Zirkularen an die Mit- war 2. Die Brauereien entlassen 20 pct. ihrer Arbeitnehmer und wurden die Arbeiter der Firma Rott u. Schlesinger gemaßregelt, glieder von Unionen( Gewerkschaften) oder andere Leute, war in erster Linie Diejenigen, welche sich bisher an den Beweil sie für die Maifeier eingetreten sind. Die Unternehmer trebungen hiesiger Arbeiter, durch Boykottirung einzelner fuchen neue Arbeitsträfte aus Deutschland heranzuziehen. in welchen auf einen Boykott lediglich aufmerksam gemacht Brauereien Zugeständnisse in Sachen des Böttcherstreits zu er wird und dies findet zweifellos auch auf die Presse An- swingen, betheiligt haben. ,, Durchaus nicht unbefähigt" soll nach der Köln. Beitung" der russische Thronfolger sein. Aus dem national liberal- servilen Hofdeutsch in allgemein verständliche Sprache übersetzt, heißt dies wohl, daß seine kaiserliche Hoheit der Besarewitsch und künftiger Alleinherrscher von Rußland kein tompleter Esel ist. wird ist nunmehr in Ohio eine strafbare Handlung und der einfache Beweis, daß durch solche Zirkulare oder auf andere Weise Mittheilung von einem Boykott gegen die Firma gemacht wurde, ist genügend, um den Leuten, welche man schädigen wollte, einen Schadenersatz zu sichern, wenn fie die am Boykott Betheiligten gerichtlich belangen." laut: " 3. Der vom Verein der Brauereien Berlins und der Umgegend unterhaltene Arbeitsnachweis für Brauergesellen ist auf gehoben. Gewerkschaftskommission und der Gewerkschaftskommission in Vorstehender Beschluß ist am heutigen Tage der Berliner Rigdorf vom unterzeichneten Verein mitgetheilt worden. Berlin, den 8. Mai 1894. Daß Juristen alles beweisen können, wissen wir, und Der Verein der Brauereien Berlins und Umgegend." Amerita macht teine Ausnahme. Die Juristen des Staats Folgen die Unterschriften von 32 Brauereien. Ohio werden sich nun aber auch sagen müssen, daß mit Auf diese Bekanntmachung, welche in besonderer Zuschrift derselben Logik jeder Arbeitgeber und sonstige auch der Berliner Gewerkschaftskommission zugegangen ist, hat Bourgeois, der einen Menschen außer Arbeit bringt, oder sonst diese folgende Antwort ertheilt: in seinem Fortkommen schädigt, auf grund derselben Gesetzesauslegung auf Schadenersag verklagt werden kann. Freilich was dem einen Recht ist, ist dem andern nicht billg, lautet das oberste Gesetz der Klassenjustiz.Internationaler Bergarbeiter Kongreß. Bergarbeiter Kongreß. Angemeldet zu dem Rongreß sind bis jest 40 Delegirte aus England, 2 aus Böhmen, 10 aus Sachsen. Die Bahl der französischen und belgischen Delegirten, sowie der von Rheinland- Westfalen steht noch nicht fest. Das Saarbrüder Rohleurevier wird vertreten sein troy allebem.Parteinachrichten. An den Berein der Brauereien Berlins und Umgegend zu Händen des Vorsigenden, Herrn Brauereibefizer May Happold. Antwortlich des Schreibens der vereinigten Brauereien Berlins und Umgegend vom 8. d. M. erlauben wir uns Ihnen folgendes mitzutheilen: Die Agitations Rommission G der Brauer und Brauerei- Hilfsarbeiter Berlins und Umgegen b. J. A.: Paul Hilpert, Rigdorf, Karlsgartenstr. 1. Der Stand des Schuhmacherstreiks in Burg ist uns verändert. Die Fabrikanten suchen durch Einstellung von Zwickmaschinen die Arbeitskraft zu ersehen; bis jetzt ist erst eine in Thätigkeit. Dieselbe soll sich gut bewähren(?); natürlich gehört dazu sehr gutes Material, und das wird in Burg nicht ver arbeitet, es wird vielmehr nur geringe und mittlere Waare fabrizirt. Der Geist der Ausständigen ist ein guter. Streifbrecher sind bis jetzt noch nicht zu verzeichnen. An Unterstützung ist diese Woche an 197 männliche, 128 weibliche Arbeiterinnen, Wilh. Vogt, Die Ban- Arbeitslente in Flensburg sind in einen Streit eingetreten, um eine Verkürzung der Arbeitszeit auf zehn Stunden und eine Lohnerhöhung auf 3,50 M. pro Tag zu erlangen. Der bisherige Lohnbetrag ift 2,80-8 m. Adresse: in Lüneburg befinden sich die Bau- Arbeitsleute feit dem S. Modler, Adelpürstr. 27, Flensburg. Auch 1. Mai im Ausstand, um eine zehnstündige Arbeitszeit und einen Minimallohn von 2,80 Mart pro Tag zu erreichen. Adresse: G. Schors, beim Meere 28, p. 2üneburg. Die Zimmerer in Barth i./Pom. befinden sich seit dem 1. Mai im Ausstand. Adresse: M. Goldmann, Fischerstr. 396, Barth in Pommern. Der Malerftreit in Bremerhaven dauert fort. Gine Menderung ist insoweit eingetreten, als eine Zusammenkunft mit den Meistern nahe bevorsteht. ist Ein Brauerstreit ist auch in Lübeck ausgebrochen. Zuzug fernzuhalten. der Boltsversammlung vom 6. Mai in Rigdorf, betreffend den 8. Mai in Streit getreten, rachbem die feit nahezu vier Wochen Die Berliner Gewerkschaftskommission steht dem Beschlusse Ein größerer Theil der Dresdener Dachdecker ist am Boykott der Vereinsbrauerei, vollständig unbetheiligt gegenüber. gepflogenen Unterhandlungen der Gehilfen mit den Meistern Dieser Beschluß ist ohne unser Buthun gefaßt worden. Wir roegen einer 20prozentigen Lohnerhöhung und 10stündiger Arbeitshaben bisher weder Anlaß gehabt, uns zustimmend zu demselben zeit zu feinem Ergebniß geführt haben. zu äußern, noch sind wir in der Lage, wie es in der Buschrift der vereinigten Brauereien von uns verlangt wird, bricht sich in allen Berufszweigen Bahn. In einer am Donnerstag Die Erkenntniß der Nothwendigkeit der Organisation denselben rückgängig zu machen. Die Berliner Gewerkschaften, welche zu vertreten wir die stattgefundenen Versammlung Mannheimer Damenschneidermeister Ehre haben, haben bisher weder einen solchen oder ähnlichen war man allerseits darüber einig, daß nur durch eine organisirte Beschluß gefaßt, noch ist die Absicht laut geworden unsererseits, Vereinigung Ersprießliches für das gemeinsame Interesse erwirkt werden könne, weshalb die Versammlung fofort zur Gründung Die preußische Polizei zeichnet sich wohl stets durch in gleicher Weise vorzugehen. Schneidigkeit, nicht aber immer durch große Gefeßestenntniß aus. Brauereien als eine interne Angelegenheit der Betheiligten be Wir haben den Ausschluß der Böttcher seitens einzelner eines Vereins schritt. So muß man immer wieder von neuem lesen, daß Versamm: trachtet und behandelt, bei der allerdings unsere Sympathien, Situation eine noch unveränderte ist. Die Gehilfen stehen noch Zum Tischlerstreik in Zürich wird uns mitgetheilt, daß die lungen ungerechtfertigter Weise geschlossen, daß Frauen aus wie wohl die Sympathien der gesammten Arbeiterschaft, auf fo fest wie am Anfange. Die selbstauferlegte Disziplin ist immer gewiesen worden sind und dergleichen. Der lettere Fall ereignete Geiten ber gemaßregellen Arbeiter stehen. Ein Vorschlag aber, noch trot Polizeichikanen eine sich gleichbleibende ftrenge und fich am 18. März wiederum in Eving( Westfalen), der Beamte weiter zu gehen, und speziell der, einen Boykott gegen eine der gute. Im ganzen haben die Streifenden von 750 in den Streik verlangte die Entfernung der Frauen aus einer öffentlichen Verfammlung. Um die Versammlung nicht zu vereiteln, fam man betheiligten Brauereien zu erklären, ist weder von uns noch von Getretenen faum 7-8 Streifbrecher. Von denjenigen, welche bie diesem allerdings ungefeßlichen Verlangen nach, erhob aber Be- irgend einer anderen Organisation der Berliner Urbeiterschaft Meister auswärts zu fangen wußten, ist es gelungen, fast sämmtschwerde bei dem Landrathsamt. Darauf erhielt der Beschwerde- bis jetzt in Erwägung gezogen worden. liche wieder auf unsere Seite zu ziehen. führer, Genosse Harde, folgende Antwort: Indem wir unter solchen Umständen das Verlangen dér Kirch- Derne, 26. April 1894. vereinigten Brauereien, den Rigdorfer Boykottbeschluß rück- Die Lemberger jüdischen Bäckereiarbeiter, welche seit An den Händler Herrn H. Harde zu Eving. gängig zu machen, ablehnen müssen, da uns zu einem solchen dem 28. April streiken, fordern neben einer Lohnerhöhung vor Auf Ihre an das Königliche Landrathsamt Dortmund des Grfolges fehlt, wouen wir nicht verhehlen, unserem jedenfalls ein vollberechtigtes, denn bisher kam es vor, daß ſte Borgehen sowohl die Legitimation wie auch die Möglichkeit allem eine Verkürzung der Arbeitszeit. Dies Verlangen ist gerichtete Gingabe vom 19. v. Mis., welche an mich Bedauern barüber Ausdruck zu geben, daß seitens der vereinigten volle 24 Stunden täglich arbeiteten; fie pflegten nämlich Sonnzum erstinstanzlichen Entscheide abgegeben worden ist, er- Brauerei- Unternehmer, ohne sich vorher die Mühe zu machen, abends Abends in die Arbeit zu gehen und verließen sie erst den öffne ich Ihnen, daß ich die Beamten in bezug auf die Zu- fich genügend zu informiren, ganz unbetheiligte Arveiter gemaß nächsten Freitag Abend, das heißt, fie arbeiteten ununterbrochen laffung von Frauenspersonen zu Versammlungen mit In- regelt worden sind und noch weitere Kreise derselben mit Maß durch sechs Tage in der Woche. Sie verlangen, daß von jett an nur vier Hißen" täglich, das ist ca. 18 Stunden, gearbeitet Indem wir uns der Hoffnung hingeben, daß nach vor werde. Die frommen Meister wollen schon den Lohn aufbessern, stehender Klarstellung unsererseits die vereinigten Brauereien von aber von einer Verkürzung der Arbeitszeit wollen sie nichts ihrer Abficht, die Zahl der Gemaßregelten zu vermehren, abstehen wissen. Die Bäckereiarbeiter verharren im Streit. werden, fügen wir noch den Wunsch bei, daß auch die Differenz Der Ausstand der Bergleute in Mährisch- Ostrau mit den Böttchern recht bald zu beiderseitiger Befriedigung bei hat sich auf den Karwiner Theil des Kohlenreviers ausge gelegt werden möge. dehnt und umfaßt 20 Förderungen mit 9000 Streifenden. feitens der vereinigten Brauereien, der in der Zuschrift 9. Mai wurden Sollte aber wider Erwarten und gegen unseren Willen Nach weiteren Meldungen aus Polnisch Ostrau vom der Buschrift 9. Mai wurden bei dem Zusammenstoße der ftreifenden vom 8. Mai angedrohte Angriff auf die gesammte Bergarbeiter mit der Gendarmerie 9 der Streikenden Leipzig.( Bur Lokalfrage.) Am Dienstag Abend faßte eine dieser Eventualität mit voller Seelenruhe und in dem Be ein Bataillon Infanterie eingetroffen ist, ist die bisher Arbeiterschaft Berlins inszenirt werden, so sehen wir getödtet und 20 verwundet. In Mährisch- Ostrau, wo gutbesuchte Barteiversammlung Beschluß über die neuerdings viel wußtsein entgegen, daß einer solchen Provokation gegenüber streitende Belegschaft des Karolinenfchachtes heute früh infolge besprochene Sonderstellung der Buchdrucker zur Lokalfrage. Die Führer der Buchdrucker sprachen sehr versönlich und es wurde, Arbeiterschaft Berlins ihre oft bewährte Solidarität aufs neue Die Ruhe wurde nicht gestört. an deren Diöglichkeit wir aber nicht glauben wollen die der Intervention des Bezirkshauptmanns vollzählig angefahren. nachdem seitens des Lokalkomitees unter Zustimmung die Erflärung abgegeben worden war, Ausnahmen von der Lokalliste und in glänzender Weise bethätigen würde. In dem Bewußtsein unsererseits nichts gethan zu haben, feiner Gewerkschaft zu geftatten, beschlossen: Das Lokalkomitee einen überflüssigen und in seinen Folgen unabsehbaren Streit und die leitenden Personen der Buchdruckerorganisation sollen herauf zu beschwören, zeichnet eine Ginigung herbeizuführen suchen.- Weiter wurde beherauf ſchloffen, zur Grringung der„ Friedrichshallen in ZeipagConnewitz auf die Zwenkauer Brauerei einzuwirken. ftruktionen versehen habe. Der Amtmann: ( Name unleserlich.) Die Beamten werden, wenn sie ungefeßliche Handlungen be geben, mit Instruktionen versehen", bei gewöhnlichen Staatsbürgern schüßt Unkenntniß der Gefeße nicht vor Strafe. Bei den Gewerbegerichts- Wahlen in Duisburg find die fozialdemokratischen Kandidaten unterlegen. Die chriftlichen ( fatholischen und evangelischen) Arbeitervereine, welche ein Kartell abgeschlossen, haben geliegt. Gewerbegerichtswahl in Nürnberg. Bei der am 7. Mai ftattgehabten Wahl der Arbeitnehmer- Beifizer wurden die sozia listischen Kandidaten mit 2478 Stimmen gewählt. Eine gegnerische Lifte war nicht aufgestellt worden. . regelung bedroht werden. Achtungsvoll 19 -D Der gefchäftsführende Ausschuß der Berliner Gewertschafts- Kommission. J. V.: Hermann Faber, C., Rosenstr. 28 v. I. Ein Theil der Wiener Maurer hat, wie der Zelegraph berichtet, die Arbeit wieder aufgenommen. Die Polizei ergreift auch hier vollständig die Partei für die Unternehmer, indem sie die Streifenden verhindert, mit ihren arbeitenden Genossen zu verkehren. Ein großer Bergarbeiter- Ausstand steht in Schott. land bevor, falls nicht doch noch eine Einigung beider Theile erzielt wird. Nachdem eine große Anzahl Bergarbeiter in Glass Man darf gespannt darauf sein, welche Stellung vor- gow in einer Konferenz über die Lohnerhöhung einig geworden, stehender Erklärung gegenüber die Brauereien einnehmen werden. daß die bis jetzt gezahlten Löhne durchaus unzutreffend sind, be Es wird uns mitgetheilt, daß die Antwort des gefchäfts- schlossen dieselben, den Ausstand zu erklären. Das Exekutive Polizeiliches, Gerichtliches 2c. führenden Ausschusses der Gewerkschaftskommission erst einge- tomitee der Bergarbeiter in London wird wahrscheinlich diesen -Der Redakteur des in Gelsenkirchen erscheinenden fandt wurde, nachdem eine Anzahl einflußreicher und an leiten Beschluß gutheißen. Die Presse wendet sich an die Bergarbeiter Verbandsorgans, der Berg- und Hüttenarbeiter der Stelle sich befindender Genossen der sechs Berliner Wahl Grubenbefizer mit der dringenden Bitte, sich mit den Bergleuten Beitung", üninghaus, wurde von der Strafkammer zu treise mit dem Inhalt bekannt gemacht worden sind und ihr Schottlands zu verständigen, damit sich nicht ein beide Theile 8 Monaten Gefängniß verurtheilt. Die Anklage legte ihm zur Einverständniß befundet haben. ruinirendes Schauspiel, wie in England, auch in Schottland abs Laft, am 14. Februar ds. Js. zu Gewaltthätigkeiten und zum Wir wissen auch, daß die Mehrzahl der organisirten Gespiele. Es tommt hier ja nicht nur das Interesse der UnterKlaffenbaß aufgefordert zu haben und zwar in einem Artifel, der noffen Berlins keineswegs die Neigung hat, bei eventuellen nehmer und der Arbeiter in Frage, sondern auch das der Konsu die traurigen Verhältnisse der niederschlesischen Kohlenarbeiter Differenzen zwischen den Unternehmern und den Arbeitern im menten und diese werden ja ersehen, inwieweit die Kohlenbarone besprach und die Bergleute zur Selbsthilfe gegen die Werkbesitzer Brauereigewerbe stets mit dem Mittel des Boytotts zu Gunsten auf sie Rücksicht nehmen. und Beamten aufforderte. In einem anderen Artikel hatte er der Arbeiter einzugreifen. Wenn aber die Herren Brauerei dem Komitee, das für die Hinterbliebenen der im Jahre 1868 befizer, wie es faft den Anschein hat, ein solches Eingreifen Für den Inhalt der Jnierate über nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Donnerstag, den 10. mai. Opernhaus. Falstaff. Schauspielhaus. Die gelehrtenFrauen. Der eingebildete Kranke. Deutsches Theater. Der Herr Senator. Leng- Theater. Niobe. Die Drientreise. Berliner Theater. Narcis. Neues Theater. Jugend. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Vogelhändler. Residenz- Theater. Dekorirt. Central- Theater. Rosenmüller und Finke. Adolph Ernst- Theater. Charley's Tante. Vorher: Die Bajazzi. Alexanderplat Theater. Der Trompeter von Säffingen. National- Theater. Maria Stuart. Theater Unter den Linden. Eine Nacht in Venedig. Hierauf: Farfarello. Wintergarten. Spezialitäten Vorstellung. : Reichshallen- Theater.SpezialitätenVorstellung. Apollo Theater. Spezialitäten Vorstellung. Kaufmann's Variété. Spezialitätens Vorstellung. Parodie Theater. SpezialitätenVorstellung. assage- Panopticum P 500 Sehenswürdigkeiten von 9 Uhr früh bis 10 Uhr Abends u. a.: Blaue Grotte, hisforische Dioramen, Illusionen etc. Im Theatersaal v. 6 Uhr ab: Spezialitäten- Vorstellung Ganz neues Programm! Entree 50 Pf. Kinder 25 Pf. Alcazar. Variété- u. SpezialitätenTheater. Dresdenerstr. 52/53( City- Passage.) Vornehmster Familien- Aufenthalt. Neu! Höllenqualen. Neu! Posse in 1 Att von Bernhard. Neu! Gingcscist. Neu! Operette in 1 Aft v. A. L'Arronge. Auftreten sämmtl. Spezialitäten. Anfang: Bochentags 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Entree: Wochentags 20 Pf. Sonntags 30 Pf. R. Winkler. Moabiter Gesellschaftshaus. Alt- Moabit 80/81.( Pferdeb.- Verbind.) Täglich: Concert, Theatern. SpezialitätenVorstellung. 12L Anfang 4 Uhr. Entree 30 Pf. Helmuth Peters. Fritz Preuss Louise Preuss verw. Keller geb. Moewis Neuvermählte. Berlin, den 8. Mai 1894. 715b Todes Anzeige. Allen Kollegen zur Nachricht, daß unser Kollege, der Zusammensetzer Otto Witte am 5. d. m. verstorben ist. 7046 Die Beerdigung findet am Donnerstag Nachmittag nicht um 4 Uhr, sondern um 51/2 Uhr, von der Halle des Neuen Thomas- Kirchhofs aus statt. Die Kollegen der Pianofabrit Schleifer u. Comp. Charlottenburg. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern des Sozialdemo fratischen Wahlvereins zur Nachricht, daß unser braver Genosse und treues Mitglied Friedrich Schulz bei der Operation an Darmverschlingung verstorben ist. Die Beerdigung findet Sonnabend Zentral- Kranken- und Sterbe-( Zuschuß)-Kasse der Töpfer und verw. Berufsgenossen Deutschlands. Filiale Berlin. Den Mitgliedern zur gefl. Kenntniß, daß am 12. Mai d. J. sämmtliche Hilfszahlstellen eingehen und nur in der Bahlstelle Gipsstr. 3 in den Bureaustunden Beiträge entgegengenommen werden. Die Auszahlung der Krankenunterstügung geschieht Sonnabends im Anschluß der Ortskasse. Richard Topf, Sassirer. Louis Pierow, Bevollmächtigter. Schönhauser Allee 64. Dieffenbachstraße 55. 687b* Freie Vereinigung der Kaufleute, Berlin. Freitag, den 11. Mai, Abends 8½ Uhr, in den Fettsälen des Industrie- Gebäudes, Beuthstr. 20: Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: Vortrag des Herrn Geb. Regierungsrath Professor Dr. Förster: Der soziale Werth der Genauigkeit". Diskussion. Verschiedenes. Zu dieser interessanten Versammlung werden die Kollegen dringend eingeladen. Gäste sind willkommen. 500/5 Nachm. 5 Uhr von der Leichenhalle des Achtung! Neuen Luisen- Kirchhofes( Westend) aus statt. Um rege Betheiligung bittet Der Vorkand. Danksagung. Tief gerührt durch die zahlreichen Beweise herzlicher Theilnahme und zahlreichen Kranzspenden bei dem Begräbniß meiner unvergeßlichen lieben Frau Rixdorf. Achtung! Der Streik der Böttcher dauert fort und machen wir die Genossen darauf aufmerksam, an den Beschlüssen festzuhalten, welche am Sonntag, den 6. Mai, gefaßt worden sind, welche lauten: so lange fein Bairisch- Bier zu trinken, bis die Forderungen der Böttcher voll und ganz bewilligt sind. Auch fordern wir die Berliner Genossen auf, die oben gefaßten Beschlüsse zu den ihrigen zu machen. Der Ausschuß des Gewerkschafts- Kartells zu Rixdorf. fage ich allen Verwandten, Freunden, Kurth's Konzerthaus, Hasenhaide Nr. 52–53. sowie auch meinen Stammgästen meinen 716b Central- Theater. Genossinnen u. Genossen! tiefgefühlten Dank. Alte Jakobstraße 30. Als Nachfeier zum 1. Mai findet im Heute Donnerstag, den 10. Mai 1894: Iwert'schen Lokal in 10. Gastspiel von Emil Thomas. Nenendorf a. d. Norbbahn Rosenmüller und Finke. am 2. Pfingstfeiertag, Nachm. 4 Uhr, Morgen Donnerstag, den 10. Mai: Rosenmüller& Finke. Chriſtian Thonstens Bloom E. Thomas. National- Theater. Große Frankfurterstr. 182. Maria Stuart. Trauerspiel in 5 Atten von Friedrich v. Schiller. Regie: Max Samst. Kasseneröffnung 61/2 Uhr. Anfang der Vorstellung 71/2 Uhr. Morgen: Vorstellung. Adolph Ernst- Theater. Heute: Charley's Tante. Schwant in 3 Att. v. Brandon Thomas. Vorher: Die Bajazzi. Parodistische Poffe mit Gesang in 1 Aft von Ed. Jacobson u. Benno Jacobson. Musik von Franz Roth. Vortrag, Concert und Tanzvergnügen statt. Ref.: Frl. Wabnitz. Um zahlreichen Besuch bittet 484/8 Der Vertrauensmann. Georg Thiele. C. Schmidt u. Frau, Eltern. A. Jacob, Bruder. Kranken- Unterstützungs- und Begräbnißkasse der Lederzurichter Berlins. ( E. H. Nr. 50.) Sonnabend, den 26. Mai 1894, Abends 8 Uhr, Weintr. 11 bei Herrn Feindt: Ausserordentliche Restaurant zur Pferdebucht General- Versammlung. bei Cöpenick, 15 Min. Waldweg. feiertag von der Göpenicker Stadtkapelle. Anfang 6 Uhr.- Kaffeeküche von früh an geöffnet. Hochachtungsvoll 7126 W. Magdeburg. 1. Tagesordnung: Am 1. fingit Früh- Concert Die Verfügung des königl. PolizeiBräsidiums vom 18. April d. I. auf grund des§ 26 Absah 1 des Gesetzes über eingeschriebene Hilfskassen. 2. Abänderung des§ 8 unseres Statuts. Die Mitglieder werden gebeten, sämmtlich zu erscheinen, 500/4 Der Vorkand. G. Busse. Neues Club- Haus 72, Kommandantenstr. 72. Jeden Sonntag: BALL. Empfehle meine 4 Säle zu Festlichkeiten u. Bersammlungen gratis. H. Ebert. 348b Bettfedern- Betten In Szene gesetzt von Adolph Ernst. C. M. Schmidt, Andreasstr. 59, I. Anfang 1/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Borstellung. Castan's Panoptikum. Neu: Das Mene Tekel. Sonderb. u. geheimnissv. spiritistische Produktion. Neu: Der 13 jährige Riese. Victoria- Brauerei, Lüßowstraße 111-112. An allen 3 Pfingstfeiertagen: Stettiner Sänger Herren: Meysel, Hankel, Pietro, Britton, Eberius, Steidl, Bliemchen und Blank. Garten resp. Saal. Anfang Uhr. Entree 50 Pf. Jeden Abend neues Programm! Nach der Soiree: Tanzkränzchen: Bon Pfingsten ab findeu die Soireen Der Stettiner Sänger in der Victoria( mit Ausnahme der Brauerei täglich Sonnabende) statt Altes Schützenhaus, Linienstraße 5, empfiehlt seine Säle. Jeden Sonntag: Ball. Sonntag, den 13. Mai( 1. Pfingstfeiertag): Großes Vokal- und Inftrumental- Konzert veranstaltet vom Gesangverein Kreuzberger Harmonie ( Mitglied des Arbeiter- Sängerbundes) 72/3 unter Leitung seines Dirigenten Herrn Dillenberger. Die Mufit wird von Mitgliedern der Freien Vereinigung der Zivil- Berufs musiker unter Zeitung des Herrn Grass ausgeführt. Anfang 6 Uhr. Anfang 6 Uhr. Nach dem Konzert: Grosser Ball. Billets à 20 f. find in den mit Plakaten belegten Handlungen zu haben. Hierzu ladet freundlichst ein Das Comité. Norddeutsche Brauerei, Chausseestraße 58. Montag, den 14. Mai( 2. Pfingstfeiertag): Gr. Früh- Konzert ausgeführt von der Hauskapelle unter gütiger Mitwirkung 204/8 des Gesangvereins Nordwacht( Mitgl. des A.-S.-B.) Im Saale: Großer Tang. Die Musik wird von Zivil- Berufsmusikern ausgeführt. Arbeiter, Parteigenossen! Kauft nur Brot mit der KontrollMarke der Herren, welche am Zanz theilnehmen, zahlen 30 Pf. nach. Die Kaffeeküche ist von 5 Uhr an geöffnet. Kasseneröffnung 4 Uhr. Anfang 5 Uhr. 72/ Bäderei- Arbeiter Berlins. Billets find an der Kasse und in den mit Plakaten belegten Handlungen zu haben. Daffelbe ist in folgenden Bäckereien und deren Niederlagen zu haben: E. Pfeiffer, Brunnenstr. 161. Hentschel, Pappelallee 18. H. Dittrich, Marienburgerstr. 1. W. Nauber, Prenzlauer Allee 86. Genossenschafts Bäckerei ,, Vorwärts", Am Ostbahnhof 2. Alle weiteren Anfragen in Betreff Arzt Dr. Hösch, Linien- der Kontrollmarke bitten wir an Kollegen Deckbetten 5 M. Unterbetten 4 M. Ropfkissen 1,50. Neue Bettfedern à Pfd. 35 Pf. Gerissene Gänsefedern mit Daunen à Pfd. 1 M. 718b $ Homöopath. a 149, 10, 5 bis 28. Scholz, Rinfeſtr. 3, zu richten. 7, Sonntags 8-10 Uhr. Kein Laden. 74L 714b] Die Agitations- Kommission. Entree 20 Pf. Bender, Dekonom. Ausstellung Italien in Berlin 1894 ( Stadtbahn- Station Zoologischer Garten). Metzner's Korbwaaren- Fabrik, Eröffnung: Donnerstag, den 10. Mai, Nachmittags 2 Uhr. Berlin, 2. Gesch.: Brunnenstr. 95, gegenüb. Humboldtshain 1. Andreasstr. 23, H. pt., gegenüb. Andreaspl Kinderwagen, her gratis. Theilzahlung gegrößtes Lager Berlins. Musterstattet. 500 Mark sahle ich Jedem, der mir nachweist, daß h nicht das größte Kinderwagen- Lager Berlins habe. C. A. 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Sobald der Soldat Wahre Perlen sozialer Weisheit bringt der Berliner Wie schwer es übrigens ist, sich solchen und ähnlichen Samm- unbeachtet war, nahm er ein Messer und wollte den Bünder aus Arbeiterfreund, Morgenblatt für Stadt und Land" in seiner lungen zu entziehen, auch wenn man es nicht dazu hat oder einandertheilen. Im nächsten Augenblick erfolgte eine Explosion, Nr. 18 vom 6. Mai. Das Blättchen, herausgegeben vom Zeit- gewiß nicht mit den Absichten der Sammler einverstanden ist, das wird durch die der Soldat entfeßlich verstümmelt wurde. Er wurde schriftenverein in Berlin unter Redaktion des Predigers E. Hülle gewiß Mancher erfahren haben. Da wird einem irgend ein nach Tempelhof ins Garnisonlazareth gebracht; an seinem Auferzählt seinen Lesern unter der Ueberschrift" Der Kostenpunkt" glattgescheitelter, redegewandter Herr zugeschickt, dem man dann, kommen wird gezweifelt. folgendes: Wenn jemand einen Thurm baut, so soll er zuvor statt ihm energisch die Thür zu weisen, lieber bei Zeiten und Eine etwa 70jährige Greisin ist am Mittwoch Nach die Kosten überschlagen. Die fozialdemokratische Reichstags: freiwillig feinen Tribut zahlt, um ihn auf diese unverdient mittag um 5 Uhr in Charlottenburg vor dem Hause Berlinerfraktion beabsichtigt beim Reichstage einen Entwurf einzureichen, anständige Weise recht bald wieder loszuwerden. Oder der die Verwandlung des stehenden Heeres in das Milizsystem die Sammelliste wird von dem Hauswirth in Um straße 125 getödtet worden. Sie überschritt das Pferde- Eisenbezweckt; dasselbe soll ja bedeutend billiger sein als unser jetziges das räudige Schaf in vorwurfsvollem Tone darüber inter: Stupfergraben- Charlottenburg umgestoßen und die Räder gingen lauf gesetzt, der am nächsten Miethezahlungs- Termine bahngeleise, wurde von einem Pferdebahnwagen der Linie Militär. Nach einer Berechnung des Militärwochenblattes" wird uns das sogenannte Volksheer aber fährlich 1800 Millionen pellirt, warum es sich von der letzten Sammlung ausgeschlossen von Beugen soll der Kutscher schuldlos sein, da er das WarnungsMart mehr fosten, mithin 21/2 Milliarden. Wer übrigens das habe. Auch in solchem Falle sind oft recht zwingende Gründe signal gegeben, den Wagen aber nicht rechtzeitig habe bremsen sozialdemokratische Programm studirt, der muß die Hände über vorhanden, die den Armen verhindern, die rechte Antwort zu tönnen. Die Leiche der nicht gleich festzustellenden Frau ist dem dem Kopf zusammenschlagen bezüglich der fabelhaften Geldkosten. geben. Bei der Lutherkirche, die am Sonnabend eingeweiht worden Man bedente: Der Staat hat die Mittel zu beschaffen zu Das ist denn doch ein bischen arg. Wenn es an Mitteln fehlt, ist, sollen sogar Schulkinder zu den Kosten beigesteuert haben. Schauhause zugeführt. folgenden Punkten: Unentgeltlichkeit der Schule, unentgeltlichkeit Polizeibericht. Am 7. d. M. Vormittags stürzte ein dreider Rechtspflege, unentgeltlichkeit der ärztlichen Hilfeleistung, Un- um der graffirenden Kirchenbau- Wuth Genüge zu thun, dann jähriges Mädchen aus dem Küchenfenster der im vierten Stocke entgeltlichkeit der Arzneimittel. Achtstündige Arbeitszeit in Staats- mögen doch diejenigen etwas tiefer in ihre volle Tasche greifen, des Hauses Brunnenstr. 7 belegenen Wohnung seiner Eltern auf werkstätten. Ferner verlangt man eine bedeutende Erhöhung die fich den eigentlichen Vortheil von der Vermehrung der Ge- den Hof hinab und erlitt so schwere Verlegungen, daß es Abends der Alters- und Invalidenrente, sowie des Krankengeldes.legenheit zum Kirchenbesuch versprechen; diejenigen aber, die starb. Am 8. d. M. Vormittags wurde ein Knabe vor dem Zum Ueberfluß( so! so!) fordert man noch die Abschaffung der selber nichts haben, soll man mit dem Kollektiren verschonen. Hause Wilhelmshavenerstr. 9 durch einen Arbeitswagen überZölle und Verbrauchssteuern, was allein jährlich einen Ausfall von Hunderten von Millionen Mark verursacht. Das Reich feit einiger Zeit von den behördlichen Inspektoren mit größerer Beim Anstreichen des Quergebäudes auf dem Grundstück Den Besitzern von Dampffeffel- Anlagen gegenüber wird fahren und am Arm und an der Hand bedeutend verletzt, hätte, wenn man alles in allem berechnet, jährlich mit dem Energie verfahren. Es wird von den Besizern solcher DampfClaudiusstraße 17 fiel ein Dachdecker von einer Hänge= Boltsheer 3000 Millionen Mark aufzubringen; wie das ge- teffel namentlich verlangt, daß sie nicht blos wie bisher größere rüstung etwa 9 Meter tief auf den Hof hinab, erlitt einen scheben soll, das ist eben ein sozialdemokratisches Räthfel." Explosionen zur behördlichen Kenntniß bringen, sondern auch Explosionen zur behördlichen Kenntniß bringen, sondern auch Bruch der Wirbelsäule und starb bald darauf. Sun, die frommen Herren mögen versichert sein, daß dieses geringere durch den Dampf erzeugte Beschädigungen der Kessel- Holzplatze Fennstraße 42a fiel Nachmittags ein Stapel von BirkenRäthsel" ſeine endgiltige befriedigende Lösung finden wird, und anlage anzeigen. Namentlich soll fünftig das Plagen der Siede- Stämmen auf ein spielendes Mädchen. vielleicht werden sie dann die Hände über dem Kopf zusammen- röhren in jedem einzelnen Falle gemeldet werden, da dasselbe Vor dem Hause Möckernstr. 100 fiel ein Knabe, der sich an einen doppelten Bruch des Armes und eine Verletzung am Fuße. schlagen ob der Einfachheit dieser Lösung, die ihrem Verstande nach den vom Bundesrathe erlassenen Anordnungen als eine verborgen geblieben. Kesselexplosion zu betrachten ist und zwar auch dann, wenn dabei vorüberfahrenden Rollwagen gehängt hatte, herab, gerieth unter wäre, ist folgende Behauptung, die sich in derselben Nummer in lichkeiten nicht stattgefunden hat. Es soll jede durch den Dampf einen Bierwagen überfahren. Er erlitt eine Verletzung des einem„ Die Sonntagsruhe" überschriebenen Artikel findet: Denn druck herbeigeführte Beschädigung des Kessels, durch die eine feit dem Jahre 1883 sind die Arbeiter der bevorzugte Gegenstand Unterbrechung des Betriebes desselben für längere oder fürzere der Neuen Hochstraße, erhängt vorgefunden. Abends wurde ein Arbeiter in seiner Wohnung, in der Gefeßgebung gewesen, und die Regierung hat dieser ihre Zeit nöthig wird, als Explosion im Sinne jener Bundesraths zum 9. d. W. wurde ein Mann an dem Zaun des Grundstücks In der Nacht ganze Kraft zugewandt. Es wurden in der Zeit die großen Berordnung behandelt und zur Anzeige gebracht werden. M. Arbeiterversicherungs- Geseze geschaffen, welche die Lage der Schlesischestr. 9 hängend vorgefunden. Er wurde abgeschnitten, Arbeiter im Falle von Krankheit, Unfall, Alter und Invalidität Der Vorstand des Berliner Asylvereins für Obdach ins Leben zurückgerufen und nach dem Krankenhause gebracht. sicher stellen, Ebenso wurde auch ein wirksames Gesetz gegen die lose giebt bekannt, daß im Monat April im Männerasyl Im Laufe des Tages fanden 4 Brände statt. Ausbeutung der Arbeiter in der Gewerbe- Ordnungs- Novelle, das 9300 Personen nächtigten, von denen 3266 badeten. Im Frauensogenannte Arbeiterschutz- Gesez, errichtet." Asyl logirten 1024 Personen, von welchen 79 ein Bad nahmen. Der Vorstand giebt des weiteren feinen Arbeitsnachweis bekannt, der fich für Männer Büschingstraße 4 und für Frauen Füsilierstraße 5 befindet. -Auf dem Das Kind erlitt einen An der Zum Lachen aber, wenn der Gegenstand nicht gar so traurig eine Verlegung von Menschen oder eine Zerstörung von Bau- das Hinterrad und wurde am Bein schwer verletzt. Ecke der Eisenbahn- und Muskauerstraße wurde ein Knabe durch 湩 Beins. Hamburg Witterungsübersicht vom 9. Mai. Barometerstand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. Windrichtung Windstärke G 765 765 766 765 766 SW WNW Still D 766 Haparanda 760 NNW Still 760 754 WSW 753 764 Wien 200 (-) 12204201422 etter wolkig Temperatur 15° C.= 4° R.) 10 halb bedeckt wolfenlos 13 14 wolkenlos 10 wolkenlos wolfenlos Regen 12 CID 12 7 10 Dunst halb bedeckt 10 halb bedeckt 10 bedeckt 12 Wie denkt sich nun der Verfasser die Sicherstellung in Fällen von Krankheit, Unfall, Alter und Invalidität? Durch Zahlung eines Krankengeldes von 9 M. wöchentlich, falls der Patient zu Hause verpflegt wird, oder von 4,50 wenn ,, Nieckchen und Fieckchen". Diesen niedlichen Namen Stationen. er im Krankenhause ist? Hat er vergessen, daß fast in zwei führt ein Kartenkunststück, das die Bauernfänger an ſtelle des nun Drittel aller Unfälle der Arbeiter erst den Weg der Klage be- schon nicht mehr unbekannten Kümmelblättchens zur Anwendung schreiten muß, um eine Rente zu erhalten, die auf's äußerste bringen, und mit Hilfe dessen drei jetzt festgenommene Personen die tnapp bemessen ist? oder erscheint ihm ein Satz von 331/3 Bf. Befucher einer Herberge( Bäcker) geplündert haben. Rieckchen Swinemünde. täglich hinreichend, um den Lebensabend sicher" zu stellen? Es und Fieckchen" werden durch zwei aus einem Kartenspiel bemuß wohl sein, denn sonst würde er nicht von den großen" Ar- liebig gewählte Karten dargestellt, die der Unternehmer zeigt und Berlin beiterversicherungs- Gesezen sprechen. Die Arbeiter bedanken sich an verschiedenen Stellen zwischen das Spiel steckt, das nun ge- Wiesbaden. aber beftens für dieses Maß von Fürsorge", welches den wirth- mischt wird. Rieckchen und Fieckchen" sollen nun trot Ab- München schaftlich Schwachen" zu Theil wird; sie wollen Thaten sehen, hebens und Mischens zusamenliegen; der Nachweis hierüber wird und deshalb ist der Antrag auf Erhöhung des Krankengeldes und der Gegenstand von Wetten. Die Karten werden der Alters- und Invalidenrente gestellt. Don oben abgezogen, und Erstaunen Petersburg zum allgemeinen Glaubt nun der Arbeiter fre und" durch diese beiden fallen die beiden Karten Stets hintereinander. Dies Cort. Artikel seinen Namen gerechtfertigt zu haben, so erbringt ein wird durch den folgenden bauernfängerischen Tric zu Aberdeen dritter Artikel in derselben Nummer den Beweis, daß ihm auch Wege gebracht. Wenn Rieckchen und Fieckchen" als die geBaris die Rettung der Verlorenen am Herzen liegt;„ Entlassene Straf wählten Karten zu Anfang gezeigt werden, so wird die eine auf gefangene" überschreibt er sich. Es wird darin mitgetheilt, daß für die Zuschauer unmerkliche Weise etwas zusammengebogen, so Witterung in Deutschland am 9. Mai, 8 Uhr Morgens. feit Anfang d. I. schon 664 Strafentlassene in Arbeit gebracht daß sich später die Stelle, wo die Karte im Spiel liegt, trok find, und folgender Satz gebracht: Nach Mecklenburg sind neuer- allen Mischens für die Hand bemerkbar macht. Beim Abheben, Berlin Gewitter herniedergegangen sind, am ersteren Orte von Nachdem gestern Vormittag in Swinemünde, Mittags in dings auch wieder Ziegelarbeiter verlangt, während in der Um- das nun meistens durch den Komplizen geschieht, wird die ge- Bagel begleitet, ist in Süd-, Mittel- und Ostdeutschland größtengebung Berlins für derartige Arbeiter feine Beschäftigung zu zeichnete Karte stets zu unterst gebracht. Dies ist aber auch der theils heiteres, trockenes Wetter eingetreten. An der Nordsee, finden ist. Es ist weise, daß der Verfasser diesen Saß mit Fall, wenn eine beliebige andere Person abhebt, da der Finger im nordwestlichen Binnenland und im westlichen Theile der teinem Kommentar begleitet hat, er spricht Bände. unwillkürlich nach einem Widerstand sucht. Hat nun der VerDas ist die Lektüre, die der Arbeiterfreund" sowie andere anstalter des Kunststücks etwa„ Rieckchen" nach unten gebracht, Ostseeküste ist der Himmel hingegen bewölkt. Die Winde wehen Organe derselben Tendenz seinen Lesern bringt; es lohnt fich fo schiebt er sie etwas zurück, zieht die zweitunterfte und dem- längs der Küste aus füdwestlicher, im Binnenlande meistens aus mitunter der Mühe, diese Blätter sich etwas näher anzusehen, nächst alle übrigen ab, bis er" Fieckchen" aufschlägt, um dann Die Temperaturen sind im Osten etwas gesunken, im Westen gesüdöstlicher Richtung, überall jedoch nur in geringer Stärke. um zu zeigen, welch' geistige Nahrung fie verzapfen und welche die schon bereit gehaltene" unzertrennliche" folgen zu lassen. Forderungen sie stellen: Bedürfnißlosigkeit, Enthaltsamkeit und Der Erfolg ist dadurch stets gesichert und die Opfer werden stiegen; die höchfte meldet hente Morgen Berlin mit 14 Gr. Celsius. vor allem viel Gebet und endlich die Ueberzeugung, daß die immer geleimt. Entscheidung über Wohl und Wehe der Arbeiter am sichersten und besten in die Weisheit der Regierung und das Wohlwollen und die„ beffere Einsicht" der Unternehmer zu stellen ist. Berliner Wetterbureau. Wetter- Prognose für Donnerstag, den 10. Mai 1894. Ziemlich heiteres, etwas wärmeres Wetter mit mäßigen füdlichen Winden; keine oder unerhebliche Niederschläge. Berliner Wetterbureau. Gerichts- Beitung. Die Polizei Attacke gegen die Berliner Arbeitslosen ( Fortsehung aus der zweiten Beilage.) Rechtsanw. Herzfeld: Ich habe die Ehre, den Angeklagten brecher gekommen. Die Wittwe Schulz, die mit ihrem sechszehnUm ihre Ersparnisse ist eine arme Waschfrau durch EinZur Kirchenbauerei, von der wir in unserer Sonnabend zwei Treppen hoch belegene Wohnung von Stube und Küche jährigen Sohne in dem Hause Borjigstraße 3 eine auf dem Hofe Nummer meldeten, daß sie gegenwärtig schon wieder recht flott inne hat, erwirbt ihren Unterhalt als Wafchfrau bei fremden im Gange ist, wollen wir heute noch einige Mittheilungen nach- Leuten, während ihr Sohn als Laufbursche in einer Druckerei tragen, die in der fürzlich abgehaltenen Jahresversammlung thätig ist. Außerdem vermiethet sie vier Schlafstellen. Durch des Evangelischen Kirchenbau- Bereins gemacht worden sind. harte Arbeit war es ihr gelungen, nach und nach einen NothGenannter Verein hat( in den vier Jahren seines Bestehens groschen zusammenzubringen, den sie in Höhe von 90 m. auf ein oder nur in dem letzten Jahre?) die Kleinigkeit von 1929 370 ihrem Sohn gehörendes Sparkassenbuch angelegt hatte. Frau Mart eingenommen. Speziell für die famose Kaiser Wilhelms Schulz besaß aber auch noch Werthfachen, und zwar hauptsächGedächtnißkirche hat er 1671 977 Mart zusammengebracht. Das lich Uhren und silberne Ketten, die sie an stelle des Miethszinses Schmidt zu vertheidigen, den der Staatsanwalt am schwersten Berliner Lokalkomitee hat für diese Kirche ebenfalls von Schlafleuten in Pfand genommen hatte. Gestern( Dienstag) bestraft haben will. Er wirft Herrn Schmidt als Sozialdemokraten 670 000 Mart gesammelt, sodaß jetzt im Ganzen 2340 00C Nachmittag um fechs Uhr fand der Sohn beim Nachhausekommen Neigung zu ungefeglichkeiten vor. Daß heute noch Mark vorhanden sind. Die ganze Bausumme ist auf sowohl die Eingangsthür zur Wohnung, als auch das Spind, in eine solche Behauptung von der Sozialdemokratie aufgestellt 2 700 000 m. veranschlagt, aber das noch Fehlende ist dem Sparkassenbuch und Werthfachen aufbewahrt wurden, ge- werden tann, ist in der That verwunderlich. durch weitere Zuwendungen, die mehr oder weniger bestimmt in öffnet vor. Geld und Geldeswerth fehlten. Die Diebe hatten Im Parlament, in der Presse, überall ist der gesetzliche Aussicht gestellt sind, in der Hauptsache ebenfalls bereits gedeckt. ihr Wert durch Anwendung von Nachschlüsseln vollführt. Die Charakter der Partei betont worden. Gerade die Gs hängt allerdings noch mancherlei drum und dran, z. B. ein Thäterschaft kann wohl nur auf frühere Schlafburschen zurück- Sozialdemokratie hat die Massen zur Gesetzlichkeit erzogen. Pfarrhaus, die Ausstattung der Kaiser Wilhelms- Gedächtnißhalle geführt werden, die um das Vorhandensein der Sachen wußten, Ich bin der Hoffnung, die Herren Richter werden nicht nach der u. f. w. Die Kosten der letzteren werden auf 350-400 000 7. da Wohnungen von Waschfrauen von Einbrechern nicht ohne veranschlagt. Der Verein hält die Stiftung dieser Summe für Weiteres aufgesucht zu werden pflegen. eine geeignete Gabe der Stadt Berlin". Es ist leider kaum Parteistellung des Angeklagten, sondern nur den Artikel beurtheilen. In dem Artikel steht nicht mehr als in allen anderen Artikeln der anderen Blätter. Es wird die Frage aufgeworfen, daran zu zweifeln, daß der Magistrat sich beeilen wird, diesem Die Leiche der 53 Jahre alten Majorin Henriette ob die Polizei provozirt habe. Ist es einem politischen Blatte, zarten Wink Folge zu leisten. Im übrigen rühmt sich der Witt ist am Dienstag Nachmittag gegen 3 Uhr polizeilich be- ist es einem sozialdemokratischen Blatte nicht erlaubt, die Be Verein, emsig an der Beseitigung der Kirchennoth in Berlin schlagnahmt worden. Die alleinstehende Dame wohnte Neue hörden des Staates auszufordern, eine Untersuchung über Maßgearbeitet zu haben. Ja, das muß ihm der Neid laffen. In Friedrichstr. 62 und wurde gegen zwei Uhr Nachmittags todt in nahmen der Polizei einzuleiten? Bugegeben, daß die Polizei fünf Jahren sind unter Aufwendung von 16 Millionen Mart ihrem Bimmer aufgefunden. Da die Ursache des Ablebens ärzt von ihrem fubjektiven Standpunkt geglaubt hat, es sei eine 15 Kirchen in Berlin und Uingegend eingeweiht worden, 6-7 lich nicht festzustellen war, so mußte die Polizei eingreifen und Demonstration beabsichtigt, so ergiebt sich, daß Rodrian sollen noch in diesem Jahre eingeweiht werden, 8 weitere sind die Leiche zwecks gerichtsärztlicher Deffnung sicherstellen. und Brandt an Der ganzen Sache schuld find. Hätte in Bau und 18 fehlen angeblich noch, um die Kirchennoth völlig zu beseitigen. Jedoch will man auch dann noch für jedes Reinickendorferstr. 42, Herr Kratzenberg, theilt uns zu dem Bericht spricht von einer Polizei- Orgie. Ja nachdem, was wir hier von Arbeiter- Sanitätskommission. Der Verwalter des Hauses wäre gewiß alles friedlich verlaufen. Der inkriminirte Artikel Rodrian nicht der Polizei Mittheilung zukommen lassen, weitere Jahr zwei neue Kirchen haben, damit deren Vermehrung mit dem Wachsthum der Berliner Bevölkerungsziffer Schritt in der Sonntagsnummer mit, daß die Klagen über Nässe in der den Bengen gehört haben, iff dieser Ausbruck, gar nicht zu hart. halte. Man könnte den Freunden der Kirchenbauerei dieses un- zur Betrachtung herangezogenen Wohnung einzig in dem Umschuldige Vergnügen gönnen, wenn sie es nur aus ihrer Tasche stande ihre Ursache haben kann, daß seit Oktober v. J. fämmt. Warum soll es nicht erlaubt sein, die Dinge beim rechten Namen bestritten. Aber sie beschränken sich nicht darauf, die liche Wäsche des Miethers in der Wohnung gewaschen sei. Auch zu nennen. Man muß es eine Orgie nennen, wenn wehrlose Leute von der Polizei geschlagen Stadtgemeinde um unentgeltliche Hergabe öffentlicher Plätze, führt der Verwalter an, daß der Miether Herr Lewin ihn um die der Erholung des arbeitenden Volkes dienen tönnten, Entbindung vom Kontrakt angegangen sei, bevor er sich über die werden. Der Vorwärts" hat nichts gesagt, was nicht zum fondern sie ziehen sogar die Unbemittelten direkt zur Beitrags- angebliche Nässe in der Wohnung beschwert habe. Obgleich die allergrößten Theile hier erwiesen worden wäre. Vielleicht, daß der eine oder andere Ausdruck zu umfassend gewählt leistung mit heran. In der ersten Generalversammlung( 1891) 28ohnung früher fünf Jahre lang ununterbrochen bewohnt ge= ift. Ich glaube nicht, daß drei selbständige Handwurde ausdrücklich darauf hingewiefen, daß der Evangelische wesen sei, so habe der frühere Miether sich doch nie über Nässe Kirchenbau- Verein namentlich auch bei den weniger Bemittelten beklagt. Im übrigen hätten auch die Beamten, von denen die ungen in den Artikeln vorliegen, sondern daß es sich um und Armen" den Klingelbeutel umgehen lasse; denn, so wurde betreffende Wohnung nachträglich besichtigt worden wäre, erklärt, eine fortgesetzte Handlung in den Artikeln handelte. Die Sonntagsplauderei ist überhaupt nicht beleidigend; sie sagt ausdrücklich, ausgeführt, wenn der arme Mann auch nur 20 Pfennig gebe, so daß dieselbe nicht naß, sondern höchstens unsauber sei. daß nicht die Polizei, sondern die herrschenden Klassen vers habe er Intereffe, die Kirche bleibe ihm nicht mehr fremd, er Durch eigene Unvorsichtigkeit ist ein Pionier der 6. Kom- antwortlich zu machen seien. Mein Klient hat schließlich Andenke und sage: das ist meine Kirche. Das ist in der That pagnie des 1. Eisenbahn- Regiments, das gegenwärtig in Klaus- spruch auf den Schuh des§ 198. Der Vorwärts" gehört feinem teine üble Joee. Wenn man dem Armen 20 Pfennig ab- dorf größere Felddienstübungen vornimmt und dort auch im Kapitalisten, sondern ist Zentralorgan der Sozialdemokratie. Der nimmt, dann wird er noch lange an die neue Kirche Kafernement liegt, schwer verunglückt. Am Sonntag Nachmittag Angeklagte handelte im Auftrage der Gesammtpartei, als er die deuken, ja, das kann schon stimmen; die zwanzig fand er auf dem dortigen Uebungsplatz einen Granatzünder, Vorfälle besprach. Ich bitte, auf die Freisprechung meines Klienten, evenluell aus eine kleine Geldstrafe zu erkennen, wenn er mil diesem oder jenem Worte das Zulässige überschritten hat. Staatsanwalt Venedix erwidert, daß der„Vorwärts" das Organ der einen Nichtuna innerbalb der sozial revolutionären Partei sei. ISS2 habe der „Vorwärts" die Februarkrawalle zurückgewiesen und die Tumul» tuantcn Ballonmützen und Lnnipenprolelarier genannt. Er wurde deshalb von den Blättern der anderen Richtung der Sozialrevolutionäre heftig angefeindet, und es schien ihm 18S4 vermuthlich gut, sich dieser Sorte von Menschen gegenüber zu rehabilitiren. Rechlsainvalt Dr. H e r z f e l d: Eine solche Absicht hat der „Vorwärts" nicht gehabt. Er verurtheilte Gewaltthätigkeiten, wie sie 18S2 vorgekommen sind, heute ebenso wie damals. Der Vorsitzende befragt noch einmal den Zeugen. Polizei- Hauptmann Feist, ob der Zugang zuni Friedrichshain nach Schluß der Versammlung offen gewesen sei. Der Zeuge bestätigt dies und wiederholt nochmals seine Aussag« von gestern. Er habe nnr Rowdies am Platze gesehen. Total betrunkene Leute seien an ihn herangekommen und hätten in die Versammlung hinein gewollt. Es habe sich ein richtiger Zug gebildet. Er habe ihn fünf Minuten lang beobachtet, bevor er eingeschritten sei. Der Zeuge giebt seine Aussage mit solchem Aufwand von Stimme ab, daß die Zuhörerschaft unruhig wird und unruhig murrt. DerVvrsitzende droht, daS Auditorium räumen zu lassen. Rechtsanwalt Fritz Friedmann: Die„Allgemeine Fahr- Zeitung" ist ein Organ für die Interessen des Fuhrwesens und hat mit Anarchismus, mit Sozialdeinokratie, mit Politik überhaupt nichts zu thun. Die Zinklage gegen meinen Klicnlen, den gute» Schütte, der da ein Gedicht aus der „Schwäbischen Tagwacht" abgedruckt hat, weil er, wie er ver- sichert, den Raum des Blattes füllen wollte, ist verglichen mil den anderen Anklagen das Satyrspiel nach der Tragödie. Es ist mir nun zwar vollkommen gleichgiltig, welcher Ansicht der Herr Staatsanwalt ist, aber er hat selber die Anklage wegen Aufreizung zum Klassen haß fallen lassen. Run liegt aber noch eine Anklage wegen Beleidigung gegen Schütte vor. Ein Strafantrag ist vorhanden, der, wie der Herr Staatsanwalt versichert, leider nicht gegen konservative Blätter und wohl auch leider nicht gegen Herrn von E z i d y gestellt ist. Es erscheint mir nun sehr gleichgiltig, hier Einzelheiten aus den Vorfällen sestznstellen, festzustellen, ob diesem oder jenem ein Nasenbein zerschlagen worden ist, sür das er ja, wie hier freundlich versichert ist, Schadenersatz verlangen kann. Es ist mir auch ganz gleichgiltig, ob das höhere Polizei- Organ, dem eine so große Macht anvertraut war, diese Macht auch richtig angewandt und sich nicht geirrt hat. Räch meiner Auffassung hat die Vertheidigung nur eins in den Mittelpunkt ihrer Aufgabe zustellen: nachzuweisen, Wiedas, was die Menschen da erlebt haben, auf sie gewirkt hat, welchen Eindruck sie davon hatten und ob ihre Erzählungen den Angeklagten glaub- hast erscheinen mußten. Die Zeitungen sind für die Oeffeutlichkeit da, und wir haben zum Glück eine Oefsentlichkeit. sogar für die Gerichtssäle ist diese Oeffeutlichkeit glücklicherweise garantirt. Entscheidend darüber, ob die Absicht einer Beleidigung vorlag oder nicht, ist die Prüfung, waren diese Schilderungen glaubhaft? Und da erschien es uns fast undenkbar, daß so harte Strafen beantragt werden würden, nachdem das Zengniß eines solchen klassischen Augenzeuge» vorlag, wie es Herr v. Cgidy ist. Der Herr Oberstlieutenant v. Egidy, der Herr ist Oberst- lieutenant, also wohl kaum Anarchist; er heißt v. Egidy, gehört also wohl kaum zum Zssiob und zum Gesindel, es ist ein alter Herr, dem sich also schlecht vorschnelles jugend- liches Urtheil vorwerfen läßt, er ist akademisch gebildet, wie die Herren Richter und Staatsanwälte auch. Und dieser Mann sagt aus, er habe sich zurückgezogen, weil ihn das Schauspiel, wie die Polizei mit den Arbeitslosen verfuhr, ekelte. Keine Trauerversammlung, sagte er, gehe so ruhig aus- einander, wie diese Versammlung gegangen sei. Er sagt, daß die Versammlung den Eindruck der Eutkrästung und Furcht ge- macht habe. Er sagt: jeder Mensch, ob er nun christlich-rcligiös, ordnungsliebend, ehrlich, gut, ja auch nur feinfühlig sei, müsse von tiefstem Schmerz erfüllt werde», wenn er dieser Vor- gänge gedenke. Nach dem Urtheil dieses Mannes in dieser Lebensstellung, das er in seinem Blatte mit dem stolzen und guten Namen„Versöhnung" schriftlich niedergelegt und hier Wort sür Wort aufrecht erhalten hätte, muß ich es als Unmög- lichkeit betrachten, daß die Angeklagten verurtheilt werden, wie der Herr Staatsanwalt verlangt. Ein solches Urtheil wäre das Gegentheil von dem, was Herr v. Egidy„Versöhnung" nennt. Wenn ein solches Urtheil erfolgen sollte, müßte man wirklich fragen, was soll daraus werden! Wir kommen doch nicht Über das Gefühl heraus, daß wir hier Beamte als Zeugen haben, die schließlich doch ihre Maßnahmen vertheidigen. Der Mensch, auch ein Beamter kann sich irren. Brotlose Arbeiter werden von Leuten, die wie sie aus- sehen und auch arbeitslos zu sein scheinen, init Gummischläuchen geschlagen. Die Arbeiter sind dadurch, wie es in dem Gedicht in der„Fahrzeitung" heißt, zweifellos gehetzt worden. Es war doch gewiß ein berechtigter Zweck, wenn die Arbeiislosen zu- saminenkommen und über ihre Lage beralhen. Darüber sollte man nicht höhnisch urtheilen. Und dabei ist es auch ganz gleichgiltig, ob ter Einberufer ein Anarchist war, der dann lange nach der Versammlung in den Verdacht oe- rathen ist, einen Einbruch begangen zu haben und ob der Referent auch lange nach der Versammlung wegen Majesläts- beleidigung verurtheilt worden ist. E i n e H e tz e ist dies Vorgehen gewiß gewesen. Es ist da die Neigung der subalternen Polizei-Organe, die ja selber manchen Angriffen ausgesetzt sind, sich selber einmal ordentlich zu bethätigen, hervor- getreten. In die Rolle eines lachenden Dritten kaun ich mich bei solchen Vorfällen nicht finden; ich beschäftige mich nicht mit Politik, ich habe keine Zeit dazu, aber ich bin doch nicht so weltfremd, daß ich das Gefühl der Arbeits- losen nicht verstehe, auf die der Gummischlauch gefallen ist. Ich bringe es nicht fertig, zu sagen: Was war denn weiter großes: Da hat der Mob ein bischen Jagd- hiebe bekommen. Wie kann nian da kommen und sagen: Die Presse hat kein Recht, sich um solche Vorfälle zu kümmern! Wie kann man nicht ein Wort des Mitleids, nicht ein Wort der Ver- söhnung übrig haben. Man mag ja denken: Herr v. Egidy, das ist ein Träumer, ein Idealist, der sich noch einbilden kann. die Welt könne regiert werden ohne Blut, oder sagen wir auch, wie die Ueberschrist des Gedichts lautet: ohne Gummischlauch und Eisen. Ich wünsche nur, es gäbe noch mehr solcher Träumer. Bon der Absiebt einer Beleidigung kann bei meinem Klienten nicht die Rede sein. Der Herr Polizeipräsident, der Polizcihauptmann, der Kriminalkommissar Böffel erweise» ihm ja gar nicht mal die Ehre, ihn zu kennen. Staatsanwalt: Es wird soviel Wesens vom Zengniß des Herrn v. Egidy gemacht. Er hat ja nur geschildert, was im Saale geschah und da sagte er, daß die Theilnehmer entnervt und verlumpt aussahen. Es erscheint mir nicht unwahrscheinlich, daß er sich in der Nähe der Zeuge» Ahlseld und Harpe be- sundcn hat und dort seinen Eindruck gewonnen hat. Im übrigen haben wir nicht durch die Brille des Zeugen v. Egidy zu sehen. sondern nur das Gesammtbild nach allen Zeugenaussagen selbst- ständig zu entwerfen. Verlheidiger, Rechtsanwalt Fritz Friedmann: Der Herr Staatsanwalt befindet sich wiederum im Jrrthum. Das Zeugniß des Herrn v. Egidy bezog sich auch auf die Vorgänge auf der Straße.- Er hat serner nicht von entnervten und ver- lumpten Leuten gesprochen, sondern von ihrer Entkrästung und Furcht. Der Angeklagte, Redakteur Keßler, betont, daß das Urtheil der Sozialdemokratie über die Unruhen im Februar 18S2 sich nicht geändert habe. Redakteur Wißberger legt Verwahrung gegen die Worte des Staatsanwalts ein, der von einem gewissenlosen Literaten- thum gesprochen habe. Staatsanwalt: Das ist mir nicht eingefallen. Wißberger: Sie haben es gesagt. Freilich, wenn der Staatsanwalt spricht, spricht er immer in Wahrung berechtigter Interessen und ist gerichtlich nicht zu belangen. Präsident: Das� gehört nicht zur Sache! Wißberger: Der Vorwurf der Gewiffeulosigkeit war ganz unberechtigt. Ich habe den Artikel erst nach sorgfältiger Prüfung der Angaben eines Berichterstatters geschrieben, den rch als gewissenhaften Menschen kenne. Der Angeklagte Grüttesien wiederholt, daß er„wie der Herr Staatsanwalt zu der bürgerlichen Partei" gehöre, in deren Interesse es liege, die Legende von der Lockspitzelei zu zerstören, die der Sozialdemokratie neue Anhänger zuführe. Siege die Sozialdemokratie, so werde sein persönliches Interesse ver- letzt, denn er würde in seiner persönlichen Freiheit beschränkt werden. Angeklagter Redakteur Schmidt: Gegen die Behauptung, daß die Sozialdemokratie auf ungesetzlichem Boden stehe, muß ich entschieden Verwahrung einlegen. Wenn der Herr Staats- anivall mehr Zeit hätte, sich mit politischen Dingen zu besoffen, würde er eine solche Behauptung nicdt aufstelle».— Vors.: Das gehört nicht zu Sache.— Schmidt: Der Vorwurf ist ganz allgemein ausgesprochen worden Ich bin Sozial- demokrat, werde also mit davon berührt und muß mich dagegen verwahren können. Es ist eine eigenthümliche Deduktion des Staatsanwalts, wenn er meint, wir wollten uns jetzt bei den Anarchisten rehabilitiren. Die gesammte Redaktion des„Vorw." steht nach wie vor auf dem Standpunkt, daß die Vorgänge vom Februar I8S2 zu rerurtheilen seien. Zwischen den damaligen Vorgängen und denen des 18. Januar d. I. liegt aber ein großer Unterschied. Damals waren Verbrechen verübt worden; heute ist aber auch nicht die Spur eines Beweises vafür vorhanden, daß sie hier beabsichtigt waren. Ich lege auch Verwahrung gegen die Behauptung ein, daß der„Vorwärts" ohne jede Information die Berichte über die Vorgänge am Friedrichshain aufgenommen habe. Mindestens 20 Leute mit zerschundenem Gesicht, mit zerrissen Röcken und ohne Hut waren auf der Redak- tion, nm Klage zu führen. Wir sind ein sozialdemokratisches Arbeiterblalt, und die große Mehrzahl der Arbeiter ist sozinldemo- ratisch und w endet sich na turgemäß an uns. Jchselberbin Arbeiter gewesen und weiß, was es heißt, arbeitslos zu sein. Ich weiß, wie tief e s s ch in e r z t, wenn man als Mob, als Janhagel bezeichnet wird. Es ist eine e i g e n t h ü m- l i ch e Auffassung des Herrn Prüstdeuten, es gebe keine Arbeitslosen- Versammlung, die ordnungsmäßig verlaufe. Ich selber habe in einer großen Arbeitslosen- Versammlung ge- sprechen, die in Ruhe und Ordnung auseinandergegangen ist. Die Leute', die in die Redaktion kamen, rochen nicht nach Schnaps, man merkte wohl, daß es Arbeitslose waren. und unter dem Eindruck ihrer Schilderungen sind die Artikel ge- schrieben worden. Die übrigen Angeklagten verzichten aufs Wort. Ter Gerichts- hos zieht sich zur Beralhung zurück. Nach vierstündiger Berathung wird folgendes Urtheil ver- kündet: Der Gerichtshof hat den Ausführungen der Vertheidigung über d e w C h a r a k t e r der Versammlung nicht beistimmen können. Die Versammlung war von einem bekannten Anarchisten ein- berufen und es war eine Demonstration zu erwarten. Es war nur ein kleines Aufgebot von Schutzleuten bereitgestellt, nicht sogenannte Achtgroscheujnngens, wie es i» den Blättern hieß. Es haben sich zu den Arbeitslosen viel jugendliche Leute gesellt, die hier in Berlin meistens Radaubrüder sind. Diese Gesellschaft war gefährlich und es wäre u n- klug gewesen, diese Leute erst handeln zu lassen. Die Polizei hat ihre volle Pflicht und Schuldigkeit getha», indem sie rechtzeitig die Bildung von Hansen verhinderte. Ter Polizeihauptmann hat eidlich bekundet, er habe die Leute wohl hundertmal aufgefordert, ruhig nach Hause zu gehe». Er hat erst schärfere Maßregeln ergriffen, als er in Güte nicht mehr auskam. Der Polizeilieutenant Arendt hat eidlich ausgesagt, daß ein ganzer Haufen in aggressiver Haltung aus ihn zugekommen sei. Zu gehässigen Angriffen gegen die Polizei durch die Presse war kein Anlaß. Wie wäre die Polizei angegriffen ivorden, wenn wirkliche Unruhen und Plünderungen wie im Jahre 1892 stattgefunden hätten! Es ist auch falsch, ihr Vorwürfe zu machen, daß sie die Leute aus de» Hänsern geholt. Sie hätte sonst neue Trupps binter sich gehabt. Wenn Leute dabei verwundet worden sind, so in das ihre Schuld, da sie Wider st and leisteten. Es ist kein Zweifel, daß unglücklicherweise auch Leute verwundet worden sind, die unschuldig waren. So ist es in der ganzen Welt immer gewesen, daß die A n s h e tz e r hinterm Ofen sitzen und die Verführten und auch gewisse Unschuldige ihre Schuld ausbaden müssen. Das sind Unglücksfälle, die nicht die Polizei zu verantworten hat. Nun hat ja jeder Mensch das Recht zuschreiben und zukritisiren und seine Meinung frei zu äußern. Man könnte in Erörterungen darüber eintreten, ob die Polizei nicht milder hätte vorgehen können, ob es praktisch war, nicht- uniformirte Beamte, die mit Gumniischläuchen bewaffnet waren, zu verwende». Das konnte alles objektiv besprochen werden, dieses Recht gewährleistet die Verfassung; natürlich nur so weit als man sich nicht der Beleidigung schuldig macht. Run zu den einzelnen Angeklagten und ich beginne bei Z a ch a u. Er hatte es auf Verhöhnung der Polizei abgesehen Den Artikel im„Sozialdemokrat" hat kein ernster Mann geschrieben, sonder» einer der die Polizei beleidigen wollte. Es liegt Beleidigung im Sinne des§ 185 vor. Ter Schutz des § 193 wäre dem Angeklagten an sich zuzubilligen. Aber die Form ist beleidigend. Ter Gerichtshof hat eine Strafe von zwei Monaten Gefängniß sür augemessen erachtet. Der Angeklagte Keßler hat der Polizei grobe Pflichtvergessen- heit vorgeworfen.„Polizeiorgie",„empörende Provokation". Es ist Beleidigung im Sinne der§§ 185 und 186 angenommen worden. Es ist gleichgilttig, ob die Frageform gewählt ist. Schreibt eine solche Zeitung„wollte die Polizei provozire»?" so heißt das in dürren Worten: Die Polizei hat provoziren wollen. Ter Angeklagte Keßler ist zu vier Monaten verurtheilt worden. Was den Angeklagten Wißberger anlangt, so war schon die Ueberschrist„Die schneidige Attacke" beleidigend, er ist zu drei Monaten verurtheilt worden. Auch Perl hatte die Absicht zu beleidigen, es ist bei ihm «ine Geldstrafe vou 800 M. für angemessen erachtet worden.— Ter Angeklagte Grüttesien hat eine von schweren Beleidigungen und Nntvahrheiten strotzende Rede des Abgeordneten Singer aus dem Sieichstage abgedruckt. Das allein macht ihn schon strafbar, denn die Rede war nicht im Verhandlungsbericht der Reichstags- Verhandlungen, sondern getrennt veröffentlicht und ist deshalb nach ständiger Judikatur nicht straffrei. Auch sonst finden sich in dem Artikel schwere Angriffe. Da Grüttesien noch unbestraft ist, ist auf eine Geldstrafe von 509 M. erkannt worden. Harnisch ist a»es gleichen Gründen zu einer Zusatzstrafe von zwei Monaten verurtheilt worden. Bei dem Ange- klagten Schütte ist in llebereinstimmung mit der Staats- anwaltschaft angenommen worden, daß Aufreizung nicht vorliegt. Wegen der Beleidigung ist auf eine Geldstrafe von 159 M. erkannt worden. Beim Angeklagten Schmidt trifft für den ersten Artikel das Gleiche wie beim Angeklagten Keßler zu. Schon der Ausdruck Polizist ist beleidigend und höhnend, ein Ausdruck, der sich nicht schickt. Scknnidt ist in 3 Fällen schuldig und zu fünf Monaten Gefängniß verurtheilt worden. Mögen die Redaktionen sich besser erkundigen. Bei Abmessung der Strafe ist selbst. v ersicindlich keine Rückstckt auf die Parleistellung der Angeklagten aenommen worden, während sie bei Beurtheilnng der Tendenz der Artikel in Frage gekoi—?u ist. Außerdem ist auf die üblichen Nebenstrasen erkannt Schluß?>/- Uhr. Ueber eine» Dhnamitprozest, der sich s-« Montag i» Prag abspielt, liegen folgende Nachrichten des Wolfflchen Depeichenbureans vor: � Bei dem Prozesse gegen die vier der Urheberschaft der im Dezember und im Februar in Rakonitz verübten Dynamitaueutate angeklagten Burschen waren dieselben wie in der Voruntersuchung, in der Hauptsache geständig. Der Angeklagte Schmidt sagte aus, nach dem Attentate bei dem Advokaten Wolf habe« selbst die Feuerwehr benachrichtigt und Nacht- das Wolf sche Haus bewacht; die übrigen beiden Attentate hätten nur zeigen sollen, daß die Behörden �ie richtigen Dynainiliarden noch nicht erwischt hätten. Der Angeklagte Natali ist ängstlich be- strebt, die Komplicen nickt zu belasten, welch« ihm alle Schuld aufbürden. Die Sachverständigen stellten fest, die zur Ver- wendung gekommenen Mengen Dynamit hätten hingereicht, um Menschenleben zu gefährden. Nachdem auf Antrag des Ver- theidigers die Vorlabung von Zeugen beschlossen, um über den Geisteszustand Natali's Aufschluß zu geben, wurde die VerHand- lung abgebrochen. Dir Zeugen schildern die Verheerung infolge der Dynamit- attenlate, sowie die Furcht der Bevölkerung. Ein Zeuge hält den Angeklagten Natali für blödsinnig. Die Nachmittags ver» nommene Mutter Natali's sagt aus, ihr Sohn sei als Kind öfter krank gewesen und infolge dessen geistesschwach geworden. Nach dem gcrichlsärztlichen Gutachten ist der Angeklagte wohl hochgradig schwachsinnig, aber nicht unzurechnungssähig. Der Anirag des Vertheidigers, ein Gutachten der mediziniscken Fakultät einzuholen, wurde abgelehnt, worauf derselbe die Nichtig- keilsbeschwerde anmeldete. Hierauf wurde das Beivcisverfahren geschlossen. Der Staatsanwalt beantragte unter Anführung der mildern- den und der erschiverenden Umstände gegen die vier Angeklagten Strafen von 5 bis 19 Jahren schweren Kerkers. Ein Niesenprozest gegen die Markthalleu-Diebe und Hehler gelangte am Dienstag' Abend zum Abschlüsse. Den Haupt- thäter, den erst I3jährigen Kutscher Großmann traf eine Ge- fängnißstrafe von fünf Jahren. Seine Mitthäter wurden zum Theil niit Zuchthaus bestraft. Der Haupthehler, Schlächter- nieister Grosseck, wurde zu einer Zuchthausstraie von drei Jahren venirtirlt. Die der einsacken Hehlerei beschuldigten Schlächter- meister und Gastwirthe wurden zumeist sreigesprochen.