Nr. 107. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mr., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Desterreichs Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post Zeitungs- Preisliste für 1894 unter Nr. 6919. Vorwärts 11. Jahrg. Infertions Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Juferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: „ Sozialdemokrat Berlin. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Juffiz. Freitag, den 11. Mai 1894. zeichnet. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. daß eine Partei, die, wie die sozialistische, den Umsturz Das Manifest trägt das Datum des vorgestrigen Tages des Bestehenden und die Untergrabung aller Autoritäten" und ist von sämmtlichen sozialistischen Abgeordneten untererstreben, mit anderem Rechtsmaßstab zu meffen sei, Unmittelbar nach Fertigstellung reisten die Abgeord= wie andere auf dem Boden der heutigen Gesellschaftsordnung stehende Parteien. Und das Urtheil hat, wenn auch in der neten Toussaint, Vaillant, Millerand, Baudin und Sombat Begründung dieser Gedanke formell zurückgewiesen wird, nach Trignac ab. Redakteur des„ Vorwärts", trotz der Gemäßigtheit des anihm doch thatsächlichen Ausdruck gegeben, indem der Bravo! Sozialdemokraten sind nicht einzuschüchtern. Und je breiter die gähnende Kluft zwischen Justiz und Rechtsgefühl des Volkes, desto besser für uns. Justiz heißt auf Deutsch Gerechtigkeit. Nun ist aber der Begriff des Rechts und der Gerechtigkeit weder vom Himmel gefallen, noch den Menschen angeboren, sondern er ist das Produkt der Verhältnisse und ändert sich mit diesen. Unter Recht und Gerechtigkeit verstehen die Menschen je nach ihrer Stellung und ihren Interessen Verschiedenes. Die schärfere Akzentuation des Klassengegensages, die Und in der Natur der Menschen und Dinge liegt es, daß, geklagten Artikels, zur höchsten Strafe verurtheilt ward. Wir sagen nicht, daß der Gerichtshof subjektiv un- daraus entspringende Verschärfung der Reaktion, sind für je mehr die Interessen der Menschen sich scheiden, je mehr der Klaffengegensatz sich entwickelt, desto größer auch der gerecht war wir sind sogar überzeugt, daß er gerecht uns Sozialdemokraten wie unsere französischen Brüder Unterschied in in den Rechtsbegriffen der verschiedenen den Rechtsbegriffen der verschiedenen fein wollte, allein der Gerichtshof hat eben einen anderen es richtig sagen:„ nur neue Beweise für die wachsende Menschen wird, und daß die Rechtsbegriffe der Menschen Begriff von Recht und Ungerechtigkeit als wir, und mit Macht der sozialistischen Partei." in ebenso schroffen Gegensatz zu einander gerathen müssen, wie uns die breiten Schichten des Voltes. die Klaffen selber. Die Justiz ist aber die Gerechtigkeit der herrschenden Klasse, deren Rechtsbegriffe längst aufgehört haben, fich mit denen der beherrschten, der arbeitenden Klasse und der Volksmassen zu decken. Die wachsende Schärfe und Heftigkeit, welche der Klassenkampf seit dem Emporkommen der internationalen sozialistischen Bewegung angenommen hat, mußte naturnothwendig auch die Kluft erweitern, die zwischen dem Rechtsbegriff der herrschenden und der beherrschten Klaffe gähnt, oder, anders ausgedrückt: zwischen der Justiz und dem Rechtsbegriff des Volkes. Das, was das Volk Gerechtigkeit nennt, und das, was sich im heutigen Klassenstaat Justiz nennt, find diametrale Gegensätze. Wozu soll das führen? Als die französische Kammer den Antrag auf Verfolgung des sozialistischen Deputirten, weil er Sozialiſt, angenommen hatte, versammelte sich sofort die sozialistische Fraktion und erließ folgendes Manifest: Bürger! Ohne irgend einen Grund, ja ohne irgend einen Vorwand hat eine knechtische Majorität auf den Befehl einer politisch bankrotten, aufs äußerste getriebenen Regierung die Strafverfolgung eines der Unserigen, des sozialistischen Abgeordneten Toussaint beschlossen. Die Gerechtigkeit ist das Rechtsgefühl der neuen, der tommenden Welt, und diese Gerechtigkeit wird Herr werden über die Justiz der alten Welt. Preßßtimmen über den 18. Januar- Prozeß. Soweit sich bis jetzt die bürgerliche Presse über den Sein einziges Verbrechen war, daß er, ohne Gewaltthätig. Kritik des Verfahrens, gerade so wie sie einig war in der 18. Januar Prozeß geäußert hat, ist sie einig in der feit und ohne Provokation, für streikende Arbeiter Partei er- Verurtheilung des Vorgehens der Polizei am 18. Januar. griffen hatte. Es hat mehr als vorübergehende Bedeutung, die Preßstimmen über den Prozeß zu registriren. Die letzten Tage haben schlagende Beweise hierfür gebracht. * In Paris wurde von der Regierung die strafrechtliche Verfolgung eines Abgeordneten gefordert, dessen Verbrechen darin bestanden hat, daß er bei einem Streit Gegen uns, Bürger, giebt es teine Ge- Blatt schreibt hierüber: für die Arbeiter eintrat. Und der Ministerpräsident Casimir Berier erlangte von der Kammermajorität die Vollmacht zur Verfolgung durch den letzten Grund die ultima ratio des Klassenstaats: er ist ein Sozialist, und die Justiz muß die Sozialisten treffen." " Justiz heißt also Bekämpfung, Erdrückung der Sozialisten die Gerechtigkeit" des Herrn Cafimir Perier ist die Rechtlosigkeit, die Vogelfreiheit der Sozialisten, die tein Recht zu sein haben, und folglich überhaupt kein Recht. Dasselbe Schauspiel in der alten Musterrepublik Schweiz, wo wir vor wenigen Tagen erlebten, daß ein Mann zu schwerer Freiheitsstrafe verurtheilt ward, blos weil er Sozialiſt iſt. Ein Seitenstück zu diesen beiden Vorkommnissen bildet der gestern in Berlin zum Abschluß gelangte Prozeß über das Vorgehen der Polizei am 18. Januar dieses Jahres. Wohl ist in der Urtheilsbegründung erklärt, daß die Parteistellung der Angeklagten ohne Einfluß auf die Schuldfrage und das Strafmaß iei, aber im Laufe des Prozesses ift wiederholt auf's Rücksichtsloseste ausgesprochen worden, Feuilleton. Der Inde. Deutsches Sittengemälde aus der ersten Hälfte des fünfzehnten. Jahrhunderts. Von C. Spindler. 35 Es genügte, daß Cafimir Perier der Rammer fagte: Er ist ein Sozialist, den man treffen muß, denn die sozialistische Partei muß gepackt werden( il faut atteindre). rechtigteit, giebt es nur noch Mißbrauch der Gewalt. Wir sind stolz, uns den blöden( imbécile) Haß der Feinde des Volks zugezogen zu haben; und in ihrer wachsenden Wuth sehen wir nur einen neuen Beweis für die wachsende Macht der sozialistischen Partei. Weder die Einschüchterungen noch die Gewaltınaßregeln der Regierung werden uns wankend machen. Wir werden unserer Pflicht treu bleiben immer und tomme was wolle. Es ist unser Recht, es ist unsere Pflicht, dahin zu gehen, wo die Arbeiter uns hinrufen. Noch diesen Abend gehen mehrere von uns nach Trignac, und überall, wo das Proletariat seine Vertreter braucht, um gegen die gehässige Willkür des Kapitals und der ihm dienstbaren Staatsgewalt zu kämpfen, dahin gehen wir ohne Herausforderung, ohne Furcht. Nieder mit der kapitalistischen Reaktion! Es lebe die soziale Republik!" gedonnert." Macht fort, Brüder," sprach Veit gemäßigter weiter: bestellt Pfarrherrn und Glöckner; ich will indessen dem Höllenbrand mit dein Dolche das Paternoster einfibeln." " Die Volts Zeitung" erörtert unter anderem die Frage: Giebt es Lockspitel oder nicht? Das So klipp und klar, wie sie hier steht, ist die Frage eigentlich noch gar nicht aufgeworfen worden. Man war bisher so ziemlich allgemein davon überzeugt, daß es thatsächlich LockSpigel gebe, in Deutschland so gut wie anderwärts, und daß diefe Herrschaften sich wiederholt in betrübsamer Weise bemerklich gemacht hatten. Die Namen Jbring- Mahlow und Naporra, deren segensreiche Thätigkeit seiner Zeit durch den Posener Geheimbunds- Prozeß in eine so eigenartige Be leuchtung gerückt wurde, sind gewissermaßen Gattungsbegriffe geworden. Dennoch aber bestreitet in dem Prozeß, der sich gegenwärtig vor der 2. Straffammer des Landgerichts I ab= spielt, der Vorsitzende, daß man bei uns überhaupt berechtigt sei, von Lockspiteln zu reden. Er persönlich wisse von Lockspizzeln nichts. Herr Landgerichts- Direktor Brausewetter ift Jurist. Ihm fann es daher nicht schwer fallen, sich einen ausführlichen Bericht über den Hochverraths- Prozeß gegen Breuder und Genossen aus Frankfurt am Main zu verschaffen, der sich im Jahre 1882 vor dem Reichsgericht in Leipzig abspielte. In diesem Prozeß faß auf der Anklagebank auch ein gewiffer Julius Horsch, der die anderen Angeklagten zur Beschaffung von Sprengstoffen und sonstigen Chemitalien bewogen hatte, die dann in der Hauptverhandlung eine große Rolle spielten. Bezüglich dieses Julius Horsch nun wurde damals durch die Deine. Wir sind zum Truz gerüstet, und unsere Knechte umlagern schon das Kirchlein." Ter Pfarrherr, der an Sprache und Keckheit wohl merkte, mit welchen Gesellen er zu thun bekam, und durch Die Gebrüder Reseberg eilten schnell von dannen und das traurige Beispiel mehrerer Amtsbrüder, die so zu sagen durchstreiften mit ihren Knechten, wie Gespenster der Nacht, am Altare ihren Tod durch Mörderhand gefunden hatten, den Flecken, Straße auf, Straße ab, bis sie in der tiefen gewißigt worden war, säumte nicht, dem gebieterischen BeDunkelheit Kirche und Pfarrhaus gefunden. Wohl hörten gehren Folge zu leisten. Das Frösteln der Angst in allen die Bewohner Offenbachs die Schritte und rohen Reden Gliedern, warf er sich in die kirchlichen Gewänder, beschickte Bodick schaute hoch auf, der neuen Laune des Junkers der Nachtgäste, saben sie wohl mitunter durch die Rizzen den Meßner, und da er in Begleitung des Letzteren, eines gewärtig, und des Legteren Spießgefellen riefen lachend der Läden, wie sie waffenrauschend durch die Gassen lärmten, altergrauen Männleins, das vor Schreck sich kaum auf den Hoho! Schwager! was fällt Dir ein? mas kann der aber in den damaligen Zeiten des Unfriedens und der Füßen zu halten vermochte, an die Pforte der Kapelle kam, Schurke da gut machen? Welche Grille kommt Dir an?" Selbsthilfe wagte sich keiner aus dem Hause, sondern er langte soeben der Hornberger daselbst an, dessen Knechte „ Keine Grille!" versetzte Hornberg, in dessen Kopfe fich wartete in ängstlicher Stille, ob der Besuch nur eine vor den Täufling an der Leine führten, wie einen Rüden. Das der Wein breit machte: Aber ich schwör's Euch zu meiner überziehende Wetterwolke sei, oder wie der Bliz ihre Hütten- Kirchlein wurde geöffnet, Wache davor gestellt; ein Bes Seelen Seligkeit und meines Leibes Urständ, daß ich den dächer entzünden werde. Die Wächter des Schlosses fanden waffneter hütete den Eingang zum Glockenthürmlein, und die vermaledeiten Fuchsbart über den Haufen steche, bevor ebenfalls keinen Beruf, sich in das Thun der Fremden edeln Herren forderten nun den Priester auf, beim Schein der Morgen graut, wenn er sich nicht in dieser Nacht noch zu mischen, hielten sich zur Vertheidigung gefaßt, und einer einzigen Kerze das heilige Amt an dem stummen, taufen läßt." blieben rubig. So gelangten die Junkherren ohne Anstand todbleichen Zodick zu verrichten, den der wilde BekehrungsEin lantes Gewieher war die Antwort auf den über zum vorgesteckten Ziele. Mit lautem Klopfen wurde der eifer und die Drohungen des Hornberger's dazu gebracht raschend seltsamen Vorschlag, der jedoch im nächsten Augen- Lentpriester aus dem Schlummer geweckt, an's Fenster be- hatten, sich alles gefallen zu lassen, was man mit ihm blicke schon den zu allem Abenteuerlichen seltsam aufgelegten schieden. Der von Natur Furchtsame erbebte, da er Be- vornehmen würde. Der Pfarrherr, der verständig genug Herren völlig zusagte, und mit Begierde von ihnen auf- affnete vor seinem Hause sah und fragte demüthig nach war, einzusehen, daß hier die Würde der Kirche und alles genommen wurde. ihrem Begehren. Heraus, Pfaffe!" rief ihm Wernher Recht mit Füßen getreten werden sollte, machte nachdrückVortrefflich!" rief Bernhard. Herrlich!" rief Wern- zu. Lege den Chorrock an und die Stola. Versiche Dich liche Einsprüche in das Verfahren der drei Reherbekehrer, her:", der Jude muß sich taufen lassen, und wir wollen des mit Kerze, Del, Salz und Honig und komm zur Kirche. forderte sie auf, den armen Menschen, der wie das EspenHöllenbratens Bathen sein." Bodick konnte vor Wuth Ein Ketzer will sich taufen lassen, und schnell, damit der Taub zittere, und keinen armen Laut von sich zu geben und ohnmächtigem Ingrimm keine Silbe vorbringen, aber böse Geist ihn nicht abwendig mache von seinem löblichen vermöge, ruhig ziehen zu lassen, ihn nicht zu einer Handsein giftiges Ausspucken und Kopfschütteln redefe an seiner Vorsage."" Ein Kezer?" fragte der erschrockene Geist- lung zu zwingen, die er nicht begreife, die er verabscheue, Wage es, nein zu sagen!" schrie Veit, ihm den liche: Taufen, in später Nacht,... wer bürgt mir...?" deren er nicht würdig sei. Die drei Gebietenden zogen Stahl an die Kehle setzend: und Du fährst zur Hölle. Schweig!" erwiderte ihm Bernhard:" Wir bürgen, aber bedeutend und drohend die Schwerter, stellten sich an Niederträchtiger Auswurf, dessen Wohlthäter wir werden drei Edelleute, des Kezers Taufzeugen. Steige herab ohne den Taufstein und streckten die Schwörfinger in die Höhe. wollen, den wir mit eigenen Händen aus dem ewigen Pfuhl Säumen; bescheide dem Glöckner, daß er Dir diene; aber Wir haben es gelobt bei den Wunden des Herrn, diesen ziehen! mutse nicht, oder es ist Dein Letztes." wofern der Bube Lärm macht, oder den Glockenstrang zu verstockten Sünder zu heiligen, wider seinen Willen", sprachen Verblassend und verstummend stand Bodick wie nieder- ziehen gedenkt, so ist sein letztes blein da und das fie." Geht seine Seele verloren durch Dein Zaudern, Statt. " " Beweisaufnahme festgestellt, daß er auff Die Bossische Zeitung" sagt in einem Diel direkte Beranlassung des Frankfurter Po- Leitung der Gerichtsverhandlungen" überlizeirathes Dr. Rumpf diese seine od schriebenen Leitartikel: fpigelthätigteit ausgeübt hatte. Und in dem Erkenntniß, welches das Reichsgericht in jenem Prozesse fällte ( die meiften Angeklagten wurden zu schweren Zuchthausstrafen verurtheilt), geißelte der Gerichtshof in Ausdrücken 1011 vernichtenber Schärfe das Vorgehen der Frankfurter politischen Polizei, deren Leiter, wie gesagt, ber später ermordete Polizeirath Dr. Rumpf gewesen ift. Daran, daß es thatsächlich Lockspizzel giebt und daß unter Umständen einzelne Beamte der politischen Polizei keine Scheu tragen, sich ihrer zu bedienen, ist daher, seitdem die thatsächlichen Feststellungen im Prozeß gegen Breuder und Genossen aftenmäßig vorliegen, ein Zweifel nicht mehr gut möglich. Und auch Herr Landgerichts- Direktor Brausewetter wird sich dieser Thatsache nicht verschließen fönnen, wenn er das damalige Urtheil des Reichsgerichts und seine Begründung aufmerksam prüft. Die Freifinnige Zeitung" schreibt: 0 und und Weit größere Aufmerksamkeit als die thatsächlichen Festftellungen beanspruchte das Verhalten des Vorsitzenden des Gerichtshofes, des Landgerichtsdirektors Brausewetter, bei der Leitung der Verhandlungen. Herr Brausewetter ist schon aus früheren Verhandlungen durch ein Hineinbringen feiner subjektiven Anschauungen in die Verhandlungen be= fannt. Sein Berhalten in diesem Prozeß aber fegt allem Bisherigen Die Krone auf ift geeignet, allgemeines Befremden Kopfschütteln hervorzurufen. Während die erste Anforderung an feden Richter doch die der unbedingten unparteilich feit fein muß, und man erwartet, daß er sich sein Urtheil erst aus dem Laufe der Verhandlungen bildet, brachte Herr Brause= wetter noch vor Beginn der Zeugen Ver nehmungen feine fubjektive Ansicht zum Ausdruck, daß der Inhalt der angezogenen Berichte auf jeden Fall die unwahrheit enthalte. Auch während der ganzen Dauer der Verhandlungen richtete er nach dieser persönlichen Auffassung seine Stellungnahme gegen über den Zeugen und Vertheidigern ein. Weit schärfer als der Staatsanwalt suchte er jede die Polizei belastende Aussage als unbegründet und unhaltbar hinzustellen, wobei er alles das, was nicht in feine Ansichten hineinpaßte, mit einer fast beleidigenden Geringschätzung behandelte. Obwohl Herr Brausemetter niemals in derartigen Bersammlungen gewesen ist, weiß er doch, daß sie nur vom Janhagel besucht werden. Daß die Polizei jemals Exzesse provoziren könne, erklärt er für eine unsinnige Annahme. Von Lockspiteln hat Herr Brausewetter niemals in seinem Leben etwas gehört, obwohl, wie er noch besonders betonte, er auch sum Bolte gehöre. Als der Bertheidiger ihn daraufhin auf Die frühere Feststellung des Berliner Gerichts über den agent prouocateur hring- Mahlow hinwies, erklärte er:„ Wenn wir anderer Meinung sind, daun existirt jener Gerichtsspruch nicht für uns", und wiederholte, daß die Annahme, es existirten .agents provocateurs nur in fonfufen Köpfen, bestände, gewiß sehr schmeichelhaft für seine richterlichen Kollegen. Auch die Oeffentlichkeit existirt für Seen Brausewetter nicht, wie er ausdrücklich in einer Entgegnung gegen einen Bertheidiger erklärte. In durchaus unzulässiger Weise äußerte sich Herr Brausewetter auch diesmal wieder über die Presse im allgemeinen, weshalb fich verschiedene angeflagte Redakteure gegen diese Art der Behandlung noch besonders verwahrten. Derartige Vorgänge fordern die allerschärfste Berurtheilung heraus und müssen umfomehr befremden, als aus Aulaß der früheren ähnlichen Vorkommnisse der Justizminister in einer Verfügung an die Präsidenten der Ober- Landesgerichte vom 21. Dezember 1892 ausdrücklich die Wahrung der vollsten Unparteilichkeit in Strafsachen zur strengsten Vorschrift gemacht hatte. In jener Verfügung wurde verlangt, daß sich die Unparteilich feit des Richters auch in der strengen Sachlichkeit des dem Richterspruch voraufgebenden Verfahrens bethätigen soll und daß dies besonders nothwendig ist in Straf fachen, die zu den politischen oder sozialen Parteifämpfen der Gegenwart in Beziehung stehen, daß der Richter den Schein einer Voreingenommenheit vermeiden soll. Der Vorsitzende solle auch seine Vorhaltungen in die dem Ernst der Sache gebührende Form fleiden und sich auch da, wo AnIaß zu tabeluden Bemerkungen gegeben sei, jeder sarkastischen Färbung enthalten. Unter allen Umständen hat er es zu vermeiden, eine Haltung anzunehmen, welche seine persönliche Stellung zur Schuld= frage als eine bereits feststehende erscheinen läßt." Dieser Verfügung des Justizministers hat Landgerichtsdirettor Brausewetter offenbar auf das ftritteste zuwidergehandelt. Pfaffe, so stirbst Du dahin ohne Gnade, erstickt von Deinen Günden. Gieb ihm das ewige Leben, und genieße ferner das zeitliche. Gieb ihm den ewigen Tod und theile ihn mit ihm!" Der Geistliche zuckte die Achseln, und machte sich bereit zu der Handlung. Die Folgen Eures freveluben Muthwillens kommen über Euch!" jagte er feierlich, und begann die vorgeschriebenen Gebete. Die waffendroheuden Beugen antworteten auf jede Frage für den zur starren Bildsäule gewordenen Zodick, der alle Gebräuche mit übereinander gebiffenen Zähnen über sich ergehen ließ. Das Glaubensbekenntniß legten die verwahrloften, der Kirche Längft entfrembeten Paten mit Mühe und Stottern für den Täufling ab, nun aber kam es an die gefährlichste Stelle der Handlung, an das einfache, aber aus dem Munde des zu Taufenden felbft zu verlangende Gelübde. Zu aller Erstaunen sprach der Jude die vorgefagten Worte teck und fest nach, machte das Zeichen des Chriften mit sichrer Hand, und nickte ungezwungen mit dem Haupte, da er, beni barbarischen Rituale jener Zeit gemäß, seinen bisherigen Glau ben, und die ihm anhängen, durch den Mund des Geistlichen verfluchen mußte. Diese auffallende Aenderung des Betragens erleichterte das Herz des Pfarrherrn in etwas; die entweihte Handlung wurde ruhig beschlossen, und dem Neugetauften der Name Friedrich beigelegt. Auf dem staubigen Tische der Sakristei schrieb der Pfarrherr das Beugniß des Uebertritts nieder, händigte es dem Juden ein, befestigte auf seiner Brust, staft des gelben Ringes, ein Blechschild mit dem Kreuze und dem Buchstaben C., wie Neubekehrte es zu tragen verbunden waren, und entließ Mit die seltsame Taufversammlung mit feinem Segen. rohen Scherzen zogen die Befehrer davon, und überhäuften den still rasenden Zodick mit Spottreden und Echmachworten. Vor dem Flecken umringten sie ihn, trieben noch allerlei Poffen mit dem unempfindlichen, und gaben ihm nun völlige Freiheit zu gehen, wohin es ihm belieben würde. Geh heim, Söhnlein Friedrich," sprach Wernher höhnisch zu ihm; wachse im Glauben, und danke es uns fein, daß wir Dir zum Himmel verholfen." ( Fortsetzung folgt.) = ,, Daß die öffentliche Meinung angesichts der Verhandlungen, die sich unter der Leitung des Landgerichts- Direktors Brausewetter vollzogen haben, ihr Urtheil über die blutigen Zusammenstöße der Polizei mit den Arbeitslosen geändert habe, ist füg lich nicht zu erkennen. Im Gegentheil, wenn es zweifelsohne im Interesse der öffentlichen Ordnung erwünscht gewesen wäre, daß die Verstimmung gegen die Bolijei Drgane ant der Hand des gerichtlich fest gestellten Thatbestandes eine wesentliche Milderung erfahre, so ist dieser 3 wed verfehlt worden. Selbst Herr Brausewetter hat bei der Verkündigung des Richterspruches ein gewisses Maß von Kritik gegenüber dem Verhalten der Schußmannschaft nicht als völlig unberechtigt bezeichnen fönnen. Zeugnisse wie die des Oberstlieutenants von Egidy und der Berichterstatter gut konservativer Blätter tönnen nicht eindruckslos bleiben, auch wenn der Gerichtshof fie nicht als entscheidend betrachtet. Leider steht das Urtheil eines ausschließlich aus gelehrten Berufsrichtern zusammen gesetzten Strafgerichts nur zu oft in schroffem Gegen fab zu dem natürlichen Rechtsbewußtsein des Volkes. Wenn von der Strastammer des Herrn Brausewetter Berufung an die öffentliche Meinung erginge, würde die gestrige Verurtheilung der Redakteure schwerlich Bestätigung finden.. Polizeiagent allerdings und Lockjpizel ist noch nicht daffelbe, obgleich die Erfahrung lehrt, daß mitunter die Grenze flüssig wird. Herr Brausewetter meint, Lockspiel gebe es nur in der Phantasie tonfufer Röpfe. Herr Brausewetter scheint von dem Prozeß Horsch so wenig zu wissen pie von dem Fall Wohlgemuth und den Verhandlungen über die Ihring Mahlow und Na porra, er scheint die Denkwürdigkeiten des früheren Polizeipräfetten Andrieug nicht gelesen zu haben, er scheint auch nichts zu wissen von dem berühmten Zeugen Henge, der Bomben fabrizirte und durchaus eine Revolution entfesseln wollte, während er wohl= bezahltes Werkzeug der Polizei war. Indessen Herr Brause wetter ist nicht verpflichtet, in der Geschichte der politischen Prozesse und in der neueren Politik überhaupt bewandert zu sein. Dagegen sollte man von einem Gerichtspräsidenten annehmen, daß ein anderer Gerichtshof darum nicht aufhöre, für ihn zu bestehen, weil er eine andere Meinung über LockSpigel hat als Herr Brausewetter. Man sollte auch meinen es sei schwer begreiflich, daß der Vorsitzende eines Gerichts, der die Verhandlungen ruhig und leidenschaftslos leitet, ohne die Selbstbeherrschung au verlieren, einen Ausspruch thun Tönne wie den, daß die Deffentlichkeit gar nicht eriftire. Doch wie viele andere Aussprüche hat nicht Herr Brausewetter in diesem Prozesse ge= than, die Verwunderung erregen müffen! Welchen Eindruck sollen von den deutschen Rechtszuständen Bürger eines freien Staates wie England erhalten, wenn sie die Berichte über diesen Prozeß lesen, wenn sie sehen, in welchem Tone der Vorsigende des Gerichtshofs von vornherein über den Sachverhalt redet, der erst durch die Beweis aufnahme festgestellt werden soll, wie er, statt tühle Burückhaltung zu bewahren und mit seiner persönlichen Auffassung aurudauhalten, häufig bereit ist, feine Sentiments" vorzufragen, sei es den Zeugenaussagen, sei es den Fragen der Bertheidigung gegenüber. Wer eine ungünstige Wirkung dieses Prozesses herbeiwünscht, tönnte sich jeder Besprechung der Berhandlung enthalten. Der Bericht wirkt durch sich selbst. Aber wer das Ansehen der Rechtspflege als eine Grundlage des Staatswohls ansieht, muß sein lebhaftes Bedauern über den Eindruck äußern, den die Geschäftsleitung des Herrn Brausewetter hervorgerufen hat, und den dringenden Wunsch aussprechen, daß sich solche Vorgänge nicht wiederholen. Der Justisminister weiß und bat ge fagt, daß es tüchtige Richter geben kann, bie darum noch nicht geeignete Vor sigende in Strafprozessen sind. Unruhe, Grregbarkeit, Nervosität eines Richters gereichen den Angeklagten und der Rechtspflege mitunter 8u schwerem Nachtheil. Wir glauben, Anlaß zu der Annahme ชิน haben, daß auch in Richtertreisen die Auffassung getheilt wird, bie Geschäftsleitung des Herrn Landgerichts Direktors Braisewetter er rege ernstes Bedenken und fromme weder dem Ansehen des Richterstandes noch dem Ansehen der Justiz. Das ,, Berliner Tageblatt" schreibt in einem die " Deffentlichkeit vor Gericht" betitelten Leitartikel u. a. das folgende: 11 Der Anarchist oder, wie er sich vor Gericht selbst nannte, Revolutionär" Brandt spielte, wie er felbft zugab, ein doppeltes Spiel. Während er der Polizei scheinbar Nachrichten zutrug, verwandte er in Wirklichkeit einen Theil der von der Polizei erhaltenen Gelder dazu, um die von der Antlagefchrift felbst als äußerst prov0= tatorisch bezeichnete Einladung zu der Arbeitslosenversammlung vom 18. Januar, mit zu ermög lichen. Selbstverständlich war dem p. Braudt dies von der Polizei nicht aufgetragen worden, wie dies von sozialdemokratischer Seite behauptet worden ift. Dennoch aber bleibt die Thatsache bestehen, daß ein in polizeilichen Diensten stehender Vigilant",( wie der Herr Vorsitzende, dem der Ausdruck " Spigel" trotz der anarchistischen"" Norddeutschen Allgemeinen Beitung" unbekannt ist, derartige Buttfamer'sche„ Nichtgentlemen" au bezeichnen beliebt), öffentlich auftreten und behaupten tonnte, er habe als Polizeiagent mit Polizeimitteln eine ungefeßlichkeit begangen, welche die Polizei dann erwiesenermaßen zu dem Einschreiten vom 18. Januar provozirt bat. In dieser Thatsache erblicken wir eine im Interesse aller Ordnungsparteien, im Juteresse der ganzen bürgerlichen Gefellschaft höchst bebauerliche Erscheinung von so weittragender Bedeutung, daß wir nicht umhin können, der Polizei aus der Verwendung derartiger Elemente, wie es der p. Brand ist, einen ernstlichen Vorwurf zu machen. Der von uns im Interesse der bürgerlichen Gesellschaft bekämpften Legendenbildung über das im Dienste der Polizei stehende Bigilantenthum wird durch diese Verwendung von der Polizei wider Willen selbst Vorschub geleistet. Aber auch noch in anderer Beziehung ist der Prozeß von Bedeutung. Ist doch in diesem Prozesse unseres Wissens gun ersten Male seit dem Bestehen unserer Gerichtsverfassung voin Richtertische aus durch den Mund des Vorsitzenden das schwerwiegende Wort gefallen:" Es giebt keine Deffentlichteit." Wir wissen, daß der Mund oft leichter geneigt ist, auszuschmücken, als die Feder", und wenn der Herr Vorsitzende feine Aeußerung etwa als Redakteur einer politischen Tageszeitung hätte zu Papier bringen sollen, würde ec als Jurist fich gewiß des 14. Titels des Gerichtsverfassungs- Gesetzes er innert haben, welcher die Ueberschrift trägt:„ Deffentlichkeit und Sigungspolizei". Der§ 170 daselbst lautet wörtlich: Die Verhandlung vor dem erkennenden Gerichte, einschließlich der Verkündigung der Urtheile und Beschlüsse desfelben, erfolgt öffentlich." Soll die Deffentlichkeit ausgeschlossen werden, so bedarf es dazu nach§§ 173 ff. 1. c. eines Gerichtsbeschlusses. Ein der artiger Gerichtsbeschluß ist, wie das Sigungsprotokoll erweisen muß, während des ganzen Prozesses nicht verkündet worden. Trotzdem hatte der Schreiber dieses Artikels, der selbst mit auf der Anklagebant gesessen hat, wiederholt den Eindruck, als ob zwischen der Anklagebehörde und dem Gerichtshof bezw. Mitgliedern desselben Verhandlungen stattfanden, welche in so Leisem Tone geführt wurden, daß der Angeklagte sie nicht zu vernehmen im stande war. Da der Angeklagte nun nicht annehmen kann, daß in einer so ernsten Angelegenheit Privatunterhaltungen zwischen Mitgliedern des Gerichts und der Staatsanwaltschaft gepflogen worden sind, so kann der Angeklagte das subjettive Empfinden nicht untera drücken, daß in dieser Beziehung die Deffent. lichkeit allerdings nicht voll gewahrt wor den sei. = Aus einem vier Spalten langen Artikel des ,, Berliner Börsen Courier" heben wir die folgende Stelle hervor: Die Lockspitel existiren nach der Ansicht des Herrn Landgerichtsdirektors Brausewetter überhaupt nicht, in den besseren Klaffen tennt man das Wort meist nicht und an ihr Vorhandensein glauben nur tonfuse Röpfe. Das ist eine Ansicht, wie eine andere auch, und Herr Landgerichtsdirektor Brause= wetter hat das Recht, sie zu hegen, denn nichts in der Welt verpflichtet fichten zu haben. Es ist aber nicht eben angenehm, wenn er als Gerichtsvorsitzender gerade eine solche Ansicht äußert und sofort darauf hingewiesen wird, daß au eben derselben Stelle ein anderer Berliner Gerichtshof nicht als fubjettive 11. Gs it aber nicht tot 11ung das Vorhandensein von Locfpigeln festgestellt hat. Freilich kann der Gerichtshof, der dies gethan, in thatsächlichem Irrthum gewesen sein; aber es ist doch hart, deswegen von ihm zu sagen, er habe aus tonfusen Köpfen bestanden. Dergleichen möchten wir uns feinem Gerichtshofe gegenüber erlauben, und Herr Landgerichts.Direktor Braufewetter würde, wenn wir es thäten, ganz sicher den Vorwurf bei der Hand haben, den er vorgestern erhob, daß nach der Unfitte in heutiger Beit Leute mit zu geringer Bildung schreiben und andere Leute zu verheyen trachten". Hierin stimmen wir übrigens Herrn Landgerichts- Direktor Brausewetter vollständig bei: es ist in der That bedauerlich, daß Leute mit zu ges ringer Bildung schreiben und andere Leute zu verlegen trachten; es ist überhaupt bedauerlich, daß es Leute mit zu geringer Bildung giebt, nicht blos im publizistischen, sondern ebenso in anderen Berufen, und daß fie andere Leute zu vers lehen trachten. sondern als Ergebniß einer unter einung, Aus den Betrachtungen, der ,, Germania" über den Prozeß heben wir die folgenden Stellen hervor: " Mehr oder minder allgemein hat damals die ganze Ber liner Presse berichtet, daß die Polizei ohne ausreichende Vera anlaffung zum Angriff auf die aus der aufgelösten Versammlung kommenden Massen vorgegangen sei und sich Ausfchreitungen gegen Wehrlose und Unschuldige habe zu Schulden tommen lassen. Warum nicht auch die Redakteure fonservativer Blätter angeklagt worden sind, ist nicht ersichtlich. Ob die Darstellung jener Berichterstattung eine objektiv richtige, oder durch subjektive Auffassung beeinflußt war, soll uns hier nicht weiter beschäftigen. Die Anflage behauptet eine tendenziöfe Aufbauschung, und auch die vernommenen Polizeibeamten erklären, daß sie nur auf Provokation vor gegangen feien. Was aber die Angegriffenen verbrochen hatten, daß man gegen sie mit blanker Waffe und mit Gummischläuchen einschritt, ist aus den Polizeiaussagen nicht recht ersichtlich. Die Polizei scheint hauptsächlich nach ihrem GefühI" gehandelt zu haben; man nahm an", daß die daherziehenden Massen etwas Böses im Schilde führten. Zur besseren Bändigung der Aufrührer" hatte man eine Menge Polizeileute in Zivilfleider schlechtester Garnitur". wie ein Polizeikommissar sich ausdrückte, gesteckt und mit Gummischläuchen versehen. Es ist nicht ohne Fronie, daß diese Beamten, während sie selbst einhieben, von den Schuhleuten in Uniform, die sie nicht kannten, manchen tüchtigen Hieb mit dem Säbel mitbekamen, " Kurz, der Verlauf der ganzen Verhandlung war ein im höchsten Grade peinlicher und scheint nicht gerade geeignet, das Anseben unferer Gerichtshofe zu steigern. Wenn es 3. B. in dem Urtheil gegen den Angeklagten Wißberger heißen soll:„ Er mußte sich sagen, daß es undentbar ist, daß bei uns die Polizei auf ruhig dahingehende Arbeitslose mit blanker Waffe dreinhaut", so würde das doch mit anderen Worten den Say proflamiren: Eine Dienstüberschrei tung eines preußischen Beamten ist unmöglich. Nun find aber auch preußische Beamte fehlerhafte Menschen, und es haben gerichtlich beglaubigte Thatsachen bewiesen, daß Amtsüberschreitungen von Beamten mehr als einmal vorgekommen sind! Aus einem Schneidig" überschriebenen Leitartikel des Bolt entnehmen wir die folgenden Stellen: Sehr befremdet hat uns der Urtheilsspruch, der gestern in dem Arbeitslosen Prozeß ergangen ist. Daß erfolgen eine Verurtheilung wegen formeller Beleidigungen mußte, darüber waren wir uns natürlich flar. Doch hielten wir nach dem überraschenden Verlauf der Verhand= lungen des ersten Tages strenge Strafen für aus. geschlossen. Man hatte den Eindruck, daß die Angeklagten theilweise in ihrer Ausdrucksweise wohl über das Ziel hinausgeschossen hatten, im Grunde mit ihrem Zadel aber doch recht hatten. Und nun diese hohen Strafen bis zu 5 Monaten Gefängniß! Man wird uns zutrauen dürfen, daß wir in dieser Frage völlig unparteiisch sind. Die Angeklagten waren die Vertreter jüdisch- demokratischer und sozialdemokratischer Blätter, ibre Bertheidiger wohl durch die Bank Juden. Das wir auch nur für eine diefer Personen irgendwelche Sympathie empfänden, wird man uns aufs Wort glauben. Trohdem müssen wir unumwunden zugeben, daß uns im vorliegenden Falle das Recht mehr auf seiten der Angeklagten als bei den Anklägern zu fein schien. Auffällig ist, daß die Aussagen der höheren Polizeibeamten vielfach in direttem Widers spruch zu den Bekundungen der übrigen Beugenstanden. Aber während lettere, darunter wissen= schaftlich gebildete Leute, wie Oberstlieutenant v. Egidy und einzelne Berichterstatter, ihre Aussagen mit voller Bestimmtheit machten, bewegten sich die Polizeibeamten mehr in unbestimmten Ausdrücken. tommen Immer wieder Wendungen vor wie: ich nahm an", ich hatte die Auffassung", ich gewann den Eindruck", ich glaubte", es schien mir" u. s. w. Der Gedanke liegt nabe, daß diese Auffassungen"," Annahmen" und Eindrücke" irrig sein tonnten, umfomehr, wenn die von vielen anderen Zeugen bekundeten That. fachen mit diesen Annahmen",„ Gindrücken" und " Auffassungen" unverträglich erscheinen. " Trogdem scheint der Gerichtshof allein auf die Aussagen der doch sehr bei der Sache intereffirten Beamten ein entscheidendes Gewicht gelegt zu haben. Warum ihm diese Aussagen glaubwürdiger erschienen, als die der " gänzlich unbetheiligten Berichterstatter der" Post"," Der Kreuz- Zeitung" und des Reichsboten" und des Herrn v. Egidy, entzieht sich unserer Beurtheilung. Jedenfalls find wir nicht die einzigen, die sich über dies Verfahren wundern. liften, die an Ort und Stelle anwesend waren und schon be-| Sonntagsruhe im Eisenbahn Güterverkehr rufsmäßig die Entwicklung der Dinge mit scharfem Auge weiter verhandelt worden. Auf grund der von den beobachtet haben werden. Die meisten von ihnen unterliegen einzelnen Regierungen angestellten Erhebungen und umsoweniger dem Argwohn, daß sie für Sozialdemokraten oder der auf einigen Bahnnetzen, namentlich den preußiAnarchisten besondere Sympathie hegten, als sie Blätter vertreten, die, wie„ Kreuzzeitung"," Post"," Reichsbote", sozial schen Staatsbahnen, bereits gemachten Erfahrungen demokratischer Neigungen nicht verdächtig sind. Heute kann wurde Einverständniß darüber erzielt, daß es angängig man nur sagen, daß die Aussagen der Journalisten für die fein werde, auf allen deutschen Eisenbahnen Polizei ungünstig lauten und dahin gehen, daß die Arbeiter den Güterverkehr an Sonn- und Festtagen, fich ganz ruhig verhalten hätten, während die abgesehen von den Zeiten des stärksten Polizei einen Uebereifer gezeigt habe, für den kein Verkehrs, wenn auch nicht ganz eina rechter Anlaß vorgelegen habe. Präsident Brausewetter zu stellen, so doch wesentlich einzuschränken. leitete die Verhandlung in anscheinend etwas erregter Weise, Es ist in Aussicht genommen, nach Beendigung der was ihn wiederholt in kleine Swifte mit der Vertheidigung nöthigen Vorbereitungen in diesem Sinne weiter vors zugehen. brachte, die nicht immer zu seinen Gunsten ausfielen." = Zweifellos geht aus den Verhandlungen hervor, daß die Polizei, wie der Zeuge Adami sich ausdrückte, sehr„ forsch" vorgegangen ist. Keiner der nicht dem Beamtenstande angehörigen 8eugen hat bekundet, daß die Arbeitslosen sich irgendwie eine ungesegliche Handlung haben z u schulden tommen lassen. Im Gegentheil rühmen alle das ruhige Verhalten der sich was bei einer fo großen Ansammlung natürlich ist nur langsam zerstreuenden Menschenmenge. Daß diese Menge noch besonders böse Dinge, wie das Plündern von Läden c. im Schilde führte, ist jeden- Herr Brausewetter und die Deffentfalls nicht erwiesen, ja nicht einmal glaubhaft ge lich feit" ist ein Leitartikel des ,, Berliner Fremden- Das österreichische Abgeordnetenhaus und das macht. Man wird daher nicht bestreiten können, daß das Eingreifen der Polizer verschieden beurtheilt werden konnte, und blattes überschrieben, aus dem wir die folgenden Stellen Blutbad in Polnisch Oftran und Falkenau. Das daß es Beitungen geben konnte, die das Einschreiten für über- zum Abdruck bringen: Wolff'sche Bureau läßt sich über die Situng des öfterflüssig hielten. Daß die Polizei in der Form gefehlt hat, Es war einmal" ein Richter, der jeden Angeklagten, reichischen Abgeordnetenhauses vom gestrigen Tage teledarüber dürften in der Deffentlichkeit, die für Herrn Brausewetter welcher seine Schuld beftritt, für überführt erachtete, denn, so ja allerdings nicht existirt, kaum Zweifel vorhanden sein. Die meinte der Scharfsinnige, würde er sonst leugnen? Diese Art und Weise, wie die von den Polizisten auf eigene Kosten Methode ist als nachahmenswerth schwerlich zu bezeichnen. angeschafften Gummischläuche angewendet worden sind, das Und doch, wie wenig unterscheiden sich von jenem guten Hineinreiten in die Menge, die Stöße, Tritte und Säbelhiebe, die Manne manche Richter, die wir in jüngster Zeit das Aint Thatsache, daß man Leute, die sich in die Häuser flüchteten, des Vorsitzenden, des Unparteiischen ausüben sahen und wieder herausholte und jedenfalls nicht gerade fanft behandelte, für die von vornherein der Angeklagte der Verbrecher, alles das macht teinen erhebenden Eindruck. Wie scharf es die Anklagebant das Schaffot war! Hier muß ein zugegangen ist, beweist die Thatsache, daß eine ganze Anzahl Wandel eintreten, wenn nicht der richterliche Stand, das Recht von Polizeibeamten in Zivil man sprach von acht aus felbst schweren Schaden erleiden soll. Als die Alten die Versehen von ihren uniformirten Kollegen verwundet worden. Themis mit verbundenen Augen darstellten, geschah dies nicht, find. Wieviel Arbeitslose mögen da erft etwas abbekommen damit die Göttin der Gerechtigkeit blind sei, blind gegen haben! Thatsachen und Beweise, blind aus Vorurtheil, sondern damit fie weder nach rechts noch nach links blicke, weder nach oben noch nach unten! Sehr viel Anlaß zu Kritit scheint uns das Berhalten des Vorsitzenden des Gerichtshofs zu geben. Herr Braufe wetter ist schon aus früheren Verhandlungen her dafür bekannt, daß er seine Privatansicht sehr zu Tage treten läßt. Auch diesmal machte sich das bemerkbar. Wenn Herrn Brausewetter der Begriff Deffentlichkeit" unbekannt ist, so ist wohl der Wunsch Vater des Gedankens. Necht wenig vorsichtig war es auch von dem Vorsigenden, ehe die Beweis aufnahme stattgefunden hatte, zu sagen, es sei nur Janbagel in der Versamm lung gewesen. Sehr glaubwürdige 3eugen be tundeten nachher das Gegentheil. Bon mancher Seite haben wir schon das Urtheil gehört, daß solche Verhandlungen, wie die in dem Arbeitslosenprozeß, Sozialdemokraten geradezu züchten. Soviel ist ficher: allzu schneidiges Vorgehen feitens der Polizei und des Gerichts tann sehr zwei schneidig wirten. " Aus der National- Zeitung" haben wir schon in unserer legten Nummer ein Zitat gebracht. Wir lassen hier aus derselben weitere folgen: Wenn der Präsident des Gerichtshofs dergestalt, wie es gestern beständig geschah, seine Meinung über wesentliche Fragen der Beweisaufnahme als eine von vornherein feststehende ausspricht, so macht dies den gewiß höchst unerwünschten Eindruck, als ob er schon vor dem Beginn der Verhandlung mit seinem Urtheil fertig wäre. Und wenn er, wie dies gestern vielfach geschah, sich von Angeklagten, Vertheidigern und Zeugen Zurückweisungen zuzieht, gegen welche er nichts zu sagen vermag, fo trägt auch dies gewiß nicht zur Erhöhung des Ansehens der Justiz bei. Die Staatsanwaltschaft und die polizeilichen Zengen waren sachlich im Recht, wenn sie behaupteten, daß eine Verwendung von agents provocateurs in jenem Sinne nicht vorfommt; sie ist in Deutschland niemals nachgewiesen worden. Daß es derartige Subjefte, nach dem vulgären Ausdruck Es gäbe noch manche andere Punkte zu erwähnen, die in vielen Prozessen der jüngsten Zeit und ganz besonders traß in dem vorliegenden sich unangenehm bemerkbar machten.s Ton hinzuweisen, den die Geschäftssprache zwischen Bertheidiger und Antläger, zu welch letteren man wohl jezt auch den Vorfizenden rechnen tann, angenommen hat. Auf die, für welche das Recht gemacht wird, muß es merkwürdig wirken, wenn die Verhandlungen in Rededuelle der unschönsten Art ausklingen zipischen denen, von welchen das Recht gemacht wird. Aber diese und noch manche andere Mißstände in unserem Gerichtsverfahren treten weit zurück vor der ernsten, heute von uns aufgeworfenen Frage: Wie, wer und was ist der Vorsitzende eines Gerichtshofes? Bei einer anderen Art der Austragung von Streitigkeiten, bei dem Zweikampf, ist dem Vorsitzenden" der Name" parteiischer" beigelegt worden, Bielleicht wäre es gut, diesen Namen allgemein einzuführen, er würde wohlthätig an das Amt, das mit dem Namen verknüpft ist, erinnern. Die Arbeitsvertheilung bei den Prozessen geschieht bei uns ohne Wahl und Prüfung rein nach der alphabetischen Reihenfolge. Weder die Fähigkeiten, noch bie Neigungen des Richters werden bei der Vera theilung des Arbeitsstoffes irgendwie be rücksichtigt. Würden bei der Arbeitsvertheilung die Kenntnisse, die Fähig teiten, die Neigungen der Richter berücksichtigt werden, wir zweifeln nicht daran, daß sich dann die meisten unserer Progeffe in glatterer, erfreulicherer Weise abspielen würden. Wir zweifeln nicht daran, daß alsdann zum Vorsitzenden bei Preßprozessen nicht Herr 2angerichts. Direttor Brausewetter ernannt werden würde. Bodſpigel", allerdings giebt, hat das Erscheinen des Zengen Dolitische Leberlicht. " Berlin, den 10. Mai. Brandt von Neuem bestätigt. Es sind das Vigilanten", wie die Polizei sie zur Auskundschaftung verbrecherischer Anschläge taum entbehren kann, falsche Brüder der Sozial: Der Prozeß über die Ereignisse vom 18. Januar Demokraten, Anarchisten 2c., die für Geld deren Ge- hatte zum Zwecke, nicht blos die Kritiker der Polizei zur heimnisse an die Behörden verrathen, unter Umständen aber, Strafe zu ziehen, sondern und dies erschien wohl allen wenn es an ausreichendem Material für diese Thätigkeit fehlt, selbst zu den Absichten aufstacheln, die sie als das wichtigste das durch die Berichterstattung der dann hinterbringen. Die Aussagen Brandt's, sowie der beiden Presse bei so manchem vielleicht gesunkene Ansehen der Polizeibeamten, welche mit ihm zu thun hatten, fonnten Polizei wieder zu heben, mit einem Worte, auf die öffentimmerhin den Eindruck hervorrufen, daß die liche Meinung zu gunsten der Sicherheitsbehörden Polizei am 18. Januar durch derartige zu wirken. Damit ist aber auch gesagt, daß das Urtheil in Bigilanten grundloser Weise zu der Meinung diesem Prozesse ein doppeltes sein mußte, es sollte zum veranlaßt war, es sei ein Maffenzug in die Stadt be- Ausdruck kommen in dem Spruche des Gerichtshofes absichtigt, und daß sie dadurch zu schärferem Vor und in der Wirkung auf die Deffentlichkeit. Herr geben bewogen worden, als durch die Thatsachen ge boten war. Wie dem auch sein mag: das Auftreten des Brausewetter hat gestern im Namen des Königs Zeugen Brandt hat abermals baran erinnert, wie vorsichtig gesprochen. Wie das Volk urtheilt, das zu sagen, über die berartige Werkzeuge der Polizei, da diese sie leider nicht ganz uns zugegangenen mündlichen und schriftlichen Urtheile zu lich entbehren kann, benutzt werden müssen..... berichten, verbietet die deutsche Preßfreiheit. Wie aber Leute, die wir, die uns berufsmäßig bekämpfen, wie die Presse darüber urtheilt, das ersehen unsere Leser aus den heute mitgetheilten Preßstimmen. " graphiren: Die Abgeordneten Haafe( im Streitgebiet gewählt) und Genossen interpellirten den Minister des Innern wegen der Ereignisse in Polnisch- Ostrau und wegen des Kon= fliftes zwischen der Gendarmerie und der Arbeiterschaft in Faltenau an der Eger; sie verlangten zugleich Mittheilungen über die Zahl der Verwundeten und Todten, sowie über die Maßnahmen der Regierung. Bernerstorfer und Genossen verlangten dringlich die Einsehung eines Untersuchungs- Ausschusses von 20 Mitgliedern, welcher an Ort und Stelle über beide Vorfälle Erhebungen anstellen und schleunigst dem Haufe Bericht erstatten folle. Bernerstorfer behauptete, die Falkenauer Behörden hätten ben 3usammenstoß durch wochenlange Verbote heraufbeschworen. otion Bersammlungen Die Todten und Ver wundeten seien im Rücken, also während sie Den Angehörigen der Todten fei der Zutritt zu den Zeichen vet= wehrt worden. Der Minister des Innern, Marquis Bacquehew, stellte fest, in Falkenau hätten 1000 Arbeiter in gefchtoffenem Zuge ein Wert zerstören wollen und gegen die zum Schutz deffelben aufgestellte Gendarmerie eine drohende Haltung angenommen. Dadurch habe sich die Lage der letteren tritisch gestaltet, so daß sie zu ihrem eigenen Schutz von den Waffen Gebrauch machen mußte. Bernerstorfer fei nicht im stande, sich in den Pflichtens freis der zur Aufrechterhaltung der Ordnung ver pflichteten Behörden, die nur im Falle der Nothwehr zu den äußersten Mitteln griffen, hineinzudenken.( Beifall.) Hinfichtlich des gestrigen Zusammenstoßes in Polnisch- Ostrau stellte der Minister fest, daß die Grubenarbeiter die Gendarmen durch Steinwürfe angegriffen hätten. Weitere Erhebungen über beide Vorfälle würden bereits angestellt; die strafgerichtliche Untersuchung sei eingeleitet. Gr, der Minister, müsse den heftigen Angriffen Pernerstorfers gegen diejenigen Organe, welche das Leben und Eigenthum Anderer vertheidigen, entgegentreten. Die Regierung fei verpflichtet, die gestörte Ruhe mit aller Mäßigung, aber mit größter Entschiedenheit wiederherzustellen, die Autorität der Gejebe zu wahren, Leben und Eigenthum zu schützen und auch jene zu schützen, die ihrem Erwerbe täglich nachzugehen wünschten.( Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Durch eine solche Haltung diene die Regierung auch den Interessen der Arbeiter und erwarte hierbei eine Unterstüßung seitens der Bevölkerung. Möge jeder im Gegensahe zu den Antragstellern zur Beruhigung der Gemüther in seinem Kreise beitragen.( Beifall.) Abg. Graf Raunis befürwortete Dringlichkeitsantrag Pernerstorfer's. Der Abg. Pernerstorfer polemifirt heftig gegen die Ausführungen des Ministers, der die parla mentarische Untersuchung nur aus Furcht ablehne. Redner wendete sich schließlich an das Ministerium mit der Bemerkung, daß die Zeit nahe set, wo es wegen feiner Pflichtvergessenheit werde Rechenschaft ablegen müssen. Abg. Ruß, der parlamentarische Führer der liberalen Partei, betonte, das Abgeordnetenhaus sei nicht der Platz zur Aufreizung der Boltsmassen. Die Einsetzung einer parlamentarischen Kommission sei ohne Gefehesverletzung unmöglich, da den Parlamentsmitgliedern feine Grefutive zustehe. Die Mittheilungen der Regierung seien vertrauenswürdiger als die Erzählungen eines Abgeordneten. Redner ersuchte um Ablehnung der Dringlichkeit. den Der Antisemit Queger meinte, wenn das Parlament nicht die Macht haben solle, in derartigen Fällen eine Kommission zu entfenden, so möge es lieber nach Hause gehen. Er beantragte namentliche Abstimmung. Raiser hielt eine Informirung inmitten der Arbeiter fchaft für wünschenswerth. Der Polenführer und frühere Minister v. Balesti erklärte im Namen des Polens tlubs, derfelbe lehne die Dringlichkeit ab in der Erwartung, daß die Regierung dem Hause die Ergebnisse der angekündigten Untersuchung mittheilen werde.( Beifall.) Darauf wurde ein Antrag auf Schluß der Debatte angenommen. Der Jungs czeche Raizl als Generalredner pro bedauerte Die geringe Sympathie des Hauses für die Arbeiterbestrebungen, insbesondere gegen über der Wahlreform. Der Antrag Pernerstorfer sei nach der Geschäftsordnung unzulässig. Die Annahme des= felben liege im Jnteresse des Hauses. Kaisl modifizirte den Antrag dahin, es sei nach§ 80 der Geschäftsordnung ein parlamentarischer Untersuchungs Ausschuß zu wählen. Ju namentlicher Abstimmung wurde hierauf die Dringlichkeit mit 162 gegen 83 Stimmen abgelehnt. Der Antrag selbst wird gemäß der Geschäftsordnung behandelt werden. Die Auffassung, daß gegen die Theil nehmer ber Versammlung bereits ein geschritten wurde, als sie sich noch in großer Nähe des Versammlungslokals befanden und daher sich nothwendiger Weise in tompakter Masse vorwärts bewegen mußten, Herr Miquel, der sich früher durch ein Zuviel ist kaum überzeugend widerlegt worden. Die der Schlauheit schadete, scheint es jetzt zur Abwechslung Ansicht, daß es in der Ordnung war, die in die Häuser ge- mit einem Zuwenig versuchen zu wollen. flüchteten Leute herauszuholen und zu mißhandeln, weil fie auch nicht schlau. Sein Streich: in Sachen des un Und das ist fonft hinter der Polizei neue Trupps gebildet haben würden, glücklichen Steuer- Automaten ein Votum des preußiist mindestens höchst anfechtbar. Das Vertheilen von Kriminalbeamten in Zivilfleidern schlechtester Garnitur" schen Landtags gegen den Deutschen Reichs= unter die Masse, um im gegebenen Augenblick Gummischläuche tag auszuspielen, ist doch gar zu naiv. Statt dem Reichshervorzuziehen und dreinzuschlagen, ist von einem der polizeilichen tag schadet Herr Miquel damit blos dem preußischen LandBeugen als erfahrungsmäßig unentbehrliches Mittel zur tag, dessen Geburtsschein man sich ansieht, und dem man Unterdrückung von Unruhen bezeichnet worden. Als Laie in nun weiter auf den Bahn fühlen und zu Leib gehen wird. der Strategie und Taktik derartiger Kämpfe wird man fich Wir speziell find Herrn Miquel sehr dankbar, daß er durch eines Urtheils über diesen Punkt gern enthalten; bemerkens fein jüngstes Manöver die Aufmerksamkeit auf das elendeste werth ist immerhin, daß der sonst ganz auf der aller Wahlgefeße" gelenkt und jeden Menschen in Preußen, Seite der Polizei stehende Gerichtshof hier Die ungarische Zivilehegesetz- Vorlage ist von den ein leises Bedenken zu begen scheint; und der nicht von Herrn Miquel weißgeblutet" werden will, geborenen Gesetzgebern, den Magnaten des Oberhauses, mit offenbar ist, daß diese Infognito- ilfs mit der Nase auf die Nothwendigkeit gestoßen hat, diesem einer Majorität von 21 Stimmen abgelehnt worden. Man truppe der Polizei Zivilkleidern Wahlgeset und diesem Landtag im öffentlichen Interesse erwartet deshalb den Rücktritt des Ministeriums. So sehr fchlechtester Garnitur" ganz besondere Er möglichst bald ein Ende zu machen. Der Ruf: Nieder die Vorlage unsere Sympathie verdient, so wenig wäre um bitterung erregt hat. Der Gesammteindruck der ge mit den neuen Steuern! wird sich jetzt in dem Ruf das Ministerium Weckerle, das soeben in Hod- Mező- Basar richtlichen Verhandlung enthält doch ausreichenden Anlaß, um vereinigen: Nieder mit dem elendesten aller hely und bei der Maifeier in brutalster Weise gegen die wenigstens den Wunsch auszusprechen, daß der Verwechse- ahlgesete! Und: Nieder mit dem preußis Arbeiter vorgegangen ist, zu trauern. Es wäre übrigens lung von Energie mit Brutalität durch alle, auch ichen Landtag! In der That, wir sind Herrn Miquel auch grundfalsch, wollte man so naiv sein, anzudie untergeordneten Organe des polizeilichen Dienstes na ch aller Möglichtfeit vorgebeugt werden möge. recht dankbar. nehmen, daß die ungarische Regierung aus einer # Hieran hat das gesammte Publikum ein Interesse, Reichstagsnachwahl. Wie die Schlochauer Zeitung" wirklich liberalen Gesinnung heraus sich entschlossen habe, denn üble Gewohnheiten, welche etwa bei der Abwehr tumul meldet, erhielten bei der am Dienstag stattgehabten Reichs- den Ehe- Gesetzentwurf einzubringen. So liegt die Sache tuirender Arbeitslosen" angenommen würden, könnten sich tags- Erfahwahl im Wahlkreise Schlochau- Flatom nach den nicht, dieser an sich gute Gesezentwurf sollte das letzte auch anderen Bevolterungstreifen unan bisherigen Ermittelungen Rittergutsbesitzer Hilgendorf( ton- Mittel zur Magyarisirung der nicht magyarischen Eingenehm fühlbar machen. servativ) 5699, Redakteur von Mosch- Steglik( Antisemit) wohner bilden, die bekanntlich die Majorität der BeSelbst die Kölnische Zeitung" kann sich des Tadels 3218, Rittergutsbesitzer von Proudzinski- Loßburg( Pole) 3477 völkerung Ungarns ausmachen. Die Schule, die Vernicht enthalten, sie schreibt: und Dekan Neumann( Bentrum) 1856 Stimmen. Aus drei waltung und die Justiz ist ganz in den Händen der Der die Polizei am Friedrichshain kommandirende Polizei- Bezirken fehlen die Resultate noch, die jedoch an dem Er- Magyaren, blos die kirchlichen Behörden sind im wesent hauptmann und der mit Kriminalpolizisten anwesende Kri- gebniß minalfommiffar widersprachen den ihnen gemachten Vorwürfen gebniß nichts ändern dürften, so daß eine Stichwahl zwischen Lichen wenigstens noch unter den Einflusse der aufs entschiedenste, aber troy alles Bertrauens, bas Hilgendorff und Prondzinski erforderlich ist. Nationalitäten. Durch den Ehe- Gefeßentwurf wollte man man in ihre subjektive Wahrhaftigkeit setzen muß, wird man die Bevölkerung von dem Einflusse der Kirche befreien und Sonntagsruhe im Eisenbahn Güterverkehr. Am so den Nationalitäten auch die letzte Möglichkeit, sich zu bes die Aussagen, die sie in eigener Sache machen, 8. d. M. ist, wie der Reichs- Anzeiger" meldet, im Reichs- thätigen, einengen. Wir konstatiren dies, um die nicht mit der Darstellung unbetheiligter Augenzeugen vergleichen müssen. Die Aussagen berjenigen Eisenbahnamt unter Theilnahme von Vertretern der Regie- liberalen Motive des ungarischen liberalen Ministeriums Beugen, die an der Versammlung der Arbeitslosen theilnahmen, rungen von Preußen, Bayern, Sachsen, würt- bei einer unzweifelhaft liberalen Vorlage klar zu stellen. haben natürlich nur einen sehr bedingten Werth. Einwand- tem berg, Baden, Hessen, V Mecklenburg-| freirr erscheinen von vornherein die Aussagen der Journa- Schwerin und Oldenburg über die Frage der Fortsetzung der politischen Uebersicht in der 1. Beilage.) Für den Inhalt der Injerate über Adolph Ernst- Theater. Buchdrucker Moabit's. Achtung! 4.Wahlkreis. Achtung! Heute: uimmt die Redaktion dem Bublikum Charley's Tante. gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Freitag, den 11. Mai, Opernhaus. Margarethe. Schauspielhaus. Das Wintermärchen. Dentfches Theater. Der Talisman. Berliner Theater. Das Glas Wasser. Leffing- Theater. Immer zerstreut. Nenes Theater. Jugend. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Vogelhändler. Residenz- Theater. Dekorirt. Central- Theater. Rosenmüller und Finke. Adolph Ernst- Theater. Charley's Zante. Vorher: Die Bajazzi. Alexanderplay Theater. Anna Marie, mein Engel, ich verehr Dich. National- Theater. Der Traum ein Leben. • Theater Unter den Linden. Eine Nacht in Venedig. Hierauf: Farfarello. = Wintergarten. Spezialitäten Vorstellung. Reichshallen- Theater.SpezialitätenVorstellung. Apollo Theater. Vorstellung. Spezialitäten Hanfmann's Variété. Spezialitäten. Vorstellung. Parodie Theater. SpezialitätenBorstellung. Neue freie Volksbühne. im Wallner- Theater 22 Uhr. Sonntag, 20. Mai I. und III. Abth. Sonntag, 27. Mai II. Abth. Die Dummen. Von Guinon- Denier. Die erste und dritte Abtheilung werden für Mai und Juni zusammengelegt. 80/1 Central- Theater. Alte Jafobstraße 30. Heute Freitag, den 11. Mai 1894: Zum 2. und letzten Male: Rosenmüller und Finke. Sonnabend, den 12. Mai: Zum 1. Male: Robert u. Bertram. Sonntag, am 2. Feiertag, zum 2. Male: Robert und Bertram. Montag, am 1. Feiertag, zum letzten Male: 4 Die zwangslosen Zusammenkünfte finden jeden Sonnabend, den 15. refp. Böhmisches Brauhaus, Landsberger Allee 11-13. Montag, den 14. Mai( 2. Pfingstfeiertag): Schwant in 3 Att. v. Brandon Thomas. nach dem 15. des Monats, Abends Vorher: 9 Uhr, bei Lange, Stromstr. 28, statt. Die Bajazzi. Parodistische Posse Großes Früh- Konzert Bomobili de Bone mit Gelang in 1 ft Beerdigungsverein Berliner G1 von Ed. Jacobson u. Benno Jacobson. Musik von Franz Roth. In Szene gesetzt von Adolph Ernst. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Borstellung. Castan's Panoptikum. Neu: Das Mene Tekel. Sonderb. u. geheimnissv. spiritistische Produktion. 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Dresdenerstr. 52/53( City- Passage.) zu Wegen Vorbereitung den Pfingstfeiertagen bleibt das Theater bis 13. Mai geschlossen. Bom Sonntag, d. 13. Mai ab: Neue Theaterstücke! Neue Spezialitäten! Gastspiel d. berühmten Professor F. Brandt, Original- Magier. R. Winkler. Am 1., 2. u. 3. Pfingstfeiertag: Große Spezialitäten- Vorstellung u. Concert. Artistischer Leiter: Fritz Sydow. Auftreten nur Künstler ersten Herren, welche am Zans theilnehmen, zahlen 50 Bf. nach. Entree frol. Reservirter Platz 10 Pi. unter Mitwirkung des Gesangvereins ,, Wadh auf"( Mitglied des A.-S.-B.), des Boltshumoristen Richard Heise und des Gesangs- Romiters Paul Warney. Die Musik wird von Mitgliedern der Freien Vereinigung der ZivilBerufsmusiker ausgeführt. Ranges dog H. Otto. Anfang 6 Uhr. 200/5 Billet 30#f. Anschließend an die Berlin- Stettiner Verband der in Buchbindereien, der Papier- und Ledergalanteriewaaren- Industrie besch. Arbeiter u. Arbeiterinnen. 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Frühlings- Morgenball, Kaffeekochen, Volksbelustigungen 2c. 2c. Am 3. Feiertag: Morgens 9 Uhr: Gr. Doppel- Konzert, Doppel- Vorstellung auf 2 Bühnen, Ball 2c. Nachmittags: Gr. Fest- Elite- Vorstellung im neuen Sommer- Theater. Auf der gr. Spezialitäten- Bühne: Die berühmte Pinzgauer NationalSänger- Familie Seppl Brettschneider.!! Ganz neu!!!! Großartig!! Doppel- Konzert, Gr. Fest- Ball, Kaffeekochen 2c. Entree 15 Pf., dafür 1 Glas Bier, Entree 50 Pf. duplo eröffneten American Sommer- Theater: en: ,, Liefde in Italien" Alles Nähere siehe Ausstellungs- Zeitung. Am 1., 2. u. 3. Pfingsfeiertag: ( 2. Feiertag: Früh- Konzert.) 4 Whr. Nordbahn. Schloss Weissensee. 4 hr. bimit d. Personal des American Winter- Theaters. Außerdem großartiges Programm, neueste hochintereffante Spezialitäten, Große Früh- u. Abend- Vorstellung in glänzendſtem Gepräge!! Gutree Morgens 137L* 10 u. 20 Pf. Nachm. 30 Pf., 1. Platz 50 Pf., Loge 75 Pf. Großes Militär- Konzert. Brothers Niagara. Gr. Feuerwerk. Bal champêtre. Alles Nähere Säulen u. Inserate Varadies- Garten Nordbahn. Elysium, Landsberger Allee 4041. Montag, den 14. Mai, 2. Pfingsfeiertag: 7236 Grosses Früh- Concert mit Tanz arrangirt vom Gesangverein Gemüthlichkeit", ( Mitgl. d. A.-S.-B.) unter Leitung seines Dirigenten, Herrn Watzl. Die Musik wird von der Kapelle der Civil- Berufsmufiter ausgeführ unter Leitung des Dirigenten, Herrn Gartmann. Die Kaffeeküche ist von Das Komitee. am Untermühlen- See in Birkenwerder. 5 Uhr an geöffnet. Programm 20 Pf. Herrlich schön und schattig am Wald und Wasser gelegen. Großer Saal und Garten für 3000 Personen. Gr. Ausspannung. Kaffeeküche. Turngeräthe. Bootfahren u. Angelgelegenheit. Bestgeeignet für Ausflüge aller Art. 459 Adolf Burgemeister, Paradieswirth. Schweizer Garten. Pfingsten Sonntag, 13. Mai: Beginn der Hauptsaison. Theater und Spezialitäten. Neu engagirte Ensembles. Am 1. und 2: 1 Früh- Konzert, Früh- Vorstellung u. Ball. Feiertag früh: chri Treptow. Kümpel's Parkschlösschen, Köpnider Landstraße. Sonntag, den 13. Mai( 1. Pfingstfeiertag): Großes Früh- Konzert arrangirt von den Gesangvereinen 729b ,, Collegia I" ,,, Liederlust" und„ Unverzagt I" ( Mitglieder des A.-S.-B.) Dirigent Herr R. Lange unter Mitwirkung von Mitgliedern der Freien Vereinigung der ZivilBerufsmusiker unter Leitung des Herrn G. Gartmann. Anfang präzise 5 Uhr. Entree 20 Pf. Billets find bei den Mitgliedern und an der Kaffe zu haben. Stolpe an der Nordbahn. Empfehle mein Restaurant mit 7006 Garten u. Kegelbahn. Die Kaffeeküche steht den geehrten Damen zur Verfügung. Größere Gesellschaften und Vereine bitte sich vorher anmelden zu wollen. Bergemann, Gastwirth( im Dorf). Hierzu zwei Beilagen. Verantwortlicher Redakteur: Hugo Pößsch in Berlin. Druck und Verlag von Maz Badina in Berlin SW.. Beutbitraže 2. 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 107. Politische Meberlicht. Die sozialistische Agitation auf dem Lande erschreckt auch die französische Bourgeoisie. Aus Paris wird hierüber telegraphirt: Alarmirende Artikel der konservativen Presse besagen, daß die Sozialisten beabsichtigen, unter der Landbevölkerung energisch Propaganda zu machen. Die Blätter verlangen seitens der Regierung Gegenmaßregeln, um die Anstrengungen der Sozialisten abzuschwächen. Das wird der französischen Regierung ebenso wenig gelingen, wie der deutschen. Die Vertagung der Wahlreform in Holland. Das neue holländische streng konservative Ministerium will die Behandlung der Wahlreformfrage bis zum Ende des nächsten Jahres vertagen. Dies wird ihm aber faum gelingen. England. Die Lage der Regierung ist sehr pretär. Die Majorität wird immer zweifelhafter; eine Ersahwahl in London selbst zeigte vor einigen Tagen, daß der Anhang des Liberalismus im Schwinden ist; und Lord Rosebery und Sir William Harcourt hielten gestern im Liberalen Klub tapfere Reden, wie man sie nur hält, wenn das Macht bewußtsein weg ist. Die Auflösung des Unterhauses wird sich keinenfalls mehr lange hinausschieben lassen. Die Aufhebung der Verfassung wird von der serbischen Regierung geplant. Die Vertreibung der Dynastie dürfte die Folge einer solchen Maßregel sein. Nihilistisches. Ein Pariser Blatt, der Eclair" den Werth seiner Informationen können wir nicht abschätzen läßt sich aus St. Petersburg telegraphiren, daselbst sei ein neues Komplott entdeckt und eine Geheimdruckerei mit Beschlag belegt worden. Achtzig Nihilisten sollen in polizeilichen Gewahrsam gebracht worden sein, welcher in Fühlung mit Pariser und Londoner Anarchisten gestanden haben. Durch die rechtzeitige Entdeckung des Komplotts soll eine große Katastrophe verhindert worden fein. In Indien gährt es schon lange unter den Eingeborenen. Nach heute eingelaufenen Nachrichten hat eine Abtheilung eines Regiments von Eingeborenen in Agra rebellirt. Das ist ein bedenkliches Symptom und die Engländer erinnern sich voll Besorgniß des furchtbaren Sipoy Aufstandes von 1857, welcher der englischen Wacht in Judien um ein Haar ein Ende gewacht hätte. Und die Russen stehen auf der Lauer. = Freitag, den 11. ni 1894. 11. Jahrg. nauer durcharbeiten, um bald zu einem pofitiven Ergebniß zu benachbarten Schloßbau, welche in Kreisen der Bautommen. Der Gegenstand ist damit erledigt. part soll für 5200 Mart eine öffentliche Bedürfnißanstalt erBei der Erfrischungshalle im Treptower richtet werden. handwerker und nächstdem auch bei allen denkenden Arbeitern den größten Unwillen hervorrufen und hervorrufen müssen. höchstens 10 Stunden beträgt, wird auf dem Schloßbau nach während im Baugewerbe im allgemeinen die tägliche Arbeitszeit uns gewordenen zuverlässigen Mittheilungen von Morgens 6 Uhr Das Projekt wird genehmigt und die Summe bewilligt. bis Abends um 8 Uhr, d. i. nach Abzug von 2 Stunden Pause Die Stizze zum Neubau der XI. Realschule( höhere Bürger- 12 Stunden gearbeitet. Ist somit die regelmäßige Arbeitszeit schule) an der Boechstraße 9/10 soll auf Antrag Schwalbe schon eine weit ausgedehntere als die sonst im Baugewerbe an einen Ausschuß verwiesen werden. übliche, so haben die Arbeiter, ou sein, durch diese die das Glück haben, Stadtschulrath Bertram weist das dringende Bedürfniß auf dem nach einer solchen Anstalt in jener Stadtgegend ausführlich respektable Arbeitsleistung das Verlangen der Bauunternehmer Schloßbau beschäftigt zu nach und bittet dringend, die Entscheidung über die Frage nicht noch keineswegs befriedigt; sie sind vielmehr gehalten, noch tägzu verzögern. Die Prinzipienfragen, ob auch die Errichtung lich 2-3 Ueberstunden zu machen und meistens schlägt immer Versuch mit einer Normalschule nach Frankfurter Muster artig langen und harten Tagwerke fann man thatsächlich von einer Vollanstalt angezeigt oder ob gerade hier ein erst um 11 Uhr Nachts ihre Erlösungsstunde. Nach einem der zu machen sei, ständen mit der vorgelegten Baustizze in gar einer Erlösung sprechen. Wenn schon betreffenden Orts eine feinem Zusammenhange. Der Antrag Schwalbe wird angenommen. betr. die Ausdehnung des Gasrohrnetzes der Berliner städtischen Der Vertrag mit dem Gemeindevorstand von Treptow, Gasanstalt auf den Gemeindebezirk Treptow und die Einführung der Gasbeleuchtung daselbst wird ohne Debatte genehmigt. möglichste Beschleunigung der Arbeiten gewünscht werden mag, so erscheint eine derartige Ueberanstrengung der Arbeiter denn vergeblich nach Beschäftigung suchen, ist ja leider kein Mangel doch wohl dadurch nicht bedingt zu werden. An Arbeitern, die und es fönnte durch einen entsprechenden Schichtwechsel dem jezigen Uebelstande leicht abgeholfen werden. Allerdings würde dadurch das Unternehmerinteresse in Mitleidenschaft gezogen, Ueber die Stizze zum Neubau der Gemeinde- Doppel- indem sich dadurch die Arbeit möglicher Weise etwas vertheuern schule in der Siemensstraße erstattet Stadtv. Schwalbe würde, und das darf natürlich nicht geschehen. So billig wie Bericht. Der Ausschuß hat die vervollständigte Stizze genehmigt, möglich, so wenig Unkosten wie möglich, das ist heute die zugleich aber eine Resolution folgenden Inhalts beschlossen: Dem Losung! Dementsprechend sind auch die Arbeitslöhne bemessen. Magistrat zur Erwägung zu geben, ob nicht eine Ausdehnung So erhalten z. B. die Maurer einen Stundenlohn von 52 Pfg. des Unterrichts in der Naturlehre in den Gemeindeschulen er- Auch dieser Lohnfah bleibt hinter dem zur Zeit" normalen" forderlich sei. Stundenlohn von 55 Pfg. zurück. Für jede Ueberstunde wird Die Resolution wird angenommen, die Stizze aerebeniat. ihnen eine Lohnzulage von 5 Bfg. gewährt! Die auf dem Schluß 61/4 Uhr. Schloßbau beschäftigten Arbeiter leiden unsäglich unter diesen Verhältnissen, gegenüber dem riesigen Angebot von Arbeitskräften find sie aber machtlos, die Verhältnisse zu ändern. Leider ist es ja schon so weit gefommen, daß die Arbeiter zu allen möglichen und unmöglichen Bedingungen arbeiten, nur um ihren Hunger zu stillen. Bezeichnend ist es aber, wenn gerade derartige Bauten, wie der in Rede stehende, in bezug auf die Arbeitsbedingungen mit einem solchen Beispiele vorangehen. Tokales. Die Lokalliste haben wir, um einem vielseitig geäußerten Wunsch nachzukommen, als besondere Beilage drucken lassen und der heutigen Nummer beigefügt. Die Parteigenossen, die ihrer haben es leicht, sich an der Hand dieser Lifte bei Ausflügen zu Pflicht in Sachen des Lokalboykotts nachzukommen gewohnt sind, orientiren. Versäume daher Niemand, die beigefügte Lokalliste, die, wie wir bemerken wollen, fortan nur alle Vierteljahre veröffentlicht wird, gut aufzuheben. Gustav Lichtenstein, wurde am Mittwoch Mittag auf dem Ein braver Parteigenosse aus dem 2. Wahlkreis, jüdischen Friedhof zu Weißenfee zur letzten Ruhe bestattet. Die Betheiligung an diesem Zeichenbegängniß war wohl deshalb nicht besonders zahlreich, weil nur verhältnißmäßig wenige Genossen Der Ring der Brauereien Berlins scheint seine in der den Verstorbenen näher gekannt haben. Der Todte gehörte zu Zuſchrift an die Gewerkschaftskommission ausgesprochene denen, die in der Deffentlichkeit zwar kaum hervortreten aber Drohung, daß er die organisirten Arbeiter zum 15. Mai aus- doch in ihrem Sinne das Möglichste für die Partei leisten. Bebrauerei in Rigdorf nicht aufgehoben sei, schon vor dem ein durchaus rituelles Begräbniß zu theil wurde. Ein peinlich er sperren wolle, wenn bis dahin der Boykott über die Vereins- merft sei, daß ihm, dem atheistisch gesinnten Sozialdemokraten, angekündigten Zeitpunkt wahr machen zu wollen. Zwischenfall ereignete fich leider dadurch, daß Herr Rosenberg, Wie uns mitgetheilt wird, ist nämlich schon in diesen Tagen der Vorsteher der jüdischen Gemeinde, lebhaft Protest erhob, als ein Theil braver Gewerkschaftsmitglieder entlassen worden. ein Parteigenosse einen Kranz mit rother Schleife auf den Adee wurde 8 Arbeitern plöglich Feierabend gegeben. Auf wollte. Troydent zum Theil sogar von seiten der Angehörigen Auf der Brauerei des Herrn Rösicke in der Schönhauser Friedhof tragen und am Grabe des Verstorbenen niederlegen Brauerei Schöneberg sind 4 Arbeiter Brauerei entlassen, auf des Verstorbenen um Zulassung der Spende gebeten wurde, blieb Patzenhofer ebenfalls 4 Arbeiter, auf dem Herr Rosenberg bei seiner Weigerung und führte zur Begründung Bürgerlichen Brauhaus 2 Arbeiter, auf der Moabiter Brauerei desselben an, daß man von wegen der Antisemiten nach oben ( Arendt) 1 Arbeiter. Zusammen liegen also 19 organisirte Ar- hin in feiner Weise Anstoß erregen wolle. Die Parteigenossen beiter auf der Straße. des 2. Wahlkreises werden das Andenken des Verstorbenen in Bemerkenswerth ist, daß einer der Herren Brauerei- Direktoren Ehren halten. zu der Kommission, die der Maßregelungen wegen bei ihm vor: Auch das find Ehrenmänner. Jnteressante Beobachtungen Ange- stellig wurde, äußerte:„ Meine Herren, uns ist es egal, über die Berliner Grundstücks- Spekulation fann man gegenwärtig was Sie infolge der Maßregelungen beginnen, im äußersten Nordwesten der Stadt in der Gegend der neu wir sind auf einen Kampf mit der Arbeiterschaft eröffneten Stationen Beuffelstraße" und Jungfernhaide" des vorbereitet; wir lassen es darauf ankommen." Nordringes machen. Bereits vor einem Jahre und früher regte Die Samoa- Frage wird brennend. Die Amerikaner wollen den Vertrag fündigen, der nach allen Richtungen hin ein verfehltes Ding sei. Dieses allerdings durch und durch verfehlte Ding" von Vertrag ist beiläufig die einzige diplomatische Ruhmesthat des Zukunfts Reichstanzlers Herbert Bismard. Internationaler Bergarbeiter- Kongreß. meldet find noch 2 Delegirte aus Schlesien, 2 aus der Pro vinz Sachsen, 26 aus Westfalen, 1 aus dem Saarrevier. Wir wissen nicht, ob unter den Delegirten aus Westfalen auch die 10 sächsischen mitgerechnet sind. Jedenfalls wird die Zahl der Theilnehmer beträchtlich größer sein als Anfangs angenommen ward. Kommunales. des Kommunalsteuer- Gesetzes. werth hervorheben: " Aus dieser Aeußerung und aus der vorzeitigen Maßregelung sich hier die Baulust, sobald die Anlegung der neuen Haltestellen der organisirten Arbeiter in den Brauereien geht freilich unbekannt wurde; die Baustellen stiegen im Preise und in wenigen zweifelhaft hervor, daß der Bierring den Kampf provoziren Monaten stiegen die Miethskasernen zahlreich empor. Nun aber will. Und wie der Bierring diesem Streben Ausdruck giebt, handelte es fich für die Besizer dieser Häuser darum, sich diesen geht daraus hervor, daß die Brauereien einfach ihre Arbeiter Besitz bis zum 1. April d. J. zu sichern, denn es verlautete, daß zum Pichen, d. h. zur Verrichtung der Böttcherarbeiten anhalten. bereits zu diesem Termine die neuen Haltestellen in Be Nach den bestehenden Arbeitsordnungen und den gesetzlichen trieb gesetzt werden würden und man hoffte, auch zu Bestimmungen ist freilich diese plögliche Veränderung des Arbeits dieser Zeit bereits wenigstens einige von den zahlreichen Stadtverordneten- Versammlung. vertrages nicht zulässig. Aber was frägt das Repital nach solchen Wohnungen vermiethen zu können. Allein vergebens! Erst am Außerordentliche Sigung vom Mittwoch, den Kleinigkeiten, wenn es sich um seinen Willen handelt? 1. Mai trat der Sommerfahrplan in Kraft und hiermit zugleich 10. Mai, Nachmittags 5 Uhr. Schreiberlöhne. Wie oft auch schon über Schreiberlöhne Häusern stehen viele unter Subhastation und noch mehr sind im der Betrieb der neuen Stationen. Von den dortigen neuen Eingegangen find zahlreiche Resolutionen von Vereinen und Bersammlungen betr. die Wahl des Terrains für die Berliner geklagt wurde, immer wieder kommen doch noch neue Thatsachen Wege freiwilliger Vereinbarung von den Besitzern an die Ausstellung von 1896, desgl. eine Resolution betr. die Ausführung ans Licht der Oeffentlichkeit, die alles Vorhergegangene weit Hypothekengläubiger aufgelassen worden; bei anderen hat man Aber nicht nur die traurigen Lohn- auch diese Eventualitäten des Besizwechsels der hohen Kosten Die Vorlage betreffend den Neubau eines Erziehung 3- verhältnisse selbst find es, welche überall Erstaunen erregen, wegen unterlassen, was allerdings für die betheiligten Gläubiger hauses für verwahrlofte Knaben auf dem Terrain sondern auch noch die Bedingungen, welche man beim der Irrenanstalt bei Lichtenberg ist vom Ausschuß nach längerer Engagement eingehen muß, wenn man es eben nicht vorzieht, Verwaltung und Miethseinziehung dem nominellen Gigenthümer, auch nachtheilig werden kann. In einem dieser Häuser, dessen Berathung einstimmig angenommen worden. Danach wird die Berlin überall bekannten Firma Isr. Schmidt Söhne, aus übertragen war, gelang es, mehrere Wohnungen zum 1. Mai zu ganz zu verhungern. Vor uns liegt ein„ Dienstvertrag" der in einem nicht unbekannten Bauunternehmer, von den Gläus igern Baustizze und der Kostenüberschlag von 582000 M. zur Genehmigung empfohlen. Das Haus ist für 200 Betten projektirt. welchem wir folgende Paragraphen als ganz besonders bemerkens- vermiethen. Die Miethe wurde von dem Bauunternehmer einDie Bersammlung beschließt ohne Debatte nach dem Ausschußvorschlage. § 1. Herr N. N.( den Namen lassen wir aus gig de gezogen, aber vergebens warteten die Gläubiger auf Bahlung. Wittwe und Söhne des am 20. März verstorbenen Rom- ftimmten Gründen ausfallen) tritt in das Geschäft der Firma fundige Mann mit ruhigem Lächeln. Da sagte ihm einer der Wittwe und Söhne des am 20. März verstorbenen Rom 33r. Drohungen mit der Strasbehörde beantwortete der geschäftsmerzienraths Jakob J3ra el haben der Stadt 100 000 m. zur Jr. Schmidt Söhne ein und verpflichtet sich zur strengsten Wah- Gläubiger:" Mensch, wenn Sie diesen Schwindel machen, können Begründung einer Jakob Jsrael- Stiftung überwiesen. rung des Geschäftsgeheimnisses. Aus den Zinsen dieses Kapitals sollen in ihren Verhältnissen mart 20, in Worten: Mart 3wanzig, welcher war die richtige Saite in dem Gemüth des Mannes an= § 2. Herr N. N. hat einen monatlichen Gehalt von Sie doch nie wieder einen Bau in Berlin unternehmen". Damit unverschuldet zurückgekommene Einwohner Berlins, ohne Rückgeschlagen; er zahlte die empfangenen Miethen seinen ficht auf die Konfession, alljährlich am 20. März in Beträgen monatlich postnumerando ausbezahlt wird. nicht unter 100 und bis höchstens 300 M. unterstützt werden.§ 3. Herr N. N. darf innerhalb fünf Jahren Gläubigern aus. Die Berfammlung nimmt von der Mittheilung des Magistrats laffung in ein Konkurrenz oder ähnliches Geschäft nicht eintreten, Donnerstag in Kraft getretene Sommerfahrplan der Großen nach seinem Austritt aus dem Geschäft bezw. nach seiner Ent- Von der Großen Berliner Pferde- Eisenbahn. Der am Kenntniß. Bei der Vorlage betr. die Kostenanschläge für die Bau- sich innerhalb obiger Frist weder direkt noch indirekt, auch Berliner Pferde- Eisenbahn bringt u. a. folgende Aenderungen: einem ähnlichen Geschäfte be- Auf der Linie Treptow- Spittelmarkt" tommt des Vormittags Ausführungen auf den Gasanstalten und am städtischen theiligen bei Meidung einer Konventionalstrafe von ein hathündiger und des Nachmittags ein 20 Minuten- Verkehr Gasrohrsystem regt Stadtv. Hentig den Bau einer eigenen 3000 art, in Worten breitausend Mart, und zur Einführung. Die Linie Gasanstalt für Moabit an. Reinickendorf- Weidendammers Gladtv. E che i bing entgegnet, daß die Schmargendorfer Ersatz allen weiteren aus dieser Vertragsverlegung entstehenden Brücke" wird auch des Vormittags in 15 Minuten Zwischen Scheiding Anstalt, wenn sie erst auf die volle Höhe ihrer Leistungsfähigkeit räumen betrieben. Auf der Linie„ Tegel- Weidendammer- Brücke" gebracht sei, auch für die Versorgung von Moabit vollständig stehende Konventionalstrafe verwirkt und innerhalb drei Tagen Die Linie Mariendorf- Dönhoffplay" wird von Mittags 1 Uhr § 4. Im Falle der Zuwiderhandlung hat Herr N. N. vor- tritt statt des stündlichen ein halbstündlicher Betrieb in Kraft. aus der vertragswidrigen Stelle auszuscheiden. Im Falle der ab in 12 Minuten( Vorm. in 24 Min.) Zwischenräumen bes Weigerung bat derselbe für jeden weiteren Tag des Verbleibens trieben. Auf den Linien„ Schöneberg- Alexander- Play"," Zooloin der Stelle eine weitere Konventionalstrafe von 20 Mart, in gischer Garten- Küstriner Play", Lützow- Play- Schlesischer Bahnhof"," Nollendorff- Play- Alexander- Play" und" MansteinWorten zwanzig Mark per Tag zu zahlen. § 5. Die Annahme 1011 gütungen von Kunden des Geschäfts ist Herrn gungen zur Einführung. Die Linie ,, Moabit, Werftstr.- Gr. Görschenbesonderen Verstraße- Moltenmarkt" gelangen verschiedene Fahrpreis- Ermäßi N. strengstens untersagt bei Meidung fofor- traße" wird statt durch die Straße Alt- Moabit" durch die tiger Entlassung 2c. 2c. Rathenower- und Thurmstraße geführt, diese lettere Maßnahme Bei 20 M. Monatslohn eine Konventionalstrafe von 3000 kommt jedoch erst zur Ausführung, wenn die Bauarbeiten in Stadtv. Matterne weist darauf hin, daß für Vor- Mark und event. noch für je einen Tag des Verbleibens in einem der Thurmstraße hinsichtlich der Zufahrt von letterer Straße in arbeiten, Preisausschreiben u. f. w. bereits 14 000 m. verausgabt find, daß aber die Ausführung schon länger als selbst das Konkurrenzgeschäft 20 M., das ist doch der Gipfel alles bisher die Stromstraße beendet sind. Ein die sämmtlichen Aenderungen Dagewesenen. Bei dieser Gelegenheit wollen wir noch hervor- enthaltendes Fahrplanbuch der Pferde- Eisenbahnen, welches die Butttamer'sche sofort" erlaube, nämlich schon mehr als 9 Monate heben, daß der§ 3 sowohl im vorliegenden Falle als auch über- Fahrzeiten des Sommer- Halbjahrs 1894 und des Winter- Halbauf sich warten lasse. Stadtrath Friedel erwidert, daß die Ausführung an dem haupt in allen anderen Fällen, wo es sich um eine Griftenzfrage jahrs 1894/95 umfaßt, ist nebst Plan von Berlin wiederum zur Kostenpunkt bisher ein Hinderniß gefunden hat. Der gewählte handelt, mull und nichtig ist. Interessant ist der Inhalt des Ausgabe gelangt und bei sämmtlichen Schaffnern sowie bei dem Möller'sche Entwurf würde statt einer Million, welche Summe$ 5, wonach die Annahme des Trinkgeldes verboten wird. Wir Björtner Gesellschaft, Friedrichstr. 218, zum Preise von 10 Bf. als Höchstbetrag vom Magistrat für den Bau angesehen werde, fragen die Inhaber der Firma J. Schmidt Söhne, was ein mit zu haben. fast das Doppelte toften. Dazu komme, daß der Architekt Möller, einem monatlichen Gehalt von 20 M. beglückter Schreiber ohne Nene Pferdebahulinie. Der Magistrat hat der Neuen Der Urheber des Projekts, plöglich verstorben sei. Man gehe im zu stehlen oder zu verhungern machen soll? Berliner Pferdebahn gesellschaft die Genehmigung zur AusMagistrat daran, das Möllersche Projekt angemessen reduziren. Neben den Arbeitsverhältnissen am Tomban am Luftführung der geplanten Pferdebahnlinie Ackerstraße- Gartenzu lassen, und lasse auch die anderen preisgekrönten Projekte ge- garten sind es die Arbeitsverhältnisse auf dem straße- Gerichtstraße- Müllerstraße ertheilt. ausreichen werde. Die Vorlage wird angenommen. Die Stadtvv. Matterne und Gen. haben unterm 17. April an den Magistrat die Anfrage gerichtet, wie weit die Vorarbeiten zur Errichtung des Martischen Provinzial. Museums gediehen sind und wann voraussichtlich mit dem Bau derselben begonnen werden wird. Um 5. Mai hat der Magistrat sich zur Beantwortung der Anfrage in der heutigen Sigung bereit erklärt. Schadens. " " " CO Parteinachrichten. * Der Rücktritt des Polizeipräsidenten von Richthofen wohnenden Kutscherfrau Große ein etwa 40jähriger Mann, foll, wie die P. C." wiederholt meldet, so gut wie beschlossene welcher um eine Unterstüßung ansprach und als Frau G. ihm Sache sein. ein Brutterbrot verabreichte, die Gabe mit der Bemerkung zurückEin Viehtransport erfter Klaffe. In sächsischen Blättern wies, daß ihm Geld lieber fei. Der Bettler erhielt nun von der Ein ficheres Mittel", die Frauen von Parteigenossen von ist zu lesen:„ Der prachtvolle Schimmel, den Se. Majestät Kaiser mit Recht empörten Frau gar nichts und entfernte sich. In der Nothwendigkeit des Haltens einer Arbeiterzeitung zu überWilhelm bei der jüngsten Königsparade ritt, ward nebst vier dieser Zeit hatte die Korridorthür der G.'schen Wohnung auf zeugen, gab kürzlich der Genosse Ehrhart, Abgeordneter der anderen Pferden des faiserlichen Marstalls am Montag früh in geftanden und während Frau G. mit dem Bettler sprach, schlich bayerischen Kammer, bei Gelegenheit einer Rede in Würzburg Berlin auf dem Bahnhof in einem mit Polsterung ner- fich das 3/2 Jahre alte Töchterchen der G.'schen Eheleute, an. Er empfahl, so wenigstens berichtet die Berliner Volksfebenen fogenannten Luxuspferdewagen ver- Antonie, unbemerkt zur Thür hinaus. As die Mutter fünf Zeitung", den Männern, wenn fich eine Frau gar nicht liberladen. Abends 1/27 Uhr wurden die Pferde von Dresden nach Minuten später nach der Kleinen suchte, war dieselbe verzeugen lassen wolle, je den Abend ins Wirthshaus Berlin zurückbefördert." Wie werden die Sachfengänger und schwunden. Auf der Straße spielende Kinder erzählten, daß u gehen und dort ihr Parteiblatt zu lesen; das helse ganz andere Arbeiter, welche gezwungen find, in überfüllten vierten Toni mit einem Manne nach dem Humboldthain gegangen ficher. Klaffenwagen und auf der Stadtbahn zuweilen wie die Heringehalten wollten, fagte, daß er der Onkel des Kindes sei welcher zu ihnen, als fie die Kleine zurückeingepötelt zu fahren, diese Pferde beneiden! Die Angelegenheit wurde sofort der Polizei gemeldet, welche ihr neugebautes, eigenes Vereinshaus eingeweiht. Das Gebäude Die Bremer Arbeiterschaft hat am verflossenen Sonntag Die Rigdorfer Gemeindevertretung hielt am vergangenen eifrigit nach dem Menfchen fahnbete; es wurde festgestellt, daß enthält eine Reihe Säle und Zimmer zur Abhaltung von VerFreitag und am Montag Sigungen ab, in welchen verschiedene derselbe zunächst eine Schankwirthschaft in der Grenzste. 10 be- fammlungen, Festlichkeiten ze. wichtige Angelegenheiten zur Berhandlung standen. Der Bau sucht habe, wo er zur Begleichung seiner Beche ein Zwanzigeiner Turnhalle auf dem Schulgrundstück in der Erkstraße wurde markstück wechselte und dann mit einem kleinen Mädchen nach nach dem vorgelegten Projekt genehmigt Das alte baufällige dem Gumboldthain gegangen fei. Am Sonnabend bettelte ber neues, den Verhältnissen und hygienischen Anforderungen mehr das kleine Mädchen als das jüngste seiner acht noch unerzogenen Hüttenarbeiter band" angehören. Daß poliGemaßregelt wurden seitens des Kriegervereins in Linden Gemeinde- Armenhaus in der Bergstraße soll demnächst durch ein Unbekannte wieder in der Gegend der Gerichtsstraße, wobei er a. d. Ruhr 56 Mitglieder, weil sie zugleich dem Berg und entsprechendes Gebäude ersetzt werden. Hierfür soll ein am Kinder ausgab und daraufhin reichlich Almosen empfing. Am fisch organisirte Parteigenoffen aus den Kriegervereinen aus Mariendorfer Weg, 80 Meter von der Hermannstraße entfernt Dienstag wurde er von einem Echuhmann in der Pasewalter gestoßen werden, ist nichts Neues, daß auch Leute lediglich durch belegenes Grundstück in Größe von 125 Quadratruthen von dem Straße aufgegriffen und verhaftet. Die Kleine Antonie weiß nicht, Bugehörigkeit zu einer Berufsorganisation den Zorn der Krieger Rentier Däderich zum Preise von 12 500 M. erworben wer- mo sie die Tage über gewesen, sie erzählt nur, daß der böse herausfordern, ist zwar neu, nichtsdestoweniger aber ist die Thatden. Das neue Armenhaus soll einen 30 Meter breiten Vorgarten Mann sie geschlagen, wenn sie geweint hat. Der Name des fache für uns sehr willkommen, denn es dürfte nun bald Jeder erhalten, 28 Meter Front und 4 Gefchoffe erhalten. Außer fleinen Kindesräubers hat noch nicht festgestellt werden können. und größeren Wohnungen sollen eine große Anstaltsküche und in mann flar sein, wer und wer nicht in jene Mordspatriotenvereine jedem Geschoß Baderäume eingerichtet werden. Die Baukosten Ein kleines Defizit. Inangenehm überrascht wurde dieser gehört. find auf 78 000 m. veranschlagt. Nachdem Genosse Müller Tage der Inhaber eines großen hiesigen Wirthshauses, als ihm dieses Projekt warm befürwortet hatte, wurde dasselbe einstimmig fein Staffirer die briefliche Mittheilung machte, baß ihm auf un- Grüne Jungen nannte der jungadliche Reichstags- Abgeord genehmigt und der Gemeinde- Baumeister mit der Aufstellung begreifliche Weise ein Fehlbetrag von 400 W. in der Raffe ent- nete von Frege in Reichstape die Besucher sozialdemokrati. eines ausführlichen Projektes beauftragt. Die Befizer an der standen sei, und daß er, um ihn zu decken, gespielt, dabei aber scher Versammlungen. Der nationalliberale Reichstags- Abgeord Straße V( Bannierstraße) sind bereit, die Straße bis zum noch 3000 m. von einfaffirten Geldern eingebüßt habe. Die nete Böttcher wiederholte in der Generalversammlung der Maybach- Ufer auf ihre Koften auszubauen. Diese Straße liegt Höhe der veruntreuten Gelder ist noch nicht genau festgestellt. Nationalliberalen vorigen Sonntag in Leipzig die dem im Zuge der neuen Brücke und bildet somit eine wichtige Ver- Der Kassirer ist verhaftet. bittersten Haß gegen die Sozialdemokratie entsprungene Bebindung mit Berlin. Das zwischen dem Gemeindevorsteher und den Intereffenten getroffene Abkommen wird von der Vertretung Wege in Rigdorf fand man am Sonntag Morgen die Leiche eines Versammlungen erst nach zurückgelegtem 25. Lebensjahr in Proletariers Ende. Auf dem sogenannten Röllnischenhimmung zu treffen, nach welcher der Besuch von politischen schimpfung. Der Herr unterstützte die Forderung, gefehliche Bes genehmigt. Der nächste Punkt der Tagesordnung- Neu und etwa 60 jährigen, dem Arbeiterftande angehörigen Mannes. Der Sachsen gestattet sein soll. Mit bezug hierauf fagte er: Brüne Umpflasterung von Straßen führte zu lebhaften Debatten. Bebauernswerthe in nach ärztlichem Gutachten aller Wahrschein Jungen gehören nicht in politische Versammlungen". Danach Die Gemeinde beabsichtigt, die Hauptstraßen, deren Pflaster sich lichkeit nach an Entkräftung wegen Mangels an hält dieser Herr alle, die noch nicht das 25. Jahr erreicht in denkbar schlechtester Beschaffung befindet, neu zu pflastern, und Nahrung verstorben. Wahrlich eine herrliche Jalustrirung haben, für„ grüne Jungen". Die Niedrigkeit dieser Auffaffung, zwar mit Reihensteinen aus schwedischem Granit. Dabei soll gleich unserer heutigen Gesellschaftsordnung! Der Todte, welcher mit meint hierzu unser Leipziger Bruberorgan sehr richtig, fällt erst zeitig das Straßenniveau tiefer gelegt werden. Die Gemeinde war dunklem Tuchanzug, dunkelgrauem Ueberzieher, Halbschuhen und recht ins Auge, wenn man die Lobgefänge der Kartellbrüder auf nun der Ansicht, daß die Große Berliner Pferdebahn- Gesellschaft verpflichtet sei, ihren Bahnförper auf ihre Kosten gleichfalls tiefer Schwarzem Filzhut bekleidet war, konnte noch nicht rekognoszict unser herrliches Heer" in Betracht zieht. zu legen und mit Reihensteinen zu pflastern. Inzwischen hat die Gemeinde das Steinmaterial anfahren und in der Bergstraße Polizeibericht. Am 9. d. M. Vormittags wurde auf dem mit den Pflasterarbeiten beginnen laffen, mußte aber die Fort- Treppenflur des Hauses Reinickendorferstr. 11a ein Mann todt fetzung dieser Arbeiten einstellen, da die Pferdebahn- Gesellschaft aufgefunden. Er hat sich anscheinend mit Gyankali vergiftet. sich weigert, den Theil der Straße, deffen Unterhaltung ihr ob- Auf dem Neubau Insterburgerstraße, Parzelle 5, fiel der Polier liegt, gleichfalls neu herstellen zu lassen, indem sie sich darauf aus dem dritten Stockwerke auf den Hof herab. Er erlitt jedoch beruft, daß weder die Konzessionsurkunde, noch die mit der Ge- anscheinend nur leichte Verletzungen im Gefichte und an der meinde gefchloffenen Verträge sie hierzu verpflichten. Nach langen Bruft. Am 10. d. M. Morgens stürzte sich eine Frau aus Verhandlungen war es dem Gemeindevorsteher schließlich ge dem Küchenfenfter ihrer im ersten Stocke des Hauses Kurze lungen, mit der Gesellschaft einen Vergleich anzubahnen. Die Straße 9 belegenen Wohnung auf den Hof hinab und fand auf Gemeinde follte danach bis an die Pferdebahngeleise pflastern, der Stelle den Tod Jur Laufe des Tages fanden sechs die Gesellschaft für ihre Strecke jedoch die Arbeitslöhne, etwa Brände statt. 4000 M. bezahlen. Das Letztere lehnte die Gesellschaft jedoch ab, Dagegen verpflichtete sie sich, den Bahnkörper auf ihre Kosten tiefer zu legen, denselben auch neh und nach mit Reihensteinen 13 4 zivungen, die Vergleichs Vorschläge zu akzeptiren. W werden. A Theater. " Die schweizerische Arbeiterschaft inszenirt gegen die drakonischen Urtheile der Geschworenen in Krawallprozeß zu Bern und Saint Imier eine allgemeine Protestbewegung. In allen Arbeiterzentren werden innerhalb 14 Tagen große Voltsversammlungen einberufen, in denen die Anwälte der Angeklagten fprechen werden. Die ersten Wolfskundgebungen finden schon am Sonnabend in Zürich, Basel 2c. statt. gien) stattgefunden, wird nach berühmtem Muster von der Preffe Das Dynamitattentat, welches kürzlich in Lüttich( Bel weiblich ausgenützt gegen die Arbeiter. Die tonfufen Anarchisten müßten doch endlich einsehen lernen, daß sie mit ihrer Attentäterei nur den Arbeiterinteressen entgegen arbeiten. Die fozialdemokratische Landtagsfraktion der fächsischen Rammer als Einberuferin der Landesversammlung der Sozialdemokraten Sachseus, welche zu Pfingsten in Leipzig stattfindet, veröffentlicht eine ganze Reihe Anträge, die bis jetzt bei zu pflastern, wenn die Gemeinde damit einverstanden, daß die Das Leffing- Theater suchte am Mittwoch Abend das ihr eingelaufen sind. Wir greifen aus denselben nur einige, alljetzt von der Pferdebahngesellschaft für die Pferdebahnlinie Her- Publikum mit einem französischen Schwank älteren Datums über gemein interessirende heraus. Beantragt wird von den Partei mannstraße zu zahlende fährliche Entschädigung von 3000 m. nur bie theaterfeindliche Frühlingsstimmung hinwegzutäuschen. Das genossen verschiedener Kreise ein Flugblatt auszuarbeiten, welches bis zur Einverleibung zu zahlen fei. Dagegen lehnte fie wiederum früher, wenn wir nicht irren, unter anderem Titel im Wallner andern foll die gegenwärtige Lage und die Stellung der insbesondere an die Landarbeiter sich wendet. In einem die Bedingung der Gemeinde, daß die Umpflasterung des Bahn- Theater aufgeführte Stück Immer zerstreut", das zu Behörden zur Sozialdemokratie beleuchtet werden. In der törpers innerhalb drei Jahren erfolgt sein müsse, ab. Da die Verfaffern die Herren Th. B'arrière und Edmond Gondinet Behörden zur Sozialdemokratie beleuchtet werden. Bertretung in ihrer Mehrheit der Meinung war, daß die Pferde- zählt, verfekte die Zuschauer trotz der fleinen Opposition, die der gleichen Richtung, wie der lettere, sollen auch folgende zwei Anbahngesellschaft durch die Verträge mit der Gemeinde zur Liefer- recht umständliche erste Aft hervorrief, gar bald in die lustige, träge wirken: legung und Pflasterung ihres Straßentheils verpflichtet sei, wurde leichte Stimmung, die eben nur ein französischer Autor durch die welchen sämmtliche ergangene Strafverfügungen, GerichtsGinen Zentralvertrauensmann für Sachsen zu ernennen, an die Angelegenheit dem Gemeinde- Schöffen, Rechtsanwalt Bürfner, alten und doch immer wieder zur juristischen Prüfung überwiesen. In der Montag Sigung Spieler Runfistückchen hervorzuzaubern vermag. erheiternden Taschen- beschlüsse 2c. zu richten sind, damit derfelbe sie den Abgeordneten Frägt man mußte dieser leider fonstatiren, daß die Pferdebahngesellschaft fich nach Beendigung des tollen, überhafteten Verwechslungsweiteren Verwendung übermitteln kann." Eine Zentralstelle des Reichs- und Landtages, sowie dem Agitationskomitee zur nach den Vertragsbestimmungen feinerlei Verpflichtungen ipiels nach dem logischen Aufbau, oder gar nach dem Werth des zu errichten, an welche alle Beschwerden und Schriftstücke über habe. Infolge dessen fah fich die Vertretung ge- Gefebenen, so ist das Resultat zwar Null, aber was schabet es llebergriffe der Polizei- und sonstigen Behörden, auch hinsichtlich errichten, an welche alle Beschwerden und Schriftstücke über Die Ist das behagliche Gefühl, ein paar Stunden lang über den des Büchtigungsrechts in den Volksschulen 2c. zu richten sind." Bersammlung genehmigt jodann eine Erklärung an das Ernst und die beschämende Misere der Gegenwart leicht hinwegAusstellungskomitee, wonach fich die Gemeinde Rigdorf bereit gehoben zu sein, an sich nicht oft schon eine genügende Recht erklärt, die Abwässer des Ausstellungsterrains im Treptower fertigung für den Autor dem Publikum gegenüber? Wer nach Part während der Dauer der Ausstellung auf der Rixdorfer mehr verlangt, ist unbescheiden. Das Künstlerpersonal des Bumpitation unentgeltlich aufzunehmen und nach Waßmannsdorf Leffing Theaters that sein bestes, um die heiteren Scherze zur zu führen, auch die Röhrenlegung unentgeltlich zu gestatten. Geltung zu bringen, namentlich Herr Guthery und Fräulein Gleichzeitig wird das Romitee darauf aufmertfam gemacht, daß eifenbofer übertrafen sich selber. nach der demnächstigen Fertigstellung einiger neuen Straßen Kleine Theater- und Literatur Chronik. folgende regulirte Straßenzüge direkt nach Treptow führen werden: Maybachufer und Lohmühlenweg, Kaiser Friedrich- in Rosenmüller n. Finke auf. Am Sonnabend, sowie am ersten Emil Thomas tritt am Freitag im 3entraltheater leber einen Erfolg sozialdemokratischer Agitation und Wildenbruchstraße- Elfen- Allee, Berlinerstraße- Erfstraße Feiertag spielt er in Robert und Bertram, während der Künstler wird uns aus Breslau vom 8. Mai geschrieben: Am Wildenbruchstraße, Richardsplasstraße- Riefholzweg.- Gemeinde- am Montag auf vielfachen Wunsch den Registrator auf Reisen 14. Januar d. J. fand, wie wir seinerzeit berichteten, hier eine Verordneter Mier beantragt, bei dem Minister des Innern die giebt.- 3m Nationaltheater wird heute und morgen Grill- äußerst zahlreich besuchte Bolksversammlung statt, in welcher der Verleihung städtischer Rechte zu beantragen. Genosse Müller parzer's Traum ein Leben" wiederholt. In den Pfingstfeiertagen geht Reichstags Abgeordnete für Breslau Ost, Genosse Franz weift darauf hin, daß es empfehlenswerther sei, um die Be- die große Posse Bom Viehhof bis zu den Menschenfressern" neu Tugauer, über: die Stadtverordnetenwahlen und die Erfchleunigung der Einverleibung zu petitioniren. Bon verschiedenen einstudirt in Szene.-- Jm Alexanderplat- Theater findet morgen weiterung des Kommunal Wahlrechts referirte. Die Versamm Seiten wird anerkannt, daß die Müller'schen Ausführungen Sonnabend die Premiere des Volksstückes Hoppegarten" von lung beschloß, an den Magiftrat und an die Stadtverordneten richtig sind, doch hofft man mehr zu erreichen, wenn man die Eugen Prudens statt. Die Hauptrollen, verschiedene auf der Versammlung eine Petition zu senden, in welcher, gestützt auf Regierung zwingt, zu dem Mier'schen Antrag Stellung zu nehmen. Rennbahn bekannte Persönlichkeiten, werden durch die Herren§ 77, Absa 1 des preuß. Einkommensteuer- Gesetzes, die GeDer Antrag Mier wird schließlich gegen die Stimmen unserer Rhode- Ebeling, Heinrich Kahle, Adolf Josef, Leo Steinecke, fowie währung des kommunalen Wahlrechts für alle männlichen EinGenoffen angenommen. Hans Hermes dargestellt. Heute wird die Posse Anna Marie, wohner Breslau's, welche ein jährliches Einkommen von 660 M. In der Poliklinik für Kinderkrankheiten, Juvaliden- mein Engel, ich verehr' Dich", zum letzten Mal wiederholt. an haben soweit sie sonst den Bestimmungen der Städte ftraße 144, finder im Mai, Juni, Juli und August für Lungen- In Hamburg ist am Mittwoch der beliebte Spieltenor am Stadt- Ordnung Genüge leisten gefordert wurde. Unfer wohl= schwache, Blutarme und in ihrem Kräftezustand zurückgekommene theater, Landau, während der Probe plöglich vom Schlage gerührt weiser Magistrat hatte darauf( siehe Vorwärts" vom 13. Fe Kinder unbemittelter Gltern Heilübungen, bestehend in worden. Der Künstler starb auf der Stelle. Wie ein Kunst- bruar d: J.) den Unterzeichnern der Petition die Antwort er Lungengymnastit, Massage, medikamentösen Abreibungen, Sonnen- freund herausgerechnet haben will, find in Frankreich gegenwärtig theilt, daß er nicht in der Lage sei, mit den und Sandbädern, und zwar acht wöchentlich, wie im vorigen 22 357 Maler thätig. In einem Jahre werden von ihnen durch Petenten, als Vertretern einer Volksver. Jahre, ftatt. Meldungen werden bis Pfingsten Wochentags Nach schnittlich 15Quadrat- Rilometer Leinwand bemalt. Wieviel Quadrata mmlung, über allgemeine Gemeinde An= mittags um 3 Uhr in der Politlinit entgegen genommen. meter davon alljährlich verkauft werden, hat sich leider nicht feststellen gelegenheiten zu verhandeln." Ein Industrie- Nitter der schlimmsten Sorte scheint lassen. Das Schicksal des Berliner Theaters ist, wie wir hören, dahin Die Stadtverordneten Versammlung hat bis heute also Herr v. Schack" zu sein, der unter diesem Namen eine entschieden, daß Dr. Oskar Blumenthal mit dem Besitzer des in fast 4 Monaten noch nicht Zeit gefunden, eine Antwort " Anzahl betrügerischer Handlungen begangen hat, wie aus zahl- Hauses, Herrn Emil Großtopf, einen Eventualvertrag abge auf die betreffende Petition zu ertheilen. Dennoch hat unsere reichen der Polizei zugegangenen Meldungen ersichtlich ist. So schloffen hat, der dahin zielt, daß das Berliner Theater für sechs Agitation und die Petition den Erfolg gehabt, daß die Stadtzahlschlossen erschien u. a. Herr v. Schack am Mittwoch Abend gegen 6 Uhr Jahre zur Verfügung des Herrn Dr. Blumenthal bleibt. Es verordneten- Bersammlung und zwar in öffentlicher Sizung am bei dem in der Linienftr. 2 wohnenden Kaufmann R., welcher ſteht aber dem letteren frei, nach Ablauf des ersten Jahres Donnerstag, den 10. Mai, Stellung zu dieser Frage nehmen dafelbft einen Verkauf von Flaschenbier betreibt, bezeichnete sich zurückzutreten und einen anderen Pächter zu stellen. Witterungsübersicht vom Stationen. dort als Vertreter des Böhmischen Brauhauses und machte Offerte. Nachdem v. Schack eine ziemlich große Zeche gemacht, bat er den Kaufmann, ihn nach dem im Nachbarhause befindlichen Bigarrengeschäft von Eggebrecht Nachfolger zu geleiten, da er mit feiner Freundin, der Gräfin Pückler telephoniren wolle. In der That forderte er Fernsprech- Anschluß mit dem mit dem Palais der Frau Prinzeß Friedrich Karl und sprach auch dorthin. Mit den Worten: verdammtes Pech, die Frau Gräfin ist verreist", trat v. Schack von dem Apparat zurück; jetzt machte er bei dem Zigarrenhändler eine Bestellung auf einen Poften Bigarren, Swinemünde welche nach der Wohnung seiner Tante, der Gräfin Valeska, Hamburg Roppenstr. 9, geschickt werden sollte. v. Schack war jedoch so Berlin liebenswürdig zwei Kiften Bigarren, sowie 3 M. Baargeld, die Wiesbaden. ihm E. aus der Hand borgen sollte, mitnehmen zu wollen; doch München wurde ihm diese Bitte von dem vorsichtigen Verkäufer abge- Wien schlagen. Als v. Sch. seine Zeche bei dem Kaufmann R. be. Haparanda gleichen follte, ergriff er die Flucht und entkam. Der Schwindler Petersburg ist Mitte der 20er Jahre, 1,70 Meter groß, etwas torpulent, hat Cork. blonden Schnurrbart und ebensolches Haar. Wie sich heraus: Aberdeen geftellt, find andere Gewerbtreibenden auf v. Schack und dessen Paris aristokratische Allüren hineingefallen. Barometer stand in mnm, reduzirt auf d. Meeressp. Windrichtung Windstärke ( 1-1) BBBLIOT4A2 " 10. Mat. Wetter Temperatur ( nach Celfins E 762 wolfenlos 13 759 SW wolkig 762 762 762 763 W SW N 3 765 761 Still WNW 0 3 wolfenlos bedeckt woltig wolfenlos wolfenlos halb bedeckt 15 14 14 14 10 9 10 753 750 660 heiter wollig 10 763 SM bedeckt 0989 50. 4° R.) Wetter- Prognose für Freitag, den 11. Mai 1894. Die Verhaftung eines Kindesräubers ist der Polizei Warmes, zunächst ziemlich heiteres Wetter mit mäßigen bis vor einigen Tagen gelungen. Am Freitag voriger Woche frischen südlichen Winden; nachher Trübung und etwas Neigung Vormittags erschien bei der in der Gerichtsstraße 1t drei Treppen zur Gewitterbildung. Berliner Wetterbureau. U = M 9 muß. Der Stadtverordnete Heilberg, unterstützt von 14 anderen Stadtverordneten, hat nämlich folgenden Antrag eingebracht: „ Die Stadtverordneten Versammlung wolle unter Abänderung des Beschlusses vom 24. Juni 1874 das zur Erlangung des hiesigen Bürgerrechts erforderliche Einkommen auf den Betrag von mehr als 660 M.( bisher 900 M.) jährlich herab= sehen und den Magistrat um Zustimmung zu diesem Beschlusse ersuchen." Wir sind nun der Ansicht, daß es dieses Antrages gar nicht bedurft hätte, die Stadtverordneten- Versammlung hatte nur nöthig, über die ihr von unseren Genossen zugestellte Petition welche dasselbe forderte wie der Antrag Heilberg und Genossen in Berathung zu treten. Das aber wollte man nicht, denn dann wäre ja die Erweiterung des Wahlrechts, falls die Petition die Zustimmung der Versammlung und des Magistrats gefunden hätte, eine Errungenschaft der sozialdemokratischen Agitation und das mußte auf alle Fälle vermieden werden. Man suchte die Sache so zu schieben, als wenn die Erweiterung des Wahlrechts aus eigener Initiative der Stadtverordneten- Bersammlung bes schlossen oder wenigstens beantragt worden sei. Nun, uns foll's auch so recht sein. Auf alle Fälle hielten wir es für dringende Pflicht unserer Stadtväter", dem Antrage Heilberg die Zustimmung zu geben. " Maifeier. Wir erhalten nachträglich noch verschiedene Berichte über den Verlauf der Maifeier, die wir nachstehend folgen laffen mit dem ausdrücklichen Bemerken jedoch, daß die Berichterstattung über den Weltfeiertag damit abgefchloffen sein wird. In Reinidendorf fand am Abend des 1. Mai in Böttcher's Seeschlöschen eine öffentliche Versammlung statt, bie eines sehr guten Besuches fich erfreute. Der Referent, Genosse Soffmann Pantow erntete für seine Ausführungen reichen Beifall; an die Versammlung schloß sich ein Fest tommers. Biebrich a. Rh. Unſere am verflossenen Sonntag in Dokheim stattgefundene Nachfeier gestaltete fich zu einer impofanten. Nachmittags 2 Uhr zogen eine große Maffe Fest theilnehmer Dom hiesigen Parteilokal nach dem etwa eine Stunde Wegs Welt schaffen können, daß das Fest der Arbeit auch in Heerschau im nächsten Jahre wird zeigen, daß die Zahl der diesem Jahre einen glänzenden Verlauf genommen hat, und die Kämpfenden eine immer größere wird. Soziale Ueberlicht. An die Brauerei- Arbeiter Berlins! aufmerksam, daß dieselben keinerlei Böttcherarbeiten in den Wir machen sämmtliche Brauerei- Arbeiter nochmals darauf Brauereien an Stelle der ausständigen Böttcher verrichten dürfen, sondern sich den Beschlüssen der letzten Versammlung zu fügen haben. Auch werden die Brauerei- Arbeiter ersucht, sich durch die Beschliffe des Bierringes in einer Weise beirren zu lassen in ihrem Verhalten in bezug auf die einseitige Veränderung des gelegenem Dohheim, Arbeitsvertrages durch die Brauerei- Direktionen. woselbst in dem schön geschmückten Festlokal » 3 um Rebstock" fich sitta 500 Personen aus der Umgegend Wiesbaden, Schierstein, ja selbst aus dem drei Stunden weit entfernten Orte Itville eingefunden hatten. Die Festrede, welche Genoſſe 3ft aus Main; hielt, rief namentlich auf die anwesenden Landarbeiter einen tiefen Einbruck hervor. hier Dermittites. Paris, 9. Mai. Die Dynamitfabrit von Philippsville ist in die Luft geflogen. Der Wärter wird vermißt. Boulogne, 9. Mai. Bei einer gestern Abend hier stattgefundenen Dampftesselerplosion sind mehrere Personen getödtet worden. = New- York, 10. Mai. Wie der New York Herald" aus Chiguara und San Juan seien vollständig zerstört, etwa 10 000 in der Nacht stattgefunden. Die Städte Merida, Lagunillas, Caracas meldet, hätte ein furchtbares Erdbeben am 28. April Personen seien dabei ums Leben gekommen. der olympischen Spiele wird vom 16. bis 24. Juni in der Ein internationaler Kongres zur Wiederherstellung Sorbonne zu Paris abgehalten werden und zwar unter dem Vorsitz des Senators und früheren Gesandten Baron von Courcel. Diejenigen Brauerei- Arbeiter, welche demzufolge wegen Ver- der Prinz von Wales, der Kronprinz von Schweden 2c. Ob die weigerung der Böttcherarbeiten entlassen resp. gemaßregelt werden, übersättigten Lebemänner, welche diesen internationalen Kongreß Ihre Betheiligung haben bereits zugesagt der König von Belgien, haben sich sofort an den Unterzeichneten zu wenden. Bezugnehmend auf die heutigen Inserate der dem leiten, auch die Rehabilitirung anderer, zur Zeit noch nicht angehörigen Brauereien in ben Berliner Zeitung de Bierring wieder salonfähig gewordener griechischer Liebhabereien ins Auge diejenigen Brauereien geben faffen wollen, soll noch nicht entschieden sein. dem Bierring nicht anAgitations- Kommission $ Lauenburg a. d. E. Auch in unserm kleinen Städtchen haus, Brauerei Stralau, Brauerei King& Ko gehören: Norbsterauerei, Münchener Brausfindung der humanen" blutscheuen, für Gerechtigkeit sich ausLauenburg wurde der 1. Mai seitens der Arbeiter würdig gegebenden Mordlust Die Braueret Schweizergarten von R. Schneider, bewährt und wiederholt zu geradezu haarstreubenden Szenen hat sich bekanntlich in der Praxis nicht feiert. Verschiedene Berufe, z. B. die Maurer, Metallarbeiter, welche dem Ring nicht angehört, erklärt sich trotzdem mit dem geführt. Jetzt wird ein Vorkommniß gemeldet, das diefer abBöttcher, Schneider, hatten durch Versammlungsbeschluß am Vorgehen desselben solidarisch. Nachmittag die Arbeit eingestellt und machten dieselben einen Die fcheulichen Zivilisationsbarbarei vermuthlich den Garaus machen Ausflug nach dem Glüsinger Holz, woran sich 60 Personen be- der Brauer und Brauerei Silfsarbeiter wird. Auf der Eisenbahnstrecke zwischen Chapelle und Epinay theiligten. Abends fand ein Fest im Körting'schen Lokal Berlins und Umgegend. ( Frankreich) fam vor einigen Tagen ein Arbeiter zufällig ftalt, verbunden mit Feftrede( biefelbe hielt Genosse Krauses J. A.: Paul Hilpert, Nixdorf, Karlsgartenstr. 1. mit einem elektrischen Strom von 5000 Volta in Berührung, Hamburg), Aufführung von lebenden Bildern, Gesangsvor stürzte sofort wie todt nieder und blieb fünf Minuten lang träge u. f. w. 350 Personen nahmen Abends an dem Feste des§ 19 bes Gewerbegerichts- Gesetzes fowie§ 25 bes Orts Starte des bei den elektrischen Hinrichtungen angewandten Nu die Gewerbegerichs- Veisiger Berlins! Auf grunb bem elektrischen Strome ausgefeßt, der fast die dreifache Gröbingen bei Durlach( Baden). Der Sozialbemo statuts Berlin hat der Oberpräsident mehrere Gewerbegerichts. Stromes hatte. Aerztliche Hilfe war rasch zur Stelle; der Mann fratische Wahlverein hielt am Sonntag, den 6. Mai, seine Mai: Beisitzer ihres Amtes enthoben. Die Beranlassung dazu war, war anscheinend todt. Trogdem beschloß man, Wiederbelebungsfeier ab, an welcher über 800 Personen theilnahmen. Genoffe daß die Betreffenden Zahlungsverpflichtungen an Krankenhäuser versuche nach Vorschrift des Dr. Dass ou val anzustellen, welcher Kalnbach aus Karlsruhe hielt eine mit Beifall aufgenomühung angesehen. Gegen diese Auffassung hat der Ausschuß geführt werde. Die Versuche gelangen. Nach einer halben Stunde bes Kalnbach aus Karlsruhe hielt eine mit Beifall aufgenom su erfüllen haben. Der Oberpräsident hat dies als Armenunterfeit Jahren bestritten hat, daß durch Elektrizität der Tod herbeimene Festrede. Gine Nachfeier fand auch in Rolbermoor( Bayern) Beifiber, welche sich in ähnlicher Sage befinden, ersucht, sich ständig wieder hergestellt. Nur daß die Glieder ihm schwer beschlossen zu protestiren. Es werden daher alle Gewerbegerichts- gann das Leben zurückzukehren und bald war der Todtgeglaubte vollam 6. Mai statt, da örtliche Verhältnisse es nicht gestatten, am 1. Mai selbst die Feier zu begehen. an Unterzeichneten zu wenden. waren und die vom elektrischen Funken versengten Hände ihm noch schmerzten. Theil. Die Fürther Genoffen hielten ein von etwa 5000 Theilnehmern besuchtes Fest ab. Die geplante Feftrede mußte unterbleiben, weil sonst zur Auflösung geschritten worden wäre, welche mit allen Mitteln, so lautete der Befehl, durchzuführen sei. Polizei und Militär waren scheinbar vorbereitet, auch hatte vor einigen Tagen die Artillerie einen Scheinangriff, natür lich nur per Zufall, auf die Wilhelmshöhe( den Festplatz) aus zuführen. Selbstverständlich hatten die Soldaten auch an diesem Lage Bereitschaft, aber teine Gelegenheit, in irgend welcher Art gegen den inneren Feind muthig vorzugehen. Neustadt( Thüringen). Die hiesigen Genoffen hielten eine Nachfeier am 6. Mai. Gine start besuchte Bersammlung, in welcher Genosse Wolfram referitte, nahm eine Resolution an, welche fich für die Erringung des Achtstundentages, fowie für die Ueberleitung der privatfapitalistischen in die gefellschaftliche Produktionsweise ausspricht. Aus Italien geben uns ebenfalls noch einige Berichte zu, aus denen wir folgendes wiedergeben: In dem bedeutenden Fabrifort Monza bei Mailand fand eine sehr gelungene Maifeier statt. Die große Mehrzahl der Fabriten blieben geschloffen. Alle, auch die fleinsten Arbeiterhäuschen waren feftlich geschmückt. Die Arbeiterbörse dieses Ortes hatte 400 Frants zur Verschönerung des Festes gespendet. Um 10 Uhr hielt Genoffe Pinardi in dem größten Saal des Ortes einen Vortrag, der von 1500 Zuhörern besucht war. In Sorefin a war es gelungen, das Theater zum Vortrag zu miethen und über 2000 Personen drängten sich, den Vortrag von Ugo azzari zu hören, der wahre Begeisterung erregte. Auch viele Landarbeiter und Bauern der Umgegend waren herbeigeftrömt und man darf sagen, daß mit diesem Tage recht eigentlich erst die Kommune und das Band Saresina für den Sozialismus gewonnen wurde. zu Der Ausschuß: J. A.: Alwin Rörsten, Staligerstr. 63/64. denden der Kohlenbarone stehen die erbärmlichsten Löhne der BergBergarbeiter und Dividendenschlucker. Den fetten Divi arbeiter gegenüber. Aber nicht nur, daß die Bergarbeiter, die der Menschheit durch Heraufbeförderung des schwarzen Diamants" so große Dienste leisten, mit zu den am schlechtest gestellten Arbeitern gehören, fte werden auch für jeden Fehler in der Arbeit aufs empfindlichste gestraft. Das fogenannte Nullen" der Wagen am meisten erbittert. Und mit echt, denn es ist dem Berg ist bekanntlich eine derjenigen Maßnahmen, welche die Arbeiter mann unmöglich, in jedem Falle die Kohle auf ihre Reinheit hin zu prüfen. Für jeden Fall aber, auch wenn der Wagen nach Meinung der Zechenbeamten nicht genügend gefüllt, muß er büßen. So wurden auf der Zeche Minister Stein" bei Eving im Monat April 359 Wagen genullt und so den betreffenden Bergleuten die Summe von 180 Mark entzogen worden. Wie manchen Schweißtropfen mag es gekostet haben, diefe 359 Wagen aus dem Schoß der Erde hervorzuholen, diese Kohlen, deren Erlös denn verkauft werden sie ja doch in die Taschen der Kohlenjunter fließt. Ein weiterer Fall von der Beche Neu- Iserlohn" bet Marten. Dort verdiente ein Bergmann im Monat bei 25 Schichten 72,23 M. Davon werden abgezogen Del 1,25 M., verforenes Gezähe 10 Pf., Beitrag zur Invalidenkasse 1,50 M., 347 Damit dürfte der Todesstrafen- Vollstreckung mittels Elet müssen, Blut zu vergießen oder ihren Opfern unästhetisch den Hals Gesellschaft morden will, dann wird sie sich auch entschließen trizität endgiltig das Todesurtheil gesprochen sein. Wenn die zuzuschnüren, wie das die biederen Erdroffler( Garotters) zu thun pflegten. Generaltonfulat ist, wie die" Hamburgische Börsenhalle" meldet, Bur Cholera in Portugal. Dem hiesigen portugiesischen eine amtliche Depesche von gestern Abend aus Lissabon zus batteriologische Untersuchungen sei festgestellt worden, daß die in gegangen, in welcher erklärt wird, durch fortgesette forgfältige Lissabon herrschende Krankheit nicht Cholera sei. Demnach habe die Regierung den Hafen von Lissabon für absolut seuchenfrei erklärt und allen portugiesischen Häfen den freien Verkehr mit ber Hauptstadt gestattet. Rauchfang der Keramischen Aktiengesellschaft in Steinbruch ein. In Pest fürzte am Mittwoch ein im Bau begriffener Drei Arbeiter wurden getödtet und zwei verwundet. done an Eingelaufene! Druckschriften. Schriften nicht als Empfehlung ber Rebattion, fondern lediglich Unter diefer Rubrik zeigen wir fämmtliche der Redaktion zugehende literarische Neuigkeiten an. Wir bitten unsere Leser die Mennung ber als Empfangsbestätigung aufzufaffen. Blos über diejenigen Erscheinungen, welche im Intereffe unserer Refer müffen, veröffentlichen Altersversicherung 60 Pf., Strafen 1 M., jo daß ein Nettolohn oder aus politischen Grünben besprechen perben mit meigt einer Berlagsvon 66,78 m. verbleibt. Bielleicht sagt uns irgend ein Dividenden buchhandlung die Anführung der überfandten Rezensionsexemplare in diefer fchlucker, wie von diesem Gelde der Bergmann Weib und Kind Rubrik nicht, so bitten wir von der Busendung der Neuerscheinungen des Verernähren und seinen Pflichten gegen Staat und Gesellschaft nach- Lage lages abfehen zu wollen. tommen tann. Ist der Mensch frei? Von Georges Renard. Uebersetzt von Alb. Südefuß. Leipzig. Ph. Reclam jr. 40 Pf. Studi e fenomeni socialii. Von Romolo Quaglino Milano. Pratelli Dumolard, Editori! Librai della Real Casa. Spanisch- Deutsches Taschen- Wörterbuch von Hans Offig. Bront. Singspiel von B. Joly. Leipzig. Ph. Reclam jr. Preis 1 M. " d Nun aber ein anderes, viel freundlicheres Bild. Wir meinen In Cremona war die Arbeitseinstellung fast allgemein, so Attiengesellschaft. Der Werdienst, den diese Arbeiter" die Entbehrungslöhne der Gelsenkirchener Bergwerts: daß schon Vormittag auch die meisten bürgerlichen Geschäfte schloffen. erreichten, wird wie folgt angegeben: Pro 1898 an 6 pet, An 5000 Arbeiter und Kleinbürger nahmen an den verschiedenen Ver- Dividende und 1785 000 m. abschreiben und 282 000 m. auf fammlungen theil. Auch hier war bemerkenswerth eine Bersammlung neue Rechnung vortragen. Reservefonds und Spezialreserve der sozialistischen Studenten der Universität, die in dem zweitgrößten haben schon ihre Maximalhöhe erreicht. Ewald. 4. t. 1893. Saale der Stadt zum Vortrage des Redners sowohl Profefforen Betriebsüberschuß 306 000 m. Davon als Ausbeute vertheilt Carlas Ontel. Schwant in 1 Att von Telesfor Szafransti. als Arbeiter und Arbeiterinnen eingeladen hatten. Bahlreiche 180 000 W. Landarbetter tamen wie zu einem kirchlichen Festtage in ihren 687 000 M. Ausbeute 50 M. pro Kur vertheilt. Vortrag auf Hannibal. 4. Quartal 1893. Betriebsgewinn Der Bafgeiger. Zwei Berliner Geschichten von M. Kretzer. Leipzig. Verlag v. Ph. Reclam jr. Sonntagskleidern in die Stadt und nahmen an den Abendver- neue Rechnung 72 000 m. Baater Mulde. Pro Desbr. 1893. Der freie Wille. Vortrag von Hedwig Henrich Wilhelmt. sammlungen und Unterhaltungen theil. Betriebsüberschuß 7000 7. In dem Orte San Benedeto am Po gestaltete sich die theilte Ausbeute 40 000 90. Giberg. 4. Quartal 1893. Ver- Reichenberg. Berlag der Zeitschwingen". Preis 15 Bf. Maifeier erhebend durch das Zuströmen der Landbevölkerung 84 000 m. Friedrich der Große. Pro Dezember 1893. Ueber Sozialpolitisches Zentralblatt, herausgegeben von Dr. Heinrich Bortrag auf neue Rechnung schon am Morgen, um den angekündigten Vertrag des Genossen schuß des Grubenbetriebs 37 000 m. Netto- Ueberschuß 9000 M. Coftanzi, der von Mailand gekommen war, zu hören. Es ist Jahresschlußbestand Braun( Carl Heymann's Verlag in Berlin, vierteljährlich ca. 170 000. hochbeachtenswerth, und auch ein Redner in der Versammlung wies 4. Quartal 1893. Grübrigt 76 000 M. Bertheilter Gewinn Bereinigte Westfalia. 2,50 M.) Die soeben erschienene Nummer 32 hat unter barauf hin, daß die Jdee der Maifeier ingtalien bei den Landarbeitern 27 000. anderem folgenden Inhalt: Dahlbusch. Pro 1898. Dividende pro Aktie so lebhaften Anklang findet. Es ist dies aus dem uraltheidnischen 30 Frants( Vorjahr 50 Frants). Anhaltische Rohlenwerte. 1898 Strezest. Die Ginfommensverhältnisse in Breußen. Von Dr. Zur Feldarbeiter- Bewegung in Ungarn. Von Dr. E. R. J. Volksgebrauch zu erklären, das Erwachen ber Natur festlich zu Dividende 41/2 pet. Neu Effen. Pro 1893. begründen. Ausflüge auf's Land wurden Nachmittags gemacht Attie 450 M.( 1892 Vertheilt pro. Lux. Arbeiterverhältnisse in den Buckerfabriken Defterreich 500, 1891 und der Same des Sozialismus weithin ausgestreut. 1000 m.) Concordia. Ungarns. Concordia. Ungarns. Rongreß der italienischen Eisenbahnarbeiter. Pro 1893. Betriebsüberschuß 375 000. In Siena hatte die Polizei so brutal jede auch private Gesellschaft Massen. Pro 1898. Ueberschuß brutto 58 000 M. Australien. Rongreß der Sozialisten Piemonts. Der Gesetz Bergbau Aktien Die Maifeier. Politische Arbeitervertretung in England und Anfammlung verboten, daß die zu Tausenden feiernden Arbeiter Königsborn. Nettobetriebsgewinn pro 1893 war 404 500 2. entivurf, betr. den Achtstundentag im englischen Bergbau. 53 gezwungen waren, außerhalb der Stadt auf dem Lande an drei Bensberg- Gladbacher Bergwerts- und Hütten- Aftien- Gesellschaft eft 5 des Volks- Lexikon. Herausgegeben von Emanuel verschiedenen Orten zusammen zu kommen. In fleinen Gruppen Berzelius. Pro 1893 eine Dividende von 9 pCt. Magdeburger zogen schon am frühen Morgen Arbeiter und Arbeiterinnen Bergwerks- Attien- Gesellschaft. Dividende aus 1898 von 12 pet. Wurm; Verlag von Wörlein u. Comp., Nürnberg, ist soeben hinaus. Vorträge wurden gehalten und eine illustrirte Maifest- Raliwerke Aschersleben. 1893 Dividende 10 pCt. Konsolidirtes erschienen und enthält folgende größere Artikel: Analphabet, nummer zu vielen Tausenden verkauft und verbreitet. Analyse, Anarchismus( Theorie und Geschichte), Anatomie, Braunkohlen- Bergwerk Caroline au Offleben. Pro 1893. Divi Andorra, Anhalt( Geographie, Geschichte, Berfassung). Ungarische Allgemeine Rohlenbergbau- Aktien- Wir machen besonders auf den 82 Druckseiten langen Artikel Bollständigkeit schildert, wie sie bisher noch in der gesammten Nach reichlichen Ab- Anarchismus" aufmerksam, der die Geschichte deffelben in einer politischen Literatur nicht vorhanden ist. ein Heft. Alle 14 Tage erscheint 1 = In Mirandola in der Emilia, wo noch im vorigen dende 6 pet. Jahre der 1. Mai ganz unbeachtet blieb, war diesmal der ganze Gesellschaft in Budapest. Pro 1893. Ort und die Umgegend in großer Bewegung. Wie bereits geschreibungen und Dotirungen des Reservefonds 40 000 fl. eine meldet, wurde der Abgeordnete Agnini brutal verhindert, zu Dividende von 8 pet. Konsolidation. Pro 1893 Dividende sprechen. Er sprach darauf in zwei Versammlungen und in 8 pet.( im Borjahre 12 pCt.) Gelsenkirchener Bergwerts- Attien einem Ausflug aufs Land. Die verhaßten Polizeimaßnahmen Gesellschaft. Pro 1893. Dividende 6 pGt. Hibernia. Pro 1893. bewirkten unter den Tausenden von Stadt- und Landarbeitern Bruttogewinn 1618 000 m. Nach reichlichen Abschreibungen eine nur um fo tiefere Aufnahme der sozialistischen Aussaat. 4 pCt. Dividende. Anlagekapital 22 400 400. König Wilhelm. In Pescara wurde zum ersten Mal das Maifeft, und Pro 1893. Rohgewinn 504 000 m.( Vorjahr 823 000) Dividende zwar glänzend gefeiert. Die ganze Stadt hatte Sonntagsruhe, theils 8, theils 3 pCt.( Vorjahr theils 10, theils 5 pét.) und auch hier begaben sich, wie in Ravenna, Arbeiter und Ar- diese Entbehrungslöhne" zusammenkommen, haben wir an obigen Wie beiterinnen in Gruppen nach dem nahen Pinienhain, wo zündende zwei Beispielen gezeigt. Ansprachen gehalten wurden. Zum Schluß des Maifeft- Berichtes aus Italien fet nochmals auf die vorzügliche Rede von Ferri am 1. Mai in Mailand hingewiefen. Diese Rede beginnt in allen wissenschaftlichen Kreifen Italiens zu wirken. Gerichts- Beitung. Briefhaffen der Redaktion. Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( 8wei Buchstaben oder eine 8abl anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. B. B. 100. Der Beamte hat das Recht, die Uhr mitzus nehmen; auf keinen Fall fönnen Sie dieselbe als Ihr Eigenthum betrachten. Kirchmann. Ein derartiges Verbot exiftirt nicht. Prag, 9. Mai. Das Urtheil in dem Prozesse wegen der die Verwandten des verstorbenen Ehegatten die eine Hälfte, der Nr. 80. Nach hiesigem Erbrecht erben bei tinderlofer Ehe Dynamitattentate in Ratoniz erklärt sämmtliche Angeklagte des überlebende Ghegatte die andere Hälfte des gemeinsamen Ver Mit der Veröffentlichung obiger Berichte gedenken wir die Verbrechens gegen das Dynamitgeset, sowie theilweise der vermögens. Sie müssen daher mit den Berwandten Ihres verRundschau über die Maifeier zu schließen. Der Zweck, den die suchten Erpressung, der öffentlichen Gewaltthätigkeit und des ftorbenen Mannes das Vermögen theilen. Berichterstattung gehabt, ist erreicht. Wir haben daraus ersehen, Diebstahls schuldig. Die Angeklagten Schmida und Schwacha daß die Maifeier und die mit ihr zum Ausdruck gebrachten wurden zu je 3 Jahren schweren Kerters, verschärft durch Sie einen Ärzt. Farfage. Aerztliche Fragen beantworten wir nicht. Fragen Ideen in immer weiteren Kreisen Eingang finden. Aus allen einen Fasttag alle 3 Monate, der Angeklagte Natali zu Theilen Deutschland 3 lauten die Nachrichten überein- 1/2 Jahren schweren Kerkers, verschärft durch einen Fasttag Sie uns vorwerfen, haben wir in der Religionsfererei" verD. D.... Sind Sie schwer von Begriffen! Gerade, was stimmend dahin, daß die Betheiligung von Jahr zu Jahr in jedem Monat, verurtheilt. In der Begründung führte spottet. Sie scheinen nicht zu wissen, was" Gänsfüßchen" sind! eine wachsende ift. Besonders verdient hervorgehoben zu der Gerichtshof aus, er fei nicht zu der Ueberzeugung gelangt, und darum Magister und Doktor gar!"" Sie sollten sich das werden, daß selbst in Ortschaften mit einer ausschließlich daß Natali geistesschwach sei. Der Verurtheilte Schmida erklärte Geld für den Titel wirklich zurückgeben lassen. oder doch fast ausschließlich ländlichen Bevölkerung eine den im Namen seiner Genossen, sie behielten sich eine breitägige Be Berhältnissen entsprechende Feier veranstaltet worden ist. denkzeit vor. R. 2. 31. Vom Jahre 1895 ab. Wie im Deutschen Reich, so im Ausland, überall, wo es flaffenbewußte Arbeiter giebt, wurde der Weltfeiertag feftlich feier wurden verurtheilt: ein Angeklagter zu acht Monaten, vier Krakau, 10. Mai. Wegen der Erzeffe anläßlich der Rosciuszko begangen. Die Heerfchau des internationalen Proletariats ist Angeflagte zu drei bis sechs Monaten schweren Kerkers, brei vorüber und zur Zufriedenheit der Arbeiterschaft ausgefallen. Angeklagte wurden freigesprochen; mehrere Angeklagte wurden Möge die bürgerliche Preffe auch höhnend oder mißachtend über dem Bezirksgerichte überwiesen. unsere Berichterstattung sich aussprechen, möge sie selbst über den 1. Mai sich ausschweigen, die Thatsache wird sie nicht aus der " Riftenmacher. Ja, wenn sie sonst noch etwas verdient. F. M. 11. Nein. E. T. M. Es wäre möglich. Marten Sie noch bis zum Herbst. Tischlerei von Voigt. Der Empfang der abgelieferten 7 M. tann erst im nächsten Monat vom Parteikassirer quittirt werden, da die Quittungslisten für April bereits an dem zage, an welchem Sie das Geld überbrachten, abgeschlossen war Briefkaffen der Expedition. Für die Wiener Tischler gingen ferner ein: Bolldampf H. H. auf der Landpartie nach Friedrichshagen 10,-. Gesammelt von den Kollegen der Möbelfabrik von Nic. Rhower 11,25. Von der Pianofortefabrik Otto, Liegnigerstr. 3, 7,90. Summa 29,15 M. Bereits quittirt 607,30 M. In Summa 636,45 M. Depeschen. ( Depeschen des Bureau Herold.) richt der Regierung über die Verhältnisse in den nördlichen] zum Auseinandergehen. Die Lettere schritt energisch ein, zerKohlengebieten entgegen zu nehmen und dem Hause darüber zu streute die Widersetzlichen und verhaftete 8 Personen, die dem berichten. Abgeordneter Raizl stellte den dringlichen Antrag Landesgerichte eingeliefert wurden. auf Einsegung eines Ausschusses von 24 Mitgliedern behufs Erhebungen über die Vorfälle in Falkenau und Mährisch- Ostrau. Der Minister des Innern, Marquis Bacquehem, erklärte, die Regierung lehne den Antrag Raizl ab, stimme dagegen dem Antrage Ruß zu. Der Antrag Ruß wurde sodann einstimmig angenommen, dagegen die Dringlichkeit für den Antrag Kaizl mit 160 gegen 82 Stimmen abgelehnt. Köln, 10. Mai. Ueber die jüngste Judenheze in Jeka: terinoslam meldet ein Petersburger Telegramm der„ S. 3tg.", daß die Gendarmerie völlig ohnmächtig gegenüber dem wüsten Treiben war. Mehrere Verkaufsläden wurden nach Deffnen der Petroleumfässer in Brand gesteckt und jüdische Händler und Fuhrleute mit Stöden Wien, 9. Mai. Mehrere hundert streikende Bauarbeiter geschlagen. Militär mußte einschreiten; 100 Berhaftungen wurden ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) sammelten sich heute Nachmittag auf der Schmelz an und beab- vorgenommen. Am nächsten Tage sollten tausend Arbeiter einer Wien, 10. Mai.( Abgeordnetenhaus.) Nach der Wieder- fichtigten, die auf den Bauplätzen Arbeitenden eventuell gewalt- benachbarten Fabrik den Erzedenten zu Hilfe kommen. Die Fabrik aufnahme der Sitzung stellte der Abgeordnete Ruß den dring- fach wieder zum Streit zu bewegen. Die Angesammelten wider- wurde jedoch durch Militär umzingelt und keine Arbeiter in die lichen Antrag, den Gewerbe- Ausschuß zu beauftragen, den Be- fetten sich gewaltsam der Aufforderung der Sicherheitswache Stadt gelaffen; infolgedessen ist Ruhe eingetreten. Kein Laden. Hut- Engros- und Einzelverkauf part. Alvin Sussmann, Holzmarktst. 38, Pa Grösste Auswahl v. immerwährend einlaufenden Neuheiten. Gelegenheitsposten in steif u. weich. 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Beilage zum ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 107. 5. Mai. Gerichts- Beitung. Gewerbegericht. Freitag, den 11. Mai 1894. " Zirkular. 11. Jahrg. zufahren, obwohl ein Bureaubeamter Namens Wodtke zugegen zuhalten. Vom Streit der Bildhauer gilt das war. Dydaski, der keinerlei Gegenwehr versuchte, wurde schließ- Gleiche. Ein kleiner Theil der Meister hat bewilligt. Unters lich von Hildebrandt durch einen Faustschlag gegen den Kopf zu stüßungen sind für alle Streifenden nothwendig. Rammer VIII. Vorsitzender: Assessor Fürst. Sigung vom Anzeige wegen Bergehens im Amte erhoben. Der Staatsanwalt Boden gestreckt. Auf erstattete Anzeige wurde gegen Hildebrandt In recht eigenthümliches Licht wird der große Kanonens Der Buchbinder F. lagt gegen den Zuguspapier- Fabrikanten wollte die Rohheit des Nachtwächters mit 3 Monaten Gefängniß fönig und Arbeiterfreund" Krupp in Essen gestellt durch Saler auf Bezahlung von 21 Feiertagen, die sich auf die Zeit gefühut wissen, der Gerichtshof ging jedoch weit über das bean- folgenden Ütas, der vor Kurzem zur Kenntniß der Arbeiter vom 21. Juli 1891 bis zum 24. Februar 1894 vertheilen. Er tragte Strafmaß hinaus und erkannte auf neun Monate gelangte. verlangt 84 M. unter der Begründung, daß er, als ihm zum richt gewiß mit Freuden aufnehmen, da sie nun endlich von Gefängniß. Die Einwohnerschaft Nigdorfs wird diese Nachersten Mal Feiertage, die in die Woche fielen, nicht bezahlt einem gefährlichen Menschen befreit werden dürfte. wurden, energisch dagegen protestirt und sein Recht geltend zu machen sich vorbehalten habe. Die Beweiserhebung ergiebt, daß ein Vertreter des Beklagten dem Kläger auf seinen Protest hin erklärt hat, wenn er sich nicht fügen fönne, stehe seine Stelle Anderen offen, und daß der Kläger trotzdem rubig weiter ge= arbeitet hat, ohne bei späteren Feiertagsabzügen" gegen diefelben zu protestiren. Der Gerichtshof war der Meinung, Kläger habe durch sein Verhalten nach dem Protest gegen die Nichtbezahlung der Feiertage zu erkennen gegeben, sich in dieselbe fügen zu wollen. Soziale Ueberlicht. Spandau. Wir geben den Genossen hiermit bekannt, daß in Hakenfelde uns kein Lokalinhaber feinen Saal zur Verfügung stellt. In Pichelewerder verweigerte uns der Lokalinhaber seinen Saal. Für Spandau selbst stehen uns nur folgende Lokale zur Verfügung; Spandauer Berg- Brauerei; Bork, Stafnerstr. 14; Ratke, Rammer V1. Vorsitzender: Assessor Leo. Sitzung vom Neumeisterstr. 5; Witte, Pichelsdorf, zum Schwan. Zu empfehlen 7. Mai. Ein Hausbiener war von einem Bäckermeister ausdrücklicher, Lienarſtr. 35; Hallecker, Frobenstr. 12; Klinisch, Bichelsdorferstr. 103. Mittheilungen achten. Mögen die Genossen bei ihren Ausflügen genau auf diese Im Auftrage der Lokalkommission: A. Senftleben, Bergstr. 6. sowohl die im Afford als auch im Tagelohn beschäftigten Ar Leider habe ich die Wahrnehmung machen müssen, daß beiter der verschiedenen Betriebsabtheilungen des Bau- Büreaus faft ohne Ausnahme in ganz unverantwortlicher Weise faullenzen. Es ist dies ein Beweis einerseits, daß nicht alle Organe des Aussichtspersonals ihren Dienst gewissenhaft ausüben und anders seits, daß die Alfordsätze den Arbeitsleistungen nicht entsprechen, sondern vielfach zu hoch stehen. Um diesem Unwesen zu steuern, beanspruche ich, daß eine bedeutend schärfere Kontrolle der Arbeitsstellen durch das Auffichtspersonal stattfindet, namentlich bei Beginn und Schluß der Schichten und Pausen. beantragten Atfordsäge einer gewissenhaften Prüfung zu unterSodann sind seitens der Kontrolle die von den Meistern ziehen und nur dann zu genehmigen, wenn die Ueberzeugung gewonnen ist, daß die Arbeiter nur bei geschickter und fleißiger Thätigkeit einen angemessenen Verdienst erzielen können. Die Kontrolleure sind ferner verpflichtet, diejenigen ihres Aufsichtspersonals, welche nicht voll und ganz ihre Pflicht ers füllen, mir zur Meldung zu bringen. mit vierzehntägiger Kündigungsfrist engagirt worden, und zivar waren der 15. und 1. jeden Monate zu Kündigungstagen aus ersehen. Am 5. Januar kündigte der Meister dem Hausdiener zum 15., womit dieser sich nur unter der Bedingung einverstanden erklären wollte, daß er bis zum 1. Februar seinen Lohn erhalte Er arbeitete hierauf ungehindert bis zum 1. Februar Bau- Bureau, den 24./4. 1894. Charlottenburg. An die Töpfer und Maurer! gez. Schmoh L. weiter, an welchem Zage ihn sein Arbeitgeber mit den Worten Kollegen! In anbetracht der überaus schlechten Lage unserer wird hier der Aufseher darauf hingestoßen, daß er nichts an Mit einer Deutlichkeit, die nichts zu wünschen übrig läßt, hier". Der Entlassene flagte auf Lohnentschädigung für vierzehn Filiale des deutschen Maurerverbandes befizen. Der Unterzeich dafür Sorge tragen muß, daß möglichst viel Mehrwerth aus den entließ:" So, jest müssen Sie austreten, es ist ein„ Neuer" Berufskollegen ist es bedauerlich, daß wir am hiesigen Orte teine wird hier der Ausseher darauf hingestoßen, daß er nichts ans deres als der Antreiber der Lohnsklaven zu sein hat, der Zage wegen unrechtmäßiger Entlassung. Seinen Anspruch be- nete wit un in Gemeinschaft mit einigen Kollegen behufs gründete er mit einem Hinweis auf die mit dem Beklagten ver. Gründung einer Filiale eine Zusammenkunft der hiesigen Maurer Knochen der Arbeiter gepreßt werde. einbarten Kündigungsbedingungen. Er hätte, führte er aus, am veranstalten. Besonders machen wir auf den Beschluß des Kon15. noch einmal, und zwar zum 1. Februar gekündigt werden grefses der Maurer vom 12. Mai 1891 aufmerksam, der alien müssen, sollte er an diesem Tage austreten". Die Kündigung Kollegen die Pflicht auferlegt, sich an den Zentralverband anzu vom 5. Januar sei von vornherein nichtig, weil mit den ge- schließen. troffenen Engagementsvereinbarungen in Widerspruch stehend. Möge Jeder diesem Beschluß Folge leisten und vor allem Der Gerichtshof schloß sich dem an und verurtheilte den Beklagten, unsere Bersammlung zahlreich besuchen. Diese findet statt am da erwiesen wurde, daß Kläger am 15. Januar nicht gekündigt 3. Pfingstfeiertag im Lokal des Herrn Krause, Charlottenburg, worden ist. Bismarckshöhe, Wilmersdorferstraße 39. Arbeiter " " W. Schulze. " Der Ausstand der Great Northern Eisenbahn in Das Elend ist international, wie der Kapitalismus, der es hervorruft und ständig vergrößert. Die in Budweis er scheinende Bochoden" berichtet aus Neuhaus: Die Neuhauser reißen, ohne sich darum zu kümmern, ob die in den alten Häusern Stadtgemeinde läßt jedes Jahr mehrere alte Zinshäuser ein eingemietheten Arbeiterfamilien ein anderes Obdach finden oder nicht. An stelle der eingerissenen Häuser werden von petu. lanten Neubauten aufgeführt mit Wohnungen, die nur für Rammer 111. Vorsitzender: Assessor 2ohmeyer. Sigung Herrschaften" bestimmt sind. Infolge dieses Umstandes herrscht vom 8. Mai. Die Töpfer der Fabrik von Rnieling im in der Stadt eine große Wohnungsnoth, und ist es beim letzten Nicht gewerbsmäßiger Bau Unternehmer P! auenschen Grunde sind ausgesperrt, weil sie entgegen Ausziehtermin vorgekommen, daß 40 Familien obdachlos blieben, von wollte der Tischlermeister Fiebeck sein, gegen welchen ein Maurer dem Willen des Unternehmers am 1. Mai gefeiert hatten. welchen viele, die nicht zuständig waren, in ihre Heimathsgemeinden zwei Lohnentschädigungs Forderungen geltend machte, indem er abgeschoben wurden. Der Rest wurde in diversen Löchern unters wegen unrechtmäßiger Entlassung 78 M. und für Ausseztage Lesern des Vorwärts" befannt ist, sind die Schuhmacher in wären. So wohnen in einem Keller drei Familien beisammen. An alle Arbeiter und Arbeiterinnen! Wie bereits den gebracht, die zur Viehunterbringung zu schlecht befunden worden 32,50 M. forderte. Der Beklagte F. mitbeklagt ist der Maurerpolier CI. ließ auf eigenem Grundstück Burg bei Magdeburg in einen Ausstand eingetreten. Der Grund Der Keller hat keinen gedielten Fußboden und keinen Ofen. bauten, wie er behauptet, und hatte Cl. mit der Leitung hierzu war folgender: In der Schuhfabrik von Konrad Tack Außerdem befindet sich im Keller ein Brunnen. Im herrschaftwurde einer Arbeiterin gekündigt und zwar mit der Begründung, lichen Schafstall des Grafen Czernin sind vier bis fünf Familien Der Arbeiten betraut. CI. erhebt gegen die Klage noch den Einwand, Kläger sei auf Alford engagirt worden und habe sie stifte Unruhe in der Fabrik und agitire für den Verein untergebracht. Ein Arbeiter, der sechs Kinder hat, mußte durch infolgedessen feinen Kündigungsanspruch. Nach erfolgter Beausschusses wegen dieses rigorosen Vorgehens wurde ihm turz nachten. Einige menschenfreundliche Bürger erbarmten sich seiner Schuhmacher. Auf eine Beschwerde des Fabrik vier Tage im Freien in der Nezartagaffe bei der Kapelle fiberweiserhebung wurde Fiebeck zur Zahlung von 78 M.( vier die Antwort zu theil: Die Kündigung wird nicht zurück Kinder und nahmen sie über die Nächte in ihre Wohnungen. zehntägige Lohnentschädigung) verurtheilt und der Kläger anit feiner Mehrforderung und insofern mit der ganzen Klage genommen." Dem Arbeiter trug ein städtischer Wachmann die angeblich gut abgewiefen, als sie auch gegen den Polier gerichtet war. Auf diese Antwort fündigten fämmtliche Arbeiter, 400 an gebeizte" Schubstation ols Obdach an, was dieser ablehnte. Gründe: Aus der Berhandlung habe das Gericht ent- Bersammlung beschloffen, fämmtliche Arbeiter zu entlaffen, falls sellschaftsordnung schlecht ist, und daß sie beseitigt werden muß! der Zahl. Während dieser Zeit haben die Fabrikanten in einer Dann möge noch jemand behaupten, daß unsere jebige Ge nommen, daß Fiebeck der Arbeitgeber des Klägers ge die Arbeiter bet ihrem Vorgehen beharren. Jedoch ehe sie diesen wesen. Er habe auf grund eingereichter Wochen: zettel die Söhne gezahlt und auch den dritten Theil der Kaffen- Beschluß zur Ausführung bringen fonnten, hatten bereits die Der zweiten Freiland- Expedition hat sich der seinerzeit Beiträge, den des Arbeitgebers geleistet. Dutch Beugen nehmer verständigt von dem Vorgehen der Unter- wegen fozialdemokratischer Umtriebe" angeklagte und schließlich sei zwar bestätigt worden, daß Affordarbeit vorlag; die bezüg -die Arbeit einmüthig niedergelegt, so daß gegen freigesprochene Lieutnant Hoffmeister angeschlossen. lichen Abschlüsse hatten jedoch nur den Charakter einer Preis: wärtig ca. 500 Arbeiter mit 340 Kindern im Ausstand find. Arbeiter und Arbeiterinnen! Herr Konrad Tack hat in allen vereinbarung, betreffend Arbeiten, die fortlaufend auszuführen waren. Das Engagement des Klägers sei nach der Annahme größeren Städten Deutschlands eigene Schubgeschäfte, in Berlin Amerika ist beigelegt worden. Es wurde eine Konferenz abdes Gerichts somit, da andere Vereinbarungen nicht behauptet besitzt der Herr fünf große Geschäfte: Dresdenersir. 129; Rosen- gehalten, an der der Präsident der Eisenhahngesellschaft, der wurden während der Verhandlung, ein solches auf unbestraße 65. Außerdem sollen noch neu eingerichtet werden je ein Bertreter der Handelskammern von St. Paul und Minneapolis, wurden während der Verhandlung, ein solches auf unbe- thalerfir. 14, Potsdamerstr. 57/58, Andreasstr. 50 und Oranien- Präsident des Gewerkvereins der Eisenbahn Angestellten und stimmte Zeit gewesen, ohne Kündigungsausschluß. 6,50 M. pro Tag Geschäft in der Alten Jakobstraße und Brunnenstraße. Wir welch' legtere als Schiedsrichter thätig waren, theilnahmen. Die habe der Gerichtshof für einen Maurer als angemessen betrachter bitten nun, bei den Feiertagseinkäufen sich diese Geschäfte zu Gesellschaft hat den Ausständigen fast alle von ihnen gestellten und F. wie geschehen verurtheilt. Die beanspruchte Entschädigung für die ausgesetzten 5 Tage wäre dem Kläger nicht zugesprochen merken, um dieselben zu berücksichtigen". An die Genossen in Forderungen bewilligt. worden, weil er nach der glaubhaften Aussage des einen Zeugen richten wir die Bitte, die Adreffen in ihren Parteiblättern be- Aussicht. anderen Städten, wo Geschäfte von Herrn Tack vorhanden sind, Neue Arbeiterschutz- Geseke stehen in England in mit dem Aussehen einverstanden gewesen sei, ohne Bedingungen fannt zu machen. Auch bitten wir, die Adressen an W. Bomäuschenstill geworden ist von weiterem Arbeiterschutz, schreitet Während im Lande der sozialen Reform es zu stellen. Der Polier Cl. sei nicht Arbeitgeber, sondern Arbeiter wie Gotha gelangen zu lassen. Arbeiter und Arbeiterinnen allerorts, man in England auf diesem Gebiete rascher vorwärts. Soeben unterfüßt uns thatkräftig in diefem uns aufgedrungenen Kampfe. hat die Regierung dem Unterhaufe einen weitgebenden GesetzSelbständige Abmachungen eines Solonnen Siemlich sämmtliche Ausständigen find organisirt. Der Geist ist entwurf vorgelegt. Die neue Novelle hat zunächst ben Zweck, führers, betreffend die Zahlung des Afford ein guter. Das höchste Recht des Arbeiters, sich zu vereinigen, ber Benußung unzulänglicher Arbeitsräume in den Fabriken und reftes( Rolonnenakkord) sind für die einzelnen Geldsendungen sind zu richten an W. Bock Gotha und an sollen für jeden Arbeiter 250 Rubitfuß Luft vorhanden Etablissements ein Ende zu machen. Während der Tagesarbeit Rolonnenmitglieder nicht bindend. So wurde in den Unterzeichneten. einem Prozeß des Buyers G. gegen den Unternehmer Fr. entschieden. während der Nachtarbeit, das heißt nach 8 Uhr Im Auftrage der Agitationstommission. G. hatte mit acht Kollegen zusammen einen größeren Afford Abends, 400 Rubikfuß. Die Gerichte sollen die Be A. Fleischer, Höchstestr. 11. ausgeführt, aus dem die Kolonne nach seinen Behauptungen fugniß haben, ungeeignete Arbeitsräume sofort schließen zu nach Abzug der üblichen Wochenvorschüsse( 7 M. pro Tag) noch laffen; Maschinen, die in Bewegung find, dürfen nicht mehr von 788,70 M. zu fordern hat. Diese Summe, welche nach Fertig: Frauen und jugendlichen Personen gereinigt werden. Bisher stellung der Arbeit auszuzahlen gewesen wäre, vertheile sich auf erstreckte fich nämlich das Verbot nur auf die letzteren. Wäsche 310 Arbeitstage, von denen 28 auf ihn, Kläger, fielen. Der reien und andere Industrien, die bis jetzt nicht unter die Fabrikganze Alfordrest( Nachschuß) verrechnet, ergebe pro Tag 2,38 M. afte fielen, sollen nun ebenfalls unter deren Bestimmungen treten Er habe 28 Tage gearbeitet, fönne fomit 66,64 M. von dem und infolge dessen einer ständigen Kontrolle unterzogen werden. Nachschuß beanspruchen. Der Beklagte bemängelte mit bezug Auch Dampfwäschereien sollen als Fabriken gelten; ebenso sind auf verschiedene Punkte die ganze Akkordrechnung und wandte Docks, Werften und alle Plätze, auf denen zeitweilig Bauten aufSpeziell gegen die Anspruchs er bebung des Klägers ein, der geführt werden, der staatlichen Beaussichtigung zu unterstellen. Rolonnenführer habe ihm, Beklagten, zugesichert, auf die Zahlung Für Miethskasernen- Fabriken", wie sie namentlich in Sheffield des Nachschusses noch warten zu wollen. Die Verurtheilung des vorkommen, d. h. für große Fabrikgebäude, deren einzelne Räume Beklagten der Klageanspruch wurde als berechtigt anerkannt der Eigenthümer an eine größere Bahl Fabrikanten vermiethet, begründete der Vorsigende wie folgt: Die Verhandlung habe soll der Eigenthümer des Hauses, so weit es sich um die gedie Richtigkeit der Gesammtrechnung und der speziellen des Klägers sundheitlichen Verhältnisse handelt, haftbar gemacht werden. ergeben( weshalb, wird näher ausgeführt, interessirt hier aber Der Minister des Innern soll ferner das Recht besigen, die Arnicht). Die Vereinbarung des Betlagten mit dem Solonnen beitszeit bei gefährlicher und gesundheitsschädlicher Arbeit zu be führer, daß mit der Restzahlung noch gewartet werden sollte, sei schränken und die Anstellung von Frauen, jungen Leuten und für den Kläger nicht bindend. Der Kolonnenführer sei nicht Bauarbeiter dauert unverändert fort. Die Herren Unter- Fabrikanten bei Stückarbeit jedem Arbeiter eine gedruckte LohnDie Lohubewegung in Wien. Der Streit der Kindern ganz zu verbieten. In der Textilbranche sollen die in der Weise Vertreter der Arbeiter seiner Kolonne, daß er selbst- nehmer ständig für sie bindende Abmachungen treffen könne. Jeder Ar- nehmer haben die Hilfe der Polizei angerufen und natürlich liste einhändigen, damit er wisse, was er zu fordern hat. beiter, ber, wenn auch durch Vermittlung des Kolonnenführers, erhalten. Durch eine Polizeiverordnung ist die Agitation der in Arbeit trete, erwerbe sich durch seine Arbeit ein eigenes Forde- Streikenden auf den Bauplägen, wo gearbeitet wird, wesentlich Aus der norwegischen Kriminalstatistik. Bekanntlich Kläger, nur eines anderen Grades. will man zerstören. Die Zimmerlente Danzige und Umgegend haben, wie bereits mitgetheilt, am Montag, den 7. Mai 1894 mit Ausnahme von 10 Mann sämmtlich die Arbeit niedergelegt. Die Zahl der Streifenden beträgt bis heute 300 Mann und gewinnt an Ausdehnung. Die Haltung der Streitenden ist eine musterhafte. Die Meister beschlossen, da fein Zuzug zu beschaffen war, daß auch die Maurer die Arbeit sofort einstellen sollen. Es dürfte nunmehr ein Massenstreit ausbrechen, indem die in Mit leidenschaft gezogenen Berufe schließlich sich doch nicht halten können. Die Zimmerleute ersuchen nun um rechtbaldige kräftige Unterstüßung mit Geldmitteln. Alle Gelder werden an Eugen Sellin, Zimmerer, Danzig, Rittergasse 17, erbeten. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um möglichst schnelle Veröffentlichung gebeten. " eingeschränkt. Der Streit der Tischler dauert unverflagen gewisse Leute immer über die ständig zunehmende Roh rungsrecht. Deshalb habe der Kläger ohne Rücksicht auf den mindert fort. Von den Unternehmern wird nun Alles auf- heit" und behaupten eine Zunahme der Verbrechen, Gesammtanspruch der Kolonne seinen Anspruch erheben können. geboten, die Tischler zur Aufnahme der Arbeit zu bewegen. Die, wenn fie der Fall wäre, ja gar fein Beweis für zunehmende Den Nachtwächter Sildebrandt in Nixdorf hat sein Auch sie sehen ihre ganze Hoffnung auf die polizeiliche Kund- Rohheit, sondern nur dafür wäre, daß die materielle Lage eines Schicksal ereilt. Der äußerst seltene Fall, daß ein sogenannter machung und auf den Umstand, daß die Streikenden nur äußerst großen Theiles der Bevölkerung immer schlechter wird, da die Sicherheitsbeamter sich wegen der von ihm begangenen Ausgering oder gar nicht unterstützt werden können. In einer am Mehrzahl der Verbrechen ja auf Vergehen gegen das Eigenthum schreitungen vor Gericht verantworten muß, hat sich am Montag 3. Mai in Floridsdorf abgehaltenen Versammlung, die äußerst zurückzuführen sind. Nun ist aber wieder in Norwegen eine ereignet. Vor der 2. Strafkammer des Landgerichts II stand an zahlreich besucht war, beschlossen die Arbeiter aller Fabriken eine Statistik erschienen, welche das gerade Gegentheil beweist. Die diefem Tage der bekannte Rigdorfer Nachtwächter, von dessen regelmäßige Steuer zur Unterstützung der Streikenden. Ebenso Bahl der straffälligen Personen betrug daselbst in den Jahren Heldenthaten wir erst vor einigen Tagen berichten founten. Dem werden in zahlreichen Branchen regelmäßige Sammlungen für 1876-1880 16 219, 1881-1885 15 911 unb 1885-1890 nur am Montag zur Aburtheilung gelangten Fall lag folgender That die Streikenden durchgeführt. Die Unternehmer fühlen be- noch 18 968, bestand zu Grunde: reits den schweren Schaden, den ihnen der Streit zu- Allerdings mag dies auch auf eine Aenderung und VerIn der Nacht vom 2. zum 8, November v. J. nahm Hilde fügt. 29 Tischlergehilfen, welche sich an der Demonstration befferung des norwegischen Strafgesetzes zurückzuführen sein, brandt den ihm persönlich sehr gut bekannten Dohrleger Ignaz vor Fabrik betheiligt hatten, waren verhaftet aber im großen Ganzen wird in einer bürgerlichen Gesellschaft Dydaski aus Nixdorf Nixdorf wegen angeblicher Ruhestörung worden und standen am 3. Mai vor dem Strafrichter. wohl Verbrechen" bleiben, was in ihr Verbrechen gewesen. Auch in Haft und transportirte denselben nach dem Amts: Zwölf von ihnen wurden freigesprochen, die übrigen erhielten 1, aus der norwegischen Statistik erhält die schon oft nachgewiesene hause. Obwohl Dydasti willig folgte, wurde er doch 2 oder 3 Tage Arrest wegen Uebertretung des Koalitionsrechts. Thatsache, daß die Männer in größerer Anzahl unter den Bevon Hildebrandt in unerhörtester Weise mit Faust In Deutschland würde man jedenfalls wieder ein Aufruhr- ftraften figuriren, als die Frauen, ein Beweis, daß es eben der fchlägen trattirt und selbst im Amtsbureau entblödete prozeßchen barauß gemacht haben. Der Bergolderstreit wirthschaftliche Erwerbstampf ist, welcher in erster Reihe zu Berfich der Sicherheitsbeamte" nicht, in den Mißhandlungen fort- bauert ebenfalls unverändert fort. Buzug ist daher noch fern- brechen veranlaßt. einer Versammlungen. genommenen Erfahwahl wurde als Raffirer Rollege Kruschinski, Solzarbeiter nach dem Bureau ihrer Gewerkschaft verweisen wiedergewählt, zu Schriftführern wurden die Kollegen Herzog mußte, dieselben unter allen Umständen Auskunft in der Rosens und Becker ernannt. Den streifenden Schuhmachern in Burg straße verlangten. Karl Dost, Drechsler, Schönleinstr. 18. wurden von der Versammlung 20 M. bewilligt. Zum Schluß Zentral- Kranken- und Sterbekaffe der Tischler. Die Mitglieder forderte Kollege Prüfer die anwesenden Mitglieder auf, an den der Ortsverwaltungen versammeln sich Freitag, den 11. Mat, Abends 8 Uhr, bei Quandt, Stralauerstr. 43. Bersammlungen regeren Antheil zu nehmen. " " Im jozialdemokratischen Wahlverein für den dritten Wahlkreis hielt in der Sigung vom 9. Mai Genosse Jahn ein Referat über„ die Entwickelung der Volkswirthschaft". Eine Diskussion schloß sich den mit Beifall aufgenommenen Aus. führungen nicht an. Unter Vereinsangelegenheiten stimmte die Ber Marienfelde. Am 3. Mai tagte hier eine öffentliche Verfammlung dem Vorschlage des Vorstandes zu, daß die Broschüre fammlung. Genosse Dastig referirte über das Thema: Die von Dietzgen Die Zukunft der Sozialdemokratie" an die Mit: Ausbeutung der Besitzlosen durch die Besitzenden." Dem beiglieder zur Bertheilung gelangen soll. Genosse Schweizer verlas fällig aufgenommenen Vortrage folgte eine furze Diskussion, in das in der Polizei- Affäre vom 18. Januar gefällte Urtheil und welcher fämmtliche Redner sich den Ausführungen des Referenten rief mit demselben große Verwunderung hervor. Genosse Hente anschlossen. bemerkte, es wäre gut, wenn der Bericht des„ Vorwärts" über Eine Resolution, in der die Forderungen der Partei auf diesen Prozeß als Broschüre herausgegeben würde, denn durch wirthschaftlichem und politischem Gebiet furz zusammengefaßt das gedruckte Wort werde besser gewirkt als durch das gesprochene, waren und die gleichzeitig die Interessengemeinschaft mit den daher sollte auch der Vorwärts" mehr guten Unterhaltungsstoff Arbeitern aller Länder bekundet, gelangt einstimmig zur Anbieten, um dem„ Lokalanzeiger" auch bei den Frauen Konkurrenz nahme. Zum Schluß richtete der Genosse Duvinage an die Anmachen zu können. Nachdem sich hierauf auf Anregung eines wesenden die Aufforderung, dem Arbeiter- Bildungsverein für Mitgliedes einige Genossen über die Absichten Herzka's und über Mariendorf und Umgegend beizutreten. die Sympathieen, welchen dieselben in sehr hohen Kreisen begegnen sollen, geäußert hatten, erfolgte Schluß der Verfammlung. Die Versammlung der streikenden Böttcher vom 10. Mai hatte sich eines sehr guten Besuches zu erfreuen. Die allgemeine Lage des Streits ist wenig verändert. Der Berichterstatter der Lohnkommission theilte unter anderem mit, daß die Parteigenossen in Halle sowohl wie in Dessau in diesen Tagen Stellung zu der Aussperrung der Böttcher resp. zur Anfertigung der Berliner Böttcherarbeit nehmen würden. In den Inseraten des Ringes figuriren neben anderen größeren Brauereien auch solche, die über: haupt keine Böttcher beschäftigen; die Brauerei Borussia, welche abenfalls unterzeichnet ist, stellt am 1. Juni den Betrieb, wie verlautet, überhaupt ein. worden, unter keinen Umständen Bestellungen derjenigen entgegen zu nehmen, welche bislang Konsumenten der Vereinsbrauerei in Kiydorf waren. Aus der Mitte der Versammlung wurde der gegenüber auf die nicht im Ringe organisirten Brauereien hingewiesen, bei denen sich der Bedarf vorläufig wohl decken lasse. Mehrere Redner beschäftigten sich eingehend mit den Waschzetteln, welche anscheinend im Auftrage der vereinigten Unternehmer der tapitalistischen Preffe zugegangen und z. B. von der Charlottenburger Neuen Zeit" als Leitartikel abgedruckt sind. sich mit der Wahl einer Agitations Kommission beschäftigte. In Weißensee tagte am 6. Mai eine Versammlung, die Dieser Gegenstand mußte von der Tagesordnung einer voraufda die Polizeistunde eingetreten war, die Versammlun, auflöſte. gegangenen Versammlung abgesetzt werden, weil der Gendarm, Nach einer längeren Debatte wählte die Versammlung folgende Genossen: Both, Jakob, Beliz, Hentschfe, Konrad, Wendt und Roch. Schule, Müllerfraße 179a und Süd o ſt- Schule Waldemarit. Le Theilnehmer. Damen und Herren, jeder Zeit aufgenommen. 1 1 17 Röpenick, Grünstraße 53 bet Gaul. Die Bierfahrer des Ringes find angewiesen Verein a.r. Matengruß, 1 1 1 1 Arion, Oberon, Raiser FranzLoreley, Grünthalerstr. 5 bei Hemmerling. Gesangverein der Lustige Deutsche Liedertafel, Grüner Weg 29, Restaur. Saeger.- SängerRheingold( vorm. 1 Theaterverein Crescendo, Abends 9 Uhr, bei Schulz, Bunbuserstr. 35. Musikverein Frisch auf, Restaurant Schröder, Reichenbergerstr. 24. 1 Theaterverein Bultania, 9 Uhr, Jäger's Gesellschaftshaus, Gartens Straße 13-14. Theaterverein Freier Wille, jeden Freitag Abend 8 1hr bet Sauermann, Adalbertstr. 8. Berliner Turngenossenschaft. Die erste Männerabtheilung turnt Freitag und Dienstag Abend von 8-10% Uhr in der Turnhalle des Turnverein Gesundbrunnen Lessing- Gymnasiums Banffir. 9-10.die 1. Männer- Abtheilung turnt heute Abend von 8-10% Uhr in der Turnhalle des Lessing- Gymnasiums, Pantstr. 9-10. Kraft und Artisten= tub Berolina jeden Dienstag und Freitag Uebungsstunde bei Grüßner, Waldemarstr. 42. Turnverein Germania( Mitglied des deutschen Arbeiter- Turnerbundes) turnt Dienstags und Freitags Abends von 8-10% Uhr Ackerstr. 67.- Turnvereir Fichte( Mitglied des Arbeiter- Turnerbundes Deutschlands.) Die zweite Männer- Abtheilung turnt jeden Dienstag und Freitag Abends von 8-10 Uhr in der Staligerstr. 65/56. bei Schneider. Vergnügungsverein Veilchen, Abends 9 Uhr, bet Brauns, Gefelliger Arbeiterverein Graphia, Abends 8 Uhr, Oranienfr. 188 p. Alte Jafobstr. 128( Logenhaus). Unterhaltungsflub Schiller, Abends Lepidopt. Vereinigung s uhr im Restaurant Holzbächer, Dreyfeftraße 3. Orion, Abends 9 Uhr Sigung Charlottenftr. 95, Restaurant Effenberg. firaße 35-37 Musikverein Soffnung. Abends von 9-11 Uhr Uebungsstunde Proskauer, Vergnügungsverein Berolina= Abends 9 Uhr im Restaurant" Bur Gleichheit", Andreasstraße Nr. 26, Nach derselben Tanz. Tanzlehrer- Berein Solidarität, Sigung. Lokale D01 Ehrenberg, Annenstraße Nr. 16, teng. – Bauchflub Sigung. Rauchklub Rothe Fahne, Freitag Abends 9 Uhr, Ruderverein Borwärts, Sigung Cuvryfir. 48 bei Kricheldorff. Gefangverein Abends 8 Uhr, in der Spreeterraffe, Jannowigbrücke. Freya( gemischter Chor) Rirdorf, Abends 9 Uhr, bei Barta, Bergstr. 120. Bergnügungsverein Im Brand, Sigung Abends 9 Uhr, bei Fr. Geriner, Landsbergerstr. 105. In der Humanistischen Gemeinde, Kommandantenstraße 79, hält am nächsten Sonntag Vormittags 10% Uhr Herr G. Schäfer den Vortrag über: fommen. " Durch Höllenfahrt und Himmelfahrt zum heiligen Geift." Gäste will Arbeiter- Bildungsschule. Freitag, Abends von 8%-10% Uhr: Nords Deutsch( Logit und Rethorif). Bei allen Unterrichtsfächern werden neue Lese- und Diskutirklubs. Freitag. Karl Marr, Abends sy Uhr, bei Gruber, Mariendorferstr. 5. Beiten, bei S. Werner, Bülowstr. 59. ad. Neumann, Brunnenstraße 130, 2 Tr. Arbeiter Sängerbund Serlins Vorsigender und Umgegend. Alle Aenderungen im Bereinstalender sind zu richten an Fried. Kortum, Manteuffelitr. 49, D. 2 Tr. Freitag. Ratser: ebungsstunde Abends 9 Hor Aufnahme von Mitgliedern. ftraße 68, bei feller. fcher Männerchor, Schönhauser Allee 28, bei Kuhlmen.-Nord, BergBorwärts 1, S.D. Adalbertitr. 21, bet Roll. Buch= Kummer'scher Gesangverein, Langeitraße 65, bei Tempel. Mais binder Männerchor Berlins, Holzmarttitraße 3, bei Deter. glöckchen. Hochstr. 32a, bei Wilte. Gemüthlich feit Puger, Palme, in Velten, bei Schröder. Morgenroth 4, verein. Krautir. Nr. 6 bei Rudolf, Sendelfir. 30. Köpenick, Müggelheimerstr. 3 bei Held. Karthaus'scher Gefang= Gesangverein Morgenroth 2, Typographia, Gefangverein Berliner Charlottenburg, Bismardstr. 75. Gesango. Nordwacht, Wirthshaus Friedrichs. Buchdrucker und Schriftgießer, Alte Jakobstr. 75.Müllerstr. 7, bet Reichert. Gefango. Freie Sänger in Schmargendorf. 8utunft 1, Steglig, Ahornstr., im Gambrinus, Vereinte Gesangverein Collegia 1, Manteuffelstr. 9 bei Nowac. Gangesbrüber Moabit, Stromstraße 28 bet Lange. Nord WestSängerverein Sorgenfrei, Melchiorstr. 15 bet Stehmann. Stern, Altonaerstraße 27 bei Sipfe. Vineta, Beteranenstraße 19 Der Arbeiter- Bildungsverein für Schöneberg und Um- bei Schulz.- Freie Liedertafel, Neue Königstraße 73 bei Hahn. Brandenburger Männer Gesangverein in Brandenburg a. H., gegend hielt am 7. Mai cr. eine Versammlung ab. Zum ersten Mengert's Boltsgarten. Sängerchor der Töpfer, Neue Friedrichstr. 44 bei Punkt der Tagesordnung: Bericht des Vorstandes, spra Ge- Röllig. Brauer- Gesangverein Gerstenähre, Alte jatobftr. 83 b. Wienece. noje Meiling. Er erläuterte die ausgeführten und die noch in Johanni, Am Ostbahnhof 7 bet W. Güblow.-Einigkeit 3, Gr.- Lichterfelde der Ausführung begriffenen Beschlüsse, und sprach dabei auch bei Gries, Giefensdorf.- Geselligkeit. Hennigsdorf, Böhmert's Gasthaus fein Bedauern aus, daß die Mitglieder sich so wenig an der Ge- Wittenberge, Thurmstraße 23, Bentralhalle. Fris, Naunynftr. 86 bei Frig Zubeil. Freya 2 werkschaftsstatistik betheiligten. Von einem Kassenbericht nahm Grenadier: Play 7. die Bersammlung Abstand, und wurde dem Vorstand hierauf( gem. Thor), Nirdorf, Bergstraße 133, Hoffmann's Festsale( Inhaber Runge). Decharge ertheilt. Ein Antrag, diejenigen Mitglieder, welche temper und Berufsgenossen, Siemensstraße Nr. 17 bet viet. mit ihren Beiträgen länger als sechs Monate restiren, noch Sänger. Potsdam, Brandenburger Kommunikation 16 bet Glaſer. einmal aufzufordern, ihren Pflichten nachzukommen, widrigenfalls trets( Weißenfee). Königschauffee 46 bei Dorn. Apollo, Beuthstraße fte in der nächsten Versammlung zu streichen sind, wird angenom nr. 18-19, 3um Bonhorn", Schulte's Restaurant. men. Hierauf fand die Aufnahme von 20 Mitgliedern statt. Mohr'sches Doppel- Quartett), Büschingstr. 7 bei Jatob.- Sängertette, Rottbuser Tamm 74 bet Hilfe.- Spandau in Spandau, Neumeisterstr. 5, Die Versammlung erklärt sich damit einverstanden, daß Restaurant Radtle. Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und urgegend. Weitere Maßregelungen der Brauereiarbeiter, welche sich wei: 17. Juni das Stiftungsfest gefeiert wird, und überläßt dem VorAlle Buschriften sind zu senden an P. Gent, Adalbertstr. 95. Freitag: gerten, Böttcherarbeit zu verrichten, sind zu verzeichnen. Besonders stand das weitere. Auf Antrag Kohlmann wird beschlossen, am Staitlub Kairo, Abends 8 Uhr bei Flick, Simeonstr. 23. rigoros scheint die Schöneberger Braderei vorzugehen, Sonntag, den 20. Mai, ein Flugblatt zur Agitation für den Bergnügungsverein& rif auf, Abends 9 Uhr, Ohmgaffe 2 bei Krebs. welche gestern vier Mann dieserhalb entlassen hat. Brauer zu verbreiten. Als Thema zur nächsten Versammlung Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. Freitag. Männer- GejangQuartettverein Steiner machte der Versammlung von seiner im Bürgerlichen fordern die Genossen auf an den Feiertagen auf die Lokallistenaldesrauschen, abends 9 Uhr, bei Weigt, Wartgrafenſtr. 87.- Brivatwurde bestimmt. Streif und Boykott." Meiling und Schubert verein union, Abends 9 Uhr, Berliner Bockbrauerei. Wedding, Abends 8 Uhr, bei Schäfer, Steue Hochstr. 49. Männerchor Brauhause erfolgten Maßregelung Mittheilung. In dieser Brauerei scheint nach deu vielfachen Beschwerden der Herr Brau- 3u achten. Mit der Aufforderung, sich an der Flugblattmeister der Urheber und die treibende Kraft dieser Machinationen vertheilung recht rege zu betheiligen, schloß der Vorsitzende die zu sein. Lebhafte Klage führte man über die Behandlung, Versammlung. die den Arbeitern durch die sogenannten Oberbinder zu Köpenick. Der Streit in der chemischen Fabrit theil wird. Ein besonderer Trieb scheint darin zu liegen, von Ruhnheim u. Co. in Nieder- Schö.. weide" daß man zu den Aushilfs( Böttcher-) Arbeiten nicht die Arbeiter lautete die Tagesordnung einer hier am Mittwoch Abend im nach Fähigkeit und Anlage heranzieht, sondern speziell die organi Lokale von Scheer( Wilhelmsgarten) abgehallenen öffentlichen firten aussucht, um sie, falls dieselber sich dem 3wange fügen. Volksversammlung. Der Besuch roar ein ausgezeichneter und gegen die Streifenden höhnisch als organisirte Streifbrecher aus- legte Beugniß ab von der Sympathie, die diesem in jeder Be zuspielen, oder, was in den meisten Fällen eintritt, sie weger ziehung gerechtfertigten Streit von der Arbeiterschaft der ganzen Verweigerung des Gehorsams" zu entlassen. Herr Direktor Umgegeul entgegen gebracht wird. Trotzdem Tische und Stühle Rösicke soll nach den Bekundungen eines Wedners dem in der aus dem Gaal entfernt und hierdurch Raun. für ca. 1500 Per Brauerei bestehenden Arbeiterausschuf die Befämpfung der ionen geschaffen wurde, mußten weitere Schaaren sich mit einem ,, Streifgelüfte" besonders anempfohlen haben. Entlassen, d. h. Pläbchen im Garten begnügen. Der Referent Hildebrandt begemaßregelt find nach den Feststellungen cinzeiner Redner merkte, er finde bedauerlich, daß Herr Kuhnheim, der ca. 20 Personen( Brauer und Hilfsarbeiter). als vielfacher Millionär faum im stande sei, die Zinsen seines Die Stimmung in der Versammlung, welche, wie nebenbei Vermögens zu verzehren, die geringen Forderungen rundweg abbemerkt sein mag, wegen Ueberfüllung polizeilich abgesperrt roar, wies mit der Begründung, daß seinem Geschäft datann als eine sehr zuversichtliche bezeichnet werden. Unter den durch Ausgaben in der Höhe von 40 000 Marf erwachsen vielen Rednern, welche das Wort ergriffen. war die Meinung würden. Der Mittheilung, Direktor Heidenreich habe sich der allgemein verbreitet, daß die Forderung des Maifeiertages der Kommission gegenüber geäußert, die Arbeiter haben nichts zu springende Punkt sei, um den fich der Kampf schließlich drehen fordern, sondern nur zu bitten, begegnete die Versammlung mit würde. Wie auch seitens einzelner maßgebender Personen bes challendem Gelächter und für den Direktor wenig schmeichelhaften Bierringes früher schon einmal geäußert jei, spiele die Lohn. Bwischenruten. Der Referent lobte den guten Geist unter den erhöhung und die Verkürzung der Arbeitszeit bei den hohen Profitraten Streifenden; es sind zur Zeit im Ganzen nur etwa 30 Arbeiter der großen Brauereien eine sehr nebensächliche Rolle. Der Beschluß in der Fabrik und dies sind meist alte Arbeitsinvaliden, denen der letzten Versammlungen betr. Wiederaufnahme der Arbeit nur man ihre Handlungsweise, wenn auch nicht gutheißen, so boch zu den erhöhten Lohnsägen, ist mit Ausnabme der Affordarbeiter aber entschuldigen kann. Anders verhalte es sich mit etlichen des Böhmischen Brauhauses, überali befolgt worden. In dem auf dem Fabrifgrundstück beschäftigten Maurern, welche erklärten, genannten Betriebe haben sieben Auch- Kollegen, die zum Theil sie haben an dem Streit doch eigentlich fein Interesse. Die Herren durch besondere Umstände günstig gestellt sind, die Arbeit wieder hatten aber den traurigen Muth, unter Anleitung der Ingenieure aufgenommen. Von mehreren Seiten wurde darauf hingewiesen, die Stellen der sich mit den übrigen Arbeitern solidarisch ers Die Rebattion fiellt die Benutzung des Sprechsaals, soweit der Raum dafür daß diese Streitbrecher so wenig als andere auf Umwegen flárenden Heizer zu ersetzen( Pfutrufe.) Genosse Hildebrandt abzugeben ist, dem Publitum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen importirte Kräfte keinesfalls den Streifenden, sobald diese warnte dann vor irgend welchen Ausschreitungen, die leicht sehr ntereſſes zur Verfügung: ſite wahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dema blos feft bleiben, nennenswerth schaden könnten. Im Anschluß üble Folgen nach sich ziehen könnten und machte hierbei Mit- In Nr. 103 des Borwärts" geben die Vertrauensleute des hieran wurden folgende Resolutionen von der Versamunlung ein theilung über ein zwischen ihm und einem Gendarm am Dienstag 4. Wahlkreises bekannt, daß am 17. Juni im Müggelschlößchen stimmig genehmigt: früh auf seinem Wege zur Arbeitsstelle vor dem neuen Krug" ein große Waldfest stattfinden soll. Am Schlusse werden die I. Die Versammlung ist von der Nothwendigkeit und Ge- fich abspielenden Renkontre. Der Redner forderte hierauf. wieder Vereine u. f. w. gebeten, ihre Sommerfeste hiernach einzurichten. rechtigkeit ihrer Forderungen fest überzeugt und beschließt des- bolt beifällig unterbrochen, vor allem zur Feral aitung Wer mit den Berliner Verhältnissen vertraut ist, muß nun aber halb, unentwegt an dem Beschluß der letzten Böttcherverfamm- des Buzugs und fleißiger Sammlung für die bereits wäh- wissen, daß die Lokale für diese Feste schon gemiethet sind, es lung festzuhalten. rend ihrer Arbeit am Hungertuch nagenden Arbeitsbrüder auf. den Betreffenden also nicht möglich ist, eine Aenderung in den II. Die Versammlung spricht ihre entschiedene Mißbilligung Die Streifenden mögen eine Ehre darin suchen, bis aufs äußerste Arrangements zu treffen. Die eingegangenen Verpflichtungen über die Wiederaufnahme der Arbeit seitens einzelner Böttcher Stand zu halten. Schließlich glaubte der Redner, daß unter dem müssen aber auch dann erfüllt werden, wenn die Zahl der Festdes Böhmischen Brauhauses aus und beschließt, diefelben nicht Eindruck dieser Lohnbewegung die günstigste Gelegenheit ge- theilnehmer gering ist. Die heutige wirthschaftliche Lage erlaubt mehr als Kollegen anzuerkennen. fommen sei, eine gewerbliche Organisation sämmtlicher Fabrik- es den Arbeitern aber nicht, mehrere Vergnügungen zu besuchen, Erwähnt mag noch werden, daß die Behauptung bürger- arbeiter und Arbeiterinnen für Köpenick und Umgegend zuhauptsächlich dann nicht, wenn die Kosten, wie beim Waldfest, naturlicher Zeitungen, daß das Vorgehen der Böttcher auf Inspiration schaffen. Brausender Beifall bewies das volle Einverständniß gemäß große sind. Die Wirkungen des Waldfestes werden unbedingt der sozialdemokratischen Partei resp. Parteileitung zurückzuführen der Versammlung mit den trefflichen Ausführungen des Referenten. einige Bochen vorher, sowie einige Wochen nachher sich bei dem fei, als gänzlich haltlose Verleumdung gebrandmarkt wurde. Mit Neuendorf bestätigte die Mittheilungen des Referenten Besuch der Feste verschiedener Vereine bemerkbar machen. Würde einem Hoch auf die Solidarität der Arbeiterklasse schloß die über die ihm und seinen Kollegen widerfahrene Behandlung im nun ein Ueberschuß beim Waldfest erzielt, so tönnten demselben Versammlung. Fabrik- Komtoir und theilte ferner mit, daß leider in der Haltung leicht Defizits bei den Vereinen gegenüberstehen. Berlust und Der Verband der deutschen Gold- und Silberarbeiter der Aufsichtsbeamten eine Aenderung eingetreten ist. So habe Gewinn würden sich decken und die Arbeit beim Arrangiren der der Adlershofer Förster die in seinem Revier lagernden Arbeiter Feste wäre lediglich für die Wirthe gemacht. Wenn man nun und verwandten Berufsgenossen tagte am 30. April. beschimpft und den Hund auf sie gehetzt; nur der Besonnenheit die bei früheren Waldfesten gemachten Erfahrungen in Betracht Gen. Mattutat referirte über das Thema:„ Aus alter und neuer Zeit". Der 1/ 4ftündige Vortrag wurde mit reichem Beifall auf der Streifenden sei es zu danken, daß sich nicht unliebfame zieht, so wird man wohl mit Recht fragen, sind derartige Feste genommen. Hierauf gab Kollege Tschentscher den Kassenbericht. Zwischenfälle abspielten. Im Sinne des Referenten äußerten für uns nothwendig und nüglich, und wenn ja, ist es nicht Darnach betrug die Einnahme 454,99 m., die Ausgabe 301,50 W., ich noch& a ber: Berlin, der die Unterstützung auch der Ber- wenigstens Pflicht, dieses Vorhaben so früh zur allgemeinen bleibt mithin Bestand 153,49 M. Da die Beträge für richtig be- liner Arbeiterschaft zusicherte, Gallasch Glienicke, Fiedler Kenntniß zu bringen, daß sich die Vereine 2c. in der That nach funden wurden, wird dem Kassirer Decharge ertheilt. Es werden Adlershof, Richter- Stöpenick, Schimansky Adlershof und richten können? S. Hellwig, noch einige interne Angelegenheiten besprochen und hierauf die Fistler und Hillges Köpenick. Folgende Resolution fand einstimmige Annahme: Manteuffelstraße 41. Versammlung geschlossen. Die Versammlung spricht den streifenden Arbeitern der Der Verein der Einsetzer( Tischler) hielt am 6. Mai eine Kuhnheim'schen Fabrit ihre volle Sympathie aus und erkennt Eingelaufene Druckschriften. Mitgliederversammlung ab, in der Kollege Misch in furzen den Streit als voll und ganz berechtigt an. Sie verspricht, die Der Sozialdemokrat", Wochenblatt der sozialdemokratischen Worten die Bedeutung des Weltfeiertages der Arbeit schilderte. Streifenden sowohl moralisch durch Abhaltung des Zuzugs, als" Der Sozialdemokrat", Wochenblatt der sozialdemokratischen Partei Deutschlands( Expedition in Berlin SW., BeuthAn der Diskussion betheiligten sich die Kollegen Machayi, Bienes auch materiell durch fortgesette Sammlungen zu unterstraße 2). Zu beziehen durch alle Zeitungsspediteure. Das feld und Misch. Sodann wurde vom Kollegen Misch der Streit stüßen. Die Arbeiter Umgegend von Köpenick Abonnement beträgt durch die Post oder in Berlin durch die der Schuhmacher Burgs und die Handlungsweise des Fabrikanten werden aufgefordert, umgehend Sammlungen für die StreifenBeitungsspediteure pro Quartal 1,20 m., unter Kreuzband Zack einer eingehenden Besprechung unterzogen, sowie die Aus- den vorzunehmen." 1,80 m. sperrung der Böttcher scharf fritifirt. Zum Schluß wurde den Zur Geldersammlung wurde eine Kommission, bestehend Nr. 15 vom 10. Mai hat folgenden Inhalt: Wochenschau. ftreifenden Tischlern Wiens 50 M. bewilligt. Nachzutragen ist aus den Genossen Baumann, Leonhardt, Fiedler. Die polnisch- sozialistische Bewegung. II. Der amerikanische noch, daß in der Versammlung vom 22. April ein entschiedener Bartels, Gallasch, Noack und Richter gewählt. Kohlengräberstreit. Die sozialen Grundlagen der Vereinigten Protest gefaßt wurde gegen die Handlungsweise des Borstandes Ferner fand ein Antrag Annahme, die Tellersammlung für die Staaten. Parteinachrichten. Wie man uns behandelt. wegen Nichtbeachtung eines Versammlungsbeschlusses betreffend Streifenden fortzusehen, sowie ein weiterer: eine Statuten- Arbeiterschuh. Sozialstatistisches. die Niederlegung eines Kranzes auf den Gräbern der März- berathungs- Kommission zu wählen, welche die Bildung einer gewerk. Die diesjährige Maifeier. Der englische Bericht über gefallenen. schaftlichen Organisation in Form eines allgemeinen Arbeiter: Arbeitslosigkeit. III.- Geschichte des Holzarbeiter- Verbandes. Eine Versammlung des Fach vereins der Müller vereins für sämmtliche Fabritarbeiter der Umgegend Köpenicks in Raubritter und Schnapphähne.- Leichtsinniger Lebenswandel die Hand nimmt. Diese Kommission bilden allasch, und Proletarierkrankheit. Der Berner Krawall.- Todten und Mühlenarbeiter tagte am 6. Mai in Ahrens Grüneberg, H. Schulz, Raijer, Rwiatowsti, lifte. Leipziger Hochverrathsprozeß. Gewerkschaftliches. Brauerei, Moabit. Die Fortseßung der Diskussion aus der Bei Eintritt der Polizeistunde Quittung für April 1894. Literatur. Versammlung wegen Aenderung des Titels hatte das Resultat, Bufelde und Linke. daß man für jezt noch Abstand von einer Wenderung nahm mit( hr) wurde die imposante Versammlung vom Vertrauensmann Bon der„ Nenen Zeit"( Stuttgart, J. H. W. Dieß der Begründung, es tönnten der jungen Organisation eventuell tert- Adlershof mit einem Hoch auf die Arbeiterbewegung Verlag) ist soeben das 32. Heft des 12. Jahrgangs er. Nachtheile daraus entstehen. Nachdem gab der Vorsitzende den schienen. Aus dem Inhalt heben wir hervor: Heine Kaffenbericht bekannt, da der Rassirer Kruschinski sein Amt und sein Denkmal. Berichtigung. Jn Nr. 102 des„ Borwärts" ist in dem Bur Weltpolitik. Von H. M. niedergelegt hatte. Die Einnahmen betrugen für das erste Bericht der Gewerkschafts- Kommission folgendes enthalten: Als historisch- materialistischen Methode. Von F. Mehring. II. Quarta! 1894 insgesammt 83,49 M., die Ausgaben 18,25 M., Kuriosum führte ich an, daß die Holzarbeiter, obgleich sie sich Die schweizerische Arbeiterschutz- Gesetzgebung. Von Dionys blieb Bestand 65,24 M. Die Abrechnung vom Stiftungsfest er gegenüber dem Gewerkschafts- Bureau ablehnend verhalten, dennoch Zinner. Literarische Rundschau. Notizen: Zur Lage gab einen Ueberschuß von 29,80 Pf. Diese Summe nurde von das größte Kontingent der Rathsuchenden stellen. In Wirklich- der deutschen Drechslerarbeiter. Arbeitszeit und Arbeitsder Versammlung der Vereinskaffe überwiesen. Bei der vor feit erklärte ich, daß, trotzdem Genosse Faber die rathsuchenden lohn. Feuilleton: Der Satte. Ein typisches Naturobjekt. " geschlossen. der = English Conversational Club Shakespeare. Meeting every Eriday at 9 p. m. at Beherns Restaurant Königstr. 62. Lecturer Mr. J. Bloch. Guests are welcome. -O Spredifaal. Inhalt desselben identifizirt zu werden. G. Koblenzer, Adalbertstr. 96. Verantwortlicher Redakteur: Hugo Pötzsch in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. 1