Ztr. 397. 33. Jahrg. flbonnementS'Bedlngangen: HScitnetnem«• Stets ptöninnetonfco Sieneljäljtl 3,90 Ml. monall. 130 Ml. wöchciulich 80 Psg, frei in« H-uZ. Einzeln« Nummer b Pfz, KonnmgS. nummer mil Multrierler SomuagZ- Scüage.Die Neue Weit" 10 Pig, Poii- tlbonnemenl: 130 Mari vro Mona!. Einyeiragcn in die LosI- Leitung»- Brei-liiie, Unler Kreuzband iür Teutichland und Oeilerreich- Ungarn 230 Marl, wr das übrige kuslaud t Marl bro Monal. Postabonnemenls nehmen an Belgien, Dänemark Holland, Italien. Luxemburg. Portugal. Rumänien, schweben und die Schweiz. Vichtlüi iZgNch. ( 5 Pfennig) Die InlertlonS'Gebüftr betrügt für die sechsgesbaliene Kolonel» zeile oder deren Raum 60 Big,, iür »oliMche und gewertschaitliche Bereins- und VersammluiigS- Anzeigen SO Big, „f-letne Znrcigcn", das icugcdruilie Wort 20 Big,(zulässig 2 ictigedrucklc Worte), jedes weitere Wort 10 Big, Eicllcngciuche und Schlaiilcllenan> zeigen dos erste Wort 10 Psg., jedes weitere Wort S Big, Worte über IS Buch- Haben zählen iür zwei Worte. Injeraie Kr die nächste Numincr müssen bis K Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden, Tie Exveditioit ijl bis 7 Uhr abends gcöijiicl. Zerlinev VolllSblnkk. relegramm-Adresie: .kesisllümslilil sicrlii- sw Zcntralorga« der rozialdcmohratifchen Partei Deutfchlands. NeSaktion: EW. öS, Linöenstraße Z. Fernsprecher: Ami Nr. 151SV— lSI S?. Sonnabend, den 38. Oktober 1913. Expeüition: EW. 68, Linöenftrahe 3. Fernsprecher: Amt MoriNplav, Nr. 13130—18137. Ernst v. Körber österreichischer Ministerprästöent Wien, 27. Oktober. Wie die Abendblätter vernehmen, hat der gemeinsame Finanzminister v. K ö r b e r die Bildung des Ministeriums übernommen./ Das Amt, das der frühere Ministerpräsident und bisherige gemeinsame Finanzminister Oestcrreich-Ungarns, Herr Ernst v. Llörber, als Nachfolger des Grafen Stuergkh übernommen hat. ist recht leicht oder unendlich schwer— je nach dem, wie sein Träger es auffaßt. Wie die Dinge heute in Oesterreich liegen, fehlt es nicht an gefälligen Leuten, die bereit sind, einem Ministerpräsidenten seine Lage zu erleichtern und für ihn soviel zu tun, daß ihm s e l b st zu tun fast nichts mehr iibrig bleibt. Die auswärtige Politik ist die Domäne des ge- mcinsamcn Ministers Baron v. Burian, der ein Ungar und Vertrauensmann des ungarischen Ministerpräsidenten Grafen Tisza ist. Sie ist fast ausschließlich vom ungarischen Parlament her be- einslußt worden. Die Militärverwaltung greist tief, tiefer noch als in Deutschland, in alle Angelegenheiten des inneren öffent- lichcn Lebens ein. Die Presse steht unter scharfer Zensur, das Parlament ist ausgeschaltet und seine Zustimmung wird durch den allezeit gefälligen ij li ersetzt. schließlich geht es eine Zeitlang auch so, und jeder, der in der Kriegszcit Oesterreich zu besuchen Gelegenheit hatte, muß das glatte Funktionieren des mechanischen Apparats anerkennen, der für die breiten Massen ein Existenzminimum sichert und der Armee die materiellen Grundlagen liefert für ihre schwere Arbeit. Für einen Ministerpräsidenten, der sich vornimmt,„in bewährten Bahnen" zu wandeln und alles Weitere der Zeit zu überlassen, bietet sich also ein recht enges und bequem zu übersehendes Arbeitsfeld. Ganz anders muß sich aber die Aufgabe für einen Mann stellen, der sich dessen bewußt ist, daß die Entwicklung des österreichischen Staatsproblcms durch den jiricg nur scheinbar und äußerlich zum Stillstand gelangt ist, und daß brennende Fragen ihrer Lösung harren. Da ist zunächst das Verhältnis zu Ungarn, das wieder ins Gleichgewicht gebracht werden muß, nachdem der maßgebende Einfluß unter dem Regime Stuergkh so gut wie ganz auf die andere Reichshälfte übergegangen.war. Als Vorarbeit für die künftige Regelung des Verhältnisses zum Deutschen Reich ist eine Erneuerung des Ausgleichs unerläßlich. Wie soll aber diese notwen- dige Arbeit geleistet werden ohne die Wiedereinberufung des Parlaments? Wäre das Parlament nur einem Vcr- fassungskonflikt erlegen, als Opfer absolutistischer Gelüste, so wäre die Lösung noch verhältnismäßig einfach. Aber das Parlament ist nicht von äußerer Gewalt unterdrückt worden, es ist durch seine innere tdrankheit, die Obstruktion, in einen todesähnlichen Schlaf verfallen, und seine Wiederbelebung ist nur möglich durch die Lösung der Nationalitäten- frage. So greift eins ins andere.. Wer sich nicht auf die Taaffeschc Resignation des Fortwurstelns und DurchHaltens zurückziehen will, der muß ein Riese sein an straft und an optimistischem Zukunftsglauben, denn an der Arbeit, die vor ihm liegt, sind noch alle österreichischen Ministerpräsidenten gescheitert: auch Ernst v. störber! Auf das lange Ministcrimn Taaffe(1879— 1893) folgte die deutsch-liberal-klerikal-polnische Koalitionsregierung des Fürsten Windischgraetz(bis 1895), das Kabinett Badem(bis 1897), Gautsch(bis 1898), Thon(bis 1899). Tasselbe Jahr sieht noch die beiden kurzlebigen Ministerien Clary und Wstteb, und am 18. Januar 1900 bildete der im Jahre 1850 geborene Ernst v. Körber sein erstes Kabinett, dem die für österreichische Verhältnisse überaus lange Lebenszeit von fast fünf Jahren beschieden sein- sollte. Am 30. Dezember 190-1 fand auch diese Regierung durch innere Wirren ihr Ende. Während im Reichsratsplcnum die tschechische Obstruktion herrschte, stimmte die Budgetkommission eine Kreditforderung Körbers nieder, der den Reichsrat daraufhin vertagte. Schließ- lich führte� ein scharfer Konflikt zwischen der„Los-von-Rom- Bewegung" und den klerikalen Strömungen, die von einfluß- reichen Kreisen unterstützt wurden, zur Demission. Tie Zeit nach Körber hat dann Oesterreich— unter dem Ministerium Beck— den großen Fortschritt des allgemeinen Wahlrechts gebracht, aber die Pessimisten behielten recht, die auch in dieser großen Reform nur den Anfang zur Beseiti- gung der inneren Schwierigkeiten erblickten. So trat schon der verblichene Ministerpräsident, Graf Stuergkh, eine ziem- lich hoffnungslose Erbschaft an— bis der Krieg kam und alle ouseinanderstrebenden Elemente in dem eisernen Ring des notwendig gewordenen Existenzkampfes zusammenfaßte. Aber die inneren Gegensätze im Lande waren damit nur von der Oberfläche verschwunden. Das ist kein Wunder in einem Staat, der in nationaler wie in sozialer Beziehung differenziert ist, wie kaum ein anderes Land der Welt. Selbst die Einheit der Arbeiterbewegung litt unter der allgemeinen' perrtfj(mf)eit. Niemand vermag sich noch das Oesterreich nach vorzustellen, niemand weiß, wie sich dann das Verhältnis zwischen Deutschen, Tschechen, Südslawen, Polen usw..zwischen Klenikalismns und fortschrittlichen Richtungen, zwuchen Stadtbevölkerung und Agrariern, zwischen Unter- Weitere Korifchritte in der Oobrudscha. Deutsche Torpedoboote im englischen Kanal. lelDimg Des Mn ßWlMlim. Amtlich. Großes Hauptquartier, 27. Ok- tober 1916.(W. 2. B.): Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Bei starker Feuertätigkcit der Artillerie ist es nördlich der Somme nur zu Gefechten von Erkundungsabteilungeu gekommen. Auf dem Südufer ist durch unser auf die feindlichen Gräben gelegtes Wirkniigöfeuer ein sich vorbereitender An- griff der Franzosen im Abschnitt Fresnes- Mazancourt— Chaulnes niedergehalten worden. HeeresgruppeKronprinz. Der Artilleriekampf war tagsüber auf dem östlichen MaaSufcr zwischen Pfefferrücken und Woevre sehr heftig. Mittags griffen die Franzosen unsere Stellungen östlich von Fort Donanmont an; sie wurden verlustreich ab- gewiesen. Oestlicher Kriegsschauplatz. Front des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern. Au der Schtfchara wiederholten die Ruffen noch zwei- mal vergeblich ihre Angriffe; die stürmenden Kompagnien Warden von der Grabenbefatzung durch Feuer zurück- getrieben. Weiter südlich an der Wcdsma-Mündung nahmen schlesische Laudwehrleute eine russische Vorstellung und brachten einen Offizier, 88 Man» gefangen ein. An der Lucker Front dauerte im Abschnitt von Kisielin starkes Artilleriefener der Ruffen an; um Mitternacht er- folgte ein Angriff, der vor unseren Hindernissen im Feuer zusammenbrach. Front des Generals der Kavallerie Erzherzog Carl. Im Südteil der Waldkarpathca sind erneute russisch- rumänische Angriffe gescheitert. Vorstöße des Feindes au der Ostgrenze von Sieben- bürgen find zurückgeschlagen worden. Südlich von Predeal und in Richtung Campolung habe« unsere Angriffe Fortschritte gemacht. Balkan-Kricgsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen. Die Verfolgung der geschlagenen Dobrudscha-Armee wird fortgesetzt. Die Gegend von Harsova ist von den verbündeten Truppen erreicht. Mazedonische Front Keine weseatlichen Ereignisse. Der Erste Generalquartiermeister. Ludeudorf f. Vorstoß deutscher Torpedoboote nach der englischen Küste. Amtlich. Berlin, 27. Oktober.(W. T. B-j In der Nacht vom 26. zum 27. Oktober stießen Teile unserer TorPcdobootSstreitkräfte ans der deutschen Bucht durch die Straße Dover— Calais bis zur Linie Folkestonc �Boulogne in den englischen Kanal vor. Nach bisheriger Meldung des Führers der Torpedoboote, Kommodore Michelsen, wurden zum Teil unmittelbar vor den feind- licheu Häfen versenkt mindestens elf Borposten- d a m p f e r und zwei bis drei Zerstörer oder Torpedoboote; einzelne Leute der Besatzungen konnten gerettet und als Gefangene eingebracht werden. Mehrere andere Wachtfahrzeuge und mindestens zwei Zerstörer wurden durch Torpcdotrcffcr und Artilleriefener schwer beschädigt. Ferner wurden der englische P o st d a m P f c r „ O u e e n" südlich Folkestoue versenkt, nachdem der Bc- satznng Zeit zum Aussteigen gegeben war. Im Kanal bei Barne-Feuerschiff herrschte ein ans- fallend reger Verkehr von Lazarettschiffen. Unsere Torpedoboote sind wohlbehalten und ohne jeden Verlust in die deutschen Gewässer zurückgekehrt. Ter Chef des Admiralstades der Marine. IN WMiMA AlMlllWMW. Wien, 27. Oktober 1316.(W. T. B.) Amtlich wird vcrlautbart: Oestlicher Kriegsschauplatz. HeereSfront des Generals der Kavallerie Erzherzog Carl. Unsere Angriffe nördlich von Campolung und südlich uon Predeal machten Forlschritte. An der ungarisch-rumänischcn Oft- grenze wurden feindliche Gegenstöße abgeschlagen. Bei Sara Dornei nahmen uuscrc Truppen einen russischen Höhenstützpunkt, Gegenangriffe der Russen scheiterten. HeereSfront deS G e n e r a lf c ld m a r f ch a ll S Prinz Leopold von Bayern. I« Bereiche der östrrreichisch-ungarifchcn Streitkräfte nichts von Belang. Ztalicnischcr Kriegsschauplatz. Die feindliche Artillerie- und Mincnwcrfertätigkcit gegen die Stellungen aus der Karsthochstäche und die dahinter liegenden Räume steigerte sich zeitweilig zu großer Heftigkeit. Südöstlicher Kriegsschauplatz. In Albanien nichts Neues. Der Stellvertreter deS Chefs des GcncralstabrS. v. H o e f e r, Feldmarfchalleutnant. nehmertum und Arbeiterschaft gestalten wird. Und diese voll- kommene Ungewißheit mit ihren Hoffnungen und Befürch- tungen schafft auch während des Krieges einen Zustand der Unruhe, der unter der Decke des Ausnahmezustandes nur not- dürftig verborgen ist. Die Bewegung für die Einberufung des Parlaments zeigt, daß die„Neuorientierung" in Oesterreich nicht bis nach dem Kriege verschoben werden kann. Ist sich aber der neue Ministerpräsident dieser Tatsache bewußt, dann steht er vor einer unabsehbar großen Aufgabe. Man wird in der ganzen Welt seinen ersten Taten mit großer Spannung entgegen- sehen, denn bald mutz sich zeigen, ob Graf Stuergkh in ihm eben nur einen Nachfolger gefunden hat, der einen leer ge- wordenen Platz einnimmt, oder ein Mann in die politische Arena tritt, der sich dazu berufen fühlt, Schöpfer eines neuen Oesterreich zu werden. ** * Ein Wiener Mitarbeiter schreibt uns: Dr. Ernst v. Körber ist im öffentlichen Leben Oesterreichs eine scharf umriffene Persönlichkeit. Er stammt nach Tradition und Wesen von jenen Beamten ab, die man in Oesterreich als Jo- sephiner bezeichnet; er ist vor allem ein Verwalter, und zwar einer, der die Maschine gründlich kennt. Er war Handelsminister, Minister des Innern, Leiter des Justizministeriums, hat in all diesen Ressorts manche bureaukratifchen Schranken zerrissen und hat mit dem Tele- Phon und mit dem Telegraphen regiert. Kurz, er legt Wert dar- auf, als ein„moderner" Mensch und Staatsmann zu erscheinen; natürlich ist er weit davon entfernt, sozialdemokraNjaze Anschau- ungen zu hegen; aber aus Prinzip und aus Klugheit wird er sich im Einzelfalle keiner Neuerung auf wirtschaftlichem und geistigem Gebiete verschließen, die er für durchführbar hält. Er durchschaut das parlamentarische Getriebe und die persönlichen Interessen- streitigkeiten der bürgerlichen Parteien, die er nicht höher ein- schätzt, als sie es verdienen. Er rechnet mit ihnen und weiß sie auszunützen; man hat ihm die vielen kleinen und großen Gefälligkeiten, mit denen er parlamentarischen Einfluß ausgeübt hat, gar sehr verübelt, und insbesondere geschah das von feiten der alten Bureaukratie und derjenigen, welche an den Gefälligteitcn keinen Teil hatten. Er selbst hat schwerlich das Bedenkliche an diesem System übersehen, es aber mit Rücksicht aus seine größeren Zwecke und in Erkenntnis der speziellen Eigentümlichkeiten des österreichischen Staats, als dessen bewußter Vertreter er auftritt, in den Kauf genommen. Er ist so nicht der Mann der großen Mittel geworden; er wagte es nicht, die Wahlresoem in die Hand zu nehmen und überließ sie seinen Nachfolgern,.»wohl er mit ihr ein- verstanden gewesen sein mag. Die Verwaltungsreform, die für Oesterreich so wichtig ist, hat er in großen Umrissen skizziert, kam aber nicht dazu, sie durchzuführen; nun wird er vor die Notwendig- keit gestellt werden, seine Ideen auf seinem eigensten Gebiete zu verwirklichen. Als Gegner der Autonomie der Nationen und der Kreiseinteilung kann er nicht gelten, er wird vielmehr die cinKelnen Maßregeln vom Standpunkt des praktischen Verwaltungsbeamten erwägen. Er wird aber ferner auch in diesen Ausnahmezuständen sich als der Anhänger der verfassungsmäßigen Freiheiten zu bc- währen haben, als der er sich in seiner ersten Ministerpräsidentschaft gezeigt hat— nicht durch Einführung neuer Gesetze, sondern durch liberale Auslegung der bestehenden. Es ist sein Ruhm gewesen, daß unter seinem Regime die Preß- und Versammlungsfreiheit zur Tatsache wurden. Im Gegensätze zu früheren Zeiten wurde unter Körber überhaupt nicht mehr konfisziert, waren die Polizei schikanen auf jedem Gebiete abgeschafft. Dadurch hat«r in Oester reich geradezu bahnbrechend gewirkt, und seine reaktionären Nach folger haben erst allmählich den vormärzlichen Geist, der während des Krieges wieder zur vollen Blüte kam, wiederbelebt. Hier bietet sich ihm nun wieder ein großes Feld der praktischen Tätigkeit, und man kann hoffen, daß er hier den Kampf gegen entgegengesetzte Strömungen ausnehmen wird. Auch für den Fortschritt in der Sozialpolitik war er nicht ohne Verständnis. Ob er den Mut haben wird, das Parlament einzuberufen, steht dahin; als Meister der Verhandlungskunst wäre er dazu berufen, die Boraussetzungen da für zu schaffen, und das Parlament wäre ihm in dem notwendigen Widerstande gegen die übertriebenen Forderungen Ungarns ein notwendiger Bundesgenosse. In der auswärtigen und Handels- Politik ist von ihm zu erwarten, daß er die Annäherung an Deutsche land, die ein« Lebensfrage für Oesterreich ist, mit Ueberzeugung unterstützen wird. Wie sich dieser wohlwollende Skeptiker, de: jetzt als Verwalter Bosniens einige der ärgsten Schattenseiten Oesterreichs kennengelernt hat, die Zukunft diese? Staate« vorstellt, steht freilich dahin. Er ist nicht überschwenglich und fordert nicht zu überschwenglichen Hoffnungen heraus, die in der Natur de? österreichischen Staate? und K der gegenwärtigen Lage ihre nur zu engen Grenzen haben müssen. Aber man kann von ihm, wenn er der Alte geblieben ist, ein Regiment der Klugheit, der Vermeidung unnötiger Härten und, wo es ohne Katastrophen zu machen ist, einen Bruch mst der Tradition einer rückständigen Ver- waltung erwarten. Gegen die Obstruktion, das parlamentarische Erbübel Oester- reichs, wußte sich aber auch Körber keinen anderen Rat als den Z 14. Von den 76 Verordnungen, die in der Zeit von Badem bis zu seinem eigenen Rücktritt vom Amte erlassen. wurden, tragen nicht weniger als 33 Körbers Unterschrift. Auf dem Boden solcher Verhältnisse bil- den sich leicht autokratische Neigungen aus, an denen es auch Körber nicht fehlt, und die leicht zum Ausgangspunkt eines scharfen Gegen- satzeS zwischen ihm und der österreichischen Arbeiterklasse werden können. •• • Wie der„Tagl. Rirodschau� aus Wien gemeldet wird, stellte Herr v. Körber folgende Bedingungen für die Uebemahme des Ministerpräsidhims: 1. Prüfung einiger Punkte der Stuergkh-TiSzaschen Aus- glÄcksverhandlungen: 2. eine neue Geschäftsordnung für daS österreichische Ab- geordnetenhaus; 3. ein neues Sprachengesetz für Oesterreich; 4. Schaffung einer nationalen Abgrenzung mit KreiSem- teilung in Böhmen im parlamentarischen Wege. Die griechischen Wirren. Tie Ententegesandten beim König. Lern, 27. Oktober.(2B. T. B.).Secolo" meldet aus Athen: Adrniral Fournet wurde vom König in einer langen Audienz emp- fangen. Er gab dem König weitgehende Erklärungen zu den Maß- irahmen, die zur Sicherung der Ordnung in Athen getroffen wurden. Nacheinander erschienen sodann die Gesandten Elliot, Guillemin und Bosdari beim König. Der russische Gesandte wird heute emp- fangen werden. Die Ententegesandten bezwecken mit diesen Be- suchen, jeden Grund des Mißtrauens zwischen der Entente und der griechischen Regierung zu zerstreuen. Elliot stellte den Antrag, die griechischen al» Revolutionäre verhafteten Offizier« au» der Haft zu entlassen. Notiz de» W. T. B.: Dieser Meldung gegenüber verweisen wir auf den deutschen amtlichen Bericht. Die Absichten der Entente. Amsterdam, 27. Oktober.(W. T. B.)„Times" erfährt aus Athen, daß die Entente ihre Forderung, daß die t h e s s a l i s ch e n Truppen nach dem Peloponnes gebracht werden sollen, vor- läufig fallen gelassen hat. Es wurde ein Dekret ausgefertigt, das bestimmt, daß der Jahrgang 1913 nach Haus« geschickt wird und die Männer, die im September 1914 aufgerufen wurden, unter der Fahne bleiben, bis der Jahrgang 1916 ihre Stelle einnehmen kann. Wie verlautet, sollen zwei Armeekorps nach Misardoghi(?) ge- bracht werden. Die Entente will, um die nationale Bewegung zu unterstützen, um jeden Breis vereiteln, daß diejenigen, die sich ihr anzuschließen wünschen, daran verhindert werden. WaS die Athener Regierung betrifft, so werden die Ententemächte nicht verlangen, daß sie ihre Neutralität aufgibt, sondern nur, daß die Sicherheit ibrer Armee in Mazedonien gewährleistet bleibt. Bon der weiteren Haltung gewisser Blätter und Behörden hängt es ab, ob die kran- zösische Polizeikontrolle aufgehoben und die ftanzösi'�>en Marine- truppcn zurückgezogen werden._ Der bulgarische Kriegsbericht. Sofia, 26. Oktober.(W. T. B.) Amtlicher Bericht. Mazedonische Front: Die Lage ist unverändert. Südlich vom PreSpasee fand ein Gefecht mit schwachen fcind- lichen Abteilungen statt. Von der ganzen Front zwischen dem Prespasee und dem Aegäischen Meere ist nichts von Bc- deutung zu melden, autzer schwachem Artillcriefeucr längs der Meeresküste. Rumänische Front: Der Feind befindet sich auf der ganzen Dobrudschafront in überstürztem Rückzüge auf Tultscha, Braila und Harsova. Die Verfolgung wird fortgesetzt. Am 2S. Ottober nahmen wir 15 Offiziere und 771 Mann gefangen und erbeuteten 15 Maschinengewehre. An der D o n a u s r o n t hat sich nichts ereignet. Die Melüung ües türkischen Hauptquartiers. Konstantinopel, 26. Ottober.(W. T.B.) Amtlicher Kriegsbericht. Kein Ereignis von Bedeutung. In der Dobrudscha setzten unsere Truppen die Verfolgung des ge- schlagenen Feindes fort. Der Stellvertretende Oberbefehlshaber. Die feinölichen Heeresberichte. Ter französische Tagesbericht. V o m 26. O t t o b e r nachmittags.(W. T. B.) An der Front von V e r d u n ist die Lage unverändert. Die Deutschen versuchten während der Nacht keinen Gegenangriff. Sie beschränkten sich darauf, den Abschnitt von Vaux und Douaumont heftig zu beschießen. Sonst war die Nacht überall ruhig. Flugwesen: Ein deutsckieS Flugzeug wurde durch daS Feuer von Sutomobilgeschützen in der Gegend von BauquoiS in der Nähe der französischen Linien abgeschossen. Ein französischer Flieger griff auf der Straße von Conflans nach Etain eine marschierende Ar- tilleriekolonne aus 106 Meter Höhe an. Er brachte die Führer in Verwirrung, die ihre Bespannungen verließen und flüchteten. Orientarmee. Nördlich der Berge von Storkow und Grob haben die Serben die Deutschen und Bulgaren geworfen, sich der Die Schiacht vor Derüun Dritter Abschnitt. 6. Auf dem Ostufer waren nach Er« reichung der allgemeinen Linie Bacherauville— D ouaumonl dieOpera- uonen zu einem längeren Stillstände gekommen. Der starke französische Gegendruck und die Flankierung vom linken Maasuser her ließen ei» weiteres Vordringen der östlichen An- griffSgrnppe vorläufig nicht angezeigt erickieinen. Dabei mußten wir u»s gleichwohl darüber klar sein, daß wii den Besitz von Douaumont dauernd nur würden behaupten können, wenn es unS gelänge: erstens das Forr Aaux, das wir nach dem ersten An- laufe wieder halten ausgeben müssen fest in unsere Hand zu bekommen und zweitens auch darüber hinaus unsere gesamte Linie noch weiter gegen Südwesten und Süden vor- zurragen. Gegen Ende März gingen wir also auch hier wieder zum An- griff über, der uns am 27. das Werk Hardaumont und in den nächsten Wochen bis Mitte April kleinere Ge- ländegcwinne brackne. Am 17. April iührte dieser GesechlSabichnilt zur Einnadme einer Bergnaie, welche süd- lich des FortS Douaumont sich hin- ziebt und durch ihre überhöhende Lage unseren Stellungen westlich und nordwestlich des FortS sehr unbequem gewesen war. Nun trat rechts des Flusses wiederum eine Ruhepause von einem Monat ein. Die Geschützkämpfe gegen die schwer zu fassenden Werke und Unterstände sowie gegen die erheblich vermehrte feindliche Artillerie dauerte aber auch hier mit unver- minderter Heftigkeit fort und stellten an unsere AngriffSartillerre große Anforderungen. DaS energische ui'.d erfolgreiche Fortschreiten unserer Angriffe auf dem westlichen Ufer bewog die Franzosen zu einem ver- zweifelten Versuch, den Schwerpunkt der Kämpfe wiederum auf daS rechte MaaSufer hinüberzureißen. Vom 17. Mai ab setzte schweres Artilleriefeuer auf das Fort Douaumont ein. an dessen Wiedergewinnung die Franzoien in vollkommen richtiger Würdi- gung seiner hervorragenden Bedeutung für die Verteidigung ihre beste Kraft setzten. Es folgte in den nächsten Tagen ein schwerer und erfolgreicher Angriff aus das Fort, der am 23. Mai zur völligen Vergasung des Forts führte und bis in die westlichen Fort- graben und auf die Nordwestspitze des Forts gelangte. Aber schon setzte unser Gegenangriff ein. Am 24. und 2b. Mai erlitten die Franzosen eine schwere Niederlage. Unser Angriff gewann uns die ganze verlorengegangene Linie zurück und stieß sogar noch weit über sie hinaus nach Süden vor. Am 1. Juni wurde der Caillette-Wald gestürmt, am 2. fiel daS Fort Faux in unsere Hand. Nur in den Hohlräumen konnte sich der Feind noch bis zum 7. Juni halten. Eine weitere große Gruppe von Angriffskämpfen setzte bereits am 8. Juni ein. Sie brachte uns einen erheblichen Bodengewinn 'üdlick des Forts Douaumont. Die Hauptpunkte, welche dabei in unsere Hand fielen, sind das Thiaumont-Werl und das für die Gesamtlage allerdings nicht bedeutungsvolle Dorf Ileury, welche 'amt den zwischenliegenden Befestigungsanlagen auf dem Berg- rücken.Kalte Erde" am 23. Juni genommen wurden. Gegen diesen Geländegewinn aus dem Ostufer richtete der Feind seitdem eine große Reihe heftigster Gegenangriffe bei Tag und Nacht, die den Beginn der Sommeoffensive überdauerten und mit wechselndem Erfolge noch immer im Gange sind. Im verlaufe dieser Kämpfe ist daS Dorf Fleuch wieder aufgegeben worden. 7. So hat unsere Frühjahrioffensive bei Verdun uxi» einen nahm- haften Geländegewinn eingetragen und unsere Angriffsfront in einer zusammenhängenden Linie bis tief in das System der per- manenten Befestigungen des Eckpfeilers der französischen Landes- Verteidigungslinie hineinderlegt. Die Franzosen sind bemüht, die Verteidigung VerdunS, soweit von einer solchen bei dem verlorenen Nordostsektor der Festung die Rede sein kann, als eine kriegerisch« Leistung allerersten RangeS hinzustellen und sie rühmen dabei die Emergie der Füh- rung und die Tapferkeit ibrer Truppen. Gerade dadurch unter- streichen sie aber die volle Größe der deutschen Angriffsleistungen. Der Sieg wurde von den deutschen Truppen erkämpft gegen einen Feind, der alle Vorteile der systematisch ausgebauten Dauer- befestigung für sich geltend machen konnte, während für den An- greiser sich der Zwang ergab, jeden Fußbreit BodenS nicht nur zu erobern, sondern auch ihn alz Grundlage weiterer Angriffs- tätigkeit auszubauen und insbesondere für das schwere Geschütz die nötigen Anmarschwege und Stützpunkte im feindlichen Feuer zu schaffen. WaS dabei unsere Truppen an frischem Draufgängertum, an zähem Festhalten deS Errungenen, an freudigem Ertragen uner- härter Strapazen und Schrecknisse aller Art und an nie versagen- der AngrifsSfreudigkeit geboten haben, steht auf der höchsten Höbe des Heldentums. Der Gewinn, den sie dadurch erkämpften, ist beträchtlich: Wir haben Einblick in daS Becken von Verdun. in dir Stadt, auf die Maasbrücken und die Bahnlinien und können alle diese Punkt« unter wirksamstes Feuer nehmen. Damit ist Verduns Wert als Eckpfeiler der französischen Landesbefestigung zwar noch nicht völlig beseitigt, aber stark vermindert, seine Bedeutung als Brückenkopf und Aufmarschgelände für einen Angriff aber schon völlig ausgeschaltet.(W. T. B.) befestigten Höben am Zusammenfluß der Cerna und Strumiea be- mächtigt und 166 Gefangene gcmackt. Südwestlich deS PreSvasees hat französische Kavallerie, diirlh Jnfanterieableilungen unterstützt, am 24. Oktober die Brücken von SweSda und die Dörfer Golcherda und Laisica besetzt. Aus der übrigen Front hinderte Nebel die Operationen. Vom 26. Oktober abendS.(W. T. B.) Nördlich der Somme wurde ein Angriffsversuch des Feindes auf das Gehöft Bois l'Abbö südlich von BouchaveSnes mühelos abgeschlagen. Der Artilleriekampf dauert an. er ist sehr lebbaf: in der Gegend von Sailly— Saillisel sowie südlich der Somme im Abschnitt von VermandovillerS und ChaulneS. An der Front von B e r d u n war der Tag durch heftige Gegen-- anstrcngungen deS Feinde» gekennzeichneh Viermal griffen die Deutschen die Stellungen an, die wir ihnen in der Gegend von Douaumont genommen haben. Um 8 Uhr 30 Minuten morgen» und um 2 Uhr 30 Minuten nachmittags wurden zwei Angriffe auf das Fort und auf unsere Front östlich davon gemacht. Sie wurden trotz heftiger voran- gegangener und begleitender Beschießung durch unser Artillerie- und Jnfanteriefeuer gebrochen. Gegen 3 Uhr 86 Minuten ging ein dritter sehr starker Angriff von den Waldungen bei Hardaumont aus. Unter das Feuer unserer Batterien und unserer Maschinen- gewebre genommen, mußten die vier Sturmwellen in Unordnung zurückfluten, wobei der Feind bedeutende Verluste erlitt. Einige vereinzelte Abteilungen, die sich unserer ersten Linie genähert hatten, wurden gesangen genommen._ Schließlich erlitt ein vierter Angriffsversuch auf unsere Graben südlich des Chauffour- Waldes ebenfalls einen völligen Mißersolg Unsere Front wurde vollständig behauptet. Die Gesamtzahl der bi» jetzt gezählten Ge- sangenen übersteigt fünftausend. Dazu kommen noch mehrere Hundert Verwundete, die in unsere Lazarette ausgenommen wurden. Ueberall sonst verlief der Tag ruhig. Belgischer Bericht. Die belgttche Grabenarttlleri« er- öffnete und unterhielt trotz Gegenwirkung der schweren deutschen Artillerie Zerstörungsfeuer auf deutsche Schanzarbeiten in der Nähe von Grenzstein 16 an der User. Die englische Meldung. Vom 26. Oliober nachmittags.(W. T. B.) ES wurden erfolgreiche Ueberfälle auf deutsche Schützengräben bei Monchy und nordöstlich von Arra» unternommen. Es wurde be- trächtkicher Schaden angerichtet und es wurden Gefangene gemacht. Vom 26. Oktober abends. a n de angesehen wurden, muß klar gemacht werden, daß dieser tustand aufzuhören hat. Der Staat kann sich nicht in 'ie größten und gefährlich st en Schwierigkeiten ahren lassen, nur weil einigeSchifssreeder Gelegenheit bekommen sollen, ungeheure Ver- aögen an der gefährlichsten Kontrebande zu verdienen." Die Stellung unserer norwegischen Genossen zu der fetzigen Streitfrage geht aus den obigen Ausführungen klar hervor. Im Prinzip stimmen sie dem Verbot der norwegischen Regierung zu und lehnen die deutsche Auffassung ab. In der Praxis jedoch ver- langen sie. daß die Regierung sich mit einem Protest begnügen und jede Herausforderung vermeiden soll, da eine andere Handlung?- weise nur dazu führen könne, Norwegen in den Krieg zu ver- stricken. Aus den Worten des„Socialdemokrat":»für Norwegen fei das Prinzip, Macht gegen Macht zu setzen, nur lächerlich", geht hervor, daß unsere norwegische Bruderpartei, in Anbetracht der be- sonderen Lage Norwegens zwischen den beiden kämpfenden Mächte- gruppen, das Machtprinzip aus dem Bereich der norwegischen Politik völlig ausgeschaltet wissen möchte. Beachtenswert ist schließlich die scharfe Kampfansage»Socialdemo- kratens" an die K r i e g s s p e k u l a n t e n, vor allem an die Schiffsreeder, die von skrupelloser Gewinnsucht geleitet davor nicht zurückschrecken, das Land in kriegerische Verwickelungen zu stürzen. Die norwegische Sozialdemokratie sieht als Wortführerin der Ar- beiterklasse ihre höchste Aufgabe darin, alles zu tun, um das Land vor den Stürmen des Weltkriegs zu bewahren» Kiagen über öen Mangel an Einheit bei üer Entente. Genf, 26. Oktober.(W.T.B.)»Journal de GönSve" fordert im Leitartikel wiederum eine einheitliche Leitung der gesamten Ententearmeen mit dem Hinweis darauf, welche großen Ersolge die Mittelmächte durch das einheitliche Kom- mando unter Hindenburg erztelt hätten. In dem einen Lager werde kommandiert, in dem anderen überlegt und verhandelt. Die Balkanereignisse hätten von neuem diesen Mangel einer Kommando- einheit der Entente gezeigt. Die Entente sei natürlich nicht durch Rumäniens Kriegseintritt überrascht worden, die Mittel« mächte dagegen feien es gewesen oder hätten wenigstens so getan. Man habe sich also gesagt: wenn der sehr ge- schickte Herr Bratianu sich entscheidet, dann tut er e«. weil Sarrail für die Offensive bereit ist und die Russen eine Armee zur Vernichtung Bulgariens verfügbar haben. Die Ereignisse hätten das Gegenteil bewiesen. In dem einen Lager habe der Kaiser Hindenburg kommen lassen, der einfach den FeldzugZplan angeordnet habe, und dessen Befehle überallhin gingen, und das Resultat kenne man. Auf der anderen Seite sei die Aktion SarrailS in den ersten Anfängen stecken geblieben. Man habe den Eindruck, daß nur die unglücklichen Serben sich wirklich Mühe gäben. Die russische Odcsiaarmee scheine bisher nur ein Mythus zu sein. Die Rumänen könnten FalkenhaynS und Mackensens Armeen nicht siandhalten. ES scheine, daß die Entente von den Ereignissen überrascht worden sei und daß sie herumtaste und einen Weg suche, und daß Rußland nicht die erwarteten Anstrengungen mache. /lsquith über öie Hilfe für Rumänien. London. 26. Oktober.(W. T. B.) Metdung des Reuterschen BurcauS. Unterhaus. A S q uith sagte in Beantwortung einer Anfrage EarsonS über die L a g e in Rumänien: Ich halte cL nicht für möglich oder wünschenswert, im gegenwärtigen Augenblick mehr zu iagen, alS daß die miiilärische Lage Rumäniens die sorg- samsre Aufmerksamkeit der britischen Regierung und aller ihrer Ver- bündeien in Anspruch nimmt. Wir haben seit vielen Wochen jeden möglichen Schritt unternommen und tun ei noch, um unsere tapferen Kameraden in Rumänien bei dem mutigen Kampf, den sie führen, zu unterstützen. Ich hoffe, daß wir uns nicht zu übertriebenem Pessimismus verleiten lassen. In Frankreich, Rußland, Groß« brilannien und Italien wurden und werden noch gcmemsame Maß- regeln ergriffen, bei denen jeder von uns alles, wa» in seiner Macht liegt, tut, um Rumänien in seinem Kampfe um die Unabhängigkeit zu unterstützen., Teuerung in Englanö. Der Bericht, den doS von der englischen Regierung eingesetzte NahiungSmittelpreiSkomitee veröffentlicht hat, stößt im ganzen Lande auf Erstaunen und Unwillen. Er befriedigt nach keiner Richtung hin, nicht einmal die englische Regierung selbst, die vetmutlich er- wartete, daß die Untersuchungen den Nachweis erbringen würden, daß das Kabinett nichts anderes habe tun können, als was es getan habe. Die Mehrheit des Komitees stellt jedoch fest, daß die Re« gierung in ihrer Fürsorge für die Beschaffung von Lebensmitteln für die Zivilbevölkerung nicht so auf dem Posten gewesen sei wie daS Kriegsamt und das Mmiitionkministerium bei ihren Bemühungen für die Versorgung des Heeres mit Nahrungsmitteln und allen anderen notwendigen Waren. Mr. Nunciman, als Präsident des Handelsomies, hat nach jeder Richtung hin versagt. Es ist klar, daß diese Talsache besonders in den minder- bemittelten Kreisen eine sehr gereizte Stimmung hervorrufen mutzte, und wir sehen denn auch, wie sowohl der»New StateSman", das Blatt der englischen Fabier, als auch.Justice". die Wochenschrift der englischen nationalistischen Sozialisten, in äußerst heftiger Weis« der Regierung Vorwürfe machen, ganz besonders bemerkenswert ist die Schärfe des Tones in der»Justice". Sie legen der Regierung zur Last, daß sie die Hände im Schoß alle! gehen ließ wie es wollte, obwohl sie sah, daß durch die Aktion deS Kriegsamles für die Armee ungeheure Ersparnisse erzielt wurden dadurch, daß genügend Schiffsraum gechartert und die Frachten fest- gesetzt wurden, daß tolossale Ankäufe in den ProduktionSländern ge- tätigt, oft der ganz« ausführbare Ueberschuß angekauft wurde, und schließlich durch die Verteilung der Einfuhr entweder direkt an die Departements oder unter Festlegung von Höchstpreisen au die Großhändler. Diese Umsicht kamen Heer und Märine zugute. Herr Runciman ober weigerte sich, für die Zivilbevölkerung ähnliche Schritte zu unternehmen, und es wird ihm der Vorwurf gemacht, daß er nicht einmal Ankäufe von Fleisch und Welzen ge- macht habe, als die australische und indische Regierung den Export- Handel selbst übernahmen und die wichtigsten Lebensmittel nach Eng» land brachten. Die Folge mußie eine große Preissteigerung sein, besonder? auch, weil die englischen Landwirte sich bei den von den Konsumenten geforderten Preisen für die angeblich viel zu niedrig festgesetzten Preise deS Kriegsamtes für daS Heer schadlos zu halten suchten. Die Vorsa..ägc, die daS Komitee der Regierung für die Zukunft unterbreitet, bewegen sich auf folgender Linie: Eintauf und Im« port von Nahrungsmitteln aus eigene Rechnung, Begrenzung der Gewinne der Händler, Einrichtung kommunaler Verkaufsstelleu durch die lokalen Autoritäten, Verbot des ScvlachtenS von Milch- küben und offizielle Registrierung der von den Landwirten verkauften Milchmengen und ihr Preis, sowie die Ermutigung der Kommunen, selbst die sozialen Einrichiungen mit Milch zu versorgen, so daß vor allem die Kindermilch dem privaten Handel entzogen wird. Werden diese Vorschläge tatkräftig durchgeführt, woran jedoch der „New StateSman" zweifelt, so mögen sie gewisse Erleichterungen bringen, aber eine vollkommene Abhilfe der besiehenden Mißslände können sie nicht sein, schon aus dem Grunde nicht, weil die zwei Jahre tatenlosen Zuschauens nicht mehr ausgeglichen werden können. Ein weitere» Hinschleppen des gegenwärtigen ZustandeS ist aber auch nicht möglich. Unzusriedenheil macht sich überall im Lande bemerkbar. Die Arbeiter verlangen eine ander« Festsetzung der Löhne; so verhandeln die Eisenbahner mit der Regierung über eine gleitende Lohnskala, die die 699 999 Eisenbahnangestelllcn vor einem Sinken ihres wirklichen Einkommens bewahren soll, wenn die Re- gierung nicht imstande ist, die Preise zu regulieren. Die Berg- arbeiter werden folgen, und wohl oder übel wird die Ltegierung auch die Unterstützungen der Kricgerfamilien erhöben müssen. Dazu kommen noch sechs oder sieben Millionen, die nach dem Munitionsgesey weder streiken nech einen höheren Lohn als den von der Regierung vorgeschriebenen erlangen können. Wenn man bedenkt, daß unter diesen wie das Departementskomitee schreibt »noch erwachsene Frauen sind, die an Negrerungsaufträgen bei voller Arbeitszeit zu Löhnen unter 14 Schilling pro Woche arbeilen, und denen gesetzlich verboten ist, ihre Arbeil zu verlassen", so erhält man einen Begriff davon, daß auch in England die Frage der Lebens- mittelpreise brennend wird, obwohl diese im Durchschnitt bei weirem nicht so stark gestiegen sind, als in Deutschland. Eine Erklärung für die Verschleppung der Preisregulierung, die nur gleichzeitig mit einer starken Verminderung der Frachtkosten stattfinden kann, gibt uns.Justice", die daran erinnert, daß Herr Walter Runciman, der Präsident deS Handelsamtcs, der Hauptvertreter der mächtigen Schiffahrtsintcressen im englischen Kabinett ist. Was wunder, daß er die staatlichen Eingriffe in die Schiffahrt nicht fördert, sondern hintertreibt. Das Handclsamt wird von»Justice" überhaupt der korrupteste Körper im öffentlichen Dienst Englands genannt. In dem Komitee für Nahrungsmittelpreise sitzen auch zwei Arbeitcrvertreter, der nationalistische ClyncS und der inter- nationale Anderson. Beide konnten nickrS ausrichten, sie waren in der absoluten Minderheit, und sie müssen sich nun gefallen lassen, daß man ihnen sagt, daß ihre Kräfte an anderer Stelle wert« volleres hätten leisten können. �lus üer französischen Kammer. Bern, 26. Oktober.(W. T. B.) Die französische Kammer hat gestern den Antrag aus Gewährung einer Prämie von drei Franken von Regrerungs wegen für jeden Doppelzentner der Getreidcernte 1917 beraten. Die Abgeordneten, die diesen Antrag unterstützten, wiesen auf die heurige Mißernte hin. Jobett fand die geplante Maßregel verspätet. Der Ackerbaumrnlstcr erklärte, daß der Antrag von der Regierung gebilligt werde; er wies sodann insbesondere auf die Unzuträglichkeiten in der Beschaffung und Verteilung von Kunstdünger hin. Wie„Temps" zu der Llammersitzung am Mittwoch ausführt, besteht die Gefahr, daß die Ernte von 1917 noch geringer aus- fällt als die heurige, wenn die Saatarbeitcn nicht unterstützt werden. Nachmusterung in Irankreich. Bern, 26. Oktober.(W. T. B.) Die Heereskommission deS französischen Senats hat nach einer Beratung wegen der Mannschaftsbestände beschlossen, zu dieser Frage möglichst bald die Regierung zu hören. Die zurückgestellten und militärfreien Leute der Jahrgänge 1913 bis 1917 haben Befehl bekommen, sich spätestens binnen 19 Tagen zur Nachuntersuchung zu stellen. Abgeordneter F e r o y hat im Namen der parlamentarischen Heereskommission eine Denkschrift zugunsten einer Vorlage übergeben. die JahreStlasse 1918 bereits jetzt auszumustern. das Urteil im bulgaristhen Hochverratsprozeß Sofia, 23. Oktober.(23. T. 23.) Meldung der Bulgarischen Tele- graphen-Agentur. Am 21. Oktober 6 Uhr abends wurde vor dem Kriegsgericht in Sofia im Prozeß Ghenadiew das Urteil verlesen. Danach werden die Angeklagten, der frühere Minister Nikolaus Ghenadiew, Dordan Donow, Iwan Halatschew, Michel Patcw, Staiko Nemsky, Paul Ghenadiew, der Bruder des früheren Ministers, Iwan Angelow, Georg Durtow, Marko Torlakow, Andreas Charenkow, Raiko Daskalow, Gregor Dojadjew, Maiden Komanow und Nedeltscho Gheorgiew für schuldig erklärt und verurteilt wegen Vergehungen gegen das Strafgesetz in zwei Punkten. Diese beziehen sich auf Verschwörung zum Zweck des Hochverrats. Ghenadiew wurde zu 19 Jahren Zwangsarbert und Verlust der staatsbürgerlichen Rechte auf weitere 5 Jahre verurteilt. Alle anderen Angeklagten wurden zu je 8 Jahren Zwangsarbeit verurteilt, ebenfalls unter Entziehung der Rechte auf die Dauer von 6 Jahren nach Abbüßung der Hauptstrafe. Alle Angeklagten haben die Prozeßkosten gemeinsam zu tragen. Fünf Angeklagte wurden freigesprochen. Die 14 Verurteilten wurden sofort in Hast genom- men, gemäß einem nach der Urteilsfällung erlassenen Beschluß. Außerdem werden zugunsten des Staatsschatzes als Mittel, die zur Ausführung des Verbrechens dienen sollten, alle LandeSerzeug- nisse beschlagnahmt, die vom Gelde der Organisation DeSclosieres angeschafft worden waren. Zudem werden eingezogen alle von der Organisation DeSclosieres gelieferten Summen zum Ankauf von Getreide und anderen Dingen sowie die bei den Angeklagten be- schlagnahmten oder in ihrem Namen bei der bulgarischen Handels- dank hinterlegten Summen. Wilfon für eme vöikerliga zur Erhaltusg ües Friedens. Elncinnati, 26. Oktober.(W. T. B.) Wilson sagte in einer Rede, in der er sich über die Bildung einer Völkerliga zur Erhaltung des Friedens nach diesem Kriege aus- sprach, dies sei der letzte Weltkrieg, den die Vereinigten Staaten vermeiden könnten. Die Nation sollte bereit sein, wenn nötig, sich ihrer physischen Kraft zu bedienen, um zukünftige Kriege verhindern zu helfen. Zuweilen seien unter Verhältnissen, wie den jetzig«,. die Pflichten der Neutralität äußerst schwierig zu erfüllen. Mexiko unü öie amerikanisthea präsiöentschüftsMahien. Washington, 26. Oktober.(W. T. B.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Das Kriegsdepartement teilt mit, eS habe die sichere Nachricht erhalten, daß Gegner der Politik der Regierung gegenüber Mexiko mit Villa uiw anderen Banditen einen Scheinangriff auf die amerikanischen Truppen an der Grenze oder auf eine Grenz- stadt vor Beginn der Präsidentschaftswahlen verabredet haben, um Stimmung gegen die Negierung zu machen. DaS Kriegsdeparte- ment fetzte die amerikanischen Koinmandanten an der Grenze, deren Truppen in 2Zereitschaft gehalten werden, von den Einzelheiten in Kenntnis. Leiste Nachrichten. Der bulgarische Kriegsbericht. Sofia, 27. Oktober.(W. T. B.) Amtlicher Heeres- b e r i ch t. Mazedonische Front. Die Lage ist unverändert. Der Tag verlief verhältnismäßig ruhig. Zwischen Prespasee und Doiransee schwaches Geschützfeuer. Am Fuße der Bela- sica Planina Ruhe. An der S t r n m a f r o n t schwaches Ar- tilleriefeuer. An der ä g ä i s ch e n K ü st e beschoß die feind- liche Flotte die Höhen bei Orfano. Rumänische Front: An der Küste des Schwarzen Meeres Ruhe. In der D o b r u d s ch a verfolgen die ver- bündeten Truppen den besiegten Feind. Wir haben die Stadt Harsova besetzt. Längs der Donau Ruhe. Gewerkschaftliches. Verlin und Umgegend. Die Bewegung der Berliner Holzarbeiter zur Erlangung einer Teuerungszulage sittdet nicht den Beifall der„Fachzeitung", des Organs deS Arbcitgebcr-Schutzverbandcs für das deutsche Holz- gewerbe. Sie sucht durch irreführende Darstellungen der Verhand- lungen, die zwischen den Vertretern der Arbeitgeber und Arbeit- nehmer geführt worden sind, den Widerstand der Unternehmer gegen die geforderten Zulagen zu stärken. Die Arbeiter forderten mit Rücksicht auf die abnorm hohen Preise für Lebensmittel und der notwendigsten Bedarfsgegenstände eine Teuerungszulage auf die durchschnittlichen Verdienste von 1014 von 40 bis 45 Proz., eine den schwierigen ErnährungSver- bältnissen gegenüber gewiß recht bescheidene Forderung. Tie Arbeit- geber boten ganze 15 bis 20 Prozent, verbunden mit verschiedenen einschränkenden Bedingungen. Darauf konnten sich die Arbeiter natürlich nicht einlassen, da das von ihnen Geforderte das notwen- digste dessen war, was ein Arbeiter, um sein Leben zu fristen und seine Arbeitskraft kümmerlich zu erhalten, bedarf. Eine Einigung wurde trotz langer Verhandlungen, wie daS offizielle Protokoll richtig wiedergibt, nicht erzielt. Bei einer weiteren VerHand- lung teilten die Vertreter der Unternehmer mit, daß sie zu einem höheren Angebot keine Vollmacht hätten; sie wüßten erst ihre Auf- traggeber befragen. An beiden Sitzungen wurde von den Arbeiter- Vertretern erklärt, daß ein geringeres Angebot als das'geforderte nur auf die bestehenden V e rd ie n sie als Teuerungszulage annehmbar sei. Am 13. Septentber teilten die vereinigten Arbeitgebcrverbände der Berliner Holzindustrie der Berliner Verwaltung vom Deutschen Holzarbeiterverband mit, daß sie mit einer Teuerungszulage von 15 bis 25 Proz. aus die Friedenspreise einverstanden seien. Dieses Angebot entsprach wiederum nach keiner Richtung den Wünschen der Arbeiter. Abgesehen davon, daß es viel zu niedrig war, wenn die Zulage auf die Friedenspreise kommen sollte: schon die Spannung zwischen 15 bis 25 Prozent hätte in den Werkstätten fortwährend Differenzen hervorgerufen, und die Verhandlungen darüber, welcher Arbeitgeber nun 15, wer 20 und wer 25 Proz. zu zahlen habe, wären ins U-newdliche gegangen. Deshalb nahm die Leitung der Berliner Verwaltung vom Deutschen Holzarbeiterverband mit einigen Vorstandsmitgliedern vom Schutzverband Rücksprache, wobei betont wurde, daß auf der Grundlage deS letzten Zlngebots eine Verständigung nicht möglich sei; es müsse vielmehr eine neue Sitzung stattfinden. Hierzu waren die Unternehmer nicht bereit, worauf ihnen erklärt wurde, daß dann die gebotenen 25 Proz. gleichmäßig in allen Werkstätten gefordert ! oerden müssen, und zwar als Zuschlag auf die gegenwärtig er- zielten Verdienste, unter Anrechnung der in mehreren Werkstätten bereits bewilligten Teuerungszulagen. Eine Mitgliederversammlung vom Deutschen tzolzarbeiterver- band nahm dann auch das Angebot von 25 Prozent an, unter der Voraussetzung, daß die Teuerungszulage auf die bestehenden Wer- dienste oerrechnet wird. Die.Fachzeitung" bringt nun das nette Kunftstückchen fertig, die Friedensverdienfte als Grundlage für die von den Arbeit- gebern bewilligten 15 bis 25 Prozent als vereinbart darzu- stellen. In Wirklichkeit wollten die Arbcitcrvcrtvcter diese Grund- läge für eine Teuerungszulage von 40 bis 45 Proz. gelten lassen. Die„Fachzeitung" behauptet ferner, es sei bei keiner Verhand- lung„mit keinem Wort davon die Rede gewesen", daß die Teuc- ruugszulage vom 1. September an nachgezahlt werden solle. Auch diese Behauptung entspricht nicht den Tatsachen. Von den Arbeiter- Vertretern ist ausdrücklich gefordert worden, daß die Zulage von Bc- ginn der Verhandlungen an(Anfang AugustZ gezahlt werden müsse, damit, wenn sich diese in die Länge zögen, dre Arbeiter nicht ge- schädigt würden. Diese Fotiierung lehnten die Unternehmer ab. In der Sitzung am 6. September ist dann von den Arbeiterver- tretcrn erklärt worden, die Zulage müsse wenigstens am 1. Sep- tember an nachgezahlt werden. Hiergegen erhoben die Arbeitgeber keinen Einspruch. Somit sind die Bemerkungen der„Fachzeitung" über Ausstreuungen, die angeblich gegen die Obermeister gerichtet sein sollen und über Unterstellungen bezüglich angeblicher Zusiche- rungen seitens dieser Herren, gesucht und gewu-.rden. Die von der„Fachzeitung" beliebte Darstellung hat lediglich den Zweck, kein Mittel unversucht zu lassen, den Berliner Holz- arbeitern die Durchführung ihres Beschlusses möglichst zu erschweren. Tie Lolinvcrhältnissc der Stellmacher. In der letzten Branchenversammlung der Stellmacher berichtete der Obmann, daß die Geschäftslage im allgemeinen günstig ist und die Branchcnleitung anhaltend bemüht war, für die Aufbesserung der Löhne zu wirken, was auch in verschiedenen Fällen Erfolg Hatto Die Stellmacher arbeiten meistens in Akkord und haben deshalb wenig Interesse an einer Aufbesserung der Stundenlöhne bekundet. Dagegen ist es in vielen Fällen gelungen, die Akkordpreise unter dem Einfluß der durch Kriegsarbeiten verursachten günstigen Kon- junktur zu erhöhen. Hierdurch, sowie durch erhöhte Anspannung der Arbeitskraft erreichen die Stellmacher im allgemeinen einen wesent- lich höheren Verdienst als in Friedenszeiten. Sie haben deshalb kein Gewicht auf die Erlangung besonderer Teuerungszulagen ge- logt. Nur in einigen Betrieben sind Teuerungszulagen bis 10 Pro- zent bewilligt worden. Die zwischen dem Holzarbeiterverband und den Unternehmerorganisationen vereinbarte Teuerungszulage von 25 Prozent kommt für die Stellmacher nicht in Frage, weil sie dem Tarifverträge für die Holzindustrie nicht unterstehen. Die Frage einer weiteren Teuerungszulage für Kammarbcitcr wurde am Donnerstag in einer gemeinsamen Sitzung der Der- trauensleute und der Branchcnkommission erörtert. Wie festgestellt wurde, sind die Löhne und Verdienste verschieden. Auf keinen Fall entsprechen sie den heutigen Teuerungsverhältnissen, obwohl schon verschiedentlich Teuerungszulagen bestehen, die sich meistens zwischen 5 und 10 Prozent bewegen. Tie Vertrauensleute sprachen ihre Ent- rüstung darüber aus, daß zum Teil noch sehr niedrige Löhne vor- kommen. Die Notwendigkeit einer weiteren Teuerungszulage wurde allgemein anerkannt. Die Vertrauensleute beschlossen deshalb ein- stimmig, eine Branchenversammlung einzuberufen, die endgültig zur Forderung einer weiteren Teuerungszulage Stellung nehmen soll. Dann besprach man das Uebcl der Heimarbeit. Es sollen Schritte getan werden, diesem Uebel abzuhelfen. Die abgelehnte Erhöhung der Teuerungszulage. Eine gut besuchte Branchenversammlung der in den Album-, Mappen- und Galanteriewarensabriken Berlins und Umgegend beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen nahm Stellung zu dem ablehnenden Schreiben der Fabrikanten um Erhöhung der Teuerungszulagen. Die tiefe Unzufriedenheit, die sich in letzter Zeit unter den Beschäftigten dieser Branche bemerkbar macht, so wurde ausgeführt, sei nicht grundlos. Einerseits gebe die ungeheure �Steigerung der Lebensmittelpreise, andererseits die in keinem Verhältnis zu den teuren Zeit auffallend niedrige Ent- lohnung berechtigten Anlaß hierzu. Die F r i e d e n s l ö h ii e, die tariflich im Jahre 1911 mit der Berliner Lederwarenfabrikanten- Vereinigung vereinbart worden, seien tatsächlich nur das mindeste, was Arbeiter und Arbeiterinnen gebrauchten, um in normalen Zeiten sich notdürftig über Wasser zu halten. Mit einem Stundenlohn von 50 Pf. für männliche und 40 Pf. für weibliche Arbeitskräfte könnte man wirklich nicht durch Ersparnisse für arbeitslose Zeiten vor- beugen, sondern man lebte, wie man zu sagen pflegt, von der Hand in den Mund. Die Forderung, die Minimalstunden- und Akkordlöhne zu erhöhen, ist nicht unberechtigt und unerfüllbar, weil ein guter Beschäftigungsgrad und starker Bedarf an Galanterieartikeln den Fabrikanten Gelegenheit gegeben hat, ihre Läger selbst von den älte- sten Ladenhütern zu befteien. Der Tarifablauf in diesem Jahre gab nun willkommene Gelegenheit, Verhandlungen bei dem Vorstand der Fabrikantenvereinigung zu beantragen, um eine Aufbesserung der Löhne zu fordern. Das Ergebnis war ein recht mageres. Gewährt wurden 10 Proz. Teuerungszulagen. Das sei so viel wie ein Tropfen auf den heißen Stein. Die später beantragte Erhöhung der Teuerungszulage sei glatt abgelehnt worden mit der Begründung, eine Veränderung der Verhältnisse habe nicht stattgefunden, und dabei hätten alle Artikel im allgemeinen einen Auffchlag von 70 Proz. erfahren. Es sei daher nicht unbescheiden, wenn die Arbeit- nehmer an diesem Aufschlagssegen teilnehmen und chre geringe Lebenshaltung verbessern wollten. Die Versammelten beschloffen einstimmig, mit allem Nach- druck in den einzelnen Betrieben um Erhöhung der Teuerungs- zulage vorstellig zu werden. ?tus!and. Aus der französische»(Sewerkschastspreffe. S. Aus der schweizerischen Gewerkschaftspresse erfahren wir den Inhalt der Julinummer des„Travailleur du Batiment", des Zeutral- crgans der französischen Bauarbeiter, der uns in verschiedener Hin- ficht symptomatisch erscheint für die Stimmung breiter Schichten der französischen Arbeiter. Volle Töne, wie in Friedenszeiten, wird man freilich auch in diesem Gewerkschaftsblatt vergebens suchen, dafür sorgt schon die„Union sacre", die ftanzösische Abart des„Burg- friedens" und die segensreiche Einrichtung der Zensur. Immerhin eins sieht man deutlich, die französischen Bauarbeiter sind unzufrieden. Wie überall, leidet man unter der Teuerung; wie überall sind die Wucherer an der Arbeit. Es finden Bewegungen statt für Teuerungszulagen. Meist erfolgreiche. Denn das anfangs einge- schlafene Leben in den Gewerkschaften beginnt seit einiger Zeit wieder zu erwachen. Es wird auch wieder gestreikt. Doch steht es im französischen Baugewerbe schlecht mit der Arbeit. Gehört es doch nicht zur Kriegsindustrie. Auch in Frankreich scheint e? Arbeiterführer zu geben, die nach dem Kriege erwarten, daß die Bourgeoisie die Hand dazu reichen werde, um an der Besserung der Lage der Arbeiter mitzuarbeiten. Das Blatt der Bauarbeiter warnt vor diesem Glauben, der sich als illusorisch erweisen würde. Sehnsucht nach Frieden geht durch das Blatt, und die Frage, wie man»ach dem Kriege arbeiten wolle, nimmt den Haupt- teil des Platzes der Zeitung in Anspruch. Die Holzarbeiter zu Lyon haben einen gemeinschaftlichen Brief an die Redaktion ge- sandt. Sie warnen darin vor den patriotischen Sirenengesängen der bürgerlichen Presse. Beklagen es, daß man vor dem Kriege zu sehr nur eng korporative Propaganda unter den Arbeitern gemacht. Man habe zu sehr an die sogenannte praktische Arbeit gedacht. Dabei haben die Leute keinen Ueberblick über die Welt erhalten. Und als dann große Ereignisse kamen, da sei kein Mensch vorbereitet gewesen. Für alle Zukunft müsse man dem abhelfen. Die Arbeiter sollen in der Gewerkschaft zu künftigen Soldaten der sozialen Re- v o l u t i o n herangebil?et werden, und zwar solle man den Menschen nicht abstrakte Theorien in den Schädel hineinhämmern, sondern mit anschaulichen lebendig im Hirn des Arbeiters sich bewegenden und wirkenden Vorstellungen arbeiten. Hierbei verschließt sich das Blatt auch keineswegs der sogenannten praktischen Alltagsarbeit. Ein- gehend werden die künftigen Probleme der Friedensarbeit, darunter auch die Frage der ausländischen Arbeiter, erörtert; recht gründlich wird auch die Frage einer künftigen internationalen Ge- Werkschaftskonferenz zur Zeit und am Ort der künftigen Diplomatenkonferenz behandelt, die die Friedensbedingungen Europas beraten soll. Interessant ist zu hören, was die Forderungen der Arbeiter an die europäische Diplomatenkonferenz nach Ansicht der ftanzösischen Bauarbeiter sein sollen. In die künftigen Friedensverhandlungen müssen erstens fol- gende Forderungen aufgenommen werden: politische und ökonomische Unabhängigkeit der Völker, Abschaffung der Geheimdiplomatie, obli- gatorische Schiedsgerichte zwischen den Völkern. Damit sei die Grundlage gegeben für die Vereinigten Staaten von Europa. In den europäischen Friedensvertrag müssen aber auch ökonomische Forderungen der Arbeiterschaft aufgenommen werden. Wichtig sei es ferner, durch Regelung der Gesetz» g e b u n g in den verschiedenen Ländern die internationale Kon- kurrenz der Unternehmer auszugleichen. Man müsse die Gleich- machung der Arbeiterschutzgesctzgebung in allen Ländern verlangen. Garantien sollen gefordert werden für das Recht aus Arbeit, über Wanderarbeit usw. Damit wirklich solche Forderungen Aussiäit hätten aus Annahme, fordert der„Französische Bauarbeiter", daß eine intensive Propaganda gemacht werde in allen Län- dern, die alle Arbeiterelemente aufwecke. Mus Industrie und Kandel. Brauereieu und Gcrftcnverteilung. Der Schutzverband der Brauereien der Norddeutschen Brau- steuergemeinschaft beschäftigte sich in einer Mitgliederversammlung mit der Frage der Gcrstenversorgung, wobei insbesondere die bc- vorzugle Stellung Bayerns und die Zurücksetzung des norddcut- scheu Brausteuergebicts gegenüber Bayern in den Kreis der Er- örterungen gezogen wurde. Es wurde allseitig Klage darüber ge- führt, daß Bayern im Braujahre 1915/10 das volle Kontingent von 48 Proz. neben anderen Vergünstigungen erhalten hatte, wogegen die Belieferung 0er norddeutschen Brauereien sich sehr ungleich und wesentlich geringer gestaltet, und auch das an den Bundesrat ge- richtete Gesuch um nachträglichen Ausgleich mit Hilfe der neuen Ernte keinen Erfolg gehabt hat. Dabei wurde die Befürchtung ausgesprochen, daß auch in dem neuen Braujahre die Bevorzugung Bayerns andauern würde. Als Hauptaufgabe des Schutzverbandes wurde deshalb die entschiedene Wahrnehmung der Interessen der norddeutschen Brauereien erachtet, um, wenn möglich, deren aber- malige Zurücksetzung gegenüber den bayerischen Brauereien zu ver- hindern. Unter welch günstigen Bedingungen die bayerischen Brauereien zu arbeiten hatten, geht aus dem Bericht der Tücher- schen Brauerci-Nürnberg hervor, der es ausdrücklich rühmt, daß dank der umsichtigen Tätigkeit der Gcrstcnverwertungsgesellschaft Abteilung München und der entgegenkommenden Mitwirkung der drei bayerischen rechtsrheinischen landwirtschaftlichen Genossen- schaftszentralcn sowie des Handels die Versorgung mit Gerste aus Grund der einschlägigen Verordnungen glatt vonstatten ging, während die norddeutschen Brauereien mit den größten Schwierig- leiten bei ihrer Gerstenversorgung zu kämpfen hatten. Tie Ver- sammlung war sich darin einig, daß sie für das norddeutsche Brau- steuergebiet keine Vorzugsstellung wünsche, wohl aber Gleichberech- tigung mit Bayern beanspruchen müsse. Ablieferungspflicht für Schwefel. Amtlich wird gemeldet: Nach der Verordnung betreffend die private Schwefelwirtschast vom 13. November 1915 sind Schwefelries, Schwefelsäure und Oleum, die aus dem Auslände eingeführt werden, an die Kriegs- chemikalienaktiengesellschafl, VcrtvaltungSstelle für private cschwefel- Wirtschaft abzuliefern. Auf Grund der gleichen Verordnung sind vom Reichskanzler am 8. April 1910 Höchstpreise für Schwefel- säure und Oleum festgesetzl worden. Dagegen waren Schwefel und schwefelhaltige Rohstoffe bislang an keine Höchstpreise ge- bunden. Starke Preistreibereien zwangen dazu, auch hier regelnd einzugreifen. Ter Bundesrot hat durch eine Verordnung, die am 1. November 1910 in Kraft tritt, eine allgemeine Abliefe- rungspflicht für den im Jnlande hergestellten Schwefel au- geordnet. Die Schwefelproduktion ist nach den gleichzeitig vom Reichskanzler erlassenen Ausführungsbcstiinmungen allmonatlich der Kriegschemikaliengesellschaft, Verwaltungsstelle für private Schwefelwirtschaft in Berlin, anzuzeigen und aus ihr binnen drei Wochen zu stellendes Verlangen zu überlassen. Der Uebcrnahmeprcis darf 32 M. für je 100 Kilogramm Schwefel bei einem Schwefel- gehalt von mindestens 99 Proz. des Gesamtgewichts nicht über- steigen; eingeschlossen sind dabei die Kosten der Beförderung bis zur nächsten Eisenbahn- oder SÄisssladestelle sowie die Kosten des Einladens, nicht eingeschlossen ist die Verpackung. Neben dem Ucbernahmcpreis kann für die Ausbewahrung bei längerer Dauer eine angemessene Vergütung gewährt werden; ei nc� solche Vergütung ist auch für die längere Aufbewahrung von Schwefel zulässig, der von der Verwaltungsstelle nicht übernommen wird. Für Schwefel von besonderer chemischer Beschaffenheit oder physikalischer Aufbereitung haben Zu- oder Abschläge entsprechend den Handels- brauchen der Friedcnszeit einzutreten. Bei Streitigkeiten über den Preis ist das auch bei den sonstigen Fällen der Ablieferungspflicht übliche Verfahren vorgesehen. Zuwiderhandlungen gegen die Ver- ordnung sind mit Geld- oder Freiheitsstrafe bedroht; darüber kann die betreffende Schwefelmenge eingezogen werden. Französische Eiseneinfuhr. Nach der amtlichen Handelsstalisiik hat Fronkreicb in den ersten ackl Monaten des JabrcS 1910 für niebr als cli Millionen Doppelzentner Eisen und Stahl eingeführt, während die Gesamteinruhr der gleichen Arlilcl 1914 nur 310 000 Doppelzenrner erreichte. Die Ver- einigten Staaten licserteri im lausenden Jahre sechs Millionen, während der Bedarf 1914 nur 11000 Doppelzentner ausmachte Umgekehrt ist die Einfuhr algerischer Eisenerze von 202 000 Toppcl- zentnern im Jahre 1914 auf 94 000 Doppelzentner im Jahre 1910 gesunken. Arbeiter> Tamariterbuiid. K o l o nn e K r o tz- B e r I i n. Lebr- stunde haben nächste Woche, abends Lstz Uhr: 1. bis 6. Abteilung Montag den 30. Lklober, Köpcnickcr St. 62. Vortrag. Nach dein Vortrage praktische Verbandsübungcn.— Gäste haben einmaligen sreicu Zutritt. lyretreligiose Werner»»?. Sonntag, den 20. Oktober, vormittags 0 Uhr. Pappcl-Allce 15/17: Neukölln,.Jdcalkaflno', Adcalpktssagc: Ober- schöneweide, Klaraftr. 2: Freireligiöse Borlesung.— Vormittags 11 Uhr: Lteine Frantsurter Strohe 6: Vortrag von Herrn Ernst Däumig:„Eng- lischeS Scttcnioescn'.—Gäste willkommen. Tr-errerauSirchren iür das»rrtttcre Norddentiltiland bis Sonntag mittag. Mild, im östlichen Binnenlande zunächst noch vicliach heiter; in den anderen Gegenden überwiegend bewölkt mit leichten, oft- wärts fortschreitenden Rcgensällcn. 4! /ttkvitalsn. Kab'-arcKe'» ITran z AbraSaam Eacnb.Mcssma-u.Römertrank-Kell, C.25Bart£l8tT.S8, Fernsp. Kg3tJ370S 4 ga-�e-APistatfin � [Ell{ial-S2il Aozengraberetr.». Diarä2-E3di>SÄe,. NatSonal-Ead, Enmnenstr. 8. Passage- Sad Rcform-Ead, Wiene? Str. 65. Bäcker- u. Konditoreien � -'-n-nlh 73 Geschäfte in allen Stadtteilen Berlin! iowie in Neukölln u. Treptow _ Gar rundet 1092. F. Kiese weiter, Sckivolbcincralr. 16. G. Meier, Grünerweg 27. Otto Wölfl, Treptow, Krüllat. 16 Zachau, Gr.-Lichterf.,Chaüfsee8t85i 4 Qiigwn«iw.> R. Bauke, Stralauer Str. 56. iü. iura us, KomQiau&nie&str. ää. A. E. Lango, ßrunuenstr. ISf 4 feuttcr, ir iery jCaae � | Wilhelm äcbel~ B 25 eigene Filialen._ 4S eisen« Betailseschäfte Schröter, R 43 DcrhaulaMellen 43 Ig-jQ ühly& Wolfram A'jpliSt Holtz(f.Bch'afte. �Bierbrauerei., Bierhdandlg.� |0H£P£iilZ6l»i empfielüt WIMMtö * ersten Ranges.} |C. Habels Brauerei heil— Habelhrän— dunkel. MOnchener BrauSiaus Berlin und Oranienburg Ml Minger Bier! Weissbier, C. Brcitliaupt, Palisadonstr. 07 XeLEjit.:081,!0S2 in und Farben tz /erder-Drogerc-, BrilrSmiinrer»!. 5a 4 Easlotabpiken P r Timner-Essig f. bcrall erhfi ttl I ch! B|| 4"EisenyStahiw, Waffen, Werkz. � Carl Jung, Ötromstr 31. Rühlrnann.i:>..Müllerst.40b.E.Seest 4 Fleisch« u. Vifurstw. W. Beek Inh.s Horm. Gerbsch Charlottenburg, Berlinerst. 68-63 Fleisch- und Wurst warenfabrik WillyGericke,Petersburgerstr.31 Otto Kongel? Alto Jacobstr. 23. �Herrcn-u.KnabongardT� �dstr. 26, Ecke .ISaei Prinzen-Allee. 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Der sozialdemokratischen Fraktion war die Zustimmung zu der neuen, der sechsten Kreditvorlage keine leichte Pflicht, aber leider eine bitter not- wendige. Die gleichen Gründe, die die Fraktion zur Kredit- bewilligung am 4. August 1914 veranlaßt haben, liegen auch jetzt noch vor: Deutschland kämpft um seine Selbsterhaltung, es verteidigt feine politische Unabhängigkei, die Unversehrtheit seiner Grenzen und. die Entwickelungsmöglichkeiten seiner Zu- kunst. Die von deutscher Seite bekundete Bereitwilligkeit zum Friedensschluß wird von den Staatsmännern des feind- lichen Auslandes mit herausfordernden Reden über die Not- wendigkeit der Zerschmetterung Deutschlands vor der An- bahnung irgendwelcher Friedensverhandlungen beantwortet. Leider finden auch nach wie vor die Bemühungen der beut- scheu Sozialdemokratie, wenigstens die niaßgebenden Sozia- listen des feindlichen Auslandes zur Friedensbereitschaft zu veranlassen, taube Ohren oder unfreundliche Ablehnung. Die Erklärung der Fraktion, die Genosse E b e r t verlas, stellte diese bedauerlichen Tatsachen mit Ernst und Nachdruck fest und faßte auch die sonstigen Gründe der Fraktion für die Kreditbewilligung nochmals in knappen Sätzen eindringlich zusammen. Für die Sozialdemokratische Arbeitsgemeint�aft liWe Genosse B e r n st e i n die Gründe der Ablehnung der Kredite in einer längeren Rede dar, die der nervös gewordene Vizepräsident Paasch? mehrere Male in ganz unberechtigter und durchaus unangebrachter Weise unterbrach und einzuschränken bemüht war. Genosse Bernstein kritisierte im ersten Teil seiner Ausführungen die Art und Weise, wie die jüngste Kriegsanleihe zustande gekommen war: der Hauptteil seiner Rade beschäftigte sich mit dem Verlangen an die Regierung, sofort die nötigen Schritte für die Herbeiführring des Friedens zit tun. Nach seiner Meinung ist der Frieden in dem Augen- blick zu haben, wo von deutscher Seite ein Wa'senstillstand als Einleitung zu einem europäischen Kongreß angeboten wird. Zum Schluß verlas Genosse Bernstein eine Erklärung, die die Gründe seiner Fraktionsfreunde gegen die Kredit- bewilligung noch einmal kurz zusammenfaßte. Drei� verschiedene Auffassungen der Sozialdemokratie kamen bei der Beratung des Antrages der Sozialdemokrali- schen Arbeitsgemeinschaft auf Haftentlassung des G e n o s s e n L i e b k n e ch t für die Sitzungsperiode zur Gel- tung. Sachlich handelt es sich dabei allerdings eigentlich nur um zwei verschiedene Auffassungen, denn die Reden der Genossen Landsberg und Stadt Hägen wichen nicht in den sachlichen Gründen, sondern nur in der Tonaill vonein- ander ab. Aber Genosse Rühle hielt es für nötig, im Namen Liebknechts gegen den Antrag der Arbeitsgemeinschaft zu pro- testieren. Seine Rede zeigte, daß er für das parlamentarische System sehr wenig übrig bat, für dessen Durchsetzung mich die Sozialdemokratische Arbeitsgemeinschaft so entschieden ein- tritt. Die Einleitung eines Strafverfahrens gegen Liebknecht und Rühle hatte der Reichstag vorher aus Antrag der Ge- schäftsordnungskommisson einstimmig abgelehnt. Ueber den in der vorhergegangenen Sitzung des Reichs- tags verhandelten Antrag des Hanptausschnsses über das Recht des Zusammentretens dieses Ausschusses auch in Zeiten der Vertagung de« Reichstages wurde am Freitag nanientlich abgestimmt. Es stimmten 302 Mitglieder des Hauses für den Antrag, während 31 konservative Abgeordnete chn ablehnten. Den Beginn der Freitagsitzung bildeten mehrere A n- fragen, die fast alle von nationalliberaler Seite gestellt worden waren, den Abschluß sollte nach dem Wunsche des Prasidlums die restlose Erledigung des Antrages über die S ch u t; h a f t während des Kriegszustandes bil- den. Aber nachdem der Berichterstatter und noch Genosse Landsbcrg und Gröber vom Zentrum zu Wort gc- kommen waren, wurde um V28 Uhr die Vertagung beschlossen. da das durch zahlreiche Konimissionssitzunoen— zum Teil von früh um 9 Uhr an— und durch die Pleuarverhandlungen er- ncüdete Haus die Weiterberatung des wicklliaen Gegenstandes am nächsten Tag mit frischen Kräften wünschte. Reichstagsausschuß für öen Reichshaushaltsplan. Zu Beginn Sitzung nm Freitag schlug Abg. Erzberger vor, daß die Nedezest auf zehn Minute» Veschränit und für jede tfMttiou nur einem Redner das Wort erteilt werde. Aach lebhafter Debatte wurde beschlosien, daß die Redezeit auf zehn Minuten be- schränkt werde. Der andere Vorschlag des Abg. Erzberger wurde abgelehnt. Die Fragen über Odst, Kaffee, Tee. Kolonial. waren, Zucker, zuckerhaltige Futtermittel suhlten "«h SU einer lurzen Aussprache. Abg. Wurm fragte, ob für Ein- machezwecke größere Mengen Zucker nachgeliefert werden. Tie Ver- Wendung von Benzoesäure sei doch recht bedenklich. Ferner müsse feit/wstcllt werde», in welchem Umfange Melasse für da» Tel- drucst che Hefeverfahren zur Verfügung gestellt werde. Diese» Ver- fahren sei mcht rationell. Die Melasse könne und müsse besser der Gesamtheit nutzbar gemacht werden.— Der Preis für 4 Gramm «acharm fei auf 70 Pf. festgesetzt worden, während der HerstelliingS- preis nur 8 Pf. beträgt. Der Ueberschuß soll für Zwecke der Volks- ernahrung verwendet werden. Richtiger wäre es. wenn Sacharin billiger abgegeben werde. Präsident des Kriegsernährung»amt» v. Batocki: Zucker soll für Einmachezwecke nachgeliefert werden. In der nächsten Woche werde der Plan hierfür festgestellt.— Nur eine ganz geringe Menge Melasse könne in diesem Jahre für da« Delbrücksche Heseverfahren zur Verfügung gestellt werden. Das abfällig« Urteil über das Ver- fahren sei nicht als berechtigt erwiesen. Das Geld für die Fabriken 'ei nicht nutzlos ausgegeben.— Der Preis für Sacharin fei bereits wr der Errichtung des KriegsernährungSamt« festgesetzt worden. »in zu niedriger Preis sei nicht zweckmäßig, da dann zuviel Eacha- ei» verbraucht werden würde. Tin Vertreter des Kriegsernährungsamts legte eingehend die Bemühungen dar, durch die die Reichsleitung die Schwindeleien mit den sogenannten Ersatzmitteln bekämpft. Ein- gehende Untersuchungen werden zu diesem Zwecke durchgeführt und ein sorgfältig vorbereiteter Plan vorberaten. Vorgeschlagen sei u. a. e»ne Zentralstelle, die jedes Ersatzmittel und seinen Preis zu prüfen habe und ohne deren ausdrückliche Genehmigung kein Er- satzmittel verkauft werden dürfe. Dies erscheine aber undnrchfüyr- bar. Vielleicht werde zu empfehlen sein, daß für alle Ersatzmittel die Anzeigepflicht festgelegt werde, daß aber die Prüfung der Ware und ihres Preises den Bundesstaaten zugewiesen werde. Aber auch! dieses Verfahren miisse erst gründlich geprüft werden. Zu wünschen wäre aber auch, daß schon jetzt die örtlichen Polizeibehörden sich der Angelegenheit annehmen und gegen offenkundigen Schwindel mit allem Nachdruck eintrete». Abg. Davidsoh» fragt an, ob die Zuckermenge, welche als Zusatz zum Wein den Winzer» bewilligt worden ist, bereits auf- gebracht sei.— Ministerialdirektor Braun antwortet., daß den Winzern vereitS 70 000 Doppelzentner aus der Zuckerernte des ver- gangenen Jahres zugestellt sei. Aus der Ernte dieses Jahres sei den Winzern wiederum eine gleiche Menge zugesagt worden. Je- doch»verde beabsichtigt, auch für Obstwein im Herbst 1917 weitere Mengen Zucker zu verwenden, so daß, wenn e» möglich sein sollte, die Menge aus der diesjährigen Ernte sich auf 100 000 Dovvel- zentner erhöhe» werde. Abg. Gothein schloß stch den Ausführungen de» Abg. Wurm an.— Abg. K e i» a t h erklärt« sich nicht befriedigt dtirch die Ant- wort, die Ministerialdirektor Braun am Mittwoch in bezug auf die Geschäftsführung des Kricgsansschussei für Kaffee gab. Ter Präsident deS KriegSernährungk-amts v. Batocki: Er sei noch nicht dazu gekommen, selbst die Beschwerden über die Ge- schäftSführuiig des KriegSauSschnsseS für.Kaffee zu prüfen; er tverde aber, sobald es seine Zeit irgendavie zulasse, an diese Arbeit herantreten. Derjenige Gcschäftsfübrer, dessen Tätigkeit am meisten angegriffen Ivorden sei. sei zum Militär eingezogen. Dainit war diese Aussprache beendet und der Ausschuß wandle sich der Frage der Versorgung mit Kartoffeln zu. Abg. p. Westarp gab als Berichterslatter einen Ileberblick über die Verhältnisse in der Karwfselversorgung. ES herrsche hier ein« große Erregung. Wünschenswert wäre, daß diese überwunden werde. Bei ruhiger Betrachtung erscheinen die Schwierigkeiten nicht besorgniserregend, wenn sie uns auch veranlassen müssen, alles zu tun, um die Lage der großen Masse der Bevölkerung möglichst zu erleichtern. Der Vorsitzende der Reichskartoffelstelle, Peters, beantwortete eine Menge Fragen, die in bezug auf die Kartoffelverjorgung gestellt wurden. Er stellte ausdrücklich fest, daß die Kariofselpreise so, wie sie festgelegt worden sind, unter allen Umständen belasse» werden. Die Wünsche der Händler, mehr an dem Kartosfelhandel beteiligt zu Werden» konnten nicht verwirklicht werden. Er wieS nach, daß die Versuche, diesen Wünschen Rechnung zu tragen, gescheitert seien und hob besonders, hervor, daß die Gemeinden auch im Winter zu passender Zeit Kartoffeln herbeischaffen müßten. Das sei in jedem Jahre geschehen und sei auch, wenn es mit der nötigen Vorsicht er folge, durchaus unbedenklich. Batocki teilte auf eine Anfrage des Abg. Dr. Böhme mit, daß die Enteignung der Kartoffeln bisher nur in verschwindend wenigen Fällen nötig war. In der Regel genügte durchaus die Drohung mit der Enteignung. Festgestellt müsse werden, daß die Schwierigkeiten in der Kartosfelversorung nicht nur durch ungenügende Zufuhr der Kartoffeln an die Bahn hervorgerufen werden, sondern die Bahn nicht die Sendungen beloältigen könne. Abg. Eberl(Soz.) wies darauf hin, daß eine allgemeine Be- unruhigung in bezug auf die kartofselversorguug in der Tat bestehe und berechtigt sei. Hierbei handle es sich nicht nur um die zeitige Zufuhr der Kartoffeln, sondern auch darum, daß der Bevölkerung die unbedingt notwendige Menge von Kartoffeln zugestanden wird. Er bitte, daß recht schnell die Behörden den Bestand an Karlosfcln fest stellen, und hoffe, daß den Haushaltungen eine größere Menge zw gewiesen tverde. Ganz besonders herrsche in den Bezirken, in denen die Arbeiter überaus schwer arbeiten müssen, so im Westen in den Bergwerksbezirke», große Unruhe darüber, daß nicht genügend Kar toffeln Ijerbeigeschafst werden. Er wünscht dringend, daß für alle Kreise der arbeitenden Bevölkerung die Kartosfelmenge beträchtlich erhöht tverde. Auch er Ivarnte sehr mit Rücksicht auf die Forderungen der Karkoffelhändlcr, die Regelung in der Verteilung zu durchbrechen. ES könne keine Rede davon sein, daß die Preise gar erhöht würden. Er stelle fest, daß im Beirat er und seine Freunde entschieden den jetzt festgelegte» KartofselpreiS als zu hoch bekämpft haben. Abg. Hopf verwies auf die Bemerkung Westarps, daß auch in der Frage der Versorgung mit Kartoffeln ruhige Ueberlegung not' weitdig sei. Es sei damit zu rechnen, daß eS hier und dort an Kaie toffeln fehlen könnte, deshalb müßte schon jetzt für genügende Er- satzstoffe gesorgt werden.— Abg. Gieöverts wünschte auch«ine Erhöhung der Kartofselmcnge.— Hoch teilte mit, daß der Verband deutscher Kartoffeliniercssenien eine länger« Eingabe dem AuS' schnß zugesandt und darin seine Wünsche dargelegt habe. Gefor dert werde die Anstellung der Kommissionär« für den Ankauf der Kartoffeln auf Grund einer Vorschlagsliste und für diese Lifte nur anerkannte Kartoffelhändler und landwirlschaftliche Genosse» schaften zu berücksichtigen. Damit der Landrat den Uebcrblick über die Kartosfelbeschasfung behält, müßten die Kommissionäre ver pflichtet werden, ihren Einkauf innerhalb L4 Stunden nach erfolgtem ?lbsailuß bei den zustäiedigen Kominunalverbändcn anzumelden Der Konimisssonär hätte dann den Verfügungen de» zuständigen Landrat« oder des sonstigen Vertreters eines Kommunalverbande« Folge zu leisten. Von großem Vorteil tväre tS, wen» den zuge lasscnen Komviissionären innerlmlb der Provinz in der sie wohnen Freizügigkeit gewährt werde. Diese Wünsche der Kactoffelhändler scheinen aber»ach den bisherigen Tarlegungen nicht durchführbar zu sein, wenn nicht die Kartofselversorguug schwer geschädigt werden solle. Mit Rücksicht darauf, daß die Släoie auch im Winter Kartoffeln herbeischaffen müssen, sei unbedingt daraus zu achten, daß nicht für andere Bezirke Kartoffeln aus den den Großstädten be- nachbartcn Ortschaften weggenommen werde». Je näher die Stelle ist, von denen die Großstädte ihre Kartoffeln beziehen können, um so leichter kann die Versorgung im Winter vor sich gehen. Präsident de« Kriegsernährungsamtö v. Batocki stellt fest, daß nach soeben eingetroffenen Nachrichten die Eisenbalm am Donnerstag über 5000 Wagen gestellt hat. Das sei die größte Zahl, die bisher erreicht wurde. Es sei daher anzunehmen, daß auch fernerhui die Eisenbahn ihre Leistungen so toeit erhöht, wie es für ein« gute Versorgung notwendig ist. So sehr eine genaue Feststellung der zur Verfügung stehenden Karloffclmenge zu wün- schen sei, so müsse doch davor gewarnt werdcn, die Behörden zu sehr mit statistischen Arbeiten zu überlasten. Wenn darauf nicht geachtet werde, würden falsche Zahlen beigebracht, und das sei schädlicher, als wenn gar keine Erhebung vorgenommen worden wäre. Dem Wunsch der Kartosfelhändlcr sei Rechnung getragen, soweit es möglich war. Weiter sollte man nicht gehen. Für die großen Städte sollte auch dadurch gesorgt werden, daß die Kar- toffeln in den am nächsten gelegenen Ortschaften für den Winter belassen werden; nur dann soll davon abgewichen werden, wenn da» unbedingt durch einen besonderen Notstand erforderlich wird. Abg. Wurm trat ebenfalls besonders eindringlich dafür ein, daß der arbeitenden Bevölkerung eine größere Kartoffelmeng« zu- gewiesen werde. Unter allen Umständen aber dürfte der Land- bevölkerung keine größer« Menge zugewiesen werden als den Städten. Jetzt bekämen die Städte vielfach nur 1 Pfund pro Kopf, während die Landbevölkerung 1'A Pfund erhalte. Ueberdics hat in Wahrheit die Stadt gar nicht ein Pfund auf den Kopf der Bc- völkeruiia, denn mindestens ein Fünftel geht ah als Verlust durch Sand, Schmutz und schlechte Kartoffeln. Präsident der Reichskartoffelstelle Peters: Der Satz von VA Pfund pro Kopf der Bevölkerung sei die oberste Grenze. Auch der Erzeuger darf diese Grenze nicht überschreiten. Durch eine neue Verfügung sei zugelassen worden, daß für Schwerarbeiter bis zu 2 Pfund Kartoffeln gegeben werden kann. Bei der Beurteilung der Tatsache, daß für die Kartoffelproduzenten VA Pwnü pro Kopf zugelassen sei, müsse berücksichtigt»Verden, daß diese Leute auch die Kartoffeln zur Streckung des Brotgetreides stellen müssen. Hierauf trat die Kommission in die Beratung über Fleisch und Fett ein. Dazu lag«. a. ein Antrag des Zentrums vor, einen be- sonderen Unterausschuß zu bilden zur Untersuchung der Ursachen der hohen Spami»i>g zwischen dem Lebcndviehpreis und den Fleisch- preisen, sowie zur Untersuchung der Frage, ob die hohen Kam- missionsgebühren der Viehhandelsverbände nicht herabgesetzt werden köiinen. Diesem Unterausschuß sind all« schriftlichen Unterlagen zu geben.— Abg. Eberl(Soz.) beantragt dazu, daß der Ausschuß auch die Höhe der Fleischpreise initersuchen möge. Mit dieser Er- Weiterung wurde der Antrag angenmnmen. Ferner wurde bc- 'chlossen, daß der Unterausschuß sofort an seine Arbeit herantreten und in den allernächsten Tagen Bericht erstatten solle. Präsident des KriegSernährungsaints v. Batocki gab einen Ileberblick über die Verhältnisse in der Versorgung init Fleisch und Fett. Die Lage sei auch hier zwar ernst, aber es seien bestimmt: Vorkebrungen getroffen, daß da? unbedingt Notwendige für die Bevölkerung beschafft werde. In bezug auf eine» Antrag der Konservativen, der die H a u s s ch l a ch i u n g e n erweitern will, sei zu bemerken, daß es ganz unmöglich sei, mit den Hausschlachwngen noch weiter zu geben als bisher; im Gegenteil müsse man sagen. daß der jetzige Zustand schon bis an die Grenze des mir irgendwie Zulässigen gehe. Der Leiter der Reichsfleischstelle Ost er tag schilderte ein- gehend, was alles geschehen sei, in» auch für die schwerere Zeit die nötig« Fleischlnenge zu haben. Es fei bcanitaiidet worden, daß man die Hühner unter dt« Fleischkarte gestellt habe. ES scheine gegen- wärtig nicht möglich zu sein, alle an den Markt kommenden Hühner z» verkaufen; die ReichSleilung habe aber dafür gesorgt, daß die Hühner aufgekauft, eingefroren iliid für den Winter aufgehoben werden. Die Klagen darüber, daß nock nicht in allen Bezirken die gleiche Menge von Fleisch und Fett zur Verteilung komiile, seien zurückznführeil auf frübere Schwierigkeiten. Die Reichsleitung gehe planiiiäßig darauf hinaus, daß die in Aussicht genommene Menge Fleisch, 2ö0 Gramm, und eine möglichst hohe Menge Fett überall verteilt werdcn. Ebenso soll versucht werden, die Abfälle in weitestem Maße der Ernährung dienswar zu machen. Auch das Gefrierfleisch liabe für uns eine große Bedeutung. Anfangs sei die Bevölkerung sehr mißtrauisch Hein Gefrierfleisch gegenüber ge- ivesen;«S habe sich aber herausgestellt, daß bei sachgemäßer BeHand- Iniig da» Fleisch sehr gut sich läiigere Zeit halte. Ebenso habe» die Versuche ergeben, daß ans dem Fleisch preisivert«»nd ausgezeichnete Wurst S»«ineiii billigen Preise hergestellt werden könne. Nach dem jetzigen Viehbestand seien die Aussichten durchaus güiistig. Die Biehpreise werden genau kontrolliert und so niedrig wie irgend möglich festgesetzt. Auffallend seien die Unterschiede im Fleischpreise. Auch dieses werde genau untersucht und es soll da- für gesorgt werden, daß diese Preise nicht über das notivendige Maß hinausgehen. Taranf wurde die Verhairdlung auf Soniiabeiid vertagt. Unterstuatösekretär Freiherr v. Stein wie» noch darauf hin. daß in der.Deutschen Tageszeitung" vom Donnerstag abend ein schioerer Angriff auf die ReichSfleischstelle veröffentlicht worden sei. An der ganzen Beschuldigung sei kein wahres Wort; die Behaup- tiliigen feien an» den Fingern gesogen. Es handle sich um eine Verleuindimg schlimmster Art; daher l>abe er sich für verpflichtet gehalten, die erste Gelegenheit zu benutzen, um hier im Ausschuß vic Sache richtig zu stellen. politische Uebersicht. I»> Deniorenkouvent des Reichstags wurde am Freitag mitgeteilt, daß die Negierung eine baldige Er ledigling der Arbeilen des Reichstags ivüuscht. Die Mehrheit der Paneien will diesem Wunsche eiilgegeiikvmmcn. Es wurde fest- gestellt, daß die Schwierigkeit in den Kommissionsverhandlungen tieae. Daher soll eine Koiizentrierung der Arbeiten in der Kom- Mission und im Pleiimii staltsinden. Von der Mehrheit wurde ae- wünscht, daß die Arbelten deS Reichstage« mit dem 4. November abschließen sollen. Die auf der Tagesordnung stehenden Gegen- stände sollen bis spätestens Montag abend erledigt sein lind dailil im Laufe der Woche die übrigen Arbeiten vollständig beendcl werden. Den TagesordnuiigSpiinkl über die Schutzhaft mi> der Zeiisiir»md dem BelagernngSzustand zn verbinden, wurde nicht gewünscht. ES bleibt also bei der am Tonnerstag getroffenen Dispofirion, daß die Schntzhafl als besonderer Gegenstand bc- bandelt wird. Weiter soll darauf gedrungen werden, daß zu den einzelnen Gegensländeu jede Partei nur einen Redner sprechen läßt. Schutz de» Arbeitersekretariaten. Eine Angelegenheit von ganz besonderer Bedeutiiiig berührt die solgende Anfrage, die der Abg. Giesbert» im Reichstage eingebracht bat: Das KriegZimnisterium hat wiederholt die Kriegsbeschädigten gewarnt, bei ibrer Rechisberatuiig sich an Personen zu wenden. tuelche die Gesuche der Kriegsveichädigteil z,» ihrem Vorteil aus- iliitzcn und die Unkenntnis der Kriegsbeschädigten mißbrauche». Einzeln« Generalkommandos haben diele Warnung zum Anlaß gc- nommen, auch die gemeinnützigen Volksburea»« und Arbeiter- sekrelariate von der Rechlöberaiung der Kriegsbeschädigten anSz»- schließen. So unter anderen da« VIl. Armeekorps m einem Bescheid an da« VolkSbilreau de« Volksvereins für da» katholische Deutschland in Paderborn, der soigenderniaßen tautet: .Dem Bolksbnreau des lalbolischeii Volksverein« Paderborn mit den, Erwidern ergebe»» zurückgesandt, daß sich da« Verbol (der RecktShilse für Kriegsbeschädigte) auch auf die vom Volks- verein für da« katholische Deutschland gegründeten Bolksbureaus und Arbeitersekretariate beziehr. Den Kriegsbeschädigten ist allentbalben die Möglichkeit ge- geben, sich inil ihren Anträgen au die Stellen der aintlicheii KiiegS- beschädigtenfürsorge zu wenden, so daß es sich für andere Ein- richtnngen, wie z. B. die VolkSbureaus. in der Regel nur darum bandeln wird, Rat zu erteilen und die Ratsuchende» an die oml- lichen KriegsbeschädiglenfürsorgenilZschüsse zu verweisen. Wenn dann bei diesen Stellen die Anfragen mündlich erörtert werden, so dürfte das gerade für eine mögtichst schnelle und sachliche Er- ledigung dienlich sein. Wo in vereinzelten Fällen eine schriftliche Anfrage für er- forderlich gehalten wird, dürsten auch die VolkSbureaus dieselbe kostenlos anfertigen....* Dagegen hat die VersorgungZabteilung de» KriegSministeriumS durch einen Erlaß in Nr. 891 des.ArmeeverordnungSblatteS' den Verband der dcutichcn gemeinnützigen und unparteiischen Rechts- auSkunstsstell« zu Neukölln als Nechlsauskuiistsstellc empfohlen. Ist der Herr Reichskanzler bereit, dahin zu wirken, daß die von Arbeitervereinen, Gewerkschaften und soiistigen sozialen Korporationen eingerichteten gemeinnützigen Rechtsailskunflsstellen, welche für die AuSkunftSerteilung und für da» Herstellen der Schriftsätze keinerlei Honorar nehmen, dieselben vielmehr unentgeltlich erteilen oder nur die Schreibunkosten für die Schriftsätze berechne», zur RechtSberatung der Kriegsbeschädigten zugelassen werden? Kleine Anfragen im Reichstage. Abg. Giebel fragt: Die auf privaten Dicnstvertrag in Betrieben und Verwal- tungen de? Reichs und der Bundesstaaten beschäftigten technischen utid Bureauangestellten leiden schwer unter der wachsenden Ver- teuerung des gesamten Lebensunterhalts, weil trotz ihrer gc- steigerten Besoldung die ihnen zu einem Teile gewährten Teue- rungZzulagcn erheblich nachstehen den Kriegs- und TcucrungS- zulagen für gleichartige Beamtcnstrllcu. Ist bcr Herr Reichskanzler bereit, auf eine Besserung der Bezüge dieser Angestellten, auch der bei den Bundesstaaten, hin- zuwirkcn?' ch Die Anfrage des Abg. Alpers geht dahin: Ist dem Herrn Reichskanzler bekannt, dag zum Heeresdienst einberufene Rechtsanwälte, Acrzte und Angehörige anderer freien Berufe in ihrem Lcbenscrwerb vielfach dadurch geschädigt werden, dass am Orte ihrer Praxis militärfceie Bcrufsgenossen sich niederlassen, denen die Klientel bzw. Patienten sich zu- wenden? (ttedcukt der Herr Reichskanzler Massnahmen zum Schuhe der erwähnten Heerespflichtigen, denen durch das Reklamcvcrbot die Wiedergewinnung der einmal verlorenen Praxis wesentlich erschwert ist, zu veranlassen? * Abg. Bassermann stellt die Anfrage: Nack der Statistik des Deutschen tlniversitätskalenders sind auf deutschen Universitäten eine grosse Anzahl Russen, ausserdem einzelne Engländer, Belgier, Franzosen und Italiener immatrikuliert. Ist der Herr Reichskanzler bereit, die Grundsätze mitzu- teilen, nach denen bei der Zulassung Angehöriger des feind- lichen Auslandes auf deutschen Hochschulen verfahren wird und mitzuteilen, ob BorsichtSmassregeln gegen Missbrauch getroffen sind?_ Nationalstiftung und Marinestiftung. Tie 17. Kommission des Reichstags hat die Beratung der Vor- läge über den Namcnfchutz der„Nationalstiftung" und»Bdarine- stiftuug" mit einer Aussprache über die allgemeinen privaten Kriegswohlfahrtsbcstrebui.gen begonnen. Von den Rednern unserer Fraktion und den Fortschrittleru wurde hierbei auf die ernsten Mitzstände in einer Anzahl solcher privaten Vereine und ihrer Tätigkeit hingewiesen. Glaubhaftes IRaterial lag vor, dass manche solcher— Unternehmungen sehr wenig dem vorgeschlagenen Zwecke dienen. Einiuütig war die Kommission der Meinung, es könne nicht bei der spezialgesctzlichcn Vorlage bleiben: nonvendig sei viel- mehr ein allgemeines Gesetz zur Regelung der privaten K r i e g S f ü r s o r g e. Das Gesetz soll solche Bestrebungen zwar nicht in eine bureaukratischc Zwangsjacke stecken, es müsse aber eine reichsbehördliche Aufsicht geschaffen werden, die die Zulassung privater Vereine usw. prüft und erteilt, die aber auch deren Ge- schästs- und Kassenführung überwacht und hierüber dem Reichstage zu berichten hätte. Weiter soll augestrebt werden, Männer mit praktischer sozialpolitischer Erfahrung an wichtigen Stiftungen in deren Verwaltungsorganen zu peteiligett.— Die Regierungsver- trcter haben sich zu solcher Umarbeitung der Vorlage bereiterklärt. — Um über den Inhalt des beabsichtigten Gesetzes nähere Richt- linien vorzubcratcn, ist ein Unterausschuß eingesetzt worden. Tie Kommission will ihre Arbeiten nötigenfalls während der Vertagung so fördern, dass die Vorlage Ansang 1917 das Plenum wieder be- schäftigen kann. Zur Schnüffelei nach der Konfession. Die nationnlliberale„Berliner Börsen-Zeilung" teilt mit: Nack uns zugegangenen Jnsorinationen ist bisher dem Rcickstag eine Resolution, nielcke eine solckc Statistik der laugt, zur Beicklussfassnng überhaupt nickt zugegangen, sondern eS ist lediglich in der Kommission der Antrag gestellt und angenommen worden, durch welchen die Kommission ihrerseits den Staatssekretär des Innern um die Auf- stellung einer derartigen Statistik et sucht hat. Es ist daher durchaus wohtscheinlick, daß sich dos Plenum des Reichstags mit der An- geleaenheit gar nicht befassen wird. Das genannte Blatr bemerkt dann noch:.Wir müssten uns iebr täuschen, wenn sich daraus nicht ergeben würde, dass die Be- tciligung des jüdischen Elements in de» Kriegsgesellschatteu ganz ausserordentlich viel kleiner ist, als man gemeinhin annimint." Zn derselben Angelegenheit teilt das.Verl. Tagebl." mit: .Der von der Mebrheil dcS ReichStagshatishaltSausschusses angenommene Antrag des Zentrums über statistische Erhebungen be- treffend die Zahl, die Gebälter und das Glaubensbekenntnis der im Krieqsernäbrnngsamt und bei den Kriegsgesellschaften beschäftigten Personen wird, wie wir hören, voraussichtlich im Plenum des Reichs- tags überhaupt nicht mehr zur Besprechung gestellt werden, tttid damit unter den Tisch fallen. Anscheinend haben die in der Oefientlichkeil gegen den Bcschluss erhobenen schweren Bedenken auch die Urheber und mancke Verteidiger deS Antrages stutzig gemacht. Es ist nickt anSgeschlosien, dass im Seniorenkonvent eine Einigung darüber erzielt werden wird, allseitig aus eine Er- örterung der Ent'chliessung im Plenum zu verzichten— ein geschästS- ordnungsmässig durchaus zulässiger Weg." Das tägliche örot. Regelung des Verkehrs mit Branntwein. Berlin, 97. Oklobcr. lW. T. B.) Nach der Bekanntmachung über die Regelung des Berkchrs mit Branntwein vom 1ö. April 191S sReichs-Gesetzbl. S. 279) ist der aus Kartoffeln erzeugt« Branntwein der Regel nach der Spiritus-Zentrale abzuliefern. Kleinbrenncreien<§ 15 des Branntweinsteuergesetzes vom 15. Juli 1909) unterliegen diesem Ablieserungszwang nur in beschränktem Umfange. Infolgedessen sind schon eine Reihe von Brennereien, die bisher nicht Kleinbrenncreien waren, dazu übergegangen, als Kleinbrenncreien zn arbeiten. Findet dieser Uebergang in erheb- lichent Umfange statt over gehen Kleinbrennereien, dte bisher nicht Kartoffeln verarbeitet haben, mangels anderer Rohstoffe zur Kar- toffelverarbeitung über, dann werden Kartoffeln der Ernährung entzogen, ohne dass es möglich ist, den gewonnenen Branntwein für die Allgemeinheit nutzbar zu machen, da bei der erheblichen für einen solchen Uebergang in Frage kommenden Zahl von Brennereien eine Organisation der Ablieferung nicht wohl durch- sührbar wäre. Es erscheint daher geboten, die Vera rb ei- tung von Kartoffeln in diesen Brennereien zu verbieten. Ein ausnahmsloses Verbot würde zu weit geben. Wichtige wirtschaftliche Bedürfnisse, insbesondere der Vieh- Haltung erfordern die Ermöglickung der Zulassung von Aus- nahmen für Kleinbrennereien, die als solche schon in den letzten Jahren Kartoffeln verarbeitet haben. Herr Batocki und der SchnapSgenuff. Eine unerwartete Antwort hat der Ernährungsdiktator mit seiner Anstchl über den SchnapSgenttss aus einem der früheren Haiipiverbraitcksbezirke erhalren. Herr Batocki will den Branntwein nickt bcichlagnabmen. weil man.Leuten, die einen Schnaps gcwöbnt seien, ihn nicht plötzlich nttzieben dürfe, wenn man ihre Arbeits- sähigkeil und damit die Wirtschaftsführung mancher Beiriebe nicht leiden lassen wolle". 45 Bergarveiiervertreter aus Oberschlefien, die dieser Tage in Katiowitz zu einer Gewerkschaftskouferenz vereinigt waren, erinnelten ihn nun daran, dass im oberichlesischen Jndustrierevier der Schnaps- verkauf s e r t K r i e.g s b e g r n n verboieu sei und der SchnapS- genuss dadurch auf das geringste Mass beschränkt ist. Obwohl gerade hier der Kon'um ein ziemlich reichlicher war. und mancher feste Trinker seit vielen Monaten Abstinenz üben muss, haben sich die Schäden nickt gezeigt. Herr v. Baiocli braucht fich alio um die Trinker nicht zu sorgen, und da ihm die Brenner gewiss auch nicht am Herzen liegen, kann er den Schnaps ruhig verschwinden lassen. lteiie!' UletailartEiter-Vertünö| Verwaltungssiella Oorlin. Den Kollegen zur Nachricht,[ dass unier Mitglied, der Gürtler Julitas Nimke Grüner Weg 104 am 24. Okiober gestorben ist. Phrc seinem Zlndenkeu k Die Bccrdiguna llndet am Zonntag. den 29. Oltober, nach- miltagS 3 Ulir, von der Leichen- Halle des Frledhoies der Frei- teligiölen Gemeinde, Pappel- Allee 15/17, aus statt. Rege Beteibgung wird erwartet. Ten Kollegen ferner zur Nach- richt, dass unser Mitglied, der Schmied Leoi'g poklo Boxhagener Chaussee 15 am 26. Oklobcr gcjiorbcn ist. Ghre seinem Zlndcnkcn? Die Beerdigimg findet am Sonntag, den 29. Oktober, nachmittags 2'/, Uhr, von der Leichenhalle des Gcmeinde-FriedyoscS, Lückstrasse, aus statt. Rege Beteiligung erwartet 124/13 Tic Ortsoerwaltung. Die �t*OSS£6 Auswahl I F-lrj-aat« FlUsrlimäntel. Wa»<5«rbmTö Seal- tjdid�ripi&jchmänt«!, Pr»«M- modalU mit«obton Palmbesätzaa, auf Ja rain». t'attar, Olockaotcbniita, giafeta Forrnen mit Pals- Tarbrftmangan, basta alt« Quiiität.. nauasta iforman 250,— 209.- 155.— 120,— EatttflakaDda WolIpiilticbmHot«!, Astxnabaa«ad £rimmarmftntal, ßufc«*lta(Qualitäten. iTJotta Gar- ■ituran: JTaehs, Steinmarder, Skunks, Electria sehr billig! Sionntaga 12—2 Uhr geöffnet. Di« billigsten Preise! Kostbr.ro FelsmÄntol« Vornahma Poismäntel aas achtem Perrasar, dleka WintarJocka, besta Felle, 850,— 600,— Ja Phantasie Pelzmäntel mit echtem Iltis. Fscbs auf la JJIumanseidrt(Oamassda) Modelle mit brai- tau PaUyarbramungBa unten herum 650.— 650,— EntsQckenda Pelzmäntel auf Brokat 275.— 196,— 156.— sehr billigl AwwabV* sandanges nach ausserhalb gegen Anzahlung. Die aebönstan HIodoll-KostUmo Dia flottastan Mastclklelder Fosaha Formen, reinBrollana Stoffe, Samt mit Iltis, Karamraro mit HandTar-rcbnQruDfran, Original-Mode) la. Ja Tuch, aas besten alten Qualltäun. 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Sein allzeit reges Interesse für l das Wohl unserer Kasse sichern ihm ein daucliides, ehrendes An- I denkeii. Tie Beerdigung findet am I Sonntag, den 29. Oktober, nach- I mittags!! Nhr, von der Leichen- I balle deS itriedboses der Frei- I religiöien Gemeinde, Pappel- I Allee 15— 17, aus statt, Ilm reg« Beteiligung ersucht It4I0d Die Ortsverwaltung. Danksagung. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten, dem Deutschen Metall« arbeitcrvcrband, dem 4. Berliner llteichstagSwadirrciS und den Kollegen der Finna Oppcnbeimer kür die Teil- nähme beim Hinscheiden meines lieben Mannes und unseres BaterS sprechen wir hiermit unseren besten Dank ans. Witwe Chwalczyk liebst Kindern, Rcichciibergcr Slrasse 151, »aballmarliea övr Kon-unigenoss!! asobsk» llarlin uns Umgogona ReukersWerke • 3 TSäaht 5 man■ Buchhandlung Vorwärts Möbel-Zlngebot. Solkde Mobelfirma liesert 8pezi»»I-I1ii»- i>i>«i Xiveizimmer. 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Wahl der Kommission zur Prü- sung der JahreSrechnniig. 4, Verschiedenes, Pünktliches Erscheinen erwartet er Vorstand. Herrn. Rhauda, Fr. Kcese, Vorsitzender. Schrillsübrer. & Rester- � HandSung. Kammgarne, Tuche, Cheviots, blau und farbig. Ulsterstotfe, Plüsch. Sammct. Moderne Kostüm- u. Rockstoffe Talfle, Seiden, in schwarz und farbig, zu Kostümen, Mänteln, Kleidern u. Blusen Rlesenuuswahl i. Stoffen liir Herren- und Knaben- Anzüge.• Damen- Konfeklion. Kostüme, Mäntel, Röcke usw. in �i-oßer Auswahl, sehr mäßige Preise. Gediegene Maßanferligung. PauB Karle, Warschauer Straße 18. t:\Wx'M. sä# Josef ti-CJCi�afeffen j Juno.W..... TH 4 Vera.......•fl Eljen...... ö tö einschl. Krie�szuschla�. Otusktitckt unve�ändefi crstKIa-ssr�? fit. 297. 33. Jahrgang. nlq? öcs„Pmiiils" Ssnnabtud. 28. Ghtober WIK. Reichstag. 68. Sitzung. Freitag, den 27. Oktober ISIS, nachmittags 3 Uhr. Am BundeSratStisch: Dr. Helfferich. Vizepräsident Dr. P a a s Ä e macht Mitteilung von dem Ab- leben de-Z Abg. H o f r i ch t e r meinen oder schweren Verbrechens angellagt wäre und die Ver> duiikeliing des Tatbestandes zu befürchten wäre. Davon kann hier keine Rede sein, denn Liebknecht hat stets mutig und ehrlich für seine Ileberzeugung gestanden.(Sehr wahrl bei der Soz. Aibg.) A Or Schluß der zweiten Verhandln i»g, als ihm die bürgerlichen Ehrenrechte aberkannt wurden, hat er ausgerufen: Nieder mit der Regierung, nieder mit dem Krieg k und hat damit erneut die Ouinteffenz der Absicht seines Vorgehens bekundet. Für einen Sozialdemokraten ist es überhaupt platter Nonsens, anzunehmen, daß Liebknecht Landesverrat begangen hat. Der Sozialdemokrat steht jeder fremden kapitalistischen Re- gierung genau so revolulionär gcgenüher wie der eigenen. Er kämpft im Namen deS internationalen Proletariats gegen den tnter- nationalen KapiialismnS und faßi dielen dort, wo er ihn finvet, also im eigenen Lande, indem er die Regierung als Repräsentauti» des Kapilal'smus bekämpft. So bar Liedknechl selbst seinen Standpunkt gekennzeichnet. Es ist eine Tragikomödie, daß man Liebknecht, der wegen ieines Kampfes gegen den Zarismus jahrelang von den deiilichm Behörden venolgl worden ist, jetzt nachsagt, daß er dem Zaris- m u s Vorschub geleistet habe.(Sehr gut I bei der Soz. Arbg.) Wie mau annehme» kann, durch Liebkiiecht sollle die Kriegs- macht vorsätzlich geschädigt werden, ist plaiterdingS imdenlbar. DaS ist die Ueberzeugiing der ungeheuren Mehrheil des deutschen Volkes. (Sehr richtig I b. d. Soz.) Als die Kunde sich verbreitere, die Anklage gegen Kriegsverrat sei erhoben, legten zahlreiche Ardeiter in Berlin die Arbeit nieder, um dagegen zu protestieren. Das zeigt das Rechtsempfinden des Volkes. Das Eintreten für den Frieden ist da» einzige, was Liebtnecht getan hat. Wenn mau denjenigen, der das tut, wegen Kriegs« und Landesverrat bestraft, so ist man jenseits der Grenze jedes Rechts. Gegen den inhaftierlen Liebknecht wurde eine Hetze inszeniert, die der Wahrheit inS Gesicht schlug. Im Prozesse erster Instanz war vom Gericht klipp und Ilar ausgesprochen, daß der Angeklagte lediglich seiner politischen Ueber- zeugung gefolgt ist und daß ehrlose Gesinnung deshalb nicht vorliegt. In der Mitteilung an die Presse wurde dieser Passus ausradiert und dasilr von Fanatismus gesprochen. Zugleich wurde der Presse unter Benutzung des Belagerun gS« zu st an des verwehrt, das richtig zu stellen.(Leb- hafieS Hört! hört! links.) Nach der Verhandlung zweiter Instanz kam eine vertrauliche Anweisung an die N e- d a k t i o n e n, daß sie lediglich den offiziellen Bericht niitieilen dürfen. Dieser offiziöse Bericht enthielt den Zusatz, Liebknecht habe auch selb st eingestanden, daß er durch die Flngblattverbreitung und durch die Veranstaltung der öffentlichen Demonstralionen eine Schwächung der deut« fchen Kriegsmacht bezweckte. ES ist unwahr, daß Liebknecht irgend ein solches Eingeständnis gemacht hat. Eine Berichtigung dieser Unwahrheit wurde ab- gelehnt. Es ist klar, daß man die öffentliche Meinung gegen Liebknecht aufbringen wollle. Diele Momente sollten Sie doch ver« anlassen, in dieser Zeit den Prozeß nicht weiter führen zu lassen. Die Äberkennuiig der bürgerlichen Ehrenrechte ist nicht erfolgt, weil Liebknecht eine ehrlose Gesiiimmg hat, sondern weil man ihn auS dem Reichstage herausbringen wollte. (Sehr wahr! bei der Sozialdem. Arbg.) Aber in politischen Pro- zessen können die Richter ja gar nicht richtig urteilen. Ich erinnere an die Prozesse in den 20er, 39er, 4ver Jahren des votigen Jahrhunderts gegen diejenigen, die füt eine Einheit Deutschlands einlraien. Der Dichter de« Liedes„Deutschland, Deutschland über alles 1' verlangt in seinem Liede.Einigkeit und Recht und Freiheit". Deshalb wurde er von seinem Amte abgesetzt, wurde ausgewiesen und von Land zu Land gehetzt. Da? war nur möglich, weil die Richter und Behörden diese Bestrebungen absolut nicht verstehen konnten. Aon der nationalen Idee kommen wir unabweislich zu der der internationalen Verständigung. Diese Ansicht verlritt Liebknecht, diese Idee verstehen aber die Richter nicht, und deshalb fällen sie ein so falsches Tendenzurteil. Liebknecht bekämpft den Imperialismus in allen Landern. Wie kann man da den Unsinn annehmen, er wolle die deutsche Kriegsmacht schwächen. Nein, diese Richter verstehen den Angellagten nicht und haben ihn insbesondere in der jetzigen Zeit nicht verstehen können. Liebknecht ist verfolgt worden, weil er Abgeordneter ist, und deshalb ist eS doppelt Pflicht, daß wir dafür sorgen, daß jetzt das Verfahren eingestellt wird und erst dann weiter verhandelt wird, ivenn wir von der Militärdiktatur befreit sind. Es handelt sich nicht um das Recht Liebknechts, sondern um das dcS Parlaments. 1853 erklärten Konservative, wenn man das Jmmunilätsprinzip einmal durchbricht, so verschließt man die Tür des ParlanienlS. Damit hatten sie recht. Die schwerste Schädigung des Deutschen Reiches liegt in der Unterdrückung des Parlaments und der Meinungsfreiheit. Geben Sie daher unserem Antrage statt. (Lebhafter Beifall bei der Soz. Arbg.) Abg. Rühle(bci keiner Fraktion): Liebknecht steht dem Antrag so fern wie möglich. Er wird die Ablehnung des Antrages als größte perfön» liche Genugtuung betrachten und als glänzendste Rechtfertigung der Politik, die er hier vertreten hat, und die von Hunderltausenden draußen vertreten wird und die in Zukunft mit Entschiedenheit und Rücksichtslosigkeit fortgesetzt werden wird trotz aller Verfolgiingeii und Unterdrückungen. Die Befreiung Liebknechts kann nicht das Werk dieses Parlament? fein, ebenso wenig wie die Herbeiführung des Friedens oder die Befreiung des Proletariats. Die Befreiung Liebknechts wird das Werk deS arbeitende» Volkes sein und zwar al» eine Frucht des K l a s s e n k a m p f e», der immer noch den Angelpunkt aller sozialdemokratischen Politik bildet. Die arbeitenden Massen werden sich auf ihre historische Pflicht besinnen, und sie werden von ihrer Macht Gebrauch machen, um ihren Zielen zum Siege zu verhelfen. Wenn der vorliegende Antrag nicht be- mitzt wird, um durch das Fenster hindurch den Massen zuzurufen, iv a s sie für ihre Befreiung zu tun haben, so bleibt er ein Spiel mit Worten Diejenigen, die für diesen Antrag stimmen und gleichzeitig den Raubzug des Imperialismus unterstützen... Vizepräsident Dove ruft den Abg. Rühle wegen diese« Ausdrucks zur Ordnung.(Abg. Vogthcrr(Soz. Arbg.j: Der Ausdruck war be- rechtigt.)— Abg. Voglherr wird ebenfalls zur Ordnung gerufen. Abg. Rühle(fortfahrend): Diejenigen, die für diesen Antrag stimmen und gleichzeitig di« Politik der herrschenden Kiasien unlerstiitzen, baden das Recht verwirkt, Vertreter der proletarischen Massen zu sein. Ich weiß, daß ich im Sinne LiebtnechtS spreche und in seinem Sinn« handele, wenn ich nicht an dieses Parlament appelliere, sondern an die Millionen, die draußen stehen und wenn ich diese Millionen ausrufe, ihre Pflicht zu tun.(Zuruf rechts: Das war sehr schön I) Die Debatte schließt. Der Antrag der Geschäfts- ordnungSkonr Mission wird gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und Polen angenommeir. ES folgt die Beratung des Nachtragsetats: Ter neue Kriegskredit von 12 Milliarde«. Neichsschatzsekretär Graf Roederu: Bisher sind Kriegslrediie im Betrage von 52 Milliarden Marl bewilligt, ans die 45 Milliarden heuie bereiis eingezahlt sind Unier« Auleihlpalitlk ist alio von einem beispiellosen Erfolg begleiiei ge- wese». Die ersten Anleihen zeigten alle denselben Typns 5 pro« zenligen Zinsfuß und fast denselben AnsgabelurS An Vorschlägen, die fünsle Anleihe anders unierzubringen, hat es nicht gefehlt. Der Reichsbaiilpräsidenr konnte aber dieien Vorschlägen gegenüber daraus hinweisen, daß es besonderer Anreizmittel auch bei dieser Anleth» nicht bedürfen würde. Diese Erwartung bat nicht getäuscht. Zehn Milliarden 652 Millionen sind gezeichnet worden, von annähernd vier Millionen Zeichnern, also von ungefähr ebensoviel, wie bei der größten bisher gezeichneten, der diilten Kriegsanleihe. Die Zahl der Zeichner und die Höbe der Gesamtsumme ergeben, daß es sich auch hier um eine wahre Volks» anleihe handelt. Bei der Werbe- und Aufklärungsarbeit sind auch diescsmal die Beamten durch die Geistlichen und Lehrer in hobcm Maße unterstützt worden. Neben allen Banken haben wertvolle Hilfe wiederum die Sparkassen, die Kreditgenosienschaften, die Landschaften, aber auch die Presie uns zuteil werden lasten. Am 39. September waren bereits ü'/o Millialdeu Marl auf die Anleihe eingezahlt. Heut» ist der Vetraq don S'/z Milliarde bereits fißersdäritten.(Bravo!) Diese Tatsache widerlegt am besten da? alle Märchen von der Finanzierung unserer Anleiben durch die DarlebnSkassen. Die In- ansprnchnabme der Darlehnskassen der 5. Kriegsanleihe beträgt genau 233 133 000 M., also noch nicht 3 Prozent des bis jetzt eingezahlten Betrages. � Die gesamten zurzeit noch vorhandenen Kriegsanleihe- darlehcn für sämtliche Anleihen betragen etwas über 1 Milliarde, also wiederum nocki nicht 3 Prozent des gesamten bisher eingezahlten Betrages von 45 Milliarden Mark. Ich begreife, daß das Ausland fiih immer wider fragt, wie diese Auffüllung unserer Kriegskasse aus den eigenen Mitteln des Volkes zu erklären ist. Das Geheimnis liegt eben in unserem Alischlnsz nach außen, der als Acquivalent für die verringerte Einfuhr verringerte Zahlung in das Ausland zur Folge hat, in der angestrengten Arbeit, die hinter der Front in Landwirtschaft und Industrie geleistet wird, und schließlich m der Sparsamkeit, an die wir uns auf so manchen Gebieten haben gewöhnen müssen. Zeigt doch die Sparkassenstatistik für die ersten drei Monate d. I., selbstverständlich ohne die Ab- schreibungen auf die Kriegsanleihen, eine Zunahme von 1 Milliarde 710 Millionen, annähernd denselben Betrag, wie im vorigen Jahre in demselben Zeitraum, und über 1 Milliarde mehr als in demselben Zeitraum des ui seiner ersten Hälfte noch als Friedensahrzn betrachtenden Jahres 1910. Der Direktor der hiesigen Sparkasse schätzt auch für dieses Jahr die Zunahme der Sparkasseneinlagen auf 3�/z Milliarde n Mark. Zieht man aus dieser ver- mehrten und durch nichts erzwingbaren Zunahme bei den Spar- kast'en den Schlust auf die Bankdepositen und aus die Einlagen bei den Genossenschaften, so wird auch dem Ausland die Aufbringung der Milliardenanleihen verständlich werden. Während unser Geld im wesentlichen im Lande bleibt, werden die feindlichen Staaten mit jedem Tage dem Ausland im höheren Maße tributpflichtig. Der englische Schatzkanzler hat jüngst gesagt, daß er für jeden Werktag 40 Millionen Mark für Zahlungen in das Ausland finden müsse, und zu diesen Zahlungen sür Kriegsmaterial kommt der Einfuhrüberschub in England und Frankreich. Die K r i e g s v v r s ch ü s s e a>l die Bnndesge nassen betragen für England schon jetzt 16 Milliarden Mark. Wenn Englands Steuerpolitik auch energisch und rücksichtslos der alten Tradition in der Kriegs- finanzicrung treu bleibt, so hat doch der Diskont der Bank von England auf 6 Proz. festgesetzt werden müssen, und der Kurs der Konsols ist auf 46Vz Proz. gesunken. Dem gegenüber bat unser Reichskanzler im Dezember 1915 beim sünfprozcntigen Diskontsatz bleiben können. Unsere Last ist hoch, aber geringer als die der Feinde. Nach meiner Schätzung haben die euro- päischen Staaten bisher 2ö0 Milliarden Mark KricgSkostcn gehabt, ohne Llnrechnung der zerstörten Werte und der kommenden Renten Verpflichtung. Davon fällt auf uns und unsere Verbündeten etwa ein Drittel. sHört! hört!) Nicht auf uns fällt die Verantwortung für den- weiteren Ver- brauch nicht nur von Geld, sondern von dem besten Kapital, dem Leben der kämpfenden Landeskindcr. Unsere Kriegskosten betragen in den letzten vier Monaten im Durchschnitt 2 187 000 M. In diesem Monat kommen 20 Mil- lionen sür die von den Bundesstaaten und Kommunalverbändcn verauslagten Fannlienunterstützungen hinzu. Ein Teil der neu ge- forderten 12 Milliarden wird, wie ich hoffe, friedlichen Zwecken dauernd nutzbor gemacht lvcrden. Ter weitaus größte Teil aber gilt unserem kämpfenden Heere für Munition und Kleidung für den Winter. Wir hoffen deshalb auf Ihre einmütige Zustimmung. sBr Ivo!) Abg. Dr. Spahn(Z.): NamcnS meiner politischen Freunde, und ich glaube wohl sagen zu können im Name» des Hauses, kann ich aussprechen, daß wir den Nachtragsetat bewilligen werden. Wir sehen in dem angeforderten Kredit von zwölf Milliarden ein Hilfsmittel zur Erringung eines dauernden, den gebt aeblcn Opfern gerecht werdenden Friedens. Ich schließe mich dem Dank des Reicksschatzselretärs an alle diejenigen an, die zur Aufbringung dieser Milliarden beigetrogen haben, insbesondere auch an die Presse, die unter eigenen persün« lichcn Opfern in diesem Siirne gewirkt hat. Ich bitte, der Vorlage ohne Kommissionsberatung zuzustimmen. Abg. Ebert(Soz.): Namens meiner Fraktion habe ich folgende Er- klärung abzugeben:»Erneut tritt die Forderung eines Kriegskredits an uns heran. Zu unserem tiefen Bedauern müssen wir feststellen, daß auch zurzeit noch Aussichten auf eiuen baldigen Frieden nicht vorhanden Aua. Die Erklärungen der leitenden Staatsmänner in den gegen uns kriegführenden Ländern lassen von Friedensbereit- schaft nichts spüren. Noch immer beharren sie � bei ihren Unter« wcrfungs- und Vernichtungsdrohungen uns gegenüber, Nock inimer geben sie sick der Hoffnung hin, die militärische Lage zu ihren Gunsten zu wenden und Dentschland den Frieden diktieren zu köiiiien, einen Frieden, der mit der politischen, wirtschaftlichen nnd kulturellen Entwicklung unseres Landes gänzlich unverträglich wäre. Ja, selbst aus den führenden sozialistischen Kreisen des gegnerischen Auslandes werden leider noch immer Kriegsziele verkündet, die in den Bestand des Deutschen Reiches ein« greifen.(Hört I hört!) Die unsererseits bekundete Bereitschaft zu rinn» Friede» der Verständigung, der keines der beteiligten Völker vergewaltigt, ist neuerdings wieder aufs schroffste zurückgewiesen worden.i Mißbräuchcn zu. Immerhin bedeutet er eine Beperung des bestehenden Zustandcs. Deshalb sind wir bereit, ihn zur Grui'> läge der Beratungen in einem besonderen Ausschuß zu machen. Abg. Gröber(Ztr.): Der Belagerungszuswnd ist während des Krieges notwendig aber auch ein wirksamer Rechtsschutz gegen die miszbrauchllche An- Wendung der Schutzhaft. Bei schwerem verdacht wird Unter- suchungshaft mit allen Garantien eines geordneten Verfahrens ver- hängt, bei leichtem Verdacht militarlsche Schutzlmft ohne Garantie. Dieser Widerspruch muß beseitigt werben, rzur die notwendige gesetzliche Regelung muß die Regierung eben, o wohl noch während des Krieges Zeit finden wie sie die Zeit zur Ausarbeitung neuer Steucrgcsetze geftinben hat.(Beifall.) Hierauf vertagt das Haus die Weiterbcrawng auf Sonn- abend 3 Uhr.—«chluß 77� Uhr. Nr. 297. 33. Jahrg. für Mkn- 28.©Muht 1910. �US Groß-öerlin. Die Kriegswirtschaft üer Konsumgenoffenschaft. Die K o n s u m g e n o s s e n s 6? a f t Berlin und Um- g e g e n d hielt am Donnerstag die diesjährige General- Versammlung unter starker Beteiligung ab. Die durch den Krieg verursachten Schwierigkeiten der Lcbcnsmittelbcschaffung haben das Interesse der Mitglieder für ihre Genossenschast gesteigert. Sie haben aber auch die Wirkung gehabt, das; ihr im letzten Geschäftsjahr sehr viele neue Mitglieder beitraten. Der Geschäftsberickt über das Jahr 1915/16(1. Juli 1915 bis 39. Juni 1916), der gc- druckt vorliegt und durch die Verkaufsstellen verteilt worden ist, kann diesmal einen Zuwachs von 16 17 2 Mitgliedern melden. Zu dem am 39. Juni 1915 erreichten Bestand von 91295 Mitgliedern kamen 26 999 neue, andererseits schieden 9823 aus(darunter 7656 durch Ausschluß, weil sie seit drei Jahren keine Marken- blättcr mehr abgeliefert hatten), es blieb mithin am 39. Juni 1916 ein Bestand von 119467 Mitgliedern. Stärker noch als die Mitgliederzahl hat sich vom vorletzten zum letzten Geschäftsjahr der Umsatzbctrag gesteigert: in de» 124 Perkaufsstellen der Konsumgenossenschaft wurden im letzten Jahr für f a st 24'/« M i l l i o n e n Mark W a r e n umgesetzt, gegenüber noch nicht 18 Millionen Mark des vorletzten Jahres. Die Mitglieder mehrten sich um 17 Proz., der Umsatzbctrag aber stieg um ziemlich 36 Proz. Leider ist die so bedeutende Erhöhung des Umsatzbctrages nicht dadurch zustande gekommen, das; etwa die umgesetzte Warenmenge sich um so viel gemehrt hätte. Man wird die reichlich 6'/< Millionen Mark, die von den Genossenschafts- Mitgliedern mehr ausgegeben wurden, sich wohl größtenteils aus der Verteuerung aller Lebensmittel erklären müssen. Wie stark die Lebensmittelpreise gestiegen sind und wie sehr andererseits die Lebensmittel- b e s ch a f s u n g erschwert worden ist, darüber kann man sich ans dem umfangreichen und lesenswerten Geschäftsbericht unterrichten. Der vom Geschäftsführer Junger in der Generalversammlung erstattete mündliche Bericht ging besonders auf diese s�rage noch näher ein. Bei den Klagen der Mitglieder über Mangel an Waren und Mängel der Beschaffenheit wird meist übersehen, daß beinahe nichts mehr im freien Handel zu haben ist. Tie Konsumgenossenschaft muß wie jeder private Geschäftsmann sich aus den beschlagnahniten Vorräten ihre Waren zuteilen lassen und muß bezüglich der Menge wie der Beschaffenheit zufrieden sein mit dem, w a S e s gibt. Der Geschäftsführer schilderte, wie schwer die .Konsumgenossenschaft Berlin und Umgegend darunter leidet, daß sie bei dem Warenbezug mit nicht weniger als 32 ver- teilenden Gemeinden zu tun hat. Manche Gemeinden haben wenig Neigung gezeigt, bei der Verteilung die Konsum- gcnossenschaft gebührend zu berücksichtigen. Besser ist es erst geworden, nachdem das Kriegsernährungsaint verfügt hat. daß Konsumgenossenschaftcu nach Maßgabe ihrer Mit- gliederzahl berücksichtigt werden müssen. rtiir den Aufsichtsrat berichtete 61 ü t t l e r. Tic Haft- stimme, die pro Mitglied 39 M. beträgt, ist im letzten Jahre infolge des starken MitgliederzuwachfeS von 2 828 859 M. auf 3 314 919 M. gestiegen. Doch waren bis zum 39. Juni 1916 auf diese Summe erst 1 593 614 M. als Geschäftsguthabcn der Mitglieder eingezahlt. Auf den Umsatz von fast 2ilU Millionen Mark ist den Mitgliedern ein Rabatt von 4 Prozent im Betrage von 993 413 M. zugeben. Bezüglich des danach noch verbleibenden Reingewinns von 261 831(einschließlich Vortrag aus dem Vorjahr) wurde Ver- tcilung auf die verschiedenen Fonds vorgeschlagen, z.B. 129999M. auf den besonderen Notstandsfonds zur Unterstützung der Familien von eingezogenen Angestellten, das übrige auf den Reservefonds, den Produktionsfonds usw. In der D i s k n s s i o n über die Berichte wurden von Mitgliedern allerlei Beschwerden vorgebracht. Manche der beklagten Uebclstände konnte der Geschäftsführer in seinem Schlußworte aus den Schwierigkeiten d e r K r i e g s- zeit erklären. Was der Konsnmgenassenschaft von der einen Gemeinde zugeteilt wird, darf sie nicht nach Belieben in einer anderen Gemeinde vorkaufen. So hatte man in einer Verkaufsstelle Lichtenbergs an der Grenze Berlins einem Lichtcnbergcr Mitglied den Verkauf von Eiern ans einem Vorrat verweigern müssen, der für die ans Berlin hierher kommenden Mitglieder bestimmt war. Auf dieselbe Weise erklärt es sich, daß Reis nicht in Weißensee, aber in anderen 61emeinden bei der Konsumgenossenschaft zu haben war. Viel wurde in der Diskussion darüber geklagt, daß Reibungen zwischen den Mitgliedern und dem Verkaufs- personal das Verdrießliche der Lebensmittelbcschaffnng noch steigern. Die eine Seite beanspruchte für das Personal, die andere Seite für die Mitglieder das Recht, in dieser schwierigen Zeit nervös zu sein. Beiden Teilen wurde enip- fohlen, mehr Nachsicht zu üben. Vorgeschlagen wurde auch. im Hinblick auf die starke Mehrung der Mitglieder in ehr Verkaufsstellen einzurichten, uni die Käuferinnen schneller abfertigen zu können. Auf vereinzelte Klagen über nicht gute Bc- schafsenheit von Waren erwiderte der Geschäftsführer, daß die Konsumgenossenschaft durch Aussonderung schlechter Ware und Ausschließung vom Verkauf schon Verluste hatte. Sie hat jetzt auf die Warenbeschaffenheit keinen Einfluß mehr, weil ihr keine Wahl bleibt. Nimmt sie Ware zurück, so muß sie selber den Schaden tragen. Tie Generalversammlung genehmigte schließlich die Eni- l a st u n g s c r t c i l u n g für den Vorstand, ebenso die ihr vorgelegte Bilanz des Geschäftsjahres und die Verfügung über den Reingewinn. Tie für den Aufsichtsrat vorgeschlagenen Mitglieder wurden gewählt, sonstige Anträge waren nicht gestellt.__ Dir Hvchstprrisc für Wild sind vom Magistrat neu festgesetzt worden. Im Kleinvcrkauf an den Verbraucher sind die Preise wie folgt bemessen: t. Rehwild, s) für Rücken und Keule(Ziemer und Schlegel) für 0.5 Kilogramm 2.7ö M.; d) für Blatt oder Bug für 0,5 Kilo- ««Tm 1,85 �' c) fiir Ragout- oder Kochfleisch für 0.5 Kilogramm r-s.,2'?"!' und Damwild: a) für Rücken und Keule(Ziemer und Schlegel) für 0.5 Kilogramm 2,35 M.z b) für Blatt oder Bug für l 0,5 Kilogramm l,k>5 M.; c) für Ragout- oder Kochfleisch für 0,5 Kilo- grainni 0,70 M. 3. Wildschweine: A. Bei Tieren bis zu 35 Kilogramm einschließ- lich: a) für Rücken und Keule(Ziemer und Schlegel) für 0,5 Kilo- gramm 2,75 M.; b) für Blatt oder Bug für 0,5 Kilogramm 1,95 M.; c) für Ragout- oder Kochfleisch für 0,5 Kilogramm t,— M. B. Bei Tieren über 35 Kilogramm: a) für Rücken und Keule(Ziemer und Schlegel) für 0,5 Kilogramm 2,23 M.; b) für Blatt oder Bug für 0,5 Kilogramm 1,65 M.; c) für Ragout- oder Kochfleisch für 0,5 Kilo- gramm l,— M. 4. Hasen: a) mit Balg, das Stück 0,50 M.; b) ohne Balg, das Stück 0,20 M. 5. Wilde Kaninchen: a) mit Balg, das Stück 1,95 M., b) ohne Balg, das Stück 1,85 M. 6. Fasanen: ai Hähne, das Stück 5,70 M.; b) Hennen, das Stück 4,00 M. Wird Wild im Kleinverkauf durch de» Füger selbst an den Verbraucher abgegeben, so dürfen die für den Großhandel mit Wild gesetzten Preise nicht überschritten werden. Personenverkehr und Güterverkehr aus den Eisenbahnen. Be- kanntlich drängt sich der Güterverkehr aus den Eisenbahnen in den Herbstmonaten am stärksten zusammen. Während des Krieges macht die Bewältigung dieses starken Herbstverkehrs naturgemäß größere Schwierigkeiten als in Friedenszeiten, da die Eisenbahnen für Heereszwecke stark in Anspruch genommen sind und namentlich viel Lokomotiven und Personal in die besetzten Gebiete abgegeben haben. Die Eisenbahnverwaltung hat sich deshalb entschlossen, im Per- sonenzugverkehr zugunsten des Güterverkehrs einige Eiuschränkun- gen vorzunehmen. Die Befriedigung des Güterverkehrs steht un- bedingt an erster Stelle, soweit er die Versorgung der für Heeres- zwecke arbeitenden Gewerbebetriebe, sowie der Versorgung der Be- völkerung mit Lebensmitteln dient. Das reisende Publikum wird daher in der nächsten Zeit den Ausfall einiger Züge in den Kauf nehmen müssen. Wie wir hören, werden die Einschränkungen in dem Personenverkehr schon in den nächsten Tagen in Kraft trete». Veraltete Briefkästen. In den Groß-Berliner Voroilen, ancki in solckien mii dreißig- tausciid und mehr Einwohnern, befinden sich immer noch zahlreiche ganz verallcie Brieftästen, die bei der Leerung an der Seile gc- öffnet werden. Die Briefscki asten fallen nichl, iwe bei den Berliner Briefkästen, durcki Lösimg des BodenklappverichliisseS in den Bricssack. sondern müssen mit der Hand herausgenommen werden. In den Vororten sind die LeerungSzcilen nickt so häufig wie in Berlin, daher die Bricskästen gewöhnlich stark gesiilll. ES ist osl bcobachiel worden, daß bei der Leerung Briefschaften vom Winde sorrgewchl werden und in den Straßenschmntz fallen. Wenn das Überhaupt der LecrungSbeanile nach Einbruch der Tunkclheil bemerkt, muß er den Flückilingen nacklausen. Diese veralteten Briefkästen sotlien bnld- nröglichst ausgemerzt werden. Zum Teil ist an der Berliner Weich- bildgrenze noch da? Verfahren üblich, daß abends Briefschafien ans den Orlsbezirken heranSgenommen und in Briefkästen, für deren Leerimg ein Berliner Postamt zuständig ist, gelegr werden. Auch hierbei können leichl Briesickasten verloren gehen. Neue Schlußzeit für die Annahme von Paketen in Eiroß- Berlin. Tie Schlnßzcit für die Annahme von Paketen ist bei allen Postanstalten des Ober PostdircktionsbczirkS Berlin vom 6. November an an Werktagen auf 6 Uhr nachmittags fest- gesetzt worden. Es gilt dies für Wert- und Einschreibepakcte, gewöhnliche Pakete sowie Wertbriefe und Kästchen mit Wert- angabe. Zur Auslieferung von Paketen gegen die besondere Einliefcrungsgcbühr nach§ 39 der Postordnung wird nach 6 Uhr ini allgemeinen bis 7 Uhr nachmittags Gelegenheit geboten sein. Hierüber geben die Postberichte bei den Post- anstalten Aufschluß.__ Gewerbcgcricht und Oberkommando. Das Oberkommando in den Marken teilt mit: „Vor einiger Zeit ging durch die Tagespressc die Mitteilung, daß das Gewerbegericht zu Berlin der Verordnung des Oberrom- mandoS in den Marken vom 4. April 1916 betreffend Regelung der Arbeit in Web-, Wirk- und Strickstoffe verarbeitenden Gewerbe- zweigen— Nr. Bst. I. 1391/3. 16. K. N. A.— die RcchtSgültigkeil abgesprochen habe, und zwar insbesondere der Bestimmung des$ 2 der Verordnung, welche die Verminderung des Arbciterbestandes durch Kündigung gewissen Beschränkungen unterwirft. Die zuständige Berufungskammer des Landgerichts I hat dnrcki Erkenntnis vom 23. Oktober 1910 das Urteil des GewerbcgcrichtS aufgehoben und die einschlägige Verordnung des Oberkommandos in den Marken für rechtsgültig erklärt. Kleinhandelspreise für frische Seefische bester Oualität für Sonn abend, den 28. Oktober 1916. Sckellfiicke, klein(bis 3/4 Pfimd) 1,(30 M.. mittel(von 3/4 bis 1 Pinndl 1,85 M.. großmitlcl(von 1 bis l1/» Pfund) 1,95 M., große(von iV» Pfund und mehr) 2,03 M.: Kabeljan. klein(bis l'/o Pfund).1,13 M., mittel(von l'/z bis 4 Pfund) 1,25 M.. große (von 4 Pfund und mehr) 1,40 M., ohne Kopf(im Ausschnitt) 1,90 M.; Schollen, kleine(bis zu'/z Pfund) 1,00 M.,(Zufuhr genügend.)_ Arbcitcrbildungoschiile. Heute, Sonnabend abend kii/h Uhr. beginnt im Hörsaale der Schule der Kursus des Genossen' Eduard B e r n st e in über«Geschichte der dent- scheu Sozialdemokratie von 1 899— 1914". Licbcstragödic. Gemeinsam in den Tod gegangen sind Donnerstag der Garde- Füsilier Wilhelm Fiehütz und seine 19 Jahre alle Braut, die Ar- bcitcrin Erna Bartsch aus der Hochstraße 43. F'cblltz sollte in der nächsten Zeit Berlin verlassen. Tie Brautleute hingen aber so eng aneinander, daß sie glaubten, die Trennung nicht überleben zu können. So kamen sie übcrein, gemeinsam aus dem Leben zu scheiden, um wenigstens im Tode vereint zu sein. Sie mieteten sich bei einer F, au L. in der Wiesenstraße ein und wurden dort am Donnerstagabend auf dem Sofa sitzend tot aufgefunden. Sie halten Lysol getrunkei' Ein Brieß den da« junge Mädchen hinterließ, gab Auskunft über die Veranlassung zu dem Doppelselbftinord. Beim Spielen tödlich verunglückt ist der fünf Jahre alte Knabe HanS Tomkowiak ans der Dossestr. 4 zu Lichtenberg. Der Kleine erhielt vor einigen Tagen im Eifer des Spiels von einem anderen Knaben mit einer Radspeiche von einem Puppenwagen einen hes- tigen Stoß ins Gesicht. Die Speiche drang in ein Auge ein und verletzte den Unglücklichen so schwer, daß er nach der Klmtk gebracht werden mußte. Dort ist er jetzt gestorben. EröffnungS- und Schlußzritcn der BolkSbadeanstaltcn. Wie im Vorjahre werden die Volksbadeanstalten während des Winterhalb- jahres um 8 Uhr morgens geöffnet und 8 Uhr abends, am Sonn- tag um 12 Uhr mittags, geschloffen werden. Ein Raubübcrfall im Laden wurde am Mittwoch, den 25. d. M. früh morgens 7 Uhr in dem Hause Auguststraße 86 verübt. Tort betreibt die 24 Jahre alte Albcriine� Kleinschmidt ein Zigarren- geschnst. In dem Laden erschien ein Mann und forderte Zigaretten. Als er sah, daß die Ladenkaffc offen stand, packte er die Verkäuferin an der Kehle und würgte sie, trotzdem zerkratzte ihm diese die linke Wange und beide Hände blutig. ES gelang ihm nicht, Geld zu nehmen. Der Räuber ergriff einen Karton Zigaretten und ent- floh durch die Artilleriestraße nach der Elsasscrstraße zu, Passau- ten wollten die Verfolgung nicht aufnehmen, mit der Begründung, sie seien doch kein Schutzmann, Man nimmt an, daß es vielleicht Komplicen waren. Der Flüchtige macht den Eindruck eines „besseren" Zuhälters und ist ungefähr 28 vis 30 Jahre alt, mitte!- gros; und schlank, hat dunkles Haar und einen schwarzen englisch gestutzten Schnurrbart und gutgepflegte Hände, er uug einen dunklen Uebcrzieher, einen blauen Anzug und dunklen Velourhut. Auf seine Ergreifung ist eine Belohnung von 100 M. ausgesetzt. Es ist besonders aus die starken Kratzwunden zu achten. Kleine Nachrichten. Im Straßenbahnwagen vom Tode über- raicht wrn de gestern ein mtbekanitter Mann. Er erkranlie in einem Wagen der Linie 81 an der Ecke der König« und Spandauer Straße plötzlich so schwer, daß er nach der RennngSivache in der Keibcl- straße gebracht werden mußte. Hier konnte der Arzt nur noch den Tod feststellen.— Gcidichrankeinbrecher arbeiteten m der vergangenen Rächt in der Dircksen- und Steglitzer Straße. In der Dirckienstraße sprengten sie die Tür zu einem im ersten Stock gelegenen Bankgeschäft,„knabberten" das Gcldspind� ans und erbeineten 3400 M. bares Geld, für 200 M, Essekteu und 100 Rote-Krenz-Lose.— In der Steglitzer Straße suchten sie eine Farbenhandlung beim. Hier fielen ihnen nur 200 Mark in die Hiinde.— Ein 17 jähriger Wellrciiendcr wurde gestern ans einem htesigni Bahnhof festgenommen.— Zur Hilfeleistung wurde die Nowa Weier Feuerwehr gestern nach dem Hanse Friedrich-Wilbelm- Straße 8 in Ren-BabelSherg gerufen. Die dort wohnende 24jährige Biarie Hintze, die beim Fnbntbejitzcr Dähnhardt in Stellung ist, hatte sich durch Leuchtgas vergütet. Durch Anwendung des Sauer- stofsapparates gelang es nach anbertbalbsinndiger. Täiigkcii, die Leb- .lose wieder znin Bewußtsein zu bringen. Sie winde nach dein Oberlin-Krankenhause in Nowawes übergeführt. Ihr Befinden ist leidlich. Bei einem Einbruch in die Brotkartenzentralc des Lichtenbcrgcr Magistrats ist am gestrigen Freitag ein Brotkartendieb festgi- noinmen worden. Er war nach Schluß der Bureaustuitden int Lichtenberger Rathaus in das Brotkartenbureau eingedrungen. Ter Brand einer Gießerei beschäftigte die Berliner Feuerwehr in der Pri:i,;essi»nenstr. 8. Die Flammen hatten Immobilien er- griffen und konnien erst nach läitgerer Tätigkeit gelöscht werden. Mus öen Hemeinöen. Neukölln.„.Krieg und Frieden" war das Thema eines Vortrages, welches der Genosse N o s k e m einer Mitgliederversammlung des sozialdemokratischen Ortsvereins eingehend behandelte. 350 Personen, unter denen sich ein erheblicher Teil Frauen befand. lauschte den mtereffauten Ausführungen des Referenten. In feinen zweistündigen Darlegungen berührte er viele der Streitfragen, die gegenwärtig in den Parteidiskussionen eine hervorragende Rolle spielen. Die wirtschaftliche Spannung der Mächtegruppen der krieg- führenden Staaten und deren Ursachen fanden eine eingehende Würdigung. Nachdem der Referent noch ans die allgemeine Friedens- sehnsucht hingewiesen hatte, ging er auf die Friedensbemühungen der Leitung der deutschen Sozialdemokratischen Partei des Näheren ein, die leider im Auslande nicht überall das gewünschte Echo fanden. Er schloß mit einem Hinweis auf die gewaltigen Aufgaben, die die deutsche Arbeiterschaft nach dein Friedensschluß zu lösen habe. Reicher Beifall lohnte den Redner. Eine Diskussion wurde nicht ge- wünscht. Umtausch von Ffleischkarten gegen andere Lebensmittel in Charlottenbnrg. Wer sich ans die Bekanniinackunz des Charlottenburger Magistrats wegen des Uinlansches von Fleisch karten gegen andere Lebensmittel- lanen gewendet bat, kamt die vom 30. d. M. ab güllige neue Fleisch- karte in der Zeil vom 30. Okiober bis 4. November im Rathaus. Zimmer 41, unter Vorlage der Charlottenburger roten, grünen oder blauen Lebensmittelkarten uintaufchen. Für eine Fleischkarle, gleich- gültig ob für Erwachsene oder für Kinder, wird pro Woche eilte BczngSlarte nach Wahl lautend über 1/o Pfund Graupelt, Grieß, Bohnen oder Teigwaren geliefert. Tie Ware kann in�.den 30 tu verschiedenen Stadtteilen gelegenen städtischen Verkanssstellen gegen Abgabe der Bezugskarten gekauft werden. Der Umtausch der Fleisch« karten erfolgt jedesmal für die Dauer der Fleischkartenperiode. Milch für Kranke in Schönebcrg. Kranke, denen ans Grund ärztlichen Attestes Milch bewilligt worden ist, erhalten in Berlin- Schönebcrg die Karten für die neue Periode rechtzeitig durch die Post zugestellt. Vorherige schriftliche oder mündliche Erinnerungen sind daher zwecklos.'__ Lebcnsmittclvcrkauf in Britz. Vom 23. bis 29. d. M. werden in der Verkaufsstelle der Gemeinde svlgende LcbenSiniltel ans nachstehende Abschnitte des LebenSniittelauslveiseö abgegeben: Abschnitt 24: Heringe, 25: Oel- iardincn, 20: Honig. 27: Sülze, 28:. Leberwursipastcte, 29: Kaffee, 30: Eier a 32 Pf. an' Nr. 1—1000. Außerdem werden bei den hiesigen Kaufleuten auf Ab- schnitt 24 Heringe und ans Abschnitt 31 Eier a 38 Pf. abgegeben. Charlottenburger Schulzahnklinik. Vom 1. Juli bis 80. September 1916 wurde die städtische Schulzahntlinil in Charlottenburg van 1742 Kindern>780 Knaben und 956 Mädchen) ausgesucht. 1804 Zähne wurden gefüllt, 1311 Zähne gezogen und in 148 Fällen wurde der Nerv getötet. Der Besuch der Klinik während des Krieges bleibt weiter rege. Die Knilsthallc Brrlin-Wilmersdorf plant anck für diesen Winter wieder eine Reihe ihrer beliebten V o> k S n n l e r h a l t n n g S- ab ende, die an Sonntagen von 5—7 Uhr stattznfiiide» pflegen. Die ersten Veranstaltungen sind angesetzt für den 29. Oktobervar in Verlin der Preis für Flundern ge- ken. Der Angeklagte, ungelernter Jnnungsfischermeister, ist seit langen Jahren im Fischgrosthandel als jtommissionär tätig. Er rertreibr als Kommissionär auch die Ergebnisse des Flunbcrfmiges seitens mehrerer Ostsecsischer. Am Sonnabend, 2g. April, einem besonders beisten Tage, lieh der Angeklagle an IS seiner Kommittenten in Brunshaupten, Sahnih, Arendsee usw. ein Telegramm abgehen, des Inhalts, dah die Zufuhr unterbleiben solle. Diese Telegramme sind von einer Zensur angehalten und nicht abgeschickt worden: sie bildeten nun die Grundlage der An- klage.— Ter Angeklagte bestritt entschieden, dah diese Telegramme eine„unlautere Machenschaft" darstellen. Er habe seine Kommittenten über die eingetretene ungünstige Markilage und den durch Ueberschwemmung mit Flundern herbeigeführten Preissturz unterrichten müssen, zumal bei der herrschenden heißen Witterung die Gefahr deS Verderbens in Aussicht gestanden habe. Tatsächlich habe ja auch eine ganze Menge Kisten mit Flundern mit vielen Zentnern Inhalt auf Anordnung des Gewerbc-Kom- missariats vernichtet werden müssen.— Markthallen- direkt o r Spieker gab zu, dah an dem betreffenden Tage der Markt mit Flundern stark beseht war und ein Preissturz stattgc- fanden hatte, hielt es aber nicht für berechtigt, in einer Zeit der Fleischknappheit solche Ware planmäßig vom Berliner Markt fern- zuhalten und dadurch die Unzufriedenheit noch zu erhöhen. Ter Sachverständige Melzer verwies daraus, daß bei der da- maligen Temperatur die Ware sehr leicht dem Verderben ausge- seht gewesen sei, da sie von der Ostsee her regelmäßig ohne Eis- Packung versandt werde. Es lasse sich darüber streiten, ob solche Telegramme angemessen sind, aber unter den obwaltenden Um- ständen habe der Angeklagte wohl glauben können, nicht in seinem, sondern im Interesse seiner Auftraggeber diese vor den Folgen einer Ucberflutung des Berliner Marktes mit Flundern bewahren zu sollen. Aehnlich äußerte sich der«achverständige Paul R« d- in a n n. Nach weiterer kurzer Beweisausnahme vertrat Staats- auwaltS-Ässessor Wolf den Standpunkt, dah das Vor- gehen des Angeklagten eine„unlautere Machenschaft" darstelle, um die Preise zu steigern. Dies sei gegenüber den Kriegs-Notgesetzen nicht vertretbar, wenn er auch nur die Interessen der Kommittenten fördern wollte. In einer Zeit, wo wir von Zufuhren abgeschniiten sind und eine FIcischknapphci.t sich fühlbar macht, sei es nicht gi> rechtfertigt, im Interesse der Fischhändler die Zufuhr von Fischen abzuschneiden. Tie Scholle sei das Nahrungsmittel der Aermsten und es fei deshalb seinerzeit mit Recht ein Schrei der Entrüstung über das Gebahren des Angeklagten durch die Presse gegangen. Mit Rücksicht ans die Schwere der Verfehlung beantragte der Staatsanwalt 15 000 M. Geldstrafe e v e n t. ein Jahr Gefängnis.— R e ch t sa n w a l t K n i c p beantragte dagegen nicht nur, de» Angeklagten freizusprechen, sondern auch, die Kosten der Verteidigung der Staatskasse zur�Zast zu legen. Der Ange- klagte sei Kommissionär und habe als solcher nach dem Handels- gesetzbuch u. a. auch die Pflicht, seine Kommittenten über die Markt- tage zu unterrichten. In keinem Falle sei es eine„unlautere Machenschast", wenn der gewerbsmähige Vermittler zwischen Grossisten und Dctaillisten eine normale Preislage für die Ware altstrebt und einer Verschleuderung vorbeugen will. Die Tele- g ramme hatten nicht den Zweck, dauernd die Zufuhr fernzu- halten, sondern nur für den Augenblick eine Ueberschwemmung mit Flundern zu verhüten und die Lieferanten pflichtgemäß vor Schaden zu bewahren. Es könne absolut nicht dabvn die Rede sein, dah hier künstlich eine Steigerung der normalen Preise herbei- geführt werden sollte.— Das Gericht hielt nach der Beweisauf- nähme nicht für dargetan, dah der Angeklagte durch die Telegrainme unlautere Machenschaften in Anwendung gebracht habe, um durch die Einschränkung der Zufuhr eine Knappheit hervorzurufen, um so künstlich die Preise zu steigern. Der Angeklagte wurde daher mangels Leweises freigesprochen, der Antrag dcS Verteidigers bezüglich der Kosten aber abgelehnt. Gefängnis für Ueberfchreitung der Milchhöchstpreise. Einer der ersten Fälle, daß ein Gewerbetreibender mit Gefängnis bestraft wird, weil er bei dein Handel mit Nah- rungsmitteln die vorgeschriebenen Höchstpreise überschritten hatte, trat gestern vor der ersten Strafkammer des Landgerichts III ein. Vor dieser war die.Milchhändlerin Hoppe aus Spandau an- geklagt, von April bis Juni d. I. den Liter Milch, statt wie fest- gefetzt mit 80 Pf., um 8 Pf. teurer, also mit 33 Pf. verkauft zu haben. Tiefer erhöhte' Preis wurde hauptsächlich neu hinzu- kommenden Kunden abgenommen, während die alten Kunden nur den richtigen Höchstpreis von 30 Pf. zu bezahlen hatten. Wagte jemand, dagegen Einspruch zu erheben, so bekam er grobe Redens- arten, wie„Rausschmeitzen" oder„froh sein, überhaupt noch Milch zu bekommen", zu hören. Das Spandaucr Schöffengericht sah den Fall als sehr schwerwiegend an, indem es annahm, dah das Per- fahren der Angeklagten„geschäftsüblich" gewesen solvie'ganz systc- matisch vor sich gegangen sei und diese sich deshalb durch Ausnutzung der schwierigen Lage in der Milchversorgung in schlimmer Weise gegen die vaterländischen Interessen vergangen habe. Infolgedessen verurteilte es die Beschuldigte zu zwei Wochen Gefängnis. Gegen dieses llrtcil legte sowohl der Staatsanwalt, um eine höhere Bs- strafung, als auch die Angeklagte, um billiger davonzukommen, B e- r u f u n g ein. Ihre Berufung wurde jedoch verworfen. Dagegen wurde der anderen stattgegeben und auf zwei Wochen Gefängnis, 15 00 M. Geldstrafe sowie Veröffent- l i ch u n g d e s U r t e i l s erkannt, da die Angeklagte ein böswilliges Verfahren betrieben und sich nachträglich nicht gescheut habe, Kun- den, die keine Mitchkartcn hatten, sogar 40 Pf. für den Liter Milch abzunehmen. 40 000 M. Strafe. Wegen Ueberfchreitung der Metallhöchstpreise waren gestern die Direktoren Baudack und Böhnheim von dem Allge- meinen Deutschen M e t a l l w e r k zu Oberschöneweids | vor der ersten Strafkammer des Landgerichts I angeklagt. Sie waren beschuldigt, die für Metall festgesetzten Höchstpreise beim Einkauf um 420 000 M. überschritten zu haben. Der Staatsanwalt beantragte gegen Baudach 1 Jahr Gefängnis und 100 000 Mark Geld st rase, gegen den zweiten Direktor drei Mo- n a t e Gefängnis und 50 000 3)1. G e l d st r a f e. Das G e- richt sah von einer Gefängnisstrafe ab und setzte die Geld- strafe aus 30 000 bzw. 10 000 M. fest. Bus aller weit. Mord im Gerichtsgefängnis. Der 17jährige Hausbursche Eduard Machill aus Baderitz, welcher als Untersuchungs- gefangener im Gerichtsgefängnis zu L e o b s ch ü tz untergebracht war, hat den bejahrten Gefangenenaufseher Steiner in seine Zelle gelockt, ihn dort nach schwerem Kampfe mit dem Handtuch er- drosselt und mit der Litewka und Mütze des Toten angekleidet die Flucht ergriffen. Der Mörder wurde jedoch in seinem Heimats- ort nach kurzer Zeit ausfindig gemacht und festgenommen. Schiffsunglück. Nach einer Meldung aus Rotterdam ist der holländische Schoner„Helena"(145 Tonnen) im letzten Sturm � mit Mann und Maus untergegangen. Ein französisches Bvmbenlagcr in die Luft geflogen.„Corriere della Sera" meldet aus Turin: In den Fabrikanlagen von Michelin ereignete sich in einem Bombenlager eine starke Ep- P l o s i o n, durch die das gesamte Magazin vernichtet wurde. V i c r � Personen wurden getötet und 20 verletzt. ExplossonSunglück in einer englischen Munitionsfabrik. Bei einer Explosion in einer Munitionsfabrik in K e n t wurden zwei Personen getötet; zehn andere erlitten schwere Bftmd- wunden. Das Gebäude wurde beschädigt. Olrostcs Schadenfeuer in einem russisch-polnischen Ort. In Z a p o l e(Bezirk Mosty) brach ein großer Brand aus, der in kurzer Zeit 10 Häuser und 0 Scheunen einäscherte. Wahr- scheinlich liegt fahrlässige Brandstiftung durch Kinder vor. �arteiveranstalwngen. Sckiönebcrg. Die Mltglicdcrveisammlung des ZcNwal-WMvcreins für Teltoai-Lccskow.Cbarioltcnburq, Örtsverctn«choncberg, findet nin Dienstag, den 81. Oktober, abends 3'la Uhr, in den Neuen Nathans- iälen iTnmiel) statr Die Tagesordnung taulel: l. Das Ergebnis der AlcichSkonserenz. Zicscrent: M. Groger. 2. DiSIussion. 3. Verschiedenes.— Zahlreichen Vcinch ei wartet Der Vorstand. Gielstvliide. Der sozialdemokratische Walfiocrein für Eichwaldc und Umgegend hält seine Milgliedervcrsammlniig zwecks„Stellung- i! ahme zur Verbands- G cneralversammlunq" am Sonn- abend, den 28. Oltobcr. abends 8h, Uhr, im Lolnlc des Genoslcn Emil Witte, in Eichwaldc, Kalscr-Fricdrich' erwartet !tr. t, ab. VollzäbllgcS Erscheinen Der Vorstand. Jugenüveranftaltungen. Freie Jugendorganisation»»d Rrbtitcr-Jngeud Teinpelhof- Martendorf. Sonntag, den 2g. Oktober: Große Vtriammluna. Ansang 3 Ubr. Gäsle ans anderen Jugendheimen lind herzlichst willkommen. Da s-br Wichtiges aus der Tagesordnung steht, bittet um zahlreiches und piliill- nchcs Erscheinen Der Vorstand. Gsschäftliche Mitteilungen. „Bilder ans der guten alten Zeit" werden in der dicZ- jährigen Spielwareii-AuZstellung der Firma Hermann T i e tz, L e t p- z i g e r Straße, in vornehm künstlerischer Weile gezeigt. Für die jetzige Zeit ivohlluend wirkt die in allen Bildern so glänzend zum AnSdrue! gebrachte damalige gliche und Bebaglichkeit. Berliner Witz und Humor sprechen bei Jung und Alt für sich selbst. Märkische Tpiel-Vereiiiigung, Bezirk Grosi-Bcrlin. Am Sonn- lag, den 29. Oktober, finden sglgende Spiele stall: Luckenwalde I— Filsch Frei in Luckenwalde: Luckenwalde II— Oberspree in Luckenwalde; Luckenwalde III— Welfiensce I in Luckenwalde:.Vellen I— Sperber in Velten: Lichtenberg— Luckenwalde V in FriedcichSscldc, Wälder- sccslr. s9; Velten il— Neuenhagen in Velten: Weißensce ll— AdlcrSbof in Beißensce, Falkcnberger Str. Zö2. Der Spielbeginn ist 3 Uhr nachmittags. Sriefkaften üer Neöaktion. SN« lurilNlch« Svrechllunde findet cht rwönnenien Lwdenstr. 3, IV. Hol ccchlS, ranerre. am gAonlog bis Ereilag von 4 bis 7 lcht, am Sonnadend von i bls ll Uhr statt. Jeder che den B r l e t l a st e n bestimmten Anfraze Ist ein wuebstabe und eine Zahl als Merlzeicdsn belzusügen. Vrieflickie Antwort wir» nicht erteilt Sinirage», denen keine AbonnementSauiNung deigechgl ist, werden nicht beantwortet. Eilige vragen trage man in der Svrechstund, vor. VcrirSge, Schriftstiiltr und dergleichen bringe mar in dlr Sprechstunde mit G. W. 100. Wenn der Bräutigam grundlos vom Verlöbnis zurück- tritt, so kann die Tochter nicht nur Ersatz der in Erwartung der Ehe ge- machten Atiswendungen verlangen, sondern auch Ersatz deS Schadens, der nicht ÄcnnögenSschaden ist. Die Klage ist, wenn da« Objekt bis 600 M. bcirägl, beim Amtsgericht anhängig zu machen.— Otto 000. Die Zeichen in der von Ihnen wiedergegcbencn Art kennen mir nicht.— A. 3(. 100. 1. und 2. Beide« sind ScheidungSgründe. 3. Ein solcher Antrag wäre an den Vorlltzendcn der VeranlaguiigSkoimnisston zu rickiten.— M.®. 10. ES mühte zunächst Antrag aus Aushebung der Fürsorge gestellt werden. Zur Verheiratung mutz, da da« Mädchen minderjährig ist, die Einwilligung de« Vater« bezw. deS Vormund« eingeholt werden. Winter-Paletots«42.- Winter-Ulster.<>«« 36- Winter- Joppen II. an an M. Schulmeister K o 1 1 b n s c r Tor D�esdeBi©� Sfeaü® 4 Maßanfertigung zu allerbilligsten Preisen. Sacco-Anzügevon«38.- Rock- Anzüge von« 54.- Jünglings-Anzüge™«. 29.- an an an Eigene Kürschnerei Reparaturen Umarbeitungen. i[„_ jchn.ll und billig. s« SB Kabers Eile zu Wie Spezialhaus für Pelzwaren «sUMlMMwM Eckhaus am Oranienplatz.= der neuesten Muster Nur Prachtstücke � Echt SkDüks „ Fachs „ Marder „ Skunks-Oppossum sowie in allen anderen Pelzarten su wirklich hilligen Freisen, Pelz Hüte leicht und aohiok. 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